Mit Ihrer Kuhrfürstl. Gnaden zu Cölln gnädigstem Privilegio Dienstag den 3. Junius. ngefolg vom Hochfürstl. Münsterschen geistlichen Hofgericht erlassenen Mandsti ad distrahendum wird hiemit bekannt gemacht, wie daß am Mitwochen, den 4. Junius l. J. Morgens 1 1 Uhr das dem Wirth Schrey zaständige zwischen Nottulen und Schapdetten belegene sogenannte HoppenHaus, welches Schatzfrey und auf 400 Ril werdiret ist, dem Meisibietenden gerichtlich in solchem Hause verkaufet werden soll. Geben Kosfeld den 22. May 1777. Auf Richterliche Verordnung Bernzen Grschr. Ingefolg vom Hochfürstl. Münstr. geistliO chen Hof= und Officialatgericht in Sachen Discuflionis Rötgermans ausgelassenen I. Gerichtliche Notifications. Mandati ad reastimandum& diltrahendum wird hiemit bekannt gemacht, wie daß des Johann Henrichen Rötgermans vorhero Quanten auf der Heyde zu Olffen belegenes Haus und Hof, wie auch darzu gehöriges Brauhaus und Scheuer, mithin zwey Gärten nämlich an der Olffer Heyde, und nach Unterscheid am Selcken belegen, auf Donnerstag, den raten Junius l. J. Nachmittags 1 Uhr zu Olfen am Rathhause behuf des Rötgermans Creditoren dem Meistbietenden gerichtlich verkaufet werden sollen. Signat. Werne den 2r May 1777. De Mandato D. Judicis Deuz, Grschr. II. Gestohlene Sachen. ein dem hiesigen Bäckeramtsverwand= schwarzer Farbe, im rten Jahrealt ein weten Homan zuständiger Wallach von nig weit von Ohren; und eine kleine weiße Stern vorm Kopf habend, in der Nacht vom 26sten auf den 2ysten May l. J. aus einem an der Mecklenbeckschen Stegge ohnweit dieser Stadt belegenen Kampe mit Losbrechung des Heckes oder Schlagbaums gestohlen worden: so wird es hierdurch bekannt gemacht, und ein jeder, welcher von diesem Diebstal oder dem Diebe etwa Nachricht erhalten möchte, es beym Gogerichte Backenfeld anzumelden ersucher, wohingegen demselben die Verschweigung seines Namens, und die edictmäßige Belohnung versichert wird. Münster den 1. Junius 1777. De Mandato D. Gogravii Kerckerinck Gendr Grschr. Da in der Nacht vom sten auf den 6ten dieses Monats May der hiesigen Jungfern Katharinen Gertrud Volckeri vermits eines Einbruchs und losgebrochenen sogenannten glasernen Scheibenfensters an der Küchen nachspecificirte Sachen gestohlen worden: 1) Ein Stück besten Zitz mit weis sen Grund von r3 Ellen. 2) Ein Stück dito Sort von 6 Ellen. 3) 5 Stuven dito Sort jeden von7 Ellen. 4) Ein Stück gemeinen Zitz belegten Grund vonh und einer halben Elle. 8) Drey Stück dito Sort jedes von 8 Ellen annoch groß wödurch eine Kante. 6) Ein Stück dito von ro ein halbe Elle. 7) Ein Stuven von mittler Sorte Zitz zu drittehalb Elle. 8) Ein halbes Stück blauen dito zu rr Ellen. 9) Ein Stuven von 4Ellen dito Sort perlemot blau 1o) Noch ein dito Sort blauen Stuven von anderthalb Ellen. rr) Ein Stuven von drittehalb Ellen dito Sorte mit belegtem Grund und Schlange dadurch. 12) Ein Stuven mit ein Ruthen Blümchen von 7 u. eine halbe Ellen. 12) Ein Lappen vom besten Zitze ohngefähr eine Elle.4) Zehn Stuvens von diversen Sorten, so3 bis 6 Ellen groß. 1s) Sieben Ellen glänzenden Kattun perschen Coleur. r6) Drey Lappens mittler Sorte Kattun jeden von 6 Ellen. 17) Noch viele Lappens und Stuven in persch und rother Coleur von 2. 3. 4. bis 6 Ellen groß woraus Nebelkappen geschnitten. 18) Ein Lappen von 8 Ellen braunen Kattun mit roth und weissen Blumen. 19) Zwey Lappen roth gestreiften Kattun von Ellen. 20) Ein Stuven von anderthalb Elle schlechten Kattun, worinn die Mäuse einige Löcher gefressen. r) Ein Stück braungelb gestreiften Stof von 20 Ellen. 22) 20 Stück braunlich gestreifete Schnüpftücher. 23) Ein papiernes Käsichen mit blauen Streifen, so voll von groben Kanten. 24) Noch 2 abgeschnittene feine Kantenzu Binzen. 26) 2 Stück Sammetband N. 16. 26) Noch 2 dito Sorten Num. 3o. 27) Nochs Stück ganz breiten mittlern u. schmalen Sorte, wovon etliche Ellen verkauft. 28) r Stück Mantel Korte so auf ein Brei gewickelt gewesen. 29) 20 ganze Rollen Spiegelband auf runde Rollen gewickelt a N. 1. 2 z. und r ein halb. z0) Noch 10 ac 12 Rollen in kleinen Figuren von allerhand Couleuren dito Sort Nro2. 31) za4 Stück gewässert und Sternband N. 2 und rein halb, 32)s Stück Leibband von unterschiedl. Sorten. 33)2 Stück Spiegelband blau mit einer rothen Egge N. 2. und rein halb. 34) Ein Stück Band von groben Golde mit rothen, grüngelben u. blauen Blumen. 35) Zwey Stück Band mit silberen Drath und rothen und grünen Grund a Num. 4. 36) Ein Stück a N. r ein halb dito Sort mit blauen Grund und silbernen Drath gestreifet. 27)r Stück schmales Citronengelbes Floretten Band. 38)2 Stück grünerRollband: 39) Ein Pack weissen langen und kurzen Zwirn. 40) Ein Vortuch von rothen Kattun mit gestreiften Florettband. 41) Ein geschnitten Kinder=Vortuch so nicht genähet. 42) Eine triumphanten Nebelkappe mit weissen Band so bereits gebrauchet, 43) Eine Quantität Nadelen Haken und Oesen. So wird solches hiedurch bekannt gemacht, und ein jeder welcher von diesem Diebstal oder dem Diebe Nachricht erhalten möchte, es bey hiesigem Kosfeldischen Magistrat der Gerechtigkeit zum Steut und zum gemeinen Besten anzuzeigen wohingegen demselben mit Verschweigung seines Namens die Edictmäßige lohnung versichert und allenfalls nach Befinden von der Beschädigten noch ein gutes Douceur versprochen wird. Lignarum KosIII. Vermischte Nachrichten. (Es sollen am Freytag; den 2ysten Junius * Nachmittags um 2 Uhr drey dahier belegene Häuser als r. auf der Hollenbecker Strasse lub Num. 1645#2. daselbst lubNum 1646, und z in der Gruetsteggen sab Num. 594 welche nach Unterscheid vom Gärtner Sebalt, Stückjunkern Stuecke, und Zimmermeistern Wortman dermalen bewohnt werden, und wovon ersteres auf 255 Rthl. das zweyte auf 290 Rthl. und das dritte auf 210 Rthl. geschätzet worden, mit ihren Zubehörungen auf der großen Stadts=Raths= kammer hieselbst öffentlich ausgefeilet, und den Meistbietenden verkaufet werden. Die darzu Lusitragende wollen sich alsdann daselbst einfinden, und können die Bedingnissen vorhero am Stadts=Secretariat vernehmen. Geben Münster aus der Raths=Versammlung den 23. May 1777. Ex Commiflione Senacus F. W. Cramer, Secret. (Es sollen am künftigen Samstag, denyten * Junii Vormittags um 10 Uhr aufm hochadelichen Hause Assen 35 Malter Gersten, 12 Malter Roggen uno 7 Malter Weitzen dem Meistbietenven öffentlich verkaufet werden. Die zur Ankaufung Lust tragen können sich um bestimmte Zeit aufm hochadelichen Hause Assen einfinden, und das Fernere vernehmen. Weddige„Renthmeist. feld den 21. May 1777. De Mandato DD. Confuhum Müller, Seecrer. (Es ist ein großes auf einer gelegenen StraE ße gelegenes Haus nebst anliegenden Gadem und Hinterhaus aus freyer Hand zu verkaufen. Das Intell. Comt. giebt davon Nachricht. (Fsist ein zu aller Handthierung bequemes * H a u s a u s f r e y e r H a n d z u v e r k a u f e n. Das Intell. Comtoir giebt Nachricht. Christian Wilhelm Voigt im Hochstifte Münster gnädigst privilegirter Glockengiesser läßt diejenigen welche Glocken neu oder umzugiessen gesinnet, ersuchen ihm davon Nachricht zu geben. Er verspricht untadelhafte und geschwinde Verfertigung. Bis daran er sich hier in Münster wird niedergelassen haben, giebt das Intell. Comt. die Anweisung seines Aufenthalts. Ein Mensch, der mehrere Jahren als Kutscher bey Herrschaften gedienet, und mit guten Attestaten versehen ist, wünschet dahier in gleicher Qualität wiederum bey einer Herrschaft anzukommen. Er hat zugleich ein schwarz Holsteinisches Pferd, 18 Hand hoch 6 Jahr alt, so bereits zum Kutschpferd dreßirt ist zu verkaufen. Er logiret an der Landstraße zu Nienberge bey Keller Schildwirth im blauen Hahn. Vermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. Portugiesische Gränze, vom 20. April Das Päbstl. Nuntiaturgericht zu Lisabon hat den P. di Mendoca, General der Bernardoni, zu einer sjährigen engen Gefangenschaft verurtheilt, nach welchem er von zween Lectoren2 Jähre in den Grundsätzen der Religion, die er entweder vergessen oder miskennt hat unterwiesen werden und alsdann seine übrige Lebenstage im Gefängniß beschliessen soll. Der P. Mansilha und zwey andere Ordensmänner sind dem Inquisitionsgerichte überantwortet worden. Mansilha war nicht Intendant der Wein=Compagnie zu Oporto, sondern blos der Canal, durch welchen das jährliche Geschenk floß, welches beregte Compagnie heimlich dessen Einsetzer und Beschützer, dem Marquis von Pombal machte. Das Geschenk bestand in einem Ducaten von jedem Fasse Wein, das ausgeführet wurde, welches dann jährlich auf 60 tausend Ducaten betragen soll. Die ganze Provinz widersetzte sich der Aufrichtung des Monopoliums mit einem Product, welches die einzige Quelle ihres Unterhalts und Reichthums war. Der Minister hieß diese Widersetzung Empörung, und schickte unter solchem Vorwande eine Commißon nach der Provinz, die aus; bis 6 Räthen bestand. Das Haupt dieser Commißion war Mascarenhas, ein Bösewicht der über 300 Personen henken ließ. Da der Minister wohl einsah, was für einen schlimmen Namen ihm diese Grausamkeit zuziehen könnte, so warf er alle Schuld auf den Mascarenhas, den er schon aus dem Lande geschafft, indem er ihn zum Präsidenten des Relationsgerichts zu Rio di Janeiro bestellet hatte und um die Nation noch mehr zu überzeugen so misbilligte derselbe das Betragen der Commißion, und ließ ihren Chef, obgedachten Mascarenhas, auf Lebenszeit zu Gefängniß bringen, anfänglich auch ihm nur schlechtes Gehalt, nach einigen Jahren aber in einem leidlichern Gefängnisse, wo er noch ist, täglich einen Thaler zum Unterhalte geben, welches man für solches Ungeheuer viel zu viel findet. Der Marquis Pombal soll sich eine der Königinn von Portugall immer zuständige Abgabe von dem Thunfischfange zugeeignet, und das Zollamt an Gütern u. Waaren um mehr als eine Million Cruzaden bekrogen haben. Der Beichtvater Ihrer Majestät unterhält noch die Freundschaft mit dem Marchese von Pombal, und stehet deshalb weder bey den Hof=Cavalieren, noch bey den Ministeren, noch auch bey dem Volkein Achtung; es scheint aber; er sey der Huld der Monarchinn sicher. Dünkirchen, vom 2r. May. Der Capitain und das Schiffsvolk von dem kleinen Amerikanischen Caperschiffe sitzen allhier noch in gefänglicher Haft. Die Admiralität hat den Auftrag einen ausführlichen Bericht von allen eben diesem Caper betreffenden Umständen an den Hof zu Versailles einzuschicken. Es wird sich sodann entwickeln, ob er als ein Seeräuber behandelt oder wie in seinem Betracht verfahren werden soll. Inzwischen kommen zuweilen Englische Kriegsschiffe in der Nähe unsers Havens zum Vorschein, um auf die Amerikanischen Caper zu lauren. Kurzgefaßte Neuigkeiten. Pombals Ebenbild ist von dem erbitterten Pöbel in Lisabon durch die Straßen geschleppet, hernächst an einen Galgen geheftet und in Brand gesteckt worden. Da dieser Exminister nicht mehr auf seinem Gut gesehen wird, so bestärket solches die Reinung daß er entweder verschwunden, oder besser für seine Sicherheit gesorgt worden. öffentlichen Berichten, verbreitet sich das Gerücht, daß die Bewachung der Vestungen vom Hannöverischen Lande fremden Truppen werde anvertrauet werden, wann die Umstände es erforderten, daß die noch übrigen Regimenter dieses Kuhrfürstenthums nach Amerika gehen sollten. Der Herr Marquis de la Fayette, dem der Allerchristlichste König erlaubt hatte eine zmonatliche Reise anzutreten; soll statt nach Italien zu gehen, seinem ersten Entschlusse gefolget, und wirklich nach Amerika abgesegelt seyn. Die Königinn von Portugall hat dem ehemals zu Wien, Berlin und im Haag gestandenen Landgräfl. Hessen=Casselschen Minister, Herrn Grafen Carl von Oyenhausen, in betracht seiner großen Eigenschaften und Verdienste, den Grad eines Brigadiers Dero Kriegsheers verliehen, und ihn mit 4000 Cruzaden beschenket. Einige Politiker meinen, daß die Reise des Fürsten von Lichtenstein nach Berlineinige Bedeutung haben könnte, und urtheilen dieses und jenes. Dem von Rußland anerkannten Crimmischen Chan, Sahir Gueray, soll nun die ganze Tartarische Nation auf einmal zugefallen seyn. Es hatte zwar geheissen, daß die Campementer in Böhmen und Mähren contremandirt wären; gegenwärtig aber wird verstchert, daß es bey dem vorigen Beschluß verbleiben werde.