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G#nnehn.u Bielefeld Donnerstag, 6 Juni 1907. Historischer Kalender. 6. Juni: Kaiser Julian der Abtrünnige, geb. 381.— Karl der Große erobert Pavia, 774.— Ariost, zu Ferrara gest. 1533.— Graf Cavour, italienischer Staatsmann, gest. 1861.— Alexandra, Kaiserin von Rußland, geb. 1872.— Prinz Adalbert, der ältere, von Preußen, gest 1873.— Erlaß des Unfallversicherungsgesetzes, 1884.— Vermählung des deutschen Kronprinzen, 1905.— Sturz Delcassés, des französischen Ministers des Auswärtigen, 1905. Der Einzug des Regenten in Braunschweig. Braunschweig, 5. Juni. Die Einzugsstraßen sind in einer Weise geschmückt, wie sie großartiger kaum gedacht werden kann. Gleich vor dem festlich beflaggten und umgrünten Bahnhof er hebt sich am Friedrich Wilhelmsplatz die städtische Ehrenpforte, stilvoll geziert mit Fahnentuch und Wappenschmuck. Dahinter bietet sich dem Blick ein herzerhebendes, aber auch sinnverwirrendes Bild. Haus an Haus ausgeschlagen mit grellem Blau=gelb, zwischen dem sich häufig gleich breite Streifen roten Tuches hindurchwinden, sinnigerweise die braunschweigischen Landesfarben zur mecklenburgischen Trikolore ergänzend. Fahnen und Standarten aus allen Stockwerken, auch hier zwar Blau gelb an Zahl vorherrschend, jedoch war dem allerdings weit weniger malerisch wirkenden Schwarz= weiß rot durch Größe und ausgezeichnete Stellung der Vorrang gewährt. Dazu Tannengrün überall, so daß die Stadt duftet wie eine Weihnachtsstube. Der Zudrang von auswärts zu der Feier überstieg alle Erwartungen. Ganze Dörfer der näheren Umgebung rückten im Fußmarsch in die Stadt ein; unter den Männern viele Veteranen mit ihren Kriegsdekorationen geschmückt. Um 11 Uhr rückten alle Vereine usw. an die ihnen bestimmten Plätze. Um 1 Uhr 52 Min. verkündete das volle Geläute der Glocken, daß der Sonderzug eingelaufen sei. Herzog Johann Albrecht schritt mit seiner Gemahlin am Arme den mit Teppichen belegten Bahnsteig entlang, gefolgt von dem Regentschaftsrat und dem Ehrendienst. Er nahm die Meldung des Generalmajors von Pritzelwitz entgegen und begab sich zu der Eskorteschwadron des Husarenregiments, um darnach die Front der unter präsentiertem Gewehr dastehenden Ehrenkompagnie abzuschreiten. Die auf dem Bahnhofe und in seiner Umgebung anwesenden Zuschauer ließen begeisierte Hurrarufe erschallen, die sich auch in die weitere Umgebung fortpflanzten. Einen besonderen Huldigungsgruß bereitete dem hohen Paare der Militärbrieftaubenverein„Brunsvigia“, indem er in diesem Augenblick aus den in den nahegelegenen Bahnhofsanlagen aufgestellen Käfigen etwa 1000 Brieftauben nach Mecklenburg auffliegen ließ. Auf dem Friedrich Wilhelmplatz, wo sich die Studenten, Ehrenjungfrauen und die städtischen Behörden aufgestellt hatten, begrüßte der Oberbürgermeister das Regentenpaar durch eine Ansprachen.„Wie Ew. Hoheit“, sagte er u..,„weit über die Greuzen unseres großen deutschen Vaterlandes hinaus bekannt sind als ein Fürst, der deutsch fühlt und deutsch handelt, so darf ich versichern, daß auch wir Braunschweiger ebenso deutsch fühlen und in Treue ergeben sind dem Regenten und dem Reiche." Darauf hieß der Oberbürgermeister das Herzogspaar herzlich willkommen und brachte ein Hoch aus. Der Herzog reichte dem Oberbürgermeister die Hand und sprach seinen herzlichsten Dank für die freundlichen Begrüßungsworte und den warmen Empfang der Residenzstadt, die ihn und seine Gemahlin aufrichtig erfreut, hätten; doppelt erfreut, weil ihnen der nicht leichten Herzens angetretene Einzugsweg damit wesentlich leichter gemacht worden sei. Der Herzog bat den Oberbürgermeister, Ader Stadt und ihren Bürgern seinen und der Herzogin wärmsten Dank auszusprechen. Nachdem dann noch Fräulein Retemeyer mit einem kleinen Gedicht der Herzogin einen Strauß überreicht hatte, fuhr der Wagen weiter. Man nahm darauf in dem sechsspännigen Galawagen Platz und begab sich im Schritt, vorn und hinten eskortiert von je 1 Schadron Husaren, auf die Fahrt nach dem Schlosse. Voran fuhren die 5 Mitglieder des bisherigen Regentschaftsrats. Fünf Minuten vor 3 Uhr traf der Regent vor dem Schlosse ein. Im Schritt fuhr der Galawagen in den Schloß hof ein, wo die Wache präsentierte und den Wirbel schlug. Auf der Treppe zur Rotunde des Schlosses war der gesamte Hofstaat versammelt. Das Regentenpaar begab sich in den Ballsaal, wo ihm der Hofstaat vorgestellt wurde. Hierauf suchte die Herzogin ihre Wohnräume auf, während der Herzog die Mitglieder des Staatsministeriums zur Vollziehung des Patents für den Regierungsantritt empfing. Hierauf betrat das Regentenpaar unter großem Vortritt den Thronsaal, wo die Mitglieder des Landtages versammelt waren. Der Landtagspräsident Geheimrat Semler begrüßte hier in einer Ansprache das Regentenpaar im Namen des Landtags. Der Herzog erwiderte mit Dank für das ihm entgegenbebrachte Vertrauen, das er zum Wohle des Landes rechtfertigen werde. Inzwischen waren an dem Schloß die Vereine vorbeidefiltert und der Herzog erschien auf die jubelnden Zurufe der Menge mehrmals auf dem Balkon, abermals nach allen Seiten grüßend, ebenso seine Gemahlin. Es folgten ein Galafestmahl und abends eine Festvorstellung im Theater. Nach einem bekannt gegebenen Amnestieerlaß des Regenten wird allen denjenigen Personen, gegen welche bis zum heutigen Tage wegen Uebertretungen auf Haft= oder Geldstrafe, oder wegen Vergehen auf eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als sechs Wochen oder auf eine Geldstrafe von nicht mehr als 150 Mark rechtskräftig erkannt worden ist, diese Strafe, soweit noch nicht vollstreckt, und die noch rückständigen Kosten in Gnaden erlassen. Winzernnruhen in Frankreich. Nicht nur durch den Ausstand der Seeleute wird zur Zeit die französische Regierung bedrängt, sondern vielleicht noch mehr durch die Notlage der Winzer im Süden des Landes. Wie war s möglich, daß diese überreiche gesegheten Gaue gegenwärtig vom wilden Verzweiflungsschrei des Hungers durchgellt werden konnten. Die Häudlerpresse sagt: Die überreiche Ernte des Vorjahres habe den Weinbauer ruiniert. Gewiß ist daran etwas Wahres. Sie hat die Not auf das höchste gesteigert. Aber an sich wäre keine Ernte im südfranzösischen Weinbbau= Gebiete groß ginug, um den Bedarf der Welt zu decken, wenn nicht die ungeheure Menge gefäschten Pantsches dem gewachsenen Weine durch Preise den Absatz erschwerte, zu denen der Bauer naturgemäß nicht liefern kann: um wenige Centimes das Liter! Diese Not hat sich jetzt zu einer solchen Höhe gesteigert, daß allsonntäglich hunderttausende unter dem Losungsrufe:„Brot für unsere Kinder!“ in gewaltigen Zügen gegen die Weinsälscher demonstrieren! So weit ist es dort gekommen, weil Jahrzehnte lang die Regierung„im Interesse von Handel und Wandel“ blind und taub war gegen die gerechten Forderungen ehrlicher Winzer, die sonst zu Frankreichs friedsamsten Bürgern zählten. Wie ein Erdbeben wälzte sich der Schrei an die Pforten des Ministeriums Clemercean: Der Süden will's! Und um weit mehr handelt es sich bereits, als um die bloße Drohung, am 10. Juni die Steuerzahlung zu verweigern und alle Aemter der Selbstverwaltung niederzulegen! Einige Hitzköpfe phantasieren sogar von einem Marsch auf Paris und einem Aufstand des ganzen Südens gegen den Norden. So schlimm wird es ja nun nicht gleich werden, aber andererseits muß doch bei aller Teilnahme für diese armen Bauern fesigestellt werden, daß diese Bewegung einen revolutionären Charakter anzunehmen scheint. Die Steuerverweigerung hat in einigen Gemeinden des Departements’Hérault bereits begonnen. Die französische Regierung wird nicht um hin können, auf das grollende Wetter zu hören, und sie hat bereits versprochen, zu tun, was in ihren Kräften steht, um die nicht wegzuleugnende Not der kleinen Winzer des Südens zu lindern. deutschen Reiche. Berlin, 5. Juni. Der Kaiser besichtigte heute bei Döberitz das Garde= Kürassier=Regiment und das 3. Garde=Ulanen= Regiment. An die Besichtigung schloß sich eine Gefechtsaufgabe. Das Kronprinzenpaar begibt sich Sonnabend zu einem kurzen Ausenthalt nach dem Jagdschloß Kleinellguth bei Oels (Schlesien). Im Prozeß gegen Pöplau wurde am heutigen(neunten) Verhandlungstage die Beweisaufnahme geschlossen. In seinem Plaidoyer führte der Staatsanwalt aus, die Untersuchung habe ergeben, daß der Angeklagte eine ganze Anzahl Sachen veröffentlichte, die er in amtlicher Eigenschaft erfahren habe. Von der erwarteten Sensation sei allerdings in dem Pcozesse wenig übrig geblieben; es müsse der sogenannte Arnimparagraph zur Anwendung kommen. Der Vertreter der Anklagebehörde beantragte gegen den Angeklaglen vier Monate Gefäugnis. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Vergehens gegen§ 353 des Strafgesetzbuches(widerrechtliche Mitteilung amtlicher Schriftstücke) zu drei Monaten Gefängnis. Von den drei in der Anklage unterschiedenen Fällen hielt das Gericht den Angeklagten im Falle Erzberger für überführt, in den beiden anderen nicht. Der Gerichtshof berücksichtigte, daß der Angeklagte sich zwar benachteiligt glaubte, hielt eine Geldstrafe aber bei der Art seines Vorgehens, wobei Rechlhaberei und Rachsicht eine Hauptrolle spielen, für ausgeschlossen. Der Angeklagte ließ durch seinen Verteidiger Revision anmelden. Der bayerische Landtagsabgeordnete Pfarrer Graudinger erhielt auf die Anzeige seiner Wahl ein Antwortschreiben des Erzbischofs v. Abert in Bamberg im Sinne der schon mitgeteilten Aeußerungen Aberts. Grandinger erklärt nunmehr, keiner Fraktion beitreten und seine Tätigkeit im Landtage nach liberalen Grundsätzen ausüben zu wollen. Er nimmt an, daß das Ordinariat in Bamberg ihm die Vertretung für die Dauer seines Aufenthalts in München nicht versagen wird, da diese Vertretung zahlreichen anderen katholischen Geistlichen siets gewährt worden sei. Das Verzeichnis der unerledigten Vorlagen des Landtages ist soeben ausgegeben worden. Das Abgeordnetenhaus hat noch 4 Vorlagen(Grunderwerb, Rhein—Weserkanal, Nachtragsetat, Quellenschutzgesetz, Posener Wegeordnung), 1 Staatsvertrag(Lotteriegemeinschaft mit Waldeck), 84 Initiativanträge(davon 27 reif für die Plenarberatung, 7 in Kommissionen) zu beraten, ferner 86 schriftliche und 15 mündliche Petitionsberichte. Die Entwürfe betreffend Grunderwerb und RheinWeserkanal und betreffend Teuerungszulagen werden ohne Kommissionsberatung erledigt werden, die Posener Wegeordnung ist am 4 Juni von der Kommission beraten worden, das Quellenschutzgesetz, das in der Kommission steckt, dürfte nicht mehr zur Beratung kommen. Von den Initiativanträgen sollen noch sechs erledigt werden, darunter der Antrag Brütt auf Annahme eines Gesetzes betressend die Erweiterung des Kaiser Wilhelms=Kanals. Das Herrenhaus hat noch acht Gesetze, einige Rechnungssachen sowie die vom Abgeordnetenhause noch zu erwarten Vorlagen zu erledigen.— Was die Aussichten für die Dauer der noch ausstehenden Beratungen anlangt, so wird in Abgeordnetenkreisen angenommen, daß der Entwurf betreffend den erweiterten Grunderwerb am Rhein—WeserKanal eine größere Bodenpolitikdebatte und der Nachtragsetat mit den Teuerungszulagen eine längere Beamtendebatte auslösen dürfte; und daß diese beiden Gegenstände dann zwei Sitzungstage in Anspruch nehmen werden. Trotzdem erwartet man, am 8. Juni fertig zu sein, wenn nicht im Herrenhause eine Verzögerung der Beratungen eintreten sollte. Bisher wird man aber entgegen der Meldung einer Korrespondenz hoffen können, daß das nicht geschieht. Umsomehr, als das Jagdgesetz im anderen Hause auf keine Schwierigkeiten zu stoßen scheint. Die Kommission des Herrenhauses hat über das Gesetz beraten, und sie schlägt dem Plenum vor, es mit ganz unwesentlichen Aenderungen in der Fassung des Abgeordnetenhauses anzunehmen. Aus dem Auslande. Wien, 4. Juni. Heute vormittag wurde im Volksgarten in die Nähe der Hofburg das vom Bildhauer Bittrich geschaffene Denkmal der Kaiserin Elisabeth in überaus festlicher Weise enthüllt. Die Feier gestaltete sich zu einer großartigen Volkshuldigung für den Kaiser Franz Josef. Paris, 5. Juni. Die eingeschriebenen Seeleute von St. Nazaire und Marseille haben einstimmig beschlossen, morgen früh die Arbeit wieder aufzunehmen, nachdem das Zentralkomitee bestätigt hat, daß die Wiederaufnahme allgemein erfolgt. Wie in Havre haben auch in Bordeaux die Seeleute die Fortsetzung des Ausstandes bis zur Erfüllung ihrer Forderungen beschlossen.— Clemenceau mußte die gestrige Kammersitzung wegen heftiger Keämpfe verlassen und nach Hause fahren. Die Aerzte verordneten eine mehrtägige Ruhe. Paris, 5. Juni. Die Unterzeichnung des französisch=japanischen Abkommens dürfte einer Blättermeldung zufolge am Donnerstag obend oder Freitag vormittag erfolgen. Petersburg, 5. Juni. Beim Leibgardehusaren=Regiment in Zarskoje Selo sind gestern abend ernste Meutereien von derselben Art, wie sie beim Preobatschinzkischen Regiment stattfanden, ausgebrochen. Nach einem späteren Telegramm sind die Unruhen angeblich beigelegt worden. Die Beunruhigungen trugen— so heißt es da weiter— keinerlei politischen Charakter. — Nach einer Bombenexplosion in der Konstantinstraße zu Lodz wurde der Grundbesitzer Altmann Mader verhaftet. Mader, der preußischer Staatsangehöriger ist, wurde durch Kolbenstöße mißhandelt und die ganze Nacht gefangen gehalten. Die ärztliche Besichtigung stellte zahlreiche Wur den fest. Mader nahm die Hilfe des deutschen Konsuls in Warschau zur Erlangung einer Entschädigungssumme in Anspruch Petersburg, 5. Juni.(Hann..) In den Wandelgängen der Reichsduma wurde heute die Auflösung als prinzipiell beschlossen hingestellt, obwohl dem von amtlichen Stellen widersprochen wird. Man betrachtet die Eutscheidung darüber als eine Frage der allernächsten Zeit, wenn auch jetzt eine eigentliche Veranlassung dazu fehle. Auch die Führer der Kadetten nehmen an, daß eine Katastrophe unvermeidlich sei. Die Einberufung der neuen Duma wird voraussichtlich nicht, wie verlautet, auf den 12. Oklober, sondern erst für nächstes Frühjahr stattfinden. Unruhen sind schweilich zu befürchten, jedoch heißt es, es werde Kavallerie aus Warschau nach Petersburg gezogen werden. London, 5. Juni.„Daily Mail“ meldet aus Hongkong: Der Methodistenmissionar Pollard in Tschaotungsu ist von einem Chinesen durch Schläge arg mißhaudelt worden und hat einen Stich in die Lunge erhalten. Kirche, Schule und Madchenschale in Tapantan, die unter der Leitung einer geprüsten Missionklehrerin sieht, wächst und macht die Ueberfiedelung ans dem jetzt benützten chinesischen Hause in eine bessere gerdumige Anstalt nötig, zu deren Bau bereits ein Grundstück erworben is. Die nach der vorigen Denlschrift in Tfino geplante Poliklivll ist nunmehr ein gerichtet worden. Die Baukosten haben zum größten Teil die Bewohner des Tfimo Gebiets, an erster Stelle der Kreil mandarin, aufgebracht. Das deutsch=chinesische Seminar des allgemeinen ev. pcotest. Missionsvereins zählt nach wie vor etwa 100 Schüler. Die nau eintretenden Schüler kommen mehr als früher aus den Kreisen der chinefischen Jutelligerz und besitzen eine bessere Bildung, al: die Nmeintretenden in früheren Jahren. Ia Berbindung mit dem Seminar wurde eine Vorbildungsanstalt für chinefische Schullehrer gegründet. Chinesische Lehrbücher sind in Arbeit. Nach wie vor erstreckte sich auch die Tätigkeit des Vereins auf die chinesischen Elementarschulen des Hinterlandes und besonders auf die Kreisschule in Kaumi. Die chinesische Mädchenschule entwickelte sich in ruhigem, stetigem Fortschritt. Im Faberhospital in Tfingtau wurden 946 Innenpatienten mit 12522 Behandlungstagen und 2953 Poliklinikpatienten mit 7091 Behandlungstagen behandelt. Das Hospital der chinesischen Gemeinde Taitungtschen wurde vorwiegend poliklinisch in Anspruch genommen. Der Besuch betrug 4662 Kranke mit 14041 Behandlungstagen. Das Hospital in Kaumi konnte wesentlich erweitert werden, wozu die chinesische Bevölkerung die Kosten aufbrachte. Der Krankenbesuch betrug 2509 Kranke 16053 Behandlungstagen. (Die Berliner Mission,) der mit dem Ende des letzten Jahres die Last des großen Defizits abgenommen wurde, hat das Jahr 1906 bei einer Einnahme von 1100168 Mi. mit einem Bestande von 2585 Ml., also ohne neue Schuld, abschließen können. Nach einem sorgfältig ausgearbeiteten Voranschlage bedarf sie unter Beschränkung auf die notwendigsten Ausgaben für das laufende Jahr etwa 800000 M. von der heimatlichen Gemeinde, um weiter ohne Schuld auszukommen. (Die Rheinische Missionsgesellschaft) zählt nach dem eben erscheinenden Jahresbericht 122 Hauptstationen, 429 Nebenstationen, 175 europäische Missionare, 23 Missionsschwestern, 35 eingeborene Prediger, 670 Lehrer, 1372 Aelteste und 118047 Gemeindeglieder. Im letzten Jahre sind 6 Hauptstationen angelegt. Der Zuwachs an Neugetauften ist ganz beträchtlich: 14 025 gegen 9253 im Vorjahr. Aus dem Heidentum und Islam sind im letzten Jahre 8938 getauft, eine bisher noch nie erreichte Zahl. An Schüleru wurden 29372 gezählt in 553 Missionsschulen. Kolonialpost. (Amtlicher Ratgeber für Südwestafrika.) Die„Nordd. Allg. Btg.“ teill mit: Der vom Kolozialamt bearbeitete „Amliche Ratgeber für Südwestafrika“, auf den vor einiger Zeit schon in der Presse hingewiesen werden ist, wird Mitte Jani in Bachhandel(Berlin, Dietr. Reimee) erscheinen urd zum Preise von 1 Ml. erhätlich u. Un diesen billi erwözlichen, ist ein amtlicher Zuschuß zu den Druckosten gewährt worden. Der Ratroße Aazahl Bilder und : gute.Sersichtikat; deiz Schotzebiels erthasten. Würsche wegen Auskuaft über die Ansiedelungsverhält isse Deutsch= Südwestafrikes düeften hiernech zuecknäß zerweise bis zum Erscheinen des Ritgebers zurückzusellen seir. den Herrenhaus. 15. Sitzung vom 5. Juni. Das Hirrenhaus erledigte das Gesetz gegen die Verunstaltung von Ortschaften und landschaftlich hervorragenden Geginden sowie das Wanderarbeitsstättengesetz. An der Berggesetznovelle hatte die Kommission die Aenderung vorgenommen, daß es in§ 1 nicht mehr heißen soll:„die Uebertragung“, sondern: die Ordnung der Uebertragung von Mutungen erfolgt durch Gesetz. Das Haus nahm diese Aenderung an, so daß die Vorlage aus Abgeordnetenhaus zurückgeht. Abgeordnetenhaus. 69. Sitzung vom 5. Juni, 11 Uhr. Das Abgeordnetenhaus nahm am Mittwoch seine Arbeiten nach der Pfiegstpause wieder auf und ehrte zunächst das Andenken des während der Ferien verstorbenen Abz. Hesse(nl.) in der üblichen Weise. Gester Gegenstand der Tagesordrung war die erste Lesung des Eatwurfs auf erweiterten Grunderwerb am Rhein Weser Kanal. Die Abgg. v. Pappenheim(kons.), Dr. v. Woyna(fkons.), Hirsch=Essen(nl.) und Dr. am Zehnhof(Zir.) erklärten sich mit der Vorlage einverstanden, während Abg. Dr. MüllerBerlin(frs. Bp.) Bedenken durchklingen ließ. Minister Breitenbach begrüßte die freundliche Aufnahme des Entwurfs, der gemäß dem Antrag v. Pappenheim der Budgetkommission überwiesen wurde. Darauf gelangte ein Antrag des Abg. Brütt (skons.), der einzelne Bestimmungen des allgemeinen Wasserstraßengesetzes auf die bevorstehende Erweiterung des Kaiser Wilhelm=Kanals aus dehnen will, unter Zustimmung des Ministers Breitenbach in erster und zweiter Lesung zur Anvahme Gleichfalls angenommen wurde der Lotterievertrag zwischen Preußen und Waldeck. Eine lebhafte Dibatte entspann sich über den Nachtragsetat, der den Unterbeamten eine einmalige Zulage von 100 Mk. bringt. Abg. v. Arnim (kons.) bedauerte, daß die Finanzlaze nicht auch eine intsprechende Zulage für die mittleren Beamten zulasse, und mißbilligte, daß sich der Reichefiskus hier nicht rechtzeitig mit Preußen in Verbindung gesetzt habe. Abg. Schiffer(ul) empfahl, bei der Zulage wenigstens die mittleren Beamten zu berücksichtigen, die den unteren Beamten im Gehalt nahestehen. Finanzminister Frhr. v. Rheindaen entwickelte in ausführlicher Rede die Gründe, die einer Mitberücksichtigung der mitleren Beamten im Wege stehen, wiederholte aber die Zusoge, im nächsten Jahre die allgemeine Gehaltsneuregelung zu brirgen. Nach weiteren Ausführungen der Abbg. Frhr. v. Zedlitz(skons.), Gyßling(srs. Bp.) und Broemel(fes. Vag.) schloß die erste Beralung. Nach Erledigung von Petionen trat nach 6½stündiger Beratung Vertagung ein. Gericht und Bielefeld, 5. Juni.(Strafkammer) Wegen Mißhandlung seiner Ehefrau war der Slosser W. S. von Milse, jetzt zu Bielefeld wohnhaft, vom Schöffengericht zu Bielefeld mit 4 Wochen Gefängnis bestraft worden. Die Strafkammer ermäßigte die Strafe zu einer Geldstrafe von 100 Mark ev. 20 Tagen Gefängnis.— Der 17 Jahre alte Arbeiter G. G. von hier war vom Schöffengericht mit 30 Mk. ev. 6 Tagen Gefängnis bestraft worden. Seine Berufung wurde verworfen. — Der Schuhmachermeister W. M. von Halle war vom Schöffengericht zu Halle wegen Jagdvergehens zu 1 Woche Gefängnis verurteilt worden, wogegen er Berufung eingelegt hatte. Die Strafkammer hob bezüglich des Strafmaßes das erste Urteil auf und erkannte gegen ihn auf eine Geldstrafe von 100 Mark ev. 10 Tage Gesängnis.— Gegen den 15 Jahre alten Zwangszögling G S. von hin, den 18 Jahre alten Schleifer C S. von hier und den 17 Jahre alten Arbeiter H. P. wurden wegen gemeinsam ausgeführten Diebstahls verhandelt. Der Gerichtshof vermochte nicht gegen die Angeklegten Bandendiebsahl festzustellen, verurteilte den S. S. wegen Diebstehls in 12 Fällen zu 1 Johre Gefängnis, den C. S. wegen Hehlerei in 7 Fällen und Diesstahis in 8 Fällen zu 11“ Monaten Gesängnis und P. wegen Heblerei in 4 Fällen und Diebstahls in 2 Fällen zu 5 Monaten Gefärgris. Dem G. S. wurde ein Monat und den beiden andern je 2 Monate von der erlittenen Untersuchungs haft in Anrechnung gebracht.— Der 17 Irhre alte Zigarrenarbeiter E. P. von Niederbechsen war vom Schöffengericht zu Oeyrhausen von der Anklage der Sachbeschäzigung freigesprochen, aber wegzen Tierguälerei zu einer Geldstrafe von 20 Mt. ev. 6 Tagen Haft verurteilt worden. Die Strafkammer hielt den Angeklazten auch der Sachbeschädigung für schuldig und verurteilte ihn unter Aufhebung des ersten Urteils wegen Sachbeschädigunz in einheitlichem Zusammentreffen mit Tieraiälerei zu einer dreimonatlichen Gesängnisstrafe, wobei der hohe Grad der Roheit berücksichtigt wurde. Losetes und Bielefeld, 6. Juni. (Von der Arbeiterversicherung.) Ueber die Frage, ob der Arbeitgeber für den Schaden einzutreten hat, der dem bei der Lwdes=Versicherungs= Arstalt versicherten Arbeiter dadurch entsteht, daß er infolge der durch den Arbeitgeber versäumten Beitragsleiftung weder Invaliden= noch Altertrente beziehen kann, heerscht große Unklarheit. Die jetzige Spruchproxis steht auf dem Standpunkte, daß der Arbeitgeber, der die Verwendung von Beitragsmarken nicht ausgeführt hat, nur dann zu dem Unterhalte eines arbeitsunfähig gewordenen Versicherten verpflichtet ist, wenn er die ihm an sich gesetzlich obliegende, öffentlich rechtliche Pflicht noch eirmal durch privatrechtlichen Vertrag mit dem Versicherten besonders übernommen hat. Da sich diese Fälle nur selten konstruieren lassen, so liegt die Sache ertgegen dem sozialen Eupfinden jetzt so, daß ein Versicherter, trotzdem er seine Beiträge entrichtet hat, keine gesetzlichen Ansprüche daraus fordern kann, weil eben der Arbeitgeber die Verwendung von Beitragsmarken aus fahrlässiger oder vorsätzlicher Weise unterlassen hat. Um so mehr erwächst jedem Versicherten die Pflicht, sich von der ordnungsmäßigen Beitragsverwendung zu überzeugen. Dies kann er dadurch, daß er die Bescheinigungen über die aufgerechneten Quitiungskarten nachprüft, oder daß er sich von Zeit zu Zeit die laufende Quittungskarte zur Einsichtnahme vorlegen läßt Ein einsichtsvoller Arbeitgeber wird einem solchen Begehren seines Arbeiters nicht mit Mißtrauen begegnen, fondern soziales Verständnis entgegerbringen. (Adressierung von Eingaben an die städtischen Behörden.) Für den Magistrat, die Polizei Verwaltung, ArmenVirwaltung oder sonstige Dienstzweige der städtischen Verwaltung bestimmte Eingaben werden in vielen Fällen an den Oberbürgermeister, Bürgermeister, Beigeordneten persönlich gerichtet. Da derart adressierte Eingaben seitens der Postverwaltung dem Adressaten meist in der Privatwohnung zugestellt werden, oder, falls sie bei der Stadtverwaltung eingehen, von dem mit der Oeffgung der Postsachen betrauten Beamten nicht geöffuet, sondern dem Adtessaten ungeöffnet vorgelegt werden, erleidet namentlich im Falle tängerer Abwesenheit des Adressaten von Bielefeld die Erledigung dieser Eingaben eine oft recht erhebliche Verzögerung. Auch ist infolge persönlicher Adressierung eine Terminsverscumnis in Rechsangelegenheiten richt ausgeschlossen, welche empfindliche Schäden für den Bett ffenden zur Folze haben kann. Es kann nicht dringend genug ewpiotien werden, Eirgaben stets an die Bebörde (Magtftrat, Polizei Virwaltung, Armen VirSaltung uso.) zu richten. (Das Fest der goldenen Hochzeit) beging nach der„Wests.'g“ gestern im Kreise seiner Angehörigen unser hochgeachteter Mitdürger Herr Rentuer Ernßt Delius, Wertherstraße. (Fahrplanänderung.) Die Eisenbahndirektion Harnover läßt versuchsweise werk. tags vom 10. Jani ab im Arschluß an den Schnellzug von Minden ab 6,13 Uhr nachmittags und Personenzug von Bielefeld ab 6 Uhr einen neuen Personenzug LöhneRiuteln verkehren. Der Zuz geht in Löhne ab 6,54 Uhr nachm., Rinteln an 7,41 Uhr. (Jahrmärkte im Juni.) Am 6 in Lippstadt, Blotho, 10. Alverdissen, Schötmar, Rinteln, 11. Bielefeld, 12. Laze, 18. Detwold, Hameln, Hersord, 19. Salzuflen, Oknabrück, Stadthagen, 20. Lüdenhausen, Bück=burg, 24. Schwalenberg, Paderborn, 25. Bielefeld, 27. Lippstadt, 28. Lemgo. W.(Dem Vorstande des Berbaudes rheinisch=westfälischer Steuographen System Gabelsberger) ist es gelungen, als Festredner für die anläßlich des hierselbst stattfindenden Verbandstages abzuhaltende öffentliche Haupt=Versammlung Herrn Oberregierungsrat Pros. Dr. Clemens rom kgl. stenogcaphischen Justitu! in Dresden zu gewinnen. Herr Pros. Dr. Clzmens gilt als hervorragend tüchtiger Redner und als Autorität auf steuographischem Gediete, so daß seinen Ausführungen allseitig mit Jaleresse entgegen gesehen werden darf. ** Brackwede, 5. Jani.(Auszeichnung.) Dem Maschinermeister Wilh. Isringhausen wurde von Sr. Majestät dem Kaiser für treue Pflichterfüllung während 30 jähriger Tätigkeit bei der Firma Fr. Möller das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen und heute im Beisein der Beamten und des Arbeiterausschusses durch Herrn Gewerberat Trauthahn überreicht. 6 Schildesche, 5. Juni.(Heiratsschwindler.) Eine hiesige Witwe hatte ihrem Kostgänger allzuviel Vertrauen gescheakt. Der jange Mann, welcher schon längere Zeit bei ihr in Kost war, versprach ihr, sie zu heiraten und zu diesem Zwecke mit ihr nach Amerika zu reisen, wo die Hochzeit stattfinden sollte. Zu Anfang voriger Woche fuhr er dann im Einverständnis seiner Geliebten nach Hamburg um angedlich die Schiffahrtsbillets zu holen. Gleichzeitig übergab ihm die Witwe ihr ganzes Vermözen von über 4000 Mark um das Geld, auf seinen Vorschlag hin, in Hamburg in englisches Geld umzusetzen. Der„Getreue“ ist jedoch bis jetzt nicht zurückgekehrt und dis leichtgläubige Witwe ist um ihr Vermögen geprellt. 69 Schildesche, den 5. Juni.(Neue Hebamme.) Die Ehefrau Bexten von hier, welche z. Z. von der Gemeinde Bauerschaft Schildesche als Bezirksbebamme gewählt ist, hat ihren achtmonatlichen Ausbildungskursus bei der Hebammen=Lehranstalt in Paderborn beendet und die Prüfung bestanden. Frau Bexten nimmt demnächst ihren Wohnsitz in Theesen und wird ihre Tätigkeit vornehmlich in den drei Gemeinden Bauerschaft Schildesche, Gellershagen und Theesen ausüben. 6 Schildesche, 5. Juni.(Standesamtsstatistik.) In der Zeit vom 16. bis 21. Mai d. Is. kamen beim hiesigen Standesamte 37 Geburten und 14 Sterbefälle(einschließlich 3 Todgeburten) zur AnMeakenburgische Treue. Von A. Burg. 21 Nachdruck verboten.] Dann zwang Bredow sein Pferd an Heinrichs Seite und reichte ihm abschiednehmend die Hand. „Zwei meiner Knechte geleiten Euch bis vor Gläfin, gönnt ihnen Rast dort und freies Seleit heim nach Cölln an der Spree. Gott hat Euch wunderbar geschützt, er geleite Euch frner und gebe Euch beiden gesegnete Heimkehr. Euerm Sohn, Herrn Heinrich, dem jungen Löwen, und Eurer Gemahlin, der Fürstin Anastasia, entbieten wir Brandenburger ehrerbietigsten Gruß; wenn Ihr ihn erschaut, auch unserm gnädigsten Herrn, dem Markgrafen Otto, der mit Heinrich vor Gläfin liegt. Der Abend sinkt— Gott befohlen— Herr Heinrich— Martin Bleyer.“ „Gott befohlen, Ritter Bredow, Ritter Maltitz und Dank für Euer Geleit, und unser Wunsch:„Hie guet Braudenburg dauege!“ sie brandenburgische Begleitung kehrte Heiurich mit Martin und zwei stark wapparten Knappen aber ritten langsam Bruck= ins mecklenburgische Land. Da sprang Heinrich vom Pferd und schlang den Zügel flüchtig um den Eichenstamm— dann kniete er nieder und bengte sein Haupt tief nieder, so daß sein Mund zum Kuß den Boden des Vaterlandes berührte. Martin Bleyer war seinem Beispiele gefolgt. In tiefer Bewegung sahen die beiden Kriegsmänner zu, wie die heimkehrenden Pilger ihr Land begrüßten. Heinrich breitete die Arme aus:„Ich grüße dich, mein Mecklenburg, Lob und Preis dir, du Höchster im Himmer, der mie diese Freube gab, mein Land wiederzuseher. Und nun vorwärts.“ Fürst Heinrich mit seinen Verbündeten hatte gefiegt. In Trümmern lag die feste Raubritterburg, die Besotzung war gefangen genommen und harrte, in sicherem Gewahrsam, nach Schwerin übergeführt, des Richterspruchs der verbündeten Mächte. Ein schwerer Tag und eine schmere Nach! lagen hinter Heinrich, und wiederum brach ein schwerer Tag für ihn an. Kein Schlaf war jetzt seit mehreren Tagen in seine Augen gekommen, keine Stunde hatte er sein Waffenkleid abgelegt. „Pflegt jetzt etwas Ruhe, Herr,“ sagte der junge Knappe, der ihn noch gerüstet und mit allen Waffen auf der Steinbank in seinem Zelt sitzen sah. „Bist du noch da, Vicco? Leg' dich hin, Knabe. Weshalb ist Hartwig nicht hier? Ich will ihn sehen.“ „Herr, Ritter Hartwig ist noch nicht aus Wismar zurück— aber er kommt bald— die edlen Herren von Strahlendorff und Oertzen sind vor einer halben Stunde angekommen.“ Heinrich fuhr mit der Hand über die schmerzende Stien— ach ja— die Nachricht von Heinrich dem Pilger, die hatte er im Kampfgewühl vergessen. Und nun— nun war sie wieder da. Und mit ihr die quälende Ungewißheit. „Wo sind die beiden Ritter, Viceo?“ „Herr, sie pflegen im Zelt des Ritters Hartwig der Ruhe, sie haben ohne Rast den Weg von Wismar gemacht— und alt sind sie beide.“ „So laß sie noch eine Stunde schlasen, Vicco, dann wecke sie auf und führe sie in mein Zelt.“ „Und Ihr wollt nicht ruhen, Herr?“ „Ja, aber nicht hier.“ Heinrich stand auf und trat vor die Tür des Zeltes. Die Sonne brannte, der Tag war heiß. Und drüben, jenseits des Zeltlagers, breitete sich ein dunkler Buchenwald aus. Dorthin zog es Heinrich. Er wollte im Schatten der flüsternden Bäume ausruhen von allem Kampfgetöse. So lagerte er sich ins weiche Moos, streckte die müden Glieder und legte das Haupt, dem Helm abnehmend, gegen einen Buchenstamm. Die Sonne blitzte durch das Blätterdach und warf goldige Streifen auf den Moosteppich. Da hörte er mit einem Male gedäapfte Männerstimmen. „Hier,“ sagte eine rauhe Kehle,„hier, Herr, sind wir dicht am Gläfiner Lager. Entlaßt uns, wenn es Euch gefällt, damit wir auf jener Seite der Burg die Unsrigen aufsuchen können, Markgraf Otto und die brandenburgischen Leute.“ „Habt Dank für Euer Geleit, Bruno und Hermann, und nehmt dies zum Andenken an. Ich bin ein armer Mann und habe selbst nicht viel Schätze. Nur spärliches Reisegeld nahmen wir mit uns aus dem Morgenlande. Doch will ich, heimgekehrt nach Wismar, Euer und Eurer treuen Führung dankbar gedenken.“ Heinrich richtete sich auf. Er hatte zuerst geglaubt, zu träumen, aber je mehr er hörte, desto sicherer wurde es für ihn: diese Stimme kannte er. Aus weiter Ferne schien sie zu meldung. 5 Aufzeho und 5 Eheschließung Aus den Hersord, 6. J Der Wonnemonat kühlen Abschied genor den wurden starke F der Juni ist bisher hoffentlich erwärmt uns feierende Men Baueenregeln und Imi Bzug nehmer Wir werden hier ein Anzahl herausgreifer bringen Gewitterfri spielt überhaupt im Rolle, denn auch der sich darauf:„Gibl's wird auch das Geti Witterung des Bra verschiebensten Baue einige Beispiele:„I keinem was.“ Auch von einer bestimmter und milde:„Wen: weht, kommt Gewitte die Trockenheit des andere Reime Bezug Hinweis auf die We mehr als naß, füllt Faß.“ Aus der 2 Anscheine nach auch stammen:„Bringt d bann steht's mit Hollunder und Weit mund vielfach zusamm und Rebenblüte sin Hin und wieder 9 Landwirte Wunsch, beregnet, er auch seg der Brachmonat zuwe Bauer gelegen.“ Regen, denn das ist Nachteil, andererseits den Weinstock. Soh „Fault im Heumonat wächst eine Fahrt Tre Juni aber die rechte trocken noch zu naß reich gesegneter, den naß und nicht zu nicht zu schwül, war und trocken, dann g die Milch zu brocken. —.— Herford, 6. Diebstahl.) Gestern Leichenhalle des neuen leichen untergebracht, ur erdigungen. Als der folgter Beerdigung der Leiche— ein neugebore holen wollte, war sie stellte sich aber bald he Erwartung, einen anger haben, das in der off merkte Paket, in dem si wendet hatten. Im Lai man dann das seltsame von Vormbusch in der Unholde waren dort ein dem sie sich getäuscht des Pakets sich schleunig 9 Herford, den vativer Verein. Freunde versammeln an jedem Freitag al Vereinshause. Eine der Erörterung inte erwürscht. 0 Herford, 6. Zuchtvereine.) Vereinen und Versam gebracht worden ist, vereine besitzen und fie ausüben fühlte Borries als Vorsitzen lichen Kreisvereins ver Persönlichkeiten der 1 sprechung zusammenze daß sich Vereine sosor Diebrock, Eickum, Elv Schwarzenmoor sind im Gange. O Herford, 6. J schaukommission, legung der Deichungs der Werceufer am B alten Stärkesabrik, v# wird in aller Kürze der Diskontobank Pla # Laar, 6. Juni. 3. Sonntag nach Trin mittags 3 Uhr, wird teilten, der hiesige Jün verein sein 50. Jahre Herrn Kolon Sewing Festprogramm trägt d rühmen, daß du uns unseres Gottes werf kommen. Ihm war, Vaters Stimme im B „Wirde ein Ritter, u Ener Sinn je zu ritte meldung. 5 Aufzehotsanträge wurden gestellt und 5 Eheschließungen fanden statt. Aus den Kreise Herford. Hersord, 6. Juni.(Juniwetter.) Der Wonnemonat Mai hat einen recht kühlen Abschied genommen, aus allen Gegenhen wurden starke Fröste gemeldet und auch der Juni ist bisher noch recht kühl gewesen, hoffentlich erwärmt er sich bald etwas für uns feierende Meuschen. Die Zahl der Baveenregeln und Sprüche, die auf den Imi Bzug nehmen, ist eine recht große. Wir werden hier einige aus der stattlichen Anzahl herausgreifen.„Springende Fische bringen Gewitterfrische." Das Gewitter spielt überhaupt im Monat Juni eine große Rolle, denn auch der folgende Spruch bezieht sich darauf:„Gibt's im Jani Donnerwetter, wird auch das Getreide fetter.“ Mit der Witterung des Brachmonats haben es die verschiebensten Bauernregeln zu tun. Hier einige Beispiele:„Juni kalt und naß, bringt keinem was." Auch der Wind darf nicht von einer bestimmten Art sein, sondern lind und milde:„Wenn im Juni Nordwind weht, kommt Gewitter oft recht spät.“ Auf die Trockenheit des Juni nehmen auch noch andere Reime Bezug, gleichzeitig mit einem Hinweis auf die Weinernte:„Juni trocken mehr als naß, füllt mit gutem Wein das Faß.“ Aus der Weingegend muß allem Anscheine nach auch der folgende Spruch stammen:„Bringt der Juni trockene Glut, bann steht's mit dem Weinstock gut.“ Hollunder und Wein werden vom Volksmund vielfach zusammengebracht:„Hollunderund Rebenblüte sind von gleicher Güte.“ Hin und wieder Regen, das ist unserer Landwirte Wunsch, denn„Was der Jani beregnet, er auch segnet" und ferner„Hat der Brachmonat zuweilen Regen, das ist dem Bauer gelegen.“ Nur kein übermäßiger Regen, denn das ist für die Quuernte von Nachteil, andererseits aber von Vorteil für den Weinstock. So heißt es im Volksmunde: „Fault im Heumonat eine Bürde Heu, so wächst eine Fahrt Trauben zu“. Wenn der Juni aber die rechte Mitte hält, weder zu trocken noch zu naß ist, dann ist er ein reich gesegneter, denn es heißt:„Nicht zu naß und nicht zu kühl, nicht zu trocken, nicht zu schwül, warm und naß und kühl und trocken, dann gibt der Brachmond in die Milch zu brocken.“ —.— Herford, 6. Juni.(Seltsamer Diebstahl.) Gestern morgen hatte man in der Leichenhalle des neuen Friedhoss zwei Kinderleichen untergebracht, um sie bald darauf zu beerdigungen. Als der Friedhofswärter nach erfolgter Beerdigung der ersten Leiche, die zweite Leiche— ein neugeborenes Kind— aus der Halle holen wollte, war sie spurlos verschwunden. Es stellte sich aber bald heraus, daß Diebe, in der Erwartung, einen langenehmen Fund gemacht zu haben, das in der offenstehende Leichenhalle bemerkte Paket, in dem sich die Leiche befand, entwendet hatten. Im Laufe des Vormittags fand man dann das seltsame Paket in der Wirtschaft von Vormbusch in der Rennstraße wieder. Die Unholde waren dort eingekehrt und hatten, nachdem sie sich getäuscht sahen, unter Zurücklessung des Pakets sich schleunigst aus dem'aube gemecht. 9 Herford, den 6. Juni.(Konservativer Verein.) Die konservativen Freunde versammeln sich wieder regelmäßig an jedem Freitag abend im Evangelischen Vereinshause. Eine rege Beteiligung ist bei der Erörterung interessanter Fragen stets erwürscht. 0 Herford, 6. Juni.(RindviehZuchtvereine.) Nachdem wiederholt in Vereinen und Versammlungen zum Ausgleich gebracht worden ist, welchen Wert die Zuchtvereine besitzen und welchen großen Ein fluß fi: ausüben fühlte sich Herr Landrat von Borries als Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisvereins veranlaßt, die maß zebenden Persönlichkeiten der Umgegend zu einer Besprechung zusammenzurufen mit dem Ersolg, daß sich Vereine sofort zusammenschlossen in Diebrock, Eickum, Elverdissen und Laer. Für Schwarzenmoor sind die Verhandlungen noch u Gase.654 0 Herford, 6. Juni.(Die Wasserschaukommission) nahm zwecks Festlegung der Deichungslinie eine Besichtigung der Werceufer am Bügel, in der Nähe der alten Stärkesabrik, vor. Die alte Fabrik wird in aller Kürze fallen um dem Neubau der Diskontobank Platz zu machen. Laar, 6. Juni.(Jahresfest.) Am 3. Sonntag nach Trinitatis, 16. Juni, nachmittags 3 Uhr, wird, wie wir schon mit teilten, der hiefige Jüngliugs= und Posaunenverein sein 50. Jahresfest auf dem Hose des Herrn Kolon Sewing hierselbst seiern. Das Festprogramm trägt die Ueberschrift:„Wir rühmen, daß du uns hilfst, und im Namen unseres Gottes werfen wir Panier auf.“ kommen. Ihm war, als hörte er seines Vaters Stimme im Burggarten zu Wismar: rde ein Ritter, mein Sohn, nie kann Ener Sinn je zu ritterlich sein.“ (Fortsetzung folgt.) Chöre alter Meister— wir nennen nu Eccardt, Krüzer und Bach— wechseln mit Gemeindezesängen unter Posaunenbegleitung. Herr Generalsuperintendent Zoellner wird die Festpredigt halten. Viele auswärtige Vereine haben bereits ihre Teilnahme zugesagt. Alle Gemeinden der Nachbarschaft werden herzlich eingeladen.“ Löhne, 4. Juni.(Lehrergesangvereine.) Hier fand am Sonnabend eine Vertreterversammlung der Lehrergesang vereine von Minden Ravensberg statt. Es wurde u. a. beschlossen, das für dieses Jahr in Aussicht genommene Kirchenkonzert in Bielefeld um ein Jahr zu verschieben. Wegen der Verschiedenartigkeit der Ferien soll für die Zukunft der Zeitpunkt für die Abhaltung der Kirchenkonzerte früher gelegt werden. Siele, 3. Juni.(Gewitter.) Der Kolon Kiehl in Siele wurde beim Ausbessern eines Weidezaunes vom Gewitter überrascht. In Entfernung von 10 Schritt schlug laut„Westf. Zig.“ der Blitz ein. K. kam mit dem Schrecken davon. Vlotho, 4. Juni.(Die Schulvertretung) beschloß in Gegenwart mehrerer Regierungsräte nach eingehender längerer Diskussion einstimmig, den Schulneubau nach dem Entwurf des Architekten Hutze nun endgültig auszuführen und den letzten mit der weiteren Ausarbeitung der Entwürfe sowie mit der gesamten Bauleitung zu beauftragen. Leider ist ein Zuschuß zu den Baukosten seitens königlicher Regierung nicht zu erwarten. Aus den Kreisen Minden und Lübbete Minden, 6. Juni.(Ueberfahren) wurde am Dienstag am Uebergang am Bahnhof Porta ein mit Schlacken beladener Wagen des hiefigen Feld Artillerie=Regiments von dem von Köln kommenden Schnellzuge, der um.31 Uhr hier eintrifft. Das Gespann kam nach der„Mind. Zig.“ von der Glasfabrik, wo der Wagen beladen worden war und wollte nach der Chaussee. Am Bahnübergang steigt das Gelände und die Pferde blieben mit dem Wagen auf dem Gleise stehen, bei den Anstrengungen, den Wagen vom Fleck zu bringen, rissen die Stränge. Nun mühten sich Bahnarbeiter und Soldaten ab, den Wagen wegzudringen, denn der Schnellzug war fällig. Noch war dies nicht geschehen, da brauste der Schnellzug auch schon um die Ecke, den Wagen, trotzdem der Führer bremste, erfassend und vollständig zertrümmernd. Glücklicherweise ist weiteres Unheil nicht entstanden, nur die Lokomotive erlitt einige Beschädigungen. Minden, 4. Juni.(Viehmarkt.) Der Auftrieb zum heutigen Viehmarkt betrug: Pferde 62, Rindvieh 119, Stangen 304, Ferkel 3485, Ziegen 9. Aus den Kreise Hale. Werther, 29. Mal.(General=Versammlung.) Heute nachmittag fand im Hotel Eckhoff die außerordentlich stark besuchte Generalversammlung des Bankvereins zu Werther statt. Es ha####elte sich besonders um eine Aenderung der Statuten und dazu waren weit über die erforderlichen ¾ des Grundkapitals erschienen. Die Bank gegründet 1878, in eine Akttengesellschaft umgewandelt 1891, hat eine außerordentlich günstige Ent wickelung genommen. Infolge der äußerst umsichtigen Verwaltung ist auch im Berichtsjahre 1906 einmal wieder kein Verlust zu verzeichnen. Mit Recht wird dem Institut großes Vertrauen entgegengebracht. Die Spareinlagen belaufen sich auf über 3 Millionen Mark, die zum größten Teil in erststelligen Hypotheken oder sonst sicher untergebracht sind. Der Zinsfuß für Spareinlagen beträgt nach wie vor 3½ Prozent. Auch der Conto korrent=Wechsel und Scheckverkehr hat sich gut entwickelt. Die Gesamtumsätze betragen um 9½ Millionen Mark. Obwohl die Bank einen gemeinnützigen Charakter hat und zu nächst darauf Bedacht ist, den Handel und Gewerbetreibenden und Lan wirten zu mäßigem Zinssatze den nötigen Kredit zu gewähren — im Jahre 1906 war hier der Zinssatz zeitweise um 2 Prozent niedriger als bei anderen Kredit Instituten—, ist doch auch der Reingewinn von Jahr zu Jahr größer geworden. Wenngleich etwa 2/3 desselben den Reserven zugeschrieben werden soll zur Erhöhung der Sicherheit der Bank, so kann doch von jetzt ab eine Dividende von 5 Proz an die Aktionäre verteilt werden, die in einigen Jahren ohne Zveifl noch weiter steigen wird. Bislang sind sonst ausnahms los 4 Proz. Dividende verteilt worden. Die Dividende gelangt diesmal erst zur Auszahlung, nachdem die Statutenänderung ins Handelsregister eingetragen ist. Aus dem Reg.=Bez. Münster und Arusberg. Dortmund, 4. Juni.(Erneute Ablehnung). Die von der städtischen Schuldeputation beschlossene Eehöhung des Grundgehafts der Vorksschullehrer auf 1600 Mk. hat aber mals die Genehmigung des Kultusministers nicht gefunden. Die Ablehnung wird, nach der Rh. Westf. Zig. damit begründet, daß in der nächsten Session ein neues Besoldungsgesetz dem Landtag unterbreitet wird. Gegen die Zahlung einer Teuerungszulage hat der Minister nichts einzuwenden. Dortmund, 3. Juni.(Der Verein zur Schiffbarmachung der Lippe) hielt am Sonnabend hier eine Ausschuß sitzung ab, in welcher mit Rücksicht auf die am 5. Juni im Abgeordnetenhause beginnende Beratung des Gesetzentwurses betreffend den erweiterten Grunderwerb am Rhein=Weser=Kanal beschlossen wurde, die königliche Staatsregierung zu ersuchen, behufs Beseitigung aufgetauchter Zweifel Klarheit darüber zu scheffen, daß durch den Gesetzentwurf betreffend den erweiterten Grunderwerb am Rhein WeserKanal in dem Gesetz von 1905, soweit es sich auf die Lippekanalisierung bezieht, nichts geändert wird, 2. die Vorarbeiten zur Lippekanalssierung so zu beschleunigen, daß tunlichst bald mit dem Grunderwerb vorgegangen werden kann. Arnsberg, 4. Juni. Die Versammlung der Direktoren) der höheren Lehranstalten findet hierselbst vom 11. bis 15. Juni statt. Königssteele, 4. Juni.(Genickstarre). In der Nachbargemeinde Eiberg wurden, um weitere Ausdehnung der Genickstarre nach Möglichkeit zu verhindern, die Volksschulen einstweilen geschlossen. Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Bückeburg, 3. Juni.(Zum Apell ehemaliger 7. Jäger) waren wohl 500 frühere Kameraden erschienen. Am Kommers im großen Rathaussaale nahmen das Offizierkocps und weitere Gäste aus der Stadt teil, auf der Galerie saßen aktive Jäger des Bataillons. Die alten Kameraden trugen meist Orden und Ehrenzeichen, viele sind Inhaber des Eisernen Kreuzes. Der älteste der ehemaligen Jäger(von 1859), Herr Stationsvorsteher a. D. Schulz, eröffnete den Kommers, Herr Major Graf Finck v. Finckenstein brachte das Kaiserhoch aus, Herr Hegemeister Kutts das Hoch auf den Chef des Bataillons, Fürsten Georg. Mit Begeisterung stimmten alle ein. Der Herr Kommandeur hieß dann die ehemaligen Kameraden namens des Bataillous herzlich willkommen. Unter fröhlichen Liedern der Gesangvereine„Liedertasel" und„Liederkranz“ und bei noch manchem guten Wort gingen die Feststunden schnell dahin. Gestern mittag nahmen die„alten Jäger“ auf dem Kasernesplatze Aufstellung zur Parade, die im Auftrage des durch Trauer am Ecscheinen verhinderten Fürst n der Kommandeur abnahm. Se. Hochs. Durchlaucht hatte durch seinen Flügsladjutanten, Herrn Major Rabe v. Pappenheim seinen Geuß bestellen lassen. In schneidiger Parade kamen die Altgedienten vorbei; dann ging's in langem Zuge zum Kriegerdenkmal, wo ein Kranz niedergelegt wurde. Nachmittags fand im Rathaussaale das Festessen stalt; der Raum reichte bei weitem nicht, um alle aufzu nehmen. Während des Essens erschien Peinz Hermann, der mit dem Bataillon im Kriege war und begrüßte die Kameraden. Düsseldorf, 5. Juni.(Landwirtschaftliche Ausstellung) Die vom 6. bis 11. Juni in Düsseldorf stattfindende Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft wird außerordentlich reich beschickt sein. Das in der Nähe des zoologischen Gartens zu diesem Zwecke hergerichtete Gelände umsaßt eine Größe von 120 Morgen und wird durch eine feste breite Straße, die den Plotz mitten durchschneibet, aufgeteilt. Auf der einen Hälfte werden die Tiere, auf der anderen die Geräte und die landwirtschaftlichen Feld und Wirtschaftserzeugnisse ihre Aufstellung finden. An Pferden werden ausgestellt Reit= und Wagenpferde der deutschen Edelzucht in 27. Klassen, ferner Arbeitspferde kaltblütigen Schlages in 26 Klassen. Ferner werden vorgeführt Militärpferde, unter dem Reiter und vor dem Geschütz, Remonten sowie andere kalt= und warmblütige Gebrauchspferde im Sattel und vor dem Wagen. In der Abteilung für Rinder sind sämtliche Schläge ausgestellt und zwar in 186 Klassen. Die Schafe sind in 8 große Gruppen eingeteilt, in Merinos, Fleischschafe und deutsche Schlage. Die Schweine sind in 5 Gruppen mit im ganzen 25 Klassen vertreten. Eine besonders reiche Ausstellung dieser Tiere liefert Westfalen und Hannover. Ziegen, sowohl schweizer als deutscher Abstammung, werden in reicher Auswahl zur Stelle sein; eberso wird eine vollständige Ausstillung von Geflügel, Kaninchen, Fischen und Bienen nicht fehlen. Auf dem Maschinenplatzt werden etwa 6000 Maschinen urd Geräte erwartet. Es kommen sowohl Feldbearbeitungs geräte, als auch Dreschmaschinen und Hofgerätschaften aller Art zur Ausstellung. Der Besuch der Ausstellung ist allen Landwirten dringend in empfedien. Vermischtee. Berlin, 5. Juni. Der Verband der Baugeschäfte faßte folgende Resolutien: Der Verband steht nach wie vor bezüglich der Forderungen der Arbeitnehmer hinsichtlich Verkünzung der Arbeitszeit auf seinem bis herigen Standpunkte, dieselbe entschieden abzulehnen. Die Versammelten beauftragten den Vorstand, sofort Vorkehrungen in die Wege zu leiten, daß die Arbeitswilligen in absehbarer Zeit eingestellt werden können.— Damit hat der Kompf im Baugewerbe eine entscheidende Wendung genommen. Mit dem Beschluß, diejenigen Bauarbeiter, welche zu den alten Bedingungen weiterarbeiten wollen, wieder einzustellen, wäre die Bauarbeiteraussperrung aufgehoben; es würde nur noch der Streik der Bauarbeiter nachbleiben. Berlin, 5. Juni. Im Berliner Bäckerstreik hat es der Hefering jetzt durchgesetzt, daß der Streiklettung der Bäcker aus deutschen Städten keine Hefe mehr gelisfert wird. Die Streikleitung hat aber bereits mit großen Hefefirmen in Oesterreich und Dänemark erhebliche Abschlüsse gemacht, so daß vorläufig den Bäckermeistern, die bewilligt haben, trotzdem genügend Hefe verabreicht werden kann. Frankfurt a., 5. Juni. Die englischen Journalisten sind heute vormittag 9½ Uhr in Begleitung von Mitgliedern des FrankAusschusses und der Frankfurter Prasse mittelst Extrazuges nach Rüdesheim abgereist. Emden, 4. Juni. Hier ist der Gründer der ersten evangelischen Arbeitervereine Deutschlands, Ludwig Fischer plötzlich gestorben.9 Kassel, 4. Juni. Regierungsprästhent Graf Bernstorff erlitt bei einem Morgenritt einen Unfall. Sein Pferd scheute und warf den Reiter ab, sodaß er eiren komplizierten Beinbruch erlitt. Schleswig, 5. Mai.(Hann. Cour.) Auf mehreren I seln des Großen und Kleinen Belt erfolgten letzte nacht mehrere Ersbeben in der Richtung von Nord nach Süd. In Südjütland wurden gleichzeitig mehrere mittelstarte Beben mahrgenommen. Essen, 4. Juni. Die Rhein=Wstf. '.“ meidet, daß die erste elektrische Vollbahn auf dem linken Rheinufer gier durch die Eisel gebaut werden solle, harpt sächlich zum Frochtverkehe zwischen dem Ruhrgebiet und dem Saartevier beziehungsSeise Lothringen. (Die Automobil=Herkomerkonkurrenzfahrt) hat gestern begonnen. Dabei ereigneten sich wieder verschiedene mehr oder weniger schwere Unglücksfälle. In Freiberg wurde dir Glasarbeiter Zemmrich überfahren, er mußte mit verletzter Wirbelsäule blutüberströnt ins Krankenhaus geschefft wirden. In Gößnitz erlitt ein Mädchen erhebliche Verletzungen an der Schulter. In Altenburg wurde bei der Durchsahrt durch die Stadt ein Schulmädchen beiseite geschleudert und verletzt. In Derbitz fuhr Wagen 20 gegen ein Haus. Das Vordertell des Wagens wurde dabei stark beschädigt. Oeffentlicher Wetterdieußt. Dienststelle: Meteorologisches Observatorium Aachen. Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 6. bis zum Abend des 7. Juni 1867 Nach Abnahme der Niederschläge morgen trocken bei abnehmender Bewölkung, veränderlicher Winde, etwas wärmer. Der Bieleseld, 6 Juni 1907. Sisig,#es Sr. SStelgan n, Nieozigper 4hermometerstag# i. d. Nacht+12° C. Thermome erstanb um 10 Uhr vorz:+ 18°C. Baronzeler 747 en. Wink: Süd West ssterr, I bedackt. Reueste Lübbecke, 6. Juni. Dem Kreisblatt“ wird aus Pr.=Oldendorf von gestern gemeldet: Allgemeine herzliche Teilnahme und Betrübnis erfüllt die Eingesessenen unserer Kirchengemeinde, nachdem bekannt geworden, daß heute vormittag Herr Pastor August Volkening nach kürzerem Leiden und treuer Arbeit heimgerufen ist. Berlin, den 6. Juni. Da die Oberstaatsanwaltschaft ebenso wie vorher der Staatsanwalt es abgelehnt hat den Antrag des Grafen Kuno von Moltke auf Erhebung der öffentlichen Anklage gegen den Herausgeber der„Zukunft" Maximilian Harden Folge zu geben, so hat Gras von Moltke sich nunmehr beschwerdeführend an den Justiz minister gewandt. Petersburg, den 6. Juni. Die zweite Tochter des Zarenpaares, Tatiana, ist gestern in Peterhof an Diphteritis erkrankt. Die Zarin verbleibt bei ihr, der Zar ist mit den anderen Kindern nach dem Fernpavillon übergesiedelt.— Anläßlich der letzten Aeußerung des Zaren beim Empfang des DumaPräsidenten Golowin, daß die Duma saumselig arbeite, erschien Golowin gestern zum ersten Male persönlich in verschiedenen KommissionsSitzungen, um die Mitglieder zu eifrigerer Arbeit anzufeuern. Der Kommission, die das Gesetz über die Unantastbarkeit der Persönlich keit ausarbeitet, teilte er mit, daß dieses Gesetz bis Montag unbedingt fertig sein müsse. Der Synod beschloß gestern, 8 der Linken der Duma angehörenden Priestern verbieten, geistliche Handlungen zu vollziehen. Todes-Anzeige. Am Dienstag, den 4. Juni cr., abends 9½ Uhr verstarb nach langem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder und Onkel der Ziegeleibesitzer Vom 10. Juni d. Is. ab verkehrt versuchsweise Werktags im Anschluß an Schnellzug Nr. 14 v. Minden(ab 613) u. Personenzug Nr. 215 von Bielefeld(ab 600) ein neuer Personenzug Nr. 535W mit.—4. Kl.; Löhne ab 654, Oeynhausen Süd ab 705, Vlotho ab 714, Möllbergen ab 723, Veltheim ab 728, Eisbergen ab 734, Rinteln an 741 nachm. Der Personenzug Nr. 534 Rinteln ab 537, Löhne an 627 nachm., der nur bis zum 31. August d. Is., verkehren sollte, wird vom 1. September ab Werktags beibehalten. Hannover, den 2. Juni 1907. Königl. Eisenbahndirektion. Nagder Kieinlahn Der zur Konkursmasse Schäffer gehörige zu Lenzinghausen im Alter von 71 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: IIsabein Kleimann geb. Schröder. Lenzinghausen, den 5. Juni 1907. Avionlalwaren= Laden Die Beerdigung findet am Montag, den 10. Juni, nachmittags 12½ Uhr vom Trauerhause aus statt. nebst Zubehör Oeynhaus., HerforderEcke Wilhelmstraße belegen, ist für sofort zu vermieten. Der Konkursverwalter: Dr. Dörinkel, Rechtsanwalt. C. Karstadt, Es hat dem allmächtigen Gott getallen, unseren lieben Vater und Onkel Hersord, Bahnhofstr. 2, Ecke Kreishausstr. emesi“; sich zur Behandlung der Pastor Nagder Verkolung 2 5 heute morgen nach kurzem Leiden zu sich zu nehmen in sein himmlisches Reich. Pr. Oldendorf, den 5. Juni 1907. Namens der Hinterbliebenen: A. Volkening, Pastor. und Hautkrankheiten. Sprechtage: Freitags von 9 bis 3 Uhr. Sonnzbends von 9 bis 8 Uhr Sonntags von 9 bis 11 Uhr. Kommne auf Bestellung auch auswärts Bilanz des Bankvereins zu Werther am 31. Dezember 1906. Aktiva. Passiva. Kasse Wechsel....... Konto=Korrent=Debitoren Hypotheken=Forderungen u. Darlehen an Kommunen Wertpapiere Immobilien Inventarien Zins=Forderungen für 1906 bezahlt in 1907 Mi. Aktien=Kapital Reserven )ordentliche 30998.96 b) besondere 11060.— Konto=Korrent=Kreditor. Depositen.... Im voraus erhobene Wechselzinsen..... Gewinn= u. Verlust=Konto Mt. Gewinn= und Debet. Kredit. Handlungs= Unkosten, Stempel und Steuern Reingewinn.... Mi. Werther i.., den 11. Mai 1907. Vorstand. Tremper. Johanning. Eine Seilmiede mit guter Kundschaft und Schmiede-Inventar soll sofort billig verkauft auch verpachtet werden. Uebernahme kann sofort erfolgen. Näheres: H. Nolting, Gohfeld 20. Das Kolonat Haus Nr. 8 Eickum mit einem großen Schuppen ist mit einer beliebigen Fläche vorzüglichen Acker und Wiesen zu verkaufen. Auch können dort noch einige kleinere Rentengüter abgegeben werden. Jede gewünschte Auskunft durch Herford. C. H. Tödtmann. S 3 Die wirksamste med. Seife ist d. echte Steckenpferd=Teerschwefel=Seise von Bergmann& Co., Radebeul. mit Schutzmarke Steckenpferd gegen alle Arten Hautunreinigkeiten und Hautausschläge wie Mitesser, Finnen, Flechten Blütchen, rote Flecke 2c. à St. 50 Pfg. bei L. Schaefer, Bielefeld und Petri Gebrüder, Minden. Visttenkarten in Buch= u. Steindruck billigst bei Heinr. Frensemeier, Herford, Buch= u. Papierhandlg. Sonntag, den 9. Juni: Austlug Sammelpunkt: Siekertor Abmarsch: präzise 6½ Uhr früh. 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