Mit Ihrer Kuhrfürstl. Gnaden zu Cölln gnädigstem Privilegio Freytag, den 16. May. I. Vermischte Nachrichten. Demnach von des Herrn Generalmajorn von Stael Regiment, Hauptmanns von Sonnenberg Compagnie der Mousquetier Joseph Schröder, gebürtig aus Warendorf amyten dieses Monats desertiret ist, als wird solches hiedurch mit dem Anhang bekannt gemacht, daß demjenigen welcher obbemeldten Deserteur anhalten, oder anweisen, und dadurch dessen Zurückbringung befördern werde, die edictmäßige Belohnung von 20 Rthl. sofort ausbezahlet werden solle. Beschlossen im Geheimen Rath Münster den 12. May 1777. C. B. Münstermann. IAlm künftigen Dienstag, den sosten May, * sollbey Schulten Holsen Kirspels Hilkrup zehn Haufen grob Büchenholz und etliche hundert Buschen den Meistbietenden verkaufet werden, die Liebhabere wollen in Duo des Nachmittags 2 Uhr daselbst sich beliebigst einfinden. Da die Erbgenamen Kanonici Dütting * am Freytag, den ezsten dieses Monats May Vormittazs 10 Uhr verschiedene ohnweit Telgte belegene Ländereyen den Meistbietenden zu verkaufen entschlossen sind, so belieben sich die dazuLusttragende an gedachtem Tage und Stunde in der Behausung des Herrn Ostendorfs zu Telgte einfinden zu lassen, und alldort die Conditionen zu vernehmen. Ex speciali Commillione H. Temme. (Es wird hiemit bekannt gemacht, daß am z1sten dieses Monats May des Morgens um acht Uhr in den Büschen beym Gogreving ohnweit der Hiltrupschen Kapelle vierzig Haufen Holz meistvietend verkaufer werden sollen, diejenige, so kust und Mittel Diejenigen so in diesem Jahre den Pyrhaben belieben sich am bestimmten Ort und### monter Brunnen zu gebrauchen, und Zeit einzufinden. Münster den II. May selben für sich nicht befondees kommen zu 1777 lassen willens wollen sich gefälligst bey mir De Mandato Commillionis melden, da selbiger sodann zur rechten Zeit J. Trost, Ack. und gegen billigen Preiß geliefert werden soll. P. L. Giese. IV. Landeslotterie=Sachen. Da der zur Erneuerung deren in der aten ist, so hat man denen Herren Interessenten Klasse hiesiger raten Hochfürstlichen an obgemeldte Erneuerung zur dritten Klasse Landeslotterie nicht ausgezogenen Numern, welche mit zwey Gulden geschehen muß, hieangesetzte und bekannt gemachte Schlußter= durch erinnern wollen. min nämlich der sosie dieses Monats nahe Vermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. Lisabon, vom 8. April. Es gehen noch immer neue Wechsel und Beförderungen allhier vor. Der Hochselige König ist bekanntlich seit dem 12. Novemb, 1776 bis zu seinem Sterbtage den 24. Febr. 1777 sprachlos gewesen, hat aber seine Sinnevöllig beybehalten. Da er nun von allen Staats=Angelegenheiten Wissenschaft haden wollte so setzte er seine Willensmeinung mit einem Bleysiifte auf. Höchstdieselben übertrugen doch nach Verlauf einiger Tage die Geschäfte Ihrer Königl. Gemahlinn, welche in dieser kurzen Zeit erweislich gemacht haben, daß das Ruder in den würdigsten Händen war. Ihrer Majestät reifer Einsicht hat man es zu verdanken, daßz ein= und anderen unglücklichen Ausschlägen; die zu vermuthen waren; der Riegel vorgeschoben worden. Sie untersagte, bey Vermeidung der Todesstrafe, den beyden Königl. Aerzten dem Marchese von Pombal zu offenbaren, daß die Krankheit des Monarchen so gefährlich wäre, und befahl vielmehr, auszusagen, daß der König noch 2 Jahre leben könnte. Uebrigens sorgte die Königinn immer zu verhinderen, daß er nicht zum Könige kam. Endlich verkündigte das allgemeine Geläute der Glocken dem Marchese, daß der König eben verschieden wäre. Er eilte hierauf nach dem Pallaste und machte sich hinter die beyden Aerzte mit den dißigsten Schmähworten, die ihm aber erwiederten, daß sie auf höhern Befehl sich also verhalten hätten. Als der Bischof von Coimbra im Jahre r768 einen Hirtenbrief gegen die dermaligen Neuerungen ohne Erlaubniß des Gerichts Menza Censoria, zum Druck hatte beförderen lassen ward dieser für die Rechte der Kirche vorzüglich eifernde Hirt gefänglich niedergeworfen, Gleichwie nun die höhere Fügung der bedrängten Unschuld Gerechtigkeit wiederfahren läßt, so ereignete es sich auch, daß der Hochselige König vor seinem Hinscheiden verordnete, diesen würdigen Bischof stündlich auf freyen Fuß zu setzen. Die Königinn beorderte sogleich den Blutrichter nach dem Fort Jonqueira, um den Prälaten herauszunehmen; allein er ward in keiner Gefängniß der Stadt angetroffen. Wie befremdlich dieses der Königin vorkam, läßt sich leicht ermessen. Ihre Maj. stellten den Marchese von Pombal über den Gefangenschaftsort zu Rede. Er gab die Anzeige davon, und man fand den Gefangenen in einem7 Schuhe langen und z breiten unterirdischen Kerker. Bey der Aufsperrung dies ser so finstern als fürchterlichen Gruft vermeinte der Bischof, man käme, ihn umzubringen. In solchem schauermochenden Gedanken fiel er auf die Knie, und sagte mit gesetztem Muthe zu seinen Befreyern, die er für seine Henker hielt:“ schlagt zu, hier ist euer Schlachtopfer. Wie groß war aber seine Verwunderung, und wir lebte er von dem Todesschrecken auf als man ihm verkündigte, daß der König ihm vor seinem Lebens=Ende vergeben hätte, und sie die Boten seiner Freyheit wären! Man nahm ihn aus der scheußlichen Grubs, und, da die Erretter seinen silberfärbigen langen Bart, sein verehrungswürdiges graues Alter, und seine zerfetzte Kleidung betrachteten, fielen sie zur Erde nieder, und weineren Thränen des Mitleidens. Er begehrte, man möchte ihn zu seinem Reffen, dem Grafen von Povolide führen, und begab sich dahin zu Fuße. Auf dem Wege hielt er bey einer Kapelle stille, ließ die Geistlichen rufen; gieng mit ihnen herein, und half das Te Deum absingen. Kaum warer bey seinem Reffen, da ließ die Königinn ihm sagen, daß sie ihn in seinem dermaligen Zustande sehen wollte. Der Prälatentschuldigte sich anfänglich und wendete ein, sein Caracter gäbe ihm nicht zu also zu erscheinen; da ihm aber zugedrungen ward, sich nach Hofe zu begeben brach er in einer alten weissen Weste und einem zersetzten Talar dahin auf. Die verwittwete Königinn, der König und die regierende Königinn küsseten ihm die Hand, begehrten, er möchte sich niederlassen; und das während seiner Gefangenschaft ausgestandene Elend erzählen. Er beklagte sich über niemand und sagte nur er würde zum öftern vor Hunger verschmachter seyn,wenn der Stockmeister sich seiner nicht erbarmet, ihm einige Speisen, unter andern Schminkbohnen, gesalzene Sardellen, u. s. w. gegeben, auch ida er mit einem bösartigen Fieber befallen gewesen, einige Arzney hätte zugehen lassen. Die Königl. Herrschaften waren durch den Zustand des Hochwürdigsten Greisen und seine tugendvolle Verschwiegenheit sehr gerührt, und der Herr Bischof beurlaubte sich von ihren Majestäten mit den dankbarsten Empfindungen. Aus Frankreich, vom 3. May. Von der Ankunft des Grafen von Falkenstein an unserm Königl. Hofe ist noch vieles nachzuholen. Unsere Gallier überhaupt sind durch seine Herablassung für ihn eingenommen und man weis nicht, welche von seinen unvergleichlichen Eigenschaften man am meisten bewundern soll. Die allgemeine Stimme sagt, er diene allen Fürsten und Großen zum Musier. Als der Kaiser neulich zur Tafel gerufen wurde, sagte Er: Ich muß gehen, Ich stehe nun unter der Vormundschaft meiner Schwester. Man gab Ihm an der Tafel einen Sessel dem Könige gegenüber: Er wollte Sich dessen aber nicht bedienen sondern nahm einen Stuhl, welchem Beyspiele der König sogleich nachfolgte. Der Graf von Maurepas hatte an dem Tage, da er den Besuch des Kaisers vermuthete seinen Bedienten befohlen niemand, als den Grafen von Falkenstein, vor sich zu lassen. Der Kaiser kam; und, als Er Sich unter besagtem Namen anmelden ließ, antwortete der Kammerdiener,; der es unrecht versiund, daß sein Herr mit dem Großsiegelbewahrer beschäftigt und also für diesmal nicht wohl zu sprechen sey. Der Herr von Maurepas hatte den Namen des Kaisers nicht ldeutlich ausgesprochen, und dadurch seine Bedienten irre gemacht. Indessen sagte jemand in dem Vorzimmerd es ist jalder Kaiser. Der Kammerdiener wollte es seinem Herrn eilends hinterbringen; aber der Kaiser hielt ihn zurück indem Er sagte: der Graf von Falkenstein kann sehr wohl warten. Hierüber vergieng bey einer Viertelstunde, während welcher Zeit der Kaiser in dem Vorzimmer gestanden. Der Graf von Maurepas ward der Sache durch den Prinzen. von Havray inne, und kam in der größten Eil herbey###entschuldigte sich auch ungemein; allein er erhielt von dem Herrn Grafen von Falkenstein die Antwort: Die Geschäfte zum Besien des Staates hätten billig immer vor Besuchen der Particularen den Vorzug. Der Herr Herzog von Choiseul ist bisher noch immer zu Chanteloup geblieben; indessen glaubt man doch er werde nach Paris kommen, um einen Besuch bey dem Herrn Grafen von Falkenstein abzulegen, ehe Derselbe von da abreisen wird. Amsterdam, vom 9. May. Die Londner Nachrichten sind von einem Gewebe, darin sich der wahre Grund nicht aufdecken läßt. Daß der General Washington gestorben sey, soll der Hof sicher wissen, und doch diese Sage blos auf der Aussage eines Ueberläufers von der Amerikanischen Armee beruhen, welcher versichert habe, daß ein ansteckendes Fieber darin herrschete, von welchem besagter Befehlshaber befallen worden; seine Krankheit hätte die Unthätigkeit der Armee veranlaßt, und in dieser Zwischenzeit sey dem Herrn Mifflin, vormaligen Adjudanten des Herrn Washington das Commando en Chef anvertraut worden. Wegen der nahen Eroberung der Stadt Philadelphia, in welcher Absicht der General Howe den Aufbruch seiner Armee auf den 2Isten April festgesetzt haben soll, scheint der Congreß auch nicht so ausserordentlich besorgt zu seyn, um so mehr, da er kein Bedenken getragen, seinen Sitz von Baltimore dahin zu verlegen und übrigens 17 tausend Mann die Stadt bedecken. Noch neuerdings hat dieser Körper der verbundenen Colonien eine Beförderung von Generälen vorgenommen. Kurzgefaßte Neuigkeiten. Man versichert, die Königinn von Portugall habe den Befehl von der Befreyung des Marchese von Alorna und der Gebrüder von Lorena nicht eher ausgefertigt, als bis Sie die Beweise der Unschuld der vorgedachten Herren, und selbst einiger von denen welche auf dem Blutgerüste gestorben sind in Händen gehabt habe. Die neuen Gefängnisse, welche der Marquis von Pombal hat bauen lassen, sind bis auf den Grund geschleifet. Daß am eten May ein Amerikanischer Kaper das Londner Packetboot mit Briefen 29. April aufgehoben und entführt habe bestättigt sich völlig. Die Art und Weise aber, wie es dabey hergegangen, die ganze Beschreibung ist für uns zu weitläufig. Zu Paris hat sich eine abscheuliche Geschichte zugetragen. Eine sichere von la Mothe, welche aus einer der dasigen Provinzialstädte dahin gekommen war, um Geld zu erheben wurde einsmal unsichtbar so daß man sie über einen Monat lang vermißte. Endlich entdeckte man ihren Körper in einem Keller, und der Verdacht fiel auf einen gewissen Desrues., daß er sie vergiftet habe. Eben dieser Desrues hatte einige Wochen vorher einen Knaben, für dessen Oheim er sich ausgegeben, zu Versailles begraben lassen. Nun ist entdeckt worden, daß der Knab ein Sohn von jener la Mothe gewesen Man hat dessen Körper auch wieder ausgraben und besichtigen lassen. Eine Mengellmstände machen den Desrues, welcher schon seit zween Tagen keine Speisen mehr zu sich nehmen will, als zweyfachen Mörder äusserst verdächtig. Auch sagt man er werde lebendig gerädert, und sein Körper eine Stunde hernach zur Asche verbrannt werden. Der Kaiser will zu Paris anders nicht als Herr Graf, sogar von Allerhöchstdero Dienerschaft genannt werden. Man sagt; Er hätte über die Einrichtung der Invaliden vieles Wohlgefallen geäussert. An einem frühen Morgen gieng Er, den Thiergarten in Augenschein zu nehmen. Der Thierwarter fand nun für gut Ihm allein die Thiere nicht zu zeigen sondern hieß ihn warten, bis mehrere Leute kämen; Er wartete ganz gelassen wohl eine halbe Stunde, da dann mehrere Leute in gleicher Absicht kamen mit denen Er dann unerkannt alles besah. Beym Weggehen gab die Gesellschaft 6 Livres, und der Herr Graf 1oLouisdvor. Der Wärter wußte nicht, was er denken sollte, und der Herr Graf belustigte Sich mit der Königinn über diesen Vorfall mit dem Thierwärter. Der Amerikanische Congreß hat dermalen 4 Kriegsschiffe in der See. Ihren Befehlshabern ist eingebunden, alle Schiffe die ihres Erachtens, nicht der Mühe lovnen weggenommen zu werden, entweder in Grund zu bohren oder zu verbrennen. „Der Bischof von Coimbra soll, von der Last seiner Jahre und des vormaligen Elends gedrückt, gefährlich fran##— Wegen einfallendes H. Pfingstfest wird das nachste Intelligenzblatt am Mittwoch ausgegeben.