Nr. 280. Bierteljährlich in der Geschäftsstelle u. an allen Postanstalten 1,20 M., bei täglicher Zustellung in Bielefeld 1,40 M., durch Briefträger 1,62 M. R der„ 31. Anzeigengebühr fürdie einspaltige Petitösgeder deren Raum „Reklamen 40 Pf. Erscheint sechsmal wöchentlich. Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. Birteletn Freitag, 29. November 1907. Historischer Kalender. 29. November: Kaiser Karl IV., gest. 1378— Maria Theresia, Kaiserin von Oesterreich, gest. 1780.— Wilhelm Hauff, Dichter, geb. 1802.— Die französische Armee beendet ihren Uebergang über die Beresina, 1812.— Revolution in Warschau, 1830. — Ludwig Anzengruber, Dichter, geb. 1889.— Fürst Radolin zum Botschafter in Paris ernannt, 1900. Der wichtigste Punkt der Polenvorlage betrifft die Forderung der Verleihung des Enteignungsrechtes an die Anfiedelungskommission. Das Recht der Enteignung soll für bestimmte örtlich begrenzte Gebiete verliehen werden, über die Begrenzung des Gebiets beschließt die Anfiedelungskemmission. Gegen den Beschluß kann der Eigentümer und jeder, dem in Ansehung des Grundstückes ein Recht zusteht, Einspruch erheben. Der Einspruch muß innerhalb zwei Wochen nach erfolgter Bekanntmachung bei dem Vorsitzenden der Ansiedelungskommission eingelegt werden. Ueber den Einspruch entscheiden der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, der Minister des Innern und der Finanzminister. Die Enteignung geschieht gegen vollständige Eatschädigung in Geld. Für die Entschädigung gelten die Vorschriften der Paragraphen 8 bis 11, 13 des Gesetzes über die Enteignung von Grundeigentum vom 11. Juni 1874. Bemerkenswert ist, daß der Entwurf und die Begründung inbezug auf die Enteignung keinen formellen Unterseuche, Pockenseuche der Schafe, Räude, Schweinepest, Rotlauf, Hühnerpest, Tuberkulose des Rindviehs. Die erkrankten Tiere sind abzusondern. Alle Viehmärkte, sowie die Viehhöfe und Schlachthöfe einschließlich der öffentlichen Schlachthäuser sind durch beamtete Tierärzte zu beaussichtigen. Zum Schutze gegen die ständige Gefährdung der Viehbestände durch Viehseuchen sind besondere Maßnahmen getroffen worden in bezug auf Verladen auf der Bahn, durch Führen von Kontrollbüchern durch die Viehhändler, Verbot des Umherziehens mit Zuchthengsten noch nicht ermittelt. auwaltschaft hat diesem Antrage Folge gegeben. Zu dem Waffenlager russischer Terorristen wird noch berichtet, daß nach amtlicher Feststellung die in der Pankstraße gesundenen 19000 mit Wasserzeichen versehenen und zur Herstellung russischer Schuldverschreibungen bestimmten Bogen in einer der rerommiertesten Papierfabriken Deutsch= lands in der Nähe Hannovers auf eine aus Berlin erfolgte Bestellung angefertigt worden sind. Der Besteller ist bisher zu Deckzwecken, Bezeichnung der Hunde durch Halsbänder mit Namen und Wohnort des Besitzers. Einführung von Deckregistern für Pferde und Rindvieh, Regelung der Einrichtung von Viehausstellungen, von Pestställen, Regelung des Verkehrs mit Vieh seuchenerregern usw. Für die einzelnen Seuchen sind Einzelbestimmungen getroffen, desgleichen Bestimmungen über die zu fordernden Entschädigungen für polizeilich getötetes Vieh usw. Zum Schluß werden die Strafbestimmungen fixiert, die auf Gefängnis bis zu zwei Jahen lauten, daneben kann noch auf 1500 Mark Geldstrafe erkannt werden. Dem Entwurf ist eine eingehende Begründung und eine im Kaiserlichen Gesundheitsamte bearbeitete Denkschrift beigegeben. dem deutschen Reiche. Berlin, 28. November. die aus Higheliffe gemeldet wird, hat schied zwischen Deutschen und Polen machen, der Kaiser für Sonnabend bei günstigem sodaß in den bevorstehenden Kommissionz= Wetter sämtliche 170 Schulkinder aus Highberatungen im Hinblick auf die schwer= eliff: zu einem Waldfest eingeladen. Die wiegende Bedeutung der Enteignung für den einzigen erwachsenen Personen bei alten deutschen Besitz und den angestammten Fst werden der Kaiser sowie drei Lcherdeutschen Bauernstand die Wahrung des und drei Lehrerinnen sein. Der Der Kaiser hat dem Hauptmann v. d. Hagen vom Generalstabe der Schutztruppe für Südwestafrika in Auerkennung seines umsichtigen und energischen Verhaltens gelegentlich der Vernichtung der Bande Morengas durch die Kappolizei einen Ehrensäbel mit entsprechender Widmung verliehenWie verlautet, hat Ergland an die Unterzeichner der Brüsseler Akte eine Einladung gesandt zu einer neuen Konferenz, um die Zufuhr von Waffen an Eingeborene wirksamer zu unterbinden. Die Konserenz soll schon anfangs 1908 stattfinden. Posen, 27. Nov. Oberlehrer Zedlitz in Krotoschin hat, dem„Pos. T.“ zufolge, von der Staatsregierung einen Ruf nach Windhuk erhalten, um dort das Dezernat des höheren Schulwesens und die Leitung der im Entstehen begriffenen höheren Schule zu übernehmen; er wird bereits Mitte Januar abreisen. dem Aublaute. Wien, 28. Nov. Die heutige Sitzung dem des Abgeordnetenhausesschloß mit einer Lehrer geweinsamen Demonstration sämtKaiser hat licher slawischen Parteien mit AusGüterpreise, die zu den früher gezahlten und zu dem Ertragswert in völligem Mißverhältnisse stehen, eine Lockerung fast des gesamten Großgrundbesitzes zur Folge gehabt. Der Zuzug von deutschen Besitzern aus westlicher gelegenen Provinzen hat aufgehört, da der Agreiz der billigen Kaufgelegenheit weggefallen ist. An seine Stelle ist ein Abströmen deutscher Großwirte in andere Provinzen getreten. Diese Bewegung greist schon auf den Bauernstand über. Preußen, der seit eigiger Zeit mit seinem schluß gab der Obmann des Polenklubs Bruder Joachim Albrecht auf Schloß Glombinski einen Protest gegen die preuß. Reinhardshausen bei Erbach im Rheingau Polenvorlage ab. Präsident Weisweilte, hat sich von dort über Berlin nach#kirchner erklärte, er müsse an dieser Stelle alte Legende, wo er nach mehrtäzigem; mit seinem Urteil über das Vorgehen der von der EaWien begeben, von wo er nach mehrtäzigem Aufenthalt nach Italien weiter zureisen beabsichtigt. Prinz Joachim Albrecht wird voraussichtlich am 30. d. M. Schloß Reinharbshausen verlassen. Für die beabsichtigte neue spezielle Vorbildung zum Kolonialdienst im Wird aber das überlegte Streben der Polen, Kolenialamt, am Orientalischen Seminar ihre landhußerige Bevölkerung in die alten und in Hamburg rechnet man im Kolonialdeutschen Bouerndörfer einzuschieben, das amt für das Rechnungsjahr 1908 mit etwa neuerdings zutage tritt, durch eine Lockerung vierzig auszubildenden Beamten, Offizieren des deutschen Bauernbesitzes unterstützt, so und sonstigen Personen. . 5### Provinzen]. Zu den umlaufenden Gerüchten von einem Westpreußen und Posen in der Tat vor ver bevorstehenden Wechsel im Präsidium der ernstesten Gesahr, die es bisher bedroßt hat.“ Reichsbank ersäht der„L.=A.. Als heftigste Gegne: der iden sich preußischen Rezierung zurückhalten; seiner Ansicht nach hälte aber der österreichische Ministerpräsident Verpflichtung, sich mit der Angelegenheit zu beschäftigen. Die Polen möchten daher eine Interpellation einbringen. Die Erklärung des Präsidenten tief im ganzen Hause die größte Sensation hervor. Während die slawischen Parteien die Proteste ihrer Wortführer mit stürmischem Beifall aufnahmen, erhoben die Deutschnationalen großen Lärm. Unter großen Lärmszenen schließt die Sitzung.— Die Haltung des Präsidenten Weiskirchner, der zur Einbringung einer Interpellation Flügeladjutant Kapitän Tschagin und Oberstleutnant Konuschkow wurden zur Amtsenthebung im Disziplinarwege verurteilt, jedoch in bezug auf Tschagin diese Strafe im Hinblick auf seine Verdienste durch einen Verweis ersetzt. Leutnannt Sultanow erhielt eine fiebentägige Arreststrafe. Lalla Marnia(Algerien), 27. Nov. Bei der Ankunft der dem Leutnannt Mairesebille gesandten Verstäckungen machten die selben Marokkaner, die gestern angegriffen hatten, heute früh einen neuen Einfall, sie überschritten den Kiß Fluß und griffen den Posten Babelossah an. Leutnannt Mairesebille leistete ihnen mit 40 Goumiers und 60 Schützen Widerstand. Der Kampf dauerte 6 Stunder, 10 Mann wurden getötet, 6 verwundet. Zwei Kompagaien Turkos wurden aus Oran zur Hilfe entsendet. Parteibewegung. (Nur keine Legendenbildung!) Das führende Preßorgan der schwäbischen Demokratie, der„Stuttgarter Beobachter“, verlangt, daß die freisiunige Fraktions gemeinschaft ihre Mitwirkung im„Block“ teuer verkaufen solle.„Sie müssen in dieser Beziehung — so schreibt das Blatt— ihre Hilfe viel teurer verkaufen lassen, als die Konservativen. Diese sitzen im Klee und sind gesättigt.“ Daß die Konservativen ihre Hilfe jemals verkauft hätten oder verkaufen wollten, ist nichts als eine demokratische Legende. Das Blatt meint sodann, die Freisinnigen müßten für das Odium, eine konservative Regierung zu unterstützen, wenigstens etliche Jagdtrophäen erbeuten, sonst würden sie sich im Lande bei ihren Wählern einfach um ihren Kredit bringen. Besser gesagt, der Freisinwill durch Vorweisung von mit konservativer Hilfe errungenen Jagdtrophäen seinen im Lande gesunkenen Kredit wieder heben. Weiter bemerkt der„Beobachter“:„Es müssen endlich einmal die demokratischen Forderungen zum Darchbruch kommen. Deutschland kann nicht allein in Europa undemokratisch regiert werden.“ Daß die übrigen Länber Europas demokratisch regiert seien, ist eine die eigentlich jetzt nur noch Sozialdemokratie aufrecht erhalten Begner der Vorlage zeigen sich selbstverständlich die Polen und nächst diesen wieder das Zentrum. Die Abänderung des Viehseuchengesetzes bezieht sich auf das Verfahren zur Bekämpfung übertragbarer Viehseuchen, mit Ausnahme der Rinderpest. Die wesentlichsten Bestimmungen der Novelle sind folgende: Die Einsuhr von Tieren, die an einer übertragbaren Seuche leiden, und von verdächtigen Tieren ist verboten. Zum gegen die Gefahr der Einschleppung von übertragbaren Seuchen der Haustiere aus dem Auslande sind für die Grenzbezirke Ausnahmebe stimmungen zulässig. Bei Ausbiuch der Seuche ist unverzüglich den Polizeibehörden Meldung zu erstatten, solche Seuchen sind: Milzbrand, Wild= und Rinderseuche, Tollwut, Rotz, Maul= und Klauenträgt sich berets seit läng Zeit mit dem Gedanken, von seinem verantwortungs vollen Posten zurückzutreten. Er fühlt sich nicht mehr körperlich kräftig genug, um die List seines Amtes wie bisher tragen zu können. Dazu kam der vor einiger Zeit erfolgte plötzliche Tod seiner Tochter, der seinen Gemütszustand tief erschütterte. Es ist deshalb vorauszusehen, daß Dr. Koch sich — villeicht schon sehr bald— ins Prioatleben zurückziehen wird. Einen bestimmten Termin für seinen Rücktritt hat er bis jetzt noch nicht in Aussicht genommen. Wie dem„L.=A.“ zufolge verlautet, hat Fürst Eulenburg bei der Staatsaswaltschaft den Antrag gestellt, gegen Justizeak Bernstein und Maximilian Harden die öffentliche Anklage wegen Beleidigung zu erheben. Die Staatspolitischen Kreisen allgemein als ein grober Fehler angesehen, geeignet, Komplikationen herorzurufen. Paris, 27. Nov. In der Kammer protestierte im Verlaufe der Debatte über den Heimfall der Kirchengüter Hriand, gegen den verläumderischen Charakter der Ausführungen seines Vorredners Delaunay. In seiner Erwiderung erklärte Delaunay, dem Minister die Ohrfeigen versetzen zu wollen, die er verdiene. Er wird zur Ordnung gerufen. Petersburg, 28. Nov. Heute erfolgte im Prozeß wegen der Havarie der Kaiserjacht„Standart“ die Urteilsverkündigung. Der Direktor des Looisenwesens an der finnländischen Küste, Admiral Schemann, wurde freigesprochen, Konteradmiral Nilow erhielt einen Verweis, wird. Kein Land unseres Erdteils hat beispielsweise ein so demokeatisches Wahlrecht wie das Deutsche Reich. Ebenso ist die dertsche Gesetzgebung in recht vielen Fällen „freier“ gestaltet, als sie es in den meisten andern europäischen Staaten ist. Der Beobachter würde gut tun, an derartigen Legendenbildungen sich richt zu beteiligen; denn daduich legt er es selbst darauf an, die Freisiannigen um ihren Kredit zu bringen. (Der Polenboykott über die Berliner Liebfrauenkirche,) der erst vor einem halben Jahre aufgehoben wurde, soll von neuem verhängt werden. In einer Versammlung polnischer Gemeindeagehöriger der Liebfrauengemeinde wurde darüber geklagt, daß die versprochene Einführung polnischen Gottesdienstes in der Liebfrauenkirche, die Voraussitzung für die Aufhebung des Kirchenboykotts gewesen, nicht erfolgt sei. AllBeschwerden hierüber bei Pfarrer Jeder sowie bei dem fürstbischöflichen Delegaten Kleineidam seien vergebens gewesen. Pfarrer Jeder soll zur Sache erklärt haben, so lange die Liebfreuenkirche bestehen werde, solle kein polnisches Wort in ihr gehört werden. Falls die Kirchenbehörde auf ihrer Ablehnung beharrte, soll in der nächsten Versammlung der Boykot: über die Liebfrauenkirche von neuem verhängt und streng durchgeführt werden. (Polnische Drohung) Als Antwort und Gegenmaßregel gegen die Enteignungs vorlage und gegen die Zustimmung der konservativen Partei, die sie für diese Vorlage voraussehen, planen die Polen, wie aus Posen gemeldet wird, einen Massenboykott aller deutschen ostelbischen Gutsbesitzer seitens russischer und galizischer Saisonarbeiter in die Wege zu leiten. Auswanderer sollen möglichst zu Hause festgehalten oder nach Meck. senburg, Thüringen, Hannover, Beyern und Däncmark hingelenkt werden. den Parlawest## Deutscher Reichstag. 60. Sitzung vom 28 November 1907, 1 Uhr. Im Reichktoge begann am Donnerstag bei starkem Besuche die erste Lesung des Etats in Verbindung mit der ersten Lesung der Novelle zum Flottengesetz. Die Beratung eröffnete Reichsschatzsekretär Frhr. v. Stengel, der ein trübes Bild der gegenwärtigen Finanzlage zeichnete und es für den neuen Etat als notwendig hinstellte, jede Ausgabe auf ihre Notwendigkeit streng zu prüfen. Freilich habe die Sparsamkeit ihre Grenzen, sobald die Schlagfertigkeit von Heer und Marine in Frage komme. Die letzte Reichsfinanzreform habe sich nicht als ausreichend gezeigt. Deutschland sei in einem sast vierzigjährigen Frieden zu hohem Wohlstande gelangt. Trotzdem sei es bisher nicht möglich gewesen, den Finanz= nöten des Reiches ein Ende zu machen. Der Schatzsekretär bot darauf eine kritische Beleuchtung des neuen Etats und teilte mit, daß eine neue Steuervorlage demnächst beim Bundesrate eingehen werde, jedoch müssen die direkten Steuern den Einzelstaaten vorbehalten bleiben. Darauf bot Staatssekretär des Reichsmarineamts von Tirpitz eine kurze Begründung der neuen Flottenvorlage, den er einen mehr technischen als politischen Charakter zusprach. Abg. Dr. Spahn(Zir.) teilte mit, seine Partei werde auch weiterhin Ausgaben nur bewilligen, wenn für die Deckung gesorgt sei. Sie sei jedoch nicht geneigt, den minderbemittelten Klassen neue Lasten aufzuerlegen. Redner mißbilligte die im Prozesse Moltke Harden ausgedeckten Mißstände und meinte, ganze Kavallerieregimenter seien verseucht; weite Kreise tragen Bedenken, ihre Söhne diesen Regimentern anzuvertrauen. Abg. Frhr. v. Richthofen(kons.) betonte, seine Partei werde fortan gegen jede direkte Reichssteuer stimmen. Die im Prozesse MoltkeHarden aufgedeckten Zustände seien nicht einem bestimmten Stande zur Last zu legen. Seine Parlei fordere rücksichtslose Bestrafung aller Schuldigen ohne Ansehung der Person. Die Reichsfinanzreform müsse weitergeführt werden. Die Konservativen werden alles tun, um das Reich stark zu erhalten zu Wasser und zu Lande. Reichskanzler Fürst Bülow: Ich wollte erst nicht das Wort nehmen. Ich mußt es aber doch angesichts der Art, wie der Abg. Spahn über Verseuchung von ganzen Kavallerie Regimentern gesprochen hat. Er sagte, Eltern müssen sich hüten, Söhne in solche Regimenter eintreten zu lassen. Ich weise diese Aeußerungen, diese unerwiesenen Behauptungen, mit Entrüstung zurück.(Beifall.) Auch mich ergriff Ekel und Scham, als ich von diesen Vorkommnissen hörte. Ich protestiere aber dagegen, daß diese sittlichen Verfehlungen in unserer Armee allgemein seien oder auch nur in unseren Kavallerie=Regimentern: Unsere Armee ist ist in ihrem Kern vollständig gesund. Der Kaiser würde auch alles mit eisernem Besen aussegen, was zu seiner eigenen Reinheit und zu der Reinheit seines Hauses nicht paßt. Ueberall, in jedem Stande gibt es vorkommende Elemente. Das bedeutet aber noch keine sittliche Verkommenheit des ganzen Standes oder Kreises. Nur wenn eine Gesellschaft solche Elemente wissentlich duldet, sich nicht von ihnen reinigt, ist sie mitschuldig. Gott sei Dank sind unser Adel und unser Bürgertum so gesund, daß solche Ausschreitungen einzelner sie nicht beschmutzen können. Es ist auch von Herrn Spahn der Vorwurf gegen die betriffinden militärischen Instanzen erhoben worden, daß sie jene Verfehlungen nicht rechtzeitig zur Kenntnis der obersten Stelle gebracht hätten. Ich glaube, daß diese militärischen Instanzen kein Vorwurf trifft.(Lebhaftes Oho! Rufe links.) Daran zweifle ich nicht. Wenn aber dann auch gefragt worden ist: Wo war denn der Reichskanzler? Weshalb hat der Reichskanzler nicht frühzeitig diese Verfehlungen zur Kenntnis Sr. Majestät gebracht? So kann ich nur erwidern: Tatsächliches und Greifbares habe ich früher selbst nicht über diese Verfehlungen gewußt! Uebrigens, was wird nicht alles geklatscht und gelogen in unserer Zeit! Bin ich nicht selbst(Fürst Bülow ruft dies mit Erregtheit laut in den Saal hinein) Gegenstand ganz infamer, tückischer Verleumdungen gewesen? Gegen bloße Beschuldigungen konnte ich nicht einschreiten. Als Se. Majestät mich zuerst von dem, was ihm berichtet worden war, in Kenntnis setzte, da war mein Rat, Mojestät müsse sofort vorgehen, um sein eigenes Schild und das Schild der Armee rein zu halten! Und das war Sr. Majestät aus der Seele gesprochen.(Lebh. Beifall.) Der Reichskanzler bat schließlich, das Wort Kamarilla nun endlich der Vergangenheit zu überweisen, und wandte sich noch gegen die Ausstreuungen einzelner Zentrumsblätter, er habe die Auflösung des Reichstages im vorigen Jahre veranlaßt, um sich gegen persönliche Angriffe zu schützen. Die neue Mehrheit nahm die Rede mit anhaltendem Beifall auf. Abg. Bassermann(natl.) forderte direkte Reichssteuern und Fortführung der Sozialvolitik. Die Weiterberatung wurde auf Freitag vertagt. Provinzielles. 29. November. (Sozialdemokratische Un duldsamkeit.) Wir erhalten folgende Zuschrift: Fortwährend werden in der sozialdemokratischen Presse die Terorismusfälle der Genossen in Abrede gestellt, so auch in den bekannten Fällen bei der Firma Görike. Daß diesen Ableugnungs= versuchen kein Glauben geschenkt werden kann, ist längst bewiesen. Gerade in Bielefeld glauben die Anhänger der Brüderlichkeit ein Pascharegiment führen zu können, das sie nicht nur in den Fabriken zur Geltung bringen, sondern auch auf die Geschäftsleute ausdehnen Wenn diese sich nicht bereit erklären, die„Volkswacht“ zu abonieren und in derselben inserieren zu lassen, so können sie auf keine Kundschaft aus sozialdemokratischen Kreisen rechnen. Wehe aber dem Geschäftsmanne, der es wagt, gar irgend etwas zu unternehmen, was den Genossen nicht bequem ist, Androhung geschäftlicher Ruinierung würde die Folge sein. Eine solche Maßnahme der Anhänger der Freiheitspartei mußte neuerdings ein hiesiger Geschäftsmann über sich ergehen lassen, weil er sich erlaubte, „christlich organisierte Arbeiter in Logis zu nehmen.“ Demselben ging nachfolgendes Schreiben zu: Bielefeld, 24. Nov. 1907. Herrrn Da wir in der letzten Zeit gehört haben, sollen Sie sich sehr viel für die Christlich gelben intrafieren, daß haben wir anfangs nicht geglaubt, aber jetzt davon selbst überzeugt sind. Obwohl sie in unseren Verband nicht gehören. 1. Unterhalten Sie sich sehr viel mit den Christlichen 2. tragen Sie Sorge daß Selbige Lougis bekom 3. Daß Sie sogar Christliche in Lougis haben Wir können natürlich nicht ganz verachten den selbige wollen auch leben den in diesen Falle ist es nicht schön von Ihnen den Sie wissen doch wie bei uns die Lage steht. Doch von Ihnen ist es ein ganz schlechter Streich daß Sie so etwas machen den Schaden haben Sie ganz allein zumal Sie doch wissen daß Sie ein Geschäft haben. Wen wir denn zugrund gehen bei der Firma den gehen Sie auch mit Ihren Geschaft zu Grunde in.... ...... Wir werden es jeden Arbeiter an heim stellen Ihre Thür vorbei zu gehen. Seis bei welcher Firma er auch Arbeitet dann können Sie ja mal sehen wo Sie ihre fast 700 Mark Pachte herbeziehen, Oder stehen Sie in einen so hohen Stunden Lohn daß Sie Ihr Geschäft zum Vergnügen haben Sie können Sich ja jetzt mal an die paar Christlichen oder die Herren Angestellten Ihrer Firma wenden damit Ihnen Die unterstützen, das Sie nicht in kurzer Zeit kaput gehen den von unserer Seite können Sie nichts mehr erwarten, den bei uns ist Schluß. Dies Theilen wir Ihnen deswegen mit damit Sie wissen weshalb Ihr Geschäft in kurzer Zeit so feurtbar nachgelassen hat. Dies theilen Ihnen mehrere Genossen mit. Trotzdem der Brief mit dem Deutsch auf schlimmen Fuße steht, ist es unwahrscheinlich, daß derselbe von unkundiger Hand geschrieben. Die Schriftzüge lassen trotz ihrer Verstellung erkennen, daß man es mit einer schreibkundigen Person zu tun hat. Uebrigens wurden in letzter Zeit auch noch andere Geschäftsleute aus derselben Ursache mit Ruinierung des Geschäfts bedroht. Wie lange muß sich die hiesige Bürgerschaft und Geschäftswelt dieses Gebaren der Genossen noch bieten lassen? Bisher war man solches nur von den Scharfmachern des Saarreviers gewohnt heute haben die Genossen sich dieses Mittel zur Schikanierung auch schon zu eigen gemacht. Auch hier wäre es Zeit einmal dagegen Front zu machen und durch Unterstützung dieser Geschästsleute den Kampf aufzunehmen, wie ihn auch die christlichen Arbeiter heute, und zwar mit Erfolg, zu führen sich genötigt sehen. (An den ersten Kanonenschuß im französischen Kriege) erinnert das in Lahr in Baden nach längerem Leiden erfolgte Ableben des Obersten a. D. Hildebrandt, der dort seit längerer Zeit im Ruhestand lebte. Er hat ein Alter von 69 Jahren erreicht. Nachdem er den Feldzug gegen Oesterreich als Major und Kommandeur sämtlicher Munitionskolonnen mitgemacht, war er im Kriege 1870/71 Abteilungskommandeur im Rheinischen FeldartillerieRegiment Nr. 8, als welcher er durch eine seiner Batterien am 2. August bei Saarbrücken den ersten Schuß auf den Feind abgeben ließ. Diese Ehre wurde der 6. leichten Batterie des Hauptmanns v. HeldenSarnowski zuteil. Der 3. Zug der Batterie, unter Sekondeleutnant Meyer II, war auf dem Hallberge aufgefahren, und gleich die erste Granate, abgegeben vom 5. Geschötz, schlug mitten in ein aus St. Arnual herausmarschierendes französisches Bataillon ein. Hierbei wollen wir erwähnen, daß, wie es auch auf dem jüngst in Koblenz enthüllten Denkmal des Rheinischen FeldartillerieRegiments Nr. 8 zu lesen ist, diesem Regiment in den beiden großen Feldzügen das Glück wurde, den ersten Kanonenschuß abzufeuern. 1866 geschah das am 26. Juni im Gefecht bei Hühnerwasser seitens der vierten vierpfündigen Batterie des Hauptmanns Wolff. Der jitzt zur großen Armee einberufene Oberst a. D. Hildebrandt nahm im weiteren Verlauf des französischen Feldzuges an fast allen Schlachten und Gefechten der 16. Division teil und erhielt im November 1870 bei Amiens das Eiserne Kreuz I. Klasse. Die Strapazen des Krieges blieben nicht ohne Folgen für seine Gesundheit; 1872 nahm er seinen Abschied. Die Leiche wurde bekanntlich hier in Bielefeld, seiner Heimat beigesetzt. (Deutsche Kämpfe in Südtirol) Wie wir vor einigen Tagen schon bemerkten, wird am Sonntag ein Vortrag des Heern Prof ssor Edgar Meyer gemeinsam von den hiesicen Ottsgruppen des Alldeutschen Verbandes, des Allgemeinen deutschen Schul: und Sprachvereins, des Deutsch= nationalen Handlungsgehilfenverbandes und vom Deutschvölk. Turnverein„Friesen“ veranstaltet. Der Vortrag bietet indessen nicht nur für die Mitglieder dieser nationalen Vereine, sondern für jeden Deutschen Interesse, dem die Erhaltung seiner Sprache und seiner Sitten nicht gleichgültig ist. Da der Irredentismus in Herrn Prof. Miyer seinen Hauptgegner sieht und auch bei den Ueberfällen sich die Wut der Angreifer besonders auf ihn richtete, darf er sich wohl für berufen halten, auch bei uns die Teilnahme für jenes Ringen in der Südmark zu wecken, dem man im allgemeinen bei uns als flummer Zuschauer gegenübersteht. (Vortrag über ärztliche Mission.) Die deutschen Missionsgesellschaften haben den hohen Wert der ärztlichen Mission erkannt und versuchen diesen Zweig ihrer Arbeit in ausgedehnterer Weise zu pflegen. Nicht nur die Fürsorge für das leibliche Wohl der oft in ungesunden Gegenden arbeitenden Missionare und ihrer Familien veranlaßt sie, Aerzte auf ihre Arbeitsfelder zu senden, sondern auch die hundertsach bestätigte Erfahrung, daß der Missionsarzt durch seine Kurst und Hilfe viel schneller und rückhaltloser das Vertrauen der Bevölkerung gewinnt und ansänglichen Widerstand überwindet als der Missionar. Die Wirksamkeit eines Missionsarztes ist außerordentlich vielseitig, seine Kurst bringt ihn mit allen Ständen der Bevölkerung in Berührung, in Indien suchen Angehörige aller Kasten seinen Rat, in dem so fremdenfeindlichen China öffgen sich dem hilfebringenden Missionsarzt die Tore der Städte und Häuser; kurz, ein moderner Missionsbetrieb ist ohne ärztliche Mitarbeit kaum denkbar. Leider stehen die Verhältnisse auf dem missionsärztlichen Gebiet in Deutschland noch nicht gut, diese Arbeit ist noch vielen unbekannt, wem sie bekannt ist, der wird sicherlich ihr begeisterter Freund. Dieses noch fehlende Interesse zu wecken ist der Zwck der im Herbst 1906 erfolgten Gründung des Vereins„Deutsches Institut für ärzt liche Mission“ in Tübingen, über das Herr Dr. Fiebig, Oberstleutnant a. D. des Sanitätsdienstes der niederländischen Kolonialarmee, am 1. Dezember im Hotel Vereinshaus zu Bielefeld einen vielversprechenden Vortrag halten wird. V(Obstbauverein.) Der Ohstbauverein für Lank= und Stadtkreis Bielefeld hielt am 26. d. Mts., abends, im Modersohnschen Gasthof unter dem Vorsitz des Herrn G. Meyer zu Jerrendorf eine gut besuchte Generalversammlung ab. Die ausgelosten Vorstandsmitglieder, die Hirren Rektor Behrens in Brackwede, Redakteur Kubens und A. v. d. Mühlen hier, Lehrer Müller in Jöllenbeck, Landwirt Speckmann in Oldentrup und Bleichereibesitzer Windel in Senne I wurden wiedergewählt. Nachdem die Jahresrechnung für 1906 geprüft und abgenommen worden war, wurde dem Herrn Rendanten Ohly Entlastung erteilt. Der Haushaltsplan für 1908 wurde nach den Vorschlägen des Vorstandes angenommen. Für 1907 ist durch Vermittelung des Herrn Obstbauinspektors Hagemann wieder eine Staatsbeihilfe von 250 Mark gewonnen worden, die zum Teil zur Einrichtung von Belehrungskursen für die Vereins Baumwärter usw. verwandt werden soll. Für die im rächsten Jahre hier stattfindende große Obstausstellung werden— anstatt des früher gezeichneten Garantiefonds— für Ehrenpreise usw. fost 200 Mark bewilligt. Herr Provinzial=Obstbauinspektor Hagemann besprach dann die Ausstellung eines NormalObstsortiments für den Kreis Bieleseld und nannte die einzelnen Obstsorten, die hierfür in Betracht kommen. Aus der Versammlung wurden dazu verschiedene Wünsche geähußert. Die Vorschläge werden gedruckt und sämtlichen Mitgliedern zugestellt werden, worauf dann eine weitere Besprechung folgen soll. (Diesozialdemokratische Massenkundgebung) gegen das preußische Wahlrecht hat hier, von den„Genossen" abgesehen, keinen Eindruck gemacht. Auch in Berlin ist sie, wie von dort gemeldet wird, völlig eindruckslos verlaufen. (Die Sterblichkeit in deutschen Orten) mit 40000 und mehr Einwohnern.(44. Woche, vom 3. bis 9. November 1907): Der letzte Traum. Erzählung aus dem polnischen Aufstande im Jahre 1848. Von L. Ideler. 23)!(Nachdruck verboten. Trotzdem ist er furchtbar streng und genau im Dienst, und seine Leute sind ganz unbestechlich. Das hat mein alter Kasimir schon zu seinem Schaden erfahren,“ murrte von Stanicz verdrossen. „Das macht mir die Preußen nur noch achtungswerter,“ entgegnete der Graf.„Wer sich bestechen läßt, ist immer gemein, und wer gemein ist, ist auch falsch und grausam. Nun aber, lieber Freund, was haben Sie denn jetz! für einen politischen Agenten hier? Wer ist denn dieser Kaplan Konstantin, den ich heute kennen sollte, eigentlich?“ „Er heißt Bartowski und ist mir von dem Komitee aus Warschau gesandt,“ entgegnete der Gutsherr. Er besitzt eine bedeutende Rednergabe und soll das Landvolk en flammen, daß es scharenweise den polnischen Fahnen zueilt. Solche Männer sind jetzt nötig, denn durch die surchtbaren Greuelszenen in Rußland sind die polnischen Bauern eingeschüchtert und schwach geworden; nur wenige sind es, die mit Leib und Leben zu der heiligen Sache stehen.“ „Aber dieser Bartowski ist ein sehr ungeschickter Mensch,“ bemerkte der Graf nachdenklich.„Und vor allen Dingen, warum steckte man ihn in einen Priesterrock? Daß er kein Priester ist, sieht jeder auf den ersten Blick.“ „Finden Sie?“ fragte Herr von Stanicz, unangenehm berührt. „Aber, lieber Freund, beachten Sie doch nur das Benehmen dieses Mannes gegen Ihre Tochter! Einem katholischen Priester, der so gegen seine Ordensgesetze verstößt, blühte noch heutzutage die Tortur!“ Und Graf Morinski lachte. „Daß diese jungen Männer doch die Liebeleien nicht lassen können, selbst nicht in so ernster Zeit!“ drummte der Hausherr zwischen den Zähnen.„Anna ist freilich hübsch, und dem Preußen gefällt sie auch, aber den wird sie fernzuhalten verstehen.“ Moriniki strich mit der schwalen Hand über den dichten Bart; ein Ausdruck der Erschöpfung trat in den vornehmen Zügen hervor, und dann sah er aus wie ein alter Minn. Eine körperliche und geistige Ermüdung überkam ihn mitunter. Er hatte die ganze Kraft seines Lebens auf ein Ziel gesetzt, seitdem der Traum seiner Jugend einst versunken war. Wenn nun auch dieses Ziel versank? Wie ein Schleier legte es sich vor seine Augen, als er sagte:„An der Hand dieses Feindes, Stan'cz, wäre Ihr Kind vielleicht besser aufgehoben, als in den Klauen einen Bartowski!“ Dann aber schüttelte er die Schwäche gewaltsam von sich ab und legte dem Freund und Waffenbruder einen genauen Bericht ab über die politischen Zustände in der Provinz. „Zu wenig Mannschaft, zu wenig Geld!“ schloß er.„Wir können nicht zum Angriff übergehen; nur durch verstickte Streifereien können wir dem Feinde schaden.“ „Was nützt das?“ fragte Stan'c) trübe. „Wird hin und wieder ein preußischer Husar steht von 110 deutschen Orten mit 40 000 und mehr Einwohnern hinsichtlich der niedrigsten Ziffer der Sterbefälle an 2. Stelle. (Wochenspielplan des Stadttheaters.) Sonntag, den 1. Dezember, Anfang 7 Uhr, Zum ersten Male:„Brüderchen“. Kadettendrama in 3 Akten von Hans Overweg.— 1— vom Pferde geschossen, so gehen dafür die polnischen Dörfer in Flammen auf.„ „Dann wird die Verzweiflung die Männer zu unseren Fahnen treiben, und ein Verzweifelter hat dreifache Kräfte!“ rief Morinski. „Nur jetzt nicht schon mutlos, lieber Stanich! Warten wir noch, führen wir jetzt noch den Kampf in der Stille. Die Bürgerschaft in W. ist mir sicher, und für die Leute in meinen Dörfern stehe ich ebeufalls vollständig ein. Es werden sich die Freiheitskämpfer um den weißen polnischen Adler scharen, und dann sollen Sie Morinski sehen, wie er sein Regiment zum Sturm und Sieg führt!“ „Und ich bin der erste, der Ihnen folgt,“ rief Stephan aus, der leise eingetreten war, „zum Sturm und Sieg!“ Die Männer umarmten einander in feuriger Begeisterung; dann besprachen sie weiter ihre geheimen Pläne zur endlichen Befreiung des geliebten Vaterlandes. Grau und trübe lag in der Abenddämmerung die polnische Heidelandschaft. Der Frühlingswind ßrich über das flache Feld; und die Lust war weich und mild, aber alles ringsum war in graue Schleier gehüllt, grau der Himmel und grau die Häuser des kleinen Dorfes, das einsam in der Ebene lag. Noch war es nicht dunkel geworden, obwohl fern im Westen hinter den grauen Wolkenschleiern die Sonne allmählich versank. Die Märztage waren doch schon lang, und ein bleicher Vollmond schwebte still und geisterhaft empor. (Fortsetzung folgt.) Montag, den „Ein idealer 0 von Oskar Wild Dezember, An Herrn Paul Pa in Hannover. Nu mont". Trauerst von Goethe mit Mittwoch, den Uhr. Gastspiel de Deutschen Theater Aufführung:„Ba spiel in drei Auf Donnerstag, Uhr. Zum zweiter Kadettendrama in Sonnabend, d 7½ Uhr, Klassiker„Romeo und I! von Shakespeare. m.(Betrug.) Betrugs angezeigt, 42,75 Mark hinter heimlich entfernte, Vorspiegelung falsch verhältnisse täuschte m.(Diebstahl K. wurde gestern mit 3 Koupons M Nachthemdengarnitu 69 Schildest matendiebsta 25. auf den 26. Fritz Wöhrmann Nr. 152 ein vor großer Chokolad Diebe haben den liegende Klarhor ihn gewaltsam: und die darin bef von 15 Mk. entw bisher nicht ermit 69 Schildesch Der Wirt Ferdin nächst auf seinem felderstraße einen großen Saal erbseit langer Zeit: sprochen werden hiesiger Gemeind befindet, welcher spricht. Mit der gonnen werden. die Schank=Konze halten. § Herford, schaftlicher L letzten gut besuchte Herr Vorsitzender seine abweichende Dr. Etigs Münst dem Lande", dere gipfelte: Laßt en und sorgt für Se — Ferner sprach mann über die „Die ländliche A. sich vielfach mit! redners deckt. D war eine sehr Sitzung findet am wird einen Vort aus Soest über auf wirtschaftliche Kaisers Geburtste gefeiert werden. der Verein die 1 zu einer im nächst den landwirtschaft J Hersord, gericht.) Eine Arbeiter H. angeta haberei mit 1 Bettelns erhält 1 Woche Haft.— werden dem F. A seinem Bruder H mißhandelt hat un widersetzte. Sein Wochen, da er nu führt werden ko wurde der Zigarr er sollte Spektakel nicht zu beweisen gung zahlt ferner — Eine Sache en andere wurden ver A Herford, 29 Innungskrank versammlung findt bei Hillert statt. A Vorstandswahl, W □ Herford, 29 Herr Schuhmachert 8300 Mk. die B Pauck an der Kon C Herford, 2 Da es vorgekomme in die Häuser ein wande, nach der sehen, in Wirklicht ausschauten, so ha und Elektrizitätswe Marke versehen, getragen wird. E Tore der Städte und derner Missionsbetrieb tarbeit kaum denkbar. Verhältnisse auf dem let in Deutschland noch st ist noch vielen unint ist, der wird sicherFreund. Dieses noch wecken ist der Zwick erfolgten Gründung es Institut für ärzt. ingen, über das Herr Uleutnant a. D. des derländischen Kolonialder im Hotel Vereinen vielversprechenrd. in.) Der ObstbauStadtkreis Bielefeld abends, im Moderter dem Vorsitz des Jerrendorf eine gut nlung ab. Die ausglieder, die Herren Brackwede, Redakteur Mühlen hier, Lehrer Landwirt Speckmann eichereibesitzer Windel viedergewählt. Nachg für 1906 geprüft den war, wurde dem y E n t l a s t u n g e r t e i l t. r 1908 wurde nach standes angenommen. rmittelung des Herrn emann wieder eine 50 Mark gewonnen zur Einrichtung von Vereins Baumwärter soll. Für die im findende große Obstanstatt des früher nds— für Ehrenkark bewilligt. Herr sektor Hagemann beillung eines NormalKreis Bieleseld und bstsorten, die hierfür lus der Versammlung ie Wünsche geäußert. gedruckt und sämtstellt werden, worauf prechung folgen soll. ratische Massendas preußische Wahlin„Genossen" abgegemacht. Auch in von dort gemeldet uckslos verlaufen. in deutschen Orten) twohnern.(44. Woche, 907): 10 deutschen Orten mit hnern hinsichtlich der befälle an 2. Stelle. es Stadttheaters.) ezember, Anfang 7 „Brüderchen“. von Hans Overweg.— insli sehen, wie er m und Sieg führt!“ e, der Ihnen folgt,“ leise eingetreten war, 1* mten einander in dann besprachen sie äne zur endlichen Vaterlandes. az in der Abendche Heidelandschaft. ch über das fliche dar weich und mild, in graue Schleier mel und grau die ses, das einsam in unkel geworden, obhinter den grauen nne allmählich verren doch schon lang, schwebte sil und Fortsetzung folgt.) Nontag, den 2. Dezember, Anfang 8 Uhr: „Ein idealer Gatte“. Schauspiel in 4 Akten von Olkar Wilde.— Dienstag, den 3. Dezember, Anfang 7½ Uhr. Gastspiel des Herrn Paul Paschen vom Deutschen Theater in Hannover. Nur einmalige Aufführung:„Egmont". Trauerspiel in 5 Akten von Wolfgang von Goethe mit der Musik von Beethoven.— Mittwoch, den 4. Dezember, Anfang 7½ Uhr. Gastspiel des Herrn Paul Paschen vom Deutschen Theater in Hannover. Nur einmalige Aufführung:„Baumeister Solneß.“ Schauspiel in drei Aufzügen von Henrik Ibsen.— Donnerstag, 5. Dezember, Anfang 7½ Uhr. Zum zweiten Male:„Brüderchen“. Ein Kadettendrama in 8 Akten von Hans Overweg.— den 7. Dezember, Anfang 7½ Uhr, Klassiker=Vorstellung zu kleinen Preisen: „Romeo und Julia“. Trauerspiel in 5 Akten von Shakespeare. m.(Betrug.) Der Lagerist G. wurde wegen angezeigt, weil er eine Logisschuld von 42,75 Mark hinterließ und sich ohne Abmeldung heimlich entfernte, auch seine Logisgeberin durch Vorspiegelung falscher Tatsachen über seine Erwerbsverhältnisse täuschte. m.(Diebstahl) Von dem Wagen der Firma K. wurde gestern abend gegen 6 Uhr ein Paket mit 3 Koupons Madeira=Stickereien und ½ Dtd. Nachthemdengarnituren entwendet. 69 Schildesche, 27. Nov.(Automatendiebstahl.) In der Nacht vom 25. auf den 26. d. Mts. wurde dem Wirt Fritz Wöhrmann zu Bauerschaft Schildesche Nr. 152 ein vor seinem Lokale aufgestellter großer Chokoladenautomat gestohlen. Die Diebe haben den Automaten in das naheliegende Klarhorst'sche Gehölz geschleppt, ihn gewaltsam mittels Brecheisen geöffnet und die darin befindliche Chokolade im Werte von 15 Mk. entwendet. Die Täter konnten bisher nicht ermittelt werden. 69 Schildesche, 27. Nov.(Saalbau.) Der Wirt Ferdinand Ertel hier wird demnächst auf seinem Grundstück an der Bielefelderstraße einen der Neuzeit entsprechenden großen Saal erbauen, wodurch einem schon seit langer Zeit vorhandenen Bedürfais entsprochen werden dürfte, da sich bisher in hiesiger Gemeinde kein Versammlungsraum befindet, welcher den Anforderungen entspricht. Mit den Bau wird baldigst begonnen werden. Herr Ertel hat bereits die Schank=Konzession für den Saal erhalten. Aus den Kreise X Herford, 28. Nov.(Landwirt schaftlicher Lokalverein.) In der letzten gut besuchten Versammlung begründete Herr Vorsitzender Detring in längerer Rede seine abweichende Stellung gegenüber Herrn Dr. Etigs Münster über„Die Leutenot auf dem Lande“, deren Schlußsatz in den Worten gipfelte: Laßt eure Kinder Bauern bleiben und sorgt für Seßhaftmachung eurer Kötter. — Ferner sprach Herr Oberlehrer Dr. Neumann über die Broschüre Dr. Schlottes: „Die ländliche Arbeiterfrage“, deren Inhalt sich vielfach mit den Aeußerungen des Vorredners deckt. Die anschließende Diskussion war eine sehr lebhafte.— Die nächste Sitzung findet am 18. Dezember statt und wird einen Vortrag des Direktors Schulz aus Soest über„Ersparnis der Arbeitskcaft auf wirtschaftlichem Gebiete" bringen.— Kaisers Geburtstag soll durch ein Festessen gefeiert werden.— Zum Schluß beschloß der Verein die Uebernahme der Vorarbeiten zu einer im nächsten Jahre hier stattfindenden landwirtschaftlichen Ausstellung. I Hersord, 28. Novdr.(Schöffengericht.) Eine Schneldelade hatte es dem Arbeiter H. angetan und büßt er diese Liebhaberei mit 1 Woche Haft.— Wegen Bettelns erhält ein fremder Schieferdecker 1 Woche Haft.— 3½ Monat Gefängnis werden dem F. W. zudiktiert, weil er mit seinem Bruder H. den Arbeiter K. schwer mißhandelt hat und sich seiner Verhaftung widersetzte. Sein Bruder H. erhält vier Wochen, da er nur des Widerstandes überführt werden konnte.— Freigesprochen wurde der Zigarrenarbeiter K. aus Enger, er sollte Spektakel gemacht haben, was aber nicht zu beweisen war.— Wegen Beleidigung zahlt ferner O. H. 20 Mark Strafe. — Eine Sache endet durch Vergleich, einige andere wurden vertagt. A Herford, 29. Nov.(Schuhmacher= Innungskrankenkasse.) Eine General= versammlung findet Montag abend 9 Uhr bei Hillert statt. Auf der Tagesordnung u. a.: Vorstandswahl, Wahl der Revisoren. □ Herford, 29. Nov.(Besitzwechsel.) Herr Schuhmachermeister Schnafse kaufte für 8300 Mk. die Besitzung der Frau Witwe Pauck an der Komturstraße. C Herford, 29. Novdr.(Vorsicht.) Da es vorgekommen ist, daß fremde Leute in die Häuser eindrangen unter dem Vorwande, nach der Gas= und Wasseruhr zu sehen, in Wirklichkeit aber nach Diebesbeute ausschauten, so hat jetzt das Gas, Wasserund Elektrizitätswerk seine Leute mit einer Marke versehen, die auf der linken Brust getragen wird. Es ist ein rundes, weiß emailliertes Schild, darauf die Firma in schwarzer Schrift geschrieben ist. Fremde Personen weise man also zurück und bringe sie zur Anzeige. II Mennighüffen, 27. Nov.(Begräbnis.) Gestern fand hier die Beerdigung des Gastwirts Karl Brinker in Ostscheid unter zahlreicher Beteiligung statt. Der Verstorbene, der einst in den großen Kriegen für Deutschlands Ruhm und Größe tapfer mitgefochten hat, war auch im bürgerlichen Leben wegen seiner guten anfrichtigen Gesinnung überall beliebt und wurde hoch geschätzt. In den verschiedenen Ehrenämtern, die er lange Jahre hindurch bekleidete, z. B. als Amts= und Gemein deverordneter lag ihm in uneigenätziger Weise stets das Wohl der Gesamtheit am Herzen. Er ruhe in Frieden! I Kirchlengern, 28. Nov.(Verhaftung eines Brandstiftes.) Vergangene Nacht wurde ein Brandstifter dabei überrascht, als er sich bemühte, das Wohnhaus des Kolons I. hierselbst, mit welchem er in Feindschaft lebt, in Brand zu sitzen. Als die Flammen schon hoch gingen, ergriff er die Flucht, er wurde jedoch eingeholt und festgenommen. Glücklicherweise konnte das Feuer noch gelöscht werden, bevor es eine größere Ausdehnung annahm. Vlotho, 27. Nov.(Vom Zuge überfahren.) Als gestern abend der Reisende Arend von der Niedermühle mit seinem Fuhrwerk den Bahnübergang der Chaussee Blotho Calldorf, dessen Schranken offen waren, passierte, wurde das Hinterteil des Fuhrwerks von einem heraubrausenden Zuge erfaßt. Arend wurde aus dem Wagen geschleudert, geriet unter die Räder des Zuges und wurde totgefahren. Der Kutscher wurde vom Bock geschleudert und erlitt schwere Verletzungen, während die davonjagenden Pferde unversehrt blieben. Die Frau des Verunglückten hatte Geburtstag und hatte er ihr noch verschiedene Geschenke mitgebracht, die auf dem Bahnkörper lagen. Ob dem Schrankenwärter eine Schuld an dem Unglück beizumessen ist, muß die Untersuchung ergeben. Bünde, 27. Nov.(Die Einweihung des Realprogymnasiums) findet nach neueren Bestimmungen am 8. Januar n. I. statt. Nach dieser Verlegung siedelt die Töchterschule in die frühere Knabenschule über. 9 Hücker=Aschen bei Spenge, 27. Nov. (Brand.) Heute morgen gegen 1 Uhr brannte das Haus Nr. 43, welches von dem Müller Schröder bewohnt wurde, total nieder. Das Haus war Eigentum des Kolon Hermann Oberfeld Nr. 3 hierselbst. Durch ein starkes Geräusch auf der Tenne erwachte die Ehefrau des Müllers Schröder. Beide Eheleute brachten zuerst ihre vier kleinen Kinder, welche noch fest schliefen, aus dem Hause und als sie dann das Bieh aus den Stallungen gelassen hatten, brach auch schon das Haus infolge des heftigen Sturmes zusammen. Würde die Ehefrau Schröder nur einige Minuten später erwacht sein, dann hätte die ganze Familie in großer Lebensgefahr geschwebt. Der heftige Sturm veranlaßte, daß die Flammen bis zur gegenüberliegenden Mahlmühle flogen. Nur dem rechtzeitigen und tatkräftigen Eingreisen der Freiwilligen Feuerwehren von Groß Aschen und Hücker=Aschen ist es zu verdanken, daß die Mühle, welche bereits mehrere Male Feuer gefangen hatte verschont blieb. Das Haus war bei der Aachen=Leipziger Feuerversicherungs=Gesellschaft versichert. Die Möbeln und Kornvorräte des Müllers Schröder bei der Enger Bauernkasse. Ans den Kreisen Minden und Lüblece. Minden, 29. Nov.(Schulverbänd e.) Nach einem allgemeinen Ministererlasse ist für die Beurteilung der Frage, in welcher Höhe den Schulverbänden nach dim Inkcafttreten des Schulunterhaltungsgesetzes vom 28. Juli 1906 lausende stattliche Ergänzungszuschüsse an Stelle der jetzigen vom 1. April 1908 ab fortfallenden widerruflichen Staatsbeihilfen zu gewähren sein werden, für jeden neuen Schulverband unter Berücksichtigung des auf ihn über gehenden Vermögen ein vorläufiger Haushaltsanschlag für das Rechnungsjahr 1908 erforderlich. Minden, 27. Nov.(Leichenfund.) Die Leiche des seit dem 20. d. Mts. vermißten Schlachters und Viehhändlers Herm. Simon von hier, auf dessen Auffindung eine Belohnung von 50 Mk. ausgesetzt war, wurde, laut„W. Zig.“, gestern abend bei Lahde in der Weser treibend gefunden und gelandet. Leider hat sich somit der Verdacht der Angehö.igen der Familie, das Vermißter im Zustande von Schwermut den Tod gesucht hat, bestätigt. Lübbecke, 26. Nov.(Eisenbahnsache.) In der litzten Versammlung des Bürgervereins wurde u. a. der Fahrplan der Kleinbahn Minden=Lübbecke besprochen. Man beschloß, an den Magistrat die Bitte zu richten, bei der Direktion der Mindener Kreisbahn vorstellig zu werden, daß die Akfahrtszeiten von Lübdecke und die Anschlüsse an die Staatsbahn im Interesse des reisenden Publikums günstiger gelegt werden. Destel, 27. Nov.(Einen entsetzlichen Unfall) erlitt die Ehefrau des Kolon Pollert. Beim Herausführen eines Gespannes aus der Scheune wurde sie durch einen unglücklichen Zufall von den Hörnern einer Kuh erfaßt und ihr der Leib förmlich aufgerissen. Die Aerzte hoffen, die Bedauerns werte am Leben erhalten zu können. Aus den Kreise Hele. Isingdorf, 26. Novbr.(Die Versetzung des Lehrers Maßmann) nach Hellingskamp ist nach dem Hall. Krsbl.“ von der Königl. Regierung in Minden zurück gezogen. Aaod der Kersen Wiedealraik iund Laderlen. Gütersloh, 28. Novbr.(Goldene Hochzeit.) Am heutigen Tage begehen laut„N. G. Zig.“ in stiller Zurückgezogenheit die Eheleute Wilh. Mensendiek, Bahnhofstraße hierselbst, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Posaunenchor des Jünglingsvereins brachte dem Inbelpaare, dem wir hiermit unsern herzlichsten Glückwunsch aussprechen, gestern abend ein Ständchen. Aus dem Reg.=Bez. Münser und Arusberg. Münster, 27. Nov.(Zum Rücktritt des Generals von Bissing) schreibt der„Münst. Anz.“, Herrn von Bissings Manöverdispositionen hätten das höchste Lob des Kaisers gefunden. Die Mißerfolge des 7. Armeekorps seien lediglich auf in letzter Stunde neueingelegte Situationen der Oberleitung zurückzuführen, wodurch eine Umgehung der 19. Division verhindert wurde, die das 10. Korps vernichtet haben würde. Dortmund, 25. Nov.(Der Haushaltsplan für die städtischen Volksschulen)— für 1908 schließt im Oedinarium mit 2666 200 Mark gegen 2195400 Mark im laufenden Jahre ab. Der städische Zuschuß beträgt 2214300 Mark gegen 1 764 950 Mark, also 449 350 Mark mehr, wovon 335 298 Mark durch Verzinsung und Tilgung der Anlagekapitalien eingestellt sind. Aus den Nachharprovinzen und Staaten. pp- Lemgo, 28. Nov.(Feuer.) Gestern vormittag brach in der Scheune des Landwirts und Ziegelmeisters Stammeier am Herforder Wege bei Lemgo Feuer aus. Die reichen Erntevorräte an Heu und Stroh gaben den Flammen so rasch Nahrung, daß bald auch Wohnhaus und Stallungen ergriffen wurden und schon nach Verlauf von zwei Stunden sämtliche Gebäude bis auf die massiven Grundmauern niedergebrannt waren. Wohl war die Lemgoer Feuerwehr rasch zur Stelle, aber bei dem heftigen Winde und dem fast gänzlichen Wassermangel konnte sie nur wenig ausrichten. Nur einige Möbel und Ackergeräte konnten gerettet werden. Mehrere fette Schweine wurden gleichfalls von den Flammen ergriffen und mußten getötet werden. Die leider unversicherten Erntevorräte fielen gägzlich den Flammen zum Raube. Ueber die Entstehungsursache ist nichts bekannt. Osnabrück, 28. Nov.(Fabrikbrand.) Die bedeutende Tuchfabrik von Bocke im berachbarten Bramsche ist heute niedergebrannt. Kassel, 27. November.(Gegen die chwarmgeistige Bewegung) in Hessen hat neuerdings das Konsistorium in Kassel Stellung genommen und läßt von Altar und Kanzel vor der Beteiligung an dem überspannt religiösen Verzückungsgottes dienst warnen. Es scheint übrigens, als ob die Bewegung im Abflauen begriffen ist. Odessa, 28. Nov. Von acht Räubern, die gestern abend einen Ueberfall versucht hatten, wurden auf der Straße gegen ihre Verfolger zwei Bomben geschleudert. Fünf Polizeibeamte wurden verwundet, zwei Räuber wurden totgeschossen. Vierarisches Bei dem Ableben des berühmten Rechtslehrers Geheimen Justizrats Prof. Dr. Heinrich Dernburg sei darauf aufmerksam gemacht, daß von seinem Werke über das B. R. soeben die Bände über das„Sachenricht" und über das „Familienrecht“ in 4. Auflage in der Buchhandlung dis Waisenhauses in Halle erschienen sind. Ueber die dritte Auflage des Familienrechts berichtete das Juristische Literaturdlatt:„Dernburg's Deutsches Familienrecht ist derjenige Band seines großen Werkes über das Bürgerliche Recht des Reichs und Preußens, dessen Ausgestaltung der Altmeister die größte Liebe und Sorgsalt gewidmet hat und dem sein kühnen juristischen Konsteuktionen und spitzfindigen Auslegungen abholder, der Beobachtung des eigentlichen Rechtslebens und seiner Bedürfnisse zugewandter Wirklichkeitssinn und seine rechtsschöpferische Kraft in ganz besonderem Maße zugute gekommen ist. Das Buch ist damit zu einem Fundamentalwerk der deutschen Rechtswissenschaft geworden, das auch seitens der nicht juristischen Welt als die Grundligung der im deutschen Familienleben wirksamen Rechtsgedanken gewürdigt zu werden verdiente.“ Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 29. November 1907. Mitgeteilt von F. Böckelmann Ww., Bielefeld. Niedrigster Thermometerstand i. d. Nacht+ 7 CC. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 9 2C. Barometer 75,5 cm. Wind: Süd. Himmel: teilw. bedeckt. nach Lebendgewicht auf Grund amtlicher Marktberichte „telegrapbischen Berschten bearbeitet Zekt und ven der ncc, einigen telegraphischen Berichten ventralstelle für Vieyverwertung der Preußischen Lani wirt= schaftskammern Berlin W., Köthener Straß: 33. dannov. Dorim. Essen. verstehen sich für 100 Pfl. Lebendgewicht, bei Schweinen mit 20% Tara. Die amtlichen Schlachtgewichtpreise sind mittelst der arg gebenen Schlachtprozente umgerechnet. Neuste Nachrichten. Wien, 29. Nov. Im Abgeordnetenhausprotestiert im weiteren Verlauf der Polendebatte der Abgeordnete Stölzel entschieden gegen jede Einmischung in innere Angelegenheiten des deutschen Reiches und richtete an den Präsidenten die Anfrage, ob er nicht der Ansicht sei, daß das Vorgehen des heutigen Antragstellers geeignet sei, nicht nur das deutsche Volk zu beleidigen, sondern auch den österreichischen Staat in die schwerste Gefahr zu stürzen. Odessa, 29. November. Nach der vorgestern versuchten Ausraubung des Kontors des Arbeiterverbandes in Odessa inszenierten die Mitglieder des Verbandes des echtrussischen Volkes große Exzesse gegen die Juden. In den Hauptstraßen überfielen Gruppen der Schwarzen Hundert die dort passierenden Juden, miß. handelten und verwundeten viele von ihnen. Zahlreiche Juden wurden lebensgefährlich verwundet und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Der jüdischen Bevölkerung, namentlich in den äußeren Stadtteilen, hat sich eine große Panik bemächtigt. Riga, 29. Nov. Gestern wurden die wegen der Ermordung des Schulinspektors Petrow zum Tode verurteilten Realschüler trotz der erschossen. * Stadt-Theater. Heute: — Gewöhnliche Preise— Anfang 7½ Uhr. Außerordentliches Gastspiel von Robert Kothe. Deutsche Volkslieder gesungen zur Laute von dem überall enthusiastisch geseierten Sanges= und Vortragskünstlers und Meister des Lautenspiels Robert Kothe. Alle Musik= und Theaterfreunde werden auf das heutige außerordentliche Gastspiel ganz besonders aufmerksam gemacht. Robert Kothe kennen zu lernen bietet einen Kunstgenuß von nachhaltiger Wirkung. Sonnabend, den 30. November, Anfang 7½ Uhr Klassiker=Vorstellung zu kleinen Preisen. Das Kälhchen von Heilbronn. Eine Schmiede nebst Zubehör, Wohnhaus, Stalliug, fast 1½ Morgen Land, auch für jeden anderen Geschäftszweig geeignet, günstig gelegen in der Nähe Drs Treffpunktes mehrerer Kreisstraßen an der Provinzialstraße: Oeynhausen=Herford 3, km von Oeynhausen soll unter günstigen Bedingungen bei geringer Anzahlung verkauft werden. Näheres durch Schneidermeister Fürste, 145 Schfeld. ReizenneReuterten in Damentäschchen Damengürteln Opernglastaschen Schaukelpferde SportArtikel Zum Hausschlachten und Wursten nach lippischer Methode empfiehlt sich Georg Ströter, Stieghorst 397. Geld ohne Bürgen,„schnel discret gibt Selbstgeber Kersten Berlin 31. Wattstr 1. POSOOEHOSHASKAHGHGS Zu Hochzeiten Buchhüllen Portemonnales Visites Zigarren-Etuls Brieftaschen Schrelbmappen Aktenmappen Büchermappen Zeitungsmappen jeder Art Dokumentenmappen Schreibtisch-Garnituren Photographie-Alben Postkarten-Alben Bilderrahmen Tagebücher Schreibblocks Notes Näh-Etuis Nähkasten in allen Grössen Schmuckkasten Kragen- und Manschettenkasten Handschuh- und Manschettenkasten Oberhemdenkasten Gut gearbetiete Schultornister Schultaschen in allen Preislagen Reise-Necessaires in jed. Ausstattung Reise-Taschen Reise-Koffer Hut-Koffer allen seine Lederwaren in grösster Auswahl und allen Preislagen Carl Niedernstr. 37 Sattlermeister Niedernstr. 37. Beutsche Rampfei Jaatirol (Die Irredenta.— Das Zurückweichen der deutschen Sprache.— Nationale Schutzvereine—. Die Ueberfälle der Irredentisten auf Deutsche im Juli 1907.) 8 empfehlen wir unser großes S Lager in Oeffentk. Vortrag von Professor Sdgar Weyer Rot- und am Sonntag, den 1. Dezember 1907, abends 8½ Uhr im Saale der„Erholung",:::::::: beinen wozu jedermann freundlichst eingeladen ist. Alldeutscher Verband 5 Proben u. Preislisten 5 gratis und franko. Petri Gebrüder 8 # Minden i. W., Bäckerstr. 7. Soeeppeges C. Dalinig, Niedernstr. 39. Aüiter-Sperialst 3rillen u. deren Ersatzteile. (Ortsgruppe Bielefeld) Allgemeiner Leutscher Schulverein Allgemeiner Leutscher Sprachverein Deutschnat. Handlungsgehilfenverband Deutschvölkischer Turnverein Friesen. * *0 II. Vereins-Konzert Sountag, den 1. Dezember, 5 Uhr, Johannisberg, unter Leitung des städtischen Musikdirektors Herrn Professor W. Lamping. Solisten: Fräulein Maria Philippi, Herr Kammersänger Emil Pinks, Herr Anton Sistermann, Orgel: Herr E. Nacken. Programm: Joh. Seb. Bach. 1. Suite H-moll für Flôte und Streichorchester. 2. Kantate für eine Altstimme„Schlage dich gewünschte Stunde“. 3. Motette für zwei Chöre„Komm Jesu komme“. 4. Weihnachts-Oratorium Teil I und II. 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Altertumsforscher, Littrow, berü Großer Ausfal von den Sachser zurückgeschlagen, 1 21. Dezember Abwerfung des sp Herzog von Kur Alexander I.t Reichsgericht 9 Die letzten### ist ein geschäftig heimlich Flüster strahlt auf den! Groß ist in denn die traute immer deutlicher die Tage bis zi Erwachsenen ge und werden orde die Alltagsfrohn träumen von Li Die Kirche ha Sie freut sich Das muß ja au die große Hau Christus in die 8 selig zu machen. weihnachtlichen Selbstbefinnung uns sagen, daß gestalt immer u. Faktor im Men Seufzen und I Beruf und Vol irgend ein Leid wunsch. Man me ein nichtiges, ve Ding solch ein Man sucht nac und man findet gesehnte innere Weihnachten, un frischen Adventsf stillen Herzenssch erscheinen in sein euer Weinen ur So hat Michae Paul Gerhardt er kommt mit#### Lust, all Angst: an euch bewuß!! Freundliche, w unwillkürlich erin all der erhabener vergangenen Tag des Volkes Isra Messias hoffen, das kleine Belhl dem der Herr welches Ausgang keit her gewesen nach seinem eiger geschichte, und schickte er seinen Sterblicher kann ergründen; aber herrlichsten offenb ist. Mit dem§ der rechte Adven Herz, das Demut steht; ein Herz, Angs zu Grunde glaube, der sich verzweifelt, er tut wo so viel Unk Kulturüberschätzun auf, du lieber## ungezählten Mensa Licht und Liebe,