Mit Ihrer Kuhrfürstl. Gnaden zu Cölln gnädigstem Privilegio Dienstag den 16. Julii. I. Citationes edistales. Qsus Befehl eines Hochwürdigen Münstee# rischen Domkapituls Herrn Richtern u. Gograven zum Backenfeld D. Kerckerinck, werden alle und jede Gläubigere, welche eine Ansprach und Forderung an dem Zellern Dirckmann K. Ueberwasser Bauersch. Grepenbeck und dessen Haab und Gütern haben, hiemit zum 1. 2.3. und letzten mal edictaliter abgeladen, um in Zeit von 6 Wochen ihre darauf sprechendellrkunden und Beweißthümer beym Gogericht Backenfeld so gewiß vor= und einzubringen, als nach Umlauf obangesetzter Frist denen nicht erschienenen Gläubigern ein ewiges Stillschweigen eingebunden werden solle; dann werden mehrgemeldte des Dirckmanns Gläubigere hiemit abgeladen, um am 6ten Sept. a. c. des Morgens 9 Uhr vor mir aufm Domhof in der Kappe zu erscheinen zu sehen und hören, ob mit ihnen und dem Zellern Dirckman die Güte getroffen werden könne. Lign. Mürster den 9. Juli 1770. I. H. Gende, Erschr. Aus Befehl eines Hochwürdigen Münstr. *e Domkapituls Gogericht Backenfeldt, Herrn Richtern und Gograven D. Kerkerink werden alle u. jede Gläubigere, so einie ge Ansprach und Forderung an dem Zellern lütke Bentlage K. Amelbühren und dessen Haab und Güter haben, hiemit zum I. 2. 3. und letzten mal eaictaliter abgeladen, um in Zeit von 6Wochen ihre darauf sprechende Urkunden und Beweißthümer beym Gogericht Backenfeld so gewiß vor= und einzubringen, als nach Umlauf angesetzter Frist denen nicht Erschienenen ein ewiges Stillschweigen eingebunden werden solle, denn werden mehrgemeldte des Zellern lütke Bentlage Gläubigere hiemit abgeladen, um am loten Sept. a. c. des Nachmittags um 2Uhr vor mir aufm Domhof in der Kappezu erscheinen, zu sehen und hören, ob mit ihnen und dem Zellern Bentlage die Güte getroffen werden könne. Lignat. Münster den 1o. Julius 1776. J. H. Gendt. Aus Befehleines Hochwürdigen Münstrischen Domkapituls verordneten Richtern des Amts Lüdinghausen und Gografen des Gogerichts Senden, D. Oesthof werden ad instantiem des hiesigen Hochwürdigen Domkapituls alle und jede Gläubigere des Zellern Frerichmann Kirsp. Senden hiemit zum ersten mal offener Edictweise, um ihre an erwähnten Zellern Frerichman habenden Ansprüche, mittels Production dar auf stimmender Urkunden obsonstige Beweise nebst richtiger Liquidation rückstehenden Zinsen, wie solche kraft Eides wiederholet werden mag, beym Gogericht Senden, allenfalls ad Prorocollum Ends gedachten Gerichtschreibern binnen Monats Frist nach II. Gerichtliche Alus Befehl des Hochfürstl. Münsterischen ** Herrn Stadts=Richtern wird hiemit jedermänniglichen kund gemacht, daß am Samstag, den rosten laufenden Monats Julii des Nachmittags um 2 Uhr auf allhiesigem Gruetsaal die den Eheleuten Hofkürsnern Hölscher zuständige, auf Ludgeri Straße dahier belegene, Num. 7oo bezeichnete Behausung samt Zubehör für dem ke#ettima #o#d 7%0 Rthl.nochmalen öffentlich zum feilen Kauf ausgesetzet, und falls darauf keiner alsdann bieten würde, solche Behausung per minorationem bis auf eine in adtu diltrectionis zu determinirende Summe gerichtlich verkaufet werden solle. Lignat. Münster den 1C. jul. 177 C. De Mandaro D. Judicis urbici J. H. Watsendorf, Grschr Aus Befehl eines Hochwürdigen Münsterischen Domkapituls Herrn Richtern u. Gografen zum Backenfeld Doct. Kerkerink, wird hierdurch bekannt gemacht, daß am Montag den 2esten dieses des Morgens um Verkündigung dieses mit Einschluß deren Ferien, bey Straf des ewigen Stillschweigens vor= und einzubringen, citiret und abgeladen. Sign Münster den 9. Jul. 1776 De Mandato U. Judicis C. B. Michtel Grschr. Auf Anhalten des Herrn Vicarii Wiesman als Emonitoren der Kirchen zu Drensteinfort, werden hiemit offener Edictalweisealle diejenigen, welche ein Eigenthum oder sonstiges Recht an der von der Wittiben Benneman sel. nachgelassene in Drensteinfort belegene Behausung zu haben vermeinen, ein für allemal verabladet, um solches innerhalb 6 Wochen so gewiß am Drensteinfortschen Gerichts=Protocoll vorzutragen, als ihnen ansonst nach Umlauf dieses Perempcorials=Termins ein ewigee Stillschweigen auferlegt werden soll. Sign. Drensteinfort den 12. Julii 1776. De Mandato D. Judicis J. Obermayer, Grschr. Notifications. 9 Uhr an des Buddenkotters Behausung K. St. Mauritz das sämtliche Hausgerath, sodann Pferde, Kühe, Ackergereitschaft und Kornfrüchten aufm Lande dem Meisi= und Letztbietenden gegen baare Zahlung gerichtlich verkaufet werden solle. Signat. Münster den 15. Julii 1776. J. H. Gende; Grschr. Alus Befehl Eines Hochwürdigen Münste*- rischen Domkapituls verordneten Hrn. Richtern u. Gografen des Gogerichts Telgte wird hiemit jedermänniglichen bekannt gemacht, wie daß die im Dorf Everswinkel inb Nre 92 belegene, von Schatzung und alken Dorfs=Beschwerden freye und von Franz Engeler oder Wilskötter vormals für 753. Rthl. angekaufte aber ohnbezahlt verbliebene, zur Wirth= oder Handelschaft sehr gelegene Hollmans Behausung mit Einschluß des Brauhauses und Gartens nebst Begräbniß und Kirchenstätten(welche Stücke insgesamt durch den Vogt und beeideten Zimmer= und Mauermeistern zu 470 Rthl. re ästimirek und werdiret worden, und aus welcher Behausung jährlichs nur 2 Schill. am Hause Langen für aufm Berge habender Viehtrifft entrichtet werden, am Dienstag, den 6ten künftigen Monats August, Morgens 10 Uhr zu Everswinkel an gemeldter Behausung dergestalten, daß dem Befinden nach dem künftigen Ankäufern zu und wegen Erlegung des geheelen Kaufschillings eine hinlängliche Zahlungsfrist von Gerichts wegen gestattet werden solle. Sodann auch an selbigem Tag Platz und Ort ein dem gedachten Franz Engeler zuständig gewesener Fuselkessel samt Schlangen und Kühlfaß, unter gewöhnlichen Bedingnissen dem Letztund Meisibietenden gerichtlich verkaufet werden sollen; zu ein oder andern Lust und Mittel habende können an gemeldter Zeit u. Ortesich beliebig einnnden. Signatum den 6. Julii 1776. Ad Deerecum D. Gogravii J.C. Werlein; Grschr. Ich Johan Ludger Wiedenbrück, jaris u triusque Doctor, Hochfürstl. Münsterischer Richter der Stadt Borken, thue hiedurch jedermänniglichen kund und zu wissen, daß ad instantiam deren Erben Cremer, Klägern und Triumphanten wider Henr. Wilhelm Wesseling in Borken Beklagten und Succumbenten, das dem H. W. Wesseling zuständigesPrincipalhaus, so auf 2r0 Rthl. ästimirt, ohnstatthaft eingewandter Appellation ohngehindert von neuem ausgesetzet, und am Samstag den zten August distrahiret, und würde dann diese pro Altimato aus. zusetzende Behausung wieder ohnverkauft bleiben, daß alsdann dessen Neben= oder sogenanntes Baumans Haus mit dem Hofsso auf 5o Rthl. werdiret, in ipto termino an den Meistbietenden ausgesetzt; und öffentlich verkäufet werden sollen. Welche also dazu Lust haben wollen sich am Samstag, den zten August auf hiesigem Rathhause Morgens 10 Uhr einfinden. Geben Borken den 6. Julii 1776. Ad judiciale Decretum Glandorft, Grschr. Alm Montag den 22. Jul. l. J. sollen ad in" ltantiam Hrn. Vicari Astrup die dem Joh. Died. Bonse eigenthümliche Länderenn als ein Stück Gartenland aufm Spanier ad 26 Rthl. ein halbes Stück Gartenland auf dem Wall aa 14 Rchl. insamt zu 40 Rthlr., welche Stücke laut Kaufbriefen, das angesetzte Quancum gekostet haben sollen behuf eingeklagter Forderung Zinsen und Kösten dem Meistbietenden auf der Rathsstuben zu Sendenhorst des Morgens 10 Uhr gerichtl. verkaufet werden, allenfalls sollen selbe auf ein Sichers herunter gesetzet und alss ausgebothen werden. Signatum Sendenhorst den 22. Junius 1776. Aus Befehlides Hru. Richtern G. F. Langen, Grschr. Qsus Befehl des Hochfürstl. Münsterischen Herrn Gografen zum Sandwelle, Doctoren Dyckhof; wird hiemit jedermänniglichen bekannt gemacht, daß auf Anhalten des Obervogten Paschen die der Wittiben Dallman zu Ochtrup zuständige3 Scheffel Saat Landes, welche auf 35 Rthl. reästimirt sind, am 2osten Julii des Morgens 9 Uhr dem Meistbietenden gerichtlich verkaufet werden sollen. Zu welchem Ankauf ein jeder, wer Lust und Mittel hat, sich einfinden kan. Gegeben Horstmar den 11. Jul. 1776. Ad Mandatum D. Gogravii A. Bilpinck: AR III. Vermischte Nachrichten. Demnach von des Herrn Generalmajorn als wird solches hiedurch mir dem Anhange von Stael Regiment, Hauptmanns bekannt gemacht, daß demjenigen welcher von Sonnenberg Compagnie der Musque= obbemeldten Deserteur anhalten oder anweitier, Joh. Christopher Rothstein, gebürtig sen und dadurch dessen Zurückbringung beaus Bokhold, am 2ten dieses desertirer ist; fördern wird, die Edictmäßge Belohnung von 20 Rthl. sofort ausbezahlet werden sollen. Beschlossen im Geheimen Rathe Münster den 1r. Julii 1776. In Fidem J. Bruckhaufen. Demnach die sämtliche Interessenten das dahier aufm Principalmarkt belegene Kaffeehaus dem Meistbietenden gegen baare Zahlung und hinlängliche Sicherheit zu verkaufen sich vereinbart haben, so werden die dazu Lusi und Mittel habende aufm Samstag;, den ersten laufenden Monats Julius des Morgens 9 Uhr in besagtem Hause zu erscheinen, und alsdenn daselbst, obsonst auch vorhero die Bedingungen zu vernehmen mithin zum Aufbot eingeladen. Bey dem Apotheker Scherzer auf der Neubrücken Straße gegen dem Minoriten Kloster über sind in Commißion nachfolgende componirte Kaiserliche Präservativ= und Gesundheits=Liqueuren in Bouteillen zu bekommen, nemlich Eau de Vienne, la Bout.— 1 Rthl. Eau de Java——— 1 Rthl. Eau de Caraquese Confertatif— 1 Eau de Verlailles—— 21ß.4dt. Eau de Pompadour—"— 236. Eau de Genesluperb.— 1 Rthl. Eau du Grand Christophe 1 Rthl. 9ß.4dt. Eau de Manheim althmatique 21 5. Eau de parfait Amour— 23 ß. 4dt. Rataffia de Paris—— 1 Rthl. Eau du perit Chriftophe— 1 Rthl. Auch sind bey mir zu haben die fürtreflichen Triener Tropfen, welche mit denen Liqueurs, oder guten Rheinwein praservative können genommen werden. Alm künftigen Freytag, den rhten dieses soll der vor dem Neuen Thor belegener Boddenkamp, welchen der Waagenmeisier, Herr Brickwedde für jetzt in Heuer hat, auf vier allenfalls mehr nacheinander folgende Jahren meistbietend verheuret werden welche zu sothaner Anheurung Lust haben wollen sich gefällig in der Verwalterey der hohen Teutschordens=Commende Nachmittags2 Uhr einfinden. Aulcke. Da die zu Nienberge hinter des Wirthen & Langenhorst Garten belegene Wiese auf Martini 1776 pacht= oder heuerlos wird, und zur neuen Verpachtung auf 12 nacheinander folgende, oder mehrere Jahren terminus auf den 6ten nächstkünftigen Monats August festgestellt ist so wollen die dazu Lust und Mittel habende sich auf bestimmten Tag des Nachmittags um 2 Uhr in besagter Wiese einfinden. Gabey der jüngst auf dem Twerenfeld K. Nienberge vorgenommener gewöhnlicher Seutication unter andern ein Follen, gelbbrauner Farbe geschüttet und angehalten worden, ohne daß dessen Eigenthümer, (der bereits vom Kanzel geschehener Publication ohnerachtet) sich bis hiehin beym Seutications=Herrn gemeldet, und desfalls Abtrag gemacht: So wird dies hiemit nochmalen bekannt gemacht, mit der Verwarnung: daß wann der Eigenthümer sich nicht binnen acht Tagen einfinde, und den schuldigen Abtrag mache, alsdann vom Seutications=Herrn dies Follen, behuf der Seutications= Gebühren und Verzehrungs= Unkosten, dem Meistbietenden verkaufet werden solle. Den 14ten Julii 1776. (Es wird von einer Herrschaft eine Person * verlangt, welche gut kochen kann, und in Haushaltungs=Geschäften geübt ist. Das Intellig. Comt. giebt weitere Nachricht. Landeslotterie: Sachen. Am Freytag den rhten dieses des Mor ren Deputirten die Ziehung der vierten und Er gens um acht Uhr wird auf dem hiesi. letzten Klasse hiesiger Landeslotterie öffentgen Hochfürstlichen Hofsaale in Gegenwart Landesherrlicher und Landesständischer Herlich geschehen. eine Beylage.) ihen auf ird eine rmiats Lust Lag Viemulien halter iblieym des: mit Versich den SeuZeuUnden son din as ind ent Münsterischen Intelligenzblatt Rum. 5%. Davor einigen Tagen dahier eine Recognition un,„der Hand und Signet Notarius Scort'g„Jusen vom 22. Noveinber 272 auf denZeller Austerman Kirspels Everswinkel als Schuldner, und den Wirthschafter Austerman zu Eine als Gläubiger sprechend, imgleichen eine zum Behuf des besagten Wirthschafters Austerman von dem Herrn Pastor Münch ausgestellte Quitung gefunden worden sokann derjenige so diesebeyde Stücke verloren, sich bey dem Herrn Stadtsrichter dahier melden. Vermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. mehr im Lande aus, um näher bey den Landtägen zur Hand zu seyn, auf welche die meisten Großen von hier bereits abgegangen sind. Aus dem Kirchenstaate vom 20. Jun. Sehr enge und fürchterlich, wie neulich schon gemeldet worden, ist das Gefängniß, in welchem der Abt Fantasiasso scharf bewachet wird, daß niemand, auch nicht einmal unser Herr Statthalter; wann er gewöhnlicherweise die Gefängnisselbesichtiget, ihn sehen und mit ihm sprechen darf: Dieser Gefangene, als Beförderer und Ausstreuer mehrgemeldter verbothener Schrifren, und insbesondere eines sehr gefährlichen Schauspiels, hat dadurch den äussersten Haß und die strengste Verfolgung des Königl. Spanischen Hofes sich zugezogen. Die Regierung zu Rom ist ersucher, auch andere EE E##en Theilhabere an obgedachten Schriften, welscharfes Auge haben, und ist erst kürzlich ein che sich daselbst aufhalten sollen ausfindig gewisser Herr in Volhynien freundschaftlich machen, und festsetzen zulassen. Noch ist zwarn deswegen keine Untersuchung angestellt worden; indessen hat sich dannoch ein Warschau, vom 20. Jun. Nach Briefen aus Curland haben Se. Kaiserl. Hoheit, der Großfürst, den 24. dieses von Petersburg abgehen wollen und werden Höchstdieselben den zosten in Mietauerwartet. In Memel und in Königsberg werden alle mögliche Anstalten zu Dero Empfange gemacht. Es heißt, Dieselben wurden über Danzig gehen. Als der Großfeldherr nach Litthauen kam, ward ihm von den Russen eine Ehrenwache von 3o Mann Carabiniers gegeben. Die Litthauische Garde hat daselbst vor ihm exerciret;worauf er von dem Chef derselben, dem Prinzen Adam Czartoryski, aufs prächtigste bewirthet wurde. Die Conföderation in Wilna hat sich zwar mit der letzten Post nicht bestätiget; doch hört man hin und wieder von dergleichen Zubereitungen, worauf aber die Russen ein gewarnet worden. Die Russen breitentsich immer mehr und gewisser Bekannter, vermuthlich aus Trieb seines Gewissens, plötzlich schon aus dem Staube zu machen für gut befunden. Von der Spanischen Gränze, vom 30. Junii. Eines von den Geschwadern des Katholi= schen Königsrichtet, nach Briefen aus Mädrid, die Fahrt nach Lisabon. Der haber desselben hat unter andern den Auftrag dem Portugiesischen Hofe die zu Madrid abgefaßten Friedenspunkte vorzulegen. Rimmt Portugall dieselbe an, so sollen alle bisher wider besagtes Königreich gemachte Kriegs=Anstalten ein Ende haben; wo nicht, so soll der Krieg erkläret werden. Die Sache steckt also zwischen Thür und Angel. Wien, vom zo. Junii. Der Türkische Großvizier hatte ohnlängst von unserm Hofe einen mit kostbaren Steinen garnirten Säbel erhalten, in dessen Knopfe eine künstlich verfertigte Uhr befindlich war. Das Geschenk gefiel ungemein; allein der Herr Großvizir ließ so lange den Kneuf des Säbels auf und zu springen, bis das Werkgen verdorben war. Weil nun in Constantinopel kein Künstler war, der den Schaden heilen konnte, so nahm er sich die Freyheit, den Säbel zurückzusenden, und dat„das Uhrwerk wieder in seinen alten ZuKand setzen zu lassen. Man schätzet das Geschenk auf, 16000 Fl. Florenz, vom 1. Julii. Gestern, um 4 Uhr, haben unsere Großherzogl. Herrschaften mit einem ansehnlichen Gefolge die Reise nach Wien angetreten, wo Sie Sich, dem Vernehmen nach, drey Monate verweilen werden. Sie gehen über Ferrara### wo die Herzogl. Sachsen=Teschen= schen Herrschaften zu Ihnen kommen, sodann zusammen nach Wien weiter abgehen werden. Paris, vom 5. Juli. Als die Königinn am vergangenen Freytag in der Operawar, ward jemanden von Ihrer Majestät Gefolge das beste Reitpferd entwendet. Der Dieb ritt spornstreichs nach dem St. Honoré-Thore zu; ward aber von Postknechten eingeholet, und Allerhöchstdenselben beym Ausgung aus dem Schauspiele norgestellt. Hier vor dem Antlitze der huldreichesten Königinn sagte der Verbrecher mit halb gebrochener Stimme, wann er den Tod verdiente, sso sey er zu diesem dem ersten Diebstahle seines Lebens durch die ausserste Dürftigkeit gezwungen worden. Das von Mitleiden triefende Herz der allergnädigsten Monarchinn ward gerührt; Ihre Majestät vergaben ihm, und befahlen daß man ihn gehen lassen sollte. Bey der Ueberzeugung, daß die Kriegsleute, sowol Officiere als Gemeine, sich eigentlich nur durch diellebung bilden können, so sollen die See eben wie die Ländtrußpen künftighin in beständiger Thätigkeit unterhalten werden. In dieser Absicht rüstet man, wie aus einigen zum Vorschein gekommenen Listen zu ersehen ist zu Brest 12 Schiffe und 6 Fregatten zu Toulon acht Schiffe, 6 Fregatten und 4 Schebecken, und zu Rochefortz Schiffe mit 3 Fregatten. Aus dem Vrandenburgischen vom 9. Julii. Ein aus Petersburg zu Potsdam angelangter Courier hat dem Könige die Nachricht von der angetretenen Reise des Großfürsten von Rußland überbracht. Der Prinz Heinrich ist den Tag nachher von Petersburg abgegangen. Einige Tage vor der Abreise besahen beyde Prinzen noch Peterhof, Oranienbaum und Kronstadt. Sie gedenken den rzten dieses von Riga nach Königsberg abzureisen. Bey Riga werden die Rußsischen Truppen, imgleichen die RFußische Escadre in der Ostsee in Gegenwart der Prinzen einige Manödres machen. Auf diese Nachricht wird zu Berlin mit verdoppeltem Fleiße an den Anstalten zum Empfange des Großfürsten gearbeitet, welehe so groß sind, daß man glaubt, die Kosten aller Festivitäten dürften sich weit über eine Million Rthlr. belaufen. Während der Anwesenheit des Großfürsten Kaiserl. Hoheit, werden auch die verwittwete Kuhrfürstinn von Sachsen, und der Herzog Ferdinand von Braunschweig in Berlin erwar er.