Ellit Ihrer Churfürstl. Gnaden zu Cölln gnädigstem Privilegio Dienstag den 8. August. I. Citationes Edistales durcheinen bevollmächtigten Anwaldten de hie vor Gericht zu erscheinen, ihre an obgemeldten Herman Rohling habende Forderungen vorzustellen; die darüber sprechende Urkunden und Beweißthümere entweder in Urkund oder in beglaubter Abschrift mit einerrichtigen Abrechnung deren rückständigen Renthen, wie dieselbe mittels Eides bekräftiget werden können, vor= und einzubringen mit der sonderlichen Warnung, daß sie sonsten nicht graduirer, sondern ad clafsein proteltantium gesetzet, mithin im Fall nicht beygebrachter Liquidation die Hauptsumme allein in Betracht gezogen; denen nicht erschienenen Gläubigern über ein ewiges Stillschweigen eingebunden, und sonsten der Ordnung nach gesprochen werden solle, was Rechtens. Signatum Rheine den 28sten Julii 1768. J. C., Nierman„Gerichtschr. In Aeusserungs=Sachen deren Eheleuten Cornelit Tombrink seel. dahier zu Telgte nachgelassenen Haab und Gütern ist Citatio edictalis una protribus contra quoscunque Creditores& Harcacs; dann auch in Sachen Discullionis der Wittiben Joh. Henr. Recken Citatio edistalis fecunds; und ferner in Sachen Explorationis der Wittiben und Erben Bockhorn Citatio edictalis tertia in üblicher Form erkannt, und heut dato gehöriger Orten publiciret und affigiret, welches dem Publico hierdurch von Gerichts wegen ohnverhalten wird. Telgte den Ften Augusi 1768. Ad Mandatum speciale D. Judicis F. I. Schultz, Actuar. (Es werden alle und jede Creditoren des defuncki Herman Rohling zu Nienkirchen biemit zum zweytenmal offener Edictsweise verabladet, um am t4ten Tag nach Publication und Affixion dieses persönlich oder II. Gerichtliche Notificationes. Aus Befehl des Hochfürstl. Münsterischen auf bestanden, und von derselben Vormund Zt weltlichen Herrn Hofrichters wird hier= und Miterben Doctoren Bömer nunmebro durch bekannt gemacht, wie daß in Kraft darin gewilliget worden, daß die zwischen in Kaiserlicher Commißions.= und Execu= ihnen bis hiehin in Gemeinschaft gestandene tions=Sachen deren in actis benennter Credi# Bömersche Wohnbehausungen benenntlich rormn von Wendt wider den Freyherrn Fränz das im Kirspel Ueberwasser auf der FrauenArnold von Wendt zum Erassenstein, nun„Straffe zwischen des Fleischhauern Pötten, dessen hinterlassenen unterjährigen v.Wenet und des Höckern=Sasse Häuseren belegene und dafür bereits erschienenen.Vormunde: Principal=Wohn=Pfort= und Hinter=Haus in actis benennt beym hiesigen weltlichen Hof= samt Stallung und der hintern kleinen Wohgericht in Ends ermeldetem Dato ergangener gung und das Nebenhaus mit dem dazu und publicirter Urtheil amosten nächstan gehörigen grünen Gehöffde, welche insamt stehenden Monats Septembris, des Nach= von den geschworenen Stadts=Mauer mittags um 2 Uhr, auf dem Hochfürstlichen Zimmer=Meisteren auf 2600 Rthleästimirt, Münsterischen Höfsaal der im Kirspel Die= wie auch die in besagtem Kirspel auf dem Lap siedde, Amts Stromberg, belegene Hof Zur= penbrink belegene zweyWohnungen mit dem beyden„worab das Documentam Kltimatio= dazu gehörigen grunen Gehöffde, welche von nis zu jedermanns Einsicht beym Protocoll denselben auf 380 Rthlr. ästimiret worden, Ends gemeldten Acuarü obhanden; forder dem Reilibietenden jurecujuscunque#d presamst für dem ehedem licitirten Preiß., ec tium salvo verkaufet werden mögten, und 7353 Rthlr. 18 f. 8 dt. unter demVorbehalt, dann Magiltratus, um die Schluß=Liquidadaß die darin etwa imittirte Creditoren dem tion und folgens die Theilung der ElterliBefinden nach aus dem Kaufschilling befrie= chen Erbschaft vornehmen zu können, undiget werden sollen, öffentlich zum feilen umgänglich nöthig gefunden hat., solchen Kauf ausgesetzet, und da keiner ein mehreres Verkauf unter erwähntem Vorbehalt fürgebieten dörfte, sofort per mmorationem bis zu hen zu lassen, so wiro pro termino distractiodem gerichtlichen mit#mato gegen baare Zah= mis der rztenächstkünftigen Monats, Nachung verkaufet werden soll. Lign. Münster mittags um 2 Uhr auf der hiesigen grossen den isten Junn 1700. Rathskammer angesetzet. Resolurum in ConEx spec. Commislione D. Judicis aulic gregatione Senatus den 15. Julii 1768. M. L. Rengeling, Act. Caufa Ex Mandato Senarus Demnach von den Geschwisteren und Er= J. B. W. Zurhaer Secret. sublt. ben weiland Amtmanns Boemer darVermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. Porto=Ferrajo, vom 2. Julii. lono, die schon in Corsica angelangt sind, Von Bastia wird gemeldet, daß zu St. will Frankreich schleunig noch fünfzehn anFiorenzo ein Französischer Architekt anges dere nach dieser Insel senden. Herr Barbagkommen ist„welcher die Aufsicht über die das gi President des Corsischen Staatsraths, selbst anzulegenden Fabriken und über die und Herr Boccociampe, Commandant der neuen Wege und Strassen; führen soll, die Provinz Nebbio haben sich mit einem Corps man zu grösserer Bequemlichkeit der Ein= Corsischer Soldaten nach Barbaggi begeben, wohner, und zu grösserm Vortheil der Han= um diese Gegend mit einer Mauer zu umgedelung daselbst anlegen wird; täglich souen Feir: man glaubt; daß sie auf den Anhöhen 4000 Mann Französischer Truppen an die kleine Schanzen; und zu Montebelko ein sen Wegen arbeiten. Ausser den 16 Batrail= grösseres Fort anlegen wollen. Die verschie denen Corps von Freywilligen, die in allen Theilen des Königreichs sich versammelt haben, und bereit sind, allerwärts, wo sienöthig sind, und die größte Sefahr ist hinzueilen sind nun in völlig fertigem Stande und warten nur auf den Augenblick, wo sie Gelegenheit haben, ihren Muth zu zeigen. Rom, vom 9. Julii. Bey der letzten Ueberreichung des Zelters, welche der Cardinal Orsini, im Namen des Königs von Neapolis, an Se. Heiligkeit verrichtet ist zwar nichts in der eigentlichen Ceremonte geändert worden; folgender Umstand verdient indeß bemerkt zu werden: In dem von dem König beyder Sicilien an den Marchese Belloni, Banquier zu Rom, gestellten Wechselbrief, um 11348 Scudi an den Cardinal Orsinizu bezahlen; der solche bey Präsentirung des Zelters dem Pabst, als den jährlichen Tribut überreichen sollte, ist folgende Clausel mit eingebracht: Eine Gabe, welche dem regierenden Pabst bey Darstellung des Zeiters überreicht zu werden pflegt, und mit welcher Se. Majestät aus geneigtem Willen noch dieses Jahr einkommen will. Wien, vom 17. Julii. Se. Majestät, der König in Preussen, haben durch Dero hier befindlichen Minister, dem Kaiserl. Königl. Hofe vorstellen lassen, wie die Angelegenheiten in Pohlen es erforderten, daß Se. Majestät ein ansehnliches Corps Truppen in dieses Königreich müsten einrücken lassen. Man hat darüber allhier um so viel weniger ein Bedenken geäussert, da der Kaiserliche Hof fest entschlossen ist, sich auf keinerley Weise in die Pohlnischen Händel zu mischen. Rizza, vom 19. Julii. Nachrichten von sicherer Hand lassen einfliessen, daß England und Holland gemeinschaftlich zu Werke gehen werden, um den General Paoli in seinen Unternehmungen zu unterstützen, und sich allen Anfällen auf Corsica zu widersetzen. Es läßt sich aberkeineswegs vermuthen, daß Holland, in Ansehung seiner Verbindung mit Frankreich, sich in die Corsicanischen Händel mischen werde. So viel muthmasset man, daß in dem mittelländischen Meere eine neue Escadre sich Sptpcheseaseneinigen dörste. „ Neapolis, vom 12. Julii. baie1 Sten dieses geruheten Ihre Königl. Hoheiten, der Großherzog und die Großherzo= ginn von Toscana, auf der Malthesischen Galeeren=Esquadre des Prinzen von RohanSoubiseinige Erfrischungen einzunehmen und nachdem Sie darauf von Ihro Majestägenommeu haten, begaben sich Höchstdieselben auf Dero Fregatte, und traten, unter Bedeckung eines Toscanischen Kriegesschiffes, 4 Zebecken 22 Galeren unsers Könizs, 4 Malitpe, chier P eren eiges Englischen Krieges. schiffs, und einer Fregatte von selbiger Nation, die Rückreise nach Livorno an. Unsers Königs und Königinn Majestäten werden künftiges Jahr eine Reise nach Florenz thun Von derpohinischen Gränze, vom 20. Julii. Die Berichte aus dem ganzen Umfange des Königreichs sind noch, wie vorher nach nach diesem Maße stellet man das über unsermGesichtskreise sich immer dichter zusammenziehende Gewölke so schreckhaft vor„daß der höhern Fügung nur allein bekannt seyn dörfte wann und auf welche Art sich das Gewitter zertheilen werde. Ohne sich einer übertriebenen Vergrösserung auszustellen, heißt nunmeyr der sämtliche Adel auf, alle conföderiren sich, und sind es blos die Großen des Reichs, welche sich ruhig halten, Eine Nation, die seit 65 Jahbene Anführer im Frieden lebte, barssich nicht wohl eines glücklichen Erfolges gegen Landesleute sind von Verzweifelung beseelt; ###t Anzahlderfelben gehet zu Grunde, und bey dem meisten Theile bleibt der Trieb wagen, Friede und Rühe anzuempfehlen, ohne sch Deu aräésen Dast.: cken bloßzustellen. Von der Weichsel, vom 20. Julii. Die Conföderation zu Cracau soll sehr beträchtlich seyn, und bishero mit den Russen viele vortheilhafte Scharmützel geyabt haben. Ueber kurz dörfte das Spiel daselbst aber noch ernsthafter werden, zumal da die in Podolien gestandenen Rußischen Corps, sowol unter dem Generale Kretschetnikow, als dem Obersten Podhoroczany, ihren Weg über Jaroslau nach Cracau zu genommen haben um sich mit dem Odersten Boa; welcher sich bereits ziemlich verstärket haben son zu conjungiren. Lucca, vom 19. Julii. Von Turin berichtet man, daß, nach der Ankunft eines ausserordentlichen Couriers von London, daselbst ein grosser Rath gehalten worden, welchem die obersten Kriegsbediente beygewohnet haben, worauf die ehemals erlaubte Früchten= und Futter=Ausfuhr aus dem Königreiche aufgehoben, und das Regiment Royal=Sardinien eingeschiffet worden, um die in dem Königreiche Sardinien befindliche Völker zu verstärken. Man hat gesagt Frankreieh habe bey dem Könige in Sardinien um einen Hafen in dieser Insul ansuchen lassen, sich dessen zu einer Niederlage und Sicherungs=Ort für seineTrupven in Corsica zu bedienen; Se. Majestät aber haben solches nicht zugestanden. Doch weis man noch nicht gewiß, wie weit diese Zeitung gegründet sey. Freyburg in Breißgau Gestern ist das weltberühmteFürstl. Stift St. Blasien auf dem Schwarzwald,„Benedictiner=Ordens, durch eine zugleich anz Orten unvermuthet ausgebrochene Feuersbrunst völlig eingeäschert worden; das schmerzlichste dabey ist, daß eine über eine Million werthe Bibliothek, ein vollkommenes Archiv, und ein ausserordentlicher Kirchenschatz, ohneetwas zu retten, verlohren gegangen; das Gebäude ist kaum 3o und wahrhaft königlich gewesen. Dieses Stift lieget 9 Stund von hier, und hat erst vor ungefähr 6 Wochen durch einen Gewitterstreich einen ungemeinen Schrecken erlitken. Man glaubt, daß dieses Unslück bos. hafter Weise von eingelegtem Feuer herrühre. Niederelbe, vom zr. Julii. einem aus Warschau erhaltenen Privat=Schreiben wird uns nachfolgendes mit. getheilet: Die Pforte befindet sich, in Ansehung unserer Unruhen und Angelegenheiten, keineswegs in einer solchen thätigen Ruhe u. Gleichgültigkeit als man sich, dem Ansehen nach, und nach der von derselben gethanen Erklärung, möchte vorstellen. Sie mag nun von welcher Seite sie will, bey unseren Angelegenheiten intereßiret seyn; ihre Aufmerksamkeit auf dieselben legt sie, gewissen sicheren und seit einigen Tagen sich vermehe renden Nachrichten zufolge, durch bedenkliche Vorkehrungen am Tage. Maynz, vom r. August. Gestern hatten wir hier und in hiesiger Ge gend einen solchen Wasserguß, daß abermal Hechtsheim„Weisenau und das ganze Feld eine grosse Ueberschwemmung leiden musten. Braunschweig, vom r. August. Am verwichenen Frcytage, Abends gegen 7 Uhr, trafen Se. Königl. Hoheit, der Prinz Heinrich von Preussen unter der Lösung des groben Geschützes von unsern Wällen, allhier ein. Auf dem Französischen Theater wurde noch den nemlichen Abend das vortrefliche Schauspiel, Eugenie vorgestellet; den Sonnabend darauf aber wurde Beverley vom Herrn Saurin mit grossem Beyfall aufgeführt. Maynstrom, vom r. August. Einem öffentlichen Blatte aus hiesiger Gegend wird nachstehender Articul abgeborgt: Die Warschauer Briefe melden, ,daß der König seinebesten Effecten zum Theil abgeschickt, und, dey Abgang der Post, alles emballiret gewesen. Man muthmasset der König Selbst würde Pohlen verlassen, bis man siehet, daß die Conföderationen gedämpfet sind. Mankann nicht sehen, wie die Unruhen können gedämpfet werden. Das Massacriren, Rauben und Plündern ist allgemein. Die Todten und Bleßirten bleiben auf den Feldern unbegraben liegen so, daß hiedurch Land und Leute durch ungesunde Luft allgemein gestraft werden.