Stearin bsstock ere Mitglieder s ezember er., n sein muß. daß die Divi- u. bestens 6% U7 7U Bielefeld schaft licht. TU 10 7 belode. 100 I MA „ liefert schne! efeld bestehenden nuar 1908 Tier. h in Bielefeld. erter. selnüsse, kandeln, Feigen, ehen. Elig. Lielbfrto Dienstag, 17. Dezember 1907. Historischer Kalender. 16. Dezember: Paracelsus, Arzt und Natursorscher, zu Maria=Einfiedeln, geb. 1493.— Colberg ergibt sich den Russen, 1761.— Caspar Hauser, der rätselhafte Findling, in Ausbach gest. 1833.— Alphonse Daudet, französischer Schriftsteller, gest. 1897. „Derpreußische Landtag kein Klassenparlament“.“ Wir haben schon vor einigen Wochen auf die obigen Titel führende Schrift des freikonservativen Abgeordneten Dr. Vorster in einem Leitartikel hingewiesen und teilen heute aus ihr folgende interessante Daten mit: Preußen ist in rund 27000 Urwahlbezirke geteilt. Die zweite Abteilung ist in etwa 9000 Bezirken für Einkommen bis zu 1500 Mk. zugänglich. In weiteren 9000 Bezirken(darunter 3000 städtischen) eröffget ein Einkommen zwischen 1500 und 2400 Mi. den Zutritt zur zweiten Abteilung, in 8000(vorwiegend städtischen) genügen dazu 2400 bis 7000. Nur in rund 1000 Bezirken ist ein größeres, nur in 247(noch nicht den 110. Teil der Gesamtheit) ein solches von 18000 Mk. erforderlich. In mehr als 95 Prozent aller Fälle stehtalso dem Einkommen mittlerer Höhe die zweite Abteilung offen. Rehnlich günstig fleht die Sache bei der 1. Abteilung aus. Ja einem Fünftel der Urwahlbezirke gelangt man mit einem Einkommen von weniger als 2400 Mk. in die 1. Abteilung, meist sind dies arme ländliche Bezirk. Aber auch in einem Fünstel der städtischen Bezirke(2000 unter rund 10000) reichen 3600 Mk., in zwei Dritteln 6000 Ml. aus. Im ganzen genügt in 22000 Bezirken ein Einkommen von weniger als 9000 Mk. Nur in 14 Prozent der Urwahlbezirke sind die Reichen und Reichsten in der 1. Abteilung ganz„unter sich". Man kann danach in der Tat das preußische Wahlrecht als ein„Privileg des Mittelstandes" bezeichnen, weil er den maßgebenden Erfluß nicht nur in den mittleren, sordern zum Teil auch in den oberen und unteren Klassen besitzt. Unsere Radikalen und Sozialdemokraten werden freilich fragen: wie kommt es denn, daß trotzdem im Landtage unser Handarbeiter so gut wie gar nicht vertreten ist? Müßte nicht der Mittelstand, renn sein Einfluß wirklich so groß ist, ihn mindestens ebenso oft in die Wag schale werfen, um Angehörige der unteren anstatt solcher der oberen in den Lindtag zu bringen? Darauf ist zu antworten: Angehörige der unteren Klassen würden sicherlich schon heute in viel größerer Anzahl im Landtage sitzen, wenn nicht der heute ausschlaggebende Mittelstand angesichts der sozialdemokratischen Verhetzung der Klassen und ihres geringen Berständnisses für Mittelstandsfragen ein begreifliches Mißtrauen gegen Kandidaten aus diesen Kreisen hegte und seine eigenen Interessen wie die der Gesamtheit lieber in die Hände gesellschaftlich hochstehender, einsichtiger, volksbeliebter Personen legte. Die Hauptschuld daran, daß es Arbeitern so schwer wird, in den Landtag zu gelangen, trägt niemand anders, als die Sozialdemokratie. Im übrigen sitzen im preußischen Landtage keineswegs überwiegend„Plutokraten", sondern allein 134 Beamte, Lehrer, Geistliche und Aerzte, 163 Landwirte, 29 Gemeinde. und Privatdeamte, 12 Journalisten, nur 32 Kaufleute und Industrielle, 33 Rentner und 30 andere, darunter auch Handwerker. Ist nun aber weder das Wahlverfahren noch die Zisammensetzung des Landlazs„plutokratisch“, so meint Vorster, *) Der preußische Landtag kein Klassenparlament. Verlag von Paul Neubner in Köln. daß seine gesetzgeberische Tätigkeit bisher geradezu„antiplutokratisch" gewesen sei. Er erinnert an die Verstaatlichung der Eisenbahnen, durch welche den kapitalistischen und industriellen Kreisen ein weites Feld entzogen sei; an die Entlastung der kleinen Einkommen, die Doppelbesteuerung der Aktiengesellschaften usw. Die Progression bei greßen Einkommen in der preußischen Steuerreform, die Einführung der Vermögenssteuer usw. Mit Recht hebt er ferner hervor, wie Fürst Bismarck die bekannte scharfe Kritik gegen das preußische Wahlsystem nur übte, um den Boden für ein Wahlrecht mit Interessenvertretung vorzubereiten, nicht aber aus Vorliebe für das noch gegenwärtig bestehende Reichstagswahlrecht. Dieses ist ihm tatsächlich nur ein Notbehelf gewesen, als es sich darum handelte, zunächst einmal überhaupt die Reichkeinheit auf Grund eines zwar ganz rohen und unzureichenden, aber wenigstens einfachen Wahlrechts zu schoffen. Die„Kreuz Zeitung" bemerkt hierzu: Wir sehen in dem gegenwärtigen preußischen Wahlrecht keineswegs der Weisheit litzten Schluß. Aber es ist recht gut, daß einmal wieder in rein sachlicher Weise auf seine Vorzüge hingewiesen worden ist. Es ist tatsächlich nicht ein Wahlricht für die Plutokratie, sondern eins für den Mittelstand. Es sucht sich der organischen Gliederung des Voikskörpers wenigsteus einigermaßen anzupossen, während das Reichstagswahlrecht nur eine rein äußerliche, mechanische Gleichmacherei darstellt. Es entspricht der konservativen Gesamtauffassung vom Staats= und Volksleben, einen Ersatz für eine solche Einrichtung nur anzunehmen, wenn er wirklich einleuchtende, überzeugend zu begründende Vorteile bietet. 1. Aus dem deutschen Reiche. Berlin, 16 Dezember. Das Kaiserpaar nahm gestern vormittag an dem Gottesdienst in der Garnisonkirche zu Potsdam teil und machte hierauf einen Besuch bei dem kronprinzlichen Paar im Marmorpalais. Heute vormittag hörte der Kaiser den Vortrag des Chefs des Zivilkabinets. Prinz Oskar ist heute morgen im Neuen Palais eingetroff.n. Prinz Heinrich reist morgen auf dem Kreuzer„Königsberg" nach Malmö, um sich zu den Beisetzungsfeierlichkeiten in Stockholm zu begeben. Die verewigte Königin Karola von Sachsen war vor mehreren Wochen an einer schweren Kopfrose erkrankt, so daß man damals schon ernsthafte Besorgnisse für ihr Liben hegte. Aber sie erholte sich schnell wieder und konnte vor kurzem noch in ihrer Residenz Billa Strehlen einem Diner als Wirtin vorsitzen, an dem auch der jetzige König, ihr Neffe, teilnahm. Ein Rückfall brachte als ann die tödliche Keifis, so daß am Freitag schon die Sterbesakramente erteilt werden mußten. Prinz Ludwig von Bayern hatte heute vormittag eine längere Korferenz mit dem Reichskanzler. Bei dieser Gelegenheit hat möglicherweise die Angelegenheit des Flottenvereins ihre Erledigung gefunden. Die öffentliche Verhandlung im Prozeß Harden mußte heute auf Donnerstag d. W. vertagt werden, da der Angeklagte, der selbst die schnille Erledigung der Sache wänscht, krank im Bette lag und ihm der Arzt die Fahrt nach dem Gericht verboten hatte. Im Reichstage ist ein Antrag Kanitz eingelaufen, die noch nicht umgeprägten Taler wieder in Verkehr zu setzen (als Scheidemünze) und den Höchstbetrag an Reichtsilbermünzen auf den Kopf der Bevölkerung beträchtlich zu erhöhen. Dieser Antrag wird zweifellos in den weitesten Kreisen der Bevölkerung mit lebhafter Freude begrüßt werden. Der Betrag an umlaufender Scheidemünze ist beträchtlich hinter dem wachsenden Bedarfe zurückgeblieben. Seit der Einziehung der Taler hat sich das erst recht empfindlich fühlbar gemacht. Der Taler selbst, eine seit Jahrhunderten gebräuchliche Münzart, erfreute sich großer Beliebtheit bei der Bevölkerung und wird schmerzlich vermißt im Verkehre. Der Präsident des Deutschen Flotten vereins, Fürst zu Salm=Horstmar, hat die Mitglieder des Präsidiums zum Mittwoch zu einer Präsidialsitzung geladen, auf deren Tagesordnung auch die Stellungnahme zu dem Beschluß des Bayerischen Landesverbandes steht. Es dürfte zu einer lebhaften Aussprache kommen. An bestunterrichteter Stelle erfährt die „Juformation“, daß für die Mittelmeerreise des Kaisers, die im Februar nächsten Jahres stattfinden soll, bereits jetzt die Vorbereitungen getroffen werden. So gingen schon in voriger Woche die Möbel, die für das Schloß Achilleion bestimmt sind, mit der Bahn nach Hamburg, wo sie im Laufe dieser Woche per Schiff nach Korfu gebracht werden sollen. Es ist eine recht stattliche Anzahl die wohl über 100 Möbelwagen gefüllt haben dürfte. Man hofft, die Einrichtung des Achilleion bis Mitte Jannar nächsten Jahres fertiggestellt zu haben. Der dem Bundesrat gegenwärtig vor liegende Entwurf eines Chekgesetzes hat gegen den im Juli veröffentlichten Eatwurf einige wesentliche Aenderungen erfahren, in welchem verschiedene Wünsche aus Interessentenkreisen berücksichtigt sind. Einmal ist die im§ 7 des Entwurfs festgelegte Haftung des Bezogenen beseitigt worden. Ebense hat man die im§ 21 in gewissen Fällen vorgesehene Schadenersatzpflcht des Ausstellers wieder beseitigt. Drittens ist die Lauffeist des Schecks von 7 auf 10 Tage verlängert worden. Es ist ferner in dem Entwurf erreicht, daß die gesetzlichen Bestimmungen in den wesentlichen Punkten mit denjenigen des bereits bestehenden österreichischen Schickgesetzes und das in Vorbereitung befindlichen ungarischen Scheck gesetzes übereinstimmen. Bezüglich des Risses im Deutschen Flottenverein war geäußert worden, daß Prinz Rupprecht von Zeutrumsleuten in seinem Entschlusse beeinflußt worden sei. Dies hat in Bayern das größte Befremden erregt. Prinz Rupprecht, so wird von dort geschrieben, ist der preußenfreundlichste Prinz und deshalb am wenigsten verdächtig, Zentrumsneigungen oder gar parlikularistischen Anschauungen zu huldigen. Beim Kaiser ist er seit den Tagen seiner Jugend persona gratissima und der Kronprinz verkehrt in jedem Jahre ein paar Wochen in der Familie des Prinzen Rapprecht. In der Betriebskrankenkasse der Stadt Berlin sind in der Abteilung I (Städt. Krankenhäuser) die Neuwahlen der Vertreter der Arbeitnehmer erfolgt. Seit mehreren Jahren hatten die Sozialdemokraten hier die Oderhand. Es galt als feststehend, daß das gesamte Personal der großen Berliner Keankenhäuser(Pfleger, Heizer, Waschpersonal, Maschinisten usw.) sozialdemokratisch sei. Die Wahl hat gezeigt, daß dem nicht so ist, denn mit 100 Stimmen Majorität flegte die Liste des Deutschen Verbandes der Krankenpfleger und=Pflegerinnen(christlich=national). Die „Genossen" erhielten nur 195 Stimmen. Alle 13 Vertreter der ChristlichNationalen sind gewählt worden.— Der genannte Verband hat dieser Tage auch seinen II Krankenpflegekursus(Leiter: Herr Dr. med. Ebeling) beendet. Sämtliche Teilnehmer bestanden die Prüfung, die Herr Geh. Sanitätsrat Dr. K. Küster abnahm.— Der Verband, dessen Geschäftsstelle sich Berlin N. 37, Prenzlauer Allee 11 befindet, zählt bereits 1300 Mitglieder im In= und Auslande und gibt seit 4 Jahren eine zweimal monatlich erscheinende Fachschrift(„Der Krankenpfleger“) heraus. Auch ist ein Stellennachweis mit dem Bureau verbunden. Aus dem Wien, 13. Dezember. Wie Lemberger Blättern aus Paris gemeldet wird, hat Henrik Sienkiewicz die Initiative zur Einberufung einer internationalen Enquete über das Enteignungs= projekt der preußischen Regierung ergriffen. Wien, 16. Dez. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses spielten sich noch nie dazewesene Sturmszenen ab, und es ereignete sich der in den Aunalen des Parlaments einzig dastehende Fall, daß ein Abgeordneter schwer verletzt wurde. Die Ruthenen gerieten über die Ablehnung der sofortigen Verhandlung eines Dringlichkeitsantrages in die größte Aufregung, lärmten mit Signalpfeisen und schlugen mit den Fäusten auf die Pultdeckel. Mitten in den turbulentesten Szeuen reißt der Ruthene Bacziusky seinen schweren Pultdeckel heraus und schlägt damit solange auf die Bank, bis der Deckel bricht. Nun schleudert er das schwere Brettstück gegen den Präsidenten. Das Brett saust mitten durch den Saal, verletzt leicht den Abg. Kotroscheck am Hinterkopfe und trifft mit voller Wacht den keoatischen Abg. Benkovic, der am Kopf schwer verletzt wird und niederbricht. Darauf entspinnt sich ein wütendes Handgemenge zwischen den ChristlichSozialen und Rathenen, wobei dem Abg. Miyer die Krawatte, dem Abg. Kuhn der Aermel abgerissen werden. Die Sitzung wird unterbrochen, während die Lärmszenen immer fortdauern. Als nach Wiederaufnahme der Sitzung Benkovic mit verbundenem Kopf im Saal erscheint, wird er mit demonstrativen Applaus begrüßt. Abg. Baczynski bittet Benkov'c um Entschuldigung und erklärt, daß ihm jede Absicht ferngelegen habe. Darauf bittet der Präsident, die Verhandlungen in Ruhe fortzusetzen. Schweden. Von dem letzten Krankenlager des Königs liegen Berichte vor, welche jeden mit Freude erfüllen müssen, für den im Leben und Tod der christliche Glaube die Hauptsache ist. Am Sonnabend, den 7. Dezember, war der König, wie bekannt, den größten Teil des Tag's bewußtlos, nur einige kurze Zwischenzeiten erhielt er das Bewußtsein wieder. Das erste Mal geschah dieses um 2 Uhr nachmittogs. Als der König da die Augen öffnete, halte er seine Nächsten erkannt, die im Krankenzimmer versammelt waren, und sich zu ihnen wendend, hatte er mit lauter Stimme ein „Gott segne euch alle“ ausgesprochen: Die Königin hatte da an den König die Worte gerichtet: Ja, der Herr wird dich schon hindurchführen. Seine Gnade ist so groß. Der König hatte dabei eingestimmt: Ja, seine Gnade ist groß. Die Königin hatte sich dann zu ihm herabgebeugt und ihm das Bibelwort zugeflüstert: Jesn Christi, des Gottes Sohnes Blut, reinigt uns von aller Sünde. 1. Joh. 1, 7. Der König hatte dabei vernehmlich die Worte geäußert: Dank Jesus! Diese Worte sind König Olkars letzte gewesen.— Der„Reichsbote“ glaubt diese Angaben als durchaus glaubwürdig bezeichnen zu dürfen. Marokko. General Liautey ist in Udschda eingetroffen und von dort zur Kolonte Felineau aufgebrochen, von wo ein ziemlich heftiges Gewehrfeuer vernehmbar war. Bis mittags waren noch keine näheren Nachrichten eingegangen. Gestern früh war eine Abteilung von 3000 Mann von Martimprey westlich abmarschiert. Der Gegensultan Muley Hafid soll dem Sultan Abdul Asis seine Unterwersung angeboten haben, vorausgesetzt, daß dieser sein gegenwärtiges Ministerium entlasse. Persien. In Teheran stehen alle Truppen unter Waffen. Man befürchtet einen Staatsstreich des Schahs. Die Anhär ger des Parlaments beschützen dieses zu Tausenden. G.stern bewaffdeten und verbarrikadierten sich die fremden Botschaften für den Fall eines Straßenkampfes. Das Parlament tagt fortwährend. Für den Fall der Gefahr wird die deutsche Gesandtschaft dem Präsidenten des Parlaments, der bekanntlich früher persischer Gesandter in Berlin war, Asyl gewähren, wührend die englische Gesandtschaft andere Mitglieder des Parlaments aufnehmen wird. El stockt aller Verkehr; Schüsse fallen überall; man zählt verschiedene Tote und Verwundete. Es erscheint noch ungewiß, ob der Schah bloß die Bildung eines neuen reaktionären Kabinelts oder die Beseitigung des Parlaments durchsetzen will. In letzterem Falle wären Straßenkäupfe zu erwarten. Eine Gefahr für die Earopäer besteht noch nicht. Nach einem weiteren Telegramm wurde gestern das Parlamentsgebäude von irregulären Truppen beschossen. Der Präsident des Parlaments ist nicht zu finden. Südafrika.„Daily Telegraph' meldet aus Pietermaritzburg, Oberst Mackenzie hat an die Eingeborenen, welche mit Waffen und Munition von dem Kral Dinizulus giflüchtet waren, ein Ultimatum gerichtet, welches aber ohne Erfolg blieb. Man fürchtet, daß nichts anderes übrig bleibt, als die Truppen gegen die Eingeborenen zu senden. Das Ultimatum ist gestern abend abgelaufen. Tfingtau, 13. Dez. Der Gouverneur von Schantung, Wutingpin, ist mit zehn Beamten heute hier zu einem mehrtäzigen Besuch des Gouverneurs von Kiautschou, Truppel, und zur Besichtigung der Kolonie eingetroffen. Auf dem Bahnhofe wurde ihm feierlicher Empfang durch Exzellenz Truppel und Aufstellung einer Ehrenkompagnie zuteil. New York, 13. Dez. Nunmehr beabsichtigt auch der Schatzsekretär Cortelyou sich als republikanischer Kandidat für den Präsidentenposten normieren zu lassen. Lokales und Previnzielles. Vieleseld, 17. Dezember. (Pastor Gronemeier*.) In der vergangenen Nacht ist in Bethel der erste Pfarrer der Gemeine Rödinghausen, Herr Pastor Gronemeier, nach längerem, sehr schwerem Leiden in die Ewigkeit abgerufen worden. Die Todesursache war ein Gallen= und Leberleben. Sein Abscheiden bedeutet einen schweren Verlust für Minden=Ravensberg. Ein treuer, teilnahmsvoller Seelsorger und aufrichtiger, liebenzwürdiger Mensch ist von uns geschieden. Groß wird die Trauer um ihn besonders in seiner Gemeine Rödinghausen sein, wo er wie ein Vater geliebt wurde, wo wohl jedes Gemeindeglied ihn auf seinem Leidensweg Tag für Tag mit seinen Gedanken begleitet hat. Es ergriff den Schreiber dieses im tiefsten Herzen, als er vor 5 Tagen gelegentlich eines Besuchs in Rödioghausen das Wort hörte:„Wir leben seit Wechen alle in Der letzte Traum. Erzählung aus dem poln. Aufstande im Jahre 1848. Von 9. Ideler. 35)(Nachdruck verboten.) „Ich halte Frau v. Stanicz für leidend.“ „Das ist sie auch. Durch ein trauriges Schicksal ist sie es geworden. Sie ist die zweite Frau meines Vaters; meine Mutter war eine Deutsche.“ „Ah!“ rief Arnau überrascht.„Ich hatte wir die eigentlichen Polinen auch anders gedacht. Sie haben einen entschieden deutschen Zug im Aussehen, wie im Wesen.“ Anna lächelte. „Das wird mir oft gesagt. Und mit den echt polnischen Landsmänninen harmoniere ich auch nicht. Ich bin ihnen zu ruhig, wie sie mir nachsagen, zu berechnend, und mir ist das ungestüme, leidenschaftliche Wesen dieser Damen zuwider. Ich bin in Warschau im Pensionat erzogen, aber ich konnte die Torheiten, in die sich diese unverständigen Mädchen kopfüber stürzten, niemals billigen; sie aber beschuldigten mich, das Vaterland nicht zu lieben, und ich stand allein. Doch davon wollte ich weniger mit Ihnen sprechen; diese Dinge sind ja im Grunde unwichtig, nur meine persönlichen Ausichten kennzeichnen schwerster Sorge um unsern lieben Pistor.“ Auch wir trauern tief um den Verlust dieses treuen, warmherzigen Freundes. Der Herr lasse seinem getreuen Knecht, dessen liebe Augen sich für diese Welt geschlossen haben, das ewige Licht leuchten. (Eine Stadtverordnetensitzung) findet am nächsten Freitag, nachmittags 5 Uhr statt. Die 22 Punkte umfassende Tages ordnung enthält u. a.: Beschlußfassung über die Gültigkeit der Wahl der im vorigen Monat gewählten Stadtverordneten; Einführung und Verpflichtung der in der Ersatzwahl gewählten Stadtverordneten Husemann und Stellhorn; Entlastung der Rechnungsleger verschiedener Rechnungen; Festsetzung von Haushaltsplänen für 1908; der Vertrag mit dem Bäckermeister Kuh'mann am Bach; Bildung eines Grunderwerbsfon ds. (Vergiftung) Gestern starb in einem Hause der Mellerstraße ein Kind an Darmvergiftung. Die Ursache soll auf Wurst. genuß zurückzuführen sein. Das Kind lag einen Tag krank darnieder. [:](Konzert.) Alle Freunde klassischer Oratorienmusik machen wir auf das in diesem Blatt angezeigte Kovzert aufmerksam, welches am Mittwoch, den 16. Dezember, abends 7½ Uhr im Vereinshause zu Bethel statt: findet. Gewiß wird mancher an dem berühmten Mozartschen Requiem gern sich erfreuen und erbauen wollen. Uebrigens wird auch eine Uebersetzung des Textes in deutscher Sprache am Eingang verteilt werden. **(Meister prüfung.) Der Bautechniker Herr Fritz Pasewaldt=Bielefeld hat vor dem Prüfungsausschuß der Handwerkskammer hier unter dem Vorsitz des Herrn Geheimen Baurats Büchling die Meisterprüfung im Maurergewerbe abgelegt und bestanden. Der genannte hat dadurch seine technische Befähigung gemäß§ 35a der R.= G. O.(Gesetz vom 7. Januar 1907), sowie in Hinsicht des zu erwartenden kleinen Befähigungsnachweises nachgewiesen, und die Berechtigung zur Führung des Meistertitels in Verbindung mit dem Maurerhandwerk erworben. 8(Was ist und was will die Freie Kirchlich=soziale Konferenz?) Angesichts der in der Woche nach Ostern in Bielefeld tagenden 13. Hauptversammlung der Freien Kirchlich=sozialen Konferenz wird uns geschrieben: Der Name weist hin auf die Sache. Von sozialen Gegensätzen und Bedürfnissen wird unser Volksleben heute mehr denn je bewegt. Da ist die „soziale" Konferenz ein Sammelboden geworden für alle Kräfte, die warnend, helfend und wegeführend in diese soziale Bewegung eingreifen wollen. Und zwar soll diese gemeinsame Arbeit in„freier" Weise und in„kirlichem“ Geiste getrieben werden. Mag man diese beiden Bezeichnungen verschieden auffassen können, sicher soll mit ihnen gesagt sein, daß jeder beeagende Zwang, von welcher Seite er auch kommen möge, daß aber auch alles unkirchliche Wesen ausgeschlossen ist, dagegen freiwillige, freudige Mitarbeit und kirchlicher Sinn vorausgesetzt werden. Darum wendet sich die Konferenz an alle deutschen Männer und Frauen, die einig sind in der Meinung, daß es einer energischen kirchlich=sozialen Gegenwirkung gegen den modernen Geist der Unkirchlichkeit und des Materialismus bedarf, die einig sind in dem Wunsch, daß die evangelische Kirche in wirklich tatkräftiger Weise einwirken muß auf das gesamte soziale Leben, damit unserem Volke nicht sie. Wie gesagt, meine Mutter also war eine Deutsche, ein F äulein von Lindow aus Westpreußen; sie starb früh, und ich habe sie kaum gekannt. Aber sie war meinem Vater sehr lieb, und er hat unwillkürlich auch von ihr die deutsche Art angenommen. Er ist kein leidenschaftlicher Pole, wie es zum Beispiel Graf Morinski ist.“ „Aber Graf Morinski ist Ihnen als leidenschaftlicher Pole, wie sie ihn nennen, doch ympathisch?“ fragte Arnau. Er wollte um jeden Preis klar sehen. „Ich liebe und verehre ihn!“ rief das junge Mädchen begeistert.„Man muß ihn lieben, lernt man ihn näher kennen.“ Arnau senkte das Haupt. So war sein Schicksal besiegelt und seine Heffaung ein Traum gewesen. Er erwog nicht, daß Anna von Stanicz nur an Freundesliebe dachte und die Gefühle ihres Herzens einem andern Manne nimmermehr so iffn dargelegt haben würde. Er verstand sie falsch, aber ihm war es, als würde die eben noch so glänzende Welt um ihn trübe. Doch er bezwang den emporsteigenden Schmerz gewaltsam. Tausend mal bisser war es ja für das ihm so teuer gewordene Mädchen, sie hing ihr Herz an den ehrenhaften polnischen Edelmann, als an den Verräter Konstantin. alle religiöse=sittliche Kraft genommen werde. Auf deutschem Boden erwachsen und für das Wohl des deut'chen Volkes wirkend, erstrebt die Freie Kirchlich soziale Konferenz den Zusammenschluß der lebendigen Kräfte der Resormationskirche zur praktischen und zissenschaftlichen Lösung der sozialen Feagen. In dieser Arheit möchte die Konferenz zu nöchst die Ursachen und Ziele der im deutschen Bolk vorhandenen sozialen Bewegung erkennen und verständlich machen, um dann die geeigneten Mittel und Wege zu finden und anzuwenden, damit zu rechter Zeit und in rechter Weise geholfen werden, auch Abwege und Gefahren vermieder, Mängel und Schäden des sozialen Lebens überwunden würden. Und so mannigfaltig hierbei die Aufgaben siad, so mannigfaltige Gaben und Kräfte möchte die soziale Konferenz in den gemein samen Dienst am Werke stellen köanen. Wer da auf dem erwähnten Grund mithelsen will, ist ihr herzlich willkommen. Nicht vom engherzigen Parteistandpunkt, nicht in unfruchtbarem Streiten, sondern in positiver Arbeit und ernstem Zusammenwirken will die Freie Kirchlich soziale Konferenz das Haus des deutschen Volkes und speziell auch der 27 Mllionen deutscher Arbeiter bauen hilfen, daß es eine Stätte des Glücks und des Friedens werde. Möge auch die bevorstehende Ostertagung diesem hohen Ziele söederlich sein und der Konferenz neue Freunde und Mitarbeiter gewinnen! (Westsälische Frauenhilfe.) Mit dem gestrigen Tage sind die Helferinnen des ersten von der Westsälischen Frauenhilfe für diesen Winter veranstalteten Kursus nach vierwöchentlicher theoretischer Ausbildung im Diakonissen Mutterhause zu Witten in die verschiedenen Krankenhäuser, meistens zu zweien, abgereist, um nun für 6 Wochen praktisch Krankenpflege zu lernen und zu üben. Bei dem regen Eifer und der inneren Teilnahme, welche alle Helferinren während der theoretischen Unterweisung gezeigt haben, ist zu erwarten, daß sie auch die Ausbildungsgelegenheit in den Krankenhäusern recht ausnutzen werden, um später in ihren Gemeinden wertvolle Helferdienste in der Krankenpflege leisten zu können.— Für den zweiten am 9. Januar 1908 in Bethel beginnenden Kursus sind 30 Teilnehmerinnen angenommen worden, während eine annähernd gleiche Zahl wegen Raum mangels abgelehnt werden mußte. Ihrer Heimat nach vertreten die Helferinnen alle Landesteile Westfalens: Minden Ravensberg stellt 8, Sieger land 5, Synode Unna 4, Wittgenstein 8, Tecklenburg 3 Helferinnen, während aus den Synoden Münster, Dortmund, Gelsenkirchen, Hamm, Ricklinghausen, Schwelm, Paderborn je eine kommt. Diese rege Beteil'gung ist ein erfreuliches Zeichen dafür, daß das Vorgehen der Westfälischen Frauenhilfe in weiten Kreisen Verständnis, Teilnahme und Unterstätzung gefunden hat, zugleich auch dafür, daß die Wstfälische Frauenhilfe mit dieser Arbeit einem weitgefühlten Bedürsnis begegnet. Wie weit über die Grenzen Westfalens hinaus das Interisse an dieser Hilfsarbeit erwacht ist, zeigen zahlreiche Meldungen aus den verschiedensten Landesteilen Deutschlands; es waren Anfragen nicht nur aus dem benachbarten Rheinland und Hannover, aus Thüringen und dem Königreich Sachsen, sondern auch aus dim Elsaß und der Reichshauptstadt Berlin eingegangen, die in Rücksicht auf die zahlreichen Meldungen aus Westfalen grundsätzlich abgelehnt wurden. Möge denn für unsere Landgemeinden aus dieser Hüfsarbeit der Kirche unter Gottes Snade viel Segen erblühen! *(Weihnachtspostverkehr.) Beim Pestamt I hierselbst findet die Annahme von Wert= und Einschreib=Paketen in der Zeit vom 1 9. bis einschließlich 24. Dezember nicht in der Hauptschalterhalle, sondern in der Paket=Annahme (Eingang von der Reichspoststraße her) statt. m(Der Markt an der Siegfried straße) ftadet für Mittwoch, den 25. d. M. am Montag, den 23. d. M. statt. m.(Verloren) ein gelbes Herrenportemonnate mit 23.50 Mark Inhalt, ein Urd Anna setzte ihre Erzählung fort: „Mein Vater hatte nur einen Bruder, der um zwei Jahre jünger war, als er. Die Familie stammte aus der Gegend von Warschau. Mein Vater siedelte sich, der deutschen Frau wegen, in Preußen an. Sein Beuder Stephan blieb in der alten Heimat und wurde bald einer der eifrigsten Polenführer gegen die russischen Tycannei. Ee war ein schöner Mann und heiratete ein Fräulein Dobrenka, die ihn leidenschaftlich liebte. Und als vor 17 Jahren der Aufstand in Russisch Polen ausbrach, als sich noch einmal eine polnische Armee unter den alten Fahnen sammelte und der Kampf auf Leben und Tod um Vaterland und Freiheit begann, da wurde der Bruder meines Vaters Kommandeur eines polnischen Ulanen=Regiments. Wie der Auf stand niedergeworfen wurde, wssen Sie. Wohl den Polen, die als Tote auf den Schlachtfeldern lagen; sie konnten nicht mehr, mit Ketten belastet, nach Sibirien geschickt werden; von irdischer Schmach waren sie befreit. Stephan vor Stanicz fiel in der Schlacht bei Ostrolenka. Der alte Kasimir, der damals ein stattlicher Soldat war, rettete den teuren Körper mit äußerster Lebensgefahr vor den Pferdehufen der nachstürmenden Kosaken, die dann auch ihn niederhieben. Zehnmarkstück, ein Zwanzigmarkstück, eine goldene Damenuhrkette im Werte von 200 Mark, ein Dotzend Taschentücher. m.(Betrug.) Der angebliche Kontor'st B. von hier hat sich heimlich entfernt unter Hinterlassung einer Logisschuld von 75 Mt. 68 Schildesche, 16 Dez.(Standes. amtliches.) In der Zeit vom 1. bis 15. d. Mis. kamen beim hiesizen Standesomte 20 Geburten und 12 Sterbefälle zur Armeldung. Von den lebendgeborenen waren 9 männlichen und 11 weiblichen Beschlechts. In dieser Zeit fanden 11 Ezeschließingen statt. + Jöllenbeck, 14. Dezember.(Landwirtschaftlicher Lokalverein SchildescheJöllenbeck) Der Verein hielt unter dim Vorsitze des Herrn Lott heute im Gökemeyer'schen Saale eine gut besuchte Versammlung ab und wurde die Tagesordnung wie folgt erledigt: Als neues Mitglied wurde der Wirt Herr W. MiyerDietrich=Theesen aufgenommen. Es folgte ein Vortrag des Herrn Direktor Dahling Minden über Schweinezucht und Schweinehaltung unter besonderer Berücksichtigung der zeitigen Aufgaben der Schweine zucht. Der Herr Vortragende, welcher sich strenz an den ihm gewerdenen Auftrag hielt, schilderte in dem sehr gut ausgearbeiteten Vortrage die Verhältnisse, wie die Schweinezucht in größeren Betrieben und namentlich bei Herrn Oekonomierat Hösch in Neukirchen durchgeführt wird und wies besonders auf die zweckmäßige Ernährung in der Jugendzeit, die Behandlung der Zuchtsaven und Eder, die billige Einrichtung de: Ställe, den Weidegang, die Auffrischung des Blutes usw. hin Es wurden zweifellos viel neue Anregungen gegeben, doch ergab die nachherige Besprechung des Vortrages das Resultat, daß für unsere bäuerlichen Vuhältnisse die Schweinezucht in der geschildetten Weise allgemein so nicht betrieben werden kann. Der Verein beschließt, dem Obstbauverbande für Wistfalen und Lippe zu den Kosten der ProvinzialObstbauausstellung in Bieleseld 1908, aus Bereinsmitteln zu Geldpreisen 50.— Mk. und für einen zu stiftenden Ehrenpreis dem Vorstande 25.— Mk. zur Verfügung zu stillen. Die Preise sollen in der Gruppe G. Verwendung finden. Zur Prämiierung landwittschaftlicher Obstanlagen sollen die Obstgärten der Herren Eickhoff, Ellersiek, Heyenbrock, Stöttekorf, Nunnsiek und Wibbing aus Jöllenbeck, Hackemack aus Brake und Behrling und Meyer zu Jerrendorf aus Theesen aus dem hiesigen Vereinsbezirke beim Obstbau Verbande angemeldet werden. Eine von der Zentrale für Spiritusverwertung zur Verfügung gestellte Lampe wurde vom Vorsitzenden gezeigt und angedrannt und unter den anwesenden Mitgliedern ausgelost. Die Lampe gefiel allgemein und wurden 5 Stück fest nachbestellt. Sodann stellte man die Vortragsgegenstände für die folgenden Versammlungstage fest, aus der Versammlung wurde mehrfach angeregt, die Mitglieder des Vereins aufzufordern, kurze zeitgemäße Referate zu übernehmen, diesem Wunsche soll entsprochen werden, doch soll in der Hauptsache versucht worden, wie bisher auch noch auswärtige Redner heranzuziehen, soweit diese ohne größere Kosten für den Verein, zu haben sind. Unter Eingänge wurden namentlich die Verfügungen der Landwirtschaftskammer und des Hauptvereins für Minden Ravensberg bekannt gegeben, die Offerten gelangten durch Umlauf zur Kenntnis der Versammlung. Zum Schluß referierte der Schriftführer noch kurz über die Sitzung des Ausschusses vom Minden= Ravensbergischen landwirtschaftlichen Hauptverein, am 6. Dezember d. Is. Die rächste Versammlung findet am 11. Januar 1908 in Schildesche statt. Iffelhorst, 16. Dezember.(Nach der jüngsten Personenstandsauf nahme) stillt sich die Eirwohnerzahl in den rachbenannten Gemeinden wie folgt: Isselhorst 1412, Holtkamp 212, Hollen 368, Niehorst 459 und Ebbesloh 140. Aus den Kreise h Herford, 17. Dezbr.(Konservativer Verein.) Die Dezembe versammlung des konservativen Vereins für Herford und Umgegend fi det in diesem Monat bereits am nächsten Freitage, den 20., abends 6 Uhr, im evangelischen Vereinshause statt. Da der Vorsitzende und Herr Direktor Siebert über den DelegiertenS ine Narden, die ich eigentlich nie ohne Teänen sehen kann, sein ganz verstümmeltee Körper sind die Folgen jenes grausamen Kawpfes. Durch Freunde, die noch Leben in ihm entdeckten, wurde er zusammen mit meines Onkels Leiche in das Haus seiner Herrin gebracht, die sehnsächtig ihren Gatten erwartete und nun vor seinem entstellten, blutigen Leichnam in wildem Schmerze zusammenbrach. Am 26. Mai 1831 war die Schlacht bei Okrolenka; am Tage darauf gab die unglückliche Witwe einem Sohne das Leben, und dieser Sohn ist mein Bruder Stephan.“ Anna blickte starr in die rotglühende Abendsonne; eine tiese Bewegung raubte ihr die Sprache. Das junge Mädchen hatte jine Schreckenszeit nicht selbst durchlebt, und doch fühlte sie lebendig alles in ihrem Herzen. Sie trockaete die hervortretenden Tränen, dann fuhr sie fort:„Die unglückliche Frau mit dem neugeborenen Kinde und dem schwerverletzten treuen Diener wurden von Freunden sorgsam gepflegt und beschützt. Als sie alle drei reisefähig waren, öffgete mein Vater den teuren Hinterbliebenen seines einzigen geliebten Bruders gern sein Haus.“ (Fortsetzung folgt.) tag zu Berlin vom werden, so wird um der Vereinsmitglieder c Herford 17. karte.) Von der Reichs=Postamts neu Eisenbahrkarte des jetzt die Blätter II Es umsaßt: das Blat den südlichen Tell vor östlichen Teil von H westlichen Teil von A G.biete der freien L beck, das Blatt von Württemberg ur nördlichen Teil von Herford, 12. Dez. markte) kosteten M 120—130 Pfg., 15 Pfg., Rosenk Schwarzwurzeln 258—10 Pfg., Wurzel 3—4 Pfg., 10—20 Pfg., Trau 35—40 Pfg., Nüsse Blumenkohl 20—60 Pfg., Weißkohl 8— bis 30 Pfg., Brannke 1 Bund weiße Rübe Porre 5—10 Pfg, Kohlrabi 10 Pfz., 1 20—30 Pfg., Stick § Herford, 17 präsident von davon die Rede ge Borries von seinem woll, um als R Arnsberg zu gehen. rüchte zu zerstreuen, Borties einem Ber L.=A.“ wie folgt: Gesundheitsrücksichten Nerven infolge der Tätigkeit sehr angeg beten, ihn in eine als Regierungspräsid berg werde aber nich dieser Bezirk wegens# Betriebe und wegen lichen Lage— der präsidenten liege Bezirks, das Haupta gegengesetzten— zu Monarchte gehöre. — werde sich mit 9 nicht entschließn 15# Das Gerücht sei standen, daß er jet holung auf Jagdu wesen sei und daß nicht im Bezirk Arns — angesessen sei. seiner Versetzung noch Polizeipräsident von wenigen Tagen erholt und meinte, gemeinbefinden den frischen Luft deutl er wieder ein sehr vorgefunden. Bustedt, 17. D sind hier herrenlos scheinlich irgendwo kann sich auf den Spenge, 13. Dez wurden in der G=mei gezählt, darunter 382 haltende Haushaltung am 2 Dezember d.: Rindvieh, 208 Schafe, 4634 Stück Federvieh Schlachtungen im v nachgewiesen: 2 Stück Schweine, 27 Ziezen. zinghausen wurd darunter 150 mit Viel Haushaltungen. Der Rindvieh, 136 Schafe, 2911 Stück Federviel der Gemeinde Hücker Viehstand und 165 Bi Der Viehstand betrug virh, 121 Schafe, 8 2275 Stück Federvieh Schlachtungen sind na vieh, 10 Schafe, 28 In der Gemeirde W mit Viehstand 111, u haltungen. Der Bie 343 Stück Rindvieb, Ziegen, 2876 Stück 8 Schlachtungen: 5 Sti Schweine und 5 Z Bardüttingdorf 120 und 160 viehhaltende stand betrug: 95 P 1521 Schwuine, 81 8 und 16 Bienenstöcke Rindvieh, 282 Schi Schlachtungen in der sind nachgewiesen: 3 342 Schweine, 21 meinden des Amt! Sehöfte, darunter 87 viehhaltende Haushal trug: 415 Pferde, Schafe, 6840 Schwein Federvieh, 119 Bien vorhergegangenen Ja Schafe, 1696 Schwein gmarkstück, eine Werte von 200 tücher. gebliche Kontor'st ch entfernt unter suld von 75 Mt. z.(Standes. vom 1. bis 15. gen Standesomte rbefälle zur Argeborenen waren lichen Beschlecht“. Ezeschließingen er.(Landwirtn S c h i l d e s c h e elt unter dim Vorm Gökemeyer'schen sammlung ab und olgt erledigt: Als t Herr W. MiyerEs folgte ein hling Minden über ung unter besonderer zaben der Schweine welcher sich strenz zag hielt, schilderte Vortrage die Vert in größeren Bezerrn Oekonomierat rt wird und wies Ernährung in der er Zuchtsauen und de: Ställe, den s Blutes usw. hin. e Anregungen geze Besprechung des r unsere bäuetlichen in der geschildetten eben werden kann. bstbauverbande für sten der Provinzial1908, aus VereinsKk. und für einen sorstande 25.— Mk. ie Preise sollen in nden. Zur Prämianlagen sollen die Ellersiek, Heyenund Wibbing aus und Behrling und en aus dem hiesigen erbande angemeldet gale für Spiritustellte Lampe wurde angebrannt und ern ausgelost. Die irden 5 Stück fest nan die VortragsVersammlungstage urde mehrfach anreins aufzufordern, lbernehmen, diesem n, doch soll in der e bisher auch noch n, soweit diese ohne „, zu haben sind. lich die Verfügungen des Hauptvereins inut gegeben, die if zur Kenntnis der eferierte der Schriftung des Ausschuffes landwittschaftlichen d. Is. Die rächste Januar 1908 in der.(Nach der dsaufnahme) hl in den rachfolgt: Issel212, Hollen Sbbesloh 140. Herford. dr.(Konserdie Dezember verden Vereins für fi det in diesem en Freitage, den im evangelischen r Vorsitzende und den Delegiertengentlich nie ohne anz verstümmeltee jenes grausamen die noch Leben er zusammen mit das Haus seiner schtig ihren Galten seinem entstellten, sem Schmerze zuMai 1831 war ; a m T a g e d a r a u f ve einem Sohne in ist mein Bruder die rotglühende vegung raubte ihr e Mädchen hatte lbst durchlebt, und in ihrem Herzen. reienden Tränen, unglück liche Frau de und dem schwereden von Freunden ützt. Als sie alle faete mein Vater in seines einzigen in Haus.“ irtsetzung folgt.) tag zu Berlin vom 11. d. Mis. berichten werden, so wird um zahlreiche Beteiligung der Vereinsmitglieder gebeten. Herford 17. Dez.(Reichspostkarte.) Von der im Kursbureau des Reichs=Postamts neu bearbeiteten Post= und Eisenbahrkarte des Deutschen Reiches sind jetzt die Blätter II und XVII erschienen. umsaßt: das Blatt II Schleswig Holstein, den südlichen Tell von Däuemark, den nordöstlichen Teil von Hannover und den nordwestlichen Teil von Mecklenburg, ferner die G.biete der freien Stätte Himburg und L beck, das Blatt XVII den südlichen Teil von Württemberg und Beyern, sowie den nördlichen Teil von Tirol. Herford, 12. Dez.(Auf dem Wochenmarkte) kosteten Montag: 1 Pfd. Butter 120—130 Pfg., Eier 80—85 Pfg., Spirat 15 Pfg., Rosenkohl 20—25 Pfg., Schwarzwurzeln 25—30 Pfg., Zwiebeln 8—10 Pfg., Wurzeln 4—5 Pfg., Kartoffela 3—4 Psg., Alpfel 10—20 Pfg, Birnen 10—20 Pfg., Trauben 50 Pfg., Tomaten 35—40 Pfg., Nüsse 35—50 Pfg., 1 Kopf Blumenkohl 20—60 Pfg., Wirsing 5—25 Pfg., Weißkohl 8—25 Pfz., Rotkohl 10 bis 30 Pfg., Braunkohl 5—6 Stück 10 Pfg., 1 Bund weiße Rüben, rote Beete 10 Pfg., Porre 5—10 Pfg, Sellerie 10—20 Pfg., Kohlrabi 10 Pfz., 1 Sick. Meerrettigwurzeln 20—30 Pfg., Steckrüben 5—10 Pfg. § Herford, 17 Dez.(Herr Polizeipräsident von Borries.) Es ist viel davon die Rede gewesen, daß Herr von Borries von seinem Berliner Posten scheiden woll;, um als Regierungspräsident nach Arnsberg zu gehen. Um alle falschen Gerüchte zu zerstreuen, äußerte sich Herr von Borties einem Berichterstatter des„Berl. L.=A.“ wie folgt: Er habe allerdings aus Gesundheitsrücksichten, insbesondere weil seine Nerven infolge der überaus anstrengenden Tätigkeit sehr angegriffen seien, darum gebeten, ihn in eine andere leichtere Stellung als Regierungspräsident zu versetzen. Arns berg werde aber nicht in Frage kommen, da dieser Bezirk wegen seiner großen industriellen Betriebe und wegen seiner ungünstigen öetlichen Lage— der Sitz des Regierungspräsidenten liege in einem Winkel des Bezirks, das Hauptarbeitsgebiet in dem entgegengesetzten— zu den anstrengendsten der Monarchte gehöre. Ee— Herr von Vorries — werde sich mit Rücksicht auf das Gesagte nicht entschließn können, dorthin zu gehen. Das Gerücht sei jedenfalls dadurch entstanden, daß er jetzt einige Tage zur Erholung auf Jagdurlaub in Westfalen gewesen sei und daß er dort— allerdings nicht im Bezirk Arnsberg, sondern in Minden — angesessen sei. Bisher sei er wegen seiner Versetzung noch nicht angefragt worden. Polizeipräsident von Borries hat sich in den wenigen Tagen seiner Abwesenheit gut erholt und meinte, daß er an seinem Allgemeinbefinden den günstigsten Einfluß der feischen Luft deutlich verspüre. Hier er wieder ein sehr großes Quantum Arbeit vorgefunden. Bustedt, 17. Dez.(19 Mettwürste) sind hier herrenlos aufgesunden und wahr scheinlich irgendwo gestohlen. Der Besitzer kann sich auf den Amte melden. Spenge, 13. Dez.(Biehzählung. Es wurden in der G=meinde Spenge 892 Gehöfte gezählt, darunter 382 mit Viehstand und 514 Vieh haltende Haushaltungen. Der Viehstand betrug am 2 Dezember d. Is. 102 Pferde, 471 Stück Rindvieh, 208 Schafe, 1921 Schweine, 381 Ziegen, 4634 Stück Federvieh und 63 Bienenstöcke. An Schlachtungen im vorhirgegangen Jahre sind nachgewiesen: 2 Stück Rindvieh, 4 Schafe, 646 Schweine, 27 Ziezen. In der Gemeinde Lenzinghausen wurden 151 Gehöfte gezählt, darunter 150 mit Viehstand und 229 Bieh holtende Haushaltungen. Der Viebstand betrug 339 Stück Rindvieh, 136 Schafe, 1097 Schweine, 207 Zegen, 2911 Stück Federvieh und 2 Bienenstöcke. In der Gemeinde Hücker und Aschen 116 Gehöfte mit Viehstand und 165 Vieh haltende Haushaltungen. Der Viehstand betrug 77 Pferde, 334 Stück Rndvirh, 121 Schafe, 896 Schweine, 135 Zegen, 2275 Stück Federvieh und 81 Bienenstöcke. An Schlachtungen sind nachgewiesen: 18 Stück Rindvieh, 10 Schafe, 280 Schweine und 4 Ziegen. In der Gemeirde Wallenbrück 112 Gehöfte mit Biehstand 111, und 143 viehhaltende Haushaltungen. Der Viehstand betrug: 57 Pferde, 343 Stück Rindvieb, 1 Schaf, 1405 Schweine, 61 Ziegen, 2876 Stück Federvieh und 7 Bienenstöcke. Schlachtungen: 5 Stück Rindvieh, 1 Schaf, 196 Schweine und 5 Ziegen. In der Gemeinde Bardüttingdorf 120 Gehöfte, 118 mit Viehstand und 160 viehhaltende Haushaltungen. Der Vieh stand betrug: 95 Pferde, 484 Sück Rindvieh, 1521 Schwuine, 81 Ziegen, 8175 Stück Federvieh und 16 Bienenstöcke. Schlachtungen: 5 Stück Rindvieh, 282 Schweine und 1 Ziege. Schlachtungen in der Gemeinde Lenzing hausen sind nachgewiesen: 3 Stück Rindvieh, 7 Schofe, 342 Schweine, 21 Ziegen. Summa aller Gemeinden des Amtsbezirks Spenge 891 Gehöfte, darunter 877 mit Viehstand und 1211 viehhaltende Haushaltungen. Der Viehstand betrug: 415 Pferde, 1921 Stück Rindvleh, 466 Schafe, 6840 Schweine, 885 Ziegen, 15871 Stück Federvieh, 119 Bienenstöcke. Schlachtungen im vorhergegangenen Jahre 28 Stück Rindoieh, 23 Schafe, 1696 Schweine u. 58 Ziegen.(Westf. Ztg.) Aus den Kreiser Minden und Lübleke. Minden, 17. Dez.(Der Provinzialausschuß) der Provinz Westfalen hat die mit Ende des laufenden Jahres aus. scheidenden Mitglieder des Provinzial= rats, u. a. Herrn Geheimen Regierungs= rat Bunnemann in Bielefeld, sowie als stellvertretendes Mitglied Heren Ersten Bürgermeister Dr Johannsen in Minden, in ihrer gedachten Amtseigenschaft für die mit dem 1. Jaruar beginnende sechsjährige Amtsperiode wiedergewählt. Minden, 14. Dez.(Die Stadtver ordnetenversammlung) genehmigte u. a. die Armenkassenrechnung für 1906, die in Einnahme und Ausgabe mit 131628 Mk. abschließt. Ein Gesuch des hiefigen Ortsvereins des Deutsch evang. Frauenbundes um Zulessung bei der Armenpflege wurde gutgeheißen. Die Entscheidung betr. Uebernahme der Straßenreinigung auf den städtischen Etat wurde noch vertagt. Bewilligt wurden die Kosten für Einrichtung einer Kriminalabteilung anläßlich des bevorstehenden Baues des Kanals; es werden bei Minden und Umgegend ungefähr 2500 Arbeiter, wohl meist Ausländer, beschäftigt werden. Verlangt sind zunächst 1 Wachtmeister und 2 Sergeanten. Der Etat der Badeanstalt für 1908 wurde auf 18445 Mark angesetzt. Für Anlage einer gärtnerisch auszugestaltenden Terrasse am städtischen Friedhofe wurden 10000 Mark bewilligt. Das Statut der städtischen Sparkasse wurde abgeändert, daß die Berzinsung mit dem Werktage nach der Einzahlung beginnt und am letzten Werktage vor der Abhebung endigt. Todtenhausen, 16 Dez.(Die neuerbaute Kirche) wird am Mittwoch durch Herrn Generalsuperintendenten Zöllner eingeweiht werden. Lübbecke, 14. Dezhr.(Einwohner= zahl.) Die durch die letzte Personenstandsaufnahme ermittelte Einwohnerzahl beträgt 4057. Es wurden gezählt 1301 erwachsene männliche, 1455 erwachsene weibliche Personen und 1301 Kinder. Gegen das Vorjahr sind mehr vorhanden 71 Einwohner. Aus dem Kreise Halle. X Vorgholzhausen, 13. Dezember. (Missionsversammlung.) Im Konfiemandenhause hielt der Vorsteher der KolsMission in Ostindien, D. Dr. Nottrott, einen Vortrag. Pastor Wöhrmann sprach über Luk. 2, 25—32. Auf Grund von Matih 10, 34—36 wies, laut„Hall. Krsbl.“, Dr. Nottrott darauf hin, daß der Kampf gegen die Sünde ausgefochten werden müsse im eigenen Herzen, im Hause, in der Gemeinde und im Staatsleben. So ist es auch draußen in der Heidenwelt. An der Hand zahlreicher Beispiele aus seinem 40jährigen Missionsleben führte Redner in fesselnder Weise vor, mit welchen Schwierigkeiten auch die Kols-Missionare, namentlich bei der Aolegung von neuen Stationen, zu kämpfen hätten. Es sind jetzt wohl 70000 Getaufte und 25000 Taufbegehrende vorhanden. Aus den Reg.=Bez. Münfer und Arusberg. Hamnt, 13. Dez.(Landwirtschaftliches.) Die Landwirtschaftskammer für die Provinz Westfalen hat auf Antrag des Ausschusses für Rindviehzucht zur Erleichterung des Bezuges unter reinrassiger Zuchtbullen beschlossen, künftig einen Frür jahrsmarkt für Bullen abzuhalten, welcher erstmalig am 19. und 20 März 1908 in dem Gebäude der Lundwirtschaftskammer zu Hamm stattfinden wird. Der übliche Zuchtotehmarkt im Herbst bleibt nach wie vor bestehen. Aus dem oberen Sauerlande, 14. Dezember.(Großer Schneefall) Seit gestern nachmittag 1 Uhr ist es hier unaufhörlich am Schneien; auf den Bergen ist der Schnee bereits 2 Fuß hoch. Nach dem Stande des Barometers steht uns noch viel Schnee bevor. Er dürfte nicht sobald von der Bildfläche verschwinden, wie der erste. Soest, 14. Dez.(Der Ruhrtalsperrenverein) kaufte die im Bereich der Möhnetalsperre bei Soest liegende 800 Morgen große Besitzungen des Guts besitzers Scheferhoff in Körbecke zum Preise von 720000 Mark. Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Bonn, 14. Dez.(Die Rheinische Landwirtschaftskammer) verhandelte heute über den Antrag des Verstandes, sich mit 100000 Mark an der in Köln geplanten Biehmarktsbank zu beteiligen. Es nurde schließlich ein Vertagungsantrag gestellt, und, trotzdem der Vorsitzende, Kammeiherr v. Breuning, darauf hinwies, daß eine solche Vertagung gleichbedeutend mit einer Ablehnung siin würde, mit großer angenommen und beschlossen, in ihrer Ende Januar stattfiodenden Haup'versammlung nochmals über die Angelegenheit zu beraten. Kammerherr v. Breuning legte hierauf sein Amt nieder. Noch einmal fünf freundliche Stübchen à 300 Mark für Gnadental eingetroffen, darunter von einem Leutuant aus Potsdam, einer Offiziersfrau aus Wesifalen, einem Herrenhausmitglied aus Schlesien, einem Gutsbesitzer aus M.cklenburg und einem einsamen Fräulein aus Berlin. Gott segne alle lieben Geber und helfe auch zu denletzten 10 Stüdchen bis Weihnachten. Bethel bei Bielefeld, 14. Dez. 1907. F. Bodelschwingh, P. em. Freundliche Gelegenheit zu Weihnachtsgeschenken an arme kleine Leute. Sobald zu Weihnachten Gnadental bezogen ist, werden es nun 400 kleire Leutchen der Kolonie Hoffnungstal in 400 kleinen Stübchen sein, die hier auf eine Weihnachtsgabe hoffen. Ecwänscht sind vor allem Gegenstände für die innere Einrich= tung der 80 Stübchen: wollene Decken, Bettbezüge, Matten und Wandschmuck, auch bar Geld, da wohl noch 4000 Mark für innere Einrichtung zu zahlen sind; sodann sind uns hochwill'ommen jede Art von Kleidungsnücken, Büchern, Schreibmaterialien, Tabak, Zigarren, Taschenmesser, auch Nahrungsmittel aller Art. Man schickt die Sachen am besten in einem 10 PfundPäckchen für 2½/ Groschen direkt an Hausvater Klimkeit, Haff ungstal bei Bernau (Muk).(Falls erste Zone) Fröhliche, flinke Geber hat Gott lieb. Bethel bei Bielefeld, 14 Dezbr. 1907. Der alte Freund der fleißigen LundstraßenBrüder von Hoffgungstal F. von Bodelschwingh, Pastor em. Auch sind die Gaben nach Weihnachten ebenso willkommen wie vor Weihnachten. Letzte Begegnung.“) (14. Juli 1883.) König Oskar von Mälar kommt er daher, Fährt über den Sund. fährt über das Meer, Nun sieht er die Küste: deutsches Land, Helde, Kiefer, märkischen Sand, Und nun Avenuen und Schloß und Allten— Er kommt, um den sterbenden Kaiser zu sehen. Dem melden sie's:„Köniz Oskar ist da.“ Kaiser Friedrich wie suchend um sich sah; Ein leuchtend Bildnis härgt an der Wand, Sein Bildnis von Angelis Meisterhand, Orangeband, Orden, Helmbuschzier, Pasewalker Kürasster. Er blickt darauf hin und den Blick sie verstehn: „So soll mich König Otkar sehn.“ Und sie legen ihm Koller und Küraß an, Aufrecht noch einmal der sterbende Mann, Aufrecht und hager und todesfahl.— König Oskar tritt in den Marmorsaal, Sprechen will er, er kann es nicht, Ein Tränenstrom seinem Aug' entbricht. Da steht sein Freund in des Jammers Joch, Gebrochen und doch ein Kaiser noch: Den Pallasch zur Seite, den Helm in der Hand, Kaiser Friedrich vor König Oskar stand. „Bild einst von Größe, Schönheit, Glück, Das ist das letzte, das blieb zurück.“ Stumm neigt sich der König, und noch einmal, Und nun zum dritten und— läßt den Saal. *) Erinnerung an die„letzte Begegnung“ zwischen König Otkar und dem sterbenden Kaiser Friedrich, von Theodor Fontane. (Der Kaiser in Higelisse) Ein englisches Blatt gibt nar folgende amüsante Stat stik über des Kaisers Beschäftigung in H'ghel ffe, für die wir ihm die Verantwortung überlassen: Dokumente wurden vom Kaiser gezeichtet 1000, Briefe geschrieben 200, Zeitungen gelesen 100, an Meilen per Automobil zurückgelegt 1500, spozieren ge gangen 10 Stunden. Der Kuser zflanzte vier Bäume, besuchte zwei Abteien, schoß 700 Fasanen und Rebhüher und schlief 147 Stunden. Die Miete betrug für Higheiffe 7200 Mt. und für Automobile 14000 Mk. Im Sonntag wurde der Kaiser nach dem Kirchgange an der Kirchentür von Schulmädchen der Umgegend begrüßt und durch Buketts überrascht. Der Kasser war hoch erfreut und unterhielt sich mit einzelnen, namentlich auch mit vier deutschen unter den Mädchen. Er machte sie darauf aufmerksam, wie gut es sei, Englisch zu lernen, eine Sprache, die auf dem ganzen Weltball geprochen werde. Sie sollten darüber nicht vergessen, daß sie selbst einer großen Nation angehört, und riet ihnen dringend, sich, ehe sie heimkehrten, recht viele Freundinnen in Englond zu machen. Der Kaiser frühstückte gestern bei Lord Montagu, auf dessen Schloß ihn besonders ein geheimer Gang interessierte, durch den Magarete von Valois, die Gemahlin Heinrichs IV., ihre Verfolzer täuschle und sich auf ihr in den Gewössern von Southampton liegendes Sch ff reitete. Ein Kalender der Konservativen Partei. Soeben erscheint im Verlage von L J. E. Müller, Charlottendurg IV, zum ersten Male der Konservative Kalender. Als handliches Nachschlagebuch bietet er zur Beuteilung der politischen und ins besondere der wirtschaftlichen Fragen, sowie zum Gebrauch in Versammlungen das notwendige politische Material in übersichtlicher Form. Aus dim politischen Teil sei, außer der Darstellung der Entstehung des Deutschen Reiches, der Abschnitt über proktische Winke für die Reichstagsund Abgeordnetenhaus=Wahlen besonders hervorgehoben. Die Geschichte und das Programm der Konservativen Pirtei werden in großen Zügen dargestellt, die übrigen politischen Parteien wesentlich nach ihrer wirtschaftlichen Stellungnahme und ihrem Verhältnis zur konservativen Weltanschauung gekennzeichnet. Der volkswirtschaftliche Teil berücksichtigt in seinen Tabellen unter Anderem auch un ere Kolonten und bietet eine knappe, klare Uebersicht über die Ursachen der Vieh= und FleischPeeisbewegung, sowie über das Wesen der Getreide Preisbildung, wodurch gerade der stadtische Konservativismus in sehr dankenswerter Weise mit den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der deut schen Landwirtschaft vertraut gemacht wird. Trotz einer Stärke von 590 Seiten beträgt der Preis für Part imitglieder nur 1 Mk.(bei besonderer Ausstattung in stärkerem Eu band mit Klappdeckel usw. 1.50 Mk). Die Zusendung erfolgt gegen Nachnahme vom Hauptverein der Deutsch= Konservativen, Berlin W. 9, Köthenerstr. 3, oder vom Verlag, Charlottenburg 4. Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 17. Dezember 1907. Mitgeteilt von F. Böckelmann Ww., Bielefeld. Niedrigster Thermometerstand i. d. Nacht— 2(6. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 1#. Barometer 76,4 cm. Wind: Ost. Himmel: bedeckt. Neuste Nachrichten. Berlin, 17. Dez. Gestern abend fand im Berliner Ausstellungspark das Festbankett der Jahres Vusammlung des Müachener Deutschen Museums statt, an der etwa 400 Pirsonen der Gesillschaft, darunter die obersten Spitzen der Reichs und Staatsbehörben, sowie Männer der Wisserschaft, teilnahmen. Peinz Ludwig feierte den Kaiser als Fördeter der Bestrebungen des Vereins. Professor Ssaby tonstete auf den Peinzen Ludwig als den Protektor Münster, 17 Dez.(Neuer KorpsKommandeur des 7. Armeekorpk.) Nuch der„Köln. Zig.“ wurde an Seelle des Freiherrn von Bissing, der bisherige Kommandeur der 7. D vision in Marteburg, Geverallentnart von Bernhardi, mit der Führung des 7 Amerkorps in Mäaster beauftragt. München, 17. Dez. Der Erz, bischof von München hat über einzelne Vorlesungen der Münchener Universität, selbst über solche, die von Professoren gehalten werden, die durchaus keine Modernisten sind, die Sperre für die katholischen Studenten der Theologie verhängt. Die Seminarleitung und einzelne Diözesen betreiben eine eifrige Bewegung gegen die fortschrittlichen Theologen. Dresden, 17. Dez. Der Kaiser mußte seine Beteiligung bei der Beisetzung der verstorbenen Königin absagen. Prinz Eitel Friedrich wird den Kaiser bei den Feierlichkeiten vertreten. Wien, 17. Dez. Nachdem das Abgeordnetenhaus sich etwas beruhigt hatte, erschienen gestern einige Minister im Saal, und der Präsident Weißkirchner gab der allgemeinen Beschämung über solche Szenen Ausdruck. Auch der dent des Rutenenklubs verurteilte das Vorgehen Baczinskis, welcher voraussichtlich sein Mandat niederlegen wird. Wien, 17. Dez. Gestern abend brach im Mittelpunkt der Stadt Wien, in der Nähe des Burgringes, ein großer Brand im Hause des Landesverteidigungs=Ministeriums aus. Das Feuer entstand auf dem Bodenraum, wo die Akten des Ministeriums aufbewahrt werden. Die Akten verbrannten fast alle und flogen wie Raketen durch die Luft. Hierdurch entstand eine große Gefahr für das gegenüberliegen de Hofkunstmuseum, die aber glücklich abgewendet wurde. Warschau, 17. Dezbr. Nach einer Meldung des halbamtlichen „Dnewnik" drangen am Sonnabend 3 Bewaffnete in das Lokal des deutschen Yachtklubs, warfen die Büsten Kaiser Friedrichs III. und Kaiser Wilhelms II. zum Fenster hinaus und entkamen sodann. 0 Stadt-Theater. Heute: Anfang 7½ Uhr. Ende gegen 11 Uhr —— zum letzten Male—— Mittwoch, den 18. Dezember Anfang 7½ Uhr —— zum letzten Male—— Viel Lärm um Nichts. Das passendste Weihnachtsgeschenk bilden die Dutzendbilletts zu ermäßigten Preisen zu allen Vorstellungen(bei Gastspielen mit Aufschlag). Verkauf im Theaterbureau(10—1)(5—7). 9U9 neuer Ernte! (selbst abgesiebt) 12 Kilogramm Mk. 2.00 Seucheng, gut fen, ½2 Kilogramm Mk. 3.00 Souchong, sehr fein, ½ Kilogramm Mk. 4.00 Souchong, superfeinst, ½ Kilogramm Mk. 4.50 Melange, hochfein, ½ Kilogramm Mk. 5.00 Pecco Klgr. Mk 6.00—10.00 Pelh Balug. i. Parassin, Stearin u. 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Biekuits, beliehten — X X Neuheiten in Bonbonièren, Atrappen und Knallbonbons. Russische Marmeladen-Früchte. Feinste Pralinés und Desserts. X Frische Speise-Schokoladen Schokolade Am Mittwoch, 18. Dezember, abends ½8 Uhr, wird vom Oratorien-Verein der Anstalten im Assapheum der Anstalt Bethel das Requiem von Mozart aufgeführt unter Leitung des Herrn Dirigenten Teichflscher und unter Mitwirkung des städt. Orchesters. allen Packungen, spez. f. d. Weihnachtsteller. und Teehaus " anram Louis Blessinann, Cbernst. I.8 Standesamts-Nachrichten der Stadt Bielefeld vom 9. bis 14. Dezember 1907. Geburten: a) Söhne. Tischlermeister Heinrich Niggebrügge, Jöllenbeckerstraße 60, Eintrittspreis 0.50 Mk. Schneidermeister Friedrich Schwake, Teuteburgerstr. 47. Stellmacher Adolf Kretschmer, Weststraße 54. Arbeiter Heinrich Backhaus, Luisenstraße 27. Handelsmann August Stadie, Stadtheiderstr. 54(Zwillinge s. Tochter). Landesbau=Inspektor Emil Leer, Brüderstr. 13. Tapezierer Joseph Gremmelspacher, Ehlentruperweg 5. Arbeiter Heinrich Bleidern, Olmühlenstr. 7. Tischler Theodor Heferbeck, Wittekindstr. 59. Musterzeichner Georg Tiesler, Siegfriedstr. 7. Instrumentenmacher Gustav Wunderlich, Göbenstr. 5. Schneider Fritz Lobe, Wertherstr. 94. Schmied Diedrich Stapperfenne, Paulusstr. 44(Zwillinge s. Töchter) Sandformer Hermann Wehmeyer, Nordstr 18. Arbeiter Friedrich Masuch, Webereistr. 27. b) Töchter. Otls Heill Augusta- u. Brunnenstrasse-Ecke. Zum Weihnachtsfeste empfehle mein reichhaltiges Lager in goldenen und silbernen Herren- und Damenuhren sowie Regulateure, Wanduhren, Bronzeührchen und Wecker. Grosses Lager in Goldwaren wie Ketten in Gold, Doublé, Silber und Nickel, Medaillons, Ohrringe, Broschen, Ringe, Brillen, Kneifer, Operngläser, Barometer in größter Aus wahl und neuesten Mustern. Billige Preise! Billige Preise! Reparaturen werden unter Garantie sorgfältig ausgeführt. Reisender Klemens Niehaus, Herforderstr. 103. Arbeiter Franz Lange, Webereistr. 24a. Schlosser Gustav Möller, Gr. Howe 7. Schutzmann Wilhelm Schwoldt, Mittelstr. 21. Schlosser Karl Franke, Ehlentrupperweg 43. Weichensteller 1. Klasse Joseph Mertens, Rolandstr. 8a. Handelsmann August Stadie, Stadtheiderstr 54 (Zwillinge s. Söhne.) Metallarbeiter Hermann Imkamp, Wertherstr 89. Tischler Heinrich Siekmann, Schlosserstr. 6. Sandformer Joseph Hermeling, Gr. Kurfürstenstr 4. Arbeiter Heinrich Werning, Bleichstr. 50. Arbeiter Karl Wedisch, Johannistal 6. Metallschleifer Theodor Hüttemann, Marktstraße 8. Arbeiter Gustav Rodermund, Feldstr. 95. Arbeiter Dietrich Weltmann, Bleichstr. 97. Zimmermann Albert Krause, Osnabrückerstr. 46. Arbeiter Wilhelm Bokermann, Stadtheiderstr. 44. Schlosser Otto Tümmel, Feldstr. 35. Schmied Dietrich Stapperfenne, Paulusstr. 44(Zwillinge s. Söhne) Bestes WeihnachtsGeschenK für jedenHerrn ist ein Kistchen hochfeiner Präsent-Cigarren in eleganter AusI stattung von Mk. 1.— ab aus den Cisarren: I. 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Fensterputzer Heinrich Niermann und Anna Neuendorf, Eisendreher Wilhelm Westerwelle und Hanne Spengemann, Arbeiter Gustav Welje und Maria Linde, Eisendreher Hugo Zöllner und Anna Wilhelm, Weinhändler Hermann Ellermann und Johanne Bokermann, Friseur Karl Eske u. Friederike Grünewälder, Kaufmann Heinrich Krome und Alwine Bokermann, Installeur August Vogt und Mathilde Schlepper, Bautechniker Ernst Kronsfoth u. verw. Ingenieur Lutz, Wilhelmine geb. Wölfe, Schlosser Heinrich Poliwka und Emilie Böger, Lagerist Gustav Reichardt und Wilhelmine Schürmann, Schauspieler Karl Noack und Margarete Kellermann Sterbefälle: Felix Battig. 3888888881000000000 Verw. Schmied Jachmann, Karoline geb Lothammer, 61 J. Verw. Sandformer Böker, Friederike geb. Meyer, 79 J Pensionierter Methodisten=Prediger Hans Mäder 53 J. Schlosser Emil Hülsmann 124 J. Ehefrau Kaufmann Schnabel, Karoline geb. Hage, 49 J. Verw. Arbeiter Möller, Marie geb Röhr, 73 I. Unfallrentenempfänger Wilhelm Kulbrock 25 J. 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Hälfte des Ges und Versicherur so ruht das behörde so le wendungen der Jahresbetrag u Die Entscheit des kirchenregin Gemäßheit der vorliegen, triff seine Entscheid innerhalb 14 2 Evangelischen L § 2. Wird Jaore nach de PRUN em We *4 E X Herrei Knabe Mädel Kinder 15 Qualität große für Paz auch mit Di für Sing- und zur Pflege derse F. A Lamping. A * X eln-, Gewürz. Hartmann& Vogeluswp. A Succade, in bekannter## .Honigkuchen emer Kuchen, Printen, lose, in Pfd. 80 Pfg. 2 ichen, Moppen, ollhagen's, schen Biskults## ults, belichten#1 X Knallbonbons. X Früchte. 1 besserta. K koladen X X Ihnachtsteller X X X ehfeiner leganter Aus— ab aus den IMANN Begründet 1850. 3. r. 6. elderstr. 20. inghauserstr. 60. strasse 11, asse. sprecher 716 zulare elefeld, Ritterstr. 43 hnachten äußerst riger Garantie gute id silberne Herren=Uhren, Freischwinger und Wecker chmackvollst. Fassons ger Garantie. (é, Silber,— Haarketten— 00 Gold, Freundinge, Broschen, arometer 1 sw. Bei Bedarf bitte KARBPE Nr. 295. Zweites Blatt. Das Gesetz betr. das Pfarrbesetzungsrecht, das, wie gemeldet, von der außerordentlichen Generalsynode angenommen wurde, besteht aus folgenden Paragraphen: § 1. Werden aus allgemeinen landeskirchlichen oder staatlichen Fonds für Pfarrstellen Zuwendungen(Dotationen, Renten, Beihilsen) gewährt, deren Jahreswert die Hälfte des Gesamtbetrages an Grundgehalt und Versicherungsbeitrag zur Alterszulagekasse erreicht, so steht fortan das Recht der Besetzung der Pfarrstelle der Kirchenbehörde abwechselnd mit den sonst Besetzungsberechtigten zu. Od die Zuwendungen die Hälfte erreichen, bestiumt sich für die seit dem 1. April 1899 errichteten oder später zu errichtenden Pfarrstellen nach dem Stande zur Zeit ihrer Errichtung, im übrigen nach dem Stande am 31. März 1908 Die Kirchenbehörde ist berechtigt, das Besetzungsrecht erstmalig beim Eintritt des nächsten Besitzungsfalles in Anspruch zu nehmen. Wenn der Jahresbetrag der Zuwendungen während der drei letzten Rechnungsjahre vor Eintritt der Erledigung auf weniger als die Hälfte des Gesamtbetrages am Grundgehalt und Versicherungsbeitrag sich belaufen hat, so ruht das Besetzungsrecht der Kirchenbehörde so lange, als nicht ihre Zuwendungen den in Absatz I vorgesehenen Jahresbetrag wieder erreichen. Die Entscheidung, ob die Voraussetzungen des kirchenregimentlichen Besetzungsrechtes in Gemäßheit der vorstehenden Bestimmungen vorliegen, trifft das Konsistorium. Gegen seine Entscheidung steht den Beteiligten innerhalb 14 Tagen die Beschwerde an den Evangelischen Ober=Kirchenrat zu. § 2. Wird bei oder innerhalb zweier Jaore nach der Gründung eiver KirchenBielefeld, Dienstag, den 17. Dezember 1907 Nr. 295. gemeinde in dieser eine Pfarrstelle errichtet, so ist die Kirchenbehörde ermächtigt, die erstmalige Besetzung in Anspruch zu nehmen, falls die betreffende Gemeinde aus all gemeinen landeskirchlichen oder staatlichen Fonds Zuwendungen in einer Höhe von mehr als ein Viertel dee hierzu erforderlchen Mittel erhält. § 3. Wird eine Pfarrstelle auf Grund der§§ 9—12 des Kirchengesetzes vom 16. Juli 1886, betreffend die Dienstvergehen der Kirchenbeamten und die unfreiwillige Bursetzung derselbe: in den Ruhestand, oder des§ 5 Abs. 2 der Ruhegehaltsordnung vom Mmmmmmmmmmm, oder durch Amtsniederlegung des Stelleninhabers unter Verzicht auf die Rechte des geistlichen Standes erledigt, so ist die Kirchenbekbede berechtigt, ihre nächste Wiederbesetzung für sich in Anspruch zu nehmen. § 4. Hat die Kirchenbekörde eine Pfarrstelle in Gemäßheit der vorstehenden§§ 2 und 3 besetzt, so erfolgt da, wo nach§ 1 dieses Gesetzes oder nach sonstigen gesetzlichen Bestimmungen die Besetzung der Pfarrstelle der Kirchenbehörde abwechselnd mit sonstigen Besetzungsberechtigten zusteht, beim Eintritt des nächsten Besetzungsfalles die Berufung durch die letzteren, falls nicht etwa die Vorschrift des vorstehenden§ 3 wiederum Anwendung findet. § 5. Auf das Verfahren bei Ausübung des in den§§ 1—3 der Kirchenbehörde eingeräumten Besetzungsrechtes finden die Vorschriften über die Besetzung der der freien kirchenregimentlichen Verleihung unterliegenden Pfarrstellen Anwendung. § 6. Die Berufung eines Geistlichen in eine Pfarrstelle der V.—VII. Grundgehaltsklasse ist nur bei einem Dienstalter von mindestens neun Jahren, die Berufung in eine Stelle der VIII. und IX. Grundgehaltsklasse nur bei einem Dienstalter von mindestens 12 Jahren, die Berufung in eine Stelle mit einem Einkommen von 6000 Mk. und darüber nur bei einem Dienstalter von mindestens 15 Jahren zulässig. Der Evangelische Ober=Kirchenrat ist ermächtigt, wenn das kiechliche Interesse es erfordert, eine Ausnahme von dieser Vorcrist zuzulosen. Kolonialpost. (Aerztliche Mission.) Der„Hann. Courier“ bringt folgende Mitteilungen: Die deutschen Aerzte im Auslande verdienen die öffentliche Beachtung in höherem Maße, als sie ihnen bisher zuteil wurde. Sie leisten durch Praxs und Unterricht wichtige Kulturarbeit und fördern wesentlich das Ansehen des deutschen Namens, besonders in den überseeischen Gebieten. Einer von ihnen, Missionsarzt Dr. Olpp, ist jetzt durch Verleihung des Roten Adler= ordens 4. Klasse ausgezeichnet worden. Ee hat seit 1898 im Dienste der Rheinischen Missionsgesellschaft in der chinesischen Stadt Tungkung gearbeitet. Wie anderwärts in aller Welt und besonders in China, wirkte auch hier die missionsärztliche Tätigkeit versöhnlich und gewinnend. Die früher als besonders fremdenfeindlich verrufene Bevölkerung Tungkuns ließ nicht nur das Missionshospital 1900 unversehrt, sondern unterstützte die Missionsärzte bei ihren Be strebungen. Dies erfuhr besonders der ältere Kollege Dr. Olpps, Dr. Kühne, ein Schweizer, als er ein Heim für etwa 100 Aussätzige anlegte. Ebenso genoß De. Olpp behördliche Förderung und erhielt manche Gaben, als er den Neubau des Missionshospitals leitete. Dieses mußte aus der Enge der inneren Stadt auf eine Flußinsel außerhalb der Stadt verlegt werden. Dr. Olpp war nun Arzt und Baumeister in einer Person, und seine Aufgabe ist ihm vorzüglich gelungen trotz mancher Schwierigkeiten. Das in Krankenhaus und Poliklinik vorhandene reichhaltige Krankenmaterial— 1905 wurden im Hospitol 711, in der Sprechstunde 19232 Patienten behandelt— wird für den Unterricht von Medizinschülern benutzt, die in vierjährigem Kursus eine gediegene Ausbildung erhalten. So werden die Segnungen unserer Kultur weitergegeben, und es ist keine Frage, daß dies ein recht wirksames Mittel ist, nicht nur die Mission zu fördern, sondern auch der deutschen Wissenschaft Ehre zu machen. Gericht und Rechtsprechung. Bielsfeld, 14. Dezember.(Strafkammerh Der Maurer G. K. von hier war vom Schöffengericht wegen öffentlicher Beleidigung zu 1 Woche Gefängnis und wegen Verübung groben Unfugs zu 2 Wochen Haft verurteilt worden. Seine Berufung hatte den Ersolg, daß er wegen Uebertretung zu einer Geldstrafe von 70 Mk. ev. 14 Tagen Haft und wegen der Beleidigung zu einer solchen von 85 Mk 7 Tagen Gefängnis verurteilt wurde.— Der Bäckermeister H. B. von hier hatte sich wegen Vergehens gegen die Sonntagsruhe zu verantworten. Er war vom Schöffengericht freigesprochen und war von Seiten der Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt, die jedoch als unbegründet verworfen wurde.— Der Zigarrenarbeiter H. B. von Rödinghausen war vom Schöffengericht zu Bünde wegen Beihilfe zum Diebstahl zu 2 Wochen Gefängnis verurtelt, wogegen er Berufung eingelegt. Die Strafkammer war der Ansicht, daß hier Diebstahl vorliege und erkannte unter Berücksichtigung dieses Umstandes auf dieselbe Strafe.— Der Schirmflicker H. B. und die geschiedene Ehefrau F. M. von Herford wurde wegen Ehebruchs verurteilt, B. zu 1 Woche und die M. zu 3 Tagen Gefängnis. Vermischtes. (Zwei nette polnische Pflänzchen,) denen eine gehörige Portion ungebrannter Asche sehr dienlich wäre, sind zwei polnisch galizische „Schriftstellerinnen“, mit den schönen Namen Konopnicka und Dulebianka, die einen wütenden Protest an die Universität Oxford gegen die Ernennung des Deutschen Kaisers zum Ehrendoktor gerichtet haben. Das Schreiben enthält die schamlosesten und gemeinsten Beleidigungen des Kaisers, indem auf die preußische Polenpolitik Bezug genommen wird.— Wie kann ein Volk, daß solche häßlichen Schimpfmegären in seinen Reihen zählt, sich selbst noch als die„ritterliche Nation" bezeichnen! Literarisches. Jung Deutschlands Flotten= und Kolonial=Kalender 1908. Preis 15 Pfg., bei Massenbezug 10 Pfg. Verlag von H. Stürtz in Würzburg. Möge das geistreich geschriebene und gehaltvolle Werkchen mit seiner vornehmen Ausstattung überall die warme Aufnahme finden, die is in so reichen Maße verdient. PWOT JAWT. Wohto! 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Einführung und Verpflichtung der in der Ersatzwahl gewählten Stadtverordneten Husemann und Stellhorn. Niedernstr. 39 Niedernstr. 39 empfiehlt als passende Weihnachtsgeschenke: = O p e r n g l ä s e r i n v o l l e n d e t e r A u s f ü h r u n g. Barometer mit exakt arbeitenden Aneroidwerken, in geschmackvollen Holzschnitzereien gelagert.— Brillen und Klemmer in Gold, Double, Nickel. Retractionsbestimmung für Brillenbedürftige korrekt u. kostenlos. S 3•* vornehme aparte Muster sehr preiswert Buchdruckerei A. von der Mühlen Fernsprecher 15. Bielefeld, Ritterstrasse 43. Karstadt. Herford, Bahnhofstr. 2 Ecke Kreishausstr. empfiehlt sich zur Bedaadlung und Hautkrankheiten. Sprechtage: Freitags von 9 bis 3 Uhr. Sonnabends von 9 bis 8 Uhr. Sonntags von 9 bis 11 Uhr. Komme auf Bestellung nach auswärts. Anträge und Mitteilungen des Magistrats 3. Entlastung der Rechnungsleger folgender Rechnungen für 1906: a des technischen Seminars. Nachbewilligung der Ueberschreitungen von 1629 Mk. 94 Pfg. und Zustimmung, daß der Bestand von 1136 Mk. 06 Pfg. an die Kämmerei=Rechnung A abg führt wird: b) des Wilhelm Augusta=Stifts und Zustimmung zu der Uebertraguug des Vorschusses von 214 Mk. 10 Pfg. auf neue Rechnung; c) der Kleinkinder=Bewahranstalt und Zustimmung, daß der Ueberschuß von 724 Mk. 83 Pfg. dem Vermögen der Anstalt zugeführt wird; d) der gewerblichen Fortbildungsschule. Nachbewilligung der Ueberschreitung von 5656 Mk. 66 Pfg. und Zustimmung, daß der Bestand von 2961 Mk. 30 Pfg. an die KämmereiRechnung A abgeführt wird: e) der kaufmännischen Fortbildungsschule. Nachbewilligung der Ueberschreitung von 1287 Mk. 83 Pfg. und Zustimmung, daß der Vorschuß von 4013 Mk. 17 Pfg. gedeckt wird aus Ersparnissen der Schule, welche bei der Stadtsparkasse belegt sind; 1) des Gaswerks, und Zustimmung, daß der Reingewinn von 180000 Mk. an die Kämmerei=Rechnung A abgeführt wird; g) des Elektrizitätswerks und Zustimmung, daß der Reingewinn von 75000 Mk. an die Kämmerei=Rechnung A abgeführt wird; h) der Straßenbahn und Zustimmung, daß der Fehlbetrag von 27500 Mk aus der Kämmerei=Rechnung A gedeckt wird; i) der Kämmerei=Rechnung 4(laufende Rechnung), Nachbewilligung der Ueberschreitungen von 18377 Mk. 84 Pfg. und Zustimmung dazu, daß von dem Bestande von 488472 Mk. 48 Pfg.: 183 918 Mk. 30 Pfg. auf Titel I(Ueberschüsse) der KämmereiRechnung A für 1907 4554 Mk. 18 Pfg. auf Tit. II(Rückstände) der KämmereiRechnung A für 1907 übertragen werden, sowie ferner, daß der Rest von 300000 Mk. zur Gründung eines Steuer=Ausgleichsfonds diesem überwiesen wird; k) der Kämmerei=Rechnung B(außerordentliche Rechnung) Nachbewilligöng der Ueberschreitungen von 257 Mk. 71 Pfg. und Zustimmung dazu, daß die Bestände von den abgerechneten Anleihen im Betrage von 1064 Mk. 78 Pfg. an das Sparbuch 17051/4362(belegte Gelder) abgeführt werden; 1) der Sparkasse. 4. Zustimmung dazu, daß die Hälfte der Zinsüberschüsse der Stadtsparkasse aus 1906 im Betrage von 39663 Mk. 57 Pfg. der Stadtkämmerei überwiesen und zur Fortführung städtischer Pflasterarbeiten verwendet wird. 5. Festsetzung von Haushaltsplänen für das Rechnungsjahr 1908: a) des Gaswerks, d) des Elektrizitätswerks und Zustimmung, daß das Gehalt des Maschinenmeisters Schulte um 360 Mk. erhöht wird, c) der Straßenbahn, d) der Kaiserin Auguste Victoria=Schule und Zustimmung, das die persönliche Zulage der Lehrerin Schmidt von 200 Mk. in eine pensionsberechtigte verwandelt wird, e) der Oberrealschule, 1)„ Handwerkerschule, g)„ I. Bürgerschule, n)„ II.—XII. Bürgerschule, H des Technischen Seninars, 8. 10. 13. 14. eses cht ch es aufsehers Klocke, des Rohrmeisters Franzke und des Buchführers Vollmer anderweit festgesetzt wird. Genehmigung des Haushaltsplanes der Schlachthausverwaltung für 1908. Bericht der am 27. v. Mts. eingesetzten Kommission zur Vorberatung des Nachtrages zu dem Statut für die Verwaltung der für den Landkreis und Stadtkreis Bielefeld gemeinsamen Kreisinstitute und der Matrikel für den gemeinsamen Kreiswegeverband und Beschlußfassung über den Magistratsantrag. Genehmigung eines mit dem Bäckermeister Kuhlmann abgeschlossenen Vertrages über den Austausch der Grundstücke Heinrichstraße 13 gegen die Grundstücke Welle 29 und Am Bach 34 sowie Bewilligung des Kaufpreises von 23.000 Mk nebst Kosten aus Anleihemitteln 9. Genehmigung eines mit dem Direktor Thiele abgeschlossenen Vertrages über den Austausch von Grundflächen im Johannistal. Zustimmung zu der Bildung eines Grunderwerbsfonds, aus dem die Kosten der Ankäufe von Grundstücken bestritten und die Erlöse aus verkauften Grundstücken zugeführt werden, sowie Genehmigung, daß zur Begründung dieses Fonds eine Anleihe von einer Million Mk. ausgenommen wird. Wahl eines Schiedsmannes für den 1. Bezirk. Wahl eines stellvertretenden Bezirksvorstehers für den VI. Armenbezirk. Wahl von 4 Mitgliedern in den Steuerausschuß zur Veranlagung der direkten Gemeindesteuern. Kenntnisnahme von der Abrechnung über den Bau der Baracke für die Hilfsschule und Nachbewilligung der Mehrkosten von 1019 Mk. 81 Pfg. Desgl. über die Herstellung des Vorflutskanals für die Kanäle der Planstraße 395(vergl. Siegfriedstraße) und Bewilligung der Mehrkosten von 1574 Mk. 34 Pfg. unter Anrechnung des von der Firma S. Katzenstein Söhne einzuzahlenden Kostenbeitrages von 3000 Mk. Genehmigung einer Abänderung des Ortsstatuts vom 2. Juli 1875 betr. die Anlegung und Veränderung von Straßen und Plätzen in Städten und ländlichen Ortschaften. Bewilligung von 2170 Mk. 50 Pfg. zur Deckung der Kosten des Beitritts der Lehrer der katholischen Bürgerschulen zur HermannHubertus=Stiftung. Zustimmung dazu, daß die nach dem Haushaltsplane über den Wirtschaftsbetrieb des Meierhofes Olderdissen für 1907 für andere Zwecke zur Verfügung stehenden nicht aufgebrauchten Beträge für Aupflanzungen und Wegeverbesserungen verwendet werden können. Bewilligung von 1000 Mark für Wegeanlagen am Stadtpark. Bewilligung von 1575 Mk. für Einrichtung der Stadtgärtnerei einschl. der Wohnungen auf der früher Strunkschen Besitzung an der Bleichstraße. Bericht der am 19. Juni 1907 eingesetzten Kommission zur Vorberatung der Grundsätze über die Zahlung der Vergütung oder des Lohnes an die Arbeiter der städtischen Verwaltung bei Arbeitsversäumnissen und Beschlußfassung über den Magistratsantrag. Außerdem 22. Zustimmung zu der Aufnahme des Arbeiters Hugo Bornemann in die Liste der stimmfähigen Bürger und Bewilligung der durch Klage beim Bezirksauschuß entstandenen Kosten. 15. 16. 17. 18. 21. Bieleleld, 13. Dezember 1907. Der Vorsitzende der Stadtverordneten=Versammlung. Lohmeyer. liefert in sauberster Ausführung, modern und preiswer: A. von der Mühlen, Bielefeld, Bitterstr 4“. 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Verantwortlich für den redaktionellen Teil Hermann Lauge, für den Reklame= und Inseraten=Teil R. Trautmann, Druck und Verlag von A. von der Mühlen, sämtlich in Bieleseld. Nr. 296 er Bierteljährlich in der Geschäftsstellen an allen Postanstalter 1.20 M., bei täglichZustellung in Bielesell 1.40 M., durch Bries träger 1,62 M. R Historisch 16. Dezember: von Rußland, der Große ziehti Karl Maria von 1786.— Herder, polnische Reichs Rußland den Gehorsa secht des 14. deutsch Franzosen bei Nuit Alexis, Schriftstelle Scott), gest. 1871.— Naturforscher, gest. 18 Die Mas Alle Nachrichten Tag zu Tag deut insolge der dortig einer nie dagewesen massen zu rechnen dings versuchen zah esse der allgemein durch Einlegung v# Arbeiterentlassangen weiterem Rücklaufe beugen. Aber es zu einer ungewöhr führen wird, name trust dem Beispiele folgen sollte, die: in Betrieb hält. 2 von seinen runden größere Hälfte ausg den Kuckuck nach der marktes fragen, wi und zukünftige Pr der„Stillegung# Die amerikanise von dieser furchtbe Erwerbsgelegenheit bedroht werden, we wanderung der zu geworfenen fremden Entlastung erhielte. deutsche Häfen bi 200000 solcher Der Dampfer„M Lloyd ist z. B. passagieren zurzeit Bremen unterwegs. ia voriger Woche gezählt. Unter diesen ha recht scharf zu unter hören die Romanen vorübergehend in um mit ihren Ersp. gebliebenen Famili zweiten gehört min Mehrzahl der der Arbeiter, die mit ihr kamen, in der## lohnende Arbeit zu bitter enttäuscht sink und den schweren S Lebens. Zum Glück besör die amerikanischen Gruppe auch nach namentlich nach italte sind sehr viele Au Hamburg und namentlich Polen. großer, wenn nicht deutschen Industrieg Arbeitsgelegenheit zu zahlreiche kroatische diesem Brennpunkte erwarten. Den deutschen B eine sehr ernste Pfl keit, der sie sich he werden. Denn es kannten Kroatenpro zeigen, welche furcht Sippschaft für die für die sittliche und unseres Volkskörper deshalb darauf best