ANNO 1768 Elit Ihrer Churfürstl. Gnaden zu Cölln gnädigstem PrWIEglE Dienstag den 16. Februar. Ein im Kirchspiel Ueberwasser belegenes; dem Wirthen und Beckern Rave zugehöriges Haus wird noch malen gegen ein billiges angeboten; Sollte sich aber binnen etlichen Tägen kein Käufer dazu melden so soll es mit nächstem dem Meistbietenden verkaufet werden.“ Die Erbgenamen weiland Amtmann VoO merwollen nochmals den Verkauf ihrer auf der Frauen=Strasse allhier und am Lappenbrink belegener; zu 2980 Rthl. alti. wirter Behausungen an den Meistbietenden I. Sachen so zu verkaufen. vornehmen; und zwar am 2osten dieses Nachmittags um 2 Uhr in der PrincipalBehansung. Es diener anbey zur Nachricht, daß der Kaufschilling sogleich nicht brauche erlege zu werden, sondern nach erst ausgegangenen Edictal=Ladungen um daß jeder, der an gedachte Stücke was zu fordern hat; sich melden könne, welchem alsdann, dem rechtlichen Befinden nach, zur Bezahlung die Anweisung von gedachten Erben geschehen o n II. Vermischte Nachrichten. min s ist am vorigen Sonntag auf dem Ball das Intelligenz=Comtoir zu schicken woselbst E ein grün seidenen Parasoll vertauschet erseinen wieder finden wird. worden, wer denselbigen hat, beliebe ihnan? Vermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. Lissabon, vom ro. Januar. von der Lippe=Bückeburg; Oberfeldherr der 7. Esist noch nicht bekannt; wenn der Gräf Königl. Armeen, in seine Staaten zurückge hen wird. Es gieng die Rede, daß der König sein Kriegsherr durch ein Regiment, das in Deutschland sollte geworben werden, zu verstärken gesinnekseye, davon ist es nun wieder stille; jedoch ist gewiß, daß Se. Majestät alle diejenigen Officiers welche Ihnen des Grafen von der Lippe Erlaucht anempfehlen in Dero Dienste aufnehmen. Madrit, vom 17. Januar. Der König hat an die hohen Officiers von der Land und Seemacht die Befehle erlassen genaue Verzeichnisse von beyden in Zeit von 2 Monaren einzugeben, weil Se. Majestät beyde in formidablen und vollkommenen Stande wissen wollen. Da nach zeitheriger Untersuchung der Processe vieler Personen, die bey dem bekanten Aufruhr des Volks eingezogen worden, sich ergeben hat, auch dem König sonst bekannt geworden ist, daß ihr Verbrechen nicht sowol aus eigenem Trieb und freyem Willen als auf Aastiftung geschehen, so haben Se. Majestät felbige jediglich zur Arbeit in den Bergwerken verurtheilen lassen. Rom, vom 20. Januar. In diesen Tagen hatte der hier befindliche Pohlnische Edelmann, Herr Littavor Chrepcovicz Landbote von Grodno, die Ehreidem Pabste den Fuß zu küssen. Se. Heiligkeit empfiengen denselben mit mildväterlicher Päbst licher Huld, und beschenkten ihn mit einer prächtigen Krone von Lapis Lazuli nebst einer goldenen Medaille, die mit vielen Indulgenzen und einem Heiligen ausgezieret war; ernannten ihn auch zugleich zum Rit. ter des goldenen Sporns. Livorno, vom 22. Januar. Laut Briefen von Bastia, hat endlich die Genuesische Regierung den von den Corsen vorgeschlagenen Friedensplan angenommen. Das Umständliche wird zwar noch nicht daben gemeldet; jedoch überhaupt für gewiß angegeben, daß denen Corsen der völlige Besitz der Plätze mit der Unabhängigkeit von Genua, unter Gewährleistung der zween vornehmsten vermittelnden Mächte, solle eingerdumet werden. Eivitavechia, vom 20. Januar. Brife von Livorno berichten; daß eine Malthesische Galeere in der Adriatischen See ein Türkisches Schiff erobert habe, welches zwanzig Stücke geführet und fünfzigtausend Ducaten für den Groß=Sultan aufgehabt hat. Ferrara, vom 24. Januar. Manhat geglaubt, daß der berufen Czar in Dalmatien wieder verschwunden sehe. Run aber empfängt man abermals, unter obiger Aufschrift sbigende Nachricht von ihm: Von guter Hand vernimmt manrdaß der angebliche Peter III. sich nicht nur ben Ehren und Macht in der Provinz Montenero erhalte, ssondern auch noch viele Anhänger in Hem Venetianischen Dalmatien bekomme, so, daß der Rath zu Venedig darüber in Sorgen stehe, und nicht nur dem commandirenden General in Dalmatien befohlen, ein wachsames Auge auf seine Bewegun, gen und Unternehmungen zu haben sondern auch noch auf den Köpf dieses Betrügers 2000 Zechinen ausgesetzt habe. Corte, auf der Insut Corsica, vom 24. Januar. Es melden sichere Nachrichten von Isola Rossa, daß man in dorzigem Haven sehr emsig mit einer Rüsiung beschäftiget seye, die ehestens nach ihrer Bestimmung abgehen solle, auch wird zu Capraja und überall im ganzen Reiche an Verfertigung einer beträchtlichen Anzahl Tränsport=Schiffe gearbeitet, welches alles zu einer gar wichtigen Unternehmung, die aber sehr geheim gehalten wirh Aarhaus in Jütland, vom 26. Jan. Der berühmte Normann Drachenberg feyerte am bten Rovember vorigen Jahres sehr vergnügt seinen Geburtstag, an welchem derselbe in das 14aste Jahr eingetreten. An demselbigen Tage gieng er noch von der Baronie Marseilishurg bis nach dem adelichen Hofe Rosenholm, einen Weg beynabe von 2 Meilen zu Fusse. Er kommt gemeiniglich alle 3 bis 4 Wochen zu Fusse hieher, und bedienet sich niemals einiges Fuhrwerks Dunkelheit seiner Augen weshalber den Weg nicht wohl finden kann hat er blos nur einen Geleitsmann bey sich. Rom, vom 26. Januar. Der heilige Vater hat es über die massen zu Herzen genommen, daß zween Bischöfe, als Glieder der wegen der Jesuitischen Angelegenheiten zu Neapel niedergesetzten Deputation, das Decret genehmiget und unterschrieben haben, kraft dessen die Güter der ausgewiesenen Jesuiten dem Fiscus zugewendet worden. Gedachte Güter sollen nun, zufolge eines in der letzten Versammlung abgefaßten Schlusses, verkauft werden; der Hof hat aufsich genommen, die auf solchen haftenden Schuldigkeiten, nach dem Sinn und Willen der Teskirenden selbsten, zu erfüllen. Der Erlöß daraus wird sogleich verwendet werden, um dem Hofe die Unkosten zu erstatten; die er wegen Ausrüstung der Transportschiffe für die Jesuiten und derer Ueberführung gehabt hat: Vermöge der Nachrich ten von Reapel; wird die erstere auf röotausend, und die zweyte auf 60 tausend Ducaten gerechnet. Die Jesuiten aus den Neapolitanischen Collegien haben einige Tage zu Pozzuolo Halt machen müssen, und dieses hat 19 tausend Ducaten gekostet, ungeachtet man weis, daß die armen Väter fast nichts zu essen bekommen und auf der Erde haben liegen müssen. Parma, vom 26. Jannar. Der Infanr unser gnädigste Landeshern hat jüngsthin eine aus den vier nachstehenden Articulen besiehende Pragmatische Sanction bekannt machen lassen. 2) Soll keiner von den Unterthanen des Herrn Infanten, ohne ausbrückliche Erlaubniß Sr. Königl. Hoheit, die Streitsachen, welche sich in den unter Ihrer Botmäßigkeit stehenden Landen hervorthun werden, von welcher Art sie auch immer seyn mogen, an auswärtige Gerichtshöse, auch so gar an jene zu Rom, bringen können. 2) Ist allen Unterthanen des Herrn Infanten untersaget sich zu auswärtigen Fürsten, Regierungen und Gerichtshöfen hinzuwenden; sowol in betreff von allerley Art weltlicher Angelegenheiten, als um in Dero Staaten geistliche Pfründe oder sonstige geist liche Anwartungen an sich zu bringen, ehe und bevor sie desfalls die Genehmhaltung Sr. Königl. Hoheit erhalten haben. 3) Sollen alle mit der Seel=Sorge beschwerte Pfründen, sowol als jene, zu welchen die Bullen in dem Päbstl. Consistorio ausgefertiget werden, auch klösterliche Pfründen, Pensionen, Abteyen, Würden Aemter, die einige Gerichtbarkeit hätten, dreyen Herzogthümern nicht anders, als von den Unterthanen des Infanten und vor allen Dingen, mit Genehmhaltung Sr. Königl. Hoheit, besessen werden können. 4) Endlich erkläret der Infant alle Schriften, Briefe, Urtheile, Decrete, Bullen, Breve, u. s. w. welche von Rom ober aus irgend einem andern Lande kommen werden, für ungültig und unkräftig, sieseyen dann mit dem Regio exequatur versehen. Paris, vom zr. Januar. Der durch den Eisbruch sowol auf der Seine als auf dem Marne=Flusse längs hiesiger Stadt verursachte Schade beträgt ,nach einer desfalls gemachten genauen Berechnung 3 Millionen s99 tausend Livres. Bey dieser Gelegenheit stellet sich besonders die Französische Gedenkungsart in ihr ganzes Licht. Die Schilderung von einer so thränenwürdigen Ereigniß ist in Klagliederentworfen; und in lächerliche Gespräche, die man die hiesigen Brücken unter sich führen läßt eingehüllet, wird der ganze Vorgang von Gasse zu Gasse besungen. Dies Betragen verräth die Sitten und den Geist unsers Zeitalters, worin man sich alles nach Willkühr zu beurtheilen erlaube seyn läßt. Erlangen, vom 2. Februar. Man hat Nachricht, daß die zwey Thäter des jüngsthin zwischen Cunrent und Obergeigant an zween Juden begangenen Mords ashe s. Ser Fest gesetzet worden, auch nächstens zu ihrer verdienten Strafe anhero sollen ausgeliefert werden „Untereheinstrom, vom I. Febr. Die Rotionalschulden der Krone Englans sollen sich nunmehro auf 245 Mittionen Pf. Sterl. belaufen. Diese Summe in Silbermünze verwandelt würde ein Gewicht von 481333/338 Pfund Silber ausmachen) und wollte mau es auf mit 4 Pferden bespannte Wigen laden würden, um die Summe forkzuführen, 1#88 Wagen, und 79544 Perde dazu erfordert werden. London vom s. Febr. Lord Chatam hat indlich das geheime Siegel niedergelegt. Da sein Creditibey Hofeallmähliggesunken, und das Zutrauen des Publick sich gänzlich von ihmentwendet, so hater die Entschliessung genommen sich der öffentlichen Angelegenheiten ferner nicht mehr zu untertiehen, sondern seine übrige Lebenstage in der Ruhr zuzubringen. Coblenz, vom I. Fedr. Mittels einer heute aus Trier angelangten Staffette hat man die höchsterfreuliche Nach richt erhalten,, daß der Durchlauchtigste Königl. Pohlnische und Chursächsische Prinz Clemens Wenceslaus, Fürsi Bischof zu Freysingen und Regensburg, auch Coadjutor zu Augsburg, gestern durch einmüthige Stimmen sämtlicher hohen Herren ErzDomcapitularen, zum Erzbischofe zu Trier und des Heil. Römischen Reichs durch Gallien und das Königreich Arekat Erzcanzlern und Churfürsten erwählet worden. Vermischte Neuigkeiten. Folgende Begebenheit ist aus Reu=Schotland nach England, aus England nach Al. tona berichtet und von dort jedoch, wie billig, ohne Gewährleistung weiter gemeldet worden: Ein Englisches Schiff; welches an der Küste von Terreneuve vor Anker tag sieng auf einmal an sich gegen den Wind zu bewegen und gieng in Zeit von einer Stunde 2r englische Meilen fort, obgleich die Seegel nicht aufgezogen waren. Das Schiffsvolk konnte nicht begreisen wie dieses zugehen möchte Manwollteden Ankerlichten, konaber nicht damit zu Stande kommen. Endich erblickte man einen Wallfisch mit dem Kopfeüiber dem Wasser der den Schiffsanker-im Maul hatte, die Schiffsteute hieben daber umsich der Gefahr nichs weiter aus. zusetzen, das Anker=Tau ab und der Wallfisch schwamm mit dem Anker davon. Bey Haynichen, unweit Freyberg##tben dem zu Anfang dieses Jahrs, eingefallenen vielen Regen und Sturmwinden ein Berg geborsten, dessen Riß so sehrin die Tiese geht, daß er noch durch nichts ergründet werden können. Die ganze Geschichte von seher weiset kein Beyspielauf, und niemand wird je von inem so besondern Paar Eheleuten gehörtt haben, wie Peter Sablier, genannt Ronate ein Arbeiter in dem Kirchsprengel von Izieu, dey Chamend im Lionischen, und dessen Eheweib gewesen, die an einem Tage an demselbigen Ort gebohren, an einem in derselbigen Pfarrkirche getauft worden; ihrgunzes Leben über immer gesund gewesen, und im Alter von beynahe 1o0 Jahren am 8ten Januar beyde dieses Leben verlassen haben. Ihro Majestät, die Königinn von Frank. reich, befinden sich von Tag zu Dag besser; die Lust zum Essen) der Schlaf, die Krafte haben sich wieder gefunden und man hat zu Paris die Hoffnung, daß Ihro Majestät ehestens der freyen Luft wieder werden geniessen können. Mademoiselle Guimard, eine berühmte Opera=Tänzerin zu Paris, hat ein erbauli# ches Beyspiel von Edelmuth und Mildthatigkeit gegeben; alle die Neujahrsgeschenke welche sie von verschiedenen Herrschaften u. anderen reichen Personen; die ihre Talente schätzen, bekommen hatte verkauften sie und ließ das Laraus gekößte Geld, bey 9000 Livres, unter die Armen ihres Kirchspiels austheile# Die vereinigte Coufsderation der Kron Pohlen und des Großherzogthums Litthauen sendeten neutich einen Curier nach Moscau mit einem Berichte von dem bisher zu Warschau Vorgefallenen an ihre dasige Bevollmächtigte ab.=Selbige dürften, nebst denen hohen Staatsgefangenen, gleich nach Endizung des Reichstages##wieder hier ankom*