uenskauf. Zwaren häft kaufen! Laren. chaffenheit. Waren. tionen. elben lesen. us dem Schaufenster. ner aufbewahren. Pelzangelegenheit. Kürschner imal. Neuhaus! orn dem Volkssaal waren tten allen Preislagen. billiger Verkauf. paraturrn eder elephon 1155. uck, äte, ## AAher'8 # 0 recher 204. 0 e der . Wachs- s ixdorf. s 100000 sch in Bielefeld. Nr. 294. e= Bierteljährlich in der Geschäftsstelle u. an allen Postanstalten 1,20 M., bei täglicher Zustellung in Bielefeld 1.40 M., durch Briefträger 1,62 M. Postzeitungsliste Nr. 5381. e“ 31. Jahrgang Anzeigengebühe fürdie etnspaltige Petttzelle oder deren Raum 15 P/, Reklamen 40 Pf. Erscheint sechsmal wöchentlich. Geichtiichtelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. Bielefeld Montag, 16. Dezember 1907. Historischer Kalender. 16. Dezember: Oliver Cromwell wird Lordprotektor, 1653.— Blücher, zu Rostock geb. 1742.— Ludwig van Beethoven, Komponist, geb. 1770.— Wilhelm K. Grimm, Sprachsorscher, gest. 1859.— Siegreiches Treffen bei Langres, 1870.— Karl Gutzkow, Dichter und Schriftsteller, gest. 1878. Der konservative Delegiertentag. Der Deleziertentag der deutsch=konservativen Partei hat einen in allen Stücken befriedigenden, wir können ohne Uebertreibung sagen: einen glänzenden Verlauf genommen. Mit dem triffsich durchgedachten und inhaltsreichen Vortrage, durch den die Verhandlungen auf das wirksamste eingeleitet wurden, hat der Parteivorsitzende, Freiherr von Manteuffel=Krossen, die ven etwa 400 Delegierten besuchte Versammlung sogleich in eine angeregte und vertrauensvolle Stimmung versetzt. Es zeigte sich in der interessanten Diskussion, daß in den Reihen unserer Partei volle Einmüli keit und Geschlossenheit herrscht, daß keine irgendwie geartete Unterströmung, wie sie fast allen übrigen Parteien das Leben schwer macht, die konservative Parteidisziplin zu stören droht. Als fest, selbständig und einig hat sich auch diesmal die konservative Partei erwiesen und mit vollem Vertrauen steht sie zu ihren Führern und Parlamentsvertretern. Wenn Herr Freiherr von Mauteuffel die innere politische Lage mit den Worten Heraklits: Alles fließt charakterisierte, so traf er damit ins Schwarze, und wenn Herr von Normann darauf hinwies, daß die parlamentarische Lage ungemein schwierig sei, so stellte er nur eine Tatsache fest. Es war garz selbstverständlich, daß auch der Delegtertentag diesen Zeitumständen Rechnung tragen und sich großer Selbstbeschränkung und Zurückhaltung befleißigen mußte. Das war um so leichter, als unsere Parteidisziplin ungebrochen ist und die politische Einsicht in allen Teilen der deutsch=konservativen Partei auf der Höhe steht. Erst das Vaterland, dann die Partei: das war der Leit#edanke der Delegiertenversammlung. Die Bleckpolitik werden die Konservativen lcyal unterstützen, so viel Aaforderungen dadurch gerade an sie gestellt werden. Aber ihren Grundsätzen treu zu bleiben, ist unsere Partei ebenfalls fest entschlossen. Das ist auch in der Resolution — der einzigen, die der Delegiertentag gefaßt hat— unzweidentig zum Ausdruck gebracht worden. Wir meinen, die übrigen Blockparteien und auch die verbündeten Regierungen haben Grund, diese Stellungnahme anzuerkennen. Als ein sehr deutliches Warnungsfignal aber muß der einmütige Protest der Versammlung gegen die Ausdehnung der Reichs=Erbschaftssteuer und die Einführung direktier Reichssteuer sowie auch gegen die Abänderung des preußischen Wahlrechts beachtet werden. Auch die wichtigte Oeganisationsfrage hat keinerlei Schwierigkeiten verursacht. Es hat sich gezeigt, daß auch hier die Delezierten einmütig entschlossen sind, tatkräftig und opferwillig mitzuwirken an der Ausbreitung des konservativen Gedankens. Die Tätigkeit der Parteileilung auf organisatorischem Gebiet ersuhr allzemeine Anerkennung, insbesondere wurde dem geschäftsführenden Mitgliede des Parteivorstandes, Herrn Abgeordueten Stackmann, für seine aufopfernde und erfolgreiche Oeganisationsarbeit ein Dankesvotum erteilt. In der Schulfrage stand der Delegiertentag ebenfalls uneingeschränkt zur Parteileitung, insonderheit zu den konservativen Landtagsfraktionen und brachte dem hochverdienten Leiter unserer Abgeordnetenhausfraktion, Herrn v. Heydebrand und der Laser, ein Dankes= und Virtrauensvolum dar. So ist damit der jüngste Delegiertentag der deutsch=konservativen Partei in allen Stücken vortrefflich verlaufen und hat wertvolle Ergebnisse gezeitigt. Er hat das Wachsen und Gedeihen der konservativen Bewegung gekräftigt und der Ausbreitung des Gedankens neue Bahnen eröffnet. Mögen nun die Delegierten die wertvollen Anregungen, die sie von Berlin mit nach Hause nehmen, gehörig ausnutzen und das ihrige dazu beitragen daß unsere Partei— wie der Herr von Manteuffel bemerkte— königstreu und fest, aber auch schlagfertig gerüstet dastehe für Kaiser und Reich, zum Wohle unseres Vaterlandes und Volkes. Aus dem dentschen Reiche. Berlin, 15. Dezember. Der Kaiser traf gestern vormittag 11 Uhr 20 Min. auf der Wildparkstation ein, wo er von der Kaiserin, dem Kronprinzen, dem Prinzen und der Prinzessin Eitel Friedrich und der Prinzessin V.ktoria Luise empfangen wurde. Prinzregent. Luitpold hat auf die Bitte des deutschen Krouprinzen die Patenschaft bei dessen jüngsten Sohne übernommen und den Prinzen Ludwig mit seiner Vertretung betraut. Zum gestrigen 80. Geburtstage des Herrenhauspräsidenten Fürsten zu Inn= und Knyphausen übermittelten die beiden Vizepräsidenten des Herrenhauses eine kunstvoll ausgestattete Glückwunschadresse. Das Präsidium des Reichstages, des Abgeordnetenhauses, sowie der zurzeit tagenden Generalsynode sandten ebenfalls Glückwünsche. Das Präsidium des Flottenvereins tritt am 18. Dez. zusammen, um zu den Vorgängen in Bayern Stellung zu nehmen und eventuell eine außerordentliche Hauptversammlung des Vereins zu beschließen. Prirz Ludwig von Bayern trifft hute abend in Berlin ein. Der bayrische Staatsmi ister Fehr. v. Podewills ist aus dem Flottenverein ausgetreten. Prinz Heinrich soll zu der Ueberzeugung gekommen sein, daß das Präsidium des Flottenvereins durchaus korrekt gehandelt habe. Zu der Meldung eines Berliner Blattes, die Reichsregierung bereite den Entwurf eines neues Preßgesetzes vor, erfährt die„Rh. Westf. Zig.“ von unterrichteter Seite, daß gegenwärtig an keiner maßgebenden Stelle von derartigen Verarbeiten zu einem Entwurf oder auch von der Absicht zu solchen Vorarbeiten etwas bekannt ist. Naturgemäß werden alle in der Oeffentlichkeit hervortretenden Wünsche auf Adänderung des bestehenden Preßgesetzes, beispielsweise des Zeugniszwangsverfahrens, an der zuständigen Stille gesammelt und erwogen. An eine Verweatung derartiger Wünsche zu einem Gesetzentwurf ist man jedoch bisher nicht herangetreten Nach der letzten Volkszählung hat die rei: polnische Bevölkerung in Preußen um 10,3 v. H. zugenommen, während sich die Gesamtbevölkerung nur um 8,2 v. H vermehrt hat. Auf 10000 Personen kamen im Jahre 1905 978 Polen gegen 950 im Jahre 1900. Die„Liber. Korrespondenz" hat festgestellt, daß der neue Reichsbankpräsident Havenstein ein Schwiegersohn des verstorbenen konservativen Abgeordneten von Meyer=Arnswalde und ein Duzbruder des Finanzministers v. Rheinbaben ist. Der Harden=Pozeß beginnt am Montag. 20 Offiziere sowie 475 Unterosfiziere und Mannschaften sind gestern mit dem Dawpfer „Prinzessin" als Schlußtrausport aus Südwestafrika in Kuxhaveen eingetroffen. In Ostpreußen hat die Maul= und Klauenseuche einen bedrohlichen Umfang erreicht. Das Eindringen der Seuche aus den Grenzkreisen in die inneren Kreise und die Entstehung zahlreicher Seuchenherde im Innern der Provinz soll im wesentlichen auf fahrlässige oder gar wissentliche Verletzung der Anzeigepflicht seitens einer Reihe von Landwirten zurückzuführen sein. Dresden, 15. Dezbr. Die Königinwitwe von Sachsen ist heute früh 3¼ Uhr sanft entschlafen. Geschwader zur Ausfahrt nach dem Stillen Ozean bereit sei. Auf allen Sch ffen sind die als Köche und Diener beschäftigt gewesenen Japaner entlassen und ihre Stellen durch Neger besetzt worden. dem Frankreich. Der Vorsitzende der Kommission des französischen Senats für das Heerwesen Freycinet hat seim Amt niedergelegt, nachdem der Herabsetzung der ersten Reserveübung auf 21 Tage zugestimmt worden war. Petersburg, 14. Dez. In Hochverratsprozeß gegen 49 Sozialdemo= kraten, zu denen 37 Abgeordnete der zweiten Duma gehörten, wurden heute elf Angeklagte zu 5, fünfzehn zu 4 Jahren Zwangsarbeit und zwölf zu Zwangsansiedelung verurteilt, elf wurden freigesprochen. Unter den zu 5 Jahren Zwangsardeit verurteilten Abgeordneten befindet sich auch der Führer der sozialdemokratischen Partei, Beretelli. Konstantinopel, 15. Dezember. Der türkisch=montenegrinische Grenzstreit ist beigelegt. Der hier weilende türkische Botschafter in Rom ist in Begleitung des konstantinopler=montenegrinischen Geschäftsträgers in besonderer Mission nach Cettinje abgereist.— Hier wurde ein Komplott zur Entthronung des Sultans kurz vor der Ausführung entdeckt. — Der Kurdenaufstand in Kleinasten bereitet sich weiter aus. Mehrere Führer der kurdischen Bevölkerung haben ihren Anschluß an die Türken erklärt. Rußland. Die sozialdemokratische Bewegung in den russischen Ostseeprovinzen ist längst auf das niedrigste Niveau gemeiner Räubereien und Mordtaten herabgesunken. Diese bekannte Tatsache wird wieder in Erinnerung gebracht durch folgende Meldung aus Reval: Es ist der Polizei endlich gelungen, die Mörder des Barons Budberg zu verhaften. Einer der Mörder, wie es scheint der Anführer einer großen Bande, hat ein Geständnis abgelegt, in den letzten zwei Jahren acht Morde, 26 Raubüberfälle sowie den Eisenbahnüberfall bei Elva persönlich verübt zu haben. Die Früchte seiner verbrecherischen Täligkeit hat der verhaftete Gustav Lotzki, der ursprünglich Setzerlehrling in Riga war, stets dem sozialdemokratischen Komitee abgeliefert. Infolge der Verhaftung des Lozk ist es der Polizei gelungen, noch 20 andere Räuber zu ergreifen, welche alle zu ihm in nahen Beziehungen standen. Marokko. Die Truppen des Maghzen wurden von den Truppen dis Roghi geschlagen. Die letzteren lagen nur 25 Kilometer von den französischen Streitkräften entfernt.— Der Gegensullan Muley Hasid wurde von dem SgharnStamme, den er züchtigen wollte, gänzlich geschlagen und hat östlich von Marrakesch beim Semranst imme Schutz gesucht. Bombey 13 Dez. Ernste Unruhen erregte in Villupuram ein Streit zwischen eingeborenen Christen und Hindus wegen einer religiösen Prozession, der sich die Hindus widersetzen. Die Polizei befahl der Menge, sich zu zerstreuen. Als die Hindus mit Steinen warfen, gab die Polizei Feuer, wodurch mehrere Personen getötet oder verwundet wurden. Militärische Hilse ist von Madras erbeten. Authentische Einzelheiten fehlen noch. Nordamerika. Präsident Roosewelt ist amtlich benachricht worden, daß das atlantische (Peinliches Aufsehen) macht eine Aeußerung des nationalliberalen Abgeordneten Stresemann in einer jüngst abgehaltenen Sitzung des Kolonialvereins. Der Abgeordnete Stresemann hatte in dieser Versammlung im Hinblick auf die Niederlegung des Peotektorats über den bayerischen Landesverband durch den Prinzen Rupprecht von Bayern erklärt:„General Keim hat die Sympathie von anderthalb Millionen Deutschen hinter sich, da kann es ihn nicht berühren, wenn„einer da unten in U ünchen" mit seiner Agitation nicht zufrieden ist.“ Der Kronprinz ist persönlich mit dem Prinzen Rupprecht befreundet. Der„Reichsbote“ bemerkt dazu:„Diese Aeußerung war eine bedauerliche Taktlosig= keit, worin die nationalliberalen Herren sich besonders stark erweisen(vgl Paasche und Bassermann). Was hat es für einen in dieser Weise gegen den künftigen König von Bayern zu frondieren, zumal derselbe schon vorher die Herren verständigt hatte, daß er sich zurückziehen müsse, wenn die Wahl auf Herrn Keim siele. Unter diesen Umständen hätte Herr Keim von vornherein bitten sollen, von seiner Wahl abzusehen oder nachdem er gewählt war, die Wahl bankbar abzulehnen, um den Verein vor dem Bruch mit den beyerischen Vereinen zu bewahren. Nun triumphieren die ultramontanen=bayerischen Partikularisten und Flottenseinde. Was ihnen nicht gelang, das hat nun die Zentrale des Flottenvereins zustande gebracht.“ (Oftafrika.) Staatssekletär Dernburg hat kürzlich in Oldenburg im dortigen Flotten verein über die Eindrücke seiner Reise nach Ostfrika Mitteilungen gemacht, aus denen wir folgende interessante Stellen wiedergeben:„Das ganze Schutzgebiet ist nicht nur tropisch, sondern es liegt nahezu direkt unter dem Acquator, und das ist bei allen Erwängungen über die Zukunft nicht zu vergessen. Die englische Bahn von Mombassa nach dem Viktoria Nyansa ist 940 Kilometer lang, d. h. ungefähr die Distanz von Oldenburg nach Wien. Sie ist auf 1 Meter Spur gebaut und hat in runder Summe 110 Millionen Maik gekostet. Die jetzige Hauptstadt Nairobi teilt die Bahn in zwei Teile; sie liegt ziemlich hoch und ist deshalb von vielen Europäern dauernd bewohnt Aber es zeigte sich, daß auch das Höhenklima nicht vor Seuchen und Malaria schützt, und ferner daß selbst eine hohe und dünne Luft europäische Arbeit sehr erschwert. Und so sind denn jene weißen Anfiedelungen um Nuirobi, insbesondere, da ein Absatz für die Produkte sehlte, wieder sehr stark im Rückgang begriffen, und ein sehr unzufriedenes Element hat sich dort gebildet. Die Bauspekulation ist total zusammengebrochen. Auch ein wesentlicher Plantagenbau besteht in Britisch Ostafrika nicht. Er scheitert an der dünnen Besiedelung mit Schwarzen und der Ueberzeugung der Regierung, daß das Land in der Eingeborenenkultur eine sichere Basis finden werde, als wie an der Erzeugung von den den Schwankungen des Weltmarktes stark unterworfenen Plantagenprodukten. Die Dünne der Bevölkerungen erklärt auch die Bestrebungen, die beständig dahin gehen, aus dem viel volkreicheren Deutschostafrika beständig Arbeiter in großen Mengen zur Auswanderung zu bewegen, eine Tendenz, der nur durch große Vorsicht und angemessene Behandlung unserer Eingeborenen entgegengewirkt werden kann. Bei der Erwähnung des Endpunkt:s der Bahn Port Florence, kam Dernburg auf die Schlafkrankheit zu sprochen, die in dem letzten Jahrzehut die Inseln und Küsten so entvölkerte, daß man nahezu in Port Florence keinen Fisch mehr erhalten kann, zeil die Fischer ausgestorben sind.“ (Südwestafrika.) Der„Deutschen Kolonialzeitung" wird aus Windhuk geschrieben: Seit Morengas Tod ist es im Süden des Landes stille geworden, auch dort kann jetzt wieder der Farmbetrieb in Augriff genommen werden. Ein Teil der Bondelzwarts, darunter auch der frühere Unterhäuptling Josef Christian, arbeitet an der Südbahn und sieht so mit eigenen Augen, wer fortan Hirr im Lande sein will. Gouverneur von Schuckmann hat in diesen Tagen eine Reise über Land nach dem Süden angetreten, die voraussichtlich zwei Monate dauern wird. Es ist erfreulich, daß der früher so vernachlässigte Süden jetzt immer mehr zu dem Ansehen kommt, daß er von jeher verdient hat. Das gute Einvernehmen, das sich jetzt mit unserem Nachbarlande, der Kapkolonie anbahnt, ist mit Freuden zu begrüßen. Es wird, dessen sind wir sicher, von wei. tragender Bedeutung für die Eingeborenenpolitik Südafrikas sein. Als ein Beitrag zu dieser Eingeborenerpolitik sind auch die seit dem 1. Oktober in Kraft getretenen Eingeborenen=Verordnungen betreffend Paßpflicht, Kontrolle und Dienstverhältnis der Eingeborenen zu nennen. Es wäre verfrüht, heute schon ein Urteil über diese Neueinrichtungen abzugeben. Der Nutzen sowohl als auch die Mängel werden sich mit der Zeit zeigen. Wir haben aber alle Ursache, einer weisen Eingeborenenpolitik Raum zu geben, denn nach der großen Dezimierung unserer Eingeborenen wird die Arbeiterfrage für unser Land eine brennende. Dazu kommt noch, daß wir noch gar nicht absehen können, wie sich die Ovambofrage lösen wird. Die Portugiesen haben dem Ovambostamme, mit dem sie ab zurechnen hatten, eine sehr empfindliche Niederlage bereitet. Die Häuptlinge der Aufständigen sind zu Nande, dem Oberhäuptling der Uakuanjama, geflüchtet. Diese kriegerischen Zustände werden zur Folge haben, das der Arbeiterzuzug aus dem Ovambolande ins Stocken geraten wird. Tagung der Generalsynode 1907. 4. Sitzung. Donnerstag, 13. Dez. 1907. (4. Plenarsitzung, verspätet, weil der Bericht ausgeblieben war.) Die Generalsynode erledigte heute in zweiter Lesung das Kirchengesetz beir. Umzugskosten der Geistlichen. Sodann gelangte der Antrag Graf von Hohenthal und Genossen betr. Berichterstattung über den Kirchenbau in Rom zur Verhandlung. Die Petitonskommission, die sich mit dem Antrag beschäftigt hat, beantragt eine längere Erklärung, worin die Genugtuung darüber ausgesprochen wird, daß im Stinne der von den früheren Generalsynoden gefaßten Beschlüsse ebenso der weitere Ausbau einer selbstständigen Gemeinde wie der Bau eines würdigen evangelischen Gotteshauses in Rom nach wie vor das Ziel ist, das der evangelische Oberkirchenrat in Gemeinschaft mit dem deutschen evangelischen Kirchenausschuß und den großen evangelischen Vereinigungen Deutschlands unablässig im Auge behält. Die Generalsynode erklärt ferner ihr volles Einverständnis damit, daß die weitere Fortführung des Unternehmens in die Hände des deutschen evangelischen Kirchenausschusses gelegt werde, und spricht ihre Bereitwilligkeit aus, zur vollen Erreichung des vorgestickten Zieles mit der Bewilligung von Kollekten einzutreten. Hosprediger a. D. Rogge fungiert als Berichterstatter, desgleichen Oberkonsistorialrat Möller, Superintendent Terlinden=Duisburg richtet an die beiden streitenden Gemeinden in Rom das Ersuchen, ob es nicht möglich sei, auch jetzt noch zum Frieden zu kommen. Die Annahme die Anträge der Kommission erfolgt sodann einstimmig. Der letzte Traum. Erzählun, aus dem poln. Aufstande im Jahre 1848. Von L. Ideler. 34)(Nachdruck verboten.) „Ein verständiger Brief!“ sagte Arnau, das Schreiben in seine Brieftasche legend. „Graf Morinski ermahnt selbst zur Vorsicht und gießt nicht noch Oel in das Feuer. Junger Herr", wandte er sich dann an Stephan, der schweigend mit zu Boden gesenkten Augen ihm gegenüberstand,„ich sollte Sie eigentlich verhaften und in die nächste Festung abliefern, weil Sie weine Verbote übertreten haben. Und trüge das Schreiben einen andern Inhalt, so müßte und würde ich es tun. Doch dies ist viel mehr eine ernstgemeinte Warnung als eine verräterische Nachricht; dieser Brief schadet nicht, sondern nützt, und ich kann Sie daher schonen. Ich werde den Vorfall nicht zur Anzeige bringen.“ Er verneigte sich leicht und wollle gehen. Ueber das schöne Knabenantlitz breitete sich die Röte der Beschämung. Er ergriff die Hand des Offiziers, und Tränen traten in seine Augen. „Ich danke Ihnen, Herr Leuinant!“ sammelte er.„Sie sind ein edler Feind!“ Zur Beratung kam sodann der Entwurf zum Pfarrerbesoldungsgesetz. Berichterstatter der Kommission ist Sya. Landrat a. D. Winckler, Merseburg, der die Annahme des Entwurses empfiehlt und das neue Gesetz auch in gesetztechnischer Hinsicht als ein vollkommenes bezeichnet. Ein Kommissionsantraz betr. Berücksichtigung der Erziehungskosten für die Kinder der Geistlichen wird fast einstimmig abgelthat. Die Annahme des Besoldungsgesetzes ebenfalls fast einstimmig. Die Satzungen der Ruhegehaltskasse für evangelische Geistliche der im Gebiete des preuß. Staates vorhandenen evangelischen Landeskirchen und die Ruhegehaltsordnung selbst werden nahezu einstimmig angenommen. In gleicher Weise wurde das Kirchengesetz aetreffend die Fürsorge für die Witwen und Waisen erledigt. 6. Sitzung. Sonnabend, 14. Dezember. Eröffnung 10¼ Uhr. Nach der Morgenandacht (Sya. Sup. Petri=Sorau) folgen einige geschäftliche Mitteilungen des Vorsitzenden. Dem Präsidenten des Herrenhauses, Fürst v. Knyphausen, übermittelt die Synode zu seinem heute staltfindenden 80. Gehurtstage durch Telegramm herzliche Segenswünsche. In zweiter Beratung werden die beiden Gesetze betr. Pfarbesetzungsrecht und weitere Verstärkung des Hilfsfonds für landeskirchliche Zwecke fast eir stimmig angenommen. Auf den Bericht der 1. Kommission(Syn. Sup. Trümpelmann Magdeburg) erklärt hierauf die Generalsynode die an ihrer außerordentlichen Tagung teilnehmenden Mitglieder für legitimiert. Der Berichterstatter regt dabei die Frage an, ob mit der Emeritierung eines Geistlichen auch der Verlust des Mandats zur Generalsynode erlösche. Die Praxis der Provinzial synoden ist in diesem Punkte eine verschiedenartige. Außer dem Kommissionsantrag der Legitimierung der diesmaligen Synodalen findet dann auch der persönliche Antrag des Berichterstatters Annahme, dem GeneralsynodalVorstand Kenntnis von den vorliegenden Differenzpurkten zu geben, um für die Zukunft ein einheitliches Verfahren zu sichern. In den Verwaltungsausschuß der Alterszulagekasse, der Ruhegehaltskasse und des PfarrWitwen= und Waisensonds werden 32 Mitglieder und ihre Stellvertreter durch Zuruf gewählt. Ebenso 6 neue Mitglieder in den Synodalrat: für Brandenburg: Geh. Reg.=Rat SchumannFranksurt a. O.; für Pommern: Ritterschaftsrat v. Knebel= Doeberitz Rosenhöh; für Schlesien: Sup. Meisner Tschöplowitz; für Posen: Konfistorialpräsident Balan=Posen und für Rheinland: Geh. Kommerzienrat Conze=Langenberg. Ueber ein Gesuch betr. Neuregelung der Anstellungsbedingungen und Besoldungsverhältnisse der Kirchenmusikbeamten berichtet Syn. Landgerichtsrat Glasewald=Magdeburg. Der entsprechende Antrag der Kommission findet die Zustimmung der Synode: das Gesuch wird dem Eoangelischen Oberkirchenrat mit dem Anheimstellen überwiesen, vorkommenden Falles dahin zu wirken, daß die Gemeinden den Kirchenmusikbeamten eine der Bedeutung ihres Amtes entsprechende Besoldung gewähren. Endlich erteilt die Synode dem Entwurf eines Haushaltsplans der Generalsynodalkosse für die Etats jahre 1907, 1908 und 1909 ihre Zustimmung. Der Präsident Graf von Schwerin gidt einen kurzen Ueberblick über die von der Synode geleistete außerordentlich anstrengende Tätigkeit. In 6 Plenar= und 22 Kommissionssitzungen hat sie 8 Vorlagen des Oberkirchenrats, darunter 6 Kirchengesetze und 45 Petitionen, verabschiedet. Nach dem Dank des Grafen an alle Instanzen, die zum glücklichen Gelingen der Synode beigetragen haben, erklärt der Präsident des Evangelischen Oberkirchenrats, daß S. M. der Kaiser geruht hat, durch Kabinettsorder den Schluß der Synode auf heute zu bestimmen. Exz. Voigts spricht dabei seinen wärmsten Dank für die hingebende treue Arbeit aus. Graf Wartensleben spricht dem Präsidenten der Synode den Dank der Versammlung für die umsichtige Leitung der Geschäfte aus. Nach einem lebhaft ausgenommenen Hoch auf S M. den Kaiser, den Schirmherrn der evangelischen Kirche, wird die außerordentliche Synode um 11½ Uhr mit Gesang und Segen geschlossen. Bieleseld, 16. Dezember. (Der„silberne Sonntag“.) Der dritte Adventssonntag führt im Volksmunde den Namen des„filbernen", womit angedeutet wird, daß die Geschäftsleute an ihm Der alte Kafimir hatte nahe genug gestanden, um jedes Wort verstehen zu können, was die beiden miteinander sprachen. Als Ste. han zu ihm trat und die letzten Tränen jugendlicher Erregtheit trockgete, richtete der Alte sich aus seiner gebückten Stellung auf und betrachtete den Knaben. Dann wies er auf den O.fizier. „Wär's ein Russe gewesen, dann befände sich der glaeige junge Herr jetzt auf dim Wege nach Sibirien“, sagte er. „Er hat mich durch seine Großmut entwaffnet!“ rief Stephan ungestüm.„Steht er mir einmal als Feind gegenüber, ich kann ihn nicht töten!“ „Wenn wir das Vaterland aus seiner schmachvollen Knechtschaft befreien wollen, so dürfen wir nicht danach fragen, wer uns gegenübersteht!“ grollte Kasimir, und in dem vernarbten Gesichte zuckte es wie Wetterleuchten. Stephan schwieg. Dann fragte er, indem seine Augen sich mit einem seltsamen, verschleierten Blick auf den Greis vor ihm richteten:„Glaubst du an eine Wiederauferstehung Polens?“ „Bis zum letzten Atemzuge!“ erwiderte Kasimir. „Mitunter ist es mir wie ein Traum“, auf einen regen Verkehr und guten Absatz ihrer Weihnachtswaren rechnen. Am gestrigen Sonntag nun, der im Gegensatz zu seinem ganz verregneten und deshalb stillen Vorgänger wenn auch nicht gerade schön, so doch trocken war, dürften sie sich in ihren Hoffnungen nicht getäuscht haben. In den Abendstunden durchflutete eine unzählbare Menschenmenge besonders die Obern und Niedernstraße. In manchen Läden mußten dort die Kauflustigen teuppweise ein= und ausgelassen werden. Vom nächsten Sonntage, dem„goldenen", wird in dieser Beziehung noch mehr erhofft. *(Weihnachts=Postverkehr.) Am Sonntag, den 22. Dezember sind die hiefigen Paket=Annahme= und Paket=Ausgabeschalter von 9½ bis 11½ Uhr vormittags, also während des Hauptgottesdienstes geschlossen, sonst aber an diesem Tage wie Werktags geöfftet. Die Briefausgabestelle des Postamts I ist am bezeichneten Sonntag— abgesehen von dem gewöhnlichen Sonntags Schalterdienst— auch von 11½ bis 12 Uhr vormittags und von 1 bis 8 Uhr nachmittags zur Ausgabe von Paketadressen geöffzet. Die Annahme von gewöhnlichen Paketen nach Schalterschluß findet, unter Erhebung der besonderen Gebühr für diese verspätete Auflieferung, beim Postamt I hierselbst vom 19. bis 24. Dezember in den Stunden von 7 bis 10 Uhr nachmittags am Paketausgabeschalter der Packkammer, nach 10 Uhr nachmittags, wie zu gewöhnlichen Zeiten, am Nachtschalter (Zugang über den Hof von der Reichspoststraßesher) statt. Hk.(Die Handelskammer zu Bielefeld) tritt am Dienstag, den 17. Dezember 1907, nachmittags 4 Uhr im Sitzungssaale der Handelskammer mit folgender Tagesordnung zu einer Gesamtsitzung zusammen: 1. Mitteilungen über die diesjährigen Handelskammerwahlen. 2. Antrag der beiden Bielefelder Detaillistenvereine auf Vermehrung der dem Stadt und Landkeeise Bielefeld angehörenden Handelskammer Mitglieder. 3. Entwurf eines Gesetzes betr. Aenderung des Börsengesetzes. 4. Entwurf eines Gesetzes beir. die Erleichterung des Wechselprotestes. 5. Entwurf eines Gesetzes betr. Aenderung des§ 63 des Handelsgesetzbuches. 6. Entwurf eines Vereinsgesetzes. 7. Antrag zur Abänderung des Warenhaussteuergesetzes. 8. Einführung eines Reichsspiritus=Monopols. 9. Aufhebung des Kommunal=Steuerpcivilegs der unmittelbaren und mittelbaren Staatsbeamten. 10. Einsetzung eines Schiedsgerichts für einen vorliegenden Streitfall. 11. Antrag des Volks=Sparverbandes für Deutschland auf Beitritt der Kammer zu dem Verbande. 12. Bericht des Herrn Paul Delius über die letzte Sitzung des Bezirks=Eisenbahnrats in Frankfurt a. M. 13. Bericht über die Tätigkeit der Kammer seit der letzten Sitzung. 14. Verschiedenes. H(Herr Heinrich Probian) ist als der älteste Bürger Bielefelds am Donnerstag auf dem Gadderbäumer Friedhof beerdigt. Er stand im 94. Lebensjahre und besuchte fleißig die Kirche. 69(Ein aufgegriffener Russe.) Vor dem hiefigen Schöffengericht sollte am Freitag gegen den hier in Untersuchungshaft befindlichen am 30. v. Mts. von der Polizeibehörde Schildesche aufgegriffenen Russen David Zomberg wegen Landstreicherei verhandelt werden. Zomberg, welcher anscheinend entweder simuliert, oder der deutschen sagte Stephan leise,„ein Traum, der in Wirklichkeit zerrinnen wird. Ich glaube, wir erreichen es nie!“ „Nur nicht mutlos, junger Herr!" flehte Kasimir.„Die Großmut des Preußen hat Sie weich gestimmt. Denken Sie nur an den Sieg!" „Ja, wir werden fiegen!" erwiderte Stephan. Die alte, glühende Begeisterung kehrte ihm zurück die Stimmung der Polen wechselt von Augenblick zu Augenblick.„Bis zum Tode gehör: ich dem Vaterlande an!“ Er drückte die Land des Alten und schritt dem Schlosse zu. Auch der Offizier hatte den Platz verlassen, auf dem sich die kleine Szene ab gespielt hatte; nach wenigen Schritten aber holte Anna von Stanic, ihn ein und streckte ihm ihre Hand hin. In ihren blauen Augen schimmerte es dabei feucht, und unwiderstehlich bezwungen legte Hans von Arnau impulfiv seine Rechte in die ihre. „Ich danke Ihnen, daß Sie meinen unbedachten Bruder geschont haben!“" begann Anna. „In diesem Falle konnte ich es, ohne meine Pflicht zu verletzen, und tat es nur zu gern!“ erwiderte er leise. Er führte die schmale Hand, die er in der seinen hielt, Sprache nicht mächtig ist, gab auf die ihm vorgelegten Fragen nur unvollstägdige, oder keine Antworten, sodaß es nicht mög war, die Verhandlung durchzuführen. wurde daher die Verhandlung vertagt und beschlossen, zur nächsten Verhandlung einen Dolmetscher heranzuziehen. Seine Mit gefangenen erklärten, daß sein Verhalten auch in der Gefangenzelle dasselbe sei, wie bei der gestrigen Verhandlung. a.(Herrenvortrag,) von Fräulein Minna Kube in Beinkhoff's Tonhall=: „Wie erhalten wir uns schöne Frauen?“ — Das ist nun schon in kurzer Zeit der zweite Vortrag über derlei Dinge. Wir fragen, wie soll das in Bielefeld weitergehen? Sollen allwöchentlich unberufene Leute ihren Mund über die zartesten Dinge austun, und mit ihrer Weisheit, die in der wider wärtigsten Weise von Reklame und Spekulation begleitet ist, vielen jungen Menschen Schaden tun? Wir halten es für einen Skandal, daß ein Fräulein Männerpublikum zu solchen Vorträgen einladen darf. Und wenn diese „Privatgelehrte", von deren Gelehrsamkeit der Prospekt mit seinem Marktschreiereien wahrlich nichts erkennen läßt, nicht von selbst weiß, daß das gegen alle gute Sitte ist, so sollte doch die Polizei durch das vorgehaltene Mäntelchen der Wissenschaftlichkeit hindurchsehen, auch durch den schönen Schluß des Prospektes:„zum besten der Echolungsbedürftigen", zu dem wir nach vielen Erfahrungen gar kein Vertrauen haben, sich nicht rühren lassen, sondern den ganzen Unfug verbieten. (Beleidigungsklage gegen den Reichstagsabgeordneten Severing.) Die im Verfolg des Streiks bei Göricke in der hiesigen „Volks wacht" am 14 und 21 Sext mber cr. unter din Ueberschaiften„Neue Terrorismuslügen" bezw. „Christliches", erschienenen Artikel haben eine Beleidigungsklage gegen den Reichstags abgeordneten Karl Severing gezeitigt. Die Klage ist angestrengt von zwii bei Göricke in Arbeit stehenden Schlossern, die dem ähristlichen Metallarbeit rverbande angehören, dessen Mitglieder durch die beiden Schlußsätze des ersteren Artikels, als dessen Verfasser und Einsender Severing bezeichnet wird, hart mitgenommen sind, während der verantwortliche Redakteur der„Volkswacht“, Max Sachs hier, als Zweitbeklagter sowohl für den ersteren als auch für den letzteren unter„Christliches" erschienenen Artikel, dessen Autor nicht bekannt ist, der jedoch ebenfalls sehr schwer beleidigende Aeußerungen gegen den Verband bezw. gegen seine Mitglieder enthält, in Anspruch genommen wird. Die beiden Privatkläger klagen zugleich im Namen von weiteren 18 dem Verbande zugehörigen Personen, die als Kläger aber nur in dem mißlungenen Sühn termin vor dem Schiedsmann aufgetreten sind. Prozessual bemerkenswert bei dieser Klage ist, daß außer den hier in Betracht kommenden bekannten§§ 85, 86 des Str=G. B. über Beleidigungen und den§§ 20, 21 des Geses über die Presse vom 7. Mai 1874, der Art. 81 des Gesetzes vom 16. April 1871, betr. die Verfassung des deutschen Reiches zur Geltung kommt. Der Artikel bestimmt u. a., daß ohne Genehmigung des Reichstages kein Mitglied desselben während der Sitzungsperiode wegen einer mit Straf: be drohten Handlung zur Untersuchung gezogen werden kann. Für die Hauptverhandlung selbst ist das hiesige Saöffengericht in erster Instanz zuständig.(B. V. Z.) T.(Kammermusik=Abend.) Die Direktion des Hotel Vereinshaus veranstaltete gestern in dem großen Saale desselben einen populären Kammermusik Abend, ausgeführt vom Ravensberger Streichg uartett der Herren Barkhausen, Harbaum, Schulz und Pradel. Die von Musikliebhabern bekanntlich hochgeschätzten Künstler erfreuten das erschienene Publikum durch ihre vollendeten Darbietungen, denen ungeteilter Beifall gezollt wurde. Besonders dankbare Aufnahme fand das Andante con moto aus dem Streich Quartett D=moll von Fr. Schubert. Bei der Anerkennung, die der an seine Lippen und glaubte, einen leisen Druck ihrer Finger zu spüren, aber er hatte sich doch wohl geirrt. Anna entzog ihm ihre Hand; sie unterdrückte gewaltsam jede Gemütsbewegung, und was in des stolzen Mädchens Herzen, das sich ihm zuneigte, vorging, ahnte Arnau nicht. „Sie haben sich in verschiedenen Fällen schon als ein Ehrenmann uns gegenüber gezeigt“, antwortete sie, und ein warmer Blick aus ihren Augen traf ihn, der mit ihrer ruhigen Sprache nicht so recht übereinstimmte,„so daß ich bereits daran gedacht habe, Sie über verschiedene Verhältnisse in unserer Familie aufzuklären. Dies letzte Ereignis mit meinem Bruder läßt mich nicht länger zögern, es zu tun. Wir sind Ihnen großen Dank schuldig, und ich denke, ich kann Ihnen vollkommen vertrauen.“ Sie sah ihn ernst und fragend an. „Vollkommen!“ antwortete er fest; es klang wie ein Schwur. „Ich wußte es. Meine Aufklärung betrifft hauptsächlich Mama. Ihr Wesen muß Sie befremden, denn sie stellt sich Ihnen feindlich gegenüber, und das haben Sie nicht um uns verdient.“ (Fortsetzung folgt.) Direktion des Verei anstaltung gebührt, Besuch sihe zu wün n.(Weihnachts! Kirche.) Das war al konzerl in mannigfacher Sonntag abend, in Kirche stattfand. Im mit Männerchören und das eigentlich Konzertm die Zuhörer enger in Weihnachtscharakter de wir hier in Bielefeld Fräulein Amalie W seriösen, vollen Altstimr Die Weihnachtslieder, di der Folge, vom 14. Jo Jetztzeit hinein, wurder innerlichen Beseelung singt wahrlich nicht u# ins Herz hinein. Gal sie auf dir prachtvolle Gerard Bunk, der der Orgel an der Bac in g-mol, sowie an de Liszt über B-A—0-—1 mentvoll war das S Frings, der Tartini musizierte. Auch der Vereins junger Männer staliete, steuerte einige die immer ihren volk werden, bei Volkstüm die Fräulein Waibel Wohltätigkeit kann ma dankbar sein, ohne des zwickes zu vergessen. (Staottheater.) Volktstück mit Gesang Musik versehen von B wurde sehr beifällig au der Rollen war eine vornherein den Erfolg. gab den Spekulanten verdiente auch als Le Anerkennung. Ferner gehoden Frl. Melly Schulzes zweite Frau (Margarete, Tochter a1 auch gesanglich ganz auf Woytasch(Frau v. Bieloss(Lottchen Selden(Kalau, Ober Aus den ∆ Herford, 14. gericht.) Als Be gericht wurden heute die Herren C HoH Dieckgann gewäh O Hersord, 16 zucht.) Auf der Recklinghausen wurd Herford zuerkannt: Medaille, 1 erster Steinkämper 1 mann 1 zweiter P 1 vierter Preis. + Herford, 16. paketverkehr.) Dezember, wird d Paketausgabeschalter amts von 8—10 u 10½ Uhr vormitt mittags geöffnet sein ch Hersord, 16 schäftsleute) atr sich das Wetter ein gar mal auch wenig einen Blick zur Eund abends war der den Geschäftsstraßen daß auch Geschäftsle frieden waren. ch Herford, 16. dürfen die offenen Zeit vor Weihnach gehalten werden, Geschäftsleute ausme + Herford, 14 beim Giftlegen.) pflegen der Bequem! zeugvertilgung Stiy wozu die polizeilich Bekanntmachen in erforderlich ist. Die aber noch lange die Giftleger für den nicht aus, wie Gegestellt haben. So ein Jigdpächter verm brocken eingegangen barn mit 300 Mark dies eine Warnung Giftlegen vorzugeher Frühjahr gegen den kommt. Ans den Treisen Minden 16. D delskammerwah als Mitglie der auf Herren: G. Hattel M. Schütte mit 17 mit 168 St. Es e Herren O. Kiel 162 129 St., H. Urtrech miyer 145 St. 10 splittert. In der W. Licking Ohnha Rasche mit 200 S. Her F. Leonhardt er Direktion des Vereinshauses für diese Veranstaltung gebührt, wäre ein zahlreicherer Besuch sih: zu wünschen gewesen. u.(Weihnachtskonzert— Neustädter Kirche.) Das war allerdings ein Wohltätigkeitskonzerl in mannigfacher Bedeutung, welches gestern, Sonntag abend, in der überfüllten Neustädter Kirche stattfand. Im Programm wechselte Solo mit Männerchören und Gemeindegesang, wodurch das eigentlich Konzertmäßige etwas vermieden urd die Zuhörer enger in Fühlung traten mit dem Weihnachtscharakter des Konzertes. Was haben wir hier in Bielefeld jetzt für triffliche Künstler! Fräulein Amalie Waibel erfüllte mit ihrer seriösen, vollen Altstimme die ganze, weite Kirche. Die Weihnachtslieder, die sie sarg, aronologisch in der Folge, vom 14. Jahrhundert an bis in die Jetztzeit hinein, wurden von ihr mit einer tief innerlichen Beseelung gesungen. Diese Sängerin singt wahrlich nicht nur in die Ohren, sondern ins Herz hinein. Ganz ausgezeichnet begleitete sie auf dir prachtvollen Niustädter Orgel Herr Gerard Bunk, der sich als ein wahrer Meister der Orgel an der Bachschen Fantasie und Fuge in g-mol, sowie an der Fantasie und Fuge von Liszt über B—A—0-H erwies. Ebenso temperamentvoll war das Spiel des Herrn Walter Frings, der Tartini und Bach auf seiner Geige musizierte. Auch der Männerchor des christlichen Vereins junger Männer, der das Konzeit veranstaliete, steuerte einige der lieben, alten Weisen, die immer ihren volkstümlichen Wert behalten werden, bei Volkstümlich waren auch die Lieder, die Fräulein Waibel sang. Für solch eine Art Wohltätigkeit kann man den drei Künstlern nur dankbar sein, ohne des eigentlichen Wohltätigkeitszwickes zu vergessen. (Staottheater.)„Ehrliche Arbeit“, Volksstück mit Gesang von H. Wilken, mit Musik versehen von Bial, war gut besucht und wurde sehr beifällig aufgenommen. Die Besetzung der Rollen war eine glückliche und sicherte von vornherein den Erfolg. Herr Adolf Eberling gab den Spekulanten Schulze mit Bravour und verdiente auch als Leiter der Aufführung volle Anerkennung. Ferner seien noch besonders he vorgehoden Frl. Melly Stolberg als Lydia, Schulzes zweite Frau, Frl. Tillh Schulte (Margarete, Tochter aus erster Ehe), die dies mal auch gesanglich ganz auf der Höhe war, Frl. Rosa Woytasch(Frau v. Schminkwitz), Fil. Karla Bieloss(Lottchen Rabe) und Herr Kurt Felden(Kalau, Obergesell), Aus den Kreise Herford. □ Herford, 14. Dez.(Kaufmannsgericht.) Als Beisitzer zum Kaufmannsgericht wurden heute seitens der Prinzipale die Herren C Hoepker, A. Reischauer und H Dieckmann gewählt. O Hersord, 16. Dezbr.(Geflügelzucht.) Auf der Geflügelausstellung in Recklinghausen wurden folgende Preise nach Herford zuerkannt: P. Haddenhorst goldene Medaille, 1 erster Preis, 1 dritter Preis, H. Steinkämper 1 Ehrerpreis, W. Culemann 1 zweiter Preis, und H. Brünger 1 vierter Preis. + Herford, 16. Dez.(Weihnachtspaketverkehr.) Am Sonntag, den 22. Dezember, wird der Paketannahme und Paketausgabeschalter des Kaiserlichen Postamts von 8—10 Uhr vormittags und von 10½ Uhr vormittags bis 8 Uhr nachmittags geöffnet sein. c Hersord, 16. Dez.(Unsere Geschäftsleute) atmeten gestern auf, als sich das Wetter ein wenig aufklärte, ja so gar mal auch wenige Minuten die Sonne einen Blick zur Eede warf. Nachmittags und abends war denn auch viel Leben in den Geschäftsstraßen und hoffen wir gern, daß auch Geschäftsleute mit dem Eelös zufrieden waren. ch Herford, 16. Dez.(Bis 10 Uhr) dürfen die offenen Verkaufsstellen in der Zeit vor Weihnachten zum Verkauf offen gehalten werden, worauf Publikum und Geschäftsleute aufmerksam gemacht seien. + Herford, 16. Dezbr.(Vorsicht beim Giftlegen.) Viele Jagdberechtigte pflegen der Bequemlichkeit halber zur Raubzeugvertilgung Stryhninbrocken auszulegen, wozu die polizeiliche Erlaubnis und das Bekanntmachen in den öitlichen Zeitungen erforderlich ist. Diese Maßnahmen schließen aber noch lange die Verantwortlichkeit der Gistleger für den angerichteten Schaden nicht aus, wie Gerichtsentscheidungen festgestellt haben. So wurde in neuester Zeit ein Jigdpächter verurteilt, den an Strychvinbrocken eingegangen Hund seines Jagdnachbarn mit 300 Mark zu bezahlen. Es mag dies eine Warnung sein, leichtfertig beim Giftlegen vorzugehen, das namentlich im Frühjahr gegen den Fuchs zur Anwendung kommt. Ans den Treisen Minden und Lübleke. Minden 16. Dez.(Bei der Handelskammer wahl) wurden am Freitag als Mitglieder auf 6 Jahre gewählt die Herren: G. Hattenhauer mit 175 St., M. Schütte mit 178 St. und 8 Hempel mit 168 St. Es erhielten weiter noch die Herren O. Kiel 162 hezw. in der Stichwahl 129 St., H. Uetrecht 151 St. und W. Siekmiyer 145 St. 10 Stimmen waren zersplittert. In der Ecsatzwahl für Herrn W. Licking Ohnhausen wurde Herr M. Rasche mit 200 St. auf 4 Jahre gewählt. Her F. Leonhardt erhielt 110 Stimmen. Minden, 16. Dez.(Der Kinderhort) wurde gestern nachmittag feierlich eingeweiht. Minden, 18. Dez(Weserschifffahrtsverkehr im Jahre 1906.) Nach der jetzt vorliegenden amtlichen Statistik betrug, lt.„H. E.“ der Gesamtverkehr zu Berg und zu Tal 1904 839991 t, 1906 1243230 t Das ergibt eine Steigerung von fast 50 Proz. innerhalb zwei Jahren. Insbesondere stieg der Verkehr in nachstehenden Gülern während dieser Periode: Kali von 61011 t auf 153458 t, Baumaterialien von 349736 t aus 422·561 t Kies und Sand von 49830 t auf 107727 t, Zacker von 14728 t auf 25 146 t. Minden, 16 Dez.(Hochwasser in Sicht.) Die Weser steigt. Falls die Niederschläge anhalten, wird sie bald über ihre Ufer treten. Ans den Kreise Halle. Versmold, 12. Dezbr.(Versuchter Diebstahl.) In vergangener Nicht wurde in der Middelkampschen Fleischwarenfabrik ein Diebstahl versucht. In einem Raume waren nach dem„Hall. Kerbl.“ Schinken zum Trocknen aufgehängt; beim Herunternehmen derselben seitens der Diebe ist ein Geräusch entstanden, wodurch der in einem Nebenraume schlafer de Knecht wach geworden ist. Die Diebe sind unerkannt entwischt und haben zwei Schinken, die sie schon zum Mitnehmen bereit gelegt hatten, liegen lassen. Aus dem Reg.=Bez. Münster und Arusberg. Hagen, 18. Dez.(Des Mordes an der Amalie Mander,) die in der Weihnachtsnacht des Jahres 1891 in der Boehlerheide einem Lastmord zum Opfer fiel, ist der in der Mordsache Hartmann verhaftete Waldarbeiter Franz Hesse stark verdächtigt. ist schon festgestellt, daß Hesse zu der damaligen Zeit auf einer Ziegelei nahe der Mordstelle in Arbeit stand. Gelsenkirchen, 13. Dez.(Unglücksfall.) Die 81 jährige Witwe Karoline Faltenhagen stürzte heute nachmittag aus dem Fenster ihrer Wohnung und erlitt so schwere Verletzungen, daß sofort der Tod eintrat. Gronau i. W., 12. Dez.(Eine eigenartige Ueberraschung) widerfuhr am Montag abend den Hofarbeitern auf Spinnerei Gronau. Als sie mit dem Eatladen einer Baumwollsendung beginnen wollten, tauchte plötzlich, nachdem sie die Schutzdecke heruntergezogen hatten, zwischen den obersten Ballen eine bleiche Mannesgestalt auf, die sich vor Erschöpfung kaum aufrecht zu halten vermochte. Die untenstehenden Arbeiter holten, nachdem sih ihre Verblüffung gelegt hatte, die Jammergestalt vom Wagen herunter und lieferten ihren sonderbaren Fund beim Direktor ab. Dort gab der Fremde auf Befragen an, daß er sich am Freitag in Geestemünde auf dem Wagen zum Schlafen niedergelegt habe. Als er erwachte, sei die Plane über den Wagen gespannt gewesen und er habe, da er sich aus seiner Lage nicht zu befreien vermochte, die dreitägige Reise wider Willen mitmachen müssen. Mit größtem Appetit verspeiste er die ihm gereichten Butterbrote. Darauf wurde er der Polizei übergeben, die ihn vorläufig nach Ahaus brachte. Die Untersuchung wird ergeben, ob die Angaben auf Wahrheit beruhen, oder ob man es nicht etwa mit einem raffizierten Schwindler zu tun hat, der auf Raub aus gegangen war. (Westf. Volksbl.) Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Osnabrück, 13. Dezbr.(Ein Zopfabschneider verurteilt.) Die hiesige Strafkammer verurteilte einen 37jährigen Mann, der mehreren jungen Mädchen in den Abendstunden die Zöpfe abgeschnitten hatte, zu 5 Monate Gefänguis. Der Betreffende hatte schon in den Jahren 1892 und 1893 in 37 Fällen, ferner im Jahre 1901 in 8 Fällen jangen Mädchen die Zöpfe abgeschnitten und dafür längere Gesängaisstrafen verbüßt. Nienburg, 14. Dez.(Fabrikbrand.) Das Sägewerk Dürecke ist durch Feuer eingeöschert worden. Bückeburg, 13. Dezbr.(Vom Hofe.) Herzogin Mox von Württemberg traf heute nachmittag zu längerem Besuch bei der Fürstin Mutter hier ein. Krefeld, 14 Dez.(Aussperrung.) Von dem Beschluß des Niederrheinischen Arbeitgeberverbandes vom 6. Dezember, der sämtliche Arbeiter in der Stoffbranche aussperrt, werden etwa 30.000 Arbeiter und Arbeiterinnen betroffen. Nette Stübchen. (Schluß.) Sodann aber hatte ein alter Oberförster uns ein kostbares Geheimnis verraten, daß nämlich ohne Maß und Ziel auch im Winter für hungernde Arbeitslose jeder Art in Berlin reichliche Arbeit vorhanden sei, in dem man Tannenwälder mit dem ärmsten Sandboden, durch lieses Ungraben und mit Hilfe des reichlichen Düngers der Stadt Berlin in edle Obstgärten verwandelt. Der Wald erlaubt auch beim härtesten Frost das Eindringen in den Boden, keinem anderen Arheiter wird hier Konkurrenz gemacht und der Ertrag ist bei 20jährigem Untrieb 20mal so groß als des armen Tannenwaldes.— Die Stadtverordneten Berlins aber haben dem Verein in hochherziger Weise für die Arbeitslosen des städtischen Obdachs ein 320 Morgen großes Stück ihres Tannenwaldes auf 18 Jahre unentgeltlich überlossen und ein edler Wohltäter hat für die erste Heimstätte mit 50 Stübchen 10000 Mark geschenkt.— Daraufhin ist der Verein Heffjungstal getrost aus Wirk gegangen. In wenigen Tagen waren die ersten 50 Stübchen mit armen Asylisten gefüllt, die sich fröhlich an die Arbeit gaben. Am 27. Mai 1906, als schon die Erst linge der von unseren Hoffnungstalern gepflanzten Obstbäumchen auf dem von ihnen urbar gemachten Boden fröhlich blüten, erschien unsere Kaiserin mit ihrem Sohn Eitel Friedrich in Hoffaungstal. Letzterem hatte sein Vater Auftrag gegeben, das Protektorat über diese Stiftung, die jüngste der 34 deutschen Arbeiterkolonien, zu übernehmen, deren leutseliger Protektor einst sein Großvater, der Kaiser in der Schnerzenskrone, gewesen. Inzwischen waren aus der einen Heimstätte mit den 50 Stübchen 3 mit 150 Stübchen geworden, und soeben war ein Bet= und Speisesaal fertig geworden, den unser Kaiser für seine ärmsten Brüder von der Landstraße gestiftet hatte. Es war ein herrlicher Frühlingstag, als die Kaiserin mit ihrem Sohn inmitten der armen Landstraßenleute, die nach ihrem ausdrücklichen Wunsch diesmal odenan bei ihr sitzen sellten, nicht die vornehme Begleitung und die fremden Gäste, an dem ersten Gottesdienst in diesem kaiserlichen Landstraßen=Brüder= Betsaal teilnahm. Wie stolz und hoffnungsvoll klangen die Lieder der glücklichen Hoff nungstaler! Die Stübchen hatten Wunder getan. Jedermann war erstaunt über das edle Benehmen und den Fleiß dieser verachteten Landstraßenleute. Aber das Bedürfnis war längst noch nicht gestillt. Es fanden sich täglich aus dem tiefsten Elend der Asyle Leute, die viel lieber im Schweiße des Angesichtes arbeiten als betteln wollten. Besonders aber lag dem Vorstand die große Not der 60000 Jünglinge unter 20 Jahren auf dem Herzen, die in dem tiefen Sumpf der Asyle nur saulenzen, fluchen und lästern lernten. Zunächst im Blick auf sie wurde run ein haldes Stündchen tiefer im Walde am Ufer eines kleinen Sees Lobetal mit 3 Heimstätten und dreimal 60 Stüdchen ins Leben gerufen. Hier sollten diese armen Jünglinge wieder arbeiten, loben und danken lernen. Es fanden sich wirklich liebreiche Herzen genug, die diese 180 Stübchen je 300 Mark schenkten. Auch diese sind schon bis auf den letzten Platz gefüllt und erweisen auch schon ihre heilsame Kraft. Wirklich hört man schon viel Lied und Lobgesang in Lobetal von den Lippen fleißiger Jünglinge. Weit über 1000 sind nach rund dreimonatlichem Aufenthalt, wie wir hoffen an Leib und Seele einigermaßen genesen, wieder in freie Arbeit hinausgezogen, besonders um notleidenden Lundwirten zu helfen. Aber nun kamen schwere Ankagen arbeitsfreudiger Greise gegen uns:„alte schwache Leute, hieß es, nimmt man in Hiffnungstal nicht auf, die doch auch noch so gern sich Stückchen Brot selbst verdienen möchten!“ Diese Klagen schnitten uns ins Herz und haben uns Mut gemacht, nun auch noch ein „Gnadental“ aufzurichten für arbeitsfreudige Greise, deren Elend nicht kleiner ist als das der verfinkenden Jünglinge. Diese Alten äenen freilich mit ihrer viertel Kraft durch Pflanzen und Pflegen der Obstbäumchen nicht soviel verdienen, daß sie davon leben könnten. Allein es ist doch die nützlichste leichteste Arbeit, die für sie zu finden war. Nur bedürfen sie Gnade und Barmherzig keit, darum heißt diese Heimstätte„Gnaden= tal“. Edle verborgene Freunde hatten ungebeten ein Angeld von 10000 Mark— 33 Stübchen für diesen Zweck geschenkt Darum durften wir getrost ans Werk gehen. Zunächst soll Gnadental 80 Stübchen erhalten, dazu ein Bade=, Lese= und Schreibzimmer, ein gemeinsames Wohnzimmer und auch ein Sterbestübchen. Guadental, das schon am 15. ds. Mts. für seinen bereits fertig gestellten Teil eingeweiht werden konnte, liegt auf einem freundlichen Hügel von einem schönen Tannenwald umgeben in der Nähe des kleinen Sees. Der Betsaal, von unserem Kaiser geschenkt, steht natürlich auch allen Gnadentalern offen, vor allem aber die muntere Arbeit an den Obstbäumchen, die für viemanden unter ihnen zu schwer ist. Das sind die„ne'ten Stübchen" von Gnadental, von denen uns gegenwärtig nur noch 23 fehlen und für die wir so gern auch noch danken möchten.— Wer schenkt unseren Alten ein Stüdchen oder einen Teil desselben zu Weihnachten? Bethel bei Bieleseld, 25. Nov. 1907. F. v. Bodelschwingh, Basior em. Duisburg, 14. Dez. In dem benachbarten Merbeck stürzte heute ein Neubau ein. Zwei Personen wurden unter den Trümmern begraben und getötet. Stettin, 14. Dez. Die„Ostsee=Zig.“ meldet: Der 4jährige Sohn eines Arbeiters in Podejusch spielte in der Stube auf einem Stuhle und hatte sich dabei eine Schnur um den Hals gelegt. Während die Mutter die Wohnung vorließ, fiel das Kind vom Stuhle, die Schrur zog sich zur Schlinge zusammin, so daß der Junge erstickte. Paris, 15. Dez. Urber die Verhehrungen, welche der gestrige Sturm angerichtet hat, lausen aus allen Teilen Frankreichs zahlreiche Hiobsposten ein. In Nancy wurde durch den Sturm eine im Bau begriffene Fabrikmauer zum Eir sturz gebracht, als 30 Mauier daran arbeiteten. Einer wur de eetöttt, mehrere andere schwer verletzt. Unter den Trümmern sollen sich noch einige Arbeiter besi den. In Lille und der Umgegend hat der gestrige Sturm gleichfalls großen Schaden angericht t. Zahlreiche Schornsteine wurden umgeweht, Dächer abgedeckt, Bäume entwurzelt und Telegraphenleitungen zerstört. In Paris tobte die ganze Nacht hindurch ein Schneesturm, der großen Schaden angerichtet hat. Aus England werden viele Schiffsunfälle gemeleet. In den französischen Seehäsen sind alle Dampfer überfällig. Tiflis, 14, Dez. Eine etwa 60 Mann starke Räuberbande führte die Entgleisung eines Postzuges auf der Karsbahn herbei, wobei zwei Lokomotivea die Böschung herabstürzten und der Post wagen, zwei Gepäckwagen und der Wagin mit der Schutzwoche des Zuges zertrümmert wurden. Die Räuber beschossen den Zug und schleudetten acht Bomben, von denen fünf explodierten. Die Räuber, von denen vier getötet sind, wurden vertrieben. Vier Mann es Zugpersonals und ein Rekrut sind verwundet. Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 16. Dezember 1907. Mitgeteilt von F. Böckelmann Ww., Bielefeld. Niedrigster Thermometerstand i. d. Nacht+ 0 CC. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 2 CC. Barometer 76,0 cm. Wind: Nord. Himmel: bedeckt. Neuste Nachrichten. Berlin, 16. Dez. Verhaftungen von Anarchisten sind seit kurzer in Berlin und anderen deutschen Städten an der Tagesordnung. Haussuchungen sind bei ihnen alltägliche Erscheinungen. In Berlin sind in den letzten Tagen drei Verhaftungen vorgenommen worden; außerdem sind zwei Anklagen wegen Hochverrats und Aufruhrs zu verzeichnen. Ferner wurde ein auf der Durchreise befindlicher Franzose unter dem Verdacht, Anarchist zu sein, verhaftet. Dresden, 16. Dez. Die Beisetzung der verstorbenen Königin Witwe Carola wird nach folgenden Bestimmungen erfolgen. Die feierliche Ueberführung von der königlichen Villa Strehlen nach der katholischen Hofkirche findet am Dienstag, den 17. ds. Mis., vormittags 9 Uhr, statt. Vor der Beisetzung wird die Leiche in der katholischen Hofkirche aufgebahrt und dem Publikum gestattet werden, die ehemalige Landesmutter zu sehen. Die Leiche wurde in dem Sterbezimmer von dem bekannten Maler Emil Lindner gezeichnet. Die Bilder sollen vervielfältigt werden. Der königlich sächsische Hof hat eine Trauer von 10 Wochen und zwar von Sonntag, den 15. Dezember bis inklusive Sonntag, den 22. Februar angelegt. Die königlichen Hoftheater bleiben bis zum Beisetzungstage geschlossen; dagegen sind Konzerte 2c. nur für heute und am Beisetzungstage geschlossen. Viele Flaggen wehen auf Halbmast. Friedrichshasen, 16. Dez. Die jängst vom Rich übernommene Ballonhalle dis Grasen 8 ppelin am Bodensee ist durch einen O.kan deschädigt worden. Der Vorderteil der Billonhalle ist um 2 Meter gesu ken. Die Spitze des Ballons ist auch in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Schiden wird auf 50000 Mk. geschätzt. Sesteanee Renten-Verelcherunge- Anstet in Berlin Oeffentliche Versicherungsanstält. Einkommenserhöhung, Altersversorgung. Kapftalversicherung für Stuclum, Milltärdienst, Aussteuer.— Aufnahme ohne ärztl. Untersuchung. Portofreler Rentenbezug ohne Lebenszeug nis unter den von der Direktion zu erfahrenden Bedingungen.— Strengste Verschwiegenheit. Nähere Auskunft, Tarife und Prospekte kostenfrei bei: Potthoff& Castanièn in Bielefeld, Obernstrasse 52 Stadt-Theater. Heute: Anfang 8 Uhr. Ende gegen 11 Uhr Ein Wintermärchen. von Shakespeare mit der Musik von Flotow ausgeführt vom verKtärkten städtischen Orchester. Dienstag, den 17. Dezember Anfang 7½ Uhr —— zum letzten Male— Das passendste Weinachtsgeschenk bilden die Dutzendbiletts deren Verkauf im Theaterbureau bis 24. Dezember stattfindet. Geweihe Barmer BankVerein Hineberg, Fischer& Co. Bleietels BIELEFELD. Fernspr. II9 Reichsbankstr. 15 Kapital: Mk. 60000000. Reserven: Mk. 11 500000. Christonum=Artsen aus empfiehlt Heinr. Eckhardt, Reiur, Hog Altstädter Kirchstraße 2. empfiehlt äußerst billig mit mehrjähriger Garantie Taschenuhren, Regulateure, Wanduhren, Trauringe 585 und 560/1000 Golld. Prochen, Medaillons, ketten in Gold, Doublé und Silber, Brillen, Pincenez, Perspektive. raturen werden sorgfältig und billigst mit Garantie ausgeführt. NB. Sonntags geschlassen Eröffnung laufender Rechnunger mit und ohne Kredit. annahme von Geldern zur Gurchrift auf previsionsfreien scheck-Kontl mit günstiger Verzinsung. Verzinsung von Geldern, jo nach Kündigungstrist(DepositenRechnungen) Diskontierung und Einziebung von Wechseln. Ausschreibung von Scheck: Wechseln, Kreditbriefen. An- und Verkauf von Wertpapieren. Einlösung von Zins- und Divjendenscheinen, verlosten und gekündigten Wertpapieren. Annahme und Verwaltung vor Vertpapieren als offene Depöt: unter gesetzlicher Haftung. Verlosung-Kontrolle, Versicherung gegen Kursverlus# usw. Aufbewahrung geschlossener Depôts. Vermietung stählerner Schrankicher(Safes) in feuer- und diebessicheren Tresoren. Wachs, Ceresin, Stearin gelb und weiß. = Lichthalter Ot. Mk. 0,10 bis Mk. 1,00. in größter Auswahl. Felir Battig. nd u e 74 C TIU Co I1 40 10 10 nU Hiermit erinnern wir unsere Mitglieder sh nochmal an die(29 I 40 C Venkanfung der Geschaftsantene, ins fil welche spätestens bis 31. Vezember er., mittags 12 Uhr, geschehen sein muß. un lgsi Auch weisen wir darauf hin, daß die Divi- sn dende seit 40 Jahren mindestens 6% fü beträgt. 90 * allen Ausführungen * Gewerbebank zu Bielefeld r 71 Messer und Gabeln in Francterbeliecte Geflügelscheeren Butter u. Kösemesser Obstmesser u. Ständer Scheeren, Taschenmesser Messerbänschen Läffel in Alpacca u. versilberte Bestecke empfehlen als praktische Weihnachtsgeschenke Die besten Loschausten Regulateure Wicker Wanduhren goldene Uhrketen, Binge, Broden, Radeln. Semi=Emaille=Bülder und echte Emaille=Portraits kauft man am billigsten bei Albert Winkler, Breitestraße 5. Uhrmacher. Breitestraße 5.2 Reparaturen prompt und billigst in eigener Reparatur Werkstatt. s10 71 10 eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. zi gez.: Lindewirth, Obbelode. 155 Für den 5 KröberaThomas.: Für Bäcker! Indischer Syrup, Staubzucker, 0 Bunter Streuzucker, Amonium, Pottasche, 2 Orangeat, Zitronat, Zitronenöl, X Gewürze. s Felix Battig. 4% 0 1500000888889000000 Peihnachts Setler! Haselnüsse, Paranüsse, Lrachmandeln, Traubenresinen, Feigen, Felir Battig. Bielefeld. Zn haben in allen Celesialwaren-, Drogen- und Seifengeschärten. Vellsbungsanzeigen n vornehmer aparter Ausführung liefert schne Buchdruckerei A. von der Mühlen, Bielefeld Wir verzinsen die bestehenden Spareinlagen vom 1. Januar 1908 an, die neuen Spareinlagen sofort mit 3¾ Prozent. Emn is—peir küsse Vielelela. 295. dr Bierteljährlich in der Geschäftsstelle an allen Postanstalt 1.20 M., bei tüglich Zustellung in Bielese 1.40 M., durch Briträger 1,62 M. Besheitungeliche Sistorist 16. Dezember: Natursorscher, zu Mi Colberg ergibt sich Hauser, der rätse gest. 1833.— Alph Schriftsteller, gest. 14 „Derpreuß Klassen, Wir haben schor die obigen Titel konservativen Abg in einem Leitartik heute aus ihr so mit: Preußen ist in bezirke geteilt. D etwa 9000 Bezirk 1500 Mk. zugäng Bezirken(darunter ein Einkommen Ml. den Zutritt 8000(vorwiegend 2400 bis 7000. zirken ist ein grö nicht den 110.: solches von 1800 mehr als 95 9 Kehtalso dem Höhe die zwei Rehnlich günsti, 1. Abteilung aus. Urwahlbezirke gela kommen von weni 1. Abteilung, meist Bezirk. Aber ar städtischen Bezirke reichen 3600 Mk., Mi. aus. Im Bezirken ein Ein 9000 Mk. Nur in bezirke sind die 9 der 1. Abteilung Man kann da preußische Wahlre: Mittelstandes" bez gebenden Epfluß: sondern zum Teil unteren Klassen 5 und Sozialdemokrat wie kommt es den tage unser Handa nicht vertreten ist? stand, wenn sein ist, ihn mindesten schale werfen, um anstatt solcher der zu bringen? Darauf ist zu a unteren Klassen wül in viel größirer A wenn nicht der Mittelstand angesich Verhetzung der Kl Verständnisses für begreifliches Mißtr aus diesen Kreisen Interessen wie die die Hände gesellsch. sichtiger, volksbeliel Hauptschuld daran schwer wird, in de trägt niemand ande katte. Im übrigen sitz tage keineswegs ub sondern allein 134 liche und Aerzte, meinde= und Privat nur 32 Kauflen 33 Rentner un auch Handwerker. Wahlverfahren noch Landlazs„plutokrat Peientwattlich für dau redaktionellen Teil Hermann Lauge, für den Reklame= und Inseraten=Teil R. Trautmann, Druck und Verlag von A. von der Mühlen, sämtlich in Bielefeld. Der pernßsche 9. Verlag von Paui Neu