Historischer Kalender. 4. November: Freiherr von Wessenberg, berühmter liberaler, katholischer Prälat, zu Dresden geb. 1774.— Mendelssohn=Bartholdy, Musiker und Komponist, gest. 1847.— Gastav Schwab, Dichter, zu Stuttgart gest. 1850. — Badische Dragoner besetzen Nuits, 1870. Die Lohnbewegungen im Jahre 1906. Nach der soeben im„Zeutralblatt der Generalkommission" veröffentlichten Streikstattstik sind im Jahre 1906 in 8543 Fällen Forderuagen gestellt worden. Unter diesen sind zu verstehen die Fälle, in denen die Arbeiter Forderungen bezüglich Verbesserung der Lohn= und Arbeitsbedingungen an die Unternehmer richteten, sowie auch die Fälle, in denen die Unternehmer Forderungen bezüglich Verschlechterung von Arbeitsbedingungen an die Arbeiter stellten. In 110 Fällen wurden die Forderungen zurückgezogen; vun den verbleibenden 8433 Fällen fanden 4558— 54,1 Prozent ihre Erledigung durch erfolgreiche Unterhandlungen mit den Unternehmern oder durch stillschweigende Zugeständnisse von ihrer Seite. In 3773 Fällen= 45,9 Prozent der Fälle kam es jedoch zur Arbeitseinstellung oder zur Aussperrung. Die Forderungen selbst erstreckten sich auf 14044 Orte und auf 62780 Betriebe mit insgesamt 1260571 beschäftigten Arbeitern, von den 316042 oder 25 Prozent an Streiks bezw. Aussperrungen beteiligt waren. Durch gütliche Vereinbarung sind also 75 Prozent der an den Lohnbewegungen beteiligten Arbeiter in ihren Wünschen befriedigt worden. Es fragt sich nun, ob die ungeheure Summe, die im vergangenen Jahre für Streiks ausgegeben worden ist, und die sich für die sozial demokratischen Gewerkschaften auf bei 13½ Millionen Mark belief, sich im Verhältnis zu den Streikerfolgen gelohnt habe. Man wird bei näherer Betrachtung der vom„Korrespondenzblatt" veröffentlichten Statistik diese Frage nicht bejahen können. Im ganzen wurden 1906 durch Lohnbewegungen, Streiks und Aussperrungen erreicht: Arbeits zeilverkürzung für 339469 Personen, zusammen 1248119 Stunden wöchentlich. Lohnerhöhungen für 691 703 Personen, zusammen 1290 736 Mark für die Woche. Lohnaufschlag für Ueberstunden in 2246 Fällen, Lohnausschlag für Nachtund Sonntagsarbeit in 2109 Fällen, Beseitigung von Akkordarbeit in 68 Fällen, verbesserte Fabrik=, Bau= oder Werkstattordnung in 98 Fällen. Maßregelungen wurden abgewehrt in 149 Fällen.„Sonstiges“ wurde erreicht oder abgewehrt in 2199 Fällen. Endlich wurden in 2360 Fällen und für 317487 Beteiligte korporative Arbeitsverträge abschlossen. Das sind ansehnliche Erfolge; aber sie sind in der weit überwiegenden Mehrzahl nicht durch Streiks, sondern durch friedliche Vereinbarung erzielt worden. Man ersteht das aus den folgenden Angaben des„Korrespondenzblat es" über die speziell durch Streiks erreichten Erfolge. Danach wurde erreicht: an Arbeitszeitverkürzung für 75 646 Personen 289 882 Stunden wöchent. lich, an Lohnerhöhung für 154 253 Personen 359506 Mark pro Woche. Korporative Arbeitsverträge in 616 Fällen für 71 361 Beteiligte. Im Verhältnis zu dem ohne Arbeitsein stellung erzielten Resultate sind die Streikergebnisse durchaus nicht glänzend und rechtfertigen nicht die hohen auf sie verwendeten Unkosten. Obwohl fast in gleicher Zahl Lohnbewegungen mit wie ohne Streik geführt wurden, ist durch gütliches Uebereinkommen hinsichtlich der Arbeitsverkürzung mehr als dreimal, hinsichtlich der Lohnerhöhung mehr als doppelt soviel und in bezug auf Kartellerträge beinahe dreimal soviel erreicht worden als durch Streiks. Wenn durch Streiks eine wöchentliche Lohnerhöhung von insgesamt rund 360000 Mark erzielt worden ist, so macht das für das Jahr eine Lohnerhöhung von zusammen rund 18 Millionen Mark aus, während die Streikausgaben 13½ Millionen Mark betrugen. Aber die Streikunkosten bestehen nicht bloß aus den die Gewerkschaftskassen belastenden Summen, sondern besonders auch aus den Verlusten, die die Arbeiter an Löhnen usw. erlitten haben. Wie hoch diese Verluste sind, ist in der vorliegenden Streikstatistik nicht festgestellt; daß sie aber der Summe der gewerklichen Streikunkosten mindestens gleichkommen, ist nicht zu bestreiten. Zudem ist nicht zu übersehen, daß die durch Ausstandsausgaben geleerten Gewerkschaftskassen von den glücklichen Arbeitern wieder gefüllt werden müssen. Wäre es da vicht in sehr vielen, wohl in den meisten Fällen besser gewesen man hätte den Streik unterlassen und die Kosten dafür gespart? Zu einer anderen Betrachtung aber regt noch die Aufzählung der bei den Lohnbewegungen(mit und ohne treiks) erzielten Erfolge an. Die Gesamtsumme der errungenen Arbeitszeilverkürzung beläuft sich auf 1248119 Stunden wöchentlich, also auf rund 65 Millionen Arbeitsstunden im Jahre. Das stellt einen sehr erheblichen Ausfall dar, für den die Arbeitgeber sich anderwärts schadlos halten müssen. Dazu kommt die Errungenschaft von Lohnerhöhungen im Gesamtbetrage von 1 290786 Mark pro Woche, also von 60 Millionen Mark im Jahre. Abgesehen von den noch übrigen Errungenschaften(Lohnaufschlag bei.berstanden, bei Nachtarbeit usw.), macht das eine Summe aus, die ausschließlich— und vermutlich noch mit entsprechender„Gewinnquote“.— vom Konsumenten getragen werden muß. Zu den Verteuerern des Lebensbedaufs gehören demnach in erster Linie die Arbeiter, und deshalb dürfen sie am wenigsten sich beklagen, daß auch sie unter der heutigen Teuerung zu leiden haben. Die Lohnbewegungen bilden nichts weiter, als den Eintritt in den fehlerhaften Zirkel. Jede umfassende Verbesserung der Einkünfte der Arbeiter, wie nebenbei bemerkt, auch der Beamten, hat eine Verteuerung ganzer Reihen von Konsumartikeln, von Wohnungsmieten, Steuern usw. zur Folge. Am letzten Ende„gleichen“ sich dann die Verhältnisse wieder dergestalt aus, daß neue„Bewegungen“ wegen Unauskömmlichkeit mit den Löhnen bezw. Gehältern sich als notwendig erweisen. auch heute noch Regierung und Junker nicht viel anders. Diese trautige historische Periode kann eben nur überwurden werden, wenn die Sozialdemokratie und die aufgeklärte Lehrerschaft an der Erziehung der rückständigen Lehrer arbeiten. ... Wir müssen der Lehrerschaft klar machen, daß ihre historische Mission darin bestehen soll, die Jugend frei zu machen aus geistigen und geistlichen Fesseln, daß sie dazu aber der Unterstützung der klassinbewußten Arbeiterschaft nicht entraten kann. Der Sieg der litzteren über den Geist der Reaktion wird auch für die Lihrer den Anbruch einer neuen Zeit bedeuten.“ Daß derartige Auslassungen dazu führen könnten, die Lehrerschaft in die Arme der „Genossen“ zu treiben, ist jedenfalls zu bezweifeln; denn gerade aus den vorstehenden Worten spricht wieder die bekannte sozialdemokratische Geringschätzung der Volksschullehrer. Wenn irgend ein Stand Anlaß hat, die Sozialdemokraten grundsätzlich zu bekämpfen, so der Lehrerstand. In Wort und Schrift gehen die Sozialdemokraten plan: mäßig darauf aus, die Autorität des Lehrers bei den Kindern zu untergraben. Systematisch suchen sie die Früchte der Berufstätigkeit des Lehrers zu zerstören. Sie reizen die„Proletaxier“=Kinder aus, dem Lehrer Mißtrauen entgegenzubringen und ihnen den Gehorsam zu versagen; sie wirken außerhalb der Schulzeit auf die Kinder dahin ein, daß sie den religibsen, vaterländischen und sittlichen Grundsätzen, die ihnen der Lehrer beibringt, wieder entfremdet werden und gestalten so die schwere, aufopfernde Arbeit des Lehrers zu einer Danaidenarbeit. Und einer solchen Partei sollen die Lehrer sich zuwenden? Von einer solchen Partei sollen sie sich ihre historische Mission vorschreiben lassen? Die Lehrer werden sich für diese Zumutung bedanken und den Sozialdemotraten gelegentlich dafür — wie bei den letzten Reichstagswahlen— die Quittung ausstellen. Sozialdemokratie und VolksBebel hat bei seiner Aussprache über die sozialdemokratischen Wahlniederlagen zu Anfang dieses Jahres darüber geklagt, daß die Lehrer die Sozialdemokratie wütend bekämpft haben. In der Sozialistenpresse zeigt sich nun das Bemühen, die Lehrerschaft für die Partei zu gewinnen. Zu diesem Zweck schreibt beispielsweise die Breslauer„Volkswacht" das nachstehende: „Die herrschenden Gewalten arbeiten mit untrüglich wirkungsvollen Mitteln darauf hin, sowohl den Geist der Lehrer als auch der Jugend in eine geistliche Zwangsjacke zu stecken und ihn für das Denken über die„segensreiche heilige Ordnung des kapitalistischen Staates“ gebrauchsunfähig zu machen. In Preußen hätten sich die Lehrer gegen diese würdelose Zumutung zur Wehr setzen sollen. Sie haben es nicht getan und ein schwerer Vorwurf kann ihnen deshalb nicht erspart bleiben. Aber wir Sozialdemokraten wollen auch begreifen, daß eine jahrhundertelange raffinierte preußisch=deutsche Staatspolitik an der Verkrüppelung des Lehrergehirns arbeitete. Wie Friedrich der Große es mit dim hohen Beruse eines Lehrers vereinbar fand, daß der Lehrer gleichzeitig das Amt eines Schweinehirten versehen könne, so denken Die Heilbehandlung in der Invalidenversicherung im Jahre 1906. In beständig wachsendem Maße machen die Versicherungsanstalten und Kassenein richtungen der reichsgesetzlichen Involidenversicherung von dem ihnen zustehenden Rechte Gebrauch erkrankten Versicherten ein Heilverfohren angedeihen zu lassen, um ihre werbsfähigkeit zu erhalten oder wieder herzustellen. Nach der soeben erschienenen Statistik sind— wie aus dem Reichsversicherungsamte dem Reichs Arbeifsbla“t“ mitgeteilt wird— im Jahre 1906 bei allen Versicherungsanstalten usw. 66883 Personen mit einem Kostenaufwande von 16660445 Mark behandelt worden. Im Jahre 1901 betrug die Zahl der behandelten Personen nur 32710 und die Summe des Kostenaufwandes nur 7912220 Mk. Der Umfang der Heilbehandlung ist also im Laufe der letzten fünf Jahre, alljährlich steigend, um das Doppelte angewachsev. Von den Kosten entfallen auf Angehörigenunterstützung 2050 364 Mk. im Jahre 1906, gegen 916274 Mk. im Jahre 1902. Die Zahl der im Eigentume der Versicherungsträger steherden Heilssätten, Krankenhäuser usw. beträgt 53, von denen sind 27 Lungenheilstätten und 26 Sanatorien, Krankenhäuser, Genesungsheime usw. Dabei sind die Institute der Landesversicherungs anstalt Berlin, die auf einem großen Komplex in luxuriöser Ausführung je eine Lungenheilstätte und ein Sanatorium für Märner und Frauen errichtet hat, als vier gesonderte Anstalten gezählt worden. Nach der Statistik beträgt der Kostenaufwand bei ständiger Heilbehandlung(d. h. bei planmäßigen Heilverfahren in Sanatorien, Kliniken, Bädern oder in der eigenen Wohnung) für eine Person im Durchschnitt bei Lungentuberkulosen 370,16 Mk., bei anderen Krankheiten 194,40 Ml.,— bei nichtständiger Behandlung(d. h. in der Sprechstunde des Arztes 2c.) 24,12 Mk. bezw. 35,94 Ml. Die sogenannten Tages= oder Wald=Erholungsstätten haben sich mehr und mehr bewährt und werden steigend mit immer zahlreicheren Kranken belegt. Der Kostenaufcand betrug im Jahre 1906 für Männer 42 362 Mk, für Frauen 24649 Mk. Aus allen diesen imposanten Ziffern, die doch nur eine Nebenwirkung des Invalidenversicherungsgesetzes darstellen, erfieht man, wie sich das Arbeiterversicherungswesen immer segzensreicher erweist, und wie dar„Bißchen Sozialpolitik“ einen ganz gewaltigen Umfang angenommen hat. Aus dem dentschen Reiche Berlin, 1. November. Der Kaiser hat dem englischen Major Elliot von der Kappolizei, der die Verfolgung des Hottentottenführes Jakob Morenga erfolgreich durchgeführt hat, den Kronenorden 2. Klasse mit Schwertern per liehen. Die vereinigten Autschüsse des Bundesrats für Zoll= und Steuerwesen und für Handel und Verkehr hielten gestern eine Sitzung. Das Preußische Staatsministerium trat unter dem Vorsitz seines Präsidenten Fürsten Bülow gestern zu einer Sitzung zusammen. Die Konferenz im Kultusministerium, die unter dem Vorsitz des Kultusministers Dr. Holle mit der Beratung üder den„Fall Schroers" beschäftigt ist, hat ihre Beratungen auch gestern noch dicht deendet. An der Konferenz nehmen teil: Unterstaatssekretär Wever, Ministerialdirektor Naumann und Geheimrat Elster Staatssekretär Dernburg dürfte, wie an unterrichteter Stelle angenummen wird, am 11. d. M. wieder im Amte sein. Unterstaatssekretär v. Lindequist ist aus Deutsch=Südwestafrika zurückzekehrt und heute in Berlin eingetroffen. freisinnige Abg. Dr. Heckscher bekämpft im Hamb. Fcemdenbl.“ die Agitation für die Aufgebung des§ 175 des Strafgesetzbuchs(widernatürliche Unzucht) mit erfreulicher Schärfe:„In der Familie" schreibt er,„in der Hochachtung vor der Frau, wurzelt unsere Gesittung. Die Stellung der Frau ist der sicherste Gradmesser für die Kultur eines Volkes. Päderastie ist ein Rückfall in die Barbarei. Homosexualität ist Hundemoral. Das muß derb und klar ausgesprochen werden. Der Erziehung fällt die Aufgabe zu, den Willen zu stärken, dem Strafgesetz— den Willensschwachen zu isolieren, damit Krankheit und Sittenverderb einzelner nicht zu einer Volksseuche werde, die auf ihrem verheerenden Zuge die herrlichen Hoffnungen einer unvergleichen Kultur vernichten müsse." Wieder findverschiedese Gerichtsurteile gegen den sozialdemokratischen Terrorismus ergangen. So erhielt ein Former, der einen arbeitswilligen Arbeiter auf dem Kohlenbahnhof Wedding in Berlin schwer mißhandelt und gegen einen arbeits willigen Kutscher schwere Ausschreitungen begangen hat, ein Jahr Gefängnis und wurde sofort verhaftet. Ein Buchbinder erhielt vier Wochen Gefängnis, weil er einen Kollegen durch Drohungen und Pression aus seiner Arbeit gebracht hat. Er hatte die Entlassung des nichtorganisierten Kollegen verlangt und mit Arbeitsniederlegung aller Arbeiter des Betriebes gedroht, auch tatsächlich die Entlassung des Mannes erreicht Wie dem„Lok.=Anz.“ mitgeteilt wird, sind die Kosten für die allgemeine Aufbesserung der Gehälter der Reichsbeamten auf über 60 Millionen Mark jährlich veranschlagt. In der Strafsache gegen Harden hat die Staatsanwaltschaft das Ermittelungsverfahren eingeleitet, nachdem das Schöffengericht das Verfahren eingestellt hat. Davon, daß das Privatklageverfahren eingestellt sei, wird dem Angeklagten von Amtswegen Kenntnis gegeben. Den anderen möglichen Weg, das Verfahren in der Lage, in der es sich zur Zeit befindet, aufzunehmen, also Berufung gegen das Schöffenurteil einzulegen, hat die Staatsanwaltschaft, wie eine offiziöse Korrespondenz meldet, nicht beschritten. Um dem Arbeitermangel auf dem platten Lande und der dadurch bedingten unerwünschten Heranziehung russischer und polnischer Arbeiter zu begegnen, beabsichtigt die mecklenburgische Regierung, einen Fonds von zwei Millionen Mark zu begründen, aus dem einheimischen Arbeitern in weit gehendstem Maße Darlehen gewährt werden sollen, um deren Anfiedlungsmöglichkeit besonders in der Ritterschaft tatkräftig zu fördern. Von verschiedenen Gegenden des Reiches kommen Nachrichten, daß zum ersten Male Arbeiter als Schöffen beziehungsweise Geschworene ausgelost worden sind. Es sind auch notorische Sozialdemokraten zum ersten Male zu diesem Ehrenamt berufen worden, so in Frankfurt a. Main, wo gleich drei Parteifunktionäre der Sozialdemokraten, und in Straßburg i.., wo der derzeitige sozialdemokratische Bertreter der Stadt im Reichstage, Abgeordneter Böhle, als Geschworene berusen worden sind. Gestern wurden weitere zwei Russen aus Deutschland ausgewiesen; heute früh wurde nach der„Post“ ein Pole aus dem Bett heraus verhaftet und auf zwei aus Breslau sigualisierte Anarchisten wird gefahndet. Der Vorstand des„Bereins Berliner Journalisten“ hatte an Harden, alias Isidor Witkowski, ein überschwängliches Begrüßungstelegramm gesandt. Dagegen ist der Journalist Pfeiffer in schärfster Weise in einer öffentlichen Erklärung aufgetreten. Ein Verein, der sich eine derartige patriarchalische Gesiunungsbevormundung gefallen lasse, müsse auf die Stufe einer geistigen Kleinkinder=Bewahranstalt herabsinken und mache sich lächerlich. Dem„Verein Berliner Journalisten“ habe er angehört— einer Harden Schutztruppe kehre er den Rücken! davon sind 189 Rechte und Monarchisten, 112 Oktobristen und Gemäßigte, 4 Mitglieder der friedlichen Erneuerung, 33 Kadetten, 14 polnische Nationalisten, 6 Mohammedaner, 10 Sozialdemokraten, 24 Linke und 2 Wilde. Unter den Gewählten befindet sich der Präsident der zweiten Duma, Golowin. Zu wählen sind noch 47 Abgeordnete. Der Zar wird, wie verlautet, die neue Reichsduma persönlich eröffnen. Madrid, 3. Nov. Dem„Liberal“ zufolge werde die Unterredung des Königs Eduard mit dem Deutschen Kaiser und König Alfons in England eine größere Tragweite haben als die jüngst stattgehabte Unterredung zwischen dem spaaischen und dem französischen Minister des Aeußeren. Der Plan König Eduards gehe nämlich dahin, im Einvernehmen mit der französischen Regierung zwischen den vier genannten Mächten ein Abkommen zu erzielen, welches eine Abänderung der bieher in Marokko verfolgten Politik bezweckt. daß die Aussichten dieser Kultur, namentlich bei künstlicher Bewässerung, günstig sind. In dem am weitesten vorgeschrittenen Baumwollgebiet, in Sadani, plant der Staatssekretär die Bildung einer Baumwollbau= und Bewässerungs= Genossenschaft zum Zweck eines gemeinschaftlichen Kanalbaues unter Staats garantie. Kirche, Schule und Kolonialpost. Aus dem Amsterdam, 2. Nov. Der„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ meldet aus Batavia: Einem Telegramm zufolge ist auf der Insel Florcs eine 12 Mann starke holländische Patrouille vollständig niedergemetzelt worden. Paris, 2. Nov. Nach der Erhöhung der Deputierten=Diäten von 9000 auf 15000 Frcs. verpflichtete ein Parteibeschluß die geeinten Sozialisten, von ihrem Gewinn jährlich 3000 Frcs. an die Parteikasse abzuführen. In der gestrigen Versammlung des Nationalrotes der Partei haben nun 11 von den 52 Geeinten diesem Beschlusse den Gehorsam verweigert. Rom, 3. Nov. Mittelst päpstlichen Dekrets werden alle Bischöfe der Welt angewiesen, alle jene Priester, welche sich der modernistischen Bewegung angeschlossen haben, als außerhalb der Kirche stehend zu betrachten und gegen dieselben die entsprechenden Moßregeln zu treffen. London, 2. Nov. Der Ausbruch des Streiks der Eiseubahnangestellten steht unmittelbar bevor. Petersburg, 2. Nov. Nach den bis heute mittag vorliegenden Meldungen sind 395 Duma=Abgeordnete gewählt, Der letzte (Kolonial=Wirtschaftliches.) Das soeben erschienene Novemberheft des„Tropenpflanzer“, Oegan des Kolonial=Wirtschaftlichen Komitees, Berlin N.., Unter den Linden 43, enthält an erster Stelle den Bericht über die pflanzerpathologische Expedition nach Kamerun, die Dr. von Faber im Auftrage des Kolonial Wirtschaftlichen Komitees zum Zwecke des Studiums und der Bekämpfung der in den Kakao und Kautschulpflanzungen Kameruns aufgetretenen Krankheiten zu Beginn dieses Jahres unternahm. Es handelt sich hier hauptsächlich um die Braunfäule des Kakaos, jene gefährliche Krankheit, deren erfolgreiche Bekämpfung man schon seit Jahren anstrebt; die Expedition lehrt, mit welchen Mitteln gegen die Krankheit mit Aussicht auf Erfolg anzugehen ist. Außerdem enthält der Bericht wichtige Fingerzeige über den Kakco Hexenbesen, den=Krebs, den Wurzelpilz u. a. m. In einem Aufsatz „Die Yerbales in Südamerika und der Paraguaytee“ gibt W. Ludwig Friderici, Cordoba, ein anschauliches Bild von dem Vorkommen und der Verbreitung des Baumes, der dem Argentinier das unentbehrliche Nationalgetränk liefert, von der Art der Zubereitung des Tees und dem heutigen Stand seiner Kultur.— In den folgenden Rubriken finden sich diesmal neben anderen die tropische Agrikultur betreffenden Notizen besonders über den Kautschuk interessante Mitteilungen.— Dieser Nummer liegt als 4. Beiheft der Bericht IX(Herbst 1907) über die Deutsch=kolonialen Baumwoll Unternehmungen von Karl Supf bei, der über die bisherigen Ergebnisse der Baumwollkultur in unseren Kolonien in anschauticher Weise berichtet. (Der deutschfeindliche Kapitän Nechale) im Ovambolande ist gestorben. Die Oberkapitänschaft der Ovambos dürfte nunmehr der durchaus loyale Kambonde erhalten. Vielleicht wird es möglich sein, unter diesem Häuptling die immer noch schwebende Ovambofrage auf feieblichem Wege zu lösen. (Südwestafrika.) In Düsseldorf wurde eine deutsche Farmgesellschaft für Südwestafrika gegründet. (Deutsch= Ostafrika.) Nach dem soeben ausgegebenen neuesten Bericht des Kolonialwirtschaftlichen Komitees über deutschkoloniale Baumwollunternehmungen hat die Reise Dernburgs hinsichtlich der Baumwollkultur die erneute Feststellung gebracht, (Pfarrer Jatho in Köln) hatte, wie liberalerseits berichtet wird, in einem polulärwissenschaftlichen Vortrag über die neueren Ergebnisse der Forschung über die vom christlichen Abendmahl zur Erklärung des Sakraments Analogien aus alten heidnischen Mysterien herange zogen Die Stelle hat das rheinische Konsistorium„für eine verunglimpfende Herabsetzung kirchlicher Lehre und Sakramentsübung" erklärt. Jatho verirre sich hier in den Ton„aufklärischer Polemik“. Ueber. haupt lasse es der Vortrag„an dem zuverläßlichen Merkmal wissenschaftlichen Geistes, der behutfamen Abstufung zwischen wahrscheinlichen Annahmen und unsicheren Vermutungen, vollständig fehlen, indem er mehr oder weniger sichere Ergebnisse und überaus gewagte Hypothesen einzelner Forscher als wissentschaftliche Resultate auf eine Linie stelle". Des weiteren wird Jatho vorgeworfen, es sei ihm scheinbar darum zu tun gewesen,„vor allem den gegen die kirchliche Ueberlieferung und Ordnung gerichteten Instinkten“ seiner Zuhörer„Befriedigung zu verschaffen". Auch wird mit Einleitung eines Disziplinarverfahrens auf Entfernung aus dem Amte gedroht, und schließlich den Anhängern Jathos vorausgesagt, daß sie bei einem etwaigen Austritt aus der Lundeskirche„bei haltlosem Freidenkertum anlangen“ werden, so daß dann Jatho die Schuld an der„religiösen Verarmung“, derjenigen zu tragen habe, denen er habe dienen wollen. Gegen diesen Entscheid haben nach dem„Hann. die 14 liberalen Leienmitglieder des Kölner Presbyteriums als gegen eine kränkende Unterstellung Protest und Verwahrung eingelegt. (Eine Gedächtnisfeier für Gustav Adolf) findet Mittwoch, 6. November, nachmittags beim Schwedenstein auf dem Schlachtfelde bei Lützen statt. Geheimrat Pauk=Leipzig wird die Festrede halten. In einem Festzuge wird hinausgezogen werden. Parteibewezung, (Der Abgeordnete Meuck) veröffentlichte, wie aus Altona gemeldet wird, folgende Erklärung:„Als man mir das Mandat antrug, erklärte ich, daß ich mich zur freikonservativen Partei rechne. Auf Grund der Verhandlungen mit meinem Wahlkomitee, welche davon ausgingen, daß zwischen dem rechten Flügel der Nationalliberalen und der Freikonservativen kein wesentlicher Unterschied bestände, erklärte ich mich auf Wunsch meines Wahlkomitees bereit, der nationalliberalen Fraktion beizu treten. In meinem Wahlprogramm hatte ich mich vor meinen Wählern gegen das Reichstagswahlrecht erklärt. Weil die nationalliberale Fraktion des Abgeordnetenhauses hierin anderer Ansicht war und ich keiner Partei angehören kann, welche von ihren Mitgliedern verlangt, daß sie sich für das Reichstagswahlrecht erklären müssen, so bin ich zu der freikonservativen Frak tion übergetreten, die mir nicht sernsteht, sondern der ich nach meinen Ueber. zeugungen angehöre.“ polnische Proseriptions. liste) die 32 Namen von Kaufleuten, Handusn, aus Argenau und Umgegend ingt das Gresener Polenbatt „Lech“. Die Poskribierten sind Polen, Siestle enes Kaser Friebrich= Denrchals in Argenau persönlich teilgenommen oder aus diesem Anlaß ihre Häuser beflaggt oder illuminiert haben. Unter den Polen, welche durch ihre Teilnahme an einer rein deutschen Feier den gern des„Lech“ erregten, befinden sich gug#e mit deutschen Namen, wie Arndt, Sichll=, Broß, Speck, Städter usw. Die Liste, deren Zwick offensichtlich der Boykott und vie geschäftliche Schädigung der Genannten ist, schließt mit dem die eigentliche Absicht nur ungeschickt verschleiernden Verwissen nun, wer ihr belchnen. V. Migen de In Bielefeld, 2. November (Beabsichtigte Ankäufe der Stadt.) Nach der„Westf. Ztg.“ beabsichtigt die Stadt einen größeren Komplex am Lauxberge bei den Sandgruben für 189000 Ml. (.60 Mk. für den Quadratmeter) ab zukaufen. Der Magistrat hat mit weitblickender Erkenntnis den Entschluß gefaßt, sich dieses Grundstück zu sichern, um später dort anbauen zu können und die Stadt nach jener Richtung hin auszudehnen Ferner soll die Stadt mit Herrn Meyer zu Heepen wegen Ankaufs der„Heeper Fichten“ in Unterhandlung stehen. Das ganze 45 Scheffelsaat umfassende Grundstück würde ungefähr 250000 Mk. kosten. In den Kreisen der Herren Stadtverordneten, schreibt das Blatt, herrscht sehr menig Meinung dafür, so daß der Kauf nicht zustande kommen wird. (Schonzeit für Rehkälber.) Gemäß § 40 Absatz 2 zu c der Jagdordnung vom 15. Juli 1907 hat der Bezirks=Ausschuß beschlossen, für den Umfang des Regierungsbezirks Minden die Schonzeit für Rehkälber für das Jahr 1907 und bis auf weiteres auch für die folgenden Jahre auf das ganze Jahr auszudehnen. (Stadttheater.)„Viel Lärm umnichts“ von W. Shakespeare ging gestern abend über die Bretter. Es ist eins der schwächsten Lustspiele des englischen Dichters. Die Haupthandlung, Heros Verleumdung und Ehrenrettung tritt zu stark gegen die Nebenhandlung zurück. Die Hauptrollen der Nebenhandlung, Beatrice und Benedikt, Ambrosius und Cyprian sind es daher, welche das ganze Lustspiel halten. Und diese Rollen lagen in guten Händen. Fräul. Stollberg als Beatrice war wieder ganz auf der Höhe und die Kraft ihres Könnens drang fiegreich durch. Herr Andreas als Benedikt hatte an ihr eine gefährliche Partnerin, doch wurde Rolle vollauf gerecht, besonders in dem köstlichen Wortgesicht. Herrn Heberling lag die Rolle des Ambrosius— eine echt Shakespearsche Figur— ausgezeichnet und er hatte mit vollem Recht den lautesten Erfolg. Auch die übrigen Rollen waren gut besetzt, schwierig ist die Darstellung des Claudio, da der Charakter dieses florentinischen Grafen vom Dichter ziemlich verzeichnet ist.— Das vollbesetzte Haus bereitete dem Stücke eine freundliche Aufnahme. (Das Reichsgericht in Leipzig) hat die Revision gegen das Erkenntnis des Oberlandesgerichts in Hamm, wonach dem Kriminalkommissar a. D. Schröder in Bielefeld von den Maurermeistern L. und K. ein Schmerzensgeld von 4000 Mk. zu zahlen ist, zurückgewiesen. Damit dürfte der laugwierige Prozeß entgültig entschieden sein. Erzählung aus dem polnischen Aufstande im Jahre 1848. Von 2. Ideler. (Nachdruck verboten. Vom Büfett herüber strahlte dem jungen Offizier reich gediegenes Silbergeschirr entgegen, das in dem Glanze von zwei großen, vielarmigen Kronleuchtern doppelt hell schimmerte. „Wahrlich," dachte der Leutnant betroffen, „diese Polen haben noch nicht alle ihre irdischen Güter für das Vaterland dahingegeben.“ Zu weiterem Nachdenken blieb ihm keine Zeit, denn Herr von Stanicz trat rasch auf ihn zu und begrüßte ihn mit liebenswürdiger Höflichkeit. „Willkommen in unserm kleinen Kreise!“ sagte er und schüttelte dem Offizier die Hand. Dann wandte er sich an die andern, die in einer Gruppe beisammen standen. „Herr Leutnant von Arnau," begann er vorstellend,„meine Frau, meine Tochter Anna, mein Sohn Stephan, Kaplan Konstantin, augenblicklich unser lieber Gast, der Linige Zeit bei uns verwellen wird. Nun sen Sie Platz Herr Leutnant.“ Eine vorzügliche Abendmahlzeit wurde aufgetragen, schwere Weine kreisten an der kleinen Tafel, und die Unterhaltung wurde bald eine sehr lebhafte. Hans von Arnau musierte verstohlen seine neue Hausgenossen. Am meisten interessierte ihn Anna v. Stanicz, die Tochter des Hauses. „Ein deutsches Gesicht," dachte er, im ersten Augenblick etwas enttäuscht,„und auch ein deutscher Vorname. Ich hätte so gern einmal eine Vollblutpolin kennen gelernt.“ Bald genug sollte der junge Herr erfahren, daß ihm eine solche in der Frau des Hauses gegenüber saß. Anna von Stanicz war eine große, schöngewachsene Blondine mit hellem, prächtigem Haar und lichten Augen; ein außerordentlich zarter Teint schmöckte das regelmäßige Gesicht, und in seelischer Erregung färbte das schneller pulsierende Blut die zarten Wangen rosig, es schimmerte förmlich durch die Haut. In solchen Momenten leuchteten auch die Augen stahlblau auf, und man erkannte, daß die junge Dame ihre Stellung durchaus zu wahren verstand. „Hübsch," dachte Herr von Arnau,„sehr hübsch und sehr vorwehm, aber nicht so, wie ich sie mir gedacht hatte. Auf jeden Fall aber eine höchst angenehme Zugabe in dieser Einöde, so ein junges, schönes Mädchen!“ Herausfordernd drehte der junge Krieger sein blondes Bärtchen und versuchte wiederholt, die junge Dame in das Gespräch zu ziehen; sie antwortete ihm auch, aber mit einer unverkennbaren Zerstreutheit, die den Offizier bald verdroß; er war es nicht gewohnt, sich von Damen vernachlässigt zu sehen. Die Feau des Hauses schwieg gänzlich; aus einem wachsbleichen Gesicht lohten ein Paar brennender schwarzer Augen, in denen ein seltsames Feuer glühte. Herr von Arnau erschrak vor diesem Blick, aus dem ihm Haß und Rache entgegensprühten. Ihre schmalen Lippen bewegten sich unaufhörlich, aber ganz lautlos. Man wußte nicht, sprach sie ein Gebet oder fluchte sie dem unwillkommenen Eindringling? „Meine Frau ist leidend,“ bemerkte Herr von Stanicz mit einem Blick auf seine Gattin,„nervös überreizt. Sie hat viel Trübes erlebt.“ Auna faßte liebkosend die Hand der Mutter und flüsterte ihr in polnischer Sprache einige Worte zu. Allmählich löste sich der starre Krampf der bleichen Gesichtszüge; mit einem Seufzer strich die Dame mit der Hand über das stark ergraute Haar und nickte der Tochter freundlich zu. Dann bemühte sie sich sichtlich, die artige Wirtin zu sein; sie flocht ab und zu eine Bemerkung in die Unterhaltung; da sie aber der deutschen Sprache nur unvollkommen mächtig war, gab sie meist eine stumme Zuhörerin ab. „Können Sie denn polnisch sprechen?“ fragte Herr von Stanic; den Offizier. „Soviel, daß ich mich mit jedem Polen verständigen kann, ich verstehe aber jedes Wort!“ war die rasche Antwort. Kaplan Konstantin, der sich bis dahin gänzlich schweigend verhalten hatte und etwas im Dunkel saß, hob bei diesen Worten rasch den Kopf un sah den Preutzen an. Er war ein starker, nicht mehr allzujunger Herr mit einem ganz glatten, bartlosen Gesicht; die Wangen zeigten jene bläuliche Färbung, die den starken Bartwuchs verrät; warum trug der Kaplan keinen Vollbart, da es doch unter den kaiholischen Geistlichen in jener Zeit so vielfach Gebrauch war? Im übrigen interessierte er den jungen Offizier nicht. Desto mehr haftete Hans von Arnaus Blick auf seinem Gegenüber, dem jungen Sohne des Hauses. (Forsetzung folgt.) an-Senne I, 3. 9 von Beihilfen.) durchzog ein verheeren Gemeinde, von dem des Krieger-, Lundwe schwer betroffen wur Weise hat der Vo Kriegerbundes den gese als Beihilfe die Sum bewilligt, welche heute schiedener Höhe, je n erlittenen Schadens, Vorsitzenden des Krei händigt wurde. Aus den# C Herford, 4. Feuerwehr) feiert 10 Novembei auf de mittags 4 Uhr Beginn 8 Uhr Ball und Auf # Hersord, 4 Die von der Land Belgien eingeführten Donnerstag. den 7.: Uhr aus dem Exerzi Verkauf. O Hersord, 4. gemeine Ehienz Sonnabend Herrn### Gutenberg und Nieme Gewerbe.spektor üb Herford, 4. Nov. wird der Aussichtsrat bach u. Co. A. G. deHannover stattfiadendet vorschlagen. h Herford, 4. schaftlicher Kreis Generalversammlung fi nachmittags 3 Uhr Kaiser“ in Bünde sta r- Herford, 4. Nov. Gestern nachmittag 3¾ Vereinshaus eine Abgeor zu der sich 145 Abgeor! gehörenden Vereine einge Vorsitzende, Herr Bürge die Versammlung mit ein Kriegsherrn und wies in bedeutungsvollen Tage ir Se. Majestät der Kaiser großen Manöver in unse und bei dieser Gelegenhei westfälischen Truppen fi Ausdauer ausgesprochen mit aufrichtiger Freudee ordnung wurde sodann die Verlesung des Protol versammlung 1907 wur schienen und den Verei Der Kriegerverein Ahle m ausgenommen und den ar Vereins die Aufnahmeur bandes mit herzlichen sitzenden überreicht Es reichung des Diploms a Herrn Professor Fellinger sitzenden mit einer Anf dankte in bewegten Wor gewordene Ehrung. Den in einem Briefumschlig Stärkenachweis, der bis dem Vorsitzenden ausgest das Protokoll über die in stattgefundene Abgeordnet fälischen Kriegerverbande der Beiträge empfiehlt forderten Jahresbeitrag v zu bewilligen, dagegen sie der Beiträge nicht einze wurde stattgegeben. Die in Zukunft in der Frühja da die Rechnung von und infolgedessen zu der keine genaue Uebersicht: Vereinen Südlengern, Vle der Antrag gestellt, das Kie in ihrem Orte zu feiern Ortes in dem das Fest g in der nächsten Frühj übliche Beitrag für die gräber in Elsaß=Lothringe Halten der„Parole“ wur die Vereine gebeten, für Absatz des Jahrbuches 19 die erzielten Ueberschüsse kommen.— 1906 62,80 Komitees auf Bewilligung richtung eines Andreas=H wurde abgelehnt. Herr bittet auf die nächste T Zeitweise Abhaltung der 9 in Löhne. Herr Ehrena hausen bedauert es, daß gliedern im letzten Jahre ist und richtet an die Ver dahin zu wirken, daß noch fernstehenden Kamer anlaßt werden. Der Vor seinen Schlußworten diese der Sitzung kurz vor 6 U D Melbergen sprechlinie.) Der einer Fernsprechlinie a Melbergen liegt beim Einsicht aus. II Kirchlengern, bauer Hermann Gerk ein kupferner Kissel im gestohlen. Des'ebsta Lumpensammler, der im Hanse gewisen stu #eh n seh. I Stift Quernhe die mir nicht fernmeinen Ueber. roseriptions. Kaufleuten, Handm und Umgegend nesener Polenbatt n sind Polen, die r eines Kaiser rgenau persönlich diesem Anlaß ihre Uuminiert haben. durch ihre Teilsutschen Feier den en, befinden sich samen, wie Arndt, tädter usw. Die stlich der Boykott ädigung der em die eigentliche schleiernden Versen nun, wer ihr ihn entsprechend 2. November. ufeder Stadt.) sichtigt die Stadt im Laurberge 189000 Mt. neter) ab zukaufen. seitblickender Erfaßt, sich dieses im später dort die Stadt nach hnen Ferner soll yer zu Heepen per Fichten“ Das ganze 45 rundstück würde osten. In den ordneten, schreibt menig Meinung icht zustande älber.) Gemäß agdordnung vom ezirks= Ausschuß des Regierungsit für Rehkälber bis auf weiteres auf das ganze ärmumnichts“ rn abend über die isten Lustspiele des sthandlung, Heros tritt zu stark gegen e Hauptrollen der nedikt, Ambrosius che das ganze Lustlagen in guten Beatrice war wieder ift ihres Könnens dreas als Benedikt tnerin, doch wurde besonders in dem Heberling lag die cht Shakespearsche hatte mit vollem die übrigen Rollen ie Darstellung des ses florentinischen verzeichnet ist.— dem Stücke eine in Leipzig) das Erkenntnis Hamm, wonach d. Schröder meistern L. und 4000 Mi. zu Damit dürfte Uitig entschieden sie sich sichtlich, e flocht ab und nterhaltung; da che nur unvollsie meist eine isch sprechen?“ Offizier. it jedem Polen ehe aber jedes vort. sich bis dahin satte und etwas n Worten rasch ußen an. Er lzujunger Herr tlosen Gesicht; liche Färbung, errät; warum irt, da es doch chen in jener ? Im übrigen Offizier nicht. Arnaus Blick jungen Sohne tung folgt.) an- Senne I, 3. Nov.(Bewilligung von Beihilsen.) Am 28. Juni 1907 durchzog ein verheerendes Hagelwetter unsere Gemeinde, von dem auch viele Mitglieder des Krieger-, Lundwehr= und Reservevereins schwer betroffen wurden. In hochherziger Weise hat der Vorstand des deutschen Kriegerbundes den geschädigten 40 Kameraden als Beihilfe die Summe von 1800 Mark bewilligt, welche heute in.trägen von verschiedener Höhe, je nach dem Umfange des erlittenen Schadens, denselben durch den Vorsitzenden des Kreis Kriege verbandes behändigt wurde. Aus den Kreise Herford. C Herford, 4. Nov.(Die freiw. Feuerwehr) feiert ihr Stiftungtfest am 10 Novembei auf dem Schützenhofe. Nachmittags 4 Uhr Beginn des Konzertes. Abends 8 Uhr Ball und Aufführungen. Hersord, 4 Nov.(Pferdezucht.) Die von der Landwirtschaftskammer aus Belgien eingeführten Pferde kommen am Donnerstag. den 7. November, mittags 12 Uhr aus dem Exerzierplatz in Hamin zum Verkauf. O Hersord, 4. Noobr.(Das allgemeine Ehienzeichen) wurde am Sonnabend Herrn Werkmeister Kötter bei Gutenberg und Niemann durch den Herrn Gewerbe.spektor überreicht. Herford, 4. Nov.(8% Dividende) wird der Aussichtsrat der Firma J. Glsbach u. Co. A. G. der am 3. Dezember in Hannover stattfindenden Generalversammlung vorschlagen. ch Herford, 4. Nov.(Landwirtschaftlicher Kreisverein) Die nächste Generalversammlung fiadet am 12. November nachmittags 3 Uhr im Hotel„Deutscher Kaiser“ in Bünde stalt. r- Herford, 4. Nov.(Kreiskriegerbund.) Gestern nachmittag 3¾ Uhr fand im evangel. Vereinshaus eine Abgeordaetenversammlung statt, zu der sich 145 Abgeordnete der zum Verbande gehörenden Vereine eingefunden hatten. Der neue Volsitzende, Herr Bürgermeister Busse eröffnete die Versammlung mit einem Hoch auf den obersten Kriegsherrn und wies in seiner Ansprache auf die bedeutungsvollen Tage in Münster hin, an denen Se. Majestät der Kaiser anläßlich der diesjährigen großen Manöver in unserm Westfalenlande weilte und bei dieser Gelegenheit seine Anerkennung den westsälischen Truppen für ihre Leistungen und Ausdauer ausgesprochen hat, was jeden Westfalen mit aufrichtiger Freude erfüllt habe! Die Tagesordnung wurde sodann wie folgt erledigt: Auf die Verlesung des Protokolls über die Frühjahrsversammlung 1907 wurde, weil im Drucke erschienen und den Vereinen zugestellt, verzichtet. Der Kriegerverein Ahle wurde in den Kreisverband ausgenommen und den anwesenden Vertretern des Vereins die Aufnahmeurkunde des Provinzialverbandes mit herzlichen Glückwünschen vom Vorsitzenden überreicht Es erfolgte sodann die Ueberreichung des Diploms an den Ehrenvorsitzenden Herrn Professor Fellinger=Herford durch den Vorsitzenden mit einer Ansprache. Herr Fellinger dankte in bewegten Worten für die ihm zuteil gewordene Ehrung. Den Vereinen wurde sodann in einem Briefumschlig ein Formular über den Stärkenachweis, der bis zum 15. Jan. bestimmt dem Vorsitzenden ausgefüllt zurückzugeben ist und das Protokoll über die in Gelsenkirchen am 9. Juli stattgefundene Abgeordnetenversammlung des Westfälischen Kriegerverbandes überreicht. Bezüglich der Beiträge empfiehlt der Vorsitzende den geforderten Jahresbeitrag von 43 Pfg. pro Mitglied zu bewilligen, dagegen sich auf weitere Erhöhungen der Beiträge nicht einzulassen. Dem Vorschlage wurde stattgegeben. Die Rechnungslegung wird in Zukunft in der Frühjahrsversammlung erfolgen, da die Rechnung von Januar zu Januar läuft und infolgedessen zu der Herbstversammlung noch keine genaue Uebersicht vorhanden ist. Von den Vereinen Südlengern, Blotho und Ennigloh wurde der Antrag gestellt, das Kreiskriegerverban dsfest 1908 in ihrem Orte zu feiern. Die Bestimmung des Ortes in dem das Fest gestiert werden soll, erfolgt in der nächsten Frühjahrsversammlung. Der übliche Beitrag für die Schmückung der Kriegergräber in Elsaß=Lothringen wurde bewilligt. Das Halten der„Parole“ wurde warm empsohlen, und die Vereine gebeten, für einen möglichst großen Absatz des Jahrbuches 1908 Sorge zu tragen, da die erzielten Ueberschüsse dem Kreisverband zugute kommen.— 1906 62,80 Mk.— Ein Gesuch des Komitees auf Bewilligung eines Beitrags zur Errichtung eines Andreas=Hofer Der kmals in Wien wurde abgelehnt. Herr Rendant Wiegand Löhne bittet auf die nächste Tagesordnung zu setzen: Zeitweise Abhaltung der Abgeordnetenversammlung in Löhne. Herr Ehrenamtmann Meyer Röding= hausen bedauert es, daß der Zuwachs von Mitgliedern im letzten Jahre nur sehr gering gewesen ist und richtet an die Vereinsvorstände die Bitte, dahin zu wirken, daß die dem Kriegervereine noch fernstehenden Kameraden zum Beitrit veranlaßt werden. Der Vorsitzende schließt sich in seinen Schlußworten diesem Wunsche an. Schluß der Sitzung kurz vor 6 Uhr. Melbergen 4. Nov.(Fernsprechlinie.) Der Plan über den Bau einer Fernsprechlinie an der Bültestraße in Melbergen liegt beim Postamt Löhne zur Einsicht aus. II Kirchlengern, 3. Nov. Dem Neubauer Hermann Gerking hierselbst wurde ein kupferner Kssel im Wuite von 30 Mk. gestohlen. Des'ebstahls verdschtig ist ein Lumpensammler, der um die fragliche Zeit gewisen ist und den Kessel draußer sch. I Stift Quernheim, 3. Nov.(Als Standesbeamter) für den Standesamtsbezirk Stift Quernheim wurde der Apotheker Bertelsmann seitens des Herrn Oberpräsidenten ernannt. II Löhne, 3. November.(Diebstahl.) Einem in der hiefigen Düngersabrik beschäftigten fremden Arbeiter wurden aus seinem verschlossenen Koffer seine Ersparnisse und diejenigen eines Mitarbeiters im Gesamtbetrage von 50—60 Mark gestohlen. Der Täter ist nicht bekannt. Aus den Kreisen Minden und Lübleke. Minden, 4. November.(Güterdiebstähle.) Ende September, Mitte Oktober und am 25. Oktober wurden beim Entladen der Waggons auf hiefigem Güterbahnhofe zusammen 2 Sack Weizenmehl und 1 Sack Weizenkleie entwendet. Als Täter sind nunmehr die Arbeiter Heinrich Sch. und Hermann R. von hier ermittelt. Der zuletzt entwendete Sack Weizenmehl konnte dem Eigentümer zurückgegeben werden. R. wurde, weil wiederholt wegen Diebstahls vorbestraft, dem Amtsgericht zugeführt. Lahde, 31. Oktbr.(Die Sparkasse des Amtes Windheim) zu Lahde ist vom Herrn Regierungspräsidenten zu Minden im Einverständnis mit dem Herrn Landgerichtspräsidenten zu Bielefeld zur Anlegung von Mündelgeldern widerruflich für geeignet erklärt worden.(.=L. Krsbl.) Lübbecke, 3. Nov.(Die Herbstkontrollversammlungen) werden im Bereiche des Meldeamts Lübbecke in diesem Jahre in nachstehender Weise abgehalten: In Hüllhorst vor dem Hause des Gastwirts Kahre am 4. November 2 Uhr nachmittags. In Lübbecke, Markt, am 5. November 9 Uhr vormittags. In Preuß. Oldendorf am westlichen Ausgange am 5. November 3 Uhr nachmittags. In Fiestel vor dem Hause des Gastwirts Spreen am 6. November 9 Uhr vormittags. In Levern vor dem Hause des Gastwirts Pörtner am 6. November 2 Uhr nachmittags. Ja Dielingen vor dem Hause des Gastwirts Bahrenhorst am 7. November 9 Uhr vormittags. In Wehdem vor dem Hause des Gastwirts Hackemeyer am 7. November 2 Uhr nachmittags. In Rahden, Markt, am 8. Novemder 9 Uhr vormittags. Ja Gehlenbeck vor dem Hause des Gastwirts Kohlwes am 8. November 3 Uhr nachmittags. 31. Oktober.(Gesälschte Wechsel) Der wegen Wechselfälschungen aus Bad Oeynhausen verschwundene Besitzer einer Schuhfabrik hat seine unsauberen Manipulationen leider auch auf Blasheim ausgedehnt. Dem Schuhmacher und Händler H St hierselbst, welcher mit dem Verschwunde##en in Geschäftsverkehr gestanden, wurden, laut„Lüdd. Krabl.“ zwei gefälschte Wechsel über er. 1200 Mark zur Einlösung vorgezeigt, indessen konnte die Tcceptunterscheift unschwer als Fälschung .stzestellt werden. Levern, 2. Nov.(Begräbnis.) Hier wurde, wie das Lübb. Kreisbl.“ mitteilt am Sonntag, den 27. Oktober der Landbriefträger Warmann zur letzten Ruhe bestattet, der früher 25 Jahre lang als Postillon die Personenposten Lübdecke Löhne und Lübbecke Levern gefahren und für seine untadelige Dienstverrichtung als solcher Ehrerpeitsche, Ehrentrompete und dreifache goldene Tresse erhalten hat. Warmann ist bei seinen vielen sauren Wegen 68 Jahre alt geworden. U. a. gaben auch die Unterbeamten des Lübbecker Postamies, soweit es ihnen der Dienst erlaubte, ihrem Kollegen das letzte Geleite. Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderdorn. Gütersloh, 2. Nov.(Folgende Jagdgeschichte) geht seit drei Tagen unbeanstandet durch die Blätter und ist deshalb möglicherweise kein Jägerlatein, oder ist sie es doch? Ein seltenes Jagdglück hatten hiefige und Wiedenbrücker Herren, welche gestern auf einer gemeinschaftlichen Jagd in der Senne, nahe Neuhaus, jazten. Auf der Suche nach Hasen kam ihnen plötzlich ein respektables Wildschwein vor die Gewehre, welches denn auch sofort als willkommene Beute aufs Korn genommen und erlegt wurde. Nun hatten am gleichen Tage Paderborner Offiziere für fremde Gäste ein Sautreiben arrangiert und da Wildschweine hier selten sind, ein solches extra von auswärts bezogen und an diesem Tage früh morgens in Freiheit gesetzt. Das Schwein suchte das Weite, bis es von den fremden Jägern erlegt wurde und somit seiner eigentlichen Bestimmung ganz verloren ging. Die später eintreffende Paderborner Jagdgesellschaft konnte gerade noch zusehen, wie das Schwein aufgeladen und forttransportieft wurde. Gütersloh, 1. Nov.(Pferdevormusterung.) Die diesjährige Pferdevormusterung findet für das Amt Gütersloh am 11. November er., nachmittags 2½ Uhr und für die Stadt Gütersloh am 16. Nov., nachmittazs.20 Uhr auf dem hiesigen Martpzlatze statt. Ans den Reg.=Bez. Münser und Arusberg. Dortmund, 2. Nov.(DynamitExplosion.) In dem benachbarten Dorfe Dorstfeld wurde gestern abend auf dem Flur eines Hauses eine Dynamitpatrone zur Explosion gebracht. Das Haus wurde schwer beschädigt und die Schaufenster zertrümmert. Menschen sind nicht verletzt. Dortmund, 2. Nov.(Erhöhung von Lehrergehälter.) Die Regierung hat die Erhöhung des Grundgehalts der Volksschullehrer in dem Landkreise Dortmund genehmigt. Damit ist das Einkommen der ländlichen Volksschullehrer dem der städtischen Lehrer gleichstellt. Die Lehrer der städtischen Volksschulen beantragen nunmehr eine angemissene Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses. Eickel, 1. Nov.(Eisenbahnunfall.) Zwischen den Zechen Hannibal I und Hannibal II entgleiste ein Zug mit sechs Kohlenwagen. Die Wagen wurden auf= und in einander geschoben. Die Schienen wurden auf einer großen Strecke verbogen und zur Seite geschleudert. Der Materialschaden ist bedeutend. Das Personal des Zuges konnte sich rechtzeitig retten. Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Detmold, 1. Nov.(Gedenktafel.) Fürst Leopold richtete einen Erlaß an das Komitee des Graf Regenten Ernst-Denkmals, in dem er mitteilte, daß er, um seiner Dankbarkeit für die Liebe und Treue des lippischen Volkes Ausdruck zu geben, am Denkmal seines Vaters, des Graf=Regenten Ernst, eine Tafel anbringen lassen wolle mit der Aufschrift:„In Liebe und Dankbarkeit errichtet vom treuen Lippischen Volk.“ Kassel, 31. Okt.(Realgymnasial= Direktor a. D. Dr. Wittich.) Nach längerem Leiden starb hier gestern adend der langjährige frühere Leiter des städtischen Realgymnasiums, Herr Dr. Wilhelm Witlich, im 67. Lebensjahre. Unerwart früh und gar plötzlich ist der Tod dieses in den weitesten Kreisen bekannten und geachteten Schulmannes eingetreten. Wittich war volle 40 Jahre Lehrer und Jugenderzieher, und hiervon gehörte er 35 Jahre allein dem Lehrkörper des Realgymnasiums an; in dieser Zeit hat er Mitte der siebziger Jahre auch den Prinzen Heinrich von Preußen, der damals mehrere Jahre(1875—1877) die Anstalt besuchte, unterrichtet. Hameln, 1. Novbr.(Wie lang ist ein Jahr in Hameln?) Es zähit 335 und wenn's ein Schaltjahr ist 366 Tage, Tage, wirst du antworten. Ja, das meinst du, aber du irrst, denn höre! Die verheirateten Lehrer erhalten in Hameln 400 Mk. Wohnungsgeld, die unverheiratelen zwei Drittel von 400 M. Am 8. Oktober verheiratete sich dort ein Lehrer. Da er die Familienwohnung vom 1. Oktober ab bezahlen muß, so läßt er sich natürlich auch das Wohnungsgeld für Verheiratete auszahlen Vom hochweisen Rat erhält er darauf ein Schreiben, worin ihm mitgeteilt wird, daß er für sieben Tage(!) das Wohnungsgeld für Verheiratete zuviel erhalten habe und diesen Betrag(!) zurückzahlen müsse. Der Lehrer berechnet die Sache und schickt der Kasse den richtigen Betrag von 2,54 Mark ein. Da er scheint, so schreibt man der„Rh.W. Zig.“ von hier, ein Magistratsbote mit der Meldung, die Berechnung sei falsch, der Lehrer müsse 2,59 zurückzahlen, denn er dürfe das Jahr nicht zu 365, sondern nur zu 360 Tagen rechnen. Wenn nun nicht einmal ein Lehrer, der doch die Heimatskunde gründlich studiert hat, weiß, daß in Hameln das Jahr nur 360 Tage hat, dann kannst du es allerdings nicht wissen, lieber Freund. Was wird nun aber der Herr Schulrat sagen, wenn er von den Schulkindern auf die Frage, wie viel Tage das Jahr habe, im vollen Chor die Antwort erhält: Das Jahr hat in Hameln 360 Tage. Barmen, 2. Nov.(Wegen Verausgabungfalscher Zwanzigmarkstücke) verhaftete die Polizei einen feingekleideten Mann, der noch für mehrere hundert Mark falsches und ausländisches Geld besaß. Der Verhaftete verweigert alle persönlichen Angaben. Er handelt sich anscheinend um einen internationalen Gauner. Berlin, 3. Nov. Graf Kuno Moltke hat gestern Berlin verlassen, um sich mit seiner Schwester, Frau.äfin Hertha Danckelmann, auf deren Schloß Groß Poterwitz im Kreise Tropnitz in Schlesien zu begeben. Der Graf bleibt dort einige Zeit, um sich von der Anstrengung und den Aufregungen des eben beendigten Prozesses zu erholen. Berlin, 3. Nov. In der Briefdiebstahlssache des deutschen Flottenvereins ist der Beschuldigte, der Registrator Oskar Janko, auf Antrag des Staatsanwalts durch die Strafkammer des Landgerichts I außer Verfolgung gesetzt worden. Stuttgart, 4 Nov. Der Bauführer Christian Raith erschoß gestern seine Frau, seine Schwägerin, die seine Geliebte gewesen sein soll ermordete seine 3 Kinder und erschoß sich dann selbst. Die grausame Tat wurde erst gestern vormittag entdeckt Als die Polizei die Türen sprengte, fand man die Leichen im Blute schwimmend in den Betten vor. Metz, 2. Nov. Hier soll ein Denkmal für Kaiser Friedrich errichtet werden. Es hat sich ein Ausschuß gebildit, bestehend aus Mitgliedern der ersten Kreise von Metz, der durch Rundschreiben zur Hergabe von Beiträgen auf fordert. Gent, 2. Nov. In einem hiesigen Kinematographen= Theater entstand am Freitag abend während der Vorstellung eine heftige Feuersbrunst. Unter den etwa 800 Zuschauern entstand eine Panik, durch die mehrere Pirsonen Verletzungen erlitten. Der Mechaniker des Theaters sowie dessen Sohn trugen schwere Brandwunden davon. Bourges, 2. November. Auf dem hiesigen Uebungsplatze explodierte eine Granate. Fünf Artilleristen sowie ein Zivilbeamter wurden getötet und sieben Persoren verwundet, darunter drei schwer. London, 2. Nov. Eine originelle Dekoration haben die Ciybewohner für den Einzug Kaiser Wilhelms erdacht. Mit Rücksicht auf die große Berehrung, die Shakespeare in Deutschland genießt, wird eine Arzahl Bannir mit Zitaten aus Shakespeares Werken in den Straßen aufgehängt werden. New York, 2. Nov. Mit einem vom Deutschen Verein gegebenen Festmahle wurde heute der Sieg der deutschen Luftschiffer in der Wettfahrt um den Gordon-Bennett Preis gefeiert. Es wurden Trinksprüche auf Kaiser Wilhelm und Präsident Roosevelt ausgebracht und dem Kaiser ein Tele gramm übersandt, in dem ihm als Förderer der wissenschaftlichen und sportlichen Luftschiffahrt ge huldigt wird. Literarisches. Kirchliche Rundschau für die evangelischen Gemeinden Rheinlands und Westfalens. Herausgegeben von D. E. Kühn, Pfarrer zu Siegen. Inhalt des Heftes Ne. 21: Der biblische Gottesglaube(Mandel).— Die Jugend= und Frauenfrage(Sogemeier).— Rhein=Wesf. Vereinigung der Freunde des kirchlichen Bekenntnisses().— Kirchliche Chronik(.)— Aus den evangel Gemeinden Rheinlands und Westfalens(.). Literarisches. Uebersicht der Witterung. Vielefeld, 4. November 1907. Mitgeteilt von F. Böckelmann Ww., Bielefeld. Niedrigster Thermometerstand i. d. Nacht+ 1(C. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 3 CC. Barometer 75,4 cm. Wind: Ost. Himmel: heiter. Neuste Nachrichten. Paris, 4. Nov. Bei der Geschoßexplosion auf dem Artillerie Uebungsplatze in Bourges sind, wie jetzt festgestellt ist, 7 Personen getötet und 3 schwer verwundet worden. In dem Handwagen be. fanden sich 20 zur Explosion durch Elektrizität bestimmte Melinitge schosse. Einige 100 Meter vom Ziele stieg einer der begleitenden Artilleristen auf die Wagenbank, 3 andere Soldaten folgten ihm. Ein Mann sprang während der Fahrt ab. In diesem Augenblick erfolgte die 10 Kilometer weit vernommene Detonation. Der abgesprungene Soldat schleppte sich, obwohl er schwer verletzt war, bis zur nächsten Telephonstelle. Den Hilfeleistenden bot sich ein grauenhafter Anblick dar. Es heißt, die Katastrophe sei erfolgt, weil die Soldaten entgegen der Instruktion den Wagen bestiegen haben. London, 4. November. In der Aldershall waren gestern 6000 Eisenbahner aus allen Teilen des Landes versammelt, um das Abstimmungsresultat in der Streik. frage zu vernehmen. Es waren 88134 Zettel eingegangen, 76925 erklärten sich für, 8773 gegen den Streik. Die übrigen Zettel waren ungültig. Sansibar, 4. November. Der Gouverneur von Deutschostafrika, Freiherr v. Rechenberg, hat an Bord des Dampfers„Gertrud Woermann“ die Reise nach Deutschland angetreten. Der Gouverneur wird den Staatssekretär Dernburg bei der Ausarbeitung der Vorlagen für den Reichstag unterstützen und voraussichtlich im Februarauf seinen Posten zurückkehren. Für nervöse und schwächliche Kranke, von denen Kaffee schlecht vertragen wird, giebt es kein besseres Morgengetränk als„Kufeke"=Mehl in Milch gekocht. Stadt-Theater. Heute: Anfang 8 Uhr. Ende 10½ Uhr. Novität zum zweiten Male Die Welt ohne Männer Schwank in 3 Akten von Engel und Horst. Dienstag, den 5. November Anfang 7½ Uhr: Viel Lärm um Nichts Bis Mittwoch, den 6. November ein schließlich bin ich Derreist Albert Gramtz Zahntechniker. KAAA Achtung! Kammerjäger Verksen ist hier, um Ratten, Mäuse, Schwaben, Wanzen und alles Ungeziefer radikal auszurotten. Offerten Bestellungen bitte in der Exp. d. Ztg. niederzulegen. WVWV. Es werden wöchentlich ungesähr 10—20 Pfund gute Gegethiens ##der Geschäftssten n allen Postanstal .20., bei tügliustellung in Biele ##0., durch Br #äger.02 D2. Centrifugen-Butter Landwirtschaftl. Kreisverein Herford. für Privatkundschaft gesucht. Angebote mit Angabe des Preises nimmt entgegen H. Boß, Jöllenbeckerßr. 60. General=Versammlung Der vereidete Forstvorarbeiter Wilhelm am Dienstag, den 12. November 1907, nachmittags 3 Uhr, Hohenberg ist von uns mit dem Forstschutz den städtischen Waldungen betraut. Bielefeld, den 1. November 1907. I. Der Magistrat. in im Bekanntmachung Von Anleihescheinen der Stadt Bielefeld, Buchstaben B. und C. Allerhöchste Privilegien vom 8. September 1884 und 31. März 1891) sind heute ausgelost zum 2. Januar 1908. Anleihe B. Anleihe C. Stücke zu 500 Mark. Nr. 2831, 2888, 2926, 2964, 3026 und 3052. Stücke zu 1000 Mark. Nr. 3135, 3166, 3176, 3233, 3275 und 3291. Stücke zu 2000 Mark. Nr. 3469, 3488, 3582 und 3594. Stücke zu 500 Mark. Nr. 699, 739, 804, 918, 955, 963, 976, 989, 1023 und 1071. Stücke zu 1000 Mark. 254, 288, 293, Saale des Hotels„Deutscher Raiser“ in Bünde. Tages=Ordnung: Verlesung des Protokolls über die General=Versammlung am 16. März 1907 in Enger. Jahresbericht des Kreisvereins=Direktors. Vortrag des Herrn Amtsrichter Middeldorf in Vlotho über„Die Pflichten des Landwirts zur Regelung seines Güterstandes nach heutigem Recht" Abnahme der Vereinsrechnung für 1907. Ausstellung im Jahre 1908. Neuwahl des Preisrichters und Stellvertreters für die Verleihung der Rindvieh=Staatsprämien für 1908/13. Verschiedenes. Herford, den 1. November 1907. Der Vorsitzende. v. Borries. Bekanntmachung. Der Rekrut Friedrich Wilhelm Walter Ellerzu 1000 Mark. 254, 288, 293, siek, geboren am 7. November 1887 zu Bielefeld, von 349, 399, 507, 522, 537, 600, 615, 634] Beruf Dreher, zuletzt wohnhaft gewesen in Uerdingen und und 637.(Caldenhausen, hat sich zum diesjährigen RekrutenStücke zu 2000 Mark. Nr. 36, 52, Gestellungstermine nicht eingefunden und sich der Einstellung 104 117 md 125. sin das Her entzagen. uiechug Rückzahlungen vom 2. Januar 1908 ab bei unserer! Derselbe wird aufgefordert, sich binnen einer Frist Stadtkammerei. Mit dem 31. Dezember 1907 hört die von 3 Monaten, spätestens aber bis zum 1. Verzinsung guf. Es sind noch rückständig aus der Ver=(Februar 1908 beim unterzeichneten Bezirkskommando ver Anleihe C. vom 26. Juni 1906 Nr. 838 und zu melden, widrigenfalls das Desertionsverfahren gegen o0 v. fe 80 Mat. Isdashene Geunsein gunge esionderichgen gege Bielefeld, den 27 27. Juni 1907. Der Magistrat. venselben eingeleitet wird. Crefeld, den 23. Oktober 1907. Königl. Bezirkskommando. Rechnungen Briefbogen, Postkarten u. 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Trautmann, Drus und Verlag von G. von der Mühlen, sämtlich in Bielefeld. 5. November: geb. 1494.— Entd schwörung in Eng Große schlägt die Fra —Schlachtbei In Der börsenliber Courier" brachte merkenswerte BetUniversitätsst gleichen Bemerkung Blatt gestanden,s# liberalen Presse wa rüstung widerhallen Feindschaft gegen d aber ein ausgesproch gesur den Kritik der schulstatistik aufgede wird es lohnen, sei und den von ihm doppelte Aufmerksa Beiliner Börsenblat neuesten Statistik d Hochschulen StudiJahrzehnten nur 1 auf 45000 emporg Jahren kamen auf wohner 37,5 StudiEine noch stärkere zeigen die techn 1891 hatten sie er zählte man 13 264 in zwölf Jahren ist fachung eingetreten. wickelung ist vermu hochschulen zu ern Reiz der Neuheit se Die Universitätssta unerfreulicher, wenn zelheiten vertieft un dem gewaltigen Ueb Fakultät eine bedroh gegenübersteht. Die nämlich, die anfang 2700 zurückgegangen auf 8464 gehoben, Seite das Studium logie seit den achtzige geht. In den achtzi durchschnittlich 4200 jitzt nur noch 2200, Kirche liegen die Ve Diese Talsachen wi aufzudecken ist sittlich jungen Luten, die der Wahl eines se Berufes stehen. Die oft bis zum fünfun ihre Anstellung war nicht lange zurück, u jetzige Andrang zum anhält, leider nur Wie unangenehm eines Berufes auf wirkt, zeigt sich schon Hochschulen. Man k stellen, daß ein Teil schüler aus Auslände noch ein Teil der der schüler später vorübihren Erwerb im Ar Das ändert aber u daß hier die Nachfrag größer ist als der Bjunge Diplomin Tagegeld von d müssen, sind schon und mit ihnen wird jetzt gerechnet werden der Hochschulbildung unterschätzen. Aber akademisch Gebildeten den praktischen Bede so kann diese Entwi# nicht anerkannt werder Noch ein Wort üb Nachwuchs an Theolo