Mit Ihrer Kuhrfürstl. Gnaden zu Cölln gnädigstem Privilegio Dienstag den 6. August. I. Citationes edistales. Alle und jede Creditoren, so einige Spruch ** und Forderung an den ohnlängst verkauften des Timothei Kock zu Emsdetten, und hinter dessen Behausung daselbst belegenen halben Garten zu haben vermeinen, werden hiedurch zum dritten und letzten mal auf den hten Tag nach geschehener Bekanntmachung dieses edictalner verabladet, um ihre Forderungen und darüber sprechende Urkun den samt richtiger Liquidation bey hiesigem Gericht so gewiß vorzubringen, als sonsten ihnen ein ewiges Stillschweigen= eingebunden werden solle. Signar. Rheine den ryten Julii 1776. Ad Decrecum D. Gogravü Nierman Grschr. Aus Befehl des Dochfürstl. Münsterischen Rheinschen Herrn Richtern werden alle und jede Gläubigere, welche einige Spruch und Forderung an den Tauschlägern Herman Kosters zu Neuenkirchen zu haben vermeinen, hiemit zum ersten mal offener Edictalweise citiret und abgeladen, um ihre Forderungen innerhalb Zeit von 9 Tagen nach Bekanntmachung dieses bey dem Rheinschen Gogericht sub poena perperui silenti gehöriger massen vor= und einzubringen. Signac. Rheine den 24. Julii 1776. Ad Decrecum D. Gogravii Nierman; Grschr. Aluf Anhalten des Herrn Vicar! Wiesman als Emonitoren der Kirchen zu Drensteinfort, werden hiemit offener Edictalweise alle diejenigen, welche ein Eigenthum oder sonstiges Recht an der von der Wittiben Benneman sel. nachgelassene in Drensteinfort belegene Behausung zu haben vermeinen, ein für allemal verabladet, um solches innerhalb 6 Wochen so gewiß am Drensteinfortschen Gerichts=Protocoll vorzutragen, als ihnen ansonst nach Umlauf dieses Peremp=, mar eaictaliter verabladet; solche auf den g. torial=Termins ein ewiges Stillschweigen Tag nach Publication dieses bey hiesigem Haauferlegt werden soll. Lignat. Drensteinfort selunnischen Gerichte zu proponiren, und in den 12. Juli 1770. Händen habende sultilieatoria eum detignati. De Mandato D. Judicis" one reitantium pennonum zu produciren. Lie J. Obermayer, Grschr. guarum den 24. Juli 1776. Allle und jede Creditoren, so an dem Küster Ad Manaarain D. Jugieis Riccius Eilard Lucking zu Herzlake Spruch und Bölliker Grschr. Forderung haben, werden hiemit zum eten II. Gerichtliche Notifications. Aus Befehl Eines Hochwürdigen Münsteee rischen Domkapituls Herrn Richtern und Gografen zum Backenfeld Doct. Kerckerinck wird hiedurch bekannt gemacht, daß am Mitwochen, den yten dieses Monats des Morgens 10 Uhr ein großer und ein kleiner kupferner Kessel in der Kappe aufm Domhof dem Meist= und Letztbietenden gegen baare Zahlung gerichtlich verkaufet werden sollen. Sign. Münster den J. August 1776. J. H. Gendt Grschr. n gefolg vom Hochfürstl. Münsterischen weltlichen Hofgericht untermarsten Julii l. J. in avocirter Aeusserungs=Sache deren Eheleuten Wocking zu Wolbeck erlassenen Mandati ad reustimandun& diltrahendum per minorstionen; sollen sämtliche denselben zuständige, am 28sten May l. J. ohnverkauft gebliebene und reästimirte unbeweg liche Güter, als nämlich: *) Das Principalhaus in Wolbeck, so dermalen nach des Orts billigen und wahren Werth reästimiret zu 240 Rthl. h) Die daran liegende ex Disculhione Middendorf von gedachtem Wocking angekaufte Behausung samt den in der Breite daran schiessenden Gartengrund, so reästimirt zu 80 Rthlr. c) Das Stücke Landes hinter des Juden Meyers Haus zu 16 Rthl. 9ß. 4 dt. 0)Die von Wocking aus der Fabrischen Nachlassenschaft angekaufte auf der Hoffstraßen daselbst belegene Behausung nebst den in der Breite daran schiessenden Gartenland, soebenfalls reästimiret zu 110 Rthl.#) Der nächst daran liegender sogenannter großer Garten so gleichfalls reästimirt zu 70 Rthl. am Dienstag, den rzten laufenden Monats Morgens 9 Uhr in deren discutürten Eheleuten Wocking Behausung in Wolbeck, unter sicheren vor den actum bekannt zu machenden Bedingnissen Stückweise dem Meistbietenden gerichtlich verkaufet werden. Lignatum den I. August 1776. De sp. Mandaro Oni Gogravii Doct. Oelt hoff qua furrogati J. C. Werlein; Grschr. ain der in Exccurivis befangener Sache Herrn Vicarii Zumhaschen, qua ProVilionarii eines Hochwürdigen Domkapituls Impetranten, wider den Johann Theodor Bonse zu Sendenhorst Succumbenten zu die ohnlängst unterm 2asten Juln a. c. zum öffentlichen Verkauf ausgesetzte Ländereyen sich kein Käufer eingefunden, so wird pro termino diltractionis des dem Succumbenten zuständigen, in Sendenhorst belegenen sub Num. 16ocatastrirten Wohnhauses so 58 Fußlang, 38 breit, und in 8 Fachen bestehet, und per peritos in arte auf 800 Rthl. der Nebenstallung, so ebenfalls in 8 Fachen bestehet, 58 Fußlang und 26 breit ist, auf 150 Rthl. des Brauhauses, bestehend in3 Fachen und9 und ein halben Fußllang, 17 und ein halben Fuß breit ist, auf 60 Rthlr. also insamt auf 1oro Rthl. ästimirt worden Montag, der rhte August also angesetzt,daß, falls sich darzu kein Käufer finden würde, sofort m eodem termino& actu mit Distraction deren Mobilien und Moventien fortgefahren werden solle. Diejenigen welche zu solchem Ankauf eines oder andern Lust und Mittel haben, wollen sich auf obbesagten Tag Morgens um 9 Uhr auf der Rathsstube zu Sendenhorst einfinden. Signatum den 28. Juli I776 De Mandato D. Judicis Sendenh. G. F. Langen Act. Ich Joh. Ludger Wiedenbrück J. U. D. Hochfürstl. Münstrischer Richter der emsn kiodurch in mitien, Daß zu unterthänigster Folgleistung beo i sions=Sachen der Erbinnen Jungfern Trees seel. zu Sockhold conere Dircking mir zugekomenen gnädigsten Bescheids aus dem mir prasentirten Inventario folgende Nachlassenschaft der Jungfern Trees seel. am Dienstag den 13. August a. c. und allenfalls am folgenden Mitwochen darauf zu Bockhold an des Notarii Warendorps Behausung öffente lich meistbietend sollen verkaufet werden. *) Das am Markt zu Bockholt gelegenes Haus mit Scheuer, so per juratos Mitimarores auf 330 Rthl. 2) Der geschlossene Garte im Wall gelegen so Notarius Pottmeyer in Pacht hat###### Rthl. z) Eine Weide bey dem Stuvenberg, so Joh. Dirk Eppinck in Pacht hat, und für jetzo zu Saatland gebrauchet wird, ad 450 Rchl. 4#3 Scheffel Gesayland bey der Windmühle, so der Windmüller in Pacht hat##go Rthl. s) Ein orfeuer Garte auf der Veckte gelegen, so Wittib Flegell in Pacht hat; a# 12 Rthl. 14ß. 6) Ein offener Garte bey dem gelben Wasser so Joh. Busdorf in Pacht hat#46 Rthlr. 7) Ei offener Garte auf dem neuen Eschesso F. Huls in Pacht hat######2 Rthl, 8) Ein offener Garte bey dem Siekenhoff, so J. Enck m Pacht har ad vo Rthl. 9) ner Garten daselbst, so J.Enck auch in Pacht hat ad 8 Rthl. 10) Ein kleines Heufan so vor diesem s offene Garten gewesen; und Wittibe Cortenon in Pachi, 30 30 Rthl. kr) Die sogenannte Beutings Weide, so anjetzo zu Garten und Saatland gebraucht wird, und Gerd Tilkes mit Gerd Schmitz in Pacht hat, ad uus Rthl. 12) Sodann der dritte Theil vom Guth Junck in der Bauerschaft, Verzebockholt gelegen woraus die zte Garbe ohne Stroh genommen wird 30 325 Rl. werdiret und angeschlagen. Welche also dazu Lust und Mittel haben, wollen sich am 13. Augusi a.c Morgens 10 Uhr zu Bockholt an des Herrn Notarii Warendorfs Hause einfinden. Geben Borcken den 24. Julii 1776. Ad Deercium D. Judicis Glandorff, Grschr. Ich Michael Joseph par Cveverden, deren Rechten Doctor, Hochfürstl. Münstrischer Richter und Gograf deren Aemteren Rheine und Bevergern, füge hiemit jedermänniglichen zu wissen, wie daß in Sachen Explorationis onerum Vicarii Elperv, und dessen Schwester vormals Wittibe Recke, nun Ehefrau Horneck in Rheine, in untenbeuenntem Daro unter anderen ein Decretum ergangen, kraft weisen Mandatunn de nilad interiin exfolvendo nec ab iisdem quidquam emendo süb poena duplicis solutionis refpectivecmp; uullitatis contra quoscunque hiemit erkannt, und dem Gerichtsschreibern per modum Edictalis in cribus locis cum relationead Novellas ausgehen zu lassen anbefohlen. Dahero von tragendem meinem Amte; auch.von Gericht und Rechts wegen gebiete und untersage allen und jeden hierdurch ediCalire welche an dem Vicarien Elpers und dessen Schwester vormals Wittibe Recke nun Ehefrau Friderich Horneck in Rheine einiges lub quocunque tunlo zu zahlen oder zu prästiren schuldig, daß sie a daro hujus und einsweilig bis auf fernere Verordnung an selbigen bey Strafe doppelter Zahlung nichts auszahlen und entrichten, nicht deweniger verbiete und untersage auch allen und jeden, daß niemand von obbemeldtem Vicario Elpers und dessen Schwester einiges so Mound Immobil=Güter ankaufe oder käuflich sich bemächtige, mit der Warnung, daß sonsten die vorgehende Ver= und Ankäufe als null und nichtig angesehen und erkläret werden sollen, und sowol gegen einen als andern den Rechten nach verfahren werden solle, Signar. Rheine den 24. Julii 1776. Ad Decretum D. Gogravii J. C. Nierman, Grschr. Aus Befehl des Hochfürstl. Münsterischen Herrn Richtern Schipman zu Löningen soll ad inttantiam des Nokarii Uhrwercker, qus Einonitoris Taxarum Dottoris Pauli, des Meinerten Kantzen in Löningen Stück Bauland von 2 und ein halb Verup Saat groß, aufm Löninger Esche beym Kreutz unweit Meerdorf belegen, am Dienstag, den 13ten August l. J. Vormittags 9 Uhr am gewöhnIII (Fsist am Samstag des Nachts vom eosten * auf den arsten dieses Monats Julii ein zweyjähriges rothes Hengstfohlen, mit einer weißen Streife vor dem Kopfe gezeichnet mit füchsigen Mahnen und Schweif und blassen Füßen aus der Weide im Kirsp. Herbern Amts Werne entwendet worden; wer solches wiederum anzuweisen weis, beliebe solches an seines Orts Ohrigkeit zu melden demselben wird ein gutes Trinkgeld versprochen, und wird eine jede hohe Obrigkeit unterdienstlich ersuchet, die etwa einkommende Nachricht beym Intellig. Comtoir einberichten zu lassen. lichen Gerichtsort dem Meistbietenden ge richtlich verkaufet werden. Geben Löningen den 23. Julii 1776. De Mandato D. Judicis Nölcken, Grschr. Gestohlene Sachen. der Bleiche ein auf roRthl. ästimirtes Stück Leinwand, sodann vom isten auf den rôten dieses sind dem Joh. Bernd Nacke, Dorfs Heeck aus dessen Stuben an der Dehle, mittels Ausbrechung 2 großer Fensterscheiben, 3 Stück Leinwand, welche auf 3o Rthl. geschätzet sind, gestohlen worden. Derjenige nun, welcher das gestohlene Leinwand anzeigen obsonst den Thäter entdecken kann, wird geziemend ersuchet, solches hiesigem Gerichte gegen Edictmäßige Belohnung, und Verschweigung seines Namens zu melden. Geben Horstmar den 22. Julii 1776. De Mandato D. Gogravi A. Bilpinck, Act. Dem Henrich Schlots üive Wobbe zu Leer d ist vom 1zten auf den n#ten dieses von III. Vermischte Nachrichten. hat einen sichern Nutzen beym Einkauf so (a Ihro Kuhrfürstliche Gnaden zu Kölln, Bischof zu Münster, unser gnädigster Fürst und Herr, mittels gnadigsten Rescripti vom 2osten jüngst verflossenen Monats Julius, allen und jeden Dero Haupt= und Residenzstadt Münster Einwohnern bey5 Rtl. ohnausbleiblicher Strafe verbothen haben hinführo auf den Straßen über welche die Proceßionen geführt werden oder auch vor den Häusern Maybüsche oder andere Zweiger und Sträucher auszustellen, obsonst niederzusetzen. Als wird dieses höchste Verboth hiemit zu eines jeden unterthänigster Nachachtung bey Vermeidung der anbedroheten Strafe öffentlich kund gemacht. Signarum Münster den 3. August 1770. C. Gräver, Stadtsrichter, Bey dem HerrnTourtual in Ueberwasser ist veritabler Bourgogner Wein par P’ieces & Bouteilles um einen civilen Preiß zu haben, so jemand eine Parkhey) bey einanver nimmt, den Herren Liebhabern zur beliebigen Nachricht dienet. Demnach die der Stadt Billerbeck zuständige Wasser= und Windmühle, so Michaelis und respective Martini dieses Jahrs pachtlos, am 2sten August Nachmittags 2 Uhr aufm Rathhause zu Billerbeck auf acht nach einander folgende Jahren unter sichern Bedingnissen dem Letzt= und Meistbietenden verpachtet werden sollen, als können hierzu Lusi und Mittel habende sich in termino melden. Billerbeck den zr. Julii 1776. De Mandato Megiltratus Breinmenkaunp, Secret. Aon Lamberti Kirche über den großen Markt nach der Rothenburg ist jüngst am Mitwochen, den zrsten Jul. Nachmittags ein silbernes Halsschloß mit dem Halstuch verloren. Der selbiges gefunden, wolle es dem Intellig. Comtoir anzeigen. (Hiebey eine Beylage.) zum 6 Fleisch=Taxe pro Augusto. Beste Ridfleisch per Pfund— 16.##dt. Schlechtere 1 ß. 2dt. Beste Kalbfleisch 1 ß. 9dt. Schlechtere f.Adt. Hammelfleisch 1f.2 dt. Schaaffeiß. Qasich bey dem am 14ten dieses in hiesiger Stadt mit abermaligem sehr guten Fortzange abgehaltenen Pferdemarkte der Roße händker Henrich Eshaus aus Almelo, und der Wilh. Meyer aus Delden legitimiret haben, ersterer, daßer das theuerste Pferd erhandelt, und letzterer, daß er solches an jenen verkaufet habe, mithin einem jeden derselben die darauf gesetzte Prämie von; Rtl. zugebilliget und ausgezahlt worden: Als wird solches dem Publico hiedurch bekannt gemacht, und sowohl Ein# a#ls Ausländer, die mit Pferden handeln, anderwett zu fleibiger Besuchung hiesiger Pferdemärkte, wovon der erste alljährlich, wannes kein Sonntag ist auf den arsten April, und der ete auf den Ihten Juni einfällt eingeladen. Sianst Lingen den 25. Juln 1776. Anstatt und von wegen Sr. Königl. Majestät von Preussen 2c. von Bessel. Mauve. van Dyck. v. Stille. Vermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. Madrid, vom 1o. Julius. Man siehet der Rückkunft eines Expressen, den der hieselbst stehende Portugiesische BpkKhafter j Derr de. Sonza, an seinen Hof gehat mit Verlangen entgegen. Erst alsdann wird es sich näher aufklären welche Wendung die zwischen beyden Keonen vorwaltenden Irrungen gewinnen werden. Es soll sicher seyn, daß die Portugiesen, aussir der Schanze St. Thecla, noch eine andere an dem Ufer des Flusses uio Grande erzwungen haben; allein man versichert, diese Fein seligkeiren seyn ausgeübt gewesen, ehe die Befehle von Lisabon eingegangen, mit allen Thathandlungen einzuhalten so, daß man noch immer hoffet, es werde nicht zu einem öffentlichen Bruche kommen. Inzwischen sind unsere Truppen in starker Bewegung, und rücken westwärts an wohin eine Menge Kriegsbedürfnisse täglich abgeht. Versailles, vom 17. Julii. Der berühmte Brigadier, Baron von Tott, hat bey seiner Rückkunft von Constantinopel; den taten dieses die Ehre gehabt dem Könige vorgestellet zu werden. Warschau; vom 24. Julii. Die Haydamacken richten wiederum in der Pohlnischen Ukraine viele Verwüstungen an. Sie haben schon einige Dörfer ausgeplündert und die Personen, die sich mit der Flucht nicht haben retten können, theils ermordet, theils mit sich genommen. Es sind zwar einige Pohlnische Truppen und Rußische Cosacken gegen sie marschiret, welche einige mal ins Handgemenge mit ihnen gekommen sind; dieses hat aber zu weiter nichts genützet, als daß einige Mann von beyden Theilen das Leben eingebüßet haben, und einige schwer verwundete Haydamacken aufgeknüpft worden sind. Von den Landtägen zum Reichstage gehen immer noch Nachrichten ein die aber einen sehr unruhigen Reichstag im voraus sehen lassen, da fast an allen Orten Statt 2, 4 auch 8 und 12 Landboten erwählet worden sind, welche nun allerdings nicht alle angenommen werden können. So meldet man aus Cracau, daß daselbst 8Personen zuLandboten erwählet worden sind. London, vom 26. Julii. Gestern wurden, innerhalb vier Stunden Zeit, drey Couriere mit Depeschen an des Königs Botschafter an den Höfen zu Versailles, Madrid und Lisabon gefertigt und ein vierker erhielt den Befehl; sich zur Abreise nach Petersburg fertig zu halten. Es läßt sich vermuthen, daß die Absendung der dreyen ersten sich auf die Irrungen zwischen Spanien und Portugall wegen ihrer Besitzungen in Süd=Amerika beziehet, um so mehr, weil von Lord Stormont aus Paris) und von dem Grafen von Grantham aus Madrid in diesen Tagen Berichte eingegangen sind welche unterschiedliche Rathsversammlungen veranlasset haben. Es hat sich zwischen den Truppen dieser beyden Kronen ein neuer feindseliger Auftritt in Amerika ereignet, wobey die Portugiesen den Vortheil über die Spanier erfochten, und verschiedene Städte und Dörfer in die Aschen gelegt haben sollen. Frankreich und England beeifern sich, das drohende Gewitter zu beschwören. Wahrscheinlicher Weise würde ein solcher Bruch die beyden vermittelnden Mächte welche ganz Europa im Frieden sehen möchten in einen Krieg verwickeln. Amsten Julius, Abends, hat an Bord des Enalischen Kriegsschiffes, der Malborough so Tages vorher zu Portsmouth angelangt war, um auf das Bauwerft gelegt zu werden, eine Menge Pulver Feuer gegrifzen wodurch 12 Matrosen; 3 Weiber und so viele Kinder getödtet, und mehr als 5o Menschen verwundet wurden. Nachdem der Vorfall in einem Kriegsrathe allhier am isten erwogen worden, so hat man den Capitain völlig absolvirt, einen Constabler zur gefänglichen Haft auf ein Jahr auch zu ferneren Diensten untauglich, und einen von seinen Handlangeren zu 300 Ruthenstreiche verurtheilt. Aus Frankreich vom 20. Jul. Unsere Politiken sind noch sehr über die Wendung getheilet, welche die dermalige Lage der Angelegenheiten Europens gewinnen dürfte. Es heißt, der Herzog von Nivernois werde ehestens nach Madrid abgehen. So wenig man seinen Auftrag errätht. so gemein ist hier die Rede vom Kriege. Aus dem Brandenburgischen, vom 20. Julii. Bey der Anwesenheit Sr. Kaiserl. Hoheit, des Großfürsten, sind zu Berlin gar keine Militair=Manövres gewesen, und, wie man hört so werden in Potsdam auch keine dergleichen kriegerische Belustigungen seyn. Zu gedachtem Potsdam sind zu Ehren Sr. Kaiserl. Hoheit ebenfalls verschiedene Ehrenpforten errichtet, bey denen auch ein Chor geschmückter Mädchen Höchstdieselben bewillkommen wird. Der Prinz Heinrich begleitet Se. Kaiserl. Hoheit fast bey aller Gelegenheit, und jedermann erfreuet sich über die besondere und glückliche Harmonie dieser beyden Prinzen. Man schmeichelt sich, daß die Gegenwart Sr. Kaiserl. Hoheit noch 8 Tage länger dauern wird, als man anfänglich gehoffer hatte. Es heißt, Höchstdieselbe hätten Dero Abreise bis den rzten August verschoben, und würden alsdann über Rheinsberg gehen und daselbst auch noch: oder 2 Tage bey des Prinzen Heinrich Königl. Hoheit verweilen. erengeinze pulmt Draur uint Amerbungsrag einen Brillanten=Schmuck von großem Werthe geschenkt. Unter diesem Schmuck ist ein Paar Armbände, an deren einem Ihro Kaiserl. Majestät Portrait, an dem andern aber das Portrait Sr. Kaiserl. Hoheit befindlich sind.