NUFNR 27. 6 0 8= 85 1 tor und Kunst 9 K N 3.—" ungen und atis-Provetinerstr. 47 Nünchen n d e r R e d a h t i e n. interrflante Rusgenderter-Blätter# mam frei! vonraana 1 Herford nachm. 5 Uhr ter wird sprechen u an unserem Möller P. —5— ahl itter lernstr. 45 ung. isamen KreisausPrackwede ningstraße) net. ser 1907. -Sparkasse. 0 ## a aturen. 2888 recher 204. Nr. 284. e Bierteljährlich in der Geschäftsstelle u. an allen Postanstalten 1,20 M., bei täglicher g in Bielefeld „— 31• Anzeigengebühr fürdie einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Erscheint sechsmal wöchentlich. Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. Bielefeld 4 Dezember 1907.1 Kalender. 4. Dezember: Universität Leipzig gestiftet, 1409.— Kardinal Richelien, gest. 1642.— Thomas Carlyle, englischer Biograph und Historiker, geb. 1795.— Al. Galvani, Natursorscher, gest. 1798.— John Tyndall, Naturforscher, gest. 1893.— Eugen Zintgraff, Trikaforscher, eest. 1807. Eine Lanze für das preußische Wahlrecht. Das preußische Wahlrecht wird zur Zeit lebhaft angesochten. Die radikalen Parteien drängen auf seine Ersetzung durch das Reichstagswahlrecht und die Sozialdemokratie will es noch durch Ausdehnung auf die Frauen und auf die jungen Burschen von 20 Jahren erweitern. Eine Mittelstellung nehmen die Nationalliberalen ein, indem sie durch ein ziemlich künstliches System dem preußischen Wahlrecht den plutokratischen Charakter nehmen zu können hoffen. Demgegenüber ist eine im Verlage von Paul Neubauer in Köln erschienene Schrift des Landtagsabgeordneten Julius Borster bemerkenswert. In dieser Schrift, die den Titel„Der preußische Landtag kein Klassenparlament!" führt, zeigt der Verfasser, daß zu einer erheblichen Neuerung kein genügender Anlaß vorliege. Ein Mangel sei virlleicht, so räumt er ein, daß in einzelnen, namentlich städtischen, Wahlbezirken die erste Klasse nur durch einen beschränkten Kreis von sehr Reichen gebildet werde. Dem könnte dadurch abgeholfen werden, daß ein bestimmtes höheres Einkommen in allen Fällen zur Wahl in der ersten Klasse berechtige, und um der Bildung einen größeren Einfluß zu sichern, empfehle es sich, bestimmten Beamtenkategorien, Vertretern der Wissenschaft usw, ohne Rücksicht auf ihr Einkommen das Wahlrecht in der ersten oder zweiten Klasse einzuräumen. Vielleicht beherzigen die Nationalliberalen diese beachtens werten Vorschläge. Es ist uns rätselhaft, weshalb sie gerade in der gegenwärtigen Zeit den Rüttlern an dem preußischen Wahlrecht Vorschub leisten. Uns erscheint diese Verdeugung nach links um so mehr deplaziert, als die Herren doch deutlich erkennen könnten, daß eine Verständigung zwischen ihnen und den Konservativen über das gesamte Wahlwesen, sowohl für Reichstag als für Abgeordnetenhaus, keineswegs ausgeschlossen wäre. Nuerdings unternimmt es nun die Partei sogar die Regierung in der Wahlrechtsfrage durch ihr offizielles Ocgan, die Natlib. Korr.“, vorwärts zu drängen. Dies Blatt bringt nämlich folgende Ecklärung: „Die nationalliberale Fraktion des Preuß. Abgeordnetenhauses wird bis auf weiteres von der Wiedereindringung ihres Antrages betreffend die Reform des Landtagswahlrechtes absehen, da die von anderen Parteien gestellten Anträge voraussichlich die Folge haben werden, die Regierung zu einer programmatischen Erklärung über ihre Absichten zu veranlassen. Sollte diese Erklärung ausbleiben oder ungenügend sein, würden selbstverständlich weitere Schritte seitens der Fraktion unternommen werden, um noch möglichst in der lausenden Session eine Förderung des Reformwerks zu sichern.,., I udans. Unserer Ansicht nach sollle die nationalliberale Partei, wenn sie sich im gegenwärtigen Moment wahlrechtlicher Talen nicht enthalten kann, ihre Hand an die Besserung des das deutsche Reich ernstlich bedrohenden Reichswahlrechts legen, ihrem Reformantrag die dementsprechende Ueberschrift geben und ihn statt im Abgeordnetenhaus im Reichstag einbringen. Hie Rhodus, hic salta! Das wäre eine staatsbewuße Handsung, durch die sich die natlonalliberale Partei ein ihrer großen Vergangenheit würdiges nationales Verdienst erwerben könnte. Statt dessen aber verschwendet sie ihre Kraft an dem preußischen Wahlrecht. Glaubt sie etwa, daß in diesem irgendwelche Gefahrfürden Bestand des deutschen Reiches liege? Das halten wir für unmöglich. Ebenso scheint es uns ausgeschlossen, daß die Herren übergroße Neigung zu gefährlichen Experimenten haben, sie kennen ji wohl das Bismarcksche Wort: Quieta non movere; aber ihre Jugend scheint wieder einmal Zugeständnisse gesordert zu haben, und in solchen Fällen wird der gute Vater beinschwach. Wir unsererseits halten das preußische Wahlrecht auch für unvollkommen, es schaltet das berufsständische Prinzip doch gar zu sehr aus. Da wir aber auch nicht glauben, daß man jemals ein vollkommenes Wahlrecht finden wird, so muß die nächste Frage sein: Wie hat das preußische Wahlrecht funktioniert? Wollen die Nationalliberalen etwa behaupten, daß es schlecht sunktioniert, daß das deutsche Reich darunter gelitten habe? behaupten, und wer's vermag, der widerlege uns!— es hat trotz seiner Mängel vorzüglich funktioniert, es hat verhindert, daß die Sozialdemokraten auch in der preußischen Volksvertretung wie beklagenswerter, beschämender Weise im deutschen Reichstag Subjekt der Gesetzgebung geworden sind, daß sie vielmehr in Preußen, wie es sich gehört, Objekt geblieben sind. Daher ihr schäumender, in staatsbewußten Seelen nur Gefühle höchster Genugtuung erweckender Zorn gegen das„rückständige Preußen".(Die Bielefelder Wahlrechtsdemonstration der Proleten war ein Schauspiel für Götter.) Dieses Wahlrecht hat dem deutschen Reich das kraftvolle preußische Rückgrat erhalten. Nach unserer darf an dem preußischen Wahlrecht so lange nicht gerüttelt werden, auch nicht mit allerlei Verbesserungsvorschlägen, alsesin Deutschland noch eine mach tbewußte sozialdemokratische Partei gibt. Erst wenn diese Partei niedergerungen ist, erst dann werden auch wir Konservativen über das preußische Wahlrecht mit uns sprechen lassen. Lernt preußisch denken, dann werdet ihr auch deutsch denken! herzig, wie sie es in England gewesen sind zum eigenen Nutzen und zum Nitzen des Landes. Modern ist aber nicht liberal; der Liberalismus ist im Gegenteil recht oft sehr unmodern. Modern im Sinne von neuerungssüchtig werden die Konservativen niemals werden; aber modern im Sinne von zeitgemäß sind sie schon heute, und so werden sie auch bei der Blockpolitik den Zeitverhältnissen völlig Rechnung tragen. Der Schlußeffekt der Bülowschen Rede, die Erzählung von Bismarck und dem vollen Tropsen demokretischen Oeles, ist vielleicht durch die augenblickliche Situation gerechtfertigt, gefiel aber doch dem Zentrum und der Sozialdemokratie besser, als der Mehrheit des Blocks. Noch mehr demokratischen Oeles auf dem Haupte eines über Deutschland leuchtenden Staatsmanns können wir niemals wünschen. Zur jüngsten Rede des schreibt die„Germania', der begreiflicherweise diese Rede ganz und gar nicht gefallen hat: Fürst Bülow wolle durch die Verbindung„altpreußischer konservativer Tat kraft mit deutschem, weitherzigem, liberalem Geiste“, die Zukunft der Nation zu einer glücklichen gestalten. Das heiße doch, daß er mit konservativer Hilfe liberal regieren wolle. Darauf antwortet die„Kreuz=Zeitg.“: Diese Absicht kann vorhanden sein; aber sie braucht nicht zu bestehen. Die Konservativen sind jedenfalls Mannes genug, um ihre Lebensanschauungen und Grundsätze auch innerhalb des Blocks in genügender Weise zur Geltung zu bringen. Daß unsere Partei sich dazu hergeben könnte, grundsätzlich Uberale Politik zu machen, wird man im Zentrumslager, gestützt auf eigene Erfahrungen, selbst nicht annehmen. Fürst Bülow hat am Sonnabend schließlich einen Ausspruch Bismarcks mitgeteilt, der dem Wunsche Ausdruck gab, daß der Einfluß der konservat.ven Partei auf unsere Gesetzgebung ein starker bleiben möge. Agrarisch, so lautet dieser Ausspruch weiter, müssen die Konservativen bleiben, den tellurischen Zug dürfen sie nicht aufgeben; aber im übrigen müssen sie recht modern sein, recht weitAus dem deutschen Reiche. Berlin, 3. Dezember. Die Rückkehr des Kaisers aus Ergland und Holland wird nach einer Korrespondenz für den 13. oder 16. Dez. erwartet. Wie aus London gemeldet wird, nimmt man an, daß der Kaiser am 9. Dez. als Gast des Botschafters Grafen WolffMetternich auf einen oder zwei Tage nach London kommen werde. Königin Alexandrasandte dem Kaiser einen zweirädrigen Selbstfahrer als Geschenk für die Prinzessin Viktoria Louise nach Highcliffe, von wo der Wagen nach Berlin geschickt wurde. Im Beisein der Kaiserin hat heute vormittag in Charlottenburg auf dem von der Stadt geschenkten Gelände die feierliche Grundsteinlegung zu dem Kaiserin Auguste Viktoriahause stattgefunden, das zur Betämpfung der Säuglingssteiblichkeit im Deutschen Reiche errichtet wurde. Die Mandatsniederlegung der gesamten Polenfraktion des Reichstages wie des Landtages wird in einer Zuschrift an den Posener„Postemp“ als Antwort auf die preußischen„Gewalttaten" empfohlen. Die zurücktretenden polnischen Abgeordneten sollten aber ihren Wählern die Wahl von Sozialdemokraten empfehlen, für die eine lebhafte Agitation in der polnischen Bevölkerung zu entfalten wäre:„Die Verleidigung unserer nationalen Jateressen würde(so schließt die Zeitschrift) unter solchen Umständen unter dem roten Banner vorteilhafter seiv. Vielleicht würde man sagen, daß sich ein solches Vorgehen nicht mit kalholischen Grundsätzen vereinbaren läßt. Das stimmt. Aber auch der Mord ist von der Kirche verboten, in der Notwehr aber erlaubt,— und hier handelt es sich nicht um das Leben eines Einzelnen, sondern die Existenz eines ganzen Volkes.“ Die Kommission für die Polenvorlage beschäftigte sich heute mit dem § 1. Dabei erklärte die Regierung, daß sie bereit sei, die Oeganisation der Ansiedlungskommission in dem Sinne zu ändern, daß die Stillung des Präsidenten freier werde in bezug auf den Ankauf der Güter, das Plenum aber nur für Beschlüsse genereller Art in Anspruch genommen werde. Von konservativer Seite wurde dies Entgegenkommen ane kinnt, doch wünschte man daneben größeren Einfluß des Laienelements und Festlegung einer solchen Bestimmung im Gesetz. Bei der Abstimmung wurden die 300 Millionen für Zwecke der Ansiedlung mit 18 gegen 10 Stimmen des Zentrums, der Freisinnigen und der Polen angenommen, ihre Uebertragbarkeit aber mit 15 gegen 13 Stimmen abgelehnt, da auch die Nationalliberalen dagegenstimmen. Wie der„Hann. C.“ erfährt, sind beunruhigende Nachrichten über das Auftreten der Maul= und Klauenseuche an den russischen und belgisch=holländischen Grenze eirgetroffen. Bisher ist es gelungen, die Grenzgebiete zu beschränken, doch muß man mit der Möglichkeit einer Ausbreitung rechnen. Dresden, 3. Dez. In der Ersten Kammer berührte Finanzminister Dr. Rüger die Frage, ob direkte oder indirekte Steuern vom Reiche erhoben werden sollen, und kam zu dem Resultat, daß die direkten Reichssteuern nicht mit dem Geist der Reichsverfassung zu vereinbaren seien und die Selbständigkeit der Bundesstaaten bedrohten. Dies wisse der Buadesrat wohl. Aus dem Auslande. Wien, 3. Dez. Im Abgeordnetenhause gab heute der Ministerpräsiden Freiherr v. Beck eine Erklärung über die Elamischung der slavischen Abgeordneten in innere preußische Verhältnisse ab. Er sagte u. a.: Die Herren Interpellanten haben sich auf ein Gebiet begeben, das zu betreten uns von vornherein versagt sein muß.(Zustimmung und Zwischenrufe.) Es ist ein im Bölkerrecht vollkommen anerkannter und eingelebter Brauch, daß man sich in keiner Weise in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates einmischen darf. Ich muß daher gegen die unzulässige Art, wie Angelegenheiten eines fremden Staates besprochen worden sind, ausdrücklich Verwahrung einlegen. Derartige Ausfälle, wie sie in diesem Hause gegen fremde Regierungen gerichtet worden sind, schädigen lediglich der Sache, welcher sie dienen sollen, und sind insbesondere unstatthaft gegenüber verbündeten und befreundeten Staaten.(Lebhafter Beisall und Zwischenrufe.) Petersburg, 3. Dez. Die Duma verhandelte heute über die Erklärung der Regierung. Bei der Gelegenheit ließen die Oktrobristen u. a. erklären, ein Zusammengehen mit den Kadetten sei für sie unmöglich. Die Bekäwpfung der Revolution sei notwendig, aber gleichzeitig müsse die politische Freiheit erweitert werden. Um 6 Uhr wurde die Sitzung bis 8 Uhr unterbrochen. Wladiwostock, 2. Dez. Von 203 Teilnehmern an der Meutere: des Minenbataillons am 29. Oktober sind 20 zum Tode durch Erschießen, 34 zur Zwangsarbeit, 88 zur Versetzung in eine Arrestantenabteilung, 53 zur Versitzung in ein Disziplinarbataillon und 2 zu Militärgefängnis verurteilt worden; 5 Teilnehmer wurden freigesprochen. Dorpat, 3. Dez. Die hiesige Universität ist zeitweilig geschlossen worden. Pietermaritzburg, 3. Dezember. Im Zululande ist der Kriegszustand erklärt worden. Die Lage nimmt wegen der Haltung der Eingeborenen in Natal einen noch ernsteren Charakter an. Täbris,(Persien), 3. Dez. Die Stadt ist äußerst erregt. Die Bevölkerung zerfällt in zwei bewaffnete Lager; das der Monarchisten hat sich, angeseuert von der Geistlichkeit, in einer Moschee versammelt, während das der Revolutionäre in der Stadt P oklamationen verbreitet, die Todes drohungen gegen die Gegner der Konst tution enthalten. Der Generalgouverneur ist machtlos. Die Basare bleiben geschlossn. Kirche, Schule und Mission. (Zum Fall Jatho.) Pfarrer D. Kühn in Siegen erklärt folgendes: Die „Kölnische Zeitung“, Nr. 1247 vom 30. Nov., äußerst sich über eine Kontroverse, welche zurzeit zwischen Pfarrer Jatho Köln und mir schwebt. Ueber einen Vortrag des Pfarrers Jatho, welcher in der„Kölnischen Zeitung“, Nr. 1123 vom 29. Oktober er., mit den ausschweifendsten Lobsprüchen beda“: worden war, hatle ich in Nr. 22 der von wir herausgegebenen„Kirchlichen Rundschau für die evangelischen Gemeinden Rheinlands und Westfalens“ geurteili, jener Vortrag sei„eine bis auf den Ausdruck unselbständige Kowpilation“ aus dem Buche des Straßburger Privatdozenten Liz. Schweitzer. Ich halte mich auch erboten, mein Urteil wahr zu halten; aber die„Kölnische Zeitung" hat den von mir angebotenen Wahrheitsbeweis nicht abgewartet, sondern verkündigt sehr voreilig, ich hätte durch die Entzegnung, welche Pfarrer Jatho in Nr. 47 der„Ev. Gemeindenachrichten aus Köln", dem Organ der soginannten„Freiheitsfreunde", veröffentlicht hat, eine„verdiente Abfuhr“ erlitten. Intho hat nämlich behauptet, es handle sich um„selb verständliche Vorstudien und ihre freie Verwertung". Ich bin anderer Meinung und werde demnächst in Ne. 24 der„Kirchlichen Rundschau“ mein Urteil eingehend begründen. Für jetzt bemirke ich nur, daß die„Kölnische Zeitung“ seit Jahren den Pfarrer Jatho in übertriebenster Weise gefeiert hat als den Propheten„einer modernen Religion“, der berufen zu sein scheine,„die religiöse Notlaze der Gegenwart einem glücklichen Ende entgegenzuführen". Vor allem gegen diese geschmacklosen Lobhudeleien hat sich je und je meine Polemik gerichtet. Kolonialpost. (Die deutsche Kolonialgesellschaft) hält vom 5.—7. Dezember in Frankfurt a. M eine Tagung ab, bei der wichtige Anträge, die bestimmt sind, die Organisation der Gesellschaft auf eine weitere Basis zu stellen, zur Beratung gelangen werden. Aber auch aus einem anderen Grunde wird die Frankfurter Tagung eine Etappe in der Entwickelung der Gesellschaft darstellen. Indiesen Tagen begeht nämlich die Deutsche Kolonialgesellschaft die Feier ihres 25jährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß wird am Abend des 4. Dezember die Stadt Frankfurt a. M. die Teilnehmer im Rathaus begrüßen. Am folgenden Tage, nachmittags 4½ Uhr, findet ein Festakt im Hippedrom statt, bei welchem der äsident der Gesellschaft, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, Regent von Braunschweig, und Exzellenz Dernburg sprechen werden. Am Abend findet ein Bankett im Palmengarten und am folgenden Abend eine Festvorstellung im Opernhause fat Garten= und Landwirtschaft. (Kleemüdigkeit) ist häufig weiter nichts als eine Folge von Phosphorsäuremangel in einem Boden, der durch fortgesetzte Ernten bei alleiniger Stalldüngung allmählig an Phos phorsäure verarmt ist. In solchen Fällen wirkt Thomasmehl Wunder. — Auch in Zuckerrüben ist eine kräftige Thomasmehldüngung während des Winters sehr zu empfehlen. Es wird dadurch nicht nur der Ertrag an zuckerreichen Rüben vermehrt, sondern man hat hierin auch ein bewährtes Mittel zur Bekämpfung des Wurzeldrandes. führungen Bassermanns zu den Fällen Sädle und Liebknecht. Der antimilitaristischen Propaganda müsse mit voller Kraft entgegengewiekt werden. Uaverständlich sei, daß sich Herr Sädke durchaus Kreisen aufdrängen wolle, die von ihm nichts wissen wollen. Zu erwägen sei, ob gegen die rohe Ausdrucksweise der sozialdemokratischen Presse nicht besondere gesetzliche Maßnahmen rotwindig sind. Aus den Ausführungen des Abg. v. Payer misse entnommen werden, daß der Süden in Preußen nicht moralische, sondern politische Erfolge erringen wolle. Ein Staat mit 40 Millionen Einwohnern werde aber selbst zu entscheiden wissen, was ihm not tue. Der Reichstag werde sicher auch künftig die deutsche Ehre in richtiger Weise zu wahren wissen. Weniger Aufmerksamkeit fand die nachfolgende Rede des Abg. Gothein(srs. Vag), der sich für eine Verminderung des deutschen Beamtenkörpers ins Zeug legte und für Preußen die gleiche Politik wie im Reiche forderte. Abg. Dr. Paasche(nl) trat lebhaft für direkte Steuern eln, wobei er sich eingebend gegen die jüngste Rede des preußischen Finanzministers Frhrn. v. Rheinbaben wandle, und die direkten Reicht steuern als eine Forderung der ausgleichenden Gerechtigkeit hinstellte. Redner teilte schließlich mit, die im Harden Prozeß aufgedeckten Mißstände seien Gardeoffizieren längst bekannt gewesen; es sei bedauerlich, daß dem Kriegsminister darüber nicht früher Bericht erstattet worden sei. Nach einer kurzen Erwiderung des Reichsschatzsekretärs Frhru. v. Stengel bedauerte Abg. Lattmann(wirtsch. Vgg.), daß Abg. Paasche sein Material zum Prozeß Harden nicht vorher dem Kriegsminister unterbreitet habe.(Stürm. Beifall rechts) Mittwoch: Fortsetzung. Konservative Quartalversammlung. den Deutscher Reichstag. 64. Sitzung vom 3. Dezember 1907, 1 Uhr. Der Reichstag nahm am Dienstag zunächst den Handelsvertrag mit Montenegro in erster und zweiter Lesung an und setzte dann nach Erledigung einiger Rechnungssachen die erste Lesung des Etats fort. Zum Wort kam zunächst Abg. Kreth(kons.), der unter lebhafter Spannung in einer witzigen Rede zahlreiche Einwände gegnerischer Parteien kritisch beleuchtete. Er kündigte noch einmal die Unterstützung der Blockpolitik durch seine Freunde an, soweit sie der konseroativen Ueberzeugung nicht zunahe trete. Nicht zu billigen seien die AusEnger, 29. Nov. Die heute hier abgehaltene konservative Quartalversammlung war, insbesondere durch sehr geringe Beteiligung der Freunde aus Jöllenbeck, zwar nicht ganz so stark wie früher, aber doch immerhin befriedigend besucht. Nach Eröffnung mit dem Gesang: „Ermuntert euch, ihr Frommen“ legte der Vorsitzende, Herr Pfarrer Niemöller, den Bibeltexk 1. Petri 2, 11—12 nach folgendem Gedankengang aus: Wir haben es in uaserer Zeit kötig, das Königtum Jesu Christi mehr zu betonen. Jeder Zeit hat es Leute gegeben, denen die Zukunft des Herrn nicht schnell genug kommen konnte. Sie vergaßen, daß der Herr Zeit braucht, die Seelen zu retten. Ec hat aber der Christeuheit seine Herrschaft jederzeit offenbart durch die Gerichte, die er über die Welt ergehen ließ. Eine ganze Reihe von solchen Einzelgerichten geht dem Endgericht voran; der Herr macht mit jenen seinem Reiche Bahn und das Endgericht bringt dann den Abschluß der Weltgeschichte. Wir sollen nicht nach Zeit und Stunde fragen, aber die Wiederkunft des Herrn im Auge haben; unsre ganze Hoffgung muß darauf gerichtet sein. In dem Reich, das er aufrichten wird, werden die Seinen ihre Heimat und ihr Bürgerrecht haben. In dieser Hoff: nung aber mässen sie sich der fleischlichen Lüste enthalten, die wider die Seele streiten. Man malt sich heute den Zukanstsstaat nach drei verschiedenen Idealen aus: als Staat des Bildungsideals, als Staat der materiellen Interessen und als sozialdemokratischen Zukunstsstaat. Wir aber warten auf das unvergängliche Königtum unsers Herrn Jesus Christas. Darum sind wir Gäste und Fremdlinge in der Weli und müssen uns als solche fühlen; wir sind Bürger des Rliches Gottes und müssen also auch einen Wandel führen, der dem Riiche Goltes entspricht. Herr Pasior Niemöller wies dann auf die schrick lichen Dinge hin, die sich in jüngster Zeit in Berlin zugetragen haben. Ja manchen Kreisen sei ein Treiben offenbar geworden, das an das Treiben in Sodom und Gomorrha G.Mn dim Eipflusse einer erinnert. Gegenuber Jährlichen Richtung für unbefestigte Leute 6e, der schmutzigen der Kunst und dem Einflaß inzuweisen: Presse sei auf die Mahnung v. 34 ver„Lasset euch niemand verführen m.„d geblichen Worten.“ Die Flucht des juge. lichen späteren Großen Kurfürsten aus Haag diene uns als Vorbild. Es ist auch unsre Pflicht auf unsre Angehörigen zu sehen. Ja jedem christlichen Hause sollte der Hausherr Macht über sein Gefinde halten. Hinter den fleischlichen Lüsten, die wider die Seele streiten, steht der Satan. Gegen ein bloßes Wortzeugnis ist aber unste Umgebung unempfänglich, sie sieht auf den Wandel, auf das Leben. Und das mit Recht, denn wo diese fehlen, da sehlt auch der rechte Glaube. Durch den guten Wandel sind Heiden und Weltmenschen zu überzeugen. Wenn sie der Hilfe und des Trostes bedürfen, dann ist die Zeit gekowmen, wo sie das Christeutum als eine gute, herrliche Sache erkennen, wenn sie auch sehen, daß der Wandel der Christen gut ist. Die Welt hat ein scharfes Auze dafür, ob das Christentum eines Menschen echt oder unecht ist. Einen guten Wandel werden wir aber nur führen, wenn wir als Gäste und Fremdlinge in der Welt das Auge auf den Herrn richten. Er wird dann auch geben, daß unsre Arbeit nicht vergeblich ist. In der recht lebhaften Besprechung wurden besonders die sittlichen Pflichten der Herrschaft gegen das Gefinde betont. Wenn dieses jetzt so häufig nach Fleischesfreiheit strebe und sich gegen die Zucht des Dienstherrn auflehne, so müsse dieser nur den entschlossenen Mut haben, in den Sündenpfuhl hineinzugreifev, aber er müsse Gottes Wort dabei gebrauchen und sich selbst unter dieses Wort stellen. Wenn das Letztere sehle, dann kämpfe der Dier stherr mit einem hölzernen Schwert. Sehr ernst wurde auch ermahnt, ein scharfes Auge auf den Wandel der eigenen Kinder zu haben.(Schluß folgt.) Lokales und Vieleseld, 4. Dezember. (Der Nickel=Sonntag,) wie der kommende dritte Sonntag vor Weihnachten allgemein im Volke genannt wird, steht nun vor der Tür. Mit diesem Sonntage setzt der Eikauf für Weihnachten lebhafter ein. Wenn auch unsere Geschäftsleute nicht goldene Berge vom nächsten Sonntag erwarten, so erwarten sie doch wenigstens ein zufriedenstellendes Geschäft. Ein solches zu erzielen, liegt in der Hand des Geschäftsmannes selbst. Er hat nur jetzt nicht zu säumen, die Reklame ausgiebig in Szene zu setzen, sich dieser zu bedienen. Es gibt aber auch heute noch viele Geschäftsleute, die den Wert einer gesunden Reklame noch nicht erkannt haben, ja, es gibt welche, die zum Beispiel noch nie iaseriert haben und immer behaupten: Eine Ware muß sich selbst empfehlen. Ja, wie kann aber jemand wissen, daß man etwas Gutes zu verkaufen hat, wenn man es nicht anzeigt? Da ist es dann kein Wunder, wenn diese Geschäftsleute über schlechte Zeiten klagev. Richtiger wäre es, wenn diese den Versuch machten, ihrem Geschäfte einen zeitgemäßen Anftrich zu geben. Denn die Reklame ist zeitgemäß, dieses kann wohl niemand bestreiten, und sie gehört heute unbedingt zu einem Geschäft. Die Reklame, das Jaserieren kann heute selbst ein altes, besteingeführtes, solides Geschäft nicht missen, denn wollte es nie an die O ffentlichkeit treten, es wäre dies ein effenbarer Stillstand, und Stillstand bedeutet Rückschritt. Eine Reklame ist nicht nur wichtig, um neue Kunden zu erwerben. sondern auch um die alte Kunbschaft zu erhalten und vor Abtrüunigkeit zu bewahrer. Wer ein flottes Weihnachtsgeschäft machen will, der Inseriere in unserer Zeitung, und eine Insertion in demselben hat gerade vor Weihnachten den besten Erfolg für einen zn, den Kaufmann wie den Handwerker. Tus der Magistrats=Sitzung) 2 2 Wettbewerb für den Bau der Rüdchen=2. tt schule hat sich der an nden erklärt und den Migistu eindersta n#schuß mit der verstärkten Baus. beaustragt.— Aufstellung der Grundlage. Heiter hat Herr Stadtverordneter Dr.* dem städtischen Museum eine e. Doberg= Versteinerungen(Dober.„ Berg bei Bünde) geschenkt, die mit her, lichem Danke angenemmen worden sind.— Am städtischen Krankenhause ist der bisherige zweite Assistenzarzt De. Paschen zum ersten Assistenzarzt und der Medizinalpraktikant Dr. Hellner zum zweiten Assistenzarzt ernannt worden. (Die Quittungskarten=Revisior) findet jetzt Jöllenbecker=, Kurze=, Otnabrücker=, Meller=, Schmiede, Nord=, Bünder, Kampstraße und Kamphofweg statt. X(Aerztliche Mission.) Ueber die Bedeutung und Aufgaben der ärztlichen Mission hielt am Sonntag abend Herr Dr. med. Fiebig aus Jena, Oberstleutnant a. D. des Sanitätsdienstes der niederländisch indischen Armie, einen sehr interessanten Lichtbildervortrag. Der Vortragende, welcher auf eine 22 jährige ärztliche Erfahrung in den Tropen zurückdlickt, ist der neuernannte Direktor des eben jetzt in Tüdingen ins Leben gerufenen Deutschen Instituts für ärztliche Mission. Redner berichtete eingehend über den Stand der ärztlichen Mission in der Gegenwart. Von allen Missionaren wird draußen eine ausgebreitete Heil tätigkeit ausgeübt, deren Resultate der Redner selbst aus eigener Anschauung, rühmend anerkannte. Die Missionare erhalten dazu eine besondere Ausbildung, die oft mehrere Jahre dauert. Die Barmer Mission läßt alle ihre Missionare chirurgisch ausbilden, doch bleibt leider für eine Ausbildung in inneren Krankheiten keine Zeit. Das zu errichtende missionsärztliche Institut soll nun ellen Missionsgesellschaften in Deutschland Gelegenheit bieten, ihre jungen Missionare gründlich ausbilden zu lassen. Und es ist garz außerordentlich erfreulich, daß die medizinische Fakultur in Tübingen sich bereit erklärt hat, an diesem Institut sich zu beteiligen. Aber ganz besonders soll das Institut der Heranbildung von jungen Medizinern dienen, die sich dem missionsärztlichen Beruf widmen wollen und ihnen während ihres Studiums ein Heim und eine Gelegenheit zu praktischer Ausbildung in der Behandlung speziell tropischer Krankheiten bieten. Leider sind wir ja ganz besonders England gegenüber, nelches über 700 Missionsärzte draußen hat, noch arg im Rückstande mit unseren 19 Missionsärzten. Ganz besonders in unseren Kolonien liegtdiese mission särztliche Sache noch im argen, nur drei deutsche Missionsärzte arbeiten dort, und doch ist die hygienische Fürsorge für die Eingeborenen unserer Kolonien für die Erhaltung eines lebens= und arbeitskräftigen Volkes, für die wirtschaftliche Erschließung unserer Kolonien von der allergrößten Bedeutung. Eine besondere Bedeutung wies der Vortragende der ärztlichen Mission unter den Mohammedanern zu. Auch in der Beurteilung des Islam bedarf Deutschland noch einer erheblichen Wandlung. Holland hat nach sehr trüben Erfahrungen im Atjekrieg auf der Nordspitze Sumatras die panislamitische Gefahr viel besser erkannt. Wir dürfen uns nicht bei dem „kranken Mann“ beruhigen, ganze Völker des Ostens würden sich wie ein Mann erheben auf den Wink des Sultans, wenn es gälte, dach Joch der Ungläudigen abzuschütteln. Denn es ist unumstößliches Korangesetz, daß kein mohammedanisches Volk unter christlicher Oberheirschaft leben darf, es sei denn gezwungen. Auch Deutschland wird davon noch etwas zu fühlen bekommen. Die Hassastämme im Norden von Kamerun, die Somali nördlich von Ostaftika sind sanatische Mohammedaner. Hier hilft nur eine liebevolle und hingebend geübte Missior, und gerade die ärztliche Mission wird dazu imstande sein durch ihren Dienst an den Kranken, die Vorurteile der Mohammedaner zu übertoinden. Alle diese interessanten Mitteilungen belegte Herr Dr. Fiebig mit einzelnen Mitteilungen aus seiner Erfahrung, anDer letzte Erzählung aus dem polnischen Aufstande im Jahre 1848. Von L. Ideler. 26)(Nachdruck verboten. „Ich habe nie auch nur einen Augenblick in den Priester geglaubt,“ meinte Karl, das war Verkleidung, und dies ist sicher sein cigentlicher Rock.“ Wirklich schien Konstantin sich in der eeichverzierten Uniform wohler zu fühlen; seine Augen blitzten kühn über die Männer hin, und mit weith'ntönender Stimme forderte er jeden treuen Polen auf, in die Nationalarmee einzutreten, um die Feinde niederzuwerfen und das Vaterland von Ihnen zu befreien. „Ich achte Preußen einem Wolfe gleich,“ rief er,„der Polen anfiel auf der offenen Heide.“ „Da soll doch gleich!" flüsterte Kail erbost.„Wölfe sind wir? So hetzt dieser Mensch? Das sind doch elende Lügen, Herr Leutnant.“ „Still!“ wehrte Arnau warnend. „Und wie der Wolf den kühnen H. ###rgt, verbluten auch wir in Feindeszuen, fuhr Konstontin fort,„wenn wir uns nicht wehren. Wollen wir uns in stumpfer Ecgebung unter die Füße des Unterdrückers treten lassen? Nein und tauseudmal nein! Richtet eure Sensen gerade, ihr Landleute, und erwürgt die, die euch verderben wollen!" Ein Manu trat an den Redner heran, mit finsterem Blicke; es war der Wirt des Husaren Däne, der Bauer Peter Storysko. Vorteilhaft kontrastierte die ernste Ruhe des einfachen Mannes gegen das fauatische Wesen des angeblichen Kaplans. „Die Preußen sind doch keine Russen!" entgegnete er dem aufgeregten Emssär.„Der Husar, der bei mir im Quartier liegt, ist eigentlich ein guter Mann. Er spielt mit meinem kleinen Sohne; das Kind hängt sörmlich an ihm. Er hat uns noch kein hartes Wort gesagt; im Gegenteil, er bedauert uns und meint, wir sollten doch nicht gegen die Uebermacht ankäupfen.“ „Gemäßigt!“ sagte Graf Morinakt leise zu Heren von Stanicz.„Der Marn hat etwas zu verlieren: Weib, Kind, Haus und Hof. Solche Männer sind keine Kämpfer für die Freiheit; die Herzen bleiben daheim, und sie ersehnen den Frieden!“ „So sind die meisten!" versetzte Herr von Stanicz.„Das macht die Erfahrung, und gegen diese kann kein Mensch ankämpfen. Sie kennen nur verlorene Schlachten, aber keine Siege. Es kann nicht anders sein!" „Und kennen wir auch verlorene Schlachten, besser, tausendmal besser vor dem Feinde blutend zu fallen, als unter fremden Herrschern in dumpfer G fangenschaft weiter zu leben,“ entgegnete Graf Morinski, und seine Gestalt reckte sich wie in Erwartung des nahen Kampfes. Herr von Stanicz zuckte die Achseln; auch er war gemäßigt. „Und glanbst du den gleißnerischen Worten des falschen Preußen!" donnerte Konstantin dem Bauer entgegen.„Diese feigen Schergen winden sich in falschem Mitleid, und mit Heucheltränen in den Augen unterschreiben sie euer Todesurteil!“ „Herr Leutnant, das kann ich mir nicht bieten lossen!“ knirschte Däne und zog seinen Säbel. Der Lügner da in dem aufgeputzten Schnürrocke greift mich persönlich an und verleumdet mich schändlich. Weiß Golt der kleine Sohn des Bauern ist mir an das Herz gewachsen, und eben um dieses Kindes willen möchte ich den Vater von einem Schritte zurückzalten, der ihn, wenn nicht das Leben, doch sein ganzes Hab und Gut, Freiheit und Ehre kosten wird. Das erkennt ja auch Storyiko an. Sie hörten selbst, wie der Mann sprach. Aber freilich, wenn der Haß so geschürt wird, wenn solche giftigen Lügen ausgestreut werden, wird ein Bauer aufgebracht und schlägt befinnungslos zu. Er sitz: dann in der Patsche und die Berführer verstehen es, sich in Sicherheit zu bringen. Ich werde meine Rechnung mit Herrn Konstantin sofort abmachen, und für die Heucheltränen, die er mir nachsagt, werde ich ihm wirkliche blutige Teänen erpaessen!“ „Warten Sie noch einen Augenblick!“ flüsterte der Offizier und faßte die Hind des aufgebrachten Mannes.„Kaplan Konstantin muß allerdings auf der Stelle verhaftet und unschädlich gemacht werden. Aber sie sind hier noch nicht zu Ende.“ Eine Bewegung machle sich jetzt unter den Polen bemerkbar. Lanzsam löste sich ein Mann aus dem Kreise und trat zu dem Emissär mit dem Gelübde, für das Vaterland sosort die Waffen zu ergreifen; es war Janko. „Ließ sich derken!" brummte Däue. „Schade um ihn, wenn sie ihn totschössen! Wem aber nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen!“ (Fortsetzung folgt.) ka#psend an die Lichtbi die missionsärztliche Täti und in Asrika vorführte. daß durch andere Verauf dieses ganz besonders w gehalten worden waren gefüllt. (Stadttheater.) Stadttheater Hannover Bühne in Ibsens„Ba Titelvolle; den großen Dichter an den Vertret: Herr Paschen vollkomn:: gabe zeugte von großzü vorzüglicher Darstellung Geschick entledigte sich## Parts; ihre Hilde Wa Studium und großem Rollen stehl und fällt das wußten den schwunghaftei mit großer Gewandtheit und sicherten dadurch di Werk gestern hier bei setzten Hause sand. Vobot Rosa Weytasch a Lagendes; ebenso wurd Dr. Herdal sowle von Achizkt Knut Brovik war bei Herin die kleine Rout der Ueberhorst mit gutem: Inszenicrung des Ober: Aneekennung. (Aus dem Theat schrieben: Heute gelang führung Goethes„Egm Beethoven unter Mitwi und dürfte diese VorstTheaterfreunden einen sich wohl auch eines stark Den Egmont spielt H.: bert Berstl hat den sind in den Hauptro Noack, Schmelz, Linden Perron als Clärchen. 2 der Saison„Brüderche holt O Heepen, 3. Huchzermeier des Herrn Pastor 21. November nac plötzlch und uner## war in dieser Zeitu Welch reiches Ma ehrung der Entschlo aufrichtig die Tea meinde und außerk zeigte sich recht am am Tage vorher, dem Kollegen de Philipps, in der predigt gehalten w Hunderten von Ge mütige Freude, de dienste an den im Sarg treten und no antlitz des treuen Am Begräbnistage zunächst eine Feier nächsten Angehörige fast sämtliche Bielefeld und Freunden des Pastor Dahlmanndes Entschlafenen, Jesaia 55, 8—9 Namen der Freun Pastor Graveman Nachdem der Sar die Kirche getrage tendent Simon ül schilderte das sege schlafenen währen führung in Hiep. seine nie wank Sheidegruß des Vereine, des Pos in der Aberddämm Pastor Volkening über 1. Mose 2 Trauerversammlut schlafenen in Ehr Glauben nachzufo wesenden Geistli Bruder noch ei Wohl keiner von tiese Bewegung beugten Gattin u und Geschwistern einsamt, denen de und Vater, ein wesen. Voll da ihm nach.„Dal bleibt im Segen. Ans de ch Herford, Verein.) Der findet am Freite und zwar durch Berlin über„Ver O Herford, deutscher He Leipzig.) Die ihr Wintervergn auf dem Schützer D Hersord, sprechung bi der Provinz W. in Münster, hatt nden zu erwerben, lte Kunbschaft zu igkeit zu bewahrer. chtsgeschäft machen erer Zeitung, und en hat gerade vor Erfolg für einen den Handwerker. rats=Sitzung) für den Bau der le hat sich der erklärt und den schuß mi der beaustragt.— * Oetter hat eine e. ein gen(Dobs.. 1, die mit her, worden sind.— enhaufe ist der t De. Paschen d der Medizinal= zum zweiten n. ten=Revision) ze, Otnabrücker, Bünder, Kampatt. n.) Ueber die Beztlichen Mission hielt med. Fiebig aus des Sanitätsdienstes lrmee, einen sehr Der Vortragende, tliche Erfahrung in der neuernannte küdingen ins Leben ür ärztliche Mission. ker den Stand der enwart. Von allen aus gebreitete Heil sultate der Redner kühmend anerkannte. eine besondere Ausfahre dauert. Die Rissionare chirurgisch ür eine Ausbildung e Zeit. Das zu stitut soll nun ellen schland Gelegenheit gründlich ausbilden außerordentlich ersakultur in Tübingen um Instttut sich zu rs soll das Institut Medizinern dienen, den Beruf widmen ihres Studiums ein zu praktischer Ausspeziell trovischer vir ja ganz besonders über 700 Missions= im Rückstande mit Ganz besonders in närztliche Sache noch kissionsärzte arbeiten enische Fürsorge für lonien für die Erseitskräftigen Volkes, ing unserer Kolonien ng. Eine besondere sende der ärztlichen danern zu. Auch in bedarf Deutschland lung. Holland hat a im Atjekrieg auf anislamitische Gefahr en uns nicht bei dem ganze Völker des ann erheben auf den gälte, dach Joch der Denn es ist unrmn mohammedanisches eirschaft leben darf, ich Deutschland wird en bekommen. Die kamerun, die Somali sanatische Mohamliebevolle und hingerade die ärztliche in durch ihren Dienst irteile der Mohamle diese interessanten Dr. Fiebig mit einner Erfahrung, anan. Sie hörten ich. Aber freilich, wird, wenn solche werden, wird ein lägt befinnungslos r Paische und die sich in Sicherheit meine Rechnung ##t abmachen, und er mir nachsagt, llntige Tcänen erinen Augenblick!“ saßte die Hind des Kaplan Konstantin stelle verhaftet und n. Aber sie sind te sich jetzt unter sanzsam löste sich eise und trat zu Belübde, für das iffen zu ergreifen: brummte Däue. sie ihn totschössen! ist, dem ist auch sortsetzung folgt.) kaüpsind an die Lichtbitd.“, iut jadischen Aochpel und in Afrika vorführte. Allgeme.„iel vom Besuch daß durch andere Veranstaltungen v..gag zurückdieses ganz besonders weatvollen Vorr.## Sagl gehalten worden waren, dennoch war (Stadttheater.) Herr Paul Paschen 5### Stadttheater Hannover spielte gestern auf unserer Bühne in Ibsens„Baumeister Solnetz“ die Titelvolle; den großen Ansprüchen, welche der Dichter an den Vertreter dieser Rolle stellt, wurde Herr Paschen vollkommen gerecht., Seine gabe zeugte von großzügiger Auftassungsgabe und vorzüglicher Darstellungskuast. Mit sehr gutem Geschick entledigte sich auch Fel. v. Bu###ies ihres Parts; ihre Hilde Wangel zeugte von eifrigem Studium und großem Können. Mit diesen beiden Rollen stehl und fällt das Stück; die beiden Partner wußten den schwunghaften Wechsel ihrer Stimmurgen mit großer Gewandtheit zum Ausbruck zu bringen und sicherten dadurch die gute Aufnahme, die das Werk gestern hier bei dem leider nur schwach besetzten Hause fand. Von den übrigen Mitspielern bot Rosa Weytasch als Solneß Frau hervorzagendes; ebenso wurde von H. Bugge, der Arzt Dr. Herdal sowle von H. Lützenkirchen der frühere Architekt Knut Brovik gut gespielt. Der junge war bei Herrn Meynadier gut aufgehoben; die kleine Rou, der Hoya Folski spielte Fräulein Ueberhorst mit gutem Stück. Dex berporragerhn Inszenicrung des Oberregisseurs Imn Cleeger au. Anetennung.„„ (Aus dem Theaterouleau, wird uns geschrieben: Heute gelangt zur nur einmaligen Aufführung Goethes„Egmont“ mit der Musik von Beethoven unter Mitwirkung des Städt. Ochesters und dürfte diese Vorstillung, die allen Musik= und Theaterfreunden einen so erlesenen Genuß dietet, sich wohl auch eines starken Besuchs zu erfreuen haben. Den Egmont spielt Herc Linditoff, Direktor Norber: Berstl hat den Alba übernommen. Ferner sind in den Hauptrollen beschäftigt die Herren Noack, Schmelz, Lindemann und Fräulein Elsbeth Perron als Clärchen. Donnerktag wird der Schlager der Saison„Brüderchen“ zum ersten Male wieder holt O Heepen, 3. Dezember.(Pastor Huchzermeier 1) Ueber den Heimgang des Herrn Pastor Huchzermeier, der am 21. November nach chweren Leidenstagen plötzlch und unerwartet heimgerufen wurde, war in dieser Zeitung schon berichtet worden. Welch reiches Maß von Liebe und Verehrung der Entschlafene allseitig genoß, wie aufrichtig die Teauer in der ganzen Gemeinde und außerhalb derselben war, das zeigte sich recht am Begräbniktage. Schon am Tage vorher, dem Totenfest, war von dem Kollegen des Verstorbenen, Pastor Philipps, in der Kirche die Gedächtnispredigt gehalten worden, und es war den Hunderten von Gemeindegliedern eine wehmütige Freude, daß sie nach diesem Gottesdienste an den im Pfarrhause aufgebahrten Sarg treten und noch einmal in das Friedensantlitz des treuen Seelsorgers blicken durften. Am Begräbnistage, den 25. November, fand zunächst eine Feier im Hause statt; mit den nächsten Angehörigen und Verwandten standen fast sämtliche Pastoren der Kreissynode Bielefeld und eine große Schar von Freunden des Hauses an dem Sarge. Pastor Dahlmann=Schildesche, der Schwager des Entschlafenen, hielt hier aufgrund von Jesaia 55, 8—9 die Gedächtnisrede. Im Namen der Freunde und Amtsbrüder redete Pastor Gravemann=Stieghorst noch ein Wort. Nachdem der Sarg von den Presky'ern in die Kirche getragen war, predigte Superintendent Simon über 1. Mose 48, 24. Er schilderte das segensreiche Wirken des Entschlafeuen während seiner 33jährigen Amtsführung in Hiepen, seinen rastlosen Eifer, seine nie wankende Treue. Noch ein Sheidegruß des gemischten Chors der Vereine, des Posaunenchors, dann ging es in der Aberddämmerung hinaus zum Friedhof Pastor Volkening Jöllenbeck redete am Grabe über 1. Mose 24, 56 und erwahnte die Trauerversammlung, das Andenken des Eatschlafenen in Ehren zu halten und seinem Glauben nachzufolgen. Von sämtlichen anwesenden Geistlichen wurde dem treuen Bruder noch ein Bibelwort nachgerufen. Wohl keiner von all den Hunderten ist ohne tiese Bewegung heimgekehrt. Mit der gebeugten Gattin und den trauernden Kindern und Geschwistern fühlen sich alle die vereinsamt, denen der Entschlafene ein Freund und Vater, ein Führer und Berater gewesen. Voll dankbarer Liebe blicken wir ihm nach.„Das Audenken der Gerechten bleibt im Segen. Aus den Kreise Herford. ch Herford, 4. Dezember.(GewerbeVerein.) Der nächste Lichtbilder=Vortrag findet am Freitag, abends 8½ Uhr, statt und zwar durch Herrn Dr. Aifr. KöppenBerlin über„Venedig und seine Kunstschätze". O Herford, 4. Dezbr.(Verband deutscher Handlungsgehilfen zu Leipzig.) Die hiesige Ortsgruppe feiert ihr Wintervergnügen am Sonnabend abend auf dem Schützenhof. O Hersord, 4. Dezbr.(Eine Besprechung beim Oberpäsidenten) der Pcovinz Westsalen, Frhrn. v. d. Rickin Münster, hatte der Vorsitzende der West deutschen Zone des deutschen Gastwirtever bandes, Dervenich=Hagen. Der Oberpräsident ließ sich Vortrag halten über die gemachten Eefahrungen der neuen Konzessions Nteuer, der Betciebssteuer und der Lustbarkeitssteuer. Ferner wurde gesprochen über die von der westfälischen Zone gegründeten Sterbekasse und die Wohlfahrtseinrichtungen. Der Ober„ Der Oberesdent ersuchte um sofortigen schriftlichen i über die Augelegenheuten, oomit Oetich: 4on, die in manchen Fällen eventuelle Har.. beseitigt oder abgezutage getteten sind, zeichzeitig übermildert werden können. nahen der Oberpräsident das p. eseld unter die im nächsten Jahre in Biele, Andende Leitung des Herrn Dervenich statt, dritte Ausstellung des Gast virtsgewerbes Provirz Westfalen. O Hersord, 3. Dez.(Den 70. Geburtstag) feiert heute in voller Frische Herr Dr. Höpker=Aschoff. Herr Oberbürgermeister Qzentin überbrachte dem früheren langjährigen Ratsherrn der Stadt die Glückwünsche der Stadt. C Diebrock, 3. Dez.(Rasch tritt der Tod.) Der Kolon Uding Nr. 19 spurde am Sonnabend morgen tot in seiner Wohnung aufgefunden. Ein Schluganfall scheint seinem Leben ein Ende gemacht zu 2agen. Aus den Kreisen Minden und Bübseäs. Minden, 4. Dezember.(Der zweite Kammermusikadend) der Herren Riller, Beutler, v. Fessird, Blume und Frank findet Mittwoch, den 11. Dezember, abends 8 Uhr, im großen Saale der Harmonie statt. Zir Aufführung gelangen nur heitere Werke, und zwar das B-dur Streichquartett von Mozart, das Es-dur Klaviergaarteit von Jos. Rheinberger und das seit langem nicht gespielte B-dur Streichguartett op. 18 Ne. 6 von L. v. Beethoven.— Bei dieser Gelegenheit möchten wir bemerken, daß es Herrn Musikdirektor Frank gelungen ist für sein am 8. Januar 1908 im Rosental stattfindendes Konzert die Kgl. Sächs. Hofopernsängerin, Fräulein Charlotte Huhn, zu gewinnen. Minden, 4. Dez.(Auf der Suche) nach dim vermißten Viehhändler Simon befand sich auf Ansuchen der Angehörigen dieser Tage ein mit Angehörigen des hiefigen Pionierbataillons bemantes Ponton. Man hat die Weser bis Wietersheim abgesucht, ohne eine Spur von dem Vermißten zu fioden. Oehnhausen, 30. Nov.(Elektrizitätswerk.) Nach langwierigen Verhandlungen des Magistrats mit der Aktiengesellschaft für Gas und Elektrizität in Köln ist es gelungen, ein Uebereinkommen zu erzielen, nach welchem die genannte Gesellschaft sich verpflichtet, bis zur Saison auf ihre Kossen ein betriebsfertiges Elek rizitätswerk in Oehnhausen zu errichten, ohne daß die Stadt den bestehenden Vertrag mit dem Gaswerk zu verlängern braucht. Der Moximalpreis für Lieferung des Stromes ist festgelegt; er entspricht demjenigen, der in Hannover und Minden zur Eehebung gelangt. Die Stadt ist nicht verpflchtet, für die Straßenbeleuchtung elektrisches Licht einzufähren. Barkhausen b. Minden, 2. Dezember. (Feuer.) Heute nachmittag brach in dem Wohnhause des Kolovs Lohmyer hier Feuer aus. Das Gebäude brannte nieder. Vier Ziegen und das meiste Mobiliar sind verbrannt. Das Gebäude ist versichert. etwa drei Wochen vermißten Siudenten Herguth im Schloßgraben gesunden. Dortmund, 2. Dez(Ausgewiesen.) Die auf Zeche Crone arbeitenden Kroaten sind von der Verwaltung sämtlich entlassen und als lästige Ausländer des Landes verwiesen worden. ##uch der Hürber Verein beabsichtigt, unter den ausländischen Arbeitern, namentlich sowest „ i Selins in Vrei: komm.n, eine gründliche Sichtung vorzu „en. Falls Arbeiterentlassangen in der nüchsten Zeit sich als notweudig erweisen sollten, werden diese Ausländer in erster Linie von der Maßrege betroffen werden. Hagen, 2 Dez.(1000 Mark. Belohnung.) Die hiesige Königl. Staalsanwaltschaft hat in öffentlicher Bekannt machung, die auf roten Plakaten in der eht und auf den Bahnhösen bereits aus ist, eine Belohnung bis zu 1000 gehäng. Für die Ergreifung des Mark s. der 15½jährigen Hedwig Mörders gesetzt. Das Sigialement Hartmann aus. eibt diesen ungefähr des Mörders besch. in der edenso, wie dies bereits exinnert lebhaft Zig. geschah. Der Mord 291 an der an die am Weihnachtsabend 1.. gangene Amalie Mander nahe bei Hagen v.. big Mordtat, die trotz aller Nachforschunger. heute unaufgeklärt geblieben ist. Hamm, 2. Dez.(Vom Zuge überfahren und getötet) wurde auf dem hiefigen Bahnhof gestern abend der Schlosser Lütgebauk?. London, 2. Dez. Bei der Station Porih# (Wales) fuhr gestern ein Güterzug auf einen Personenzug. 31 Personen wurden verHaltfax(Neu=Schottland), 2. Dez. Der Canadian P.cifie=Dampfer„Mounth Temple“ ist während eines Sturmes bet einer kleinen Insel an der Küste von NeuSchottland gestrandet. Die giere, 600 an dar Zahl konnten sich. auf die kleine Jasel reiten, mußten abehort 18 Stunden ohne Nahrung und Obda zubringen und wurden schließlich, da die Boote des Dampfers zertesimmert waren, einzeln vermittelst eines Korbes und eine Sues langen Leine von der Jasel nach 200 gup..* der Küste besösebert. Ans den Kreise Hale. Künsebeck, 2. Dez.(Tod infolge eines Sprengschusses.) Der Bruch meister Indenbirken und der Arbeiter Lutterkord, welche in dem Steinbruche des Herrn Köppen hier beschäftigt sind, hatten dort am Freitag nachmittag einen Sprengschuß angelegt und sich in einem in der Nähe befindlichen Wäldchen in Sicherheit gebracht. Nachdem der Schuß losgegangen war, bemerkte Lutterkord den Indeubirken aus einer Kopswunde blutend am Boden liegen. Ee war trotz der ziemlich erheblichen Entfernung bei der Sprengung von einem Stein getroffen und so erhedlich verlitzt, daß er nach einer Viertelstunde starb.(Westf. Zig.) Ans den Racharprssinzen und Düsseldorf 2. Dezbe.(Eisenbahn= frevler ergriffen.) Der Nachmittags 2 Uhr 50 Min. von hier abgehende Schnellzug Nr. 50, der mit einer Geschwindigkeit von 90 Kilometern in der Stunde fuhr, wurde am 18. November hadurch in hohe Gefahr gebracht, daß in der Nähe der Station Eller die Lokomotive mit der vorderen Laufachse entgleiste. Es stellte sich heraus, daß kötwilligerweise ein Bündel Brorzedraht(etwa 1 Kilo) auf die Schienen gelegt worden war. Der Kriminalpolizei ist es gelungen, nunmehr den Täter in der Pirson eines 16 jährigen Bahnarbeiters aus Wersten zu ermitteln, der nach seinem Geständnisse den Draht dorthin gelegt haben will, um zu beobachten, ob er von der Lokomotive plattgedrückt werde. Da es sich um vorsätzliche Tragsportgefähldung handelt, die das Gesetz mit hoben Strafen bebroht, so dürste dem Barschen der„Scherz“ keuer zu stehen komm=u. Er beftadet sich in Hast. Düsseldorf, 1. Dezbr.(Dulch eine Explosior) hatte der 12jährige Sohn einer hiefigen Familie scwere Brandwunden erlitles, zu beren völliger Heilung gesunde Haut auf die Brandstelle übertragen werden mußle. Da die Operation schreil erfolgen mußte, ließ sich die 18jährige Schwester, um den schwer leidenden Bruder zu retten, die ersorderliche Hautfläche abnehmen. Köln, 2. Dez.(Ueberfall) Auf der Reise von Frankfurt a. M. nach Barmen wurde ein junger Mann im Eisenbahnzuge bewußtlos aufgesunden. Nach seiner Anzabe hat man ihm während er eingeschlofen war, seiner gesamten Wertsachen, sowie seiner Geldkörse mit über 280 Mk. beraubt. Bei Wahrnehmung dieses Veriustes erregte er sich derart, daß er ohnmächtig zusammenbrach. Auf seinen Wunsch wurde er nach Köln weiterbefördert. Dort verschlimmerte sich sein Zustand derartig, daß er dem AugustinerHospital zugeführt werden mußte. Duisburg, 3. Dez.(EisenbahnUnglück.) Heute nachmittag ½6 entgleiste auf Bahnhof Wedda der Güterzug 7466, wobei sechs beladene Wagen umstürzten. Die Strecke nach und von Oberhausen, sowie die Strecke von Duisburg ist gesperrt. Personen sind nicht verletzt worden. Der Materialschaden ist bedeutend. Hilfszüge von Duisburg und Oberhausen sind nach der Unfallstelle abgegangen. Die Aufräumungs=Arbeiten werden voraussichtlich die ganze Nocht hindurch dauern. „Handbuch der gesamten Landwirschaft.“ Billige Lieferungsausgabe in etwa 49 Psrrungen zu je 50 Pfg. Lieferung 5 bis 6, 7 bis 9, 10 bis 11. Preis pro Lieferung 0.50 Mk.(1907. Dr. Mox Jänecke, Verlagsbuchhandlung) Soeben gingen uns die oben genannten Lieserungen zu und wir benutzen gern die Gelegenhei, um unsere Leser nochmals auf diese für unsere Landwirtschaft mit aufrichtiger Freude zu begrüßende Werk hinzuweisen. Da jetzt bereits eine stattliche Anzahl Beiträge vorliegt, so halten wir urs für berechtigt, unserer Genugtuung über die hervorragende Bearbeitung Ausdruck zu geben und jedem unserer Landwitte zu empfehlen, sich das außerordentlich billige Werk anzuschaffen. An guten Kalendern ist heutzutage kein Mangel, und ein Vergleich der Kalender=Literatur der früheren Tage mit der jitzigen zeigt einen bemerkanswerts, und erfreulichen Fortschritt. Unter den in der vor dersten Linie stehenden Kalenderr muß seit vielen Jahren der„Illustrierte deutsche Armee-Kalender"(I. C. C. Bruns Verlag, Minden i. W. Pceis 50 Pfg.) genarnt werden, der mit seinem Jahrgang 1908 zum 29. Mele erscheint und der das Verdienst für sich in Anspruch nehmen kann, einer der bestausgestatteten Kalender unserer Zeit zu sein. David, König von Israel. Schauspiel in vier Aufzügen von Hugo Greiner. Oktev 72 Seiten in Umschlag geheftet. Preis 1,20 Mark. Der eigentliche Wert dieser Dichtung liegt in der Hereinziehung andter biblischer Geschichten und Gestalten zur Veranschaulichung der Davitsgeschichte,— und ganz besonders in der piychologischen Motivierung Dies gilt z. B. im besonderem Muße von der Bathseba=Affäre. Nach Greiner ist Bathseba dim David bereits früher begegnet; die beiden jungen Herzen waren damals einat der zugeflegen, aber der Mund hatte gecwiesen. Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 4. Dezember 1907. Mitgeteilt von F. Böckelmann Ww., Bielefeld. C. Mitgeteilt von F. Böckelmann Ww., Bielef Niedrigster Thermometerstand i. d. Nacht+ ½ be Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 3 Barometer 74,5 cm. Wind: Süd=West. Himmel: bedeckt. Aus dem Reg.=Bez. Runser und Arusberz. Münster, 3. Dez(Genickstarre.) In der 5. Komp. des 13. Juf.=Regts. ist ein Ei. jährig=Freiwilliger an der Genickstarre erkrankt. Es sind umfassende Vorsichtsmaßregeln getroffen worden.— Ja Bergisch= Gladbach sind zwei polnische Arbeiter an Genickstatre gestorben. Ein Kind und zwei weitere polnische Arbeiter wurden in die Isolierbaracke gebracht. Münster, 2. Dez.(Leichenfund.) Gestern mittag, kurz vor 12 Uhr, wurde laut„Rh.=Wefif. Zig.“ die Leiche des seit Berlin, 3. Dezember. Der neue MoltkeHarden=Prozeß findet, wie gemeldet, vor der Strafkammer des Berliner Landgerichts 1 am 16 d. M. statt. Die Beweiserhebung wird sich in viel engeren Grenzen halten, als in der Verhandlung vor dem Schöffengericht. Als Zeugen sind nur Personen geladen, die den Kläger Grafen Molike näher kennen: Frau v. Eibe, eine Gesellschafterin und Dienerschaft. Polizeibeamte sind nicht geladen. Auch der Kronzeuge der eisten Verhandlung Bollhardt hat keine Ladung erhalten Karlsruhe, 3. Dezember. Das beantragte Wieder auf nahmeverfahren im Mordprozeß Hau ist am 80. November vom Lardgericht Karlsruhe abgelehnt worden. Dir Verteidiger hat Beschwerde beim Oberlandesgericht eingelegt. London, 3. Dez. Nach einem Telegramm aus Glasgow ist das Luftschiff„Patrie“ heute nachmittag über dieser Stadt gesehen worden. Neuste Nachrichten. Berlin, 4. Dez. Die üblichen Audienzen der Präsidenten des Reichs und Landtags beim Kaiser zwecks Erstattung der Meldung von der Konstituierung der Parlamente werden in diesem Jahre wegen der Abwesenheit des Kaisers von Deutschland nicht stattfinden. Die Meldungen werden beim Neu jahrsempfang erfolgen. Berlin 4 Dez. Zu den gesteigen Erkärungen des Abztordneten De. Paasche im Reichttage erfährt das Berl. Tagebl.“ von absolut unterrichteter Seite folgendes: Her Paasche hat von einem kriegsgerichtlichen Verfahren in der Affäre Hohenau gesprochen, das 24 Stunden vor der Rede des Kriegsmiristers von Eincm in Konstarz stattgefanden habe. Herr Passche spielte mit diesen Worten dararf an, daß am Donnestag, also om Tage vor der Rehe des Kriegsministers, Mex'milian Hieden in Putsdam vor dem militärischen Ugtersuchungsrichter über die Affäre Hohenau und Lypar vernommen wu:. Die Vernehmung dauerte 2 Stunden. Herden wurde vereidizt. Die Briese, die Herr Paasche gestern in der Tasche halte, es hanseit sich um 4 oder 5 Briese, sind vom Grafen Johenau ge schrieben und an den Zeugen Bellhardt gerichtet. Die Phothographie des Grafen Hotzenau, die den Beiefen beiliegt, trägt eine Widmunz. Das Schreibpapler, dessen sich Hohenau bediente, ist mit der Krone geziert. Der Ishalt der Biese läß an den Beziehungen zuischen dem Briesschreiber und dem Empfärger keinen Zweisel. Außer dem Zeugen Bollhaldt komnt noch ein 2. Zeuze in Betracht. New=York, 4. Dezember. Der Dampfer„Anselm“, der aus Zentralamerika in New Orleans ein traf, berichtet, daß gegen den Wagen des Präsidenten Cabrera von Guatemala eine Bombe geschleudert worden sei. Der Kutscher des Wagens wurde sofort getötet, während der Präsident mit einer ungefährlichen Quetschung davonkam. B. Kon Stadt-Theater. empfiehlt Brillanten, Gold- und Silberwaren Trauringe Heute: Anfang 7½ Uhr. Ende 10½ Uhr Unter Mitwirkung des städtischen Orchesters Nur einmalige Aufführung Trauerspiel in 5 Akten von Wolfgang von Goethe mit Musik von Beethoven. Auf diese nur einmalige Aufführung wird ganz besonders aufmerksam gemacht. Donnerstag, den 5. Dezember Anfang 7½ Uhr Sensations-Erfolg. — zum zweiten Male— Ein Kadettendrama in 3 Akten von Hans Overweg. Pausteinen Mtr. IIIk.0,50 bei Hugo Ziehm Bebr. Kahter, Papierhandlung Ubernstrasse 24. C. Jamiig, Niedernstr. 39. Optiker-Spezianst für Brillen u. deren Ersatzteile. Bekanntmachung Die am 28. November 1907 vorgenommene gänzungs=Wahl für die gemäß§ 8, Absatz 3 des Ortsstatuts für das Kaufmannsgericht zu Bielefeld Ende d'eses Jahres ausscheidenden Beisitzer des Kaufmannsgerichts zu Bielefeld hatte folgendes Ergebnis: a. Kaufleute. 12 Kaufleute haben ihr Stimmrecht ausgeübt und 36 gültige Stimmen abgegeben, die sich auf die 3 Kandidaten der eingereichten Vorschlagsliste wie folgt verteilen: 1. Karl Benteler, Kaufmann... 13 Stimmen 2. Ernst Wolpers, Kaufmann... 12„ 3. Walter Nagel, Fabrikant... 11„ Die 3 Genannten sind somit gewählt. b. 452 Handlungsgehilfen haben gewählt und 1356 giltige Stimmen abgegeben. Es entfielen Stimmen auf: Tele 1. für den Expedienten Karl Haring... 239 Stimmen Verkäufer Gustau Peters. 239 Abteilungsvorsteher Franz Hennig 219 Zusammen 697 Stimmen Liste II. für den Prokuristen Walter Schmidt... 338 Stimmen Prokuristen Alex Tappe.... 93„ Buchhalter Arnold Niehoegen.. 135„ Zusammen 566 Stimmen Liste III. für den Verkäufer Karl Schaefermeyer.. 31 Stimmen Heinrich Cassing 31„ Richard Krenkel 31 Zusammen 93 Stimmen Hiernach sind gültige Stimmen gefallen auf Liste 1 697 Stimmen „ II 566 III 98 isammen 1356 Stimmen, geteilt durch 4 ist 339 Stimmen. Die Zahl 339 ist somit die Verteilungszahl. Es erhalten demnach Liste I 2 Beisitzer „ II 1 „ III— PHOTOGRAPH Gütersloherstr. 18a Fernsprecher 652. Künstlerische Vergrösserungen und grosse Wandbilder in bekannt hervorragender Ausführung zu o 0 o billigen Preisen. o 0 0 Weihnachts-Aufträge erbitte baldigst. = Aufnahmen bis abends 8 Uhr. Zusammen 3 Beisitzer. Es gelten die Kandidaten als gewählt, die innerhalb jeder Liste die meisten Stimmen haben, also: 1. Expedient Karl Haring 2. Verkäufer Gustav Peters 3. Prokurist Walter Schmidt. Beschwerden gegen die Rechtsgültigkeit der Wahl könnnen binnen einer Ausschlußfrist von einem Monat nach der Wahl bei dem Bezirks=Ausschuß in Minden angebracht werden: Nachdem gegen den Plan, welcher die Fluchtlinien einer Straße im Zuge der Waldemarstraße zwischen Herforder= und Kl. Bahnhofstraße(Planstraße 643 des Bebauungsplanes 5 N.) ferstgesetzt und gemäß der Bekanntmachung vom 27. Mai 1907 offen gelegen hat, Einwendungen nicht erhoben bezw. die dagegen erhobenen Einwendungen zurückgezogen sind, ist dieser Plan förmlich festgestellt und auf dem Stadtbauamt im Rathaus zu jedermanns Einsicht offen gelegt. Bielefeld, den 2. Dezember 1907. Der Magistrat. Bielefeld, den 3. Dezember 1907. Der Vorsitzende des Kaufmannsgerichts IIa. 7682. 5060 Uhren gratis! Behufs Re□ Hame f. unsere Uhren u. □ Verbreitung * CN unzeresreich PPIAEE Wnstr. Kataloges kann jeder Leser Ashten eine hochf. r od. Damen gratis erhalten. Senden kue Ihre Adregse unter Belf#g#ng von 40 Pfg. in Briefmarken für Porto u. Spesen an in Mailand Hohe Provision zahlt eine leistungsfähige technische Gummi u. Asbestfabrik ##an gut eingeführte Herren.— Gefl. Off. unt M. C. 2866 an Hasenstein& Vogler A. G. Berlin W. 8. (old ohne Bürgen, schnell Gelb discret gibt Selbstgeber Garl Lchterbecher, Bieleleid Werkstätten und Kaufhaus für die gesamte Wohnungs-Ausstattung. der Anstalt Bethel b. 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Redner mit der Rede und kanzlers aus, beton den Konservativen sehr erschweren mög den Gedanken, daß Wahlen im wesentlie Liberalismus zuzuschr in Süddeutschland? rungen machen könn des Abg. Basserman ihn befremdet und k der nationalliberalen Auffassung des Herr Fall Gädke sei min sich Herr Gädike do anmaße, der ihm nicht zukomme. Wie sei, gehe schon darar sozar den Kriegs! forderte. Das korps wolle nichts haben.(Zvischenruf: Brief von Herrn G Redner ging dann Propaganda des sozie neten Liebknecht ein diese Bestrebungen, los zu machen. We auf diesem Wege wi dagegen geschaffin u Sozialdemokraten.) Gefahr und suche Autorität zu steuern Abg. Kreth gab d sozialdemokratischen der„Leipz. Volkszig. des Abg. v. Kardol wurde aus dem Hai Rafen begleitet. Be er ausrief: Die so Wogen werden Preußen breche er klar nach, daß di der Sozialdemokrat Gesellschaft endgülti David habe gesterr der sozialdekratischer und das preußische bezeichnet. Welche un In keinem Lande h Lasten zu tragen wi Ein Streikrecht! schließlich komme no sekretäre.(Heiterkeit ruse: Die Waffin n Revolutionäre leger Pankstraße nieder. anwaltschaft werde walten! Redner schi der Landwirtschaft, schen Handelsverträge sei aber gegenwärtig träften auf dem Lai nationalen Gefahr bick iche vorübergel hoffentlich nicht de