Historischer Kalender. 11. Dezember: Herzog Alba, spanischer Feldherr, gest. 1582.— Prinz Condé, franz. Feldheer, gestorben 1686.— Karl XII. von Schweden, gest. 1718.— Maxv. Schenkendorf, Dichter, geb. 1788, gest. 1817.— Hofprediger a. D. Stöcker, geb. 1835. König Oskar II. von Schweden, aus dem Hause Bernadotte, war am 21. Januar 1829, als dritter Sohn des Kronprinzen, nachmaligen Königs Oskar I. und seiner Gemahlin Josefine, geb. Prinzessin von Leuchtenberg, in Stockholm geboren, und folgte seinem Bruder, König Karl XV., am 18 S ptember 1872 auf dem Throne. Von Jugend auf wendete er sein Interesse der Marine zu und machte mehrere größere Seeexpeditionen mit. In Upsala hatte der damalige Prinz mit Erfolg studiert, wie er überhaupt den Wissenschaften, namentlich geschichtlichen Forschungen und literarischen Studien mit Vorliebe oblag. Davon geben zahlreiche Werke aus seiner Feder beredtes Zeugnis, wie die geschichtlichen Monographien („Karl XII.“, deutsch 2. Auflage 1875 Berlin,„Prosaische Schriften", deutsch Hamburg 1892, ferner Uebersetzungen von Herders „Cid“ und Goethes„Tasso“ u. a. m.).— Am 6 Juni 1857 vermählte er sich zu Biebrich bei Wiesbaden mit Prinzessin Sophie von Nassau, Tochter des 1839 verstorbenen Herzogs Wilhelm von Nassau. Der Ehe entsprossen vier Söhne: der Kronprinz und nunmehrige König Gustav(geb. 1858), Prinz Oskar(geb. 1859), Prinz Karl(geb. 1861) und Prinz Eugen(geb. 1865). Der„Reichsanzeiger“ widmet dem verewigten König folgenden Nachruf: In aufrichtiger Trauer nimmt das deutsche Volk an dem Hingang dieses edlen Herrschers teil. Drei deutschen Kaisern in steter, im Leide bewährter Freundschaft verbunden, deutschen Fürstengeschlechtern und durch die Gemahlin seines Nachfolgers, des nunmehrigen Königs Gustav V., auch dem Hohenzollernhause eng verschwägert, war König Oskar kein Fremder in deutschen Landen. Wie ihm Seine Mojestät der Kaiser in herzlicher Verehrung zugetan war und diese unter anderem durch die Ernennung zum Großadmiral der Kaiserlichen Marine bekundet hat, so galt König Olkar unserem Volke als treuer, aufrichtiger Freund des Deutschen Reiches. In seiner Person verkörperten sich die regen geistigen Beziehungen zwischen beiden Völkern, unsere Künstler und Gelehrten schätzten ihn hoch als verständnisvollen Förderer aller kulturellen und idealen Bestrebungen. Auch wird man bei uns nicht vergessen, daß ihm die Pflege auch des wirtschaftlichen Verkehrs zwischen Schweden und dem Deutschen Reiche stets am Herzen lag. Das Andenken des entschlafenen Königs wird auch in Deutschland hoch in Ehren gehalten werden. Der Block. Einem längeren Artikel der„Kreuz=Ztg.“ entnehmen wir folgende Betrachtungen: Was die Führer der nationalliberalen Reichstagsfraktion bewogen hat, gegen die Regierung oppositionelle Reden zu führen und auch die Konservativen herauszufordern, ist ganz durchsichtig: die Uneinigkeit in der eigenen Partei läßt es ihnen ratsam erscheinen, einen„entschieden liberalen“ Ton anzuschlagen. Dagegen ist an sich nicht das mindeste einzuwenden. Es fragt sich nur, ob die Zeit dazu richtig gewählt war, und ob die Form dem Zweck entsprach. Die Konservativen und die Freifinnigen haben durch ihr ganzes Verhalten im Reichstage den Beweis zu liefern gesucht, daß es ihnen mit der Unterstätzung der Bülowschen Politik ernst ist; sie sind vom Gouvernementalismus so weit entfernt wie je, aber sie wissen, daß sie ihrer eigenen Sache nützen, wenn sie sich den anderen Parteien des Blocks gegenüber zu friedlichen Verhandlungen und zu Komp omissen geneigt zeigen, auch daß sie von dem Reichskanzler sich des weitesten Entgezenkommens versehen dürfen, wenn sie seine gesetzgeberischen Pläne nach Möglichkeit, d. h. ohne Aufgabe ihrer Grundsätze, fördern; über dem allem steht noch die Gewißheit, daß Fürst Bälow nicht im Amte bleiben will, wenn der Block vor einer großen gesetzgeberischen Aufgabe von nationaler Bedeutung versagt, und daß sein Scheiden allen Blockparteien gleich unerwünscht sein würde. So halten Konservative und Freisinnige trotz eines ihnen ebenfalls gemeinsamen Zweifels an der Beständigkeit des Blocks eine leidenschaftslose, nichts überstürzende Behandlung der vorliegenden Aufgabe zur Zeit für die einzig richtige Politik, und ihre Reden gaben das deutlich zu erkennen. Wir stehen nicht an auszusprechen, daß uns bei den Freisinnigen diese Mäßigung nach den aufgeregten Debatten in ihren Vereinen und nach den intranfigenten Artikeln mancher ihrer Zeitungen überrascht, und daß uns nach dieser Erfahrung ein Zusammenarbeiten der Blockparteien auf einer mittleren Linie aussichtsvoller erscheint, als zuvor. Die nationalliberalen## Führer Bassermann und Paasche dagegen sind offenbar mit der Absicht aus den Ferien gekommen, alsbald die Herrschaft ihrer Fraktion im Block aufzurichten, nicht dem Reichskanzler die Führerschaft zu überlassen, sondern selbst Ziel und Tempo zu bestimmen, und zwar nach einem den Jungliberalen angepaßten, in Wiesbaden vereinbarten Programm. Es bleibt aber zu wünschen, daß sich die Nationalliberalen eine andere Führung wählen. Zu dem Abgeordneten Paasche, der sich auf Erzbergersche Abwege verirrt und den guten Grundsätzen der Partei nicht genügend Rechnung getragen hatte, sowie zu dem unklaren, die Folgen nicht übersehenden Abg. Bassermann werden die Führer der anderen Parteien kein rechtes Vertrauensverhältais gewinnen lönnen. Doch das ist Sache der Nationalliberalen. Sie werden schon selber einsehen lernen, daß ihr Eir fluß im Block nicht einzig und allein auf ihrer„zentralen Stellung“, sondern auch auf den Garantien beruht, die ihre Führer dieten können. Ein Lehrer in einer osipreußischen Gemeinde hatte geglaubt, ungestraft dadurch seine Amtepflichten verletzen zu dürfen, daß er freireligösen Religionsunterricht erteilte, beispielsweise die Geschichte vom Sündenfall und andere biblische Lihren als Legenden bezeichnete und schließlich in einem Artikel der L hrerzeitung für Ost= und Westpreußen“ unter der Ueberschrift: Die Gewissensfreiheit der Geistlichen und Lehrer sich zu rechtsertigen versuchte. Es wurde selbstverständlich gegen diesen Lehrer das Disziplinarverfahren eröffget und, da seine Verfehlungen offenbar sehr schlimmer Natur waren, auf Amtsentsetzung erkannt. In der sozialdemokratischen Presse wird an diesen Fall die Bemerkung geknüpft, dadurch werde den Lihrern praktisch bewiesen, daß sie in Preußen keine Gevissensfreiheit besäßen. Handelt es sich hier wirklich um Gewissensfreiheit? Keinesfalls! Der Lehrer hat die Pflicht, seinen Religionsunterricht nach ganz genau bestimmten Vorschriften zu erteilen. Wer sich dem Lehrerstande widmet, der weiß von vornherein, daß er diese Pflicht auf sich zu nehmen hat. Schon in den Präparandenanstalten und auf den Seminaren wird dem angehenden Lehrer kein Zweifel darüber gelassen, daß er nicht lehren darf, was er will, oder was er nach seiner„Ueberzeugung" für „recht“ hält, sondern was ihm im Lehrplan vorgeschrieben ist. Wer sich solcher Pflichten nicht gewachsen fühlt, muß dem Lehrerstand fernbleiben. Es wäre noch scöner, wenn in Aemtern jeglicher Art eine sogenannte Gewissensfreiheit geduldet würde, nach der jeder handeln könnte, wie es seiner augenblicklichen„Ueberzeugung“ entspricht. Wenn die Sozialdemolratie, um die Lehrer anzureizen, für sie eine Gewissensfreiheit sordert, die nicht statuiert werden kann, so hat diese das mindeste Recht dazu. Innerhalb der sozialdemokratischen Partei ist bekanntlich überhaupt von Meinungs= und Gewissensfreiheit keine Rede. Wer nicht bis ins Kleinste pariert, der„fliegt". Man rede also doch nicht in Sozialistenblättern von Freiheiten, die überall weit höher geachtet und weit ausgiebiger gewährt werden als in der volksbeglückenden Sozialdemokratie. Eine neue Blüte der Dienstbotenbewegung. In Bayirn wird unter der Führung des Zentrumsabgeordneten Heim eifrig an der Entfachung einer allgemeinen Dienstbotenbewegung gearbeitet. Man gründet dort zahlreiche Dienstbotenvereine, die im Anschluß an die katholischen Bauernvereine auch auf dem platten Lande eingeführt werden. Die Väter dieser Bewegung suchen durch allerlei Fürsorgepläne Stimmung für ihr Unternehmen zu machen. So wird vorgeschlagen, die bayrische Regierung solle einen Kredit von 10 Millionen bewilligen, um den Dienstboten das Selbständigwerden zu ermöglichen— der jedoch nur für Vereinsmitglieder zur Verfügung stehen soll. Ein anderer Vorschlag geht dahin, daß den Dienstboten, die 15 Jahre treu und fleißig gedient hätten, eine Prämie von 1000 Mark gewährt werden solle. Also eine Art Kapitulanteuprämie, die dadurch aufzubringen wäre, daß die Dienstherrschaften zwei Drittel, die Dienstboten ein Drittel der„Prämie“ aufzubringen hätten. Danach würde jede Herrschaft für das Jahr für je einen Dienstdoten rund 44 Mk. zu zahlen haben, während der Dienstbote pro anno für seine eigene Prämiierung über 22 Mark jährlich von seinem Lohn abgeben müßte. Man sieht, was für seltsame Blüten die Dienstbotenbewegung hervorbringt. Aus dem deutschen Reiche. Berlin, 10. Dezember. Die Kaiserin wird morgen abend wieder von Karlsruhe abreisen und Donnerstag früh in Potsdam eintreffmn. Der Königliche Hof legt heute für den König von Schweden die Trauer auf drei Wochen, und zwar bis einschließlich den 29. Dezember, an. Aus Schwerin wird gemeldet: Die Kaiserin=Witwe von Rußland und der Herzog und die Herzogin von Cumberland sind heute abend mit dem) Großherzog und der Großherzogin, die ihnen bis Warnemünd entgegengereist waren, zum Besuche am hiesigen Hofe eingetreffen. Der Reichskanzler Fürst Bülow hut dim Oberpräsidenten von Schlesien Grafen Zedlitz und Trützschler ein sehr warmes Glückwunschschreiben zur Vollendung seines 70. Lebensjahres gesandt. „Stets bereit“, so heißt es darin,„Ihre Persö. lichkeit in aufopferungsvoller Weise für die großen Aufgaben der Staatsverwaltung einzusetzen, und unterstützt durch das ein dringendste Verständnis für die praktischen Bedürfniss: unserer Zeit, haben Sie in erfolgreichster Wirksamkeit Ihren Namen mit der Geschichte der inneren Entwickelung unseres Vaterlandes unlöslich verknüpt.“ Das preußische Staatsminister ium trat unter dem Vorsitz des Fürsten Bülow heute zu einer Sitzung zusammen. Der neu ernannte sächsische Kultusminister Dr. Beckh wird sein Amt am 15. Januar antreten. Der Seniorenkonvent einigte sich heute dahin, daß die Weihnachtsferien für den Reichstag am Sonnabend beginnen. Die Kommission des Reichstages für die Beratung der Abänderung der Majestätsbeleidigungsparagraphen beendete die erste Lesung. Eine Einigung mit der Regierung ist nicht zustande gekommen. Die wesentlichste Bestimmung befindet sich in dem neuen§ 101 a, der in folgender Fassung angenommen wurde:„Die Beleidigung ist nur dann auf Grund der§§ 95, 97, 99 und 101 strafbar, wenn sie öffentlich oder in Anwesenheit des Beleidigten böswillig und mit Ueberlegung begangen wird. Die Verfolgung verjährt in sechs Monaten. Das Verzeichnis der Mitglieder des preuß. Abgeordnetenhauses ist soeben ausgegeben worden. Danach zählen die Konservativen 142, die Freikonservativen 65, die Nationalliberalen 76, die Freisinnige Volkspartei 24, die Freisinnige Vereinigung 9, das Zentrum 95, die Polen 13 Mitglieder, fraktionslos sind 8. Erledigt ist das Mandat von Trier. Von den 432 gegenwärtigen Mitgliedern sind 100 Mitglieder des Reichstages. Seit dem Schluß der letzten Session sind 10 neue Abgeordnete gewählt, wiedergewählt worden(Rudorf, kons., 2 Minden). Die neuen Herren sind: 1. Kesternich(Ztr., 1 Nachen) für Prinz Arenberg(Ztr.), 2. Held(fraktionslos, 6 Stade) für Helfe(nl.), 3. Dr. v. BoßBerkenbrügge(kons., 1 Frankfurt) für v. Schuckmann(kons.), 4. Hoff(frs. Vag, 14 Schleswig Hollstein) für Wolgast(frs. Volkspt.), 5. Heine(nl., 6 Hildesheim) für Dr. Eck.l:(nl.), 6. Merrin Oels (freik., 3 Breslau) für v. Kardorff(freik.), 7. v. Bock,(freik., 1 Mersedurg) für v. Linnenthal(kons.), 8. Witting(nl., 4 Stade) für Dr. Brandt(ul), 9. Graf Reventlow(kons., 7 Schleswig) für v. Bülow Bothkamp(kons.), 10. Burchard (kens., 2 Königsberg) für v. Perbandt=Windekeim(kons.). Aus dem Wien, 10. Dez. Das Abgeordnetenhaus simmte dem Antrage, den Ausgleichsvorlagen die Dringlichkeit zuzuerkennen, bei. (Pfuirufe bei den Tschechisch=Radikalen und Kroaten.) Alsdann begann die General= debatte über die Ausgleichsvorlagen, die morgen fortgesetzt werden soll. Pietermaritzburg, 10. Dezbr. Der verhaftete Häuptling Dinizulu ist gestern abend in Mongoma eingetroffen und den Zivilbehörden übergeben worden. Teheran, 9. Dezbr. Die persische Regierung hat heute die Entschädigungsansprüche für die schon mehrere Monate zurückliegende Ermordung des deutschen Missionars Damman in der Provinz Aserbeidschan formell anerkannt und versprochen, 12000 Mk. in einem Monat und den Rest von 48000 Mk. nach drei Monaten zu bezahlen.— In Täbris ist, heute der Polizeipräsident ermorde worden. Hongkong, 10. Dez. Dem„Reuterschen Bureau" wird aus Kanton gemeldet: Die Aufständischen sind weiter in die Provinz Kwangst eingedrungen, und haben drei Befestigungen zwischen Lungschow und Langson eingenommen. Das Kriegsrecht ist erklärt worden. Schanghei, 8. Dez. Die Umtriebe der geheimen Sekten in Tsche=Kiang gegen die Dynastie sind im Zunehmen begriffen insolge der Zusage Chinas an Eggland, betreffend die Anleihe für die Eisenbahnen Su=Tschu— Hang=Tschu— Ningpo. Unter den Chinesen laufen Gerüchte um, England bereite die Landung von Truppen vor, falls Unruhen ausbrechen sollten. Die chinesische Regierung hat den Gonverneur angewiesen, Truppen bereit zu halten. An der Küste von Tsche=Kiang liegen zwei chinesische K1rKirche, Schule und Mission (Notlage der Gosnerschen Kolsmissien.) Aus Indien, dem Gebiete der Goßnerschen Kolsmission, kou men traurige Nachrichten. Eine Hungersnot steht vor der Tür, die, wenn nicht schlimmer, so doch ebenso schwer sein wird, wie die des Jahres 1896. Die Regierung, die sorst nur schwer an eine Hungersnot glauben will, läßt diesmal schon bei den Missioraren Umfrage über den Ausfall der Ernte halten. Seit 11 Jahren hat es eigentlich keine wirklich gute Ernte gegeber, und jetzt, inmitten der Ernte müssen schon unerschwingliche Preise gezahlt werden. Die Regierung will diesmal anscheinend nichts versäumen; aber halb Jadien wird von der Not betroffen. Da nun auch für die Christen das Schlimmste zu befürchten ist, hat der Missionsvorstand das Berliner Kuratorium um einen Zuschuß von 10000 Rs. zur Aufrechterhaltung der Schulen gebeten. Aber die Lage hat sich noch verschlimmert und jetzt ist aus Jadien ein neuer drinzender Ruf ergangen, um wenigstens die Angestellten der Mission durchzubringen. Für die großen Massen wird ja die Regierung sorgen müssen. Und und soll die an sich schon so schwer bedrängte Goßner=Mission plötzlich noch 30000 M. aufbringen! Das Kuratorium hat das Geld nicht schicken können. Es hefft zuversichtlich, daß weite Kreise hier mitheisen werden, daß deutsche evaugelische Cheisten an die deutschen Missionare draußen, an ihre Familien, an die Schulkinder der deutschen Mission, an ihre Lehrer und Prediger denken und sie in der Bedrängnis einer Hungersnot nicht im Stiche lassen werden. Die Goßnersche Mission(Friedenau bei Berlin, Handjerystraße 19/20) nimmt Gaben entgegen. (Dieevangelische Bewegung) macht in Rom bedeutende Fortschritte, besonders durch die Arbeit der Waldenser=Kirche wird sie gepflegt und gesördert. Im Jahre 1848, als die Waldenser noch eingeschlossen waren in ihren Tälern, hatten sie 15 Pfarreien und 16 Pastoren, am Ende des Jahres 1907 zählte man 107 ordinierte Pistoren. Diese Bewegung erfreut sich mit Recht auch der Unterstützung der deutschevangelischen Christenheit. Zur Zeit reist der Pastor Eoission aus Mailand durch Westfalen; derselbe ist gern bereit, in Vor träzen und Predigten über den Fortgang der evangelischen Bewegung in Italien zu berichten. Er befindet sich zur Zeit in Witten a. Ruhr im evangelischen Gemeindehause. Aus den Parlamenten. Deutscher Reichstag. 70. Sitzung vom 10. Dezember 1907, 1 Uhr. Der Reichstag setzte am Dienstag die erste Lesung des Reichsvereinsgesetzes fort. Der Sitzung wohnte in der Hofloge der Kronprinz bei. Erster Redner war der Lothringer Grégoire, der lebhafte Klagen darüber führte, daß Lothringen mit seiner loyalen Bevölkerung fortan unter dem Spracher paragraphen zu leiden haben solle. In einer lebhaften und witzigen Rede wandte sich Abg. Dr. Müller=Meiningen(fes. Vp.) insonderheit gegen die Montagsrede des Abg. Trimborn, dem er nachwies, daß er sich noch vor kurzem im Reichstage gegen die Zulassung der Frauen zu politischen Versammlungen ausgesprochen habe. Unter scharfen Ausfällen mißbilligte er die Agitation des Zenkrums gegen den Kanzler und erklärte sich bereit, einige Bestimmungen des Gesetzes noch schärfer zu fassen. Zum Sprachenparagraph kündigte er an, seine Partei werde versuchen, in einer Neufassung des§ 7 den berechtigten Interessen der Deutschen und der Polen gerecht zu werden; j edenfalls sit die Vorlage als erfreulicher Fortschritt anzuerkennen. Die Beschwerden des Abg. Fürsten Radziwil! wies Staattsekretär v. Bethmann=Hollweg unter lebhaftem Beifall der Rechten zurück Es sei Pflicht des deutschen Reiches, der vom Osteu andrängenden slawischen Welle einen Wall entgegenzustellen. Hingegen seien die Bedenken des Abg. Grégoire hinsichtlich Lothringens gegenstandslos. Abg. Kolbe(Rp) wandte sich gegen die schrankenlose Zulassung der Jugend zu den Versommlungen. Abg. Dr. Pachnicke(srs. Vag.) erkannte die Vorlage als Fortschritt in freiheitlicher Richtung an und betonte zum§ 7, die polnischen Provinzen müssen untrennbar mit Preußen verbunden sein, aber§ 7 sei eine Ausnahmebestimmung und er sei unzweckmäßig. Abg. Roth(wirtsch. Bag) stellte sich der Vorlage freundlich gegenüber, während Abg. Haussen (Däne) gegen§ 7 schwere Angriffe richtete.— Die Beratung wird am Mittwoch fortgesetzt. der Generalsynode 1907. 2. Sitzung. Dienstag, den 10. Dez. 1907. Am Sonntag, den 8., fand im Dome, dessen gewaltige Räume bis auf den ltzten Platz gefüllt waren, zur Eröffnung der Ge eralsynode ein von weihevollen Gisängen des Domchors verschönter Gottesdienst statt, bei dem Generalsuperintendent Jacobi=Magdeburg die Predigt auf Grund von Luk. 21, 29—33 hielt. Wir lauschen auf:„Den Adventstrost des Herrn an seine Kirche; 1. Tröstlich ist sein Vergleich und 2. Unaufhaltsam kommt sein Reich.“ Die 2. Plearsitzung wurde heute um 2 Uhr mit Gebet(Syn. Niederstein=Lüdenscheid) eröffnet. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen und nach Vereidigung zweier neu eingetretenen Mitglieder wurde der Antrag Graf Hohenthal „Heranziehung gewerblicher Unternehmungen zu Kirchensteuern" vom Antragsteller selbst erörtert. Der Antrag lautet: Hochw. Generalsynode wolle beschließen: den Ev. Ober=K=Rat zu ersuchen, bei der Königl. StactsRegierung dahin vorstellig zu werden, daß eine auf staatsgesetzlicher Grundlage ermöglichte Heranziehung derjenigen gewerblichen Unternehmungen baldtunlichst herbeigeführt werde, durch die eine außergewöhnlich starke Vermihrung der Kirchengemeinde infolge Zuzugs von Arbeiterfamilien stattgefunden hat und erhebliche Auswendungen für kirchliche Einrichtungen notwendig wurden.“ Der Vortragende weist darauf hin, daß Graßunternehmer, die freiwillig alle nötigen Opfer für kirchliche Zwecke bringen, außerordentlich selten sind, besonders wo Aktien Gesellschaften und Gewerkschaften in Frage kommen. Das Zurückgreisen auf die Unternehmer entspricht der Billigkeit. Ebenso wie den Unternehmern das Gesetz außer der Lohnzahlung die Fürsorge für das materielle Wohl ihrer Arbeiter in der Alters= und Invaliden= versicherung auferlegte, kann man auch von ihnen Leistungen zwecks Beschaffung der nötigen geistlichen Pflege verlangen. In der Besprechung erklärte sich Syn. Fabrikant Franken= Gelsenkirchen gegen den Antrag Hohenthal, mit dem Hinweis auf die gegenwärtige schwierige finanzielle Lage und die bis her schon freiwillig bewiesene reiche Opferfreudigkeit evangelischer Fabrikanten des westlichen Industrie= gebietes. Syn. D. König=Witten bestätigt die Ausführungen des Vorredners, zieht dann aber aus der freiwilligen kirchlichen Fürsorge einer Anzahl industrieller Unternehmer die Folgerung, nun auch die übrigen in dieser Beziehung sich zurückhaltenden auf gesitzlichem Wege mit den Kosten kirchlicher Einrichtungen zu belasten. Der Antrag wird schließlich mit sehr großer Mehrheit angenommen. Ueber die Anträge betr.„Verbesserung der materiellen Lage der Küster" berichtet Syn. Superintendent Meisner= Tschöplowitz. Der Antrag der Kommission, diese Petitionen dem Eo Ober=K.=Rate als Material für ein etwa wünschenswert erscheinendes erneutes Vorgehen in der Angelegenheit zu überweisen, findet einstimmige Annahm Schluß der Sitzung 3¾ Uhr. 3. Plenarsitzung, Mittwoch 2 Uhr. Gericht und Bielefeld, 7. Dezember.(Strafkammer.) Der 17 Jahre alte Kaufmannslehrling P. O. von hier erhielt wegen grober Fahrlässigkeit und deren schweren Folgen, Erschießung des Lehrlings Der letzte Erzählun, aus dem poln. Aufstande im Jahre 1848. Von L. Ideler. 31)(Nachdruck verboten.) „Auf den Gütern hat es schon ein paarmal Krawall mit bea Polen und uns gegeben, aber es war nicht der Rede wert. Einige Soldaten sind verwundet, einige Polen erschossen, aber bislang doch immer nur einzelne. Wenn wir uns aber einmal ernstlich schlagen, bann geschieht es in W.; darauf können der Herr Leutnant sich verlassen. Die garze Bürgerschaft ist polnisch; die wenigen Deutschen, die dort wohnen, sind farchtbar unbeliebt; alle Tage sind in den Gotteshäusern, die immer überfüllt sind, Versammlungen, und öffentlich werden dort die aufreizendsten Reden gehalten. „Aber mindestens die Hälfte unseres Reziments, der Oberst an der Spitze, liegt doch in W.?“ fragte der Leutnant „Und außerdem ein ganzes Bataillon Insanterie. Jetzt dürfen sich die Bürger auch nicht rühren. Aber es heißt, die Infanterie soll wieder fort. An andern Stellen der Provinz hat es schon mehr und ernst iche Zusarmenstöße gegeben. Hier sind im ##rzen zu wenig Menschen; die Ortschaften liegen so sehr vereinzelt, oft meilenweit auseinander. Außerdem sind die Dö.fer sehr klein. Da sind wir Husaren viel besser am Platze; wir können zu Pferde die Gegend abpatrouillieren und halten die paar Menschen schon im Schach!“ „Sie kommen aus W?“ fragte Arnau. „Zu Besehl, Herr Leutvan!! Der Herr Oberst meinte, Herr Leutnant wärden wohl nicht lange mehr in Staniczkowo bleiben, Sie würden hier abgelöst.“ Arnau nahm diese Mitteilung mit sehr gemischten Gefühlen auf. So ungern er auch in einem Hause verweilte, in dem man ihn als Feind ansah, so sehr beglückte ihn doch wieder die Nähe Annas. Sie hatte ihn vom ersten Augenblick an, in dem er sie sah, bezaubert; jtzt wußte er, daß er sie liebte, seit sie mit weicher Hand seine Wunden verband und sich bitterlich grämte, daß es so hatte kommen müssen. Das Herz des sonst so fröhlichen jungen Offiziers war gefangen; der Jugendübermut, der sonst noch in ihm schäumte, war verflogen; er Auge sehen mußte, erst vollends zum Manne #reift. Und als ein fester, zielbewußter Mann liebte er Anna von Stanicz. Aber lag nicht zuviel zw'schen ihnen? Würde die Benderolt mit einem Taschenteschin, 6 Monate Gesängnis. Der Gerichtshof lehnte es ab, ihn der bevingten Begnadigung zu empfehlen— Der Fabrikarbeiter W. H. von Heepen erhielt wegen schwirer Körperverletzung im Rückfalle eine Gesängnisstrafe von 8 Monaten.— Der Oberkellner F. W. von Minden war vom Schöffengericht zu Minden von der Anklage des ihm zur Last gelegten Diebstahls freigesprochen worden. Die Berufung der Staatsanwaltschaft wurde verworsen.— Eine rauflustige Gesellschaft ist am 27. April dss. Is. ohne jegliche Veranlassung über den Schiffer Otto Krüger hergesollen. Zunächst hat ihn der Arbeiter C. R. von Minden, ein wegen Körperverletzung und ander Vergehen vorbestrafter Mensch, mit einem Stück von einem Backsteine über den Kopf geschlagen, worauf ihn dann der wegen Kö perverletzung vorbestrafte Arbeiter F W. von Leteln, der Arbeiter H Sch. von Leteln, der Arbeiter W. D. von Dankersen bei Minden und der Schiffer W. B. von Leteln verfolgt und mit Latten gemeinschaftlich mißhandelt haben sollen. Das Schössengericht zu Minden, welcher sich schen mit dieser Sache befaßt hat, hatte alle Angeklagten der gemeinschaftlichen gefährlichen Körpeiverletzung für schuldig gefunden, den R. zu 3 Monaten und jeden der anderen Angeklagte zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Hiergegen hatten sämtliche Angeklagten und auch Nebenkläger Berufung eingelegt. Die Strafkammer kam bezüglich der Angeklagten Sch. und B. zur Aufhebung des ersten Urteils. Während Sch. statt der 2 Monate drei Monate Gefängnis erhielt, wurde B. freigesprochen. — Der Zigarrenarbeiter W. W. von Großendorf war vom Schöffingericht zu Rahden wegen Körperverletzung zu einer Gefängnisstrafe von 5 Monaten verurteilt worden. Die Strafkammer hob das erste Urteil auf und erkannte gegen den Angeklagten auf nur 2 Monate Gefängnis. Lokales und 11. Dezember. *(Aus der Magistrats=Sitzung.) Dem Beschluß des erweiterten Bauausschusses über das Preisausschreiben in betreff der Mädchen= Mittelschule wurde zugestimmt.— Anstelle des Fräulein Tadcy ist die Hilfslehrerin Fräulein Hungar zur Lehrerin und Fräulein Kolster zur Hilfklehrerin an der Auguste ViktoriaSchule ernannt worden. (Die nächste Stadtverordnetensitzung,) die letzte in diesem Jahre, findet, nach dem„Gen. Anz., am Freitag, den 20 Dezember, statt. (Wiederwahl.) In dem Verein der Direktoren an preußischen höheren Lehranstalten für Mädchen ist der Direklor unserer städtischen höheren Töchterschule Herr Schulrat Dr. Gerth, wiederum auf drei Jahre in die ehrenvolle Stellung des 1. Vorsitzenden gewählt worden. Er wurde vor einigen Wochen von dem Kultusminister empfangen, um die Wünsche des DirektorenVereins zur Mädchenschulreform vorzutragen.(G.=A.) (Lebens mittelpreise.) Wie die amtliche„Statistisch: Korrespondenz“ mitteilt, zeigen die Weizenpreise im November d. J. überwiegend Ermäßigungen, während die Roggenpreise meistens noch weiter gestiegen sind. Die vorhandenen Steigerungen betragen beim Weizen: in Bcomberg 7, in Köslin 5, in Königsberg i. Pr., Danzig und Koblenz je 3, in Frankfurt a. O. 2, in Posen, Hille a. S. und Cassel je 1 Mark; beim Roggen: in Trier 11, in Paderborn 6, in Köslin, Bromberg, Gleiwitz und Frankjurt a O. je 5 in Posen, Breslau, Berlin, Cassel und Koblenz je 4, in Königsberg i. Pr. 3, in Danzig und Görlitz je 5, in Steitiu, Stralsund, Magdeburg und Hannover j: 1 Mark. Die Ermäßigungen betragen beim Weizen: in Hanau und Aachen je 9, in Neuß 8, in Gölltz 4, in Stettin 2, in Breslau, Berlin, Magdeburg, Kiel und Oknabrück je 1 Mark; beim Roggen: in Aachen 3, in Kiel und Ofnabrück je 2 Mk. Die Preise der verschiedenen Fleischsorten sind im Durchschnitte der 23 Märkte durcweg etwas gesunken. (Weihnachtskonzert in der Altstädter Kirche.) Zum Bistin der Ge meindearmen gedenkt der Verein für kirchlich: Masik, am 4 Akvent, den 22. d. Mis, abends 8½ Uhr sein übliches Weihrachtskonzert zu veranstalten! Als Solist ist ein janger Geiger Herr Otlo Müller von hier, Schüler von Pros ssor Sahla in Bäckeburg, gewonnen der sein respektables Können gern in den Dienst der Wohltätigkeit stellen und neben Kompositionen von Bach, Haendel und Alb. Becker auch solche altitalienischer Meister vo.tragen wird. Der Chor beteiligt sich mit Tonsätzen abventlichen und weihnachtlichen Charakters von Eccar), Bach, Bortniansky u a. Dazu werden Orgelvorträge Bachscher Werke geboten. Schon um seines Zvcckes willen ist dem Unternehmen gutes Geliugen und zahlreicher Besuch zu wünschen. S§(Im städtischen Krankenhaus=) betrug der Bestaud am 31. Oktober 1907, 121 Kranke. Der Zugang im Monat November, 99. Als geheilt wurden entlessen 83, als gebessert oder aus arderen Gründen 15, es starben 2. Die Tobe#ursoche der letzteren war, Nierenen tzündung und Lungenentzündung. Im Bestande verblieben am 30. November 120. Tagesdurchschnittsbestand 122 Kranke. (Die Sterblichkeit in deutschen Orten) mit 40000 und mehr Einwohnern.(47. Woche, vom 17. bis 23. November 1907): Bielefeld steht von 110 deutschen Orten mit 40000 und mehr Einwohnern hinsichtlich der niedrigsten Z'ffer der Sterbefälle an 3. Stelle. (Stadttheater.)„Krieg im Frieden“. Das bekannte Lustspiel von Moser u. Schönthan ging gestern abend im Stadttheater über die Bretter. Die Aufführung verdiente mit Recht den reichlich gespendeten Beifall; für Herr Direktor Berstl ist es nur zu bedauern, daß das Haus so mäßig besetzt war. Aber die Feiertage scheinen heuer ihre Schatten früh vorher zu wirfen. Gespielt wurde ganz brillant; man merkte, daß alle Darsteller mit Lust und Liebe bei der Sache waren. Die beste Leistung bot Frl. Carla Bieloff als Ilka Etris; ihr Spiel war temperamentvoll, prickelnd bis in die Fingerspitzen. Mit Leichtigkeit beherrschte ihr klangvolles Organ den gutturalen Anklang der ungarischen Sprache. Den anderen Damen ein Gesamtlob. Von den Herren schnitt Herr Lindemann als Apotheker Hofmeister am besten ab, in der Maske vorzüglich waren die Herren Bugge, Häberling, der polnische Bursche (H. Felden) war ausgezeichnet. Die Inszenierurg hatte mit vielen Kunstsinn Herr Oberspielleiter Steeger ausgeführt. (Aus dem Theaterbureau) wird uns geschrieben: Aus Anlaß des 75. Geburtstages von Björnstjerne Björnson, eines Führers in der Weltliteratur, der seit zwei Jahrzehnten auch in Deutschland, namentlich auf dramatischem Gebiet das Bürgerrecht erworben hat, veranstaltet die Direktion am Donnerstag eine Festoorstellung, in der des nordischen Dichters erfolgreichstes Schauspiel„Ein Fallissement“ zur Aufführung gelangt. Für Sonnabend ist als Vorstellung zu kleinen Preisen Wildenbruchs„Die Rabersteinerin" angesetzt, zu der sich unter andern auswärtigen Besuchern der Lehrkörper und 100 Studierende des königlichen Seminars in Herford angemeldet haben. polnische Familie jemals die Hand ihrer Tochter in die eines preußischen Ofiziers legen? Und liebte die junge Polin ihn selbst? Arnau konnte es nicht bejahen, obgleich er es hoffte. Wohl war sie jitzt weich und liebenswürdig, aber war es am Ende nur das Mitleid mit seiner Verletzung? Wenn er zum zweitenmal es wagte, ihr von seiner Liebe zu sprechen, würde sie ihn nicht abermals zurückweisen? Alle diese Fragen durchkreuz'en seinen Kopf, und auf alle fand er keine Antwort. Nur das eine wußt: er, daß es ihm sehr schwer werden würde, wenn er jetzt schon von Staniczkowo scheiden sollte. Er wußte nicht, kam er jemals dorihin zurück? Doch gehorcht der preußische Soldat seiner Pflicht; urd war das, was ihm im Herzen glänzend emporstieg, nur ein Traum, so vergrub er ihn im Herzen, in der Stille. Den andern Tag schon durfte er das Zimmer verlassen. Mit verbundenem Kopfe, auf den nur lose die Mütze gedrückt war, ging er dem Parke zu, den respektvollen Gruß des alten Kasimir freundlich erwidernd. Er sah in das vernarbte Gesicht des Veteranen, und wieder überkam ihn ein tiefes Bedauern mit dem unglücklichen Volke. Gewiß waren einzelne schlechte Elemente darunter, aber so mancher reine, edle Charakter wurde mit in den Strom des Verderbens gezogen und sank darin für immer unter. Ee schritt gedankenvoll den einsamen steig entlang. An einer Hecke begegnete ihm plötzlich der Hausherr. Der Pole stutzte und wollte mit etwas verlegenem Gruße verüherschreiten, aber Arnau eilte auf ihn zu und bot ihm die Hand. Mit augenscheinlicher Freude erwiderte Stan'cz die Begrüßung; dann sagte er, auf den Verband des Offiziers deutend: tut mir aufrichtig leid, Herr Leutnant, daß es so kommen mußte. Niemand von uns hat es beabsichtigt.“ „Ich weiß es, und Ihr Fräulein Techter pfleg: mich in ihrer selbstlosen Gäte. Ihr allein danke ich es, wenn ich bald wieder hergestellt bin.“ „Nun, Herr von Arnau, das ist aber doch selbstverständlich!“ rief der Pole lebhast.„Wenn einer der Uaseren Sie verletzt hat.....“ Er brach ab, denn in tiefer Beschämung gedachte er der Vorgänge, die sich in jener Nacht auf der Parkwiese abgespielt hatten.„Neiv, nicht einer der Unseren!“ murmelte er.„Ein Schuft ist dieser Konstantin, nicht wert, den Namen eines Polen zu führen!"(Forts. folct.) m.(Der gestr mit 11 Pferden, Echweinen betrieber Pferde 250—500 bis 400 Mi, für 85—95 M!,(St bis 8 Wochen alte) war gut. m.(Diebstahl wurde der Frau B monnate mit 23 M m.(Betrug.) ein Reisender, we einer Hersorder Firn meister Sch. hierst Brosche mit Goldein ertzegen, wobei An wurde; geliefert wi wertlose Sachen.# wird gewarnt. 60 Brake i. 9 verein) Am 4 Lokale des Wiels Gemeind mitglieder Bürge vereines fe Gründung kam zust festgesetzt und einst Vorsitzender wurde kamp und als Sch F. Bewekenhorn g 16 Mitglieder, in sich bald eine gröf slieder anschließen dem A Herford, 1 verordneten si nachmittag 3 Uhr ordnung steht u. Teustungszulage Beamte * Hersord, schaftlicher Vi Die nächste Versan tag abend 8 ¾4 statt. Auf der T des Hauptmanns, des Schriftführers Herford, 19. Verkehes=Ennah bahnen haben a d. Is. gegen den jahres eine red erfahren; dieselb 19 306,03 Mk. November 1906, Der Weseruwsch bedeutend zugenen ber d. Js. 1809 im November 11 November 1905. ch Herford, 1 nachweis) such 431 männliche: Arbeit. Die Zah 359 für männl Arbeiter. Besetzt männliche und 3 1 Westeren zählung) In wurden am 2. D (1906: 85), 35 1036 Schweine 3103 Stück Gefl Bischofshage schau.) Der Tei# beschauers Schel, künftig den Schul Bahnhof Löhte schauers Kruse i bezirk Bischofshaf es bei der Anord wonach Schely in die Teichinenschal üben darf, bei vorgenommen hat +k Gohseld, servative Ver Freitag abe: Rürup auf dem Festsetzung der S kommen. II Löhne, 9. licher Ortsver hüffen.) In der der Vorsitzende Dr. S Airender Von dem fr einige Rentengüte abzugeben. Am findet an Ort un Gelegenheit Anträ Vorherige A Gen C. H. Fleischsorten 23 Märkte durcin der AltB.stin der rein für kirchlich: sen 22. d. Mis iches Weihrachts. Is Solist ist ein o Müller von ssor Sahla in sein respektables st der Wohltätigompositionen von Becker auch solche sazen wird. Der sätzen abventlichen kers von Eccar), Dazu werden Werke geboten. willen ist dem n und zahlreicher krankenhaus=) I. Oktober 1907, ang im Monat eilt wurden entder aus arderen 2. Die TobelNierenen tzündung im Bestande verr 120. Tagesranke. deutschen Orten) hnern.(47. Woche, 107): rn hinsichtlich der lle an 3. Stelle. egim Frieden“ koser u. Schönthan idttheater über die diente mit Recht den für Herr Direktor , daß das Haus so Feiertage scheinen ser zu wirfen. Getan merkte, daß alle bei der Sache waren. arla Bieloff als Ilka samentvoll, peickelnd Lit Leichtigkeit began den gutturalen ache. Den anderen den Herren schnitt eker Hofmeister am irzüglich waren die er polnische Bursche Die Inszenierurg Herr Oberspielleiter #eau) wird uns ge5. Geburtstages von s Führers in der Jahrzehnten auch in dramatischem Gebiet sat, veranstaltet die e Festvorstellung, in erfolgreichstes SchauAufführung gelangt. rstellung zu kleinen Rabersteinerin“ anern auswärtigen Bi100 Studierende des d angemeldet haben. rakter wurde mit bens gezogen und er. den einsamen Parksecke begegnete ihm Der Pole stutzte verlegenem Gruße nau eilte auf ihn Freude erwiderte dann sagte er, auf is deutend:„Es serr Leutnant, daß Niemand von uns r Fräulein Tochter klosen Gäte. Ihr n ich bald wieder nau, das ist aber sief der Pole lebUaseren Sie verbrach ab, denn in er der Vorgänge, auf der Parkwiese 1, nicht einer der „Ein Schuft ist st, den Namen eines (Forts. folet.) m.(Der gestrige Biehmarkt) war mit 11 Pferden, 86 Rindern und 1600 Schweinen betrieben. Es wurde gezahlt für Pferde 250—500 Mk., für Rinder 200 bis 400 Mi, für Schweine(ausgemachsene) 85—95 M!,(Stangen) 25—30 Mk., 6 bis 8 Wochen alte) 8—12 Mk. Der Handel war gut. m.(Diebstahl.) Auf dem Wechenmarlt wurde der Frau B. aus Sieker ein Portemonnate mit 23 Mk. Inhalt gestohlen. m.(Betrug.) Am 2. d. Mis. nehm ein Reisender, welcher sich als Vertreter einer Hersorder Firma ausgab, vom Sch eeider. meister Sch. hierselbst Bestellung auf eine Brosche mit Goldeinsassung und ein Medaillon ertzegen, wobei Anzahlung Mi. 3.50 geleistet wurde; geliefert wurden per Nachnahme wertlose Sachen. Vor gleichen Schwindeleien wird gewarnt. 60 Brake i. W., 9. Dez.(Bürgerverein) Am 4 d. M. hatten sich Lokale des Wirts Otto Sogeler hier mehrere Gemeind mitglieder zwecks Bildung eines Bürge vereines freiwillig versammelt. Die Gründung kam zustande, die Statuten wurden festgesetzt und einstimmig angenommen. Als Vorsitzender wurde der Werkmeister C. Steinkamp und als Schriftführer der Kaufmann F. Bewekenhorn gewählt. Der Verein zählt 16 Mitglieder, indeß steht zu erwarten, daß sich bald eine größere Anzahl G.meindemit slieder anschließen wird. Aus den Kreise Herford. A Herford, 11. Diz.(Eine Stadt verordnetensitzung) findet am Freitag nachmittag 3 Uhr statt. Auf der Tages ordnung steht u. a. die Bewilligung der Teutrungszulage für Lehrer und Subaltern= Beamte * Hersord, 11. Dezbr.(Kamerad schaftlicher Verein, 1. Kompagnie.) Die nächste Versammlung ftadet am Donners tag abend 8¾ Uhr bei Kamerad Kropp statt. Auf der Tagesordnung steht die Wahl des Hauptmanns, dissen Stellvertreters und des Schriftführers. Herford, 19. Dez.(Kleinbahn.) Die Verkehrs=Ennahmen der Herforder Kleinbahnen haben auch im Monat November d. Is. gegen den gleichen Monat des Vor jahres eine recht erfreuliche Steigerung erfahren; dieselben betragen im ganzen 19 306,03 Mk. gegen 15678,17 Mk im November 1906, also mehr 3627,86 Mk. Der Weserumschlag in Blotho hat auch bedeutend zugenommen; er brachte im Novem ber d. Is. 1809 Tonnen gegen 745 Tonnen im November 1906 und 598 Tonnen im November 1905. ch Herford, 10. Dez.(Beim Arbeits nachweis) suchten im Monat November 431 männliche und 50 weibliche Pirsonen Arbeit. Die Zahl der offenen Stellen betrug 359 für männliche und 79 für weibliche Arbeiter. Besetzt wurden davon 315 durch männliche und 36 durch weibliche Arbeiter. 1 Westerenger, 10. Dezhr.(Viehzählung) In der Gemeinde Westerenzer wurden am 2. Dezember gezählt: 83 Pferde (1906: 85), 358 Stück Rndoieh(354), 1036 Schweine(1235), 185 Ziegen und 3103 Stück Geflüzel. Bischofshagen, 11. Dez.(Trichinen schau.) Der Trichinenschaubezirk des Fleischbeschauers Schelp in Bischofshagen umfaßt künftig den Schuldeziek Mahnen— mit dem Bahnhof Löhne—, der Bezirk des Trichiuer schauer: Kruse in Bischofkhagen den Schulbezirk Bischofshagen. Im übrigen verbleibt es bei der Anordnung vom 6. Nw. d. J., wonach Schely im Schulbezirk Bischofshagen die Teichinenschau auch bei den Tieren arsüben darf, bei denen er die Fleischbeschau vorgenommen hat. k Gohseld, 10 Dezbr.(Der kon servative Verein) versammelt sich am Freitag abend ½8 Uhr bei Kolon Rürup auf dem Sudbrinke zur endgültigen Festsetzung der Statuten. Gäste sind willkommen. II Löhne, 9. Dez.(Landwirtschaft licher Ortsverein Gohfeld=Mennig hüffen.) In der letzten Versammlung machte der Vorsitzende Dr. Blomeyer zunächst Mitteilungen 0 0 Von dem früheren Meverhofe Nr. 2 sind noch einige Rentengüter in Größe von 2 Morgen und mehr abzugeben. Am Freitag, den 15. d. Alts., vormittags, findet an Ort und Stelle ein Termin statt, bei welcher Gelegenheit Anträge entgegegen genommen werden. Vorherige Auskunft bereitwilligst durch den General-Bevollmächtigten C. H. Tödtmann, Herforo. über die Sitzung des landw. Kreisvereins vom 12. v. Mts. Hervorzuheben ist aus dem Jahres berichte des Kreisvereins die Förderung der Drainage. Die Einführung derselben nird auchfür unsere Gegenb sehr empfohlen und wo argängig, die Bildung von Genossenschaften als besonders geeignet bezeichnet.— Es folgt darauf der Vortrag des Herrn Direkter Dahling=Münster über rationelle Ackirbestellung und die Bekämpsung des Unkrauts. Der Vortragende, der in unserem Verein schon mehrsoch gesprochen hat und gern gehört wird, erledigte sich seiner Aufgabe in ein gehendster und verständlicher Weise. Er führte hierbei manche Beispiele aus seiner früheren raktischen Tätigkeit als Landwirt an und stellte n Leitsetz auf, daß gute und rechtzeitige Bestellung ebenso notwendig sei, wie die Düngung, durch die Ackerbereitung soll das Nährstoffkapital des Bodens vermehrt werden. Besonderes Gewicht soll auf die Erzielung der sog. Ackergare, die sich an einem krümeligen Zustand und dunklerer Farbe erkennen läßt, gelegt. Diese Ackergare läßt sich durch keinen Dünger ersetzen. Redner verbreitet sich sodann über die verschiedenen Kulturen vor der Bepflanzung bezw. Besamung des Ackers. Die Tiefkultur wird empfohlen, ebenso die hierzulande nicht übliche Ackerschleise. Bei der Saat soll nach Möglichkeit die Drillmaschine gebraucht werden. Bei der Anwendung derselben wird nicht nur Saatersparnis, gleichmäßige Tiefe, sowie g’eichmäßiges Wachstum urd Reifen der Frucht erzielt, sondern auch die Möglichkeit des Hackens gegeben. Das Aufheggen der Saaten wird für wichtig gehalten. Bezüglich der Vertilgung des Unkrautes werden die verschiedenen Methoden erörtert und dabei der Heckarbeit die größte Bedeutung beigelegt. Wenngleich dieselbe nicht billig sei, wurde die Ausgabe dafür dnich bessere Erträge reichlich aufgewogen. Der Vortragende beweist dieses durch eine Anzahl von Fällen unter Anführung des Zahlmaterials. Die Anwendung der Hederichspritze, die Bedienung und Arbeitsleistung derselben sowie die Zusammensitzung der Lösung wurden im Einzelnen klargelegt. Zum Schluß bitonte Redner, daß das Unkraut der größte Feind der Landwirtschaft und die Hauptsache die Veitilgung desselben durch gute Ackerbereitung sei Er empfiehlt Rundreisen der landw. Vereine auf Prüfung unkrautreiner Felder. Nachdem der Vorsitzende den Herrn Direktor Dahling für seine sehr interessanten und äußerst klaren Ausführungen gedankt hatte, fand eine allgimeine Aussprache über das Vorgetragene statt, wobei viele eigene Erfahrungen auf diesem Gebiete aus. getauscht wurden. Aus den Kreisen Minden und Bählece. Minden, 11. Dezhr.(Fleisch= und Wurst Vergiftungen,) die nicht gar selten vorkommen, werden ärztlicherseits „Botulismus“ genannt. Wie die Königl. Regierung im Arzeigenteil bekanntgidt, ist es gelungen, ein Heilserum gegen das Leiden herzustellen, das aus dem Isstitut für Infektionskrankheiten in Berlin bezogen werden kann. Minden, 11. Dez.(Die Weser) ist in den letzten Tagen wieder gestiegen, so daß die Schiffahrt unter gürstigeren Vrhältnissen wie in letzter Zeit vor sich gehen kann Minden, 11. Dezbr.(Belohnung.) Da in dem benochbarten Dorfe Dankersen in letzter Zeit mehrfach Bräude vorgekommen sind, schließt man auf Brandstiftung. Die Gemeinde und die Provinzial= Feuersozietät haben 300 Mi. ausgesetzt a's Belohrung für die Anzeigen etwaiger Braudstifter. Lübbecke, 9. Dez(Das 50jährig Jubiläum) seines Bestehers konnte gestern ein sehr wichtiges Institut unseres Kreises begehen: die Kreis= Sparkasse, welche am 8. Dez. 1857 eröffnet wurde. Wie vielen Familien und einzelnen Kreis.ingesessenen, schreibt unser„Krsbl.“, hat dies Geldinstitut Gelegenheit zum Sparen gegeben, und wie manchem hals es zu mäßigen Zinsen aus der Verlegenheit! Die nicht unbedeutenden Ueberschüss: der Kasse konnten zum großen Teile zum Besten des Kreises verwendet werden, wovon namentlich die stete Erweiterung unseres Kreis= Chausseenetzes Zeugnis gibt. Möge die Kreis Sparkesse ferner zum Segen unseres Bezirks blühen und weiter gedeihen! Ans den Kreise Hale. Borgholzhausen, 9. Dez.(Lehrer Höcker j) Der in weiten Kreisen bekannte Lehrer Höcker wurde am Sonnabend in seinem fast vollendeten 73. Leben jihre durch einen sansten Tod abberufen. In den Jhhren 1878—1896 unterrichtete er in großem Segen an der hiefigen Volksschule, mußte aber dann infolge eines andauernden Halsleiden, zum großen Bedauern der Schul gemeinde sein Amt aufgeben. Seine Mußezeit widmete er unserer Schule, dem Krankenhause, dem Kinbergottesdienst und vor allem em Blaukrenzchor. Ja den Ravensberger Blättern für Geschichts=, Volks= und Heimatkunde schrieb er manchen hochinteri ssinten Aussetz über seine geologischen Forschungen im Teutoburger Walde, über die heimische Vogelwelt und über historische Funde. Humorvolle Erzählungen und Gedichte rühren von ihm her.(H=ll. Krtbl.) Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Gütersloh, 8. Dezbr.(Seminar.) Vom 2. bis 6. d. Mts. fand am hiesigen Königl. Lehrerseminar die zweite Lehrerprüsung statt. Von 51 Bewerbern waren 49 erschienen, von denen zwei während der Prüsung zurücktraten und 87 bestanden. Gütersloh, 10. Dez.(Auszeichnung) Dem 70 jährigen landwirtschaftlichen Arbeiter August Fissenewert zu Paverstädt ist für seine 56 jährige ununterbrochene treue Dienst= bezw. Arbeitszeit am Meierhofe der Witwe Meier Witthoff das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. Die Ueberreichung erfolgte gestern nachmittag durch Herrn Landrat De. Engelhardt und Herrn Amtsverwaliter Dr. Wilaret. Aus dem Reg.=Bez. Münster und Arusberg. Siegen, 10. Dez.(Eisenbahn= unfall.) Amtliche Meldung. Gestern nachmittag 5½ Uhr wurde auf dem Bahnhofe Vormwald der Strecke CreuzihalMarburg der Personenzug Nr. 762 bei der Ausjahrt von der sich rückwärts bewegenden Schiebelokomotive eines sich mit ihm kreuzenden Güterzuges in der Flanke gefaßt, wowei fünf Personenwagen entgleisten und umstürzten. Der Landwirt Saßmannshausen erlitt einen komplizierten Arm bruch. Außerdem wurden zehn Personen leicht verletzt. Dortmund, 7. Dez.(Musiktempel.) Der Verschönerungsverein beschloß, bei Gelegenheit der im nächsten Jahre staltfindenden Feier seines 25jährigen Bestehens der Stadt ein Geschenk in Gestalt eines Musik tempels zu machen. Nachdem inzwischen die Platzfrage entschieden ist und man sich für den Theaterplatz entschlossen hat, wurde der Erbauer des Stadttheaters, Prof ssor Martin Dülfer, mit der Ausarbeitung eines Planes beauftragt, der kunmehr vorliegt. Danach soll der Musikten pel ein Bauwerk von rundlichem Grundriß und etwa 10 Meter Höhe werden und an der EckHiltropwall und Esenmarkt seine Aufstellung erhalten. Im unteren Teil st. llt er eine effene Halle mit Brunnenfizur dar, darüber b.findet sich der Raum für das Orchester. Durch eine offene Kolonade wird der Musi'ten p##l mit dem Theatergebäude in Verbindung gebracht, sodaß hierdurch eine nicht ur schöne Verdeckung der südöstlichen Seiten sront entsteht, die nach einem Entwurf aufgeführt ist, der umfangreiche Seitenbauten in der Linie der Fassade vorsah. Dis Ganze ist dem Stil des Theatergebäudes angepaßt. Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Hameln, 9. Dez.(Präparandenanstalt) Im kommenden Frühjahre wird hier eine Präparandenanstalt errichtet werden, die zur Aufnahme von etwa 80 Präparanden bestimmt sein soll. Arolsen, 9. Dez.(Stiftung) Der Fürst von Waldick Pyrmont stiftete eine numhafte Summe für die Wiederherstillung des berühmten Altargemäldes des Meisters Konrad von Soest in der Wildunger Stadtkirche, das bekanntlich in Gefahr stand, an ein Berliner Museum verkauft zu werden. Ja einem beigesögten Schreiben sprach der Fürst seine Freude über den einmütigen Widerstand der Wildunger Bürgerschaft gegen diesen eigenartigen Plan aus. Er erklickte hierin„ein erfreuliches Zeichen des historichen Sinnes und der Anhänglichkeit an die vaterländische Vergangenheit in ihren historischen und künstlerischen Dokumenten“ Berlin, 10. Dez. Es hat sich jetzt herausgestellt, daß der in Alt=Moabit ermordete Lehmann homoseruell veranlagt war urd einen sehr großen Bekanntenkreis unter Zio und Soldaten hatte. Daß er Geld besaß und beraubt worden ist, unterliegt nach den Zeugenvernehmungen keinem Zweisel mihr. Er hat auch Geld zu hohen Zinsen ausgeliehen. Berlin, 10. Dez. In der Untersuchung gegen die Grafen Hohenau und Lynar finden der B. Z. a. M“ zusolge zurzeit umsangreiche Vernehmungen stalt. Nicht nur die Unteroffiziere, die im Moltke Harden=Prozeß genaurt wurden, werden vernommen, sondern alle zur Zeit der Regimentsführung Hohenaus bei dim Regiment Gardedukorps gestandenen Unteroffiziere. Begreiflicherweise begegnen diese Ermittelungen den allergrößten Schwierigkeiten, da sich die meisten dr ehemaligen Unteroffiziere in angesehenen Zioilstellungen befinden. Oebisfelde, 7. Dez. In dem Dorfe Rätzlingen sind etwa 30 Personen durch den Genuß ron Sülze und Rinderwurst, die in einem kupfernen Waschkessel gekocht waren, der rünspann angesetzt hatte, schwer erkrankt. Eine Frau ist bereits gestorben, sieben Personen schweben in höchster Lebensgefahr. Die Aerzte der ganzen Umgegend weilen in Rätzlingen, um den Erkrankten die Magen auszupumpen. Schneidemühl, 10. Dez. Hiute nachmittag fuhr der ganze Schnellzug 42 der Stricke Posen Kreuz bei der Durchfahrt durch den Bahnhof Miala aus bisher unbekannten Gründen die steile Böschung hinab. Schwer verletzt ist der Zugrevisor Höfft aus Schneidemühl. 16 Personen sind leicht verletzt. Breslau, 9. Dez. Der Schnee liegt an vielen Orten bis Meterhöhe. Die Eisenbohn= züge können nur mit gewaltigen Verspätungen ihre Fahrt fortsetzen. Der Telegraphen= und Telephonverkehr wurde eir gestellt Schmitthenner=Buch. Im Januar d. J. starb plötzlich der Heidelberger Erzähler Adolf Schmitthenner, der einer der besten Dichter der Gegenwart war. Um seine schöne Kunst den weitesten Kreisen bekannt zu machen, gab die Freie Lehrervereinigung für Kunstpflege zu Berlin eine Auswahl seiner Erzählunzen heraus, die für 150 Mark bei Fr. Wilh. Grunow in Leipzig und in jeder Buchhandlung erhältlich ist. Die Auswahl ist so getroffen, daß man sie auch der Jugend in die Hand geben kann. Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 11. Dezember 1907. Mitgeteilt von F. Böckelmann Ww., Bielefeld. Niedrigster Thermometerstand i. d. Nacht+ 4½ C. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 7(C. Barometer 74,5 cm. Wind: Süd=Wist. Himmel: bedeckt. Neuste Nachrichten. Berlin, 11. Dez. Das Piratenunwesen in dem weitverzweigten Kantongebiet des Westflusses in Südchina, das gegenwärtig zu einer Zusammenziehung von 10 englischen Kanonenbooten geführt hat, nimmt, wie das„Berl. Tabl.“ hört, einen Teil der Fahrzeuge unseres Kriegsgeschwaders im Interesse des deutschen Handels in Beschlag. Im Kantonbecken und in Honkong sind gegenwärtig drei deutsche Schiffe vereinigt. Stockholm, II. Dezember. Die Nobelpreise wurden gestern durch den Universitätskanzler Grafen Wachtmeister in folgender Weise verteilt: Medizin Professor Laveran, Literatur Rudyard Kipling, Chemie Professor Eduard Buchner, Physik Professor Michelson. Stockholm, II. Dezember. Die Beisetzungsfeierlichkeiten für den verstorbenen König von Schweden sind auf den 19. d. M. angesetzt worden. Filehne, 11 Dz. Bei der gestrigen E senbahnkatastrophe sind ins gesamt stebzein Perjonen verletzt worden. Der Arbick der durcheinander geworsenen Wazen ist surchtbar. ist als ein Wunder zu betrachten, daß von den Passazieren niemand getö#et wurde. Ein Hilfszug mit Aerzten war schnell zur Stelle. Die Ulsoche der Katastrophe ist noch uebekannt. Nach der Aussage des Stationsvorstehers von Miela ist der Zaz in einer Kurve entgleist. Die Schuld u fft niemand. Der Verkehr wird aufrecht erhalten. Der Materialschaden ist gering. 1 Adchen Enirtelfeungerr llefert sehr preiswürdig Fritz Tiekötter Möbelfabrik, BIELEFELD, Niedernstr. 45. Sehne A Am Sonnabend, den 14. d. Alts., vormittags 10 Uhr, findet bei Herrn Eickelmann ein Termin zur Aufnahme von Verträgen statt, wozu noch etwaige Reflektanten freundlichst einladet Der General-Bevollmächtigte C. H. Todtmann, Herford. Wonlkähcie und Gelsgennene-ur Versand nach auswärts unter Garantie! Oberst. 26. 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Eckhardt, Gehrenberg 16. Standesamts-Nachrichten der Stadt Bielefeld vom 2. bis 7. Vezember 1907. Eheschließungen: Kutscher August Gehring u. Elise Menkhoff, Techniker Albert Forster u. Erna Günter, Kaufmann Karl Reczyne ki u. Klara Rubien, Laternenwärter Wilhelm Dust u. Marie Brune geb. Opfer, Arbeiter Heinrich Michel u. Auzuste Hülsewede geb. Meyer, Kaufmann Wilh. Wrede u. Johanne Degenkolbe, Polizeisergeant Friedrich Kipp und Frieda Obermeyer, Fabrikant Ferdinand Kahn u. Grete Katzenstein. Arbeiter Hermann Höcker u. Else Arends, Schumacher Karl Stofferblase Dorette Kastenpflug, Kesselschmied Otto Linke u. Friederike Olderdissen, Arbeiter Wilhelm Pottkamp u. Anna Niediek, Arbeiter Heinrich Linne u Sophie Kuhlmann(gen. Eikmeier). Sterbefälle: Arbeiter Rudolf Lester 33 I. Elli Jaspert 1 M. Knabe Schling= mann 1 Tg. Martha Schulze 1 J. In validenrentenempfänger Otto Helmer 26 J. Bleicharbeiter August Nobbe 37 J. Lilli Imkamp 8 M. Ehefrau Kleinhändler Dröge, Sophie geb. Nast 59 J. Mädchen Huwendiek 3 Sid. Güterexpedint a. D. Christian Schäfer 71 Walter Jacobi 2 M. Arbeiter Wilhelm Kerkhoff 70 J. Invalidenrentenempfänger Wilhelm Möller 47. Verw. Invalidenrentenem= pfänger Krome, Karoline geb. Drekshagen 73 J. Katharine Rabenschlag geb. Lettri 59 J. Ehefrau Fabrikant Galny, Wilhelmine geb. Heymann 66 J. Verw: Bleichereibesitzer Baumhöfener, Luise geb. Detert 77 J. Margarete Striethörster 8 M., Ewald Rothschild 2 J. Invalidenrentenempfänger Friedrich Pott 61 J. Stickerin Johanne Kralemann 27 J. Invalidenrentenemfänger August Ober 53 J. Artur Gehring 1 M. Verw Invalidenrentenempfänger Austmeyer, Wilhelmine geb. Bolbrinker, 72 J. Ehefrau Schuhmacher Wacker, J.hanne geb. Blase 26 J. Nr. 291. i Bierteljährlich in der Geschäftsstelle u. an allen Postanstalten 1.20 M., bei täglicher Erstes Sistorischer 12. Dezember: 6 Schriftsteller, gest. 176 von Sachsen, geb. Pfalzburg kapitulier treten des Trenn kamph) in Frankreih, 1 Das Waffen Terr In der Pankstraß wurde bekanntlich ein zeug der russischen ganze Kisten voll P in sorgfältig verlötet mit den mörderische ein elektrischer Motol Dynamitbomben, Se den russischen Revolu von Höllenmaschinen benutzt werden, und losen revolutionären Bogen weißen, mit Papiers, das nach Banksachverständigen russischen Dreirubelt Der Bedeutung die mag sich nicht jeder nach den kurzen, zusa bewußt geworden se uns nätzlich, auf d einmal in zusammer zurückzukommen. Wo wurde dieser In dem Hause mannes der Ber kraten, des Ga Stadtverordneten Ker von dem Vorhande seinem Haufe keine haben, auch nicht w kommen seien. Er Raum, ein großes 1. Juli 1964 an Warschowski vermiete schawski diesen Rai verwende ihn zur 2 hand Waren und Sa Eigenschaft als S genossenschaft„Großübernehme. Die 6 Spebiteur des untergebracht. Er, daß Warschawski keit habe, welchen gefähr Kisten und die Dr haben. Der Sped hauptet jedoch, im stehenden Erklärung Raum, in dem da nurde, schon seit benutzt und seither für ihn an den## Nun ist aber auch schawski an einen aus gewiesenen Russen dem mit klarster Deu alles das nur faul Brief lautet:„Liebe mich heute mittag 1. „Vorwärts“, bei dem Lindenstraße, dritter zweite Etage, treffen zu Haus. Morgen ab zu Haus. M0 Markgamsst: Auch ein Geheimz kratischen Parteivorst in dem die russischen Freiheitskämpfer“ hir nossen" zur Unterst Frelheitskampses“ au antlicher Seite wir die 19000 Bogen u großen deutschen Fab