Mit Ihrer Kuhrfuc###. Gnaden zu Cölln gnädigstem Privilegio I. Citationes edistales. die verwittibte Freyfrau von der Reck zu Heesen, gebohrne von der Reck, anheut aus desfals unterthänigst vorgestellten Uirsachen pro moratorio geziemend hat angerufen, auch zu diesem Ende starumn bonorum & onerum ihrer Gütern übergeben lassen, und dann die sämtliche derselben Gläubigere hierüber fordersamst gnädigst gehöret werden, und selbigen die an Seiten gedachter Freyfrauen übergebene Supplik cum statu bonorum 8onerum in Cancellaris einzuseben verstattet seyn solle. Als wird Ramens Ihrer Kuhrfürstl. Gnaven zu Koun, Bischofen zu Münster unsers II. Gerichtliche Aus Befehl des Hochfürstl. Münsterischen Herrn Stadts=Richtern wird hiemit jevermänniglichen kund gemacht, daß auf selbst igenes Suppliciren und Begehren deren gnädigsten Fürsten und Herrn, denen sämtlichen gedachter Wittiben Freyfrauen von der Reck zu. Heesen Creditoren hiemit gnädigst anbefohlen, die wider das von selbiger nachgesuchtes moratorium etwa habende erhebliche Einreden innerhalb Monats Frist bey Dero Regierungs=Kanzley so gewiß vorzustellen, als ansonsten dem unterthänigsten Gesuch moratori dem Befinden nach gnädigst deferirt und desfalls das Rechtliche erlassen werden solle. Decreium in Confilie den 11. Junii 1776. F. C. Borggreve. Notifications. Erbgenamen weyland Raths= und Bäckeramtsverwandten Christophern Schmedding am Samstag, den zesten Junii l. J. Nachmittags um 2 Uhr auf allhiesigem Gruetsaal die besagten Erbgenamen Schmedding zuständige auf unsrer lieben Frauen Straße dahier belegene und Num.1383 bezeichnete Principal Schmeddingsche Behausung samt Brau= und Hinterhaus, auch übrigen Zubehör für dem Eltimato ad rofs Rthl. wie auch das aufm Lappenbrink Num. 1.497 belegenes Haus für dem Eitimaro ad 120 Rtl. imgleichen die zwey unter einem Dach auf der Stubensteaae lub Num. 579 und 5oo beMeistbietenden gegen baare Zahlung gerichtlich verkaufet werden sollen. Lignar. Münster den 7. Junii 1776. De Mandato D. judicis urbici J. H. Wattendorf, Grschr. Künftigen Dienstag, den aIsten Junii s. * c. soll die vormals Beckerische Behausung auf dem Stromberg belegen, nunmehro Rennen Behausung in cauts Difcutlions Renne, Nachmittags präcis 1 Uhr in loco legene Häuser für dem Eltimato## 285 Rtl. judici gegen baare Bezahlung gerichtlich ver Sodann die dem Hofkürsnern Hölscher zu= kaufet werden, wo alsdann die Kauflustige gehörige auf Ludgeri Straße dahier belegene sich einzufinden haben. Stromberg den 13. Rum. 7oo bezeichnete Behausung samt Zu= Junii 1776. behör für dem Realtimaro ad 79o Rthl. den Callenberg; Act. III. Vermischte Nachrichten. Alm Montag; den rsten Julii und folgen. Gattung in des Herrn Gografen Oesthoff # den Tagen des Nachmittags von 2bis Behausung den Meistbiekenden gegen baare 5 Uhr sollen die von weyland Herrn Cano= Zahlung verkaufet werden worab der Caramicns und Scholastern Oesthost au Srum öar. logus beym Intelligenz=Comtoir unentgelttinum hinterlassene Bücher von allerhand lich zu haben ist. Vermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. Lissabon, vom 14. May. Da der König nunmehr vollkommen wieder hergestellet ist, so sind in voriger Woche 3 Stiergefechte gehalten worden, und die Einwohner von Salva=Terra haben am verwichenen Montage bey dieser Gelegenheit ein schdnes Feuerwerk abbrennen lassen. Am aßsten dieses wird sich der König nach Belen begeben, wo der Prinz von Beyra einige Tagevorher eintreffen wird. Man hat noch keine Nachricht von der Französischen Evolutions=Eskadre, auf welcher sich der Herzog von Chartres befindet. Man weis nur, daß zwey kleine Kriegsschifse von der Brester Division in dem Hafen von Lagos eingelaufen sind, um daselbst Erfrischungen einzunehmen. Von der Pohinischen Gränze, vom 3. Junii. Zum Marschall auf dem bevorstehenden stimmet werden. Derselbe ist, wie bekannt, vormals Minister an dem Kaiserl. Königl. Hofe gewesen. Dagegen soll 4 gewissen anderen Vornehmen zu verstehen gegeben worden seyn, sie würden klüglich thun, wenn sie sich nicht zu Landboten wählen liessen. Von der Donau, vom 6. Junii. Die Kaiserlichen Truppen, welche bey Minkendorf campiren sollen, werden aus 11 Bataillons Fusilieren,3 Bataillons Grenadieren und 2Regimenter Carabinieren bestehen. Der Hof wird, dem Vernehmen nach während des Campements nicht nach Laxenburg zurückgehen, allein der Kaiser wird sich täglich ins Lager verfügen, um die Truppen manövriren zu sehen. Aus dem Reiche, vom 7. Junii. Folgende Begebenheit wird allgemein erzählet: Vor einigen Tagen fuhr ein gewisser Monarch, wie gewöhnlich ganz allein nur von seinem Kutscher begleitet, Abends gegen#1 Uhr nach seinem Lustschloß. Als Er. bey dem nahe dabey gelegenen Wäldgen war ward Er von zween aus dem Gehölze herausspringenden Kerlen angehalten, welche Ihm Sein Geld abforderten. Ihr irret euch, Kinder, und wißt gewiß nicht, wer ich bin, sagte der Monarch lächelnd. Ich bin**, euer Vater„euer Fürst, an dem ihr diese verwegene Forderung richtet.— Beyde waren versteinert, sie sanken zu Boden, baten um Gnade auf ihren Knien: 4 Die äusserste bitterste Roth hieß uns diesen Frevel begehen, und der Angriff galt demersten uns begegnenden., Der Monarch gab ihnen darauf seinen Beutel, und fuhr geruhig weiter. Der Kutscher soll, wie es heißt, noch für Schrecken krank liegen. Dies soll auch die Ursache gewesen seyn, daß Abends darauf auf 4 Meilen Weges eine General=Visitation in der Stadt, den Vorstädten, Gründen Flecken, Dörfern und in allen Häusern gehalten wurde, und derjenige, welcher nicht genugsame Aussage von seinem Erwerb oder seiner Handthierung geben konnte; ward eingezogen. Dadurch wird vielleicht manch liederliches Gesindel an den Tag gebracht und die druckende Armuth manches schamhaften Haus=Armen offenbar, und manche gute Absicht erreicht. Prag, vom 7. Junii. Der Eifer in dem Betriebe, dieses Königreich in Aufnehmen zu bringen, verdoppelt sich mit jedem Tage. Die Landstände haben deshalb ein Gutachten abstatten sollen, und auch wirklich zu dem Ende r8 Punkten in Vorschlag gebracht; diese sind aber, wie verlautet, alle 18 verworfen worden weil sie dem Vernehmen nach den freyen Handel und Wandel, und die Abschaffung der Verpachtungen des Tobacks und anderer öffentlichen Gefälle zum Gegenstande gehabt haben. Leipzig, vom 8. Junii. Se. Königl. Hoheit, der Schwedische Prinz Friedrich Adolph, unter dem Namen eines Grafen von Oeland), setzten den sten dieses Dero Reise über Dresden und Wien nach Italien fort. London, vom 11. Jun. Der Hof hat in aller Eil einen Expressen an den General Howe gefertigt. In dieser Woche wird die leichte Reuterey des Generals Bourgoyne zu Schiffe gehen. Das Hessen=Hananische Artillerie=Corps ist zuPortsmouth angekommen, und sobald die zweyte Division der Heßischen Truppen allda wird eingetroffen seyn soll die Fahrt beyder Kriegsvölker nach ihrer Bestimmung vor sich gehen. Ueber die Lage der Truppen zu Hallifax, und den Auftritt in Carolina hält der Hof ein tiefes Stillschweigen. Dieser letztere Vorfall ist aber beträchtlicher, als man anfänglich gemeint hatte. Das in besagter Colonie in den Angelegenheiten des Ministeriums versammelte Corps von beyläufig 3000 Mann ist völlig geschlagen, ein Haufen verwundet, 850 Mann zu Gefangenen gemacht, worunter an die z0 Officiere gewesen sind. Die Sieger machten eine ansehnliche Beute an Gewehr und Ammunition, eroberten die Kriegskasse, und breiteten sich in der ganzen Colonie aus, um alle diejenigen die sich für Freunde der Brittischen Regierung erklärten, zu entwaffnen. Es wird versichert, daß die Amerikaner in Carolina Virginien und Georgien immer stärker an der Zahl werden um sich den Truppen; die allda auftreten dürften, zu widersetzen. Putnam, einer von ihren Generälen, führt das Corps zu Neuyork an; ein anders wird unter dem Generale Lee in Virginien zusammengezogen und Washington commandirt die Hauptarmee zu Bosion. Von Neuyork wird berichtet, es seyn am r6ten April verschiedene Personen von hohem Stande in dem dasigen Hafen zu Schiffe gegangen, welche Propositionen von dem Amerikanischen Congresse an die Französischen, Spanischen und Portugiesischen Höfe, sogar an die Generalstaaten der Vereinigten Niederlande, im Auftrage hatten, um dieselbe zur Handlung mit den Colonien einzuladen. Man setzt hinzu, es seyn am iten April einige tausend Mann von der Armee des Generals Washington zu Neuyork angekommen, und der General Putnam habe aus seinem Hauptquartiere daselbst einen Befehl ergehen lassen, darin er alle Gemeinschaft zwischen der Stadt und der Brittischen Flotte untersaget. Diesemnach sollte sie mit keinem Lebensvorrath mehr allda versehen, und alle diejenigen, welche diesem Befehle zuwider handeln würden, für Feinde des Vaterlandes gehalten werden. Besagter General hat eine Insul an der Einfahrt des Hafens mit 1000 Mann bevestigen lassen; und ein anderer Posten, der zur Bedeckung der Stadt dienet isi mit einem Regimente besetzt. Gestern ist bey Hofe ein Expresser von dem Generale Carleton, Gouverneur zu Quebec, mit der Relation von der Niederlage der Amerikaner unter Montgomery und Arnold am zrsten December, als sie diese Stadt mit Sturm zu erobern suchten, angekommen. Hannover, vom 14. Junii. Vorgestern, Abends zwischen ir und 12 Uhr, haben allhier Se. Excellenz, Herr August Friedrich von Spörken, Sr. Königl. Majestät hochbestalter Feldmarschall, auch commandirender Chef der gesamten Königl. Deutschen Truppen, Chef des Garde=Regiments zu Fuß, und Commandant der hiesigen Königl. Kuhrfürstl. Residenz, im 78sten Jahre Ihres ruhmvollen Alters, das Zeitliche mit dem Ewigen verwechselt, nachdem Sie dem Königl. und Kuhrfürstl. Hause 61 Jahre treue Dienste geleistet. Jedermann beklaget denVerlust dieses braven und wohlthätigen Herrn Generals; woran auch die sämtliche hiesige Bürgerschaft nicht wenigen Antheil nimmt. Vor einigen Tagen sind Se. Excellenz der Generallieutenant von Hardenberg, nebst dem Herrn Kammerrath von Hardenberg= Reventlau, von hier nach London geKurzgefaßte Neuigkeiten. Die Viehseuche greifet in dem Holsteinischen entsetzlich um sich. Unterschiedliche Eigener, die in diesem Lande 400 bis 500 Stück Rindvieh hatten, haben nur 2 bis3 behalten. Diese Landplage; welche sich auch in dem Mecklenburgischen ausbreitet abzuhalten, hat die Regierung in Schwedisch=Vommern die Einfuhr der Häute und Wolle, bey Vermeidung der Confiscation untersaget. Für die Judenschaft zu Mantua war am zrsten May, wegen 2 auf einmal gehaltenen Hochzeits= Feyerlichkeiten, ein freudenreicher Tag, auf welchen aber kurz vor dem Eintritte des Sabaths ein sehr trauriger Abend erfolgte, indem durch die Schwere der in einem Saale versammelten zahlreichen Hochzeitsgäste der Fußboden desselben auf einmal mit solcher Gewalt einstürzte, daß 2 andere in zween darunter befindlichen Stockwerken durchgeschlagen, und bis in den Keller alles zusammen einstürzte. Acht und zwanzig Frauen und 37 Mannspersonen sind ohne 1o bis 17 Beschädigten, elendiglich ums Leben gekommen. Nachrichten aus Bagdad lassen zwischen der Pforte und Persien eine baldige Ausgleichung vermuthen. Schweden, das die Nothwendigkeit fühlet den Starken wo nicht überlegen, doch an Kräften gleich zu seyn ist itzo besonders was die Seemacht betrifft, in unvergleichlicher Verfassung. Gustav welcher in allem Betracht groß ist, will auch mächtig seyn. Ausser der Hauptflotte zu Karlskron liegen zu Stockholm, Gothenburg und in Finland besondere Geschwader in bester Rüstung, welche das Land beschützen, und auch im Kriege erforderlichen Beystand leisten können. Ohne dergleichen Verfassung würde die Furcht vor ausbrechenden Unruhen grösser seyn, als sie wirklich ist. Von dem greulichen Erdbeben; welches nach einigen Zeitungen die Insel Maltha größten Theils zu Grunde gerichtet haben soll, stehet in den neuesten Nachrichten aus Neapel und andern Orten Italiens, wo man es doch am ersten wissen müßte, kein (Es dienet dem geehrten Publico zur Nach# richt, daß von denen Schmedding und Focke ein schwerer Ochs, von rooo bis rroo Pfund, welcher auf dem Hochgräflichen Hause Nordkirchen erzogen, und nunmehro bey Hrn. Ripke über 8 Monat gefüttert und feist gemacht worden, am Freytag als heut, den arsten Junii wird geschlachtet werden.