Erstes Clatt. Lielestto Sonnabend, 21. Dezember 1907 Ansere werten Fer bitten wir höflichst, die Bestellungen auf das erste Quartal 1908 unseres Blattes bei den Postanstalten oder bei den im Orte verkehrenden Landbriefträgern bewirken, damit in der Zustellung des Blattes keine Unterbrechung eintritt. Wir bitten unsere Leser noch gütigst, ihr eigenes Abonnement nicht allein zu Lrueuern, sondern auch bei passender Gelegenheit zum Abonnement auf das Parteiblatt aufzumuntern und uns dadurch neue Abonnenten zuzuführen. Die Geschäftsstelle. Sistorischer Kalender. 21. Dezember: Ludwig Hölty, Dichter, geb. 1748.— Leopold v. Ranke, Geschichtsschreiber, geb. 1795.— Lord Beaconsfield (Disraeli), geb. 1805.— Die Verbündeten, 2000 Mann stark, überschreiten bei Basel den Rhein, 1818. 22. Dezember: Weinsberg muß sich Kaiser Konra, III. ergeben, 1140.— Gustav Adolf besetzt Mainz, 1681.— Franz Abt, Liederkomponist, geb. 1819.— Wiederholter Ausfall aus Paris zurückgeschlagen, 1870.— Generalfeldmarschall von Blumenthal, gest. 1900. Die Polengefahr und das neue Ansiedlungsgesetz. A. Das neue Ansiedlungsgesetz enthält die Bestimmung, daß unter Beobachtung gew sser Fölmlichkeiten und unter Beschränkung auf gew.ss: noch festzusetzende Kreise in Posen und Westpreußen Grundbesitz zwangsweise enteiguet wirden kann. Das ist eine so harte Maßregel und verstößt anscheinend so sehr gegen die allgemeinen und besonders auch die konservative Anschauung von der Unverletzlichkeit, ja gewissermaßen Heiligkeit des Rechts am vererbten Grund und Boden, daß eine eingehinde Begründung der Notwendigkeit dieser Maßregel und ein Vorschlag, ihre Härte wesentlich zu mildern, wohl den westfälischen Gfinnungsgenossen erwünscht sein wird. Die Polen sind eine Gefahr für das deutsche Reich, nicht deshalb, weil sie lieber polnisch als deutsch sprechen; die zu verschiedenen Zeitepochen in Deutschland eingewanderten, meistens ihres Glaubens wegen *) Der Herr Verfasser hat längere Zeit in Posen gewohnt und kennt die Verhältnisse aus eigener *** Anschauung. Die Schrif vertriebenen oder flüchtenden Franzosen haben auch lange Zeit an ihrer Muttersprache festgehalten; ebenso sprechen die Littauer und Masuren in Ostpreußen lieber ihre Muttersprache als deutsch und bitten das ostpreußische Konsistorium um Pfarrer, welche ihrer Muttersprache kundig sind. Diese alle aber sind im Gegensatz zu den Polen treue Deutsche und preußische Untertanen, wie das auch ihre politische Stellung beweist, Sozialdemokraten finden bei ihnen keinen Boden für ihre Bestrebungen, sie wählen fast ausschließlich kovservativ oder den Konservativen nahe stehende Abgeordnete. Der Feldmarschall Moltke war bekanntlich stets der Vertreter des Wahlkreises Memel=Heydekrug, in welchem die Littauer die größte Verbreitung haben. Die Polen dagegen stehen im bewußten Gegensatz gegen das deutsche Reich. Sie wollen sich nicht als Untertanen der Könige Preußens fühlen, denen sie die Errettung aus wahrhaft traurigen Zuständen verdanken, die ihnen erst einen Mittelstand geschaffen haben, freie polnische Bauern, Kaufliute Aerzte. So blind ist der Fauatismus dieser Polen, daß sie nicht einsehen, wieviel besser die Zustände in Posen und Wesspreußen sind als in Galizien, das von den Polen verwaltet wird, wo in Stadt und Land das größte Elend herrscht. Es ist des deutschen Vaterlandes unwürdig, solche staatsfeindlichen Bestrebungen, wie sie die Polen ziemlich offen betreiben, weiter zu dulden. Einen Hauptstützpunkt finden diese Bestrebungen vielfach bei der polnischen Geistlichkeit und den polnischen Grundbesitzern. Gegen die letzteren hilft nur die Möglichkeit der Eateignung. Die Konservativen werden daher ihre Bederken gegen eine solche harte Maßregel schließlich fallen lassen; freilich verlangen sie mit Recht, daß Sicherheitsmaßregeln dagegen ergriffen werden, daß sich die enteigneten Polen nicht etwa so massenhaft in bisher deutschen Kreisen ansiedeln, daß diese dadurch in Gefahr kommen. In welcher Art kann nun eine Milderung der harten Maßregel geschaffen werden? Das wünschenswerteste Ziel ist doch, deß ein Weg zur Rückkehr, zur Versöhnung offen gehalten wird. Ein solcher Weg wäre folgender: Die enteigneten Grundstücke, ob groß oder klein, werden nicht verkauft, auch nicht als Rentengüter, sondern zunächst nur verpachtet auf 12 oder 18 Jahre; auf jeden Fall auf einen längeren Zeitraum. Sind die Pachtbedingungen recht günstige, wird der Staat geeignete nationalgesinnte Pächter finden. Aendert sich in der Zeit der Pachtdauer die Gefinnung der Enteigneten und hat der Staat unzweidentige Beweise davon, sollen in diesem Falle die selben die Möglichkeit haben, ihren alten Besitz unter billiger Berücksichtigung der gemachten Verb sserungen wiedererstehen zu können. Dasselbe soll für ihre Kinder unter Erfüllung obiger Voraussetzung gelten. Dadurch wird der Enteignung der Stachel der Unversöhnlichkeit gevommen. Die Fälle sind sehr wohl denkbar, daß ein solcher Gefinnungswechsel eiptritt, besonders bei Söhnen von Grundbesitzern, welche vielleicht durch ihr Studium oder durch ihre Lebenserfahrungen von ihren polnischen Vorurteilen geheilt werden. Tritt nicht eine Gesinnungsänderung ein, so kann der Staat natürlich den Besitz verkaufen. Gegen die polnisch= nationalgesinnte Geistlichkeit kann sich der Staat nur schützen, wenn ein gut deutsch gesinnter Erzbischof nach Posen, wie es Dinter war, kommt und derselbe energisch vom Staat, besser wie der erwähnte, unterstützt wird. Daß Geistliche, welche wegen Auflehnung gegen staatliche Gesetze gerichtlich bestraft sind, nach Verdüßung ihrer Strafe ruhig in derselben Gemeinde weiter amtieren können, wie es bisher der Fall ist, untergräbt das staatliche Ansehen. Solche Geistliche müssen nach rein deutschen Gegenden versetzt werden, oder wenn sie das nicht wollen, ihre Stellung verlieren. Nur durch solche Strenge kann der Nacken der Polen gebeugt werden. Noch eine Maßregel kann nur dringend empfohlen werden. Die polnischen Rekruten machen vielfach wegen ihrer Unkenntnis der deutschen Sprache die größten Schwierigkeiter. Dagegen werden die Fortbildungsschulen auch nichts helfen, wenn der böswillige Widerstand gegen die Erlernung des Deutschen nicht gebrochen wird. Dies geschieht am besten dadurch, daß bei der Aushebung im Anschluß an einzuholende Gutachten der Heimatsbehörden, besonders der Schule, diejenigen Gestellungspflichtigen ermittelt werden, welche der deutschen Sprache unzureichend mächtig sind. Diese müßten ein Jahr länger als die andern dienen, indem besondere Veranstaltungen für einen gründlichen Unterricht im Deutschen getreffen werden; dann würde kald der Widerstand gegen die Erlernung des Deutschen verschwinden und diese Ausnahmemaßnahme unn ölig werden.— Möge bald die Zeit kommen, wo die polnische Bevölkerung merkt, daß harte Maßregeln gegen sie angewandt werden mußten, nicht um sie zu vernichten, sondern um sie zu tüchtigen Mitgliedern des deutschen Staates zu erziehen, dessen Ehre einen zielbewußten Kampf gegen die polnische Anmaßung uus mit zwingender Notwendigkeit aufzwang. Aus dem beutschen Reiche. Berlin, 20. Dezember. Vom 28 d. M. ab wird das Kronprinzenpaar mit den beiden kleinen Prinzen im kronprinzlichen Palais in Berlin Wohnung nehmen. Prinz Heinrich von Preußen ist nach dem Leicheubegängnis gestern abend von Stockholm abzereist. Prinz Ludwig von Bayern hat sich auf dem Festmahl des Zentralvereins zur Hebung der deutschen Fluß und Kanalschiffahrt für Ausbau des deutschen Wisserstraßennetzes ausgesprochen. Wie die„Pfälz. Pr. nach Erkundigung an kompetenter Stelle mitteilt, ist die Meldung, daß, wie der Großherzog von Baden und der Regent von Braunschweig, so auch der Großherzog von Oldenburg die Wahl des Generals Keim gemißbilligt habe, vollständig unbegründet. Es handelt sich lediglich um Preßtreibereien. Die genannten Fürstlichkeiten dächten nicht daran, sich in den häuslichen Zvist des P inzen Rupprecht mit dem Präsidium des Flottenvereins einzumischen. Der bisherige preußische Gesandte in Weimar, Kammerherr v. Below=Rutzau, ist, wie der„Staatsanzeiger“ bekannt gibt, zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am württembergischen Hofe ernannt worden. Staatssekretär Dr. v. BethmannHollweg wurde heute vom Großherzog von Baden in Karlsruhe empfangen. Am 21. wirder vom König von Württemberg in Stuttgart und am 22. vom Großherzog von Hssen in Darmstadt empfangen. Montag, 23, wird er wieder in Berlin eintriffen. ... Jnstizminister hat auf das Schreiden des Reichskanzlers hin Veranlassung genommen, die Staatsanwaltschaft mit entsprechender Weisung zu versehen. Wie jetzt auch dem„L=A.“ von zuständiger Seite mitgeteilt wird, sind die Entwürfe über das Spiritusmonopol und eine Zigarrenbander olsteuer nunmehr dem Bundesrat zugegangen und von diesem an die Ausschüsse zur Vorberatung überwiesen worden. Die Spiritusmonopolvorlage führt den Titel„Gesetzentwurf betreffend Zwischenhandel mit Branntwein“. Ja der Zweiten sächsischen Kammer erklärte nach Auslassungen des Vizepräsidenten Opitz über Reichtfiganzfragen der Finanzminister, die sächsische Re gierung werde sich nach wie vor gegen die Einführung direkter Reichssteuern wehren. Staatsminister Ewald gab im hessischen Landtag die Erklärung ab, daß nach einer Mitteilung des Staatssekretärs weder im Reich noch in Preußen an die Einführung einer Reichsweinsteuer gedacht werde. Aus dem Oesterreich. Der österreichisch=ungarische Ausgleich ist nun doch noch vor Jahresschluß fertig geworden. Nachdem das Notgesetz bereits vom ungarischen Abgeordnetenhaus erledigt ist, hat auch das österreichische Abgeordnetenhaus das Seine getan, um das Inslebentreten des Ausgleichs zum 1. Januar zu ermöglichen. Es hat sämtliche Minorilätsvoten und verschiedene andere Anträge abgelehnt und die einzelnen Artikel beider den engeren Ausgleich bilden den Gesetze samt dem Schlußprotokoll angenommen. Damit ist eine Angelegenheit, die jahrelang wie ein Alp auf dem befreundeten und verbündeten Nachbarreiche gelastet hat, zu einem befriedigenden Abschluß gelangt. Wien, 20. Dez. Die österreichische Delegation ist heute vormittag zusammengetreten. Der eingesetzte Fnanzausschuß ahm das ceneinschaftliche Budgetproviorium an. Budapest, 20. Dez. Ministerpräsident wurde wegen einer Aeußerung im Abgeordnetenhause von Polonyi gefordert und hat diese Forderung mit Einwilligung des Kaisers angenommen. London, 19. Dezember. Kliegsminister Haldaue erklärte in einer in Hull über die geplante Heeresorganisation gehaltenen Rede, er sei der Meinung, daß niemand den Frieden unzweideutiger wünsche, als der deutsche Kaiser. Der Kaiser vermehre aber im Hinblick darauf, daß der Frieden nur für Staike gesichert sei, die Räftungen zu Lande und zu Wasser. Im weiteren Verlaufe seiner Rede führte Haldane aus, es sei denkbar, daß ein feindliches Heer von 100000 Mann durch Umgehung der englischen Flotte plötzlich auf dem Inselreiche landen könne. Die reguläre Streitmacht Großbritanniens reiche nicht aus, dies zu verhindern. Paris, 19. Dez. Geueral Drude erhielt Nachrichten, nach denen der Sultan Abdul Asis den Oberbefehl über die zurzeit unter Buchtaben Bazdadi bei Tenza stehenden Teuppen selbst über nehmen will. Persien. In allen Provinzen Persiers find die Regierungsvertreter machtlos. Das Volk ist einstimmig für das Pulament und fordert die Absetzung des eidbrüchigen Schahs. Tausende sind zur Unterstützung der Parlamentspartei unterwegs. Die„Pet. Tel.=Ag.“ meldet: Die Vertreter Rußlands und Großbritanniens seien in dauernder Verbindung miteinander, um gemeinchaftlich im Interesse der Beruhigung des Lindes vorzugehen. Stadtverordnetensitzung. Bielefeld, 21. Dezember. In der gestrigen letzten Sitzung im alten Jahr wird zunächst die Wahl der Stadtverordneten Severing, Arnold, Stüwe, Geest, Mademann, Husemann, Justizrat Bock, Lütkemiyer, Graeber, Halemeyer, Dr. Holtmeier, Stellhorn, Niemann, Tiemann, Vogt, Dr. Nierhoff und Dr. Esau für gültig erklärt. Die in der Ersatzwahl gewählten Stadtv. Husemann und Stellhorn werden vom Oberbürgermeister eingeführt und verpflichtet.— Die Rechnungsleger folgender Rechnungen werden für 1906 entlaftet: a) des technischen Seminars, die Ueberschreitungen von 1629.94 Mk. werden nachbewilligt; d) des Wilhelm Augusta=Stifts; c) der Kleinkinder=Bewahranstalt; d) der gewerb lichen Fortbildungsschule, 5856.66 Mk. wirden nachbewilligt; o) der Kaufmännischen Fortbildungsschule, 1287,83 Mk. werden nachbewilligt; t) des Gaswerks(Reingewinn 180000 Mt; g) des Elektrizitäts Werkes (Reinge vinn 75000 Mk.); h) der Straßenbahn (Febldstrag 27000 Mk). Auf eine Anfroge des Stadtv Severing stellt Direktor Brüggemann die Einführung von Dutzendkarten demnächst in Aussicht; i) der Kämmerei= Rechnung A. Der Magistrat beantragt Nachbewilligung der Ueberschreitungen von 18177,84 Mk. und Zustimmurg dazu, daß von dem Bestande von 488 472,48 Mk., 183918,30 Mk. auf Tit I(Ueberschüsse) der Kämmerei=Rechnung A für 1907. 4554,18 Mk auf Tt. II(Rückstände) der KämmerelRechnung A für 1907 übertragen wirden, sowie serner, daß der Rest von 800000 Mk. zur Gründung eines Steuer= Ausgleichs. sonds diesem überwiesen wird. Bürgermeister Törner stellt in Aussicht, daß aus Richaung 1997 dem Fonds wieder eine erhebliche Summe zuflußen werde. Der Fonds soll bis auf die Höhe von 1 Million Mk. gebracht werden. Nachdem Stadtv. Hövener gebeten hatte, bei so gür stiger Finanzlage die Wertzuwachssteuer nicht wieder einzubringen, erklärt sich die Versammlung mit den Magistratsvorschlägen einverstanden; k) der Kämmerei Rechnung B(außerordentliche Rechnung). Die Ueberschreitungen von 257,71 Mk. werden nachbewilligt. Die Versammlung ginehmigt, daß die Bestände von den abgerechneten Anleihen im Betrage von 1064,78 Mk. an das Sparbuch 17051/4362(belegte Gelder) abgeführt werden; 1) der Sparkasse. Die Versemmlung genehmigt, daß die Hälfte der Zinsüberschüsse der Stadtsparkasse aus 1906 im Betrage von 32663.57 Mk. der Stadtkämmerei überwiesen und zur Fortführung städtischer Pflasterarbeiten verwendet wird.— Es werden nunmehr Haushaltungspläne für das Rechnungsjahr 1908 festgesetzt und zwar a) des Gaswerks. Die Einnahmen befinden sich, wie der Oberbürgermeister darlegt, trotz des Elektrizitätswerks in der Zunahme. Der Etat balanciert mit 1045300 Mk. in Einnahme und Ausgabe, 180000 Mk. können abgeliefert werden und 17000 Mk mehr auf Abschreibungen eingestillt werden; d) des Elektrizitätswerks, das in erfreulicher Weiterentwickelung begriffen ist. Dem Maschinenmeister Schulte wird eine Gehaltserhöhung von 360 Mk. gewährt. Der Haushaltsplan schließt mit 386200 Mk. in Einnahme und Ausgabe; c) der Straßenbahn. Die Verhältnisse haben sich gebessert, die Einnahmen weisen ein Mehr von 42000 Mk. auf. Die gezahlten Löhne gehören jedenfalls zu den besseren. Wir werden nur noch 16300 Mk. Zuschuß brauchen und schon 1908 oder doch 1909 wird dieser Zuschuß völlig verschwinden. Der Fünf=Minutenverkehr wird zwar große Aufwendungen, etwa 100000 Mk., erfordern, aber er wird kommen. Nach längerer Debatte üter Schutzmaßregeln an den Perrons der Straßenbahnwagen wird der Haushaltsplan mit 431000 Mk. in Einrahme und Ausgabe genehmigt; d) der Kaiserin Auguste Viktoria Schule. Der Haushaltsplan schließt 93307 Mk. in Einnahme und Ausgabe. Die Versammlung genehmigt, daß die persönliche Zulage der Lehrerin Schmidt in eine per sionsberechtigte verwandelt wird; o) der Oberrealschule, 98900 Mk. in Einnahme und Ausgabe. Die Anstalt hat zur Zeit 440 Schüler; 1) der Handwerkerschule, e2000 Mk. in Einnahme und Ausgabe; g) der I. Bürgerschule, 122 660 Mk. in Einnahme und Ausgabe. Diese Haushaltspläne werden samtlich genehmigt, ebenso die folgenden: h) der II. bis XII. Bürgerschule, 544000 Mk. in Einnahme und Ausgabe. Bürgermeister Dr Stapenhorft teilt mit, die Schule an der Jöllenbeckerstr sei schon wieder in solcher Weise überfüllt, daß in nächster Zeit Entlastung durch einen Schulneubau an der Sudbrakstraße herbeigeführt werden muß;— i) des technischen Seminars 60850 Mk. in Einnahme und Ausgabe;— k) des Wasserwerks 850000 Mk. in Einnahme und Ausgabe. Die Versammung genehmigt die Erhöhung des Gehalts des Forstaufsehers Klocke um je 100 Mk. in 8 Jahren, des Rohrmeisters Franzke um 100 Mk. und des Buchführers Vollmer um 200 Mk. Stadtv. Justizrai Bock bittet den Magistrat, auf Mittel und Wege zu sinren, um das Wassermessersystem abzuschaffen, worauf erwidert wird, die Finanzen gestatteten keine erhebliche Aenderungen.— Der Haushaltungs plan der Schlachthausverwaltung für 1908 mit 82000 Mk in Einnahme und Ausgabe wird genehmigt.— Bürgermeister Dr. Stapenhorst erstattet namens der am 27. v. M. eingesetzten Kommission zur Vorberatung des Nachtrages zu dem Statut für die Verwaltung der für den Landkreis und Stadtkreis Bielefeld gemeinsamen Kreisinstitute und der Matrikel für den gemeinsamen Kreiswegeverband Bericht unb schlägt einige formille Aenderungen am Wortlaut der Vereinbarung zwecks größerer Klarheit vor Der Magistrat beantragt, die Nachträge unter folginden Bedingungen anzunehmen: 1. Voraussetzung ist, daß das schwebende Streitverfahren, welches der Landkreis gegen din Stadtkreis anhängig gemacht hat, zurückgezogen werde, 2 daß der Landkreis den der Stadt zunächst liegenden Teil der Dornbergerstraße dem Stadtkreise überläßt. Die Versammlung beschließt einstimmig demgemäß— Ein mit dem Bägermeister Kuhlmann abgeschlessener Vertrag über den Austausch der Grundstüce Heinrich= straße 18 gegen die Grundstücke Welle 29 und Bach 34 wird genehmigt und der Kauspreis von 23000 Mark nebst Kosten bewilligt.— Ein mit dem Direktor Thiele abgeschlossenen Vertrag über den Austausch von Grundflächen im Johannistal wird genehmigt. — Der Magistrat beantrogt die Bildung eines Orunderwerdsfonds, aus dem die Kosten der Ankäufe von Geundstücken bestritten und die Erlöse aus verkauften Grundstücken zuge führt werden, sowie Genehmigung, daß zur Begründung dieses Fonds eine Anleihe von einer Million Mk. aufgenommen wird. Der Antrag wird ohne Diskussion angenommen.— Zum Schiedsmann für den 1. Bezirk wird Her Heinrich Glitscher und als stellvertretender Bezirksvorsteher für den 4 Aimenbezirk wird an Stelle des Herrn Enzenroth Herr Nollkämper gewählt In den Steuerausschuß zur Verarlagung der direkten Gemeindesteueuern wird an Stelle des ausscheidenden Stadtv. Klusmann der Stadtv Hövener gewählt.— Die Versammlung nimmt Kenntnis von der Abrechnung über den Bau der Baracke für die Hilfsschule und bewilligt die Mehrkosten von 1019,81 Mk. nach.— Desgleichen rimmt die Versammlung Kinntnis von der Herstellung des Vorflutkanals für die Kanäle der Planstraße 395(vergl. Siegfriedstraße) und bewilligt die Mehrkosten von 1574,34 Mk. unter Anrechnung des von der Firma S. Katzenstein Söhne einzuzahlenden Kostenbeitrages von 3000 Mk.— Desgleichen genehmigt die Versammlung die Abänderung des Ortsstatuts vom 3. Juli 1899 betr. die Anlegung und Veränderung von Straßen und Plätzen in Städten und ländlich n Ortschaften. Die Abänderungen wurden in Nr 296 vom 18. Dezember mitgeteilt.— Die Versammlung bewilligt 2170,50 Mk zur Deckung der Kosten des Beitritts der Lehrer der katholischen Bürgerschulen zur HermannHubeitus=Stiftung.— Die Versammlung genehmigt, daß die nach dem Haushaltsplane über den Wirtschaftsbetrieb des Meierhoses Olderdissen für 1907 für andere Zwicke zur Versügung stehenden nicht aufgebrauchten Beträge für Aneflanzungen und Wegeverbesserungen verwendet werden können, und bewilligt auch 1000 Mk. für Wegeanlagen am Stadtpark.— Desgleichen 1575 Mk für Einrichtung der Stadtgärtnerei einschl. der Wohnungen auf der früher Strunk'schen Besitzung an der Bleichstraße.— Stadtv. Buddeberg erstattet namens der am 19. Juni 1907 eir gesetzten Kommission zur Vorberatung der Grundsätze über die Zahlung der Vergütung oder des Lohnes an die Arbeiter der städtischen Verwaltung bei Arbeitsversäumnissen Bericht. Die Kommission hat den Antrag der Linken, statt ¾4 Tag einen ganzen Tag zu vergüten, abgelehnt und den Schlußsatz des§ 1 gestrichen. Sie hat serner beschlossen, den Arbeitern einen Rechtsanspruch zuzubilligen in den Fällen der§§ 2 und 3; bei§ 4 dagegen einen Rechtsauspruch abgelehnt. Der Kommissionsantrag wurde einstimmig angenommen.— Die Versammlung erteilt ihre Zustimmung zu der Aufnahme des Arbeiters Hugo Bornemann in die stimmfähigen Bürger und bewilligt die durch Klage beim Bezirksausschuß entstandenen geringen Kosten. Hiermit ist die lange Tagesordnung ab gewickelt. Auf dringlichen Antrag des Magistrats wird aber noch ein Antrag betreffend einen Grundstücke austausch am Brüderpfad angenommen. Herr Stadtverordneten Vorsteher Lohmeyer wünscht den Herren fröhliche Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr. Schluß der Sitzung um 8 Uhr. Bielefeld, 21. Dezember. (Ergebnis der Viehzählung am 2. Dezember 1907inder Stadt Bielefeld) Im ersten Polizeibezirk waren 1289 Gehöfte mit 499 Viehstände mit 623 viehhaltenden Haushallungen mit zusammen 245 Pferde, 67 Rindvieh, 7 Schafe, 649 Schweine. 195 Ziegen 3055 Federvieh, 10 Bienenstöcke. Im zw inen Polizeibezirk waren 1484 Gehöfte mit 584 Viehstände und 1232 vieh haltende Haushaltungen mit zusammen 454 Pferde, 62 Rindvieh, 10 Schafe, 1455 Schweine, 550 Ziegen, 8519 Federvieh, 16 Bienenstöcke. Im dritten Polizeibezirk waren 1176 Gehöste mit 580 Viehstände und 772 viehhaltenden Heushaltungen mit zusammen 240 Pferde, 60 Rindvieh, 1 Schaf, 871 Schweine, 308 Ziegen, 2659 Federvieh, 24 Bienenstöcke. Im vierten Polizeibezirk waren 1279 Gehöfte mit 313 Vlehständen und 412 viehhaltenden Housbaltungen mit zusammen 275 Pferde, 1 Esel. 18 Ru dvieh, 860 Schweine, 145 Zegen, 1692 Federvieh, 26 Bienenstöcke. In allen Po izeibezirken zusammen waren 5178 Gehöfte mit 1976 Biehständen und 3039 viehhaltenden Haushaltungen mit zusammen 1214 Pferde, 1 Esel, 207 Rindvieh, 18 Schafe, 8835 Schweine, 1198 Ziegen, 10925 Federvieh, 76 Bienenstöcke. Im ersten Polizeibezirk wurden in 292 Haushaltungen 2 Rndvieh, 2 Sch.fe, 458 Schweine und 1 Ziege geschlachtet. Im zweiten Polizeibezirk wurden in 691 Haushalturgen 2 Rindvieh, 832 Schweine und 5 Ziegen geschlachtet. Im dritten Polizeibezirk wurden in 430 Haushaltungen 1 Rindvieh, 610 Schweine und 4 Zegen geschlachtet. Im vierten Polizeibezirk wurden in 95 Haushaltungen 1 Rindvieb, 124 Schweine und 1 Ziege geschlachtet In allen Polizeibezirken zusammen wurden in 1408 Haushaltungen 6 Rindvieh 2 Schafe, 2019 Schweine und 11 Ziegen gschlachtet. Im Jahre 1906 wurden gezädlt in 5024 Gehöften mit 1442 Viehständen und 2398 viehhaltende Haushaltungen 1235 Pferde, 200 Rindvieh, 15 Schafe und 3309 Schweine. Ziegen, Federvieh und Bienenstöcke wurden 1906 nicht gezählt. m.(Entlausen) sind gestern abend die beiden Brüder Otto und Heinrich B., 10 und 4 Jahre alt unter Mitnahme von 70 Mk. Baargeld. m.(Diebstahl.) Der Kleinhändlerin St. wurden gestern abend 48 Mt. aus der Ladenkasse entwendet. Als Täter kommt ein Un bekannter in Frage, der dort eine Flasche Selters getrunken hat. m(Gefunden) 1 wildledernes Damen portemonnate mit geringem Inhalt. m(Zugelaufen) 1 braun= und gelbgestreifter Pinscher, 1 brauner Jagdhund. m.(Verloren) eine goldene Halskette mit Medaillon. 69 Schildesche, 19. Dez.(Die Scharlacherkrankungen) wollen hier noch kein Ende nehmen; außer in Brake und Schildesche scheint die Krankheit in den den anderen Gemeinden des Bezirks ebenfalls mehr auszutreten, wie die erneueten Anzeigen beweisen. Seit 1. Spril d. I. sind im hiesigen Amtsbezirke 94 Scharlach= fälle vorgekommen und zwar in Schildesche 64, Brake 11, Bsch. Schildesche 6, Bilsendorf 8, Niederjöllenbeck 2, Geller shagen 10, Theesen 7 und Oberjöllenbeck 1 Fälle. Auf die einzelnen Monate verteilt, entfleht folgendes Ergebnis: Aprill 1 Fall, Mai 6 Falle, Juni 2 Fälle. Juli=August 12 Fälle, September 17 Fälle, Oktober 18 Fälle, November 19 Fälle und Dezember bis jetzt 18 Fille. Die Schulen von Schildesche, außer Schule Hellingskamp, sind noch bis auf Weiteres geschlossen. 6 Gellershagen, 19. Dez.(Ein netter Sohn.) Die Ehefrau des Arbeiters Sch. von hier schickte gestern ihren arbeitslosen erwachsenen Sohn mit einem Geldbetrage zum Gericht mit dem Auftrage, dort Gerschtskosten zu zahlen. Der leichtlebige Sohn wird es aber vorgezogen haben, das Geld in Höhe von 20 Mark anderweitig zu verwenden, denn bis itzt ist er nicht zurück gekehrt. Aus den Kreise Herford. O Hersord, 21. Dez(Bürgerschule Falkstraße.) Die diesjährige Weihnachtsfeier bestehend in Liedervorträgen des Schülerchors, einer Festansprache und der Aufführung einiger Festspiele findet am Sonntag, den 22. d. Mts., nachmittags 4½ Uhr, im Saale der Witwe Beinkmann statt. Zu dieser Feier sind die Eltern der Schüler freundlichst eingeladen. Eintrittspreis 20 Pfg. + Herford, 21. Dez.(Die Badeanstal!) ist am Dienstag von 9 Uhr früh bis 9 Uhr abends geöffnet, am Freitag bleibt sie dagegen geschlossen. □ Hersord, 21. Dez.(Der Schlachthof) bleibt am Dienstag vor Weihnachten geschlossen. A Herford, 21. Dez.(Bürgerschule Stiftberg.) Die Weihnachtsfeier findet morgen nachmittag auf dem Schützenhose statt. Das Programm ist sehr reichhaltig und schön gewählt. Programme an den Saaleingängen. O Herford, 21. Dezbr.(Steueramt Ia) Das Steueramt Ia am Wilhelmsplotze ist am 22. und 25. d. Mis vorwittags von 8½—9½ Uhr zur Abfertigung von Weihnachtssendungen geöffget. + Herford, 21. Dez.(Landwirtschaftlicher Kreisverein.) Den Bericht über die letzte Generalversammlung mußten wir auf Montag zurückstellen. ch Herford, 20 Dez.(Biehmarkt.) Pferde und Rindvieh waren nur mäßig aufgetrieben, Schweine sogar sehr wenig. Der Handel war schleppend. Ferkel kosteten 8 bis 12 Mk., Stangen 45—55 Mk., Sauen 80—140 Mk., Kühe, gute Milchkühe 350 bis 450 Mk. Pferde wurden fast nicht gehandelt. O Herford, 20. Dez.(Schöffengericht.) Wegen Bettelns erhielt der Ziegeleiarbeiter S. aus L. 8 Wochen Haft. — Geringer kommt wegen desselben Vergehens der Schlosser M. aus D. davon, er erhält nur 5 Tage aufgebrummt.— Mit einem Verweise kommt der jugendliche Fabrikarbeiter M. davon. Er hat durch Aufsteigenlassen eines brennenden Lustballons bald ein größeres Schadenfeuer angerichtet — Wegen Mißhandlung zahlt der Maler B. in E 20 Mk Strafe.— Freigesprochen wird der Bäcker Sch. aus R, er sollte sich des Fahrraddiebstahls schuldig gemacht haben. — Wegen Debstahls erhielt der Arbeiter B. eine Woche Haft.— 3 Mi Strafe zahlt der Arbeiter U. aus L wegen Sachbeschädigung. r- Herford, 20. Dez.(Feuer.) Auch heute verkündeten um 11 Uhr morgens die Feuerglocken wiederum den Ausbruch eines Schodenfeuers und zwar brannte die B sitzung des Kohlenhändlers Hedrock früher Stranghöner— an der Lockhauserstraße 147. Das erst 1889 erbaute 1½ Stack hohe massive Haus wurde bis auf die Umfossungsmauer eirgeäschert. Die Möbel konnten teilweise gerettet werden, auch beschützt die tätige Feu=rwehr den Kohlenschuppen von dem U ber greisen des Elements. Der Schaden ist durch die Versicherung gedeckt. = Schweicheln, 21. Dez.(Die Freiwillige Feuerwehr) begeht die Weih nachtsfeier am ersten Weihnachtstag, 4 Uhr nachmittags, mit Verlosung. Enger, 20. Dez.(Stadtverordnetensitzung.) In der Verwaltungsstreitsache Winkelhage will die Stadtvertretung sich b im Oberverwaltungsgericht durch den Rechtsanwalt Dr. Edelstein in Berlin vertreten laffen. 2. In der Kommision zur Lösung der Frage des Schulbed##fnsses wurden gewählt die Herren Kenter, Schwabedissen, Dr. Müller und Plümer. 3 Wegen Blleuchtigung der Meller Chaussee soll der Unternehmer Riepe aufgefordert werden, die Beleuchtung in der bisherigen Weise sofort in Betrieb zusetzen. 4. Dem Baugesuche H Hütger wurde nicht zugestimmt. Südlengern, 20. Dez.(Neuwahl eines Gemeindevertreters.) Die für die zweite Wähler=Abteilung erforderliche Neuwahl eines Gemeinde Vertreters, fiadet am 22. Januar 1908, vormittags 10 Uhr bei Wirt Busse in Südlengern statt. Das Verzeichnis der stimmberechtigten GemeindeEngesessenen liegt vom heutigen Tage an 4 Wochen bei dem Gemeindevorsteher Tiemeher zur Einsicht offen. Aus den Kreisen Minden und Büsleke. Minden, 21. Dez.(Sonntagsruhe.) Zur Vermeidung von Jertümern weisen wir darauf hin, daß die für die drei letzten Sonntage vor Weibnachten den offenen Verkaufsstellen bis 8 Uhr abends zugestandene Beschäftigungs= bezw. Verkauftzeit auf die Barbier= und Friseurgeschäfte in Minden keine Anwendung findet. Für diese hat vielmehr nach der Bekanntmachung des Herrn Regierungspräsidenten um 2 Uhr nachmittags Geschäftsschluß einzutreten. An 2. Weihnachtsfeiertage hat der Geschäftzbetrieb in diesen Gewerben überhaupt zu ruhen. Minden, 21. Dezbr.(Ordensverleihung.) Vem Könige ist dem Herrn Regierungs= und Baurat Winde, Vorstand der Betriebsinsp ktion in Minden, die Erlaubnis zur Anlegung des ihm verliehenen Ritterkreuzes I. Klasse des Königl. Sächsischen Albrechtsorbens erteilt worden. Minden, 19. Dez.(Diebstahl) Am 17. d. Mis. nachmittags wurde von einem Hausflur an der Withelmstraße ein Umschlagtuch entwendet. Als Täterin wurde die 15jährige Ella W, welche die Tat auf ihrem Hauflergange ausgeführt, ermittelt, das Tuch ihr abgenommen und der Eigentümerin zurückgegeben. Minden, 21. Dezbr.(Dem Herrn Stabsveterinär a. D. Kuhr) hierselbst ist der Charakter„Oberstabsvetertnär“ mit dem Rang der Räte V. Klasse verliehen. Petershagen, 21. Dezember.(Amtsgerichtsassistent Gorins) ist zum 1. Januar 1908 an das Amtsgericht Gelsenkirchen und Amtsgerichtsassistent Neesen von dort an das hiefige Amtsgericht versetzt. Aus dem Reg.=Bez. Münser und Arusberg. Dortmund, 20. Dez.(Der Schießhauer Karl Scheffer,) der mit seiner Familie in Unfrieden lebt, drohte eines Tages, er werde die Bude in die Luft sprengen. Diese Drohung gab Anlaß zu einer Haussuchung, bei welcher Gelegenheit mehrere Patronen gefunden wurden. Nach Angabe des Sch., der sich heute vor der Strafkammer zu verantworten hatte, hat er diese Sprengstoffe verschiedentlich mit aus der Grube genommen, weil es ihm nach beendigter Schicht angeblich nicht mehr möglich war, die Patronen abzuliefern. Die Strafkammer verntteilte den Angeklagten, da ein Verbrechen nicht als nachgewiesen erachtet wurde, wegen Vergehens gegen§ 9 des Dynamitgesetzes zu der für diesen Fell niedrigsten Strafe von drei Monaten Gefängnis. Betzdorf, 20. Dez.(Ruchlose Tat.) In benachbarten Daaden kam es zwischen dem 50jährigen Arbeiter Hornickel und dem Arbeiter Karl Diehl zu einem Wortwechsel, in dessen Verlauf Diehl den Arbeiter Hornickel mit einem Dolch niederstach. H. starb auf dem Wege zum Krankenhause. Lüdenscheid, 20 Dezbr.(Zu dem Gisendahnunfall bei Holzwipper) wird noch folgendes amtlich gemeldet: Heute morgen gegen 11 Uhr sind zwischen den Stationen Meinerzhagen und Holzwipper km 49 die Zugmaschine und die drei ersten Wagen des Personenzugs 1151 die Böschung h nuntergestürzt. Sechs Reisende und drei Personen vom Zugpersonal sind leicht verletzt. Der Materialschaden ist gering. Die Ursache der Entgleisung ist noch nicht ermittelt. Bochum 20. Dezbr.(Eine Erderschütterung) wurde in vergangener Nacht in Herne verspürt, die auf die Einwirkungen des Bergbaues zurückgeführt wird, da um dieselbe Zeit auf der Zeche von der Heydt eine Förderstrecke zu Brach gegangen ist. Dabei wurde ein Förderaufseher gelötet, zwei andere Leute verletzt. Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Wunstorf, 20 Dezbr.(Eisenbahnunsall.) Am 19. ds. Mis., mittags 12 Uhr, fuhr infolge falscher Signalstellung und unsichtigen Wetters der Güterzug 6221 bei der Einfahrt in den Bahnhof Wunstorf auf den Schluß des im Gleis 4 haltenden Güterzuges 7105, wobei acht Güterwagen beschädigt, Personen aber nicht verletzt wurden. Größere Verspätungen der Personenzüge entstanden nicht. Das gesperrte Hauptgleis Minden Hannover war um 1 Uhr wieder fahrbar. Die Untersuchung ist eingeleitet. Köln, 20. Dez.(Der Verbrecher,) der dieser Tage den Raubanfall auf den Geldbriefträger Abel verübte und bisher jegliche Auskunft verweigern, hat nunmehr ein Geständnis abgelegt. Es handelt sich um einen von der Berliner Staatsanwaltschaft wegen Betruges und Unterschlagung steckbrieflich verfolgten Measchen. Er gibt an, Frahm zu heißen und in Sachsen=Weimar beheimatet zu sein. Nr. 299 Bielefeld, Sonnabend, 21. Dezember 1907 e Nr. 299 Drittes Blatt. Kolonialpost. (Deutsch= Südwestafrika.) Dem zufolge steht die Gründung einer „Südwestafrikanischen Transport= und Handelsgesellschaft" unmittelbar bevor. Dm Eyrdikat, welches für dieses Unternehmen tätg ist, gehören General leutnant z. D. v. Trotha, Generaldirektor Dr. Wiegand vom Norddeutschen Licyd und andere bekannte Persönlichkeiten an Das Unternehmen, das in die Form einer Gesillschaft m. b. H. gekleidet werden soll bezweckt die Erschließung des Schutzgebietes durch Einrichtung eines Verkehrs von Lastautomobilen, welche die vor handenen Eisenbahnen untereinander verbinden soll. Auf diesem Wege soll ein plaumäßiges Verkehrsne durch das ganze Schutzgebiet hergestellt werden. Das Reichskolonialamt hat der Gesellschaft eine Konzession bis 1915 erteilt. Das Gesellschaftskapital beträgt vor läufiz 1 200000 Mk., man rechnet aber schon jetzt damit, daß es innerhalb weniger Jahre um mihrere Millionen wird erhöht werden müssen. Hand in Hand mit dieser Verkehrseinrichtung soll die Errichtung von Faktoreien betrieben werden. Aus den Kreisen Minden und Lübbete Minden, 21 Diz(Zugunsten der Militärurlauber) haben der preuß sche Kriegs und Eisenbahnminister Bestimmungen getroffen, die sich auf bessere Heizung, Be leuchtung, Anschlüsse und kürzere Fahrtdauer der Züge beziehen. Die Sonderzüge für Urlauber sollen, soweit angängig, laut„Tägl Rundsch.“, als Vorzüge der fahr planmäßigen Schnillzüge abgelassen werden und in Verspätungsfällen den Vorrang vor Personenzügen haben. Schnell- und Eilzüge dürfen auf Militärfahrkarten zu Weihnachten ausnahmsweise in den Tagen vom 24. bis 27. Dezember von Kadetten, Militärzöglingen, Schutztruppen= Angehörigen und Militär personen benutzt werden, die wegen schwerer Eckrankung und dergleichen in der Familie nach der Heimat beurlaubt sind. Der Weihnachtsurlaub soll wegen des starken Verkehrs nöglichst schon am 21. Dezember beginnen. Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Gütersloh 19 Dez(Einbruch.) In der Nacht zum Mittwoch ist abermals ein Einbruch verübt worden, und zwar halten die Spitzbuhen sich dazu das Kontor der Stärkefabrik von H Niemöller an der Wilhelmnstraße ausersehen. Der Versuch, durch die Feuster einzusteigen, scheiterte an dem Widerstand der Fersterläden und so wurden dann kurzerhand die Türen demoliert, um in das Kontor zu gelangen. Hier wurden gleicherweise wie in den Kontoren von Gebr. Bartels und der Schulbankfabrik die Pulte und Schubladen erbrochen und sonstige Beschädigungen vorgenommen. Die Beute der Eindrecher bestand in ca 30 Mi Geld und einigen Kisten Z'garren Bie jtzt sind die Diebe noch nicht ermittelt; vorgenommene Verhaftungen find aus ardirem Grunde erfolgt. Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Krefeld, 19 Dez.(Aussperrung.) Ja ihrer heutigen Versammlung beschlissen die Arbeitgeber der rheivischen Seidenindustrie, von den ausständigen Stoffwebern die Wieder aufnahme der Arbeit spatestens am Soan abend zi den früheren Bedingungen zu sordern, und, falls die Forderung nicht erfüllt wird, die ganze Hilfsindustrie auszusperren. Von der angedrohten Sperre würden 30000 Personen betroffen werden. Essen, 20. Dezbr.(Neues Justiz= gebäude.) Zu Anfang dieser Woche hatten mehrere Vertreter der Ministerien eine Konferenz in Sachen des neuen Justizgebäudes für Essen mit dem Oberlandesgerichts p. äsidenten und dem Oberstaatsanwalt aus Hamm sowie Bertretern der Stadtverwaltung Essen. Auf Antrag der Vertreter der Ministerien sagten die Vertreter der Stadt eine Ecweiterung des bisher für den Neubau auf dem Haumannshof in Aussicht genommenen Grundstückes zu. Wie ferner mitgeteilt wurde, sind die Verträge mit den Unternehmern für die Nuhauten bereite abgechlossen Mit den Bauarbeiten dürste in rächster Zeit begonnen werden. Allgemeiner Getreide=Wochenbericht der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats. Vom 16. bis 21. Dezember 1907. Sowohl an den nordamerikanischen Börsen wie auch in Europa machte die rücktöufize Preis bewegung während des ersten Teiles der Berichtswoche weitere Fortschritte; im weiteren Verlauf vollzog sich jedoch ein Stimmungswechsel, wobei das ltztwöchentliche Preisniveau beinahe wieder hergestellt, in Amerika sogar noch etwas überschritten werden konnte. Nach beiden Richtungen gaben auch diesmal die argentinischen Offerten den Ausschlag. Bis vor wenigen Tagen hatten die Ablader, gestützt auf glärzende Erntehoffnungen, ihre Forderungen mirklich herabgesetzt und damit den Preisgang auf dem internationalen Getreidemarkte in ungünstigr Weise beeirflußt. Seither haben die Erntearbeiten durch Regen eine Verzögerung erfahren und damit scheint wohl auch die neverliche Versteifung der argentinischen Preisansprüche im Zusammenhang zu stehen. Indenfalls war damnt für die nordamerikanischen Börsen das Signal zu einer kräftigen Preis steige ung gegeben, zumal es drüben auch sonst nicht an befestigenden Anregungen fehlte, die aber gegenüber der immer noch ungünstigen finanziellen Lage weniger in in den Vordergrund traten. Die russischen Ausfuhrzahlen zeigen neuerdings eine starke Verminderung. Die Preise in den südrussischen Hafenplätzen sind zwar etwas gewichen, weil die dortigen Mühlen, die momentan als einzige Käufer in Beteacht kommen, durch den Verlust ihrer Mehlabsatzzebiete weniger aufnahme fähig sind; für ein Geschäft mit dem Aus lande bieten auch diese ermäßigten Preise keine Mözlichkeit Auf den deutschen Märkten zeigte sich die Nachfrage, die allerdings in hohem Maße durch die herrschenden Geldverhältnisse bestimmt wird, dem stärkeren Inlandsangebo; gegenüber auch dieses Mal keineswegs gewachsen; der Versuch durch Preiszugeständnisse eine Besserung des Absatzes zu erreichen, hatte keinen anderen Erfolg, als die Käufer in ihrer Zurückhaltung zu bestärken. Auch im Lieferungsgeschäft war weniger der Verkaufsdrang als mangelnde Unternehmungslust die Ursache empfindlicher Preisrückgänge, die aber nahezu vollständig wett gemacht wurden, als Argentinien und in Uebereinstimmung damit auch Amerika ihre Weizenanstellungen verteuerten. Vergleichsweise besser als bei Weizen vermochten die Preise für Roggen ihren Wirtstand zu behaupten, wenngleich das Erscheinen filligerer russischer Anstellungen nicht ohne Einfluß blieb. Für die heute zur Geltung gekommene Befestigung boten die inzwispen allerdings wieder erhöhten russischin Offerten kein ernstes Hindernis, zumal das Inland wieder vorsichtiger geworden ist und das anzebotene Material nur wenig den kontraktlchen Anforderungen entsprechende Qualitäten aufweist. So wurde heute angedienter Roggen als unkontraktlich befunden, und die damit zusammenhängenden Deckungen ließen die Preise schließlich ihren letztwöchentlichen Stand um 75 Pfg. überschreiten. Haser lag sowohl im Waren= wie auch im Lieferungsgeschäft überwiegend matt; der Absatz ist andauernd schleppend und besonders nicht ganz einwandfreie Qualitäten sind selbst bei merklichem Entgegenkommen nur schwer verkäuflich. Lieferungen waren heute im Anschluß an die bessere Stimmung für Brotgetreide leicht befestigt. Im Braugerstengeschäft finden nur die schwach angebotenen seinen Qualitäten Beachtung, während für Mittelsorten niedrigere Preise angenommen werden mußten. Auch Futtergerste war zeitweise billiger käuflich. Auf den Absatz von Mais scheinen die verhältnismäßig billigen Haferpreise nicht ohne Eir fluß zu bleiben; Umsätze darin waren bei wenig veränderten Preisen gering. In der abgelaufenen Berichtsperiode haben sich folgende Preisschwankungen vollzogen: Diff. in 1907 1907 Mk per 9. 12. 16. 12. 1000 kg Weizen. Berlin, per Dez. Mk. 21750 21750— Berlin, per Mai Mk. 224.75 224.—— 0.75 Mannheim loko Mk. 238.— 235.50— 2.50 Roggen. Berlin, per Dez. Mk. 207.75 208.50+ 0 75 Berlin, per Mai Mk. 209.75 210.50+ 0.75 Mannheim, loko Mk. 215.— 214.—— 1.— Hafer. Berlin, per Dez. Mk. 171.50 170.50— 1.00 Berlir, per Mai Mk. 176.— 177.—+ 1.00 Mannheim, loko Mk. 18750 185.—— 2.50 Vermischtes. (Preußischer Beamten= Verein zu Hannover, Lebensversicherungsverein auf Gegenseitigkeit.) 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Trautmann, Druck und Verlag von A. von der Mühlen, sämtlich in Bielefeld. Solingen, 19. schulpflichtige Kinder nicht besuchen, weil! die sich darüber stee ihrem Schulbezirke: Tage lang hin= un Schüler bann wollte, zu Hause bi här fij vorkemnen. Es handelt sich um Folderstraß:, die de straße überwiesen, nicht angenommen w im Schulbezirk Me Stadtverwaltung vo erhielt, ordnete sie Kinder die Schule besuchen haben, aber mußte sie feststellen nicht aufgenommen sicht in den Versäum Elberfeld, 20 unfall.) Heute u Stationen Meiners bei Kllometer 49 d eisten drei Wagen die Böschung hin dem„Hann. C.“ wu und drei Mann verletzt; der Materi Die Ursache der En nicht bestimmt ermitt Der neue Be Haute wurde zu Nevenklägers, der K leutnant Otio v. M auf seinen Eid hin den Beziehungen de Fürsten Eulenburgni Ucreines, der Sitt bemerkt habe. Da darauf Bezügliches geworden. Der Zeu — zu Weihn Die Frage 4 Denn als wi Sind feine( „ Rolem Aleik: Preis:: Nr. 3 Vor Weihna Uür Gescher Statt be Es hat de gefallen, gesterl Mann, unsern g Grossvater, den Ha Friedt im Alter von 70 Leiden im feste sich in die Ewi Bielefel Um stille Tag und Sta kannt gegeben. M Instrasse- Ecke. achtsfeste Lager in goldenen rnen Damenuhren nduhren, Bronze. Wecker. n Goldwaren lé, Silber und schen, Ringe, Brillen, neter in größter AusMustern. Billige Preise! fältig ausgeführt. vei ind 10* hnachten it Rabatt. jer r. 6. h sangbuch Mk. 7.50. ei Bielefeld. Geschäft wieder sre nur garant. onensaft ans ige haltbar) zu onaden und zur e angew. kur ächt mit ombe Arstaut, kreishausstr. zur Behandlung kkrankheiten. eechtage: on 9 bis 3 Uhr. von 9 bis 8 Uhr. von 9 bis 11 Uhr. Jestellung nach auswürtch Solingen, 19. Dez.(Streit.) Daß schulpflichtige Kinder wochenlang die Schule nicht besuchen, weil die Leiter zweier Schulen, die sich darüber stceiten, od die Kinder in ihrem Schulbezirke wohnen, die Kinder sechs Tage lang hin= und herschickten und die Schüler bann schließlich, da keiner sie haben wollte, zu Hause blieben, dürste wohl nicht här fig vorkemnen. H'er ist es passiert. Es handelt sich um mehrere Kinder aus der Folderstreß:, die der Schule in der Schulstraße überwiesen, vom Schulleiter aber nicht angenommen wurden, weil sie angeblich im Schulbezirk Meigen wohnen. Als die Stadtverwaltung von dem Streite Kenntnis erhielt, ordnete sie wiederholt an, daß die Kinder die Schule in der Schulstraße zu besuchen haben, aber noch heute, nach Wochen, mußte sie feststellen, daß die Kinder dort nicht aufgenommen worden sind und auch sicht in den Versäumnislisten geführt werden. Elberfeld, 20 Dez.(Eisenbahnunfall.) Heute mittag sind zwischen den Stationen Meinershagen und Holzw'pper bei Kilometer 49 die Zugmaschine und die eisten drei Wagen des Personenzuges 1151 die Böschung hinuntergestürzt. Nach dem„Hann. C.“ wurden sechs Reisende und drei Mann vom Zugpersonal verletzt; der Materialschaden ist unbedeutend. Die Ursache der Entgleisung ist amtlich noch nicht bestimmt ermittelt. Der neue Hardenprozeß. Berlin, 20. Dezember. Hute wurde zunächst ein Better des Nevenklägers, der Klosterpropst und Oberstleutnant Otio v. Moltke vernommen, der auf seinen Eid hin konstatierte, daß er in den Beziehungen des Grafen Molike zum Fürsten Eulenburg nichts S xuelles, Erotisches, Unreines, der Sittlichkeis Widersprechendes zemerkt habe. Das erste Mal sei ihm darauf Bezügliches aus der„Zukunft bekannt geworden. Der Zeuge berichtet darauf über seine Unterredung mit Harden über diesen Gegenstand zu Anfang Mai d. J. Nach Rückäußerung Harden hierüber und Erscheinen des kranken Fürsten Eulenburg wird für den Tag die Offentlichkeit aus geschlossen. Eine Berliner Korresponbenz berichtet über die Kußeren Vorgänge: „Der Ausschluß der O ffntlitzkeit ist ein sehr strenger. Der Oberstaatsanwalt und der Vorsitzende beionen es als Pflicht der an der Verhandlung beteiligten Personen, ihrerseits nichts über den Gang der unter Ausschluß der O ffentlichkeit stattfindenden Vernehmungen verlautbaren zu lassen. Der Zeuge Fürst Philipp zu Sulenburg betritt, gestützt von zwei Gerichtsdienern und unter Beistand seines Arztes, des Sanitätsrats Dr. Gennrich Liebenwalde, den Gerichtssaat. Seine Vernehmung dauert fast 1½ Stunden. Daran schließt sich die Vernehmung der Zugen und des Nebenkläzers Graf Kuno v. Moltke und die Vernehmung der geschiedenen Frau desselben, der jetzigen Frau v. Elbe. Die Bernehmung dieser Zeugen nimmt geraume Zeit in Anspruch und ist eist gegen 5 Uhr nachmittags zu Ende. Hiernach tritt Vertagung der Verhandlung auf Sonnabend früh 10 Uhr ein. Zi dieser wird auch Fürst Eulenburg wieder vorgeladen. Die Beihandlung wird unter Ausschluß der Oeffentlichkeit fortgesetzt.“ Im Auftrage des Gerichtsherrn der 1. Garde Kavallerie=Division wohnte Hauptmann Pfoertner v. der Hölle den Verhandlungen bei. Clausthal, 20. Dezember. Das 10. große Winterfest des Oberharzer Skiklubs, P otektor Seine Königliche Hoheit Prinz Eitel Friedrich von Preußen, findet am 17. bis 20. Januar 1908 in der Bergstadt Altenau(Oberharz) statt. Auskunft erteilt der Skiklub Aitenau, (Oberharz). Leipzig, 20. Dez. Das Reichsgericht hat die von dem früheren Sekretariatsassistenten der Kolonialabteilung Pöplan gegen seine Verurteilung gerichte Revision zurückgewiesen. Ebenso wurde die von der Staatsanwaltschaft in der gleichen Sache eingelegte Revision verworsen. Pöplau war bekanntlich wegen Verletzung des sogenannten Arnim=Paragraphen zu 3 Monaten Gesängnis verurteilt worden. München, 19. Dez. Wegen der Streikausschreitungen auf der Maxhütte bei Nürnberg hat das ganze 11. Insanterie=Regiment in Regensburg Bereitschaftsordner erhalten. Karlsruhe, 20. Dez. v. Lindenau, der behauptet hatte, gesehen zu haben, daß Fräulein Olga Molitor selbst ihre Mutter erschoß, wurde heute wegen Erpressung. Betruges, Begünstigung und Beleidigung zu einer Gesamtstrafe von 3 Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Vier Monate wurden als durch die erlittene Untersuchungshaft verbüßt von der Strafe abgezogen. Palermo, 20. Dez Unter den aus den Trümmern des durch eine Explosion zerstörten Hauses geborgenen 43 Toten befinden sich 15 Frauen und 8 Kinder. Nur 12 Pursogen konnten idintifiziert werden. Zwei in der Nähe gelegene Hotels si d vollständig zerstört, mehrere benachbarte Magazine eingestürzt. Washington, 19 Dez. Eine von dem Sekret'r bes Innern Garfi ld eingesetzte Kommission gibt in einer Zusammenstellung die Zahl der durch Unglücksfälle in den Kohlengruben in den letzten 17 Jahren umgekommenen Menschen auf 22840 an, wovon die Hälfte auf die letzten sechs Jahre entfällt. Diese Zibl übersteigt vergleichsweise die europäische um 300 Prozent. Allein im Johre 1906 wurden 6861 Me schen von Grubenunglücken betroffen, von denen 2061 tödlich verliefen.— Das ist eine grauenvolle Statistik Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 21. Dezember 1907. Mitgeteilt von F. Böckelmann Ww., Bielefeld Niedrigster Thermometerstand i. d. Nacht+- 7 OC. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 9# Barometer 75,0 cm. Wind: Süd West. Himmel: bedeckt. Briefkasten, Nach Gütersloh: Wenn Sie den Ausdruck: „Schlechtes Wetter“ finden in unserer Zeitung, so ist er stets wider unsern Willen hineingekommen; es ist unmöglich, dies stets zu ver hindern. Wir sprechen und schreiben statt dessen immer:„Unschönes Wetter.“ Dazu sind wir auch berechtigt, denn die Schöpfung ist wohl im Ganzen, aber nicht in jedem einzelnen Teil schön Auf die Frage: warum? ist die Antwort 1. Mose, Kap. 8 zu finden. Neuste Nachrichten. Berlin, 21. Dez. Wie dem„Vorwärts“ zufolge verlautet, wurde dem Marburger Professor Schücking, ein Mitglied der freistanigen Bereinigung, der sich jüngst in einer freisinnigen Versammlung scharf gegen die Polenpolitik der preußischen Regierung ausgesprochen hatte, eine Verwarnung erteilt und die Marburger freie Studentenschaft, die angeblich unter Schückings Enfliß steht, susvendiert. Berlin, 19. Dez. Die gestern abend hier eingetroffenen amtlichen Nachrichten über die Lage in Persien lauten recht ungünstig. Paris, 21. Dez. Wie das „Echo de Paris meldet, soll Muley Abdel Melak, der Onkel des Sultans von Marokko, in der Nähe von Fez ermordet worden sein, als er im Stamme der Benisuassen Soldaten werben wollte. Moskau, 21. Dez. Gestern ist jene Frau, die den Anschlag auf das Leben des Generalgouverneurs Hörchelmann verübt hatte, hingerichtet worden. Ihr Name konnte nicht ermittelt werden. Petersburg, 21. Dez. In der Staatsbankabteilung für Lombardierung von Wertpapieren wurde gestern von der Revisionskommission eine Unterschleife von 75000 Rubel aufgedeckt, welche von dem Buchhalter Smirnin und dem Kassierer Sokolow unter Teilnahme mehrerer Beamten verübt worden war. Die Schuldigen sind bisher auf freiem Fuße belassen, anscheinend will man ihren Gelegenheit zur Flucht geben. Was soll ich zu Weihnachten schenken? Die Frage fordert kein Bedenken, 3 Denn als willkommene Gabe zu dem Feste Sind feine Cigaretten doch das Beste: 2 „Salem Aleikum!“ Salem Aleikum-Cigaretten, keine Ausstattung, nur Qualität! Nr. 3 4 5 6 8 10 Preis: 3½ 4 5 6 S 10 Pfg. dasStück. Vor Weihnachten auch in Schachtein von — 50 Stück= für Geschenkzwecke geeignet, erhältlich! 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Verwaltungsbericht. 2. Geschäftliches. 3. Wahl der Taxatoren und des stellvertretenden Direktors Der Direktor. von Behren. ** Gen Briefbogen, Postkarten u. Couuert liefert schnell und billig äusserst geschmackvoll A. u. d. Mühlen, Zielefeld Ritterstrasse 43. . Pr Vgeric Py. Möller! * Walnüsse, Haselnüsse, Paranüsse, Apfelsinen, Traubenrosinen, Krachmandeln, Feigen, Datteln. Christbaumlichte A Kronen-Oiogerlse Fr. Möller. Pralinées, Weiß-, Rot- und Süd-Weine, Obst- und GemüseKonserven. Parfümerien Teilettenseifen. W Kronen-Drogerie Fr. Möller. Orusdansich ifr der ebestonde ih domonr daun sie der diclenr ud dieonnsiah id domimun dus ut Buter en d. un den wanten tenich er wasch. I B Nr. 299. Bielefeld, Sonnabend, den 21. Dezember 1907 Nr. 299. Zweites Blatt. Die Fleischpreise. Das„Reichs Arbeitsblatt“ veröffentlich eine Darstellung über Verbrauch und Preisbewegung von Fleisch und macht dabei auch einige Angaben über die Entwicklung des Viehbestandes in Preußen. Danach war am 1. Dezember 1906 für den preußischen Staat und die Fürstentümer Waldeck und Pyrmont der Viehbestand folgender: Pferde 3018443, Rinder 11646 908, Schafe 5435 054 und Schweine 15355 959. Das bedeutet gegen das Jahr 1904 eine Zunahme bei Pferden um 1.82 pCt., bei Rindern um 4,39 pCt. und bei Schweinen um 22 22 pCt., während bei Schafen eine Abnahme um 3 98 pCt. zu verzeichnen war. Diese Ziffern sind geeignet, als lehrreiche Illustration zu dem Geschrei über Fleischnot, insonderheit über Schweinenot zu dienen. Was die Preisbewegung von Vieh und Fleisch anlangt, so geht aus den tabellarischen Uebersichten des„Reichs Arbeitsblattes“, die sich auf die Jahre 1906 bis 1907 erstrecken und die acht hauptsächlichsten Marktorte Deutschlands umfass n, hervor, daß seit 1903 ein fast ununterbrochenes Steigen der Preise für Rindvieh, Kälber und Hammel zu verzeichnen ist, während die Schweine preise nicht unerheblich zurückzegangen sind. Berechnet man den Durchschnitt aus den erwähnten Marktarten für das Jahr 1903 und stellt diesem den Durchschnitt des Jahres 1907 gegenüber, so ersteht man, daß der Doppelzentner Kalbfleisch um 23.5 Mk., Rindfleisch um 21,6 und Hammelfleisch um 20,9 Mk. gestiegen ist. Die Schweinepreise betrugen beispiels weise in Berlin im Imuar 1906 145 Mk. für den Doppelzentner, im September 144,8 Mk., während sie in denselben Monaten des Jahres 1907 1213 Mk. bez. 119,1 Mk. betrugen. Im Auslande zeigt sich in der Preisbewegung nicht die gleiche Stärke wie im Inlande. Die Preissteigerung für Rindvieh hält sich mit Ausnahme von Paris, wo Schwankungen von mehr als 80 Mk. zu beobachten sind, in den auf den Tabillen angeführten Städten in engen Grenzen. Kepenhagen weist im Jahre 1907 im allgemeinen niedrige Rindviehpreise nach; hinsichtlich der Schweinepreise ist aber auch im Auslande, namentlich in Paris und Pest, ein starkes Anziehen bemerkbar. Entsprechend den Viehpreisen sind auch die Kleinhandelspreise in die Höhe gegangen. Die höchsten Preise liegen für Rivd=, Kalbund Hamwelfleisch im Jahre 1907, für Schweinefleisch liegt der erste Höhepunkt im Jahre 1902, der zweite im Jahre 1906. Wenn auch im allgemeinen gesagt werden kann, daß ein Fallen der Großhandelspreise auch einen Rückgang der Kleinverkaufspreise im Gefolge hat, so wird doch aus der vorliegenden Statistik die Tatsache erhärtet, daß der Rückgang bei den Schweinefleischpreisen dem Rückgang bei den Schweinepreisen durch. aus entspricht. Dabei ist noch zu beachten, daß bei den Vieh= und Fleischpreisen die Statistik ein zuverlässiges Bild nicht dardietet; da die amtliche Festsetzung dieser Preise noch vielfach im argen liegt. Es ist auch mißlich, das Steigen der Groß= und Kleinhandelspreise allein miteinander in Vergleich zu stillen; man wird in jedem Fall sicherer gehen, wenn man zugleich die Spannung zwischen diesen Preisen beobachtet und daraus seine Schlüsse zieht. So war die Spannung zwischen Schweine und Schweinefleischpreisen für den 2 oppelzentner 1902: 30.2 Mk, 1903: 37,4 Mk, 1904: 34,5 Mk., 1905: 27,4 Ml., 1906: 32 7 Mk. und 1907: 40.5 Mark. Die wechselvolle Preisbildung im Kleinhandel hängt demgemäß nicht von den Preisen des Viehes, sondern wohl von denen der Großschlächter ab, die in der Darstellung des„ReichsArbeitsblattes“ nicht berücksichtigt sind. Der Alkohol als Zutreiber. In Nr. 290 des„Hannoverschen Volkswillen“ vom 12 Dezember 1907 wird ein Z mmermann A. Kumm in Pöhlde a. Harz kräftig beschimpft, weil er bei Bildung einer dortigen Ottgruppe des Reichsverbandes tätig gewesen ist. Zum Schluß erdreistet sich das Oegan des Abgeordneten Brey zu folgender Auslassung: „Seine organisierten Kollegen verlieren an K. nicht allzuviel. Sie lassen ihn gern dem Reichs verband, dessen liebster Zutreider in Arbeiterkreisen bekanntlich der Alkoholist.“ Im Munde eines Sozialdemokraten klingt der Versuch, nationalen Ocganisationen den Alkohol als Zutreiber zu imputieren, geradezu lächerlich. Der Alkohol ist vielmehr ein hervorragend wichliger Bundesgenosse der Sozialdemokratie. Es darf hier nur hingewiesen werden auf die Broschüre des sozialdemokratischen Verbandes der Gastund Schankwirte Deutschlands, in der zustimmend folgender Satz zitiert wird: „Zur Zeit des Sozialistengesetzes, als alle Versammlungen verboten waren, war die Kneipe der Hauptort, wo die Propaganda für die neuen politischen landwirtschaftlichen Ideen betrieben werden konnten Zum Besuche der Kneipe gehörte aber der Genuß des Alkohols. Auf ihn kam es nicht an, sondern auf die Möglichkeit, zusammen zu kommen und im kleinen Kreise die Gedenken zu bilden und auszutauschen. Ohne Alkohol, ohne Trinksitten hätte die Arbeiter klasse damals einen anderen Weg zur Arbeit an ihren politischen und wirtschaftlichen Zielen finden müssen..... Dann heißt es weiter:„Das heißt mit anderen Worten:„Hätten die Arbeiter keine Kneipe b suchen, kein Glas Bier und kein Schnäpschen trinken können, dann würden sie heute viellecht den Weg der Regierung und der besitzenden Klassen wandeln!“ Hier wird also von sozialdemokratischer Seite bestätigt, daß der beste Zutreiber der Partei des Klassnkampfes der Alkohol ist. Diese Tatsache wird weiter illusteiert durch die Statistik der sozialdemokcatischen Partei von Groß Berlin. Hier befanden sich unter den Mitgliedern der sozialdemokratischen Wahlvereine im ersten Wahlkreis: 25 Gastwirte, im zweiten: 103, im dritten: 123, im vierten: 284, im fünften: 34, im sichsten: 341 Budiker, dazu noch im Kreise Teltow=Beeskow: 33, in Rxrorf: 105, in Scköneberg: 25, im Kreise Niederbarnim: 118 Gastwirte usw. Wem das noch nicht genügt, den Zusammenhang zwischen der sozialdemokratischen Partei und dem Zutreiber Alkohol darzutun, dem stehen noch weitere Nachweise zur Verfügung Aus dem Umsturzlager. (Die Finanzen der sozialdemokratischen Gewerkschaften,) deren Mitglieder sich im Jahre 1906 auf die Zahl von 1689709 erhöht haben, weisen, ebenso vie die sozialdemokratische Parteikasse, im Jahre 1906 eine noch weit günstigere EotSckung auf wie in den Vorjahren. Im Jahre 1904 betrug die Gesamteinnahme der Zentral Verbände 20 190 630 Mark, 1905 27812 257 Mk. und 1906 41602 939 Ml. Diese Erhöhung der Einnahme ist aber nicht nur infolge der Vermehrung der Mitgliederzahl eingetreten, sondern die Leistungen pro Kopf der Mitglieder sind ganz enorm in den letzten Jahren gewachsen. Auf die gesamten Mitglieder der Verbände berechnet, betrug die Einnahme pro Kopf im Jahre 1891 6 68 Mk., 1895 1153 Mk., 1900 1389 Mark, 1904 19 19 Mk., 1905 20.68 Mk. und 1906 24,62 Ml. In den einzelnen Organisationen ist die Einnahme pro Kopf der Mitglieder wesentlich verschieden. Sie beträgt von 5,44 Mk. bei den Wäschearbeitern bis zu 84.11 Mk. bei den Lithographen. — Diese Daten, die das Korrespondenzblatt der Gewerkschaften selbst veröffentlicht, zeigen, daß die armen„ausgepowerten Proletarier“ doch noch viel Geld für sozialdemokratische Zwecke übrig haben. (Ueber die sozialistischen JugendOrganisationen) hat das Sekretariat der internationalen Verbindung dieser Oeganisationen seinen ersten Bericht veröffentlicht. Insgesamt gehören danach der Vereinigung 59 225 Mitglieder an. Davon besitzt Schweden 17000, Belgien 13 000, Deulschland 6800, Italien 5000, Deutsch=Oesterreich 4200, Deutsch=Böhmen 3500, Großbritannien 3200, Dänemark 1400, Spanien 1200. In übrigen Staaten beträgt die Mitgliederzahl nicht über 1000. Die Zwecke der Jugendorganisationen sind in den verschiedenen Ländern verschieden. Neben der„Bildung" wird als ihre Aufgabe in Ungarn, Böhmen, Deutschland und der Schweiz der„Lehrlingsschutz" bezeichnet, außerdem aber in fast allen Lägdern außer Deutschland(?), Oesterreich und den Niederlanden der Antimil taris mus. ting use Raaumstaer Seidenhaus Michels& Cie. BERLIN SW. 19, Leipziger Strasse 43-44 Deutschlands grösstes Seidengeschäft als. Seidenskaffe in seiner Krefelder Fabrik und versendet Proben von diesen und anderen erstklassigen Fabrikaten: Glatte. Meter 1.—bis 850M. Gemusterte Meter 1.50bis 15.-M. sowie Katalog von Seidenen Blusen, Jupons, Morgenröcken umgebend und franks. Rud. Schroeder Zielefeld Riedernstrasse 23. Telephon 1155. 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Ueber den Stand der Mädchenschulresorm sind in letzter Zeit unzutreffende Nachrichten verbreitet worden. Wie die Berliner Nuesten Nichrichten“ erfahren, ist weder eine Vertagung der ganzen Frage beschlossen, noch steht die Mitteilung des Rsormp'ates unmitttelbar bevor. Es wird noch imar an dem endlichen Abschluß der Neugestaltung des Mäbchenschulwesens gearbeitet. Im Zusammenhang damit bürsten aber auch andere Fragen zu lösen sein, die in enger Verbindung mit der Resorm stehen, wie beispielsweise die Frage der Immatrikulation der künftig mit dem Abtturientenzeugnis die höheren Töchterschulen ver lassenden Mädchen an den Un versitäten. Ein gemeinschaftlicher Erlaß der Minister des Innern und der Medizinalangelegenheiten vom 11. Dezember 1907 stellt eine Reihe neuer Gesichtspunkte für die Handhabung der Sittenpolizei auf. Die Stellung der Erwerbsprostituierten unter Polizeiaussicht wird in Zukunft nur verfügt werden, wenn die Voraussetzungen durch gerichtliche Verurteilung wegen strafbarer Gewerbsunzucht zweifelsfrei dargetan sind. Um gesallenen Frauen und Mädchen die Rückkehr zu anständigem Lebenswandel zu erleichtern, empfiehlt der Erlaß den Polizeiverwaltungen, die dauernde Mitwirkung einer mit den Bestrebungen der Rettungsvereine vertrauten Dame herbeizuführen, der täglicher Zutritt und freiester Verkehr mit den eingelieferten Personen zu gestatten ist. Um dem verderblichen Ein fluß der Prostituierten und ihres Anhanges auf jugendliche Personen entgegenzuwirken, sollen die polizeilichen Vorschriften ihnen verbieten, in Familien mit schulpflchtigen Kindern Wohnung zu nehmen. Den Polizeiverwaltungen wird ferner zur Pflicht gemacht, dafür Sorge zu tragen, daß die Prosti tulerten zu den Wirten, in deren Häusern und Wohnungen sie Unterkunft finden, nur in miet rech liche Beziehung treten; daß dagegen jeder weitere Eir fluß der Vermieter auf die Prostituierten, jede Beteiligung an ihren Einnahmen, jede Er schwerung des Auszuges sowie die Verabfolgurg von Genußmitteln an die Mieterinnen oder deren Besucher unbedingt verhindert wird. München, 22. Dez. Prinz Rupprecht kommt als kommandierender General des 1. bayerischen Armeekorps mit den beiden andern kommandierenden Generalen und den Kommaideuren der beiden bayerischen Regicenter des Kaisers zu dessen Beglückwönschung am Neujahrstage nach Berlin. Der Begegrung des Prinzen mit dem Kaiser wird im Hinblick auf die Siche des Flottenvereins diesmal begreiflicherweise mit ganz besonderem Interesse entgegengesehen. München, 21. Dez. In der Abgeordnetenkammer kam es heute während der Rede des Zentrumsabgeordneten Frhrn. v. Freyberg gelegentlich einer Auferung über das bekannte Wort des Reich tagsabgeordneten Dr. Stresemann über den Prinzen Rupprecht zu einem Zwischenfall. Auf eine darauf bezügliche Anspielung rief der liberale Abgeordnete Dr. Goldschmit dozwischen:„Das ist längst widerlegt!“ Biruf des Abgeordneten Dr. Frhru von Haller:„Schwindel!" Dr. Goldschmit: „Halten Sie Ihr Maul!“ Dr. Goldschmit geht auf Fehrn. v. Haller zu mit den Worten:„Sind Sie nicht so srech!“ Frer. v. Haller:„Sie sind für mich Luft!“ Als Dr. Goldschmit, mit einem Zeitungshalter bewaffaet, an den Platz des Frhry. v. Halier tritt, ruft ihm dieser zu:„Gehen Sie weg, Sie Dreckkäser!“ Abgeordneter Dr. Boldschmitt wendet sich um und verläßt den Stal. Der Zwischenfall wurde Der Erhtf bittet dringend, ihm das Abonnement umgehend erneuern zu wollen, damit in der Zustellung keine Unterbrechung eintritt! durch die beiderseitige Zurück ahme der Beleidigungen erledigt. Aus dem Auslande. Wien, 21. Dez. Der Kaiser unternahm heute zum ersten Male nach seiver Erkragkung eine Ausfahrt von Schörbrunn nach der Hofburg. Auf den Straßen begrüßten Tausende von Menschen den Kaiser, der dank des herrlichen sonnigen Vormittags im offenen Wagen fuhr, mit stürmischem Jubel. Die Fahrt des Monarchen glich einer Huldigungsfahrt, und selten wurde der Kaiser mit solcher Begeisierung empfangen, wie heute. Vor dem Burgtor, wo der gesamte städtische Gemeinde rat versammelt war, hielt Bürgermeister Lueger eine Ansprache, worauf der Kaiser mit herzlichen Dankesworten erwiderte, erklärend, er sehe in dem heutigen Empsang einen neuen Beweis für die Liebe und Anbänglichkeit der Wiener. Wien, 22. Dez. In der österreichi schen Delegation wendete sich der Polenobmann Glombinski gegen die preußische Enteignungsvorlage, die in der ganzen Kulturwelt Entrüstung hervorgerusen habe. Was würde Preußen zu einem ähnlichen Vorgehen gegen preußische Bürger in Oesterreich sagen? Aehrenthal erwiderte sofort zu seinem Bedauern konKalieren zu müssen, daß hier ein Gegenstand berührte sei, der mit dem Busget in keinem Zusammenhange stehe, und der die Fragen der inneren Politik des befreundeten Staates betreffe. Es sei seine Pflcht, die Delegationen darauf aufmerisam machen zu mössen, daß badurch die im Völkerverkehr üblich Grundsätze verletzt werden.(Beifall bei Deutschen.) Hofmann von Wellenhof und Pacher prolestieren gleichsalls gegen die Einmischung.— Die ungarische Delegation genehmigte die Vorlage des gemein semen Ministerium über die Deckung der zemeinsamen Kosten für das erste Quartal 1908 Paris, 21. Dez. Die Kammer nahm nach sehr langer, erregter Debatte mit 354 gegen 177 Stimmen das Gesetz über den Heimfall der Kirchengüter an, wodurch das Gesetz über die Treunung von Kirche und Staat vom Jahre 1905 in einigen Punkten ergänzt wird. Rußland. Donnerstag war der Namens tag des Zaren, dem aus diesem Anlaß auch eine Fülle von Ergebenheitsabressen von Dumamitgliedern zugingen. Die Kadetten ignotierten den Tag. Am Abend fard in der Marineoper eine Galaaufführung von Güinkas„Das Leben für den Zaren" statt, der auch die Mehrheitsparteien der Duma in großer Zahl beiwohnten. Die Nationalhymne mußte im Lufe der Vorstellung an zwanzigmal wieder holt werden, da der Ehusiasmus immer höher wuchs und elle Zuhörer in die Hymne einstimmten und mitsangen. Viele begannen unter dem Ein fluß der GEcregung zu weinen, riefen Hurra, stiegen auf Stühle und winkten mit Tüchern. Selbst nachdem die Oper zu Ende war, wollte das Publikum das Theater nicht verlassen und sang die Hymae immer vom neuen. Petersburg, 22. Dezbr. Amtlichen Telegrammen zufolge hat die Geheimpolizei ein neues revolutionäres Komplott entdeckt, dessen Mitglieder Attentate gegen hohe Staatsbeamte planten. Bither wurden fünf Verhaftungen in dieser Angelegenheit vorgenommen. Die Polizei beschlagnahmte zahlreiche Weffin, Bomben sowie Material zur Herst llung von Bomben. Marokko„Petit Parisien" berichtet aus Tanger: Aus Fez sind ernste Nachrichten eingetroffen. Der Stamm der Quled el Hadj drang am 16. und 17. d. Mts. in die Stadt ein und verursachte einen Arfruhr. Der Pöbel plünderte das städtische Zellamt sowie das Handelsviertel und griff schließlich das französische Postamt an. Glücklicherweise waren die Kasse sowie die Wertpapiere in Sscherheit gebracht worden. Die deutsche Post blieb unversehrt. In der Stadt herrscht vollständiger Terrorismus. Die Behörden sind außer Stande, die Ruhe wiederherzustellen. Nordamerika. Wie aus New=York berichtet wird, bestätigen dortige Blätter, daß die unter dem Befehl des Admirals Evans nach dem Stillen Ozeau entsandte amerikanische Flotte auf den Philip= vinen 4 Panzersch ffe und drei Kreuzer als ständiges Geschwader zurücklassen werde. Landwirtschaftlicher Kreisverein zu Herford. Herford, 21. Dezember. Die gestrige General Versammlung, welche unter dem Vorsitz des Herrn Landrats von Borries tagte, war, da auch die Herren Kreistagsabgeordneten eingeladen waren, sehr stark besucht. Eingeladen und erschienen waren ferner Herr Direktor Hammacher von hier sowie Zuchtinspeltor Topp. Die landwirtschaftliche Ausstellung, welche den eisten Pinkt der Tagesordnung bildet, übernimmt der Lokalverein Herford, sie findet im Sep tember u. J. statt. Sodann kam der Haupspunkt des Tages: Kreis Elektrizitätswerk. Das Wort zum Referat erhielt Herr Oberingenieur Hoffmann. Redner führte aus, daß es sich heute nicht um die finanzielle Frage handeln solle, sondern nur= um die praktische und ob die Landwittschaft ein Joteresse an Licht und Kraft habe oder nicht. Die Lage des Werkes sei, so lange die Leitungen nicht über 50 Kilometer lang wären, gleichgültig, da fast kein Verlust vorkomme. Löhne sei so ziemlich im Mittel purkt gelegen, hätte außerdem Aussicht, Lieferant für den Kreis Minden, Ocynhausen sowie den neuen Bahnhof Löhne zu werden, alles Punkte, die zu Löhnes Gunsten sprechen. Die Konkurrenz des Gases ist auf dem Lande nicht zu befürchten, Elektrizität ist aber steis betriebsfertig zur Hand. De Anlagekosten seien im Verhältnis zu Gas sehr viel billiger, Lampen kosten etwa 12 bis 15 Mk., die jährliche Unterhaltung etwa 30 bis 35 Pfg. Bei 45 Pfg. Strompreis stelle sich die 16 kerzige Lampe, für Wohnzimmer geeignet, auf etwa 2.2 Pfg. pro Brennstunde die 16 kerzige Lampe, für Schrunen, Ställe co, auf etwa 1,3 Pfg. pro Brennstunde; da die Industrie für elektrisch: Beleuchtungskörper ständig mit Riesenschritten vorwäctsschreite, können wir bestimmt heffen, in Zikunft noch billiger zu brennen. Kraftstrom soll 18—20 Pig. pro Kilowatt kosten, das sei etwa für die Pferdekrast stündlich 15—17 Pfg. Bei Anlage eines Motors soll man diese nie zu schwach nehmen, die Anlagskosten sind sehr gering, nur höher, der Motor selbst verbraucht aber nicht etwa ständig diese höhere Krast, sondern nur das, was von iim momentan verlangt wird, er verrichtet also dieselbe Arbeit zum selben Preise wie ein kleinerer Motor. Der Rserent erntete füe seine Ausführungen den lebhaftesten Dank der Versammlung. Herr Landrat v. Borries erzählte darauf von seinen eigenen Erfahrungen. Er sei früher auf einem hannoverschen Rittergute gewesen, dort habe man mit der Elektrizität sowohl als Licht= wie Kraftquelle gute Erfahrungen gemacht, nu: sei die Sache dazumal, da die elektrische Industrie noch in den Kinderschuhen steckte, zu teuer gewesen, das sei heute aber ja ganz anders. Jedenfalls wüßte heute jeder Lardwirt die elektrische Kcaft mit Freuden begrüßen, umsomehr als die Bescheffung von Ardeitskräften täglich schwieriger würde. Die anschließende Diskussion war sehr lebhaft, besonders interessant die Ausführungen des Herrn Spork, sein Hof ist bereits mit elekt. Kraft vorsorgt und seine Ausgaben betragen für einen 6pferdigen Motor 83 Mi. für Kcaftverbrauch und 97 Ml. für 16 Lampen, wovon 8 in den Wohnräumen hängen. Nach genauer Berechnung kostet das Dreschen einer Stiege 3,76 Pig., alles in allem köane er nur sehr günstig derüber urteilen. Herr Landrat von Borries teilt mit, daß das Dreschen einer Stiege mittelst Lokomobile sich auf 12 Pfg. stellt, was von Herrn Ehrenamtmann Meier Waghorft bestätigt wird, der sogar 13½ Pfg. ermittelte. Immer höher gingen die Wogen der Rede, für und gegen. Herr Landrat v. Borries macht nochmals darauf aufmerksam, daß jetzt die günstigste Gelegenheit zum Bau sei, denn wenn der Staat auf Bahnhof Löhne ein eigenes Werk baue, scheitere die Kreitanlage auf Jahre hinaus, so aber habe der Minister sein Wort gegeben, den Strom vom Kreis zu nehmen. Herr Beckhoff stellt darauf den Antrag: Die Versammlung erklärt die Schaffung eines derartigen Weikes im Interesse der Landwirtschaft für sehr erwüascht, falls sich die Kosten mit den Mitteln des Kreises vereinbaren lassen. Dieser Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. Nun folgte der Vortrag des Herrn Zuchtinspektors Topp über Geflügelzucht, welchen er mit der Aufforderung schloß: an dem Zuchtziel welches sich der Kreis Herford gestickt, festzuhalten. Zum Schluß teilt Herr Oberlehrer Dr. Neuwana mit, daß die Landwirtschaftskammer allen von Landwirten angebauten Flachs aufkaufe und daß im März 1908 hier in Herford ein fünftägiger Kursas abgehalten werde, um die Landwitte mit dem landwirtschaftlichen Maschinenwesen bekannt zu machen. An dem Kursus, der von der Prüfungsstation für landwirtschaftliche Maschinen in Münster auszehe, könnten etwa 15 Landwirte teilnehmen. Das Honorar betrage pro Person 10 Mark. Lokales und 23. Dezember. +(Weihnachtskonzert im Gymnastum.) Den Uebergang von der austreugenDer letzte Traum. Erzählun, aus dem voln. Aufstande im Jahre 1848. Von 9. Ideler. 39)(Nachdruck verboten.) „Willkommen,“ rief der Pole liebenswürdig,„willkommen unter meinem Dache Here von Arnau! Es ist mir lieb, daß mir ein mir bekannter Herr zuerteilt wurde, ein Herr, mit dem ich mich einmal sehr angenehm unterhalten habe!“ Er schüttelte dem jungen Offizier herzlich die Hand, und Arnau erwiderte die Be grüßung ebenso herzlich; es war nicht möglich, dieser bestrickenden Liebenswürdigkeit gegenüber frostig zu bleiben. Dann deutete er aber besorgt auf den verbundenen Arm des Grafen. „Sie sind verletzt, Herr Graf!" bewerkte er, und durch seinen Ton klang aufrichtige Teilnahme.„Das waren Sie damals nicht!“ Ueber die hohe Stirn des Grafen lief eine flüchtige Röte. „Meine Pferde gingen durch; ich wurde aus dem Wagen geschleudert; es hätte noch schlimmer ablaufen können. Kommen Sie, Ihr Herr Kamerad erwartet Sie bereits.“ Er faßte den Arm des jungen Leutnants führte ihn seinem Vorgesetzten, dem Rittmeister von Wolkenstein, zu Dieser, ein älterer Herr, mit langem stark er grautem Schnurrbart, sah dem jungen Offizier bereits ungeduldig entgegen. Alls Arnau seine Meldung abgestattet hatte, sagte der Rittmeister:„Ich mußte hier Verstärkung haben, denn ich kann den schwierigen Nachtdienst mit meinen wenigen Mannschaften ellein nicht versehen. Es ist in der Nähe off ubar ein größeres Insurgentenkorps. Zu sehen haben wir es trotz aller Streifereien noch nicht bekommen, aber unsere abgeschickten Patrouillen werden errstlich beun ruhigt, besonders im Dunkeln. En Mann ist bereits tot, wehrere schwer verwundet, und dabei ist mir aus sicherer Quelle die Meldung zugegangen, daß in den nächsten Nächten ein großer Pulvertransport die G gend passieren wird, um den Rebellen neue Mittel zum Aufstande zuzuführen. Diesen Pulvertransport müssen wir abfossen. Sie sind heute natürlich sehr müde. Diese Nacht werde ich reiten, denn ich bin frisch und ausgeruht; nächst. Nacht reiten dann Sie.“ „Zu Besehl, Herr Ritimeister!“ erwiderte Arnau dem geschätzten Vorgesetzten ehrerbietig. Der Rittmeister zog gemütlich zwei Sessel herbei. „Und nnn, Arnau, erzählen Sie mir privatim von den Vorgängen in Stanicz. kowo. Wie war denn die Nacht, in der Sie sich das da geholt haben?“ Er berührte leicht mit dem Finger die frische Narde auf der Wange des Offiziers. „Hörten Sie davon?" fragte Arnau überrascht.„Kamerad von Rassow wußte gar nichts.“ Der Rittmeister lächelte. „Kamerad Rassow will gern aus Polen fort und will vor allen Dingen seine Braut heimführen; er kämmert sich nur um das ihm zunächst Liegende. Ich will ihm nur münschen, daß die Kugel eines Insurgenten nicht ein für allemal seinen Hoffaungen ein jähes Ziel setzt. Sie sind doch auch kaum dem Tod entronnen?“ „Ich habe ihm ins Auge gesehen!“ entgegnete Arnau ernst und berichtete, was er erlebt hatte. Herr von Wolkenstein hörte mit gespannter Aufmerksamkeit zu. „Ich habe meine guten Gründe, zu glauben, daß dieser gefährliche Konstantin, der leider in jener Nacht Ihren Husaren entschlüpfte, noch immer hier in der Gegend verwellt und das Lank volk hier aufwiegelt,“ sagte er.„Wenn wir den Kerl doch einmal fassen konnten!“ „Ich würde ihn in jeder Verkleidung wiedererkennen!“ rief Arnau. „Ec wird sich einstweilen hüten, Ihnen überhaupt unter die Augen zu kommen,“ entgegnete der Rittmeister trocken.„Wie benahm sich denn nach der Affäre die Familie von Stanic?“ „Tadellos?“ entgegnete der junge Ossizier warm.„Den Verbrecher können wir nicht mehr verabscheuen, als seine eigenen Landsleute es tun.“ Und er erzählte von der Entrüstung, mit der Graf Morinski und Herr von Stanic; die schmählichen Vorschläge des Emissärs zurückgewiesen hatten; aber, daß Anna von Stanicz seine Wunde verbunden und ihn gepflegt hatte, wollte doch nicht über seine Lippen; er bewahrte dies Erlebnis tief in seinem Herzen, als ein kostbares Kleinod. Wolkenstein nickte. „Es ist traurig um diese Polen!“ sagte er.„So ehrenhaft, so kavaltermäßig und doch so— verblendet. Graf Morinski ist ein vorzüglicher Charakter, den auch der Feind schätzen muß.“ „Ich sah ihn einmal in Staniczkowo, und er erregte sofort meine ganze Sympathie. Um so mehr bedaure ich den Unfall, den Schularbeit zur beschaulichen Rahe der Weihnachtsferien vermittelte, wie alljährlich, ein Weihnachtskonzert, bei dem die beteiligten Schüler Gelegenheit hatten, durch mannigfaltige Darbietungen edler Instrumental= und Vokal= Musik zu zeigen, was sie unter der verständnisvollen und energischen Leitung ihres verehrten Dirigenten Herrn Schwarz zu leisten vermögen. Es wechselten a capella Chöre(z. B. der mit tieser Empfiadung und Kimmungsvoll vorgetragene„schottische Bardenchor"), Chöre und Quartette, die sehr wirkungsvoll waren(namentlich„Gute Nacht“ von Marschner) Vorträge des Gymnasial Gesang Vereins„Kehikopf“(ebenfalls lobenzwerte Leistungen) mit Darbietungen, bei denen entweder Waldhorn, Streichchor und Klavier zusammenwirkten, wie in Mozarts„Ständchen“, wo sich das Waldhorn=Solo prachtvoll von den begleitenden Streichinstrumenten abhob, oder auch C llo und Klavier oder Orchester, Klavier und Orgel vereinigt waren, wie in der„Méditation“ von Gounod, die im ganzen gut ausgeführt wurde, wenn auch die Führung der Streichinstrumente nicht immer aus einem Guß war. Der kurze Chor aus Webers Prcciosa„Die Sonn erwacht" bildete den Abschluß des 1. Teiles. Aus dem 2. Teile sind vor allem die von Chor, Ochester und Ocgel vorgetragenen Lieder„Vom Himmel hoch" und„Stille Nacht, heilige Nacht“ hervorzuheben.“ Die Verstärkung des Czors durch Orchester macht diese bekannten Weihnachtslieder besonders wirkungsvoll. Auch die anderen Leistungen des„kleinen Czors“, des Doppel Quartetts usw verdienen Anerkennung. Be „O Weihnachtszeit“ war leider der Sopran der Höhenlage nicht gewachsen. Dis sehr zahlreich erschienene Publikum, namentlich die weibliche Jugend, spendete den Vor trägen reichsten Beifall, der gewiß nicht weniger dem verdienstvollen Dirigenten als den Schülern galt.— Die Aufführung, die Freitag hauptsächlich den Angehörigen der Schüler und Freunden der Anstalt galt, wurde Sonnabend um 10 Uhr morgens vor den nichtbeteiligten Schülern wiederholt. V(Kreiswegeverband.) Den Kreisstraßenarbeitern Wilhelm Kobusch, Kaspar Niehaus, Heinrich Wächter, August Klei, Friedrich Stieghorst und Feitz Birkemeyer, die länger als 25 Jahre ununterbrochen bei dem Kreiswegeverbande in Arbeit gestanden haber, war von der Kreiswegebaukommission eine besondere Anerkennung zugesprochen worden. Jedem der Genannten wurde am Sonnabend vormittag durch Herrn Landrat Geh. Reg. Rat von Ditsurth im Beisein der Beamten des Kreiswegeverbandes ein Sparbuch über 50 Mk. mit Worten der Anerkennung für ihre dem Wegeverbande geleisteten treuen Dienste öberreicht. (August Junkermann,) der weltbekanste ausgezeichnete Reuterdarsteller, wurde, anläßlich der Feier seines 75. Geburtstages durch königlichen Erlaß zum Ehrenmitglied des Hoftheaters in Stuttgart ernannt und war bei seinem Auftreten daselbst Gegenstand der herzlichsten Ovationon. Aus aller Herren Länder, auch von Seite hoher Persönlichkeiten, kamen dem rüstigen Kunstveteranen sinnige Glück wünsche und auch wertvolle Ehrengeschenke zu (Der gestrige„goldne Sonntag“) gab dasselbe Straßenbild wie sein silberner Vorgänger, und so ist anzunehmen, deß sich die Hoffnungen der Geschästsllute voll auf erfüllt haben werden. In die rechte Weih nachtsstimmung führte die Zuhzörer gestern abend das schöne Kirchenkonzert des Kirchlichen Gesangvereins in der Alt städter Kirche. Zu bedauern ist nur, daß der Besuch zu wünschen übrig ließ. =(Liturgische Weihnachtsfeier.) Am heiligen Abend 6 Uhr ftadet in der Martinikirche eine liturgische Weihnachtsfeier statt, wobe: der Verein für Kirchliche Musik in der Martinigemeinde sowie der Schüler∆(Im Altstädter Kindergottesdienst) beginnt, wie uns zur Berichtigung des kirchlichen Anzeigers mitgeteilt wird, die Weihnachtsfeier am 1. Feiertage um 4 Uhr und nicht erst um 5 Uhr. der ihm jegt zugestoßen ist, und die Wer letzung, die er davongetragen hat.“ „Was hat er Ihnen von dieser Verletzung gesagt?“ fragte der Rittmeister rasch. „Die Pferde seien mit ihm durchgegangen und er aus dem Wagen geschleudert worden,“ versetzte Arnau. Wolkenstein lachte laut auf. „Es ist ganz eigentämlich, wie viele Unfälle jetzt die polnischen Herren mit ihren Pferden haben. Mehrere Regimentskameraden, die auf anderen Gütern einquartiert kiegen, haben dieselbe Erfahrung gemacht. Ich bin völlig überzeugt, daß ich bereits im Dunkeln die Ehre hatte, mit meinem sonst so liebenswürdigen Wirte die Klinge zu Erepzen."(Fortsetzung folgt.) chor der 7. Bürgerschule die Chorgesänge ausführen werden. (Aus dem Theaterbureau) wird uns geschrieben: Heute wird auf vielseitigen Wunsch „Ein Fallissement" wiederholt. An den Weihnechtsftiertagen gelangt jeden Nachmittag 3 Uhr das prächtige Weihnachtsmärchen„Wie Kleir=Else das Christkind suchen girg“ mit Anna Ueberhorst als Klein=Eise und den neuen von Herrn Riege gemalten Dekorationen zur Aufführung. Am 1. Feiertag abends 7 Uhr wird Rostands romantische Komödie Ograno von Bergerac in der deutschen Uebertragung von Ludwig Fulda gegeben. Donnerstag(2. Feiertag) bringt die Abendvorstellung die Neueinstudierung von Reif Reiflingen und für Freitag wird Raffles, der Meisterdieb vorbereitet. Jölleubeck, 21. Dez.(Postalisches.) Herr Apotheker Upmann, der seit vielen Jahren die hiesige Postagentur verwaltet hat, hat zum 1. April n. J. die Stelle gekündigt. Von diesem Termin an wird die Post in Jöllenbick von einem Postbeamten hauptamtlich verwaltet werden. Wohin die Postagentur kommt, darüber schweben zur Zeit noch Verhandlungen. Ans den Kreise Herford. O Hersord, 23 Dezbr.(Die Turngemeinde) veranstaltet ihre Weihnachts feier am 2. Feiertage abends 8 Uhr auf dem Schützenberge, bestehend in theatralischen und turnerischen Vorführungen. Eintritt 20 Pfennig. Familienkarte für 3 Personen 1 Mark. + Herford, 23. Dez.(Der christl= vaterl. Männerverein) hält seine Weih nachtsfeier am Sonntag abend 8 Uhr im Evangel. Vereinshause ab. Vorträge des Posaunenchors, gem. Chors und gemeinsame Gesänge werden mit Deklamationen, An sprachen und dem Festspiel„Unterm Weihnachtsbaum“ abwechseln. # Herford, 23. Dez(Kauf m. Verein.) Am Sonnabend abend 9 Uhr wird Heer Dr. Hoepker Aschoff einen Vortrag haiten über„Der Check und seine Beveutung". □ Herford, 23 Dezember.(Ordens auszeichnung.) Se. Durchlaucht der Fürst von Lippe verlieh Herrn Direktor Werther den Leopoldsorden. # Herford, 23. Dez.(Vom Herzschlag) betroffen wurde am Freitag nach mittag Herr Sirafanstaltsschreiber Bäcker in der Nähe der Schönfeldschen Fabrik auf der Eöbenstraße. + Herford, 23. Dez.(Der goldene Sonntag,) wie der litzte Sonntag vor Weihnachten von den Geschäftsleuten genannt wird, brachte uns gestern viel einkaufendes Pablikum vom Lande in die Stadt. Die Geschäftsstraßen boten ein überaus lebhaftes Bild und auch in den Geschäften selbst war tüchtig zu tun, mögen alle zufrieden gestellt sein. Vlotho, 20. Dez(Vermißi) wird laut„Gen.=Anz.“ die 32 jährige Ehefrau des Kistenfabrikanten Friedrich Tölle von hier, die gestern abend gegen 6 Uhr ihre Familienwohnung heimlich verlassen hat und bis jtzt nicht zuruckgekehrt ist. Die Nachforschungen nach der Entwichenen sind bisher ohne Erfolg geblieben. Es wird vermutet, daß die Genaute in einem Anfalle vo Schwermut sich ein Leid zugefügt hat, oder umherirrt. Aus den Kreisen Rinses und Büdsekt. Minden, 23. Dez.(Lustbarkeiten an Fetertagen.) Nach der Polizei Verordnung des Overpräsidenten über die Heilig haltung der Sonn= und Fiertage dürfen am Vorabend des ersten Weihnachtstageund an diesem Tage selbst, weder öffentlich noch private Taszwusiken, Bälle und ähnliche Lustbarkeiten veranstaltet werden. Minden, 23. Dez.(Viehzählung.) Bei der Viehzählung am 2. Dezember e waren nach der vorläufigen Feststellung in dem Gemeindebezirk der Stadt Minden vorhanden: 2098 G döfte, wovon 1160 mit Biehbestand, 1536 buhhaltende Haurhaltungen, 1057 Perde, 3 Esl, 640 Stück Rindvieh, 45 Schose, 4032 Saweine 616 Biegen 11 127 Stuck Federvieh urd 244 Bienenstöcke. Geschlechtet sind in der Zit vom 1. Dezember 1906 bis 30. Noember 1907 in 1107 Haushaltungen 1 Stück Rind vieh, 11 Schafe, 1932 Schweine und 6 Zi##en, die sowohl vor als nach der Schlachtung der Fleischbeschau durch den Fleischbeschauer nicht unterlegen haben, mit hin das Fleisch in den betreffenden eigenen Haushaltungen verwendet ist. Hartum, 20. Dez(Nach der Viehzählung) am 2. Dez. sind im Amtebezirk Hartum vo handen: 697 Pferde, 5362 Stuck Rindvieh, 1390 Schafe, 12014 Schweine, 1031 Zi gen, 33787 Stück Federvieh, 716 Bieninstöck=. Lübbecke, 20 Dez(Seinen Verletzungen etlegen) Der am 12 d. M. in einem Hause am Bergertor verungluckte Reutenempfänger Wx ist gestern nachmittag insolge der erhaltenen Verlitzungen im hiefigen Kreiskrankenhause gestorden. Niederbeiksen, 19. Dez.(Die Weihnachs.feier des Christl. patr. Männervereins) am vergangenen Sonntag ersteute sich eines regen Besuches, sodaß der Saal überfüllt war. Der Vrein, der schon häufiger seine Zuhörer mit seinen Leistungen befrie digt hatte, hatte es wiederum verstanden, ein recht nettes Programm den Erschienenen zum Besten zu geben. Herr Pastor Cremer schlug den Haupttog an, indem er seiner A sprache die Worte:„Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein urd einen Sohn gebären, der wird Imanuel heißen“ zu Grunde legte. Den Schluß der schön verlaufenen Feier bildete die Aufführung eines Fesstpiels:„Die heilige Nacht“, welches so recht die einzelnen Ereigr isse bei der Geburt I su vorführte und die Herzen zu rechter Andacht stimmte. Der Knecht Ruprecht unterhält sich mit einem Zuschauer über die heilige Weihrachtsgeschichte und sucht ihm klar zu machen, wie alles gekommen, wie Gott es durch den Mund seiner Propheten geweissagt hatte. Die eir gelegten Bilder wurden von den aufführenden Persoren in recht nü diger Weise dargestellt. Der Landpfleger „Cy evius" im ersten Bilde repräsentierte sich großa tig. Das zweite Bild sellie die Hirten auf Beihlehems Fluren dar. Ahnungslos lagen die Hirte bei ihren Herden, als plötzlich die Engelsbotschaft und der Engelssing erklingt. Die erschrickten Hirten könnin es kuum ersassen, nur der alte Hirte hate es richt verstanden, und erklärt nun seinen Söhnen, daß der lang ersehnte Messias geboren und iynen zuerst die Kunde geworden soit. Im dritten Bilde gelang die Darstellung des Kö igs„Herodes“, dieses blutdürstigen Ty annen ganz meist rhoft. Den drei Königen heuchelte er große Freundlichkeit, während er sich schon ein neues Blutbad ersann Das vierte Bild zizte, daß wo das Weihnachts icht endringt alle Finsternis verschwind.t. J. einer armen Familie, in der es nicht an Not und Urzufriederheit fehlte, triten unerwartet Armenpfl ger mit einem Weihnachtsbaum urd allerlei Gaben ein; da vrschwindet aller Kummer und Weihnachssfreude kehrt ein. Die ganze Feier darf als wohlgeluugen bezechnet werden urd wird allen denen, welche in so liebenswü diger Wise mitgeholfen haben, auch an dieser St le herzlcher Dank gesagt. Auf vielseitigen Wunsch wird die Feier mit etwas verändert m Programm wiederholt werden, und zwar am Soantag nach Weihnachten, nochmitta,s um 4 Uhr, wozu besonders die Kinder eingeladen werden. Ader auch die Erwachsenen si d ebenfalls wieder eingelaten. Der Eintritt kostet für Kinder 10 Pfg., ür Eewachsene 20 Big. Ans den Kreise Hake. Halle 21. Der.(Stichwahl.) Bei der am Sonnabend, den 7. d. M., hier stattgehabten Handelskammer=Wahl wurden 21 glitige Stimmzettel abgegeden. Von diesen lauteten 10 für Herrn Kisker hier, 10 für Herrn P H. Lundwihr Vorgholz hausen und 1 für Herrn Ferd. Roiff hier. Da also keiner von den Kandidaten die absolute Mehrheit auf sich vereinigt hat, so muß eine Stichwahl zwischen den beiden erngenennten Herren stattfinden. Dieselbe hat am Sonnabend, den 28 d. M. vormittags 11 Uhr, im Hoiel Hackemeyer hier selbst zu erfolgen. Steinhagen 20 Dez.(Bubenstreich.) Vor einigen Nächten hatten ruchlose Hände bei der Schrank= beim Charffteübergange auf dem Bahnhofe Steinhagen mehrere große Steine zwischen die Antriebsvorrichtung gestickt, sodaß die Schranke beim Einlaus der Fruhzüge nicht geschlossen werden konnte. Es wäre zu wünschen, daß die Täter ermittelt und zur Bestrafung gezogen werden könnten, damit ihnen für die Zukurft zu derartigen Baber streichen die Lust vergeht.(Hall Krsbl.) Ans den Kreisen Wiedenbrück und Paderdorn. Gütersloh, 20 Dez.(Wahl.) Nach lauger sorgsättiger Tätigkeit der betreffenden Koamission stand auf heutiger Tagesordnung die Wahl eines neuen Bürgermeisters ansielle des seit fost 34 Jahren hier tätigen Bürgermeisters Mingelsdorf. An der Wahlhandlung nahmen 17 Stadtverordnete teil, ein Mitglied war durch Krankheit verhirdert. Er erhielten Herr Lindrichter Tummes aus Duisburg 9 Stimmen, Herr Bürgermeister Weacker aus Stargats(Pommern) 8 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt. Aus den Nachberprovinzen und Staaten. Emmerich, 20. D.z.(Vergiftung) Die Frau eines Burstenmachers, bei der rach dim Auskritzen eines Gesichtspickls Agzeichen einer Biutvergiftung vorlagen, ist pözlich an Milzkrand gestorden. Vermutlich hat sie sich durch Milzbrandkeime, die an den zur Herstellung von Piuseln und Bürsten dienenden Borsten gehaftet haben mögen, angesteckt. Kassel, 19. Dezbr.(Eine siebenköpfige Diebesbande) hatte zahlreiche Eindruche in Villen verübt. Die Keiminalpolizei hat itzt die noch jangen Barschen abgefaßt. Sie hatten in der Karlsaue eine Diedeshöhle eingerichtet, die ein großes Liger gestohlener Sachen, wie Jagdgewehre mit Paironen, Anzüge, Eßwaren, Wein und Zigarren enthielt, die in der Hauptjache aus Einbrüchen in den Viuen von Wilhelms. höhe und Umgegend herröhren. Krefeld, 22. Dez.(Der Konflikt in der rheinisch= westsälischen Textilindustrie) wird, wie es scheint, koch die folgenschwere Aus dehnung nehmen, die urspeünglich befürchtet worden war. Insolge der wenig kampflustigen Haltung der Verbandsvorstände treten die Steikenden in neue Beratungen ein, die indessen abermals eine überwiegende Mehrheit für die Fortsetzung des Streiks ergaben. Damit ist die Aufsperrung in der Textilindustrie persekt geworden, von der vorläufig 14000 Arbeiter betroffen sind. Hauptmann von Köpenick macht Schule. Wien, 21. Dez. Ein unerhört frecher Fall nach dim Muster von Köpenick spielte sich heute mittag im Wiener Arsenal ab. Ein angeblicher Offizier erschien in der Kanzlei des 42. Aitillerie Regimerts, um die Kasse zu revidieren. Man ließ ihn allein im Kassenz'mmer. Der angebliche O fizier sprengte jedoch mittelst mitgebrachter Einbruchswerkzeuge die eiserne Kasse, entnahm ihr 28000 Kconen und ein Sparkassenduch über einen Betrag von 1500 Kronen und verließ das Zimmer ur das Arsenal. Nachrem der Gauner, der die vorschriftsmäßige Unisoem eines Rechnungs offiziers trug, das Arsenal verlassen hatte, stiegen dem dier sthabenden Unterossizier Bedenken auf; er begab sich in das Kassenzimmer und fand die aufgesprengte Kasse, worauf er Anzeige erstattete. Der Fall erregt ungeheures Aussehen. Wien, 21. Dez. Die Pollzei stellte fest, daß der Urheber der friche## Köpenick de im Arsenal mit einem 33jährigen ehemaligen Proviantsamtsoffizier= Stellvertreker Leopold Goldschmit ibentisch ist, der im September wegen Unterschlagung amtlicher Gelder aus Wien flüchtete und der seither verfolgt wurde. In Mannheim nurde er im Oktober aufgegriffen und wegen Landstreicherei zu 4 Tagen Arrest vormt#ilt, die er dort verbüßte. Es sehlt jede Spue von dem Gurner. Vermischtes. Halle a. S., 20. Dez. Der städtische Staitausschuß beschloß mit 13 gegen zwei Stimmen eine Wert zuwach ssteuer mit Rückwirkung auf zehn Jahre. Als Begründurg wird angeführt, daß die sinkende Kor junktur der Industrie zum Ausgleich gegen den Ausfall bei der Einkommensteuer neue Geldquellen erheische. München, 21. Dez. In der Türkenstraße geriet in der letzten Nacht der 27jährige Student der Chemie Moschel mit zwei Schutzleuten, die ihn wegen Ruhestörung festnehmen wollten, in eine Prügelei, in deren Verlauf einer der Pol zisten seinen Revolver zog und den Studenten durch einen Schuß in die Stirn augenblicklich tötete. Auch der Schutzmann soll schwer verletzt sein. München, 22. Dez. In der letzten Nacht wurde aus dem um 10 Uhr 10 Minuten von hier über Würzburg nech Beilin abgegangenen Schnellzuge ein Postbeutel mit einem Barbetrage von 13000 Mark gestohlen.“ Von den Tätern fehlt jede Spur. Ludwigshafen, 22. Dez. Gestern abend 10 Uhr brach im Lager der Pure Oil Company im hiesigen Hasen Feuer aus Das Faßlager, darunter 6000 gefüllte Petroleumfässer, steht in Flammen. Die Tankanlage ist infolge günstiger Windrichtung gerettet. Mailand, 22. Diz Leute Mittag betrat ein elegant gekleideter junger Mann den Juwelierladen Delfrate auf dem Corso Vittovio Emanuelo im Zentrum der Stadt, als der Besitzer allein anwesend war und ließ sich Juwelen vorlegen. Als Delfrate den eisernen Juwelenschrank öffnete, überfiel ihn der Fremde und suchte ihn durch mehrere Dolchstiche zu ermorden. Auf das Geschrei des Schwerverwundeten floh aber der Verbrecher auf die Straße, wo er nach heftiger Gegenwehr von Passanten überwältigt wurde. Palermo, 21. Dez Gestern abend fand man unter den Trümmern des durch Explosion zerstörten Hauses den Eigentümer noch lebend, ader bewußtlos. Ebenso wurden die Leichen von drei weiteren Kindern geborgen. Allahabad, 21. Dez. Die Pontonbrücke in Nowshera bei Amritsar ist unter der Last einer sie passierenden Volksmenge zusammengebrochen. Hunderte sind ins Wasser gestürzt. Man befürchtet, daß viele Personen ertrunken sind. (Die Ernte in Preußen) ist in diesem Jahre reicher ausgefallen als in irgend einem Jahre vorher. Es wurden der amtlichen Stattstit zufolge an Winterweizen, Winterspelz und Roggen zusammen 8640000, an Sommerweizer, Sommerroggen, Gerste und Hafer 8872000 Tonnen, im ganzen also an Getreide 17512000 Tonnen gewonnen, gegen 17294000 in 1906 und 15712000 Tonnen Durchschnitts ertrag der Jahre 1899 bis 1966. Hiernach hat 1907 unter allen Jahren die größte Getreideerate, 11.5 Prozent mehr als im Mittel aus 1899 bis 1906. Die Kartoffelernte dieses Jahres überti ffi mit 31086 000 Tonnen die vor jährige um 0,6 Prozent und das Mittel aus den acht Vorjahren um 5,6 Prozent. Reichicher war der Ertrag vur 1901 und 1905. Die Erkrankungsz ffer ist aber 1907 sehr hoch und zwar im Staatsdurchschnitt 7,5 Prozent gegen 3,8 P ozent im Vorjahre. Gleichfalls noch besser als im Durchschnitt der acht Verj ehre ist 1907 de Heuernte ausgefallen. Zusaumen wurden 17913000 Tonnen geerntet gegen 17795000 Tonnen im Mittel aus den acht Bor jahren. Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 28. Dezember 1907. Mitgeteilt von F. Böckelmann Ww., Bielefeld. Niedrigster Thermometerstand i. d. Nacht+ 4½ Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ S. Barometer 75,7 cm. Wind: Süd Weß. Himmel: bedeckt. Warum in die Ferne schweiten, sieh das Gute liegt so nah! Was Du bei Deinem Mitbürger gut und preiswert kaufen kannst, kauf bei ihm Du erweist dadurch nicht nur Dir selbst, sondern dem Gemeinwohl einen Dienst. An tetrter-TEind“ muss ich noch Teibnachts-Sinkäufe machen, wer hat noch grosse Auswahl? Alfenide, Nickelwaren usw. Sustar Körtng, Obernstraße 26. Fernspr. 170. Bauernstuten, Christstollen A. Dockweller, Ritterstr. 25. Bürsten, Matten, Wachtstuche Gebr. Dieke, Vittoriastraße 10. A. von der Mühlen, Ritterstr. 43. Christbaumständer F. H Zumbansen, Herforderstraße. Cognac, Punschessenzen F. W. Rinssdorir, Gehrenberg 26. Damen=Konfektion F. 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Dezember, nachmittags 2 Uhr in Enger von der BielefelderSstrasse aus statt. Vorfeier im Trauerhause zu Bieleleld, Alsenstrasse 37, um 10½ Uhr morgens. Gefolge bis zum Kleinbahnhof erbeten. Frau Ww. Lachtrop.