Mit Ihrer Kuhrfürstl. Gnaden zu Cölln gnädigstem Privilegio Dienstag, den 22. November. ven zum Backenfeld Dr. Kerckerink wird hiemit bekannt gemacht, daß am Freytag, den sten Dec. Morgens 1o Uhr der dem Köttern Eßman Kirsp. Roxel zugehöriger am Rüschenfeld belegener Schatzfreyer Kotte mit Nebenhaus und dazu gehorigen Grund zu 6 Scheffel Einsaak, samt 2 Plätzen in der Kirche zu Roxel, so insamt auf 430 ästimirt worden, dem Reistbietenden gegen baare Zahlung gerichtlich verkaufet werden solle. Lust und Mittel habende können sich an besagtem Kotten zur bestimmten Zeit einfinden. Sign. Münster den 20. Nov. 1777. Genc; Grschr. Aus Befehl des Herrn Hofrathen Doct. ** Gröninger, als Richtern zu Borghorst, wird hiemit bekannt gemacht daß am tag, den assten laufenden Monats Nov. I. Gerichtliche Notifications. des Joh. Bernd Möllers Behausung sant einen Nebengrund und übrigen Zubehör zu Borghorst, so auf 250 Rthl. ästimirt, dem Meistbietenden gerichtlich verkaufet werden soll. Liebhabere können sich bemeldten Tages Morgens 10 Uhr zu Vorghorst an des Wirthen Wess'Is Haus einfinden. Lignat. Laer den 19. Rov. 1777. Ad Decretum D. Oflmen, 48. wird hiemit jedermänniglichen bekannt gemacht, daß in Sachen Convocationis Creilitorum Bernard Anton Elpers Vicarit und dessen Schwester Maria Gertrud Elpers, dermalige Ehefrau Horneck dahier zu Rheine am Montag, den I. Decemb. I. J. Morgens 10 Uhr dahier aufm Rathhaus: gerichtlich verfaufet werden soll ein Haus aufm Thie binnen Rheine mit dem Stall und Hinterhaus sub Nuw. 332 belegen, so von den beeideten Gerichts=Aestimatoren ästimiret auf 400 Rthl., zwey Scheffel Saatland aufm Achterucht, so mit 2 Scheffel Saat von Morrienschen Ländereyen vermischet, ästimirt auf 20 Rthl. ein Garteso Jessele anitzo für 1 Rthl. 14 f. in Heuer hat, astimiret auf 40 Rthl., Sandmans halbe Erbe zu Gellendorf, welches jährlich prästiret zur Halbscheid zwey Malter Roggen und zwey Hühner, für Dienstgeld ein halb Malter Roggen und ein halb Malter Buchweitzen, ein Schwein um das andere Jahr, so der Zeller mits Rthl. bezahlet„ästimirt auf 450 Rthl., ein Kamp an der Lehmkuhle an Beesten Kamp schiessend, ästimirt auf 200 Rtl. ein Haus aufm Thie, welches anitzo Schäpers für 8 Rthl. in Heuer hat, und zum Magazin brauchet, ästimirt auf 15o Rthl. ein Garte aus dem Thiethor, so anitzo Friederich Horneck selbst unter hat ästimirk auf 150 Rthl. ein Garte hinter die Patres,## der Registrarius Schultze-für 8 Rthlr. in Heuer har ästimirk auf 260 Rthl. Dahero alle und jede so zu Ankaufung obbenennter Stücken Lust und Mittel haben sich auf bestimmten Tag, Stunde und Ort beliebigst einfinden können. Siguat. Rheine den 17. Novemb. 177 Ad Decretum D. Judicis Niermann Grschr. Alus Befehl des Hochfürstl. Münsterschen * Richtern zu Stadtlohn wird hiemit bekannt gemacht, daß ad inttantiam deren Erbgenamen Theodoren Hecking am Donnerstag; den ersten dieses das der Wittiben und Herman Temmen zuständiges dahie zu Stadtlohn belegenes Haus meistbietend verkaufet werden soll. Stadtlohn den 13. November 1777. Klämper: Grschr. III. Vermischte Nachrichten. Da die Acta Discuflionis von Raesfeld durch vieles Hin= und Herlehnen, vermuthlich auch durch Absterben eines Herrn Advocaten oder Creditoren verloren gangen, so wird der Inhaber solcher Acten hiemit abermals ersuchet, solche bey dem Protocoll der Sachen Ackuari wiederum=einzuliefern. Ein auf der Hörster Straße zwischen der Wittwen Weinhändlerinn Osthues und Bäckeramtsverwandten Greshoff belegener denen Erben Schaapman zuständiger Hausplatz ist zu verkaufen. Ilm Donnerstag Abend hat sich bey Hof einekleine schwarze langhärige Hündinn mit einem weisgrauen Kopfe verloren. Der solche ausfindig machet, beliebe sich bey dem Kuhrfürstl. Kammerdiener zu melden, wofür er gut Trinkgeld bekommen wird. (in junger Mensch, welcher rasiren und frisiren kann, suchet bey einer vornehmen Herrschaft als Bedienter anzukommen. Das Intellig. Comt. giebt Nachricht. (Fin junger Mensch, der schon einige Jahre bey vornehmer Herrschaft in Diensten gestanden, und mit guten Zeugnissen seines Wohlverhaltens versehen, auch im Rasiren und Frisiren erfahren ist, wünscht als Lakay oder allenfalls als Reitknecht in oder ausser der Stadt in Diensten zu kommen; er hält, sich inzwischen bey dem Bäckeremtsverwand ten Evelt auf der Rothenburg auf. Vermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. Basel vom zo. Octob. gierde, unter einem so leutseligen Herrn zu dienen nicht widerstehen könnten, und gern ihr Vaterland wollten verlassen, um sich unter Oesterreichische Fahnen unterhalten zu lassen. Ein Glück seyes, daß die Bourbonen jetzo in so guter Harmonie mit dem Hause Habsburg ständen; weil bey einem entReisende, die aus Frankreich kommen, versichern, daß man daselbst noch vom Kaiser mit Enthusiasmus spreche, und sey diese Hochschätzung und Verehrung insonderheit unter dem Militair, welches den Kaiser gesehen, sostark, daß an die Tausende der Be stehenden Kriege die Propinzen senseits des Rheins, in welchen die alte Liebe für Oesterreich wieder erwacht; sich dem Eroberer der Herzen ohne Schwerdstreich unterwerfen würden. Die Französischen Schriftsteller wissen von dieser Neigung wohl zu profitie ren und kommt eine Beschreibung der Kaiseil. Reise nach der andern im Druck heraus. Venedig, vom s. Nov. Nach sichern Berichten, haben sowohl Rußland, als die Ottomannische Pforte in den noch immer zwischen ihnen forrdauernden Mißhelligkeiten, jedes für sich besonders seine Mittler, und zwar Rußland die Königevon Preussen und Englano, die Pforte aber Oesterreich und Frankreich welche als Friedliebende Mächte auf das angelegentlichste bemüher seyn sollen, iden Ausbruch ernes neuen Krieges zu verhindern, der eben wieder so, wie der letzte, nicht nur in die benachbarten Reiche, sondern auch auf ganz Europa den schädlichsten Einfluß haben könnte. Aber man höret noch von keinen sonderlichen Wirkungen dieser Vermittelungen. Im Gegentheile werden die Irrungen immer ernsthafter. Denn die Pfortesoll im Begriffesstehen, einen Hauptangriff auf die Krim zu wagen. Von der Donau, vom 6. Nov. In die Stelle des enthaupteten Fürsten Gregorius Ghika) soll vom Sultan der Erste Dragoman der Pforte zum Hospobaren der Moldau ernannt seyn. Sr. Hoheit Oberstallmeister, Achmed=Bey, ist von Constantinopel abgeschickt worden; die Magazine an der Donau zu besichtigen, und die nöthigen Einrichtungen zu machen, daß sie immer angefüllt seyn können. Eben dieser Oberstallmeister hat 14 Commandanten= Bestallungen, und 3 eigenhändig unterschriebene Befehle des Großherrn,; wovon er zu gewissen wichtigen Ausrichtungen Gebrauch machen soll, mit sich genommen. Das Arsenal zu Constantinopel muß mit allerley Kriegsbedürfnissen; die zur Versorgung der Armee nöthig seyn können versehen werden. Zu Wien war am z. Nov. ein Nordlicht. Der K. K. Hof=Astronom, Herr Maximilian Hell sagt, man habe zwo Folgen davon zu erwarten: r) deuten die Nordscheine eine Kälte an; 2)einen häufigen Schnee, und zwar letztern nach 60 Tagen vom Tage des Nordscheins an gerechnet. Wir können also muthmaßlich zu Ende Decembers oder die ersten Tage im Januar häufigen Schnee erwarten. Pohlnische Gränze, vom9 Nov. Man will Hoffnung machen, daß künftig ein gewisser Christlicher Prinz Besitzer der Moldau werden dürfte. Der enthauptete Hospodat war erst nach dem letzten Frieden eingesetzt Rochelle vom 4. Nov. einem von Terre=Neuve angekommenen Fischerschiffe vernmmt man es sey eine Königl: Kriegsfregatte mit einem Königl. Befehle an alle Befehlshaber der Fischerschifs aselhst angekommen, daß siehunverzüglich den Fang einstellen, und nach Frankreich zurückkommen sollten. Dieser Befehl Eriangen vom r1. Rov. der Bucowina, dem nun Oesterreider Moldau, hat man folgendes Schreiben vom 16ten Oct. erhalten: Bsssiege eache der. Js0 residirende Moldauische Hospodar, ein Mann von den schönsten Eigenschaften; der viele Wissenschaften, die Kennthiß der Französischen u. Italiänischen Sprache, und ein Vermögen wenigstens ein Paar Millionen, das aber all im Venetianischen angelegt ist besaß, unvermuthet von 10 Janitscharen unter eines eigents aus dem Serail eselet tach besock äost ie Shancden Schutz und die Sicherheit dieses Fürsten einbedungen hat, so kann dieser dem Tractate sehr zuwiderlaufende Vorfall unmöglich von dem Petersburger Hofe gleichgül tig angesehen werden. Die Zeit wird bald wichtige Auftritte zu vernehmen geben. Dieser Fürst war in dem letzten Kriege lange zu Petersburg als Gefangener, und traf erst nach schon zu Stande gebrachtem Frieden, in Jassy ein. Sein Betragen war jederzeit auf die Erwerbung der Gunst der Rußischen Monarchinn gerichtet; überhaupt aber zog ihm seine Leutseligkeit und sein gefälliger Character eine allgemeine Hochachtung zu so, daß sein itziges Unglück vielen recht nahe gehet Wien, vom 12. Nov. Aus der Moldau hat man folgenden Bericht über die Hinrichtung des dasigen Fürsten erhalten: Den raten October, Abends, kam ein Türkischer Befehlshaber zu Jassy mit einem kleinen Gefolge an. Er nahm in der Szadt Quartier, stellte sich bettlägerig krank, und verlangte des Fürsten Leibarzt. Den darauf folgenden Tag gieng der Fürst zu dem Türkischen Befehlshaber, und gab ihm einen Besuch. Kaum trat er ein, so fragte der Türk, wo des Fürsten Leibarzt wäre? Dieser erwiederte, daß er auf dem Lande bey Kranken seyn müsse. Auf dieses saß der Türk in seinem Lager auf, suchte einen Brief oder Befehl von seinem Kaiser, welcher dahin lautete, daß der Kaiser ihm, den Fürsten für seine bisherige Dienstleistung danke. In einer kleinen Weile ergriff der Türk noch einen Brief aus seinem Busen, rufte seinen Leuten aus der Kammer, und befahl, dem Fürsten auf der Stelle den Kopf abzuschlagen. Der Fürst widersetzte sich, ward aber zur Erde geworfen, mit 9 Messerstichen getödtet, sodann ihm der Kopf abgeschlagen, und dieser eilends nach Coustantinopel geschickt. Nach dieser Enthauptung wurden seine Kleider durchsucht„auch alle Schriften und vorgefundene Gelder weggenommen. Dem Metropoliten soll kein Leid geschehen Warschau, vom 72. Rov. Bey dem hiesigen Türkischen Gesandten soll es ziemlich verwirrr zugehen, und unter den Leuten seines Hofes eine große Uneinigkeit herrschen, indem einige nicht genug bekommen können, und an allen Geschenken, die der Gesandte etwa hin und wieder bey Herrschaften bekommt, Theil haben wvollen. Die Uneinigkeit und das Lärmen soll schon so groß seyn; daß er sein Recht brauchen, und, um die übrigen zu schrecken, einem den Kopf vor die Füsse legen lassen müssen. Andere aber sollen sich doch an ihm gerächet haben; denn man sagt, er sey nicht nur sehr bestohlen worden, sondern auch um seine vornehmsten Schriften, oder um das Archiv gekommen, welches ihn freylich in die größte Verlegenheit setzen dürfte. Man sagt, daß dem Fürsten von der Wallachey eben ein solches Schicksal, als dem von der Moldau, zugedacht gewesen sey; weiler aber davon einigenWind bekommen, so soller sich noch zu rechter Zeit reterirt und in die Oesterreichischen Staaten begeben haben.— Allem Ansehen nach, wird der Pohlnische Gesandte zu Constantinopei in kurzem zurückberufen werven, und alsdann dürfte der hiesige Türkische Gesandte gleichfalls von hier weggehen. Paris, vom ro. Nov. Ein zu Bordeaux angekommener SchifftCapitain, welcher am roten Septemb. aus Nordamerika abgesegelt ist, hat von der Lage der Amerikanischen Sachen einen sehr vortheilhaften Bericht gegeben, und zugleich erzählt, daß bis dahin kein entscheidendes Gefecht, auch nicht einmal ein bedeutendes Scharmützel vorgefallen sey. Hannover, vom 14. Nov. An alle Inf.nterie=Regimenter unsers Kuhrfürstenthums ist der Befehl ergangen, sich mit Zelten zu versehen. Haag, vom 15. Nov. Die Generalstaaten haben das Verbot der Ausfuhr aller Kriegsbedürfnisse nach den Englischen Colonien, bev Strafe der Confiscation der Ladung, und 1o0o Gulden zu Lasten des Schiffes, auf ein Jahr verlängert.