zu Cölln gnädigstem Privilegio Dienstag den r. August. I. Citationes edistales. Oennach in gnädigster Special=Commissions= und Aeusserungs Sachen weiland des Doctoren Wulfert Junioren sämtlicher Haab und Güter gegen und wider dessen Gläubiger beym Verfolg benennt in dem in unten benenntem Dato erlassenen Bescheide in Rücksicht, daß auf die hiebevorn erlassene, zu seiner Zeit durch hiesiges Intelligenzblatt kund gemachte, und dermalen gehörig reproducirte Edictal Ladung una pro tribus wenige Creditoren erschienen sind, wider nachstehende Creditoren, als r) die Fräulein von Bömer, oder dessen Erben 2) das Executorium der weiland Abtißinn von Graes, z) Aftererben des weiland Officials Zurmühlen, 4) discutientischen Anwaldten der bey hiesigem weltlichen Hofgerichte hangenden Discußion des weiland Rath und Richtern Linde zu Reine.*) die Aftererben des weiland Gewandschneidern Paul Kuhmann, 6) die Armen=Provisores sdS. EEgidium allhier, 7) den modernum Poffeflorem der Vicarie ös. Jodoci, Gertrudie & Elifaberhg ad S. Lamberrum allhier, 89 die Aftererben des weil. Hofkammerrathen Ormeloh, uno 9) die Aftererben des weil. Officialen und Hofrathen Haver Cieatio lpeci nlis reiumendi litem& conitiruendi novos Agentes unter Straf ewigen Stillschweigens erkannt, und dem hiesigen Intelligenzblatt einverleiben zu lassen anbefohlen worden; als werden von Rechts= und Commißions wegen vorbenennte Creditore: deren Erben, und Aftererben samt und sonders hierdurch öffentlich citirt und abgeladen um innerhalb sechs Wochen a dato dieses bey dieser Sachen durch von neuem angeordnete, und bevollmächtigte Agenten zu erscheinen., die Sache in vorigem Stande wieder auf= und anzunehmen mithin derselben bis zum endlichen Beschluß und Urtel ab und auszuwarten, mit der Verwarnung, daß in Entstehung dessen hierunter nicht deweniger rechtlich verfahren, und denen nicht Erscheinenden ein ewiges Stillschweigen eingebunden werden solle. Münster den 18 Jul. 1780. De spec. Mandato DD. Commiflariorum Vegedest, Regiltretor und Actuar. Commillionis. Alus Befehl Eines Hochwürdigen Mün* sterschen Domkapituls verordneten Hrn. Richtern und Gografen in Meest Doctoren Oesthof; werden alle und jede Gläubigere; welche an den ältern Anton Riecke Metzgern im Dorf Greven, dessen Haab und Gütern einige Ansprach und Forderung zu haben vermeinen mögten, hiemit offener Edictal= weise zumTstenzaten u. zrenmal peremptorie citirt und verabladet, um innerhalb 6 Wochen nach Verkündigung dieses ihre Original=Documente, Urkunden und Beweißstücke nebst förmlicher Liquidation zum Protocoll dieses Gogerichts, bey Strafe ewigen Stillschweigens einzueringen und zu übergeben. Sodann wird aus obigem Befehl hiemit jedermänniglichen bekannt gemacht,wie daß A die dem voran benennten Senioren Anton Riecke zuständige im Dorf Greven belegene vier neue freye Gädeme, ästimirt zu 400 Rl. B ein Garten zwischen Krügers und Mollen Garten, werdiret zu roo Rthl. C ein Garte zwischen Huesmanns und Beerlagen Garten belegen, angeschlagen zu 80 Rthl, sodann allerhand Mobilien und Effecten juxra Inventarium taxirt zu 885 Rthl., am Montag; den gten künftigen Monats August Morgens 10 Uhr daselbst aufm Platze, unter gewöhnlichen Bedingnissen, den Letztund Meistbietenden gerichtlich verkauft werden sollen. Lignat. den 2r. Jul. 1780. Ad Decretum D. Gogravit Werlein, Grschr. U. Gerichtliche Notifications. Am 26sten laufenden Monats Julius sind zwey fremde Juden, Namens Joseph Emanuel, und Jacob Levi( welche vorgeben in Amsterdam zu Hause zu seyn und wovon der eine langer und schmaler Statur, und blassen Angesichts ist, sodann runde weißliche Haare, anbey einen alten blauen Rock und Kamisol traget. Der andere aber kleiner und magerer Statur ist; sodann ganz schwarze trause Haare, und einen schwarzen Bart, anbey einen neuen blauen Manchestern Rock, und ein Kamisol von geblümten Kattun hat) dahier auf vorgewesene recht. liche Anzeigen zum gefänglichen Verhaft gebracht Diese beyden Arreltati haben sich in der Folge mehr verdächtig, bevorab dadurch gemacht, daß sie allerhand seidene Waaren, als brochirte und sonstige geblümte Taffeten, für ganz geringen und ungleichen Preisen verkauft haben. Da nun dieselbe angeben, gerades Weges von Amsterdam in hiesiges Hochstift, und am gesagten absten des Morgens in hiesige Hauptstadt angekommen zu seyn auch die bey ihnen gefundene Waaren von einem Fremden dahier auf der Straße angekauft zu haben. So wird dieses zu dem Ende öffentlich bekannt gemacht, daß, wenn jemand in betreff dieser verdächtigen Juden, oder deren bey ihnen vorgefundenen Waaren etwaige Kundschaft geben könnte, er solches dem hiesigen Stadtgericht, gegen allenfallsiger Erwartung der edictmäßigen gnädigsten Belohnung bald möglich angeben wolle, und soll dessen Namen auf Verlangen verschwiegen werden. De Mandato D. Judicis urbici Wattenaor; Grschr. Alus Befehl des Hochfürstl. Münsterschen Hrn. Richtern zu Sendenhorst wird hiemit öffentlich bekannt gemacht, wie daß am Donnerstag, den zten Monats August auf an Seiten Hrn. Emonitoris Vicaril Deiters in betreff des im Kirspel Albersloe belegenen Wevelhoven Erbes ad causam Discull. von Kerkering zur Borg präsentirten Supplik, und darauf ertheilten Bescheidern des Zell. Wevelhove sämtliche Effecten, Mobilien, Moventien und Kornfrüchten dem Meistbietenden öffentlich verkauft werden sollen, als wird solches zu dem Ende hiemit bekannt gemacht, damit jene, welche zu ein oder andern Ankauf Lust und Mittel haben sich am besagten zten August Morgens 8 Uhr an des Zell. Wevelhoven Erbe einfinden können. Signar. Sendenhorst den 27. Jul. 1780. De Mandato DyNjudicis Langen Grschr. Am Donnerstag, den zten August MorE# gens 9 Uhr sollen in des abgelebten Joh. Bernd Bohmans, nun dessen Erben Behausung zu Pehemp denenselben zuständiges r) Wohnhaus mit daran belegenen Garten, 2 die darneben stehende Schaaf=z) auch Torfhütte, 4) ein neuer annoch ohnbesamter Garte bey Renschen Garten belegen, s) ein Kamp beym Dwergkamp an der Kuhle und Peter Koopmanns Kamp belegen, 6) ein Kamp an Peter Koopmann u. Schrank Kämpebelegen, sodann 7) 1 Stücke ad3 Ill Gestohlene Sachen. (a vom ryten auf den 18ten dieses bey, damastener Hemdrock, dem Zellern Eßling Kirchspiels Rhede und Bauerschaft Vardingholt, nachdem zwey Fensterscheiben ausgehoben, und dadurch der Eingang befördert worden, aus dessen Behausung folgende Stücke: r) Ein Frauen Etoffen Rock, 2) ein rother Bayen Frauenrock, 3) ein Vortuch, 4)ein Betttuch, s) ein Frauenhemd, etliche Frauenmützen und Kinderzeug, 6) zwey Kamisöler von Laken, 7) ein etoffener Rock, 8) ein IV. Vermischte Nachrichten. leger dieser Zeitung davon Nachricht geben Malter Einsaat Bauland, wie auch darauf obhandene Früchten dem Meistbietenden gegen in termino& loco zu Pehemb zu vernehmende Bedingnissen verkauft werden. Sign. Kloppenburg den 3. Jul. 1780. Ex Decreto D. Judici: Kuntzen Grschr. Am Montag den yten August l. J.Vormit## tags 10 Uhr sollen im Gerichte dahier die zu Menken Stätte zu Ermbke Kirspels Molbergen gehörige, daselbst im Esche belegene 15 Scheffel Einsaat Bauland, als: 5 Scheffel aufm Madderen zwischen Hillen u. Menken, 8 Scheffel zwischen Kläenen und Abelen Henrich, 2 Scheffel zwischen beyderseits Menken Lande belegen, und der Bullenkamp wüste am Esche daselbst belegen; den Meist= und Letztbietenden gerichtlich verkau. fet werden. Sign. Kloppenburg 3. Jul. 1789 Ex Decreto D. Judicis Kunzen Grschr. 9) ein weiß Kamisol, ro) eine Hose, in wessen Tasche ohngefähr 15 Stüber gewesen, gestohlen worden; so wird solches hiemit bekannt gemacht, gestalten derjenige, welcher den oder die Thäter dem Gerichte anzeigen, und einliefern werde, die edictmäßige Belohnung erhalten, und dessen Name verschwiegen bleiben solle. Bockhold den 19. Jul. 1780. Cherpain, Grschr. Oor ungefähr zween Monaten sind Je. D manden aus der Grafschaft Bentheim zwey Pferde entlaufen, t) ein schwarzer Wallach oder Ruhne mittelmäßiger Größe, 5 Jahr alt, mit abgeschnittenen Mähnen, eine schmale lange Streife vor dem Kopfe habend, und mit Eisen beschlagen, 2) ein Mutterpferd, 2 Jahr alt, schwarz, ein Zeichen vorm Kopfe; die Mähnen an der von der Haudseite, mit abgezölltem Schweif. Wem diese Pferde zugelaufen, und dem Verkann verspricht der Eigenthümer derselben nebst Bezahlung der Unkösten., einen Ducaten zum Douceur zu geben. Am künftigen Mittwochen, denhten dieE* ses Morgens um 9 Uhr sollen an das Hellische Fähr ohnweit Emsbühren eine neue und zwey alte Pünten oder Ueberschifsbrücken den Reistbietenden verkauft werden Kauflustige wollen sich am bestimmten Orte und Zeit einfinden. (Ein im Kirspel Riesenbeck Bauerschaft Hoessel ohnweit Bevergern belegenes Erbe, Mersch genannt, so eigen ist, und woraus an Schatzung in ordin. monatlich 25 ß 9dt. und an Gutsherrl. Pächten jährlich 2 Malt Roggen, ein halb Malt Haber, ein Schwein oder 2 Rthl., für Dienstgeld 12ß. 2 dt., und 2 Hüner oder 7 f prästiret werden müssen, und wozu ein Garte und Wiese, sodann 2 Korten nebst etwa Land wofür jährlich 8 Rthl.prästiret werden, und 3 Malt 9 Scheffel Einsaat gehören, stehet aus freyer Hand gegen billigen Preiß zu verkaufen. Das Intell. Comt. giebt Nachricht. Die geistlichen Jungfern Schnell und Krechter sind gesinnet, den ausserhalb dem Neubrücker Thor ohnweit dem Wermelskotten gegen der Wöhlschen Wiese über belegenen ihnen eigenthümlich zuständigen Kamp, der Kuhlenkamp genannt, zu 32 Scheffel Einsaat, auf 4 allenfalls auch dem Befinden nach auf 8 nach einander folgende Jahren, Termino Michael l J. anfangend meistbietend zu verheuren, als wollen diejenige so dazu Belieben tragen; sich am Samstag den sten August Nachmittags gegen 3 Uhr auf obbemeldtem Kampe einfinden. Freytag den I8ten Monats August Morgens um 9 Uhr wird bey dem zum Hochgräflichen Hause Nortkirchen eigenhörigen Schulten Westerhoff Kirchspiels Rockzell einiges Eichen Holz meistbietend gegen baare Zahlung verkauft werden, und haben sich die dazu Lusthabende allda einzufinden. E. C. Sandfort, Renthm. (in neu erbauetes Haus auf der Königsstraße steht gegen Michael zu verheuren. Das Intell. Comt. giebt Nachricht. Vermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. Petersburg, vom 7. Julius. Der am 28sten vorigen Monats hier eingetroffene Herr Graf von Falckenstein wird wohl bis nach der Mitte des gegenwärtigen Monats hier bleiben. Er bringt seine Zeit theils in Gesellschaft unsererer Monarchinn, des Großfürsten und der Großfürstinn, theils damit zu, daß er die vielen Merkwürdigkeiten in Augenschein nimmt, die in unserer Stadt die Aufmerksamkeit eines jeden Fremden erregen, und die der vorgenannte erlauchte Reisende mit der größten Sorgfalt besieht. Nichts entgeht seiner Scharfsichtigkeit und man hat Gelegenheit gehabt, zu bemerken, daß er Rußland schon gekannt, ehe er es noch selbst gesehen hat. Die fremden Gesandten haben bey dem Herrn Grafen die ersten Besuche mit einer Karte abgelegt, und er hat ihn einen auf eden die Weise wieder gemacht. Tages nachher haben sie aber die Ehre gehabt Ihm mündlich ihre Ehrerbietung zu bezeugen. London, vom 19. Jul. Nach den Berichten von unserer großen Flotte an der Küste Frankreichs, hat sie 17 Schiffe von der Französischen Kauffahrteyflotte, die auf ihrer Rückfahrt von Martinique begriffen war, nebst einer Fregatte von 44 Kanonen aufgebracht. Man vermuthet aber, das Französische Geschwader zu Brest werde sich die Entfernung unserer Flotte von ihrer ersten Stellung zu Nutze gemacht, und in die See gestochen haben; um der Cadixer Schiffsarmee entgegen zu gehen. Ist ihre Vereinigung erfolgt so hat der Admiral Geary seines Zieles verfehlt. Man hat zu vernehmen, daß Dom Barcelo mit 13 Reihenschiffen vor Gibraltar angekommen ist, und diese Vestung wirklich zur See und zu Lande angegriffen seyn muß. Die Gerichtsverhöre der in Haft sitzenden Meutlinge werden eifrigst fortgesetzt. Ihrer 28 sind des Todes schuldig erkläret worden; weil sie die Habschaften der Römischkatholischen in der Vorstadt Southmark verbrannt, und ihre Häuser niedergerissen haben. Das Todesurtheil über 21 (Das weitere in der Beylage.) zum Münsterischen Num. 61. andere; welche die Gefängnisse Newgate und Fleet verwüstet, und Privathäuser in dem Umfange der Stadt London in Brand gesteckt haben, ist von dem Könige bestätiget worden, und wird noch diese Woche an ihnen vollzogen werden. Auf solche Art kommen diese elenden Leute, die unter dem Scheine der Religion, sich den sträflichsten Ausschweifungen überließen, durch ihre eigene Tobkühnheit um. Warschau, vom 19. Julius. Am verwichenen Sonntage langten zwey Couriere aus Petersburg hier an; einer an den Russischen Ambassadeur, der andere an den Charge d' Affaires des Wiener Hofes. Sie sollen die Nachricht von der bevorstehenden Abreise des Grafen von Falckenstein und verschiedene andere wichtige Nachrichten mitgebracht haben. Runmehro sagt man auch für gewiß, daß dieser große Reisende auch incognito nach Warschau kommen, und sich daselbst zwey Tage auf halten werde und diese Ankunft soll noch diese Woche erfolgen. Wien, vom 19. Jul. Mit einem vorgestern aus Petersburg angekommenen Couriere hat der Hof die Nachricht erhalten, daß die Kaiserinn aller Reussen dem Kaiser ein völlig ausgerüstetes und bemanntes Kriegsschiff nebst 4 Fregatten zum Geschenke verehret haben, und sollen selbige die Fahrt nach Triest anstellen. London vom 21. Julius. So günstig bisher die Aussichten in Westindien für uns waren, so unangenehm sind die Nachrichten, die wir seit einem Paar Tage aus den dasigen Gegenden haben. Vor der Hand ist so viel daran auszusezen, daß sich dieselbe auf keine Amtsbriefe füßen, ob ihnen gleich die Möglichkeit nicht abgesprochen werden kann. Sie melden nämlich., Dom Solano habe mit seinem Geschwader von 13. Reihenschiffen und 10,000. Mann spanischer Kriegsvölker die Wachsamkeit des Admirals Rodney hintergangen, und sich über Barbade, wo unser Admiral sein Geschwader ausbesserte, hinausgestreckt, ohne daß man seiner inne geworden sey. Der Graf von Guichen hätte sich die Abwesenheit unserer Flotte zu Nuze gemacht; um die Insel st. Lucia zu überraschen; sein Vorhaben sey ihm gelungen, 7700 Mann auf dem Eilande am rsten Junii auszusezen; die Schanze bis auf den yten angegriffen und vertheidigt, und alsdenn unter einer rühmlichen Capitulation übergeben worden; die Flotte des Grafen von Guichen habe aus 20 Reihenschiffen bestanden; der Admiral Rodney sei mit seiner aus 13 Reihenschiffen bestandenen Flotte eiligst von Barbade aus. gelaufen, um die Feinde von St Lucia zu verdrängen; welches er aber nicht habe zuwegebringen, noch zu dens übrigen Schiffen, die er zur Ausbesserung auf st. Lucia nach dem Seetreffen vom thten Mai gelassen hatke, stossen können; am roten Jun. sey der Ritter Terney auf der Höhe von Antigoa zu Dom Solano gestoßen; beyde hätten mit vereinigter Macht diese Insel angegriffen, und erobert. Sollten diese Nachrichten zuverläßig seyn, so wäre uns der versetzte Streich sehr empfindlich. Was unste Hoffnung bey diesen widrigen Zufällen noch rege hält, und den Sachen in Westindien eine bessere Wendung verschaffen kann, ist, daß, wie man vernimmt, das Geschwader des Commodore Walsingham eine Tagreise von Barbade gesehen worden, und jenes unter den Befehlen des Admirals Grave dem Ternayschen folgte. Paris, vom 2r. Jul. Wir sind nun dem Zeitpunkte nahe, daß unser Seeheld, der Graf von Estaing, von neuem für die Ehre der Krone fechten werde. Er ist in der Nacht vom rsten auf den 1ôten aufgebrochen; und weiler seit STagen mit niemanden mehr umgieng, so blieb seine wirkliche Abreise bis auf den 18ten im Publicum ganz verholen, da er von Reisenden auf dem Wege nach Perche gesehen worden. Nach andern, soll er die Straße nach Bordeaux eingeschlagen haben. In ersterm Falle käme er auf Brest, im letztern aber, gienge die Reise nach Spanien. Ueberhaupt vermuthet man, er begebe sich nach Corunna oder gar nach Cadix. Ein vorgestern von Madrid angekommener Courier bringt unter andern mit, daß das Schiff, der Brillant, so zu dem Geschwader des britischen Commodore Johnsione gehöret, zu Lisabon angelangt, und mit demselben die Nachricht eingelaufen sey, daß das spanische Geschwader unter den Herren Solano und Thomaseo sich am 4ten Jun. ganz ungehindert mit dem Grafen von Guichen vereinigt habe. Mit eben diesem Couriere hat man zu vernehmen, daß der Hof zu Lisabon sich geweigert habe der ihm von den nordischen Mächten vorgeschlagenen Zewaffneten Reutralität beyzutreten. Haag; den 24 Jul. Bereits am arsten sind den nach Petersburg ernannten beyden gevollmächtigten Ministern, Herrn von Wassenaer zu Startenburg, und von Heekeren zu Branzenburg, ihre letzten Verhaltungen zugegangen, und sie haben sich von Ihren Hochmögenden beurlaubet. Ihre Abreise dürfte morgen erfolgen.— Gestern kam ein Russischer Courier von London an, und setzte, nachdem er einige Briefe dem Fürsten Gallizin übergeben hatte, seine Reise nach Pekersburg fort. Sonder Zweifel hat er die auf die bewaffnete Neutralität sich beziehenden Berichte dahin zu überbringen. Köln vom 2.. Jul. Heute haben Se. Königl. Hoheit, der Erzherzog Maxmilian, nunmehriger Hochund Deutschmeister, von der edlen Präbende in hiesiger Erzdomkirche, welche Höchstdieselben von Sr. Excellenz, dem Herrn Bischofe von Myrena und Domdechanten zu Köln, Grafen von Königsegg=Aulendorf anzunehmen beliebten, durch des HErrn Mitcapitularn und jüngern Diaconi, Grafen Meinrad von Königsegg=Aulendorf Excellenz, Besiz nehmen lassen. Münster, vom 3r. Jul. Sichern Briefen aus Wien zufolge, werden Se. Majestät, der Kaiser, daselbst nicht, wie erst verlauten wollen, zu Ende dieses Monats, sondern den 4ten August, von Dero Reise zurück erwartet. Selbige Briefe melden zugleich, daß bereits wieder von einer andern Reise die Rede sey; welche Se. Majestät, in Gesellschaft Dero Herrn Bruders, des Erzherzogs Maximilian Königl. Hohen, ven bten September über Kölln nach den Niederlanden vornehmen werden, und man schmeichelt uns sogar mit der Hofnung, daß wir das seltene Glück haben werden, Allerhöchstdieselben in unserer Hauptund Residenzstadt zu sehen, und Höchstdenenselben unsere allerunterthänigste Devotion an Tag legen zu können.