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Dieser Tage hat sich eine„Deutsche Vereinigung" gebildet und folgenden Aufruf erlessen: Die Ereignisse der letzten Jahre haben die Frage in den Vordergrund gestellt, ob konfessionelle Gegensätze und politische Sonderinteressen fortgesetzt das öffentliche Leben beeinflussen und bei der Entscheidung über nationale Fragen die staatserhaltenden bürgerlichen Parteien entzweien sollen. Diese Frage bedarf dringend einer Lösung. Es kann hierbei von überzeugungstreuen Männern nicht begehrt werden, ihre politische Parteistellung preiszugeber. Daher kann es nicht unsere Aufgabe sein, eine politische Partei zu gründen; wohl aber soll die Bentteilung der großen Fragen unseres Staats= und Volkswesens von dem Gedanken geleitet sein, daß wir Söhne eines Landes sind, dessen große Vergangenheit die ernste Forderung an uns stellt, durch einträchtige gemeinsame Arbeit ihre hohen Ecrungenschaften zu hüten und auszubauen. Denn so gewaltigen Aufschwung unser hochentwickeltes Staats= und Volkswesen auch genommen hat, so sind doch gleichzeitig Erscheinungen zutage getreten, welche die Verwirklichung der dem deutschen Volke obliegenden Kulturaufgaben in bedenklicher Weise gefährden. Konfessionelle Spannungen und Gegensätze bedrohen den religiösen Frieden. Der konfessionelle Zwiespalt wirft seine Schatten auch auf politische, nationale und soziale Fragen und droht das Leben unseres Volkes zu vergisten. Nicht selten wird sogar die Haltung des Einzelnen in rein politischen und wirtschaftlichen Fragen zur Verdächtigung seines religiösen Bekenntnisses mißbraucht. Unsere Zeit aber, die einen entschiedenen Kampf gegen die Verbreitung des Unglaubens und die Mächte des Umsturzes zu führen hat, verbietet allen an den Grundlagen des Christentums festhaltenden Staatsbürgern konfessionellen Hader.„Was euch heilig, will ich achten, Was mir heilig, laßt es gelten!“— nur in dieser Gefinnung ist ein friedliches und gedeihliches Zusammenarbeiten der Konfessionen im öffentlichen Leben zu erreichen. Die bürgerlichen Berufsstände haben um ihre soziale und wirtschaftliche Selbständigkeit gegen den geschlossenen Ansturm der soztaltstischen Bewegung zu ringen. Dieser Kempf kann erfolgreich nur von einem einigen Bürgertume geführt werden. Die Spaltung der bürgerlichen Kreise aber, oder gar eine direkte Unterstützung ihrer schärfsten Widersacher, der Sozialdemokraten, muß auf die Dauer die Grundpfeiler unserer sozialen und staatlichen Ordnung erschüttern. Darum muß es als eine Pflcht oller Staatibürger, welche das gemeinsame Band des christlichen Glaubens umschlingt, erachtet werden, sich unbeschadet ihrer Parteizugehörigkeit zu einer alle christlichen Bekenntnisse umfassenden Vereinigungen zu sammenzuschließen, um unter Versöhnung der konfessionellen und wirtschaftlichen Gegensätze einen entschiedenen Kampf für die höchsten Güter unseres Volkes und di: Wohlfahrt des Vaterlandes zu führen. Um dieses hohe Ziel durch kraftvolle und entschlossene Tat seiner Verwirklichung entgegenzuführen, haben sich Mänrer der verschiedenen christlichen Bekenntnisse und Berufsstände zur Begründung der„Deutschen Vereinigung“ zusammengefanden. Die„Deetsche Vereinigung" bezwickt die in politischen und wirtschaftlichen Fragen übereinstimmenden deu schen Katholiken mit den gleichgesinnten Staatsbürgern andern christlichen Bekenntnisses zur kraftvollen Förderung der vaterländischen Interissin zusammenzuschließen. Zweck der Vereinigung im besondern ist; 1. Die Sicherung und Stärkung der politischen und wirtschaftlichen Machtstellung des Deutschen Reiches. 2. Die Pflege des christlichen und deutschen Charakters unseres Staats= und Volkslebeus, der Schutz aller Bekenntnisse und die Sicherung ihrer vollen staatsbürgerlichen Gleichberechtigung, der Ausgleich der konfessionellen Gegensätze auf politischem, wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Gebiete und die Förderung gegenseitiger Achtung der religiösen Ueberzeugung. 3. Die Echaltung eines lebens= und leistungsfähigen Mittelstandes, insbesondere auch des Bauern= und Handwerkerstandes, unter Berücksichtigung der Interessen der übrigen Berufsstände und der fortschreiten: den Entwicklung unserer Zeit. 4. Die Bekämpfung der Sozialdemokratie und die Forlführung einer Sozial=Politik, welche die Betriebe in Landwirtschaft, Handel und Gewerbe unabhängig und leistungsfähig zu erhalten und gleichmäßig die berechtigten Bestrebungen der Arbeitgeber wie der Arbeiter zu schützen sucht. Zur Erreichung der Zwecke der„Deutschen Vereinigung" dienen vornehmlich: 1. Eine Zeitschrift und Zeitungsberichte, welche die Fragen der Politik und Volkswirtschaft vom wissenschaftlichen und praktischen Standpunkt aus in gemeinverständ licher Form behandeln. 2. Vortragskurse, welche dazu bestimmt sind, die Bevölkerung über wichtige Tazesfragen aufzuklären und sie zur Mitarbeit auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete anzuregen. 3. Die Einwirkung auf die bürgerlichen politischen Parteien und deren Vertreter im unter den Unterzeichnern des Aufrufs zu finden. 2. Auf die Frage, was wir uns von dem Unternehmen versprechen, zu antworten, ist schwer. Wir wünschen ihm den besten Erfolg, aber dieser wird sicher ausbleiben, falls die katholischen Herren nicht entschlossen sind, ohne jede Halbheit alle Konsequenzen ihres mutigen Schritts auf sich zu nehmen und selbst einem etwaigen, ihnen die Sehnen durchschneidenden Machtspruch des bezüglich der deutschen Verhältnisse vom Zentrum beratenen und unter jesuitischem Einfluß stehenden Papstes zu trotzen. Man wird auch abwarten müssen, wie sich die große Masse des katholischen Volkes zu der Vereinigung stellen wird, und wie deren Bestrebungen sich gegenüber den realen Verhältnissen auswirken werden. Wir haben also statt einer Antwort, selbst nur Fragen. Der Keplerbund zur Förderung der Naturerkenntnis hat folgenden Aufruf erlassen: Die Fortschritte der Naturwissenschaft erwecken andauernd und in wachsendem Maße die Aufmerksamkeit und Bewunderung unserer Zeit. In das Verständnis ihrer Ergebnisse einzudringen und sie zur Ausgestaltung unseres Weltbildes zu verwerten, ist nicht nur eine unerläßliche Aufgabe aller gebildeten und aller denkenden Menschen, sondern zugleich eine Quelle immer neuer Freuden. Uad wie eng härgt die Auffassung der Nalur mit unserer Weltanschauung, der Grundlage unseres geistigen, sittlichen und religiösen Lebens zusammen! Es ist daher ein hochbedeutsames und zugleich ideales Werk, an welches der neugegründete Keplerbund herantritt, wenn er sich die Förderung der Naturerkenntnis in der Gesamtheit unseres Volkes zum Ziel setzt. Was die Forscher in emsiger Arbeit gefunden haben, das soll in Wort und Schrift durch Männer der Wissenschaft in gemeinverständlicher, übersichtlicher Form dargeboten Sinne der Bestrebungen der Vereinigung., und unter Beobachtung der Gr Die Unterzeichneten richten an alle, welche 1 Paiure=kennens meßr un hereit Kud im Sin#e der varfto##end#,#Nmuteltennens mehr und mehr zu einem vereit sind, im Sinne der vorstehens gr kennzeichneten Bestrebungen an den großen nationalen und sozialen Aufgaben des Volkes mitzuarbeiten, die Aufforderung, sich der „Deutschen Vereinigung" anzuschließen. Anmeldungen wollen gerichtet werden an die Hauptgeschäftsstelle der „Deutschen Vereinigung", Bonn, Friedrichstraße 14. Dieser Aufruf ist mit etwa 860 Namen unterschrieben, darunter befinden sich Fabrikbesitzer Bartels=Gülersloh, Fürst zu Bentheim= Rheda, Pastor v. Bodelschwingh Dünne, v. Ditfurth, Ehrenamtmann, Gadderbaum, Prof. Dr. Eickhoff=Hamm, Lehrer Gärtner=Oppendorf, Pastor Gerlach=Rhaden, Justizrat Dr. Klasing=Bielefeld, Graf KorffSchmising=Tatenhausen, Kammerherr Frhr. v. Ledebur=Krollage, Pfarrer Meyer= Gehlenbeck, Kaufmann Meyer= Lübdecke, Frhr. v. MirbachBerlin, Pastor Möller=Gütersloh, Fabrikbesitzer Niemöller=Gütersloh, Frhr. v. Recke Lübbecke, Frhr. v. d. Recke=Obernfelde, Univers.= Professor Dr. v. Savigny Münster, Landrat Schulze=Pelkum=Hamm, Fabrikdirektor Tiemann=Bielefeld, Superintendent a. D. Volkenig=Pr. Oldendorf, Pfarrer WincklerIsenstedt, Prof. Zander= Gütersloh. Der Aufruf ist von sehr vielen katholischen Herren aus der Rheinprovinz und Westfalen unterzeichnet. Um unsere Stellung zu dieser Bereinigung und um unsere Meinung bezüglich der Aussichten des Unternehmens befragt, bemerken wir folgendes: 1. Religiös friedlich und deutsch= national gesinnte Katholiken scheinen Rückhalt bei g’eichgesinnten evangelischen Männern gesucht zu haben. Wenn dem so ist, dann kann dieser Rückhalt den katholischen Brüdern nicht wohl versagt werden und wir freuen uns daher, die Namen vieler Freunde — 5* n 85316 2e Bestandteil des allgemeinen Wissens gemacht werden. Der Keplerbund steht auf dem Boden der Freiheit der Wssenschaft und erkennt als einzige Tendenz die Ergründung und den Dienst der Wahrheit an. Er ist dabei der Ueberzeugung, daß die Wahrheit in sich die Harmonie der naturwissenschaftlichen Tatsachen mit dem philosophischen Erkennen und der religiösen Erfahrung trägt. Dadurch unterscheidet sich der Keplerbund bewußterweise von dem im materialisten Dogma befangenen Monismus und bekämpft die von ihm ausgehende atheistische Propaganda, welche sich zu Unrecht auf Ergebnisse der Naturwissenschaft beruft. Wie einst Kepler, dem die Wissenschaft die Kenntnis der wichtigsten in der Bewegung der Sternenwelt geltenden Gesetze verdankt, gerade durch die Ersorschung der Natur keine Einbuße, sondern einen reichen Gewinn für seine kiefreligiöse Persönlichkeit erlangt hat, so glaubt der Bund, der sich nach dem Namen dieses großen Astronomen uennt, in eben diesen Bahnen der Wahrheit den größten Dierst zu leisten. Die mancherlei zur Ersüllung der großen Aufgaben dienenden Mittel und Wege sind u. a. solgende: Literarische Veröffentlichungen und Büchervertrieb, Veranstaltung von Lehrkursen, Vorlesungen und Vorträgen, Darbietung von Lehrmitteln, Unterstützung der Forschung durch Stipendien usw. Zur tatkräftigen Ausführung der Arbeit soll die Berufung und Anstellung von Männern der Wissinschaft, sowie die Schaffung einer Zentralstelle für die Arbeit des Bundes dienen. Die Mitgliedschaft des Bundes kann schon durch einen Mindestjahresbeitrag von 3 Mark erworben werden, während bei einem Beitrage von 5 Malk die unentgeltliche Zusendung literarischer Veröffentlichungen beginnt. Wir sind des Einverständnisses aller derer gewiß, welche mit weitem Blick die Erfordernisse unserer Zeit erkennen und denen die Förderung echter Natureikenntnis in unserem Volke am Herzen liegt; alle diese aber bitten wir, der Zustimmung die Tat unverzüglich folgen zulassen und fordern hierdurch zum Eintritt in den Keplerbund auf. Große Mittel und ein enges Nitz von Mitgliedern und Vertrauensmännern über das ganze Volk hin sind zur Erreichung des Zieles nötig. Zu einem Anfange stehen die Mittel bereits zur Verfügung. Durch treues. eifriges Zusammenwirken vieler wird auch dieses bedeutsame und köstliche Werk zustandekommen zum Segen unseres teuren Volkes. Beitrittserklärungen nehmen die Geschäftsstelle, Frankfurt a. M., Neue Mainzerstraße 41, sowie sämtliche Unterzeichnete entgegen. Geldsendungen sind an die Filiale der Deutschen Bank, Frankfurt a. M, Kaiserplatz„für Keplerbund“ zu richten. Der Aufruf ist mit 214 Namen unterzeichnet. Sie umfassen 85 Naturwissenschaftler und Angehörige der philosophischen Fakaltät, 33 Mediziner, 30 Juristen, 30 Theologen, 21 Industrielle und Kaufleute, 15 andere Berufe. Darunter befinden sich 41 Hochschulprofessoren. Von bekannten Unterzeichnern nennen wir: Dr. Dannert=Godesberg, Prosessor EickhoffHamm, Professor Eickhoff=Wandsbeck, Pastor Funcke=Bremen, Hauptlehrer Grünweller=Mülheim Ruhr, Gymnasialdirektor Dr. HeitmannBurgsteinfurt, Chefredakteur der„Kreuz=Zeitung" Dr. Hermes Berlir, Universitäts=Professor Ihmels=Leipzig, Dr. med. JungklausBielefeld, Pastor Sam Keller=Freiburg i. B, Pfarrer D. Kühn=Siegen, Konsistorialrat Mahling=Frankfurt a. M., Kirchenrat D. MeyerZwickau, Universitäts Professor Dr. Rein=Bonn, Universitäts Professor Reinke=Kiel, UniversitätsProfessor Dr. Schiemann Berlin, Schulrat Schwerdtseger=Bückeburg, Professor D. See berg= Berlin, Regierungs=Baumeister SieboldBielefeld, Konsistorial Präsident SteinhausenBerlin, Staatsminister a. D. Dr. v. StudtBerlin, Prälat v. Weitbrecht= Stuttgart, General Superintendent Zöllner=Münster. Nachrichten. Aus dem deutschen Reiche. Berlin, 1. Dezember. Der Kaiser hörte gestern vormittag in Higheliffe die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts Grafen v. Hüisen=Häseler, des stellvertretenden Chess des Zivilkabinetts v. Eisenhart Rothe und des Botschafters Grafen Wolff Metternich. Der deutsche Kronprinz verabschiedete sich gestern nachmittag in Gmunden von seinen Grünauer Jagdgenossen, um spät abends mit dem Hossonderzug die Abreise anzutreten. Der Bürgermeister von Grünau Reichsratsabgeordneter Grofinger, hielt eine längere Abschiedsrede und beglückwünschte den Kronprinzen zu dem glänzenden Jagdresultat. Der Kronprinz gab das Versprechen, im nächsten Jahre wiederum der Gemijagd hier obzuliegen. Außer den drei bereits genannten Gesetzentwürfen stehen auf der Tagesordnung der altpreußischen Generalsynode: 1. Entwurf eines Kirchengesetzes, das Pfarrbesetzungsrecht betreffend, 2. Entwurf zum Kirchengesetz, betreffend die Unzugskosten der Geistltchen, 8. Entwurs eines Kirchengesetzes, betreffend die weitere Verstärkung des Hilfsfonds für landesklrchliche Zwecke, wozu sich noch gesellt: 4. Vorlage des evangelischen Oberkirchenrates, betreffend die zugunsten der Diasporapflege erfolgte Verstärkung des Hilfsfonds für landeskirchliche Zwecke. Zu dem deutsch= niederländischen Unfallversicherungsvertrag sind die Ratifikations= urkunden Sonnabend im Berliner Auswärtigen Amt ausgetauscht worden. Im Reichstage wird, wie verlautet, beabsichtigt, die erste Etatslesung am Mittwoch zu beenden und sodann das Vereinsgesetz auf die Tagesordnung zu setzen. Das Börsengesetz kommt alsdann an die Reihe. Da die Vorlage über die Aufbesserung der preußischen Beamtenbesoldungen voraussichtlich erst im Februar nächsten Jahres dem Abgeordnetenhause zugehen wird, beabsichtigt die natinalliberale Fraktion, über diesen Gegenstand eine Interpellation einzubringen. Die 11. Kommission des Abgeordnetenhauses zur Vorberatung der Polenvorlage wird zum Vorsitzenden den Abg. v. Arnim Züsedom, zum Stellvertreter den Abg. Maix(Zentrum) wählen. Die Parteien werden durch folgende Abgeordnete vertreten sein: Konservativ: von Brandenstein, Graf v. d. Groeben, Dr. v. Heydebrand und der Lisa, Hoffmeyer, v. Oldenburg, Stockmann, v. Wertzel, Wilkens; Freikonservative: von Dewitz(Oldenburg), Schwartz= Reichenau, Viereck, Frhr. v. Zedlitz und Neukirch; Nationelliberale: Dr. Friedberg, Glatzel, Lusensly, Dr. Holtz, Wamhoff; Freisinnige Volkspartei: Keruth, Kindler; Freisinnige Vereinigung: Wolff(Lssa); Zentrum: Dr. Hager(Ruda), Kirsch(Düsseldorf), Müller (Koblenz), Graf Praschma, Graf Spee; Polen: Dr. v. Dziembowski Pomian. Der konservative Abgeordnete Kreth hat im Namen seiner Fraktion im Abgeordnetenhause folgende Interpellation eingebracht: Welche Maßnamen gedenkt die Königliche Staatsregierung zu ergreifen, um die Schädigung durch den hohen Bankdiskont tunlichst von den Erwerbskreisen des Mittelstandes fernzuhalten? Dem Hause der Abgeordneten ist der Antrag Hammer(Deutsch Konservativ) zugegangen, die Königliche Staatsregierung zu ersuchen, baldtunlichst einen Gesetzentwurf zwecks Abänderung des Gesetzes vom 18. Jali— die Besteuerung des Warenhauses betriffend— dahingehend vorzulegen, daß die Besteuerung nach dem Jahresumsatz und unter Berücksichtigung der Höhe des Anlage= und Betriebskapitals erfolgt in der Weise, daß der Steuersatz außer mit der Höhe des Umsatzes auch mit derjenigen des Anlage= und Betriebskapitals steigt. Die Deutsch=konservative Fraktion des Hauses der Abgeordneten hat sich konstituiert und die bisherigen Vorsitzenden Dr. von Heydebrand und der Lase, Freiherr von Erffa und von Pappenheim sowie auch die übrigen Mitglieder des Vorstandes wieder gewählt, mit Ausnahme des Herrn Grafen von Kanitz, der mit Rücksicht auf seine Arbeiten im Reichstage um Entbindung von einem Amt im Vorstande gebeten hat. Aus dem Auslande. Wien, 30. Nov. Baron Aehrenthal stellte dem deutschen Botschafter eine Erklärung des Ministerpräsidenten Frhrn. von Beck über die Polendemonstration für die Montag= oder Dienstagsitzung des Parlaments in Aussicht. Paris, 30, Nov. Die Kammer lehnte einen Antrag auf Schaffung eines Ehrenzeichens für minderjährige Teilnehmer am Deutsch=französischen Kriege 1870.71 mit 368 gegen 201 Stimmen ab. Jours(Rad.=Soz.) erklärt, ein solches K letzte Traum. Erzählung aus dem polnischen Aufstande im Jahre 1848. Von L. Ideler. 24).(Nachdruck verboten. In der Mitte von Staniczkonow lag der Dorföraunen; die Holzeinfassung war grau und verwittert; der lange Balken, an dem die Stange, die den Eimer trug, befestigt war, ragte hoch und grau in die Luft; er war höher, als die kleinen niedrigen Strohdachhäuser, die die Dorfstraße bildeten. Man sah damals überall in den entlegenen, einsamen Dörfern nur solche Beunnen; eine Pumpe war eine ganz unbekannte Einrichtung, und diese Brunnenbalken waren in der flachen Landschaft schon aus weiter Ferne sichtbar. Wie eine Hand zeigten sie empor, und der Wanderer, der sich in der Heide verirrt hatte, freute sich, wenn er sie durch den Nebel ragen sah; kündeten sie ihm doch die Nähe eines Dorfes an. Der Husar Däne ging mit einem Eimer an den Brunnen, um für sein Pferd Wasser zu holen. Bei seinem unvermuteten Erscheinen trat erschrocken ein junges Paar auseinander; sie hatten sein Kommen nicht „eperikt. Es waren Janko und Jadwiga. Ehrenzeichen wäre nur dann begründet, wenn der Tag der Revauche mit der Zeit des Krieges in greifbare Nähe gebracht werden könnte. Unterstaatssekretär Chéron gab die Erklärung ab, daß die Regierung nicht in der Lage sei, dafür einzutreten, eine so schmerzliche Erinnerung durch ein Ehrenzeichen wach zu halten. Rußland. Stolypin hielt in der Kammer noch eine zweite Rede, in der er u. a. sagte: Solange der Bauer arm ist, solange er keinen freien Bodenbesitz hat, sondern sich unter dem Zvange des Gemeindebesitzes befindet, wird er immer Sklave bleiben, und kein geschriebenes Gesetz wird ihm Segen bringen. Daher wird die Regierung in erster Linie die Hebung des Bauernstandes erstreben. Die Reform muß, um lebenskräftig zu sein, ihre Kraft aus der nationalen russischen Tradition schöpfen. Diese liegt nun in der Entwickelung der Semstwol und der lokalen Selbstverwaltung, auf welche ein Teil der Staatsfunktionen abgewälzt werden soll. Nur die Kaisermacht ist der Hort der russischen Staatsidee. In dem Zusammenwirken der monarchischen Staatsgewalt und der Volksvertretung liegt unsere Zukunft. Die Regierung will mit Worten nicht Mißbrauch treiben, doch gibt es Worte, die Gefühle auszudrücken, für welche russische Herzen Jahrhunderte lang geschlagen haben. Ich meine die Ergebenheit den historischen russischen Traditionen gegenüber im Gegensatz zum bodenlosen Sozialismus, ich meine den leidenschaftlichen Wunsch, das Vaterland zu erneuern, auszukläten und zu erhöhen im Gegensatz zu den Leuten, die seinen Verfall erstreben, ich meine endlich die Ergebenheit auf Tod und Leben für den Kaiser.“(Anhaltender stürmischer Beifall rechts und im Zentrum.)— Am 5. Dezember beginnt der auf etwa zehn Tage sveranschlagte Prozeß gegen die sozialdemokratischen Abgeordneten der zweiten Duma bei geschlossenen Türen. Lalla Marnia, 30. Nov. Der Angriff der Marokkaner scheiterte vollständig. Sie zogen sich unter Mitnahme ihrer Toten zurück. Auf französischer Seite sind keine Verluste zu verzeichnen. Oran, 30. Nov. Bei dem Marabu von Sidi Aissa, zwei Kilometer von BabelAsha, stieß gestern eine französische Abteilung von Fremdenlegionären, Turkos, Spahis und Artillerie auf etwa 3500 marokkanische Reiter und schlug diese zurück. Die Franzosen hatten bei den Fremdenlegionären zwei Tote und sechs Verwundete. Türkei. Auch im östlichen Teile der europäischen Türkei, nicht weit von der Hauptstadt, tauchen jetzt schon bulgarische Banden auf gegen die türkische Truppen aufgeboten werden mußten. Nach Konstantinopel gelangten Konsularberichten zufolge bekämpfte in den letzten Tagen türkisches Militär in dem Dorfe Ilidschakol, zwischen der Maritzamündung und Dedagatsch, etwa zwei Wegstunden landeinwärts, eine elwa 40 Mann starke bulgarische Insurgentenbande. Fünf tote Bulgaren wurden in den letztgenannten Hafenort gebracht; die Truppen hatten ebenfalls Tote und Verwundete, deren Zahl unbekannt ist. Teheran, 30. Novbr. Am Mittwoch abend berief der Schah die Mitglieder des Parlaments und die Minister zu sich und erklärte ihnen:„Die Unruhen im Lande hören nicht auf. Das Parlament befaßt sich mit den Angelegenheiten der Der Bursche hatte seinen Arm um das Mädchen gelegt, das, die Schürze vor die Augen geschlagen, bitterlich weinte, und sprach ihr tröstend zu. Der Husar betrachtete die beiden hübschen Menschen, denen offenbar das Herz so schwer war, denn auch Janko sah ernst und traurig darein. Dann trat er freundlich grüßend näher. „Ein Liebespaar?“ fragte er mit gutmütigem Scherz. „Nein, Herr," erwiderte Janko ernst, „wir sind keine Liebesleute, sondern ein Brautpaar. Wills Gott, so werden wir im Herbst unsere Hochzeit feiern.“ „Nun, das ist ja eine erfreuliche Aussicht!“ entgegnete Däne verwundert.„Aber warum weint dann das Mädchen so? Darüber braucht sie sich doch wahrlich nicht zu grämen.“ Janko sah schweigend auf das nahezu sassungslose Mädchen. In diesem Augenblicke klang durch die Abenddämmerung eine helle Mädchenstimme, die ein altes deutsches Volkslied sang: „Ach Schiden! Ach Scheiden! Ach Scheiden! Wer hat doch das Scheiden erdacht? Das hat so unsägliches Leiden Manch jungen Herzen gebracht.“ Exekutive und mischt sich in die Politik ein, ohne sich um seine eigenen Aufgaben zu kämmern.“ Der Schah empfahl dann den Ministern, in einigen Tagen zusammen mit den Deputierten Maßnahmen zur Beruhigung des Landes auszuarbeiten, sonst wücde er sich selbst mit dieser Sache befassen. Natal. Reuter meldet aus Pietermaritz= burg, daß alle verfügbaren Polizeitruppen im Zululand zusammengezogen worden seien, weil man jeden Moment fürchtet, daß der Aufstand— von dem man noch gar nichts wußte— größere Demensionen annehmen wird. Auch die Miliz ist mobil gemacht worden. Parteibewezung. (Der badische Großblock) ist bei der Präsidentenwahl in der badischen Kammer nun glücklich gesprengt worden. Die Jaitiative hierzu hat die sozialdemokratische Fraktion ergriffen, die darüber entrüstet war, daß die Liberalen die Wiederwahl des„Genossen“. Geck zum Vorsitzenden abgelehnt hatten. Eine andere Persönlichkeit als Nachfolger Gecks zu präsentieren und für diese die verlangten Garantien zu übernehmen, lehnte die Sozialdemokratie ab. Statt dessen gab die soztaldemokratische Fraktion, als „Zünglein an der Wage" bei der Präsidentenwahl weiße Zittel ab und brachte zugunsten des nunmehr zum Präsidenten gewählten Zentrums=Abgeordneten Fehrenbach, den national liberalen Präsidentschaftskandidaten zu Fall. Hoffentlich werden nun auch im badischen Musterländle die Liberalen von ihrer im nationalen Sinne so bedenklichen Neigung, mit den Sozialdemokraten zu paktieren, geheilt sein. Aus dem Umsturzlager. (Eine Beleidigung der Landwirte) leistet sich die sozsaldemokratische „Leipziger Volkszig.“:„Deshalb sind auch Moral und Ehre für jede Klasse verschieden, und es gehört die ganze Frechheit und Beschränktheit der ostelbischen Landwirte dazu, die bei ihnen anerkannten„allgemeinen sittlichen Begriffe und Empfindungen" zum Maßstabe für Angehörige anderer Klassen oder deren Vertreter zu machen.“— Die Landwirte wissen nun, wie die Herren „Genossen“ von ihnen denken. Für künftige Wahlkämpfe ist das besonders wertvoll. Aus den Deutscher Reichstag. 62. Sitzung vom 30. November 1907, 1 Uhr. Der Reichstag genehmigte am Sonnabend in dritter Lesung den Vertrag mit den Niederlanden betr. Unfallversicherung und trat dann in die Weiterberatung des Etats ein. Erster Redner war der Abg. Dr. Wiener(frs. Bpt.), der es mit Freuden begrüßte, daß der Reichskanzler einer Legendenbildung über die Auflösung des Reichstages mit so großer Entschiedenheit entgegengetreten sei. Das Volksurteil habe bei den Wahlen gegen die Sozialdemokratie entschieden. Jetzt phrophezeie Herr Bebel wieder den raschen Zerfall des Blocks; die Wahlen hätten Herrn Bebel jedoch abermals in dem Lichte eines schlechten Propheten gezeigt. Wenn das Zentrum die Verantwortung für die jetzige ungünstige Finanzlage des Reiches ablehne, so sei die Schuldenlast doch schon vor der Auflösung des Reichstages vorhanden gewesen, zu einer Zeit, als das Zentrum noch ausschlaggebend war. Man solle doch die Ungunst der Finanzlage nicht übertreiben. Ob weitere neue Steuern überhaupt nötig seien, werde die Budgetkommission noch zu prüfen haben. Seine Partei trete jedoch für direkte Steuern ein und sei gegen eine weitere Erhöhung der indirekten Steuern. Sie sei gegen Monopole, fordere aber eine Resorm der Branntweinsteuer. Auch für die Vermögenssteuer müsse sie eintreten. Die Kolonialforderungen müßten Saiane Partel. dem Grunssaze handeln, daß die beste Waffe für das Heer und das beste Schiff für die Flotte gut geuug sei. gestrigen Ausführungen des Kriegsministers über den Moltke=Harden=Prozeß hätten wohl manches Geraune zerstört, doch stände das Militärkabinett nicht in allen Fällen vorwurfsfrei da. Derauf ergriff Reichskanzler Füst Bülo# das woolt, um seine Stellung zu Fragen der inneren Politik darzulegen und gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß auch die preußischen Fragen die Blockparteien keineswegs zu sprengen brauchten. Nötig sei nur, daß die Blockparteien in den Fragen zusammenhalten, in denen das Wohl und Wehe des Vaterlandes abhängig sei. Dabei könnten die einzelnen Parteien doch in grundsätz lichen Fragen ihren eigenen Weg gehen. Wie er (der Kanzler) in seiner ersten Rede erklärt habe, festhalten an der bewährten Wirtschaftspolitik des Reiches und die Fortsetzung einer gesunden Sozialpolitik fördern. Er habe aber auch gesagt, daß er es für angemessen halte, lberalen Auschauunzen entgegenzukommen. ause zugegangene Vereinsgesetz und das Börsengesitz werden dem, wie er glaube, entsprichen. Er zweifle nicht, daß alle Forderungen für die Wehrkraft des Reiches einmötig von allen Bro s Hhose gaunch uns gesse duch auf eine Bereitstellung der Mittel zur Dickung des Defizits. Notwendig sei auch die Eindämmung der in den Großstädten hoch gekommenen Schmutzpresse, die nur vom Skandal lebe. Die Vorarbeiten für eine Reform des Strafrechts und Strasprozesses werden beschleunigt Strafvollzug solle verbessert werden. Am Schlusse seiner mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Rede wiederholte der Kanzler, die Blockpolitik verlange für die beteiligten Parteien keineswegs eine Aufgabe ihrer Prinzipien. Er habe alles getan, um die Bahn frei zu machen, jetzt sei es an den Blodparteien, zu zeigen, was sie können. Staatssekretär des Reichsmariamts v. Tirpitz erklärte gegenüber den Ausführungen des Abg. Dr. Wiemer, der Streit des Admirals von Ahlefeld mit einem Schifftbaumeister sei auf Veranlassung des Kaisers gütlich beigelegt worden. Abg. Liebermann v. Sonnenberg(wirtsch. Vag.) sprach sich zu der auswärtigen Politik anerkennend aus und verbreitete sich über die einzelnen Fälle des Etats. Abg. Dr. v. Skarzynski(Pole) wandte sich gegen die preußische Polenpolitik. Darauf vertagte sich das Haus auf Montag 1 Uhr 3¼ Uhr. Abgeordnetenhaus. 3. Sitzung vom 30. November. Im Abgeordnetenhause brachte die Sonnabendsitzung den Schluß der ersten Lesung der neuen Ostmarkenvorlage. Die Erötterung stand an Ruhe und Leidenschaftslosigkeit hinter der Freitagverhandlung nicht zurück. Abg. Wolff Lissa(sis. Vgg.) erkannte zwar die segensreiche Wirksamkeit der Arsiedelungskommission an, lehnte die Vorlage aber als Ausnahmegesetz ab. Damit waren alle Parteien zum Wort gekommen. Die zweite Runde der Redner brachte nur noch kleinere Nachträge und Ergänzungen. Abg. Lusenski(ntl.) machte seine endgiltige Stellungnahme zur Enteignungsfrage von der Kommissionsberatung abhängig. Abg. Dr. v. Dziembowski=Pomian(Pole) wollte die Begründung zur Vorlage als politische Tendenzschrift hinstellen, den Entwurf selbst bezeichnete er als revolutionär. Finarzminister Frhr. Rheinbaben betonte nochmals die Notwindigkeit, das deutsche Kulturwerk im Osten vor der herar flutenden slawischen Wille zu schützen. Abg. Kewitz=Oldenburg(freik.) unterstützte die vom Abg. von Oldenburg erhobene Forderung auf Reorganisation der Ansiedelungs kommission und befürwortete Schaffung von Rentengütern für: Arbeiter. Nachdem gegenüber dem Abg. Müller=Coblenz (Zir.) Justizminister Dr. Beseler nochmals nachgewiesen hatte, daß der Entwurf mit der Verfassung sehr wohl vereinbart sei, wurde die Vorlage an eine Kommission von 28 Mitgliedern verwiesen. Donnerstag: Kleinere Vorlagen. Lokales und Provinzieles. Bielefeld, 1. Dezember. (Der nächste kirchlich= soziale Kongreß) wird, wie uns vom Sekretariat „Das ist's,“ murmelte Janko trübe,„das Scheiden!“ Däne antwortete nicht; ein Verdacht stieg in ihm auf. Er sah den Polen noch einmal genau an, wie sich die prachtvoll: Figur des jungen Mannes aus der Dämmerung hervorhob.„Wie eine Tanne ist er gewachsen,“ dachte der Husar,„selten sah ich so ebenmäßige Glieder.“ Und unwillkürlich drängte sich ihm der Gedanke auf, ob man diesen starken, jungen Leib vielleicht bald blutig in die Erde senken würde. Es wäre traurig, — traurig um die alte Mutter, traurig um die weinende junge Braut. Denn warum wollte der Bursche gerade jetzt scheiden? Um heimlich zu den Aufrührern zu stoßen, um erschossen oder im besten Falle gefangen genommen und hart bestraft zu werden? Diese Gedanken durchkreuzten den Kopf des preußischen Soldaten. Aber er fragte nicht weiter; der Pole hätte ihm doch nimmermehr die Wahrheit gesagt. Er füllte seinen Eimer und kehrte nach seinem Quartier zurück. Einmal sah er sich um; das Mädchen war fortgegangen; der Bursche stand noch am Brunnen und hatte die Hand über die Augen gelegt. Envereinzelter Strahl der Abendsonne brach eben durch die dichten Wolken und beleuchtete die Gestalt des jungen Polen. Ob dieser Strahl ihn blendete, oder ob auch er die Tränen zu verdecken suchte, die der herbe Abschied ihm erpreßte. Endlich rafte Janka sich auf. „Das Vaterland!“ murmelte er mit zuckenden Lippen.„Ein Pole soll es höher stellen, als die Eltern und die Geliebte. Das Vaterland ruft in der Stunde der Not seine Söhne, und ich komme!“ Mit raschen Schritten eilte er die Dorsstraße hinab. Sein Entschluß war gefaßt, und ein mutiges Herz schlug in der Brust, des jungen Mannes. Nur, als er in die niedrige Hütte trat, wo ihn seine greise Mutter sehnsüchtig erwartete, wurde ihm das Herz noch einmal schwer. E: war ihr einziges Kind, die Stütz: und der Stab ihres Alters; aber das Vat erland rief, und dem Jängling war es, als sähe er aus grauen Nebelwolken Polens Sonne flegend emporsteigen. Es war ein Traum! Die alte große Standuhr in der Schloß: halle zu Staniczkowo hatte soeben die zehnte Abendstunde angesagt. Die Bewohner des Schlosses hatten sich diesen Abend früh zur Ruhe begeben. Der Hautherr hatte bei die Abendmahlzeit starke Eemüdung zur Schau getragen, so daß Leutnant von Arnau bald sein Zimmer aufsuchte.(Forts. folgt.) telegraphisch mitgel vom 27. bis 29. abgehalten werden. (Beendeter E Wochen bestehende hat mit einer Nied geendet. Die 1 nicht wieder da ihre Plätze inzw eir gerommen word: Streikenden hat die los wieder auf -d-(Vaterl! Verein. Wohlt Auf den Freita( Sonntag, 6, 7. findenden große bazar des Vaterli weisen wir nochmal hin und bitten zugl gesagten Geschenke Gegenständen oder Mittwoch und 2 5 Dezember, zwisa abends 7 Uhr, zur wollen, wo im obere Hereit sind, sie in 0 au-(Evangelise gung.)(Verspätet.] Sitzung wurden nach über Johannes 15 zu: beiden Vorsitzenden P und Pfarrer Wisch: wiedergewählt. Sode Perthes einen Vor der biblischen Lehre vi Gebot der Nächstenlieb und den Anschauungen tragende vertiefte sich i mit oder ohne Religion könne und führte aus: treter der griechischen lehrt, daß man dem Nächstenliebe) nachstret trübe Stimmung über füllung des Gebots nach Erlösung und Erl licher tritt bei der (Ezechiel) hervor, daß, Nächstenliebe zu genü Schwachen), die Gabe also religlöse Hilse, nö es Luther aus, daß Glauben an die Bersd werde, wahrhaft gute durch den Glauben ins unerträgliche Spannung tun soll und dem,: Lösung ist die Erlösu des Glaubens und di Vaterland, Beruf, Ehfortschreitenden Kampf wirkt. Heute stehen sich schauungen gegenüt sagen: Die Welt liegt freien Ethiker: Es geht weit diese Anschauunger einander geben, hofft Re indem die Glaubenden Lebens die Nichtglaube anderseits die Nichtgl wahrhafter Bemühung Nächstenliebe, von selbst Um das zu ermöglichen das Gebot der Nächsten welchen Standpunkt sie als Freunde ansehen, u lung zu den Bekenrtn außerordentlich lebhafte Vortrag folgte, kehrte zu Plato, dessen Philo schungen aus dem Orier sich dann um die chri Umfang und ihre Tiefe die Geltung der Person der Moral. "(Einführu der kassen bei Bielefeld.) Di sild hat beschlossen, einzuführen, um und zu erleichtern gewissermaßen eine lesse im eigenen H Gelegerheit zum größerer Geldbet. irgend welchen G Spurkasse gebracht Vorhandensein der wird auch ein stänt Geldstück vor u schützen und in dern das einmal Sparer nicht wiede anderen Zwecken ver die Sparkasse brit wohltätiger Zwang, interwersen, zum handliche Heimspär nahtlos gezogen, Handgriff zum Tra Klappe mit Sicherh Seite befindet sich Vrsten von gemün hanberen ein rundes Papiergeld, das zu gerollt wird. Der sparkasse nicht öffte Hearlese in Segen 1. Sschalt wird Steichzeitig vorzult getragen. Darauf dem Sparer verschl rgsam geprüft werden. nach dem Grundsatze sfe für das Heer und te gut geuug sei. Die Kriegsministers über hätten wohl manches se das Militärkabinelt fsfrei da. zler Fürst Bülow lung zu Fragen der und gab seiner Ueberdie preußischen Fragen zu sprengen brauchten. Blockparteien in den denen das Wohl und bhängig sei. Dabei len doch in grundsätz Weg gehen. Wie er en Rede erklärt habe, ten an der bewährten und die Fortsetzung fördern. Er habe für angimessen halte, : entgegenzukommen. ne Vereinsgesetz und , wie er glaube, entdaß alle Forderungen 's einmötig von allen umen wirden würden, eitstellung der Mittel kotwendig sei auch die Großstädten hoch sie nur vom Skandal ; eine Reform des werden beschleunigt zug solle verbessert mit lebhaftem Beifall solte der Kanzler, die e beteiligten Parteien srer Prinzipien. Er ahn frei zu machen, eien, zu zeigen, was jariamts v. Tirvitz führungen des Abg. Admirals von Ahleneister sei auf Versch beigelegt worden. inenberg(wirtsch. swärtigen Politik anste sich über die einlbg. Dr. v. Skargegen die preußische te sich das Haus auf uhans. November. achte die Sonnabendin Lesung der neuen terung stand an Ruhe nter der FreitagverVgg.) erkannte zwar t d e r A r s i e d e l u n g s. #rlage aber als Ausen alle Parteien zum e Runde der Redner Nachträge und Erachte seine endgiltige nungsfrage von der g vskiPomian(Pole) Vorlage als politische 1 Entwurf selbst beeinbaben betonte das deutsche Kulturflutenden slawischen (freik.) unterstützte die erhobene Forderung nsiedelungs kommission son Rentengütern für g. Müller=Coblenz Beseler nochmals r Entwurf mit der bart sei, wurde die von 28 Mitgliedern lagen. ), 1. Dezember. hlich= soziale s vom Sekretariat Ob dieser Strahl uch er die Tränen der herbe Abschied ste Janka sich auf. nurmelte er mit Pele soll es höher und die Geliebte. der Stunde der komme!“ eilte er die Dorshluß war gefaßt, lug in der Brust, r, als er in die ihn seine greise stete, wurde ihm ver. E: war ihr : und der Stab aterland rief, und sähe er aus grauen ne flegend emporum! hr in der Schloß: soeben die zehnte ie Bewohner des Abend früh zur herr hatte bei die üdung zur Schau von Arnau bald (Forts. folgt.) telegraphisch mitgeteilt wird, in den Tagen vom 27. bis 29. April hier in Bielefeld abgehalten werden. (Beendeter Streik.) Der seit acht Wochen bestehende Streik bei Meinert hat mit einer Niederlage der Arbeiter geendet. Die meisten Streikenden sind nicht wieder angestellt worden, da ihre Plätze inzwischen von Arbeitswilligen ein gerommen worden waren. Der Rest der Streikenden hat die Arbeit bedingungslos wieder ausgenommen. -d-(Vaterländischer FrauenVerein. Wohltätigkeits=Bazar.) Auf den Freitag, Sonnabend und Sonntag, 6, 7. und 8. Dezimber, stattfindenden großen Wohltätigkeitsbazar des Vaterländischen Frauen=Vereins weisen wir nochmals mit warmer Empfehlung hin und bitten zugleich, alle uns gütigst zugesagten Geschenke und Gaben, sei es in Gegenständen oder in barem Gelde, am Mittwoch und Dounerstag, 4. und 5 Dezember, zwischen morgens 9 Uhr und abends 7 Uhr, zur Eintracht senden zu wollen, wo im oberen(blauen) Saale Damen Hereit sind, sie in Empfang zu nehmen. au-(Evangelisch=kirchliche Vereinigung.)(Verspätet.] In der letzten(November) Sitzung wurden nach einer biblischen Einleitung über Johannes 15 zunächst Wahlen getätigt. Die beiden Vorsitzenden Pfarrer Waubke=Bieleseld und Pfarrer Wischmeyer=Brockwede wurden wiedergewählt. Sodann hielt Herr Professor einen Vortrag über„Die Beziehung der biblischen Lehre von der Person Christi zum Gebot der Nächstenliebe, erörtert an Plato, Luther und den Anschauungen der Gegenwart". Der Vortragende vertiefte sich in die große Frage, ob Moral mit oder ohne Religion bezw. Christentum bestehen könne und führte aus: Erstens Plato, der Vertreter der griechischen Philosophie, hot zwar ge5rt, daß, man dem Schönen und Guten(der Nachslenniebe) nachstreben solle, aber auch seine trübe Stimmung über die weit zurückbleibende Erfüllung des Gebots nicht verhehlt. Die Frage nach Erlösung und Erlöser ist vor der Tür. Deut licher tritt bei der alttestamentlichen Prophetie hervor, daß, um der dringend geforderten Nächstenliebe zu genügen(Hilfe an Armen und Schwachen), die Gabe des göttlichen Seistes also religiöse Hilfe, nötig sei. Ganz klar spricht es Luther aus, daß der Mensch eist durch den Glauben an die Versöhnung in Christus geschict werde, wahrhaft gute Werke zu tun. Gott tritt durch den Glauben ins Menschenherz und löst die unerträgliche Spannung zwischen dem, was man soll und dem, was man wirklich tut, die Lösung ist die Erlösung. So kommt der Mensch des Glaubens und der Liebe zustande, der im Vaterland, Beruf, Ehe, Familie, Kunst sich im fortschreitenden Kampf gegen die Selbstsucht aus. wirkt. Heute stehen sich wieder die beiden Anchauungen gegenüber, die Kinder Luthers sagen: Die Welt liegt im Argen, die religionsfreien Ethiker: Es geht auch ohne Religion! So weit diese Anschauungen nun auch prinzipiell auseinander geben, hofft Referent doch auf Versöhnung, indem die Glaubenden durch ihr Vorbild des neuen Lebens die Nichtglaubenden zu Christus bringen, anderseits die Nichtglaubenden auf dem Wege wahrhafter Bemühung um das Gute, um die Nächstenliebe, von selbst zu Christus kommen werden. das zu ermöglichen, sollte die Kirche alle, die das Gebot der Nächstenliebe anerkennen, einerlei, welchen Standpunkt sie sonst einnehmen, zunächst als Freunde ansehen, und ihnen ihre innere Stellung zu den Bekenrtnisschriften erleichtern. Die außerordentlich lebhafte Besprechung, die dem lichten Vortrag folgte, kehrte zunächst noch einmal zurück zu Plato, dessen Philosophie nach neusten Forschungen aus dem Orient stammen soll, und drehte sich dann um die christliche Nächstenliebe, ihren umsang und ihre Tiefe(Liebe zur Seele) und um die Geltung der Person Jesu Christi für Betätigung der Moral. (Einführung der Heimspar= kassen bei der Kreis Sparkasse, Bielefeld.) Die Kreis=Sparkasse Bielefild hat beschlossen, die Heimsparkassen hier einzuführen, um das Sparen zu fördern und zu erleichtern. Die Heimsparkasse ist gewissermaßen eine Annahmestelle der Sparkess: im eigenen Hause und bestimmt, jedem Gelegenheit zum Ansammeln kleinster oder größerer Geldbet äge zu bieten, die aus irgend welchen Gründen nicht sosort zur Spurkasse gebracht werden können. Das Vorhandensein der Heimsparkasse im Hause 155 auch ein sändiger Anreitz sein, manches Seldstück vor nutzloser Verwendung zu schützen und in Spargeld umzuwandeln, dern das einmal eingelegte Geld kann der Sparer nicht wieder herausnehmen und zu anderen Zwecken verwenden; er muß es auf die Sparkasse bringen. Darin liegt ein vohltätiger Zwang, der allen, die sich ihm interwersen, zum Vorteil gereicht. Die handliche Heimspärkasse ist aus Stahlblech nahtlos gezogen, hat einen umlegbaren Handgriff zum Tragen und am Boden eine Klappe mit Sicherheitsschleß An der einen Seite befindet sich ein Schlitz zum Einwerfen von gemünztem Geld und an der landeren ein rundes Loch zum Einstecken von Papiergeld, das zu diesem Zwecke zusammengerollt wird. Der Sparer kann die Heimsparkasse nicht öff ien, dies geschieht auf der Sparkasse in Gegenwart des Ueberbringers. Der Johalt wird sestgestellt und in das bleichzeitig vorzulegende Sparbuch eingetragen. Darauf wird die Heimsparkasse dem Sparer verschlossen zurückzegeben. So is die Heimsparkasse geeignet, in jeder Familie segensreich zu wirken und es bleibt zu hoffen, daß von ihr recht zahlreich Gebrauch gemacht wird, umsomehr, als die Abgabe vollständig kostenlos geschieht. Mit der Ausgabe wird von der Kreis=Sparkasse in der nächsten Zeit nach vorheriger Bekanntmachung begonnen werden. Hk.(Zur Handelskammerwahl.) Da in der Vorbesprechung zur Haudelskammerwahl am 29. November einstimmig beschlossen wurde, einen Antrag auf Vermehrung der Handelskammermitglieder kräftig zu unterstützen, wollen der Detaillistenverein der Texlilbranche und der Verein zur Wahrung geschäftlicher Interessen einen solchen Antrag baldigst einbringen, um auf diesem Wege die gewünschte größere Vertretung des Detaillistenstandes zu erreichen. Ihre Kandidatur für die Handelskammerwahl am 5. Dezember haben die genannten Vereine zurückgezogen. (Musikverein.) Den Bericht über das zweite Konzert des Musikvereins können wir, wie auch manche andere Sachen leider erst morgen bringen. 69 Schildesche, 30. Nov.(Besitz wechsel.) Der Schlachtermeister Wilhelm Kralemann hier, welcher seine Schlachterei bekanntlich an einen Herrn Stöcken in Bielefeld verkauft hat, hat das in der Schäferstraße hierselbst neuerbaute Wohnhaus des Maurermeisters August Nottebrock käuf lich erworben. Die Uebernahme dürfte am 1. Januar 1908 erfolgen. Aus den Kreise Herford. Herford, 2. Dezember.(Missions Versammlung.) Die Missionsfreunde werden nochmals auf die hier am nächsten Mittwoch, den 4. Dezember, nachmittags 3 Uhr, im Vereinshause stattfindende Missions.Versammlung aufmerksam gemacht. Herr Inspektor Haußleiter wird sprechen über die„Mitarbeit der Eingeborenen an unserem Missionswerk.“ C Herford, 2. Dez.(Der Dezember hat seinen Ansang genommen,) der Liebling unter den Monaten des Jahres ist gekommen. Wenn er auch der letzte in der Reihe seiner Brüder ist, so ist er doch wohl, — und namentlich von unseren Kleinen— der am liebsten Gesehene. Tausend kleine Wünsche des Jahres reisen am Weihnachtstage ihrer Erfüllung entgegen. Tausend hoffaungsvolle Gemüter schauen in diesem Monat froher in die Zukunft und erwarten vom Christkind als Weihnachtsgeschenk die Erfüllung ihrer Hoffnungen. Doch nicht das Weihnachtsfest allein ist Haupt= und Eigentümlichkeit des Dezembers; dieser Monat ist auch reich an anderen Fesitagen. Da ist St. Nikolaus, da ist Quatember, da ist Sylvester, da sind die„Zwölfe", alles Tage, die dem Dezembermonat ein charakteristisches Gepräge verleihen. Bei den Römern war der Dezember der zehnte Monat, den sie deshalb auch Dezember genannt hatten. Die Dauer von 31 Tagen wurde diesem Monat erst von Julius Cäsar beigelegt, früher hatte er nur 29 Tage. Auch für die alten Römer war dieser Monat ein Monat der Feste und Feierlichkeiten... Fielen doch in ihn die Saturnalien(17.), die Faulanien(5.), die Consualien(15.) und die Larantinalien(23.). Von Karl dem Großen erhielt der Dezembermonat als Monat der Geburt Chrifti, den Namen„heiliger Monat“. Später wurde er„Christmonat“ genannt. A Herford, 2. Dezember.(Handelskammerwahl.) De Ergänzungswahl für den Kreis Herford findet am Donnerstag vormittag 11 Uhr im Hotel Reode statt. Es scheidet aus Herr Kommerzienrat Wilh. Böckelmann. □ Herford, 2. Dez.(Teuere Zeit.) Die Schmiede: Innung beschloß in letzter Versammlung die E höhung aller Preise. r Herford, 1. Dez.(Der Beamten= verein) veranstaltete im kleinen Soale des Schützenhauses heute nachmittag einen Unterhaltungsabend, der so großen Anklang fand, daß der Saal dicht besetzt war und viele Besucher wegen Platzmangel wieder umkehren mußten. Ein auserlesenes Programm in Musik, Gesang und Rezitation unterhielt die Versammelten aufs Beste, turnerische Vorführungen, die Zeugnis ablegten von Kraft, Gewandheit und Schneid der Hersorder Turnvereine fanden wie alle Darbietungen rauschenden Beifall. Dem Vergnügungskomitee gebührt für den schönen Abend der beste Dank. Ans den Kreisen Minden und Büblete. Minden, 2. Dez.(Neuer Verein.) le das„M. L. Krebl.“ hört, beabsichtigt man hier die Gründung eines Vereins pensionierter deutscher Reichsund Staatsbeamten für Minden und Umgegend. Der Verein stellt sich die Aufcabe, die Interessen dieser Pensionäre zu fördern. Ee will zuvächst die Lage der pensionierten Beamten durch Petionen an die Regierungen und Volksvertretungen zu bessern suchen und sich bestreben, einzelne Abgeordnete, sowie vor allem die Presse für die Lage der pensionierten Beamten zu interessieren. Später gedenkt er bei vorhandenen Mitteln eine Unterstützungs= und Darlehnskasse zu gründen und seinen Mitgliedern auf Wunsch angemessene Beschäftigungen oder Stellungen zu vermitteln. Mitglied des Vereins kann jeder im Ruhrstand befindliche Reichs= und Staatsbeamte werden. Der Mitgliedsbeitrag soll jährlich mindestens 1,50 Mk. betragen, so daß es jedem Pensionär l.icht mönlich ist, Mitglied des Vereins werden zu können. Mögen sich recht viele finden, die dem Verein beitreten. Minden, 2. Dez.(Die Stadtverordnetenversammlung) genehmigte am Freitag u. a. mehrere Rechnungen für 1906 07: Entfestigungskasse, Einnahme 122 949 Ml, Ausgabe 78 556 Mk, der Reservefonds enthält jetzt rund 150000 Ml. Von dem s. Zt. übernommenen Festungsterrain sind 22,6 Heklar verkauft, 14 Hektar nutzbares Terrain ist noch verblieben. Die Abrechnung des seitens der Stadt ausgeführten Baues des Bezirks kommando-Dienstgebändes wurde zur Kenntnis genommen. Der Bau kostete 116 331 Mi. Den verheirateten städtischen Beamten, deren Gehalt unter 2000 Mark beträgt, wurde, wie auch im vorigen Ithre, eine Teuerungszulage von 30 Mark für jede Familie und 5 Mark für jedes Kind unter 16 Jahren bewilligt. Minden, 2. Dez.(Kolonial= Vortrag.) Freitag, den 6. Dezember hält hier im Evangl. Vereinshaus der Bezirksamt mann a. D. Schmidt, bekannt aus dem Prozeß Schmidt Roeren, einen Vortrag über die Eingeborenen von Togo und Kamerun und ihre Erziehung zur Arbeit. Behlage(Kr. Lüdbecke), 28 Nov.(Schul. personale). Der Lehrer A. Meyer zu Vehlage ist von der Königlichen Regierung zum Hauptlehrer in Nettelstädt ernannt wor den. Herr Meyer tritt die neue Stelle am 1. Jannar 1908 an. Verrflichtung. Das Oberlandesgericht Rö'a erkannte jedoch auf Zurückweisung der rufung, indem es die Vorautsetzungen des § 1 des Reichshastpflichtgesetzes als erfüllt arsteht und eine Eatschuldigung des Beklagten als nicht gegeben erachtet. Die vem Eisenbahnsikkus gegen das oberlandesgerichtliche Urteil eingelegte Revision blieb erfolglos und wurde vom 6. Z'vilsenat des Reichs gerichts zurkägewiesen.(Rh=Wesfi. Z1g.) Vermischtes. Köln, 30. Nov. Pater Schmidt, der Direktor des deutschen Hospitals in Jerusalem, ist, wie die„K. V.=Z.“ meldet, heute abend an den Folgen des erlittenen Uefalls— Pater Schmidt wurde belanntlich kürzlich von einem Straßenbahnwagen überfahren— gestorben. ann.) Interessante Mitteilungen über die Vergangenheit des polnischen Güteragenten Biedermann werden aus Posen gemacht. Danach hat er vor 5 Jahren etwa 50 polnische Güter in der Provinz Posin einer Stelle angeboten, von der er wissen mußte, diese die Angebote an den Domäninfiskus und die Ansiedelungskommission weitergeben würde. Erst als dieses Angebot ergebnislos blieb, hat Siegermang, sich ausschließlich mit polnischen Gischaften orfaßt.— Man sieht der„edle“ Pole esch uer Scente aur 8 Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 2. Dezember 1907. Mitgeteilt von F. Böckelmann Ww., Bielefeld. Niedrigster Thermometerstand i. d. Nacht— 2 CC. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 2½ C. Barometer 75,1 cm. Wind: Süd Ost. Himmel: teilw. bedeckt. Aus dem Regz.=Bez. Münser und Arusberg. Münster, 29 Nov.(Für den Marstall des Sultans) kaufte General Salik Pascha bei der Pferdehandlung von Gebr. Hertz einen Transport von zehn Wagerpferden an. Münster, 28. Novbr.(Fackelzug.) Gestern abend brachte die Studentenschaft dem Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Niehues, der beim Beginn des Simesters seine Lehrtäligkeit eingestellt hat, einen Fackelzug. Alle 25 hier bestehenden studentischen Korporationen nahmen daran teil. Dortmund, 29. Nov.(Wiederaufnahmeverfahren.) Das Oberlandesgericht beschloß die Zulassung des Wiederaufnahmeverfahrens im Mordprozesse Kurschuß. Der Bergmann Kurschuß war, wie bekannt, zum Tode verurteilt worden. Den Bemühungen der Verteidigung gelang es aber, kurz vor dem Termine der Hinrich tung deren Hinausschiebung zu erwirken. Ans den Nachbarptovinzen und Staater. Osnabrück, 29. Nov.(Gewerberat Dr. Isenbeck,) Vorsteher der hiesigen Gewerbeinspektion, ist gestorben. Köln, 29. November.(Jugendliche Räuberbande.) In den letzten Wochen wurden einzelne Städte des Ruhrgebiets, besonders Duisburg, Ruhrort, Hamborn von einer Bande unsicher gemacht, welche zahlreiche Straßenräubereien, Einbruchsdiebstähle sowie Sittlichkeitsdelikte verübten. Der Polizei ist es nummehr gelungen, 16 halbwüchsige Burschen sowie ein 16jähriges Mädchen festzunehmen, die gemeinsam die Ueberfälle verübten, wobei jenem Mädchen die Aufgabe zufiel, in den Wirtschaften Leute an sich zu locken, die sich durch größere Geldausgaben bemerkbar machten. Sobald das junge Frauenzimmer jene Leute an einsamer Stelle hatte, überfiel die Bande ihr Opser, raubte es aus und ließ es meist schwer verletzt am sege liegen. Elberfeld, 29 Nov.(Interessanter Prozeß.) Eine Frau B. fuhr am 9. Juni 1907 von Eiberseld nach Vohwinkel. Während der Fahrt siel ihr eine Pappschachtel von ungefähr vier Pfund Schwere auf den Kopf. Dadurch will die Klägerin neurasthenisch=leidend geworden sein und verlangt vom Eisenbahrfiskus als Schadenersatz eine jährliche Rente von 2000 Mark, sowie Ersatz der Heilungs= und Pflegekosten. Das Landgericht Elberfeld ererkannte den Anspruch der Klägerin dem Grunde nach als gerechtfertigt an, indem es einen Betriebsunfall als vorliegend ansieht. Der beklagte Eisenbahr fiskus bestritt seine Neuste Nachrichten. Berlin, 2. Dez. Nach dem bisherigen Verlauf der Debalte über die Polervorlage ist die Hoffgung aufgegeben worden, die Kommissionsberatung der Polenvorlage noch vor Weihnachten zu beenden. Es wird deshalb angenommen, daß das Abgeordnetenhaus schon am 14. Dezember die Weihnachtsserien beginnen lassen wird. Berlin, 2. Dezbr. Zar Beschlagnahme des russischen Waffen und Schriftenlagers in Berlin wird noch bekannt, daß die 19000 Bozen weißes, mit W sserlinien versehenen Papiers, wie durch Sachverständigef st#estellt wurde, zur Herst=llung von russischen drei Rubeknoten dienen sollten. Außerdem ist f s t g e s t e l l t, d a ß i n z w e i d e u t s c h e n P i p i e r fabriken in Hannover ein größeres Otantam Popler, daß sich zur Hustellung vo. luss. P=ssen eigret, angesertigt und rach der bekannten Fabrik falscher Pisse in der Schweiz verschickt wurde. Der Bichhalter Günsel vom „Vorwärts“, der angab, die 19000 Sogen P p'er seien angeblich von dem Vertreler eines sü tzeuropäschen Staales bestellt und sofort bezahlt worden, ist seit dem 30. Novemker verschwunden und nach Frankfurt am Main abgemeldit worden. Bemerkerswert ist, daß von den 15 Parabellopistolen, die von einer Karlsruher Fabrik geliefert woerden fi#d, eine fehlt. Großen Weit legt die Berliner Polizei der Talsache bei, daß in dem Ter#o# ristenlager eine große Arzahl von emplaren eines G heimzirkulats des Parteivorstandes, der sozialdemokratischen Partei Deutschlinds aufgefunden wurde, deß den Titel „B rkular 43“ und das Daium März 1906 zeigt. In dem Zirkular wird darauf hingewiesen, daß durch die Opferwilligkeit der deutschen Genessen den russischen Genossen es ermöglicht werde, den Weg nach dem Ausland über Berlin zu nehmen. Berlin, 2. Dez. General von Kessel, der Kommandeur des Gardekorps wird, wie dem„Kl. Journal“ von gut unterrichteter Seite mitgeteilt wird, auf seinen Posten auch fernerhin verbleiben. Highelisse, 2. Dezember. Der Kaiser gab Sonnabend nachmittag für die Kinder ein Schulfest. Gegen 5½ Uhr kam der Kaiser selbst in das Schulhaus. Er schnitt selbst den großen Kuchen an, worauf die Verteilung an die Schuljugend er folgte. Zwei kleine Mädcher überreichten dem Kaiser Buketts. Später wurde die Festversammlung mit dem Kaiser photographiert. An 1000 Menschen brachten dem Kaiser vor dem Schulhause eine begeisterte Ovation dar. Tunis, 1. Dez. Eine Abteilung Gebirgsartillerie ging heute nach Oran ab, um dort nach der marokkanischen Grenze zu marschieren. Die Milltärbehörden von Tunis haben ebenfalls Besehl erhalten, möglichst schnell ein Bataillon des dritten Schützenregiments aus Verdun nach O. an abzusenden. Kinder. mehl Krankenkost Hervorragend bewährte Nahrung. Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei u. leiden nicht an Verdauungsstörung. Stadt-Theater. Heute: Anfang 8 Uhr. Ende 10½ Uhr. zum zweiten Male —— Novität—— Ein idealer Gatte. Schauspiel in 4 Akten von Oskar Wilde. Dienstag, den 3. Dezember Anfang 7½ Uhr. Ende 10¼ Uhr gewöhnliche Preise. Gastspiel des Herrn Paul Paschen vom deutschen Theater in Haunover. Nur einmalige Aufführung Baumeister Solneß. Schauspiel in 3 Aufzügen von Henrik Ibsen. C. 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B e z e m b e r, n a c h m. 5 U h r Spareinlagen vom 1. Januar 1908(Vereinhaus). Herr Inspekior Haußleiter wird sprechen an, die neuen Spareinlagen so- Die Mitarbeit der Eingeborenen an unserem fort mit Missionswerk. 3¾ Prozent. Kres-Sparkasse Bieleteld. Möller P. Hase mein 1896 gegründ. Geschäft wieder übernommen, ich liefere nur garant. reinen Natur-Zitronensaft aus trisch. Früchten(lange haltbar) zu Küchenzwecken, Bereitung ertrischender Limonaden und zur allbekannten mit bestem Erfolge angew. Zitronensattkur Vertikows, Spiegel und Stünie empfiehlt als besonders gut und preiswürdig Fritz Tiekötter Möbelfabrik, BIELEFELD, Niedernstr. 45. in Bielefeld (früher Westfälische Bank) Volleingezahltes Aktienkapltallik. 80000000 Reserven M. 16000000 empfiehlt sich zur Vermitilung ven Bankgeschäften aller Art, Eröffnung von laufenden Rechnungen, Diskontierung von Wechseln, Aufbewahrung u. Verwaltung von Wertpapieren Einlösung von Coupons, verlosten u. gekündigten Wertpapieren, Checkverkehr. 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Neuaufzunehmende Mitglieder, welche ebenfalls in diesem Jahre noch ihren Geschäftsanteil vollzahlen wollen, müssen ihr Aufnahme-Gesuch bis zum 6. Dezember er. spätestens eingereicht haben. Nach diesem Termine sind für dieses Jahr sowohl Anmeldungen als auch Vollzahlungen auf den Geschäfts-Anteil für neue Mitglieder ausgeschlossen! Wir bemerken noch, daß auf die Geschäfts-Anteile seit nahezu 40 Jahren jährlich mindestens 6% Dividende gezahlt worden sind! Formulare für die Aufnahmegesuche werden an unserer Kasse von 8—12 und 3—5 bereitwilligst ausgehändigt. Gewerbebank zu Bielefeld eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. gez=: Lindewirt, Obbelode. Hodesboaggen liefert in sauberster Ausführung, modern und preiswert Heinr. Frensemeyer, Herford, Radewigerstr. en 6 S Sug 135 eg ##i den deutschen Däger. Flielsslliger, reichheiliger Inhalt, erste(litarbelter#### Easstier. 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