Nr. 187. in der Geschäftsstelle u. an allen Postanstalten 1,20., bei täglicher Pasegns in Bielesed 40., durch Briefträger 1,62 M. *— 31. Jahrgang Anzeigengebühr fürdie einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Erscheint wächentlich. Geschtfastelle Ritterstr. 48. Fernsprecher Nr. 16. Bieleteld Montag, 12. August 1907 'storischer Kalender. 12. August: Mit Georg l. gelangt das Haus Hannover auf den inglischen Thron, 1714.— Schlacht bei Kunersdorf, 1759.— Georg IV., König von Egland geb, 1762.— Georg Stephenson, Begründer des Eisenbahnwesens, gest. 1848.— Napoleon III. gibt den Oberbefehl an Bazaine ab, 1870.— Albert von Levetzow, Riichstagsprösident, gest. 1903. Die Reorganisation der preußischen Armee vor hundert Jahren. Nach dem Tilfiter Frieden war der preußische Staat mit seinen kaum noch 5 Millonen Einwohnern zerstückelt, zertreten und ausgesogen, die Hauptstadt und die Festungen des Landes waren in der Gewalt des Feindes, und das Bestehen des preußischen Namens war nur von der Laune eines übermütigen Siegers abhängig. Wollte Preußen die Fesseln, in die es durch Napoleon geschlagen war, brechen, so mußte in erster Linie auf dem Gediete der Armee mit Ernst an die Reformen gegangen werden. König Friedrich Wilhelm III wußte, daß Fortschritte im Frieden die Stärke im Kriege bedeutet, und erkanrte in einer gedeihlichen Reform des Heerwesens das wirksamste Mittel zur Wiederherstellung des Vater landes. Kern und Hauptstück der ganzen Friedensperiode von 1807—1812 ist die Reorganisation der preußischen Armee. Am 25. Juli 1807 setzte der König eine Militär= Reorganisationskom mission ein und ernannte Scharnhorst zu ihrem Vorsitzenden. Außer Scharnhorst gebörten zu dieser Kommission der tatkräftige, schlachtenkundige Gneisenau, der hochherzige Grolman, der ruhige und entschlossene Boyen, der wissenschaftlich tätige Clausewitz und der freiheitsdurftige, für Preußens Ehre glühende Graf Götzen. Ihnen allen schwebte das Ziel vor, die Schranken niederzureißen, welche sich im Laufe der Zeiten zwischen dem Bürger und dem Soldaten zum Nachteile des Ganzen gebildet hatten. Bereits am 31. Jsli 1807 hatte Scharn: horst dem Könige eine Denkschrift über die Verteidigungsmittel des Staates überreicht. Darin halte der geistreiche Stratege schon den Gedanken einer Landwehr ausgesprochen. Sein Streben ging auf eine allgemeine Wehrpflicht aus Jeder Bürger sellte zur Woffe greifen, um des Vaterlandes heiligste Güter, Thron und Altar, zu verteidigen; ein nationales Heer, ein allgemeiner Heerbann, wie zu den Zeiten der alten Germanen, sollten ins Leben gerufen werden. Zwar gelang es damals noch nicht, alle Befreiungen abzuschaffen, aber fortan wurde nicht mehr im Auslande geworben, die Waffenpflicht wurde wieder eine Ehreupflicht des Bürgers. So wurde wenigstens ein nationales Heer geschaffen. Ein solches konnte aber nicht mehr gut mit entehrenden Strafen, wie mit Stockhieben und Gassenlaufen, bestraft werden; diese Strafen wurden daher ab geschafft, überhaupt wurde die ganze Behandlung des Soldaten durch Umarbeitung der Kriegsartikel milder. Kriegerehre und Vaterlandsliebe sollten die Richtschnur des Soldaten, Freiheitsentziehung sollte seine Strafe sein. Doch auch den Offizierstand galt es zu heben. Die Untersuchungskommission hatte die Schuldigen aus der Armee entfernt. Der Ehre des Standes war damit genug geton, aber bald verschwanden auch die alten verbrauchten Kräfte. Von den 143 Generalen des Jahres 1806 waren im Jahre 1812 nur noch 8 im Dienste, und im Jahre 1813 hatten nur noch 2, Blücher u. Tauentzien, ein Kommando. Aber auch das Vorrecht des Adels bei der Besetzung der Osfizierssiellen hatte eine Schranke zwischen dem Volke und dem Heere ausgerichtet. Wahrlich, der preußische Adel hatte greß: Vaterlandsliebe, Tapferleit und Selbstaufopferung in allen Feldzügen in hohem Maße bewiesen und sein Blut für seine Könige verspritzt, aber man mußte dies von allen Staatsbürgern verlangen, und man fand diese Eigenschaften auch im Bürgerstande. Daher erhob die Reorganisationskommission zu ihrem Grundsatze:„Einen Anspruch auf Offizierstellen können im Frieden nur Kenntnisse und Bildung gewähren, im Kriege ausgezeichnete Tapferkeit, Tüchtigkeit und Ueberblick.“ Zur Eelangung des Offizierspatents waren zwei Prüsungen und Wahl des Offizierkorps erforderlich. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Ausbildung der Osfiziere gelegt. Für die im Jahre 1809 aufgehobene Akademie für junge Offiziere, die Militärakademie, Ingenieurund Artillerieakademie wurden im Jahre 1810 die Kriegsschulen in Königsberg, Breslau und Berlin für Portepeefähnriche, zur höheren Ausbildung für Offiziere aller Waffen die Allgemeine Kriegsschule in Berlin errichtet. Auch die Einteilung der Armee, die Bekleidung und Bewaffnung wurden zweckmäßiger gestaltet. So wurde im stillen für den Tag der Rache gerüstet. Napoleon halte dem Könige nur 42000 Mann zu halten gestattet, und seine zahlreichen Spione überwachten jeden Schritt Preußens mit Argusaugen. So blieb dern nur übrig, so viel Rekruten wie möglich auszuheben und diese leidlich ausgebildeten Leute schon nach einigen Monaten zu entlassen, um sie dann sofort durch andere zu ersetzen. Diese entlassenen Leute nannte man„Krümper“. Durch dieses Krümperverfahren überlistete man Napoleon und bildete im Laufe der Jahre etwa 150000 Mann aus, die den Stamm für die Schlachten der Befreiungskriege bildeten. Von dem kleinen preußischen Staate, der geknechtet am Boden lag, ging im Jahre 1813 die Bewegung aus und riß die Abrigen Staaten mit sich fort, so daß schließlich ganz Europa seinem Peiniger in Waffen gegenüberstand, bis der Korse überwunden war. Die Tätigkeit des Reichsversicherungsamts. Nach dem alljährlich dem Reichskanzler einzureichenden Geschäftsbericht des Reichsvursicherungsamts waren im Jahre 1906 auf dem.biete der Unfallversicherung über 20,2 Millionen Versicherte vorhanden. Die Zahl der angemeldeten Unsälle betrug nach einer vorläufigen Er mittelung 654 611, die der erstmalig entschädigten Unfälle 140270. Die gezahlten Entschädigungen beliefen sich nach einer vor läufigen Ermittelung auf 142900086 Mk. In größerem Umfange haben die Unfallverhütungsvorschriften der land= und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften auch im Berichtt jahre das Reichsversicherungsamt wieder in Anspruch genommen. Die Arbeiten sind so gefördert, deß nunmehr sämtliche dem Amte unterstellten landwirtschaftlichen Genossenschaften Unsallverhütungsvorschriften oder Entwürfe zu solchen vorgelegt haben. In der Rechtsprechung hatte sich das Reicheversicherungsamt insbesondere mit folgenden Streitfragen, Begriffen usw. zu besossen: 1. Unfall bei dem Betriebe, 2 ursächlicher Zusammenhang zwischen Schaden und Unfall, 3. Versicherungspflicht von Personen und Beirieben, 4. Umfang der Eatschädigung, 5. Bemessung des Grades der Erwerbsunfähigkeit des Verletzten, 6. Heilanstalts behandlung und deren Durchführung, 7. Veränderung der Verhältnisse in dem Zustande des Verletzten, 8. Ueberweisung ruhender Renten, 9 Verhältnis der Unfallversicherung zu Kranken=, Invaliden=, und Privatversicherung und zu dem bürgerlichen Haf pflichtrechte, 10. Auslegung wichtiger statutarischer Bestimmungen, 11. das Verfahren in Unfallversicherungssachen. Rekurse gegen Schiedsgerichtsurteile waren 26 777, von denen 7143 aus dem Vorjahre übernommen waren. Die neu eingestellten Rekurse, 19634 gegen 17422 im Vorjahre, haben wiederum und erhebliche Steigerung erfahren, und 18049 wurden davon erledigt. Auf dem Gebiete der Invaliden versicherung waren bis zum Schlusse des Jahres 1906 insgesamt 1919381 Invaliden-, Kranken= und Altersreuten anerkannt, von denen am 1. Januar 1907 roch 962277 laufend waren. Von den Arsprüchen auf Beitragserstattungen sind bis zum Schlusse des Berichtsjahres 1 842 521 anerkannt worden. An die Rentenempfänger u. s. w. wurden im Berichts jahre nach einer vorläufigen Schätzung einschließlich des Reichszuschusses etwa 166 Millionen verausgabt. Der Erlös aus den durch die Post verkauften Beitragsmarken stellt sich auf 155 861 961 Mark, während sich die gesamte Einnahme der Versicherungsträger aus Beiträgen auf etwa 169 Millionen Mark beläuft, wozu noch die Zinsen des beträchtlichen Vermögensbestandes kommen. Dieses Vermögen der Versicherungsträger betrug em Schlufse des Jahres 1906 etwa 1315 Millionen Mark. Zu gemeinnützigen Zwecken waren aus den Vermögensbeständen der Versicherungsanstalten und der zugelassenen besonderen Kasseneinrichtungen bis zum 31. Dezember 1906 leihweise hergegeben: für den Bau von Arbeiterwohnungen 172 627 651 Mark, zur Befriedigung des landwirtschaftlichen Kreditbedürfnisses 78997466 Mark, für den Bau von Krankenund Genesungshäusern u. s. w. sowie für andere Wohlfahrtseinrichtungen 245 536 516 Mark, zusammen 497161633 Mark. Für die E richtung eigener Kranken, Genesungs=, Irvalidenhäuser u. s. w. hatten die Anstalten außerdem bis zum Schluss: des Berichsjahres 41045895 Mark verausgabt. Eigene Javalidenhäuser waren am Schlusse des Berichts jahres 9 vorhanden, während 2 Gebäude für den gleichen Zweck gemietet sind. Außerdem haben verschiedene Versicherungs anstalten Rentenempfängern Aufnahme in Arstalten gewährt, die von Dritten unterhalten werden. Die Errichung eines weiteren eigenen Invalidenhauses ist in Aussicht genommen. Die rote Internationale. Das Exekutivkomitee des internationalen sozialistischen Bureaus in Brüssel hat an die Erbeiter aller Länder ein neues aufwieg. lerisches Manifest gerichtet. Es genügt, wenn wie daraus die Schlußsätze wiedergeben. Diese lauten:„Der Kawpf gegen die Autokratie wird fortgesetzt werden ohne Waffenstillstand, und Sache der Arbeiter aller Länder wird es sein, den russischen Genessen in ihrem Kawpfe zu Hülfe zu kommen. Die sozialistischen Deputierten im österreichischen Reichsrat haben bereits ihre Absicht angekändigt, die Regierung über die Folgen einer Auflösung zu interpellieren, deren Verwick lungen man schon voraussehen kann, und von denen den Interessen der fremden Nationen Gefahr droht. Die Sozialif'en Frankreichs werden nicht verfehlen, ihrer Regierung die seierlichen Verpflichtungen ins Gedächtnis zurückzurusen, die sie in Sachen der Anleihefrage übernommen hat. Die Sozialisten Großbritanniens, des Landes mit der parlamentarischen Tradition, werden am 14. Juli, dem Jahrestage des Bastillensturmes, gegen die Folgen von Staatsstreichen manifestieren, die deren Urheber nur durch Heucheleien und Lügen zu rechtfertigen versucht haben. Die Proletarier der andern Nationen werden es sich angelegen sein lassen, diese Bewegung zu unterstützen und ihren Mitgliedern ins Gedächtnis zu rusev, daß der Sozialismus der Friede ist, und daß unsere Parole jederzeit lautet: Nieder mit der Autokratie! Es lebe die russische Revolution!“ Der Umstand, daß dieser Aufruf, durch den die Solidarität des internationalen Proletariats mit der russischen Revolutionsbewegung festgestellt wird, in den Preßorganen der deutschen Sozialdemokcatie Verbreitung findet, ist ein Beweis, daß auch die Leitung der deutschen sozialdemokratischen Partei— von der übrigens Bebel und Singer dem Brüsseler internationalen Bureau angehören— von der russischen Revolution und ihren Greueln nicht zu trennen ist. Die Anwendung der Phrase:„Der Sozialismus ist der Friede!“ gerade in einem Aufrufe, der den Zweck hat, die Arbeiter für die blutigste und grausamste Revolution zu begeistern, die jemals stattgefunden hat, ist ein so ungeheuerlicher Widersinn, wie er eben nur in der phrasenhaften Sozialdemokratie vorkommen kann. Besteuerung der Lebensbedürfnisse. Es ist unbekannt, daß der bei weitem größte Teil der französischen Staatseinnahmen auf dem Wege der indirekten Steuern eingebracht wird. Dabei spielt die Versteuerung der Massenkonsumartikel die Hauptrolle. Aber trotzdem in Frankreich schon von Staats wegen eine starke Besteuerunb der Lebensbedürfnisse vorgenommen wird, erheben auch noch die Gemeinden sehr bedeutende Abgaben auf sie. Diese Abgaben beliefen sich im Jahre 1905 aus Weinen, Obstweinen, Bierev, Spirituosen, Limonaden und anderen Getränken auf rund 84,8 Millionen Franks; aus Eßwaren auf 94,3 Millionen, aus Brennmaterialien auf 46,2 Millionen, aus Viehfutter auf 17,5 Millionen, aus Baumaterialien auf 30,9 Millionen usw. Insgesamt brachten diese Abgaben den französischen Gemeinden im Jahre 1905 beinahe 280 Millionen Franks, also rund 224 Millionen Mark ein. Wenn man diese starke und doppelte Belastung des Massenkorsums in Frankreich mit dem schüchternen Ausbau des indirekten Steuersystems in Deutschland vergleicht, wo eine indirekte kommunale Besteuerung kaum besteht, so staunt man über die Kühnheit der Freihändler und Sozialdemokraten, die das deutsche Volk wegen„unerhörter Bedrückung“ durch indirekte Steuern aufhetzen. Nachrichten. Aus dem beutschen Reiche. Berlin, 11. August. Aus Wilhelmehöhe wird gemeldet: Beide Majestäten mit der Prinzessin Viktoria Luise unternahmen heute morgen einen Spazierritt. Der König von Siam besuchte gestern vormittag die Gemäldegalerie und besichtigte die Prunkräume des Stadtschlosses. Um 11¾ Uhr erschien der Kaiser in HofJagduniform mit den Herrn des Gefolges zum Besuch bei dem König und geleitete diesen dann in offenem Automobil zum Hauptbahnhof Kassel. Der König reiste um 12 Uhr nach Braunschweig ab. Prinz Adolf zu SchaumburgLippe ist zum Besuch des Kaiserpaares in Withelmshöhe eingetroffen. Fürst Bülow kommt am 13 August, am Tage vor der Ankunft des Königs von England, dort an. Prinz Joachim Albrecht, der in Südwestafrika eingetroffen war, als der totten=Aufstand schon in den letzten lag, ist auf dem Wege über DeutschOstafrika nach Europa zurückgekehrt. Er weilt gegenwärtig zu längerem Aufenthalt in Wölfelsgrund in der Grafschaft Glatz. Das ist ein vielbesuchtes Sanatorium. Den geplanten Besuch Kiautschaus hat Prinz Joachim Albrecht anscheinend aufgegeben. ihm 25jährigen Regierungsjubiläums es Fürsten geplanten Festlichkeilen sind mit Rückicht auf die schwierige partamentarische Situation auf den 20. d. Mis. Vermutlich dürften die beiden ältesten Söhne des Prinzen Albrecht unn auf ihren großen Besitzungen in der Grafschaft Glatz(Kamenz und Seitenberg) Ausenthalt nehmen. Staatssekretär Dernburg ist nach zweitäzigem Aufenthalt in Sansidar, wo er von dem Sultan empfangen wurde und an einem Bierabend beim deutschen Konsul und an einem Diner im Deutschen Klub teilnahm, nach Dar es=Salaam zurückgekehrt. — Ja plötzlicher Aenderung des Reiseprogramms reist Staatssekretär Deruburg heute nach Mombassa, von dort mit der Ugandabahn nach Port Florence und über den Viktoriasee nach Muanga. Hieran wird sich dann ein Marsch über Tabora und Molozoro nach Dar=es Salaam anschließen. Die Reise wird voraussichtlich 45 Tage dauern. Kassel, 11 August. Sestern abend 6 Uhr stürzte während eines Spazierganges der Prinzessin Viktoria Luise mit den Kindern des Herzogs von Würtemberg im Park von Wilhelmshöhe gleich hinter den Fürstenkindern ein alter Kastauienbaum mit donneraitigem Krach zusammen. Der Kaiser eilte von dem nahe gelegenen Tennisplatz sofort herbei und leitete selbst die Aufräumungsarbeiten. Braunschweig, 10. Aug. Heute nachmittag traf der König von Siam mit dem Prinzen Paribatra und Gefolge zum Besuche des Prinzregenten hier ein und wurde am Bahnhofe vom Herzog Johann Albrechi persönlich auf das Herzlichste begrüßt. Kiel, 10. Aug. Das erste und zweite Geschwader der Linienschiffe, die Aufklärungstruppen und die Torpedobootsflottille sind nach Beendigung ihrer diesjäh igen Sommerübungsreise heute mittag 2 Uhr in den Hafen eingelaufen. Cuxhaven, 9. Aug. Der Reichspostdampfer„Prinzregent“, der mit einem Truppenrücktrausport von insgesamt 11 Offizieren, 6 Portepee= Unteroffizieren, 140 Unteroffizieren und 218 Mann nach Cuxhaven unterwegs ist, sollte nach den bisherigen Bestimmungen am Sonntag, den 11. August, hier eintreffen. Der Dampfer ist jedoch, da er diesmal seinen regelmäßigen Anlaufshafen Bremerhafen hat ausfallen lassen, bereits heute vormittag hier auf der Reede angekommen, und dort vor Anker gegangen. Heute rachmittag um 2½ Uhr legte der„Prinzregent“ in dem neuen Hafen an, und er wird dort so lange mit den Truppen an Bord liegen bleiben, bis der Ablösungstransport für Südwestafrika, dessen Mannschaften gegenwärtig die Unterkunftshalle am neuen Hafen eingenommen haben, am Sonntag, den 11. August, die Ausreise mit dem Dampfer„Swakopmund“ angetreten haben wird. Dann erfolgt hier die Landung dieses Heimtransportes. Aus dem Rom, 10. August. Der Vertreter des Auswärtigen Amtes teilte dem italienischen Gesandten im Auftrage des Sultans mit, daß die marokkanische Regierung die Entschädigung für die drei in Casablanca getöteten Italiener leisten und die sonstige übliche Genugtuung geben werde. Paris, 11. Aug. Hier zeigt man sich über die Vorgänge in Marokko sehr überrascht; man hatte nicht erwartet, daß die Eingeborenen einen so hartnäckigen Widerstand leisten würden. Es ringt sich immer mehr die Ansicht durch, daß Frankreich eigentlich eine sehr undankbare Aufgabe übernommen habe. So bedauert der„Gaulois“ das Vorgehen in Marokko und sagt: Indem Frankreich eine Expedition gegen die feindlichen Stämme in Casablarca landen ließ, schuf es damit einen Präzendenzfall, den ganz Europa nunmehr nachahmen wird. Beispielsweise könnte England, unser heutiger Freund, eines schönen Tages Tanger besetzen und sich damit zum alleinigen Herrn im Mittelmeer machen. Gott beschütze uns davor, daß der englische Freundschaftstraum Delcafsés nicht bald für uns eine böse Enttäuschung wird. „Liberté“ berichtet: Der deutsche Geschäststräger in Tanger begab sich zum französtschen Geschäftsträger, um ihm im Namen seiner Regierung für die Hilfe zu danken, welche die französischen Matrosen dem deutschen Vizekonsul in Casablanca geleistet haben. Der Vizekonsul hatte sich gezwungen gesehen, das Konsulat zu verlassen und sich zu einem seiner Landsleute zu flüchten, wo er von allen Seiten von schießenden Marokkanern blockiert war. Die fcanzösischen Matrosen befreiten ihn aus dieser Lage. Die sonst nicht gerade deutschfeindliche „Liberté' fügt hinzu: Beim diplomatischen Korps und in den Kreisen der europäischen Kolonien hat dieser Schritt den besten Eindruck hervorgebracht. Madrid, 10. August. Laut amtlicher Meldung wird morgen Infanterie und Kavallerie nach Marokko abgehen, wahrscheinlich mit einem transatlantischen Dampfer. Tanger, 10. Aug. Die Spannung in Casablanca und Rabat, wo wieder Ruhe eingetreten ist, hat bedeutend nachgelassen. Insbesondere in Mazagan, wo der Gouverneur die Ordnung aufrecht erhält, hat sich die Lage sehr gebessert. Die eingeborene Bevölkerung, welche fürchtete, daß die außerhalb wohnenden Stämme in die Stadt eindringen würden, hat sich beruhigt, und sucht die Europäer sogar zu bewegen, sich nicht einzuschiffen. Der spanische Transportdampfer„Rio de la Plata“ ist gestern abend rach Cisablones abgegangen. Er hat den spanischen Kommandanten Santaolla an Bord. Tanger, 10. Aug. Das Bombardement von Casablanca hat in Fez starken Eindruck gemacht. Der Sultan hat dem französischen Konsul in Fez durch Vermittelung Ben Slimans sein schmerzliches Bedauern über den Angriff auf die neun Europäer und seine Mißbilligung über diese Schandtat ausbrücken lassen. Ben Sliman erklärte außerdem, daß der Sultau bereit sei, jedwede Genugtuung zu geben, insbesondere die Absitzung des Paschas von Casablanca und die Bestrafung der Schuldigen zu veranlassen. Tanger, 10. August. Aus Casablanca wird gemeldet: 3000 Mauren grissen General Drude vor den Toren von Casablanca an und zogen sich nach schweren, durch die Artillerie verursachten Verlusten bald wieder zurück. In Mazagan und Rabat herrscht, wie von dort berichtet wird, Ruhe, doch müsse man jederzeit mit der Möglichkeit eines Aufruhrs zechnen. Tanger, 10 Aug. Die Elkmas bieten, der„Dépéche Maroccaine“ zufolge, gegen die Bewilligung von.raflosigkeit die Freilassung Maeleans an. Tanger, 11. August. Ein Bericht aus Casablanca meldet, daß die Landungs truppen einen Vorstoß ins Innere vorbereiten. Vor drei Monaten sind keine Landarbeiter in der Stadt zu erwarten und der Handel wird gelähmt bleiben. Sofia, 11. August. Die anläßlich des versch oben worder. Die Festlichkeiten werden nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, in Türnowa, sondern in Sofia stattfinden. Chicago, 9 Aug. Die Postbeamten forderten zum Streik auf. Die Telegraphenseamten nahmen eine Resolution an, jeden Inhaber ihrer Vereinskarte zur Arbeitseinstellung aufzusordern. Die Beamten in Colorado Springs traten ebenfalls in den Ausstand. Da um 6 Uhr 500 Postbeamte in Chicago die Arbeit einstellten, so streiken itzt insgesamt 1600 Beamte. Alle Beamte, die bei den hiesigen Börsenmaklern arbeiten, werden zum Anschluß aufgefordert werden. Washington, 10. August. Einer Einladung des Präsidenten Roosevelt folgend, sind der deutsche Botschafter, Frhr. Speck v. Sternburg und Gemahlin nach Oysterbay abgereist. Sie werden drei Tage Gäste des Präsidenten auf dessen Landsitz sein. Söul, 10 Aug. Die koreanischen Truppen in Hondschu und Wondschu haben sich empört, japanische Kavallerie ist unterwegs zur Unterdrückung des Aufstandes. Ja Wondschu ist die Lage besonders ernst, da bürgerliche Elemente sich den Truppen, welche die japanischen Offiziere verjagt haben, angeschlossen haben. Die abzegangenen japanischen Truppen dürften heute abend in Wonoschu eintreffen. Lokales und 11. August. *(Der Verein deutscher Nähmaschinenhändler) hält seine diesjährige General Versammlung hier in der „Eintracht" ab. Die hiefigen Nähmaschinenfabriken und zwei Berliner Firmen haben Veranlassung genommen, zu dieser Versammlung ihre Fabrikate in den oberen Räumen der„Eintracht" auszustellen. Ja der reichhaltigen Ausstellung stehen bei den Besuchern insbesondere die Nähmaschinen, auf benen die verschiedenartizsten Stickereiarbeiten hergestellt werden, im Vordergrunde des Jateresses. Die Verhandlungen, die gestern vormittag 10 Uhr begannen, bestanden größtenteils in den üblichen geschäftlichen Berichten, Wahlen und Erledigung anderer Vereinsangelegenheiten. Für heute vormittag führt die Tagesordnung Vorträge, Anträge von Mitgliedern usw. auf. Am Nachmittage werden hiefige Nähmaschinenfabriken besichtigt. Heute abend wird ein Kommers auf der„Berglust“, den die hiesigen Nähmaschinenfadrikanten den Teilnehmern bieten, die Vereinslagung beschließen. e(Beleuchtung der Sparenburg.) Anläßlich des Verbandstages der Nähmaschinenhändler wird heute, Montag abend eine Beleuchtung der Sparenburg an der nördlichen Seite(nach der Berglust zu, wo das Fest der Nähmaschinenhändler stattfindet) erfolgen. **(Der Streik bei Göricke.) Der Arbeitgeber=Verband der Metallindustriellen (Sitz Bielefeld) teilt uns mit, daß die Differenzen bei der Firma August Göricke, die zum Streik der Stanzabteilung geführt hatten, durch Verhandlung des Vorsitzenden des Gewerbegerichts, Herrn Landgerichtsdirektor Geh. Justizrat Löher, am 8. Aug. 1907 unter folgenden Bebingungen beigelegt worden sind: 1. Dem Arbeiter Rüter wird die Geldstrafe von 1 Mk. erlassen. 2. Der Arbeiter Piel bleibt entlassen, jedoch wird Die Erbin. Roman von J. d' Anin. Berechtigte Uebersetzung von Adele Achard. 27](Nachdruck verboten.] „Verblüffend wahr! Ganz verblüffend, erwiderte der Musiker mit beißendem Spott. „Du bist das personifizierte Urteil selbst, was sagt ihr Anderen hierzu?“ Ein halb verächtliches, halb bewunderndes Gemurmel war die einzige Antwort. „Einerlei“, nahm der Maler noch einmal das Gespräch auf,„wenn ich schon berühmt wäre, nähme ich mir die Kleine zur Frau, sie ist allerliebst“... Hierauf entfernte sich die Gruppe. Die Horcherinnen sahen einander zuerst lächelnd an, dann sagte Nellie ernst: „Woher kommt es nur, daß die Menschen uns beständig verwechseln und sich über unsere Lage täuschen? Tante Angelika muß die Angelegenheit unbedingt ins klare bringen, das erfordert denn doch die Ehrlichkeit.“ „Liebste Nellie“, bat Nell, tne mir den einzigen Gefallen und sags der Tante nichts ##erson. Es ist mir lieber man hält mich arm Diese Unterhaltung, die wir ohne ### Wissen und Wollen mit auhören —ven eitt wir anf eine auslende, beängstigende Frage, die sehnsüchtig gewünschte Antwort. Ich beschwöre dich, Nellie, hüte mir zu Liebe das Geheimnis.“ „Aber Nell“, protestierte Nellie,„es ist doch ganz und gar unehrlich, wir täuschen einfach die Leute und wer kann wissen wohin das führt!“ „Nein, nein“, beharrte Nell,„wir täuschen keinen Menschen. Wenn wir nun dies Ge spräch nicht gehört hätten? Ich bitte dich, Nellie, mein Lebensglück hängt von dem Geheimnis ab, schlage mir diese Bitte nicht ab, es ist der größte Dienst, den du mir im Leben erweisen kannst!“ „Muß ich denn nicht!“ erwiderte Nellie, „du bist eben immer die Hellsehende. Ich dagegen muß mich meist führen lassen. Also es bleibt dabei, gesagt wird nichts.“ Gleich darauf kehrten beide in die Villa zuröck. Nellie fühlte sich im Grunde der Seele nicht wenig geschmeichelt über das Lob, das ihrer eigenen Schönheit und den Vorzügen ihrer Kufine aus dem Munde dieses Künstler=Areopags zuteil geworden war. IX. Angelotti war unzufrieden. Die Angelegenheiten des Prinzen schienen nicht vorwärts zu kommen. Sie schleppten sich von einem Tage zum andern hin und der arme Angelotti begann in berechtigte Unruhe zu geraten, umsomehr da der Prinz für ihn, wenigstens in der letzten Zeit, unsichtbar geworden war. Trotz all seiner sonstigen Geschicklichkeit und Schlauheit, war es ihm bis jetzt nicht gelungen, ihn zu fassen um eine endgültige Erklärung herbeizuführen. Zu so früher Morgenstunde er auch im Palast vorsprechen mochte, Don Cäsar war regelwäßig bereits ausgegangen und auch im Laufe des Tages hatte Angelo sich vergeblich bemüht, ihn da oder dort anzutreffen. Von seiner geheimen Polizei von allem in Kenntnis gesetzt, wußte Angelotti, daß der Prinz die Damen Verneuil in den letzten Tagen durch die Galerien des Vatikans geführt hatte. Er hatte außerdem in Erfahrung gebracht, daß Don Cäsar von einem Freunde ein Volldlut geliehen, mit dem er regelmäßig die Spazierfahrten der Damen begleitete. Und manches andere war ihm noch zu Ohren gekommen. Seitdem die warme Märzsonne vom blauen Himmel schien, hatte die Baronin ihre Empfangsstunden verlegt. Ihre Salons öffneten sich von jetzt ab den Besuchern um zwei Uhr. Auf dem Rasen des kleinen Parkes war ein großes Zelt ihm nachgegeben, daß er sich nach Ablau von 3 Wochen seit heute zur Wiedereinstellung bei der Firma August Göricke melden kann, die Firma wird wohlwollend dessen Meldung beachten, es bleibt ihr bis dahin die Entschließung vorbehalten, ob sie ihn annehmen will. 3. Die Arbeit wird morgen, spätesteus übermoegen, wieder aufgenommen. 4. Maßregeln fiuden beiderseits nicht statt. Es ist bemerkenswert, daß von der Firma August Görick; die gleichen Bedingungen, die nunmehr angenommen worden sind, schon am Tage nach Ausbruch des Streiks den Arbeitern gemacht wurden. Die Arbeiter lehnten jedoch damals die Annahme derselben ab. Bei einsichtsvollerer Haltung der Arbeiter hätte der Lohnausfall, den nun die Familien der betr. Arbeiter zu erleiden haben, vermieden werden können. X(Grundstückskauf.) Die Firma S. Dreyer senior, Speditionsgeschäft, hier, hat durch Vermittlung des Bielefelder Immobilien= u. Hypotheken=Bureaus Knehans & Schmeltzer einen Teil des an der Bahnhofstraße gelegenen, dem Barmer BankVerein Hinsberg, Fischer& Co., Bielefeld, gehörenden früheren Postgebäudes käuflich erworben. m(Wildentenzeit.) Im RegierungsBezirk Minden endigt in diesem Jahre die Schonzeit für Rebhühner, Wachteln und schottische Moorhühner am 1. September. Für das Birk, Hasel= und Fasanenwild (Hähne und Hennen) bleibt in diesem Jahre als Endpunkt der Schonzeit der gesetzliche Termin(15. Sept.) bestehen. Anschließend hieran wird gleichzeitig auf die Bestimmungen des Gesetzes betr. den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr im Kriege vom 28. Mai 1894 aufmerksam gemacht. m.(Gefunden) 1 rotbraunes Portemonnate mit Inhalt, 1 Herrenhut, 1 Kohlenschaufel. m.(Verloren) 1 Herrenregenschirm, 1 goldener Kneifer, 1 goldene Brosche, 1 Paket mit fatbigem Seidenstoff. m.(Fahrraddiebstahl.) In der Nacht zum 11. d. Mis wurde einem Radfahrer aus Gr. Dornberg ein vor der Wirtschaft Kracht am Bürgerweg aufgestelltes Fahrrad Marke„Planet“ entwendet. m.(Eingeliefert) in das Polizeigefängnis wurden 3 Personen wegen Obdachlosigkeit, 2 wegen Trunkenheit und 3 wegen Bettelns. Aus den Kreise X Hersord, 12. August.(Auf den Turnunterricht) legt der neue preußische Kultusminister hohen Wert. Das geht aus einer Verfügung des Ministers hervor, nach welcher alle mit der Erteilung des Turnunterrichts betrauten Lehrer für diese Disziplin besonders vorgebildet sein sollen. Herford, 10. Aug.(Ausflug des Obst= und Gartenbauvereins.) Zu der gestern stattgefundenen Besichtigung der Gärten und gärtnerischen Anlagen des Herrn G. Uekermann hatten sich reichlich 40 Damen und Herren eingefunden. O Herford, 12. Aug.(Was Kriege kosten.) Eine bemerkenswerte Statistik über die Verluste, die England in den letzten hundert Jahren durch Kriege erlitten hat, veröffentlicht C. de Thierry. Hiernach hat England im letzten Jahrhundert für Kriege die ungeheure Summe von 25257274220 Mark ausgegeben und einen Verlust von über 700000 Menschenleben zu beklazen. Eine Zusammenstellung der einzelnen Kriege ergibt folgende Liste: die napoleonischen kokett und geschmackooll aufgerichtet worden. Auf dem weiten Platz davor war das Tennis in floltem Gange und Prinz Moutecorvello wurde in dem auserlesenen Kreise mit stets gleichem, höflichem Entgegenkommen begrüßt. Demzufolge hatte Angelotti allen Grund dem Prinzen zu zürnen, daß seine Herzensangelegenheiten keine rascheren Fortschritte aufwiesen, konnte er sich doch unmöglich mehr der Ausrede, welche von beiden die richtige sei, bedienen. Seit vierzehn Tagen bestand über diesen Punkt nirgend mehr ein Zweifel. Fräulein Nellie von Verneuil war die Erbin mehrerer aus Amerika stammender Millionen. Worauf wartete er, Don Cäsar, also noch? Bildete er sich etwa ein, daß er, Angelottti, bis aus Ende seiner Tage, Intendant der Montec###ellos zu bleiben beabsichtigte, um sonder Murcen und Klage dem Luxus dieser heruntergekom nenen Nachkommen Vorschub zu leisten? Mit diesen wenig angenehmen Gedani. beschäftigt, betrat Angelotki gegen 4 u nachmittags seine, in dem alten, düstren Hause, eines Vicolo anweit des Borgo Becchio gelegene Bank. (Fortsetzung folgt.) er sich nach Ablau zute zur Wiedereinlugust Göricke melden wohlwollend dessen bleibt ihr bis kahin ehalten, ob sie ihn Arbeit wird morgen, vieder aufgenommen. eiderseits nicht statt. daß von der Firma eichen Bedingungen, in worden sind, schon ch des Streiks den den. Die Arbeiter e Annahme derselben erer Haltung der ausfall, den nun die rbeiter zu erleiden a können. auf.) Die Firma ditionsgeschäft, hier, g des Bielefelder en=Bureaus Knehans Teil des an der dem Barmer Bankr& Co., Bielefeld, sostgebäudes käuflich .) Im Regierungs= in diesem Jahre die ter, Wachteln und am 1. September. und Fasanenwild eibt in diesem Jahre mnzeit der gesetzliche stehen. Anschließend auf die Bestimmungen schutz der Brieftauben kehr im Kriege vom sam gemacht. rotbraunes PorteHerrenhut, 1 KohlenHerrenregenschirm, 1 jene Brosche, 1 Paket ff. lahl.) In der Nacht rde einem Radfahrer n vor der Wirtschaft aufgestelltes Fahrrad ndet. t) i n d a s P o l i z e i rsonen wegen Obdachkenheit und 3 wegen ise August.(Auf den gt der neue preußische Bert. Das geht aus kinisters hervor, nach Erteilung des Turnehrer für diese Disildet sein sollen. 1g.(Ausflug des bauvereins.) Zu nen Besichtigung der n Anlagen des Herrn ch reichlich 40 Damen n. lug.(Was Kriege erkenswerte Statistik England in den letzten Kriege erlitten hat, sierry. Hiernach hat hrhundert für Kriege von 25257274220 einen Verlust von enleben zu beklazen. der einzelnen Kriege ; d i e n a p o l e o n i s c h e n S aufgerichtet worden. atz davor war das ge und Prinz Mouteauserlesenen Kreise schem Entgegenkommen ngelotti allen Grund n, daß seine Herzensrascheren Fortschritte sich doch unmöglich selche von beiden die Seit vierzehn Tagen inkt nirgend mehr ein llie von Verneuil war us Amerika stammenauf wartete er, Don ldete er sich etwa ein, sis aus Ende seiner Montec#ellos zu u sonder Murren und r heruntergekom nenen zu leisten? ungenehmen Gedank.“ gelottt gegen 4 u. dem alten, düstren anweit des Borgo (Fortsetzung folgt.) Kriege der Johre 1793—1815 kosteten 16 Milliarden, der Krimkrieg(1854—1856) erforderte 2 Milliarden, der zweite afghanische Feldzug der Jahre 1878—1880 kostete„nur" 360 Millionen, während der südafrikanische Krieg in den Jahren 1899—1902 die Summe von 5 Milliarden Mark verschlang. Die Menschenverluste sind verschwindend gegen die Verluste, die England durch die Auswanderung erlitten hat. Man nimmt an, daß seit dem Jahre 1820 mehr wie 8 Millionen Eigländer nach den Vereinigten Staaten überzesiedelt siad. Im Jahre 1900 lebten dortselbst etwa.800000 englische Untertagen, d. h. mehr Engländer wie die ganze weiße Bevölkerung Australiens, Südafrikas und der Dominion ausmacht. Diese Auswanderung hat das Land schätzungsweise 26¼ Milliarden Mark gekostet, d. h. bedeutend mehr wie die gesamten Kriege eines Jahrhunderts. 9 Spenge, 11. August.(Maß= und Gewichtsrevision.) In der Zeit vom 27. August bis zum 5. September er. findet in den Gemeinden hiesigen Amtes eine tech nische Revision der Maße und Gewichte statt. 9 Spenge, 11. August.(Die Räumung des Warmenauflusses) findet am 22. und 23. August d. Is. statt. Die Schau findet am 27. und 28. August statt. A Spenge, 11. August.(Der diesjährige Kram= und Viehmarkt) findet am Dienstag, den 28. August, auf dem Griesenbruch statt. Ans den Kreisen Minden und Bübbecke. Minden, 9. Aug.(Von dem Umsange der Bienenzucht in Minden) und Umgegend gibt die Benutzung des seitens der Kreisbahn von hier nach Uchte abgelassenen Bienenzuges Kenntnis. Der Zug enthält 18 mit Bienenkörben vollbesetzte Güterwagen, in dem noch außerdem 79 Pirsonen für das Aussetzen der Bienenkörbe in der Heide bei Uchte mitfuhren. Minden, 10. Aug.(Militärisches.) Die beiden Abteilungen des Mindenschen Feldartillerie=Regiments Nr. 58 rücken heute aus und zwar: Die I. Abteilung über Löhne, Helle, Sassenberg (Kreis Warendorf), Telgte, Appelhülsen und erreicht am 17. August Billerbeck; die II. Abteilung über Lübbecke, Oldendorf (Kreis Melle), Iburg, Lienen, Greven, Tenning(Kreis Coesfeld) und erreicht am 17. August Billerbeck. Der Regimentsstad geht am 17. August nach Billerbick. Vem 17.—23. August einschließlich liegen beide Abteilungen in und um Billerbeck zum Brigade= Exerzieren. Minden, 10. Aug.(In den Arm gebissen) wurde heute nacht der Witt Brandt(Zum Stift) von dem Scheerenschleifer Müller jun. hier. Müller kam ins Lokal und wurde lästig. Von Brandt aufgesorbert, das Lokal zu verlassen, geriet er so in Wut, daß er sich auf den Wirt stürzte und ihn in den Arm diß. Nur mit Muge konnte er von seinem Opfer gerissen werden. Minden, 9. Aug.(Diebstähle.) Aus einem Hause in der Videbullenstraße wurden in der Nacht zum 5 d. Mis. mittelst Einsteigens gestohlen: 1 weiße baumwollene Beitdecke, 1 Bettdeckenhalter mit rot grünblau weißer Stickerei, 1 schwarzer Spozierstock mit weißem Metallbeschlag am Griff und 1 Stück Waschseife.— Gestern wurde ein Dienstmädchen festgerkommen, das seiner in der Bachstraß: hier wohnenden Herrschaft Wertsachen, Wäschestücke, Stickereien und Spitzen im Werte von etwa 90 Mark entwendet hatte. Minden, 12. August.(Ueber die Wasserbauten der Weser) wird mit geteilt, daß sich die Entwürfe für die Wehrund Schleusenanlagen bei Dörverden der Vollendung nähern. Mit der Ausführung der Beamtenwohngebände wird vielleicht noch im Laufe dieses Jahres begonnen werden können. Auch an den Talsperren im oberen Wesergebiet (Eder und Diemel) werden Vermessungen vorgenommen, sodaß die Arbeitsbahn zur edertalsperre bei Hernfurt sowie einige Wohn= und Bureaugebäude voraussichtlich innethalb Jahresfrist fertig sein werden. Lahde, 9. Aug.(Pferdediebstahl.) Dem Kolon Behring in Frille ist ein Pferd im Werte von 1000 Mk. gef'ohlen. Ans dem Kreise Hale. Versmold, 12 Aug.(Schöffenliste.) Die Urlisten der in den Gemeinden des hiefigen Amtes wohnhaften Personen, welche zu dem Amte eines Schöffen oder Geschworenen berusen werden können, liegen eine Woche lang, und zwar vom 12. bis einschließlich 18. d.., in den Wohnungen der betreffenden Herren Gemeinde Vorsteher, resp. für Virsmold auf dem Amtsbureau, zur Einsicht der Beteiligten offen. Versmold, 12. Auzust(Jahresrechnungen.) Die Jahresrechnungen der sämtlichen Gemeigdekassen des diesseitigen Amisbezirkes, sowie der Amtskasse Versmold pro 1606 liegen vom 12. d. M. ab 14 Tage lang in den Wohnungen der betreffenden Herren Gemeinde Vorsteher, resp. für Versmold auf dem Amtsbureau, zur Einsicht dir Gemeindemitglieder offen. Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Gütersloh, 10. Aug.(Hohes Alter.) Morgen Sonntag barf Herr Lehrer emerit. Vethake hier seinen 80. Geburtstag feiern. Zeigt sich bei ihm auch schon die Last des hohen Alters, so läßt dies doch die Hoffnung zu, daß dem verehrten Greise vergönnt sei, noch manches Jahr im Kreise seiner Lieben zu verbrivgen. Gütersloh, 10. Aug.(Diebstahl.) Einer Näherin aus Nordhorn, die in einem Hause an der Ringstraße beschäftigt war, wurde, während sie auf kurze Zeit das Zimmer verlassen hatte, ein offen daliegendes Portcmonnaie mit 50 Mark Jnhalt gestohlen. Zvar hatte man auf eine bestimmte Person Verdacht, doch ergaben die polizeichen Ermittelungen keine Bestätigung des Verdachts. Gütersloh, den 10. August(Einquartierung.) Stadt Gütersloh erhält in diesem Monat Einquartierung und zwar am 12. August ein Kommando vom HusarenRegiment Nr. 8, am 24. und 25. August einen Abteilungsstab und eine Batterie des Feld=Artillerie=Regiments Nr. 43. Aus dem Reg.=Bez. Rünser und Arusberg. Dortmund, 10. Aug.(Ueberfall.) Gestern abend wurden zwei Kriminalbeamte in der Wiesenstraße überfallen und mißhandelt. Die Angreifer wurden von zwei hinzugekommenen Polizeibeamten überwältigt und festgenommen. Soest, 9. August.(Geschenke.) Von einem hiesigen Kaufmann wurde zu dem Freibettensonds des neuen Stadtkrankenhauses ein Kapital von 20000 Mark geschenkt. Eine ungenannte Dame stiftete für die Kapelle des Krankenhauses zwei bunte, künstlerisch hergestellte Chorfenster. Hamm, 9. Aug.(Einen der größten Wasserfaßbehälter Deutschlands) erbaut gegenwärtig die Stadt Hamm. Er wird eine Höhe von ca. 30 Metern er reichen. Der 12 Meter hohe steinerne Unterbau hat einen Durchmesser von 17, der eiserne Hochbehälter selbst einen Durchmesser von 18 Metern. Er faßt 2000 Kubilmeter. Die Stadt Hamm bekommt ihr Wasser von dem nahezu 40 Kilometer entfernten Wasserwerke in Wickede a d. R Trotz dieses langen, durch viele Tiefen und Höhen unterbrochenen Weges hat das Wasser bei seiner Ankunft am Hochbehälter noch einen Druck von 8½ Atmosphären. Die Wassermenge, die durch das 450 Millimeter Hauptrohr pco Minute bezogen werden kann, beläuft sich auf cs. 40 Kuhikmeter. Warburg, 8. Aug. Generalleutrant von Z vehl, Generalleutnaut von Frankenhain und Major von Holtzing=Beistett, sämtlich aus Münster i. W, weilten hute in unserer Stadt, um von hier aus per Aulomobil das Gelände für das bevorstehende Kaisermanöver zu besichtigen. Besondere Aufmerksamkeit schenkte man dem Desenberg und dessen nächster Umgebung. Wie wir bereits mitteilten erhält Warburg für den., 8. und 9. September 4000 Mann Eirquarlierung, darunter den Kommandeur von'ssing mit dem ganzen Stabe und den Konmandzur der 13. Division mit dem ganzen Stabe. Ferner das ganze Regiment 15(Minden) und das ganze Artillerie=Regiment Nr. 22(Münster), sowie 2 Bataillone Train=Abteilung(Münster). Von der Luftsch ffer Abtellung kommen 160 Mann nach Wittesingen ins Quartier. Kassel, 10. Aug. Branddirektor Bliesener von der hiesigen Berufsfeuerwehr wurde auf einer Dienstfahrt nach Wilhelmshöhe infolge Durchgehens der Pferde aus dem Wagen geschleudert und schwer verletzt. Emden, 10. August. Infolge Sturmes stürzte zum zweiten Male in diesem Jahre der neuer baute Trockenschuppen der Weitzschen Ziegelei in Wolthusen mit 103000 Steinen ein. Weitere Gebäude sind gefährdet. Der Ziegeleibetrieb wurde sistiert. Hannover, 12. August. Zum Kaisermanöver. Der dem zehnten Armeekorps zugeteilten Kavalleriedivision B, die der Inspekteur der zweiten Kavallerie Inspektion in Stettin, Generalleutnant von Tresckow, führt, sind als Generalstabsoffiziere Major von Cramon(früher im Ozneralstabe der 19. Division hierselbst) und Hauptmann von Klüver, beide vom Großen Generalstabe, zugeteilt. Zum Ordonnanzoffizier der Division ist der Reitlehter beim Militärreitinstitut Grof v. Königsmark ernannt. Als Adjutant der: Division sungiert der derzeitige Adjutant der Inspektion. Ferner ist der Kommandeur der 20. Kavalleriebrigade hierselbst, Generalmojor von Unger, als Zuschauer zu der Division kommandiert. Göttingen, 9. August.(Ein drolliger Vorgang) spielte sich dem„Tagebla't“ zufolge auf einem Bauernhose im Gartetale ab. Ein Pole von einem benachbarten Gute hatte sich einige Schweine angesehen und den Kauf von der Zustimmung seiner Frau abhängig gemacht. Nachdem die Frau die Borstentiere besichtigt und Gefallen an ihnen gefunden hatte, war ihr die Bezeichnung des männlichen Schweins aus dem Gedächtnis entfallen, worüber sie nun in arge Verlegenheit geriet. Endlich, nach längerem Befinnen, wandte sie sich mit folgenden Worten an den Verkäufer:„Geben Sie mir aber nicht son Schwein wie ich, sondern wie mein Mann,“ jetzt wußte der Landwirt genau Bescheid und übergab der Polin ein Schwein männlichen Geschlechts. Karlsruhe 10. Aug. Ueber den Anblick, den das Herz der ermordeten Frau Molitor gewährt, wird folgendes gemeldet: Der schwarz= wollene Mantel der Ermordeten ist hinten kreisrund durchlöchert, ebenso das wollere Hauskleid, die Untertaille und das Hemd. Alle Kleidungsstücke zeigen an den Einschußstellen Verkohlung des Gewebes. Die Einschußstelle ist bisher noch nicht genügend gewürdigt worden. Es steht fest, daß der Lauf des Revolvers höchstens 8 Zentimiter vom Körper beim Abgiben des verhängnisvollen Schusses gehalten wurde. Der Mörder muß so nahe bei den Damen gestanden haben, daß ihn die Kleider berührt haben. Ist dies aber der Fall, dann ist es unverständlich, warum die Olga Molitor nicht den Täter bemerkt hat. Die Ausschußöffnung liegt erheblich weiter rechts und hat den Mantel, der von jener Stelle überschlagen war, zweimal durchlöchert. Bemerkenswert ist, daß die Einschußstelle sechs Zentimeter tiefer liegt als die Ausschußstelle, so daß der Schußkanal von links unten nach rechts oben verläuft. Diesem Verlauf entsprechen auch die Verletzungen des Herzens. Nach genauer Besichtigung muß man zu dem Schluß kommen, daß der tötliche Schuß aus unmittelbarer Nähe von einer auf der linken Seite der Frau Molitor befindlichen Person abge geben wurde und zwar von unten nach oben. Dazu hätte der Mörder zumal die Damen einen abschüssigen Weg gingen, sich direkt in die Knie gebeugt haben und, wie gesagt, bis zur Berührung hinter die Olga getreten sein müssen. Gegenüber den neu zu Tage tretenden Momenten hält die Staats anwaltschaft an ihrer Auffassung von der Schuld Haus fest, Staats anwaltschafsrat Dr. Bleicher führte einem Journalisten gegenüber aus: Falls es zu einer zweiten Verhandlung kommen sollte, was er für ausgeschlossen halte, wolle er noch drückenderes Belastungsmaterial zu Tage förderr. Namentlich soll ein von seiner Gattin geführtes Tagebuch äußerst Belastendes enthalten. Auch durch das Zeugnis des Geschäftspartners Haus Washington, dem Hau große Summen schuldete, hofft der Staatsanwalt beweisen zu können, daß Hau das Messer an der Kehle saß und er jeder Verzweiflungstat fähig gewesen sei, um sich Geld zu verschaffen. Karlsruhe, 11. August. Die Aussagen v. Linden aus bei der Konfrontation mit der Freifrau von Reitzenstein waren nicht mehr so bestimmt wie an den vorhergehenden Tagen, namentlich haperte es an der Festsetzung der Strecken und Zeiten. Lindenau ist vorläufig im Amtsgerichtsgefängnis zu Baden=Baden gelassen worden. Staatsanwalt Dr. Bleicher erklärte in Bezug auf die stattgehabte Konfrontation Lindenaus mit der Baronin v. Reitzenstein: Freiherr von Lindenau gibt zu, daß seine Behauptung, er habe gesehen, wie Olga Molitor den Schuß auf ihre Mutter abgegeben habe, unrichtig sei. Nich der Aus. sage der Baronin und ihres Dienstmädchens ist Lindenau nicht der Mann mit dem grauen Barte. Frhr. v Lindenau selbst ist, wie er sich ausdrückt, zu der moralischen Ueberzeugung gelangt, daß Hau den Schuß abgegeben hat. Lindenau soll in den nächsten Tager mit weiteren Zeugen konfrontiert werden. Nach der Ansicht des Staatsanwalts und des Verteidigers den Freiherrn von Lindenau, Dr. Goenner, dürfte der Zeuge Lindenau wohl aus dem Revisionsverfahren ausscheiden. Hamburg, 9. Aug. Ein amüsantes Reiseerlebnis hat dieser Toge der König von Sachsen erlebt. Als er bei einem Ausflug von Norderney nach Borkum das Schiff verlassen hatte, um den für ihn eingeschobenen Salonwagen zu besteigen, wurde er von dem Schaffner zurückgewiesen. Dem Beamten impornierte der einfache graue Anzug des Monarchen und die niedrige blaue Mütze entschieden nicht, denn er rief:„Weiter gehen, weiter gehen, dies ist für den König von Sachsen.“ Inzwischen gestikulierten die zum Empfang erschienen Herren und winkten energisch mit den Zylindern, sodaß dem Schaffner plötzlich klar wurde, daß die Könige nicht mit der Krone auf dim Haupte reisen. San Sebastian, 11. Aug. Zu dem Zusammenenstoß des Südexpreß mit einem Güterzuge wird noch berichtet, deß kein einziger Pissagier zu Schaden gekommmn ist. Die Zahl der verletzten Zugbeamten beträgt fünf, von denen einer kaum mit dem Leben davon kommen dürfte. Die Trummer des Zuges brannten noch in der Nacht zum Sonntag und man befürchtet infolge der dabei entwickelten enormen Hitze einen Ein sturz des Tunnels. (Sin Denker.)„Wieviel kostet bas Billet von Buenos Aires nach Rosario?“ —„Zoöf Pesos.“—„Und von Rosario nach Bueros Aires?“—„Aber, Mensch, doch selbstverständlich auch zwölf P. Das bleibt sich doch garz gleich.“—„Das ist durchaus nicht selbsverständlich. Zum Beispsel von Sonntag bis Sonnabend sind sechs Tage und von Sornabend bis Sonntag nur einer.“ (Zu liebenswürdig!) Ein vielbeschäftigter Arzt wird, wie man der„Tägl. Rosch.“ schreibt, eines nachts zu einem Patienten gerufen. Er beeilt sich, den anscheinend Schwerkranken ja rechtzeitig zu erreichen, kann dann aber bei dem Patienten nichts anderes als eine leichte Magenverstimmung fststellen. Ginigermaßen enpört, fragt er den Patienten, werhalb er ihn nachts ruse, wenn es sich um solche Kleinigkelt handle.„Ich dachte," lautete die seelenruhige Antwort,„Herr Doktor hätten den ganzen Taz über so sehr viel zu tun, und da wollte ich Sie nicht ftören.“ D. P. Kaiser, Pfarrer in Leipig: Die Bergpredigt des Herrn. Ausgelegt in Predigten. II. Gebote. 2. Auflage. Leipzig 1907. A. Deichert..50, geb. 220 Mk. Diese 9 Predigten sind sorgfältigster Beachtung wert. Unser zuchtloses Geschlecht hat es so nötig, immer wieder vor die Gebote des lebendigen Gotttes, wie sie uns Jesus in der Bergpredigt ausgelegt hat, sich stellen zu lassen. Der bekannte Leipziger Pfarrer behandelt sie mit ganzem Eenste aber gleichzeitig echt evangelischer Weite. Die Einleitungen sind klar, die Sprache ist künstlerisch schön, jedoch nie gekünstelt. J. Oeffentlicher Dienststelle: Meteorologisches Observato riun Aachen. Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 12. Auz. bis zum Abend des 13. Aug. Morgen trocken bei wechselnder Bewölkung, mäßige Westwinde, am Tage etwas wärmer. der Witterung. Bielefelt, 12. August 1907. Mitgeteilt von Fr. Bödelmaur Wn.##### Niedrigßter Thermomsterstank i. d. Nacht+13•6 Thermometerstand um 10 Uhr vorm. 16 k6 Barometer 75,6 632. Wind: West. Himmel: heiter. Baden=Baden, 12. August. Freiherr von Lindenau mußte zugeben, daß der Beief von der Dame mit dem weißen Shawl nicht von'ga Molitor geschrieben sein könne, als ihm die äußerst charakteristische Haudschrift Olga Molitors vorgelegt wurde. Die Nachsorschungen der Staats anwaltschaft richten sichitzt auch euf den Oesterreicher, den Freifrau v Reitzenstein gesehen hatte. Gegenüber den Anschuldigungen, die in den letzten Tagen gegen O. Meluor erhoben wo den sind, erklärte der Rechtsbeistand der Familie Molitor, Rechtsanwalt Schafer in Baden=Baden: Fräulein Molitor hat mie mitgeteilt, den Täter, der den Schuß auf ihre Mutter abgab, gesehen zu haden. Unter Berücksichtigung der Verhältnisse ist sie der Ueberzeugung, daß Hau der Täter gewesen ist. Sie hat in der Gerichtsverhandlung keine Veranlossung gehabt, diese für andere unerhebliche Meinung vorzutragen, besonders, nachdem sie vom Vorsitzenden nach einer Meinung über den Täter nicht befragt worden war. Hau nahm mit Genug'uung das.ständnis Lindenaus entgegen, wonach dieser jitzt die moralische Ueber zeugung hat, daß Olga Molitor nicht zeschessin haben kann. Für die Verteidigung des Hau in der Hauptvmhandlung hat=. Dietz ein Honorar von 10000 Mk. erhalten, das von den Verwandten aufgebracht wurde, da Hau über keine Geldmittel mehr verfügt. Entgegen der Behauptung Hau's, er sei am Nachmit ag des 6. November mit seiner Schwägerin Olga nicht zusammen gewesen, steht jetzt fest, daß Hin bereits um 2 Uhr nachmittags auf dem Bahnhof in Baden=Baden eingetreffen und daß auch Olga Molitor schon um 3 Uhr die Villa verlassen hat. Sie begab sich erst um 4 Uhr nach der Villa Engelhorn, von wo au: sie von ihrer Mutter zu jenem verlängatsvollen Garg zum Postamt abgeholt wurde. Was Olza Molitoe in der.it von 2 bis 4 Uhr####tan hat, ist nicht ermittelt worden. Heute wird Dr. Dies eine neue Besiat gung dis Tato#tes mn Herrn von Lindenau vornehmen. London, 12. Aug. Depeschen aus Tanger besagen, daß die frauzösischen Truppen noch am Sonnabend abend mit Unterstützung von Geschützfeuer der im Hafen liegenden Kreuzer gegen die plündernden Stammesleute in der nächsten Umgebung von Casablanca kämpften. Bei der Plünderung der Stadt sollen eine große Anzahl von Judenmädchen, deren mannliche Angehörige in großen Massen niedergemacht worden waren, entführt worden seien. Die maurische völkerung hat nach der Zerstörung der Stadt dieselbe zum größten Teil verlassen; zurückgeblieben sind nur etwa 500 Mauren. Herverragend ken#urte Nahrung. Die Kinder gedeihen vorzüglich dsbei u. leiden nicht an Verdauungsstorung. Assapheum in Bethel. Dienstag, den 13. August, abends ½/8 Uhr:) Symphonie-Konzert des städtischen Orchesters. *„ 0% 0 4= Eintrittspreis 0,00 Mk.= Beranntmachung. Die Lieferung von 100 khm Basaltkleinschlag für die Straße A. B. C. im Johannistal soll vergeben werden. 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