usleinen Ik..50 bei 0 Ziehm br. Kahter, vierhandlung nstrasse 24. □ k. das Los! assburger Lotterie Bewinnaussichten cher 16. November betrag I. W. 00 Mk. uptgewinn 00 Mk. inn 00 Mk. nne zusammen 00 Mk. 11 Lose 10 Mk. rto u. Liste 25 Pig. las General-Debit Strassburg I. Eis. Langestr. 107. ei H. Schindelbauer imatts =Leidenden Dankbarkeit umis meiner Mutter ngen qualvollen geholfen hat. nauer, München merstraße 2/II. artoffeln vaggonweise frachtionen. wanke Nachfolger, port Wiesbaden sicherungsicht. Hoher Nebense nach Dortmund, S. 10. ßners renommierte auflage aus Filz Stühle u. Schemel. R. G.., verhütet Durchscheuern und Gebrauch. Deutsche liste frei. Gebr. Bielefeld Fer d 8. M i Berlin Ingsanstalt. ersorgung. Kapf„, Milltärdienst, ztl. Untersuchung. ihne Lebenszeug in zu erfahrenden erachwiegenheit. stenfrei bei: bernstrasse 52. 31. Jahrgang Nr. 243. Beges) ## der Geschästsstelle u. zu allen Postanstalten .20., bei täglicher Fab-Auns in Bielefeh 40., durch Briefträger 1,62 M. fürdie einspaltige Peruzeile oder deren Rann 15 Pf., Reklamen 40##. Erichen sehemel wüchentiich. Seichtshostelle Ritterstr. 48. Fernsprecher Nr. 15. Bielefeld Mittwoch, 16. Oktober 1907. Historischer Kalender. 15. Oktober: Lucas Cranach, Maler, gest. 1553.— Die sächsische Armee, im Lager bei Pirna von den Preußen eingeschlossin ergibt sich, 1756— Marie Antoinette, Königin von Frankreich, ruchlos enthauptet, 1793.— Anfang der Völkerschlacht bei Leipzig, 1813.— Napoleon landet auf St. Helena, 1815.— Georg Bleibtreu, Schlachtenmaler, gest. 1892.— Direktor Prof. Dr. Nitzsch in Bielefeld, gest. 1904. Die Familie. Der sozfaldemokrasische„Vorwärts“ wirft die Frage auf, wer eigentlich die Familie zerstöre, bestreitet, daß sich die Sozialdemokratie dieser Zerstörung schuldig mache und stellt dabei auch die folgenden Betrachtungen an: „Das, was heute vielfach als Familie bezeichnet wird, ist nur ein Zerrbild davon, das jeglichen sittlichen und moralischen entbehrt. Die wahre, echte, auf modernem und ku turellem Boden fußende Familie muß man mit der Laterre suchen. Deshalb können die bösen Sozis dieselbe auch gar nicht zerstören. Aber auch die jetzt bestehende, traditionelle Familie hat die Sozialdemokratie nicht zerrüttet, sondern einzig und allein der mit wilder, zügelloser Rücksichtslosigkeit beutegierig vorwärtsrasende Kapitalismus. Er hat revoltierend und pietätlos an dem Fundament des altehrwürdigen Haushaltes gerüttelt und ihn einer gründlichen Wandlung unterworfen. In den„höheren“ Kreisen ist der Sinn für ein ruhiges, friedliches Familieuglück schon längst ein fader Begriff, das häusliche Band ist gelockert, Frivolität und neckte Interessen haben ihren Fuß über die vornehme Schwelle gesetzt. Man tanzt, trinkt, schiemmt, genießt, man brilliert auf Festen oder gibt selbst welche, weilt auf ben Sportplätzen, reist vom Norden nach dem Süden und wieder umgekehrt, wohat monatelang in fremden Hotels in fashionablen Badeorten und wirbelt in bacchantischem Taumel durchs Leben, das allen idealen Wertes und sittlichen Gehaltes entbehrt und nur einen unurterbrochenen Sinnenrausch darstellt. Im Mittelstand aber herrscht, ebenso wie oben, die Geldheirat vor. Auch wirst hier die wirtschaftliche Misere ihre Schatten auf das Familienleben, und der verzweifelte Kampf um die bedrohte Exiflenz und gegen die übermächtige großkapitalistische Konkurrenz läßt ein inniges, heiteres, häusliches Glück selten auskommen. Nebenbei überzieht die Hohlheit der versteinerten Moralanschauungen, der völlige Mangel an großen, hehren Idealen und die geradezu feindselige Haltung gegenüber den modernen, zeitgenössischen Fragen das kleinbürgerliche Fomilienleben wie mit einer undurchdringlichen Staubschicht. In der Arbeiterschaft aber zeigen sich die folgenschweren Erscheinungen der kapitalistischen Raubwirtschaft im grellsten Lichte. Die furchtbarsten Schäden zeitigt die fluchwürdige Heimarbeit, die dem Familienleben, wo es, trotz aller schädlichen Einwirkungen, noch einigermaßen annehmbar sein könnte, den Todesstoß versetzt.“ Man wird sich diesen Darlegungen nur in wenigen Punkten anschließen dürfen. Unzutreffend ist insbesondere die Behauptung, die wahre Familie sei mit der Laterne zu suchen. Mag es auch richtig sein, daß z. B. die neue Geld Aristokratie vielfach vor lauter Genießen gar nicht zu einem ruhigen Familienleben kommen kann, und mag auch in Rechnung gestellt werden, daß wirtschaftliche Not dem großstädtischen Proletariat die Segnungen des Familienlebens mitunter nicht in vollem Umfange zuteil werden läßt. Deswegen bleibt die Tatsache doch bestehen, daß in weiten Kreisen der oberen Gesellschaftsschichten und den breiten Schichten des Mittelstandes, bei dem die Geldheirat wahrlich nicht die Regel ist, sich die Blüte glücklichen Familienlebens nach wie vor ungehindert entsaltet, und dieses Glückes freut sich der Mittelstand umsomehr, je lebhafte: der Kampf um seinen Fortbestand entbrennt. Wie aber kommt plötzlich die Sozialdemokratie dazu, sich als Schirmerin der Familie aufzuspielen? Müssen die Träuen, mit denen der„Vorwärts“ das Rütteln am Fundament des„alten ehrwürdigen Haushaltes angeblich beobachtet, nicht auf alle Verständigen erheiternd wirken? Die trüben, ein trautes Familienleben nachteilig beein: flussenden Wohnungsverhältnisse der Großstädte und Industriebezirke sind doch zu einem guten Teile die Folge einer Politik, die von den Sozialdemokraten lebhaft unterstützt, von den rechtsstehenden Parteien aber stets nach drücklich bekämpft worden ist. Bei den Caprivischen Handelsverträgen, die so viel Unheil über unser Vaterland gebracht haben und von denen auch ein weiteres ungesundes Anwachsen der Großstädte von vornherein zu befürchten war, mußten die Sozialdemokraten als die festesten Stützen der Regierung gelten, und wo sonst von gesetzgeberischen Maßnahmen ein neues Zusammenballen von Menschenmassen erwartet werden konnie, hat die Sozialdemokratie stets zu den Freunden der betreffenden Vorlage gehört. Wir entfernen uns immer weiter von der ursprünglichen gleichmäßigen Verteilung der Bevölkerung über das ganze Land, der Ueberbevölkerung der sogen. Kulturzentren steht die Entvölkerung des platten Lundes gegenüber, und wie wenig das Familienglück in den Großstädten zu Hause ist, wie willig ihm dagegen das Land und die kleineren Städte Gastrecht gewähren, hat die jüngste Ehescheidung stattstik wieder mit hinglänglicher Deutlichkeit aufged ckt. Den Sozialdemokraten stehl aber die Rolle eines Beschützers des Familienlebens auch deshald so weil ihnen ein gesundes Favilienleben als Quelle der Zufriederheit von Grund aus verhaßt sein muß. Nicht die Familie wöchte die Sozialdemokratie weiter als Geundlage des Staates sehen, sondern das Wirtshaus und die Agitationsversammlungen, in denen der Samen der Verhetzung mit vollen Händen ausgeworfen werden kann. Freilich träumt der„Vorwärts“ von einem idealen Familienleben, das erstehen werde, wenn erst der Kapitaismus einer sozialen Ordnung gewichen set. Aber die Bilder, die bisher vom Familien= leben des sozialdemokratischen Zukunftsstaates gemacht wurden, sind doch so wenig anziehend, daß man auch von dieser Erwägung aus sprechen muß: ein gütiges Geschick bewahre uns vor diesem Zukunftsstaat.— Ein glückliches Familienleben wird in den gesanden Bevölkerungsschichten des Gegenwartsstaates sein oder es wird nicht sein. Direkte Reichssteuern? Wie kräftig der„Ruck nach links“ ist, den die national=liberale Partei unter dem Drucke ihrer organisierten Jugend mit und ohne Altersgrenze seit anderthalb Jahren vollzogen hat, kann man unter anderem auch aus der totalen Schwenkung der Partei in Sachen der Reichk finar zpolitik erkennen. Wir greifen diesen Gegenstand aus der Reiße anderer, ebenfalls eine Linksschwenkung der Nationalliberalen kundgebe den politischen Fragen heraus, weil an ihm die Versatilität der„gemäßigt" Liberalen sehr drostisch sich dartun läßt. In Wiesbaden erklärte der Abgeorduete Bassermann, Steuervorlagen würden wir in diesem Winter nicht haben. Später würden wir— daran würde sich auch Herr von Rheinbaben gewöhnen müssen — an der Feage der direkten Reichssteuern nicht vorbeikommen(in anderen Berichten heißt es, es würde ein Reichseinkommensturrgesetz kommen. Danach hat sich also die nationalliberale Parteileitung bereits „daran gewöhnt", und zwar anscheinend gründlich; denn in einer der nich dem Deligiertentaze abgehalten öffentlichen Volksveisammlungen bemerkte Dr. Osann: Für uns kann eine Finanzreform im früheren Sinue gar nicht in Frage kommen; wir haben direkle Steuern des Reiches nötig. Gründlicher kann keine Partei ihren##i# herigen Stanspunkt nicht verleugnen, als dies hier seitens der Nationalliberalen geschehen ist. Man köre, wie der Fcaktionsredner dieser Partei, der Abgeordnete Büsing, sich gegen die Einführung direkter Reichssteuern am 18. Mai v. J. im Reichstage ausgesprochen hat. „Wir leben— so erklärte er unter Zustimmung seiner Gesinungsgenossen— nicht in einem Einheiisstaate, sondern in einem Förderativstaate, und wir können die historisch gewordene förderative Grundlage des Reichs nicht ändern. Wir haben 25 Einzelstaaten. Jeder derselben hat seine besonderen Kultur= und sonstigen Aufgaben, zu deren Erfüllung er besonderer Mittel bedarf. Die Mittel dazu werden in allen Einzelstaaten im wesentlichen durch direkte Steuern aufgebracht. In mehreren Einzelstaaten haben diese direkten Steuern bereits ein solche Höhe erreicht, daß eine weitere Erhöhung kaum noch angängig erscheint. Bei dieser Verschiedenheit der Steuersysteme in den Einzelstaaten erscheint es ganz ausgeschlossen, auf die direkten Steuern der Einzelstaaten noch eine allgemeine Reichseinkommensteuer zu wersen.“(Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Weiter bemerkle der Abgeordnete Büsing, daß auch einer Reichsvermögens steuer„jedenfalls zur zeit" noch sehr erhebliche Bedenken gegenüberständen. „In vier Einzelstaaten besteht bereits eine Vermöger ssteuer. Sie bringt in Preußen ungefähr 38 Millionen Mark. Das würde für das Deutsche Reich vielleicht 60 Millionen Mark ergeben. Sie würden also zur Dickung des Defizits von 200 Millionen Mark das 3½sache der preußischen Ergänzungssteuersätze auferlegen müssen..... Das würde ein schwer zu ertragender Zustand sein. Diese Idealsteuern, Reichseiukommensteuer und Reichsvermögenssteuer sehen beim ersten Anblick sehr schön und sehr verlockend aus. Wenn man sie aber näher bei Lichte betrechtet, namentlich von Gesichtspunkte des Förderativstaates aus, dann ist das Bild ein ganz anderes.“ Man fiehr, daß der Sprung von Büfing bis Bessermann und Osann und vom 18. Mai 1906 bis zum 5 Oktober 1907 ein großer ist. Aber hinter den kühnen Springern standen anfeuernd die„Jungen“, und so find die Nationalüberalen— hoffentlich aber noch nicht in ihrer Gesamtheit— bei dem früher von ihnen viel verlachten und scharf bekämpften freifinnigen Steuerprogremm angelangt. Freiherr von Rheinhaben dürfte sich„daran“ sicherlich vicht so schnill„gewöhnen“ wie die Herren Bassermann und Osann an die Direktiven der s91ch. Zum Liebknecht=Prozeß. Die„Nord. Allg. Ztg.“ geht auf die Frage ein, ob die vom sozialdemokratischen Parteivorstand angekündigte Veröffentlichung der Prozeß=Verhandlungen zulässig ist, und schreidt dazu:„Berichte, auch wenn sie wahrheits getreu sind, sind verfassungsmäßig nur über Parlamentsverhandlungen völlig straffrei. Berichte über Gerichtsverhandlungen dagegen können, wenn sie strafbaren oder gerichtlich mit Strafen belgten Inhalt wiedergeben, bei öffentlicher Verbreitung sehr wohl unter Strafe gestellt werden, und sind es auch wiederholt. In diesem Falle wäre die Möglichkeit um somehr gegeben, als das Reichsgericht die Vernichtung des Liebknechtschen Buches gusdrücklich beschlossen hat. Politische Nachrichten. Aus dem deutschen Reiche. Berlin, 15. Oktober. Wie die„Kreuz=Zig.“ hört, ist der Entwurf eines Vereinsgesetzes dem Bundesrate heute zugegangen und dürfte auf die Tagesordnung der nächsten, am 17. d. M. stattfindenden Plenarsitzung gesetzt werden. Das Scheckgesetz und Weingesetz dagegen werden dem Bundesrat voraussichtlich eist in der nächsten Woche zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Der Päsisent der Preußischen ZentralGenossenschaftskass: Dr. Heiligenstadt ist amtlich nach Paris gereist. Diese Reise ist zwar aus dienstlichen Gründen erfolgt, jdoch keineswegs zu dem Zwecke, angebliche Mängel in der Organisation unserer Genossenschaften an einer eventuell besseren Organisation zu studieren. Wohl aber können manche Einzelheiten ausländischer Oeganisationen für den Ausbau der unserigen verwertet werden. In Frankreich ist z. B. die Organisation der landwirtschaftlichen Genossenschaften auf einer hohen Stufe angelangt, da dort der Staat seit langer Zeit sich des landwirtschaftlichen Kredits augenommen hat. Daß mit dieser Reise etwaige Aenderungen des preußischen Genossenschaftswesens in bezug auf Selbstständigkeit, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung beabsichtigt sind, dürfte unter allen Umständen ausgeschlossen sein. Der Deleziertersitzung des Zentralverbandes deutscher Industrieller am 28. d. M. werden der Staats kretär des Reichsamtes des Innern, v. Bethmann=Hollweg, und Handelsminister Delbrück beiwohnen. Auch der Fnanzminister Frhr. von Rheinbaben hat sein Erscheinen in Aussicht gestellt. Auf der Tagesordnung steht auch: Stellung ahme des Zentralverbandes zu den bedeutenderen sozialpolitischen Fragen. Das Referat hält Generalsekretär Bueck. Die konservative Fraktion des Herrenhauses, verkreten durch Freiherrn von Manteuffel, gedachte am Freitag des 70. Geburtstages ihres lanzjährigen Mitkämpfers, des Herrn von BelowSaleske, durch ein herzliches und anerkennendes Telegrasm. Der Jubilar hat infolge ei anhaltenden#idenszustendes sich vollkommen vom öffentlichen Leden zurückgezogen, nachdem er durch lange Ichre hindurch arbeitend in beiden Lan###vertretungen und im Reichttage für die großen Ziele der Partei und die Wiederat frichtung der Landwirtschaft lebendig tätig war. Herr von Below=Saleske ist, wie bei dieser Gelegenheit bemerkt sei, der letzte Ueberlebende aus den Jahren, in welchen(74 bis 77) die alte konservative Partei nur durch so wenige Abgeordnete im Abgeordnetenhause vertreten war, daß diese gut in einer Berliner Droschke Plotz finden konnten! Der Galgenhumor der kleinen und topferen Schar nannte sich selbst daher„Droschkenfraktion!"— Nun, die stenographischen Berichte aus jenen Tagen bezeugen, daß die Herren, bei jeder Gelegenheit den Rebner stellend, keine flache Klinge schlugen! Der Börsenliberalismus feierte damals seine Oegien, und es benötigte rücksichtslosesten Vorgehens, ihm vor der öffentlichen Meinung die Larve abzuziehen. Herr von WedelBehlingsdorf und von BelowSaleske hatten die Hauptarbeit damals! An der neuen feldgrauen Uniform, die im Kaisermanöver vereinzelt, u. a. bei den beiden Radfahrkon pagnien, zu sehen war, wird bei den Korpsbekleidungsämtern mit Hochdruck gearbeitet. Nach Weisungen, die über die Durchführung der Neuausrüstung der Armee ergangen sind, sollen, wie die„Mil. pol. Korrespondenz“ erfährt, zunächst die Infanterietruppenteile, die Pioniere und, in feldgrüner Farbe, die Jäger und Schützen je eine Garnitur der neuen Feldunisorm erhalten. Später werden auch die Kavallerie und die Artillerie damit versehen werden. Der neue Waffenrock erhält eine Taillenschnur undeinen Umlegekragen, der aufgeklappt die Ohren schützt. Der Kragen, die zum Abknöpfen eirgerichteten Achselklappen und die Aufschläge zeigen die Farbe des Grundtuches mit bunten Einfassungen. Die Litzen der Garde und einzelner Linienregimenter sind beibehalten Bielefeld. worden. Die acht Brustknöpse, die Knöpse der Aufschläge und die Trageknöpfe an der Taille sind aus mattem(brüniertem) Metall gefertigt. Der Rock hat auch vorn je zwei Schoßtaschen zur Aufnahme von Reservemunition. Statt der bisherigen schwarzen Halsbinde wird ein graues Halstuch eingeführt, wie es die Franzosen in blauer Farbe schon haben. Das große und prächtige deutsche Ritter gut Josefat ist, wie aus Neustadt in Westpreußen gemeldet wird, in polnische Hände geraten. Der Käuser ist der Pole Wilchzynski. Leipzig, 15. Okt. Die Revision im Hau=Prozeß wurde vom Reichsgericht verworfen. Der Rechtsanwalt Hau ist bekanntlich wegen der in BadenBaden erfolgten Eemordung seiner Schwiegermutter, Frau Molitor, zum Tode verurteilt worden. Das Reichsgericht verwarf alle 42.visionspunkte als nicht beachtlich, weil nirgends Verstöße gegen die Prozeß ordnung geschehen seien; die meisten Rügen wurden als der Widerlegung kaum würdig je sogar als teilweise kaum verständlich charakterisiert. Die Beratung dauerte sechs Stunden. München, 15. Okt. Die liberale Fraktion forderte in einem Schreiben an die Zeutrumsfraktion von dieser Aufklärung wegen des Falles Lerno=Casselmann. Da das Zentrum eine Antwort ablehnte, weil Lerno nicht für die Fraktion gesprochen habe, werden die Liberalen heute abend über weitere Schritte beschließen. Wilhelmshaven, 15. Okt.(Hann..) An amtlichen Stellen ist von der aus Borkum gemeldeten Ergreifung englischer Spione nichts bekannt. dem Wien, 15. Okt. Das Befinden des Kaisers war heute befriedigend. Die Aerzte stellten bei der Abendvisite fest, daß die Temperatur ganz normal bis zu 36,6 Grad ist. Auch den Kräftezustand des Monarchen fanden die Aerzte sehr befriegend. Um 3 Uhr nachmittag) hatte der Monarch mit Appetit das Diner eingenommen. Aus allen diesen Symptomen wird die Hoffnung hergeleitet, daß die Besserung von nachhaltiger Dauer sein werde. Bezeichnend für die ungebeugte Arbeitskraft des Monarchen ist der Umstand, daß der gestrige Vortrag des Kabinettsdirektors Dr. Schießl=Perstorff, der die Ausgleichsvorlage betraf, nahezu zwei Stunden gedauert haben soll. Der Kaiser erteilte den Ausgleichsvorlagen die Vorsanktion. Gmunden, 14. Okt. Prinz Georg Wilhelm von Cumberland wird, wie jetzt feststeht, auch diesem Wivter aus gesundheitlichen Gründen wieder in Aecypten zubringen und Ende dieses Monats dorthin abreisen. Die Rückkehr findet im Mai 1908 statt. London, 14. Okt. Die„Times“ veröffentlicht abermals aus Anlaß des Kaiserbesuches einen scharf deutsch=feindlichen Aktikel. Inzwischen dauern die Rektifikationen ihres ersten Artikels durch andere Blätter fort;„Daily News“ und „Daily Telegraph" verurteilen ihn aufs schärsste, was in Anbetracht der Ungewöhnlichkeit von Preßpolemiken in Eggland doppelt bemerkenswert ist. Rußland. Das Interesse für die Wahlen ist im Allgemeinen sehr schwach; vielfach sind sie gar nicht zustande gekommen, weil nur eine lächerlich kleine Zahl von Wählern „s Sagzah) u dun Mun eshen. Die extremen Fraktionen der Rechten, die Monarchisten und russischen Volksverbändler, machen sehr viel Lärm, werden aber kaum sehr zahlreich in die Duma gelangen. Höchst erfreulich verläuft dagegen die Wahlkampagne für die Deutschen der Ostseeprovinzen: Es ist jetzt die sichere Aussicht vorhanden, daß in Estland, Livland und Kurland je zwei und außerdem in Riga ein deutscher Abgeordneter gewählt wird. Belgrad, 14. Ott. Sonnabend kam es im Nationaltheater zu österreichfeindlichen Kundgebungen anläßlich der Aufführung einer Burleske, in der die österreichische Verwaltung in Boinien verhöhnt wird. Ihr Verfasser Peter Kotschilsch ist vor wenigen Tagen in Bosnien wegen Hochverrats verhaftet worden. Das TheaterPublikum rief fortwährend„Nieder mit Oesterreich! Nieder mit Ungarn! Bosnien muß unser sein! Hoch die bosnische Revolution!" Das Tendenzstück war zum Zwecke dieser Kundgebung absichtlich in das Repertoire ausgenommen worden. Marokko. Auch die Franzosen erklären jetzt, daß die allgemeine Unterwerfung der Schauja noch in weiter Ferne stehe. Die von Sendsa gestellten Geiseln sind entflohen. Französische Dampfer brachten 200000 Planken Bauholz nach Casablanca, wo die französischen Truppen sich dauernd festzusetzen scheinen. Die Nachricht, daß Muley Hafi) den deutschen Konsul in Casablanca um Vermittlung zwischen ihm und Frankreich gebeten habe, ist zutreffend. Der Konsul erhielt das Ersuchen durch den Führer der Mahalla Muley Hafids im Gebiete der Schauja Stämme, war jedoch nicht in der Lage, dem Wunsche zu entsprechen. San Francisco, 15. Oktbr. Insolge eines Streites zwischen einem Betrunkenen und dem Besitzer einer japanischen aschanstalt wurde diese gestern von dem weißen Pöbel angegriffen, sodaß die Polizei mit Knüppeln zwischenfahren mußte. Zwei Japaner wurden verletzt und ins Hospital geschafft. Manila, 15. Okt. Kriegssekretär Taft ist hier eingetroffen. Nordamerika. Die Schlachlflotte ist von den Schießübunsen bei Cape Ced zurückgekehrt. Berichte von angeblich zuverlässiger Seite erwähnen, daß die Mehrzahl der Schiffe durch das Feuern der schweren Geschütze stark gelitten hat, und zwar sollen Mängel in der Konstruktion die Schuld daran tragen. Das Marineamt fürchtet, daß diese Vorkommnisse das Auslausen der Flotte nach Pacific verzögern werden. Der Marinesekretär Metcalf hat alle Arbeiten auf den Wersten, soweit sie nicht Reparaturen an dem Geschwader betreffen, einstellen lassen, damit dieses am 15. Dezember auch wirklich auslaufen könne. (Kamerun.) Hauptmann Ramsay, einer der ältesten und bekanntesten Ostafrikaner, ist aus Kamerun, wo er in 12 monatiger Arbeit das südliche Grenzgebiet— das ungeheure Waldgebiet— aufgenommen hat, nach Guropa zurückgekehrt. Kolonialpost. (Die deutsch=südwestafrikanische Südbahn) hat vor einigen Tagen die Station Brackwater erreicht. Brackwater ist derjenige Punkt der Gesamtlinie Lüderitzbucht Kettmannshoop, von dem es in der seinerzeit dem Reichstage vorgelegten Denkschrift des Generalstabes hieß, daß mit seiner Anschließung die Zufuhren für die Südtruppen auf dem weiten und kostspieligen Wege über SwakopmundWindhuk Keetmanshoop eingestellt werden könnten. Aus dem Umsturzlager. (Frettchen als Lohndrücker.) Durch die sozialdemokratische Presse macht nachstehende Notiz über einen neuen„Ersatz der menschlichen Arbeitskraft" die Runde: Nach einer Mitteilung, welche die„Elektrische Zeitung“ dem„Western Elektrian“ entnommen hat, ist es der Zentral Union Telephone Compagny zu Lafayette im Staate Indiana gelungen, einen einfachen billigen Ersatz für menschliche Arbeitskraft zu finden. Die Gesellschaft bedient sich zum Einziehen der Seile in die Kabelröhren der„Feettchen". Die seine Witterung und die Fleischgier dieser Tiere ist bekannt. Dem Frelichen wird eine Art Geschirr angelegt, an welchem ein Ende des durchzuziehenden Seiles befestigt ist. Darauf wird das Tier in den Eingang der Röhre eingeführt, während an den Ausgang etwas frisches Fleisch als Lockmittel gelegt wird. Das Tier wittert das Fleisch, ftürzt sich mit großer Schnelligkeit darauf zu, das Seil hinter sich nachziehend. Nach den Angaben des amerikanischen Blattes soll auf diese Weise in einer Stunde eine Arbeit geleistet werden, zu der bei gewöhnlichem Betrieb zwölf Mann einen ganzen Tag brauchen würden.“ Was die organisierten Arbeiter gegen diese neueste „Vergewaltigung“ der Arbeiter tun werden, scheint noch nicht festzustehen. Vorläufig soll diese— Ente wohl dazu dienen, den Arbeitern zu zeigen, wie weit die„Niedertracht“ der Arbeitgeber geht. Uebrigens wären solche„arbeitswillige“ Frettchen eine günstige Acquisition für den Zukunstsstaat.— Von der Reise mitgebracht. so Erzählung von Fr. Carl. Zachdruck verhoten! S Der Oberst schüttelte den Kopf:„Fragt sich nur,“ warf er dazwischen,„wie weit diese Macht ihres Einflusses reichen, und wie lange sie dauern würde. Mich will denn doch unser Kind zu gut dünken für solch einen— Zähmungsversuch an einem Menschen, für den bisher die Frauen nur Spielzeuge oder Schlimmeres gewesen sind.“ Aber seine Frau ließ sich nicht so leicht überwinden.„Und wenn er nun sich selbst nach einem andern, besseren Leben sehnt, und Ilse ihm dies neue Leben erschließen könnte, sollten wir ihn zurückweisen? Ich kenne mehr als einen, der nach einer wilden Junggesellenzeit der beste und liebens würdigste Ehemann geworden ist. Außerdem darfst du doch auch nicht vergessen, daß ich Ilse ja nicht mit Gewalt zur Gräfin Merbach machen will, bei ihr liegt die letzte Entscheidung. Aber damit sie sich entscheiden kann, ist es gewiß gut, daß sie noch mal einige Tage so in der Stille mit dem Grafen zusammen ist, sie findet dann vielleich doch noch Züge in seinem Wesen, die ihr gefallen, die sie bisher nur nicht endeck hal.“ 446 Da gab der Oberst nach.„Du sollst nicht sagen, daß ich ein Starrkopf bin," antwortete er,„wir wollen nach Harzburg fahren, aber nur unter der Bedingung, daß du das arme Mädchen nicht quälst und zu zwingen versuchst, wenn sie bei ihrer Weigerung, die Hand des Grafen anzunehmen, verharrt.“ Das Versprechen wurde ihm gegeben, und müde von den langen Verhandlungen, suchte er sein Lager auf, ohne noch zu dem gewohnten Abendschoppen in den Hotelgarten gegangen zu sein. Am andern Morgen wachte er ziemlich früh auf. Er machte sich sonst nicht allzuviel Gedanken und hatte sich daran gewöhnt, das Leben nicht zu schwer zu nehmen, aber jetzt war seine Gemütsruhe doch bedenklich ins Wanken gekommen. „Es ist doch ein Jammer," seufzte er und warf sich unruhig auf die andere Seite, „was man für Nöte mit den Kindern hat. Sind sie klein, haben sie alle Augenblicke einmal Diphtheritis oder Scharlach und ähnliche angenehme Krankheiten, dann wills mit dem Lernen nicht immer nach Wunsch gehen, die Herren Söhne fangen an, Schulden zu Lokales und Bielefeld, 16. Oktober. (Der Ausfall der Wahlmännerwahlen) ändert das Bild von 1903 nicht wesentlich. Aus einigen Wahlbezirken, in denen Ersatzwahlen stattgefunden haben, fehlen uns noch die Ergebnisse. Die Konservativen und Christlich=Sozialen gewannen in Gadderbaum 2, in Hersord 1 und in Enger 2 Wahlmänner, scheinen aber in Schildesche und Heepen einige an die Liberalen verloren zu haben, die ihrerseits einige Verluste in den Kreisen Halle und Herford an die Konservativen zu verzeichnen haben, im Amt Brackwede gewannen sie drei Wahlmänner. Die Sozialdemokraten verloren 6 bis 9 Wahlmänner an Konservative bezw. Christlich=Soziale und Liberale. Zu der morgen, den 17. Oktober, nachmittags 3 Uhr im Evangelischen Vereinshaus zu Herford stattfindenden konservativen Wahlmännerversamm lung sind sämtliche konservative und christlich=soziale Wahlmänner, die 1903 und die in der Ersatzwahl am 14. Oktober 1907 gewählten, eingeladen. (Landgerichtspräsident Müller gestorben.) Soeben erhalten wir die Nachricht, daß gestern morgen Herr Landgerichtspräsident a. D. Müller aus dieser Zeitlichkeit abgerufen worden ist. *(Obstanfuhr.) Zum Odstmarkt des Obstbauvereins Bielefeld im Evang. Volkssaal am Freitag, den 18. Oktober, sind trotz der schlechten Ernte über 100 Zentner Obst mehr angemeldet als im Vorjahre. Im Verhältnis zur schlechteren Ernte wird deshalb der Preis nicht in die Höhe gehen. a Srirst) 8 Aiten un ui. wactigen Zeitungen wird von der Firma Dr. med. Karl Hartmann, G. m. b. H, Berlin, in auffälliger Weise Reklame gemacht für die„Nervinnahrung Antineurasthie“. Dem aus Eigelb, Elweißkörpern, Milchzucker und Cerealienstärke mit geschmackverbessernden Zusätzen bestehenden Mittel werden von der Firma Wirkangen auf gewisse Krankheitszustände beigelegt, die es nicht besitzt. Vor Bezug dieses, auf Ausbeutung des Publikums berechneten, unverhältnismäßig teuren Mittels wird gewarnt. m(Unfall.) Gestern vormittag gegen 11¾ Uhr fiel die bei S. M. im Dienste stehende Johanne., welche beim Fensterputzen beschäftigt war, irfolge Schwindelanfalles aus dem Fenster der 3. Etage des Hauses Jöllenbeckerstraße 1 auf den Balkon Die Verunglückte wurde durch die städtische Feuerwehr dem Krankenhause zugeführt. m(Vermischte Person.) Der am 12. 9. 74 zu Beaubach geborene Oderpost praktikant Karl Dörinckel aus Trier wird seit dem 4 d. M. vermißt. Am 3. 10. cc. verließ er seine Wohnung, logierte sich in der darauf folgenden Nacht in einem Gasthause zu Teier ein und wurde am 4. d. M. gegen Mittag zulitzt auf dem Behnhofe Karthaus b. Trier gesehen. D. leidet an hogradiger Nervosität und es ist anzunehmen, daß er in diesem Zustande planlos umherreist oder Sebstmord verübt hat. Personalbeschreibung: cr. 1,75 Meter groß, von schlanker Gestatt, blondes, vorn gelichtetes Haar, längliches Gesicht, langer, blonder Schnurrbart. Besondere Kennzeichen: abffällig, scheues, gedrücktes Wesen, trägt Kneifer. Bekleidung: dunkler Ueberzieher, schwarzer steifer Hut, Regenschiem. Etwaige Mitteilungen über den Aufenthalt nimmt die Kriminal=Abteilung hierselbst entgegen. m.(Diebstahl.) Dem Arbeiter., Burgstraße 6, wurde gestern nachmittag aus seiner Weste, die er an dem Stakett des Exerzierhauses an der Königsstraße aufgehängt hatte, eine silberne Remontoiruhr im Werte von 20 Mark entwendet. machen, und wenn man denkt, man will seinen Trost bei den Töchtern suchen, dann verplempern sie ihre Herzen an allerlei nicht recht passende Individuen— so kommt ein grauer Vater aus den Sorgen und Aufregungen gar nicht heraus.“ Aber sein Herz wurde ihm doch weich, als er an sein Töchterchen dachte.„Armer, kleiner Kerl,“ sagte er leise vor sich hin und sah ordentlich zärtlich dabei aus,„wenn nun wirklich dein Herz an diesen netten Doktor gehängt hast, wie wird es dir bluten, und was wirst du für ein Gesicht machen, wenn du heute hörst, daß es Scheiden heißt auf Nimmerwiedersehen." Je mehr er es sich ausmalte, desto unbehaglicher wurde ihm zumute. Auf den Schlachtfeldern Frankreichs hatte er dem Tode ins Auge geblickt, ohne mit einer Wimper zu zucken, womit sein Mädel ihren Liebestraum zu Grabe tragen würde, dazu fehlte ihm, das wurde ihm immer klarer, einsach der Mut. Auf einmal kam ihm ein rettender Gedanke. Er warf hastig einen Blick auf die Uhr, dann erhob er sich leise und kleidete immer schen nach seiner noch sanft schlasenden Frau hinüberäugend, in unglaublich kurzer Zeit an. Unhörbar, wie ein Dieb (Soirée Fly und Slade.) Die geheimnisvollen Demonstrationen, die, das durch sein früheres wiederholtes Auftreten hierselbst, in allen gebildeten Kreisen noch im besten Andenken stehende Künstlerpaar Fly und Slade am kommenden Donnerstag und Sonntag im Eintrachtsaale zur Aufführung bringen, haben auch hier s. Zt. viel Intzresse erregt. Ily und Slade sind keine Antispiriisten, aber den Kundigen wird es bald klar, daß wir es mit ausgezeichneten Künstlern zu tun haben, die mit seltener Gewandtheit ihr Publikum vorzü zlich zu unterhalten verstehen. Was den Darbietungen dieses eigenartigen Künstlerpaares ganz besonders auszeichnet, ist die noble Form und große Birtuosität aller Aufführungen. Der große Erfolg, den die Künstler in letzter WinterSaison in Berlin errungen, hat vom neuem bewiesen, daß Fly und Slade unstrreitig zu den besten zur Zeit existierenden Künstlern ihres Faches gehören. (Soirée Fly und Slade.) Der Vorverkauf der Eintrittskarten und zwar gleich für alle angekündigten Vorstellungen findet ab morgen, Donnerstag, täglich vormittags von 11 bis 12 Uhr und nachmittags von 3 bis 4 Uhr nur im Vorstellungssaale statt. Diese Einrichtung ist. ven der Geschäftsleitung darum getroffen, um den wunschen des Publikums, betreffend Eckplätze und vordere Sitze, welche zu solchen Soiréen immer gern gewünscht werden, weitgehends entgegen zu kommen. Die Fly und Slade=Soirden sind hier immer sehr stark besucht gewesen. (Aus dem Theaterbureau) wird uns geschrieben: Heute gelangt eines der wirksamsten Schauspiele des erfolgreichen Bühnenschriftstellers Felir Philippi„Das Erbe“ zur Aufführung. Wonnersrag erscheint zum letzten Male„Der Dieb“ auf dem Spielplan. Diese hervorragende Novität errang bei den bisherigen Aufführungen den lebhaftesten Beifall und dürfte die letzte schlich er aus dem Zimmer.— Als Frau v. Warnow eine halbe Stunde danach erwachte und ihres Mannes Bett leer sah, machte sie große Augen. Nach kurzem Umherschauen fand sie auf dem Tisch einen Zettel mit folgenden eilig geschriebenen Zeilen: „Liebe Erna, verzeih, daß ich mich wie der Marder vom Taubenstall davon gemacht habe. Aber mir fiel heute früh gerade noch zur rechten Zeit ein, daß ich ja das Schloß, Rithaus usw. in Quedlinburg hatte besichtigen wollen, und daß heute der letzte Tag sei, wo ich es tun konnte. So bin ich denn, ohne Dich in Deiner Dir so nötigen Ruhe zu ftören, leise davon gegangen, gegen abend bin ich zurück. Bringe es unserm Ilschen nur recht schonend bei, daß wir morgen schon abreisen, und sei recht freundlich und geduldig, wenn sie erst etwas unglücklich darüber ist. Herzliche Grüße Each Beiden. „„ Dein Frau v. Warnows Lippen kräuselten sich elwas spöttisch, als sie den Zettel gelesen hatte: „Ja, ja, die tapferen Männer,“ sagte sie vor nun wohl, dann muß ich es dem Kinde allein beibringen; ich denke, sie wird dabei gleich ein für alle mal von solchen Verirrungen geheilt werden."(Forts folgt.) Wiederholung wohl begegnen. Aus den Hersord, 15. O wahlen.) In uns wahlen für 19 W und zwar für 16 demokratische. Die: im Stadtgebiet 17 gewannen 1, die Li haben unter den ner Wahlmärner, die S Im 7. und 8 Bezi der 1. Abteilung zu vativen, im 16. W 3. Abteilung in der konserratiden und didaten der Sozia sämtliche Libera verlassen hatte Wahlresultat für günstiger gewesen, u# nach der amtlichen nommen hätten, daf 11 bis 12 Uhr wäh darin ausdrückliche teilung zuerst und vormittags, dann divor 12 Uhr beginn So kamen viele unse Als Kuriosum sei er vorstand des 7. Wa der 1. Abteilung, d servativen Wahlman irrtümlich erklärte, weil er nicht anwest sich selbst wählen. Herr dann auch un mit dem liberalen 2 ihn ungünstig aus spärlich eingelaufene konservative Sache Entscheidung aber t Sozialdemokraten zi Hersorder Kreisblat 1903(Nr. 267) F Sozialdemokraten ha männermandate geliberalen Parteiene die Aufstellung ei Kandidaten verlange Anspruch fehlen i Bleiben die Herren so dürften aller Vo servativen Abgeord Will die Sozialdemo nur zu dem eitlen damit diese dann„C wie der Liberalisn würde sle einen V laden". Heute i das Kreisblatt die geglaubt hat es an damals noch tut die die Sozialdemokraten nehmen, dann ist g falls nur mit sozial wommene Reichtags „liberalen Gedanker (risum teneatis am vativen Stimmen erheblich zugenomme r- Herford, 15. Verhandlungster Magistratskollegium ste Wirt Wellstett auf Ue zum Betriebe der Schar Lokal an der Lokhause abgelehnt, da der M Errichtung einer Scha nicht anerkannte. 2 Herford 16. Abend. Unser A. Junkermann wir! abend im Stadttheal abend erfreuen. W diesmal das Haus 5 # Herford, 16. der Mobilmachu zahl Eisenbahnverwe preußischen, unlängst in sämtlichen Bahn triebe schon vom er an alkoholhalti mehr verabreich gegen sollen alkoho nügender Menge ber die geistige und körp der Mannschaften u zu beeinträchtigen. 0 Herford, 1 kammerwahl.) bevorstehende Wahl liegt von heute bis 22 Zimmer 5, zur Einf C Herford, 16. ##dolf FrauenJahresfest am Sonn im Vereinshause. Köhling=Minden:„ der Evingelisten in C Herford, 15. hiesigen und cusvon der Firma Dr. m. b. H, Berlin, Kklame gemacht für ineurasthie". Dem en, Milchzucker und eschmackverbessernden tel werden von der wisse Krankheitszubesitzt. Vor tung des Publikums läßig teuren Mittels i vormittag gegen S. M. im Dienste elche beim Fensterirsolge Schvindelder 3. Etage des 1 auf den Balkon Zerunglückte wurde vehr dem Krankenr s o n.) D e r a m zeborene Oberpost aus Trier wird st. Am 3. 10. cc. , logierte sich in t in einem Gasturde am 4. d. M. f d e m B e h n h o f e 1. D. leidet an s is anzunehmen, planlos umherbt hat. Perso1,75 Meter groß, londes, vorn geGesicht, langer, ndere Kennzeichen: es Wesen, trägt ikler Ueberzieher, enschiem. Etwaige Aufenthalt nimmt erselbst entgegen. em Arbeiter., rn nachmittag aus dem Stakett des königsstraße aufne Remontoiruhr ntwendet. .) Die geheimnisdas durch sein hierselbst, in allen n Andenken stehende e am kommenden Eintrachtsaale zur uch hier s. Zt. viel ide sind keine Antiwird es bald klar, Künstlern zu tun dtheit ihr Publikum rstehen. Was den gen Künstlerpaares t die noble Form lufführungen. r in letzter Winterit vom neuem beunstrreitig zu den astlern ihres Faches .) Der Vorverkauf gleich für alle anidet ab morgen, gs von 11 bis 12 s 4 Uhr nur im Diese Einrichtung rum getroffen, um betreffend Eckplätze den Soiréen immer hends entgegen zu Soirhen sind hier au) wird uns geder wirksamsten Zühnenschriftstellers zur Aufführung. ten Male„Der iese hervorragende igen Aufführungen dürfte die letzte — Als Frau inde danach erBett leer sah, ach kurzem Umem Tisch einen riebenen Zeilen: daß ich mich wie istall davon gefiel heute früh zeit ein, daß ich usw. in Quedvollen, und daß wo ich es tun ohne Dich in Ruhe zu flören, in abend bin ich m Ilschen nur ir morgen schon undlich und geunglücklich darEach Beiden. Dein.“ kräuselten sich tel gelesen hatte: sagte sie vor nuß ich es dem denke, sie wird tal von solchen (Fortf folgt.) Wiederholung wohl einem allseitigen Interesse 9e8cgnen.—. Aus den Kreise Herford. Hersord, 15. Oktober.(Die Ersatz= wahlen.) In unserer Stadt waren Ersatzwahlen für 19 Wahlmänner vorzunehmen und zwar für 16 liberale und 3 sozialdemokratische. Die Konservativen, die bisher im Stadtgebiet 17 Wahlmänner hatten, gewannen 1, die Liberalen verloren 1 und haben unter den neugewählten 3 freisinnige Wahlmärner, die Soziaidemokraten blieben. Im 7. und 8 Bezirk entschied das Los in der 1. Abteilung zum Nachteil der Konservativen, im 16. Wahlbezirk wurde in der 3. Abteilung in der Sichwahl zwischen dem konserrativen und sozialdemokratischen Kandidaten der Sozialdemokrat gewählt, da sämtliche Liberalen das Wahllokal verlassen hatten. Zweifellos wäre das Wahlresultat für die Konservativen viel günstiger gewesen, wenn sie nicht allgemein nach der amtlichen Bekanntmachung angenommen hätten, daß die 3. Abteilung von 11 bis 12 Uhr wählen könne, denn es war darin ausdrücklich erklärt, daß die 3. Abteilung zuerst und zwar um 11 Uhr vormittags, dann die 2. und 1, aber nicht vor 12 Uhr beginnend zu wählen hälten. So kamen viele unserer Urwähler zu spät.— Als Kuriosum sei erwähnt, daß der Wahlvorstand des 7. Wahlbezirks dem Uewähler der 1. Abteilung, der den aufgestellien konservativen Wahlmann, Wirt Plötz irrtümlich erklärte, den könne er nicht wählen, weil er nicht anwesend sei, aber er könne sich selbst wählen. Das tat der betriffende Herr dann auch und kam in die Stichwahl mit dem liberalen Wahlmann, die dann für ihn ungünstig ausfiel. Nach den bisher spärlich eingelaufenen Nachrichten scheint die konservative Sache günstig zu stehen, die Entscheidung aber trotzdem wieder bei den Sozialdemokraten zu liegen, von denen das „Hersorder Kreisblatt“ vom 13. November 1903(Nr. 267) Folgendes schrieb:„Die Sozialdemokraten haben nicht so viele Wahlmännermandate gewonnen, daß sie den liberalen Parteien ein Kompromiß anbietend die Aufstellung eines sozialdemokratischen Kandidaten verlangen könnten. Zu diesem Anspruch fehlen ihnen 42 Wahlmänner. Bleiben die Herren am 20. d. M. zu Hause, so dürften aller Voraussicht nach die konservativen Abgeordneten gewählt werden. Will die Sozialdemokratie ihre Wahlmänner nur zu dem eitlen Zweck: gewählt haben, damit diese dann„Gewehr bei Fuß“ zusehen, wie der Liberalismus zusammenbricht, so würde sle einen Volksverrat auf sich laden". Heute in der Blockzeit würde das Kreisblatt dies wohl nicht schreiben, geglaubt hat es an den„Volksverrat“ weder damals noch tut dies heute, aber— wenn die Sozialdemokraten„das Gewehr über“ nehmen, darn ist genau wie bei den gleichfalls nur mit sozialdemokratischer Hülfe gewommene Reichtagsmandat ein Sieg des „liberalen Gedankens" zu verzeichnen,— (risum teneatis amici) obgleich die konservativen Stimmen gegenüber den liberalen erheblich zugenommen haben! r- Herford, 15. Okt.(Ein mündlicher Verhandlungstermin fand heute vor dem Magistratskollegium statt. Es klagte der frühere Wirt Wellstett auf Uebertragung der Konzession zum Betriebe der Schankwirtschaft auf das Hußsche Lokal an der Lokhauserstraße. Der Antrag wurde abgelehnt, da der Magistrat ein Bebürfnis zur Errichtung einer Schankwirtschaft an jener Stelle nicht anerkannte. 9 Herford, 16. Okt.(Junkermann= Abend. Unser allbeliebter Gast Herr A. Junkermann wird uns auch am Sonntag abend im Stadttheater mit einem Vortragsabend erfreuen. Wie früher wird wohl auch diesmal das Haus bald ausverkauft sein. # Herford, 16. Olt.(Für den Fall der Mobilmachung) ist von einer Anzahl Eisenbahnverwaltungen, u. a. auch der preußischen, unlängst angeordnet worden, daß in sämtlichen Bahnhofswirtschaften im Betriebe schon vom ersten Mobilmachungstage an alkoholhaltige Getränke nicht mehr verabreicht werden dürfen. Dagegen sollen alkoholfreie Getränke in genügender Menge bereit gehalten werden, um die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit der Mannschaften nicht durch Alkoholgenuß zu beeinträchtigen. 0 Herford, 16. Okt.(Handelskammerwahl.) Die Wählerliste für die bevorstehende Wahl zur Handelskammer liegt von heute bis 22. Oktober im Ruhaus I, Zimmer 5, zur Einsicht aus. C Herford, 16. Okt.(Der Gustav #dolf Frauen=Verein) feiert sein Jahresfest am Sonntagnachmittag ½4 Uhr im Vereinshause. Vortrag des Herru P. Köhling=Minden:„Leiden und Hoff lungen der Evmngelisten in Rußland.“ C Herford, 15. Okt.(Herr Direktor Philler) bither Direktor der Erziehungsanstalt Hardehausen, wurde gestern vom Vertreter des Herrn Regierungspräsidenten, Herrn Regierungsrat Dombeis, als Direktor der Strafanstalt eingeführt. 9 Spenge, 16. Okt. Standesbeamter.) Herr Amtssekretär K. Moehle ist zum zweiten Stellvertreter des Standesbeamten bestellt worden. II Löhne, 15. Okt.(Schule.) Mit der Vertretung einer Lehrerin an hiesiger Schule wurde die Lehrerin Frl. Prött in Steinbagen beauftragt. II Löhne, 15. Okt.(Bei der gestrigen Wahlmännerwahl) wurden im Amte Gohfeld=Mennizhüffen 18 Konservative und 1 ChristlichSozialer gewählt. Die Liberalen verloren hier einige Mandate. Kisker v. Spenge, 14. Okk.(Tod durch Ertrinken.) Am Sonnabend war der Neubauer Sarkage auf seinem Acker beschäftigt. Sein in der Nähe spielendes 2½ jähriges Söhnchen war seinem Gesichts kreis plötzlich entschunden. Nach kurzem Suchen fand man den kleinen ertrunken in einem Teiche. Der Schmerz der Eltern, über den Verlust ihres einzigen Kindes ist begreiflicherweise ein großer. Aus den Kreisen Minden und Bübiete. Oeynhausen, 14. Okt.(Herberge zur Heimat.) Nach dem fertiggestellten Jahresbericht der hiesigen Herberge zur Heimat sind vom 1 Oktober 1906/07 auf der Herberge insgesamt 3682 Personen mit einem Kostenauswande von 2479,15 Mark verpflegt worden. 1883 Personen leisteten in 6590 Stunden die in der Zerkleinerung von Holz betreffende Stationsarbeit. Bei dem mit der Herberge verbundenen kostenlosen Arbeitsnachweise gingen von 297 Arbeitgebern Nachfragen nach Arbeitern ein und erfolgte in 235 Fällen deren Ziwendung, jedoch nur 197 Fällen mit Erfolg. 38 Wanderer begaben sich wieder auf die Landstraße, 3636 Personen befanden im Besitz von Wanderscheines, während 46 Scheine neu ausgestellt waren. Jössen, 14. Okt.(Feuer.) Am letzten Samstag brach gegen 5 Uhr nachmittags in der Scheune des Kolon Klenke Ne. 44 Furr aus und bald brannte auch das Wohnhaus desselben und das alte Wohnhaus des Kolons Müller Ne. 13 gen. Seelling. Die reiche Ernte ging in Flammen auf und das Feuer loderte bis tief in die Nacht hinein. Alle Anerkennung verdienen die Feuerwehr aus Petershagen und die Bedienungsmannschaften der Feuerspritzen aus den umliegenden Gemeinden. Das Vieh konnte gerettet und ein weiteres Umsichgreifen des Feuers verhütet werden. Die Gebäude, das Mobilar und Früchte warea versichert bis auf das alte Wohnhaus des Kolons Müller.(M. L. Krsbl.) Lübbecke, 14. Okt.(Kartoffeln.) Die Kartoff=lernte ist vorüber und sind auch gute Erträge erzielt worden. Ein fester Preis besteht aber noch nicht. Wie in jedem Jahre, so auch diesmal wieder. Die Konsumenten wollen möglichst billig kaufen und reden von—.50 Mk, dagegen die Landleute, welche einen möglist hohen Preis erzielen wollen, sprechen von ca. 3 Mk. pro Zertner. Es wird sich jedenfalls empfehlen, einen festen P eis abzuwarten, bevor man eiskauft. II Oeynhausen, 15. Olt.(Gemeindebeamten=Versammlung.) Am nächsten Sonntag, den 20. Okt, findet im Hotel Pavillon hierselbst eine Bezirksversammlung des Zentralverbandes der Gemeindebeamten Preußens— Bezicksverband Minden— statt. Auch Nichtmitglieder(Kommunalbeamte) sind willkommen. Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Gütersloh, 15. Okt.(Der neugegründete Ev. Bürgerverein) wird kommenSonntag die erste Versammlung des Winterhalbjahrs veranstalten. Gütersloh, 15. Oktober.(Obstausstellung.) Der Obst= und Gartenbauverein wird am Freitag, den 18. d. Mts. im Billingschen Soale eine Obstausstellung veranstalten. Ausstellen köanen nur Mitglieder des genannten Vereins, der Eintritt zu der Ausstellung ist jedoch für jedermann frei. Die Eöffnung der Ausstellung findet Freitag morgen 11 Uhr statt; dieselbe ist bis abends 8 Uhr geöffget. Gütersloh, 15. Oktober.(Auf dem heutigen Viehmarkte) kosteten Zug ochsen 270—400 Mk., tragende und Milchkühe 250—350 Mk., Jungvieh 120—220 Ml. pro Stück. Aufgefahren waren 61 Wagen mit 491 Ferkeln. Das Paar—8 Wochen alt kostite 12—18 Mk., Stangen 18—24 Mk. pro Stück. Der Handel war flau. Ans den Kreise Hale. Vorgholzhausen, 12. Okt.(Auf dem gestrigen Herbstmarkt) kosteten—8 Wochen alte Ferkel—10 Mk. und Stangen 18—24 Ml. Fette Schweine wurden nach Lebendgewicht mit 45—48 Mk. und nach Schlachtgewicht mit 55—58 Mk. verkauft. Rindvieh war wenig vorhanden und der Handel darin flau. Aus den Rez=Bez. Minser und Arusberz. Dülmen, 14. Okt.(Die verwitwete Erzherzogin von Croy) verkaufte ihr Palais in Brüssel und verläßt mit ihrer gesamten Familie Belgien für immer, um dauernden Wohnsitz auf dem der Familie gehörigen hiesigen Schloß zu nehmen. Der jeweilige Herzog von Croy ist erbliches Mitglied des preußischen Herrenhauses; der derzeitige Herzog Karl ist 18 Jahre alt. Altena, 14. Okt.(Infolge falscher Weichen stellung) fuhr gestern abend der 7 Uhr 51 Minuten in Lüdenscheid fällige Personenzug der Altenaer Schmalspurbahn in den dortigen Lokomotivschuppen hinein. Sieben Personen haben sich als verletzt gemeldet. Der Materialschaden ist nicht bedeutend. Aus den Nachlarprovinzen und Staaten. Düsseldorf, 14. Oktober.(Wegen Achtungsverletzung) in Verbindung mit Beleidigung und Ungehorsam gegen einen Vorgesetzten traf nach der„Rh. Westf. Ztg.; heute vor dem Kriegsgericht den Einjährig- Freiwilligen August Albrecht von der 5 Komp. des Jaf.=Reg. Nr. 16 in Mülheim-Rhein eine Strase von vier Wochen strengen Arrest. Der Angeklagte ist ein akademisch gebildeter Lehrer aus Remscheid. Der Vorfall spielte sich am 23. August während des Kaisermanövers in einer Wirtschaft in Ahlen i. W. ab. Pyrmont, 14. Olt.(Das Komitee für die Errichtung des Bismarckturmes) auf dem Königsberge will fortan intensiver arbeiten, so daß der Turm, für den die Eatwürfe und Pläne jetzt geprüft werden, bald gebaut werden kann. Auch die Errichtung eines Goethe=Denkmals wird hier geplant. Kassel, 14. Okt.(Wachstum der Stadt.) Nach den amtlichen Mitteilungen des Statistischen Amtes ist die Bevölkerungszffer von 150000 in Kassel längst über schritten, denn Ende des Monats August betrug sie 150 152. Noch im Jahre 1902 hatte Kassel nur wenig mehr denn 110000 Einwohner. Der Hauptzuwachs ist durch die Eingemeindung der Vororte Wehlheiden, Wahlershausen, Wilhelmshöhe, Rothenditmold, Kirchditmold und Bettenhausen gekommen. Bei der Volkszählung im Jahre 1905 hatte Kassel 120 146 und bei der Volkszählung 1900 erst 106034 Einwohner. Kassel, 14. Okt.(Auf dem Kongreß für höhere Frauenbildung) in Kassel kam auch die Fortbildungsschule für Frauen zur Sprache. Fräulein Lina HilgerKreuznach befürwortet zweijährigen Kursus, in dem wissenschaftliche und praktische Tätigkeit verbunden sein und die jungen Mädchen in die Erziehungsarbeit, in die hausfraulichen Pflichten und in die soziale Arbeit eingeführt werden sollten. Es entspann sich indes eine längere Diskussion, in der Frl. Oberlehrerin Lydia Stöcker den Nutzen solcher obligatorischen Fortbildungsschulen überhaupt besteitt, während von anderer Seite vorgeschlagen wurde, die heutigen Mädchenpensionate unter staatlicher Anerkenrung zu solchen Frauenschulen auszubauen. Als Frau Professor Weber=Heidelberg den gemeinsamen Schulbesuch von Knaben und Mädchen warm empfohlen hatte, entstand eine erregte Debatte, weil Oberlehrerin Winkler=Münster namens der katholischen Lehrerinnen und der gesamten katholischen Frauenwelt prinzipielle Ablehnung der Cosducation als unsittlich und gesundheitsschädlich forderte. Sie unterlag aber, und eine Beschlußerklärung der Referentin wurde mit großer Mehrheit angenommen. Nachdem noch Fräulein Dr. Gertrud Bäumer im Lehrkörper der höheren Mädchenschulen größeren Einfluß und höheres Gehalt für die Oberlehrerinnen gesordert, wurde der Kongreß geschlossen. Vermischtes. Berlin 15. Oktober. Die Staatsanwaltschaftt leitete am Sonnabend abend gegen den entlassenen Stallmeister des Kronprinzen wegen homosexueller Vergehen im Königlichen Marstall das Strafverfahren ein. Ob auch gegen zwei mitbeschuldigte frühere Beamte des Marstalls eine Untersuchung eingeleitet wird, ist noch unentschieden. Senstenberg, 15. Okt. Der seit dem 16. September dieses Jahres bestehende Bergarbeiterausstand in der Niederlausitz kann als erledigt betrachtet werden. Stuttgart, 15. Okt. Heute nachmittag ist auf dem Platz der ehemaligen LegionKaserne der innere Teil eines 4 stöckigen Neubaues eingestürzt. Bis abends 6 Uhr wurden drei Tote und fünf Schwerverletzte geborgen. Um 6½ U wurden wegen der Gefährlichkeit der Lage die Rettungsarbeiten eingestellt, als ermittelt worden war, daß nur noch ein Arbeiter unter den Trümmern liegt, der jedoch soweit freigelegt wurde, daß sein Tod festgestellt werden konnte. Einige Leichtverletzte sind in der Nähe der Unglücksstätte verbunden worden. London, 15. Okt. Heute früh entgleiste zwischen 2 und 3 Uhr der von Bristol kommende Nordwest Expreß in einer Kurve bei der Einfahrt in die Station Shrewsbury. Nach neueren Nachrichten sind bei diesem Unglück 20 Personen getötet und 40 verwundet worden Ueter ersteren b fiaden sich 3 Esenbahn= und 3 Postbeamte. New York, 15. Okt. Bei einer Explosion in der Pulverfabrik in Fortanet in Indiara kamen 30 Personen ums Leben und 100 trugen Verletzungen davog. Der Lustdruck beschädigte Gebäude und Telegrahpenleitungen bis auf eine Entfernung von 35 Meilen. Im ganzen erfolgten drei Explosionen. (Verblüffend.) Ein beleibter Herr fährt mit der Eisinbahn. Vor dem Einsteigen schärft er dem Schaffner ein, ihm Bescheid zu sagen, wenn der Zug auf Station Remlinghausen angekommen sei. Die Fahrt geht vor sich, und der alte Hirr schläft ein. Da endlich kommt man in Remlinghausen an. Großes Gedränge, wenig Aufenthalt. Der Zuzführer will eben das Signal zur Weiterfahrt geben, da fällt dem Schaffner der alte Herr ein. Noch rechtzeitig verhindert er das Signal. Zugführer und Schaffner eilen schnell zu dem betriffenden Wagenabteil hin.„Nun, bitte, mein Herr, Remlinghausen!“—„Ah, danke bestens; ich fahre aber weiter mit. Mein Doktor hat mir nur gesagt, ich solle in Remlinghausen die zweite Pille nehmen!“ (Getroffen.).:„Haben Sie gehölt, gestern ist der Buchhalter Fuchs mit Fräulein Lehmann durchgebrannt. Was wohl der Alte zu dem Spaß sagen wird?“—.:„Er wird sagen: Fuchs, du haft die Gans gestohlen!“ Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 16. Oktober 1907. Mitgeteilt von F. Böckelmann Ww., Bielefeld. Niedrigster Thermometerstand i. d. Nacht+— 6(C. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+10 ·C. Barometer 74,5 cm. Wind: Süd. Himmel: bedickt. Oeffentlicher Wetterdiens. Dienststelle: Meteorologisches Observato riun Aachen. Voraussichtliche Witterung für die Zei u m Abend des 16. Okt. bis zum Abend des 17. Okt. Morgen fortgesetzt vorwiegend trübe und reanerisch, wirdig, kühl. Neuste Nachrichten. Berlin, 16. Okt. Die beiden gestern abend hier eingetroffenen Gesandten des marokkanischen Gegensuttans Muly Hofids erkärten, sie würden heute mitt1g das Auswärtige Amt aussuchen. Berlin, 16. Okt. Der hiesige französische Botschafter Jules Cambon, der gestern früh wieder aus Paris hier eingetroffen ist, hatte gestern nachmittag eine längere Unterredung mit dem stellvertretenden Staatssekretär des Aeußeren Herrn von Tschirschky, in welcher die Frage der Indemnität der Geschädigten von Casablanca erörtert. wurde. Cambon überreichte Herrn von Tschirschky in dieser Angelegenheit eine Note. Wilhelmhaven, 16. Okt. Die Kriminalpolizei kam großen Diebstählen auf der Reichswerft auf die Spur und fand ein umfangreiches Lager gestohlener Gegenstände. Wien, 16. Okt. Das objektive Befinden des Kaisers ist gestern um eine Nuance günstiger, das subjektive etwas ungünstiger gewesen. Der Kaiser ist müde und abgespannt, weil seine Nachruhe viel durch Husten gestört wurde. Nach einer Blättermeldung ist der Zustand noch immer ernst. Es soll Lungenspitzenkatarrh konstatiert sein, dessen Krisis in 3 bis 4 Tagen zu erwarten sei. Momentan sei zu schweren Befürchtungen kein Anlaß. Aus Schönbrunn wird gemeldet, daß der Kaiser sich gestern gegen 7 Uhr ins Bett begab und ruhig schlief. Bis Mitternacht wurde er durch den Husten weniger gestört als in der vorigen Nacht. New.York, 16. Okt. Bei der Pulverexplosion in Fontanet in Indiana, die in mehreren kurzen Abständen sich wiederholte, sollen 700 bis 800(?) Menschen ums Leben gekommen sein. Menschliche Leichenteile wurden meilenweit geschleudert. In der Nachbarschaft stürzte eine Schule ein und begrub 200 Kinder unter ihren Trümmern. Juzan zazazzzarzantorpezt! Am 18. Oktober von—12½ und von 1½—6 Uhr ,Pe Sscmrne wenn Sie beim Einkauf nur„Malzkaffee“ langen. 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Schauspiel in 4 Akten von Felix Philippi. Donnerstag, den 16. Oktober Anfang 7½ Uhr, —— zum letzten Male—— — Der Dieb.— Auf diese letztmalige Aufführung wird ganz besonders aufmerksam gemacht. P WVoll(Hannover.) Am 21., 23., 24. Oktober, 8 Uhr 10 Minuten: (mit Ansprachen, Vorträgen der Gesang= und der Posaunenabteilung 2c. zur Einweihung des neuen Vereinslokals. Um pünktliches und vollzähliges Erscheinen wird gebeten Der Vorstand. Karten 4, 3, 2, 1 Mk. im Tivoli und Abendkasse Kleiverschränke Im Brang. Volkssaal an der Bahnhofstrasse. " 4412 Bleleteld. Der Obstbauverein. Der Zinsfuß für Spareinlagen ist auf erhöht. Die Erhöhung tritt für neue Einlagen am 1. Oktober 1907 und für die vorhandenen Spareinlagen am 1. Januar 1908 in Kraft. Bielefeld, 19. September 1907. Die Verwaltung der Stadt=Sparkasse. KCTHHE Gage. Fest veranstaltet von der =Abteilung des Ehr Vereins junger Männer, Papenmarkt 2, am Sonntag, 20. Oktober 1907 nachmittags 3½ Uhr Festredner: Herr Bundessekret. 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Oktober 1907. Das Presbyterium der Altstädter Gemeinde. Kein Belucher der Stadt Müncken# solite es versäumen. Eie in den Räumen der Redaktion. Thratinerstraße 41 I defindliche, Zuterst interellanke Ausstellung von Originalzeichnungen der Fleggendorfer-Biatter# #i1. in betichtign** ###ch ge Eintritt fer##et#mann krei! Tand eeenmnmm 9. 9. Oeie Jahre Utt ich an einer nassen Wandersiechte, versuchte vieles, aber alles umsonn, dis ich 1904 in der Zeitung von Ikrer Rino=Salde las. Ich kaufte mir 2 Dosen à Mk..— u. die Flechte ist seitdem verschwunden. Ich sage Ihnen meinen besten Dani se spät, well ich erst wissen wollte. ob der Erfolg ein dauernder ist, was 2 en nuch 2 Johren wohl annehmen Em. Marx. OSt11g, een 14./2. 08. Diese Rins=Salbe is auch in Dosen M..— in den meisten Apotheken bt in Origina nd mit ht zu Jaben, aber nur echt W S Si ui un inalDie Verlobung unserer Tochter Utti mit dem Gerichtsassessor Herrn Dr. jur. Eduard Wolfgang Lax beehren wir uns anzuzeigen. Bielefeld, Oktober 1907. Dr. jur. August Klasing und Frau Anna Klasing geb. Dieckmeyer. Meine Verlobung mit Fräulein Utti Klasing, Tochter des Justizrats Herrn Dr. jur. August Klasing und seiner Gemahlin Anna geb. Dieckmeyer zeige ich ergebenst an. Minden, Oktober 1907. 8 Dr. jur. Eduard Wolfgang Lau. 8 „Jistorist, bers ein urd säht Réaumar, franz Theimom=ters, gest. Campoformio. Mohon, gen. 189. Openkomponist, gest. Bülow wird zum Stanworlich for den rchastgulen Tei Hermann Lange, für den Relane und IuseraituTei R. Trautmann, Druc und Velag von A. von der Mühlen, sümtich in Beleseld. Angst der S C. 0. Zeuge Bet proleß gegen der wiet#rhel bekangt, Parteilettung ans 8 112 des Strafg cus Sorge, daß di werden könzte, Methede, antimili teeiben, gevarnt sozialdimokcatische durchblicken, daß b# gesetzbuches überhat stur zbestrebungen g entsprechenden M werden könnte. Ni Wiesbadener Parte neten Besserwann daß ein Scharfmich Moßnahnen nicht deß man nur eine politik treiben möss als überwunden 4 Bebelschen Sorgen zu haben. über gaszen Haltung der krette hervor, daß garz onders auftre nicht doch roch An vo: Rpe Diese Angst flie deß Repressiomaßre der sozialdemokratis würden, bedeutend gestcht, daß schon di VersKärfung einiger die sozialdemozrati## so ist das ein# Azitation unb dingt artig verschärfter# immerhin zugeben, schon viel zu stark sie durch ein Rp werden könnte; abzu stellen, ob eine haupt möglich wäre, dig sei, gegen die u staatlichen Grundt#g aufzurichten. Und werden missen Es ist eine Illust sei, die liberale Mittel kratischen Umschling: ist fast unbegreiflich, Illussionen gehegt we wenn man wieder ei demokratie slehe im Sie ist im Gegenteil und auf radikaler sch'essener geworden. euf einen Zwiespalt und Partei. Diese der mauserungsfreud zugeben mußte, gesch warkungen, die man flusse der R visionist können meinte, habe Herr Reichskanzler Die revisionistischen kommen bedeutungelo von ihnen sich eit auszuspielen wagt, macht. glaubt man Arbeiterbewegung ein auf die Jadusteie=Arb können; aber gegen terronistischen Vorgehe