Eltit Ihrer Churfürstl. Gnaden zu Cölln gnädigstem Privilegio Freytags, den 29. April. I. Citationes Edistales Alus Befehl Eines Hochwürdigen Münste* rischen Domcapituls Herrn Richtern und Gograven zum Backenfeld, Doetoren Kerkerink, werden alle u. jede Gläubigere, so an den Zellern Giesbert auf der G ist Kirsp. S. Lamberti, einige Ansprach u. Forderung haben, hiemit edictaliter zum zweytenmal citiret, um innerhalb9 Tagen nach Bekanntmachung dieses sub pcena perpetui silenti ihrehabende Forderungen beym Gogericht Backenfeld gehörig zu proponiren. Signatum Münster den rr. April 1768. De Mandato D. Gogravii I. H. Gende, Act. II. Sachen, so zu verkaufen. DemPublico wird hiemit bekannt gemacht künftigen MonatsMay des Morgens 9 Uhr daß in Gefolg des in Sequestrations= der Anfang gemacht werden solle. Sachen der Mensingschen Erbschaft unterm a6sten September ry6gsten Jahrs ergange=(Eswird zur Nachricht männiglichen erwienen gnädigsten Bescheides die Mensingsche dert daß nachdem auf den nahe aneinBibliotheque(worab die Verzeichnisse beym der schiessenden Erben Erkenbölling Kirspels geistlichen Hofgerichts=Procuratoren Sin= Senden, und Schulten Bockholt, Kirspels gor vorhero eingesehen werden kann) in der Bösensell, eine grosse Quantität EichenholCosterusschen Behausung auf der König= zes so theils zu Balken, theils auch zu Brestraßen dahier dem Meistbietenden gegen tern gut undwohl gebrauchet werden kann, Bgare Zahlung verkauft, und damit den aten sückweise oder auch in einer sicheren Anzahl abgetheilet, auf den aten Tag nächsikünftigen Monats May dem Meist, und Letzibien tenden zugeschlagen und verkaufet weeden soll, sich ein jeder; welcher Dazu Lust u. Mictel hat fauf selbigem Tag Morgens 9 Uhr bey dem Zellern Erkenbölling Kirspels Senden einzufinden, und daselbst das weitere in betreßf deren Conditionen fordersamst zu vernehmen habe. Gemnach die Previföres Eschelin ad Stum Lambertunn zu Eoesfeld die gedachter Kirchen daselbst jure Dau###ü zuständige auf der Letter Strasse an der Berkel gelegene sogenannte Vösselers Behausung wegen darauf haftenden noch rückständigen Kaufschilling. aut Consenzln, Domini Arehidigcon zu verkaufen gesinnet sind, als können alle und jede(welche zu Ankaufung besagter Behausung Lust und Mittel haben) sich bey Ends gemeldten Proviforen in Jeit von 14 Tagen melden, und daselbst die nähere Loncheiones vernehmen. Signa##m Cdesfeld den ihten April 176839 E Schmees, C. Nieha#s# F. Braunschweit Rrovilotes. Daidie Zeit allgemach mehr abläuft, in welcher denen, so auf dem dahier#in Münster im Bombardement verdramkten Platze neue Häuser erbäuten, die Freyheit von Schatzung auf sicher Jahren mit einem Prömio von Geld gnädigst zugelegt worden, so werden alle diejenige, welche auf obigen verbrenten Platz neu zu bauen gemeinet sind, hiedurch erinnert, die Zeit nicht verstreichen III. Vermischte Nachrichten## zu lassen, massen sie nach Umlauf dessen von der Freyheit und dem Prömio) sonsten sichsnicht mehr erfrenen könnengleich dand öbiges durch das InrelligenzBlatt bekannt machen zu lassen resolviret in Congregetione Magistrarus den 18. April 1768 Ex Mandaro.Senatus J. B. H. Zurhaer, Secret. sublt. Vermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. Gibraltar, vom 27. Merz. Man hat hier Nachricht, daßendlich die Spanischen Truppen, unter Anführung des Gouverneurs J. A. Ulloa; die Stadt und Pestung Neu=Orleans in Nordamerica besetzet haben so, daß nunmehro diese von den den Franzosen befessene Insul unter die Botmäßigkeit der Krone Spänien gekommenist. Die meisten Französischen Einwoher haben ihre Wohnungen verlassen, und sich nach östlichen Ufer des Sees Pontchartrain, in Ost=Florida, begeben, weil sie lieber unter Englischer, als Spanischer Botmäßigkeit Ancona, vom. April. verwichenen Tagenhhatte ohnweit von Sinigaglig das Venetianische Kriegsschiff St. Carl, von 8oCanonen und mit 700 Man. Equipage das Unglück, durch einengrausamen Sturm getrieben und mit allem versenket zu werden. Es kam von der Levante zurück reich befrachtet; der Verlust wird auf 1 Million Venetianischer Ducaten geachtet; Ferrara, vom I. Aptil. Der General Paoli hat seit kurzem eine grosseneue nach seiner eigenen Erfindung gebauete Pinquem See gehenlassen. Sie ist mir 23 Canonenbewafnet, und hat eine aus denen muthigsten und beherztesten Leuten bestehende Mannschaft, welche von einem jungen unerschrockenen Corsen commandiret wird. Denen Nachrichten von Livorno zufolge war diese Pinque nicht sobald ausgelaufen, als sie sogleich und in werig Stunden 6 Genuesische Fahrzeuge aufgebracht hat so, daß man sie schon als eine Geissel der Genueser ansiehet. Chambery, vom 9. April. Aus Fernay, wo Herr Voktaire seinen Wohnsitz hat gehet eine Nachricht ein welche unter tahren Ehristen einen heil Schaut verbreitet. Diesem gelehrten Schriftdem aus verschiedenen Gründen fast keine Religion zugemuthet werden wollte,ist, wie dieser Bericht meldet, von dem unenslichfreygebigem Himmel die kräftig wirkende Gnade angediehen, daß er bey dieser Heil. Oesterlichen Zeit nach aller erforderlichen Christschuldigen Vorbereitung sich dem Altare des lebendigen GOttes genähert, und beysdessen Fußschemeln tief anbetend, zur Erde hingebeugt mit verwunderungsvoller, Andacht die Speise des Lebens, das Heiligthum des ewigen Lams, zur Erbauung der ganzen Pfarre Fernay und ganz Europens, so solches zu vernehmen hat, empfangen habe. Es scheinet##er habe in dieser, und in keiner andern Absicht, und nur einzig darum, damit ermit mehrerer Frucht zu dem heiligen Werke, soer vorhatte, sich in der Einsamkeit vorbereiten könnte, jüngsthin seine Verwandten und Freunde, die er bey sich hatte, fortgesagt. P. Adam ein achzigjähriger-Jesuit, den Herr Voltaire zu sich genommen, und dem er die Sorge seines Seelen= Heyls gänzlich anvertrauet ist das aller Lobserhebung würdige Werkzeug, der dies grosse Geschäft zu Stande gebracht hat, Bern, vom 6. April. Aus Neufchatel vernimmt man, daß daselbst amMontage, den 4ten dieses, die Bürgerschaft in der Kirche versammlet gewesen um über den in ihrem Rechtsstreite mit dem Könige von Preussen, von hiesigem vortreflichen Rathe gethanen Ausspruch, sich den Königl. Verordnungen zu fügen, zu votiren; Ob derselbe zu befolgen oder zu verwerfen sey? Da denn 204 Stimmen gegen 2 dahin giengen, den Ausspruch zu befolgen so,daß demnach diese Streitsache zu glücklicher Endschaft gediehen, und es nicht nöthig ist, die Widerspenstigen durch bewaffnete Hand dahin zu vermogen, zu welchein Ende 8oc# Mann, die von chier aus dahin anrücken sollten, bereit, und zu deren Anführung der commandirende General wirklich erwählet war. wah= Wien, vomr3. April. Die Nachrichten von der Reise Ihrer Majestät, der Königinn beyder Sicilien, geben die angenehme. Versicherung., daß selbige in dem erwünschtesten Wohlseyn iund auf das vergnüglichste unter allgemeinen Ehr. und Freudenbezeugungen fortgesetzet wird. Odersirom, vom 12. April. Die Conföderirten in Podolien sollen in einem Dorfe unweit Bar einige roo Cosä„n und am 2en Merz einen Theil des Mniszechischen Regiments angegriffen; in beyden Scharmützelnkaber den Kürzern gezogen, besonders in ersierm, ausser vielen Todten und Gefangenen, 3 Canonen auf dem Platze haben lassen müssen. Paris„vom45. April. Obwolen das Edict von Reformation der Klöster dem Publico gefällt und als ein der Weisheit unsers vielgeliebten Monarchen würdiger Plan gepriesen wird, so wollen doch einige Bischöfe, die man nennet Vorstellungen dargegen thun. Ein Klostergeistlicher hat in einer Predigt sehr heftig wider dieses neue Gesetz geeifert, welches er nur: für ein Werk des Complots der sogenannten neuen Philösophen ausgiedt, um die Religion zu zerstören, und das Christenthum ganz zu vernichten. Ein Pohlnischer Herr, welcher hier eine Zeit her einen Staat gleich einem reichen Regenten geführet, wurde letzthin auf Antrieb seiner Gläubiger arretiret, und sitzet nun zu Fort! Eveque vermuthlich, bis daß seine gemachten ohnermeßlichen Schulden werden bezahlet seyn. Madame Denis, des Herrn von Volkaire Nichte, ist noch hier, und die eigentliche Ursache der Trennung von ihrem Oheim nicht bekannt; eine vorgegebene Reise des Herrn von Voltaire kann es auch nicht seyn, weil er noch zu Fernayist. Mansagt, die Einschiffung der nach Corsica bestimmten Truppen seye verschoben worden, weil der Englische Gesandte von wegen des Königs, seines Herrn, BewegUrsachen angebracht habe, warum es unterbleiben möchte Donaustrom, vom 16. April. Se. Majestät, der Kaiser, werden; wie wir hören, am Sonntag Abend, in Begleitung des Herzogs Albrecht von SachsenTeschen, des Generalfeldmarschalls Lascy und Laudon, wie auch der Generäle, Grafen von Colloredo und Nostitz, imgleichen Allerhöchstdero Obriststallmeisters Grafen von Dietrichstein, Sich auf die Reise nach Ungarn begeben. Sie soll 6 Wochen dauern. Wien, vom r6. April. Von der Reise der Königinn beyder Sicilien Majestät kann man, laut eingegangenen sicheren Nachrichten, heute so viel melden; daß, nachdem Höchstdieselben den roten um 3 Uhr Nachmittags glücklich in dem Fürstl. Schwarzenbergischen SchloßSchrattenberg in der Ober=Steyermark, eintrafen, in der Kammer allein, und der adeliche Hofstaat an einer Tafel von z2 Couverts gespeiset haben; nach aufgehobener Tafel wohneten Ihe ro Königl. Majestät einem teutschen Schauspiel in Versen bey, das bis 9 Uhr Abends dauerte, worauf Sie mit einem Spiel sich belustigten. Den folgenden Morgen nach 8 Uhr geschahe der Aufbruch nach Klagenfurt, der Hauptstadt des Herzogthums Kärnihen und die Ankunft daselbst erfolgte gegen 4 Uhr Nachmittags; während Ihro Majestät öffentlicher Tafel wartete der dasige Adel unter einer wohlbesetzten Music auf; das Militare hatte gemeinschaftlich mit der Bürgerschaft die Posten besetzet. Von dieser stunden über 80 Mann alle gelb montiret und geharnischt vor dem Hauptquartier, unter beständig abwechselendem Trompeten= und Pauckenschall und Feldmusic. Abends war eine welsche Comödie, die bis halb r0 Uhr dauer. Die ferneren Reise Nachrichten werden noch erwartet. Niederelbe, vom r0. April. Einige Privatbriefe aus Pohlen lassen einfliessen, daß; wann der König durch den Beystand der Rußischkaiserl. Kriegsvölker nicht Mittel ausfindig machet, die neue Conföderation in Podolien ehestens auseinander zu bringen; das Königreich und das Großherzogthum Litthauen mit einem bürgerkichen Kriege bedrohet seyn. Vermischte Neuigkeiten. In denen letzten Fastnachts=Tagen war Herr dela Motte, Bischof zu Amiens, in enem Haus, bey einer zahlreichen Gesellschaft beym Abendessen. Er sagte: Daß er noch an demselben Abend auf den Bal gehen wurde, welches die anderen Gäste nicht anders, als für Scher; aufnehmen konnten; wie groß aber war ihre Verwunderung, als er um Mitternacht bey dem Abschied von der Gesellschaft seinem Kutscher befahl„ zum Bal hinzufahren, wie auch wirklich geschahe. Bey seinem Eintritt daselbst wurde alles still; man schauete einander an, sagte heimlich: Was soll das bedeuten? der Bischof auf dem Bal! der Fromme! Er siehet die Verwunderung, wendete sich zu denen Damen und sagte: Ich komme nicht hieher ihre Lust zu stören ich billige den Tanz als ein erlaubtes Vergnü gen, und wünsche ihnen Glück Mesdames! da sie gern tanzen, tanzen sie nur; allein, ine dem daß sie tanzen, stehen eine Menge Arme Hunger und Elend aus; wo man Bälle geben kann, da kann man doch auch für diese etwas thun. Indem zog er seine Börse heraus, legte einige Louis d'or in seinen Hut, und samlete rings herum ein; so bekam er 126 Louisd'or, mit denen machte er sich wieder in seine Kutsche, und den Tag darauf wurde dieses Almosen denen Armen ausgetheilet. Mit Briefen von Ostende will man Nachricht haben, daß den sten dieses zu London ein allgemeiner Aufstand vorgefallen sey worin der gemeine unbändige Pöbel die Hotels dreyer Gesandten der grösten auswärtie gen Höfe geplündert hätte. Manlässet diese Nachricht, weil dergleichen Gerüchten nicht allemal zu trauen ist bis zu näherer Bestätigung, an seinen Ort gesteller seyn. Jean Cesar Charles Boctay, Verfasser verschiedener Schriften gegen die Religion und das Ministerium von Frankreieh, ist von dem Gerichtshofe zu Rennes auf Lebenszeie zur Zuchthausstrafe verurtheilet worden.