Ulit Ihrer Churfürstl. Gnaden zu Cölln gnädigstem Privilegio Freytags, den§. August. I. Citationes Edistales des Herrn Gograven Doctorn kirchen selbst oder durch einen Anwaldt zu er Zumbrinke, werden hiemit alle und jede, scheinen, und ihre in Händen habends Justi so an Johan Albert Tieman zu Nortkirchen oder an desselben Haab und Gütere. einige Spruch und Forderung zu haben vermeinen zum erstenmal offener Edictatweise citiret u. abgeladen, um innerhalb 14 Tagen nach Publication dieses beym Gericht zu Nort heatoria nebst einer ordentlichen Liquidation sub porna perpetui silemü zu produciren wornach sich ein jeder zu achten. Signat. Nortkirchen den 18. Julii 1768. Ad Decrerum D. Judicis F. k. Schlüter, Gerichtschr. II. Sachen so zu verkaufen. (in ausserhalb Servatii Thor belegener„Hand zu verkaufen. Das Intellig. Comtoir grosser Garte mit einem Gartenhausu. giebt weitere Nachricht: vielen Obstbäumen versehen, steht aus freyer III. Sachen so zu verpachten. Oann einer Lust hat, dil Einnehmung de= bey der Hochfürstl. Hofkammer dieserhalb X# pen Sperr: Geldern annoch an Mau= melden. Ligh. Münster den 2.August 1768 ritii Thor anzupachten, derselbe kannsich 2 Verwischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. Kom, vom 15. Julii. Untersuchung der Maltesischen Sache, in Man höret dermalen, daß der Pabst die„Ansehung der Jesuiten=Güter, einer beson dern Cardinals=Versammlung übergeben habe; es stehet also zu erwarten, was für ein=Schluß darin ausfallen werde. Warschau, vom 22. um. Hier sieht es sehr verwirrt aus. Die sen sinderschöpfer, alle öffentliche Arbeiten sind eingestellet. Esigehen daher einige hun. dert Menschen müßig, von welchen man sich nicht viel Gutes vermuthen kann. Warschau als ein offener Ort, wo jedermann hereinkommen kann, ist voller Spitzbuhen. Ein gewisser Lieutenan=##### der, wieverlautet, aus fremden Diensien, gewisser Schil ustreiche halber, weggejaget worden hatte sich hier eingeschlichen, un der Absiche; zu einem neuen Cömplot zu werben. Erward. aberenedeckt= und am irten, nebst einem andern Offircieh„Namens Smolens!i nem Commando Rußischer Husären aufgesucht. Letzterer ist aufgehoben worden; alein K*k hat Gelegenheit gefunden zu entwischen, Dieser Ke. K 159, Lie Albsiehz oehat haben„Warschau an verschiedenen Orten in Brand zu stecken, und unter dem vom Schlosse die Consöderation, durch Trompetenschall zu publiciren. Man ist noch dafür nicht ganz sicher; die Jahl der Unzufriedenen ist groß, die Stadt ist von Rußischer Besatzung entblößt und den Nationaltruppen ist nicht zu trauen. Bastia, vom 2. Julit. Wir erwarten hier gegen den roten oder r2ten dieses die Ankunft des Marquis von Chaupelin, Befehlshabers Armee, um die Operationen des Feldzuges anzufangen. Der größte Theil der Truppen campirer seit 14 Tagen her. Wrstehen grosse und ungesunde Hitze aus, ohngeachtet Windes, welcher hier sehr gemein, und ters sehr stark ist. Wir verlangen nach der Ankunft unsers Generals, um zu erfahren, was sodann geschehen wird: inzwischen sieht man Veranstaltungen machen, als wenn grosse Feldschlachten sollten geliefert werden. Schafhausen, vom 3. Julii. Man stehet nunmehr ein sehr scharfes Rescript;, welches von des Königs von Preussen Majesiät an Dero Minister in Bern, den Herrn von Derschau, erlassen worden und worin sich Dieselben die schwerste Ahndung wegen der Ermordung des Herrn Gaubot, und wegen des Ungehorsams der Bürgerschaft zu Neufchakel vorbehalten.: Frankfurt an der Oder, von.8 Jul. Da der König befürchtet, daß die Dißidenten in Pohlnisch= Preussen Gefahr laufen möchten, von den verschiedenen Conföderationen in Großpohlen belästiger zu werden; so haben Se. Majestät befohlen, an den Grenzen ein Cotps von 1000 Mann keichter Truppeirzu versammeln, die auf die Bewegungen der Conföderirten Acht haben sollen; auch haben Se. Majestät den geheimen Kricgesrath Flesch dahin gesandi, der Befehl hat, die Magazine zu besichtigen, und sie mit allen „Nothwendigen zu verschen. Kaminieck, vom 2. Julii. Die Beute, welche die Russen bey Eroberung der Stadt und des Schlosses Bar gemacht, ist beynahe unglaublich. Mancher gemeiner Soidat hat dabey bis an die 4000 Ducaten erbeutet. Der Obersie Weißmann, welcher den Sturm commandirte, hat 3 silberne Tafelgeschirre erkauft, und für jede Schüsselnicht mehr als: Ducaten bezahlt. Man darf sich darüber nicht wundern, weil alle wohlhabende Leuts aus beyden Podelien aus der Ukraineund aus einem Theile von hatten, weilsie diesen Ort für unüderwind. lich hielten. Es hat auch diese reiche Beute den Rußischen Truppen einen solchen Muth gemacht, daß ihnen gegenwärtig nichts widerstehen kann. Bologna, vom 15. Julii. Berichte von guter Hand melden, daß die aus den Parmesanischen Staaten vertriebenen Jesukten alle in den von Modena komen werden, wo der Herzog befohlen habe, sie in anständige Häuser zu bringen, und mit allem Nothwendigen zu versehen. Es wird noch hinzugesetzt, der Herzog wolle, ihnen zu Lieb, ein ganz neues Collegium bauen lassen. Ferrara, vom 1. Julii.: * Man hat zu Venedig von dem Residenten der Republick in Constantinopel Briefe erhalten, nach welchen der Großherr beschlosfen hat; sich der Person des Betrügers Stephan bemächtigen zu lassen, welcher mit einem Haufen seiner Anhänger bis in das Türkische Gebiet gedrungen sey, und deswegen man an den Bassa von Bosnien den schleunigsten Befehl erlassen, alle Besätzungen und Landmilitzen seiner Statthalterschaft zusammenzuziehen; bis er eine Armee von 6otausend Mann aufgebracht habe, und damit gerade auf Montenerö loszugehen, um diekandes=Regierung zu nöthigen, ihm ermeldten Betrüger auszuliefern. Der Großvezir habe dem Residenten nicht allein Nachricht von diesem Entschlusse ertheilet, sondern ihn auch ersucher, der Venetianischen Republick zu berichten, sich über diesen Völker=Marsch nicht im geringsten zu beunruhigen; vielmehr dieselbe der vollkommenen und beständigen Freundschaft des Großherrn zu versigern. London, vom 15.. Julii. Am rzten wurde zu St. James, in Gegenwart des Königs, abermals Geheimer Rath gehalten, in welchem die Corsicani= schen Angelegenheiten, wie man vermuthet einer der Hauptgegenstände gewesen. Nach den allgemeinen Wünschen des Vorks, müßten die für ihre Freyhest fechtende Corsen durchaus und zwar öffentlich unterstützet werden; diejenigen aber, die mit kätterm Blute denken und wegen der grossen Nationalschuldenlast die alsdenn gewißnoch vermehrt würde, nicht gern einen neuen kostbaren Krieg mit Fraykreich wünschen, meynen, eine gewisse Mittelstraffe würde wohldiebesie seyn, wenn man nemlich die Corsen mit Geld, Waffenr und Munition unterstützte; die Franzosen würden dadurch unstreitig einen grossen Verlust an Volk nach und nach leiden müssen, und vielleicht zuletzt gar gezwungen werden die Insel wieder zu verlast fen. Man behauptet, jedoch ohne Wahrscheinlichkeit, daß die Abtretung von Corsica an Frankreich einen von den geheimen Artieulen unsers letztern Friedensschlusses mie dieser Krone ausgemacht habe, und der, um allzu grosses Murren bey der Nation zu vermeiden, bisher nicht bekannt gemacht worden. So viel ist gewiß, daß von neuem Befehle ergangen sind, die Ausrüstung der nach dem. Mutelländischen Meere bestimten Kriegesschiffe zu beschleunigen und soll der Commodore Spry; wann diese Schiffe zu ihm gestossen, zum Admiral von der rothen Flagge erkläret werden.98 Von Gibraltar wird berichtet, daß unsere dortige Garnison einen grossen Mangel an Lebensmit eln fürchtet, wenn die Zufuhr aus der Barbarey länger sollte gesperret bleiben. indem gewiß die Spanische Seite auch nicht lange mehr offen bleiben würde. Ausser dem Bombardement, womit man Genna bedrohet hat, ist eine solche Heimsuchung auch noch einigen Barbarischen Seeplätzen zugedacht um sie zu lehren, was es heisse, eine Sermacht herauszufodern. In der Havana ist die dortige Garnison mit drey Regimentern Spanifcher Infanterie vermehret worden, und man arbeitet Tag und Nacht an Ausrüftung neuer Schiffe von der Linie. Warschau, vom 2r. Julii. Die rehellischen Bauren in der Pohlnischen Ukraine sollen in allen wenigstens auf 10000 Menschen daselbst gerödtet haben; und die Güter der dortigen Edelleute an Städten u. Dörfern sind von ihnen theits abgebrannt, und theils sonst auf das erbärmlichste verheeret worden. Einem der Potocki, nemlich dem Woywoden von Kiow, sind daselbst zu seinem Theit aklein 1o Städte und 130 Dörfer auf diese Art vernichtet worden. Einen grosfen Theil dieser Bauren haben die Generals Apraxin und Branickitheits durch Bestrafungen, und theits dadurch, daß man ihnen Sicherheit gegen die Barer und wider alle, die sie zur Römischen Kirche sollten zwingen wolken, versprochen hat, völlig befänftiget; weil aber ein anderer Haufe der sich nach der Taxtaxey gewendet, daselbst ebenfalls grossenünfug verüber hat so fürchtei man, daß solches noch Folgen nach sich ziehen, und die Tarkarn auf Rache denken dürften. Strasburg, vom 22. Julii. Heute ist unser Herr Marschall nach Paris gereiset, und haben alle Marschälle u. Obersten B.fehl, sich dahin zu begeben, worauf es aber abgesehen, ist noch verborgen. Leipzig vom 27. Julii. Den reten dieses hatte auch das Städtchen Adorf; im Voigtlande, das betrübte Schicksal, daß es durch eine Feuersbrunst gänzlich in die Asche gelegt wurde. Die Flamme brach des Abends zwischens und 6 Uhr unvermuthet aus, und nahm so plötzlich überhand, daß die ganze Stadt, bis auf einige wenige Häuser in der Vorstadt in einer Zeit von Stunden im Rauche aufgieng. Die Stadtkirche, das Rathhaus, die Häuser der Geistlichen, die Schul und andere: öffentliche Gebäude, sind nebst wenigstens 200 Häusern ein Raub der Flammen geworden. ZwoPpersonen sind dabey mit verbrank, und die übrigen haben bey der fast unglaublich schnellen Ausbreitung der Gluth nicht das mindesteretten können. Maynz; vom 27. Julii. Gestern hat abermal ein schreckliches Gewitter unsere Gegenden in Furcht gesetzet. In hiesiger Stadt hat der Strahl zwar an zween Orten eingeschlagen; jedoch nicht gezündet; dagegen ist bey Hechtsheim ein Knecht samt seinem Pferde, und ver Höchst ein Metzger samt dem bey ihm geführten Och sen erschlagen worden. Münster, vom 4. August. Heute Nacht wurden sämtliche Einwohner hiesiger Stadt durch die erwünschte Aukunft Sr. Churfürstl. Gnaden, unsers gnädigsten Landesvakers in die ausnehmendste Freude versetzet.„Höchsidieselbe trafen dahier nachdem Sie gestern bey Sr. Excellenz dem Herrn Oberhofmarschall, Grafen von Merveldt, zu Lembeck das Mittagsmahl einzunehmen gerühet, um halb i2 Uhr ein. Vermischte Neuigkeiten. Zu Whitehaven lebt itzö ein gewisser Peter Magee, der 102 Jahr alt ist er hat 8 Weiber gehabt und mit ihnen 28 Söhne und 4 Töchter erzeugt; das jüngsie von diesen Kindern ist zwischen ir und 1s Jahr. ZuWiltshire ist neulich ein Duell zwischen zwey eifersüchtigen Nebenbuhlern vorgefallen, wovon der jüngste nicht weniger als 67 Jahr alt ist. Briefe aus dem Haag melden, daß man die Unterthanen der Generalstaaten mit der Ungnade Frankreich bedrohet, wenn sie schuldis gefunden würden, daß sie ferner die Corsicaner mit Schiffen und Kriegsmunition versehen würden. Laut Briefen von Genua, gehet das Gerücht, daß an die Republik die Forderung geschehen, daß einige von den Seehäven in Corßica von den Englischen Truppen ,.während die Franzosen diese Insel inne haben sollten, besetzt werden. Der General Paoli hat Retrenchements aufwerfen lassen, so nicht einzunehmen sind, und ste mit Artillerie besetzet. Die vorgehabteUlinterhandlungen der Minister von den Mächten des Hauses Bourbon mit den Ministern des Päbstl. Hofes zu Rom, sollen ganz wieder abgebrochen seyn, und jener von Frankreich sich von Rom hinweg auf das Land begeben haben; weil der Cardinal Negroni sich erkläret: Daß er keinen anderen Auftrag habe; als nur anzuhbren und zu referiren. Zu Avignon erliessen am aasten Junii die von dem französischen Parlamente abgeordneten Herren Commissarien zu Vereinbarung der Stadt Avignon und der Grafschaft Venäißin, samt deren Gebiete mit der Krone Frankreich, eine Verordnung, daß alle von Rom aus und der Legation herkommende Rescripte, Verwilligungen Apostolische Befehle, Unterschriften, Bullen, Decreten in Ehe=Sachen 2c. kurz, wie es Namen haben möge, ohne Erlaubniß des Parlaments guttig noch wirksam seyn sollen. Von Saatbrücken gehet die Nachricht ein, daß der regierende Fürst daselbst am 24sten an einem zum drittenmale gehabten Schlagflusse„ Todes verfahren ist.