Nr. 289. e. Bierteljährlich in der Geschäftsstelle u. an allen Postanstalten 1,20 M., bei täglicher Zustellung 1.40 M., 5 träger 1,## M. erect Anzeigengebühr die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Erscheint sechsmal wöchentlich. Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. Vielkirto Dienstag, 10. Dezember 1907. Historischer Kalender. 10. Dezember: Luther verbrennt die päpstliche Bannbulle in Wittenberg, 1520. — General v. Göben, geb. 1816.— Louis Napoleon wird Präsident, 1848.— Marschall Bazaine zum Tode verurteilt, darauf am 11. Dezember zu 20jähriger Haft begnadigt, 1873.— Plewna von den Russen und Rumänen erobert, 1877. Katholiken über das Zentrum. Unter den Gründern der gegen das Zentrum gerichteten„Deutschen Vereinigung" und den Führern der Mänsterischen Bewegung gegen den Inder ist einer der bedeutendsten der Universitätsprofessor von Savigny. Wie der Oberpräsident von Schorlemer ist er der Sohn eines Mitbegründers der Zentrumspartei, aber wie dieser zu der Ueberzeugung gekommen, daß diese Partei sich zu einem Verderb unseres politischen Lebens entwickelt habe. Dieser Ueberzeugung hat er am Freitag in einer großen Rede zu Münster freimütigen Ausdruck gegeben. Eingehend führte er aus, daß das Zentrum unter Noeren, Schädler, Erzberger eine demagogische Partei geworden sei, die der Sozialdemokratie zwölf Sitze verschafft habe, dagegen in allen nationalen Fragen versage, namentlich der Polenfrage, die eins der ernstesten Probleme unserer nationalen Zukunft sei. Und trotz aller Ableugnung sei und bleibe das Zentrum auch eine konfessionelle Partei:„Ist sie nicht durch ihre ganze Zusammensetzung, durch die von ihr vertretenen Interessen eines konfessionell begrenzten Volksteiles, ist sie nicht durch den beherrschenden konfessionellen Zweck, dem sie alle anderen unterordnet, an dem sie alle anderen mißt, deutlich als Konfessionspartei charakterisiert? Man darf nicht müde werden, es zu wiederholen, daß in diesem Sinne das Zentrum von Grund aus eine konfessionelle Partei ist. Ein Blick auf die Zusammensetzung der Wählerschar, auf die Zusammensetzung der parlamentarischen Vertretung, auf die durch den Klerus gebildeten Kadres sollte wahrlich genügen. Ist es Zufall, daß bis in die letzte Zeit die Geistlichen meist geborene Vorstandsmitglieder der Zentrumsorganisationen waren, daß die katholischen Pfarrbezirke die Grundlage der Oeganisation bilden?“ In diesem Konfessionalismus aber liege eine ernste Gefahr für unsere nationale Wohlfahrt. Der konfessionelle Riß dürfe unser Volk nicht länger von der Wiege bis zur Bahre trennen. Aber es sei Hoffnung, daß ein Wandel eintrete:„Wir dürfen sicher sein, das Zentrum ist nicht, wie sein jüngster Historiker lobredend es gepriesen, ein Anfang, sondern ein Ausklang, ein letzter Widerhall gewissermaßen des wilden Getöses unseres alten Religionsstreites. Wie das verheerende Gewitter noch lange, nachdem es ausgewütet, Wetterleuchten entsendet und dumpsen Donner nachklingen läßt, so bedeutet auch das Zentrum nur ein solches letztes Wetterleuchten am nationalen Horizonte, bevor er endgültig von den trüben Gewitterwolken des Religionsstreites frei wird.“ Das find ohne Zweisel recht beachtenswerte Urteile eines seiner Kirche getreuen Katholiken. Zum Schutze der Staatsanwaltschaft bringt die„Nordd. Allg. Ztg.“ folgende auf den Staatssekretär Dr. Nieberding zurückzuführenden Darlegungen: „Jafolge des Schlufses der Etatsberatung ist es nicht dazu gekommen, mehrfache unrichtige Behauptungen über die Strasprozesse, die in letzter Zeit die Oeffentlichkeit besonders lebhoft beschäftigt haben, im Reichstage selbst zu berichtigen. Die Anklage gegen den Rechtsanwalt Liebknecht wegen Hochverrats ist von dem Oberreichsanwalt als dem dazu allein zuständigen Beamten aus eigener Entschließung erhoben worden. Weder die preuß'sche Justizverwaltung, die zu einer Einwirkung auf den Oberreichsanwalt gar nicht befugt ist, noch irgend eine andere Stelle haben darauf irgend einen Einfluß geübt. Die Uebernahme der Verfolgung in dern Prozeß gegen Maximilian Harden seitens der Staatsanwaltschaft beruht auf völlig selbständiger und von keiner Seite beeinflußter Entschließung der preußischen Justizbehörde. Sie mußte erfolgen, nachdem der Gang des Verfahrens vor dem Schöffengericht klar ergeben hatte, daß das öffentliche Interesse in dieser Sache in hohem Maße beteiligt war. Nachdem die Staatsanwaltschaft dem Gericht angezeigt hatte, daß sie die Verfolgung übernehme, hat letzteres, der Rechtsprechung des Reichsgerichts folgend, das Verfahren eingestellt. Für die Staatsanwaltschaft war hiernach das weitere Vorgehen vorgezeichnet; es konnte nur in der Einleitung eines neuen Verfahrens bestehen. Endlich ist der ebenfalls mehrfach besprochene Fall Gädte dehin klarzustellen, daß Gädke von der gegen ihn wegen unbefugter Führung des Titels Oberst erhobenen Anklage allerdings in zwei Instanzen freigesprochen, daß aber diese Freisprechung von dem obersten Gerichtshofe, dem Kammergericht, lediglich wegen eines formalen Mangels bei der Bekanntmachung der ehrengerichtlichen Entscheidung aufrecht erhalten worden ist. Nachdem Gädke auch nach Behebung dieses Mangels den Titel Oberst weitergeführt hat, ist ein neues Verfahren gegen ihn eingeleitet worden. In diesem Verfahren ist in der ersten Jostanz Freisprechung, in der zweiten Instanz aber Verurteilung erfolgt.“ Bezüglich des 2. Falles(Maximilian Harden) bleibt leider die allgemein aufgeworfene Frage: Wehalb die Staatsanwalt. schaft nicht von Anfang an in der Beleidigung des Berliner Stadtkommandanten ein öffentliches Juteresse erkannte? unbeantwortet. Aus dem deutschen Reiche. Berlin, 9. Dezember. Der Kaiser nahm gestern am Gottesdienst in Higheliffe teil. Heute vormittag traf der Kaiser in London ein, woselbst er beim König im Buckinghampaleste das Frühstück einnahm. Um 6 Uhr empfing der Kaiser in der deutschen Botschaft den Prinzen Napoleon. Abends war Diner auf der Botschaft, an dem das Gefolge teilnahm. Das Publikum erwies bem Kaiser lebhafte Ovationen. Die Kaiserin hat sich heute abend von Potsdam aus nach Karlsruhe begeben. Die Kronprinzessin, jetzige Königin von Schweden, war aus Karlsruhe kommend Sonntag morgen 7½ Uhr hier eingetroffen. Der schwedische Gesandte Graf Taube teilte ihr den Inhalt der letzten Telegramme aus Stockholm mit. Die Kronprivzessin fuhr ¾9 Uhr nach Warnemünde ab. Kurz darauf traf die Nachricht vom Tode König Oskars ein, die der nunmehrigen Königin durch den Gesandten nach Warnemünde mitgeteilt wurde. Der frühere Kultusminister, jitzige Oberpräsident von Schlesien Graf v. Zedlitz und Trützschler hat bekanntlich am Sonntag seinen 70. Geburtstag gefeiert. Alle Spitzen der weltlichen Behörden fanden sich zur Gratulation ein, die juristische Fakultät promovierte den Oberpräsidenten zum Ehrendoktor. Die Ernennung des neuen sächsischen Kultusministers ist, nach dem„Berl. Tagebl.“ erfolgt. Oberbürgermeister Tr. Beck= Chemnitz wurde am Nachmittag vom König in Audienz ewpfangen und bei dieser Gelegenheit zum Minister ernannt. Der Präsident des Reichsbankdirektoriums, Wirkl. Geh. Rat Dr. Koch hat mit Rücksicht auf sein hohes Alter um seine demnächstige Entlassung gebeten. Wie die„Nordd. Allg. Ztg.“ hört, soll im Bundesrat als Nachfolger der Präsident der Seehandlung, Havenstein, in Vorschlag gebracht werden. Die Verhandlungen der Regierung mit den Konservativen wegen der Polenvorlage haben einen befriedigenden Abschluß ergeben. Dem Abgeordnetenhause wird der Staatshaushaltsetat für 1908 am 8. Januar zugehen. Dem Reichstag ging ein Nachtragsetat zu, der 400000 Mk. für Versuche auf dem Gebiet der Motorluftschifffahrt fordert. Die Reichspartei und die konservative Partei des Reichstages beantragen zur zweiten Lesung des Postetats, den Postbeamten in den Ostmarken 200000 Mark für Ostmarkenzulagen zu bewilligen, nämlich 80000 Mk. für mittlere, 120000 Mk. für Kanzlei= und Unterbeamte. Die Gründe, die die Konservativen bestimmt haben, gegen die Enteignungsvorlage zu stimmen, werden in der „Kons. Korr.“ also angegeben: Wenngleich die königliche Staatsregierung inbezug auf die Organisation der Anfiedlungskommission ein Entgegenkommen beweisen zu wollen schien, so hat sie doch bedauerlicherweise den andern Anträgen der Konservativen auf Verstärkung des Laienelements, dem eine entscheidende Stimme eingeräumt werden muß, und insbesondere auch der Forderung, auf dem Wege der Reichsgesetzgebung den Verwaltungsbehörden ein Einspeuchsrecht gegen die Beräußerung deutschen Besitzes an Polen in den benachbarten Bezirken einzuräumen, nicht das gleiche Eatgegenkommen bewiesen. Ohne diese Handhaben erschien es den konservativen Mitgliedern der Kommission bedenklich, ob die Erreichung der von der Regierung angestrebten Zwecke des Gesetzes durch den vorliegenden Entwurf genügend gewährleistet würde, so daß sie gegen die Vorlage stimmten. Dem Reichstage zugegangen sind die Grundsätze für die Besetzung der Subaltern= und Unterbeamtenstellen bei den Reichs= und Staatsbehörden mit Militäranwärtern von 1882 und die Grundsätze betr. die Besetzung der Sabaltern= und Unterbeamtenstellen bei Kommunalbehörden usw. mit Militäranwärtern in der neuen Fassung, wie sie der Bundesrat durch das Gesetz über die Versorgung der Personen der Unterklassen des Reichtheeres, der Marine und der Schutztruppen vom 31. Mai 1906 beschlossen hat. Die Uebernahme des Kolonial=Museums durch den Staat ist geplant. Die permanente Kolonialausstellung am Lehrter Bahnhof soll nach einem in kolonialen Kreisen bestehenden Plan durch den Staat übernommen werden. Staatssekretär Dernburg bringt diesem Projekt lebhaftes Interesse entgegen, und auch dem Kaiser ist über diese Frage schon mehrfach Vortrag gehalten worden. Gegen den Koalitionszwang, der durch den vielbesprochenen Organisationsvertrag für das deutsche Buchdruckgewerbe eingeführt werden soll, hat der Zentralverband Deutscher Industrieller eine Eingabe an den Herrn Reichskanzler gerichtet. Darin wird auch auf den neuesten Tarifvertrag hingewiesen, der in der englischen Maschinen= und Schifflbau=Industrie abgeschlessen worden ist. Darin heißt es u. a.: „Die Gewerkvereine haben kein Recht, sich in die Lohnverhältnisse von Richtmitgliedern ihres Vereins einzumischen; sie sind jedoch berechtigt, mit kollektiver Befugnis den Lohnsatz festzulegen, zu dem ihre Mitglieder Arbeit annehmen dürfen." Diese Beschränkung der gewerkschaftlichen Einwirkung auf die gewerkschaftliche Organisation ist eigentlich selbstverständlich. Im„freien" England geben sich auch die Gewerkvereine damit zufrieden; bei uns aber verlanzen die parlamentarischen Vertreter der Gesellschaft für Soziale Reform sogar noch die Forträumung der geringen Kautelen, die vor dem absoluten gewerkschaftlich= sozialdemokratischen Koalitionszwange schützen. dem Gmunden, 8. Dez. Im Krankheil?zustande der Prinzessin Friederike von Hannover, der in Biarritz lebenden, an den Freiherrn Alfons v. Pawel=Rammingen verheirateten Schwester des Herzogs von Cumberland, der letzten Tochter des Königs Georg V. von Hannover, war, wie gemeldet, eine erfreuliche Wendung zum Besseren eingetreten. Jitzt aber trifft aus Biarritz die bedauerliche Meldung ein, daß diese Besserung nicht angehalten hat, sondern einer Verschlimmerung gewichen ist. Der Zustand der Prinzessin, zu deren Behandlung der Herzog von Cumberland seinen eigenen Arzt entsandte, gibt neuerdings ihrer Familie zu Besorgnissen Anlaß und stellt eine Heilung in Frage. Stockholm, 8. Dez. Die Beisetzung des Königs Oskar findet binnen siebzehn Tagen, jedenfalls vor Weihnachten statt. Der nunmehrige Kronprinz Gustav Adolf ist 25 Jahre alt und seit 1905 mit der Prinzessin Margarete von Connaught, einer Enkelin des Prinzen Friedrich Karl von Preußen, verheiratet. Christiania, 8. Dez. In den Kirchen fanden ergreifende Huldigungen für König Oskar statt. Die Geistlichen hielten während des Gottesdienstes Ansprachen zu seinem Gedächtnis, welche die Gemeinden stehend anhörten, vielfach unter lautem Schluchzen. Der norwegische Hof legt auf drei Wochen Trauer an. Rom, 7. Dez. Ein heutiges Edikt der Kongregation der Riten befiehlt eine Nachforschung nach Schriften Pius IX. Allen Geistlichen und Laien, Männern wie Frauen, wird unter Androhung von Kirchenstrafen geboten, die in ihrem Besitze befindlichen Schriftstücke in den Archiven der Kongregation niederzulegen, oder solche Personen, die derartige Schriftstücke besitzen, binnen zwei Monaten namhaft zu machen. Dieses Edikt wird als erster Schritt zur Seligsprechung Pius IX. betrachtet. Konstantinopel, 9. Dez. Auf Befehl des Kaisers begibt sich das deutsche Stationsschiff„Loreley" nach dem Piräus zur Teilnahme an der Hochzeit des Prinzen Georg mit der Prinzessin Marie Bonaparte. Tanger, 8. Dez. Muley Hafid erhielt die Nachricht, daß die Bewohner dir von ihm verlassenen Hauptstadt unter Teilnahme seines eigenen Gouverneurs und der benachbarten Stämme sich gegen ihn erhoben haben. Mulcy Hasid kehrte um und zog ohne Schwierigkeit wieder in Marrakesch ein. Pietermaritzburg, 9. Dez. Wie gemeldet wird, soll der Häuptling Dinizulu sich ergeben haben, ohne Widerstand zu leisten. Oberst Clark vollzog den Verhaftsbefehl. Eine Bestätigung der Meldung ist noch nicht eingegangen. Kirche, Schule und Mission. (Die außerordentliche General= synode) zählt 196 Mitglieder aus den neun alten preußischen Provinzen, die bekanntlich allein zur preußischen Landeskirche zusammengeschlossen sind. 150 der Mit glieder sind durch die Provinzialsynoden gewählt worden. Dazu kommen 6, welche die theolozischen Fakultäten der Universitäten Königsberg, Berlin, Greisswald, Breblau, Halle und Bonn aus ihrer Mitte gewählt haben, ferner die Geueralsuperintendenten aus der preußischen Landeskirche und endlich die 30 vom Könige ernannten Mitglieder. Von den Provinzen ist am stärksten vertreten Brandenburg mit 27 Synodalen, dann folgen Sachsen wit 24, Schlesien mit 21, Pommern mit 18, die Rheinprovinz und Ostpreußen mit je 15, Westsalen mit 12 und Westpreußen und Posen mit je 9 Synodalen.— Die von den Provinzialsyroden Gewählten setzen sich zusammen zu einem Dritteil aus Geistlichen der Landeskirche, zu einem Dritteil aus solchen Angehörigen der betreffenden Provinz, welche in Kreis= oder Provinzialsynoden oder Gemeindekörperschaften der Kirche dienen oder gedient haben, und zu einem Dritteil endlich aus kirchlich erfahrenen oder verdienten Männern der Lanbeskirche. Kolonialpost. (In Deutsch= Südwestafrika) wurde nach amtlicher Meldung am 5. Dezember zwischen Arahoab und Kowisekolk von seindlichen Banden ein Ochsenwagen angegriffen, dabei fielen auf deutscher Seite drei Reiter, ein Reiter wurde schwer verwundet. Bei diesem Ueberfall handelt es sich wohl um Landgesindel, das sich aus Nihrungsmangel eines Verpflegungswagens bemächtigen wollte. Nicht ausgeschlossen aber ist es auch, daß die Räuber zu der Bande Simon Coppers gehören, die sich bisher noch nicht der deutschen Herrschaft unterworfen hat, sondern in die äußerst schwer zugängliche Kalahari aus gewichen ist. Die mehrfachen Versuche, ihn dort zu fassen, mußten infolge des Wassermangels aufgegeben werden. Die Verfolgung kann erst im Frühjahr 1908 aufgenommen werden, da erst zu diesem Zeitpunkt die Wesser ersetzende Tsamafrucht(Kürbisart) reif ist. Die Kapregierung hat ihre Unterstützung bei der Unternebnung gegen Simon Copper zugesagt. Gegenwärtig wird er von den am Westrande der Kalahari befindlichen Stationsbesetzungen durch Kamelreiter=Patrouillen beobachtet. Aus den Parlamenten. Deutscher Reichstag. 69. Sitzung vom 9. Dezember 1907, 1 Uhr. Im Reichstage begann am Montag die erste Lesung des Reichsvereinsgesetzentwurfes. Die Beratung eröffnete Staatssekretär v. Bethmann=Hollweg mit dem Bemerken, die Verbündeten Regierungen haben sich auf praktische und ausführbare Vorschläge beschränkt. Der Entwurf kennt keine Beschränkung des Vereinslebens nach Beruf und Geschlecht, zweisellos ein ernster Umstand.(Sehr richtig! rechts.) Die Sozialdemokratie erblickt es als ihre Aufgabe, die Jugend vom frühesten Alter mit Umsturzgedanken zu durchdringen. Die Jugend bedarf andrer Nahrung. (Sehr wahr!) Wenn wir diesen Bestrebungen durch Beschränkung des Versammlungsrechtes entgegenwirken könnten, würde ich dies als erster vorschlagen. Aber wir müssen den negativen Bestrebungen der Sozialdemokratie positive Leistungen entgegenstellen.(Sehr richtig!) Wir müssen die Jugend mit dem aufbauenden politischen Geiste erfüllen.(Sehr richtig!) Wie sollte man denn etwa die Altersgrenze festsetzen? Preußischerseits möchte man Schüler und Lehrlinge von den Versammlungen ausschließen. Das für und wider ist von uns reichlich überlegt worden; wir kamen zu den Vorschlägen des Entwurfs. Ich halte es für einen Fortschritt, daß die Versammlungspolizei in erster Linie dem Versammlungsleiter zukommen soll. Die Gegner des§7, nach dem die Versammlungssprache in der Regel die deutsche sein soll, vergessen, daß Deutschland ein Nationalstaat und nicht ein Nationalitätenstaat ist.(Sehr richtig!) Der ganze Inbegriff Deutschlands ist ein nationaler. Wir kennen nur deutsche Behörden, deutsch ist die Sprache vor Gericht und hier im Reichstage. Ist es da ein Ausnahmegesetz, daß wir als Regel für die Versammlungen die deutsche Sprache festsetzen? Nun sagt man, wir dürfen uns nicht der preußischen Polizei ausliesern.(Sehr richtig! links.) Aber diese Vorlage, beurteilt nach der geschichtlichen Entwicklung des Vereinsgesetzes, zeugt nicht von Mißtrauen gegenüber dem Volke. Was soll da das Mißtrauen gegenüber der Regierung? So wollen Sie den§ 7 beurteilen, auf den die virbündeten Regierungen den größten Wert legen müssen.(Hört, hört!) Prüsen Sie scharf, aber billig und gerecht und helfen Sie zum Zustandekommen eines Gesetzes, das zur Festigung unseres nationalen Staates beitragen wird.(Lebhafter Beifall. Abg. Dietrich(kons.) begrüßte die Einbringung der Vorlage, die er als eine geeignete Grundlage zur Verständigung anerkannte Er billigte die Gleichstellung der Frauen mit den Männern, erhob aber schwere Bedinken gegen die allgemeine Zulassung der Jugendlichen. Die Festsetzung der deutschen Sprache als Versammlungssprache sei wegin dir großpolnischen Agitation unerläßlich Hingegen erklärte Abg. Trimborn(Zir.), seine Partei halte jeden Gesetzentwurf für unannehmbar, der Sprachbestimmungen wie die in§ 7 des vorliegenden Entwurfes enthalte. Die Vorlage sei ein Ausnahmegesetz. Seine Partei erstrebe die Beseitigung des Sprachenparagraphen, werde aber bemüht sein, im übrigen die Vorlage im freiheitlichen Sinne auszugestalten. Abg. Dr. Hieber(nl.) begrüßte die Vorlage als unleugbaren Fortschritt in liberaler Beziehung. Seine Partei werde bemüht sein, auf der Grundlage der Vorlage mit den anderen Mehrheitsparteien zu einer Verständigung zu kommen. Abg. Heine(Soz.) schätzte den in der Vorlage liegenden Fortschritt gering ein und forderte eine Umgestaltung der Vorlage, namentlich nach der Richtung, daß alle polizeilichen Befugnisse, insbesondere die Ueberwachung der Versammlung beletizt werden. Ravensberger MissionsKonferenz. Hersord, 5. Dezember. (Schluß) Herr Missionsinspektor Haußleiter fährt fort: In der Kapkolonie sind die Gemeinen äußerlich selbständig, doch ist die Mitarbeit noch nicht so, wie sie sein sollte. Die Ursachen liegen in der Vergangenheit. Im Ovamboland kann von einer Mitarbeit nur in den Anfängen die Rede sein. Im Herero= und Namalande war stets sehr wenig Mitarbeit vorhanden. Auf einen Missionar kamen etwa anderthalb Mithelfer. Doch haben in der letzten schweren Zeit manche Eingeborene die Treue gehalten, so z. B. der Witboi=Häuptling Samuel Isaak. Als der Missionar Nyhoff das Gefangenenlager in Lüderitzbucht verließ, um die Missionsstation Warmbad zu besetzen, gab ihm Isaak aus freien Stücken einen Brief an den Bondelhäupiling mit, in dem dieser mit bestem Erfolge um freundliche Aufnahme des Missionars gebeten wurde. Geradezu ergreifend aber ist, was der Berliner Missionar Neitz von den Leuten Mahareros berichtet. Diese siedeln sich jetzt auf englischem Gebiet bei Bloemfontein an, wo sie in den Minen arbeiten. Sie baten um einen rheinischen Missionar. Da ihnen ein solcher nicht gesandt werden konnte, besuchte sie mit einer Empfeblung der rheinischen Mission Missionar Neitz. Er berichtet über seine freundliche Aufnahme und wie diese Eingeborenen mit rührender Liebe an der rheinischen Mission hängen. Der Evangelist Julius hat seine 200 Leute drei Jahre lang in Zucht und Ocdnung zusammengehalten. Daran kann man sehen, wie das Evangelium bei ihnen durchgedrungen ist. Es hat seine wachstümliche Kraft in sich selbst. Der Vortragende schließt: Wir sollen eilen, daß wir, die Erstgeborenen, nicht die letzten werden, sondern mit den letzten als reise Garben eingehen in die himmlischen Scheuern. Nach einer kurzen Pause und dem Gesang des Choralverses„Selig, ja selig ist der zu neunen 2c.“ sprach Missionsarzt Dr. Fiebig, von Inspektor Haußleiter der Konferenz vorgestellt, über ärztliche Mission, deren Bedeutung und Aufgaben. Anschließend an Col. 4, 14:„Es grüßt euch Lucis, der Arzt“, führte er u. a. aus: Damals genügte Gottes Wort, die Menschen zum Heiland zu führen, heute ist das anders. Shon 1835 ging der nordamerikanische Arzt Dr. Parker nach China, half leiblich und verkündete das Evangelium. Jetzt arbeiten dort 700 Arzte und Aerzlianen, die sich dann aus den Eingeborenen recht brauchbare Gehilfen heranziehen. Was aber haben wir Deutsche getan? Unsere Missionen haben zusammen erst 19 Aerzte, wovon 5 auf die Rheinische Mission kommen. Die Mohamedaner und Heiden helfen gern zur Unterhaltung der Hospitäler. Die ärzt= liche Mission soll zuerst dahin gehen; wo die Leute nicht auf das Wort hören und durch die belfende Liebe gewonnen werden sollen. In Tübingen ist von 16 deutschen Missionsgesellschaften ein medizinisches Institut für die Ausbildung junger Mediziner zu Missionsärzten und für die einjährige medizinische Ausbildung von Missionszöglingen gegründet worden.(Zum Direktor dieses Justituts ist der Redner selbst, Dr. Fiebig, der durch langjährigen Aufenthalt in den Tropen dazu besonders befähigt ist, gewählt worden.) Den praktischen Unterricht werden die Universitätsprofessoren übernehmen, das ist etwas großes. Dank dafür der Fakultät! Missionsinspektor Haußleiter teilt auf Anfrage mit, daß zur Deckung des Defizits im Ganzen 119000 Mk. eingegangen sind und noch 70000 Mk. fehlen. Missionar Gottfr. Simon berichtet in sehr ansprechender Weise über seine Missionsarbeit auf einem von 13000 Leuten bewohnten Gebiet in Szmatra. Ohne eingeborene Helfer hätte er diese Arbeit nicht übernehmen können. Die Pandita, ordinierte Gehilfen, Samuel und Martin und der Gurn, d. h. Lehrer, Ambrosius haben ihm sehr treulich geholfen. Wir Missionare, so schließt der Redner, sind sehr dankbar für das, was wir an unseren Batakschen Gehilfen haben.(Ruf: Er muß bald wieder hin!) Nach dem Gesang:„Gloria sei dir gesungen!“ hielt nun Pastor GottschallHerford die Schlußansprache über Joh. 7, 37 u. 38: Durst ist die größte Plage, schon hier und vollends in der Ewigkeit. Mit der Vertreibung Adams aus dem Paradiese sängt das große Dürsten an, und der am Kreu,e gerufen hat: Mich dürstet! kann es allein stillen. Das Jagen nach dem Glück vermag es nicht. Wenn die Luftspiegelung des Glückes verschwunden ist, dann kann das Dürsten der Seele nach der Gerechtigkeit entstehen. Der Heiland bietet das Wasser des Lebens umsonst. Aber an diesem Wörtlein„umsonst“ gibt's viel zu lernen. Wenn jemand sprechen kann:„Ich elender Mensch, wer wird mich erretten?“ — dann steht der Heiland da und gibt umsonst, statt der Scheingüter wahrhaftige Güter. Er tränket sie mit Wohllust wie mit einem Stom. Ja noch mehr:„von des Leibe werden Ströme des lebendigen Wassers fließen". Glauben ist trinken, es zieht uns hiuauf, dahin wo der Strom des Der letzte Traum. Erzählun, aus dem voln. Aufstande im Jahre 1848. Von 2. Ideler. 30)(Nachdruck verboten.) Arnau wollte die Hand der Diakonissin erhaschen, um sie an seine Lippen zu drücken, aber sie wehrte es ihw. „Nicht doch, das dürfen Sie nicht, jetzt nicht!“ entgegnete sie trübe. „Halten Sie mich noch für den leichtsertigen Mann, der sich die Langeweile im einsamen Quartier mit einer müßigen Tändelei vertreiben wollte? fragte er, und seine Augen sahen sie so flehend an, daß sie verwirrt das Antlitz abwandte. „Ich halte Sie für einen Ehrenmann!“ gab sie leise zur Antwort. Dann, den Ton ändernd, fuhr sie sfort:„Nun aber versuchen Sie zu schlasen, Herr von Arnau. Sie sind durch den Blutverlust und die Aufregung erschöpft, und Ruhe wird Ihnen not tus Sie können getrost Ihr Haupt auf unsere Kissen legen. Sie sind bei uns so sicher wie in Ihrer Mutter Schoß!“ Ihre Augen füllten sich bei diesen Worten wieder mit Tränen. „Die rohen Worte des ungeschickten Mannes aden Sie verletzt!“ rief Arnau und ergriff ihre Hand.„Ich habe Ihnen gezeigt, daß ich mich Ihnen völlig anvertraue. Sehen Sie doch auch einen Freund in mir! Und als solcher möchte ich Sie und Ihre Familie noch einmal warnen. Die giftigen Reden dieses schändlichen Konstantin, der den Priester rock nur als Deckmantel seiner Bosheit benutzt und das Gewand entweiht...“ Anna unterbrach ihn, sie erbleichte.„Also auch das wissen Sie?" „Halten Sie mich für so unerfahren?“ gab der Offizier ernst zurück.„Wenn Kaplan Konstantin mit Ihnen sprach, war das der Ton, den ein katholischer Geistlicher gegen eine Dame führen darf?“ Die Blässe in dem Gesichte des jangen Mädchens wich jetzt der Röte stolzen Unwillens.„Ich verachte diesen Konstantin", entgegnete sie herb,„ich verachte und verabscheue ihn!“ „Daran tun Sie recht!“ Er ist eine niedrige Natur. Er forderte die Dorf bewohner auf, zu feigen Mördern zu werden, die sicher gewordenen preußischen Soldaten im Schlummer zu überfallen und die Wehrlosen zu töten.“ „Was müssen Sie von uns denken?“ autwortete Auva und senkte das Haupt. Jetzt führte Arnau ihre kalte Hand an seine Lppen.„Fräulein von Stanicz“, sprach er in achtungsvollem Toue,„Sie nannten mich vorhin einen Ehrenmann, und ich hoff diese Bezeichnung zu verdienen. Aber das selbe sage ich von Ihrem Herrn Vater. Als Konstantin seinen schmachvollen Vorschlag, uns im Schlafe zu töten, vorbrachte, brach Graf Morinski in laute Entrüstung aus, und Herr von Stanic; erklärte, daß er mit seinem eigenen Leib und Leben die Arglosen in seinem Hause gegen feige Mörder schützen werde. Das haben wir alle gehört, und solche Feinde achtet der preußische Soldat. Ich weiß, daß mir in Ihrem Hause kein Haar gekrümmt werden wird.“ „Nein“, antwortete Anna tief atmend, „die polnischen Edelleute bieten zu einer verruchten Tat niemals ihre Hände. Sie mögen töricht sein, aber sie waren nie schlecht!“ Mit diesen Worten legte sie ihr Verbandzeug zusammen.„Schlafen Sie ruhig, Herr von Arnau. Am Nachmittage werde ich Ihnen einen neuen Verband anlegen.“ Sie reichte dem Offizier die Hand, und dieser geleitete sie an den Posten vorbei den Korridor entlang, wo er sich mit tiefer Verbeugung von ihr verabschiedete. lebendigen Wassers fließt! Sursum Corda! Die Herzen aufwärts! Hierauf wurde die Konferenz mit gemeinsamem Gebet des heiligen Vaterunsers und dem Gesang:„Ach, bleib mit deinem Segen“ geschlossen. Lokales und Bieleseld, 10. Dezember. (Ermittelter Straßen=Räuber.) Auf einem Heuboden an der Kaiserstraße wurden Sonnabend morgen zwei zweiselhafte Burschen gefunden, die dort unbefugter Weise eingedrungen waren und genächtigt hatten. In dem einen wurde nach der Wesif. Ztg.“ der Arbeiter Friedrich I. ermittelt, der sich am 26. Oktober 1907 an der Beraubung eines alten Mannes in der Bahnhofstraße beteiligt hatte. In der Straßenraubsangelegenheit waren bereits Ende Oktober drei Täter festgenommen, der I. ist der vierte; der fünfte Täter wird noch gesucht; er ist flüchtig seit Begehung der Tat. (Pacht= und Mietsverträge.) Alle im laufenden Kalenderjahre in Geltung gewesenen schriftlichen Pacht= und Mietsverträge über unbewegliche Sachen, sofern der verabredete, nach der Dauer eines Jahres zu berechuende Pachtzins (Miete) mehr als 300 Mark beträgt, sind spätestens bis zum Ablauf des Januar 1908 mittelst des vorgeschriebenen Pichtund Mietsverzeichnisses bei den Steuerämtern oder Stempelverteilern, in deren Bezirk die Grundstücke liegen, durch die Verpächter oder Vermieter zur Versteuerung zu bringen. *( B i e l e f e l d e r K r i e g e r= V e r e i n.) Die letzte gut besuchte Generalversammlung beschloß nach Aufnahme einer Reihe neuer Mitglieder seine Weihnachtsseier in althergebrachter Weise auf dem Johannisberge, am Sonnabend, den 28. Dezember, zu feieru. Der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers wird ebenfalls auf dem Johannisberg gefeiert und zwar in Gemeinschaft mit den übrigen hiefigen Militärvereinen. Zum Schluß hielt das Ehrenmitglied des Vereins, Herr Rektor Kuhlo einen hochinteressatten und mit viel Humor gewürzten Vortrag über China— Land und Liule, für den er den lebhaften Beifall der Zuhörer erntete. -d-(Vaterländischer FrauenVerein.— Dank!) Der vom Vaterländischen Frauen=Verein unter Leitung von Frau Oberbürgermeister Huber im Saale der Eintracht veranstaltete Wohltätigkeitsbazar für verschämte Arme unserer Stadt ist gestern geschlossen. Wenn wir auch zu dem Wohltätigkeitssinn unserer Mitbürger das feste Vertrauen hatten, daß uns allseitige Unterstützung nicht fehlen würde, so sind doch unsere Erwartungen noch wesentlich übertroffen. Der durch die von allen Seiten uns gespendeten Gaben sehr reich ausgestattete Bazar war nicht nur außerordentlich besucht, sondern konnte zum Schluß fast über alle seine Verkaufsstände ein„Ausverkauft" schreiben. So ist eine hocherfreuliche Einnahme erzielt worden, wenn auch der Reingewinn erst in den nächsten Tagen, nach Abzug der Unkosten, festgestellt werden kann. Dem Vorstande sind aber wieder die Mittel geboten, für eine Reihe von Jahren(der vorige Bazar war 1901) der so mannigfachen verschämten Armut in unserer Stadt hilfreiche Hand bieten und so manche verborgene Not lindern zu kögnen. — Um so mehr aber drängt es uns, allen denen— wir nennen keine Namen, um Am Nachmittag schon kam die erbetene Verstärkung, vorläufig ein Wachtmeister mit zwölf Mann. Sie wurden alle in das Schloß einquartiert, weil man dort mit Recht den Herd des eigentlichen Aufruhrs vermutete. Herr von Stanicz empfing die neuen Gäste finster und verdrossen. Slephan ballte in jugendlichem Zorne die Fäuste. Der Wachtmeister meldete sich bei dem Offizier, und Arnan ließ sich Bericht erstatten, wie es ringsum aussehe; er hatte in den Tagen seines Hierseins noch nichts von seinen andern Regimentskameraden gehört. „Es gärt überall“, meldete der Soldat der in strammer, dienstlicher Haltung vor seinem Vorgesetzten stand,„aber das eigentliche Nest der Aufrührer ist doch W.“ „Die kleine Stadt?“ fragte der Leutnant verwundert.„Ich dachte, auf den Gütern des Grafen Morinski würde es am hellsten brennen!“ (Fortsetzung folgt.) (Wie mans nimmt.)„Gestern erzählte wir Dr. Müller, er hätte bereits fünfzig Blinddarm=Operationen erfolgreich ausgeführt.“—„Das glaub ich; im„Aufschneiden“ ist er großartig!“ keinen zu vergessen— Weise durch Gaben u Mithilfe und Mita Art, durch Verkau Ausstattung und A wie künstlerische T Gelingen des Ganzen diesem Wege unser Dank!! auszusprechen die Gewinne aus gestern abead nicht in sind, Mittwoch, mi und 12 Uhr. in der (Aus dem Theater schrieben: Heute findet führung des Moser=S„Krieg im Frieden" stat heitern Militärstücke, da Humor und die lebensr Militär= und Zivilperso reicheren Offizierskomödie Schatten stellt. Mittwod „Ein idealer Gatte“, geg beginnt die Ausgabe der die zu allen Vorstellung entsprechenden Aufschlag, Einzelbillets umgetauscht der passendsten Weihnacht m.(Straßen Turnerstraße von Ra teichstraße wird wegen Bezirkskommandogebäu gebäubes für Hengste weiteres für sämtlicher Der Bahn=Uebergang vom 10. d. Mis. mo d. Mts. abends 6 Uh Praße vom 12. d. bis 13. d. Mts. aben nahme von Reparatur den Fuhrwerksverkehr m(Fahrraddie boten W. wurde gest Uhr ein vor der Fahrrad, Marke„ gestohlen. Das Rad lacklert. m.(Festgenomm mittag der Musiker Geschäft an der Rath erschwindelte unter d m.(Gefunden) m.(Zugelaufen Aus den 9 ch Herford, 10. stand des„Zeutr Deutschen Uhrme Wartung vor dem Uhren erlassen: Je werden in Anzeigen Publikum unter de sprechungen Uhren Glößtenteils sind d Uhren, die als„Präz werke der Techait". besonders für den durch Versandgeschäf Erfahrung gelehrt, wie:„Nichtpassindes röckgenommen“ nicht und nur darauf bere Publikum um so leich die langen Garantie dem Papier. An ei nicht gedacht werder, in= und ausländischen teils Spekulanten sin einer Uhr nicht die und die es nur auf gläubiger abgesehen schweren Enttäuschun sich beim Kauf einer einem Laten nicht und wo eine Täuschu Aeußere sehr leicht ansässigen Fachmann Uhren in besseren O Preisen liefern kan Uhrmacher ist in der tungen nachzukomm naturgemäß auch das seine Kundschaft dau # Hersord, 1 Verein) für Hel Nächste Sitzung am 4 Uhr, in Zimmerm trag: E zi hung zun + Herford, 10 Waisenhaus) bit 37 Frauen und 211 nachts gabe. Mögen Herford, 10. De markte) kosteten B 120—125 Pfg., Eie 10—15 Pfg., Ro Schwarzwurzeln 25 8—10 3—4 Pfg., Aepfel 5—20 Pfg., Trau 30—35 Pfg., Näss Blumenkohl 15—60 Pfg., Weißkohl 10bis 30 Pfg., Braunk Sursum Corda! enz mit gemein: Zaterunsers und deinem Segen“ inziellen. ). Dezember. en=Räuber.) er Kaiserstraße wei zweiselhafte ort unbefagter und genächtigt zurde nach der friedrich I. ertober 1907 an Mannes in der ste. In der waren bereits genommen, der ste Täter wird seit Begehung eträge.) Alle in Geltung geBacht= und vegliche Sachen, ch der Dauer inde Pachtzins ik beträgt, sind des Januar riebenen Pichtden Steuerern, in deren sen, durch die r Versteuerung er Berein.) eilversammlung r Reihe neuer eier in altherJohannisberge, mber, zu feiern. ät des Kaisers hannisberg geschaft mit den reinen. Zum ed des Vereins, zochinteressat ten #n Vortrag über für den er den erntete. Frauener vom Vaterer Leitung von der im Saale Wohltätigsämte Arme hlossen. Wenn leits sinn unserer en hatten, daß bt fehlen würde, zartungen noch durch die von in Gaben sehr war nicht nur ern konnte zum Verkaufsstände So ist eine lt worden, wenn n den nächsten sten, festgestellt ande sind aber für eine Reihe ar war 1901) imten Armut in d bieten und so ern zu kögnen. es uns, allen ie Namen, um m die erbetene Bachtmeister mit lle in das Schloß mit Recht den Juhrs vermutete. die neuen Gäste ephan ballte in ste. Der Wachtm Offizier, und statten, wie es in den Tagen von seinen andern dete der Soldat ser Haltung vor aber das eigentdoch W.“ zte der Leutnanl auf den Gütern es am hellsten setzung folgt.) „Gestern erzählte bereits fünfzig erfolgreich ausich; im„Auf* keinen zu vergessen— die in irgend einer Weise durch Gaben und Geschenke durch Mithilfe und Mitarbeit mannigfachster Art, durch Verkaufen und Kaufen, Ausstattung und Ausschmückung, sowie künstlerische Darbietungen zum Gelingen des Ganzen beigetragen haben. auf diesem Wege unsern allerherzlichsten Dank!! auszusprechen.— Wir bitten noch, die Gewinne aus der Verlosung, die gestern abead nicht in Empsang genommen sind, Mittwoch, morgens zwischen 10 und 12 Uhr. in der Eintracht abzuholen. (Aus dem Theaterbureau) wird uns geschrieben: Heute findet eine nur einmalige Aufführung des Moser=Schönthanschen Lustspiels „Krieg im Frieden“ statt, des Vorläufers aller heitern Militärstücke, das durch den vornehmen Humor und die lebenswahre Charakteristik der Militär= und Zivilpersonen, alle selbst erfolgreicheren Offizierskomödien noch immer in den Schatten stellt. Mittwoch wird zum letzten Male „Ein idealer Gatte" gegeben. Am 12. d. Mis. beginnt die Ausgabe der beliebten Weihnachtsbons, die zu allen Vorstellungen, bei Gastspielen mit entsprechenden Aufschlag, an der Theaterkasse gegen Einzelbillets umgetauscht werden können und eines der passendsten Weihnachtsgeschenke bilden. m.(Straßensperrungen.) Die Turnerstraße von Ravensberger= bis Rohrteichstraße wird wegen der Neubauten des Bezirkskommandogebäudes und eines Fabrikgebäudes für Hengstenberg u. Co. bis auf weiteres für sämtlichen Verkehr gesperrt.— Der Bahn=Uebergang am Bürgerweg wird vom 10. d. Mis. morgens 8 Uhr bis 11. d. Mts. abends 6 Uhr, der an der Werthersraße vom 12. d. Mis. morgens 8 Uhr bis 13. d. Mts. abends 6 Uhr zwecks Vornahme von Reparaturen am Hauptgleise für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. m(Fahrraddiebstahl.) Dem Kontorbolen W. wurde gestern abend gegen 7½ Uhr ein vor der Reichspost aufgestelltes Fahrrad, Marke„Anker", Nr. 38287, gestohlen. Das Rad war schwarz=weiß=rot lacklert. m.(Festgenommen) wurde gestern nachmittag der Musiker D., weil er aus einem Geschäft an der Rathausstraße einen Schirm erschwindelte unter dem Namen Horstmann. m.(Gefunden) ½/ Dtzd. Taschentücher. m.(Zugelaufen) 1 schwarz=gelber Hund. Aus den Kreise Herford. ch Herford, 10. Dez.(Vom Vorstand des„Zentral=Verbandes der Deutschen Uhrmacher“) wird folgende Warrung vor dem Ankauf minderwertiger Uhren erlassen: Jetzt zur Weihnachtezeit werden in Anzeigen und Preislisten dem Publikum unter den verlockendsten Versprechungen Uhren zum Kauf angeboten. Größtenteils sind die dabei angepriesenen Uhren, die als„Präzisionsuhren",„Wunderwerke der Techaik“ usw. bezeichnet werden, besonders für den reklamehaften Vertrieb durch Versandgeschäfte hergestellt. Wie die Erfahrung gelehrt, sind alle Zusicherungen wie:„Nichtpassindes wird anstandslos zurückgenommen“ nichts weiter wie Schwindel und nur darauf berechnet, das leichtgläubige Publikum um so leichter zu täuschen. Auch die langen Garantiezeiten stehen nur auf dem Papier. An eine reele Erfüllung kann nicht gedacht werder, da die Inhaber dieser in= und aus ländischen Versandgeschäfte größtenteils Spekulanten sind, die von dem Werk einer Uhr nicht die geringste Ahnung haben und die es nur auf den Geldbeutel Leichtgläubiger abgesehen haben. Wer sich vor schweren Enttäuschungen bewahren will, soll sich beim Kauf einer Uhr, deren Werk von einem Laten nicht beurteilt werden kann und wo eine Täuschung durch ein glänzendes Aeußere sehr leicht ist, an einen ortsansässigen Fachmann wenden, der gewiß Uhren in besseren Otalttäten zu denselben Preisen liefern kann. Nur der gelernte Uhrmacher ist in der Lage seinen Verpflichtungen nachzukommen und hat derselbe naturgemäß auch das größte Interesse daran, seine Kundschaft dauernd zufrieden zu stellen. O Hersord, 10. Nov.(LehrerVerein) für Herford und Umgegend. Nächste Sitzung am Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, in Zimmermanns Restaurant. Vortrag: E zi hung zum Sehen der Farben. + Herford, 10 Dez.(Das evgl. Waisenhaus) bittet für 55 Waisenkinder, 37 Frauen und 21 Männer um eine Weihnachtsgabe. Mögen sie nicht vergebens bitten! Herford, 10. Dez.(Auf dem Wochenmarkte) kosteten Montag: 1 Pfd. Butter 120—125 Pfg., Eier 80—85 Pfg., Spinat 10—15 Pfg., Rosenkohl 20—25 Pfg, Schwarzwurzeln 25—30 Pfg., Zwiebeln 8—10 Pfg., Wurzeln 4 Pfg., Kartoffeln 3—4 Pfg., Aepfel 8—15 Pfg., Birnen 5—20 Pfg., Trauben 50 Pfg., Tomaten 30—35 Pfg., Nüsse 30—60 Pfg., 1 Kopf Blumenkohl 15—60 Pfg., Wirsing 5—20 Pfg., Weißkohl 10—20 Pfg., Rotkohl 15 bis 30 Pfg., Braunkohl 4—6 Stück 10 Pfg., 1 Bund weiße Rüben, rote Beete 10 Pfg., Porre 5—10 Pfg., Sellerie 10—20 Pfg., Kohlrabi 10 Pfg., 1 Sick. Meerrettigwurzeln 20—30 Pfg., Steckrüben 5—10 Pfg. # Herford, 10. Dezdr.(Einquar= tierungsgelder.) Die Verpflegungskoßten für die dies jährige Eirguartierung sind bis zum 21. ds. Mts. gegen Rückgabe des Quartierscheins bei der Kämmereikasse zu erheben. = Hersord, 10. Dezbr.(SeminarPersonalie.) Zum Oberlehrer ernannt wurde Herr Seminarlehrer Petri vom hiesigen Seminar. Z Hersord, 10. Nov.(Der Musik= verein) feiert seine diesjährige Weihnachtsfeier am Donnerstag abend im Weinklub, woran auch Freunde des Vereins teilnehmen können. O Hersord, 10. Dezhr.(Normal= Obstsortiment.) Der Obst= und Gartenbauverein setzte folgende Sorten für unsern Bezirk als Normalsortiment fest: 1. Aepfel, a) Hochstamm: Schöner von Boskoop, Boikenapfel, Charlamowsky, Graue Herbstrenette, Privzenapsel, Landsberger Renette, Multhaupt=Renette. b) Zwergobst: Goldparmäne, Ribston Pepping, BaumannRenette, Weißer Klarapfel. 2. Birnen, a) Hochstamm: Williams Christbirne, Köstliche von Charneu, Neue Poiteau, Gute Luise von Avranches, Pastorenbirne. b) Zwergstamm: Williams Christbirne, Gute Luise von Avanches, Blumenbachs Butterbirne, Neue Poiteau. 3. Kirschen: Große Prinzessinkirsche, Große schwarze Knorpelkirsche, Coburger Maiherzkirsche, Schattenmorelle. 4. Zwetschen: Hauszwetsche, Bühler Frühzwetsche. 5. Pflaumen: Königin Viktoria, Große grüne Reineclaude. ∆ Enger, 9. Dez.(Turnerisches.) Gestern nachmittag fand im Saale des Herrn E. A. Pörtner hierselbst eine Bezirksvorturnerlehrstunde des Mittelbezirks des MindenRavensberger Gaues statt. Es waren wegen des schlechten Wetters nur 29 Turner erschienen. Geturnt wurde nach Maul, nach den Uebungen fand die Besprechung derselben statt. Es wurde ferner beschlossen, die nächste Lehrstunde in Spradow abzuhalten. a Enger, 9. Dez.(Versammlung.) Am Sonntag, den 15. Dezember cr., nach mittags 4 Uhr, findet im Saale des Herrn E. A. Pörtner eine Versammlung der Orts krankenkasse der Zigarrenfabrikarbeiter des Amtes Enger statt. Tagesordnung; 1. Neuwahl für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder; 2. Bestätigung der Wahl des Kassierers; 3. Wahl der Kassen Revisoren; 4. Ueberweisung der in der Nähe von Herford wohnenden Mitglieder an die Herforder Aerzte; 5. Verschiedenes. &a Oetinghausen, 6. Dez.(Schulweihe.) Die in diesem Jahre neuerbaute zweiklassige Schule wurde heute in feierlicher Weise im Beisein der Gemeinde durch den Herrn Kreisschulinspektor Pastor Niemöller eingeweiht. Der eherne Mund der im Turm der Schule hängenden, volltönenden Gcke hatte die Gemeindemitglieder um 2 Uhr zur Feier gerufen und sie waren von allen Seiten dem Rufe gein gefolgt. B's auf den letzter. Platz waren die Räume von den Festteilnehmern gefüllt, die den weihevollen, zu Herzen gehenden Worten des Herrn Pastor Niemöllrr andächtig lauschten. Allseitig wurde gern anerkannt, daß die geschoffenen Räumlichkeiten äußerst praktisch und schön wären und daß das ganze Gebäude eine Zierde für die Gemeinde wäre, die sich dieses Besitzes von Herzen freute. Bei Kaffee und Kuchen blieben die Festteilnehmer bis zum Dunkelwerden in schöner Einmütigkeit zusammen. Bünde, 9. Dez.(Einwohnerz ahl.) Die Personenstandsaufnahme in unserer Stadt ergab eine Einwohnerzahl von 5260. Aus den Kreisen Minden und Lübtece. Minden, 10. Dezbr.(Eine interessante Ausstellung,) die einen genauen Elnblick in die nutzbare Verwendung des Gases bietet, befindet sich gegenwärtig in den Räumen der Gas= und Wasserwerkesverwaltung im alten Regierungsgebäude. Von den feinsten und elegantesten Gasbodeöfen bis zu den einfachsten Gasbügeleisen und Gaskochern ist alles vertreten und wird den Besuchern der Ausstellung auf Wunsch in Funktion vorgeführt. An der Ausstellung sind beteiligt: das Gas= und Wasserwerk, sowie die Firmen Funke, Jochmus, M. Maranca und Heller. Die Ausstellung wird permavent sein. Oeynhausen, 7. Dezbr.(Progymnasium.) Der Kandidat des höberen Schulamts Dr. Preuß und der wissenschaftliche Lehrer Guderian sind zu Oberlehrern und der Elementarlehrer Sohl zum technischen Lehrer am hiesigen Progymnasium ernannt worden. Oeynhausen, 9. Dezbr.(Zur Einschränkung der Tanzlustbarkeiten) treffen nach dem„M.=L. Krsbl.“ die zu ständigen Behörden jetzt energische Maßnahmen. Im hiesigen Stadtbezirk gilt als alleiniger Tag für öffentliche Tanzlustbarkeiten vom 1. Januar 1908 ab der erste Sonntag eines jeden Monats. An anderen Tagen ist eine Erlaubviserteilung zu öffentlichem Tanz nur mit Genehmigung des Landrats möglich. Der Schluß jeder öffentlichen Tanzbelustigung ist auf 11 Uhr abends festgesetzt. Nammen, 7. Dezember.(Ordensverleihung.) Dem Stellwerksweichensteller Karl Bauer ist aus Anlaß des Uebertritts in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. Aus der Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Gütersloh, 9. Dez.(Der evangelische Jünglingsverein) feierte heute sein Jahresfest. In der Festpredigt gab Pastor Johannsen aus Essen dem Verein das Schriftwort 2. Tim. 1, 7 als Losungswort für die Zukunft mit. Bei der Nachfeier im Vereinshause gedachte Pastor Siebold des 25 jährigen Bestehens des Vereinshauses. Bundesagent Dröner überbrachte die Grüße des Bundes und des Bundes Vorstandes. Missions= Inspektor Wegner schilderte, wie auch in der Mission seitens der Heiden die Jünglingsvereinssache im Wachsen begriffen sei. Weiter sprachen noch die Pastoren Philipps=Brackwede und Seippel. Aus den Kreise Hale. Halle, 8. Dez.(Besitzwechsel.) Der Kreisausschuß kaufte für 42000 Mk. die Willmannsche Besitzung und beabsichtigt, dort Geschäftsräume des Landratsamt, des Kreisausschusses und der Sparkasse einzurichten. + Werther, 8. Dez.(Feuer.) Heute nachmittag brannte das Wohnhaus des Klempnermeisters Schwerdter vollständig nieder. Dank dem tatkräftigen und schnellen Eingreifen der Feuerwehren gelang es die naheliegenden Nachbargebäude vor dem vorhandenen Elemente zu schonen. Ein großer Teil des Mobilars wurde gerettet, dagegen die Lagerbestände an Oefen, Kochmaschinen und Haushaltungsgegenständen durch Feuer und einstürzen der Gebäudeteile großenteils vernichtet. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Durch den hillen Feuerschein aufmerksam gemacht waren die Feuerwehren von Rotenhagen, Häger und Lenzivghausen zur Hilfeleistung schnell herbeigeeilt und griffen tatkräftig mit ein. Bis heute morgen ½8 Uhr waren 2 größere Wachtkommandos der hiefigen beiden Wehren in Tätigkeit. Steinhagen, 8. Dez.(Ein Luftballon) landete heute nachmittag bei Vierschlingen, nachdem er vorher die Bahntelegraphenleitung beschädigt hatte. Aus dem Reg.=Bez. Rünser und Arusberg. Lippstadt, 6. Dezhr.(Vom Storch überrascht) wurde auf der Reise von Münster i. W. nach der Heimat die Ehefrau eines polnischen Landarbeiters zwischen den Stationen Anröchte und Söbberinghoff, und zwar waren es gleich drei kleine Weltbürger, womit die Frau ihren glücklichen Gatten beschenkte. Da sich zufällig ein katholischer Geistlicher in dem Zuge befand, wurde im hiefigen Wartesaale gleich die Taufe vorgenommen. Die Reisenden auf der hiesigen Station nahmen lebhaften Anteil an dem freudigen Ereignis und beschenkten das Eiternpaar reichlich. Selbst der sonst so gestrenge Eisenbahnfiskus zeigte sich groß mütig und besörderte die seiner Obhut an vertrauten Drillinge gratis nach ihrem Bestimmungsort. Aus den Nachderprosinzen und Staten. Altenkirchen(Westerwald), 6. Dezbr. (Für Automobilfahrer.) Das Schöffen gericht verurteilte einen Automobilfahrer, einen Kaufwann aus Köln, wezen übermäßig schnellen, di: öffin liche Sicherheit gefährdenden Fahrens zu 14 Tagen Hast. Heff Oldendorf, 5. Dezbr.(In die Weser gesprungen und ertrunken) ist gestern mittag der Heiratsvermittler, frühere Handelsmann Christoph von hier in dem Augenblcke, als er wegen Wechselvergehen verhaf et werden sollte. Er befand sich, als er von seiner Festrahme erfuhr, in einer Wirtschaft an der Weserbrücke. Eilig sprang er auf und stürzte sich vor den Augen des ihm verfolgerden Gendarmen in den Strom. Als man ihn gleich darauf aus dem Wesser zog. wor er bereits eine Leiche. Duisburg, 7. Deibe.(Ein neuer Arbeitgeberbund gegen die zunehmenden Streiks) ist im Ruhrrevier gezründet. Wie der„Du'ss. Gen.=Anz.“ erfährt, ist nach langen Verhandlungen ein Arbeitgeberverband für die Rheinschiffahrt gegründet worden. Gründer sind sechs große Reedereien. Der Beitritt aller Rhein=Reedereien soll bevorstehen. Der Verband wird seinen Sitz in Duisburg= Ruhrort haben. Vermichten Berlin, 9. Dez. Ein Kapitalverbrechen wurde gestern vormittag im Hause Alt=Moabit 114 entdeckt. Der Kaufmann Max Lehmann wurde dort mit zerschmettertem Schädel, einer Schußwunde in der rechten Wange und zahlreichen Hieben und Stichwunden an Kopf und Hals tot aufgefunden. Wahrscheinlich ist der Mord schon vor acht Tagen ausgeführt worden. Vorläufiz sehlt von dem Mörder noch jede Spur. Auf stine Ergreifung ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. Es wurden bereits einige Sistierungen vorgenommen. Lehmann hatte großen Verkehr mit Angehörigen des 2. Garde UlanenRegiments und lieb häufig an Unteroffizieren und Gemeinen des Regimerts Geld aus. Ein Unteroffizier des Regiments, der festgenommen wurde, ist wieder auf freien Fuß gesitzt worden. Breslau, 9. Dez. In Oderschlesien herrschten gestern starke Schneestürme. Die Telegraphen= verbindungen sind an vielen Stellen unterbrocher. Die Eisenbahnzüge erleiden stundenlange Verspätungen. Neapel, 9. Dez. Hier sollen 4800 Familien der ärmeren Bevölkerung, die seit fünf Monaten keine Miete zahlten, exmittiert werden. Die Mieter wollen durch Weigerung der Zahlung gegen die Mietssteigerung durch die Sanierungsgesellschaft protestieren. Es handelt sich um etwa 50000 Persosen, die auf die Straße geworfen werden sollen. Um etwaigen Widerstand zu verhindern, sollen außer der Garnison noch 10000 Caradinieri zusammengezogen werden. New York, 8 Dez. Aus Monongbalia in Westvirginien wird gemeldet, daß die Zohl der bei dem Grubenunglück in Fairmont Getöteten annähernd sechshundert betrage. Von 478 noch fehlenden Bergleuten und 100 jugendlichen Schleppern und Maultiertreibern, die am Freitag in die Grube eingefahren, wird wohl kaum einer noch lebend zutage gesördert werden. Am Eingange des Schachtes liegen, wie der„Köln. Zig.“ gemeldet wird, zahlreiche Leichen dicht neben einander. Sobald das Gas auszuströmen aufhört, nehmen die Rettungsmarnschaften ihre Arbeit wieder auf und bringen Dutzende von Leichen hervor. Zahlreiche Personen, die sich an dem Rettungswerk beteiligen, fallen, von den giftigen Dämpfen überwältigt, um; 10 von ihnen sind hoffnungslos virloren, bei andere ist der Zustand kritisch. Literarisches. Von den Geschichten und Bildern der Frauenhilfe sind soeben die drei ersten preisgekrönten Erzählungen erschienen. Hest 1:„Auf der Dorfstraße gefunden“ von Pforrer Joachim Ahlemann=Z yer. Preis 15 Pfg; Heft 2:„Frau Peters und ihr Flickverein" von Ina Romundt Duisburg. Preis 10 Pfg.; Heft 3:„In der Heide“ von A. Rinneberg Ludwigslust. Preis 15 Pfg. 100 Stück Hift 1 und 2 je zu 12 Mk., auch g#mischt. 100 Stück Heft 2 zu 8 Mk. Jedes Heft ia hübschem bunten Umschlag mit mehreren Abbüdungen im Tax!(Stiftungsverlag in Potsdam). Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 10. Dezember 1907. Mitgeteilt von F. Böckelmann Ww., Bielefeld. Niedrigster Thermometerstand i. d. Nacht+ 5 C. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 8 C. Barometer 74,2 cm. Wind: Süd. Himmel: bedeckt. Neuste Nachrichten. Berlin, 10. Dez. Die Geschäftsordnungs Kommission des Reichstages hielt gestern abend eine kurze Sitzung ab, in der sie die Genehmigung zur Einleitung eines Privatklageverfahrens gegen den Abgeordneten Schwabach(nl.) versagte. Dagegen erteilte sie die Genehmigung zur Strafverfolgung der Abgeordneten Pfeiffer(Zentr.) und Oeser(Dtsch. Vp.). Beim Abgeordneten Pfeiffer handelt es sich um die bekannte Affäre mit dem jungen Kaufmann Sonntag in Bamberg, dem er nach übung von Betrügereien zur Flucht verholfen haben soll. Der Abgeordnete Oeser soll im Konkursverfahren gegen seinen Bruder eine falsche eidesstattliche Ver sicherung abgegeben haben. Berlin, 10. Dez. Die für heute angesetzte Sitzung der Ostmarken= kommission des Abgeordnetenhauses ist auf Wunsch des Landwirtschaftsministers von Arnim verschoben worden, weil innerhalb der Staatsregierung noch Erwägungen vorgenommen werden. Die zweite Lesung der Vorlage in der Kommission findet daher erst nach den Weihnachtsserien statt. London, 10. Dezember. Nach den bisherigen Dispositionen wird Kaiser Wilhelm am Mittwoch nach Fort Viktoria fahren, um dort an Bord der„Hohenzollern“ zu gehen. Wien, 10. Dez. Das deutsche Kaiserpaar gedenkt im Frühjahr eine Reise nach Korfu zu unternehmen, wo es sich einige Zeit im Schlosse Achilleon aufhalten wird. Stadt-Theater. Heute: Anfang 7½ Uhr. Ende 10¼ Uhr. Nur einmalige Aufführung Krieg im Frieden. Mittwoch, den 11. Dezember Aafang 7½ Uhr — zum letzten Male— Ein idealer Gatte. Als passendes Weihnachtsgeschenk werden in der Zeit von 12. bis 24 Dezember(später nicht mehr) im Theaterbureau je 12 Bons verkauft. Und zwar: Für Parkett=Fauteuil und 1. Rang(à Mk. 2,40)— Mi 28.80. Frr 1. Parkett(à Mk. 1,90—= Mk. 22.80. Für 2. Parkett und 2 Rang=Balkon(à Mk. 1.40) Mk. 16,80. Für 2. Rang, 2. und 3. Reihe(4 Mk. 1,10) Mr. 13,20 inkl. Gaderobe. Diese Bons haben zu allen Vorstellungen, bis Schluß der Schauspielsaison auch an Sonntagen und an Feiertagen(bei Gastspielen mit Aufschlag) gültigkeit. M Pausleinen Iltr. II k. 0.50 bei Hugo Ziehm Gebr. Kahter, Papierhandlung Obernstrasse 24. Gewerbebank zu Bie 5 e. G. m. d. H. Turnerstrasse 33. Telephon No. 281. Nur für Mitglieder! GARANTIE: Eigenes Vermögen und Haftsummen von Mk. 2300000. Spareinlagen mit guter, sofortiger Verzinsung bis zu 4% vom Tage ab! Kontokorrente. 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Vorherige Auskunft bereitwilligst durch den General-Bevollmächtigten C. H. Tödtmann, Herford. Saseant= Lachrchen der Stadt Bielefeld vom 2. bis 7. Dezember 1907. Geburten: a) Söhne. Lehrer Gustav Prinz, Gr. Kurfürstenstr. 36. Kaufmann Otto Riedel, Paulusstr. 41. Kaufmann Hermann Friedewold, WertherZum empfehle sämtliche Artikel zum Backen in feinsten Qualitäten, ferner Christbaumschmuck in großer Auswahl. Baumkerzeu aus feinstem Stearin nicht tropfend sowie echte Wachs= und Ceresinkerzen, Nüsse, Feigen, Datteln, Traubenrosinen und Krachmandeln. Frisch gebrannte Raffees aus eigener Rösterei, in besonders feinen Qualitäten. Außerdem bringe mein großes Lager in TischKrankenweine in empfehlende Erinnerung. Friedr. Riemeier Jahnplatz 3. straße 128. Arbeiter Wilhelm Morgenroth, Finkenstr. 11. Lagerist Gustav Thenhaus, Herforderstr 168. Arbeiter Wilh. Schlingmann, Bleichstr. 99. Lithograph Friedrich Skobel, Heeverstr. 34. Tischler Emil Sebel, Bielsteinstr. 24. 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Ats., vormittags 10 Uhr, findet bei Herrn Eickelmann ein Termin zur Aufnahme von Verträgen statt, wozu noch etwaige Reflektanten fteundlichst einladet Der General-Bevollmächtigte Vrrautwortlich für den redaktionellen Teil Hermann Lange, für den, Reklame, und Juseraten=Teil R. Trautmann, Druck und. Verlag von A. von der Mühlen, sämtlich in Bielefeld. Nr. 290. Bierteljährlich in der Geschäftsstelle n an allen Postanstalten 1,20 M., bei tägliche Zustellung in Bielefell 1.40 M., durch Bries träger 1,62 M. Historisch 11. Dezember: Feldherr, gest. 1582. Feldheer, gestorben 1 Schweden, gest. 17 dorf, Dichter, geb. prediger a. D. Site König Oskar! aus dem Hause 2 Januar 1829, als prinzen, nachmalig seiner Gemahlin von Leuchtenberg, i folgte seinem Brud 18 S ptember 187 Jugend auf wend Marine zu und Seeexpeditionen mi damalige Prinz mi überhaupt den Wis schichtlichen Forsch Studien mit Vorli zahlreiche Werke a Zeugnis, wie die ge („Karl XII.“, de Berlin,„Prosaische burg 1892, ferner 1 „Cid“ und Goethe Am 6 Juni 181 Biebrich bei Wi Sophie von Nassar storbenen Herzogs Der Ehe entsprosse prinz und nunmeh 1858), Prinz Ol Karl(geb. 1861) un Der„Reichsanz ewigten König folg richtiger Trauer 1 an dem Hingang d Drei deutschen Kai bewährter Freundst Fürstengeschlechtern seines Nachfolgers, Gustav V., auch d verschwägert, war der in deutschen L Mojestät der Kaise zugetan war und die Ernennung zun lichen Marine bekr Oskar unserem Bo Freund des Deut Person verkörperte Beziehungen zwisch Künstler und Gelef verständnisvollen und idealen Bestre bei uns nicht verg auch des wirtschaf Schweden und de am Herzen lag. schlafenen Königs hoch in Ehren geh De Einem längeren entnehmen wir sol Was die Führe ralen Reichstagsst die Regierung oppo und auch die Kons ist ganz durchsi der eigenen Parte erscheinen, einen„ anzuschlagen. mindeste einzuwend ob die Zeit dazu ob die Form dem Die Konservatir haben durch ihr getage den Beweis 3 ihnen mit der Unt Politik ernst ist;fl talismus so weit wissen, daß sie ihr wenn sie sich der Blodt gogenüber gr