bbeilanstalt, Wiesenstr. 60(für Wasser= und Prospekt frei, ist vom Juli geschlossen. Hlermann, Arzt. ider, erstlasia, direl bit, von d. Fabrik an Händler v. Mk. 65 on. teile ptima Mäntel, Krilt, von ca. Mt. 4, he von Mk..80 an. uren auch an fremden uten Fabrikat. promrt und billigst. und franke. rger Fahrradfabrik albe“ Akt.-Ges. rg-Wanhelmerort legründet 1896. Karstad d. Bahnhofstr. 2. cke Kreishausstr. sich zur Behandlung intkrankheiten. Sprechtage: s von 9 bis 3 Uhr. ds von 9 bis S U0 zs von 9 bis 11 if Bestellung auch# wärts. 7 Gu estens 300 Morgen d, eotl. Kieferne llecker, aber gut Anzahl. in beliet, unt. Chiffre B 226 sped. d. Ztg. erbeten erichPertilger hanisches Fabrikat) u billigstem Preise und rechtzeitige Bestellung. ch Nolting, Herfotd Rennstraße. icht=Leidenden aus Dankbarkeit umwas meiner Mutter relangen qualvollen iden geholfe.g hat. fen hat. r, München 211 Salt-un Nr. aber Grschfeshele n. e— allen Postanstolten .20., bei täglicher Kaits=Auns in Bielefeld 40#., burch Priesträger 1,62 M. Jahrgang Anzeigengebühr fürdie einspaltige Pett#zeile oder deren Raun 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Erscheint sechsmal wöchentlich. 4. Juli: Gellert, Dichter, geb. 1715.— Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Nordamerika, 1776.— Garibaldi, geb. 1807(100jähriger Gedenktag). — K. F. v. Graese, berühmter Chirurg, gest. 1840.— Oesterreich tritt Benetien an Frankreich ab, 1866.— Sieg der Engländer über die Zulukaffern bei Ulundi, 1879.— Theodor Storm, Dichter, gest. 1888.— Konkurs der Kasseler Trebergesellschaft, 1901.— Geburt des deutschen Kronprinzensohnes, 1906. Deutsch-französische Annäherung? Verhältnis zu dem durchaus friedlichen Deutschland zu erlangen wünschen, haben also noch genug zu tun, um daheim den Boden für eine mehr als papierne deutschfranzösische Annäherung zu bereiten. An den Kieler Regatten haben in diesem Jahre auch eine Anzahl frar zöfischer Jachten teilgenommen. Die französischen Gäste wurden ebenso wie die amerikanischen, japanischen und spanischen vom Kaiser sehr fteundlich behandelt. Unter ihnen befand sich der Vizepräsident der französischen Deputiertenkammer und frühere Kriegsminister Etienne. Der Kaiser zeichnete ihn auf dem Bierabend in Borby durch eine längere Unterhaltung aus. Vor seiner Rückkehr nach Paris wurde Herr Etienne auch von dem Reichskanzler Fürsten Dülow in Berlin empfangen. Die Pariser Presse legt dieser freundlichen Aufnahme des Herrn Etienne eine gewisse politische Bedeutung bei. Namentlich wird hervorgehoben, daß unser Kaiser den lebhaften Wunsch nach einer deutsch=fran zösischen Annäherung aus gesprochen habe. Dabei ist besonders von einer Verständigung über Marokko die Rede, die durch die Unterredungen mit Herrn Etienne angebahrt worden sein soll. Demzegenüber ist zunächst zu bemerken, daß Herr Etienne keinerlei offizielle Mission hatte. Immerhin ist es nicht ohne politische Bedeutung, daß sich ein so hervorragender, namentlich auf dem Gebiete der Kolonial= politik erfahrener französischer Staatsmann über die an den obersten Stellen des Reichs herrscheuben Stimmungen und Auffassangen unterrichten konnte. In den Gesprächen mit ihm, dem Leiter des marokkanischen Komitees, wird auch ohne Zweifel von Marokko die Rede gewesen sein. Dahei wird er aber erfahren haben, daß die deutsche Politik sich an Wortlaut und Geist der Akte von Algeciras hält und daher kein Bedürfais nach einer„Entente“ wegen Marokko hat, es sei denn, daß man sich wegen Ausfühzrung dieser Akte in guter Fühlung hält und die mit der wirtschaftlichen Konkurrenz verbundenen Reibereien zu keinen neuen politischen Ver alles was geeignet ist, stimnnungen auswachsen läßt. Eine andere Bey, Anerkennung der französichen Präponderanz( Frendse g ung grei geit und die Verusals die in den Konferenzbeschlüssen ent. des vegtetnankes zu hemmen. haltene können wir nicht geben. Zu einem unsere Ausicht über Nr. 3 haben wir größeren politischen Geschäft sehlt für Deutsch, wiederholt deutlich ausgesprochen. das Objekt, und wir glauben vorläufig nicht, daß sich ein solches in diploma tischen Causerien, wie sie in französischen Bättern immer wieder verlangt werden, niaden ließe. Die gute Wirkung diplomatischer Besprechuagen kann einstweilen nur negativ d. h. auf die Vermeidung ärgerlicher Zwischenfälle gerichtet sein. Zu einer positiven Annäherung wäre erforderlich, daß sich die öffentliche Meinung in Frankreich von falschen Vorstellungen frei macht. Dahin rechnen wir die immer wieder, erst kürzlich im Senat, zutage tretende Fuicht vor einem deutschen Ueberfall, ferner die Der neue Kultusminister. Das„Berliner Tagebl.“ berichtete jüngst über eine Unterredung mit Herrn Minister Holle folgendes:„Auf meine Frage, ob man seine Ernennung zum Kultusminister als ein Zugeständnis an der Liberalismus betrachten dürfe, meinte Minister Holle, indem ein Lächeln sein frisches, rotes Antlitz überflog:„Sie werden verstehen, daß ich gerade auf diese Frage, die ich wohl begreife, nicht antworten kann. Aber das eine darf ich Ihnen doch sagen: Als Landes hauptmann in meiner Heimatprovinz Westfalen hatte ich Gelegenheit, eingehend das Schulwesen zu studieren und mich mit seinen Einzelheiten vertraut zu machen. Ich habe mit beiden Konfessionen gearbeitet, und ich darf sagen, daß ich mit beiden gut ausgekommen bin. Wenn Sie das als eine Gewähr für meine Führung der Staatsgeschäfte im Kultusministerium betrachten wollen, so“— der Minister machte eine Handbewegung— „habe ich nichts dagegen. Ich übrigen meine ich— abwarten.“ Die„Deutsche Lehrerzeitung" bemerkt hierzu am Schlusse eines längeren Artikels:„Die politischen Blätter bezeichnen den neuen Kultusminister als„homo novus“, als ein„unbeschriebenes Blatt". Daraus ergibt sich mit Sicherheit, daß er jedenfalls nicht als ein verkröcherter Pirteimann betrachtet werden kann. Wir freuen uns dessen, begrüßen den neuen Chef mit herzlichem Vertrauen, wünschen ihm Gottes reichen Segen in seinem überaus schwierigen, bedeutsamen und verantwortuogsvollen Beruf uns legen ihm zugleich die sundamentalen Wünsche ans Herz, die wir mit Bezug auf seine ministerielle Wirksamkeit hegen: 1. Unbedingtes Festhalten an der Idee der christlichen Bolksschule, nicht dloß im schulrechtlichen, sondern auch im pädagogischen Sinne, als an der geschichtlich bewährsen Grundlage unserer Volksbildung und Volkserziehung. 2. Unbedingtes Festhalten an der Idee einer gerechten und gesunden Schulverwaltung durch billige Berücksichtigung der rechtmäßigen Erziehungsinteressenten: Familie, Staat, Kirche. 3. Durchführung der Fachaussicht. 4. Lösung der Besoldungsfrage nach Recht und Billigkeit. 5. Unerbitterlicher Kampf gegen auen, wus gerignet, die berechtizte und beantwortet sodann die Fragen der neugierigen Semmeln und Schrippen wie folgt: „Ihr habt doch auch schon gesehen, daß die Gesellen fast nie aus der Bude herauskommen. Andere Arbeiter gehen doch abends nach Hause, zu ihrer Familie. Die Bäckergesellen aber müssen immer beim Meister sein. Er gibt ihnen zu essen, bei ihm müssen sie schlafen——“ „Ist denn das nicht schön?“ „Nein; neulich schimpfte der eine Geselle laut: das sei ja die reine Sklaverei, niemals sei er sein Generalstades, denen die Bearbeitung der Manöver obliegt, mit Begleitung eine Besichtigung des diesjährigen Kaisermanövergeländes vorvehmen. Colberg, 3. Juli. Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen überreichte dem Bürgermeister Kummer den Kronenorden dritter Klasse. Beim Frühstück toastete der eigener, Herr. Das passe ihm nicht länger. Er; Bürzermeister auf den Kaise 2 sch-ich wolle seine eigene Wohnung haben und sich selbst Wilhelm auf die Stadt gra; Prictich sein Essen kaufen." Wbugelm, auf vir Stadt Colberg. Nachwst“= „Warum will unser Meister das denn nicht?“ „Weil er unseren Gesellen dann mehr Lohn geben muß.“ „Warum tut er das nicht. Er verdient doch genug!“ „Natürlich verdient er genug. Habt ihr nicht gesehen, was für ein schönes Kleid seine Tochter, die mit dem dicken weißen Gesicht und den Ringen am Finger, Sonntag zum erstenmal an hatte?“ „Und ein ganz seines Klavier haben sie sich neulich auch erst gekauft.“ „Und die Frau Meisterin ist erst gestern mit einem Hut spazieren gegangen! Tausend, das war ein nobles Ding!“ „Na also, und warum gibt er den Gesellen dann nicht mehr Lohn?“ „Dummbart! Dann verdiente er doch nicht mehr so viel!“ So also ist die anregende Liktüre beschaffen, die von Frau Clara Zetkin dargeboten wird. Die Früchte dieses Lesestoffes wird man bei der weiteren Verrohung des jugendlichen Proletartats wahrnehmen. Geht doch die Fabel darauf aus, den Kindern den Neid, die häßlichste Untugend, die Wurzel alles Uebels ins Herz zu pflanzen. . n vie Staut volberg. Nachwittags wurde ein großer Festzug veranstaltet, in dem die Geschichte Colbergs, vom Jahre 1255 beginnen“, dargestellt wurde. Um 5 Uhr wurde der Tee im Infanterie=Kasino eingenommen. Abends fand Jestvorstellung statt. Gegen 10 Uhr fuhr Prinz Friedrich Wilhelm unter Hurrarufen des Pussikums zum Bahnhof, um die Rückreise anzutreten. dem deutschen Reiche. Berlin, 3. Juli. Aus Kopeuhagen wird von heute gemeldet: Das deutsche Kaiserpaar und Prinz Adalbert trafen vormittags Auregende Kinderlektüre. Die von Frau Zeikin herausgegebene „Gleichheit“ enthält unter dem Titel„Für unsere Kirder“ eine Beilage, die den Zwick hat, dem proletarischen Nachwuchs eine in das sozialdemokratische Klassenbewußtsein einführende Lektüre zu bieten. Die Vergiftung der Kindesseele wird in diesem Bsatte systematisch betrieben. Eine seiner letzten Nammern #thält ein gar anmutiges=zeugnis proletarischer Phantasie, eine im Bäckerladen spielende„Fabel“, die folgendermaßen beginnt: hier ein. Zum Empsange hatten sich an der Landungsst=lle, wo eine Ehrenpsorte errichtet war, eine große Anzahl Geladener, daranter sämtliche Minister, Mitglieder der deutschen Gesandtschaft, das piplomatische Korps sowie eine Deputation der deutschen Koionie versammelt. Kurz nach 10 Uhr traf die„Hohenzollern“, gefolgt von dem Kreuzer„Königsberg“ und dem Depeschenboot „Sleipner“, ein, von den dänischen Kriegsschiffen und Forts mit Salut empfangen, den die„Königsberg" erwiderte. Bald darauf erschien das Königspaar, das Kronprinzenpaar und mehrere Mitglieder des königlichen Hauses zur Begrüßung auf der„Hohenzollern". Nach kurzem Aufenthalt fuhren die hohen Herrschaften an Land zurück. Einige Minuten später verließ der Kaiser, die Kaiserin sowie Prinz Adalbeit die „Hohenzellern“ und fuhren nach der Landungsstelle, wo sie vom König empfangen wurden. Gegen 11½ Uhr fuhren die höchsten Herrschaften im Exirazuge nach Fredensborg. Auf dem Wege zum Hauptbahnhofe durch die Stadt wurden die Majestäten überall mit lebhaften Harrarufen begrüßt. In Fredensborg blieben sie wegen des Regenwetters im Schlosse. Der Kaiser verlieh dem Prinzen Gustav von Dänemark den Schwarzen Adlerorden. Der Finanzminister Irhr. von Rheinbaben begibt sich in den nächsten Tagen nach Düsseldorf zu den Festspielen des Goethevereins. In der zweiten Hälfte des Juli unternimm der Finanzminister eine Studienreise nach Waldenburg und in das oberschiesische Revier. Wie die„Kreuzztg.“ hört, ist als Nach folger des Herrn v. Günther der Geh. Regierungsrat und vortragende Rat im Aus dem Auslauss. Paris, 3. Juli. Die Nachricht von der Nichtenthaftung Marcellin Alberts, Ferrouls und Genossen hat in den südlichen Departements große Bewegung hervorgerufen. Zu Ruhestörungen kam es nicht. Paris, 3. Juli. Der Winzerausschuß von Argeliers lud die Vertreter aller verbündeten Gemeinden ein, sofort noch vor dem 10. Juli, das ist noch vor dem von der Regierung gestellten Zeitpunkt, ein stimmig den Beschluß zu fassen, daß die Bürgermeister und Gemeinderäte nicht in die Mairie zurückkehren und bei dem passiven Widerstande, der gegenwärtig besteht, bleiben. Rom, 3. Juli. Am Schlusse der heutigen Sitzung des Seuats erinnerte der Präsident an die Hundertjahrfeier des Geburtstages Baribaldis. Er gedachte seiner in wermen Worten und schlug vor, morgen reine Sitzung abzuhalten. Lebhafter Beifall.) in Bielefeld. Ansicht, als ob sich Deutsckland hai seinex deute wird's ja gar nicht weniger in dem angebliche Gezs sctand vei seiner Korbe,“ sagte eine knusprige Semmel zu ihrer ungeblichen„Isolierung" nicht wohl fühle Nachbarin. und keinen andern Ausgang aus ihr als!„Nein, ich wundere mich auch schon darüber,“ iue Annäherung an Frankreich habe, endlich Lunden.: ete ger keii troß Zapresgugg: Herr Elienne itzt]„Wißt ihr denn nicht, daß, unser Bickezweißer Regierungsrat und vortragende Rat in wegen der freundlichen mitboykottiert ist,“ mischte sich eine hellbsonde Ministerium für Landwirtschaft, Wahn Aufnahme in Deutschland nicht vor persög Schrippe ins Gespräch. schaffe, zum vortragenden Ret in delichen Angriffen eines Teiles seiner Lands==Popkottiert? Rein! Was ist denn das!“ Reigskanzlei err.... leute geschötzt ist. Erns, Ralitiker wi. göragt mal das Brot da drüben, das liegt dag##nnt worden. die ein Gegenmig. pviinter wie er,1 schon seit gestern und hat alles mit angehbrt.“ Ju ven nachsten Tagen werden nach der Rohängiebeis“ gegen die französische Und das Brot schildert die Ursachen und.N. pol. Korresp.“ der Chef des GeneralFuegegten von England in einem bessern den Verlauf des Streiks und des Boykotts stabes der Armee und der Chef der 6. Abt. Der Finanzminister schloß sich im Namen der Regierung dem Antrage an. Petersburg, 3. Juli. In der Synagoge in Riga wurde eine Haussuchung vorgenommen, wobei 43 Personen verhaftet wurder, die zur jüdisch= sozialrevolutionären Organisation gehören. Es wurde konstatiert, daß diese Organisation unter der Rigger Garvison agitierte, zu welchem Zwecke in verschiedenen Stadtteilen geheime Sitzungen stattfanden. In einer von diesen wurden eber falls Verhaftungen vorgenommen. Sechs hiesige Rechtsanwälte, die häufig in politischen Prozessen auftraten, erhielten in durch die Post anonyme Schreiben mit der Arkündigung, daß sie von einer geheimen Organisation zum Tode verurteilt seien.— Stolypin begibt seiner Familie zum Erholungsurlaub nach Schweben. Tanger, 3. Juli. Der Kaid Sir Hacry Maclean, der sich aufgemach hatte, un. von dem Machzen die Begagdigung Raisulis zu erwirken, ist von diesem gesangen genommen worden. Raisuli erklärts, er werde Meclean gefangen halten, bis seine Ansprüche befriedigt seien. Diese sind: Wieder aufbau seiner Bergfeste Zinaty, eine Entschädigung in Höhe von 100000 Franks, seine Ernennung zum Gouverneur von Tanger und zum Polizeichef. Raisuli hatte schon am 5. März versucht, sich Macleans bei seiner Abreise von Fez zu bemächtigen, er war aber eine Stanze zu spät geiowmen. Kirche, Schule und Mission. (D. Kawerau.) Der„Schles. Ztg. zufolge ist Konsistorialrat Univerfitäts= Prosessor Kawerau nicht als Vizepräsident des preußischen Oberkirchenrats, sondern für die Propftstelle der Berlirer Petrikirche, für eine Professur an der Berliner Universität und als Mitglied des evangelischen Oberkirchen rats zum Nachfolger des Freiherrn von der Goltz ausersehen. Der letztere wurde dann als Probst zum Vizepräsidenten des Oberkirchenrats ernannt und so dürfte es mit Kawerau wohl auch werden; denn für den Vizeptäsidenten im Haupkamt ist kein Gehalt da; das Gehalt muß das Nebenamt leisten und das kann die Propstei von St. Petri. Aus dem Umsturzlager. (Sozialdemokratische Preßfrechheit.) Die Sozialdemokratie jammert oft genug über das geringe Maß an Preßfreiheit, das in Deutschland zulässig sei. Wenn man die„Leipz. Volk=zeitung“ vom 17. Juni 1907 liest, mit dem Leitartikel„Der Gewaltsstreich Nikolaus II.“ dann muß man solche Vorwürfe lächerlich finden. Das Musterorgan des„Sauherdentons“ sagt darin über den Zaren:„Der blutige freche Räuber ist er(der Zar) nur noch seinem Volke, meineidig, feige, erbärmlich. Ein Fluch und ein Steinwurf für ihn. Wenn dergleichen ungestraft in Deutschland gedruckt werden kann, dann beweist das doch, daß wohl in keinem Lande die Preßfreiheit so unbeschränkt ist, wie in unserm deutschen Vaterland. Gericht und Rechtsprechung. Bielefeld, 2. Juli.(Strafkammer.) 1. Der bei dem Mühlenbesitzer Gustav Oberwittler zu Großdornberg bedienstete Müllerknecht H. W. wurde wegen fortgesetzter Unterschlagung und Betruges zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt.— 2 Der frühere Marktaufseher B. von hier, welcher, wie schon damals aus dem Hille'schen Prozisse hervorging, seit dem Jahre 1906 von den Marktbesuchern Geschenke, Ueberschüsse bei Bezahlung von Standgeldern und Trinkgelder angenommen hat, wurde wegen Bestechung aus§ 331 des Strafgesetzbuches zu einer Geldstrase von 100 Mark eo. 20 Tagen Gefängnis verurteilt.— 3. Der Arbeiter B. S. von Bielefeld erhielt wegen Sittlichkeitsverbrechen aus§ 176, Abs. 3, wegen dreier einfacher Körperverletzungen und Bedrohung 10 Monate Gefängnis. Die wegen groben Unfugs erhaltene Haftstrafe von 1 Woche ist durch Anrechnurg der erlittenen Untersuchungshaft verbüßt. — 4. Der Arbeiter W. zu Lohfeld war vom Schöffengericht zu Minden wegen Pfandbruchs zu 8 Wochen Gesängnis verurteilt worden, wogegen er Berufung eingelegt hatte, die er dann auch heute wegen Aussichtslosigkeit zurückzog.— 5. Der Tagelöhner W. R. zu Tonnenheide bei Rahden war vom Schöffengericht zu Rahden von der Anklage des Jagdvergehens freigesprochen worden. Die Strafkammer verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 30 Mark und erkannte auf Einziehung des Gewehres. Bielefeld, 3. Juli.(Schwurgericht.) Vorsitzender: Herr Landgerichtsdirektor Geheimer Justizrat Löher, Vertreter der Staatsanwaltschaft: Herr Erster Staatsanwalt Geheimer Justizrat von Hagen.— Körperverletzung mit Todeserfolg. Wegen einer entsetzlichen Bluttat, die er am Abend des 28. April ds. Is. an seinem Mitarbeiter ausgeführt hat, hatte sich heute vor den Schranken des Schwurgerichts der unverheiratete Arbeiter Josef Rylkow von Löhne zu verantworten. Der Angeklagte, ein wiederholt vorbestrafter Mensch, welcher auf der Stodiek'schen Düngerfabrik in Arbeit stand, hatte den erst zu Anfang d. J. angekommenen Arbeiter Julius Mandalka kennen gelernt.„Wir verkehrten mit einander und wurden Freunde“ sagte heute der Angeklagte. Doch bald darauf scheint die große Freundschaft einen gewaltigen Riß bekommen und den Argeklagten mit einer wahren Berserkerwut gegen den Mandalka beseelt zu haben. Am 28. April war nun der Angeklagte mit seinem Freunde Tasker losgewesen und hatte sich ganz gehörig vollgesoffen. Nachdem er in das Logierhaus gekommen und Rufe ausgestoßen wie:„Mandalka solle seine Frau und Kinder nicht wiedersehen“, suchte er den Mandalka in dem Schlafsaale auf. Mandalka saß auf seinem Bettrande und ehe man es sich versah, hatte ihm der Angeklagte mit einem Messer, das er sich vorher geliehen hatte, 6 klaffende Messerstiche in den Rücken beigebracht, an denen derselbe am 21. Mai im Krankenhause zu Herford verstorben. Zwei Stiche, die in Verbindung mit einem Stiche, der das Rückenmark verletzt, hatten die Lunge verletzt eier tih dn Brichten bebtelicht. Der ##e Messerheld erhielt 8 Jahre Zuchthaus und seiche Jahr Ehrverluß. Lokales und Provinzielles. Bielesald, 4. Juli. (Stenographentag.) Die einzelnen Ausschüsse haben ihre Vorbereitungen zu dem am Sonnabend und Sonntag hier stattfindenen Verbandstag rheinisch westsälischer Stenogr aphen System Gabelsberger beeudigt. Die auswärtigen Vertreter treffen im Laufe des Sonnabends hier ein, um sich an der nachmittags um 5 Uhr beginnenden Vertreterversammlung beteiligen zu können. Die öffentliche Hauptversammlung am Sonntag beginnt vormittags um 10½ Uhr in der Ressource. In derselben wird OberregierungsRat Professor Dr. Clemens=Dresden den Festvortrag halten über die deutsche Einheitsstenographie, ein Thema, das mit Rücksicht auf die seitens der Regierung in Aussicht gestellte Einberufung einer Stenographie Konferenz ganz besonderes Inieresse erwecken dürfte. Eine Ausstellung stenographischer Arbeiten, Schreibmaschinen usw. wird am Sonntag für jedermann zur Besichtigung geöffnet sein. Der hiesige Stenographen= verein„Gabelsberger", läßt an die Ein wohnerschaft die Bitte ergehen, die Häuser zu Ehren der fremden Gäste zu beflaggen. (Fernsprechdienst.) Von der Handelskammer zu Bielefeld war bei der Kaiserlichen Oberpostdirektion Dortmund die Ausdehnung des Fernsprechverkehrs in Lippstadt an Sonnund Feiertagen bis 9 Uhr abends beantragt worden. Auf ihre Eingabe ist der Handelskammer folgendes von der genannten Oberpostdirektion mitgeteilt worden:„Nach dem Eegebnis der Prüfung ist ein allgemeines Bedürfnis nach Ausdehnung des Fern sprechvermittelungsdienstes in Lippstadt an Sonn= und Feiertagen auf die Zeit von 1 bis 9 Uhr nachmittags nicht vorhanden, es wird vielmehr ausreichen, wenn die Dienstbereitschaft an den erwähnten Tagen auf die Zeit von—6 Uhr nachmittags beschränkt wird. Das Kaiserliche Postamt in Lippstadt ist daher angewiesen worden, vom 1. Juli ab an Sonn= und gesetzlichen Feiertagen von—6 Uhr nachmittags Fernprechdienst abzuhalten und diese Diensterweiterung den Fernsprechteilnehmern bekannt zu geben. (Die Gewerbebank) hat das Modell ihres Neubaues am Kaiser Wilhelmplatz in dem Schausenster des Quartierschen Hauses am Schillerplatz ausgestellt. m.(Warnung.) Vor einem sogenannten „Trunksuchtsmittel“, welches unter dem Namen „Coza=Palver“ durch öffentliche Ankündigung, Agenten und Vertreter empfohlen wird und welches auch hier leider oft verkauft worden ist, wird ausdrücklich gewarnt. Das Pulver, welches in kleinster Dosis für 10 Mi abgegeben wird, ist ein wertloses Schwindel mittel, für dessen Beschaffung die Angehörigen von Trinkern keinen Pfennig aufwenden sollten. m.(Hundeunwesen.) Auf öffentlichen Straßen und Plätzen, sowie an Orten, an denen Menschen zu verkehren pflegen, dürfen Alpenhunde(Bernhardiner, Lionberger sowie deren Mischrassen), Neufundländer und deren Abarten, Doggen und deren Abarten, Windhunde, Bullenbeißer, Bulldoggen, Fleischerhunde jeder Art und alle bissizen Hunde ohne Maulkaub nicht frei umherlaufen. m(Vermißte Person.) Am 10. Mai ese Wrüreir gsmühle geborene geistesschwache Klempner Friedrich Schnell, welcher von der Irrenanstalt Waldbröl zu seinen Eltern nach Tüschebachsmühle beurlaubt war, aus der elterlichen Wohnung entfernt und wird seitdem vermißt. Es wird gebeten, im Betretungsfalle des Schnell den Bürgermeister zu Kirchen a. d. Sieg und den Regierungspräsidenten zu Koblenz zu benachrichtigen. Beschreibung: 1,75 m groß, kräftig, hellblondes Haar, blaue Augen, rötl. Vollbart. m(Diebstähle.) Dem Volontär Hans ., Bergstraße, wurde ein Fahrrad, das er etwa 10 Minuten vor seiner Wohnung stehen ließ, gestern vormittag entwendet. Das Rad trägt die Marke„Ordonnanz“ und ist schwarz lacklert. m.(Betrug.) Die Kellnerin Toni R. wurde wegen Betruges angezeigt, weil sie unter Vorspiegelung falscher Tatsachen sich von der Ehefrau R. hier Kleidungsstücke verschaffte und ohne zu zahlen, verschwand. m.(Im Polizeigefängnis ausgenommen) wurden 5 Personen wegen Obdachlosigkeit. m.(Lotterie.) Der Herr Minister des Innern hat dem Arbeitsausschuß der in der Zeit vom 15. August bis 20. September d. J. in Aachen stattfindenden, mit einer Sonderausstellung für christliche Kunst verbundenen Handwerksausstellung die Erlaubnis erteilt, eine öffentliche Verlosung von Erzeugnissen des Handwerks und des Kunstgewerbes zu veranstalten und die Lose in den Provinzen Rheinland, Westfalen und Hessen=Nassau zu vertreiben. 69 Schildesche, 3. Juli.(Vereitelter Selbstmord.) Gestern versuchte der Arbeiter F. aus Brake dadurch seinem Leben ein Ende zu machen, daß er sich im Teiche am Halemeyerschen Gehöfte ertränken wollte. Durch hinzukommen eines auf dem Hofe Bediensteten wurde er in seinem Vorhaben gehindert und zur Sicherheit auf dem Hofe festgehalten bis ihn seine Angehörigen wieder abholten. 69 Schildesche, 3. Juli.(Besetzung der Rektorstelle.) Anstelle des von hier geschiedenen Herrn Rektors Edeler ist Herr Gymnasiallehrer Zaeske aus Schöningen in Aussicht genommen und bei der Königlichen Regierung in Vorschlag gebracht. 69 Schildesche, 3. Juli.(Standesamtliches.) In der Zeit vom 16. bis 30. Juni cr. kamen beim hiesigen Standesamte 29 Geburten und 13 Sterbefälle zur Anmeldung. Von den lebendgeborenen waren 19 männlichen und 10 weiblichen Geschlechts. 4 Aufgebotsanträge wurden gestellt und 3 Eheschließungen fanden statt. Aus dem Kreise Herford. C Herford, 4. Juli.(Das neue Katasteramt) hat für seine Geschäftsräume bei Bäckermeister Breypohl gemietet. 0 Herford, 4. Juli.(Wohin fahren wir in diesem Sommer?) Wir befinden uns gegenwärtig in der Zeit der Ausflüge und der Sommerreisen, und viele Menschenkinder, die bereits die ganze bekannte und unbekannte Erde durchforscht haben, sind in großer Verlegenheit, weil sie gern ein noch nie betretenes und mehr oder minder teures Winkelchen entdecken möchten, um dort angenehm ihren Sommer zu verbringen. Da trifft es sich nun gut, daß die Gelehrten uns in diesem Jahre eine prächtige Gelegenheit zur Lustveränderung geben und uns geradezu verlockende Perspektiven für Familien= ausflüge eröffnen. Am 13. ds. Mts. wird der Planet Mars unserer Erde so nahe sein, daß sich alle Welt eine Reise zu den berühmten Marsbewohnern wird leisten können. Kolberg 1807. e g eansd z g! (Schluß) Schais funften Abschnitt kann man die zweitägige Beschießung(1. und 2. Juli) und einen allgemeinen Sturm auf alle noch vol handenen Außenwerke rechuen. Ein Kanonenschuß gab am 1. Juli, morgens 3 Uhr, das Zeichen zum Beginn der Beschießung, und gleichzeitig mit den losbrechenden Donnern setzte der Angriff an, zuerst auf die Maikuhle. Hier zeigte sich wieder einmal der Einflaß des Führers, doch leider dadurch, daß er fehlte. Schill ar fort und mit ihm ein gut Teil des Schillschen Geistes im Freikorps; die rechte Anspannung, zumal Wachsamkeit und Unterrehmungslust ließen bederklich nach Bis an die Hüften im Meer watend, umging eine feindlich: Ableilung die rechte Flanke der Verschirzurg und überrumpelte die Be sitzung so voll“ändig daß die Schillschen flüchten über die Prsaniebrsck auf: rechte Ufer eilten, die Brücke abwarfen und in ###opfloser Bestürzung ganz nutzles die Vorstadt ##ebrannten. Guisenau sandte Verstärkung, Sund den ganzen Tag wogte noch um die srücke blutiger Kampf der mit dem Rückzug der Franzosen in die Maikahle endete; doch dieses wichtige Werk war und blieb verloren, mit ihm nunmehr auch der Seeweg. Ueber das durch die Nacht weiterwütende sechsunddreißigstündige Bombardement gibt Nettelbeck eingehenden Bericht. Viele von den Einwohnern, auch Frauen und Kinder fielen ihm zum Opfer, eine Menge Häuser wurden zerstört, das Rathaus brannte vollkommen nieder. Die Sturmangrsffe an anderen Stellen schlug die Besatzung glänzend ab, sogar die geringe Kavallerie kam zu erfolgreichem Einhauen. Am Mittag des 1. Juli trat eine Beschießungspause ein, und der Kommandierende der Belagerungstruppen, General Loison, forderte in sehr höflicher Form, aber mit glattem Mißerfolg, zur Uebergabe auf. Darauf begannen Bombardement und Sturm von neuem; doch nicht ein Fußbreit Landes verloren die Preußen mehr, auch nicht am 2. Juli, der dieselben Drangsale, di selben wilden Anläufe brachte. Die Widerstandskraft der Festung reichte noch auf lange Wochen hin, und die eigentliche, förmliche Belagerung hätte wieder beginnen müssen. Gneisenau erwog sogar schon den Gedanken eines überraschenden Ausfalles auf die Maikuhle. Da, am 2. Juli, nachmiltags 3 Uhr, schwieg urplötzlich das Höllengebrüll, und eine weiße Fahne wurde in den seindlichen Linien sichtbar. Bald darauf nahte sich zwischen zwei französischen ein preußischer Offizier der Festung, der der Garnison bekannte Leutnant von Holleben. Er kehrte aus Memel, wohin er Kriegsgefangene gebracht hatte, mit der Nachricht des abge schlossenen Waffenstillstandes zurück. Die Belagerung war vorbei, Kolbergs Name unsterblich; doch traurige Zeiten folgten für Preußen— nach sechs Jahren kam die Rache erst. Wer waren jene Männer, die den preußischen Waffenruhm aus dem elenden Zusammenbruch retteten? Durchaus keine „Eliten“ im landläufigen Sinne, sondern im Stamm dritte Bataillone, die nicht fürs Feld geeignet schienen, und halbinvalide Kanoniere; ihnen schlossen sich Ranzionierte, Versprengte, untermischt mit jungen, freiwilligen Rekruten und wackeren Kolberger Bürgern an. Aber der Gott der Schlachten gab ihnen Führer, wie Preußen niemals bessere besaß; deren Geist strömte in sie über und schuf sie zu Eliten, so treu und tapser wie die besten aller Zeiten. Wir werden nämlich, wie die Astronomen versicher n, nicht mehr als 60 730 000 Kilometer zurückzulegen haben, wenn wir diesen geschätz ten Nachbarn einen kleinen Besuch zu machen gedenken; eine so gute Gelegenheit zum Besuch des Mars dürfte nicht so bald wiederkommen, denn der liebenswürdige Planet kommt auf seinen Spaziergängen nur alle 15 oder 17 Jahre in solche Erdnähe, Früher hätte man vielleicht einwenden können, daß 60 Millionen Kilometer immerhin ein kleines Endchen Weg sind. Heutzutage aber gibt es keine Entfernungen mehr. Und was die Beförderungsmittel betrifft, so haben wir das Glück, daß das Erscheinen des Marz vor unseren Toren mit den unbestreitbaren Fortschritten der Luftschiffahrt zusammenfällt. 6 Herford, 4. Juli.(Acht Jahre Zuchthaus) erhielt gestern vor dem Schwurgericht in Bielefeld der Arbeiter I. Rylkow zudiktiert. Er hatte im April dem Arbeiter Mandelka von Löhne derart mit dem M sser bearbeitet, daß er im hiefigen Krankenhause an den erhaltenen Verletzungen starb. = Herford, 4. Juli.(SchützenfestJubelfeier.) Herr Regierungs Präsident Dr. Kruse hat die Einladung zur Jubelfeier dankend angenommen und wird am Fest teilnehmen. Hersord, 4. Juli.(Intervationale Ballonfahrten) finden heute statt. Der Finder eines jeden undemannten Ballons erhält eine Belohnung, wenn er der jedem Ballon beigegebenen Anweisung gemäß den Ballon und die Instrumente sorgfältig birgt und an die angegebene Adresse sofort telegraphisch Nachricht sendet. r. Herford, 3. Juli.(Streik.) Vierbundert Näherinnen der Wäschebranche(Hausgewerbetreibende), die sich über den ganzen Kreis verteilen, legten heute die Arbeit nieder, nachdem die Bemühungen um Lohnerhöhung erfolglos verlaufen waren. Bünde, 3. Juli.(Kirchliches.) Am 1. Juli verließ nach längerer segensreicher Tätigkeit ia hiefiger evangel scher Gemeinde Herr Hilfsprediger Eickmann unseren Ort. An demselben Tage trat Heer Paster Rübesam, dem seiner Gesundheit wegen ein längerer Erhelungsurlaub bewilligt worden war, seinen Dienst wieder an.(B..) Aus den Kreisen Minden und Minden, 4. Juli.(Auguste ViktoriaStift). Aus dem Bericht des Heilstätten Vereins für den Reg.=Bez. Minden„Auguste Viktoriastift“ V. für das Jahr 1906 sei folgendet mitgeteilt: Der Besuch der Heilstätte ist im Jahre 1906 b deutend gestiegen, denn es sind durchschnittlich täglich 111,35 Kranke verpflegt worden gegen 101,72 in 1905. Erfreulicherweise ist auch anzunehmen, daß sich der Besuch für 1907 gleich günstig stellen wird, da die Belegung in den ersten Monaten von 1907 die der gleichen Monate in 1906 übersteigt. Die Frequenz in den Wintermonaten hat sich gehoben; immerhin bitten wir unsere Mitglieder, insbesondere die Herren Aerzte, auch fer erhin für die Uelerweisung von Kranken in der kalten Jahreszeit zu wirken und die unbegründeten Vorurteile gegen Winterkuren zirstreuen zu helfen. Die Gesamtzah der während des Berichtsjahres in der Heilstätte verpflegten Kranken beträgt 738; darunter noch 18 Männer. Sehr erfreulich ist, daß sich die Zahl der aus dem Reg.=Bezirk Minden stammenden Kranken auf 79,71 Proz. bezw. 34,07 Proz. gesteigert hat gegen 60,96 Proz. und 30,5 Proz. im Vorjahre. Zum ersten Male sind im Berichtsjahre während des Winters auch Kinder mit gutem Erfolge aufgenommen worden. Der Jahresabschluß hat sich ebenfalls ziemlich günstig gestellt und das Vereinsvermögen sich um etwa 7000 Mk. vormehrt. Außerdem hat sich der Freibettenfonds durch ein außerordentliches, durch Vermittlung des Herrn Landrats in Höxter von ungenannt sein wollenden Gebern überwiesenes Geschenk von 5600 Mk. eine wesentliche Einnahme erfahren und nunmehr die Höhe von 40000 Mk. erreicht. Diese Dotierung hat sich als sehr erwünscht erwiesen, da die Anträge auf Ermäßigung des Hamburg, 3. Juli.(Hann..) Das von der hiesigen Hauptstation füc Erdbeben vorgestern abend verzeichnete statke Erdbeben hat im Norden Afrikas stattgefunden. Der Hauptherd des Erdbebens, welches alle Notierungen der letzten Zeit übertrifft, ist in Mittel=Aegypten zu St. Moritz=Dorf(Graubünden), den 2. Juli. Seit heute mittag herrscht hier starker Schneefall. Auch im Tale liegt eine dichte Schneedicke. Altena, 1. Juli. Von einem heiteren Intermezzo auf der Bahn berichten Reisende. In Herdecke löste ein altes Mütterchen ein Bille: 4. Klasse. Nachdem ihr ein Bahnbeamter auf die Frage, wo denn 4. Klasse sei, erwidert hatte,„ganz am Ende des Zuges,“ schritt unser Mütterche schnurstracks auf den allerletzten Wagen zu un erklomm das Bremserhäuschen. Sie fühlte sich dort oben ganz wohl; nur wollte es ihr nicht d“ fallen, daß der Schaffger nicht kam und die Tu zumachte. Auf ihre Ruse entdeckte ein Beamtet endlich den„hohen Passagier“.—„Nun, wbomachen Sie denn da oben?“—„De Tür gest tau," war Mütterchens Antwort. Der Schosto# aber wollte sich fast schütteln vor Lachen. schwerer Mühe gelang es dann, Mätterchen net zu machen, daß sie irrtümlicherweise die 5. Klani benutzen wollte. Pflegesatzes sich so Jahre 1906 8367 Mk. Etat also um 2367 Mk. diesen hohen Betrag ist wisen, alle derartigen A Reg.=Bez. genehmigen zu herzig zu verfahren; w Weise die Bedürftigkeit Anträge weitgehendste# Im ganzen sind 71 Frai mäßigen im Betrage vi Verpflegungstage und 10 zusammen 832,65 Mk. zu stätten gewährt worden. Fürsorgestellen, zu letzte Generalversammlung ist sowei gefördert, daß nächster Zeit in jedem Kr Stelle ins Leben gerufe Kreis Paderborn soll sie eingerichtet und der Leit Gemeinschaft mit dem zu stellt werden. Infolge d Heilstätten detrug die 8 täglich Verpflegten 111, Jahre 1905 und gegen 1 Wir können daher mit R Umwandlung der Heilstä ausgefüllt ist. Minden, 4. Juli. rische Berwaltun inspektion Minde des Herrn Ministers richts= und Medizinal Herra Pfarrer Froh Kreis Siegen, unter An sitzes in Minden vom worden. Minden, 4. Ju markte) waren am gestellt: 30 Pferde, 5969 Schweine(daru schweine und 5535 Fei kosteten—8 Wochen 12—15—18 Ml. brachten das Stück 21 Die Preise für Pferde 5# 600 Mk., für Rindvieh? Veltheim, 2 Juli. Der Landwirt Stuke vo Felde mit Schärfen der maschine beschäftigt. A# der Nähe der Messer ha an, wodurch ihm laut ganze Muskulatur vom Arm zweimal gebrochen Aus den Rt Vorgholzhausen, Berufs= und Betr laut„Hall. Kreisbl.“ se hausen 71 Haushaltur und 209 weibliche Per 70 Haush llungen, 17 weibl. Personen; in Haushaltungen, 594 in Brincke 11 Haushal 36 w..; in Casum 190 m. und 173 w. Haushaltungen, 102 r is Hamlingdorf 23 Ha und 70 w..; in 250 m. und 262 w. 9 Haushaltungen, 110 u in.desdorf 45 Haus und 114 w.., in Ost haltungen, 132 m. u Westbarthausen 58 Hau und 159 w P; in Wick haltungen, 44 m. und 5 hütten 77 Haushaltunge w. P; mithin im ganz Haushaltungen, 2392 weibliche Personen. Aus den Kreist Güterslol seminat) i Altkirchen als worden. den Reg Soeft, 2. in der Bs bringt mal wi schuhen“, wie die nötigen# mmerliche Zuge ist, erg hinter der Die Getreideg Weizen in de stehen gut im friedigenden Sommerwetter Kartoffeln sch haben die Fr den Nachtfröst bereitet sich e Maschinenbetri selagß Groß honer hoben vauern auf die Bochum, wurde vor d Landgerichts de Wittener R die Astronomen 0730000 Kilovenn wir diesen einen Besuch zu sute Gelegenheit le nicht so bald liebenswürdige gängen nur solche Erdnähe. iwenden können, immerhin ein Heutzutage aber nehr. Und was ft, so haben wir nen des Mars unbestreitbaren zusammenfällt. (Acht Jahre or dem Schwuriter J. Rylkow I dem Arbeiter nit dem M sser 1 Krankenhause en starb. Schützenfest rungs Präsident ung zur Jubelid wird am Fest rvationale zute statt. Der nuten Ballons er der jedem ng gemäß den sorgfältig birgt esse sofort teleik.) Vierbundert (Hausgewerbeanzen Kreis vereder, nachdem die rfolglos verlaufen liches.) Am er segenereicher scher Gemeinde unseren Ort. r Paster Rübeit wegen ein willigt worden u.(B..) ind Läbtete. ste Viktoriaheilstätten Vereins uste Viktoriastift" gendes mitgeteilt: ist im Jahre 1906 nd durchschnitt lich worden gegen se ist auch anzufür 1907 gleich Belegung in den r gleichen Monate z in den Wintererhin bitten wir sie Herren Aerzte, ung von Kranken rken und die unWinterkuren zirah der während stätte verpflegten noch 18 Männer. e Zahl der aus enden Kranken auf . gesteigert hat oz. im Vorjahre. stsjahre während tem Erfolge aufesabschluß hat ellt und das Ver00 Mk. vermehrt. tenfonds durch Vermittlung des ungenannt sein Geschenk von ime erfahren und 10 Mk. erreicht. ihr erwünscht erjäßigung des .) Das Erdbeben ke Erdas stattkrdbebens, tzten Zeit zu suchen. den), den irscht hier im Tale Pflegesatzes sich so gesteigert haben, das im Jahre 1906 8367 Mk. dafür bewilligt sind, der Etat also um 2367 Mk. überschritten ist. Durch diesen hohen Betrag ist es aber auch möglich gewisen, alle derartigen Anträge aus dem hiesigen Reg.=Bez. genehmigen zu können und nicht engherzig zu verfahren; wenn nur in glaubhafter Weise die Bedürstigkeit dargetan war, haben die Anträge weitgehendste Berücksichtigung gefunden. Im ganzen sind 71 Frauen und 2 Männern Ermäßigen im Betrage von 7364 Mk. für 4233 Verpflegungstage und 10 Mänrern Zuschüsse von zusammen 832,65 Mk. zu Kuren in anderen Heilsätten gewährt worden. Die Errichtung von Fürsorgestellen, zu deren Unterhaltung die letzte Generalversammlung 1000 Mk. bewilligt hat, ist sowei gefördert, daß voraussichtlich in allernächster Zeit in jedem Kreise wenigstens eine solche Stelle ins Leben gerufen sein wird. Für den Kreis Paderborn soll sie in der Heilstätte selbst eingerichtet und der Leitung des Chefarztes in Gemeinschaft mit dem zuständigen Kreisarzt unterstellt werden. Infolge der guten Benutzung der Heilstätten detrug die Zahl der durchschnittlich täglich Verpflegten 111,35(gegen 101,72 im Jahre 1905 und gegen 104,87 im Jahre 1904). Wir können daher mit Recht sagen, daß mit der Umwandlung der Heilstätte eine fühlbare Lücke ausgefüllt ist. Minden, 4. Juli.(Die kommissarische Verwaltung der Kreisschulinspektion Minden) ist durch Erlaß des Herrn Ministers der geistlichen, Unter richts= und Medizinal Angelegenheiten dem Herra Pfarrer Frohneberg aus Müsen, Kreis Siegen, unter Anweisung seines Wohnsitzes in Minden vom 1. Juli ab übertragen worden. Minden, 4. Juli.(Zum Viehmarkte) waren am Montag zum Verkauf gestellt: 30 Pferde, 95 Stück 5969 Schweine(darunter 434 Stangeiischweine und 5535 Ferkel), 4 Ziegen. Es kosteten—8 Wochen alte Ferkel das Prar 12—15—18 Ml. Stangenschweine erbrachten das Stück 21—24—30—40 Mk. Die Preise für Pferde betrugen 200—400— 600 Mk., für Rindvieh 200—240—360 Mk. Veltheim, 2 Juli.(Unglücksfall.) Der Landwirt Stuke von hier war auf dem Felde mit Schärfen der Messer einer Mähmaschine beschäftigt. Als er einen Arm in der Nähe der Messer hatte, zogen die Pferde an, wodurch ihm laut„.=L. Kreisbl.“ die ganze Muskulatur vom Arm gerissen und der Arm zweimal gebrochen wurde. Aus den Kreise Hale. Vorgholzhausen, 2. Juli.(Bei der Berufs= und Betriebszählung) sind laut„Hall. Kreisbl.“ festgestellt: In Barnhausen 71 Haushaltungen, 205 männliche und 209 weibliche Personen; in Berghausen 70 Haush llungen, 177 männl. und 193 weibl. Personen; in Borgholzhausen 284 Haushaltungen, 594 m. und 648 w..; in Brincke 11 Haushaltungen, 28 m. und 36 w..; in Casum 60 Haushaltungen, 190 m. und 173 w..; in Cleve 41 Haushaltungen, 102 m. und 114 w..; is Hamlingdorf 23 Haushaltungen, 60 m. und 70 w..; in Holtfeld 97 Haushalt., 250 m. und 262 w. P; in Kleekamp 40 Haushaltungen, 110 m. und 122 w..; in Oldesdorf 45 Haushaltungen, 125 m. und 114 w.., in Ostbarthausen 49 Hans haltungen, 132 m. und 131 w..; in Westbarthausen 58 Haushaltungen, 176 m. und 159 w P; in Wichlinghausen 18 Haushaltungen, 44 m. und 52 w P; in Winkelshütten 77 Haushaltungen, 199 m. und 223 Hausbag ganzen Amisbezirle 944 ungen, 2892 männliche und 2501 weibliche gersonen. gegen die Westsälische Feuersozietät und die Leiptiger Feuerversicherung angestrengten Klagen verkündigt. Gegen die Roburitgesellschaft wurde die Verhandlung bis zur Erledigung des schwebenden Strafverfahrens ausgesetzt. Die Klagen gegen die Versicherungsgesellschaften wurden kostenpflichtig ab gewiesen. 53244 253339 Bochum, 3. Juli.(Automobil.= unfall.) Heute nachmittag stieß in der Nachbargemeinde Linden das Automobil der Lindener Zündwarenfabrik mit einem Straßenbahn=Wagen zusammen. Der Eigentümer des Automobils, Fabrikant Koch, dessen Gattin und Schwägerin sowie der Chauffeur wurden schwer verletzt. Drei Aerzte leisteten die erste Hilfe. Siegen, den 2. Juli.(Von einem tragerischen Tod) wurde der Fabrikant Karl Schuß hierselbst gestern nachmittag ereilt. Als man den Sarg mit der Leiche seiner verstorbenen Frau aus dem Hause trug, wurde er von einem Herzschlage gerührt und starb bald darauf. Scherfede, 1. Juli.(Unglücksfall, durch Leichtsinn verursacht.) Gestern nachmittag benutzte ein Bauersmann nicht unweit von der Station den Schienenstrang als Amboß, um seine Sense durch Klopfen zu schärfen. Da sieht er plötzlich auf dem Gleise einen Güterzug herankommen. Ge lassen steht er auf und setzt sich auf das andere Gleise und hämmert weiter. Durch das Geräusch des Klopsens und das Gerassel des vorbeifahrenden Zuges getäuscht, überhört, laut„Rh. W. Zig., er den heranbrausenden Personenzug 622 aus der Richtung von Kassel, welcher ihn erfaßt und sosort tötet. Der Körper des Verunglückten wurde in zwei Stücke gerissen. Die Maschine brachte noch Blut= und Fleischteile mit bis Brilon Wald. Wegen der sitzenden Stellung ist er von dem Lokomotiv personal erst zu spät bemerkt. Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Gütersloh, 2. Juli.(Am Schul gimiche: is der Lehrer Walter aus wor der a ordentlicher Lehrer angestellt Aus den Reg.=Bez. Münster und Arusberg. in d. 9. Juli.(Ernteaussichten hing Jörde.) Der Sommer 1907 schubenie ein Heumachen in Handdie un wie unsere Landwirte sagen, wenn mmergen Wärregrade nicht da sied. Die imerliche Heuerrte, die nun im vollen der hinter erstbt einen giten Mitt lertrag, Die Garad des Vorjahres zurücksteht. reivearten, von denen Roggen und ghen u der Börde den Vorrang haben, ..“ gut im Halm und lassen einen beriedigenden Ertrag erhoffen, aber das Soesosesm. u nun bald eintreten. Die haben Ji. Lchütßemn gut ins Kraut, doch den Nachirsghen ter Maschinenbelrsek iumer größer werdender bei dem ar und zwar nicht nur schluß haben Zusammenbauern auf diesen unseie tüchligen Börde. in au,#em Gebiete manches erreicht. sep uere. 9. Juli.(Proses) Heut Landgerichig d Zwvillammer des biesigen Bilts### Urteil in den gegen die en: Moburitgesellschaft sowie Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Bückeburg, 2. Juli.(Das Denkmal des Westfälischen Jägerbataillous Nr. 7) zu Colombey soll am 14. August ds. Is erthüllt werden. Jeder ehemalige Angehörige des Bataillons ist zu der Feier willkommen. 2. Juli.(Bandalismus.) In dem Neubau des Krankenhauses Bethanien in Mörs, in dem die Firma Gebr. Kuckuck, Dortmund, die Installationsarbeiten herstellt, sind in litzer Nacht die Heizkörper teils herausgerissen und zu den Fenstern hinausgeworfen, in anderen Zimmern die Ventile abgeschlagen, Rohre abgerissen worden 2c. Wie der„Rh.=W. Zig. der Westdeutsche Verband selbständiger Installateure, Klempner und Kupferschmiede mitteilt, dürften die Verwüstungen mit dem Streik der InKelateure in Dortnund in Zosamwenhang Düsseldorf, 2. Juli.(Unfall.) Ein Motorboot der Gasmotorenfabrik Deutz, mit einem Ingenieur und einem Steuermann an Bord, die hier Reparaturarbeiten ausgeführt hatten, wurden oberhalb unserer Stadt von einem Schleppdampfer überrannt und voll ständig durchgeschnitten. Der Monteur Kasper aus Mälheim=Rhein ist ertrunken, der Ingenieur und der Steuermann liegen im Krankenhause. Nachklänge zum Prozeß Peters. Einen ungemein wichtigen, zwar für das Urteil im Münckhener Prozesse, nicht aber für das öffentliche Urteil zu spät kommenden Beitrag bringt die„Deutsche Tages Zeitung“ in einem Schreiben, das der verstorbene Richard Jahnke am 20. Oklober 1901 vom Kilimandscharo aus an einen Freund in Deutschland, einen jetzigen bekannten Berliner Arzt Dr. H. gerichtet hat. Die Stelle, in der sich Jahnke unter Bezugnahme auf die Hinrichtung des Mabruk über die Gefahr der damaligen Lage äußert, sei nach stehend wiedergegeben: „Es ist prachtvoll, wenn nur nicht das eigene Leben so auf der Kippe stände. Wir stehen nämlich mit den Gebirgsvölkern nörd lich von uns in Todfeindschaft bis auss Blut, zu der aber die Leute selbst den Anlaß gegeben haben. Auf ihre Macht und den Schrecken, den sie auf die umliegenden Stämme ausüben, pochend, ermordeten sie zuerst Gesandte eines uns befreundeten Stamms, darauf 2 Boten von uns, nachdem sie ihnen vorher die Augen ausgestochen und die Hände abgehackt hatten. Dies erforderte unbedingt Rache. In den darauf olgenden zwei Gefechten wurden sie zwar geschlagen, aber ein Weiße:(Sergeant Schuber!) wurde von—8 Lanzensliche niedergemacht. Wir dagegen hatten 2 Sultane, 4 Sultan= söhne, mehrere Sultanweiber und zirka 200 ihrer Soldaten erschossen, teils in ihren Höhlen verbrannt. Hierauf entbrannte die Todseindschaft. Auf den Kopf eines Weißen setzten sie eine Sultanskrone als Preis, während wir edenalls Preise ausschrieben für jeden Mann oder Kopf, der uns gebracht wurde. Wir erwarten jede Nacht einen Ueberfall, und wer weiß, wie der ausfallen wird, da unsere Besatzung mit jeder kommenden Post verkleinert wird, um an der Küste ein neues Expeditionskorps zu bilden, da unser altes Expeditionskorps(250 Soldaten, 5 deutsche Unteroffiziere und 5 Offiziere mit dem Kommandeur v. Zelewsky) im Süden von uns, dicht bei Mpapua aufgerieben wurde, ohne daß es selbst nur einen Schuß abgefeuert hat. Auf unserer Station hier bleiben infolgedessen höchstens 20 Sultaneser und ungefähr —3 Weiße, man kann immer auf die letzte Stunde gefaßt sein. Dabei gärt es überall. Ja, ja, Wissmann fehlt, dessen Name mehr denn Tausende von Soldaten galt. Mit Nachsicht und Güte ist nichts auszurichten.cuee Gestern haben wir hier einen Schwarzen wegen nächtlichen Einbruchs und großen Vertrauensbruchs gehängt. Wir gehen jetzt mit aller nur möglichen Strenge vor und das ist das Beste. Daß wir sämtlich alle nur mit geladenem Gewehr im Arme schlafen, ist selbstverständlich bei diesen Verhältnissen. Wir warten schon wochenlang auf Nach richt von der Küste und bin ich der Ansicht, daß die Postboten(Soldaten) einfach ermordet sind, und niemand kann wissen, ob Dich dieser Brief erreichen wird. Herzlichen Gruß Dein gez. Richard Jahnke.“ Berlin, 3. Juli. Dr. Otto Arendt, dessen Aussagen betr. seinen Verkehrt mit dem verstorbenen Kolonialdirektor Kayser, von der Witwe des letzteren für unwahr erklärt worden waren, teilt in einem offenen Beief an die„Post“ mit, er werde unter allen Umständen eine gerichtliche Klarstellung der Angelegenheit herbeiführen, und zwar zunächst durch Anrufung der Staatsanwaltschaft. Sollte wider Erwarten die Staatsanwaltschaft nicht einschreiten, so müßte er Frau Dr. Kayser öffentlich des Meineids zeihen, um sie zur Klage gegen sich zu zwingen. Berlin, 3. Juli. Rochus Schmidt stellt in der„Tägl. Rundschau" fest, daß Wißmann in vielen Unterhaltungen mit ihm über Dr. Peters und die Verhaltnisse, die zu seiner Verurteilung führten, niemals, auch nur im geringsten, seine Mißbilligung des Auftretens von Dr. Peters am KilimanLscharo den dortigen Eingeborenen gegenüber ausgesprochen habe. Nur habe„Wißmann sich mitunter abjällig über einzelne von ihm, wie auch von mir(d. h. R. Schmidt) unangenehm empfundene, un ympathische Seiten im Wesen des Dr. Karl Peters, sowie über einzelne Machinationen von Anhängern der Piters Partei ausgesprochen. München, 3. Juli. Dr. Peters sagte auf einem ihm zu Ehren veranstalteten Kommers, er kenne die Leute, die den Tuckerbrief am 12. März 1896 in einem Berliner Kaffeehause zu sammengeschrieben hätten und am nächsten Morgen zu Bebel gegangen seien, um ihm das Material zu bringen. Er könne auch mitteilen, daß einer der Leute seine Kenntnis von der Sache um 10000 Mk. habe verkaufen wollen. Peters schloß:„Ich glaube, daß wir in der nächsten Zeit mehr über den Tuckerbrief zu hören bekommen, und habe das Gefühl, daß dadurch mehr Aufklärung über den ganzen Fall gebracht wird. Ich fürchte, daß sogar der eine oder andere kompromittiert wird, der heute abend noch mit großer Ruhe zu Bett geht.“ München, 3. Juli. Die nach auswärts gemeldete Nachricht der Münchener„Allg. Zig., es werde von keiner Seite im Prozeß Peters Berufung eingelegt, entspricht nicht den Tatsachen. Der Verteidiger des virurteilten Redakteurs Gruber erklärt ausdrücklich, daß sich sein Klient alle weiteren Schritte über eine Berufang gegen das Urteil vorbehalten habe. Berlin, 3. Juli. Bekanntlich hat General v. Liebert vor dem Münchener Schöffengerichte die beiden Disziplinarurteil gegen Dr. Peters„Justizmorde" und die Art der Urteilsfällung als einen„Schand fleck für das ganze deutsche Volk“ bezeichnet Welche Schritte wegen dieser Kritik die Regierung ergreifen soll, darüber werden in den zuständigen amtlichen Kreisen zurzeit Erwägungen angestellt. Offiziere der montenegrinischen Armee unter Beschuldigung des Hochverrats und Komplotts gegen das Leben mehrerer Mitglieder des Kabinetts verhaftet. Schlachtviehpreise nach Lebend gewicht auf Grund amtlicher Marktberichte zusammengest## richten bearbettet noam ./7. 44—51 42—44 90—38 973 ./7. 49—50 42—43 35—38 30—32 873 ./7. 48 42 48 35—37 38—40 32—36 59—46 34—35 —30 45—4 37—39 32—33 26—27 44—45 44—45 Hannov, Dortm Essen. Ochsen. a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt(mind. 12 Ctr. Lbg.) b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete e) mäßig genährte junge und gut genährte älterels d) gering genährte jeden Alters Bullen. a) vollfleischige, ausgemästete bis zu 5 Jahren3 b) vollfleischige jüngere c) mäßig genährte jüngere und gut genährte älteres2 d) gering genährte jüngere und ältere Kalben und Kühe a) vollfleischige, ausgemästete Kalben höchsten Schlachtwertes b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren 13 c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Kalbensd) mäßig genährte Kühe u. Kalben Kälber. a) Doppellender b) feinste Mast=(Vollinilchmast) und beste Saugkälber c) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber... d) geringere Saugkälber u. älteres, gering genährtes Jungvieh(Fresser) Schafe. a) Mastlämmer u. jüngere Masthammel b) ältere Masthammel.. c) mäßig genährte Hammel u. Schafe(Märzschafe)? Schweine. a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen bis zu 1¼ J. b) fleischige c) gering entwickelte sowie Sauen 39—41 53—54 48—52 42—47 42—45 36—40 25 29 56—58 58—51 50—52 35—37 27—30 48—44 77—18 31-32 45—46 40—41 34—56 55 50 52 40—48 42—44 34—38 59 57—58 53—56 72 43 37—99 60 57—59 52—56 Vorstehende Preise verstehen sich für 100 Lebendgewicht, bei Schweinen mit 20% Tar. Die amtlichen Schlachtgewichtpreise sind mirtels### an gegebenen Schlachtprozente umgerechne Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Meteorologisches Observato rium Aachen. Witterung für die Zeit vom Abend des 4. bis zum Abend des 5. Juli 1807. Morgen meist trocken aber ziemlich trübe, mäßige südwestliche Wirde etwas wärmer. Reueste „Berlin, 4. Juli. Der Kaiser kehrt von seiner Nordlandsfahrt am 1 August zurück und landet in Swinemünde, wo großes Artillerie. schießen stattfindet. Das kaiserliche Geschwader trifft am 5. August in Kiel ein. „Gelsenkirchen, 4. Juli. Die Genickstarre nimmt hier großen Umfang an. Mehrere Schulen Vermischtes. Wien, 2 Juli. Aus Ragusa wird gemeldet: In Cettivje, Rilsie und Podgoritza sind in den letzten Tagen ssüufzehn „ Me wurden bereits geschlossen. Oberbürgermeister Mechens befindet sich unter dem Verdacht, an Genickstarre erkrankt zu sein in einer Isolierbaracke; seine Tochter ist an Genickstarre schwer erkrankt. In den letzten Tagen sind 28 Personen in Isolierzellen untergebracht. Lemberg, 4. Juli. Gestera stü zte von der Spincisptz; der deutsche Artillerieoffizier Schönebeig ab end war auf der St lle tot, Schöneberg war vor mehreten Tagen aus.surt hier eing troffen und hatte meh er: Bergtouren in der Hohen T tia ohne Führer gemacht. Die Lucke wurde une halb der Bergspitze in Mulde aufgefunden. Hamburg 4 Juli. Die Yucht„Orten“ des Admirals von Peittbitz un' Gaff on, die sich an der gesteigen, wegen Sturmes aufgegebenen Weitfahrt des Norddeutschen# Regattenvereins beteiligen wollte, ist auf der Warnemünder Reede in eine g fähr Lage geraten. Wegen hoher See ist es unmöglich eine Verbindung mit dem Schiffe herzusellen. „Lopenhagen, 4. Juli. Gestern fanls auf dem Schlosse Fredens. borg bei Kopenhagen Galatafel statt, wobei der deutsche Kaiser und der König von Dänemark herzliche Trinksprüche wechselten. Danksagung. Aus Anlass des Hinscheidens meines lieben Mannes, unsers guten Vaters und Grossvaters sind uns die Teilnahmebezeugungen in s0 reichem Masse zuteil geworden, dass es unmöglich ist, jedem besonders danken zu können. Wir bitten deshalb, auf diesem Wege unsern tiefgefühlten Dank entgegennehmen zu wollen. Bielefeld, den 1. Juli 1907. Familie H. Stellhorn. Das 55. Jahreosra des Rettungshauses zu Schildesche wird am 6. n. Trin., Sonntag, 7. Juli, nachm. 5 Uhr, auf dem Festplatze der Anstalt gefeiert werden. Die Freunde werden herzlich eingeladen. XVI. Stittungsfest des Krieger-Verbandes des Stadt- und Landkreises Bielefeld am Sonntag, den 7. Juli 1907 Hoberge-Uerentrup.= Fest-Ordnung. Eintrittspreise: Konzertkarten Damenkarten Partoutkarten für Herren Der Vorstand. Schreibtische. sowie deutsche und amerikanische Roll-Pulte zu besonders billigen Preisen. Fritz Tiekötter Möbelfabrik, Niedernstr. 45. Zu der am 29. August stattfindenden Enlhüllung des Kalser-Denkmnals ist die Mitwirkung der hiesigen MännergesangVereine in Aussicht genommen. Es werden daher zu einer Vorbesprechung die Herren Vorsitzenden und Dirigenten sämtlicher Männer-Gesangvereine Bielefelds auf Sonntag, den 7. d. Mts., vorm. 11½ Uhr in den Stadtverordneten- SitzungsSaal des neuen Rathauses hiermit eingeladen. I..: Lamping, Lohmeyer, Niestrath. 11—12 Uhr:„Sitzung der Abgeordneten im Jägerkruge. Parademusik in den Anlagen.(4. Kürassiere.) 12½ Uhr: Festessen in den Zelten. 3 Uhr: Paradeaufstellung der Verbands-Vereine. Festmarsch. —6 Uhr: Grosses Doppel-Konzert. 6½ Uhr: Beginn des Festballes. Mk..50 „.50 „.50 Die Musik wird ausgeführt von den Kapellen des Westfäl. Kürassler-Regiments No. 4, Münster, und des Mindensch. Artillerie-Regiments No. 58, Minden. Auf dem Festplatz sind Karussel, Spiel- u. Kuchenbuden aufgestellt. Die Bielefelder Vereine treten den Ausmarsch um 1¾ Uhr unter Vorantritt der Artillerie-Kapelle vom Schillerplatz aus an. Zäuder verleiht jedem Gesicht, ein rosiges, jugendfrisches Aussehen, zarte, weiße, sammetweiche Haut und blendend schöner Teint. Alles dies erzeugt die echte Steckenpferd=Lilienmilch=Seife v. Bergmann& Co., Radeben! mit Schutzmarke: Steckenpferd. à St. 50 Pfg. bei L. Schäfer, Bielefeld. Petri Gebrüder, Minden. S mobl. Iimmer zu vermieten, bei Frau Pastor Immler, Gadderbaum, Pellaweg 2. Abgeschloss. Wohnung 5 Räume mit Zubehör, der Neuzeit entsprechend, zum 1. Oktober zu vermieten. Ed. Kassing, Kaiser= und Hermannstraßen=Ecke. C. Karstadt, Herford, Bahnhofftr. 2. Ecke Kreishausstr. empfiehlt sich * 2 * 33 * ### * 2 5 — * 8465 5 Hautkrankhetien. Sprechtage: Freitags von 9 bis 3 Uhr. Sonnahends von 9 bis 8 Uhr Sonntags von 9 bis 11 Uhr. Komme auf Bestellung anch auswärts. 0 Künstlerische Vergrösserungen nach jedem Bilde, auch aus Gruppenbildern, liefert unter Garantie der Aehnlichkeit und zu mäßigen Preisen Verband rheinisch-westfälischer Stenographen (System Gabelsberger). Am., 7. und 8. Juli findet hier der A2. Verdanustag statt. Namens des Verbandes richten wir an alle Freunde der stenographischen Sache die herzliche Bitte, sich an allen Veranstaltungen recht zahlreich zu beteiligen. Gleichzeitig bitten Bürger unserer Stadt Bielefeld, durch Beflaggung ihrer Häuser unseren Gäs einen freundlichen Willkommensgruss zu entbieten. Güsten Stenographen-Verein„Gabelsberger“. Namens des Festausschusses: Direktor Dr. Gerth. Wöhrmann. Wohnungs- und Empfangs-Büro befinden sich Sonnabend von vormitte 10 Uhr bis nachmittags 6 Uhr Im Hotel„Kaiserhof“ später in der„Ressonrc Anmeldungen zum Festessen werden noch bis Freitag abend meister, Nebelswall, und vom Kastellan der„Ressource“ entgegengenommen. ge im Restaurant Hof155. Hect un d. Jtlhl do tüchtiges Hausmadchen. gegen hohen Lohn Frau Luis Ranzow. Herford. Zum sofortigen Antritt wird ein in Fabriken und Betrieben jeder Art eingeführter Rersender für einen Teil der Provinz Westfalen und Hannover gegen hohe Bezüge gesucht. Die Stelle ist dauernd und ist bei reger intensiver Tätigkeit ein Einkommen von Mk. 1000 bis Mk. 1500 pro Monat möglich lt. den langjähr. Resultaten der anderen Herrn. Gefl. Offerten unter Chiffre D. S. 47 an die Erped. d. Ztg. Feekrauenssteuung sucht verh. Mann 27 Jahre alt undch oder shäter 8.... n u10 nuchtern, für gleich vver spätt::„Kaution kann gestellt werden. Offert. bef. die Geschäftsstelle d. Zeitung unter S. 37. 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Wie sich ergibt, hat der verdiente Afrikare eine Autoritcht er Fragen, den Kil Peterssche Kolon einander geh ihrer Fehler und ihre Verdienste Fortsetzung der Kolonial gelehnt, währer ziplinargerichts al die Reichstagshetze punkt kann man Zunächst muß Dr. Peters sich um das deutsche in solchem Maße brecher der deutsche sagen kann: Ohne deutsche Kolonien, keine Entwickelung Männer dieser Art verlangt das deutse zwar auch dann, zur Erreichung wurden, nicht imm verpflichtet fühlt, d Peters wußte, wal sichtslos die Mittel Ziele führten. Die ihm vorwirst, der Eingeborenen üblich wider spenstige Eing Erschießen von Ein Notwehr, um die Leben Peters veran unvermeidbar gewe nicht nur nach europ sondern muß auch di wilden Völkern b# berücksichtigen. 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