ANNO 1780. Mit Ihrer Kuhrfürstl. Gnaden zu Cölln gnädigstem Privileg'o Freytag; den 12. May. I. Citationes Der Johann Henrich Ilies Bürger und Kramer in Beckum hat von den Eheleuten Bernd Dierk Valkamp und dessen Ehefrau Elisabeth Vorsmann ihre daselbst auf der Geiststraße lub Nr. 120 belegene Haus und Höfgen frey und unbeschwert, erblich angekauft, und, um dieserhalb Sicherheit zu haben, pro Citatione edictali uns pro tribus contra quoscunque, so etwa daran eine Ansprach und Recht zu haben vermeinen möchten, ad.proponendum& juttiki candum jars& actiones gerichtlich angerufen und erhalten, daß solche heut untengemeldten Dato gerichtlich erkannt worden; Es werden dannenhero alle und jede welche an obgemeldter Behausung und Zubehör einiges Recht, Spruch und Forderung haben, hiemit von Amt und Gerichts wegen edictsditer verabladet, in Zeit 6 Wochen, davon ihnen zwey für den ersten zwev für den anedistales. dern, und zwey für den dritten und endlichen Termin peremprorie und bey Strafe des ewigen Stillschweigens präfigirt werden, ihre Action, Recht und Forderung beym Gerichtsprotokoll zu Beckum zu proponiren, und gehörig zu justifteiren. Beckum den 6. May 178c. Ex Decreto D. Judicis Happe Auf Befehl des Herrn Doctoren Temme, Gografen des Gogerichts Harkotten, werden alle und jede Gläubigere, so einige Spruch und Forderung an die verkaufte, dem Friderich Kösters zu Harsewinkel zuständige, am Kirchhof daselbst belegene Behausung oder Spieker, oder allenfalls an dessen Kaufschilling einige Spruch und Forderung zu haben vermeinen hiemit Edictal= weise abgeladen, um binnen Zeit von sechs Wochen nach Bekanntmachung dieses als wozu ihnen 14 Tage für den ersten, 14 Tage für den zweyten, und 14 Tage für den dritten und letzten Termin peremprorie,&am suh pana perpetui Silentii angesetzt wird, ihrean gemeldter Behausung habende Forderung ad Protocollum dieser Sachen Adtuarii vor= und einzubringen. Signatum Waren. dorf den 8. May 1780. Ad Mandat. D. Gogravii Becke Grschr. U. Gerichtliche Notifications. Aus Befehl Eines Hochwürdigen Mün=, einsehen. Signat.Münster den 6.May 17/80. sterischen Domkapituls Hrn. Richtern und Gografen zum Backenfeld ,Doct. Oesthon wird hiedurch bekannt gemacht, daß, da ein Hochwürdiges Domkapitul gnädig resolvirt, daß die im Kirspel Bösensel gegen Hanloes Haus angelegte Barriere dem Meist- und Letztbietenden verpachtet werden möchte, am Freytag; den hten Monats Junius laufenden Jahrs Morgens 9 Uhr allsolche Verpachtung vorgenommen werden solle, die hierzu Lust und Mittel haben können sich zur bestimmtenZeit an der Domdechaney im Domkellnerey=Audienzzimmer einfinden, auch vorhero die Conditiönesbey dem Protocoll Endsbenennten Gerichtschr. Gende; Grschr. Am künftigen Donnerstag, den 18ten dieses, des Nachmitttags um 2 Uhr soll der von dem verreiseten Wagemacher Späth verfertigter zweysitziger Kutschwage oder Kasten, wofür bereits 23 Rthl. gebothen, beym Protocoll meines Endsbenennten Gerichtsschreidern für die gebothene 23 Rthl. zum seilen Kauf ausgesetzet, sodann dem Meistbietenden gegen baare Zahlung zugeschlagen werden. Signat. Münster den re. May 1736. De Mandato D. Judiris urbici Waitendort; Grschr. III. Vermischte Nachrichten. Dain diesem Sommer 7780 an der Wulff kauft werden. Die zum Ankauf Lusthabende Füchter Mühlen annoch allerhand wollen sich also auf bestimmten Tag und Ort höchst nöthige Reparations vorgenommen einfinden. werden müssen, so werden alle Herren In Dienstag, den röten May l. J. Morgens teressenten, um dieses bestens zu überlegen, 10 Uhr soll auf dem Horstmans Erbe hierzu den 2esten May Nachmittags 2 Uhr Kirchspiels Alberslohe ohnweit dem Zollin die Amtmannen ad S. Egidium eingela= hause eine Quantität zum Bauholze tüchtige den mit der Warnung, daß diejenigen Her. Eichenbäume den Meistbietenden verkaufet ren; welche nicht erscheinen; sich das alsdann Beschlossene werden gefallen lassen. (Ein vor dem neuen Thore in der Stegge zwischen des Herrn Rathen Bruchausen und Meister Bock Gärten belegener Garte steht aus freyer Hand zu verkaufen. Das Intell. Comt. giebt weitere Nachricht werden; wozu die Kauflustige freundlichst eingeladen werden. Sickmann, Mandakar. ist am Sonntag, den yten dieses zwischen 4 und 6 Uhr Rachmittags auf der neuen Promenade am Hörster=Thor ein Stock mit einem helfenbeinernen Knopf und Inreu. Comr. giebr weitere Nachricht. Stock mit einem helfenbeinernen Knopf und (Es soll am Samstag, den rzten dieses des gelben ledernen Stockband liegen geblieben Nachmittags 3 Uhr verschiedenes an Wer solchen gefunden, beliebe ihn gegen Ludger Thor sowohl, als ohnweit dem Zeug= billigeBelohnung an mein Haus zu bringen. hause am Mühlenberg belegenes altes Brü Wenbrother cken= und Bauholz dem Meistbietenden ver Vermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. Halberstadt, vom 20. April. nem Dorfe des hiesigen Fürstenthums, folVorgestern trug sich zu Emersleben ei. gende traurige Begebenheit zu. EinArbeits mann aß an diesem Tage mit seiner Frau und seinen drey Kindern Mittags gegen 12 Uhr eine Nudel=Suppe worauf die Aeltern an ihre Arbeit, und die drey Kinder in die Schule giengen. Um halb 2 Uhr aber bekamen alle fünf Personen das heftigste Leibreissen, Erbrechen Krämpfe ,Zuckungen 2c. Eine dasige vernünftige Hebamme gab ihnen glücklicher Weise Milch zu trinken, in dessen man den Herrn Hofrath und Doctor Medicinä Niemann aus Halberstadt holte. Dieser ordnete sogleich alle mögliche heilsame Mittel an, und ist so.glücklich gewesen daß sich alle fünf Personen in guter Besserung befinden Die Frau hat ein Kind von 9 Wochen an der Brust; zum Glücke hatte sie es nach dem Genusse der Suppe nicht angelegt. Alle Umstände zeigen, daß Arsenikum in der Suppe gewesen. Wie es hineingekommen sey, läßt sich noch nicht bestim. men. London, vom 28. April. Auf die durch den Herrn von Simolin am rsten dieses übergebene Erklärung der Kaiserinn von Rußland, betreffend die Schiffahrt der neutralen Mächte, ist am 13. dieses folgende Antwort von unserm Hofe mit einem Expressen an des Königs ausserordentlichen Gesandten zu Petersburg, Ritter Harris, gefertigt worden. Während dem ganzen Laufe des Krieges, in welchem der König von Großbrittannien durch den Angriff Frankreichs und Spaniens sich befangen findet, haben Se. Majestät jene Gesinnungen von Gerechtigkeitsliebe, Billigkeit und Bescheidenheit, nach welchen alle Ihre Schritte sich lenken zu Tage gelegk, auch Ihrer Seits Dero Verfahren gegen die befreundten und unpartheylichen Mächte nach dem Ihrigen gerichtet, indem Sie dasselbe mit den offenbaresten und von dem Völkerrechte, als dem einzigen Gesetze zwischen tractatenlosen, am allgemeinsten anerkannten Grundregeln, und mit dem Inhalte unterschiedlicher Verbindungen mit andern Mächten in Gleichförmigkeit hielten; welche Verbindungen dieses Gesetz durch wechselseitige Zusagen, und zwar auf viele verschiedene Arten, nach dem Willen und der Anständigkeit der schliessenden Theile, verändert haben. Da der König durch die Bände einer wechselseitigen Freundschaft und eines gemeinsamen Bestens mit Ihrer Majestät. der Kaiserinn aller Reussen, enge verbunden ist, so gaben Se. Majestät gleich Anfangs gegenwärtiger Unruhen die gemessensten Befehle, daß die Flagge Ihrer Kaiserl. Majestät und die Handlung Ihrer Unterthanen gemäß dem Völkerrechte und dem Inhalte der Verbindungen, welche der König in seinem Tractate mit der Kaiserinn getroffen hat, und die Er mit der genauesten Richtigkeit erfüllen wird; in Ehren gehalten werden sollten. Die desfallsigen Befehle sind erneuert worden, und auf ihre Vollstreckung wird scharf gesehen werden. Es läßt sich vermuthen, daß selbige alle Unordnung verhindern werden; sollte es aber geschehen, daß die mindeste Uebertretung dieser Befehle erfolgte, so würden die Admiralitäts= Gerichte; welche in hiesigen, wie in allen übrigen Ländern, niedergesetzt sind, um dergleichen Sachen einzusehen, und die in allen Fällen einzig und allein aus dem allgemeinen Rechte der Nationen und nach den besondern Bedingungen der verschiedenen Tractaten den Spruch fällen, den Schaden auf eine so billige Art ersetzen, daß IhreKaiserl. Majestät mit derselben Entscheidungen völlig zufrieden seyn, und jenen Geist der Gerechtigkeitsliebe, von welchem Sie selbst belebt sind, darinn erkennen würden." Wien, vom 29. April. In Sr. Majestät, des Kaisers, Gefolge befindet sich der General, Graf von Braun. Man sagt, unter den kostbaren Stücken die hier gemacht worden sind, und welche Se. Kaiserl. Majestät zu Geschenken verleisey eine auf 60,000 Gulden geschätzte Tabacksdose. Die Rede gehet, daß des Erzherzogs Maximilian Königl. Hoheit nach Spaa gehen werden, um sich von den noch anhaltenden Beschwerlichkeiten am Beine wieder herzustellen. Niederelbe, vom 1. May. Man spricht von einer Reise, die der König von Schweden diesen Sommer nach Stralsund vornehmen, und vielleicht weiter nach Achen fortsetzen dürfte. Paris, vom 2. May. Der Vicomte Düchilleau, welcher bekanntlich mit dem Schiffe, der Protee, am 2zsten Febr. in Brittische Gefangenschaft gerathen war, ist ausgewechselt worden und hier angekommen. Seit seinem Berichte von dem Auftritte seines Schiffes mit den Englischen, hatten seine Verwandten keine Nachricht von ihm erhalten.Man sagt, es werde ihm die Anführung eines andern Schiffes anvertrauet werden. Nachrichten aus Brest zufolge, stand das Geschwader des Ritters von Ternay am ebsten April im Begriffe, den Anker zu lichten Vermuthlich hat es an eben dem Tage in die See gestochen. Wenn ein Brittisches Geschwader in der Nähe von Quessant gewesen wäre, so würden einige unserer Fregatten hievon die Anzeige gethan haben. Die Briefe aus den Hafen Englands lassen ihrer Seits vielmehr ein feindliches Geschwader vermuthen. Wir wünschten, daß es das Spanische seyn möchte. Die Kranken am Borde des Geschwaders sind aus den Regimentern Neustrie und Anhalt ersetzt worden, bis eine neue Einschiffung vor sich geht. Es ist allhier eine; dem Scheine nach arme, verwandtenlose, alte Wittwe gestorben; die lange Jahre mildthätige Aumosen von dem Marquis von Paulmy empfieng. Wie wirthschaftlich sie gelebt und wie wenig sie dieser und anderer milden Gaben dedorfte, ist aus ihrer letzten Willensmeinung erweislich, in welcher sie belobten Herrn zum Erben eingesetzt hat und demselben wenigstens an die 229,000 Pf. hiesiger Währung hinterläßt. Paul Jones ist hier eingetroffen und bey dem Herrn Adams eingekehrt. Als er am Dienstage in dem Singspiele erschien, erhielt er den lauten Beyfall des Publicums, welches gleichsam entzückt war zihn zu sehen. Nach einer sich verbreiteten Sage, gewinnen die Sachen der Exjesuiten in Portugall eine günstigere Wendung. Es heißt sogar, in beregtem Königreiche habe man sich bey dem angestellten Durchsehen der Rechtsklage überführt gefunden, daß die Beschuldigungen wider die Jesuiten unter der Regierung weiland des hochsel. Königs Josephs 1. nur abscheuliche Verläumdungen gewesen. Man setzt hinzu, aus Billigkeits. liebe bewogen, verwende man sich sehr eifrig an dem Spanischen Hofe zum Besten dieser erloschenen geistlichen Gesellschaft. Daß ein Kaper von Guernsey an Bord eines aufgebrachten Packetbootes Verhaltungen für den Herrn von la Motte=Piquet vorgefunden, und dieselbe an das Beittische Ministerium habe gelangen lassen, wird nicht in Abrede gestellt. Man übertreibt die Sache aber. Hat es seine Richtigkeit, daß das wesentlichste in heimlicher Schreibart abgefaßt war, so dürften die in kondon zur Auflösung solcher Schriften angestellte Versonen nicht nöthig gehabt haben, den Schlüssel darzu von dem Grafen von Parades zu erhalten. Indessen sagt man, eine sichere Gräfinn von Espinassy, die mit ihm im Verständniß war, sey im Haag gefänglich eingezogen und werde ausgeliefert werden. Nimwegen, vom 4. May. Am 2ten dieses sind die beyden Kriegsschiffe, der Valk und die Waksaamheid, geführt von den Capitainen Silvester und dem Grafen von Rechteren, aus dem Texel auf Streifzug ausgelaufen. Die Anspach= und Hessen=Hanauischen Recruten in brittischem Solde sind amisten dieses am Bord der Englischen Schiffe abgesegelt. Wegen einfallendes heiliges Pfingstfest wird das nächstfolgende Intelligenzblatt am künftigen Mittwochen ausgegeben werden.