Asne-s Rssne: " nsperrung am lugust 1907 torm. bis 1 Uhr des Schiller= zum BürgerwegStraße am Bach, zerstraße, Werther1907. waltung. orst. Sr. Majestät d. Mts. me hm. 3 Uhr Sen. als 150,000 Familien Neuheit und beste per Pfund für 0,80; larfedern: halbweiß 2, Echt chinesische Ganznen 3: 4; 5 Mark.— und fertigen Betten. en.— Verkauf nur hnahme oder Vorauslossen. rford in Westfalen, fürstenstraße Nr. 20. le und fertige Betten, proben erwünscht! wenigen Minuten! n Tartumerte h. Dolle Bahnhofstrasse 18 empfiehlt rschmuck le, Bursten, tz- u. Toiletteartikel immiwaren t vorzüglicher Güte n-, Kopf-, u. Bartwasser Abfallseife Pfd. 60 Ptg. KOae Patentbureau Brust. lefeld, Klosterplatz, llefon 610.— 2en. 4 Seineum nservierung von erhäuser, Zäunen nentbehrlich. Gebrüder den i. W., raße 5 und 7. in Bielefeld. in der Geschäftsstelle n. an allen Postanstalten 1.20 M., bei täglicher Pucelns in Bieletel) 40 M., durch Briefträger 1,62 M. 31. Anzeigengebühr fürdie einspaltigePetnzeile oder deren Ramn 15 Pf., Reklamen 40 P. Erscheint sechsmal wöchentlich. Geschhigestelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. Historischer Kalender. 29. August: Tizian, Maler, zu Venedig an der Pest gestorden, 1576.— Anfang des siebenjährigen Krieges, 1756.— Treffen bei Aspromonte, Garibaldi verwundet und gefangen, 1862.— Siegreiches Treffen bei Nouart, 1870.— Friedensschluß zwischen Japan und Rußland bei Portsmouth (Nordamerika), 1905. Bieleteld Tonnerstag, 29. Augusts 907 29. „Der Kaiser ist des Reiches Hort!“ Verkörpert sieht man heut' das Wort! Denn, wo er weiltt, wo er geht, Ein eisenstarker Damm entsteht, Ein Damm der einer Mauer gleich, Beschirmet fest das deutsche Reich, Den weder Sturm noch Ungemach Zu brechen und zu stör'n vermag. Drum juble heute Bielefeld, Wenn jene Denkmalshülle fällt! Von jenem Denkmal hehr und groß! Bewahr es treu in deinem Schoß! Es zeigt des großen Kaisers Bild, Des deutschen Reiches Hort und Schild, Ihn, der zuerst nach langer Nacht Vereinigte Alldeutschlands Macht, Und machtvoll ihr die Wege wies Zum Stelldicheine in Paris. Und wie er tapfer im Gefecht, So auch für Freiheit und für Recht! Drum juble heute Bielefeld, Wenn jene Denkmalshülle fällt! Kaiser! Deutschlands Schirm und Blüh' und gedeihe fort und fort! Vom Alpenfirn zu Ostens Mark, Steh Hohenzollern fest und stark! Wie jenes großen Kaisers Bild, Steis mit Bewundrung uns erfüllt, Ein Bild vor der Erinnrung steht, Das weder Zeit noch Sturm verweht! So steh' das Zollernsche Geschlecht, Ein Hort für Freiheit und für Recht! Drum juble heute Bieleseld, Wenn jene Denkmalshülle fällt! N. H. Dem Kaiser Ehre und freudiges Willkommen! Bielefeld prangt im Festschmuck, Fahnen wehen überall und der Straßenzug vom Bahnhof durch die Döppel= und Herforderstraße nach dem Rathause und dann weiter durch die Oberr= und Oberwallstraße nach dem Jahnsplatz gleicht einer Via triumphalis. Wem gelten diese ungewöhnlichen Veranstaltungen, wessen harrt die Volksmenge, die aus ganz Minden Ravensberg und weiter hinaus herbeigeströmt, durch die Straßen flutet? Der Kaiser kommt, der Kaiser begleitet von dreien seiner blühenden Sohne, dem Kronprinzen und den Prinzen Eitel Friedrich und Oskar! E= kommt, um teilzunehmen an der Enthüllungsfeier des seinem großen Ahnen, dem unvergeßlichen, vielgeliebten Kaiser Wilhelm I, errichteten und höchstselbst das Zeichen zu geben, daß die Hülle falle. „Laulbare Verehrung des großen Kaisers, Liebe und a. neue deutsche Reich schenkte, „..“ Lreue zum Herrscherhause, zu des lande ungs Majzstät, zum VaterDerkmat zun deutschen Reiche haben das Hagle z. errichtet, und wenn es sich ohne v#n dem Auge darbieten wird, dann wird kommens segenwärtigen Geschlecht und den —— nden Generationen eine stete Mahnung sein, das Erbe des großen Kaisers und der zu bewahen Aüben und Der Kaiser kommt! Weshalb durchleltrischer. o ale Herzen wie ein Haunt##, Schlag? Weshalb hebt sich das Fu#pe hoher, weshalb leuchten die Augen auf, wenn der Kaiser kommt? In ihm vercorpert sich die Macht, die Ehre und der Glanz des Vaterlandes und des Reiches. Wir wissen und fühlen es, daß eine Verantwortung auf seinen Schultern liegt, wie sie keiner seiner Untertanen zu tragen hat. Königskronen sind schwer. Der Kaiser sorgt in landesväterlicher Gesinnung für das Wohl seiner Untertanen, deshalb strebt er nicht nach kriegerischen Lorbeern, ist er vielmehr ein Hort des Friedens. Wohl trägt er das Schwert, aber er trägt es, um die nationalen Güter zu schötzen. Gott wolle geben, daß er niemals genötigt werde, es gegen einen Feind zu ziehen! In des Kaisers Hand liegt die Entscheidung über Krieg und Frieden. Ein Wort von ihm und die Welt starrt in Waffen, wiederum ein Wink seiner Hand und die Weffen werden niedergelegt. Der Kaiser ist der Hort des Rechts, in seinem Namen sprechen die Gerichte ihre Urteile. Er hat das Recht der Begnadigung. Kein Gesetz gilt ohne seine Unterschrift. Welche gewaltige Aufgaben sind das! Ein Vorfahr unseres Kaisers nannte sich einen Amtmann Gottes. Auch unser Kaiser ist durchdrungen von der Ueberzeugung, daß er sein hohes Amt von Gott erhalten hat, ihm verantwortlich ist, so darf er auch zuversichtlich glauben und vertrauen, daß Gott ihm helfen, ihm die rechten Entschlüsse geben und seine Hand schützend und schirwend über ihn halten wird. Er ist unser König von Gottes Gnaden. Deshalb umstrahlt sein oft sorgenschweres Haupt ein Wiederschein von der Majestät des Königs der Könige und blicken seine Untertanen auf ihn mit tiefer Ehrerbietung. Der Glanz und die Herrlichkeit, die ihn umgeben, verfinnbildlichen uns diese seine erhabene Stellung. Ehret den König! Heute huldigen ihm die Stadt Bielefeld und zahlreiches Volk aus dem Ravensberger Lande; ihren König ehrend, ehren sie sich selbst. Und auch der Kaiser ehrt durch sein Kommen nach Bielefeld seine getreuen Untertanen; dafür danken wir mit dem freudigen Schlagen unserer Herzen und dem lauten Jubel unserer Lippen ihm und seinen Söhnen. Liebe um Liebe, Tieue um Treue. Von der Treue lassen wir nicht bis in den Tod. Dies Gelübde erneuern wir heute vor dem Angesichte unseres Gottes. Er hat es nicht gewollt, daß unsre geliebte Kaiserin mit ihrem hohen Gemahl und ihren Söhnen in unsere Stadt einziehen sollte. Das ist ein bitterer Wehrmutstropfen in unsere Festfreube, aber wir dürfen unsere stillen, aufrichtigen Wünsche und Grüße auch an die ferne Kaiserin senden und wollen es inn mit der Bitte, daß der Herr ihr bald volle Genesung schenken möge. Mögen der Kaiser und seine Söhne heute frohe Stunden in unsrer Stadt inmitten eines getreuen Volkes verleben! Gott segne sie, die Kaiserin und das ganze Königliche Haus! Dem Kaiser Ehre und freudiges Willkommen! deutschen wendigkeit immer mehr das Gemetngut nicht nur der leitenden Staatsmänner, sondern auch der öffentlichen Reinung wird. Man kann als selbstverständlich annehmen, daß in den stundenlangen Unterhaltungen in Norderney alle Gebiete der allgemeinen Politik gestreift worden sind, und daß man sich auch ganz bestimmt über Marokko unterhalten haben wird, das augenblicklich im Mittelpunkte des Interesses steht. Wenn dieser Punkt ohne das Hervortreten von Gegensötzen in steundschaftlicher Weise besprochen werden konnte, so zeigt das eine wirkliche Besserung der Lage. Edenso, wie die vorhergehenden Begegnungen nicht zu festen Abmachungen führten, ebensowenig ist das bei den Unterhaltungen in Norderney der Fall gewesen. Solche Abmachungen wurden auch weder erwartet, noch angestrebt, sondern es handelte sich lediglich darum, durch gemeinsame Aussprache den beiderseitigen guten Willen zu zeigen, friedlich höflich und, wenn es geht, freundlich miteinander auszukommen, darüber hinaus gehen vorläufig die deutschen Wünsche nicht, wohl aber darf man darauf vertrauen, daß, wenn diese „Deteute“ eine Zeitlang ihre Wirkung ausgeübt haben wird, aus ihr eine Lage ermachsen kann, die das Anormale, das den deutsch=französischen Beziehungen noch anklebt, beseitigt. Der wichtigste Faktor ist hierbei die Zeit, und er wird wirkungsvoll gestärkt werden, wenn er von ehrlichem, gutem Willen unterstützt wird, und wenn die Presse beider Länder ihre Aufgabe darin erkennt, nicht das zu betonen, was aufreizt und treunt, sondern das, was beruhigt und verbindet. Der französische Minister des Auswärtigen, Herr Pschon, hat zu wiederholten Malen seinen entschiedenen Wunsch ausgedrückt, mit Deutschland in guten Beziehungen zu leben, und aus dem ganzen Vorgehen des Bot schafters Cambon ist der Schluß erlaubt, daß auch er sich gern in den Dienst dieser Politik stellen will. Die ganze Begegnungskampagne, wenn dieser Ausbruck erlaubt ist, ist sonach durchweg befrledigend verlaufen, und wenn sie auch naturgemäß nicht vermocht hat, alle bestehenden Gegensätze endgültig zu beseitigen, so hat sie doch den allseitig guten Willen gezeigt, sie in freund. licher und versöhnlicher Weise zu behandeln, und dadurch dazu beitragen, die Wolken zu zerstreuen, die zu manchen Zeiten recht schwarz über dem europäischen Horizont aufzogen. Die Londoner„Tribune“ sagt bezüglich der zugehen lassen: Mir daran, Zusammenkunft Bülows und Cambons, jedes Zeichen des Wachsens einer besseren, gesünderen Stimmung zwischen Frankreich und Deutschlaud würde in England mit aufrichtigster Freude aufgenommen werden Frankreich und Deutschland. Ueber die deutsch=französischen Beziehungen nach der Besprechung zwischen dem Reichskanzler und Herrn Cambon bringt die „Köln. Ztg. folgendes inspirierte Berliner Telegramm: „Wenn Fürst Bülow und Herr Cambon übereinstimm nd zu der Ansicht gelangt sind, daß die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland zu Bedenken keinen Anlaß geben, und daß die Hoffnung auf eine freundliche Weiterentwickelung berechtigt erscheint, so ist das Ergebnis um so höher zu veranschlagen, als die Zeiten nicht fern sind, wo sich zwischen beiden Staaten eine recht scharfe Verstimmung herausgebildet hatte. Sie wurde überwunden durch das verständige Friedensbedürfnis auf beiden Seiten, dessen Berechtigung und NotPolitische Nachrichten. Aus dem deutschen Reiche. Berlin, 28. August. Heute abend fand im Salosse zu Hannover große Festmahl statt. Ein Trinkspruch wurde nicht ausgebracht. Die Tafel wurde um ¼9 Uhr aufgehoben. Dann hielt der Kaiser etwa eine Stunde Cercle, wobei er sich mit den Herren seiner Umgebung und den ihm vom Oberpräsidenten vorgestellten Herren auf das Liebenswürdigste unterhielt. Nach Beendigung des Cercle nahm der Kaiser, umgeben von seinem Gefolge usw., die Vorträge der verschiedenen Gesangvereine entgegen. Zuerst sang in einem Nebensaal der Königliche Domchor unter Leitung des Musikdirektors Bunte die„Kaiserhymne“ von Aug. Bünte und danach einen von demselben Komponisten bearbeiteten alten Choral, über dessen Vortrag der Kaiser sich besonders anerkennend aussprach. Morgen vormittag 10 Uhr reist der Kaiser mit den drei Prinzen nach Bielefeld ab. Die Kaiserin hat der Frau Oberpräsident v. Wentzel folgendes Telegramm .„„Es lieg: Mir daran. Isnen auszusprechen, wie betrübend es Mir ist, durch den Mir zugestoßenen Unfall verhindert zu sein, den Kaiser nach Hannover zu begleiten. Gern hätte Ich die„Damen empfangen und von den Anstalten so viel gesehen, als die Zeit erlaubt hätte. Der Kaiser telegraphierte Mir von sehr schönem warmen Empfang, und werde Ich seinen Erzählungen mit großem Jateresse entgegensehen. Auguste Viktoria. Die in der österreichischen Presse verbreitete Nachricht von einer geplanten Zusammenkunft der Dreibund Herrscher in Wien ist, wie der„Voss. Zig. von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, aus der Luft gegriffen. Ebensowenig bestätige sich die(von uns gleich mit einem Fragezeichen versehene) Meldung von einer Reise des Kaisers nach Bukarest. Da sich der Gesundheitszustand des Königs von Rumänien wieder gehoben habe, so sei es wohl möglich, daß er auf einer Reise nach Deutschland mit dem Kaiser in nicht zu ferner Zeit zusammentreffe. Die Meldung von einem Botschafterwechsel in London und Korstantinopel wird von der„Nationalztg.“ dementiert. Es handele sich hier um eine müßige Kombination; ein Wechsel in den Botschafterposten stehe für absehbare Zeit nicht bevor. Nach einem aus Windhuk eingegangenen Telegramm hat Gouverneur von Schuckmann die Geschäfte des Gouvernements am 26. d. Mis. übernommen. Kultusminister Dr. Holle hat eine Abordnung des„Landes=Vereins der Lehrer an den höheren Unterrichtsanstalten und deren Vorschulen in Preußen", bestehend aus den Herrn Sproessel=Wandsbeck, Lampe und Splettstoßer=Berlin in Audienz empfangen, die über eine Stunde dauerte und an der auch Geheimer, Oberrregierungsrat Tilmann teilnahm. Die Deputation hatte Gelegenheit, über die Wünsche des genannten Vereins, die sich auf Gehalt, Aufrückungsfrist zum Höchstgehalt, Ermäßigung der Pflichtsiunderzahl mit zur ehmendem Dienstalter, Anstellungsbedingungen, Antsbezeichnung u. a. bezogen, ausführlich zu berichten und eine Denkschrift über diese Punkte zu überreichen. An den Vortrag der Herren schloß sich eine eingehende und lebhafte Besprechung über alle Fragen, besonders über die, die sich auf # gund Anstillungsbedingungen bezogen. Der Biinister brachte den Wünschen ein offenkundiges Wohlwollen entgegen und gab die Versicherung, daß hir sichtlich des Gehalts bereits Verhandlungen mit dem Finanzministerium schweben. Das deutsche Kadettenschulschiff lotte“ ist am 26. August in Cadiz eingetroffen und geht am 5. September von dort nach Tanger. Der Kaiser hat die Polizeidirektionen zu Rixdorf und Schöneberg zu Polizeipräsidien erhoben und die betr. Polizeidirektoren zu Polizeipräsidenten mit dem Range eines Oberregierungsrates ernannt. Ueber das Befinden des Fürsten zu Inn= und Knyphausen wird von zuständiger Seite mitgeteilt: Der Fürst hat in der ersten Zeit seiner Eckrankung infolge heftig auftretender, mit dem Blasenleiden verbundener Schmerzen fast gar keine Ruhe gefunden. Mit einer erheblichen Abrahme der Schmerzen stellte sich der Schlaf wieder ein und das Allgemeinbefinden ist seitdem von Tag zu Tag besser geworden. Der Landtagsabgeordnete, Landrat a. D., Fideikommißbesitzer v. Bülow=Bothkamp (bei Kirchbarku, Bez. Kiel) hat, wie wir vernehmen, mit Rückicht auf die bedeutende Vermehrung der Berufsgeschäfte, sein Mandat Er vertrat den Wahlkreis 7 Schleswig Holstein im Abgeordnetenhause, wo er der konservativen Fraktion angehörte. 1— Aus dem Auslande. Oesterreich. Nach der Prager„Bohemia“ sind bei der lange erwarteten und jetzt unmittelbar bevorstehenden Beförderung richterlicher Beamten Böhmens für nicht weniger als ein Viertel der offenen Adjunktenstellen im deutschen Sprachgebiet Tschechen in Aussicht gevommen. Die wohl begründete Forderung der Deutschen nach deutschen Beamten solle also wieder unberücksichtigt bleiben, trotzdem gegenwärtig für alle erledigten deutschen Richterstellen Deutsche in hinreichender Zahl vorhanden seien. Budapest, 28. Aug. Bei einer Schießübung im Stuhlweißenburger Komitat gab ein Soldat des 69. Jnf.=Regts. einen scharfen Schuß auf den wegen seiner Strenge sehr mißliebigen Obersten ab. Der Schuß verfehlte das Ziel. Der Täter ist bisher nicht ermittelt. Sämtlichen Soldaten wurden die scharfen Patronen abgenommen.— Der rumänische Abg. Dr. Julius Maniu sandte an die Budapester Blätter die unglanblich klingende Nachricht, daß am 25. August ein Bataillon des 24. Horved=Regiments in die Ortschaft Pauad ohne jede Veranlassung in der Häuser, eindrang und unter die rumänischen Bevölkerung ein förmliches Blutbad anrichtete. Sechs Personen seien hierbei tödlich, 15 schwer und 30 leicht verletzt worden. Bestätigung der Nachricht bleibt abzuwarten. Paris, 27. August. Der„Messidor“ meldet:„König Eduard und der Zar würden sich in Christiania treffen, wo gleichzeitig die Königin von England und die Zarin=Mutter verweilen würden. Dublin, 28. August. Dem„Amtsblatt“ zufolge werden mehrere irische Grafschaften als im Aufruhr befindlich erklärt. Sofia, 28. August. Zu der heutigen Jubiläumsfeier des Fürsten übermittelte der deutsche Generalkonsul dem Fürsten die Glückwünsche des Kaisers und der deutschen Regierung. Auch sandte der Kaiser ein unmittelbares Telegramm an den Fürsten. Aus Anlaß der Feier hat Fürst Ferdinand drei Millionen Francs für die Einrichtung eines Lungensanatoriums gestiftet. Trotz der oppositionellen Agitation gibt sich in der Bevölkerung eine außerordentliche Teilnahme für das Fest kund. Marokko. Der Korrespondent der „Tribune“ in Tanger meldet: Gerüchtweise verlautet, daß der Sultan Abdul Aziz in seinem Palast ermordet worden sei. Admiral Philibert meldet, in Mazagan sei die Ausrufung Mulay Hafids zum Sultan beifällig aufgenommen worden. Eine Abteilung Kavallerie sei bis auf acht Kilometer von Casablanca vorgerückt, ohne jedoch auf den Feind zu stoßen. Aus Anlaß der Ereignisse bezüglich der Erhebung Muley Hasids zum Sultan von Marrakesch erbat General Drude eine Berstärkung von zwei Batterien, deren Entsendung in Oran vorbereitet ist. Es wurde unverzüglich Befehl erteilt, morgen diese Truppen nach Casablanca einzuschiffen, ohne an den früheren Instruktionen etwas zu ändern. Persien. Nach einer Reutermeldung aus Teherau besagen die letzten Nachrichten, daß die türkischen Truppen sich in den Gegenden, welche sie besetzt haben, einrichten und von den durchgeführten Gütern Zölle erheben. Die Stämme wurden Roman von J. d'Anin. Berechtigte Uebersetzung von Adele Achard. 40][Nachdruck verboten.) XIV. Der Pallast der Noccabellos ist einer der ältesten und schönsten des päpstlichen Roms. Der alte Herzog feierte seiner Enkelin Eintritt in die Gesellschaft. Hierzu hatte seine Künstler= und grand Seigneurlaune für eine Nacht Alt=Atalien wieder aufleben lassen. Die italienischen Kostüme gehörten allen Zeitaltern an. Die Prinzen erschienen als Kondottiere, die vornehmen Damen als Kontadinen. Einige stellten alte Gemälde oder berühmte Bildnisse dar, oder auch dramatische und historische Personen. Der Herzog von Rocabello selbst war die treueste Wiedergabe eines Capulet und seine Enkelin Giulia, die der Julia. Ein wahres Feenschauspiel bot dieser Saal mit der glänzenden Menge, die unter dem Lichtschimmer der Krovleuchter und Kandelaber, zwischen den rosa Marmorsäulen, die die reich mit Genueser Sammet ausgeschlagene Wölbung stützten, einherwogte. Die ganze Elite des römischen Adels war hier versammelt. Die meisten unter ihnen im Zaum gehalten. Die Unruhe in der Umgegend von Urmia hörten auf. Der türkische Kommandeur hat den russischen Bizekonsul in Urmia in Kenntnis gesetzt, daß die in das Konsulat Geflüchteten un gefährdet in ihre Dörfer zurückkehren dürsten, wenn sie die türkische Herrschaft anerkennen würden. Die persischen Ortsbehörden hätten noch keive Besehle erhalten. Zehi Pasche werde in Urmia zur Untersuchung erwartet. Die Ministerkrifis sei vorbei, doch habe das Kabinett große Schwierigkeiten, die durch den türkischen Einmarsch hervorgerufene Erregung des Volkes zu beruhigen. Die durch die Wahlen verursachten Unruhen in Rescht dauerten an. Kalkutta, 28. Aug. Bei der gerichtlichen Berhandlung gegen zwei Nationalfreiwillige, die beschuldigt waren, Angriffe auf die Polizei bei Gelegenheit der Boykott Jahresfeier veranstaltet zu haben, veranstalteten Studenten einen großen Tumult. Sie wurden auf die Straße getrieben, wo es zu einem schweren Zusammenstoß mit der Polizei kam, bis die Ruhestörer von der Polizei auseinandergetrieben wurden. Fünf Nationalfreiwillige stießen in Chandpur einen Zivilwundarzt in den Fluß. Es gelang diesem nur mit großer Mühe, dem Tode des Ertrinkens zu entgehen. Amerika. Ein Washingtoner Telegramm der Köln. Ztg.“ besagt: Die Beziehungen der Vereinigten Staaten zu Venezuela sind in ein ernstes Stadium getreten. Venezuela weigert sich fortgesetzt, die schwebenden Streitfragen durch ein Schiedsgericht austragen zu lassen. Die bekannte Verurteilung der New Yorker Vermudez Asphalt Company zu fünf Millionen Dollars Geldstrafe durch die Gerichte Venezuelas wegen angeblicher Teilnahme an der Revolution Matos' macht hier den ungünstigsten Eindruck. New York, 28. Aug. Der stellvertretende Sekretär des Stadtdepartements ist zu der Erklärung ermächtigt, daß Präsident Roosevelt sowie der Präsident von Mexiko bezüglich der Zukunft Zentralamerikas sowie der Beilegung der Zwistigkeiten zwischen den fünf zentralamerikanischen Republicken jetzt völlig einig sind. Kirche, Schule und (Katholikentag in Würzburg.) Die Ausführungen des Pros. Meyenberg=Luzern über „Religion und Konfession“ verdienen kurz wiedergegeben zu werden. Nicht weil wir ihnen zustimmten, davon kann keine Rede sein; sondern weil in ihnen die Meinung der Katholiken klar an den Tag tritt. Prof. Meyenberg sagte: Unsere Konfession ist die Urkonfession, und Papst Pius X. hat über die Konfession von Cäsarea Philippi erst jüngst noch das Schild des Syllabus gehalten.(Stürmischer Beifall.) Fügen wir nun zu der Superiorität der Konfession die Superiorität der Liebe! Die Kirche nennt sich nicht die Weltkirche im Gegensatz zum Protestantis mus, sondern im Gefühl des Inbegriffes Christi, und darum ist die Kirche jederzeit bereit, das Einigende hervorzuheben und nicht das Trennende zu betonen. (Großer Beifall.) Auch protestantische Stimmen rühmen(?) die katholische Kirche, weil sie die Zentralwahrheiten nicht verschleiere, und ein Heimweh(?) haben gläubige Protestanten nach einer Kirche, die über alle Zweifel entscheidet.(Großer Beifall.) Die Kirche nennt sich nicht Weltkirche, weil sie eine Zentralgewalt, ein Blutrecht beansprucht. Wenn auch einst kirchliche Organe den Staat gedrängt haben zu scharfer Anwendung der Gesetze gegen Andersgläubige, so sind das Einzelerscheinungen. Die Kirche selbst hat nie ein Blutrecht beansprucht. O, könnten wir doch zusammen arbeiten mit den vielen Tausenden von Protestanten, die aufrichtig am Gottesglauben festhalten!(Minutenlanger Beifall.) Niemand bedauert mehr wie wir, daß die Nationalisten die Heilswahrheiten des trugen die historische Tracht ihrer Ahnen. Darunter gab es Rüstungen und Panzerhemden, auf denen noch Spuren des darauf geflossenen Blutes sichtbar waren. Pagen boten erfrischende Sorbetts an oder verbrannten feines Rauchwerk. Sie trugen das Kostüm der Renaissance. Und zwischen dem blendenden Geflimmer der venezianischen Spiegel und silbernen Fackelstühlen, schauten die Gesichter der alten Noccabellos einer großen Vergangenheit, mit stolzer, mitleidiger Verachtung aus den florentinischen Rahmen, deren Vergoldung die Zeit erblindet, auf ihre Nachkommen herab. Nell und Nellie befanden sich wie in einem Traum. Prinz Montecorvello näherte sich ihnen, und lächelnd nahm Nellie seinen dargereichten Arm an. Ihr Herz schlug hörbar, und schüchtern sah sie zu dem schönen Prinzen auf, der sie durch dieses Zauberfest geleitete. Er schien in dieser Welt heimisch zu sein, grüßte da und dort durch eine anmütige Handbewegung oder mit einem höflichen Wort. Nellie vergaß die Wirklichkeit. Sie war die Prinzessin, deren Kleid sie trug. Er liebte sie und mußte sich ihr nun offenbaren. Das Gestern war verschwunden und an ein Morgen dachte sie nicht. Eingewiegt von Gottesglaubens zu zertrümmern trachten.(Beifall.) Aber dennoch sind noch nicht alle Brücken mit dem Rationalismus abgebrochen. Redner verweist auf die anerkennenden Worte Harnacks über die katholischen Missionen. Wenn ein Christ sieht, daß unsere Konfession nur die Konsequenz ist aus dem Glauben an Jesus, dann kann er nicht hetzen. In unserer Konfession achten wir im Staate die Parität, sie ist uns heilig. Die scharfen Gesetze, die die Kirche gegen die Häresie erlassen hat, gelten nur dem Abfall, nicht dem seit Jahrhunderten in alten Konfessionen lebenden Bevölkerungsteilen. In der Kraft der Konsession wagen wir auch an die großen Apologeten und großen Forscher mit der Kritik heranzutreten, wenn die Kirche sagt, daß sie einen Irrtum begangen habe.(Stürmischer Beifall.) Denn in dem Index haben wir den Häter der Wahrheit.(Beifall.) Gerade der kühnste Alpensteiger kann leichter einen Fehltritt tun, als wenn er auf der Landstraße geht; denn es ist leicht, nach Landesart zu marschieren.(Beifall.) Dann kommt die Kirche und sagt: Ich, die Kirche, bin im Hochlande geboren. Ich kenne meine Wege, Teuerster, du bist im Irrtum! Und die Christenheit steht dann zur Kirche.(Stürmischer Beifall.) Trotzdem freuen wir uns auch dann an dem Großen und Guten und Idealen, was uns dieser Mann geleistet hat. In unserer Religion sind eingetragen die Grundlinien der Konsession: Gott, Christus, Kirche. Diese Konsession soll uns ein Hochland, ein Himalaya sein!(Minutenlanger, stürmischer Beifall.)— Erzbischof von Albert beglückwünscht den Redner, der Vorsitzende spricht ihm besonderen Dank aus. Parteibewezung. (Ein Abtrünniger des Zentrums.) Zum großen Leidwesen des durch die Ereignisse vom 13. Dezember v. Is. in Opposition gedrängten Zentrums mehren sich die Stimmen derer aus dem eigenen Lager, welche die gesinnungstüchtige Presse bisher immer als„Flotten= und Kolonial= schwärmer" zu bezeichnen pflegte. Der neueste Abtrünnige ist sogar ein früherer geistlicher Lehrer am bischöflichen Gymnasium in Montigny Metz, Jakob Hugo Schütz, welcher soeben zwei Broschüren versendet: „Die soziale Bedeutung unserer deutschen Flotte"(36 S.) und„Deutscher, gedenke mehr Deiner Flotte“(20 S., Druck von Krämer und Elsberg in Köln a. Rh.) Beide Abhandlungen sind, was die klerikale Presse am meisten wurmt, gelungene Agitationsschriften, die ihren Zweck sicherlich nicht versehlen werden. Neu ist, daß hier einmal ein katholischer Geistlicher zu einer solchen rein politischen Frage das Wort ergreift, sich direkt an seine geistlichen Amtsbrüder wendet und auch das religiöse Moment in seiner Abhandlung und Beweisführung in herzhafter Weise sprechen läßt. Kolonialpost. (Unterstaatssekretär von Lindequist,) der vor Uebernahme seines neuen Amtes im Reichskolonialamt zu Berlin noch einmal nach Deutsch=Südwestafrika gereist ist, um seinem Nachfolger v. Schuckmann persönlich die Geschäfte zu übergeben, hat dort zunächst den Süden des Schutzgebiets aufgesucht. Bei seiner Ankunft in Keetmanshoop wurde er von der Zivilbevölkerung und der Garnison vor den Toren der Stadt festlich begrüßt und dankte für den Empfang mit einer Ansprache, der nach dem Berichte der„Deutsch= Südwestafrikan. Zig.“ folgende Stellen zu entnehmen sind:„Schwere Zeiten lägen hinter uns; aber man könne nun auch mit Vertrauen der Zukunft entgegensehen. In nicht ferner Zeit würde der Bau der Eisenbahn, der jetzt bereits Kuibis erreicht habe, bis Keetmanshoop vollendet und damit erreicht sei, daß Keetmanshoop mit Lüderitzbucht, dem besten Hafen des Schutzgebietes, ja wohl der ganzen westafrikanischen Küste, verbunden und dem Weltverkehr erschlossen sei. Er hege die feste Zuversicht, daß damit die Zukunft des diesem Zaubermärchen, wünschte sie nichts weiter, als glücklich zu sein. Biankas Augen folgten den beiden aus der Entfernung. Von Anbetern und Ehrenbezeugungen umgeben und überhäuft, lächelte sie mit zerrissenem, totwundem Herzen. Bald mußte das Leid enden. Die Illusion war der Tränen wahrlich nicht wert, das mußte sie sich immer aufs neue wiederholen. Den Prinzen hatte Biankas Anblick einen Augenblick innerlich bewegt. Er war auf sie zugegangen, um sie zu begrüßen. Sie aber hatte ihm mit ihrer gewohnten liebreichen Weise zurechtgeholfen. „Guten Abend, lieber Vetter! Du bist wohl sehr erstaunt, mich hier zu finden?“ Leise fügte sie hinzu:„Ich gratuliere dir, Cäsar, ich hoffe, du wirst glücklich werden.“ In diesem Augenblick erschien der Herzog von Rocabello, um, der Prinzessin den Arm reichend, mit ihr das Fest zu eröffnen. Cäsar fand keine Gelegenheit, sich ihr nochmals zu nähern. Seine schwache, energielose Seele sand hierin eine sichtliche Erleichterung, und die Gewissensbisse schwanden wie von einem Zauberstabe berührt dahin. Er suchte sogar, sich einzureden, daß Biankas Erscheinen auf anfangs vielleicht stiefmütterlich behandelten Südens und seine wirtschaftliche Bedeutung für das Schutzgebiet und das Reich gesichert sei.... Der wichtigste Faktor für die Entwicklung des Landes werde für längere Zeit immer noch die Eingeborenenfrage bleiben. Als er vor neun Jahren— auf dem Wege zur Heimat— hier durchgekommen sei, da sei bereits der Stamm der Bondelzwarts unter Johannes Christian so dreist und hochmütig aufgetreten, daß Kenner des Landes und seiner Eingeborenen schon damals ahnten und voraussagten, was später bittere Wahrheit wurde. Jetzt habe die deutsche Faust den Feind niedergeschlagen; aber falsch wäre es, zu glauben, daß er sich nicht wieder erheben könne. Kluge Vorsicht, gepaart mit tatkräftiger Entschlossenheit und eiserner Strenge im gegebenen Fall müsse die Richtschnur bilden. Das deutsche Volk habe gezeigt und durch die Tat bewiesen, daß es für seine Kolonien Opser zu bringen bereit sei.... Wird der schwer geprüfte Süden des Schutzgebietes neuerdings auch wieder durch Morengas Auftauchen an der kapländischen Grenze zu allererst in Mitleidenschaft gezogen, so wird sein etwaiger Einbruch über den Oranjefluß unsere Truppen doch nicht mehr unvorbereitet antreffen. Sollte es also wirklich dort zu ernstlichen Kämpfen kommen, so darf man hoffen, daß sie sich nicht wieder so lange hinziehen werden, wie der erste Feldzug gegen Morenga.“ (Südwestafrika) Die Pferdewache des Telegraphenpostens Blumpuell ist am 26. d. M., nachmittags, einen Kllometer östlich dieses Ortes, von etwa acht Hottentotten, wahrscheinlich aus der Gegend von Rietfontein, beschossen worden. Hierbei erhielt der Gefreite Friedrich Menge, früher beim Inf. Reg. 155, einen leichten Schulterschuß. Die Pferde wurden in Sicherheit gebracht und die Verfolgung aufgenommen. Ob diese Hottentotten zu Morengas Bande gehören, ist zweiselhaft. Lokales und Bielefeld, 29. August. **(Ordensverleihung.) Anläßlich der Enthüllung des Kaiser Wilhelm=Denkmals ist dem Vernehmen nach verliehen: Der Rote Adler=Orden III. Klasse mit der Schleife: Stadtrat Gustav Bertelsmann und Oberbürgermeister Bunnemann; der Rote Adler=Orden IV. Klasse: Realschul=Direktor Reese, Stadtrat Georg Kitker, Bürgermeister Dr. Stapenhorst, Beigeordneter Törner, Stadtverordnetenvorsteher Lohmeyer; der Königliche KronenOrden II. Klasse: Geheimer Regierungsrat Landrat v. Ditfurth; der Königliche Kronen=Orden III. Klasse: Geheimer Baurat Büchling, Direktor Emil Wessel, der Königliche Kronen=Orden IV. Klasse: Oderbuchhalter Ziegemeier, Buchbindermeister Wolpers, Bildhauer Albrecht, Regierungsbaumeister a. D. Frhr. v. Tettau, Polizei Inspektor Rose, das Allgemeine Ehrenzeichen: Oberaufseher Ellermann, Werkmeister Jakob und Fabrikaufscher Flamme; das Komthurkreuz des Hausordens von Hohenzollern: Pastor v. Bodelschwingh. (Zum heutigen Festtage) ist uns, was wir vor einigen Tagen kaum zu hoffen wagten, vollendet schönes Kaiserwetter beschert. Schon gestern schien die Sonne warm und schön vom wolkenlosen Himmel. Eifrig wurde noch an der Vollendung der Ausschmückungsarbeiten geschafft. Ueberall fällt heute der Blick auf Fahnen, dem Ball, den Anfang zu einem neuen Leben für sie bedeute. Sie war ja so wunderbar schön! Ein Wink ihrer Augen und sie nahm diederum ihre höchste Stellung in Rom ein. Damit tröstete sich Don Cäsar. Was ihn betraf, so konnte er unmöglich länger zögern. Die letzten Tage hatten ihn wie der schrecklichste Albdruck gefoltert. Angelotti, der ihm die fünftausend Lire ahgeschlagen hatte, war so weit in seiner Herzenshärtigkeit gegangen, ihm selbst die kleinen Auslagen, die sein Kostüm für dieses Fest verursachten, zu verweigern. Er hatte sich zu diesem Zweck zu einem Wucherer begeben müssen. Das war zu arg! Und er war fest entschlossen, die Dinge nicht länger hinzuschleppen. Zu seiner Rechtfertigung muß gesagt werden, daß Nellie ihn in ihrer glänzenden, verführerischen Tracht einer Heldin des Dekameron in Wahrheit entzückte. Der Kerzenglanz, Tanz und Musik verklärte ihr reizendes Antlitz. Am Arm des Prinzen, der ihr schmeichelnde Worte zuflüsterte, dessen Augen mehr noch wie der Mund redeten, war eine Art trunkener Taumel über sie gekommen, der ihren Herzschlag beschleunigte. Cäsar fühlte es, und entschlossen, aus Ziel Flaggen und Wim grün und blühe Fahnenmasten un Der Schmuck Erika, scheint zun feld gewandert zi ist selbstverständli der Schillerplatz, nachmittag flutete gestimmter Mens Um 10 Uhr vor Kaiser und die und um 11¾ Bielefelder Bahn völkerung der E Erwartung dem K der Enthüllungsfe des Rathauses wit zu Ehren des Ka peter stattfinder nehmen: Se. M Kronprinz, P Prinz Oskar, Eulenburg, di quartiers Freihe Chef des Zivilkab canus, Oberst leutnant von Freiherr von Major von Fi Graf von So peter, Oberleutr furth und Ge Darcourt. (Die Kaiseri Herrn Oberpräside falen, von der tieses Bedauern Westfalen mitteilen geworden, den K können. Bei den bleiben zu müssen nehmenden Wünsch (Schnellzugz lich wird bekanntg in Schnellzügen, d Fahrt entschließen, Aussicht genomme fahren, bei Nac ein neuer Schnell erheben ist, wenn Zone des bereits ge gelegen ist. Der n der Höhe erhoben der gezahlten Zusch Reisestrecke tarifmäf entspricht. (Schuhmach Jöllenbeckerstraße 1 teilung, daß er ni Nr. 199 der Unter (Turnen de Jugend.) Der hier geschrieben: Kreises 8a— 2 der deutschen Tur geraumer Zeit dem lassenen Jugend## widmet, und seinerz gesetzt, der sich ei beschäftigt hat. Aud die Wichtigkeit dieser sandten Vertreter z In seiner letzten Si ein Vertreter der teilnahm, hat nuum dem zunächst die Not Betriebes der Lübe entlessene Jugend wurde, folgende T Einführung der Le Mözlichkeit vorhand ausüben zu können. bietet trotz aller B diese Möglichkeit. schulen muß daher der einzurichten, gemacht kann der Besuch der wenn sie in einem: vollwertigen Ersatz greifen auf turnerisch vereinen kann nicht g sondern bleibt der zu Fall überlassen. zum Frühjihr 1908 Schule aldann verlaft gelangen, Grenz: leidenschaftliche spielte ja nicht darum zu tur wordenen Lage er seine letzte ihm, unwiderst Ball sich seinem eingestehen, da erobert zu hab durfte seinerseit von Verneuils tterlich behandelten haftliche Bedeutung das Reich gesichert Faktor für die Entde für längere Zeit renenfrage bleiben. — auf dem Wege gekommen sei, da der Bondelzwarts so dreist und hochkenner des Landes chon damals ahnten säter bittere Wahrdie deutsche Faust ; a b e r s a l s c h w ä r e sich nicht wieder rsicht, gepaart mit it und eiserner I müsse die Richtutsche Volk habe bewiesen, daß es zu bringen bereit ir geprüfte Süden ings auch wieder hen an der kaperst in Mitleidensein etwaiger Einß unsere Truppen #t antreffen. Sollte rustlichen Kämpfen iffen, daß sie sich iehen werden, wie Korenga.“ ie Pferdewache Aumpuell ist am einen Kllometer wa acht Hottenis der Gegend von worden. Hierbei jedrich Menge, 5, einen leichten erde wurden in e Verfolgung aufHottentotten zu i, ist zweifelhaft. ovinzielles. d, 29. August. ung.) Anläßlich Bilhelm=Denkmals verliehen: Der III. Klasse mit Gustav Bertelsster Bunnemann; u IV. Klasse: Stadtrat Georg Stapenhorst, Beirordnetenvorsteher iche Kroneneimer Regierungser Königliche lasse: Geheimer ur Emil Wessel, en=Orden IV. Ziegemeier, BuchAdhauer Albrecht, Frhr. v. Tettau, 8 Allgemeine seher Ellermann, kaufscher Flamme; Hausordens Pastor v. Bodelttage) ist uns, 1 kaum zu hoffen dnes Kaisergestern schien die vom wolkenlosen ch an der Vollenirbeiten geschafft. zlick auf Fahnen, nem neuen Leben bar schön! Ein nahm diederum om ein. Damit ite er unmöglich Tage hatten ihn bdruck gefoltert. tausend Lire abweit in seiner ihm selbst die kostüm für dieses igern. Er hatte einem Wucherer zu arg! Und die Dinge nicht ig muß gesagt ihrer glänzenden, ter Heldin des entzückte. Der isik verklärte ihr m des Prinzen, zuflüsterte, dessen Mund redeten, aumel über sie lag beschleunigte. lossen, aus Ziel Flaggen und Wimpel. Gewinde von Tannengrün und blühender Heide umgeben die Fahnenmasten und überspannen die Straßen. Der Schmuck der Senne, die blühende Erika, scheint zum größten Teil nach Bielefeld gewandert zu sein. Am großartigsten ist selbstverständlich der Schauplatz der Feier, der Schillerplatz, dekoriert. Schon gestern nachmittag flutete eine große Menge festlich gestimmter Menschen durch die Straßen. Um 10 Uhr vormittags reisten heute der Kaiser und die Prinzen von Hannover ab und um 11¾ Uhr werden sie auf dem Bielefelder Bahnhofe eintreffen. Die Bevölkerung der Stadt sieht mit gespannter Erwartung dem Kommenden entgegen. Nach der Enthüllungsfeier und der Besichtigung des Rathauses wird eine Frühstückstafel zu Ehren des Kaisers bei Exzellenz Hinzpeter stattfinden. An ihr werden teilnehmen: Se. Majestät der Kaiser, der Kronprinz, Prinz Eitel=Friedrich, Prinz Oskar, Oberhofmarschall Graf Eulenburg, der Kommandant des Hauptquartiers Freiherr von Plessen, der Chef des Zivilkabinetts Exzellenz von Lucanus, Oberst Lauenstein, Oberstleutnant von Oppen, Oberstleutnant Freiherr von Schillina=Cannstatt, Major von Friedeburg Hauptmann Graf von Soden, Ex lenz Hinzpeter, Oberleutnant Bör es v. Ditfurth und Gemahlin, o. HinzpeterDarcourt. (Die Kaiserin) har der Gemahlin des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Westfalen, von der Recke in Münster, ihr tieses Bedauern über ihr Fernbleiben von Westfalen mitteilen lassen. Es sei ihr schwer geworden, den Kaiser nicht begleiten zu können. Bei dem großen Opfer, zurückbleiben zu müssen, täten die vielen teilnehmenden Wünsche besonders wohl. (Schnellzugzuschlagkarten.) Amtlich wird bekanntgegeben, daß von Reisenden in Schnellzügen, die sich erst während der Fahrt entschließen, über die ursprünglich in Aussicht genommene Zielstation hinauszufahren, bei Nachlösung der Fahrkarte ein neuer Schnellzugzuschlag nur dann zu erheben ist, wenn die Endstation über die Zone des bereits gezahlten Zuschlages hinaus gelegen ist. Der neue Zuschlag soll nur in der Höhe erhoben werden, daß die Summe der gezahlten Zuschläge dem für die gesamte Reisestrecke tarifmäßig zu zahlenden Zuschlage entspricht. (Schuhmacher H. Horstmann,) Jöllenbeckerstraße 173, bittet uns um Mitteilung, daß er nicht derjenige ist, der in Nr. 199 der Unterschlagung bezichtigt ist. (Turnen der schulentlassenen Jugend.) Der„Rh. W. Zig.“ wird von hier geschrieben: Der Kreisausschuß des Kreises 8a— Westfalen und Lippe— der deutschen Turnerschaft hat schon seit geraumer Zeit dem Turnen der schulentlassenen Jugend seine Aufmerksamkeit gewidmet, und seinerzeit einen Ausschuß eingesetzt, der sich eingehend mit der Frage die Wichtigkeit dieser Angelegenheit und entsandten Vertreter zu den Ausschußsitzungen. In seiner letzten Sitzung, an welcher auch ein Vertreter der Regierung zu Minden teilnahm, hat nunmehr der Ausschuß, nachdem zunächst die Notwendigkeit des geregelten nsse F, der Lübesübungen für die schulentie sseue Jugend grundsätzlich auerkannt wurde, folgende Thesen aufgestellt: Bei Einführung der Leibesübungen muß die asshentet vorhanden sein, einen Zwang Hielet surch... Die Fortbisdungschule diese Möglstei.=er Ainie An den Fortbildungsauristen gemacht werden. Den Schülern wenm ver.Besuch derselben erlassm werden, vollmere in einem Turnverein turnen, der Eecrrrugen Ersatz bietet. Das ZurückGereigen Laun esns. Turn. sondern sleie nicht generell geregelt werden, sendern vielot der Entschließung von Fall uas a everlassen. Es ist anzustreben, daß Schule uthr 1908 für die gesamte die Schale udann verlassende männliche Jugend innnerhalb der Provinz Westfalen, soweit jene zur Fortbildungsschule verpflichtet ist, geregelte Leibesübungen eingeführt werden. 68 Schildesche, 27. Aug.(Diebstahl.) Der Köchin Kl. von hier wurde aus ihrer unverschlossenen Kammer ein Zwanzigmarkstück entwendet. Dem Täter ist man auf der Spur. 69 Schildesche, 28. Aug.(Urlaub.) Der Herr Amtmann Beendel hat seit 26. d. Mis. einen dreiwöchentlichen Urlaub angetreten. Seine Geschäfte hat der Bei geordnete Herr Apotheker Troost übernommen. 8 Gut Sudbrack, 28. Aug(Diebstahl.) Dieser Tage wurde hier in der Klarhorstschen Ziegelei dem Ziegler P. aus Kirchheide i. L. eine Taschenuhr nebst Kette im Gesamtwerte von 40 Mark gestohlen. Von dem Täter fehlt bis jetzt jede Spar. 6 Brake 28 August.(Scharlach= Epidemie.) In hiesiger Gemeinde treten Scharlacherkrankungen immer mehr auf, sodaß jetzt verschärfte Maßregel angewendet und die gesetzlich vorgeschriebene Anzeigepflicht von Seiten der Behörde durch öffentliche Bekanntmachung in Erinnerung gebracht werden wird. An den Häusern in welchen Scharlach ausgebrochen ist, werden schwarze Plakate mit der Aufschrift„Scharlach“ angebracht und den Familien werden Anweisungen „Gemeinverständliche Belehrungen über Scharlach" zugestellt. Es ist nun Pflicht eines jeden, die Anweisungen genau zu befolgen, um ein weiteres Umsichgreifen der Krankheit zu verhindern. zu gel Grenzz in gi k, er, ohne die erlaubte leidenschaftlichen einen weichen, spielle je rige g Papfinden ihren Lauf. horu ie nicht komödie, es war ihm ehrlich murum zu tun, mit der unerträglich geer seine leat. a. Ende zu machen. Jaden m““ ergir Kurte ausspielte, gelang es Bal gagiie sie zu werden. Als der seinem Ende zuneigte, durfte er sich das Herz des jungen Mädchens dur sie u haben, und der Onkel Kardinal neste feinerseits ohne Bedenken um Nellie von Verneuils Hand für den Neffen werben. (Fortsetzung folgt.) Aus den Kreise Herfond. § Hersord, 29. Aug.(ManöverSendungen.) Damit während der bevorstehenden Herbstübungen der Truppen die Postsendungen den beteiligten O fizieren und Mannschaften pünktlich zugeführt werden können, müssen die Aufschriften deutlich und vollständig abgefaßt werden. Auch bei den Sendungen an die Offiziere usw. ist die Angabe des Regiments, des Bataillons, der Abteilung, der Kompagnie, der Eskadron und der Batterie ebenso unentbehrlich wie bei den Sendungen an die Mannschaften. Als Bestimmungsort ist für gewöhnlich nicht ein Marschquartier, sondern der Standort der Truppe anzugeben; auch empfiehlt es sich, für die Eilsendungen und die Telegramme nach Landorten das Eilbestellgeld vorauszubezahlen. # Herford, 29 Aug.(Zur Kaiserfeier in Bielefeld) fuhr heute morgen ein Extrazug, besetzt von den höheren Schulen und den Turnvereinen. Der Extrazug verläßt Bielefeld 3.07 Uhr, ist also etwa ½4 Uhr hier wieder zu erwarten. C Hersord, 29. Aug.(BrandwehrUedung.) Eine Uebung der Brandwehren der Neustädter und Altstädter Feldmark ist für Mittwoch, abends 7½ Uhr, angesetzt. Sammelplatz ist der Wilhelmplatz Die Abzeichen sind avzulegen. Versäumnis wird bestraft. Aug.(Nach dem Reichsarbeitsblatt) betrugen im Monat Juli die Einnahmen aus dem Verkauf von Versicherungsmarken innerhalb des Versicherungsbezirks Westfalen 766630 M. Den höchsten Erlös hatte die Rheinprovinz mit 1 797553,91 M., dann folgen das Königreich Sachsen mit 1518180,39 Mark, Schlefien mit 1129961,91 Mark. Den geringsten Ertrag hatte Oldenburg mit 45 660,86 Mark. r. Herford, 28. Aug.(Eine neue Polizeiverordnung), die den Verkehr auf den städtischen Friedhöfen regelt, ist erlassen und vom Herrn Regierungspräsidenten genehmigt worden. Danach sind die Friedhöfe am Tage bis abends 9 Uhr geöffnet. Zehn Minuten vor Schluß wird durch ein Glockenzeichen das Signal zum Verlassen des Friedhofs gegeben. Verboten ist das Betreten und Beschädigen der Gräber(Abpflücken von Blumen), das Mitdringen der Hunde, das Reiten und Fahren auf den Friedhofswegen. Kinder unter 10 Jahren haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt. O Herford, 29. Aug.(Jahndenk= stein und Sedanfeier.) Die Festausschüsse treffen die letzten Anordnungen und wenn nicht alles trügt, wird die Feier eine erhebende werden. Die Bürgerschaft wird es sich nicht nehmen lassen Straßen und Häuser reich zu schmücken, besonders die Feststraßen. Der Festzug wird, da die einzelnen Vereine in voller Stärke antreten, ein imposanter werden. Die Festrede wird Herr Prosesser Direktor Dr. Windel halten. Posaunenchor und Seminarchor haben ihre Mitwirkung zugesagt und proben bereits fleißig. Nach der Feier wird in geschlossenem Zuge nach dem Schützenhof marschiert, wo selbst Konzert, Kinder= und Volksbelustigungen stattfinden. Die Turnvereine werden das Fest durch turnerische Vorführungen verherrlichen. Abends findet ein Ball statt. Am Sonnabend abend findet die Gedächtnisfeier am Kriegerdenkmal statt, wo Herr Pistor Niemann die Gedächtnisrede halten wird. Bünde, 28. Aug.(Hausiererfrechheit.) Dem„B. T.“ entnehmen wir folgende Mitteilung: Kommt da gestern Vormittag ein Hausierer an meine Korridortür und klingelt. Unser Hausmädchen öffnet und fragt nach seinem Begehr. „Kausen Sie mir eine Kleinigkeit ab!“— Was und Plesiguten u verkausen?“„Taschentücher Gest saust“:„Das lut mir leid! Meine Herr. racst so etwas nicht.“„Das habe ich mir gleich gedacht. Warum sind Sie da erst so Sie Affe, Sie!" Noch einige weitere Liebens würdigkeiten murmelnd, verschwindet der saubere Patron. Sollte derselbe in diesen Tagen noch weiteren Häusern seinen Besuch abKatten, so sei darauf hingewiesen, daß der reizende Minsch nur einen Arm besitzt und etwa 20 bis 39, Jahre alt ist.— Dieses Vorkommnis beweist, Schen den Haufitrern, die schon längst zum unserer einheimischen Geschäftswelt eine die Finger sesen muß. muchr au Ans den Kreisen Minden und Lüblece. Minden, 29. Aug.(Zum Kaisermanöver.) Entgegen der Meldung des „B. L.=A.“, der Kaiser bliebe während der Manövertage auf Wilhelmshöhe, erhält das Generalkonmando soeben Nachricht vom großen Hauptquartier, daß der Kaiser doch nach Corvey bei Höxter gehe. Es ist der besondere Wunsch des Kaisers, daß das Hoflager in Westfalen aufgeschlagen wird. Minden, 29. Aug.(Das Proviant= amt in Minden) kauft Rogger, Hafer und Heu aus der neuen Ernte. Bei Roggenbezw. Haferangeboten ist die Vorlage einer Probe erforderlich Minden, 27. Aug.(Marktpreise für Seitsss#2. Der bezl Bekanntmachung im „Amtsol. üver die Marktpreise für Getreide im Regierungsbezirk Minden für den Monat Juli 1907 entnehmen wir folgende Angaben: Es betrug der Marktpreis für je 100 kg im Durchschnitt in bei Weizen(gut) 21.75 Mk.,(mittel) 20 97 Mk.,(gering) 20.35 Mk., bei Roggen 20.40 bezw. 19 95 bezw. 19.40 Mk., bei Gerste 1744 bezw. 16.65 bezw. 16.13 Mk., bei Hafer 21.80 vezw. 21.86 bezw. 21.35 bezw. 20 55 Mk.; in Lübbecke bei Weizen 23.— bezw. 21.75 bezw. 20 75 Mk, bei Roggen 20.50 bezw. 19.75 bezw. 19.25 Mk., bei Gerste 17.25 dezw. 16.25 bezw. 15.75 Mk., bei Haser 22.50 bezw. 21.— bezw. 19.75 Mk.— Unter den übrigen Marktartikeln kosteten in Minden(bezw. Lübbecke) je 100 kg(im Durchschnitt) Erbsen 31.— Mk.(35 M.), weiße Bohnen 38.— Mk.(37.50 Mi.) Linsan 60.— Mk.(60 Mk.), Kartoffeln 11.46 Mr.(8.— 2uk), Stroh 5.53 Mk.(5.50 M), Heu 5.90 Mk.(5.50 Mk.), ferner(im Durchschnitt) 1 kg Rindfleisch von der Keule 1.75 Mk.(1.60 Mk.), Bauchfleisch 1.45 Mk.(1.40 Mk.), Schweinefleisch 1.40 Mk.(1.40 Mk.), Kalbfleisch 1.70 Mk.(1.50 Mr.), Hammelfleisch 1.70 Mk.(1.50 Mk.), geräuch. 1.60 Mk.(1.80 Mk.), Eßbutter 2.42 Mk. (1.95 Mr.), Eier(60 Stück) 3 88 Mk.(3.17 Mk.), Zindstleisch, im Großhandel das kg 1.48 Mi. Kuratorium und der Leiter der Schulen hatten gegen den Besuch nichts einzuwenden. Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Stadthagen, 27. Aug.(Auffrischer Tat abgefaßt.) Dieser Tage gelang es den Jägern Krömer und Schwier, in der Nähe von Brandshof drei Wilddiebe abzu. fassen, als dieselben ein Stück Hochwild zur Strecke brachten. Einer dieser Wilddiebe wurde auf frischer Tat gefaßt und abgeführt. Die beiden Komplizen gaben Fersengeld, wurden aber balv nachher gestellt und einer dann dem Gewahrsam zugeführt, während der dritte Mann auf freiem Fuß blieb, weil er ein reumütiges und offenes Geständnis ablegte. Alle drei sind Bergleute und wohnen in Liekwegen. Düsseldorf, 28. Aug.(Automobilunglück.) Bei einer Automodilfahrt verunglückte die Gattin des Düsseldorfer Lotteriekollekteurs Cäsar. Die Frau ist tot, Sohn und Tochter schwer verletzt. Essen, 28. Aug.(Ein Mordversuch und Selbstmord) haben sich nach der Rh.=W. Ztg.“ in der vergangenen Nacht hier ereignet. In der Funkenstraße 10 wohnte der 22 Jahre alte Barbier Hempel mit einer geschiedenen Frau Dorothea Dippel zusammen. In dieser Nacht entstand zwischen beiden ein Wortwechsel, worauf Hempel mit einem Revolver auf die Dippel schoß und sie schwer verletzte. Dann richtete er die Weff: gegen sich selbst und traf sich tödlich. Die Dippel wurde ins Krankenhaus gebracht. Es besteht keine Hoffnung sie am Leben zu erhalten. Die Leiche des Hempel schaffte man ins Leichenhaus. Vermischtes. Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Wiedenbrück, 27. Aug.(Manöver.) Heute morgen in aller Frühe rückten die hier einquartiert gewesen„57er“ zur Fortsetzung des Beigademanövers in der Richtung nach Süden aus. Gestern morgen fanden zwischen hier und Stromberg lebhafte Gefechte mit den„39ern“ statt, woran sich mehrere Batterien Artillerie und 2 Schwadron Husaren beteiligten. Ein besonders glänzendes militärisches Schauspiel bot ein schneidiger Husarenangriff auf gedeckte Artillerie, der allerdings abgeschlagen wurde. Wie eine Windsbraut stürmten die Husarenschwadronen durch die Felder. Der Schiedsrichter erklärte, daß die Husarenabteilung im Ernstfalle vernichtet worden wäre. Wie wir mitgeteilt hatten, sollte abends bei Stromberg biwakiert werden. Wegen des Bindfadenregens wurden aber Notquartiere bezogen. Aus dem Rez.=Bez. Münser und Arusberg. Hagen, 27. Aug.(Zusammenstoß.) Heute vormittag 10 Uhr 10 Min. fuhr zwischen den Stationen Marienheide und Kotthausen auf der Volmetalbahn der Strecke Hagen= Gummersbach der Personenzug 9 auf den Anschlußzug 8550. Eine Dame erlitt nach der„Rh. Westf. Ztg.“ eine Armverstauchung, der Lokomotivführer des Anschlußzuges wurde leicht verletzt. Der Materialschaden ist nicht bedeutend. Die Sperrung der Strecke wurde nach einer Stunde beseitigt. Die Ursache des Unfalles ist noch nicht aufgeklärt. Gelsenkirchen, 28. Aug.(Bei einer Hochzeitsgesellschaft) in Wanne wurde nach der„Rh.=Westf. Z'g.“ durch das offene Fenster einer der Teilnehmer erschossen. Ein Bergmann wurde als der Tat verdächtig verhaftet. Gelsenkirchen, 27. August.(Mord.) Heute früh wurde im benachbarten ErleMiddelich in einem Neubau der Zeche Graf Bismarck die etwa 45 Jahre alte Frau Groth aus der Augustastraße tot aufgefunden. Die Leiche war mit einem Riemen der Hals zugeschnürt. Die Kleider waren zerrissen. Neben der Ermordeten lag eine Schachtel Streichhölzer. Verschiedene Verhaftungen sind vorgenommen. Dortmund, 26. Aug.(Abschlägiger Bescheid.) Das Gesuch einer hiesigen Dame um Erlaubnis, die Oberprima des hiesigen Realgymnasiums zu besuchen, wurde vom Oberpräsidenten abgelehnt. Das Chemnitz, 28. Aug. Bei einem Bahnübergang in Wurzen wurde ein Erntegeschirr des Gutsbesitzers Thalemann aus Dehnitz von einem Personenzuge überfahren. Thalemann silbst und ein Pferd wurden getötet, der Knecht und das andere Pferd schwir verletzt, der Erntewagen zertrümmert. Krefeld, 28. Aug. In Heerlen(Holland) verunglückte bei der Automobilfahrt der Mitinhaber der Seidenweberei Krahner und Gobbers in Krefeld. Sein neunjähriger Sohn wurde getötet und seine Frau schwer verletzt; er selbst blieb unverletzt. Hamburg, 28. Aug. Das größte Wirtschaftslokal und Bierpalast von St. Pauli wurde heute abend durch eine Gasexplosion fast vollständig demoliert. Zwei Mädchen erlitten schwere Brandwunden. 28. Aug. Die Nachzügler der Automobilfernfahrt Peking=Paris sind gestern nachmittag hier eingetroffen und nach kurzem Aufenthalte nach Aachen weitergefahren. 27. Aug. Im Gefängnis zu Wittlich (Kreis Trier) sind vierzig Gefangene am Typhus erkrankt. Sie wurden in eine andere Gesangenanstalt überführt. Der Regierungspräsident von Trier begab sich alsbald an Ort und Stelle. Mehrere auswärtige Aerzte wurden auf höhere Anweisung nach Wittlich gesandt. Zum Schutze der übrigen zahlreichen Insassen der Strafanstalt sind die weitesten Vorkehrungen getroffen worden. Bremen, 28. Aug.(Hann. C.) Die Bürgerschaft bewilligte 7964000 Mark zur Erweiterung der Hafenverkehrsanlagen zu Bremerhaven. 28. August. Auf der Staatsstraße bei Moosburg in Niederbayern rannte das Automobil des Grafen Adolf von GeldernEgmond auf ein Fuhrwerk mit Langholz. Der Chauffeur Weishaupt aus München wurde von seinem Sitz durch das dicke Glassenster in das Innere des Wagens hineingedrückt und starb an den erlittenen Schnittwunden. (Beraubung eines Eisenbahnzuges in Rußland.) Die am Freitag, 28. d. Mts. ausgeführte Beraubung eines Eisenbahnzuges bei Petersburg gehört zu den Bravourstücken der russischen Expropriatoren. Durch Spione erfuhren die Räuber, daß mit dem gegen halb zwei Uhr nachmittags von Petersburg nach Sestrorjezk abgehenden Zuge der Kassierer der Sestrorjezker Waffenfabrik Jermolajew etwa 30000 Mk. Lohngeld mitführen werde. Drei von der Räuberbande bestiegen schon in Petersburg denselben Wagen, in dem sich Jermolajew mit einem Schutzbeamten und zwei Dworniks befand. Als nun der Schaffner gleich hinter Petersburg die Billettkontrolle vornahm, sprang einer der Banditen auf, zog seinen Browningrevolver und mit den Worten:„Keinen Schritt vom Platze! Hände hoch!“ gab er das Signal zur„Expropriation“. Seine Komplieen richteten ihre Revolver auf Jermolajew und seinen Begleiter und nahmen dann auf Befehl des Hauptmanns eine Taschenvisitation vor. Während dieser „Arbeit“ stand der Hauptmann Wache, beruhigte eine Dame, die Weinkrämpfe bekam, mit den Worten:„Beruhigen Sie sich, meine Dame, es wird Ihnen kein Haar gekrümmt!“ und sagte dann kaltlächelnd zu einem Journalisten, der seine Börse in den zitternden Händen krampfhaft hielt: „Und Sie, mein Herr, können ihre Börse einstecken; Ihr Geld brauchen wir nicht!“ Als aber einer der mitreisenden Dworniks die Gelegenhoit benützte und seinen Revolver hervorzog, um einen Schuß abzugeben, da streckte ihn der Hauptmann blitzschnill nieder. Auch der auf den Schuß herbeieilende Oberst Antonow, der der Aufforderung: „Hände hoch!“ nicht Folge leisten wollte, wurde durch einen Schuß in den Unterleib unschädlich gemacht. Nachdem die beiden Räuber das Geld gu. sich gerommen hatten, zog der Hauptmann die Lremse, der Zug blieb stehen, und das Trio konnte sich unbehelligt davonmachen. (Hinausgegeben.) Ach, Männchen, ist heute wieder so starrköpfi, gewesen! Diesen entsetzlichen Starrkopf hat sie von dir!“—„„Dem muß wohl so sein— denn du hast deinen noch!““ Langenberger Pilsener, aus den feinsten Rohmaterialien, nach Pilsener Art hergestellt, an Qualität und Geschmack dem echten Pilsener gleich, empfiehlt in Flaschen und Syphons Fritz Remke jun., Biergroßhandlung.— Fernsprecher Nr 133. 4 Für die bis 16. d. Mts. fällig gewesenen, noch nicht gezahlten Staats= und Gemeindesteuern pp. ist heute das Mahnverfahren veranlaßt. Es sind deshalb von heute ab die Mahngebühren zu entrichten, gleichgiltig, ob die des Mahnzettels erfolgt ist oder nicht. Bielefeld, den 30. August 1907. Der Magistrat. escee Auf dem hiesigen Hauptbahnhofe ist am 29. d. Mts. die Frachtstück= Gut=Annahme und Ausgabe in der Zeit von 11—5 Uhr geschlossen. Königliche Eisenbahn=Verkehrs=Inspektion. Zu haben in allen Colonialwaren-, Drogen- und Seifengeschäften. Teppiche Gardinen Stoffe für Zugrouleaux sowie Blenden liefert billigst Fritz Tiekötter Neutengüter in Gewinghausen. 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