G Unzert ber, 5 Uhr, Musikdirektors imping. ailippi, Emil Pinks, h. Streichorchester. Schlage dich gem Jesu komme“, und II. 2.—, 1.— bei r. Probe iber, 7½ Uhr, kung sämtlicher errn M. Pfeffer. Nr. 281. 10000* dernstr. 45 Anzeige. erschied sanft undere liche# wwiegermutter, Cheiever Elberfeld, nterbliebenen: ver, b. Nachtsheim, humacher. g, 1. Dezember, aus statt. Die es Bierteljährlich in der Geschäftsstelle u. an allen Postanstalten 1,20 M., bei täglicher Zustellung in Bielefeld 1,40 M., durch Briefträger 1,62 M. 31• Anzeigengebühr fürdie einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Erscheint sechsmal wöchentlich. Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. Erstes Blatt. Bielefeld Sonnabend, 30. November 1907. S Historischer Kalender. 30. November: Andrea Doria, Doge von Venedig, geb. 1468.— Theodor Mommsen, Altertumsforscher, geb. 1817.— Joh. Jos. von Littrow, berühmter Astronom, gest. 1840.— Großer Ausfall der Pariser Besatzung, von den Sachsen und Württemberger siegreich zurückgeschlagen, 1870. #11. Dezember: Aufstand in Portugal; Abwerfung des spanischen Jochs, 1640.— Biron, Herzog von Kurland, geb. 1690.— Kaiser Alexander I. von Rußland, gest. 1825.— Das Reichsgericht in Leipzig, eröffnet, 1879. Advent. Die letzten Wochen vor Weihnachten. Das ist ein geschäftiges Laufen und Kaufen, ein heimlich Flüstern und Schoffen. Vorfreude strahlt auf den Menschengesichtern. Klein und Groß ist in ganz eigenartiger Erregung, denn die traute Christbaumpoesie kündigt sich immer deutlicher an. Die Kinder zählen schon die Tage bis zum heiligen Abend, und die Erwachsenen gedenken der eigenen Kindheit und werden ordentlich kindlich froh, vergessen die Alltagsfrohne und die knöcherne Sorge, träumen von Licht und Liebe... Die Kirche hat ihre vier Adventssonntage. Sie freut sich der Ankunft des Heilands. Das muß ja auch für einen Christenmenschen die große Hauptsache bleiben, daß Jesus Christus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen. Das bringt in den vorweihnachtlichen Trubel eine weihevolle Stille. Selbstbefinnung ist uns not, und wir müssen uns sagen, daß die alte biblische Heilandsgestalt immer noch ein mächtiger, fieghafter Faktor im Menschenleben ist. Oft geht ein Seufzen und Jammern durch Haus, Herz, Beruf und Volk. Ueberall war und ist irgend ein Leid und irgend ein Zukunftswunsch. Man merkt's unter Tränen, was für ein nichtiges, vergängliches, unvollkommenes Ding solch ein bißchen Meuschenleben ist. Man sucht nach neuen Weltanschauungen, und man findet sie doch nicht, die heiß herbeigesehnte innere Harmonie. Da geht's auf Weihnachten, und die alten, ewig jugendfrischen Advenisstimmen werden lebendig im stillen Herzensschrein:„Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit, verwandeln euer Weinen und eure Klag' in Freud. Eo hat Michael Schirmer gesungen, und Paul Gerhardt hat getröstet:„Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb' und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewuß!!“ Freundliche, wunderholde Adventszeit! Und unwillkürlich erinnert sich der fromme Christ all der erhabenen Weissagungen aus längst vergangenen Tagen. Wie da die Propheten des Volkes Israel auf einen gottgesandten Messias hoffen, und wie schon in alter Zeit das kleine Bethlehem genannt wurde, aus dem der Herr und König kommen sollte, welches Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist! Der Allmächtige schreitet nach seinem eigenen Plane durch die Weltgeschichte, und als die Zeit erfüllt war, schickte er seinen Sohn auf Erden. Kein Sterblicher kann das Geheimnis Gottes ergründen; aber in Christo sollte sich's am herrlichsten offenbaren, daß Gott die Liebe ist. Mit dem Herzen wird geglaubt, und der rechte Adventsglaube weiß es:„Ein Herz, das Demut übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut liebet, mit Angst zu Grunde geht!“ Starkherziger Jesusglaube, der sich beugt aber auch nimmer verzweifelt, er tut uns so not in einer Zeit, wo so viel Unklarheit, Zerfahrenheit und Kulturüberschätzung herrscht. Und dann Glückauf, du lieber Advent! Sei gesegnet an ungezählten Menschenherzen! Bringe wirklich Licht und Liebe, Wahrheit und Leben! in Bielefeld. „Keplerbund“. hat vor einigen Tagen in Frankfurt a. M. seine konstituirende Vursammlung abgehalten. Um welche hochbedeutsame Vereinigung es sich hier handelt, zeigt die prinzipielle Eröfsnungsrede des Herausgebers der trefflichen Monatschrift„Glauben und Wissen“, des Oberlehres Dr. Dannert in Godesberg, der etra folgendes ausführte: Jeder aufmerksame Beobachter unferer Zeit fieht es klar vor Augen, daß unser Volk in Gefahr steht, durch eine materialistisch und atheistisch gefärbte Propanganda, die unter dem Deckmantel der Naturwissenschaft betrieben wird, um seine besten und heiligsten Güter betrogen zu werden. Man braucht nur das Wort„Häckels Welträtsel" zu nennen, und der ganze Ernst der Lage steht vor unseren Augen. Man findet die„Welträtsel" heute nicht bloß in den Händen von Zehntausenden deutscher Arbeiter, Studenten, Seminaristen und Gymnafiasten, sondern schon auf dem Geburtstagstisch zwölfjähriger Mädchen. Aus der Abwehr gegen diese Zeitstimmung und die planmäßige Propaganda der Gegner heraus ist der Keplerbund entstanden. Hier in Frankfurt hat der zuerst in kleinem Kreise ausgesprochene Gedanke vor allem Verständnis und Förderung gefunden. Aus dem ansänglichen apologe tischen Projekt ist dann immer mehr ein rein naturwissenschaftliches geworden. Wir protestieren gegen die Unterstellung, als wollten wir„christliche Natursorschung" betreiben. Aber in der Eckenntnis, das der Grund für das Ueberhandnehmen Häckelschen Ein flusses in der mangelhaften naturwissenschaftlichen Durchbildung unseres Volkes liegt, wollen wir eine Abwehr schoffen gegen die von gegnerischer Seite betriedene Grenzverrückung und dem deutschen Volke zeigen, was wahre Naturwissenschaft ist. Die bis herize Aufnahme des Keplerbundes stellt bereits einen Sieg der von ihm vertretenen Gedanken dar. Die Namen der Männer verschiedenster Stände und Richtungen bürgen für den wissenschaftlichen Charakter des Bundes und haben den Nimbus von dem angeblich wissenschaftlichen Charakter des Monismus zerstört. In den letzten zwei Wochen erfolgten täglich 15—40 Beilrittserklärungen. 185000 Aufrufe sind verbreitet. Wr wollen nicht in erster Linie eine Kampforganisation sein, sondern vorurteilsfreie wissenschaftliche Aufklärungsarbeit leisten, vorurteilsfrei allerdings nicht im Sinne des Monismus, der darunter frei vom Christentum versteht. Der Name Keplers, dem seine religiöse Weltanschauung kein Hindernis war für bahnbrechende wissenschaftliche Forschung, ist unser Piogramm. Zum Vorsitzenden des Kuratorsums wurde Geh. Justizrat Pros. Dr. Zorn=Bonn gewählt. Der Bund hat bis auf Weiteres seinen Sitz in Bonn und wird in das dortige Vereinsregister eingetragen. „Interessante Fragen“. überschreibt die„Köln. Zig.“ folgende Notiz über die Finanzkraft Preußens:„Der preußische Finanzminister Freiherr v. Rheinbaben hat dieser Tage einem amerikanischen Zeitungsmanin gegenüber sich über die deutschen Finanzverhältnisse ausgesprochen und dabei ausgeführt, daß das der Einkommensteuer unterworfene Vermögen in Preußen von 5 704000000 Mk. im Jahre 1906 und für 1907 auf 11 463000000 Mk. gestiegen sei. Es habe sich also in 14 Jahren mehr als verdoppelt und sei in diesem Jahre um mehr als 10 Prozent gestiegen. Dieselben Verhältnisse bestanden in allen anderen deutschen Staaten. Als Sicherheit für die preußische Staatsschuld und den Anteil Preußens an der Reichsschuld, zusammen 10100000000 Mk., verwies der Minister auf das Staatseigentum, und Zzwar schätzte er die Forsten und Ländereien des Staates auf 7800000000 Mk., die Staatsbahnen auf 19 500000 000 Mk. und die Bergwerke und anderen staatlichen Unternehmungen auf 700000000 Mk.“ Hierzu wird in der sozialdemokratischen Presse bemerkt: Interessant sind die Zahlen zweifellos, man muß nur noch die Frage aufwersen: wer hat das Riesenvermögen verdient und wer hat es eingesäckelt? Auf den Kopf der Bevölkerung fällt ein versteuerbares Vermögen von rund 3000 Mark oder auf die fünfköpfinge Familie von 15000 Mark. Wie viele Proletarier= familien, aus deren produktiver Arbeit das Vermögen doch in erster Linie entstammt, erfreuen sich solchen Reichtums? Diese Bemerkung charakterisiert die„wissenschaftliche“ Sozialdemokratie zur Genüge, denn sie bedeutet nichts anderes, als eine Spekulation auf die Dummheit der„Aufgeklärten". Das Wort ist zwar hart; aber es ist das einzig zutreffende. Die Frage, wer das Riesenvermögen, das dem preußischen Staat, also der Gesamtheit des preußischen Volkes, gehört, verdient und eingesäckelt habe, kann sich jeder, dessen Kopf nicht durch die Afterwissenschaft der sozialdemokratischen Presse verkeilt ist, selbst kurzerhand beantworten. Die„aufgeklärten Genossen“ aber denken dabei natürlich an die schwielige Faust der Arbeiter, die dieses Vermögen verdient, und an die Ausbeuter oder gar an die Regierung, die es eingesacke haben. Warum teilt man nicht? So fragt die Presse indirekt. Warum enthält man den Arbeitern die von ihnen zu beanspruchende Summe von 3000 Mk. pro Mann vor? Die Sache wäre ja so einfach: man liquidiert den preußischen Staat, macht das Staatsvermögen flüssig und zahlt jedermann„seine" dreitausend Mark bar auf die Hand. So gedenken es ja Bebel, Singer, Arons usw. demnächst zu machen.— Oder doch nicht? Dabei wäre es doch immer noch einfacher und begründeter, wenn die Proetarierführer ihre„Riesenvermögen" unter Aebeiter vertiten. dem deutschen Reiche. Berlin, 29. November. Die Gemsjagd des Kronprinzen ist, wie aus Gmunden gemeldet wird, seit vorgestern sehr beschwerlich, da er bis übers Knie im Schwee waten muß. Bis jetzt hat er 8 Gemsen erlegt. Uebermorgen will er im Automobil des Barons Herring einen kurzen Aut flug zur Befihtigung von Gmunden machen. Bei der Reichstagswahl für den verstorbenen Abg. Dasbach wurden nach bisherigen Ergebnissen abgegeben, für den Erbprinzen zu Löwenstein(Zentr.) 18317, für Berlage(Block) 801 Stimmen. Die Pfarrerbesoldung soll nach der Vorlage an die Generalsynode folgende Ordnung erfahren: Aufangsgehalt 2400, Höchstgehalt 6000 Mk., von 3 zu 3 Jahren steigend auf 2800, 3200, 3700, 4200, 5200, 5600 Mk. Die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse in den Vereinigten Staaten von Amerika haben eine große Anzahl europäischer Auswanderer veranlaßt, in die alte Heimat zurückzukehren. Nach Berichten aus New=York sind von dort zwei deutsche Dampfer mit zusammen 6000 Auswanderern nach Europa abgegangen. Das ist die größte Menschenfracht, die jemals zwei Dampfer über den Ozean getragen haben. Wien, 29. Novbr. Der Polenklub beschloß eine Protestkundgebung gegen die preußische Ostmarkenvorlage. Der Lemberger Gemeinderat beschloß, Einspruch gegen die preußische Polenpolitik zu erheben, ferner der polnischen Fraktion des Deutschen Reichstags sein Beileid auszusprechen sowie alle polnischen Mitglieder des österreichischen Reichsrats und der Delegation zu entschiedenem Auftreten gegen die antipolnische Politik des politischen Verbündeten von Oesterreich= Uggarn aufzufordern. Wien, 29. November. Botschafter von Tschirschky stattete heute dem Baron Aehrenthal einen Besuch ab, der mit der gestrigen Polendebatte des Reichsrats in Zusammenhang gebracht wird. Rom, 28. November. Der„Osservatore Romana“ fordert den ganzen Katholizik mus zum Protest gegen die(schon gemeldete) Wahl des Juden und Freimaurers Nathan zum Bürgermeister von Rom auf. Paris, 29. Nov. Die Kammer nahm heute eine Resolution an, durch die die Regierung aufgesordert wird, so schuell wie möglich einen Gesetzentwurf über die Organisation der Kriegsmarine vorzulegen. Paris, 29. Novhr. Clemenceau, Pichon und Picquart hatten heute vormittag eine Besprechung über die Vergärg: an der algerisch= marokkanischen Grenze. Piequart teilte mit, daß er vormittags dem Kommandenr des 19. Armeekorps telegraphiert habe, er überlasse ihm die vollste Freiheit, ohne daß er über die notwendig werdenden Truppenbewegungen nach Paris zu berichten brauche, und daß er bestimmt habe, daß in Oran wieder eine starke Reserve gebildet werde, die geeignet sei, allen Eventualitäten zu begegnen. Petersburg, 29. Nov. In der Duma gibt gleich nach Beginn der Sitzung Stolypin eine Regierungserklärung ab, in der es heißt:„Alle sind heute sich dessen bewußt, daß die von der exkremen Linken geschaffene zerflörende Bewegung in offene Räuberei ausgeartet ist und alle verbrecherischen Elemente gegen die Gesellschaft lesgelassen sind, wohei die in ehrlicher Arbeit sich Abmühenden ruiniert werden und die junge Generation demoralisiert wird. Die Regierung würde jede Schwäche auf diesem Gebiete als ein Verbrechen erachten, ist sich aber der Notwendigkeit bewußt, so bald elz möglich von Ausnahmsgesetzen zum Normalzustande zurückzukehren. Die Regierung hält es für ihre Pflicht, jede Maßnahme zu Gunsten der Kirche zu unterstützen, und wird alles tun, um die Arbeit der Duma und des Reichsrals zu erleichtern. Die Regierungserklärung schließt mit den Worten, daß die historische selbstherrliche Gewalt und der freie Wlle des Monarchen als teuerstes Virmögen des russischen Staatswesens erscheinen, da allein diese Gewalt und dieser Wille, welche die jetzigen Einrichtungen geschaffen haben und sie zu schützen berufen sind, Rußland zuzeiten der Gefahr und der Erschütterungen zu retten auf den Weg der Ordnung und der historischen Wahrheit zurück zuführen. Teheran, 29. November. Aus einigen größeren Städten Persiens werden Unruhen gemeldet. Kleinere Städte werden von Banditen geplündert. Hier wurden gestern wegen der Ugruhen die Basare geschlossen. Nachls kam es zu argen Ausschreitungen, wobei fünf Menschen getötet und viele verwundet sein sollen. Aus den Parlomeser Deutscher Reichstag. 61. Sitzung vom 29. November 1907, 1 Uhr. Der Reichstag genehmigte am Freitag zunächst in zweiter Lesung den Vertrag mit den Niederlanden über Unfallversicherung und setzte dann die Weiterberatung der ersten Lesung des Etats fort. Preußischer Einanzminister Frhr. v. haben erklärte, im Interesse unseres wirtschaftlichen wie politischen Ansehens sei es notwendig, die in den letzten zwanzig Jahren in großem Umfange vermehrte Schuldenlast des Reiches nicht weiter zu erhöhen. Für die Reichsvermögenssteuer, sowie für die Reichseinkommensteuer sei jedoch bei den Verbündeten Regierungen eine Neigung nicht vorhanden. Abg. Bedel(Soz.) verbreitete sich in längeren Ausführungen über die Steuerfrage und meinte, er sii neugierig, wie die„Glockbrüder“ sich zu den neuen Steuern stellen würden. Unter schallender Heiterkeit stellte der Redner in bezug auf die Rüstungen fest, daß sich der ganze Weltfriede im Zustande der Unzurechnungsfähigkeit besände. Auf die„Kamarilla“ übergehend, verbreitele sich der Redner schließlich auch noch über den Fall Liebknecht und machte dem preußischen Justizminister dabei zum Vorwurf, er habe gegen eine Ueberzeugung die Erhedung der Aklage wegen Hochverrat angeordnet. Diese Bemerkung wurde vom Vizepräsidenten Dr. Paasche gerügt. Preußischer Kriegsminister v. Einem versicherte, er scheue einen Skandal auch nicht in der Armee, wenn es sich darum handele, unsaubere Elemente mit eisernem Besen auszukehren. Gegen die Grafen Lynar und Hohenau sei Untersuchung eingeleitet. Festgestellt sei jedoch, daß Fürst Eulenburg und Graf Moltke niemals in der Villa Lynar gewesen seien. Die Besetzung der beiden Stellen, von denen in den Hardenschen Artikeln die Rede war, sei ohne Zutun des Fürsten Eulenburg erfolgt und die Untersuchung gegen die dem Fürsten zugeschriebenen Vergehen habe nicht das geringste an Beweisen dafür ergeben. Die Verabschiedung des Grafen Moltke und des Fürsten Eulenburg sei jedoch erfolgt, um ihnen wegen ihrer persönlichen Stellung beim Kaiser Gelegenheit zu geben, in aller Freiheit sich gegen die gegen sie erhobenen Beschuldigungen zu wehren. Sie seien auf ihren eizenen Artrag verabschiedet worden mit dem ausdrücklichen Vorbehalt Sr. Majestät, sie nach Widerlegung der Beschuldigungen wieder anzustellen. Daraus habe sich die Gewährung der Pension ergeben Der Vorwurf, er(der Kriegsminister) hätte alles wissen müssen, sei eine häßliche Behauptung. Er gäbe nichts auf Klatsch und Tratsch Käme jemand zu ihm und sage: das und das ist geschehen, dann gehe er auch vor. Noch heute habe er in Potsdam mit dim Kommandanten und mit Olfizieren gesprochen und alle hätten nur ausgesagt nichts von alledem sei geschehen, nichts sei ihnm bikannt. Das Offiziersko#ps im ganzen sei innerlich gesund und werde auch weiter stets alle Schuldigen abstreifen. Abg Fürst Hatfeld(Rp.) trat für die Notwendigkeit neuer Steuern e'n. Reichskanzle: Fürst Bülow verbreitete sich unter großer Spannung des Hauses über Fragen der auswärtigen Politik. Zur Marokkofrage betonte er, diese Frage habe höchstens zum Anlaß eines Krieges wirden können, wenn die Ehre der Nation in Frage gekommen wäre. Das englisch russische Bündnis hab: keine Spitze gegen Deutsch land. Zu begrüßen sei die herzliche Aufnahme unseres Kaiserpaares in England. Was den Antrag des Grafen Hompesch betreffe, so sei der Kanzler bereit, dem Reichstage von Zeit zu Zeit urkundliches Material zur auswärtigen Politik zu unterbreiten. Die Haager Konferenz, ihr Ergebnis, sowie die Vertretung des Reiches durch den Freiherrn von Marschall sei freudig zu begrüßen. Der Abg. Bebil möge bedenken, daß kein König so sehr umschmeichelt wirde wie der König von Demos. Ein Minister habe sich nicht zu fürchten vor der Tyrannei von oben, wohl aber müsse er es für sein Pflicht betrachten, der Tyrannei von unten entgegenzutreten.(Die Rede wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Schluß 6¼ Uhr. Abgeordnetenhaus. 2. Sitzung vom 29. November. Im Abzeordnetenhaus fand am Freitag bei starkem Besuche zunächst die Wahl des Präsidiums statt, die zur Wiederwahl der früheren Präsidenten und Schriftführer führte. Darauf begann die erste Lesung der neuen Ostmarkenvorlage. Die Erörterung, die sich durchweg in ruhigen Bahnen bewegte, eröffnite Abg. v. Jazdzewski(Pole), der die Vorlage als Ausnahmegesetz ablehnte und zum Schutz der Gerechtigkeit Gottes anrief. Ihm erwiderte Landwirtschaftsminister v. Arnim, die Versöhnungsversuche früherer Jahrzehrte seien von den Polen abgelehnt worden; jetzt bleibe nichts übrig, als den nationalen Kampf durchzuführen. Abg. Frhr. von Zedlitz(freit.) stellte sich unbedingt auf den Boden des Entwurfes. Abg. Dr. Porsch(Ztr.) suchte nachzuweisen, daß auch die neue Vorlage die Gegensätze im Osten nur verschärfen werde. Justizminister Beseler erbrachte den Nachweis, daß der Entwurf keine Bestimmung der Verfassung verDr. Friedberg(vl.) stand der Vorlage freundlich gegenüber, behielt sich aber eine rähere Prüfung noch für die Kommission vor. Ablehnerd äußerte sich Abg. Kindler(frs. Vp.) Den Höhepunkt der Sitzung bildete eine Ride des Abg. v. Oldenburg(kons), der zur weiteren unterstützung der Ostmarkenpolitik bereit war, von der Regierung aber noch den Nachweis erwartete, oaß die Enteignung der richtige und einzig gangbare Weg sei. Unvermeidlich sei eine gründliche Reorganisation der Ansiedelungskommission, deren Ankcufksystem jitzt mehr als anfechtbar sei. Von den Polzu müsse erwartet werden, daß sie die Hertschaft der Hohenzollern dauernd anerkennen. Fortsetzung: Sonnabend 11 Uhr. Bieleseld, 30. November (Es geht auf Weihnachten!) Wie doch die Zeit vergeht! Nun find's nur noch etlich: Wochen, dann ist wieder einmal Weihnahten. Unsere Kleinen habens natürlich schon längst nach Tagen und Nächten ausgerechnet. Sie wissens ganz genau, dann wird ein prächtiger Tannenlichterbaum aufstrahlen, und so mancher Herzenswunsch wegen Bücher, Spielzeug und anderer Herrlichkeiten wird schönstens erfüllt s.in. Glückliche Kindheit, der ein frohes trautes Weiznachten wird. Und wo graue Armut und knöcherne Not die Hausgäste sind, da möge auch diesmal die freundlich helfende Näckstenliebe eingreisen. Gerade menrs auf Weihnachten geht, sind ja die Herzen weich gestimmt, und die Hände öffnen sich rascher als sonst zum seligen Geben. Wer etwas schenken will, der hat jetzt die größte Aussrahl. Ein Blick in die Zeilung und man hat eine Fülle von Angeboten vor sich. Die Schausenster sind noch reicher geschmückt als gewöhnlich. Besondere WeihnachtsAusstellungen laden vun bald zur Besichtigung ein. In jeder Preislage ist etwas zu haben, und für jeden Geschmack ist bestens vorgesorgt. Und wieder dürfte die Mahnung am Platze sein: Kauft beizeiten ein! Andernfalls muß man sichs gefallen lassen, daß die nettesten Sachen schon weg find, und daß man vor lauter Hasten und Andrang gar nicht mit der nötigen Gründlichkeit betrachten und auswählen kann. Uebrigens ist den Geschäften, die gerade vor Weihnachten so viel Mühe und Arbeit haben, von Herzen zu wünschen, daß der finanzielle Ersolg nicht ausbleibe. Es ist ein gutes Ding um die allgemeine Weihnachtsfreude. Auch die Erwachsenen, die kühlen Verstandesmenschen, die Unzähligen, die eigentlich nur immer mit Beruf und Arbeit zu tun haben, werden ergriffen und froh bewegt. Da ist das bekannte Flüstern und Verstecken. Man möcte überraschen. Bielleicht hat der andere eine leise Ahnung, vielleicht auch nicht. Immer noch sind die sogenannten Weibnachtsarbeiten beliebt, und sie dürfen sicherlich darauf rechnen, dann auch reichlich belohnt zu werden. Es geht auf Weihnachten! Wie freut sich der schneidige Kriegsmann, ein paar Tage bei Muttern sein zu dürfen; und die Liese wird Augen machen, wenn sie die seine Auszeh=Unisorm zu sehen kriegt. Und die Jungen und Mädels werden die Weih nacht ferien tüchtig ausnützen. Hoffentlich klappts mit Schlitten und Eslauf. Ueberhaupt, wers irgend kann, wird sich einige hübsche Weihnachtstag; gönnen. Das Alltagsleben geht seinen Gang, aber schon liegt der Weihnachtszauber in der Last. Bald wird häuslicher Jubel hallen, und die Christbäume werden ihre Sprache reden. Wie pries es doch Gocthe? Bäume leuchtend, Bäume bleudend, überall das Süße spendend, in dem Glanze sich bewegen), alt und junges Herz erregend. Und selbst an den Krankenbetten mögen tröstliche Heffgungsgedanken die trüben Grübeleien verdrängen. An allen Orten und Herzen soll freudige Zukunstsstimmung sein. Es geht doch auf Weihrachten. (Stadttheater.) Einen herrlichen Abend hat uns Herr Robert Kothe mit seinen zur Laute (Guitarte) gisungenen 15 deutschen Volksliedern, darunter zwei geistliche, bereitet. Seine Darbietungen stehen ganz im Einklange mit den Auslassungen in Zeitschriften und Tagesblättern. Mit Vergnügen gestehen wir, daß nirgends zu viel gesagt ist, je, daß er mehr hält, als sein Ruf verspricht. Gern hätten wir noch eine Stunde gelauscht, und wenn Herr Kothe noch einen solchen herzerfrischenden Liederabend veranstaltet, wir wünschen es aufrichtig, dann gehören wir zu den ersten an der Kasse.— Der Sänger hat mit urkräftigem Behagen die Herzen aller Hörer bezwungen. Schlicht, wie seine Lieder sind, war sein Auftreten, ungekünstelt sein Vortrag, den an geeigneten Stellen eine wohl abgestimmte, feine Mimik unterstützte. Der rauschende Beifall bei mehreren Liedern und besonders am Schluß nötigte dem Gaste eine Zugabe ab.— Herrn Kothe und Herrn Direktor Berstl schönen Dank! (Stadttheater.) Die Sonntag abend 7 Uhr zur Aufführung gelangende Novität „Btüderchen“, die in den Kreisen der Lichterfelder Kadetten spielt, gehört zu den bisher erfolgreichsten und iffektvollsten Neuerschei nungen. Direktoc Berstl hat auch für eine originale Ausstattung des Kadettenaktes Sorge gettagen und dürfte„Brüderchen“ auch hier jene große Anziehungskrast aus. üben, die ihm überall beschieden ist. **(Schaufenster=Dekoration) Je näher die Weihnachtsheit heragrückt, desto mehr Fleiß und Scharssinn wird von den Inhabern großer Schaufeuster auf eine geschmackoolle und anziehende Dikoration derselben verwendet. Kinde= und Erwachsene stehen in Scharen steunend vor all den Herrlichkeiten! Die Mazenfrage spielt auch auf diesem Gebiete eine Haupttolle. Da um diese Zeit des Jahres die gesamte Jagd eröffget ist, so ist den Wildhandlungen eine reichere und vielseitigere Auslage ermöglicht. Eine äußerst sianreiche und ortginelle Füllung des geräumigen Ladenfensters ist über Nacht bei der Firma Ludw. Jacke am alten Markt erfolgt. Ruhende Rihe, schlafende Hasen, brutende Fasanen und Schuepfen, dazu eine verlockinde Auswahl küchenfertiger Wildstücke erfreuen das Auge. Das ganze Arrangement ist einer Besichtigung sehr wert. ch(Der Bildhauer Herr Haus Perathoner=Bielefeld,) Lehrer der Bildhauerklasse für Modellieren, Holz und Steir plastik und Lihrer für Akizeichnen und anatomisches Zeichnen an unserer neuen Handwerker= und Kunstgewerbeschule erhielt bei dem Wettbeweib um das Speekbacher=Nationaldenkmal in Innsbruck(Kesten 200000 Kronen) einen Preis von 1000 Kronen und den Auftrag zu einem nochmaligen engeren Weitbewerb, auf die 3 Preisträger beschränkt. e-(Kochkunstausstellung) Das Protekorat der Korkunstausstellung, welche im rächsten Jahre von der westfälichen Zone hier veranstaltet wird, hat in liebenswürdiger Weise der Oberpräsident von Westfalen, Exzl. v. d. Recke, übernommen. Theesen, 29. Nov.(Eine betrügerische Ziege!) Ein seltsamer Fall ereignete sich kürzlich bei einem Besitzer hiesiger Gemeinde. Die Hausfrau wurde zunächst dadurch in Verwunderurg gesetzt, daß eine ihrer Ziegen, die sonst so viel Milch lieferte, plötzlich keine Milch mehr gab, trotzdem sie vollständig gesund war und auch stets gute Freßlust zeigte. Man konnte sich trotz Hinund Hersinnens die Eigentümlichkeit dieses Falles nicht recht erklären. Schließlich wurde das Hornvieh dabei ertoppt, als sie sich selbst die Milch aus dem Eiter sangte, welche sie sich anscheinend recht gut bekommen lies. Un sie nun von diesem Laster abzubringen, hat man ihr einen Maulkord angelegt. Aus den Kreise Herford. r Herford, 30. November.(Eine Stadtverordneten= Sitzung) fand gestern nachmittag im Stadtverordneten=Sitzungssaal statt. Anwesend waren 22 Stadtverordnete und Oberbürgermeister Quentin. Die Sitzung wurde von dem Stadtverordneten=Vorsteher Justizrat Lücken geleitet. Verhandelt und beschlossen wurde folgendes: Ein Dringlichkeitsantrag des Magistrats betreffend Erteilung der Ginehmigung an die Osnabrücker Bank zur Ueberschreitung der Baufluchtlinien an der Ecke des projektierten Neubaues an der Hämelingerstraße um ca. 1,10 Meter wurde angenommen. Ueber die Petition der Volksschullehrer und Lihrerinnen betreffend Bewilligung einer Teuerungszulage referierte der Stadtverordnete Hülserbeck. Der Referent beantragte— dem Beschluß des Stadtverordneten=Ausschusses gemäß — die Petition dem Magistrat zur wohlwollenden Erwägung zu überweisen, ob sich nicht noch in diesem Etatsjahre Mittel und Wege finden, eine Teuerungszulage nicht nur für die Petenten, sondern auch für die Subaltern=Beamten der Stadt zu bewilligen; andernfalls aber die Erwartung ausgesprochen wurde, daß diese für 1908/09 bewilligt wird, zahlbar schon am 1. April 1908. Oberbürgermeister Quentin erklärte, daß das Gesuch der Lehrer vom Juni cr. auf Bewilligung einer Teuerungszulage leider hätte abgelehnt werden müssen, weil zu dieser Zeit bereits der städtische Etat für das Rechnungsjahr 1907/08 in Kraft gewesen und es unmöglich gewesen sei, die erforderlichen Mittel— ca. 12000 Mark— dem Dispositionsfonds zu entnehmen und daß nur durch eine nachträgliche Steuererhöhung dem Wunsche Richnung getragen werden konnte, was der Magistrat aber nicht für ratsam gehalten habe. Die Stadtverordneten Niedenführ, Weinberg und Deppermann stellten den Antrag, die Teuerungszuloge unverzüglich zu bewilligen, da dieses in Anbetracht der teueren Lebensverhältnisse eine unbedingte Notwindigkeit sei. Stadtverordneter Stranghöner beantragt die Zahlung der Teuerungszulage nur an die jüngeren Lehrer. Stadtverordneter Koch stimmte dem Antrag des Reserenten zu. Es wurde sodann dem Antrage des Referenten gemäß beschlossen. Uuf Antrag des Reserenten Stadtverordneten Fellinger wurde der Magistrats. antrag betriffend Beitritt zum Bnein für Heimatschutz und Denkmalspflege angenommen. Der Jahresbeitrag beträgt 100 Mark. Der Antrag des Magistrats beireffend Festsetzung einer Baubeschränkung für das Terrain zwischen der Elverdisserstraße, dem Bahnkörper der Eisenbahn Herford Altenbeken und dem Stephansweg wurde ohne Debatte angenommen. Die Baubeschränkung beträgt an allen Straßenzügen beiderseits 1½ Meter.— Referent Stadtverordneter Koch.— Stadtverordneter Schönfeld referiette über die Vorlage betreffend Bewilligung eires Zuschusses bis zu 288 Mark aus Titel XII2 des Eiats pro 1907 für einen gewerblichen Abendkursus für Frauen und Mädchen. Es soll hierdurch recht vielen Personen Gelegenheit gegeben werden, bei Zahlung eines geringen Betrages den Kursen, die von der Vorsteherin der Geweibeschule Fräulein Buße hierselbst erteilt werden, beizuwohnen. Stadtverordneter Detring beantragt, die Kurse von den hiesigen nicht vollbeschäftigten Handarbeitslehrerinnen abhalten zu lassen. Oberbürgermeister Quentin bemerkt, daß nur eine nicht vollbeschäftigte Handarbeitslehrerin vorhanden sei und daß diese auch nur drei Stunden wöchentlich weniger erteile als die vollbeschäftigten. Die Stadtverordneten Wein berg urd Hülsenbeck erklärten sich für den Magistratsantrag, der dann auch von der Versammlung angenommen wurde. Der Antrag des Magistrats, den Gauturnspielplatz in städtische Uaterhaltung zu nehmen, wurde auf Vorschlag des Referenten Stadtverordneten Weihe angenommen. Dir Platz hat eine Länge von 110 Meter und eine Breite von 80 Meter. An den Wochentagen steht der Stadt das Benutzungsrecht des Spielplatzes zu, während an den Sonn= und Feiertagen der Gau allein über denselben zu verfügen hat. Der Ankauf der Gärten des Bäckermeisters Joly und des Paftors Nobbe zur Vergrößerung des städtischen Friedhofs zum Preise von 40 Muk pro Quadratmeter wurde beschlessen. Stadtverordneter Kranefuß referierte über die Vorlage betreffend Veiwendung des olim Prachtschen Gartens zu Erbbegräbnisstellen und Bestimmung der Preise für diese Stellen. Der Preis für die Erbdegräbnisstelle wurde— dem Magistratsantrage gemäß— aus 75 Mark festgesetzt. Die Magistratsvorlage betreffend Uebernahme der Reststrecke der Diebrockerstraße und der Hansastraße in städtische Reinigung und Fesisetzung der Beitragspflicht der Anlieger dieser Strecken und der Aulieger der Salze fler, Renntorwall=, Bügel und Mönchstraße und der Kirchgesse und betreff nd Genehmigung des Fluchtlinierpians für das Gelände zwischen Stadtholzchaussee= Blothoerchaussee Steinweg Langebergweg Salzuflerstraß= und Weire nurden angenommen Dem Magistrat wurde Vollmacht zur Führurg des Proz sses mit dem Schneidermeister Ritterdusch wegen Entschädigung für Terrainabtretung zur Straße erteilt. Herr Stadtverordneter Weinverg brachte sodann den Jahresbericht über die Betriebs und Rechnungslegung des städtischen Gas., Wasser= und Elektrizitatt werks zur Verlesung. Es stellte sich sämtlichke Werke erfreulicherweise erhebliche Ueberschüsse aufzuweisen haben. Die Rechnungen wurden nach Prüfung für richtig befunden und dem Rechnungsleger Entlastung erteilt. den Rechnungen der höheren Mädchenschulklasse, der Reuvermessungs= und Kontrollkasse pro 1906 gezogenen Nevisionkerinnerungen wurden dem Magistrat zur Beantwortung überwiesen. Für den Neubau der Neustädter Kirche wurden 10000 Maik bewilligt. = Herford, 29. Nov.(Viehmarkt.) Trotz guter Beschickung war der Markt sehr flau. Der Pferdemarkt war sehr gut besetzt, russische Ponnies kosteten 300—400 Mark, wurden aber nur wenig verkauft. Dasselbe war es auf dem Rindermarkt. Sauen kosteten 60—80 Mk., Stangen 20—30 Mt Ferkel 6 Mk. Es blieb mindestens die Hälfte unverkauft. + Herford, 30. Nov.(Die Viehzählung,) wilche am Montag stattfindet, erfordert eine möglichst genaue Ausfüllung der Zählkarten. Nehmt die Zähler freundlich auf, sie kommen in einer guten Sache und nicht als Steuerexekutoren. ( Hersord, 29. Nov(Insiedendes Wasser) siel ein kleiner Knabe in der Altstädter Feldmark. Er wollte rückwärts gehen und fiel dabei in den Waschtopf wobei er stark verbrüht wurde. A Herford, 29. Nov.(Schöffengericht.) Wegen Sachbeschädigung zahlt der Arbeiter B. 3 Mk. Strafe.— Wegen Vergehens gegen die Gewerbeordnung, er hatte ein Mädchen unter 10 Jahren mit Entrippen von Tabak beschäftigt, zahlt G. in H. ebenfalls 3 Ml. Strafe.— Wegen desselben Vergehens zahlt Frau W. in D. 10 Mk.— Wegen versuchter Gesangenenbefreiung und Widerstandes marschieren R. H., H G. und G. H. je 6 Wochen in Haft. — Ebenfalls 6 Wochen erhielt der Schlachtergeselle H. wegen Fahrraddiebstahls.— Wegen Beleidigung zahlt Frau H. in E. 20 Mark. Einige Sachen wurden vertagt, 2 endeten durch Vergleich. Bünde, 29. Nov.(Verschönerungverein.) Die Arbeiten an der Rinestraße si d nunmehr in Angriff genommen und werden hoffentlich vor Eintritt des Frostes derartig gesördert, daß der Zuweg zur Bismarcstraße und dem Bahnhose für Fußgänger bald benutzbar wird. Das Pflanzen der Bäume ist nit dem Auswerfen der Pflanzlöcher in die Wege geleitet. Durch diese Aupflanzung, welche in Sedanstraße und Brunnenallee eine Fortsetzung findet, erhält die Stadt mit den Jahren eine erwünschte Prowenade über den Weserweg durch die Feldmark zurück zur Stadt und müßte auch hier für entsprechende Anpflanzung gesorgt werden.; Aus den Kreisen Minden und Lülleks. Minden, 29. Nov.(Bessere Legitimation ausländischer Lardarbeiter.) Eine Minisierial Kommission, die aus Vertretern des Handelsministeriums, des Landwittschafts=Ministeriums und des Ministeriums des Innern bestebt, traf zu einer Konferenz in Allenstein(Ostpreußer) ein. Dem Vernehmen nach har delt es sich um eine neuetliche Eörterung der Frage, wie die Vorschriften über die von ausländischen Wanderarbeitern im Inlande zu sordernden Legitimation anderwelt und zweckmäßiger zu regeln sein dürften. Die Kommission begibt sich zu weiteren Verhandlungen nach Insterburg. Minden, 28. Nov.(Militärisches.) Herr Oberleutnant der Reserve v. Harnier (Regierungsrat bei der Königl. Rezierung in Minden) ist durch Allerhöchste KibinettzOrdre vom 18. d. Mts. zum Rittmeister der Reserve des 2. Garde. Dragoner=Regiments Kaiserin Altxander von Raßland beördert worden. Minden, 28. November.(Diebstahl.) Gestern nachmittag gegen 5 Uhr wurde ein auf der Friedrich=Withelmstraße vor dem Geschäft des Kaufwanns Menz aufgestelltes Temporad Nr. 50(Fabriknummer 34142), schwarzer Rahmen, in der Mitte mit einem roten Streifen versehene Felzen und rotbraune Reisen, entwendet. Minden, 29. Nov.(Falsche Weichenstellung.) Der Schnellzug 136 fuhr heute vormittag 11 Uhr 40 Min. im Bahnhof Stadthagen infolge falscher Weichenstellung auf den im dritten Gleise stehenden Güterzug 8250. Sieben Reisende sind unerheblich verletzt worden und haben die Reise sortgesetzt. Die Lokomotive und 3 Personen wagen des Schnellzugs und 8 Wagen des Güterzuges sind entgleist und teilweise beschädigt. Das eine Hauptgleis in der Richtung nach Hannover=Bielefeld war 2 Stunden gesperrt. Der Personenverkehr ist während dieser Zeit durch eingeleisigen Betrieb aufrecht erhalten worden. Lübbecke, 29. Nov.(Zu den Kosten der Ausrüstung der Pflichtfeuerwehr) hat die Provinzial= Feuer=Sozietät zu Münster der Stadt Lübbecke eine Beihilfe von 200 Mk. bewilligt. Auch die Magdeburger Feuer=B eine solche von kommen lassen. Windheim, Kontrolle.) 4 nis gebracht, da heim(Gasthaus September d. I 1 Uhr, Meldung Bezielsseldwebel An Halle, 29. A Remontenpre Heeresverwaltung Erhöhung des# monten von 950 jedenfalls etwas, jetzigen Sachlage reichend angeseher Halle, 29. 9 für Militära des 7. Armeek Bielefeld, Magist Tag= und Nachtd Mi, Mietsentschl geld 105 Mi.— verwaltung, meh den Tages= und bis 1800 Ml., geliefert. Die St. — Sofort, der 2 berufung bestimmt, Essen, Magazinau Mk. und der te zuschuß.— Soft schaft, Kanzleigeh Seite.— 1. Af Stadtverwaltung, errichtenden Real sreie Wohnung.— 1908, Sterkrade, Polizeisergeanten, bezw. 1400—200 Die Stelle ist per Aus den Rez.=De Altena, 29. mutlichen Lu scheider Siepen Ermordete ist als halterin Hedwig kannt worden, die Vor einiger Zeit Her sich der Hartn Altenhundem vor halterin für seine einigen Tagen ver mittag wurde dan ermordet aufgefun Altena, 28. haft beunruhigt u# Stadt durch einen sittliche Angriffe a Täter konnte zun macht werden, bis der Person eines Der Unhold hatt Logierhauses verste überstellung alsbal Prüfung für richtig beleger Entlastung erteilt. der höheren Mädchensungs- und Kontrollkasse onkerinnerungen wurden intwortung überwiesen. eustädter Kirche wurden (Viehmarkt.) war der Markt sehr war sehr gut besetzt, n 300—400 Mark, verkauft. Dasselbe indermarkt. Sauen stangen 20—30 Mi, lieb mindestens die Kov.(Die ViehMontag stattfindet, genaue Ausfüllung die Zähler freundlich er guten Sache und en. 1.(Insiedendes einer Knabe in der Er wollte rückwärts in den Waschtopf wurde. Lov.(Schöffenichbeschädigung zahlt Strafe.— Wegen Bewerbeordnung, er er 10 Jahren mit beschäftigt, zahlt G. Strafe.— Wegen hlt Frau W in D. suchter Besangenendes marschieren R. 6 Wochen in Haft. rhielt der Schlachterdiebstahls.— Wegen 5. in E. 20 Mark. vertagt, 2 endeten erschönerungt1 an der Rinestraße iff genommen und Eintritt des Frostes der Zuweg zur Bahnhose für Fuß#ird. Das Pflanzen em Auswerfen der je geleitet. Durch he in Sedanstraß= Fortsetzung findet, n J a h r e n e i n e e r der den Weserweg ück zur Stadt und sechende Anpflanzung den und Lälleks. (Bessere Legidischer Landsierial Kommission, sandelsministeriums, nister iums und des in bestebt, traf zu ustein(Ostpreußen) nach har delt es sich sterung der Frage, ber die von ausrn im Inlande zu nderwelt und zweckürften. Die Komweiteren VerhandMilitärisches.) Reserve v. Hainier Königl. Regierung erhöchste Kibinettss. zum Ritlmeister Dragoner=Regiments Raßland beördert ber.(Diebstahl.) 5 Uhr wurde ein elmstraße vor dem Menz aufgestelltes knummer 34142), r Mitte mit einem Felzen und rotalsche Weichenug 136 fuhr heute Min. im Bahnhof ser Weichenstellung e stehenden Güterende sind unerhebhaben die Reise e und 3 Personen: und 8 Wagen des und teilweise begleis in der Richeld war 2 Stunden erkehr ist während sigen Betrieb auf(Zu den Kosten PflichtfeuerI. Feuer=Sozietät bbecke eine Beihilfe Auch die Magdeburger Feuer=Versicherungs=Gesellschaft hat eine solche von 100 Ml. der Stadt zukommen lassen. Windheim, 29. Novdr.(Militär= Kontrolle.) Es wird hierdurch zur Kenntnis gebracht, daß die Meldestelle in Windheim(Gasthaus Hitzemann) am 6. und 20. September d. J., vormittags von 10 bis 1 Uhr, Meldungen, Gesuche usw. durch den Bezieksseldwebel entgegennimmt. Ans den Kreise Halle. Halle, 29. Novhr.(Erhöhung des Remontenpreises.) Der Etat der Heeresverwaltung für 1908 erthält eine Erhöhung des Durchschnittspreises für Remonten von 950 auf 980 Mark. Das ist jedenfalls etwas, wenn es auch bei der jetzigen Sachlage noch immer nicht als aus. reichend angesehen werden kann. Halle, 29. Nov.(Offene Stellen für Militäranwärter im Bezirke des 7. Armeekorps.) Sofort oder später. Bielefeld, Magistrat, 3 Schutzmänner für Tag= und Nachtdienst, Gehalt 1150—1450 Mi, Mietsentschädigung 270 Mk., Kleider geld 105 Mk.— Sofort, Krefeld, Polizeiverwaltung, mehrere Polizeisergeanten für den Tages= und Nachtdienst, Gehalt 1300 bis 1800 Ml., Ausrüstungsstücke werden geliefert. Die Stellen sind pensionsberechtigt. — Sofort, der Dienstort wird bei der Einberufung bestimmt, Königl. Eisenbahndirektion Essen, Magazinaufseher, Gehalt 1000—1500 Mk. und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß.— Sofort, Essen, Staatsanwaltschaft, Kanzleigehilfe, 6—16 Pfg. für die Seite.— 1. April 1908, Essen(Ruhr), Stadtverwaltung, Schuldiener der neu zu errichtenden Realschule, 900—1200 Mk., sreie Wohnung.— Alsbald bezw. 1. April 1908, Sterkrade, Bürgermeisteramt, mehrere Polizeisergeanten, Gehalt 1200—1800 bezw. 1400—2000 Mk., freie Dienstkleidung. Die Stelle ist pensionsberechtigt. Aus den Nahbarprovinzen und Staaten. Bad Nenndorf, 28. Nov.(Todesfall.) Der frühere langjährige Brunnenarzt in Bah Nenndorf, Geheimrat Dr. Eve, ist in Detmold, 65 Jahre alt, gestorben. Die Beerdigung findet am Sonnabend in Groß Nenndorf statt. Düffeldorf, 29. Nov.(Explosion.) Heute vormittag fand eine Explosion in der Zündplättchenfabrik Blumberg statt. Das Gebäude wurde vollständig zerstört. Etwa 15 Arbeiter wurden verschüttet. Eine Arbeiterin blieb tot, zwei Arbeiter wurden lebensgefährlich und mehrere leicht verletzt. Mülheim a. d. Ruhr, 29. November. (Mord.) Der Arbeiter Gborg Brenner von hier, welcher seinerzeit seinen Beuder ermordet hatte, und wegen Geistesgestörtheit in der Irrenanstalt Grafenberg interniert war, ist vor einigen Wochen zum zweiten Male aus der Anstalt entwichen. Vor einigen Tagen wurde Brenner in Holland aufgegriffen und verhastet. Das erste Mal war er hier verhaftet worden. Aus den Rez.=Bez. Münser und Arusberz. Altena, 29. Novdr.(Zu dem vermutlichen Lustmord) in dem Hegenscheider Siepen wird noch gemeldet: Die Ermordete ist als die etwa 16jährige Buchhalterin Hedwig Hartmann aus Hagen erkannt worden, die hier in Stellung war. Vor einiger Zeit traf hier ein Herr ein, der sich der Hartmann als Fabrikbesitzer aus Altenhundem vorstellte und sie als Buchhalterin für seine Fabrik engagierte. Vor einigen Tagen verreisten beide. Heute nachmittag wurde dann das Mädchen im Walde ermordet aufgefunden. Altena, 28. Nov.(Unhold.) Lebhaft beunruhigt wurde dieser Tage unsere Stadt durch einen Unhold, der abends unsittliche Angriffe auf Mädchen verübte. Der Täter konnte zunächst nicht ausfindig gemacht werden, bis es gestern gelang, ihn in der Person eines Italieners zu verhaften. Der Unhold hatte sich im Keller seines Logierhauses versteckt und wurde durch Gegen überstellung alsbald entlarbt. Dezember, der ansangs noch einen Mehrwert von ¼ Mark gegen Mai auswies, zeitweise um 4½ Mark zurückgehen ließ; Mailieferung war durch Kaufordres, auch für ausländische Rechnung, gestützt und konnte insolgedessen einen Report von 3 Mark erreichen. Weizen war durch Abgaben, die zum Teil gegen Erwerbungen von argentinischem Weizen erfolgten, gedrückt, erholte sich aber heute, als vom Ausland in Erwartung leichteren Geldes festere Meldungen einliefen und Rußland kleine Bersch ffungen sandte, so daß Dezember nur 3¼ Mark. Mai nur 1 Mark unter letzter Woche schließt. Im Hafergeschäft konnten teilweise ermäßigte Forderungen keine sonderliche Belebung hervorbringen. In Mais und Futtergerste war das Geschäft bei nachgebenden Preisen gleichfalls sehr still. In der abgelaufenen Berichtsperiode haben sich folgende Preisschwankungen vollzogen: Diff. in Allgemeiner Getreide=Wochenbericht der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats. Vom 23. bis 30. November 1907. Ei muß dahingestellt bleiben, ob die günstigere Auffssung, zu der man an den heutigen Effektbörsen geneigt schien und der sich auch die Getreidemärkte anschlossen, in der weiteren Entwickelung ihre Bestätigung finden wird. Jedenfalls haben die ersten Tage der Berichtswoche gezeigt, daß an eine Belebung der Unternehmungslust, solange die Geldverhältnisse nicht die Möglichkeit dazu bieten, kaum zu denken ist. In den Vereinigten Staaten erblickt man im Gatreideexport vorläufig noch einen der wichtigsten Behelfe zur Befriedigung dortiger Geldbedürfnisse und brachte diesen Bestrebungen willig weitere Preisopfer. Daß die Anspannung der amerikanischen Exportleistungen unter starker Inanspruchnahme der Handelsbestände erfolgt, ist ein Umstand, dessen Bedeutung auf die Dauer um so weniger übersehen werden kann, als sowohl die Bereinigten Staaten als auch Kanada mit einem ansehnlichen Erntedefizit zu rechnen haben. Einen starken Rückgang zeigen die heutigen Exportausweise Rußlands. Ueberraschend ist diese Wendung insofern nicht, als die Zufuhren im Innern eher ab- als zugenommen haben und die auf eine leichtere Versorgung der Notstandsgebiete gerichteten Bestrebungen der Regierung natürlich manches von den Exportplätzen ablenken. Die Regierung hat sich im Sinne des Gutachtens der nach Petersburg berufenen Handelsvertreter darauf beschränkt, die Bahntarife nach den von der Mißernte betroffenen Gebieten zu ermäßigen, von sonstigen allgemeinen Maßnahmen aber Abstand genommen. Die amtliche Berichterstattung über die Herbstsaaten, deren Anbau durch Trockenheit und Frost erschwert, stellenweise sogar verhindert wurde, lautet durchaus nicht befriedigend; besonders eindringliche Klagen liegen über des Auftreten tierischer Schädlirge vor, unter denen die Saaten sehr gelitten haben. Mit der winterlichen Witterung haben die Feldarbeiten nunmehr ihren Abschluß gefunden und die Landwirte wenden sich in stärkerem Maße dem Dreschen zu. Es zeigt sich dabei, daß der Roggenerdrusch vielfach nicht den gehegten Erwartungen entspricht und auch in qualitativer Hinsicht zu wünschen übrig läßt, was auch zum Teil zu der schwierigen Verwendung, die das Roggenangebot in der letzten Woche fand, beigetragen haben dürfte. In Berlin waren Roggenladungen einige Mark unter Dezemberwert zu kaufen, wes Adgaben veranlaßte und den Boppard, 29. Nov. Der bis unter Dach aufgeführte Neubau des Bauunternehmers Wandt ist vollständig in sich zusammengestürzt. Untersuchung über die Ursache wird eingeleitet. Zum Glück ist der Unfall bei Nacht geschehen, am Tage arbeiteten 15 Leute dort. Breslau, 29. Nov. Die Kattow'tzer Polizei verhaftete die beiden gefürchteten Mädchenhändler Friedmann und Binovovik aus Lublin, in deren Gesellschaft sich 20 Mädchen aus Kielen befanden, mit denen sie nach Westdeutschland wollten. Madrid, 29. Nov. Das„Amtsblalt“ veröffentlicht einen Erlaß, durch den alle marokkanischen Häsen, mit Ausnahme von Tanger, Casablarca, Ceuta, Melilla, Larache, Ahucemas und Belez de la Gomera, für pestverseucht erklärt werden. Literarisches. Bis ius dritte und vierte Glied. Roman von A. von Blomberg. Brosch. 2 50, geb. 350 Mk.(Verlag von E. Ungleich, Leipzig.) Die vor kurzem verstorbene Verfasserin hat sich in kurzer Zeit eine sehr geachtete Stellung in der deutschen Roman=Literatur und einen Kreis begeisterter Verehrer erworben. Sie zeigt auch dies mal wieder eine besondere Kunst, mit wenigen festen Strichen Charaktere, Verhältnisse und Situationen zu zeichnen. Alles in allem genommen bereitet der Roman einen ungewöhnlichen und herrlichen Genuß und ist er als Weihnachts. gech n! insbesondere auch für Frauin und Mädchen besonders zu empfehlen. Das goldene Tor. Roman von Diedrich Speckmann. Verlag von Martin Warnick, Berlin. Preis brosch. 3 Mk., geb. 4 Mk. Wenn ein Schriftsteller mit seinen ersten Werken einen so namhaften Erfolg erzielte wie Spi ckmann mit seinem„Heidehof Lohe" und„Heidjers Heim kehr", so fordert dieser Elfolg vom Rutor ernste Selbstprüfung und Arbeit, daß ein neues Buch seiner mit Spannung wartenden Gemeinde keine Enttäuschung bereite. Ist nun Speckmann jener Gefahr entgangen? Es freut uns, konstatieren zu köngen: ja. Mit tiesem Verständnis für die Stimmungen und Kämpfe, die einem in der Entwick=lung begriffenen tiefangelegten Menschen nicht erspart bleiden, schildert Spickmann den Lebensgang dieses Peter Eggers und viele, gerade auch Werdende und Suchende, werden in ihm einen Genossen und ein Vorbild erblicken. Lienhards Monatsblätter„Wege nach Weimar“, Stuttgart, Greiner u. Pfeiffer, vierteljährlich 1,50 Mk., beginnen soeben ihren dritten und nach dem Plan des Unternehmens letzten Jahrgang. Das Oktoberheft setzt mit einer Betrachtung über„Gobineaus Amadis und die Rassenfrage“ ein. Die historische Mittel=Linie ist Schiller gewidmet. Eine Prosadichtung„Prometheus" und Tagebuchblätter beschließen das Heft. Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 30. November 1907. Mitgeteilt von F. Böckelmann Ww., Bielefeld. Niedrigster Thermometerstand i. d. Nacht+ 2½. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 4 CC. Barometer 76,0 cm. Wind: Süd=West. Himmel: bedeckt. Neuste Nachrichten. Berlin, 30. Novbr. An maßgebender Stelle wird jetzt die Person des Präsidenten der Seehandlung, Havenstein, als Nachfolger des Reichsbankpräsidenten Koch genannt. Berlin, 30. Nov. Der Vorsteher der Berliner Stadtverordneten Versammlung, Dr. Langerhaus, hat erklärt, daß er wegen Gesundheitsrücksichten von seinem Amt zurücktreten müsse. Kiel, 30. Nov. Die russischen Segelschiffe„Milda“ und„Bangputis“ kollidierten im Kattegat während eines Schneesturmes. Die „Bangputis“ wurde als Wrack ohne Besatzung angetrieben, die „Milda“ ist anscheinend gesunken. Bisher ist nur der Steuermann gerettet. Rotterdam, 30. Nov. Kaiser Wilhelm beabsichtigt, England gegen abend des 12. Dezember zu verlassen und am Freitag den 13. in der Frühe in Ymuiden zu landen, um dem niederländischen Hof in Amsterdam einen Besuch abzustatten. Wien, 30. Nov. Freiherr von Aehrental hat gestern dem deutschen Botschafter Herrn von Tschirschky sein Bedauern über die Vorgänge im österreichischen Abgeordnetenhause Ausdruck gegeben. Der Präsident des Abgeordnetenhauses Weißkirchner hat den Führern der deutschen Parteien die Erklärung abgegeben, daß er mißverstanden worden sei. Es habe ihm ferngelegen, irgend etwas unpassendes gegen das deutsche Reich zu sagen oder gar das Bündnis mit Deutschland anzutasten. Er habe nur erklären wollen, daß nach der Geschäftsordnung im österreichischen Reichsrat der einzige Weg, über diese Angelegenheit zu sprechen, eine Anfrage an den Ministerpräsidenten sei. Pechnisches u. Istaltationsgeschaft iki Loien, Blelsreid Veisuchtangsnerper aller Are für Gas- und Elektrisch. — Badeeinrichtungen.= ** Hige Teichhelluig Elegante Formen. Neueste Muster. Cigaretten sind wie Edeisteine, je höher der wirkliche Wert ist, desto bescheidener muss die Aufmachung und Fassung sein. Beweis: Salem Aleikum-Cigaretten. 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Der Vorstand. e Shihch Falkstraße 2. Sonnabend, den 30. Nov. er. nachmittags 5 Uhr: Lichtbilder-Vortrag für Kinder. Sonntag, den 1. Dezember er. vorm. ½10 Uhr Gottesdienst.— Vorm. 11 Uhr Sonntagsschule.— Nachm. ½5 Uhr Jugendverein.— Abends 7½ Uhr Gottesdienst.— Dienstag, ab. 8¼ Uhr GesangUebungsstunde.— Mittwoch, abends 81/4 Gebetsversammlung Donnerstag, abends 8¼ Uhr Missionearbeitsverein.— Freitag, abends 8¼ Uhr Bibelstunde. Jedermann ist freundlich eingeladen. Prediger Schempp. Die gemäß der§§ 3—22 des Gesetzes über die Handelskammer vom 24. Februar 1870 porzunohmande Handelskammer vom 10 August 1805 vorzunehmende diesjährige 19. August 1897 Handelskammer-Ergänzungswahl findet für Stadt= und Landkreis Bielefeld Donnerstag, den 5. Dezember 1907, vormittags 11 Uhr, im Handelskammergebäude, Herforderstr 1 statt. Der festgesetzten Reihenfolge entsprechend scheiden von den Mitgliedern des Stadt= und Landkreises Bielefeld aus die Herren: Kommerzienrat Hugo Rempel, Julius Gunst und Direktor Gräbner. Außerdem wird zu dem gleichen Termine für din verstorbenen Herrn Moritz Katzenstein eine Ersatzwahl vorgenommen werden. Bielefeld, den 30. November 1907. Huge Rempel, Kommerzienrat. Veransporlich füre den rehakionlan Tei Hermann Lange, süte den Relluno und Juseraten Tel B. Tranimaun, Deusk und Vrlag von A.von der Mählen, Rmüch in Bielefeld. Die Konse un In der ersten kam es, wie schot zu einer bemerken zwischen der Rech die Frage, wer Interessen des über absprechender Abgeordneten G über die Handwer nahm der Herr den Standpunkts# werkerfrage äußer wahr. Er wies daß er bei der B Großindustrie un werks etwas We Bei den Kartellen Vereinbarung; be Wünsche der Han Zwangsorganisatio Die Gefahr, d Mindestpreisen, ur auf Grund freie findet, verknüft diesen Bestrebunge ganz geringem Un strebungen gewisser Regierung stehen greifen kann, wer hohe Forderunge Malkewitz hat alst aus dem Auge gel wir auch ausdrück vornherein gesagt, um Mindestpreise, unten, handeln sol Wenn Herr Go zu wünschen, daß die sich eben etablie arbeiten können Kundschaft hineinzu Malkewitz mit ReHandwerksmeisterd preis einhalten.# und mit Recht— würdigen Ergebnif halb liege die i Bestimmung hervos C. Karst Herford, Ecke Kreish empfiehlt sich zur und Hautkrank Sprechtage Freitags von 9 bis Sonnabends von 9 bi Sonntags von 9 bis Komme auf Bestellung ptr. Geld omne Geld discret gibt Kersten Borin 31. We A0 A " Lestsallsche Holas=Heilnug. 281 Bielefeld, Sonnabend, 30. November 1907 9r 28 Zweites Blatt. Die Konservativen und das Handwerk. In der ersten Sitzung des Reichstages kam es, wie schon kurz gemeldet worden ist, zu einer bemerkenswerten Auseinandersetzung zwischen der Rechten und dem Freisinn über die Frage, wer am nachdrücklichsten die Interessen des Handwerks vertritt. Gegenüber absprechenden Urteilen der freisinnigen Abgeordneten Gothein und Mugdan über die Handwerkerpolitik der Konservativen nahm der Herr Abgeordnete Malkewitz den Standpunkt seiner Partei zu der Handwerkerfrage äußerst glücklich und nachdrücklich wahr. Er wies zunächst energisch zurück, daß er bei der Beurteilung der Kartelle der Großindustrie und der Wünsche des Handwerks etwas Wesentliches vergessen habe. Bei den Kartellen handle es sich um freie Vereinbarung; bei der Geltendmachung der Wünsche der Handwerker aber um staatliche Zwangsorganisationen. Die Gefahr, die mit der Festsetzung von Mindestpreisen, wie sie seitens der Kartelle auf Grund freier Vereinbarungen stattfindet, verknüst ist, tritt in der Tat bei diesen Bestrebungen der Handwerksmeister in ganz geringem Umfange auf, weil diese Bestrebungen gewissermaßen unter Kontrolle der Regierung stehen und diese jederzeit eingreifen kann, wenn etwa das Handwerk zu hohe Forderungen stellen sollte. Herr Malkewitz hat also diese Frage keineswegs aus dem Auge gelassen, sondern er hat, wie wir auch ausdrücklich feststellen wollen, von vornherein gesagt, daß es sich natärlich nur um Mindestpreise, also um eine Grenze nach unten, handeln soll. Wenn Herr Gothein meint, es sei doch zu wünschen, daß junge Handwerksmeister, die sich eben etabliert haben, zunächst billiger arbeiten können als die alten, um in die Kundschaft hineinzukommen, so forderte Herr Malkewitz mit Recht, daß auch diese jungen Handwerksmeister doch einen gewissen Mindestpreis einhalten. Man klagt jetzt so viel— und mit Recht— über die oft sehr merkwürdigen Ergebnisse der Submissionen, deshalb liege die im Antrag Irl geforderte Bestimmung hervorragend im Interesse des jungen Handwerkers, der oft sehr leicht geneigt ist, aus Konkurrenzrücksichten unterzukalkulieren, und dem man so also gewissermaßen die Grundlage erhalten will, auf der er sein Geschäft reell betreiben kann. Ganz falsch ist, wie Herr Malkewitz ferner mit Recht erklärte, die Ansicht des Abgeordneten Gothein, daß, wenn die Bestimmung der Mindestpreise Gesetz geworden sei, nun auch alle Handwerkerinnungen von dieser Sache Gebrauch machen müßten. Davon ist natütlich gar keine Rede. Es soll nur eine Berechtigung und keine Verpflichtung für die Zwangsinnungen ausgesprochen und damit eine gewisse Oednung in das Hanwerkerleben hineingebracht werden. Unter lebhaftem Beifall der gesamten Rechten des Hauses betonte Herr Malkewitz ferner den Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Mittelstand. Die Handwerker in seiner Gegend— und das wird in anderen Gegenden sicherlich auch der Fall sein— seien fest davon überzeugt, daß die Landwirkschaft ihnen eine sehr gute Kundschaft ist und daß sie unbedingt aufrecht gehalten werden muß, damit sie stets in der Lage ist, dem Handwerk etwas zu verdienen zu geben. Durchaus zu billigen ist ferner auch der energische Ton, mit dem der Herr Abgeordnete Malkewitz die Bezeichnung der Rechten als „sogenannte“ Handwerkerfreunde zurück. wies. Jeder billig Denkende wird mit ihm darin übereinstimmen, daß man über Handwerkerfragen verschiedener Meinung sein und doch immer das Beste des Handwerks wollen kann. Wenn Herr Mugdau behauptet, die konservative Politik sei kein Allheilmittel für das Handwerk, so kann ihm entgegengehalten werden, daß noch kein konservativer Mann das jemals behauptet hat. Die Konservativen haben zum Beispiel die Fragen des Genossenschaftswesens immer neben der Frage der Staatshilfe für das Handwerk gestellt, und trotzdem haben sie niemals auf dem Standpunkt gestanden, daß diese Staatshilfe das Allheilmittel sein kann. Die Konservativen waren nur immer bestrebt, dem Handwerk klar zu machen, daß die tech nische Förderung des Handwerks und der wirtschaftliche Zusammenschluß desselben unbedingt nötig ist. Mit vollem Rechte stellte Herr Malkewitz an die Zweifler im freifinnigen Lager die Frage, wer beispielsweise den Gesetzentwurf für Schaffung der Ordnung im Baugewerke vertreten hat? Das seien das Handwerk und die Rechte gewesen. Die Linke war dagegen. Genau so ging die Rechte mit dem Handwerk bei der Forderung des kleinen Befähigungsnachweises, auch hier wieder gegen die Stimmen der Linken, mit alleiniger Aufnahme der des Herrn Muzdan, der also nicht der Meinung sein kann, daß die Selbsthilfe allein genügt. Und so ist es in sehr vielen anderen Punkten auch gewesen. Wer verlangte die Sicherung der Forderung der Bauhandwerker? Das Handwerk. Wer machte diese Gesetzgebung mit? Die Rechte. Wer ist auch gegen diese Forderung? Die Linke. So gibt es also eine Reihe von Fragen, an denen man sehr deutlich erkennen kann: Die Konservativen sind nicht bloß „sogenannte“, sondern die ehrlichsten Handwerkerfreunde. Sie suchen offen und ehrlich dem Handwerk zu helfen, nicht, weil sie dessen Forderungen für Phantasiegebilde halten, sondern weil sie aus gewissenhaften Erwägungen und aus genauer Kenntnis der Dinge zu der festen Ueberzeugung gelangt sind, daß derartige Fragen geregelt werden müssen, wenn das deutsche Handwerk die Konkurrenz der Großindustrie aushalten und mit den weniger guten Elementen im eigenen Lager fertig werden soll! Aus den Rez.=Vez. Münter und Arusterg. Münster, 28. Novbr.(Zu dem angeblichen Ueberfall im Eilzuge 61) zwischen Hamm und Münster veröffentlicht die Eisenbahndirektion eine weitere Mitteilung, in der es heißt: Bis jetzt brachte die aufs eingehendste nach allen Richtungen hin angestellte und noch nicht abgeschlossene Untersuchung eine völlige Klarstellung der Angelegenheit nicht. Es ist als zweifelsfrei festgestellt zu erachten, daß Cohn, der beim Halten des Zuges auf dem Boden des Abteils liegend aufgesunden wurde, die Notdremse selbst gezogen habe. Das Zugund das Bahnhofspersonal glaubt an den Ueberfall nicht. Erklärlich wird dies bei Berücksichtigung insbesonters folgender Umstände: An Cohn war keine Spur von Verletzungen zu entdecken. Der Herr des Nebenabteils äußerte sozleich seine Zweifel, da die Verbindungstür fast immer effen gewesen war. Cohn vermochte eine SchildeNr. 281 rung des Vorfalls, oder eine Beschreibung des Täters nicht zu geben, sondern erklärte nur, er sei überfallen worden. Auch die beiden Zugbeamten, die auf der weiteren Fahrt bis Münster bei ihm im Abteil blieben, sowie der Stationsbeamte auf dem Bahnhof Münster, der ihn zur Vernehmung mit auf das Dienstzimmer nahm, konnte. nichts weiter aus ihm herausbringen. Sein Gang war schwankend, so daß er allgemein den Eindruck eines Angetrunkenen erwecken mußte. Altena, 28. Novhr.(Scheußlicher Mord.) Heute nachmittag wurde in dem Hegenscheider Siepen, 30 Minuten von hier, ein Mädchen von etwa 16 Jahren mit durchschnittenem Halse aufgesunden. Es soll Lustmord vorliegen. Man vermutet in der Ermordeten ein Mädchen aus Hagen. Merzig, 28. Nov.(Tunnel eingestürzt.) Am 27. d. M., abends 11 Uhr, erfolgte im Mettlacher Tunnel infolge eines kürzlich eingetretenen Gebirgssturzes ein Einsturz auf 15 Meter Länge. Die nachstürzenden Gebirgsmassen versperrten den Tunnel auf 28 Meter Länge. Personen sind nicht verletzt worden. Die Dauer der Betriebsstörung läßt sich noch nicht bestimmen. Sohnrey: Robinson in der Lindenhütte. Geschichten aus der Jugendzeit. Mit Zeichnungen von F. Müller=Münster. Verlag von Martin Warneck, Berlin. Preis 8 M.; geb. 4 Ml. Diese neueste Veröffentlichung des weitbekannten Dichters und Volksschriftstellers reiht sich seinen Vorgängern würdig an die Seite. Auch hier sind es wieder die Punkte, die uns die Lektüre der Sohnreyschen Bücher so lieb machen. Vornehmlich der frische, gesunde Zug, der durch das ganze weht, läßt uns erkennen, daß die geschilderten Episoden wirkliches Leben darstellen und die Charaktere demselben entnommen sind. — töoigl. Prause Stastomegalle Seidenhaus Michels& Cie. BERLIN SW. 19, Leipziger Strasse 43-44 Deutschlands grösstes Seidengeschäft eidenskaffe in seiner Kreielder Fabrik und ver# sendet Proben von diesen und abderen erstklassigen Fabrikaten: Glatte. Meter 1.—bis 8.50M. Gemusterte Meter 1.50bis 15.-— M. sowie Katalog von Seidenen Blusen, Jupons, Morgenröcken umgehend und franko. C. 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Nachm. 3½ Uhr Jahresfest der Bielefelder Jungfrauenvereine im neuen Evangelischen Bereinshause (Bahnhofstraße.)— Abends 6 Uhr P. Kuhlo.— Kollekte für die Mission.— Mortag, ab. 8½ Uhr Bib.lstunde in der Volkshalle P. Kuhlo.— Dienstag, abenks 8½ Uhr Bibelstunde in der Kleinkin derschule an der Göber str. P. Jordan Mittwoch, nachmittags 3 Uhr Neu städter Frauenverein i. Lutherstift Abends 9 Uhr Bibelbesprechstunde im christlichen Verein jung. Märner. Freitag 8½ Uhr Bib lstunde im Blauktenz=Verein. Pauluskirche Kollekte zum Besten des Vereins für Innere Mission in Minde. Ravensberg.— Vorm. 10 Uhr Syz. Vik. P. Wessel.— Beichte und Ab ndmahlsseier.— ½12 Uhr Kie dergoltesdierst— Nachm. 3 Uhr Jugeadabteilung des Jüngl. Beeins— 3 Uhr Jahrerfest der Jungfrauenvereine im neuen Vereinth use.— Abends 6 Uhr P. Hackländer.— 8½ Uhr Jürglings= und Mänuerverein(Aufnahme neuer Mtglieder.)— Die. s tag, ab.nds ½9 Uhr BlaukreuzBeis. mmlung.— Mittwoch nach m. 4 Uhr Konfirmanden=Abteilung.— Aberks 9 Uhr Eibelstunde im Jüngl= und Männerverein. Donners ag, nachm. 3 Uhr Paul s Frauenvernn.— ½9 Uhr Bibel stunde in der 4. Bürgerschul an der H epe straße P. Hackländer.— Petri=Gemeinde. Vo. mittags 10 Uhr Gottesdienst P. kortmann. Nachmittags 1¾ Uhr Kindergottesdienst.— Nachm. 2¾ Uhr Taufen. Nachm. 4 Uhr Jugend=Abtellung. Abends 8 Uer Männer= u. Jüngl Verein.— Montag, abends 8½ Uhr Kichenckor.— Dienstag, abends 8½ Uhr Missionsvereia u. Busammlung des blauen Kreuzes. Mittwoch, abends 8½ Uhr Bitelstunde im Jüngl=Verein. Donnersta; rachm. 2 Uhr Frauenverein #berds 8 Uhr Vibelstunde P. Kortmenn.— Freitag, abends 5½ Uhr Nahverein. JohannesKirche. Kollekte für de innere General S. 4n-2 am Sonntag, 1. Dezember, 8½ Uhr abends. Tages=Ordnung: Arbeitsplan für den Winter. Bericht über den Delegiertentag in Dortmund. Vereinslokal. Verschiedenes. Unsere Mitglieder werden zu zahlreicher Beteiligung freundlichst und dringend eingeladen. Der Vorktand. F Kneisch.. einu girem. e. 4.(e Obernstrasse 4 Altkatholische Gemeinde. Bielefeld. Sonntag, den 1. Dezember. Gottesdienst fällt aus, dafür in Lippstadt Gottestienst(10 Uhr ig der nform. Kirche) R. Kundt Pfarrer. Taschentücher in Leinen u. Batist mit Hohlsaum Evang.-Intherische(altluth). Gemeinde Bielefeld. Alte) Bereinshaus neben der Altstätter Kiiche) Sonntac, den 1. Vorm. 10 Uhr Lisegotetdinst. Kinder-Taschentücher zu besonders billigen Preisen Wohltätigkeitsbazar verbunden mit„Aufführungen im großen Saale der Eintracht. Freitag, Sonnabend und Sonntag, 6., 7., 8. Dezember täglich von nachmittags 4 Uhr bis abends 10 Uhr. Außerdem Sonntag, 8. Dezember, vorm. 11½ bis 1½ Uhr Matinée. Eintritt, am Freitag Mk. 1.—, an den anderen Tagen Mk. 0,50, Verstand. Marie Huber. Reste-Taschentücher Oberveterinar **47 711 prakt. Tierarzt Telephon 248. ienwall 4. 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Nr. 28 Drit K (Zum Schi afrika.) Das eine kräftige Föl Südwestafrika. jenigen Kaufleu ihren K bildung geben wo nach Deutschlard Volksschulen sind. Um dies soll wenigstens einer Reatschn gymnasium erhol soll gleichzeitig bi Gouvernement b pläne und in di ganze Schutzzebiheitlichkeit gebrat schule in Wind Besucher auf. mindestens ein 2 der höheren Schi Vermehrung un namentlich für 6 reiche Buren ni Jateresse geboten gebiete 10 Leh Windhuk, je eine sontein, Gibeon, Lüderitzbucht und in Windhuk eine gärtnerin. Es hinaus gesandt we Lehrer nach Swa für die Schule neu zu errichten! handja und Hohe Aus den (Franz Me die„Breslauer B bisherige Chefred aus der Redakt zeitung“ aus geschi plötzlichen Wegea mit seinem Kolleg bis zum Essiner sich neuerdin s vti 148 S1 ? Gemeinsame den Stadtk. Einigge Auslei von 9 bi 8 6 Uhr, Sonntag ### bis 12 1 Ur in Bielefeld sraße 130 baum,## Jöllenbeck, stra e Ogeratte Lange, für den Reklame, und Inseraten=Teil R. 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Deren Rektor soll gleichzeitig die Schulangelegenheiten beim Gouvernement bearbeiten, damit in die Lihr pläne und in die Verwaltung der über das ganze Schutzzebiet zerstreuten Schulen Ein heitlichkeit gebracht wird Die Regierungsschule in Windhuk weist allein schon 72 Besucher auf. Es ist anzunehmen, daß mindestens ein Drittel davon für den Besrch der höheren Schule in Betracht kowmt. Die Vermehrung und Hebung der Schulen ist namentlich für Gegenden, in denen sich zahlreiche Buren niederlessen, aus nationalim Jateresse geboten. Zurzeit sind im Schutz gebiete 10 Lehrer vorhanden: drei in Windhuk, je einer in Swakopmund, Grootsontein, Gibeon, Keetwonshoop, Karibib, Lüderitzbucht und Maltatöhe. Außerdem ist in Windhuk eine Lehrerin und eine Kinder. gärtnerin. Es sollen nun fünf neue Lihrer hinaus gesandt werden, und zwar ein zweiter Lehrer nach Swaktpmund und je ein Lehrer für die Schule in Warmbad und die neu zu errichtenden Schulen in Kub, Okahandja und Hohewarte. (Dem„Vorwärts“) ist nach wie vor die Entdeckung des Waffenlagers äußerst peinlich. Er weist neben allerlei Späßen doch sehr ernsthaft darauf hin, daß die deutsche Sozialdemokratie nicht nur ihrem Peogramm nach, sondern ihrem ganzen Wesen nach eine Geznerin des Terrorismus sei, daß auch die russische Sozialdemokratie sich gegen den Terror erklärt hat, und meint im Hinblck darauf:„Deshalb, weil die deutsche sozialdemokratische Presse terroristische Taten aus den trostlosen russischen Berhältn ssen erklärt hat, kann man sie etwa mit demselben Recht für diese Taten per antwortlich machen, wie man für einen Kraterausbruch die Geslogen verantwortlich macht.“ Ein etwas kühner Vergleich. Die Krater sind für das Joteresse der Geologen jeden falls weniger empfänglich, als die russischen Terroristen für die sympathischen Erläuterungen der deutschen Sozialdemokratie. Gericht und Rechtsprechung. Bielefeld, 27. November.(Strafkammer.) Der Maurer R. H. und der Arbeiter W. H. von Gütersloh waren angeklagt, am 10. September d. Is. sich aus der Wohnung des Maurermeisters Auermann zu Gütersloh trotz wiederholter Aufforderung nicht entfernt zu haben. Sie waren aber vom Schöffengericht zu Gütersloh freige sprochen und hatte die Staatsanwaltschaft Be rufung eingelegt. Da heute festgestellt wurde, daß eine ernstliche Aufforderung nicht vorgelegen hat, wurde die Berufung verworfen.— Der Bahnsteigschaffner H von Nordheim wurde wegen schwerer Urkundenfälschung zu 1 Jahr und 3 Monaten Gefängnis verurteilt, worauf ihm 1 Morat von der erlittenen Uutersuchungshaft angerechnet wurde. vereinigungen.) In einer hiesigen Versammlung von Vertretern verschiedener Mittelstands vereinigungen rheinischer Stätte wurde prinzipiell die Gründung eines Gau verbandet beschossen, der die Provrzen Rbeinland und Westfalen umfessen soll Zum Vorort des Verbandes wurde Düsseldors destimmt. Gautage sollen zur Belebung des Mittelstandsgedarkens recht häusig, zum mindesten vierteljährlich stattfinden. Aus dem Umsturzlager. (Franz Mehring scheidet) Wie die„Breslauer Volkswacht“ meldet, ist der bisherige Chefredakteur Franz Mehring aus der Redaktion der„Lipziger Volks zeitung“ ausgeschieden. Die Ursache seines plötzlichen Wegganges soll in Differenzen mit seinem Kollegen Dr. Lensch liegen, die bis zum Essiner Parteitag zurückeeichen und sich neuerdin s verschärft haben sollen. Aus den Nachharproninzen und Staaten. Mülheim o. d Ruhr, 28. Nov.(Die Stadtverordneten wahlen) der dritten Abteilung in der Altstast Mülheim, die heute abend zu Eade gingen, ergoben eine große Niederlage der Sozialdemokraten. Diese brachten es kaum auf die Hälfte der von den bürgerlichen Parteien abgegebenen Stimmen. Im Stadt verordnetenkollegium hat mithin auch jetzt kein Sozialdemokrat Sitz und Stimme. Gewählt wurden die ausscheidenden Stadtverordneten Hermann Barte, Josef Berohard und Hermann von der Dank. Die Wihlbeteiligung war sehr rege. Düsseldorf, 28. Nov.(Mittelstands Frankfurt a. M., 27. Nov. Vor einiger Zeit erregte die Verheiratung des jungen Erbgrafen Erasmus von Erbach=Erbach mit der Tochter einer Wäscherin Aufsehen. Inzwischen ist die Ehe für nichtig erklärt worden. Gref Erasmus wurde entmündigt und in einer Neiven heilanstalt untergebracht Von da entwich er nach der Schweiz und ging dann nach Würzburg, wo durch ärztliche Sachverständige festgestellt wurde, daß er richt gemeingefährlich sei. I folge dieses Gutachtens erging eine Verfügung für Bayern, deß Graf Erasmus zwecks Verbringung in eine Irrenanstalt nicht festgenommen wirden dürfe. Der Graf kam nun nach Frankfurt, um Schritte zur Aufhebung der Entmündung einzuleiten. Die Polizei erfuhr von seiner Ankunft und verhaftete ihn. (Wahre Geschichten.) Se. Exzellenz der kommandierende Herr General reitet an einem Manövertage die Infanterie Marsch= kolonne entlang und rust dem Hauptmann X. ein joviales„Guten Morgen!" zu. Fufilier Kovalski, in der Meinung, dieser Geaß gelte der Truppe, antwortete mit lauter Stimme:„Guten Morgen. Euer Exzillenz." Lächelnd reitet der hohe Herr weiter und erbost herrscht der Hauptmann seine Kompagnie an:„Wer war dieser Ochse?"„Seine Exzellenz der kommardierende Herr General!“ schellt es promp zurück Literarisches. H. Allihn, Die Anfangsgründe der häus. lichen Kraukenpflege. Eine Anleitung für hilftbereite Frauen und Jungfrauen. (Verlag von Martin Worneck, Berlin) Preis nur Mk. 1.—. Das proktische Buch enthält außer einer Einleiturg folgende 12 Kapitel: 1. Kranke. 2. Krankenzimmer, 8. Krankenbett. 4. Tägliche Hilfeleistungen am Krankenlager. 5. Krankenkoft. 6. Arzuei. 7. Bäder und Umschläge. 8. Wundenbehandlung und Verbände. 9. Hilfeleißtungen bei ansteckenden Krankheiten. 10. Hilfeleistungen in besonderen Fällen. 11. Pflege Nervenleidender. 12. Hifeleistungen an Sterbenden. Pater Renaldo oder die Macht des Evangeliums. Eine Erzählung aus der Glauber sverfolgung in Sponien unter Könlgin Isabella. Der reiseren Jugerd und ihren Freunden dargeboten von S Holtey Weber. Leinwandbard. 220 Seiten. 8°. 1 25 Mk. Es ist eigentümlich daß kaum etwas auf Freunde gediegener Lektüre so spanrend wirkt wie die Schilderung der Kämpfe, die in Mensch um seines Glaubens willen durchzumachen hat. Die Seele des Menschen ist eben zum Glauben geschaffeg, und nicht zum Unglauben. D R. Seeberg, Prof. in Berlin, Lehrbuch der Dogmengeschichte. 1 Band: Die Anfänge des Dogmas im nachapostolischen und allkatholischen Zeitalter. 2. durchweg neu ausgeorbeitete Auflage. Leipzig Deichert 1908. 12,40 Mk., geb. 13•0 Mk. Nachdem der erste Band von Seebergs Dogmengeschickte bereits im Jahre 1895 erschienen war, haben viele schon fängst nach einer 2. Auflage dieses gediegenen Werkes ausgeschaut. Nun ist der erste Band in der 2 Auflage erschienen und zwar in einem weit größeren Umfange als damals. Umfaßte der 1. Band der die Dogmengeschichte der ganzen alten Kirche behandelte nur 530 S., so zädlt der eiste Band dieser 2. Auflage, trotzdem er nur das nochapostolische und altkatholische Zeitalter umsparni, 670 S. Ein zweiter, bald erscheinender Band soll die Dogmergeschichte der elten Kirche zum Atschluß bringen, dim dann noch ein dritter von äb lichem Umfang wie der vorliegende folgen wied. Es hondelt sich also hier um ein völlig neues goß angelegtes Werk, das viell icht noch eir mal den Beruf hat, Harnacks greße Dogmingeschichte aus dem Felde zu schlagen. Auf Einzelheiten röher eir zugehen, gestattet der Raum hier nicht. Nur sei im Allgemeinen auf die großartig klare Diktion und auf die fesselnde Darstellung dieses mer chmal etwas spröden Stoffes besonders bingewiesen. Seebergs Buch wäre etwas für den Weihnachtstisch marches theologisch interessierten Hauses. 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