K Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Heimatdlätter. n Lustiges Allerlei. Kinderzeitung: Unser Blatt. n Unterhaltungs- u. Romanbeilage. u Spiel, Sport und Curnen. u Ledensbüd. Kunst u. Wissen.n Gartenratschläge. Oerbunden mit: Schwerter Cagerlalt und Ganiger Schwerte4— r Volkszeitung Schwerter Belksbiatt Amtliches Ueisblatt Eiites und diteiter Logesergen des Welchofener Zeitung Apierdecher Zeitung A. Langscheten Zatung für den kreis Börde. Holzwicheder Zeitumg = Generolanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwerter Seitung“ erscheint werktäglich. Druck und Verlag: Carl Braus. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel.62. Postschear. Dortmund 2852 Verautwortliche Schriftleitung: Verl Bahter:. Nr. 68 Mittwoch, 21. März 1923 56. Jahrgang Zum Geleit. „C, daß ich stünd' auf einem hohen Turme, Weit sichtbar rings in allen deutschen Reichen, Mit einer Stimme, donnern zu vergleichen, Zu rufen in den Sturm mit mehr als Sturme. Geharnischte Sonette, Rückert. Verbot und Beschlagnahme der Ruhrynge. Neueste politische Nachrichten. In Paris wurde abends nach Schluß einer kommunistischen Versammlung der deutsche Reichstagsabgeordnete Höllein von der Polizei verhaftet. Er hatte im Laufe der Versammlung eine Ansprache gegen die Ruhrbesetzung gehalten. * Der Preußische Landtag wird am 9 färz bis zum 17. April in die Österferien gehen. * Auf die Ermittelung und Ergreifung des Täters, der den Verräter Smeets durch einen Kopsschuß schwer verletzte und seinen Setretär tötete, ist eine Belohnung von einer Million Mar ausgesetzt worden. * Reichskanzler Dr. Cuno trifft am 22. März in München ein. * Der Freikorpsführer Roßbach wurde verhaf tet, als er in Wannsee bei Berlin eine Zusammenkunft leitete. * Sozialdemokraten und Kommunisten einigten sich in Sachsen auf ein gemeinsames Prozramm. Die Kommunisten werden aber nicht in die Regierung eintreten. * Die deutsche Regierung ließ in London und Washington ein Schriftstück überreichen in dem die Ansichten der deutschen Regierung über die Ruhrbesetzung dargelegt werden, es enthält keine Vermittelungsverlangen und erwartet keine Antworl. Wie aus einem Befehl des Generals Fournier in Essen und aus Zeugenaussagen hervorgeht, ist der von den Franzosen niedergeschossene Buch druckereibesitzer Schulte an dem Morde des französischen Heizers unschuldig. Frankreichs Einspruch gegen die Goldanleihe. Nach Pariser Meldungen hat die französische Abordnung der Reparations=Kommission gegen die Ausgabe einer deutschen Dollarschauanwei sungsanleihe Einspruch erhoren. Dieser Einspruch ist ein Verstoß gegen das Bestreben der deutschen Regierung, die deutsche Währung zu stützen. Mit diesem Einspruch will man, unter dem Vorgeben. Rechte der Reparationskommission zu wahren, die deutsche Abwehrattion an der Ruhr treffen indem man behauptet, den Alliierten stehe auf Grund des Vertrages von Versailles eine Generalhypothek über sämtliche deutschen Einnahme= auellen zu. Gegenüber diesem Manöver der franzonschen Regierung muß mit aller Deutlichkeit festgestellt werden, daß die Reparationskommission gar kein Recht hat, die deutsche Regierung an der Ausgabe von Anleihen zu behindern. Im übrigen geht aus dem Anleiheprospekt deutlich hervor, daß die DeSensationbnautsticht. Paris, 20. März. Der diplomatische Korr### spondent der„Daily Mail“ schreibt, diese Woche werde wahrscheinlich eine der ereignisreich sten in der Geschichte von Europa sein, da fast gewiß die ersten amtlichen ode halbamtlichen Erörterungen über dirette Verhandlungen zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien beginnen werden. Der Korrespondent gibi weitere Einzelheiten nicht und begnügt sich damit, England einzuladen, an diesen Verhandlungen ebenfalls teilzunehmen, da wahrscheinlich eine Herabsetzung der Wiederherstellungssumme beschlossen werde. Die Verfolgung durch die Kriegsgerichte der Franzosen und Belgier geht weiter; wieder wurden eine ganze Reihe von zum Teil hohen Gefingnisstrafen gegen pflichttreue Beamte verhängt. * Im Essener Telegraphenamt das sieben Wohen von den Franzosen gesperrt war, haben gestern die Franzosen die Räumung des Telegraphenamtes von den noch anwesenden Beamten verlangt. * Der französische Minister für öffentArbeiten unternimmt eine Reist nach dem Ruhrgebiet, um die für den Eisenbahnvertehr getroffenen Maßnahmen im Hinblick auf den Güterverlehr zu prüfen. * In Herdecke sind heute neue Truppen aus. gelaren worden. Nach einer Meldung aus Athen haben starke Ueverschwemmungen große Teile Mazedoniens, Südserviens und Thessaliens verwüstet und zahlreiche Dörfer zerstört. * Der„Newyork Herald“ meldet aus Newyork. daß die transatlantische Dampfschiffahrt durch das Auftauchen außergewöhnlich großer Eis berge in erheblichem Maße gefährdet würde und daß infolgedessen drahtlose Warnungsrufe in sämtliche Schiffe geschickt werden müßten. * Vom 9. bis 12. April findet in Wien unter dem Vorsitz des Professors Wenckebach der 35. Kon Medizin statt. Vernunftige Verständigung. Reichskanzler Dr. Cuno hat in seiner großen greß für innere Rede vom 6. März erklärt, daß Deutschland nicht abgeneigt sei, eine vernünftige Verständigung mit Frankreich anzunehmen. Darunter verstand der leitende Staatsmann vor allen Dingen, daß Frankreich das Unrecht seines Ruhr=Einbruches wieder gut machen und seine Truppen aus diesem Gebiet zurückziehen müsse, bevor weitere Verhand lungen eingeleitet würden. Als selbstverständlich kann es nur erscheinen, daß wir nicht abermals an Verpflichtungen durch unsere Unterschrift gebunden werden sollen, die zu erfüllen wir außer stande sind. Das ist vernünftig; aber leider haben wir sen 1914, und erst recht seit 1918, dem Abschluß des Waffenstillstandes, keine Garantie dafür gehabt, daß die Vernunft auch die verdiente Anerkennung findet. Man ist mit dem, was uns zugesichert worden war, sehr willkürlich ungesprungen. Die 14 Punkte Wilsons sind uns nicht gehalten worden, der Friedensvertrag von Versailles war ein Faustschlag gegen den gesunden Menschenverstand, das Ultimatum von London, das 132 Goldmilliar= den verlangte, machte aus einer finanzwirtschaft lichen Angelegenheit ein politisches Netz, in dem wir uns verstricken sollten, und die Ruhraktion drückte dem allen die Krone auf. So viel Etappen auf dem Wege der Nachkriegszeit, ebensoviel Un vernunst. Selbst die Aussicht auf eine wirklich vernunft ge Vereinbarung kann uns daher nach den gemahten Erfahrungen noch nichts helfen, so lange nicht eine Macht da ist, die uns dafür bürgt, daß Ab. machungen in dem Sinne, in welchem sie von uns ausgefaßt worden sind, auch zur Ausführung gevisen aus dieser Anleihe nicht für Ausgaben des Reiches Verwendung finden. Sie gehen in das Eigentum der Reichsbank zur Bildung eines Fonds über, der lediglich einen Devisenausgleichsfonds darstellt und der bis zur Rückzahlung der Dollar schatzanweisungen als solcher erhalten bleiben soll. Abgaben aus ihm dürfen nicht ohne Gegenleistung stattfinden. Durch den Ertrag der Dollar schatzanmeisungen soll die Reichsbank die Mittel in die Hand bekomn en, das Ergebnis ihrer erfolgreichen Martstützungsaktion zu sichern, also einer weiteren Währungsverschlechterung vorenbeugen und ein weiteres Steigen der Preise auf zuhalten. Dieser unerhörte Vorstoß, der sich würdig anreiht an die Terror= und Willkürakte im besetzten und Einbruchsgebiet, muß das ganze deutsche Volk zur. Besinnung bringen und aufrütteln. In dem Willen, den französisch=belgischen Einbruch in deutsches Gebiei abzuwehren, ist das deutshe Volk einig, und es wird auch diesem neuen Attental aus seine einheitliche Abwehrfront durch umso stärkere Beteiligung an der Anleihe zu begegnen wis sen. langen. Alle französischen„Sanktionen“ sind geradezu vernunftwidrig, so etwas darf nicht wieder vorkommen. Wenn wezen einiger Wagenladungen Holz und Kohlen schließlich 100000 Mann in Bewegung gesetzt werden, so hört die Weltgeschichte auf, und das Vertrauen auf Recht und Gerechtig keit hat ein Ende. Wie du säst, so wirst du ernten! Das alte Wort hat sich noch stets bewahrheitet, auch bei uns vor dem Weltkriege; wir ließen die Uebermacht der Gegner heranwachsen und konnten uns zuletzt nicht darüber wundern, daß der Fehler unserer gar zu gutmütigen und vertrauensseligen Politit sich rächte. Wie Frankreich auf die Sympathie der Ruhrbewohner rechnen könnte, wenn es Gewalt zur Anwendung brahte, das ist eine der Illusio nen, die nur die Franzosen im Stolz auf ihren Namen und die für sich selbst gemachte Reklame begen können. Da die Ruhraktion verfahren ist, soll Deutschland Vorschläge machen, wie die Dinge wieder ins rechte Gleis gebracht werden können. und Poincare will diese deutschen Anregungen dann auf ihren Wert prüfen. Dieses Ansinnen aus Paris b deutet, da England und Amerika sich einstweilen erst sehr platonisch an der Neuordnung der Frage beteiligen, vor der Hand gar nichts, denn wenn wir mit unseren Offerten wieder einmal abgewie sen werden, so werden wir hinterher ausgelacht. Vor etwa vier Woyen sagte der frühere englische Premierminister Asquith in London, die Ruhraktion sei ein Beweis für die staatsmännische Unfäbigkeit Europas im allgemeinen und der Entente im besonderen. Unfähig und unvernünftig sind in diesem Falle gleichbedeutend, und es wäre wohl an der Zeit, daß mit dieser Aera abgeschlossen würde. Abgemeiner Trauertag in Buer. Vaamten auaschuß Buer, 20. Mär Genmie srurhinß Ver Buer, 20. März, Stadtverwaltung Buer erläßt folgenden Aufruf: „Französische Feieheit und Gewalt hat es zu verhindern gewußt, daß die Beerdigung unserer von den Franzosen am Sonntag bestialisch ermordeten Mitbürger in würdevoller Weise unter Beteiligung der gesamten Bürgerschaft erfolgt ist Als gemeine Verbrecher“ sind diese Toten, die im Leben nützliche Mitglieder der menschlichen Gesellschaft waren, in aller Stille vor Tagesanbruch beerdigt worden. Wir regen an, daß zun Zeichen der allgemeinen Trauer und zur Ehre dieser Toten ein Tag dieser Woche zum allgemeinen Trauertag mit Kirchenfeier bestimmt wird. Als solcher ist der Dienstag in Aussicht genommen. TU. Köln, 21. März. Die Interalliierte Rheinlandkommission hat im altbeserten Geviet an die örtlichen Behörden folgendes Schreiben gerichtet: Ich beehre mich, Ihnen mitzuteilen, daß die Hohe Kommission beschlossen hat, inn altbe etz ten Gebiete jeden Verein und jedes Ko mitec oder jede gleichartige Organisation zu verbieten. Auch sind Geldsammtungen, Vertauf von Freinarken, Auszahlungen von Unterstützungen, die im Zusammenhang mit der Ruhrhilfe stehen, strengstens vervoten. Auf Grund dieses Schreibens sind bereits in einer Reihe von Städten Beschlagnahmungen von Geldern erfolgt. Mordbersuch eines Franzosen. Lünen. 20. März. In der###chl zum 18 i9. Mis. gegen 12,30 Uhr hörte der sich auf rem 52mwege befindliche Lehrer Bernherd Makowelt von hier auf der hiesigen Bevelstraße im sogenannten Stadtpart ein erregtes Gestrüch zwischen einer männlichen und weiblichen persen. Um sich pen der Ursache desselben zu überzeugen, schritt er auf die Sprechenden zu. Plötzt##h erhob sich eir Franzose vom Erdboden und#####n vor M. unter gleichzeitiger Vorhattung ene Revolvers und unter Zuruf der Worte:„Zurür, du preußisches Schwein, oder ich schieße!“ Hierauf feuerte Franzose seine Pistolc ab. Blücklicherweise versagte die Patrone. Der Franzose gerict hierüber derarl in Wut, daß er glaubte sonen Rachegefühlen nur dadurn Luft versche#ifen zu können, den wehrlosen Deutscherz forighert durm Schlagen mit dem Revolver auf den Ko### mitzhandeln zu müssen, was er auch ausgien#g ial. In der Zwi schenzeit hatte sich die Frauene###rion entfernt. die M. eauf dem Boden sivend znguraffen hattc. und der tapfere Franzose setzt, seine Mithandlungen fort. Weil der Revolver ver#a# hatte war# er ihn fort, und holte als Ersatz einen zweiten aus der linken Manteltasche heraus. Als dieser schußbe. reit gemacht war, begannen die Mißhandlungen durch Schlagen mit dem Revolver und durch Fußtritte von neuem. Als dann der Franzose seinen weggeworfenen Revolver unter Ableutztung des Geländes durch Streichhölzer suchte, gelang es dem Verletzten, sich zu entfernen. In unmittelbarer Nähe der Hubertusstraße holte er die Frau. ensperson ein, der er wegen ihres Verhaltens Vorwürfe machte und die angab, vergewaltigt worden zu sein. Plötzlich schrillte ein Pfiff, eilige Schritte wurden vernehmbar und der Franzose stand avermals vor dem Wehrlosen, den er erneut anschrie, die Hände zu erheben. Sich der Macht beugend, kam M. dieser Aufforderung nach. An statt eine Leivesvisitation nah Wassen vorzunehmen, schlug der Rohling wiederum mit dem Revolver auf M. ein und zwar solange, bis die ser bewußtlos zusamemnbrach. Jepzt erst glauhte der rabiate Franzose Gelegenheit gefunden zu ha ben, den Zeugen seiner Schandtat im Stadtpart füx immer unschädlich machen zu können, und sagte dem bewußtlos auf dem Boden Liegenden eine Kugel in den Kopf, sowie eine zweite Kugel in den Körper. Während die erste Kugel den Hintersopf durchschlug. hat die zweite nur den Mantel durchbohrt und eine weitere Verletzung nicht berbeigeführt. Nach längeren Liegen er machte M. in einer großen Blutlatze, erhob und schleirte sich bis zum nächsten Haus, woselbst er hilfebereit ausgenommen wurde. Ein sofort hinzugezegener Arzt legte dem Verletzten einen Notverband an und stellte fest, daß die Kopfverletzung wohl ernster Art, aber nicht levensgefährlich sei. Der Täter soll nach Angaben des Verletzten ein in Ossiziersrang stehender Franzose sein, der nä er bezeichnet werden kann und bei einer Gegen überstellung bestimmt erkannt wird. Nur einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, daß der Kopfschuß nicht tödlich war und M. so seiner aus Frau und 8 unmündigen Kindern bestehenden aus Krau und 8 unmündig. erhalten blieb. Solche fas taglich vor kommenden Roheitsakte der Franzosen sind also erforderlich, um das Endziel der„friedlichen Mission“ der Ingenieur=Kommission zu erreichen? Volkswohifahrt. Sitzung des Preuß. Landtages am 19. 3. Am Montag begann die Veratung des Haushaltes der Volkswohlfahrt. Vor Eintritt in die Österferien, die am kommenden Sonnabend beginnen sollen, will das Haus diesen Etat sowie die Haushalte der Gestütsverwaltung und der Seehandlung erledigen. Nach einem Beschluß des Aeltestenrates will man auch die sozialdemokratische Anfrage über die Selbstschutzorganisationen, die voraussichtlich zu lebhaften Aussprachen führen wird, bis Sonnabend besprechen. Dir Beratung des Wohlfahrtshaushaltes soll in 3 Abschnitten erfolgen: Volkswohlfahrt, Wohnungs= und Siedlungswesen, allgemeine Volkswohlfahrt. Eine Reihe von Gesetzentwürfen über Berufskammern sowie von Aufragen über die Not der Krankenkassen, über die Notlage der Aerzte und Apotheler sollen in der Beratung behandelt werden. Minister Hirtsiefer eröffnete die allgemeine Aussprache mit einem Bericht über die Tätigkeit seines Ministeriums im ablaufenden Rechnungsjahr. Für die Sozialdemotraten nahm sich der Abg. Weyl, der Homöopathen an u. wandte sich gegen eine Einschränkung oder gar eine Beseitigung des Disziplinarrechts. Abg. Schvich(S.) sprach über die Not der Krantenlassen. Abg. Frau Pöhlmann(D8P.) über die Aerzte und Apotheker. Abg. Dr. Gugct(DN.) empfahl eine Revision der Krankenkassengesetzgebung, beschleunigte Erledigung eines Reichsgesetzes zur Regelung der Verhättnisse zwischen Krankentassen und Aerzten, sowie des Reichsapothekengesetzes und Revision der Gebührenordnung. Minister Hirtsiefer nahm aufs neue das Work, um sich zu den Aufragen und Anträgen zu äußern. Er erkannte die mißliche Lage der Krantenkassen an. Die Verelendung der Aerzte und Apotheler sei außerordentlich bedenklich. Sie fin. de ihren Grund hauptsächlich in der Verarmung der Bevölkerung. Der Minister besprach Maßnahmen, wie der allgemein anerkannten Not gesteuert werden könne. Ium Schluß forderte in weiterer Rede der Abg. S#semmler.(Z.) entschiedenen Kampf gegen den Alkohol und entwarf ein Bild von der traurigen Gesundheitslage unseres Volkes. Schluß 6 Uhr. bührenpflicht an die Entgegennahme des Antrages auf Anordnung des Ausgebots geknüpft. Findet ein Ausgebot nicht statt bei lebensgefährlicher Ertrankung eines Verlobten nach§ 1316 Abs. 2 oder bei Befreiung von dem Aufgebote nach§ Abs. 3 des B(38.— so wird die Gebühr für die Eheschließung erforderlich. Die Erhebung mehrerer Gebühren nebeneinander(nämlich für die Entgegennahme des Aufgebots und für die Eheschließungsverhandlung) tritt nur ein, wenn die Ehe von einem anderen Standesbeamten als demjenigen geschlossen wird, der das Aufgebot angeordnet hat; dies rechtfertigt sich damit, daß hier mehrere, meist verschiedene Gemeinden angehörige Standesbeamte mit der Sache befaßt werden. Wir verweisen des weiteren auf die in der letzten Freitag=Nummer veröffentl. Bekanntmachung. ** Frühlingsaufang. Am 21. März beginnt der neue Lenz, von dem wir wünschen, daß er uns 1 Aus Stadt und Land. chwerte, 21. März 1923. Erinnerungen. 1685 Joh. Sebastian Bach geb. 1918 Beginn der großen Entscheidungsschlacht im Westen. Zilligste beim Heiraten ist der Gang zum Standesamt. Die Erhebung einer Gebühr für die Tätigkeit des Standesbeamten bei der Eheschließung wird von der Bevölterung verstanden und nicht als unbillig em##unden werden. Aus Zweckmäßigkeitsgründen soll für die gesamte Tätigkeit des Standesbeanten, die dieser mit Bezug auf eine Eheschließung ausült, grundsätzlich nur eine Gebühr erhoven werden, und zwar wird die Geallen schöne und frohe Tage bescheren möge. Eigentlich haben wir ja sast den ganzen Winier hindurch Frühlings=Temperatur gehabt, nur im Februar kniff der Frost die Ohren und Frau Holle hatte ihre Betten gelüftet. Der kälteste Tag war Montag, der 19. Februar, an dem in den Vormittagsstunden vielfach 15 und vereinzelt 20 Grad Celsins waren. Die Saaten wurden erfreulicherweise durch den starken, aber kurzen Schneefallgedeckt. Weihnachten war grün, nach dem alten Volksglauben folgt dann leicht ein weißes Ostern. Zumal, wenn es, wie in diesem Jahre, so früh fällt. * Einzug des Frühlings. Heute ist der kalendermäßige Frühlingsanfang. Obwohl diesmal der Winter noch gar kein rechter Winter war. will er nun Abschied nehmen, denn der Frühling naht! Schon kündeten Schneeglöcchen, Märzveil chen, Primet und wie sie sonst noch alle heißen, die Frühlingsboten, sein Kommen. Viele Wochen sahen wir kaum einen Sonnenstrahl, immer war's Wetter naßtalt, neblig, trübe und machte die Menschen krank. Wir trauern ihm diesmal nicht nach, dem scheidenden Winter, brachte er doch sonst noch viel Schlimmes: Preissteigerungen auf allen Gebieten, die kein Ende nahmen, und das große Leid, über den an der Ruhr ansäßigen fünften Teil der gesamten deutschen Bevölkerung! Nun wills Frühling werden, ein neues Hoffen kehrt ein in unsere Herzen! Bald grünt und blüht die Natur und lehrt uns, wieder aufzusu. beln- geb's Gott, daß es bald geschehen kann in Freiheit und in Frieden! ** Bestandenes Doktoreramen. Zum Dr. rer. pol. promovierte an der Universität Jena in Th. Herr Hans Heuer, Sohn des Ing. und Betriebsleiters E. Heuer, Villigst, Provinzialstr. 3(Haus Villigst) ** Die Aufnahmeprüfung der für Sexta an gemeldeten Schüler des Realgymnasiums finder am Montag, 26. März nachm. 3 Uhr statt. Näheres siehe Anzeige. Es können noch Schüler am tag. den 23. März vorm. 10 Uhr zur Neuaufnahme a meldet werden. * Ehrenvolle Auszeichnung. Für seine zehnjahrige Dienstzeit bei der Sanitätstolonne Schwerte erhielt der Angestellte bei der Ortskrantenkasse, Wilhelm Hartmann, das Ehrenzeichen als anerkennende Auszeichnung. ** Erfreuliche Spende der Landwirtschaft der Insel Rügen. Diese hat in anerkennenswerter Weise das dem Landkreise Hörde gehörende Kinderheim„Jugendglück“ in Binz=Rügetz mit Lebensmitteln lostenfrei beliefert. Bisher überwies sie durch den Landbund 1 Rind, 5 Zentner Erbsen, 1 Zentner Zucker, 10 Zentner Roggen, 1 Zentner Butter. Außerdem schenkte der Gutsbesitzer Stuth=Serams 50 Zentner Kartoffeln) Durch den Landrat in Bergen wurden als Rate 400000 dem Heime überwiesen. Infolge dieser Unterstützung hat der Landtreis Hörde bereits 100 b. sonders schwächliche Kinder zur Kur nach Binz entsenden können. * Einen Gesellschaftsabend vor die Schwerter Sportvereinigung von 1906 ihren Mitgliedern, deren Angehörigen und eingeladenen Gästen am Samstag im„Freischütz". Nach kurzer Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden Herrn Nippus, der sich auch als launiger„Ansager“ verdient machte, riefen zunächst die Voxkämpfer Hertel 1 und 2, Habedank und Beßlich große Spannung hervor. Ein einleitender gutinstruktiver Vortrag des Herrn Schulze ging voraus. Man wird sich die Namen der ersten Schwerter Amateur=Fausttämp= fer, die damit den Boxsport gut einführten, merten müssen. Letzterer erfordert und fördert Standhaftigkeit Härte, Taktit und Entschlußtraft. Frl. Meta Strack sang mit Ausschöpfung des Gehalts Lieder von Schubert und Kreutzer. Solche von Kaun, Wolf und Humperdink vor Herr Fritz Schäfer in bekannter wohldisponierter Formvollen= dung. Das„Westfalenlied“ von Feith fand dann den stärksten Beifall.— Eine sehr schöne Darbietung, die auf vielfachen Wunsch wiederholt werden mußte, war ein Tanzreigen der Damen abteilung unter Herrn Sprengepiels Anleitung. Die Sportlerinnen und Turnerinnen zeigten, daß sie ihren Körper in der Gewalt haben. Lotte Stein wirkte mit viel Anmut als Solotänzerin. Die Aufführung hätte durch bunte Beleuchtung noch gewinnen können. Dieser Mangel machte sich bei Tanzdarbietungen durch Herrn und Frau Sprengepiel ebenfalls bemerkbar. Im einfachen Lampenlicht kamen die Vorführungen nicht zu volter Geltung. Für den Humor sorgten Herr Rudi Sprengepiel und eine Verlosung in der Pause. Eine Festrede des wegen starker Erkältung nicht besonders disponierten Herrn Otto Homel klang in der zeitgemäßen Mahnung zur Standhaftigkeit und Treue aus. Die nachfolgende Nationalhymne wurde zum gemeinschaftlichen„Gelöbnis der zahlreichen Telinehmer des schönen Abends, dem Herr Otto Vartels ein umsichtiger Leiter war. * Zum zweiten Male„Wilhelm Tell“. Wie der Anzeigenteil zeigt, führt der kathol. Jünglingsverein am Donnerstag abend, Beginn pünktlich 8 Uhr, ein zweites Mal das daktige Schauspiel von Hillmann:„Der Mann der Freiheit!" auf. Kinder haben diesmal keinen Zutritt, um den tiefen Eindruck der Bühnenvorgänge nicht zu verwischen. Voraussichtlich kann den Kindern noch eine Sondervorstellung geboten werden. ** Schentt Schuldücher! Ostern und darmit das neue Schuljahr stehen vor der Tür. Kinder, die versetzt werden, brauchen Bücher für die neue Klasse. Groß ist die Büchernot und gewaltig hoch sind die Bücherpreise. Darum richten wir an die Eltern, auch an solche, die keine Kinder mehr zur Schule schicken, die freundliche und dringende Bitte, die Bücherbestände ihrer Kinder durchzuse. hen und alle noch verwendbaren Bücher durch ihre eigenen oder Nachbarkinder den Schulen zu. zuschicken und zwar tunlichst bis kommenden Samstag, damit die Lehrer vor Eintritt des in der nächsten Woche erfolgenden Schulschlusses die Verteilung der geschentten Bücher vornehmen können. Wir hoffen bestimmt, daß dieser Bitte aus der Zeit der Not überall entsprochen wird und danken schon jetzt allen, die auch auf diese Weise Verständnis für die Not der Zeit und die Pflicht ihrer Abhilfe beweisen. ** Bilderschau Schwerte. Nach längerer Pause tann nun am Donnerstag, den 22. März, also worgen nachm. 1 Uhr wieder eine der beliebten und begehrten Jugend= und Kindervorführungen zu billigem Eintrittspreis stattfinden und zwar mit dem zweistündigen rein geschichtlichen ersten Denkt an die Plünderungen im Ruhrgebiet und gebt zum Deutschen Annahmestelle für Schwerte:„Schwerter Zeitung“. escheso g Teil von:„Der Graf von Monte Christo" nach der Erzählung von Alexander Dumas. Eine leichtverständliche eingehende Erklärung des ganz eigenartigen Schaustückes wird der Jugend dabei geboten. Die Bilder sind hoch künstlerisch und historisch.(Insel Elba, Napolcons Ankunft in Marsaille. Die Felsengefängnisse der Bourbonen usw.) Während in Deutschland die Zeit der Ruhe, die sog. Bierermeierzeit war, tobten in Frankreich schwere Kämpfe, es war das Regiment der„hun dert Tage.“ Unzählige unschuldig Gefangene der Franzosen und der herrschenden Klasse schmachte ten in entseplichen Kerkern und rangen nach Freiheit. Davon erzählt, das zeigt der Film: Bilder der Vergangenheit in historischer Treue. Der Anfang ist pünttlich auf 4 Uhr festgesetzt. Einlaß 3 Uhr. Näheres in der Anzeige. ** Eine bittere Klage ist als„Eingesandt" in der Dortm. Ztg. zu lesen. Sie lautet: Wie oft schon ist in allen möglichen Zeitungen geschrieben worden über das Betragen der Jugend auf der Straße. Es vergeht kaum ein Tag, au wel chem man nicht die traurigsten Bilder vernachlässigter Erziehung in sich aufnehmen kann und sagt:„Ein Kind tut, wie es llug ist" und fragt ob die Kinder von Seiten der Eliern so belehrt werden, daß dieselben auch zur rechten Erkennt nis gelangen, was sie tun und lassen dürfen. Noch abends, wenn die Straßen längst im Dunkleuli# gen, verübi unsere Jugend einen Unfug, daß man bald annehmen sollte, dieselbe habe entweder lein Heim oder keine Eltern mehr. Gerade jetzt ist es angebracht, die Kinder über den Geist der Zeit und über unsere Lage immer und immer wieder zu unterrichten und deuselben klar zu ma hen, daß anständige Kinder, auch wenn sie schulentlassen sind, bei Anbruch der Dunkelheit in die elterliche Wohnung gehören und nicht auf die Straße. ** Abgekürztes Zeitungsverbot. Der Oberprä sident der Provinz Westfalen hat das für die Zeit vom. 17. bis 26. März erlassene Verbot des„Dortmunder Generalanzeigers“ gestern wieder aufgehoben, nachdem der Verlag die vom Oberpräsidenten verlangte bindende Zusicherung gegeben hat, die eine ausreichende Gewähr dafür dietet, daß die Haltung des Blattes in Zukunft im Einklang mit den deutschen Gesetzen steht.(Vergl. auch Provinznachrichten. ** Eine friedliche Besetzung von ganz Deutsch land und aller Städte und Stuben, in denendeutsch gesprochen und gedacht wird, erreichten seit vielen Jahren schon die Meggendorser=Blätter, ank ihres herzerquickenden Humors, ihrer harmlosen Fröhlichkeit und ihrer treifsicheren Satire. gendorfer=Blätter kann jederzeit beaonnen werden. Bestellungen nimmt die Buchhandlung Cari Braus entgegen. Lielelotte. Neman von Fritz Gantzerr. (Nachdruck verboten.) Ou haft fragte Meine alles zu deiner Zufriedenheit erledigt?“ als sie ein Stück gefahren waren. “ entgegnete er,„und schueller als ich geglaubt hatte. Rücksehr konnte daher scon heute erfölgen.“ sah gedankenroll vor sich hin und legte die Stirn besorgt in Falten. „ie 4% hichte mit dem Einbruch will mir gar nicht aus dem inn,“ nub er nach längerer Pause wieder an.„Ich habe eine graße Summe aus Berlin mitgebracht, 100000 Mark. Es sang er, und um den altersgrauen Bau des Lindenecker Herrenhauses pfiff es wie toll.— Mamsell Dörte lag wach und lauschte dem ungestümen Lüten.„Die nilde Jagd crzust durch das Land!“ dachte sie und spürte, wie ihr eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken lief. Wie das an den Feustern rüttelte und an den Türen hob, daß sie dumpf gegen die Zargen klapperten. Es war ihr, als wenn's die Treppen hinabkam, schleichend und tastend. Mit verhaltenem Atem lauschte sie auf die zwölf Schläge der alten Fluruhr, die durch das Haus krochen und gespenstisch in den Winkeln erstarben.... Und ging nicht jetzt ein tappender, suchender Schritt über den langen Fl. schaftsgebände und lebendig, daß sie in am Tolse her machte die Feld slogen uh er 5# noch halb versahlusenen 9 Arbeiter 17 den umen u er an ien. 1 renubtin“, G. mare nicht urmögiich, daß man, nach dem mißglückten Einbruch =dranßer. Lmdeneck selbst einen Besuch abstattete. Ich muß fortmährend an den Einbruch denken, als man mir die 7000 Mark einen gugen Flur?.... Draußen setzte das Heulen wieder stärker ein und schien Augenblick lang durch eine geöffnete Tür in das Haus hinun?“. iß mich das Geld in meinem Bondoir verbergen. Niewird anf derr Gesanken kommen, dört nach Schätzen zu 1135* Sydenie ging auf das neue Gesprächsthema mit einer wahren Begierde ein Es schien, als wenn sie wic darauf gewartet hätte, duß er von dem Gelde ansangen solle. „Allerdings, Keinz, es ist in Anbetracht des gestrigen Geschehnines bedenllich, eine hohe Summe im Hause zu haben. Darf ich dir einen Vorschlag machen?" *„ mand in juchen.“.. Heinzinderiegte einen Angendlick und. sagee oann:„Es wird so am besten sein. Jedenfalls ist das###ield da alt im Trsor. Schließlich ist alle sir kann nicht schaden.“—-— Die A.et brachte einen wilden e er ern konmnmn“, um deng Lande zu jeren und ies Vo dürcen Ast im Parfe und heilie höhnisch auf, müden Gesellen am Boden anschlugen und sich ie morschen Knochen zerbrachen. Dauchzende Melodien der Gennainund und Fr##de a. hisser aufgehoben, Vorsächt nicht nötig, aber Frühlisigssturm, so einen, Stechlunen Wanter aus dem hinwegzuiegen. Manchen sommen iin „ b i n w e g z n e g e n bruch er mit rüctsichtelcher Hand von den Bäumen und heirlte höhnisch auf, wenn die alten, lebenseinzusegen, daß die Flurfenster lauter klapperten „Alle guten Geister!“ flüsterte Mamsell Dörte erschauernd und zog das Deckbett fest über den grauen Kopf.. Ein linder Märzhauch ging am Morgen nach allem wüsten Toben und Sturmesbrausen über die keimende Welt und scherzend die knospenden Zweige der Buch uhecke, die um den Rasenplatz vor dem Herrenhause lief. Veischendust und erster Lerchensang träumten dem schämigen Frührot entgegen. Im Dammergrau erhob sin Heinz und schlüpfte rasch und elastisch in die Kleider. Seit Jahren schon hatte er sein eigenes Schlafgemach; er stand stets bei weitem früher auf als Syconie und wollte es vermeiden, sie zu stören. Als er sich angekleidet hatte, öffnete er beide Fensterflügel und lehnte sich weit hinaus. Er sog den herbeu, frischen Morgendust mit vollen Zügen ein. O. wie wohl das tat! Und wie die leusche Frühlust des jungen Tages zu einem Ritt lockte!.. Leichtsäßzig schritt er über den erwachenden Hof. In den Ställen wurde es lebendig. Die Knechte schturrten, in jeder Hand einen Wassereimer tragend, zum Brunnen. Kreischend ging der Laut des Pumpenschnengels durch die Morgenuille. Bald führte man ihm die Fuchsstute vor. Frisch und straff stieg er in den Sattel und ritt galonpierend davon. Der helle Klang, der entsland, wenn die Hufe des Pferdes das Pflaster berührten, brach sich wodltönend an den lainen Wänden der Mutkommen, der nach der Grube I######e. ritt, grüßten sie mnt einem breien. einem gellen„'n Morgen, guä' Herr!“ Ven Driednsch her stapfte ein einzelner weir ausschreitend und den Stock gewichtig in die damufende Erde steuend, einen Ackerrain entlang Wiegindt, der frühite der Feihaufteger. Er kam Heinz entgegen und zog, noch weir entsernl, die vn Jahr z Jahr mehr vermetternde Mütze aus grauem Tuch. Wie die Saat lacht““ rief er Heinz zu, als er dicht vor ihm war, und beschrieb mit seinem erhöbenen Stock einen gigantischen Bogen in die Runde. Sehen Sie das Fachen auch Herr von Düringen?“ Gewitz, Wiegandt!“ entgeguete Heinz lachend und zügelle das Pferd. „Guten Morgen auch, gnädiger Herr!— Nichts für ungut wegen der Frage, aber wer solch Heidengeld aus der Kollengrube rausbuttert, wie Sie, häugt leicht über kurz oder lang die ganze Landwirtschaft an den Nagel und sieht die Helme nich: mehr lachen!“ Wiegandt sah Heinz pfiffig an. „I, wo werd' ich denn, Beser! Des mit der Kohlengrube ist ja ganz schön, aber die Landwirtschaft in memerisn zere. Und Sie wissen ja,— die erste Liebe ist immer die beste und ihr blei#t man am treusten.“ „Wenn man sie nuch mancmil vergitzt und einer anderen nachhängt,“ dachte Wieg indt ergänzend und Innrete leise. Ald er aber den verlorenen Blick beobachrete, mit dem Heinz nach seinen Worten gen Driebusch hinübersah, fügte er hut hinzu: „Na ja, das mit der„ernen; Liebe ist sulche aparte Sache. Wissen Sie, was unser alter Schäfer Kuttelberg immer sagte? Nicht? Na, der meinte:„Ut dei Schean ward leen Zidenbuck — un die erne Liew sieht keen Brutkrang.“-- Na ja, des ist nicht immer wahr:— denn manche Menschen heden bloß ine erste und einzige Liede. Manche finden dann aber hinterher nuch eine zweite— ich meine, wie die mit Ihrer Kohlengrube— und denken, die erfte sei ein altes Möbel, das man in die Rumpelkammer werfen müsse. Dopbei freut'ts mich daher, daß Sie der alten Liebe ereu bleiden woollen.“(Forhezung folgt.) Dortmund. ralanzeiger präsident Von Grund des Gese publik vom 17. wegen eines verd schen Friedensge Dortmunder„Tl liche Irreführun Verbot erfolgte rung der Rezier ner wahrheitsmi Verhalten der 9 parationsleistung planmäßig die untergraden gest schen Blättern d räterische Hal allen Kreisen ste Empörung Artikel der Frie Tropfen, der da Es ist für unse zu beschämend. Verhältnissen durch seine Sch fühle zu ersticker in unverantwol Bttrop. einen Geist trop wurde am gericht in Ster weil er als ses der belgisch lenhause, der musikalischer weigert hat. Bodelschwin fall. Auf der Anton Jachtc einem Bremsse Elberfeld. Grund eines ten festgenomn lich dieser Ver Arbeitskollege sischen Besarzu stützung, die d und mehreren entrissen den □ 997 Turnen. zirk des Märtischen Turngaus wur Jugendunnnschafts=Gerätctämpfe Es mußten je 2 Pflichtübungen am Bemerken, daß er sich unter' französischem befinde. Die deutschen Kriminalbeamten: egenommen, später aber wieder entlassen. Eine einzig vollbrachtee Aus den Provinzen. Dortmund. Der„Dortm ralanzeiger“ wurde betn präsident Von Grund des Gesetzes zum publik vom 17. wegen eines veröffer schen Friedensgesell Dortmund liche Irreführung der Verbot erfolgte wegen der Plaumä rung der Regierungsattionu ner wahrheitswidriger Behauprungen Verhalten der Reichsregierung in Sache parationsleistu# planmäßig die untergraden gesucht schen Blättern des 9 räterische Haltung allen Kreisen de ste Empörung unt Artikel der Friede Tropfen, der das Es ist für unsere zu beschämend. Verhältnissen ein durch seine Schreibweise fühle zu ersticken in unverantwortlicher Wer Bottrop. Die Belgier maßregern einen Geistlichen. Kaplan Kaup aus Bot trop wurde am 6. März 1923 vom belgischen Feldgericht in Sterkrade mit einem Verweis best weil er als Präses des katholischen Gesellenhauses der belgischen Besatzung den Saal im lenhause, der von den Belgiern zur Abhaltung musikalischer Uebungen beansprucht wurde, Vom 2. 2 den vorgeste ausgetragen. Sport und tenen Retord von 5 Sei. herabdrückte. ervor Zußval entschen nem Angentlick zur Zeichnung ausgeclands Zukunft von höchster st. EEs gin entum die in der Privathaubenen, entbehrlichen tel zum Besten der Gesamtheit zu ndlagen der Aktion, sleigen der auswärtigen Einhalt geboten und eine nachhaltige g der gesamten Preise ausgeübt weru kräftigen. id bem Verwendungszweck der AnDevisen angeameritanischen Dollars Gulden, schweinische Peseten, t 100 Prozent, die tnach 3 Jahren zu 120 Prozent. von über 6 Prozent. zinsung im Verein mit der Beder Schatzanweisungen bei den inen vergleichsweise günstigen cheyanweisungen einen erhebenüber dem Besitz an Devisen, iuslich und unbeleihbar sind. Die sigkeit der Schatzanweisungen bürgt dafür, erzeit verkauft werden können Es sonders hervorgehoben zu werden, daß nweisungen in derselven Währung, auf iten, auch zur Rückzahlung gelangen, u Scheck aus Nem Yort oder aber nach ichs in Golo. Die Sicherung ist im noch bewirkt durch die selbstche Bürgschaft der Reichsbank. Die kann in der Zeit vom 12 bis 24 lgen, und zwar bei der Reichsbank und Zweiganstalten sowie bei einer großen u Banken und Bautiers, die an den Arten noch besonders bekanntgegeben Bei den Zeichnungen sind mindestens it einzuzahlen, der Rest ist spätenens 4. April zu erstatten. Für gezeichnete ie vor dem 14 April gezahlt werden, besondere Vergütung von 1 vom Tauark für jede volle Woche gewährt. Dies ür die bei der Zeichnung einzuzahlenden nil großer Spannung erwarten. Vorturnervereinigung des Kreises da sten Sonnabend in der Stadthalle in besten turnerischen Darbietungen auf imen wie Felsing=Dortmund, Angers Plapeck=Bochum, Hohoff=Lüdenscheid, L e Christto" Dumas. eklärung des der Jugend künstlerisch s Ankunft in r Bourbonen eit der Ruhe, in Frankreich ni der„hun fangene der sse schmachte rangen nach t der Film: ischer Treue. ir festgesetzt. eige. „Eingesandt“ lautet: Wie ngen geschrie. Jugend auf Tag, au weler vernachläskann und st" und fragt ru so belehrt hten Erkennt 1 dürfen. Noch Dunkleuli# ifug, daß man entweder lein ade jetzt ist es Beist der Zeit immer wieder zu mahen, daß schulentlassen i die elterliche Straße. Der Oberprä is für die Zeit bot des„Dort wieder aufgeOberpräsidencherung gevähr dafür viein Zukunft im n steht.(Vergl. Autorität der Reichsregierung zu und allein unter allen deut Muhrgebiets eine geradezu ver eingenommen, die in Bevölkerung die tiefd Erbitterung auslöste. Der ensgesellschaft war nur der letzte Maß zum Ueberlaufen brachte. Stadt und Bevölkerung geradedaß hier unter den gegenwartigen Blatt erscheinen konnte, dees alle vaterländischen und die geschaffene Einheitsfront lockern der thte. einen Besuch ab, auch hier mit 3: Niederlage der Südwestfalen. In und in der A=Klasse entsprachen d wordenen Ergebnisse unserer Vora Hagen und Lüdenscheid 61 feierten Union=Haspe ließ sich von ersterem triegen, während Eilpe von Lüden 2: 6 bezog. Milspe fertigte Kabel sey schlug Lüdenscheid=Höh 4: 6. PfK, Menden— Schwerte tamen nicht zustande, weil dem Me wegen Michterfüllung von Verbands Spielverbot auserlegt ist. Schw. 06 la lampflos einstecken, was vom spor punkte aus unerfreulich erscheint. gebnisse: Linden— Alemannia=Do Dortmund 08 Altenessen 1 99 1; 1. Turnerbund=Essen 2 7 1. Bochum 48- Langendreer sellschaftsspiel). Preutzen Werne 3: 6, Victoria=Derne— SC.=Ar Hön bruh 09— Eintracht=Dortmun Soest PfL.=Hörde 2“: 3. Un Svielverein=Duisburg 1: 6. Spus Breslau errang gr in Finland; er wurk er sich einmal— du trächtigt—, mit den zweimal 1. Sieger, wä einen kleinen Unfall Platze begnügen mu f an den Geräten. Geturnt wur ren und Pserd je 2 Pflichtübungen, lübung(Siebenkampf und zwar je 6 Vereinen. eutonia“ Westhofen nd seiner Stimmenzahl s Jugend der 3. Gruppe zugeteilt. Geturn irnhalle in Eckesey. Es erreichten mer 121 Punkte Hauer Fritz Abel Carl Mondorf Erich Grieb zusaumen 771 P. dur hschnittlich 96“. Die Mannschaft wurde Gruppe ud hai damit die Berechtigung in den m die Wanderplatette zu turnen. Die indet am 15. April 1923 nachmittage nsieger Endkampf ser Kampf 2 Uhr in erstraße, Großer Markt Wesel gonnen werden. andlung Cari Die deutsche Botschaft#u nom, in der ein. Kampf mit Bonditen zur Besetzung durch beigische Trupp dicht vor men giganalich. Herr 9393 täglich in Ortei Krohlengrn 140f 2. eii blaß inne ierber nuch ruche— und die Rumpel= daß Sie der ung folgt.) des schwedlschen Atrüge in gellgen Echie Beahimeirungen. Der Reichspräsident in Bielefeld. Bielefeld, 21. März. Auf der Ruckkehr von Hamin statteten gestern abend Reichspräsident Ebert, Reichswirtschaftsminister Dr. Becker. Reichs arbeitsminister Brauns, sowie die preußischen Minister Severing und Siering der Stadt Bielefeld einen Besuch ab. Sie wurden im Rathause vom Oberbürgermeister begrüßt, wohnten im Stadt theater der Aufführung von„Fidelio" bei und nahmen im Ratskeller das Abendessen ein. Die Rückkehr nach Berlin erfolgte in der Nacht. Auf der Fahrt von Hamm nach Bielefeld, die in 2 Autos erfolgte, machten der Reichspräsident und die Minister, denen sich der Oberpräsident Gronowsti und Reichs= und Staatskommissar Mehlich(Dortmund) angeschlossen hatten, in Gütersloh eine Stunde Halt. um die Anlagen der dortigen Rheinisch=Westsälischen Fleischversorgung G. m. b. H. und andere Fleischfabriken zu besichtigen. Die Kehrseite der Medaille. TII. Ludwigshafen, 21. März. Die Franzosen sehen immer mehr ein, daß sie nicht das genügende Zugpersonal bekommen können. Um den mililä rischen Betrieb aufrechtzuerhalten, haben sie siell an die Gewerkschaftsführer in Ludwigshafen gewandt, um die deutschen Eisenbahner zu veranlassen ihren Widerstand aufzugeben und in den Dienst der Interalliierten zu treten. Die Fran. sosen weisen daraufhin, daß die Eisenbahnstrecke immerhin noch 25 Jahre besetzt gehalten werde. Dr. Qugatz wieder entlassen. XU. Essen, 21. März. Auf Grund der Vorsteklung des Geschäftsführers der Handelstamger Essen, ist der Reichstagsabgeordnete Dr. Guart gestern Avend von den Franzosen mit der Begründung, daß er nicht verantwortlich für die Geschäftsführung der Handelskammer sei, aus dem Zuchthause in Werden entlassen worden. Iunmmionnumümmmnammanemmmömmmenumimüich Handel und Börse volkswirtschaft S M Schwerter Wochenmartk. * Die Verbilligung der Lebensmittel, macht sich endlich doch bemerkbar. Fleisch u. Seefische und ähnl. sinken. Der Abbau könnte zwar schneller von stanten gehen, aber wir wollen die ohwaltenden Schwierigkeiten nicht unterschätzen, die das Temoo verlangsamen. Der Verbrauch an grünen Heeringen; die um 25 Prozent im Preise gesunken sind. ist ein außerordentlich starker gewesen. Es ist heute wohl ziemlich vergessen, daß Bismarck ein sehr großer Verehrer des schmackhaften Fisches war. Ein findiger Fischhändler hat daraufhin d#e betannte Marke„Vismarck=Heringe", nach dem ersten deutschen Reichstanzler genannt und in den Handel gebracht. Die Preise lauteten: Kappus weiß 300,—, braun 400,—, Wirsing 400,—, Porree 2000.—, Zwiebeln 120.—, Apfel 450,—, Sellerieknollen 300.—, Grüne Heringe 600.—, Kabeljau 1000.—, Schellfisch 750, 800.— und 900.—, Holländ. Bollheringe Stück 250 Mk. Auslands=Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Man zahlte deutsche Mark: für am 17. 3. am 20. 3. 1 belgischer Frank 1227.82 1147.21 1 dänische Krone 4037,57 4017,43 1 englisches Pfund. 98245.— 97755.— 1 französischer Frank. 1310,77 1326.67 1 holländischer Gulden 8260.60 8224,38 1 italienische Lire 1007,52 1001.49 100 polnische Mark.— 1 schwedische Krone 5576.41 5548,59 1 schweizer Frank. 3894,72 3866.31 1 tschechische Krone 210,47 618.45 — 4 Ein Dollar 20962,28 20840,26 Douar=Schuhunwetfunge. des Deurschen garantiert von der Reichsbank, am 15. April 1926 zu 120°, rüchzahlbar. Stücke zu 5, 10, 20, 50 und 100 Dollar. Zeichnung vom 12. bis 24. März d. Js. Zeichnungen werden bei den unterzeichneten Zeichnungsstellen entgegengenommen. Prospekte mit den näheren Bedingungen liegen bei allen Zeichnungsstellen auf und werden auf Wunsch abgegeben. Reichsbanknebenstelle, Hörde i. W. Barmer Bank=Verein, Hinsberg, Fischer& Co., Schwerte. 959 Bekanntmachung. Die Abfuhr der Stückgüter, der Wege= und Hoche„„ Tsbaumaterialien, das ZuAm Donnerslag; den 22. ds. Mis. 2 X———— eröffne———— e ich im Grüntal, am Quickspring 21, eine Bäckerei und Conditorei.: : Ich sichere meiner Kundschaft sorgfältigste Bedienung zu und bitle um geneigten X———— Zuspruch.———— S 968 • ∆* 11%„ n*4* sammenfahren d. Kehrichts usw. soll für das Rechnungsjahr 1923 vergeben werden. Angebotsformulare und Bedingungen liegen im * Stadtbauamte zur Einsicht O#offen und können zum Selbstkostenpreis bezogen werden. 950 Angebote sind spätestens bis zum 28. März d. Is., vormittags 9 Uhr ebendaselbst einzureichen. Schwerte, den 8. März 1923. Der Magistrat. 1 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlasenen sage ich Allen sowie den Beamten des Amtsgerichts meinen innigsten Dank aus. 954 Im Namen der trauernden Hintetblie benen: Johann Bücker Ober=Wachtmeister der Strasanstalt des Amtsgerichts Schwerte. Fischonmatien=Aleggde. Die Ausgabe der Zuckermarken sindet geten Vorlegung der Lebensmittelkarte wie folgt auf Feitag, de 905 Freitag, ven 28 Marz 1923 vorm. für Lebensmittelkarte 1—1900 Freitag, den 23 März 1923 nachm. für Lebensmitelkarte 1001— 2000 Sonnobend, den 24. März 1923 vorm. für Lebensmittelkarte 200°—3000 Sonnab#nd, den 24. März 1922 nachm für, Lebensmittelkarte 3001— Schluß Schwerte, den 20 März 1923. 952 Magistrat Mobilar=Verkauf. Freitag, 23. März d. Fs, nachmittags 2 Uhr werde ich im Lokale des Herrn Fr. Pütter in Ergne# für Erben Wiesner folgende Sachen öfsentlich mist biefend gegen Barzahlung verkaufen: 6 Tische, große und kleine, 2 Bettstellen mit Matratzen, 1 Kinderbett mit Matratze, 2 Waschkonsolen(1 davon mit Spiegel), leichen Handtuch. halter, 1 eichen. Sekretär, 2 Mantelösen, 2 großGalerien, 4 kleine mit Behang, 1 kleiner Schrank 1 Flurgarderobe mit Spiegel, 2 Serviertische 2 Komoden, 1 eichener Koffer, 4 Blumenbänke 1 Topfbank, 1 großes Kleiderteck und verschiedenHaus= und Küchengeräte. Die Sachen sind gebraucht, können 1 Stunde vorher besichtigt werden 962 C. Brinckmann, Kalthoj. „ Gnent, Tackermeister.? Schöncs Haar—schönste Zier! Und dabei so leicht zu erwerben: Durch regelmäßige Pflege mit IHVOL. Das Kräuterhaarwasser IAVOL macht das Haar seidenweich, voll, duftig und locker, lrei von Kopfschuppen und Schmnen. IAVOL, ist in jeder Apotheke, Drogerie und beim Friseur zu haben OOOOOOOO:GOGGOGOG Bekanntmachung. 2 Mor. Zünglings=Sodaltät Schwerte. S), Die in Lause des Rech* bs u- PAung der fu. Gaulge u. Die Aufnahmeprulung der für Geata angemeldeten und noch anzumeldenden Sehüler findet am Montag, den 26. März, nachmittags 3 Uhr im Schulhause statt Impfschein, Geburtsschein, Zeugnis und Scbreibbedarf ist mitzubringen. 952 Der Direktor. Bekanntmachung. Die Ausgabe, der Zuckermarken findel im hiesigen Amtsbezirk wie folgt stalt: Gemeinde Wandhofen: Donnerstag. d. 22. März, nachm. oon 2—2:. Uhr Wirtschaft Kleff. Gemeinde Villigst: Donnerslag, d. 22. März. nachm. von 4—4 Uhr Wirtschaft Grave Gemeinde Besthofen: Freitaz, den 23 März, nachm. von 2 3 Uhr Wirtschaft Fritzenkölter. Gemeinde Garenfeld: Montag. den 26 März, nachm. von 2½—3 Uhr Wirtschaft Soeding. Gemeinde Spburg: Montag. den 26. März, nachm. von 5—5½ Uhr Wirtschaft Küper. Gemeinde Geisecke: Dienslaa. den 27. März, nachm. von 2—2½ Uhr Wirtschaft SchulleHöppe Gemeinde Lichtendorf Dienslag. d 27 März, nachm. von 3%—4 Uhr Wirtschaft Hauske. Gemeimde Holzen: Ortsteile Höchsten und Sommerberg Montag, den 26. März, nachm. von 2—3 Uhr im Gemeindebüro Oristelle Millelholzen und Rosen. Dienslag, den 27. März, nachm. von 2—3 Uhr im Gemeindebüro. Die Ausgabe erfolgt nur unter Vorlage der Lebensmittelkarle. Diejenigen Personen, welche die Marken in den sestgesetzten Terminen nicht arholen, können dieselden Donnerslag, den 29. März, vorm. aus dem Amte in Empsang nehmen. Weslhosen, den 20. März 1923. 952 der Amtmann. 8 im Donnerstag, den 22 März, abds. 7½ Uhr im Reiche des Wassers # Wohltätigkeitsvorstellung zum 2. Male Ferulann derFreihen (Wilhelm Tell) Schauspiel in 4 Aufzügen. Eintritt 500 Mk. Eintritt 500 Mt. C *) 3 □ □ □ 9 □ 80000 Mark zahle für Mauser Kalider 7.63, Visier 1000 Meter. 60000 Mark ohne Anschlagkolden Petzhold, Münster(i. Westf.) Frauenstr. 34. Auswärtige erhalten Fahrtvergütung. Prismengläser zu erhöhlen Preisen 2 92 □ Moderne Tapeten Gut Billig habe mein Lager entsprechend ergänzt und führe außer dem billigen und mittleren Arttkel hochwertige Capeten in reicher und geschmackvoller Auswahl. Josef Kölling, Markt 3. 944 nungsjahres 1923 vorkommenden Maurer= und O Zimmerarbeiten soweit (2) ne im Einzelnen den Betrag ∆ von 100000— Mark nicht G übersteigen, sollen getrennt (2) vergeben werden. # Angebotsformulare und Bedingungen liegen im Stadtbauamte zur Einsicht osien und können daselbst zum Selbstkostenpreis bezogen werden. 948 Verschlossene mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum 28. März 1923 vorm. 1 Uhr ebendaselbst einzu/ winder haben diesmal keinen Intritt.(###reichen. dn G Zum Besuch ladet ein„ 9. 8 Märs 1923. G 955 Der Vornand. E# Der Magistrat. Beranntmachung. Die im Laufe des Rechnungsjahres 1923 in den Schulen und sonstigen städtischen Gebäuden auszuführenden Anstreicher= und Glaserarbeitensollen nach Einzelsätzen vergeben werden. 949 Angebotsformulare können vom Stadtbauamte zum Selbstkostenpreis bezogen werden. Verschlossene und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis spätestens zum 28.März GORSGT Bilderschau Schwerte Reichskrone. Nur 956 Donnerstag, d.22.März: Der geschichtliche erste Teil des Films: „Der Graf von Monte Christo“ In sechs Teilen. Erzählung u. Erklärungen. Einlaß 3 Uhr. Beginn pünktlich 4 Uhr. Eintritt: 100 Mark; 200 Mark: Balkon 300 Mark. Sgulkartoffeln Geibfl. Indusuje Ddenwälder Blaue empfiehlt 957 Jakob-Dammhorst Ostenstraße 7 Gusstenl (zum Heizen) zu kaufen gesucht. Gefl. Angebote unter Nr. 965 an die Geschäftsstelle. letzter Tag! Der Schlußteil des gewaltigen Romanfilms Ein Kind der freien Liebe!: Dramo in fünf Akten 2 Behördlich Sxplohlen Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung A Nr. 163 ist heute die Firma Franz Pflug, Automobil=Werkstall in Schwerie und als deren Inhaber der Kaufmann Franz Pflug in Schwerte eingelragen Schwerse, den 19. März 1923. 963 Das Amisgericht. Mäuse und RattenTyphusbazillen Rsoikalste Venitgungsmethode. Garantiert durchschlagander Erfolg. Unschüdlich für Menschen und Haustlere. Zahllose glänzende Gutachten. L Ei Achnetopbuckmnshen 11. Oi. Rattentyphusbarillen M. 9000.Ehemechten t-cburaiun um -Dr Schwenzer,(i. m. b. I. Düsseldorf 41, Oststr. 34. Orogerte Kehiher Si Postplatz. Brana in fun, Akten mit Biskol Meyer in der Hauptrolle. * große Abenteuersilm X vormittags 11“ Uhr ebender Graf von Monte chrislo; nach dem gleichnamigen Roman von Alexander Dumas in sechs langen Aklen. 943 : S Hendichtes Vanterdldipapfer in Rollen à 100 Blalt wieder zu haben bei Buchhandlung Carl Braus daselbst einzureichen. Schwerte, den 9. März 1923. Der Magistrat. Ein gut erhaltener Kinderwagen gegen ein 951 Ledersofa kumzutauschen. Zu erfr. Rosenweg 24. Ein Paar wenig getragene Herren-Schuhe 3 zu verkaufen. Zu erfr. in der Geschst. Technikum Lemgo (Lippe) Söhere technische Lehranstalt Staatskommissar. Wen n Si e Pozer gebrauchen! * Aufnahmen zu jeder Zeit schnell und preiswert. Egon Kebekus, Rteller Maret Waderurtele liefert schnellstens Druckereic Praus S e SSgs # gaes m 3 N* 2 S# 8S S S 5 5 a52 5 528 Und ein anderer wichte:„ 9165, i6en SEäubest „Ja! Sie ist, wie sie war. Das Eicht ihrer Schonheil ist stürker als die Zeit!“ 7 Albert Reimann sprach nicht mehr. Er sah sich forscheno um. Wo war Gertrud? Die stand allein im Nebenzimmer. Sah mit einem seltsam verlornen Blick ins Lecre. Und da siel es dem Manne jäh auf: Wo war das Licht hingekommen, das siets gebrannt hatte in ihren Augen? Die schöne Frau plauderte und lachte neben ihm. Es klang vorüber an seinem Ohr. Es drang nicht bis zu seinem Herzen. Das Licht dieser immer jungen Schönheit war zu schwach, um die Dunkelheiten zu durchdringen, welche er durczwandert haite. 6. Eine Stunde späler stand er allein neben Gertrud, hielt ihre schlanken Hände in den seinen. Sprach zu ihr. Sprach von einer Liebe, die mit ihm ging durch die lange Zeit. Sprach von einer gemeinsamen Zukunft. „Ich bin zu alt,“ sagte Gertrude Valentin tapfer. —„Tieh Mimi an. Und noch einmal sagte der Mann lächelnd: (Tie „ Sie ist erschreckend jung geblieben. Sie hat ein Licht, das beleuchtet nur sie selbst. Du aber, du hast in deinem Herzen eine Fackel angezündet, die wirft ihre Strahlen hin über alles, was du ansiehst. Die laucht die ganze Welt in helles Licht. Und solche Frauen brauchen wir, die wir im Finstern gingen und den schweren Atem dieser Zeit voll empsanden. Nicht neben unserem Leben muß unser Weggenosse wandern. Mit uns muß er . Zwei Hände lagen ineinander. Zwei Augen grüßten Das große Licht flammte auf in zwei Herzen und tauchte die dunkle Welt in Gold und Helle. Allerlei. * Was alles aus Seegras gemacht wird. Wenn man am Meeresstrand dahinschtendert und die Meugen von Seegras und Seelang betrachtet, die an Land gespült werden, so hat man keine Ahnung davon, was für nützliche Pslanzen das sind und zu wie verschiedenen Tingen sie verwendet werden. Die Ausbeutung des Seetangs zu wirtschaftlichen Zwecken steht noch in ihren Anfängen, und erst in neuester Zeit hat man die Möglichkeiten entdeckt, die in diesem Riesenschatz ruhen, den das Meer beherbergt. Seegras ist z. B. ein Hauptbestandteil verschiedener wertvoller Heilmittel, denn es enthält Chlorkalium und andere Ehemisalien, die für die Medizin von großem Nutzen sind. Auch ein wirksames Haarwasser wird aus dem Seetang hergesiellt, und sodann wird daraus ein vorzügliches Rittel gewonnen, das man vielsach an Stelle von Hausenbiase zur Klärung von Bier verwendet. Eine aus Seetang gewonnene Flüsslgkeit erweist sich auch bei der Papierbereitung nützlich, wie andererseits verschiedene Scetangarten als Rohstoff für gutes Papier dienen. Die Fischer benntzen seit langer Zeit das Seegras dazu, um es zu verbrennen und in seinem Nauch Schinfen und Zische zu räuchern. Im Volisbrauch war die Bedeutung des Seegrafes als Düngemittel ebensallts schon früher bekannt, aber die Wissenschaft hat jetzt erst nachdrücklich auf diese Verwertung hingewiesen. Seegras, das an den Künen geschnitten wird, ist besonders reich an Kall und daher zum Tüngen vorzüglich gerignet. Das Gras wird entweder auf den Boden gelegt und mit dem Pilug in die Erde hineingebracht, oder ader es wird getrocknet und zu Asche verbrannt. Mit dieser Asche mies kann der. Boden genüngt. Rauche Krien des S##lung sih als Zenintter zu empfehlen und werden von den Bemohnern der nufruchtbaren Küsterßtriche Nahrung für Pferde und Riudrich bennzt. Die Norwiger ueunen deshalb eine bestimmte Tezrassotte grsdezu Kuhgegs, während man ihmn in Gortand den Namen„Schweinstang“ beit legt, weil es für die Rüsseitiere zetocht wied. Der primniüive Mensch hat zu ailen Zeiten und in allen Weltteilen das Seegras zur Anfertigung von Stricken benutzt. Die Indianer von Vancouver machen z. B. daraus unzerreißpare Seile und erhalten auch die besten Angelleinen aus diesem Siofj. Auf manchen Südseeinseln verfertigen die Eingeborenen aus den diclen Stengeln des Seegrases Wasserbehälter und benntzen sie sogar als Trompeten für ihre Feste. Es ist ein Irrtum, menn man glaubt, daß der ganze Meeresgrund mit Seegras bedeckt ist. Eir Tiese von 100 Fuß ist das äußerste, in der es wächst. Die Seegrasarten in der Nähe der Küsten sind meistens fast grün; in der Tiese des Wassers nimmt dann der Tang olivefarbene und braune Töne an, und nur in den tiefsten Tiefen findet man das schöne rote Seegras. Welt und Zeit. Der schwimmende Gutshof. So reichlich und gut das Essen auch vielsach auf den Tampsern ist, so muszte man doch bisher fast immer mit Gefriersteisch begnügen. Auf Genüsse, wie frisches Geftügel und frisches Fleisch, mußte man verzichten. Das ändert sich aber in neuester Zeit, wie George Dain in der„Taity News“ ausführt. Mehr und mehr bürgert es sich ein, daß man auf den größeren Schissen nicht nür eine umfangreiche Geftügelzucht einrichtet, sondern auch für eine Schaf= und Hammelherde sorgt, die den Passagieren die töstlichsten Braten liesert. Dieser„schwimmende Gutshof“ ist eine Neuerscheinung an Bord der Passagierdampfer, die sich während des Krieges eingebürgert hat und hauptsächlich den großen Transporten von Indiern über den Ozean zu verdanken ist. Jedes Schiff, das Indier und überhaupt Mohammedaner an Bord führt, muß dafür sorgen, daß eine genügende Anzahl lebende Schafe an Bord sind. Ihr Glaube, an dem sie streug festhalten, verbietet den Indiern nämlich, Fleisch zu essen, das nicht vollkommen frisch ist und von Tieren stammt, die sie nicht mit eigenen Händen gelötet haben. So kommtes denn nicht selten vor, daß die Passagiere voll Neid auf die indische Schiffsmannschaft blicken, die frisches Fleisch in Hülle und hat, während sich die Europäet###t Büchsensteisch begnügen müssen.„Es ist wahrscheinlich diesem mohammedanischen e setz zu verdanken,“ schreibt Dain,„daß europäische Schiffahrtsgesellschaften jetzt darangegangen sind, die Passagiere mit frischem Fleisch zu versorgen. Bald werden wir die Indier auf den Schissen nicht mehr beneiden müssen und in der Lage auf einer Reise von England nach Anstratien jederzeit frisches Fleisch zu haben. Es werden Einrichtungen getroisen, um größere Liehnerden und Geflügel milzuführen. den Mohammrdanern dankbar sein, daß sie die Anregung zu dem„schioimmenden Gutshof“ gegeben haben.“ Einst und Jetzt. Trinkgefäße aus Leder. In England wird demnschn Buch erscheinen, das die im Lande gefertigten Frinlgese aus Leder zum Gegenstande hat. Ein englisches Blau we durauf hin, daß man heute sast vergessen hat, daß die fahren bis zum 16. Jahrhundert bei ihren Trintgelagen und wieviel sie trinken konnten, kann man sich Zeikalter des Kumpjes gegen den Alkohol, kanm vorsielten— Leheririnigefässe beunzten. Die Sai#r, die wre ge### handen sind, sind ost von großer Schönheit. gesätze sourden nur in England bergestellt, aber sie auch von Franzosen für hohe Preise getauft. ein 11 5— De S.s 925 S 2 *— Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General-Anzeiger für den Kreis Hörde Haupt-Annoncenblatt. —. •3 ) Roman von A. Seifert. ach habe Dich liebgewonnen, Kind,“ sagte * der Kaufherr, lomm an mein Herz, und der nane, an mein Herz, ul auch Du. mein großer, unartiger Junge, der seinen Eltern solche Streiche spielt Ränke schmiedet wie ein Romanund 'S held!“ *„Vater!“ schrie Hubert,„lieber, einwie danke ich Dir, wie glücklich machst Du ziger Vater, uns!“ Erschüttert schloß Wengdorf den Sohn in seine Arme, aus dessen Stimme die Nurcht klung die er vor der Härte seines Vaters gehegt, aber auch die Befreiung aus schwerer Herzensnot, die glückliche Befriedigung darüver, daß jeder Kampf, jedes böse Wort erspart blies. „Ich stehe mit leeren Händen vor Dir, F * nigen lieber Vater, „Mid Nür meine unvegrenzte Dankoarteit kann ich Euch ich meine Liede bekämpfen, weil ich arm lich bin und Hubert und mich zum Entsagen Ich konnte es nicht!" und vor Huberr, zugie Almisa Liebe, meine geben Sollte und Ungill verurteiten „Wir wollen darüber nicht weiter sprecher. liebes Kind,“ Wengdorf strih leise kosend über ihren Scheitel, „Du bist von vieser Stunde an unsere liebe Tochler, von der wir viel Glück erwarten. Erfülle unsere Hoffnungen und alles ist gut!: 9 9. Er küßte sie auf die Stirn und auf den Mund. Und nun will ien zur Mutter gehen und ihr alles mitteilen. Sie hat Dich ebenso in ihr Herz geschlossen, Kind, aber es ist doch beiser, ich bereite sie vor.“ „Halt. noch einen Augenbliek, mein Freund!“ rief jetzt der Rechtsunwalt,„meine berzlichen Glückwünsche zunächst, es frem mich ungemein, lieder Wengdorf, das Du Die zu einer so noblen Gesinnung bekennst und Wert der Persönlichkett voner schätzest als ie Gut. Aber zu Fräulein Mandas Glück hai Sie:: „Ines mirklich so. Derr Rechtsnum „zeigen Sie niir nutzt etion eine Nenetenust zerilien? Kann es s Vermutung handeln „Keine leere Vermutung, sonder lichte 1! Sie nahmen unn Platz Das aneinandergeschmiegt. uß.) (Nachdruck verboten.) Beserechung dorihin einladen. Sie wohl zu geeizneterer Zeit in i: zu einer mir, daß zule. ren den sterielles e's das die Millionen den Tod. von Franz Resin des großen Verdieser Kunde=überwättigt. ftagle###e zeuend. Zuta Morgnna, die in sich nicht um um eine in unnutastbare Wirk Brampaar saß eng Loktor Meriens erzählte: 642141, Berih „Franz Hurnisch hal in einem ausführlichen in Stunden, wo er von der Reue gepackt Schuld bekannt. Demnach hat er zwar keinen Mord au dem Gewissen, aber er int doch schuidig an dem plotzlichen Tode des Herrn Hainisch, ebense bof, giuug. Tesiament, welches Sie zur Universaletbin o#### unterschlagen. Das Testament hat sich bei Ordu. Nachlasses von Franz Harnisch vorgefunden. Der Jumzt# Ebeling kommt morgen zur Regelung der Angelegen hierher, auf meine Veranianung. Er wollte Si. Aber ich sagt Ihre Villa zurückzu zu geeigneterer Je „Iu meine Lilla in mein Stübchen, in Papas Arbeitsstube, wo ungezänlte Erinnerungen jede S## Ding mir lieb uno wert machen, Baky, P ge sh schluch zie Almida,„o, mein Himmel, das, das möglich ist, es ist zu viel des Glücks!" Almida war nun kein armes Rädchen mehr, auch in materieler Hinsicht war sie unn eine Gevende. Und mochte der Kanihert ihre Herzen## und(ei# eigenschaften noch so hoch einschugen, so mane es ihn doch auch stol, und fron, daß durch diesden Geschaftsinteressen seines großzugigen Unietnehmens gedien war. Die Ertlärung den Belannten gegenüber:„sie hu: nichts“, wäre ihm, dem erwer##estoleen Großindusttiellen, Loch nicht leicht geworden N. 94 Planderns und überiegend saßzen sie noch eine keisimmen, dann empanl sich Dottor Mertens, und Wengdorf ging zu seiner Frau, um sie von dem AlacneIta Boreszufrieden, datz Amis= uz Sgpiege. schletst kekommen. Sie 1ag Apolirtund ienes Die ganz= unenliche Lede bie#er E# Leben: duradrang deu. Kautnerrn in dieser Stunde. Seutzend stand er noch lunge im Nevenhimera Hmtter, und es lam iym die Abnung, daher nin nen los jei an diesem.pernorgenen Glund, denn glandte hier an eine Munelehe Wenn er früner auf die Wunsche sein:: gegangen wäre, iar mehr warme Zä-tüchkei hätte au.d Oiga sich zu einer Perzoniwickeln konnen Er aver hatte nur Inlerene Kunital gehabt. Ihn hatte es nicht nach renfuß11 Wpei: 15 ke“ 20 e * 8 5 F SSSEE de S## E E #. 5 8 56 = □ 6 ** 65 traulichkeiten der Liebe verlangt. Mit kalter Strenge hatte er Olgas schüchterne Versuche, ihm seelisch näherzukommen, abgewiesen. Im Alter hatte er nun die Folgen seiner Härte zu tragen. Er richtete sich höher auf. Sentimentale Regungen waren ihm verhaßt. Er hatte das Ziel, welches er sich einst gesetzt, erreicht. Durch rastlosen Fleiß war es ihm gelungen, seinen Besitz von Jahr zu Jahr zu vermehren. Und junges Glück zog ins Haus. Daran wollte er sich mit ersteuen.„„ Es wurde dann beschlossen, daß Huvert einige Tage bei Doktor Mertens logieren sollte. Almida wollte, sobald sie die Beweise in Händen hielt, daß sie die Erbin war, in ihre Villa zurückkehren und Frau von Herbst bitten, zu ihr zu kommen. Die kurze Zeit ihrer Verlobung wollte sie daheim verleben und auch die Tranung sollte dort stattfinden Einesteils würe sie lieber hiergeblieben, um täglich mit Hubert zusammen sein zu können. Aber der Leute wegen war es besser, wenn sie ging und sich unter den Schutz ihrer mütterlichen Freundin begab. Der Justizrat kam, er begrüßte Almida herzlichst und beglückwünschte sie. Franz hatte das Kuvert, welches das Tesiament enthielt, nicht vernichtet, ja, es in begreiflicher Scheu überhaupt nicht geöffnet. Es lag demselben ein Schreiben bei, in welchem Herr Harnisch mit bestimmten Worten die Absicht aussprach, seiner Pflegetochter seinen Namen zu geben, sie zu adoptieren. Der Justizrat machte darauf aufmerisam, daß es nun ein Leichtes sei, die Erlaubnis für Almida zu erlangen, daß sie den Namen Harnisch führen dürse, sofern ihr daran gelegen sei. Ihr, und auch ihrem Schwiegervater war sehr viel daran gelegen, und der Justizrat erklärte sich gern bereit, ihre Sache auch in dieser Angelegenheit zu führen. Dann las sie die Selbstanklagen von Franz Harnisch, bei denen sich oftmals die Wendung wiederholte:„Ich bin keine Verbrechernatur, das hätte ich früher bedenken sollen. Mein Gewissen läßt mir keine Ruhe. Die Reue tötet mich!“ Erschauernd legte sie oas Schreiben aus der Hand. Aber schon war Hubert an ihrer Seite. Vor seiner großen, glutvollen Liebe mußten alle Schatten weichen. Und so kam es, daß der Weihnachtsbaum in der Villa Harnisch erstrahlte und ein glückseliges Brautpaar sich an dem Weihnachtszauber erfreute. Die alte Dienerschaft schaltete im Hause, ihnen waren die reichen Legate ausgezahlt worden, die der Kaufherr in seinem Testament für sie bestimmt hatte. Auch Frau von Herbst war in durchaus großzügiger Weise bedacht worden. Sie behütete ihren Liebling, wie sie es früher getan, und sie war fröhlich mit den Jungen. Liebe Gäste beherbergte die Villa. Doktor Mertens war mit seiner jungen Frau gekommen, und man sah es ihm an, daß er in seiner jungen Ehe fand, was seinem Leben bisher gefehlt hatte, den inneren Frieden und die Gewißheit, daß sein Dasein nicht zwecklos dahinfloß. Im Kaufmannshause Wengdorf strahlte kein Lichterbaum, dort ging ein maitpulsierendes Leben zur Neige. Der Arzt hatte es dem Kaufherrn anvertraut, daß seine Frau nicht wieder gesund werden könne. Wengdorf hätte gern alles getan, um das Leben seiner Gattin zu verlängern, aber der Arzt schüttelte den Kopf. Das Leiden war bösartig geworden. Da gab es keine Rettung. Das Brautpaar erfuhr hiervon nichts. Almida und Hubert waren voll Glückszuversicht. Das Leben lag so schön und lockend vor ihnen. Sie waren reich und jung, und sie liebten sich treu und heiß. Sie würden reisen, sich an den Schönheiten der Welt begeistern und dann heimkehren, um sich ihren Pflichten zu widtien.„ en en. wenigen Wochen, zur Zeit der Marzurnchen sollte die Hochzeit sein, sollte ihre Liebe die schönste Weihe empfangen.„ 9732 hnmm Und wir wollen noch verraten, daß das Ginia ihnen treu blieb, daß ihre geheimsten und süßesten Hoffnungen sich erfüllten! Ende. Das Land der Schwiegermütter. Die Schwiegermutter=Frage ist heute aktueller als je. Sind doch in vielen jungen Ehen die Pacre gezwungen, weil sie selbst keine Wohnung bekommen oder sich keine neue Einrichtung anschaffen können, mit der Schwiegermutter zusammenzuwohnen, und wenn in einem solchen Fall die Schwiegermutter all jene Eigenschaften entwickeln würde, die ihr die böse Welt nachsagt, so könnten die Katastrophen nicht ausbleiben. Aber die Schwiegermutter ist zumeist besser als ihr Ruf, und ihr Ruf ist nur bei uns so unverdientermaßen schlecht. Es gibt ein„Land der Schwieger= mütter“, in dem sie geliebt und gepriesen werden, und das ist Frankreich: Schon ihre Bezeichnung ist dort so liebenswürdig: „Belle Mère“(Schöne Mutter); während bei uns bereits in dem „Schwieger“ irgend etwas Feindseliges liegt. Gewiß gibt es auch in Frankreich Sprichwörter und Karikaturen, die die ehrwürdige Dame verspotten. Aber es ist dort sehr viel häusiger als bei uns, daß die Jungvermählten mit der Schwiegermutter zusammenziehen, und man findet darin nichts so Schlimmes, wie vielfach bei uns. Nun ist auch freilich die französische Schwiegermutter ganz anders, als jene so gefürchteten Exemplare, die bei uns der ganzen Gattung den Ruf verdorben haben. Sie nimmt ganz selbstverständlich die Führung des Haushaltes in die Hand und gibt dadurch ihren Kindern die Möglichkeit, die schöne Zeit der jungen Ehe zusammen zu genießen. Kommen dann Kinder, so findet sie ihr Glück in der Wartung und Pflege der kleinen Enkelchen, und so ist sie im Hause von größtem Nutzen, ein wahrer Segen, mit dem sich Tankbarkeit und Liebe ganz natürlich verlnüpsen. Warum ist das bei uns in vielen Fällen so ganz anders? Warum gilt selbst ein kurzer Besuch der Schwiegermutter in der jungen Ehe für eine drohende Wolke, deren Entladung man fürchtet? Es scheint das doch in manchem bei der deutschen Schwiegermutter zu liegen. Die französische Mutter, so erzählt eine englische Beobachlerin, weiht sich von dem Augenblick an, wo ihr Kind heiratet, dem, was sie für ihre heilige Pflicht hält. Sie macht es sich zum Gesetz, den Schwiegersohn oder die Schwiegertochter geradezu anzubeten, und damit hat sie bei dem eigenen Kind gewonnenes Spiel. Die Mutter der Frau und ihr Mann werden die besten Freunde; er fragt sie in allen Dingen um Rat; sie hilft ihm mit ihrer Erfahrung sogar in den Geschäften. Ist die Schwiegermutter die Mutter des Rannes, so macht sie sich der neuen Tochter ganz unentbehrlich und enthält sich vor allem jeden Tadels. Ein Beispiel kann die Verschiedenheit beleuchten, die in dem Benehmen deutscher und französischer Schwiegermütter zutage tritt. Die deutsche Schwiegermutter betritt den Hausholt der jungen Leute mit kritischen Blicken und richtet an ihre Tochter sogleich indiskrete Fragen: „Bist du glücklich, ist er gut zu dir? Was hast du an ihm auszusetzen?“ Die Belle Mère aber ruft aus:„Was für ein Glück hast du doch, mein Liebling! Wie entzückend ist dein Mann und wie gut zu dir! Hast du auch schon etwas Gutes für heut zum Mittägessen besorgt?“ Darin verrät sich ein viel feineres Verständnis für die Psychologie einer jungen Ehe, und es ist daher den Schwiegermütiern, da sie sich nun einmal jetzt mehr als bisher mit den Jungverheirateten stellen müssen, zu raten, bei ihren französischen Kolleginnen in die Schule zu gehen. en 1 1 " Mc 4 n 1 31g E 5 5 ∆ 8 Denkspruch. Es ist auf Eick kein schöner Kleid Denn Cugend, Ehr’ und Redlichkeit; Je länger man daslelbe frägt, Je mehr es ziert und wohl ansteht. Wandspr. auf der Wartburg. Die Welt im Licht. Von A. Hottner=Grefe. (3 verboten.) Sie stand am ossenen Fenster und sah versonnen hinaus in den Garten, der sich in prangender Sommerschönheit hinbreiteie. Ganz von fern tönte dus unruhvolle Lärmen der großen Stadt. Hier war Stille, Ruhe, Friede. Leise sangen die Vögel ihr Abendlied, die dunklen Baummip#el neigten sich im Abendwind. Wie rote Blutstropfen leuchteten schwere Rosen an hohen Stämmen durch die abend. liche Luft. Ein Glühen stieg auf am Rand des Himmels und breitete eine Purpurdecke über das helle Blau; goldgesäumte Silberwollen schwebten dazwischen, blitzende Pfeile schossen aus dunkleren Volkenmassen, die einen Vorhang vor die sinkende Sonne gezogen hatten. Ein großes, starkes Licht lag ausgebreitet über der Welt. Ein Widerschein dieses Lichtes war auf den Zügen der schlanken Frau, verfing sich in ihren Augen, lag leuchtend auf ihrem vollen Haar. Aus dem Spiegel grüftte ihr eigenes Bild sie. Forschend blickte sie sich selbst ententgegen. Sie seufzte nicht, aber ein ernster Zug lam um ihren Mund, ein prüsender Ausdruck in ihren Blick. Ganz deutlich sah sie die feinen Linien um den Muno und auf der Stirn; sah, daß die leuchtende Jugend nicht mehr bei ihr war. Daß iyr dies heute so scharf auffiel! Sie hatte ja eigentlich nie Zeit gehabt, daran zu denken. Da waren zuerst die Monate, schwersten Ringens nach dem jähen Tode der Eltern, welche sie als Aelteste einer sechsköpfigen Kinderschar mit äußerst schmalen Mitteln zurückließen. Gerade in den Tagen ihres heimlichen, seligsten Glückes war das. Sie hätte ihnen noch so gerne erzählt von der Liebe zu dem jungen Professer, welche so allgewaltig über sie gekommen war. Doch das Schicksal liest es nicht zu und sie mußte ihr Glück allern tragen. Ihr Glück? Gertrude Valentin lächelte tapfer ihrem Spiegelbild zu. Ja! Ihr Glück, trotz allem! Trotz der bitteren Jahre, die folgten. Sie mußtte für die heranwachsenden Geschwister sorgen, sie durfte nie an sich selbst denken. Ihn führte das Leben weit weg von ihr. Und allmählich schichteten die Entsernung, die verschiedenen Verhältnisse, Gewohnheiten und Erlebnisse eine Mautr auch zwischen ihnen. Die schien von Jahr zu Jahr zu wachsen. Da waren viel schwere Stunden gewesen. Und doch: Ein Licht war da! Ein heller Schein, der über den grauen Alltag sich breitete. Vielleicht war's nur ein Abglanz des dereinst Erlebten. Eine goldene Helle, die aus fernen, blühenden Jugendgärten noch herüberdämmerte. Vielleicht war's auch das innerste Erleben des Taues, daß ein Meunsch, der einmal gan; und voll die Macht der Liebe gespürt hat, nie mehr völlig unglücklich werden kann. Da war eine kleine, bucklige Näherin gewesen, die oft in dem Hause der Eltern gearbeitet hatte. Die sagte manchesmal, wenn sie mit ihrer Hand über Gertruds krauses Haar strich: „Da ist ein Licht in der Welt, das sehen die wenigsten. Denn man muß die Augen dazu haben. Aber wer das Licht erkennt, der behält einen Schimmer davon in sich bis zum Letzten.“ 8 7 Gerirnde Valentin hatte das Licht geseyzen. Und hatte rs lapser bewahrt vor dem Erlöschen, alle die Jahre her. Haite Arbeit über Arbeit geleiseet, Pflichten erfüllt, viel lirbe verschwendet. Und war darüber sachte aus dem blühenden Land der Jugend fortgeschritten.... Werhalb dachte sie nur just heute an all dies? Vielleicht, weil sie in einer kurzen Stunde Albert Reimann wiedersehen sollte? Ihn und ein paar andere Geführten einer verflossenen Zeit? Reimann hattc während der Kriegsjahre fest an des Reiches Grenzen im feldgrauen Heer der Hundertlausende gestanden. Seit dieser Zeit hatie sie ihn nicht gesehen. Und als sie Abschied nahmen, da wären sie nicht atlein. Mimi Perg war dagewesen, die ja auch heute kommen follte. Die schöne, immer ung bleivende Mimi. Und damals latte ihr blühendedem ernsten Manne sehr gefallen. Gerirnd hatte es gemerkt. Und hatte in diesen harten Jahren während und nach dem Kriege sehr darauf achten müssen, dag das nille Licht in ihrem Herzen nicht verflackerte in dem Sturm, der ihre! Seete oft durchbrauste. einer als Mimi da war und in ihrem Lellen, Kleid dasaß an dem Tisch und mit ihrem lauten, jungenhaften Lachen den ganzen, stitlen Raum erjüllte, da hob der Siurm wieder seine Schwingen, den Gertrud so tapser einst niedergerungen.„ So jung, so jung war sie geblieben, diese andere: So Leiter der Glanz der braunen Augen. so strahlend die die Haut schien so blühend, dar Haar fast noch goldiger alehemals. Und in dem rotigen Gesicht lein Falichen. sagie Mimi „Ja, Kind: Das ist nun meine Annst!“ sag Perg triumphierend.—„Sie ist mühsam und kostet mich viel. Aber sie lohnt sich. Ich habe es gelernt, neben dem Leben zu stehen. Das ist mein Geheimnis. Immer hübsch ruhig bleiben. Immer glatte Bahnen gehen. Keine Stürme, keine Erregungen. Glande es mir: Man kernt das! Und just in unserer Zeit tut diese Kunst uns Fraurn not! Denn die Welt braucht in all dem Dunsel ein Lecht. Das Licht ist die Schönheit. Diesem Licht streben alle die Männer zu, welche aus der furchtbaren Vergangenheit ührig blieben.“.., g.er4 mne 67.6 Das seine Gesicht Gertrude Taientins wurde vian. Denn plötzlich stand auch hier ein Heimgekehrter vor ihnen. Rein! Zwischen ihnen! Ein Mann mir gealterlen Zügen, mit ergrautem Haar: mit Augen, in deren Tiefen ein Erinnern stand an dunkles Erleben. Es tamen noch ein paar Freunde. Ein Zufall führte den Kreis von einst zusammen bis auf jene— die nicht mehr kommen konnten. Zwei Jugendgenostinnen waren früh verstorben und ihre Bilder lschelien in ewiger Jugend nieder von der Wand. Zwei Kameräden waren im Krieg geiallen. Aus dunklem Lorbeergezweig blickten sie still nieder auf die Gefährten des Lebens. Rivert Reimann saß ss4 still zwischen den anderen. Sie hatten alie viel eriebt, die# einen draußen, die anderen in der Heimat. Da haue eine 1# Mutter den einzigen dem Vaterland gegeben. Dort de## richtete ein Vater stockend, daß sein Sonn im Kriez erblindet sei: Gertrud Valentin, die so mührvoll die drei jüngeren Brüder auserzogen hatte, trauerte noch immer um den Jüngsten. Der zweite war gefangen in Austand. Ob er noch lebte unter den gegenwärtigen so tranrigen Verhältnissen? Der dritte galt als„vermisst“. Sie sprach ruhig von alledem. Ein E.no Zeit kiang aus den Worten durch das Zimme aller Traner und Augst brannte das Licht Valentins lugen. Das große Licht. Mimi Perg sprach nicht mit den andet# sich auch hier und heute dem Atem des verflosienen sih. Weltenschicksats fern. Wie zwei glänzende, blanke Sterne blitzten ihre Augen hinüber zu dem Mann, der so kmum mar. Immer, immer halte sie starkes Geialten un ihm gesunden. Und er doch auch oft an ihr Sie hätte kein Weib sein müssen, wenn sie das nicht empsunden hatte. Und so lächelte sie zukunftssicher ihm entgegen. Der Mann sah hin über alle diese Menschen, wei#n ein Schicksal gezeichnet hatte. Sah hin zu der Frau un dem blühenden Antlitz: hörte ihr klingendes Luchen. hatte bei allem ein seltsames Empfinden, ein Vernunder „Du bist erschreckend jung geblieben, Mimli:; sprach er laut. * —. — ceeet 78 e