Mit Ihrer Kuhrfürstl. Gnaden zu Cölln gnädigstem Privilegio den 8. November me I. Gerichtliche Notifications. Qa hiesiges Goldschmiede=Amt die ihme zuständige auf der Bergstraßen dahier belegene Num. rro bezeichnete Behausung samt Hinterhaus und Gehöffde auch übrigen Zubehör, mit höchster Landesherrlicher gnädigst ertheilter Bewilligung, und zwar zu mehrerer Sicherheit gerichtlich verkaufen zu lassen gesinnet int, auch des Endes gehörig hat anrufen lassen, als wird aus Befehl des Hochfürstl. Münsterischen Herrn StadtsRichtern hiemit kund gemacht, daß sothane Behausung samt obvermeldten Zubehör am künftigen Samstag, denhten November, des Nachmittags um 2 Uhr auf allhiesigem Gruetsaal für dem ltimato ad 850 Rthlr. ausgesetzet, und gegen sichere in actu cittral cionis bekannt machende auch beym Protocoll Ends benennten Gerichtsschreibern vorher einzusehende Bedingnissen dem Meistbietenden verkaufet werden solle. Signat. Münster den 2r. Octob. 1776. De Mandato D. Judicis urbici J. H. Wattendorf: Grschr. Am raten dieses werden einige von dem * verstorbenen Herrn Kanzley=Directorn Böddiger nachgelassene Zuläste alten Rheinwein und Bleichart in dem auf der Jöddefelder Straße Nro. 1597. gezeichneten III. Vermischte Nachrichten. se Nachmittags um 2 Uhr den Meistbietenden Ahmweise verkaufet werden. Venn einige Studenten oder sonst semand eingutes Kosthaus und Logis suchet dem kann das Intellig. Comt. Anweisung geben. Ir eimnnn unenn= Ann Die von mir im bevorstehenden Winter des Morgens von9 bis ro über die Instikuten, und des Nachmittags von 2 bis 3 Uhr über die Pandecten abzuhaltende Vorlesungen werden unterm irten dieses Monats November ihren Anfang nehmen. H. Nacke. Da die Zeit der gewöhnlichen Winter=Concerten herannahet, die Kösten aber dieselben abhalten zu können, nicht mehr wie sonsten, sondern gegenwärtig wegen unterschiedlichen Umständen fast um den halben Theil sich vermehren; so bittet man alle respective Herren Liebhabere ganz gehorsamst und ergebenst, die Abonnements= Billets einsweilen(jedoch ohne Zahlung) bey mir Ends gesetzten gütigst abholen zu lassen; gleichwie ich auch an mehrere hohe und andere Orte dieselbe selbsten werde überreichen: damit man die allenfallsige Balance voraus sehen moge. Man wird sich besonders befleissen, die resp.] Herren und Dames mit sehr vielen neuen und gefälligen Vorträgen gänzlich zu befriedigen. Wenn sich die Abbonnements so vermehren, daß nur die benöthigten Unkösten dadurch können abgetragen werden, so sind alle resp. Dames gänzlich frey. Das Abonnement auf der ersten Gallerie ist 6Rthlr. in dem Parterre ein Ducat, auf der öberen Gallerie 1 Rthl. 12 Ggr. F. A. Martelli, Hochf. Münstr. Kapellm. Vermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. Lisabon, vom 26. Sept. Uneracht der hier herrschenden Stille wegen unserer Irrungen mit Spanien; gehen nach und nach Verstärkungen von Truppen und Ammunition nach unsern Colonien ab. Auch sind die vor kurzem verringerten Compagnien wieder auf ihren alten Fuß gebracht worden. Die Schritte des Madrider Hofes scheinen uns zu warnen, daß wir auf guter Hut stehen mogen. An alle unsere Schiffe ist der Befehlgrfertigt worden die Englisch Amerikanischen Schiffe anzugreifen. Sie streifen in unseren Gewässern, und haben bereits verschiedene Schiffe aufgebracht. Es ist befremdlich, daß diese Rebellen, die bisher nur durch ihre Seemacht kennbar geworden sich bevgehen lassen, die Handlung Europäischer Mächte zu stören) und über dies wie wir hören, so dreiste gewesen sind, eine Kriegserklärung wider unsere Flagge abzukündigen, unter dem Vorwande, weil der König untersagt hat, ihre Schiffe in unsern Hafen einzunehmen. Wie, wann die Englischen Truppen ihnen solche SouverainitätsHandliingen einstecken! Aus Pohlen, vom 20. Octob. Der Königl. Preußische Minister, Ritter von Benoit, wird nun nächstens von Warschau abreisen. Er hat nochmals bekannt machen lassen, daß diejenigen, welche etwas von iihm zu fordern haben; sich damit melden mogen. In der zweyten Woche dieses Monates wurden einige arme Bauern in Warschau eingebracht welche das Unglück gehabt hatten, mit einem Starosten die Nacht in einem Wirthshause auszuruhen. Dem Starosten wurde seine Casse entwendet, oder vielmehr er vermißte solche erst frühe in diesem Wirthshause, als er abfahren wollte. Nachdem er nun den Jüdischen Wirth und die Seinigen unmenschlich hatte schlagen lassen, so wurden auch auf derLandstraße die armen Bauern mit ihren Wagen eingeholt welche viel früher ausgefahren, und so entsetzlich behandelt waren, daß man die armen unschuldigen Schlachtopfer nicht ohne Jammer ansehen kann. Man fand nichts bey ihnen. Itzo nimmt sich die Herrschaft der Bauern an. Sie hat sie nach Warschau bringen und im Grode besichtigen lassen. London, vom 25. Octob. Es sind Befehle nach Schottland gefertiget worden unverweilt ein neues Regiment Hochländer aufzurichten, welches, sodald es vollzählig seyu wird, nach Amerika eingeschifft werden soll. Ein Schottländischer Edelmann hat; wie wir hören, auf sich genommen, dasselbe aur die Beine zu stellen. Ein Officier schreibt von Long=Island an seinen Freund folgendes:((Newyork ist von den Provinzialisten; wegen einer ansieckenden Krankheit,, welche einige tausend Menschen ins Grab gestürzet hat, geräumt worden. General Howe hat nicht wollen zugeben, daß seine Armee die Stadt beziehen sollte. Er setzet den Provinzialisten, welche Willens sind, zu Kingsbridge Stand zu halten nach. Versetzt General Howe ihnen einen gleichen Streich, wie auf Lang=Island, und gelingt es unserer Armee eben sö, wie auf den Anhöhen von Guana im August geschah, so bin ich der Meinung, der Krieg werde mit diesem Jahre seine Endschaft erreichen. Von der Armee unter dem General Bourgoyne haben wir gar keineNachricht.“ Von der zum Glücke mislungenen Verschwörung der Negres auf Jamaica haben wir nun zu vernehmen, daß es mit der Entdeckung dieses greulichen Complots folgende Bewandtniß hatte. Ein dem Hrn. Adams zuständiger Sklave trat Nachts mit einer geladenen Pistole und einem Dolche in der Hand zu dreyen verschiedenen Malen in seines Herrn Zimmer, in der mörderischen Absicht, ihn ums Leben zu bringen. Herr Adams, voll von Schrecken sprang aus dem Bette ergriff den Mörder so herzhaft, daß er ihn aus seiner Fassung setzte. Der Sklave bekannte ihm das abgeredete Vorhaben, so dahin gieng, daßer, sobald Herr Adams umgebracht gewesen wäre, die Plantation in Brand gesteckt hätte, und auf dieses Losungs=Zeichen sollten die übrigen Sklaven ein allgemeines Blutbad durch das ganze Eiland vorgenommen haben. Der Major Cuyler hat sich zwar am I8ten von dem Könige beurlaubet um mit den neuen Verhaltungen für den General Howe nach Amerika zurückzureisen; es ist aber wahrscheinlich, daß seine Abreise so lange werde ausgesetzt bleiben, bis der Hof von allem dem, was sich amrsten Sept. und die folgenden Tage zu Newyork ereignet hat, vollkommen benachrichtigt sey. Die Stadt York, in England, hat dem Könige am TOten eine unterthänigste Glückwünschungs=Addresse, wegen der Vortheile über die Amerikaner, überreichen lassen. Vermuthlich werden viele andere Städte ein gleiches thun, derer einmüthige Mithülfe zu Fortsetzung dieses Krieges ein günstiger Umstand seyn wird, um den erforderlichen Aufwand zu diesem Kriege bey der bevorstehenden Sitzung des Parlamentes aufzubringen. Man siehet hier nachstehende Erklärung welche die Deputirten der Provinz Pensylvanien bey ährer zu Philadelphia gehaltenen Versammlung von sich gestellt haben: Da die Regierung von Großbrittannien schnurstracks wider die Grundgesetze der Englischen Constitution zu Werke gegangen, und die Einwohner dieser Colonie, auch jene der ubrigen Amerikanischen Theile, durch eine Reihe Ungerechtigkeiten und in der Geschichte unerhörter Bedrückungen, gegen alle Gesitze der Billig= und Menschlichkeit„von ihrem Schutze ausgeschlossen; unsere Vorstellungen verworfen und hintangesetzt und damit nicht zufrieden, uns also übel behandelt hat; seit kurzem fremde Kriegsvölker gekauft, um uns in die knechtlichste Sklaverey zu stürzen; die um uns wohnenden Wilden zu einem Aufstande wider uns erreget; die Regren zu Würgengelen aufgehetzt, und erkläret, daß wir kein Quartier zu gewarten haben sollten; wir seyn dann durchaus untersochet, so betrachten wir in Ausehung der unumschränkten Gewalt, die man wider uns ausüben wollte und welche eine offenbare Verletzung der Pflichten der Regierung gegen Glieder des Staates ist, die Bunds= und Eidespflichten, so uns mit Großbrittannien verbunden, für nichtig und unkräftig, und weil nicht nur allein das Parlament, sondern ein Haufen Personen in Großbrittannien zur Vollziehung der wider uns getroffenen Maßnehmungen mitgewirkt hat, und dem zufolge alle und jedepolitische Vereinigung mit einer Völkerschaft, der all und jede Empfindung der Gerechtigkeit, Vaterlands= Liebe und Großmuth befremdt ist, gefahrvoll aussiehet, so erklären wir Abgeordnete der Einwohner von Pensylvanien; in unserm eigenen Ramen und mit Gutheissen„(Einwilligung und Autorität unserer Constituenten, um die Mittel zu bestimmen; wie die bey dem Congresse am rsten May gefaßten Schlüsse in Vollziehung zu bringen seyn um die Gewalt Großbrittanniens zu unterdrücken und eine popularische Regierung einzuführen, daß wir der durch den Congreß gefaßten Entschliessung, dadurch Amerika für einen freyen und unabhängigen Staat erkläret wird, einmüthig beytreten, dafern die Regierungsform und die erforderlichen Einrichtungen, in betreff der innern Volizey dieser Provinz, dem Willen des Volkes, so diese Colonie ausmacht untergeordnet seyn und bleiben., Wir nehmen den großen Schiedsrichter der Reiche und alle Völkerschaften Europens zu Zeugen, daß diese Erklärung nicht aus Ehrsucht oder hartnäckigter Widersetzlichkeit gegen alle gerechte Gewalt eingeflößt ist; sondern daß wir durch die grausamen Bedrückungen der Großbrittannischen Regierung darzu gezwungen worden sind, und dabey lediglich dem ersten Gesetze der Natur, nämlich unsere Güter und Freyheit beyzubehalten gehorchen, damit wir solche unsern Abkömmlingen, so wie wir sie selbst von unseren Vorfahren empfangen haben, übertragen. Unterschrieben auf Befehl der Provinzial=Convention: Thomas Kean, Präsident. Der Congreß soll, nachdem die Königlichen Truppen sich von Long=Island Meister gemacht haben, sich von Philadelphia nach Reading, andere melden nach Lancaster, begeben haben. Aus Frankreich vom 28. Oct. Die Kriegs=Angelegenheiten der Krone Spanien beschäftigen auch unsere Minister, und besonders den Grafen von St. Germain, welcher das höchste Zutrauen Sr. Majestät, des Königs, vollkommen erlangt zu haben scheint. Es ist kein Geheimniß daß wirklich die Frage sey, Theil an demjenigen Kriege zu nehmen, welchen Spanien bereitet. Die Rüstungen in unsern Seehaven und die Bewegungen unserer Kriegsvölker sind Anzeigen, daß solches geschehn dörfte. Die Ernennung der Officiere welche die zu Brest in der Ausrüsing stehenden6 Kriegsschiffe und 4Fregarten commandiren sollen, ist daselbst eingetroffen. Vor der Hand müssen die Fregatten wechselweise zwo und zwo wöchentlich auslaufen, um auswärts zu beobachten, hernächst aber in den Hafen zurückkehren. Die Sage wird von neuem rege, es würden Se. Majestät, der Kaiser, den Winter zum Theil in Paris zubringen, doch so daß der Monarch alle Feyerlichkeit verbetete und ganz incognito wie ein einzelner Herr, angesehen zu werden verlangte. Man macht hier die Anmerkung, daß Herr von Clugny, seit dem berühmten Herrn von Colbert, der im Jahre 1683 verschied von r9 General=Controlleurs der einzige ist, welcher bis an sein Lebens=Ende diese Stelle bekleidet hat. Niederrhein, vom z. Nov. Auf den Fall, da England von auswärtigen Mächten angegriffen werden sollte, denken öffentliche Berichte dieser Krone 30 tausend Russen zu, und wollen, daß ein Kriegesheer anderer Truppen von 8o tausend Mann an den Rhein marschiren würde. Letzte Vermuthung wird hoffentlich der Winter unter den Schnee vergraben und zu Wasser werden lassen. Politiken wollen die Wendung, welche der Colonistenkrieg in Amerika zu Gunsten der Engländer gewonnen hat; der Ursache der dermaligen Verzögerung des Spanischen Geschwaders zu Cadix zuschreiben. Der öffentliche Vorwand ist, man müße eine Menge andern Zwiebacks zurecht machen, weil der vorräthige zu einer so weiten Reise nicht hinreichend wäre. Dem sey nun, wie ihm wolle, Portugal scheint wenigstens einzig und allein nach dem Laufe des Amerikanischen Krieges seine Maßregeln zu richten weswegen es bisher weder nachgegeben, noch auch höhere Saiten aufgespannet hat.