31. Jahrgang Beits chhen f., Reklamen 40P. * Erscheint lehemal wüchentiich. Reihc Fernsprecher Nr. 15. Historischer Kalender. 9. Saptember: A. Galvani, Erfinder des Galvanismus, geb. 1737.— A. L. Schlözer Geschichtsforscher, gest. 1809.— Allianztraktat zu Teplitz zwischen Rußland, Oesterreich und Preußen gegen Napoleon, 1813.— Friedrich Großherzog von Baden, geb. 1826.— Aufstand in Dresden, 1880.— Die Festung Laon kapituliert; beim Einzug der Deutschen sprengen die Franzosen die Zitadelle in die Luft, Flucht der Kaiserin Eugenie 1870.— Jules Grevy, französischer Staatsmann, gest. 1891. Zur Entstehungs=Geschichte des Herero=Aufstandes. 1 tter 45. Mark. er Zahnersatz, Gaumenplatte. ren sofort. en etc. billig. er werden von mir behandelt. trowicz, Zahnkünstler Augustastr.=Ecke heren Wohnung. lefeld, orwall 4 b. ing sämtl. iner Bucksline 2c. Nr. 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Aber diese— vielleicht von Witboi selbst erfundene und verbreitete Geschichte— hätte, wie alles Voraufgegangene, keine Rolle gespielt und spielen können, meint der Verfasser, wenn nicht offenbar seit Jahr und Tag, seit es den Weiterblickenden unter den Eingeborenen deutlich wurde, daß die Anwesenheit der Deutschen im Lande unabwendbar die deutsche Herrschaft, den Verlust der Freiheit und zuietzt auch den Uebergang des Reichtums, des Landes und des Viehs, an die Deutschen bedeute— eine Kriegspartei unter den Herero bestanden hätte, die sich auf den Besitz von Tausenden moderner Hinterlader und massenhafter Munition stützen konnte! Diese Bewaffnung der Herero war das Verhänguis. Wo stammte sie her? Bis auf einen verschwindenden Teil, wie wir jetzt wissen, nicht aus amtlichen Verkäufen der letzten Jahre — vielmehr aus der ersten Epoche der deutschen Verwaltung im Schutzgebiet. Von 1888 bis Mai 1891 sind an 8000 Hinterlader und Hundert tausende von Patronen in das Schutz gebiet eingeführt worden! Die von unserem heutigen Standpunkt aus schwer begreifliche Erlaubnis zum Vertrieb dieser Menge von Waffen und Munition ist damals seitens der Reichsregierung gegeben worden, um durch die Gewährung von Lizenzen zur Waff neinfuhr einen gewissen Einfluß auf die von unserer proklamierten Herrschaft tatsächlich noch ganz unberührten Stämme im Janern zu bekommen, namentlich aber, um den Herero eine Hilfe in ihren Kämpfen mit Hendrik Witboi zu gewähren, der dem Kamaharero im September 1889 den Krieg angekündigt hatte. Vier Jahre vorher war durch den Reichskommissar Dr. Goering jmer Schutz und Freundschaftsdentchs schlossen worden, durch den„der dem Maharero seinen AllerSchutz hei##, ousicherte. Da aber rescherden sendeit jeder halbwegs aus wechesrie, deutschen Militärmacht in Südeeseusenn anders vollkommen illusorisch gewäre, so wurde die Erlaubnis zur Einfuhr von Hinterladern und Munition, ausschließlich Henry Martinis, ins Hereroland gegeben. So ist der Grundstock für die spätere Bewaffnung des Volkes durch eine direkte Maßnahme der damaligen Verwaltung selbst entstanden. Hernach ist sie dann durch Schmuggel verstärkt worden. Wir haben uns also die Entstehung des Aufstandes etwa so vorzustellen. Zunächst beruhte die deutsche Autorität im Lande von vornherein nicht auf der Ueberzeugung der Herero, daß die Macht bei uns sei, sondern auf der persönlichen Autorität und Beliebtheit des Gouverneurs. Dieser Tatsache standen auf der anderen Seite entgegen das Kraftgefühl, das aus dem angeborenen Hochmut der Rasse und dem Besitz der Waffen und Munition floß, ferner die wachsende Besorgnis vor dem Verlust des Landes durch die fortschreilende weiße Besiedelung; der Reservatsplan; die fortgesetzt sich verschärfende Idee, zu Unrecht und gegen den ursprünglichen Sinn des Schutzvertrages Kamahareros aus dem ererbten und zu eigen besessenen Lande gedrängt zu werden; endlich die Uebergriffe verschiedener Händler und eine Reihe zweifellos ungeschickter Maßnahmen der Lokalverwaltung. In diese kritisch gespannte Situation fiel nun noch Ende Dezember 1903 oder Anfang Januar 1904 die Nachricht:„Am Oraujefluß schießen die Engländer auf die Deutschen! Daß diese Behauptung damals unter den Hereros umgelaufen und fest geglaubt worden ist, weiß man jetzt durch bestimmte Bekundigung von missionarischer Seite. Allen Versuchen des betreffenden gefangen gehaltenen Missioners, die Leute von der Verkehrtheit der Idee zu überzeugen, setzten sie die hartnäckige Versicherung entgegen:„Es ist doch so, die Engländer schießen auf die Deutschen.“ Man braucht nur zeitlich die Vorgänge im äußersten Süden und im Hererolande zu vergleichen, um zu begreifen, warum es sich hier handelt. Am 12. Dezember wurde Oberleutnant Böttlin mit seiner Bastardadteilung am Oravje im Kampfe gegen die aufständigen Bondelzwarts von diesen über den Fluß auf englisches Gebiet gedrängt und dort durch den Jaspektor der Kappolizei, Woon, entwaffnet. Diese Tatsache erschien der Eingeborenen nicht als das, was sie sein sollte, eine allerdings rigorose und befremd liche„Reutralitätsbekundung“, sondern als feind seliger Akt. Indem die Nachricht weiter flog, verschärfte sie sich alsbald vom Waffenabnehmen bis zum Schießen, und sie ist es wahrscheinlich gewesen, die den Funken in das Pulverfaß warf! Sie erklärt auch jenen Brief des David Kaunjonjua aus Waterberg an unsere Buren in Grootfontein: „Ihr seid Engländer, und wir wollen Engländer sein, darum laßt uns in dieser schweren Zeit gegen die Deutschen zusammenstehen!“ Für die Richtigkeit dieser Darstellung, insbesondere in Bezug auf die Herkunft der Waffen und der großen Munitionsvorräte der Herero vermögen wie eine Garantie nicht zu leisten, sie hat aber die Wahrscheinlichkeit für sich. Daß sie schon lange Zündstoff in der Tiefe angehäuft hatte und es nur eines geringfügigen Anlasses bedurfte, um eine Explosion herbeizuführen, unterliegt dagegen keinem Zweifel. Montag, 9. September 1907 ** Politische Nachrichten. Aus dem deutschen Reiche. 8. September. Die Flottenmanöver wurden Freitag abend beendet. Die Flotte ankert zwischen Schilligreede und Wilhelmshaben. Der Kaiser hielt gestern morgen die Kritik an Bord der „Hohenzollern“ ab. Nach der Kritik wollte sich der Kaiser in die Kaserne des zweiten Seebataillons begeben, um dort das Fahnenband für die Teilnahme an der südwestafrikanischen Expedition zu übergeben. Abends um 7 Uhr folgte ein Paradediner zu 250 Gedecken im Offizierkafino. Nachdem auch der Gegenbesuch, den das Fürstenpaar von Schaumburg= Lippe dem regierenden Fürstenpaar ppe schuldig war, stattgefunden hat, Kaiser sich über diese neuen freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Fürstenhäusern höchst befriedigt ausgesprochen haben. Für des Wißmann= Denkmal in Dares- Salam hat der Kaiser einen Beitrag der Wosehegenet und die Summe er Leutschen Krlonial=Gesellschaft übermittern lassen. der Londoner„Standard" erfährt, werden Kaiser Wilhelm und die Kaiserin bei ihrem November=Besuch in Englang auch die Londoner City besuchen. 3. am Körperschaften haben die Sue die Masenaten zu einem großen Smpfunge und Frühstück in der Guidhall einzuladen. Der Kronprinz wird auch in diesem zum Besuch des Herzogs Karl Throvor in Bayern nach Bad Kreuth reisen General der Infanterie Linde, Präsident des Reichsmilitärgerichts, hat sich in dienst lichen Angelegenheiten in das Manövergelände des 7. und 10. Armeekorps begeben. Das für den Prinzen Eitel Friedrich errichtete Jagdschloß bei Prerow auf dem Dars ist nunmehr fertiggestellt. Das hübsche, im gefälligen Bleckhausstil errichtete Jagdhaus hat seinen Platz bei den Adlerhorsten zwischen Ahrenshoop und Prerow, unmittelbar an der Osisee, erhalten, und lehnt sich an den dichten, durch seinen Waldreichtum bekannten Prerower Wald an. Der Prinz wird am 20. oder 21. ds. Mts. mit seiner Gemahlin im Jagdschloß eintreffen und vier Wochen dort verweilen. Der Abgeordnete Erzberger hatte dem Gouverneur a. D. v. Bennigsen Amtsmißbrauch zwecks persönlicher Bereicherung vor geworfen und war dafür zu acht Tagen Gefängnis verurteilt worden. Die zweite Verhandlung vor einigen Tagen endete mit einem Vergleich auf Grund folgender Erklärung des Abg. Erzberger: „Ich habe mich jetzt überzeugt, daß der Gouvera. D. v. Bennigsen an der Gründung kolomieler Land= oder Konzessionsgesellschaften in keiner beteiligt gewesen ist und keinerlei Vorteil ptlouter#rt aus der Gründung von solchen Gesellschaften gezogen hat. Ich erkenne an, daß aus in der Broschüre ein solcher Vorwurf gegen den Gouverneur a. D. v. Bennigsen entnommen werden kann. Ich erkläre, daß ich einen solchen Vorwurf nicht habe erheben wollen und nicht erheben kann, und nehme denselben unter dem Ausdruck meines lebhaften Bedauerns zurück.“ Erzberger verpflichtete sich, diesen Vergleich auf seine Kosten in der„Köln. Ztg. und der„Köln. Volkszeitung“ zu veröffentlichen und übernahm sämliche gerichtlichen und außergerichtlichen Kosten, einschließlich des von dem Privatkläger seinem Anwalt zugebilligten Extrahonoras. Klage und Widerklage wurden hierauf zurückgezogen. Deutschlands Antwort auf das in Berlin überreichte fragzösische Memorandum enthält, dem„Temps“ zufolge, im wesentlichen folgendes: In der Erwartung, daß sich Ereignisse wie das Bombardement von Casablanka nicht wiederholen, und daß Frankreich und Spanien nach wie vor bestrebt sein werden, ihr Verhalten den Beschlüssen anzupassen, erklärt Deutschland, daß es die Polizeiorganisation, wie sie Frankreich und Spanien, der Lage Rechnung tragend, ins Werk setzen, nicht stören wolle. Hannover, 8. Sept. Zum Zwick der Wiederaufnahme des alten Mittellandkanal Projektes, das ist die Weiterführung des im Bau begriffenen Teilkanals Rhein Hannover, konstituierte sich in den letzten Tage unter Teilnahme hervorragender Interessanten ein Vorkomitee. Die Gründung eines allgemeinen großen Interessantenverbandes soll am 7. November in Münster beziehentlich Hannover erfolgen. Der Verband will durch intensive Agitation unausgesetzte Vorstellungen bei den staatlichen Behörden, dem Staatsministerium und dem preußischen Landtage auf die Wiedereinstellung der seiner Zeit fallengelassenen Hannover=Elbkanalvorlage hinwirken. „Darmstadt, 6. Sept. Vom zweiten Lalumon des 115. Infanterieregiments in Darmstadt wurden nach der Rückkunft aus dem Manövergelände in Friedberg sieben Wann wegen Meuterei verhaftet. Es handelt sich um eine Meuterei in Obermörlen, bei der der Soldat Eckhardt schwer verletzt wurde, so daß er in das Gießener Garnisonlazarett aufgerommen werden mußle. Die Untersuchung soll k##eitere Folgen nach sich ziehen. Die Anklage gegen die fieben verhafteten Infanteristen lautet auf Meuterei und Komplot:. Die Angehörigen des Regiments dürfen nur ohne Waffen ausgehen. dem Auslaus:. Norwegen. Die norwegische Regierung und das norwegische Parlament beschäftigen sich mit der Einführung der staatlichen Versicherung der Arbeiter aller Gebiete. Zwei auf dem Gebiete der Volkswirtschaft erfahrene Männer Norwegens, die Nationalökonomen Palmström und Rygg, werden im Auftrage der norwegischen Regierung das deutsche Versicherungswesen studieren. Sie trafen bereits in Kiel ein, um die Landesversicherungs anstalt Schleswig Holstein und die mit ihr in Verbindung oder in Beziehung stehenden Anstalten und Einrichtungen, Baugenossenschaften, Schiedsgerichte für Altersversicherung, Erholungsstätten für erkrankte Arbeiter kennen zu lernen. Kopenhagen, 7. Sept. Der König von Griechenland ist heute zum Besuch der dänischen Königsfamilie hier eingetroffen. London, 7. Sept.„Daily Chronicle“ meldet, daß im nächstjährigen Budget bereits eine sehr hohe Summe, wahrscheinlich 10 Millionen Mark, für das Ressort der englischen Kriegsluftschiffahrt eingestellt werden würde. Petersburg, 7. Sept Das russische Kaiserpaar hält sich gegenwäctig in den Schären an der Südküste von Finland auf. Gestern erschien das Kaiserpaar mit Gefolze in zwei Lustjachten in der Nähe von Willmanstrand, wo Truppen dieser Garnison Landungsbrücken errichtet hatten. Bei Björkö soll einige Tage Aufenthalt genommen werden. Marokko. Im Zollamt von Mazagan lagerten 1700000 Patronen, die die Franzosen mit Beschlag zu belegen beabächligten. Jetzt hat sich Muley Hafid ihrer bemächtigt. Er hat sich schriftlich bereit erklärt, diese Patronen und die Waffenvorräte nicht den gegen Frankreich kämpfenden Stämmen auszuliefern.— Das diplomatische Korps in Tanger genehmigte die Mitteilung des französischen Geschäftsträgers, daß Major Fournier, seit Jahren Instrukteur der marokkanischen Truppen in Tanger, nunmehr das Recht haben soll, die 3600 Mann scherisischen Truppen in Tanger und Umgebung bis nach Zinat hin zu inspizieren.— Bei Casablanca fanden die Araber eine Schiffsgranate die nicht krepiert war, und bearbeiteten sie solange mit Hämmern und Steinen, bis sie explodierte, wobei 60 Perlonen getötet und zahlreiche verletzt Lahore, 7. Septbr. Die Geheimpolizei hat in Neapel Kishen Singh, den älteren Bruder des zur Deportation verurteilten Rand Kishorn, den früheren Sekretär der Gesellschaft, welche die jüngsten politischen Unruhen veranlaßt hatte. Verhaftet wurde auch ein flüchtiger eingedorener Journalist, weil er einer Zeitung einen aufwieglerischen Aufruf an die Armee, den er ang Lohore erhalten, zugestellt hatte. endien. Aus Simla wird gemeldet, daß i. Rajamundrug, einer Stadt im Innern 2, ädlichen Jadiens, der Polizeiinspektor ##n ken einem seiner eingeborenen## Sale soldaten vorsätzlich ermordet worden ist. Er wurde mit einem Gewehr von außerhalb des offenen Fensters durch die Brust geschossen, als er am Schreibtisch saß, und ist seinen Verletzungen erlegen. Der Polizeisoldat hat sich nachher selbst erschossen. Der eingeborene Pöbel nahm anläßlich der Beerdigung des Mörders lärmende Kundgebungen vor, indem er den Leichenzug mit Musikbanden begleitete und ein Geheul anstimmte, bis er durch obrigkeitliche Beamte zerstreut wurde. Das Verbrechen ist offenbar ein Ausfluß des gewöhnlichen Fanatismus; durch das beständige Eisern gegen die Europäer, welches im ganzen Lande in Zunahme begriffen ist, werden solche Gewalttätigkeiten begünstigt. New=York, 6. Sept. Die Standard Oil Company of New Jersey, deren Auflösung wegen Ausübung gesetzwidrigen Monopols von der Reierung bei Gericht beantragt ist, hat sich jetzt nach langem Sträuben einem von der Regierung gestellten Verlangen gefügt. Sie hat zugesagt, bis spätestens den 17. September eine schriftliche Darstellung ihrer inneren Betriebsverhältnisse einzureichen, aus welcher erkennbar sein muß, ob diese in New Jersey inkorportierte Gesellschaft tatsächlich die Muttergesellschaft des gesetzwidrigen Oeltrusts ist oder nicht. Kirche, Schule und Mission. (Der General=Superintendent von Schleswig=Holstein D. Kaftan) hat im Kirchen= und Schulblatt" zu Frenssens„Hilligenlei“ Stellung genommen und schreibt dort:„Als„Hilligenlei“ erschienen war, ließ ich mir das Buch kommen. Nicht um des Romans, sondern um der Handschrift willen. Die kurze Besprechung, die ich gelesen habe, hat mir gezeigt, daß der Roman das war, was man erwarten mußte: Kultus der Sinnlichkeit, ein Kultus, zu dessen Priester der ehemalige Pastor Frenssen sich steigend entwickelt hat. Aber die Handschrift! Nicht, daß ich etwas Wertvolles erwartete. Vielleicht war aber doch solches dargeboten, das zu bekämpfen Pflicht war. Als ich die Handschrift gelesen, legte ich das Buch beiseite. Die Arbeit ist intellektuell, moralisch und religiös gleich flach. Sollte es einen Theologen in irgend einem Lager geben, der dieses Werk des Heidelberger Doktors der Theologie ernst nimmt? Vielleicht, daß der Parteigeist auch das fertig bringt. Mich irgendwie mit dieser Arbeit auseinanderzusetzen fand ich kein Bedürfnis.“ (VII. internationaler Altkatholikentag im Haag.) Am Freitag früh wurde in geschlossener Sitzung unter großem Beifall zuerst auf Antrag des Pfarrers Moog aus Dortmund folgende Erklärung über den Reformkatholizismus angenommen:„Der 7. internationale Altkatholikenkongreß, versammelt im Haag, hat mit Dank gegen Gott Kenntnis genommen von den ernsten Versuchen gottesfürchtiger und gelehrter Männer in Deutschland, in Frankreich, in Italien und in anderen Ländern, innerhalb der unter dem Papfte stehenden römisch=katholischen Kirche eine Reinigung der Lehre, der Einrichtungen und gottesdienstlichen Formen anzubahnen. Aklein wie aufrichtig er auch diesen Bestrebungen Erfolg wünscht, so kann er insbesondere im Hinblick auf die Dekrete des Vatikanischen Concils und auf den neuen Syllabus vom 4. Juli 1907 sich keine Möglichkeit vorstellen, eine Besserung der Verhältnisse herbeizuführen ohne Ausscheiden der Reformfreunde aus der Jurisdiktion des römischen Papstes. Der internationale Altkatholikenkongreß bittet daher alle frommen, denkenden römischen Katholiken sich nicht durch den Schein einer äußerlichen unkatholischen Einheit blenden und binden zu lassen. Indem sie sich der altkatholischen Kirche, die den Glaubensschatz und die Verfassung der Roman von J. d' Anin. Berechtigte Uebersetzung von Abele Uchach n E Nachdruck verboten.) Angelotti, dem die Galle überging, begann grob zu werden. Die Verachtung des besitzenden Bauern für den erwerbsunfähigen Edelmann trat, wie der Schaum seiner ursprünglich derben Natur, auf die Oberfläche. Prinzessin Corgliones ruhige Stimme gebot ihm schweigen. Von jeher hat sie ihn im Gegensatz zu Don Cäsar mit ausgesprochener Höflichkeit behandelt. Das„Herr Angelotti“, das sie ihm zurief, das wie aus der Höhe auf den Jntendanten der Montccorvellos herabsiel, schien selbst mit den geleisteten Diensten nichts mehr gemein zu haben und verfehlte seine Wirkung nicht. „Hören Sie, Peinzessin“, nahm Angelotti mit verändertem Ton wieder das Wort, vier Uhr betrat ich also die Villa kovisi. Nach einigen Augenblicken empfing Frau von Verneuil mit einer ihrer #ten, mit der Nellie, die man Nell nennt, Amerikanerin kurz gesagt. Daraus beungeteilten Katholischen Kirche unversehrt und mit unverbrüchlicher Treue bewahrt, anschließen, werden sie die Einheit der Katholischen Kirche unter dem einen Haupte Jesus Christus wahrhaft fördern, nicht aber durch Verbleiben unter dem Papsttum, welches durch seine der Weltherrschaft dienenden Glaubenssätze von der Unfehlbarkeit und Allgewalt des Popstes im Glauben sowohl wie in der Verfassung den Boden der alten Einen heiligen Katholischen und apostolischen Kirche verlossen hat.“ Darnach spricht Pfarrer Volet aus Paris über die Notwendigkeit und die beste Art des Religionsunterrichtes und findet in einer anschließenden Erörterung von Seiten des Professors Kenninck, des Bischoss von Thiel und des Generals Kir#ff ungeteilte Zustimmung zu seiner Forderung des gründlichsten, auch den modernen Prodlemen gerecht werdendrn Unterrichts. Pfarrer Lic. Georg Moog aus Krefeld hält einen Vortrag über Johannes van Neercassel und seinen„amor poenitens“. Der nächste Kongreß soll in Oesterreich stattfinden. Der Präsident van Santen spricht das Schlußwort und dankt nach allen Seiten, Bischof van Thiel dankt dem Präsidenten. Heute Abend schließt die ganze Veranstaltung mit einem Festessen. aber doch schließlich die geschlagene Partei waren. Kolonialpost. (Aus Tabora) eingetroffene Meldungen von der Expedition des Staatssekretärs Dernburg ergeben, daß der Rückweg von Tabora nach dem ViktoriaNyansasee aus dem Grunde eingeschlagen worden ist, um noch an der Küste Zeit zu gewinnen für eine Inspektion Tangas, des Usambaragebietes und vielleicht des Kilimandscharos. Geschichte und Sage im Gebiet des diesjährigen Kaisermanövers. W. 0. In diesen Tagen, wo wir Westfalen die hohe Ehre und Freude genießen, Seine Majestät, unsern Kaiser unter uns zu haben, schweift der Blick gern von der Gegenwart mit ihren gewaltigen kriegerischen Leistungen in die Vergangenheet und gedenkt der Zeiten, wo unter anderen großen Herrschern hier die Geschicke Germaniens ausgesochten wurden. Wenn wir nun auch von den Festilchkeiten in Bielefeld, Münster und Tecklenburg absehen und unsern Blick nur auf das eigentliche Schlachtfeld richten, so haden wir dort ein Gebiet vor uns, welches man inbezug auf die älteste deutsche Geschichte ein geradezu klassisches Land nennen könnte. Nach der Manöverkarte wird sich das Kaisermanöver nämlich in der Heimat der allen Cherusker abspielen: Zwischen dem Teutoburger Wald und dem Eggegebirge im Westen und dem Wesergebirge im Osten. Hier grüßt von Norden das Hermannsdenkmal herüber, während im Süden bei Warburg der Desenberg als Sitz des Segest, des Schwiegervaters Armins, angesprochen wird, der hier die ruchlose Tat begangen haben soll, die herrliche Thusnelda an die Römer auszuliefern. Der Desenberg, ein aus niedrigem Hügellande isoliert aufsteigender mächtiger Kegel, der auf seiner Spitze die Trümmer einer Burg trägt, wird wegen seiner, die ganze weite Umgegend, die fruchtbare Warburger Börde, beherrschenden Lage bei den kriegerischen Uebungen eine hervorragende Rolle spielen. Dieser Berg hat eine ganze Geschichte für sich, auf die hernach noch einmal hingewiesen werden wird. Die bisherigen Andeutungen mögen genügen, daran zu erinnern, wie dort, wo in diesen Tagen die moderne Strategie ihre Triumphe feiert und die mörderischen Waffen der Gegenwart spielen werden, einst der eherne Schritt der römischen Legionen erklang, die mit Pilum und Schwert die urwüchfigen Germayen zu überwinden suchten, Wunsch, Prinz, ihrer Nichte vorgetragen habe, und daß diese es vorziehe, selbst die Antwort zu geben. Fräulein Nell war denn auch im Begriffe, zu reden, als ich sie unterbrach. Es war mir höchst peinlich, so offen vor dem jungen Mädchen sprechen zu sollen. Dennoch hielt ich es für meine Pflicht ihr mitzuteilen, daß es sich jedenfalls um einen Irrtum handle, und daß ich die andere junge Dame meinte. Daraufhin sahen sich beide Damen an. Die Situation war höchst wunderlich. Ich bedauerte im Innern das junge Mädchen aufrichtig, die ihrerseits, zu meinem Erstaunen keinerlei Verlegenheit zeigte. Darauf erwiderte die Baronin ungefähr dies:„Verzeihen Sie, Herr Angelotti, wenn ich noch einmal auf unser gestriges Gespräch zurückkomme, ich habe Sie, glaube ich, nicht ganz verstanden. Der Kardinal bat um die Hand einer meiner Nichten, es fragt sich nun aber, um die Hand welcher von beiden.“ „Um Fräulein Nellie!“ sagte ich. „Es schien mir aber doch nach Ihren Worten zu schließen,“ erwiderte die Baronin,„daß Sie von Klauseln und Kontrakt sprachen.“ Sehe richtig, Frau Baronin“, gab ich Reicher sprudelt die geschichtliche Erinnerung aus jener Zeit, als Karl der Große seinen Dreißigjährigen Krieg mit den Sachsen kämpfte und Christentum und germanisches Heidentum hier so zähe miteinander rangen. Den idealen Gehalt dieser Kämpfe hat der Arzt Dr. Weder in seiner epischen Dichtung „Dreizehnlinden" wohl am schönsten dargestellt. Der Schauplatz seiner Helden ist der Nethegau, jenes Tal, das ursprünglich für das kaiserliche Hauptquartier ausersehen war, die Gegend zwischen Brakel und Höxter. In Brakel sollte der kaiserliche Marstall untergebracht werden und im Schloß Corvey bei Höxter, der alten berühmten Benediktinerabtei, wollten Kaiser und Kaiserin wohnen, bis durch den Unfall Ihrer Majestät eine Veränderung der Disposition notwendig wurde; der Verlauf des Manövers wird dadurch wohl weniger beeinflußt werden. Auf der Grenze zwischen dem großen Truppenübungsplatz Senne und dem Gebiet des Eggegebirges, also dort, wo die westliche Armee wahrscheinlich ihren Ausgangspunkt nehmen wird, liegt Paderborn, das alte Paderbrunnin, das häufige Standquartier des großen Karl in den Sachsenkriegen, wo er 777 einen Reichstag abhielt und 799 Papst Leo III. als Hilfeflehender zu hm eilte.„Beim Erscheinen des Papstes, bei dem Segen, den er sprach, sank das Heer zu dreimalen in die Knie, und der größte Mann des Abendlandes schloß den gemißhandelten, in Tränen vergehenden Flüchtling gerührt in seine Heldenarme. Die tapferen Kriegerscharen und Paladine, welche die Saracenen Spaniens, die Avaren vom Ister, die Sachsen Deutsch lanbs in mancher Schlacht geschlagen hatten, begrüßten mit lufterschütterndem Zuruf die beiden Häupter der Christenheit. Das grüne Feld von Paderbrunnin schallte von dem dumpfen Hall der erzbeschlagenen Schilde und der kriegerischen Tuben.“ Auf der Höhe des Eggegebirges bei Altenbeken quillt noch der„Bullerborn", der durch die Hufschläge von Karls Streitroß geweckt wurde, nachdem der Kaiser den Christengott um Wasser für seine verdurstenden Scharen angefleht hatte. An der südwestlichen Basi? des Manövergeländes aber liegt Stadtberge oder Marsberg, wo Karl gleich auf seinem ersten Zuge von Worms aus, 772, die Gresburg eroberte, die Irmensäule, dieses sagenumsponnene und vielgedeutete Heiligtum der Sachsen brach und dann seinen Zug längs der Diemel bis zu ihrer Mündung in die Weser fortsetzte, wo er bei Herstelle den großen Tausplatz für die Sachsen einrichtete. Bei dem großen Umfange aber, den die Truppenübungen jetzt leicht annehmen, ist es auch möglich, daß sogar Brilon von denselben berührt wird, jene Stadt, die ihren Namen von dem„Bri“, Brei, erhalten hat, mit dem ein sächsischer Bauer Karl sättigte, als er sich in den wilden Wäldern des östlichen Sauerlandes auf der Jagd verirrt hatte und spät abends allein bei dem ein samen Hause anlangte, wo er freundlich aufgenommen wurde. Mit echt königlicher Dankbarkeit schenkte er seinem Gastgeber am andern Morgen so viel Land, wie er in einem Tage umreiten könne; der Bauer ließ sich das nicht zweimal sagen, setzte sich zu Pferde und ritt, die Axt in der Hand, aus und bezeichnete durch Hiebe in die Bäume hier und da den Weg, den er genommen hatte, das Gebiet der noch heute sehr waldreichen Stadt Brilon.(Fortsetzung folgt.) „Euer Exzellenz müssen wissen, daß es sich um die Heirat zwischen einer Fremden und dem Oberhaupte einer unserer ältesten Adelsfamilien handelt. Aus diesem Grunde würden besondere Klauseln, die schon mehr Traditionen bedeuten, zu beobachten sein. Ein Teil des Vermögens der neuen römischen Peinzessin, müßte unter allen Umständen der Familie zugesprochen werden.“ Darauf erwiderte die Baronin trocken: „Dachte ich mirs doch, daß hier ein Irrtum vorliegen müsse. Wir wollen die Sache jetzt klar machen. Meine Nichte Nellie besitzt kein Vermögen. Meine Nichte Nell dagegen, bei diesen Worten legte sie die Hand fest auf die Schultern des jungen Mädchens, das neben ihr saß, ist die Millionärin!“ Ein Ausruf der Bestürzung entfuhr Don Cäsars Lippen; ohne jedoch darauf zu achten, fuhr Angelotti fort:„Darauf nahm die Baronin noch einmal mit etwas verächtlichem Tone das Wort:„Jetzt, nachdem der Irrtum genügend geklärt ist, sagen Sie mir, welche von meinen beiden Nichten der Prinz mir die Ehre gibt, zur Gattin zu begehren?“ „Da verlor ich den Kopf, Prinz. Aber die Baronin und das Fräuleig. schienen nicht Lokales und Bielefeld, 9. September. (Die Sedaufeier) im Evangelischen Vereinshaus war sehr gut besucht und ist programmäßig verlaufen. Der Vortrag der am Kaisertage gesungenen Lieder durch den Christlich=patriotischen Männervein fand den lebhaftesten Beifall. ebenso das Spiel des vom Altstädter Männer= und Jünglingsverein gestellten Posaunenchors. Die Festrede über das Thema„Weshalb feiern wir Sedan?“ hielt Redakteur Lange. Die Deklamationen zweier Mitglieder des Johannis=Jünglings= vereins fanden dankbare Zuhörer, besonderen Eindruck machte die„Fahve der 61 ger.“ In seinem Schlußwort wies Pastor Trautermann darauf hin, daß die Völker das erfahrene Uebel leichter im Gedächtnis behalt n als die Güte Gottes. Deshalb müßten sie auf diese mit Nachdruck hingewiesen werden. Als der Gesang des Schlußverses „Nun danket alle Gott" verklangen war, machte der Festleiter noch darauf eufmerksam, daß dies heutige Fest wohl das letzte in den allen liebgewordenen Räumen des alten Vereinshauses gewesen sei. „Auf Wiedersehn im Neuen!“— Auch im nächsten Jahre zur Sedanfeier! fügen wir hinzu. Mögen dort alle Feste so schön und harmonisch verlaufen wie die gestrige Sedanfeier. Allen, die bei dieser mitgewirkt haben, besten Dank! (Kaisermanöver.) Nachdem in den letzten Tagen die beiden Armeen den Aufmarsch vollzogen haben, beginnt heute das Kaisermanöver. Das Hauptquartier ist in Wilhelmshöhe, doch nimmt der Kaiser drei Tage Manöverquartier in Corvey. Nach dem nahegelegenen Aussichtsturm Rodeneck find 5 Leitungen vom Feld=Telegraphen=Bataillon gelegt; von hier wird der Kaiser den Aufmarsch und die Entwickelung des Gefechts überschauen. (Die Gerichtsferien) erreichen mit dem 15. September ihr Ende und die Geschäfte der Gerichte werden von diesem Tage ab wieder in vollem Umfange aufgenommen; die für die Dauer der Ferienzeit eingerichteten Ferienkammern werden wieder aufgelöst. +(Landwirtschaftliche Ausstellung.) Am 3. d. Mts. fand eine Sitzung der GesamtAusstellungskommission statt. In derselben wurde als äußerster Termin für Anmeldungen der 10. September festgesetzt. Unter den vielen Punkten. die zur Beratung standen, hat allgemeines Interesse die Verteilung der Prämien; es wurde folgendermaßen bestimmt: a) für Pferde: 1. Kategorie (Stuten mit Fohlen resp. Deckschein): 150 Mark bar, 1 silberne Staatsmedaille, 1 Sattel mit Dicke (Ehrenpreis des Ravensberger Rennvereins), ein Ehrenpreis der Stadt Bielefeld. Die drei Ehrenpreise sind für Familien, d. h. Stuten mit mindestens zwei Nachkommen bestimmt. 2. Kategorie(3jährige Pferde): 40 Mark bar. 3. Kategorie(2jährige Pferde): 60 Mark bar. 4. Kategorie(1jährige Pferde): 50 Mark bar. Die vorhandene bronzene Medaille und die 5 vorgesehenen Diplome werden zur Verteilung vorbehalten je nach Material. b) für Rindvieh: 1. Bullen: 150 Mark bar und zwei Diplome. 2. Kühe: 200 Mark bar, Ehrenpreis der Stadt Bielefeld und drei Diplome. 8. Rinder: 100 Mark bar, ein Preis vom Mind.= Rav. Rindviehzüchter=Verband, 1 Album mit prämiierten Tieren(vom landw. Ministerium gestiftet) und 3 Diplome. Außerdem sind 1 silberne und 2 bronz. Staatsmedaillen bestimmungsgemäß zur Verteilung vorhanden. c) Für Schweine: 1. alte Eber: 50 Mark bar, 2. junge Eber: 50 Mark bar, 8. alle Sauen: 75 Mark bar, Ehrenpreis der Stadt Bielefeld, 4. junge Sauen: 75 Mark bar. Ebenfalls sind 1 silb. und 2 bronz. Staatsmedaillen bestimmungsgemäß zur Verteilung vorhanden.— Ferner sollen noch 5 Diplome und auch 4 Bände:„Das veredelte Landschwein" zur Verwendung kommen. d) Für Ziegen: 50 Mark bar und 7 Diylome. e) Für Geflügel: 150 dur und. Tipime, 6) Iu.=Pflügel: 150 Mark bar und 5 Diplome. t) Für Bienen: 75 Mark bar. g) Für Obst, Gemüse und beide etwas spöttisch. Allzu anspruchsvoll durfte ich mich doch nicht zeigen. Im selben Augenblick fiel mir noch ein rettender G.= danke ein. Ich konnte am Ende einen Irrtum Seiner Eminenz vorschieben. Ich sagte also der Kardinal sei etwas taub und hätte infolgedessen die Namen verwechselt. Es sei aber jitzt kein Zweifel mehr übrig, daß er Fräulein Nill gemeint habe, wessen ich mich jetzt auch sehr wohl zu erinnern vermeinte. Dann sprach ich in beredten Worten von Ihrer Liebe, Privz, indem ich der Tanke noch bedeutete, wie prächtig sich eine Prinzessinnenkrone auf der schönen Stirn und dem goldbraunen Haar der Nichte ausnehmen würde, und bat dann das Fräulein um die entscheidende Antwort. Die ließ denn auch nicht auf sich warten. Sie war verlobt! Ich denke, in kategorischer Hinsicht ließ sie nichts zu wünschen übrig. Darauf fügte sie noch ein paar kurze, gefühlvolle Worte hinzu, nämlich; daß sie auch selbst im freien Zustande des Prinzen Werbung nicht anzunehmen imstande gewesen sein würde, da sie nun einmal um ihrer selbstwillen geliebt zu sein wünsche.“ (Fortsetzung folgt.) sonstige landwil 300 Mark bar, 1 silb. für Gemüse und 5 sonstige landwirtschaf landwirtschaftl räte 2c. 15 Diplome. m.(Fahrlässi morgen gegen 10“ jährige Otto K. von Adolf N. in der mit einem Teschin stand geladen hint anderer Kaabe nal Hihn, worauf der fortnahm. Hierbei und die Kugel dra Knaben K. durch Der Tod trat nach Der Getötete war Eheleute K. m.(Wegen 2 wurde ein Handlung einem hiesigen E# Revolver entwendet m.(Betrug.) Schüler ist Anzeige einer Wirtschaft am wendung plattgeschl aus einem Automater haben. (Folgen Alkoholgenusse Alkohols wurde der sich am Donnerstag, dem Dachboden sein W, welcher schon lä gewohnheitsmäßig fr Zeit so stark, daß er Delirium den Selbst. Aus den O Herford, 9. schluß) Vom 1 sämtliche offenen Ver 8 und 9 Uhr ab ausgenommen hierr zigarrengeschäfte sow und Bäcker und Bäcker, die nebenbei verkaufen, müssen schließen, so lautet Regierungspräsidente In der ersten Zeit schluß als eine Hä nach ganz kurzer Zi sehen, was damit g 9 Herford, 9. rung) Eine Eskad Regiment(Oldenbu: Montag auf dem Manöver in die§ Quartier nehmen. ch Herford, 7. Gartenbau=Ve sind vom Lindwirtso zur Virfügung geste zur Ausbildung eine werden. Für 100 Baumspritz: zur Un schoffen. Die Ausst kindern übergebenen 14. und 15. Sept stattfinden, an Prät in kleinen Geschenken bunden mit der Blu und Gemüseschau für Prämien zur Verfüg jährige Obstmarkt fit Oktober statt. X Hersord, 7. S. versicherung de nahm eine Freitag gefandene sehr stark des Deutsch- nationa verbandes, Ortsgrupp erklätte ihr Einverstät Beschlissen der vom Ha Kommission und sorder der Invalidenrete bis G.halts; 2. Bewill reute bei Berufsinval der Altersreute in H vom 65. Lebensjahre der Hinterbliebenenrer Versicherte Staatsbeamten gültige „Eilshausen, 7. wer Arbeiter Heinri vor einigen Tagen bei feier von den Zigarren Mester überfallen und zugerichtet wurde, ist gestern Nechmittag im haus zu Herford seinen erlegen. Der Verstorben wollte in diesen Tagen heiden wurden durch heim verhaftet und dür Strafe zu erwarte Aus den Kreiser Minden, 9. vinzielles. 9. September. im Evangelischen besucht und ist Der Vortrag der Lieder durch den tervein fand den das Spiel des und Jünglingsrs. Die Festrede ern wir Sedan?“ e Deklamationen innis=Jünglingsörer, besonderen der 61 ger.“ In stor Trauterdie Völker das im Gedächtnis Deshalb müßten suck hingewiesen es Schlußverses verklangen war, darauf eufmerkwohl das letzte en Räumen des gewesen sei. !“— Auch im eier! fügen wir ste so schön und gestrige Sedannitgewirkt haben, achdem in den rmeen den Aufginnt heute das quartier ist in der Kaiser drei rvey. Nach dem Rodeneck sind raphen Bataillon Kaiser den Aufng des Gefechts ) e r r e i c h e n m i t Ende und die den von diesem Umfange aufuer der Ferienmmern werden Ausstellung.) zung der Gesamtn derselben wurde eldungen der 10. n vielen Punkten. gemeines Interisse wurde folgenderde: 1. Kategorie hein): 150 Mark Sattel mit Dicke Rennvereins), ein Die drei Ehrenten mit mindestens kategorie(3jährige negorie(2jährige ntegorie(1jährige ehandene bronzene Diplome werden ach Material. b) 150 Mark bar 200 Mark bar, und drei Diplome. Preis vom Mind.= 1 Album mit Ministerium geim sind 1 silberne estimmungsgemäß für Schweine: 2. junge Eber: 75 Mark bar, 4. junge Sauen: silb. und 2 bronz. äß zur Verteilung 6 Diplome und Landschwein" zur jegen: 50 Mark Beflügel: 150 Für Bienen: Gemüse und anspruchsvoll sen. Im selben rettender G.= Ende einen rrschieben. Ich was taub und in verwechselt. el mehr übrig, habe, wessen zu erinnern in beredten zinz, indem ich e prächtig sich #r schönen Stirn er Nichte aus. das Fräulein #rt. Die ließ ten. Sie war orischer Hinsicht brig. Darauf ze, gefühlvolle sie auch selbst inzen Werbung gewesen sein n ihrer selbsttzung folgt.) sonstige landwirtschaftliche Produkte 300 Mark bar, 1 silb. und 1 bronz. Staatsmedaille für Gemüse und 5 Diplome für Gemüse und sonstige landwirtschaftliche Produkte. h) Für landwirtschaftliche Maschinen und Geräte 2c. 15 Diplome. m.(Fahrlässige Tötung.) Gestern morgen gegen 10½ Uhr wurde der vierjährige Otto K. von dem elsjährigen Schüler Adolf N. in der Küche der Eheleute N. mit einem Teschin erschossen. Das Teschin stand geladen hinter einem Schrank. Ein anderer Kaabe nahm es und spannte den Hihn, worauf der eljährige N. es ihm fortnahm. Hierbei entlud sich die Waffe und die Kugel drang dem dabei stehenden Knaben K. durch die Nase ins Gehirn. Der Tod trat nach wenigen Minuten ein. Der Getötete war das einzige Kind der Eheleute K. m.(Wegen Diebstahls) angezeigt wurde ein Handlungsgehilfe H., weil er aus einem hiefigen Eisenwarengeschäft einige Revolver entwendet hat. m.(Betrug.) Gegen eine Anzahl Schüler ist Anzeige erstattet, weil sie in einer Wirtschaft am Nebelswall unter Verwendung plattgeschlagener Zweipfennigstücke aus einem Automaten Schokolade entnommen haben. m.(Folgen des übermäßigen Alkoholgenusses.) Ein Opfer des Alkohols wurde der Arbeiter W., welcher sich am Donnerstag, vormittags 9 Uhr auf dem Dachboden seiner Wohnung erhängte. W, welcher schon längere Zeit dem Trunke gewohnheitsmäßig fröhnte, trank in letzter Zeit so stark, daß er in einem Anfalle von Delirium den Selbstmord verübte. Aus dem Kreise Herfort. O Herford, 9. Sept.(8 Uhr=Ladenschluß) Vom 15. September ab müssen sämtliche offenen Verkaufsstellen auch zwischen 8 und 9 Uhr abends geschlossen bleiben, ausgenommen hiervon sind nur die Spezialzigarrengeschäfte sowie die Läden der Fleischer und Bäcker und Konditoren. Diejenigen Bäcker, die nebenbei noch Kolonialwaren 2c. verkaufen, müssen ebenfalls um 8 Uhr schließen, so lautet die Verfügung des Herrn Regierungspräsidenten vom 4. September. In der ersten Zeit wird der 8 Uhr=Ladenschluß als eine Härte empfunden werden, nach ganz kurzer Zeit aber wird man einsehen, was damit gewonnen ist. 9 Herford, 9. Sept.(Einquartierung) Eine Eskadron vom 19. DragonerRegiment(O.denburg) wird am nächsten Montag auf dem Rückmarsch aus dem Manöver in die Heimatgarnison bei uns Quartier nehmen. ch Herford, 7. Sept.(Obst= und Gartenbau=Verein.) Dem Verein sind vom Lindwirtschaftsminister 200 Mark zur Verfügung gestellt. 100 Mark sollen zur Ausbildung eines Baumwärtes verwandt werden. Für 100 Mark will man eine Baumspritz: zur Ungeziefer=Vertilgung an schoffen. Die Ausstellung der den Schul kindern übergebenen Topspflanzen soll am 14. und 15. September im Vereinshaus stattfinden, an Prämien kommen 35 Mark in kleinen Geschenken zur Verteilung. Verbunden mit der Blumenschau ist eine Obstund Gemüseschau für die auch 35 Mark Prämien zur Verfügung stehen. Der diesjährige Obstmarkt findet am 16. und 17. Oktober statt. X Hersord, 7. Sept.(Zur Pensionsversicherung der Privatbeamten) nahm eine Freitag abend in Köln stattgefandene sehr stark besuchte Versammlung des Deutsch-nationalen Handlungsgehilfenverbandes, Ortsgruppe Köln, Stellung. Sie erklätte ihr Einverständnis zu den bisherigen Beschlissen der vom Hauptausschusse eingesetzten Kommission und sorderte besonders die Durchführung folgender Grundsätze: 1. Steigerung der Invalidenrete bis zu 2/3 des versicherten Bewilligung der Javalidenreute bei Berufsinvalidität; 3. Gewährung Höhe der Invaliderente m 65. Ledensjahre ab, und 4. Bemessung #er, Hizteroliebenenrente nach der JavalidenStoatebem scherten nach den für die u brumten gültigen Bedingungen. 7. Sept.(Todesfall.) vor„#rbeiter Heinrich Berkmeyer, welcher ##ligen Tagen bei Gelegenheit der Sedan##.#. von den Zigarrenarbeitern Spanier und Fener überfallen und mit dem Messer übel zugerichtet wurde, ist nach dem„B. T.“ gestern Nechmittag im katholischen Krarkenhaus zu Herford seinen schweren Verletzungen erlegen. Der Verstorbene, ein fleißiger Arbeiter, wollte in diesen Tagen heiraten. Die Messerheiden wurden durch den Gendarmen Feldheim verhaftet und dürften eine exemplarische Strafe zu erwarten haben. Uhr wurde in der Greisenbruchstraße die Frau des Maurers V., als sie mit einer anderen Frau vor der Haustür stand, von dem Schmied Heinrich Buddenbaum,(Pöttcher straße 10), als dieser vom Königswall kommend, vorbeiging, ohne weiteres mit einem Taschenmesser derart in die linke Seite gestochen, daß sie sofort zusammenbrach. Der schnell hinzugerusene Arzt erklärte die Verletzung für nicht unbedenklich. Seitens des B. scheint die Tat aus Rache geschehen zu sein, da er kurz vorher von dem Manne der Frau B. aus dem Hause geworsen war, weil er dasselbe unbefugt betreten und auf Aufforderung nicht verlassen, sondern Skandal gemacht hatte. B. ist dem Gericht zugeführt. Minden, 9 Sept.(Fahrraddiebe.) Der Polizei glückte es, einen der Täter der hier in den letzten Monaten zahlreich verübten Fahrraddiebstähle festzunehmen in der Person des Klempners Riedel. Vier Diebstähle sind ihm bereits nachgewiesen; die Räder hat er für niedrige Preise verkauft. Es besteht, nach dem„Hann. C.“, der Verdacht, daß er noch mehrere Diebstähle ausgeführt hat. Dützen, 9. Sept.(Amtssparkasse.) Die Amtsversammlung beschloß in ihrer letzten Sitzung die Gründung einer Amtssparkasse mit dem Sitz in Dützen. Unterempfangs stellen sollen nach Bedürfnis errichtet werden.(M.=L. Krsbl.) Haddenhausen, 6. Sp.(Berichti gung.) Die gestrige Mitteilung von dem Unfall des Stellmachers Kostede ist dahin zu berichtigen, daß er nicht selbst, sondern seine Tochter infolge eines unglücklichen Zufalls durch einen Stich mit der Forke am Auge verletzt wurde. Pr. Oldendorf, 6. Sept.(Kirchliches.) Der Beschluß des Kirchenvorstandes vom 22. Juli er, wonach die umgebaute Kirche zu einer freisitzigen umgewandelt wurde, ist wie das„Lübb. Krsbl.“ hört, von mehreren Beteiligten angesochten worden und soll bereits ein Verfahren bei der vorgesetzten kirchlichen Behörde eingeleitet sein. Einige zur Kirchenvertretung gehörende Personen wollen sich in einem Irrtum befunden haben. Die Wahl eines neuen Pfarrers soll vor Januar k. J. nicht stattfinden. hafteten Schriftstellers Schiwäre durch eine Gerichtskommission zum zweitenmal eine eingehende Haussuchung und Vernehmung statt. Hierbei sind weitere Aufzeichnungen gesunden worden, die eine Reihe von Militärpersonen in verschiedenen Garnisonstädten ehr. stagt belasten. Es steht nunmehr fen, vap Schiwäre seinen Landesverrat schon längere Zeit betrieb und mit diesen Militärpersonen schon länger in Verbindung stand. Außer den neuesten Dienstvorschriften für die Artillerie kommt auch der Verrat von Konstruktionszeichnungen der neuesten Rohrrücklaufgeschütze in Betracht. Die Untersuchung wird garz geheim geführt, doch sind die belastenden Schriftstücke für Schiwäre und seine Helfershelfer erdrückender Natur. Schiwäre, der hier in gesellschaftlich hervorragender Stellung war, hat hier keinen Menschen in seine Geheimnisse gezogen. M. Gladbach, 8. Sept.(Manöver Unfall.) Im Manöver stürzte bei Tönisberg ein Geschütz um und drei Artilleristen des Regiments Nr. 59 unter sich. Einer wurde nach dem„Berl. L. A.“ getötet, ein zweiter an den Beinen verletzt. Kassel, 7 Sept.(Der Kongreß des Wesergebirgsvereins) hat hier heute nachmittag im Hotel Monopol mit einer vorbereitenden Ausschußsitzung unter dem Vorsitz des Präsidenten Meyer=Hameln begonnen. Zur Eisenbahnkatastrophe bei Straußberg. Aus den Kreise Hale. + Werther, 7. Sept.(Feuer) entstand gestern abend kurz nach Einbruch der Dunkelheit, 8.20 Uhr, auf dem Felde des Maurermeisters Spilkers hier in der Nähe der Schule. Es stand ein Strohdieme von ca. 200 Zentner in hellen Flammen, die erschienene Feuerwehr vermochte trotz aller Bemühungen nichts zu retten, so daß die ganze Dieme niederbrannte. Bei der Windstille war für die naheliegenden Gedäude keine Gefahr. Bis in die Morgenstunden hielt das Feuer an. Als Ursache vermutet man Brandstiftung, jedoch hat noch nichts Näheres darüber ermittelt werden können. Aus dem Reg.=Bez. Münster und Arusberg. Soest, 6. Sept.(Ankauf des Burghofs.) Das Stadtverordneten=Kollegium wird sich in seiner nächsten Sitzung mit dem Ankauf des Burghofes, des ältesten Bürgerhauses in Westfalen, und der Bewilligung der anteiligen Kosten mit 11666,67 Mark zu befassen haben. Der Burghof soll städtisches Museum werden. Es sind zum Ankauf noch private und provinzielle Beihilfen in Aussicht gestellt. Hamm, 6. Sept.(Heiterer Soldatenbrief.) Welche Rolle die Wurst im Gemütsleben des Soldaten zuweilen spielt, davon gibt Zeugnis ein Soldatenbrief, den der„Westf. Volksfr.“ nach dem Original folgendermaßen wiedergibt: „Liebe Eltern! Ich danke euch seer führ die Worrscht. Ich hahbe mir übber die Worrscht seer gefreiht. Die Worrscht hat seer guht geschmekt. Es wahr seer fiehl Worrscht. Ich hahbe dem Schorsch aug von der Worrscht gegehben. So guhte Worrscht hatt er noch nieh nicht gegeßen. Meine Worrscht ißt bald wech. Esst doch nich ahle Wortscht auf, damid ich zu neujaahr auch noch Worrscht krieche. In der Hoffnunch, daß ihr mich wieder Worrscht schickt, verpleipe ich euer treuheren Soohn ignaz.“ Aus den Kreisen Minden und Baddeke. Minden, 9. Sept.(KörperverAus den Nachbarprovinzen und Staaten. Düsseldorf, 7. Sept.(Spielhölle.) Die hiesige Keiminalpolizei überraschte in der verflossenen Nacht eine Gesellschaft von 15 gewerbsmäßigen Glücks spielern. Es wurden dort bedeutende Summen umzesetzt und vielfach Fremde in die Spielhölle verschleppt. Solingen, 6. Sept.(In der Landesverratsaftäre) fand heute in der Woh. Der Verfertiger des bei Straußberg gesundenen Schlüssels ist der Schlossermeister Haube, Große Straße 79 in Straußberg. In der Werkstatt desselben erschien am 28. Aug. zwischen 6 und 7 Uhr nachmittags ein Mann im Alter 25 Jahren und sorderte den anwesenden Schlossergesellen Reglin auf, ihm einen Schraubenschlüssel anzufertigen. Er gab sich als Chauffeur aus, dessen Automobil außerhalb von Strausberg läge; er erzählte, er habe die Absicht, in der Richtung nach Rehfelde weiter zu fahren und forderte einen großen sogen Maulschlüssel. Der Geselle ligte ihm mehrere Schlüssel vor, die ihm klein waren, er sagte, er müsse einen großen Schlüssel haben. Reglin bedeutete ihm, daß er einen derartigen nicht verkaufen könne, da er ihn nicht vorrätig habe. Darauf sagte der Fremde, er möchte ihm einen Schlüssel anfertigen. Er zeigte ihm die Größe, die der Schlüssel haben müsse, indem er Zeige= und Mittelfinger der rechten Hand zusammenlegte. Als der Geselle fragte, wie lang der Schlüssel sein solle, gab der Unbekannte an einer in der Werkstatt befindlichen Eisenstange die Länge desselben an. Während der Geselle arbeitete, fragte der Fremde nach einem Bäcker und einem Fleischer und entfernte sich darauf. Er begab sich zu dem Bäcker Lack und zu dem Schlächter Kleinschmidt. Der ebenfalls in der Werkstatt anwesende Arbeiter Prewitz sagte zu Reglin, er glaube, daß der Mann nicht wiederkommen würde. Nach zehn Minuten jedoch kehrte der Fremde zurück und drängte zur Arbeit. Als er endlich den Schlüssel erhalten hatte, bezahlte er ihn mit 75 Pfennig in kleinem Gelde, was er aus der Westentasche hervorholte. Darauf entsernte er sich, kehrte aber nochmals zurück und forderte von dem Gesellen, daß der Schlüssel noch gerichtet, d. h. etwas gebogen werden müsse. Diesem Wunsche kam der Geselle auch nach. Als er die Werkstätte nunmehr verließ, sah ihn noch der Meister Haube, der in diesem Momert den Raum betrat und dem Gesellen noch Vorwürfe machte, daß er den Schlüel, der ein Gewicht von etwa zwei Kilo hatte, für 75 Pfg. abgegeben hatte. Ueber die weiteren Ermittelungen über den Verbrecher, der die Straußberger Eisenbahnkatastrophe veranlaßte, wird mitgeteilt: Das Ermittelungsverfahren gegen den unbekannten Täter macht weitere Fortschritte. Die in Straußberg und Umgegend stationierten Gendarmen haben eingehende Recherchen unternommen. Diese haben ein Ergebnis gezeitigt, das für das Eimittelungsverfahren von Bedeutung ist. Es ist genau festgestellt, daß sich der Täter von Diestag, den 27. August, bis zum Freitag, den 30. August in der Strauß berger Gegend umhergetrieben hat. An diesen vier Tagen erschien er regelmäßig vier Uhr nachmittags in der Quast'schen Gastwirtschaft, die am Ende der Stadt, dicht am Rehfelder Wege gelegen ist und trank dort Kaffee. Er kam niemals von der Stadt, sondern in allen Feldwegen von den einsamen Rehfelder Ackerwegen her. Seit Freitag, den 30. August, hat man ihn nicht mehr gesehen, wohl aber ist gestern einem Straußberger Gerichtsbeamten ein Monn begegnet, auf den das Signalement akkurat paßt. Auch das Nachschleppen des einen Fußes will der Zeuge genau beobachtet haben. Leider ist ihm erst zu spät der Gedanke gekommen, daß der Verdächtige mit dem Täter identisch sein könne. Es erscheint ausgeschlossen, daß ein Streckenarseiter der Bahn das Verbreche# verübt hat. Von dem verbrannten Bankdirektor Kraschutzki sind noch einige Zähne gesunden worden. Sonst ist die Leiche vollständig von der Glut des Brandes zerstört worden. für den Schaden nicht aufkommen zu wollen. Nach dem Gesetz ist die Stadtverwaltung unter den vorliegenden Umständen, die den Charakter öffentlicher Unruhen tragen, für den Schaden verantwortlich. Heute hat die Armee den vollständigen Sicherheitsdienst im Hafen übernommen. Rax!“, 7. September. Aus Toulon wird der " telegraphiert, daß die Reservisten, die das Port urtiques bewachen, eine 12 Meter lange Zündschnur entdeckt haben, die unter das Tor einer Kasematte gelegt war, in der Pulver lagerte. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Rom, 7. Sept. Im Vatikan sind Nachrichten eingegangen von katholischen Missionaren über den Brand der Stadt Hakodate. Das Feuer sackögtnin wenigen Stunden die ganze Stadt. 60 000 Einwohner sind obdachlos. Die Kirchen, Schulen und Klöster sind zerstört. Chicago, 7. September. Der Schnellzug Chicago=Minneapolis der Rock IslandEisenbahn erlitt in der Nähe von Norris(in Jowa) einen Unfall. Elf Personen sollen getötet, sieben verletzt worden sein. (Die polnische Jugendverhetzung) wird wieder einmal durch folgenden Vorfall beleuchtet. Vom Gleiwitzer Kiniglichen Gymnasium wurde der Quartaner Piechowski, der Sohn eines enragierten Nationalpolen, relegiert, der während des Klassenaus fluges bei dem Kaiserhoch ostentatio sitzen geblieben war und bei der nachfolgenden Absingung des Preußenliedes den Text untergelegt hatte: „Ich bin ein Pole, kennt ihr meine Farben? Die Fahn: wht mir rot und weiß voran.“— Eine Tracht Prügel wäre dem dummen Jungen außerdem noch sehr heilsam gewesen. Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Meteorologisches Observato rium Aachen. Voraussichtliche Witterung für die Zeit vorAbend des 9. Sipt. bis zum Abend des 10. Sept. Morgen trocken und vielfach heiter, morgens und abends nebelig, schwache Luftbewegung, nachts kalt, am Tage wieder wärmer. Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 8. September 1907. Mitgeteilt von F. Böckelmann Ww., Bielefeld. Niedrigster Thermometerstand i. d. Nacht+14°C. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+14½°C. Barometer 76,5 cm. Wind: Nord. Himmel: bedeckt. Vermischtes Soldau, 7. Septbr. Wie die„Sold. Zig.“ meldet, waren, als heute abend gegen 6½ Uhr der Zug 760 auf der Fahrt von Neidenburg nach Soldau sich ungefähr bei der Station Schläfken befand, vier große Eisenbahnschienen und mehrere Bretter quer über die Schienen gelegt. Der Lokomotivführer, der das Hindernis noch rechtzeitig bemerkte, vermochte den Zug kurz vor demselben zum Stehen zu bringen, so daß ein Anglück verhütet wurde. Die Tat haben, dim Vernehmen nach, ha bwüchsige Burschen begangen; sie wurden sofort verfolgt, konnten aber nicht ergriffen werden. Antwerpen, 7. Septhr. Man glaubt, daß anarchistische Apostel der Propaganda der Tat die Brände anlegten. Die Polizei wurde von der bevorstehenden Ankunft eines deutschen und zweier Neuste Nachrichten. 9. Septbr. Der Streik hat wieder an Ausdehnung zugenommen. Die Streikenden werden durch große Zuschüsse täglich unterstützt. Das Syndikat der Diamantschleifer sandte 25000 Franks, die Köhler aus dem Hennegau sicherten ihnen 26000 Kilogr. Kohle zu. Ein schwerer Unglücksfall verschärft noch die Situation. Schiffer namens Michels, der zur Besatzung der Bark„Julia“ gehörte, wurde von einer Schildwache getötet, als er, ohne auf den Anruf des Postens zu hören, auf den Quai zu gelangen suchte. Die lat hat die Hafenbevölkerung in wilbe Erregung versetzt. Der Soldat ist vorlaufig in Haft genommen worden, um sich vor dem Militärgericht zu verantworten.— Der Führer des Ausstandes soll ein 22jähriger Arbeiter namens Chapelle sein, der durch sein glänzendes Rednertalent über Tausende von Arbeitern widerstandslos herrscht. Vorgestern haben verbrecherische Hände wiederum dreimal Brandstiftung verucht; in der Nacht war aber alles ruhig. Paris, 9. Septbr. Nach dem „Temps“ scheint es sich bei dem such der Marokkaner um einen Wasfenstillstand lediglich um eine Finte zu handeln. Bis Sonnabend abend war keiner der Unterhändler erschienen, deren Besuch vom General Drude erwartet wurde. Wie hier angedeutet wird, will Drude heute einen starken Vormarsch machen und die Marokkaner zu einem Gefecht zwingen, wenn auch am Sonntag keine Sendboten eingetroffen sind. Tanger, 9. Sept. Der frauzösische Konsul in Casablanca erhielt am Donnerstag einen Brief ohne Unterschrift, in welchem die Bitte ausgesprochen wurde, daß die Angriffe eingestellt werden möchten und in dem zugleich das Erscheinen von zwölf Scheichs zur Anknüpfung von Verhandlungen angekündigt wurde. General Drude teilte dem Ueberbringer des Briefes mit, daß er sich zu nichts verpflichte, bevor die Scheichs angekommen seien. Darauf erschien ein Abgesandter, um sich nach den Friedensbedingungen zu erkundigen; diese wurden dahin formuliert: Erscheinen aller Scheichs von Casablanca und Rabat, Auslieferung der Mörder und deren öffentliche Erschießung inner Friedr. Pelzer& Co., Fernsprecher 250. Herforderstr. 7. 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Mts., nachmittags 6 Uhr nach wochenlanger, schwerer Krankheit im Glauben an seinen Heiland entschlafen war. Derselbe hat unserm Kollegium 38 Jahre angehört und 10 Jahrelang als Kirchmeister unsrer Gemeinde treulich gedient. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Ubbedissen, den 7. September 1907. Das Presbyterium. tmartlich für den redaktignellen Teil Hermann Lange, für den Reklame= und Inseraten=Teil R. Trautmann, Drus und Verlag von G. von der Mühlen, sämtlich in Bielefeld. 212. an der 1.20 M., bei tig Zustellung in Bie 1.40 M., durch trüger 1.02 9 9— 10. Septemb in Finnland deen — Rungo Pa geb. 1771.— Admiral, geb. 180 General, gest. 186. Elisabets von Die Kaise wird von der„K Wocherübersicht einer für die W werten Weil Lesern einen A. nicht vorenthalter Nach längeren gemeiner Natur Auch innerhalb nicht die„Ortho Dafür sind sie Desensive. Das vinz Westfale durch viele Ge Rationalismus ka Bauer und Bürge sehr praktischen ganz realen Inho transszendentale I Bibel als handgr übernatürlichen 1 nichts sein. Der keine Religion, Gottessohn, seine Auferstehung, den und die ewige könnte, würde Heiden mache ehrliche Deutsche nicht, aber in Wef tum in besonder# wird dort nie schemen anzub falen der Widerstar wissenschaftlicher Volkskirche besonde tausendmal recht, lichkeit. Bis zu d haben in Westfaler evangelischen Chrif gewohnt, und es alte Verträglichkeit Zentrum nich Gegnerschaft Evangelischen fordert. In der falens aber wir Dogmas stets ei Christentum a Praktieren mit der Wir mußten da Stelle in der Kais Eindruck erwickt he Religion ohne ein. Der Sinn ungezwungener Au alle, die sich zum unserer Religion ei der Meinungen un wirkendes Bund Tatsache sch Kaiser bei dieser G konfe sionelles er bei anderen zu Evangelischen spr und Entschiedenheit allen Mißdeutungen wenn er sein ganz gemeinsame Bekenn unseres Erlösers hin Lehre die Schöpfung Die liberale eilig, in die Worte schiedene Stellungnah Liberalismus hinein der„National= Zeit theologischer Journ veröffentlicht, daß C