ANNO 1776 R ME MAERNIRNaR PEITTI Dienstag, den 9. Julii. Mit Ihrer Kuhrfürstl. Gnaden zu Cölln gnädigstem Privilegio k. Citationes edistales. Aus Befehl des Herrn Gograven Docto# ren Rotering wird hiemit der Schneidergesell Anton Horsting aus dem Dorfe Gescher gebürtig, offener Edictsweise zum ersten, zweyken und dritten mal perempco rieverabladet, um am laten Tag nach Bekanntmachung dieses vorm Gericht zu Gescher persönlich oder durch einen bevollmächtigten Procuratoren zu erscheinen, um auf Aus Befehl des Hochfürstl. Münsterischen * Richtern zum steinern KreutzAhaus und Ottenstein soll ad mitantiatn des Triumphanten Schulten JohanBuschoff Kirsp. Wessum Bauerschaft Aueresch, das denen Eheleuten Werner Eßkeman eigenthümlich zuständiges und binnen Wessum belegenes Wohnhaus dahier im Rathhause den rgten Juli l. J. Nachmittags 1 Uhr dem Meistbietenden gedie an Seiten des Vorstehern Jobst Eckrott Juden Abraham Levi, und Joseph Jacob vorgebrachteKlage in betreff erkannten Mandati ad arreitandum bey Strafe der Bekannthaltung und demnächst zu erkennender Distraction zu antworten. Lignar. Gescher den 22. Junii 1776. De sp. Mandato D. Gogravil B. W. Sercker Ab. II. Gerichtliche Notifications. richtlich verkaufet werden, allwo die Kaufliebende sich einfinden können. Signarum Ahaus den 1. Julii 1776. Ad Decretmn D. Judicis Hecking, AR. Aus Befehl des Hochfürstl. Münsterischet Herrn Hografen zum Sandwelle, toren Dyckhoff, wird hiemit jedermännig lichen bekaunt gemacht, daß a# S den rzten Julius, auf Anhalten Kaufhändlern Kerstiens zu Nienkirchen wider die Erden Rötgering das den Erben Rötgering zuständiges Haus und Brauhaus; welches nach Abzug deren Lasten, als 20 Stüber und ein Herrenhuhn, auf 300 Rthl. astimirt ist, dem Meistbietenden gerichtlich verkauft wer den solle. Liebhabere wollen sich am bestimten Tag Morgens 9 Uhr vor Gericht einfinden. Signar= Horstmar den 4. Jul. 1776. Ad Decreium D. Gogravii A Bispinck, Act. s wird hiemit öffentlich kund gemacht daß ad inftantiam Triamphantis Lamberten Boynack zu Wenterswick des Succumbenten Joh. Henr. Kempers Wohnbehausung, so auf 600 Rthl. geschätzet worden, am Donnerstag den 11. Julii Mittags um 2 Uhr meistbietendgerichtlich verkaufet werden solle. Stadtlohn den 27. Junii 1776. Ad judiciale Decretum F. J. Klümper. Ilm Montag den 22. Jul. l. J. sollen ad instantiam Hrn. Vicarii Astrup die dem Joh. Died. Bonse eigenthümliche Ländereyn als ein Stück Gartenland aufm Spanier ad 26 Rthl. ein halbes Stück Gartenland auf dem Wall ad 14 Rthl. insamt zu 40 Rthlr., welche Stücke laut Kauf briefen, das angesetzte Quantum gekostet haben sollen behuf eingeklagter Forderung Zinsen und Kösten dem Meistbietenden auf der Rathsstuben zu „Sendenhorst des Morgens 10 Uhr gerichtl. verkaufet werden, allenfalls sollen selbe auf ein Sichers herunter gesetzet und also ausgebothen werden. Iignatum Sendenhorst den 22. Junius 1776. Aus Befehl des Hrn. Richtern G. F. Langen; Grschr. Alm Montag den 22. Jul.= c. sollen ad in ltantiam Hrn. Vicarii Zumhaschen die dem Joh. Diederich Bonse zu Sendenhorst eigenthümliche Ländereyen, 1) die Halbscheid des am Ostfelde belegenen nien Kams für 200 Rtl. 2) eine Reise Landes aufm Klümer zu 85 Rtl. 3.) die weite Brede zu 184 Rtl. 4) der in Sendenhorst gelegener Wallagen Garten samt daran gelegenen neu erbaueten Gadem mit einem dahinter gelegenen Stücke Gartenland zu 250 Rthl. 5)eine Reise Landes aufm Bülten zu 80 Rthl. insamt zu 799 Rthl., welche Stücke, laut Briefen, das angesetzte Quanrum gekostet haben sollen, behuf eingeklagter Forderung Zinsen und Kösten, dem Meistbietenden auf der Rathsstube zu Sendenhorst Morgens 10 Uhr gerichtl. verkaufet werden, allenfalls sollen selbe auf ein sichers herunter gesetzet und also ausgeboten werden. Sendenhorst den 22. Jun. 1776. Aus Befehl des Herrn Richtern G. F. Langen; Grschr. Kraft vom Hochfürstl. Münsterischen geistDe lichen Hofgericht ausgelassenen Mandatiad redistrahendum wird hiemit jedermänniglichen bekannt gemacht, wie daß der dem Joh. Dieth. Becking zu Bockum zuständiger und von selbigem zur Distraction angewiesener vierter Theil des sogenannten Ascheberg= schen Korn= und blütigen Zehntens bey Werne, so bis hiehin für 16 Rthl. jährl. verpachtet ist und auf 380 Rthl. angeschlagen, weil solcher neulich im angesetzten termino diliracionis ohnverkauft geblieben, auf Donnerstag den 18ten Julii Nachm. 2 Uhr dahier zu Werne an Herrn Richters Behausung behuf Hrn. Vicarii Mey ausgewonnener Forderung per iinorationem gerichtlich verkaufet werden solle; sodann können die Conditiones und Beschaffenheit besagten Zehntens beym Protocoll Ends geschriebenen Gerichtschreibern eingesehen werden. Werne 1. Jul. 1776 De Mandsto D. Judicis F. B. Deuz, Grschr. n Aeusserungs=Sachen deren Eheleuten Joh. Herm Lücker zu Wolbeck ist protermino Olttractionis Mobilium hiinul& Immobilium Samstag der 2oste Julii angesetzet und sollen diesem zufolge die in Documento a timationis vermeldete Immobilgüter, benenntlich: 1) Die(ub Nr. 48 zur Brandsocietät assocürte zur Wirthschaft eingerichtete Lückers Behausung nebst Stallung und kleinen Gehöffde per juratos angeschlagen zu 480 Rthl. 2) Die z dabey belegene ganz verfallene Gädeme zu 25 Rthl. 3) Der am Kelingholz Baum belegener Garten; ästimiret zu öffentlich verkauft werden. Geben Wolbeck 10 Uhr; die unrigen Mobilien und Moven=, den 28. Junii 1776. 410 an* ###ier Eltigen. Tages Nachmit. 2 Uhr in Es Decrero jucieiali des Dilculli Lückers Behausung meistbietend G. F. Langen Grschr.: III. Vermischte Nachrichten. Deeses Sert Socsen, Ieti zu Enniger ein.(Es suchek semandein Kapikal von 335 Fktl Cirstiel Gunian“ wegen im— zu 4 oder allenfalls z und ein halb pro fallender Viehmarkt wird wegen im Kirspel Enniger graßirender Viehseuche hiemit Edictmäßig eingesiellet. Stromberg den 2. Julii 1776. Beamte hieselbst, Namen deren B. Maerle. (Es dienet zur Nachricht, daß auf der Hoch####nichen Merveldischen Ziegelerey zu Wolbeck 6oooo gute Backsteine vorräthig, der Preiß ist das rooo in locof Rthlr. und diejenige; welche davon haben wollen können sich hon mir zu 4 oder allenfalls z und ein halb pro Cent auf ein Kirspel oder gegen genugsame Sicherheit anzulegen. Das Intellig. Comt giebt weitere Nachricht. Am letztverwichenen Donnerstag von halb ### bis 12 Uhr. Morgens ist am neuen Platze ein zunger Hühnerhund ungefähr: Monat alt, ganz weiß, an der linken Seite hoch nach dem Rücken ein klein hellbraunes Flecken lang geschweift, hellbraunen Kopf und Ohren, mit etwa weißlichen Haaten es Tee welche buvon haben wollen kon= Flecken lang geschweift, hellbraunen Kopf Veesche sers eufen Dause Woldek meiden und Ohrenzmutcetwa weißichenhaten verWolbeck den 8. Julu 1776. mischt, von der Stirn bis auf die Nase mit Hülseberg, Renthm. s einer langen weißen Streife vermisset.Wenn Es sind zwen wohlaptirte Zimmer sogleich Herselbe semand zugelaufen; oder sichere Stegde Monaten zu verheit Kundschaft davon har, beliebe es gegen billi ren. Das Intell. Comt. giebt Nachricht. ges Trinkgeld dem Int. Comt. anzuzeigen. Vermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. zenua, vom 15. Junii Sie wissen mit ihren Schiffen die Fahrt so klüglich nach den verschiedenen Haven Europens zu richten; daß die meisten den Englischen Kriegsschiffen, ob sie noch so wachtsam sind, auf den unübersehlichen Gewässeren zwischen Amerika und Europa glücklich ausweichen. Man sagt sogar, daß schon mehrmals Provinzialschiffe, mit Getraide befrachtet zu Hamburg angekommen seyn und die camburger Handelsleute fänden ben dieser Handlung so viel Vortheils, daß sie dieselbige durch den Tausch aller Articuln, welche die Amerikaner verlangten, aufzumuntern süchten. Briefe, die man dermalen aus Neuyork siehet melden folgendes: Wir leben hier, wie in Clausuren. In der Stadt ist keine Gesellschaft mehr kein Besuch keine Versammlung. Den Königl. Schiffen wird seit der Ankunft der Provinzial=Truppen nicht mehr erlaubt, frisches Wasser zu nehmen. Ganz Amerika schreyet um Rache, und dies ist gleichsam das Feldgeschrey. Mit Genua, vom 15. Junii. Mit einem in 12 Tagen Fahrt von Cadix hier eingelaufenen Englischen Schiffe hat man zu vernehmen, daß bey der Erscheinu geines Geschwaders Französischer Kriegesschiffe; welche allda angekommen ein Spanisches Geschwader von 1o Schiffen, nebst 2 platten Fahrzeugen und Branders aus besagtem Hafen ausgelaufen sey, und sich mit der Französischen vereiniget habe, ohne daß man die Beweggründe davon in Erfahrung bringe. Ob diese Schiffers=Reuigkeit unterschoben, oder zuverläßig sey, wird sich in kurzem aufweisen. Aus Holland, vom 28. Junii. Der Krieg zwischen Großbrittannien und den Brittischen Colonien wird immer wichtiger. Der Erfolg selbst macht es erweislich, daß diese letzteren, ehe und bevor sie zu einer so fürchterlichen Fehde sich angeschickt haben, solcher Auskunftsmittel, die man ihnen nie zugemuthet hätte, sich versichert hielten. Holländischen Waaren sind wir zureichend versehen, und bald werden die Erzeugnisse aus andern Ländern bey uns nicht rar seyn. ist nicht möglich daß die Engeländischen Kriegsschiffe, ob sie sich gleich immer an der Spitze von Hoock halten, auf alle unsere Schiffe und Fahrzeuge wachen können, das Land hat so viele Meerbusen, so viele Haven und Binnenwässer, die das Königl. Seewesen nicht weis und welche nur Leuten aus dem Land bekant sind, daß es durchaus nicht in der Brittischen Seemacht stehet, uns zu verderben. Niederelbe, vom 1. Jul. Die Englischen Commissarien haben in dieser Gegend von neuem einige Transportschisffe zu miethen gesucht, auch ziemlichviel geboten, dabey aber solche Bedingungen gemacht, daß die Eigner dieser Schiffe nicht haben wissen können, ob und wann sie selbige überhaupt wieder sehen würden. Die Vorschläge der Commissarien sind dieserwegen fruchtlos abgelaufen. Die bevorstehende Reise des Großfürsten von Rußland nach Berlin ward bisher für zuverläßig angesehen, und öffentliche Berichte haben sogar die zum Empfange und Bedienung Sr. Kaiserl. Hoheit bestimmten Personen auf der Gränze sowohl als in der Residen; selbst benanni so, daß die Sache keinem Zweifel ausgestellt zu seyn schien. Diese Reise soll nun aber, wie man von guter Hand wissen will, nicht vor sich gehen, und Höchstdieselben auf die Ihnen gethanen Vorstellungen von solchem Vorhaben abgestanden seyn. Es dörfte doch wohl; wie man sagt, geschehen, daß Se. Kaiserl. Hoheit von Petersburg nach Mietau abgiengen um die für Höchstdieselbe bestimmte Braut allda abzuholen. Es scheint, daß Se. Königl. Hoheit, der Prinz Heinrich von Preussen; den Gegensiad, um dessen Willen Höchstdieselbe Sich nach Petersburg erhoben haben, nicht gänzlich haben vollziehen können. Ein gewisser Herr in Rußland sollte, wie es heißt„aus dem Credit gefallen seyn, weil er einem bekannten Tractate zuwider gewesen. Briefe von sicherm Orte sagen gerade das Gegentheil, nämlich, weil er ihn befördert hätte. Aus dem Brandenburgischen, vom 2. Julii. Der König hat dem Generallieutenant v. Buddenbrock und dem Oberstallmeister, Grafen von Schwerin, aufgegeben dem Großfürsten von Rußland mit der Königl. Staats Equipage bis nach Weissensee entgegen zu gehen, und Se. Kaiserl. Hoheit unter einer Escorte von der Garde du Korps, bis an das Königl. Schloß zu begleiten, wd Ihn die Prinzen und Hohen des Hofes erwarten; Se. Majestät der König aber werden Ihn auf dem Schloßempfangen, und zu der Königinn führen woselbst die Königl. Prinzessinnen, die Herzoginn von Würtemberg mit ihren Prinzeßinnen, und alle Damen des Hofes zugegen seyn werden. Während Sr. Kaiserl. Hoheit Anwesenheit werden täglich abwechselnde Festins seyn und bey der Tafel wird mit dem goldenen Service bedienet. Bonn, vom 1. Julii. Am 28.Jun, erhoben Sich Se. Kuhrfürstl. Gnaden, unser theuerster Landesvater nach Höchsidero Lustschlosse Augustusburg; wo Höchstdie selben am folgenden Tage, unter feyerlichem Losbrennen des Geschützes, Se, Hochfürstl. Durchl., den Fürsten von Oranien=Rassau, samt Dero Gemahlin Königl. Hoheit und PrinzeßinnTochter mit innigster Freude empfiengen. Nach zween froh und festlich daselbst zugebrachten Tagen kam die Wonne endlich heute auch zu uns herüber da wir unsern theuersten Landesvater, in Geselschaft besagter hohen Fürstl. Gäste mit einem prächtigen Gefolge unterm Donner der Kanonen hier eintreffen sahen. Abwechselnde glänzende Ergötzungen haben ihren Anfang genommen. Heute Mittag ward an zwoen Tafeln, an der ersten zu 63 und an der andern zu 34 Gedecken, öffentlich gespeiset. Darauf ward Appartement, nachher große offene Abendtafel von 140 Gedecken gehalten und dann zum Schlusse dieses feyerlichen Tages, ein zahlreicher masguirtet Ball geöffnet.