Elit Ihrer Churfürstl. Gnaden zu Cölln gnädigstem Privilegio Dienstag den 19. Januar. I. Citationes Edistales Aus Befehl Eines Hochwürdigen wolgebohrnen Domcapituls verordneten Herrn Gograven zu Telgte, werden alle und jede Schuldgläubigere, so an den Zellern Deiterman Kirspels Telgte, Bauerschaft Bertel, einige Ansprach haben, hiemit zum dritten= und letztenmal edictaliter auf den hten Tag nach Publication dieses um ihre Forderungen in beglaubter Form samt richtigen Liquidation am Gogericht Telgte vorund einzubringen; peremptorie citiret und abgeladen. Signatum Telgte den I#ten Januar“ 1768. : A d D e c r e r u m D. G o g r a v i i J.E.Werlein, Gerichtschr. Alus Befehl des Herrn Richtern der Herrlichkeit Dreusteinfurt, Doctoren Elverfeld werden sämtliche Credirores, so einige Forderung an deren Eheleuten Johan Bernarden Nordhoff in DrensteinfurtHaab und Gütern haben oder zu haben vermeinen hiemit zum dritten= u. ketztenmal offener Edicts. weise„um innerhatb 9 Tägen nach Verkündigung dieses ihre Forderungen und Liquie dationen ihrer rückständigen Pensionen dev diesemGericht oder allenfalls ad Protocollum des Steinfurtschen Adtuarii Gerding zupreponiren, lab pornaperpetu# bilenti verabladet. Lienarum Drensteinfurt den Zten Januar 1768. Ad.Decretum D Judicis J. H. Bömer AGt. furrog. werden alle und jede Creckirore welche an dem Köttern Johan Bernd Möcke zu Osterfeine oder dessen Gütern rechttiche Ansprach haben, oder zu haben vermeinen: Imgleichen auch alle und jede Credifores welche an der Wittiben Arndten Westermac einige Forderung zu haben vermeinen mögken, Hiemit zum erstenmat offener Edictswei se verabladet, um am neunten Tag nach so weit procediret und verfahren, daß unter Verkündigung dieses anhero zu Gerichte dem 2usten Julius a. c. ein Urthel ergangen selbst oder durch einen Bevollmächtigten zu kraft welchen auf angezeigter Entweichung erscheinen, ihre Ansprach vorzustellen, und der Wittiben Busch wider dieselbe die Edidie dar auf sprechende Beweißthümer mir erner richtigen Zinsen=Verzeichniß einzubringen mit der Verwarnung, daß denen nicht erscheinenden Creditoren ein ewiges Stillschweigen eingebunden werden solle. Geben Damme den I8ten December 1767. Ad Dccretum D. Jüdicis Dammenlis J. L. Keppel; Gerichtschr. (emnach in Sachen Ober= und Landfisci & Denaticiantis Dollmann dahier Klagern gegen zuerst den Schreineramtsverwannten Busch dahier Beklagten im Act. und auf dessen Absterben die Wittid u. Erben ctal=Ladung erkannt worden als wird die Witribe des Schreinern Busch hiemit Edictalweise citiret und verabladet, um innerhalb den nächsten 1Tagen nach Publication dieses bey hiesigem Ober und LandfiscalatGericht zu erscheinen, den ihr unterm aosten Junii 1766 auferlegten Beweiß so gewiß anzuschaffen, als sonsten in contumaciam wider ihr weiters ergehen wird, was Rechtens. Decretum in Confil. Fifcal. Münster den 18. December 1767. In Fidem Vogt: ASt. Fifcal II. Sachen so zu verkaufen. (onnerstag; den aten künftigen Monats Meistern insamt werdiret worden auf 27s8 D' Fehrnarii, Morgens un 10 Uhk wird Rthir; DenenLiebhaberen dienet zur Nachin der Behäusung des dazu von der hohen richt daß solcher Verkauf von Gerichts weVormundschaft von Schenkink zu Vogedink, gen bey hiesigem Hochfürftl. weitlichen Hofbevollmächtigten Herren Assessoren,Docto“ zericht verstattet seye, und daß der Kaufen Abeck, dem Letzt= und Meistbietenden schillung nicht an die Vormundschaft von verkaufet werden, der dahier auf der Neu= Schenkink, sondern von dem Käufer selbst brückenstraße ohnweit Martini Kirchhofbe= unmittelbar an die älteste, obsonst von ihm kaaener von denen französischen Jungfern zu wählende von Schenkinksiche Creditoren Vermalen bewohnter von SchenkingscheHof ausbezahlet werden solle, wes Ends ihm davar gelegenes, von der Jungfer der Starus Creditorum aufrichtig und an EiSchuls unterhabendes kleineres Hausund, des Statt nach geschehenen Ankauf wirdvorfonstigem Zubehör, welche beyde Häuser von gelegt werden. denen beeideten Stadt Maner= und ZimmerVermischte Neuigkeiten von verschiedenen Orten. Petersburg vom 6. Der. Von Astrakan am Wolgafluß läuft die Nachricht ein daß daselbst eine schreckliche Feuersbrunst gewesen, die in kurzer Zeit über 30g Häuser und viele grosse Waarenmagazi= ne in die Aschegelegt. London, vom 22. Decemb. Die Nachrichten aus unsern Provinzen bestehen noch immer in lauter Klagen über die entsetzliche Theurung, so daß man bey jetziger rauhen Witterung fürchtet, es werde eine Menge armer Leute vor Hunger u. Gram umkommen müssen. Schweinefleisch ist in einem übermäßigen Preiß, und zu aller dieser Theurung komen noch die beständigen Räubereyen und Diebstähle, von denen man von allen Orten her zu hören hat. Ueber nichts mehr klagt man als daß bey dem allgemeinen Getraidemangel dennoch immer eine so grosse Menge desselben zum Brandtweinsbrennen verschwendet wird. Rom, vom 27. December. Die widrigen Nachrichten, welche man seither immer am hiesigen Hof aus verschie denen Reichen erhalten, haben in dieser Hauptstadt eine durchgängige Bestürzung veranlasset. Die pohlische Angelegenheiten setzen Se. Päbstl. Heiligkeit in keine geringe Unruhe; auch die Vertreibung der Jesuiten aus Neapolis, betrübet Se. Heiligkeit ungenrein. Sie sind schon einige Tage nicht aus Dero Zimmern gekommen, und die Congregationen werden eifrigst fortgesetzet. Verschiedene dieser Ordensleute sind in die reichsten Klöster des Kirchenstaats vertheilet worden, und diejenigen, welche nur mit einigen Religiosen besetzet waren, musten denen Jesuiten ganz eingeräumet werden. Indessen sind auf Päbstl. Befehl, für die Wohlfahrt der Kirche, öffentliche Gebeter angestellet, auch alle Lusibarkeiten und Schauspiele, nebst den Ergötzlichkeiten des Carnevals eingestellet worden. Bey allen den bezeigt sich das gemeine Volk sehr schwürig, als welches wegen der vielen angekommenen Fremölinge Theurung und Mangel an Lebensmitteln besorget Da auch bey eingestellten Carnevals=Lustbarkeiten keine auswärtige Standespersonen nach Rom kommen werden, so leidet hierunter Handlung und Manufacturen gewaltig. Venedig vom 15. Dec. Briefe aus Constantinopel erzehlen, daß kürzlich ein großer Aufstand daselbst gewesen; die eigentliche Ursache hiezu wird nicht gemeldet. Im Divan entstand ein hitziger Wortwechsel, die Janitscharen und der Pöbek nahmen Antheil am Streit, und es wurde viel Blut vergossen, ehe dieser Streit geschlichtet werden konnte. Madrid, vom ro. Dec. Den 8ten dieses gieng ein Courier von Wien hier durch nach Lissabon, und sogleich hat sich das Gerücht verbreitet, Haß eine Vermählung zwischen Sr. Kaiserl. Majestät und einer Prinzeßin von Portugalim Werk sey. An eden dem Tage traf noch ein anderer Courier von eben dem Hofe hier ein, dessen Depeschen die Vermählung einer Erzherzogiun mit dem König beyder Sicilien betreffen sollen. Coppenhagen vom 29. Dec. Unter dem 18ten dieses haben Se. Majestät die Verordnung ergehen lassen, daß diejenigen Delinquenten, welche ohne weitere Ursache, und blos um aus der Welt zu kommen, andere Leute umbringen, nicht mehr am Leben gestrafet, sondern gestäupet, an der Stirne gebrandmarket, und Zeit Lebens in Ketten zur allerverächtlichsten und schwe. resten Arbeit angehalten werden sollen. Einmal im Jahr sollen sie an dem Orte wossie die That begangen, oder auch auf dem Richtplatz2 Staupenschläge mit neun Ruthen erhalten, und nach ihrem Tod ihnen Kopf und Hand abgehauen und aufPfähle gesteckt der Rumpf aber auf das Rad geflochten werden. Glaubwürdige Nachrichten wollen versichern, daß zwischen Dännemark, Den Herzogen von Holstein, und der Stadt Hamburg ein Vergleich unter Händen sey, nach welchem Dännemark und Holstein ihre Prätension auf diese Stadt fahren lassen wollen. wenn Hamburg die dem Dänischen Hofe vergeschossene 170605 Thlr. schwinden läßt, und den Herzogen von Holstein einige ihnen vormals gehörig gewesene Dorfschaften abtritt. Stadt=Ilm, vom 29. Decemb. Hier hat sich vor einigenTagen der betrütte Zufall eräugnet, daß Abends gegen 6 Uhr ein Seifensieder in den noch fast siedend heissen wohl Mannestiefen Strudel eben gekochter Seife hinabstürzte, wie er zum Unglück gerade ganz allein dabey gearbeitet; die kochende Seife scheint ihn mit seinen Kleidern noch etwas getragen zu haben, so daßer sich zwar auch mit dem Unterleibe eingetaucht doch in der Angst in eben der Minute sich noch herauswinden können. Er kam seiner Meisterinn mit einem erbärmlichen Zetergeschrey entgegen und wälzte sich sogleich in dem im Hofe liegenden Schnee. Man brachte ihn alsbald unter des Arztes und Feldscheers Hände, aber alle Mühe war vergebens, indem er unker vielen Schmerzen den andern Morgen seinen=Geist aufgeben muste. Ober gleich beständig bey guker Vernunft war so fahe man doch ausseinen Ausdrücken, daß ihm die eine Nacht oder vielmehr die einigen Stunden die er noch gelebt, wie verschiedes ne Nächte vorgekommen. Wien, vom zr. Decemb. Man hält es hier nunmehr für eine völlige richtige Sache, daß der Churfürst von Sachten eine Prinzeßinn aus dem allerhöchsten Kaiserl Hause erhalten werde und will man auch schon die Zeit zu dieser hohen Vermäh' lung nicht allzu entfernt mehr wissen. Durch die völlig zugefrorne Donan ist der Brodpreiß ziemlich erhöhet worden. Cleve, vom7. Januar. Sichern Nachrichten aus Berlin zufolge, werden Se. Majestät, der König, im Monat März in dieser Provinz ankommen, und alsdann von den Garnisonregimentern von Wesel Ham Lippstadt, und andern Plätzen, bey Bielefeld ein Campement formiren, worin verschiedene militairische Evolutionen gemacht werden sollen. Das neue Manoeupre fünfmal in einer Minute zu feuernz ist bereits bey denselben eingeführet und zur Vollkommenheit gebracht. Braunschweig, vom rr. Jan. Gestern wurde in den Kirchen hiesiger Stadt dem Höchsten wegen der Genesung St Durchlauche, des Herzogs Ferdinand, öffentlich gedankt. „: Coblenz onm 13. Januar. Ein wehmuthsvoller Harm ist unser unverhoffeer. Antheil geworden. Mit halb gepreßten Thränen und mit Seufzern unterbrochenen Klagen müssen wir und die sämtlichen Erzstiftisch=Trierischen Unterthanen verkünoigen, daß ein unerforschlicher Rathschluß GOttes gestern, um halb 8 Uhr Abends, unsern mildreichsten und gnädigsten LandesFürsten und Herrn, den Hochwürdigsten Herrn, Herru Johann Philipp, aus dem uralten adel. und Reichsfreyherrlichen Geschlechte von Walderdorf 2c. Erzbischof zu Trier des Heil. Röm. Reichs durch Gallien und das Königreich Arelar Erzcanzler und Churfürst ,Bischof zu Worms, 2c. u., nach einer fast 9 Wochen angehaltenen Krankheit mit allen H. Sacramenken wohl versehen, und gänzlicher Ergebenheit in den göttlichen Willen, aus dieser Zeitlichkeit in die ewige Glückseligkeit übersetzet hat. Münster, vom 18. Januar. Den rsten dieses hat der hiesige Landtag miit den gewöhnlichen Feyerlichkeiten seinen Anfang genommen. Derselbe wurde durch den Herrn Geheimen Rath und Canzler, Herrn von Schücking, durch eine auf das zierlichste abgefaßte Rede eröfnet, worauf sodann die Landsherrlichen Propositionen durch den Herrn Hofrath und geheimen Secretair Münsterman verlesen wurden. Den rôten wurde von der hiesigen Gesellschaft deutscher Schauspieler das vortreftiche, einem Hochwürdigen Domcapitukund der hochlöbl. Ritterschaft unterthänigst zugeeignete Trauerspiel des Herrn von Voltaire, betittelt: Tancrede, oder: Die Stärkeedeldenkender Seelen, nebst einem bey dieser Gelegenheit verfertigten Singspiel mit allgemeinem Beyfall aufgeführet. Am nemlichen Tage ist dahier bey der Madame La Port angekömmen der berühmte Ritter von Taylox; Oculist von Sr. Päbstl. Heiligkeit, von Ihro Kaiserk. Majestät, von Ihro Königl. Majestäten in England, Dännemark, Pohlen, Schweden, 2c. von Ihro Churfürstl. Gnaden zu Cölln, Bayern und übrigen Reichsfürsten. Er hat sichlengagirt allhier eine grosse Menge Leute zu curiren, welche mit Augenfehlern und sonstigen Mängeln behaftet sind; er wird sich allhier etliche Täge aufhalten, ehe er seine Reise auf Hefsencassel fortsetzen wird. Alle Arme, wieer aller Orten zu thun pflegt, curirt erumsonst. Obenbesagter Ritter hat auch bey sich seinen Apparatum, welches das schönste Werkist, so man jemahlen hat erfinden können, wozu alle Gelehrte eingeladen werden. Diese Intelligenz-Blätter werden wöchentlich zweymal, als am Dienstag und Freytag, ben dem hierzu privilegirten Verlegeren Anton Wilhelm Aschendorf ausgeben,und sin?““ auf allen Kaiserl. Postämtern zu haben.