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Billroth, berühmter Chirurg, geb. 1829.— Cenetal von der Tann, gest. 1881. Der uufschwung von Klautschon. zur allgemeinen Förderung der Kolonie hei tragen wird, ist selbstverstät dlich. Englische Firmen ziehen englische Dawpfer nach sich, und die bisher in Tfingkau nur durch die Firma Arnhold, Karberg u. Co. vertretene „Hongkong and Sharthei Banking Corporation“ wird sich in nicht allzu ferner Zeit als Kasser= und Kreditverkehr treibendes offenes Bankinstitut in Tsingtau niederlassen. hat die Firma Duering, Wibel u. Co. die Anlage einer großen Zuckerraffinirie mit einem Kapital von mehreren hundert Millionen Mark in Angriff genommen, eine Anlage, welche die erste in ganz Nord China sein wird. Ihr einziger Konkurrent sind die Zickerfabriken in Hongkong, die aber den Bebarf nicht annähernd Der litzte bieser Verichte decken können. Die im Dezember 1905 in * T s i r g t a u e r ö f f n e t e G e r m a n i a B r a u e r e i h a t das erste Sommergzartal mit vollstem Betriebe vorzüglich überstlanden und ihr treff liches Erzeugnis, helles Bier nach Pllsener, durkles Bier nach Münchener Art, auch während der heißesten Monate lagern und nach Honckong, Schouzhai, Harkon, Japan, Tschisu Tienssin, Peking und Tfinansu in Flaschen und Fässern mit bestem Erfolge versenzden können.„Tsingtau Bier“ ist an der ganzes Küste bekannt und geschätzt. In Tapantau, dem Chinesenviertel von Tfingtau, ist ein großes, chiresisches Theater im Entstehen, das von einer deutschen Die englische„North China Daiky News“ hat schon wiederholt recht günstige Berichte über unsere chinesische Kolonie in Tsirgtau gebracht, was bei der im allgeweinen keineswegs übermäßig deutschfreundlichen Haltung dieser Zeitung besonders hervorgehoben zu werden verdient. lantet: Wenn ich die deutsche Kolonie von heute damit vergleiche, was sie vor fünf Jahren war, so muß ich sagen, daß selist der größte Optimist nicht hätte glauden kbynen, in so kurzer Zeit würde so viel erreicht werden, wie es die Deutschen fertiggelracht haben. Wo noch vor acht Jahren nichts als ein paar elende chinesische Hütten standen, da befindet sich jetzt eine schüre Stodt mit vortrifflichen Straßen und Häusern, die den a dern Fremdenvierteln in China zum Muster dienen könnten. Vor sich sieht man einen guten und großen Hasen, und von Zeit zu Z it wird man durch den Pfiff der Lokomotive daran erinnert, daß jetzt in wenigen Stunden das Herz der Provinz zu erreichen ist, während dies früher beinahe so viele Tage dauerte. Die Regierung hat es sich besonders angelegen sein fassen, Tausende und Abertausende von Bäumen zu pflanzen, die teilweise eingeführt und teils in einem aus gezeichnet geleiteten botanischen Garten gepflegt werden, den die Deutschen„Baumschule" neunen. Hier läßt man die Bäumchen so lange, bis sie keiner besonderen Aussicht mehr bebürfen, und dann verpflanzt man sie auf umliegenden Berge sowie in die Stadt. Dishalb steht man im Sommer, was in China nicht häufig der Fall ist, überall eine Menge Laub. Durch dieses Erün wird der Reiz der Spaziergänge in der schönen Um gebung sehr erhöht. Ferner ist zu erwähnen, daß wir kürzlich eine erfolgreiche Liedhabervorstellung von„Alt Heidelberg“ hatten, die einen hübschen Ueberschuß für mildtälige Zricke abwarf. Aber nicht alles zeigt zu einem so angenehmen Lichte. Der Handel entwickelt sich nur langsam Uesere deutschen Freunde müssen es sich recht sauer werden lassen, wenn sie auf diesem Gebiete Erfolg. haben wollen; aber trotzdem glaube ich sicher, deß bei ihren Kenntnissen und ihrer Bildung der Ersoln schließlich nicht ausbleibt. Es dauerte vierzig Jahre, ehe sich der jetzt so blibende Handel von Hongkong orbentlich entwickelte. Die Deutschen in Tfingtau haben keinen Grund zu der Annahme, daß es bei ihnen schneller gehen werde. Auch die„Deutsche Japan= Post“ enthält sche interessaute Mitteilungen über die erfriuliche Entwickelung unserer Kolonie im fernen Osten. Aus Schanhai, Tschifu und Tienisin kommen Klagen darüber, daß sich der Ausfuhrhandel in Strohgeflechten, in erster Linie von Sirohborten, immer mehr und mehr nach Tsingtau zieht. Den deutschen Expor firmen ist es gelungen, die größten chnesischen Händler heranzuziehen: die steigen den Ausfuhrziffern von Strohg=flichten, die seitens des chinesischen Seezellamts verzeichnet werden, bilden den besten Beweis für diese Tatsache. Eine erglische Firma in Tschilu und ein großes deutsches Haus in Tieutsin beabsichtigen, in Tfiegtau Zweigniederlessungen zu gründen, auch eine in Schanghat ansässige englische Firma, die in erster Linie sich mit der Ausfahe von Strohgeflichten befaßt, hat dies: Absicht. Diß eie Verwirklichung dieser Pläne nur anlessen und ibnen die Erhaltung der Naturdenkmäler anzuempfehlen. Endlich wird das Forsteinrichtungsbureau beauftragt, sich jedesmal vor dem Niudruck von Forstkarten wegen der Eintragung der Naturdenkmäler mit der in Danzig befindlichen Staatlichen Stelle für Naturdenlmalpflege in Preußen in Beziehung zu setzen. erbaut wird, welche es an einem gewiegten chinesischen Unternehmer auf längere Zeit verpochtet hat. So scheint sich der Ausspruch des Gouverneurs Truppel, nach Beenbigung des russisch zopanischen Krieges werde für Tsingian sommerzielle Hockflut eintreten, in vollem Umfange als durchaus richtig zu erweisen. Naturdenkmalpflege. Die preußische Staatsforstverwaltung briagt schon lange der Pflege und Erheltung landwirtschaftlicher Schön heiten und wissenschaftlicher Selterheiten Verständut und Wohlwollen entgegen. Jetzt ist an die Köriglichen Regierungen eine die Naturdenkmalpflege regelnde Allgemeine Vrfügung erlassen, welche bei allen Naturund Heimasreunden sowie in den beteiligten wissenschaftlohen Kreisen lebhafte Freude hervorrufen wird. Hiernach sollen durch Urwüchsigkeit oder Seltenheit der Holzarten oder aus anderen Gründen bemerkenswerte Prophezeiungen. Eire hübsche Verspottung sozialdemokratischer Prophezeiungen bringt die Zeitschrift„Der Hammer“ in folgenden Gegenüberstellungen: „Spätestens in zehn Jahren kommt der große Kladderadatsch“ sagte Augusi Bebel 1875;— da stand die bürgerliche Belt noch 32 Jahre und wollte noch immer nicht untergehen.— „Mit unsehlbarer Sicherheit eilen wir von Sieg zu Sieg, letzten Wahlen:— demokratie die Hälste ihrer Sitze. „Wenn die neuen Wucherzölle eingeführt werden,“ sagte Ledebour,„so wird niemand mehr das teure Brot bezahlen können.“— Da wurden die Zölle eingeführt, und das Brot wurbe so billig, wie es nie gewesen war.— „Wählt keinen von den Ordnungsparteien,“ Em sagten die Sozialdemokraten 1907, sonst Firma; kommt das Pfund Fleisch bald auf 3 Mark .“ sagte Singer vor den da verlor die Sozialzu stehen.“— Aber das Volk wählte doch Bürgerliche: da sonken die Schweinepreise von 75 Mark auf 45 Mark.— „Das deutsche Volk verkümmert an Unterernährung,“ zogten die demokratischen Volktbeglücker:— da stieg der Fleischverbrauch in Deutschland von 25 auf 52 Kilegramm für Kopf und Jahr und war fast doppelt so hoch wie in Schweden, Belgien und Dänemark.— Diese Liste ließe sich noch sortsitzen. Sie beweist aber schon zur Genüge die Leichtseitigkeit, mit der diese falschen Propheten ihre„Vorauesogen“ in die Welt setzen. Nachrichten. Aus dem deutschen Reiche. Berlin, 25. April. Aus Gießen wird von heute gemeldet. Der Kaiser und der Großherzog von Hessen trafen vormittags hier ein und wurden von der Bivölkerung mit lebheften oder aus anderen Gründen bemerkenswerte Hochrufen empfangen. Beide Monarchen B=stände, wo es ohne unverhältnismäßige besichtizten darauf das 2. Hessische In Opfer möglich ist, auf hinreichend großen fanterie=Regiment Nr. 116, dissen Chef der Flächen erhalten und event. in einer von Kaiser ist. Aus die Besichtigung folgle eine den Borschriften der Betriebspäne ab Uebung nech deren Schluß der Kaiser und weicher den Weise behandelt werden. Von der Großberzog an der Spitze der Fahnenbotanischen Seltenheiten sollen nicht vur konpognie in die festlich geschmückte Stadt durch Größe und Form ausgezeichnete Holzgewächse Beachtung finden, sondern auch seltene krautartige Pflanzen und seltene Pflanzengemeinschaften. Fang und Tötung der wirtschaftlich unschädlichen oder doch nicht merkhar schädlichen Tiere, z. B. Pirol, Spechte, Mandelkrähe, Kolkrabe, Uhn, Schlsarzstorch, Krauich usw., wird zu ver bieten sein. Wie die Vögel sollen auch ihre Nester geschützt werden; ebenso ist auf Schaffung und Erhaltung von Nistgelegen heit Bevacht zu nehmen. Die in den Staatsforsten vorhandenen bemerkenswerten erratischen Blöcke und anstehenden Felsen #imitten und im Offizi#nkafino das Frühstück ein ahmen. Um 5 Uhr nachmittags teaf der Kaiser wieder in Homburg ein. Als Prinz Eitel Friedrich gestern auf dem Döberitzer Exnzierplatz den Dierst bei seiner Kompagnie beginnen wollte, scheute das Pferd vor einer roten Signalfahne, die ein Unteroffizier ting. Das Tier schnellte mit dem Kopje in die Höhe und schlug den Prinzen so heftig gezen die Nase, daß er bewußtlos vom Pferde sank. Die Meldung, daß der Prinz eine Gehirnerschütterung erlitten habe, ist unbegründet. Er klagt über heftige rals wirde den Ausschußberichten über den Entwurf eines Gesetzes betr. die Bestrafung der Majestätsbeleidigungen, sowie über eine Ergärzung zum Reichshaushaltsetat für das Rechnungsjahr 1907(Erweiterung des Kaiser WilhelmsKanals) die Zustimmung erteilt. Aus Braunschweig wird dem„Hann. C.“ gemeldet, daß die Stimmung in den Landtagskreisen allgemach zugunsten des Kandidaten des Ministers v. Otto und des Regentschaftsrates, des Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, umgeschlagen ist, so haß bei einer Vornahme der Regenten wahl auf ein einstimmiges Beium zu seinen Gunsten zu rechnen sein würde. Potsdam 25. April. Heute fand vor der Disziplinarkammer die Verhandlung gegen den Gouverneur von Kamerun Jisko v. Puttkammer statt. Der Gerichtshof erkannte gegen den Angeklagten wegen dreier Dievstvergehen auf einen Berweis und 1000 Mark Geldstrafe und legte ihn die Kosten des Verfahrens auf. Von einer Dienstentlassung wurde wegen seiner langjährigen tadellosen Verwaltung und selne Verdienste um das deutsche Reich Abstand genommen. Straßburg, 25. April. Ein Konflikt ist zwischen dem Landesausschuß von Elsaß Lothringen und der Regierung aus gebrochen. Staatssekretär von Köller machte in der gestrigen Sitzung des Landesausschusses davon Mitteitung, daß der Kaiser den Initiativautrag des Landesausschusses, die Reichseisenbahnen zur Gewerbesteuer heranzuziehen, abgelehnt habe. Darauf erfolgte eine sehr lebhafte Debatte. Die Abgeordneten Blumenthal, Preiß und Wetterlé bezweifelten das Betorecht des Kaisers, durch das die gesetzgeberische Stellung des Landesausschusses auf den Nallpunkt herabsinke; ein so igehandhabtes Verfassurgsrecht sei ein Hohn und demütige das Volk und das Parlament. Ein Antrag der Liberal=Demokraten, daß die Gesetzertwürfe des La#desausschusses direkt dem Bundesrat vorgelegt werden müßten, ehe der Kaiser das Betorecht ausüben könne, wurde einstimmig vom Hause angenommen. Unter erregten Ausführungen, gegen die Herr von Köller einen schweren Stand hatte, erfolgte die Ankündigung, daß der Landesausschuß beim Reichstage den Schutz seiner Autorität suchen und die Verfassungsänderung beschleunigen müsse. sind vor Ziestörung zu schützen. Ferner haben Kopfschmerzen, die aber bereits nachgelessen die Oberförster Erhebungen über die in ihren Dier stbezirken vorhandenen Naturdenkmäler anzustellen, das Ergebuis in eine Nach weisung nach dem von der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege entworfenen Muster einzutragen und ein besonderes Aktenstück für Naturdenkmäler neu anzusegen.— Gleichzetig werden die Oberpräsidenten ersucht, auch die Wald de sitzenden Kommunen, Anstalten, Majorate usw. zur Ausstellung einer solchen Nachweisung für die Staatliche Sulle zu verhaben. Das B.finden des Prinzen hat sich überhaupt erheblich gebessert, so daß er voraussichtlich am Sonnabend wird nach Potsdam zu ückkehren können. Am 3 Mai findet die Einsegnung der Prinzessin Viktoria Margarethe, Tochter des Prinzen Friedrich Leopold von Prußen, in der Peter Paulskirche zu Nikol# irs bei Klein=Glienick, statt. Prinzessin Biktoria Margsrethe hat am 17. d M. ihr 17 Lebenejahr vollendet. In d.r heatigen Sitzung des BundesParis, 23. Arril. Der Berliner Vertreter des„Gausoisz" hat bei führenden Personen der Handelswelt eine Umfrage über die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich veranstaftet. Ihm zufolge war Geh. Rat Rch. Witting der Ansicht, daß die Zeit einer französtsch=deutschen Verständigung auf dem Gebiete materieller Interessn günstig wäre. Die Anlage französischer Keptaiien in Deutschland würde wirtschaftlich und politisch durchaus gesunden Grundätzen entspeechen. Eine Interessengemeinschaft zwischen Deutschland und Frankreich und ein aus ihr sich ergebendes politisches Konpromiß erscheine als eine Notwendigkeit der neuen Zeit. Welle man den Weltfeieden dauernd sichern, so müsse man ihm eine starke Basis wirtschaftlicher Jateressen geben. Aehnlich sprachen sich Dr. Paul Schwabach vom Bankhause Bleichröder und Herr Fürstenberg von der Handelsgesillschaft aus. Konsul E. Gutmann er wartet kein rasches Tempo bei der Herst llung einer wirtschaftlichen Interessengemeinschaft, hält sie aber für wahrscheinisch und bezeichnete eine französisch deutsch russische Verständigung als eine Notwendigkeit für den Weltsrieden. Auch der Abg. D.. Beumer hät die wirtschaftliche Allianz Deutschlands und Frankreichs für eine Entwickelungsnotwendigkeit. Auch er fügt hinzu, sie würde jede politische Komplikation auf dem Kontinent unmöglich machen. Paris, 25. April. Frankreich wird sich an der Beratung über die Abrüstungs frage im Hiag beteiligen. London, 25. April. Eine heute erlassene autoritative Erklärung besagt, es bestehe keinerlei Begründung für die Nachricht, betreffend den Abschluß einer Marineallianz zwischen Großbritannien und Spanien und die Bildung einer Quadrupel Entente zwischen Großbritannien, Frankreich, Italien und Spauien.— Der Besuch König Eduards in Cartagena hat nach einer Meldung der„Frankf. Zig." ledig lich den Zweck gehabt, es dem König Alsons möglich zu machen, nach der Entbindung der Königin, diese auf einer Besuchsreise nach England zu begleiten. Hampton=Roads, 24. April. Die drei Meilen lange Linie von Kriegsschiffen gegenüber dem Ausstellungsterrain gewährt einen prächtigen Anblick. Die deutschen Kriegsschiffe„Bremen" und„Roon“ waren die ersten ausländischen Kriegsschiffe, die eintrafen. Der Empfang, der den deutschen Schiffen zuteil wurde, war äußerst liebenswürdig. Petersburg, 25. April. Ein von den polnischen Abgeordneten in der Reichsduma eingebrachter Antrag auf Einführung der Autonomie in Polen verlangt für Polen einen eigenen Landtag und selbstätdige Minister und Staatssekretäre unter einem Statthalter, die nach dem Vorbilde Finlands Angelegerheiten der Armee, Flotte, des Zollwesens, der Münze, des Eisenbahnwesens, der orthodoxen Kirche und der auswärtigen diplomatischen Vertretung zu regeln hätten. Ferner fordert der Antrag ein eigenes polnisches Gerichtswesen mit einem Senat als oberster Instanz Petersburg, 25. April. In der Fabrik Tschescher stellten etwa 400 Arbeiter vorgestern Forderungen auf eine Besserung der Arbeitsbedingungen sowie eine Regelung der Arbeitszeit. Sie versammelten sich vor dem Fabrikgebäude, um den Besitzer der Fabrik zu erwarten, doch wurden sie von der Polizei auseinandergetrieben. Hierbei wurden gegen 100 Arbeiter leicht und etwa 30 schwer verletzt. Zum Zeichen des Protestes gegen die Mißhandlung ihrer Kameraden traten gestern die Ar beiter der meisten Fabriken des Wiborger Stadtteils in den Ausstand. Am Abend arbeiteten in diesem Stadtteile nur noch einige Fabriken. Im ganzen Gebiet der Stadt Petersburg macht sich die Bewegung bemerkbar. Madrid, 25. April. Das Ergebnis der Wahlen ist folgendes: 256 Konservative, 61 Liberale, 8 Demokraten, 32 Republikaner, 17 Catalanisten, 16 Carlisten, 2 Integristen, 2 Katholiken, 4 Independenten. In sechs Wahlkreisen müssen Neuwahlen stattfinden. Arbeiter erreiche das Gegenteil von seinem Ziele, er vernichte die Rechte der Arbeiter, statt sie zu erweitern und zu befestigen. („Verelendung.“) Nach einer Statistik des sozsaldemokratischen Maucerverbandes über die Lohn= und Arbeitsbedingungen im Maurergewerbe hat sich in dem Jahrzthat 1895 bis 1905 das Arbeitseinkommen für rund 190000 Maurer um etwa 45 Millionen Mark gesteigert. Das macht auf den Kopf rund 236 Mark. In bezug hierauf schreibt die sozialdenokratische„Münchener Post“ u. a.:„Die Verbesserung in der Lebens haltung der organisierten Arbeiter Deutsch lands drängt sich jiedem ruhigen Beobachter so stark auf, daß er auf alle theoretischen Argumente für die Notwendigkeit und den Nutzen der Gewerkschaftsbewegung verzichtet.“ — Die Virbesserung der Lebenshalt ung wird der„ruhige Beobachter“ auch für die nicht organisierten Arbeiter feststellen müssen. Trotzdem spricht das sozialdemokratische Parteiprogramn immer noch von der wachsenden Verelendung der Massen. den Parlamenten. Aus dem Umsturzlager. (Der frühere sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete v. Elm) hielt in der Sitzung des Hamburg= Altonaer Gewerkschaftskartells eine aufsehenerregende Rede. v Elm verurteilte schärfstens den gehässigen Ton der sozsaldemokratischen Presse im Kampse gegen die Unternehmer und bezeichnete die Idee eines Massenstreiks als politischen Unfian einiger wichtigtuenden Führer. Jeder Generalstreik der Deutscher Reichstag. 38 Sitzung vom 25. April 1907. 1 Uhr. Im Reichstage wurde am Donnerstag die Beratung des Militäretats fortgesetzt. Abg. Noske (Soz.) bemühte sich, die in den bisherigen Ausführungen gegen die Sozialdemokratie erhobenen Anklagen nach Möglichkeit abzuschwächen und seiner Partei das beste Zeugnis auszustellen. So denke diese gar nicht daran, mit ihrem Antrage auf Erhöhung der Löhnungen agitatorischen Zwecken zu dienen und wolle auch gar nicht das Heer auf einmal abschaffen. In großangelegter Rede erwiderte auf die Ausführungen des sozialdemokratischen Redners Preußischer Kriegsminister v. Einem, der Abg. Bedel habe nicht geleugnet, daß unser Heer ein Meisterwerk sei, dennoch sage er:„Nieder mit dem stehenden Heere, es lebe die Volkswehr.“ Eine hundertjährige Geschichte habe aber gelehrt, daß bei Volksheeren die Not erst ein Eade nahm, wenn das Volksheer zu einem wirklichen Heer wurde. Jene verhältnismäßig leichten Siege, mit denen die Truppen der französischen Republik um die Wende des 18. und 19 Jahrhunderts besiegt wurden, hätten uns schwer geschadet, als 1805 die Franzosen unter einem Menne, der ein Kriegsgott war, zu rechten Soldaten geworden waren und Deutschland überrannte. Nur unser bewährtes System bürge uns für den Frieden. Wenn der Vorredner gemiint habe, er(Redner) habe gestern mit unserer Stärke renommiert und mit dem Säbel gerasselt, so müsse er gegen diese Aeußerung protestieren. Er habe nur gesagt, wir seien gezwungen gewesen, große Aufwendungen zu machen, um kriegsbereit zu sein und der Reichstag habe ia anerkennenswerter Weise alles bewilligt. Die Sozialdemokratie habe nicht nötig zu verlangen, daß eine friedliebende Politik getrieben werde, denn Deutschland habe seit 1871 seine Friedenslitbe zur Genüge bewiesen. Die deutsche Manneszucht habe uns die Hochachtung der ganzen Welt erworben; die sozialdemokratische Erziehung der Jugend wirde nur die Verachtung der ganzen Welt herausfordern. Generalmajor von Valet des Barres sagte eine Berücksichtigung der Wünsche der Militäranwärter zu. Auf Beschwerden des Abg. Graf Mieleinski(Pole) über militärischen Boykott von Lokalen, erwiderte preußischer Kriegsminister v. Einem, Boykottierungen sollen soviel wie möglich vermieden werden; wo die Dis ziplin jedoch in Frage komme, müsse man die Soldaten von einer Berührung mit großpolnischen und sozialdemokratischen Agitatoren fernhalten. Nach Aeußerung vieler Einzelwünsche wurde die Resolution Liebermann v. Sonnenberg über den Elnjährigendienst der Zahnärzte und die Einstellung von Zahnärzten in den Militäretat angenommen. Darauf wurden noch weitere diverse aber unwesentliche Wünsche zum Militäretat geäußert. Etats. Zu einer allgemeinen Besprechung kam es nicht. In der Einzelberatung wurde eine längere Reihe kleinerer Eiats ohne Erörterung bewilligt. Beim Etat der Domänenverwaltung kam es zu einer längeren Besprechung über einen Antrag des Abg. Dr. v. Erssa, geschlossene Stoatsdomänen in der Provinz Sachsen von 100 Hektar ab künftig nur unter der Bedingung der grundbuchmäßigen Befestigung zu veräußern, um sie dadurch vor späterer Zersplitterung zu bewahren. Der Antrag wurde mit den Stimmen der Konservativen und des Zentrums angenommen. Beim Etat der Ansiedlungskommission überraschte die Ablehnung des Antrages Dr. Arendt zur Fortführung der Ostmarkenpolitik. Ein Teil der Konservativen stimmte gegen den Antrag, aber, wie sich später herausstellte, infolge eines Mißverständnisses. Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Voltz(ntl.) erklärte Minister v. Arnim, die Regierung erwäge Maßnahmen zur Stärkung des Deutschtums auch in Oberschlesien. Die Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung und der Gestütsverwaltung wurden nach längerer Erörterung bewilligt. Beim Elat der Berg=, Hütten= und Salinenverwaltung gab Minister Dr. Delbrück Auskunft über das Geubenunglück auf dem Mathildenschacht. Darauf trat Vertagung ein. Der Brockfeld'sche Mord zu Herford. Abgeordnetengans. 52. Sitzung vom 25. April. Das Abgeordnetenhaus begann am Donnerstag bei starkem Besuche die dritte Lesung des (5. Verhandlungstag.) Der heutige Tag begann mit den Ausführungen der Staatsanwaltschaft zur Schuldfrage: Wir stehen am Schluß einer sehr langen Verhandlung. Er habe es verhältnismäßig leicht gehabt, indem er das ihm reichlich zugetragene Material zu sichten und zusammen zu stellen hatte. Von all den Beweismitteln sei aber das Geständnis des Lachmann das wesentlichste gewesen und das jenige was Lachmann andern gegenüber gesagt habe, sei eigentlich ein Geständnis zu nennen, aber eine offine Erklärung sei dies nicht gewesen, denn der Angeklagte Lachmann schweige aus Furcht vor Strafe. Es sei ja bekannt, daß er an der Tat beteiligt gewesen. Man habe ihn schon weinen gesehen usw. Später habe er denn auch gestanden, die Frau Brockfeld habe ihn ins Unglück gestürzt. Als sie vom ersten Weidenschneiden zurückgekommen, seien sie— er, die Brockseld und Brockseld— noch einmal zum Weidenschneiden gegangen. Die Frau habe einen Streit mit ihrem Manne angefangen, worin er mit hineingezogen worden sei. Damals habe Lachmann gesagt: Er habe dann dem Brockfeld einige Schläge vor den Kopf gegeben, womit, will er jetzt nicht mehr wissen. Er ist der Ansicht, daß, wenn Lachmann ein offenes G.ständnis ablege, sich noch andere Personen wegen Begünstigung vor dem Strafrichter zu verantworten hätten. Dann kam er auf die Feau Brockfeld zu sprechen. Die Frau Brockfeld sei, entgegen dem Lachmann, eine harte Person. Sie sei nicht zu bewegen gewesen, ein Geständnis abzulegen. Sie sei eben aus hartem Holz geschnitzt und eine nervenstarke Frau, die kein Bedürfnis habe, ihr Herz zu erleichtern. Von vornherein habe sie verschwiegen, daß Lachmann mit ihr gewesen sei. Sie habe, wenn sie unschuldig wäre, doch ihre Bekanntschaft mit Lachmann nicht zu verschweigen brauchen. Sie hat von Anfang an bei ihren Vernehmungen immer die widerspechendsten Anzaben gemacht. Dem Polizeisergeanten Lange gegenüber, der sie von Herford nach Bielefeld transportiert hat, habe sie geäußert: Ich bin nicht dabei gewesen, aber ich weiß, wer es gewesen ist. Dem Untersuchungsrichter habe sie zu Protokoll gegeben, daß alle drei nach der Werre zu gegangen, sie habe gewünscht, daß Hosselmann und Lachmann ihren Mann hätten durchgeprügelt, weil ihr Mann immer so frech gegen sie gewesen wäre. In der Hauptverhandlung hat sie ausgesagt: Sie, Lachmann und Brockfeld seien zusammen in die Twegte gegangen. Dann kam er auf den Leichenfund zu sprechen. Am nächsten Morgen sei die Leiche von Brockfeld in der Werre gesunden worden. Dieselbe habe hinter einem Weidenbusche gelegen, das Gesicht blutüberströmt nach oben gerichtet. Die Hände hätten die Weidensträucher umklammert gehabt. Von dem Garten zur Werre sei eine Schleifspur entdeckt worden, welche den Eindruck gemacht habe, als habe man hier einen Körper in die Werre geschleift und geworfen. Diese Tatsache stimme mit dem Geständnis des Lachmann überein. Wer aber seien die Mörder? Wer habe ein Interesse an dem Tode des Brockfeld gehabt? Der Verdacht sei zunächst auf die Frau Brockfeld und ihren Liebhader gefallen. Die Voruntersuchung, die sich gegen Quest gerichtet habe, habe eine Teilnahme des Quest an diesem Verbrechen nicht ergeben. Der Staatsanwalt beantragte, bei der Brockfeld die Frage nach Mord und bei Lachmann die Frage nach Totschlag zu bejahen. Lachmann habe die Tat infolge des Schnapsgenusses in der Erregurg im Affekt begangen, also nicht mit Urberlegung. Die Frau Brosseld hat den Plan, den sie von Anfang an gehabt, mit Ueberlegung bis zu Ende geführt.(Pause bis 2 Uhr.) Darauf ergriff Herr Justizrat Wex, der Verteidiger des Lachmann, das Wort: Der Staatsanwalt habe sich so ausführlich ausgesprochen, daß er sich kürzer fassen könne. In erster Linie kommen die Geschehnisse in der Wohnung von Brockfeld in Betracht. Bei der Suche der Urheder der Mordtat müsse man sich der Personen erinnern, die mit der Amalie Brockfeld in Berührung gekommen. Dies ist aber sehr verführisch für die Richter. Es seien im Lause der Verhandlung die Aeußerungen hervorgetreten, die die Frau Brackfeld getan hat. Diese Aeußerungen seien vollständig wertlos. Dann kam er auf Lachmanns Geständnisse zurück. Vorher habe Luchmann gesagt, er habe den Brockjeld mit einem Knüppel vor den Kopf geschlagen, jetzt sage er, ein Werkzeug habe er nicht gehabt Ins Wasser könne er den Brockseld nicht geworfen haben, während er heute wieder anderes bekundet. Meine Herren! was wollen Sie mit solchen Unzeug machen? Ein Mensch, der sich so benommen, wie Lachmann, offenbar konfus. Der Staatsanwalt habe gesagt, daß Lachmann überall da, wo er Zutrauen gehabt, ein Geständnis abgelegt habe. Ihm, dem Berteidiger gegenüber habe sich Luchmann ausgeschwiegen und gesagt: Ich weiß nichts. Jetzt kam er zu der Rechtslage. Diese kommt nur in Betracht, wenn man zu einer Schuld des Angeklagten Lachmann komme. Dann liege nach seiner Meinung nur eive gefährliche Körperverletzung vor, weil die Leute, in dem Glauben, Brockseld sei tot, ihn in das Wasser geworsen hätten. Nun ergeiff Herr Justizrat Ohly das Wort: Es handelt sich darum, ist die Frau Brockfeld zur fraglichen Zeit am Tatorte zugegen gewesen. Es ist die Schleifspur gefunden, der Trippelplatz, aber man habe keine Fußspuren gefunden, die darauf hindeuten, daß mehrere Personen dazu gewirkt haben, den Körper ins Wasser zu schleppen. Dann komme er auf den Indizienbeweis zu sprechen. Es handelt sich bei diesen Annahmen um Indizien vor und nach der Tat. Wenn die Indizien fallen, so bleibt nur das vielbesprochene Geständnis übrig. Sie kommen damit nicht auf die Spur des Täters, nicht auf die Angeklagten. Aich bei dem Untersuchungsrichter sei nicht mehr heraus zu kriegen gewesen. Das. sind Kritiken der Indizien, die gegen die Angeklagten sprechen. Der Staatsanwalt erwidert, daß das Geständnis des Lachmann nicht so von der Hand zu weisen sei, der Lachmann mache nicht den Eindruck eines Schauspielers— wie der zweite Verteidiger sage. Justizrat Wex ist der Ansicht, daß wir in Lachmann einen Menschen haben, der alle Möglichkeiten wiedergibt, die sich ihm infolge seiner schweren Trunkenheit im Kopfe festgesetzt haben. Lachmann bat am Schlusse der Verhandlung um ein mildes Urteil, während die Brockfeld nichts mehr anzuführen hat. Darauf begann von Seiten des Vorsitzenden die Rechtsbelehrung, welche von 7 bis 8 Uhr dauerte. Nunmehr zogen sich die Geschworenen zur Beratung zurück. Die Geschworenen bejahten bei Lachmann die nach Tötung gestellte Schuldfrage. Auch wurde die Frage nach mildernden Umständen bejaht. Bei der Brockseld wurde die Frage nach Totschlag, aber unter Vernei gung mildernder Umstände, bijaht. Der Staatsanwalt beantragte gegen die Brockfeld 15 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust und gegen den Lachmann eine Gesängnisstrafe von 4 Jahren. Der Gerichtshof erkannte gegen die Brockfeld auf 12 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust und gegen Lachmann auf 4 Jahre Gefäggnis. Bei Lachmann erwogen, daß er verleitet und stark betrunken gewesen, aber er hätte die Willenskraft haben müssen zu widerstehen. Bei der Brockseld erwogen, daß sie die Tötung ihres Mannes seit langem überlegt. Mildernd kommt in betracht, daß ihr Mann mehr wie nötig dem Trunke ergeben war. Damit ist die diesjährige erste Schwurgerichtsperiode beendet und wurden die Herren Geschworenen mit einem Danke für ihre dem Staate geleisteten Dienste entlassen. Lokales und Prowik# Bielefeld, 26. April. (Vorläufige Anzeige.) Die lutherische Koaferenz firdet in diesem Iihre am 21. und 22. Mai statt. (Entgleisung) Mittwoch abend entgleiste der um 5½ Uhr non hier nach Die Deichschau. Erzählung von Heinrich Smidt. 19](Nachdruck verboten.) Die rohen Burschen stürmten fort, anscheinend gewalti, aufbegehrend und doch heimlich rück väts schauend, ob nicht der junge, kräftize Bauer, der so stolz zu Roß saß, hinter ihnen drein sprengen und ihnen die Peitsche um die Ohren schlagen werde. Marx Nagel stieg von seinem Pferde, trat zu der Altmagd, die sich um ihre jungHer it bemühte, und sagte:„Bringe Sie die Jungfer in das Haus und tue Sie, was not ist, sie zu pfl gen! Wenn Trina Bolt die Augen ausschlägt, sage Sie ihr, daß sie sich nicht sorgen und fürchten soll! Der Marx Nagel sei da, um den Boltenhof zu schützen, so lange dies in eines Minschen Macht steht. Ozne ihren Wlen soll kein Strohheln vom Dache des Hauses entwendet werden.“ Mit diesem Troste ging die Altmagd zu der jungen Gebieterin, und der junge Mann blieb überlegend auf dem vereinsamten Hofe zurück, nicht imstande, den Ausweg zu finden, sch dem er so eifrig suchte. Doch nicht allzulange dauerte seine Einsamkeit. Auf dem Nagelshofe fragte der Vater nach dem Sohn und erfuhr, wohin er sich begeben hatte. In das Pistorenhaus gelangte die Kunde von dem Unheil, das sich auf dem Boltenhof ereignete, und der Pakor, der den freundlichen Mann gera hatte und auf dessen Tochter große Stücke hielt, begab sich dorthin, um Trost zu bringen und mit väterlichem Rate zur Hand zu sein. Beide Männer näherten sich dem Boltenhofe; aber ein ergrimmter Bauer auf einem halbwildem Pferd erreicht sein Ziel eher als ein bejihrter Geistlicher, der an seinem Wanderstibe den schmalen Faßfteig geht, der über die Aecker führt. Maix Nigel sah seinen Vater kommen. Er hörte, wie dieser einem der herumlungernden Burschen gebieterisch zurief, ihm das Pferd abzunehmen. Fisten Fußes erwartete er das Zusammentreffen, wenn auch mit klopfendem Herzem. „Was tust du hier?“ herrschte der Vater ihn schon von weitem an. „Er weiß es wohl, Vater!“ antwortete Maix ruhig.„Hier wohnt das Mädchen, das ich liebe, und der ich Treue gelobt habe für das Leben!“ „Dir ist verboten, hier auf die Freite zu gehen. Du mißachtest meinen Befehl, indem du einen Fuß auf diesen Hof setzest!“ „Dem Herzen kann ich nicht gebieten, Vater. Es zieht mich mit aller Macht hierher, und ich muß ihm gehorchen.“ „Dim Viter gehorcht der Sohn und keinem andern in der Wilt! Ich bin dein Herr, vor dem du den Ncku beugen sollst, solange meine Augen offen stehen! Auf der Stelle gehe nach Hause und erwarte dort, was ich dir zu sagen habe!“ „Ich kann nicht, Vater!“ „Du kannst nicht?“ „Uid ich will auch nicht! Was für ein erbärmlicher Mensch wäre ich, wenn ich ein Mädchen, daß sich mir im Glücke feierlich verlobte, verlassen könnte, da sie in No: geraten ist? Sei Er nicht ungerecht gegen mich, weil ich handle, wie es mir mein Gewissen vorschreibt!“ Der Alte stand starr vor Staunen. Einen solchen Widerspruch hatte er nicht vermutet. Aber er sah darin ein Spiegel bild seines eigenen Selbst und sagte darum in einem gelasseneren Tone, als er sonst anschlug:„Max du hast eine Binde vor den Augen, ich will sie dir abnehmen. Du bist mein Gebe und als solcher der reichste und angesehenste Mann in der Marsch weit und br it. Da ist keine Tür, die sich dir nicht öffnet, wenn du anklopsst. Ich will nicht davon reden, daß der Mann, dessen Tochter du nachläufst, mein Feind ist. Ich sage dir nur, daß er ein heradgekommener Landläufer ist, vor bessen Haus und Hof der Spaten in der Eede steckt!“ „Das wird nicht geschehen!" unterbrach ihn der Sohn lebhaft. „Wüst du es etwa hindern?" fragte Custen Nagel in seiner kalten, spöttischen Weise.„Ih bin neugierig, wie tief deine Hind in den Beutel greifen kann!“ „Er spottet meiner, Vater! Aber sein Spott ist grausam!“ „Ich will mit einem Mal ins klare kemmen. Dir bleibt unter zweierlei die Wahl. Eatweder ich, oder das Mädchen! Niumst du sie, dann sagst du dich von mir los, und du marst sehen, wie weit du mit dem Pflichtteil reichst, das dir das G.setz nach meinem Tode zuspricht!“ „Ich will tragen, was ich maß, Bater. Gott wird uns nicht verlossen!“ „So verlasse ich dich, du ungeratener, undankbarer Sohn!“ brauste Carsten Nagel auf. (Fortsetzung folgts Eager abfahrende Z Schienenbruchs in de Dir Verkehr mußte einen Hilfszug aufr Durch die Entgleist schaden nicht entst eine kurze Entfernung werden tonnte. *(Der Musik den drei auf die eng werdern, welche hier meister vor einer Kon den Herrn Cahnb (Schlesien) zum D städtischen Orch (Aus dem Theate schrieben: Während die dieswöchentlichen Spielpl sind und heute, Freit „Bettelstuden!“, un Zug= und Kassenstück zum letzten Male bringe Vorstellungen der Spiel zur Aufführung. Sonn Hamberg von der Kgl. letzten Male als Elisab„Tannhäuser". Movorstellung für die bel Monatsoper, für die Ko Schelper und für die Ot Rechnitz statt und zwar von Nicolai„Die Iu Windsor“ zur Auffüh die Frau Fluth, Fel. singt. Es stehen also versprechende Abende in Monatsoper in Aussicht. m.(Die gestohl Marke„Corcordia“ Marke„Basterts Ellr Marke„Wittekind“ N Marke„Anker“, Nr. wurden wieder ausge nahmt und ihren Eige m.(Diebstähle.) aus Botzum ist aus Zimmer im„Westfäli monnaie mit etwa 2 Rückfahrkarten und gez. E K. 1878, in Mark entwendet.— 2 Bleichstraße 48, ist zum Trocknen aufge Frauenkleid im Werte — Dem Bauunterne straße 1a, sind im von dem Boden des 80 Stück Schorrstein 12 Mi entwendet. m.(Eingeliefer wegen Oddachlost,keit. m.(Die Rotlau Shweinebestande des Hohen zollernstraße 18, Hunecke, Hohenzellernst U ber eie Gehöfte ist 6 Schildesche 25 Die diesjährigen Impft Schildesche und Bauer wie folgt statt: Mittwo mittags von 3¼ Uzr Mai, nachmittags von den 6. Mai, nachmitt und Dienstag, den 7. 4¼ Uhr ab. Die selden Tage der näch Zeit statt. Die Imp 6. Mai sowie die dar findet in der evangelische diejenige am 7. Mai u Nachschau in der Sch der Herforderstraße stat eitern usp. der Erst sondere Vorladung f. Sollte ihnen jedoch kein werden, so find sie de Kinder zu dem angesetz Erwaige zugezogene ebenfalls unaufgefor bringen. Aus den O Herford, 2 Zuchthaus) nu angek agte Frau Mitangeklagte La# Gesängais. O Herford, 24 seer kommen.) Sonnabend, Sonn theater ein Gastp b.i Hern Pedersen C Herford, gericht.) Der A 7 Monate abzubi Widerstand gegen wegen groben U Gesängnis. Dieselb M. wegen Betteln licher Mißhandlung die Zigarrenmacher Geldurafe. Wegen öffentlichen T Gastwirt B. sowie E., R. und N. bei der Brockfeld ichmann die Frage ichmann habe die in der Erregurg mit Ulberlegung. lan, den sie von ung bis zu Ende it Wex, der Verort: Der Staatsausgesprochen, daß In erster Linie er Wohnung von suche der Urheder Personen erinnern, n Berührung geverführisch für die Verhandlung die die Frau Bruckingen seien vollauf Lachmanns ide Lachmann geit einem Kaüppel ge er. ein WerkWasser könne er en, während er Meine Herren! ug machen? Ein wie Lachmann, atsanwalt habe , w o e r Z u t r a u e n abe. Ihm, dem 2achmann ausgeiß nichts. Jetzt se kommt nur in shuld des Augeliege nach seiner erverletzung vor. Brockseld sei tot, en. hly das Wort: au Brockfeld zur en gewesen. Es ##ppilplatz, aber den, die darauf n dazu gewirkt schleppen. Dann is zu sprechen. im um Indizien Indizien fallen, ene Geständnis t auf die Spur gten. Aich bei mehr heraus zu n der Indizien, das Geständnis Hand zu weisen Eindruck eines Verteidiger sage. aß wir in LachUe Möglichkeiten seiner schweren ben. Verhandlung um Brockfeld nichts sann von Seiten ing, welche von zogen sich die Lachmann die Auch wurde den bejaht. Bei nach Totschlag, imstände, bijaht. sen die Brockfeld ihre Ehrverlust tagnisstrafe von nnte gegen die und 10 Jahre F 4 Jahre Gedaß er verleitet er er hätte die iderstehen. Bei Tötung ihres #ildernd kommt wie nötig dem Schwurgerichtsn Geschworenen taate geleisteten 26. April. Die lutherische ihre am 21. abend entza hier nach Marsch weit die sich dir t. Ich will Rann, dessen ind ist. Ich gekommener us und Hof * unterbrach en?“ fragte n, spöttischen vie tief deine nn!“ ! Aber sein ins klare zweierlei die as Mädchen! dich von mir weit du mit r das G.setz maß, Vater. * Ungeratener, iste Carsten ung folgts Eager abfahrende Zug der Kleinbahn wegen Schienenbruchs in der Nähe von Ringsthof. Dir Verkehr mußte durch Umsteigen und einen Hilfszug aufrecht erhalten werden. Durch die Entgleisung ist Material schaden nicht entstanden, da der Zug auf eine kurze Entfernung zum Stehen gebracht werden tonnte. *(Der Musikausschuß) hat unter den dr. i auf die engere Wahl gesetzten Bewerdern, welche hier eine Probe als Kapellmeisier vor einer Kommission abgelegt haben, den Herrn Cahnbley aus Beuthen (Schlesien) zum Dirigenten des städtischen Orchesters per 1. Oktober (Aus dem Theaterbureau) wird uns geschrieben: Während die beiden letzten Tage des dieswöchentlichen Spielplanes der Operette gewidmet sind und heute, Freitag, den unvergleichlichen „Bettelstuden!t“, und morgen Sonnabend das Zug= und Kassenstück„Die lustige Witwe“ zum letzten Male dringen, kommen als drei letzte Vorstellungen der Spielzeit hochbedeutende Opern zur Aufführung. Sonntag gastiert Frl. Alfhild Hamberg von der Kgl. Oper in Stockholm zum letzten Male als Elisabeth in Richard Wagners „Tannhäuser". Montag findet eine Benefizvorstellung für die beliebten Mitglieder unserer Monatsoper, für die Koloratursängerin Frl. Berte Schelper und für die Opernsoubrette Frl. Clotilde Rechnitz statt und zwar kommt die prächtige Oper von Nicolai„Die lustigen Weiber von Windsor“ zur Aufführung, worin Frl. Schelper die Frau Fluth, Frl. Rechnitz die Anna Reich singt. Es stehen also noch genußreiche und viel versprechende Abende in den letzten Tagen der Monatsoper in Aussicht. m.(Die gestohlenen Fahrrräder) Marke„Corcordia“ Nr. 16 709/35 209, Marke„Basterts Eilrad“, Nr. nicht bekannt, Marke„Wittekind“ Ne. 4324, Wert 80 Mk., Marke„Anker“ Nr. 23477, Wert 60 Mt., wurden wieder aufgefunden bezw. beschlagnahmt und ihren Elgentümern zurückzegeben. m.(Diebstähle.) Dem Kaufmann V. aus Bothzum ist aus seinem unverschlossenen Zimmer im„Westsälischen Hof“ ein Portemonnaie mit etwa 25 Mt., 2 Schlüssel, 2 Rückfahrkarten und ein goldener Trauring, gez. E K. 1878, im Gesamtwerte von 60 Mark entwendet.— Dem Gemüsehändler W., Bleichstraße 48, ist von seinem Hofe ein zum Trocknen aufgehängtes graukarriettes Frauenkleid im Werte von 6 Mk. entwendet. — Dem Bauunternehmer D., Oelmühlenstraße 1a, sind im Februar dieses Jahres von dem Boden des Hauses Heimweg 2 80 Stück Schorrsteinmuffen im Werte von 12 Mi entwendet. m.(Eingeliefert) wurden 3 Personen wegen Oddachlosi,keit. m.(Die Rotlaufsenche)ist unter dem Shweinebestande des Arbeiters Strothmann, Hohen zollernstraße 18, und des Schlossers Hunecke, Hohenzollernstraß: 25, ausgebrochen. Uber die Gehöfte ist die Sperre verhängt. ∆ Schildesche, 25. April.(Impfung.) Die diesjährigen Impftermine der Gemeinden Schildesche und Bauerschaft Schildesche finden wie folgt statt: Mittwoch, den 1. Mai, nachmittags von 3¼ Uhr ab; Freitag, den 3. Mai, nachmittags von 4¼ Uhr ab; Montag, den 6. Mai, nachmittags von 4¼ Uhr ab und Dienstag, den 7. Mai, nachmittags von 4¼ Uhr ab. Die Nachschau findet am selden Tage der nächsten Woche zur selben Zeit statt. Die Impfung am 1., 3. und 6. Mai sowie die darauf folgende Nachschau findet in der evangelischen Schule in Schildesoe, diejenige am 7. Mai und die darauf folgende Nachschau in der Schule Hellingskamp an der Herforderstraße statt. Die Eltern, Pflegeeitern usp. der Erstimpflinge erhalten besondere Vorladung für den Impfteemin. Sollte ihnen jedoch keine Vorladung zugestellt werden, so sind sie dennoch verpflichtet, ihre Kinder zu dem angesetzten Termin zu bringen. Elwaige zugezogene impflichtige Kinder sind ebenfalls unaufgefordert zum Termin zu bringen. zudiktiert. Von der Anklage des groben Unfugs wurde M. in H. freigesprochen. Wegen Beleidigung der Eheleute M. wird der Schlosser G. zu insgesamt 40 Mk. Geldstrafe verurteilt. Zwei Fälle wurden der Strafkammer in Bielefeld überwiesen. Wegen Diebstahls erhielt der Arbeiter E. 1 Tag Gefärgnis. Arbeiter M. aus Spenge war angelligt, ein Schwein vor der Fleischbeschau zerlegt zu haben, es erfolgte Freispruch, da sein Bruder ohne seinen Auftrag gehandelt hat. Freu E war wegen Schulversäumnis ihres Kindes zu einer Polizeistrafe heraugezogen, zieht ihren Einspruch zurück und erlegt die 2 Mk. Wegen Beleidigung zahlt Frau St. in O. Mk. Geldstrafe Herford, 25. April.(Der Männer= und Jünglingsverein) Herforz Stadt beabsichtigt am Himmelfahrtstage einen größeren Ausflug zu machen. Als Ziel sind für diesmal die Bielefelder Bergeshöhen ausersehen. Hoffentlich haben die Fluren und Wälder bis dahin ihr vollkommenes Frühlingskleid wieder angelegt und auch die liebe Sonne wird uns dann wohl wieder mit ihren warmen Strahlen beglücken. Bünde, 24 April.(Maurerstreik) Der hier seit einiger Zeit inszenierte Maurerstreik ist nach der„Westf. Big.“ durch das Eintreffen einer größeren Anzahl italienischer Arbetter in ein für die Arbeiter ungünstiges Stadium eingetreten. Sie sind zunächst auf 3 Monate angeworben. Die Unternehmer hoffen, in dieser Zeit die im Bau begriffenen Häuser genügend zu fördern, um ohne die Streikenden auskommen zu können. Neue Bauten werden bei der augentlicklichen Sachlage nicht weiter angerommen. Aus den Kreisen Minden und Läbtete Minden, 26. April.(Der Bückeburger Festzue) ist laut„M. Big.“ durch Herrn Restaurateur Meier(Meiers Konzerthaus, Simeonsstraße) kinematographisch aufgenommen und soll in der Moimeßwoche zur Vorführung gelavgen. Windheim, 24. April.(Kirchen steuer.) Die Repräsentanten der hiesigen Kirche haben beschlossen, daß zur Deckung des Defizits von den Hausvätern für 1907 als Kirchensteuer 20 Prozent der Staats einkommen; der fingierten Einkommensteuer und der Grund= und Gebäudesteuer erhoben werden soll.(M. Zig.) Oberlübbe, 24. April.(Die Alters zulage der hiesigen Lehrer) wurde von 150 auf 180 Mark erhöht. Oppenwehe, 23. April.(Das Fest der goldenen Hochzeit) feierten heute die Eheleute Kolon Bahrenkamp und dessen Ehefrau geborene Spreen. Zeppelin= Lotterie im Betrage von 60000 Mk. hat die Härten wieder ausgeglichen, die das Geschick einem strebsamen Handwerker zugeteilt hatte. Vor Jahren war in Bad Meinberg in Lippe Detmeld einem dort ansässigen Bäckermeister sein nicht versichertes Haus abgebrannt. Aller Mittel bar wanderte er in die Fremde und verkiente sich, der Tradition der Lipper gewäß, als Maurer sein Brot. So kam er auch nach Hagen, wo er gestern, im Begriff, zu seiner Frau und seinen sechs Kindern nach Bad Meinberg zurückzukehren, die Nachricht erhielt. daß das Glück ihm diesmal wohlgewollt und ihm den Hauptgewinn der Zeppelin Lotterie in den Schoß geworfen habe. Bad Sassendorf b. Soest, 23 April. (Die Einweihung des Kaiser Wilhelm u. Kaiserin Augusta ViktoriaHeims.) errichtet von der Harpener Bergbau A=G., findet am Sonnabend, den 27. d. Mts. statt. Das iwposante Gebäude ist an der Wistsette der Bahn und zwar in der Nähe der Gradlerwerke in seh: gesunder Lige erbaut, inmitten eines großen Gartens. Die ganze innere Eiarichtung entspricht laut „Westj. Volksbl.“ nach jeder Richtung hin allen hyzienischen Anforderungen der Neuzeit und wirb das Heim hoffentlih das Ziel der vielen hier verkehrenden fremden Badegäste werden. Dortmund, 24. April.(Statistikertag.) Als Verhandlungs gegenstände für den in der Zeit vom 3 bis 5. Mai d. J. hier stattfindenden Statistikertag sind vorgesehen: Enführung der Berufs= und Betriebszählung, die durch die Betriebszählung ermittelten Betriebe und selbständigen Gewerbetreibenden nach ihrer Veraglagung zur Gewerbesteuer, Statistiken des kleinen Einkommens aus Gehalt und Lohn nach Auskunft der Arbeitgeber für Steuerzwecke, Lohnstatistiken nach dem Material der Krankenkassen und historische Statistiken der Individualköhne, Erhebungen über städtische H uushaltsrechnungen, überein stimmende Statistiken der Fleischpreise, Ermittelungen der Werte städtischer Grundstücke, Sterblichkeitsstattstik der Klankenkassen.(Rh. W. Zig) Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Köln, 24. April.(Eine empfindliche Strafe) setzte die hiesige Sirafkammer gegen sechs Schüler aus dem benachbarten Vingst fest, die eine Räuberbande begründeten und zwei gleichaltrige Burschen überfallen hatten. Die Beute betrug 10 Pfg. Fünf der jungen Burschen erhielten je eine Woche, einer 17 Tage Gefängnis. Von einen fülwen Becken; De Fürstin draf nich täuwen, Sei mott se ok gliek präuwen; De Prinzen könt me äten, Ge dröwi't bi'r Bülwost späten. Nah'n Bückebörger Hawe Kummt ok desülwe Gawe Oew'e sifentwintig Jahre Tau'n leiwen Fürstenpaare. Wenn't Gott üsch lett erlewen, Wl wi se giern wier gewen. der Witter Bielefeld, 26. April 1907. Mitgeteilt von Fr. Böcelmann Wu le Niedrigster Thermometerstand i. d. Nacht 0 0C. Thermometerstand um 19 Uhr vorm+ 6°C. Barometer 75.4 cm. Wind: West Himul heiter. Schlachtviehpreise nach Lebendgewicht auf Grund amtlicher Marktberichte zusammengestes und nach einigen telegraphischen Berichten bearbettet vor der ventralstelle für Viehverwertung der Preußischen Lar wirtschaftskammern Berlin W., Kothener Straße 19. Ochsen. a) vollfleischige, Hannov, Dortm Essen. ausge. Aus den Kreise Hale. Halle, 23. April.(Eine Zwangsinnung) wird hier ins Leben treten. An der Alstimmung über die Errichtung einer Intung für das Maurer=, Zimmerer= und Steinhauerhandwerk haben 49 Personen teilgenommen, von denen 40 für die Innung stimmten. Aus den Kreise Herford. O Herford, 25 Apuil.(Zu 12 Jahre Buchthaus) wurde heute die der Mordes angeklagte F.au Brockseld vrructeilt. Der Mitangeklagte Lachmann erhielt 4 Jahre Gesängais. O Herford, 26 April.(Die Tegerneer kommen.) Gebhardts Ensemble wird Sonnabend, Sonntag und Montag im Stadttheater ein Gastsptel veranstalten. Billets b.i Hern Pedersen., Anfang immer 8½ Uhr. C Herford, 25 April.(Schöffengericht.) Der Arbeiter Sch., welcher noch 7 Monate abzubüßen hat, erhielt wegen Widerstand gegen die Polizeigewalt sowie wegen groben Unsugs weitere 3 Wochen Gesängnis. Dieselbe Strafe erhielt der Arbeiter wegen Bettelns. Wegen gemeinschaft licher Mißhandlung des Knechts S. erhalten Zigarrenmacher F und S. 15 Mk. Geldurafe. Wegen unerlaubter Veranstaltung eines öffentlichen Tanzvergnügens erhielt der Gastwirt B. sowie die Vereinsmitglieder E., R. und N. je 15 Mk. Geldstrafe Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Amt Güters oh, 25. April.(Tollwut) Ja voriger Woche verendete ein Hund des Lehrers Koke in Blankenhagen, von dem man annahm, daß er vielleicht vergiftet oder an einer anderen Krankheit eingegangen sei. Da er aber vor dim Verenden seinen eigenen Herrn gebissen, wurde eine genauere Untersuchung durch die hiefigen Tierärzte bezw. den Kreistierarzt vorgenemmen und dabei laut„Neue Güt. Zig.“ festgestellt, daß der Hund an Tollwut gelitten hat. Herr Lehrer Koke hat sich daraushin zur Behandlung ins Pasteut'sche Institut nach Berlin begeben, wohin auch der Kopf des Hundes zur weiteren U tersuchung geschickt ist. Aus dem Reg.=Bez. Münster und Arusberg. Münster, 24. April.(Eisenbahnprojekt Bielefeld= Münster.) In der heutigen Stadtverordnetensitzung teilte der Vorsitzende mit, daß alle Bemuhungen des Regierungspräsidenten, eine Vollbahn Münster Bielefeld zu erreichen, bisher erfolglos waren. Der Staat will nur eine Nevenbahn bauen. Sie soll von der Station Warendorf der Sekundärbahn Mürster Rheda sich abzweigen, über Vers mold und Tatenhausen nach Halle i. W stf. geführt werden Es wird beadsichtigt, noch mais um den Bau einer Volldahn zu petittionieren, da die Nebenbahn sowohl für Mürster als auch für Bielefeld wertlos sei, intolgedessin von beiden Städten kein Psennig dafür bergegeben werde. Hagen 21 April.(Unerwarteter Ge ninn.) Der in eine hiesige Kollekte gefallene Hauptgewinn der Graf Vermischtes Berlin, 25. April.(Hann C.) Gegen den soziel#mokratischen Rechtsanwalt Karl Liebknecht in Berlin, den Verfosser der in Leipzig auf Grund des Hochverratsparagraphen beschlagnahmten Schrift„Militarismus und Antimilitarismus“ ist von der Oberreichsanwaltschaft ein Ermittelungs. verfahren wegen Aufreizung zum Hochverrat eingeleitet worden. Frankfurt a. M., 25. April Hier wurde ein Biid, eine Böcklinlandschaft, beschlagnahmt, das 1903 in Weimar aus der Großherzoglichen Galerie gestohlen wurde. Der Wert des Bildes wird auf 65000 Mirk geschätzt. Bozen, 25. April. Heute früh 5 Uhr 58 Mir. wurde ein kurzes, ziemlich heftiges Erdbeben verspürt. Verona, 25 Aptil. Um 5 Uhr 54 Min. früh wurde hier eine starke, wellen förmige Erderschütterung, um 7 Uhr 9 Min. eine zweite verspürt. Obwohl kin Unfall eintrat, ist die Bevölkerung doch sehr beunruhigt. London, 23. April. Der heute erfolgte Spruch des Seeamts inbezug auf die Stran„Berlin" besagt, daß das Schiff beim Verlassen des Ausgargshafens in gutem Zustande und mit den erforderlichen Rttungsapparaten ausgerastet gewesen sei. Der Grund der Standung lag in einem Irrtum des verunglückten Schiffsführers beim Versuch, in den neuen Kanal unter den herrschenden Wetterverhältnissen einzulaufen, und in der Unterschätzung der Flutstärke. Die schwere Sie habe es den Rettungsmannschaften unmöglich gemacht, an das Schiff heranzukommen Jedenfalls sei aber alles, was möglich sei, in dieser Richtung geschehen. Das Sch ff sei nicht zu allen in Betracht kommenmit der erforderlichen seemännischen Umsicht navigiert und geführt worden. (De Hochtietswost) Die Spitzt des Wurstwiemens, der von der G. meinde Bergkirchen mit einem Dutzend Würsten im Bückeburger Festzuge am 16 April überreicht wurde, zierte ein sternförmiges Schild, auf dem, nach der„Sch. L. 2 Zig.“, das folgende humoristische Gedichtchen sta. d: De Hochtietswost. Tau'n sülwern Hocheietsfeste Dor bringe wie de Wöste. In Barakerk'n sind se maket, De Badder ht se kaket, De Mutter hat se rökert, De Jung' dat Füer stökert. De Fürste schall se fmecken b) junge, fleischige, ni ausgemästete und ält ausgemästete e) mäßig genährte jun und gut genährte ält d) gering genährte jet Alters Bullen. a) vollfleischige, ausg mästete bis zu 5 Jahr b) vollfleischige jüngere unrd Atere rite lung Kalben und Kühe. a) vollfleischige, ausgemästete Kalben hö Schlachtwertes b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchst Schlachtwertes, b 7 Jahren... genährte Kühe u. Kalben.. Kälber. a) Doppellender b) feinste Mast=(Vollmilchmast) und beste Saugkälber c) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber geringere Saugkälbe älteres, gering genäf Jungvieh(Fresser) Schafe. Mastlämmer u. jün Masthammel d) ältere Masthammel c) mäßig genährte Hammel u. Schafe(Märzschafe Schweine. a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen bis zu 1½ J. b) fleischige c) gering entwickelte sowie Sauen verstehen sich für 100 Rti Lebendgewicht, bei Schweinen mit 20%/ Tara. Die amtlichen Schlachtgewichtpreise sind mittelst der angegebenen Schlachtprozente umgerechnet. Neueste Nachrichten. Berlin, 26. April. Das Befinden des Prinzen Eitel Friedrich hat sich nach einer amtlichen Meldung erheblich gebessert, so daß der Prinz voraussichtlich in einigen Tagen seinen Dienst wieder aufnehmen dürfte. Gestern ewpfing der Patient den Besuch des Kronprinzen. Berlin, 26. April. Der Kaiser hat genehmigt, daß die Geschütze und Fahrzeuge der Feldartillerie feldgrau angestrichen werden. Die Aenderung des Anstriches hat gelegentlich der Erneuerung der Fahrzeuge und Geschütze zu erfolgen. Die Abschaffung des seitherigen blauen Anstriches ist auf Erfolge des russisch japanischen Feldzuges zurückzuführen. Wien, 26. April. In diplomatischen Kreisen verlautet, daß anläßlich der Reise König Eduards nach Marienbad eine Begegnung mit dem Kaiser Franz Josef stattfinden soll. Die Zusammenkunft wird nicht in Marienbad selbst, sondern auf einem in der Nähe befindlichen Schloßz eines böhmischen Aristokraten stattfinden. Salzburg, 26 4p.u Das Hochwesser hil dei staltem Regenwetter an. Bad Ischl ist überschwemmt Der Mondsee ist eus(etreten De Ortschaft Innerschwandt steht unter Wasser. Bei der Bahrstation Wolfgang mußte man, den Bihedemn durchbrechen, um die Futen abzulenken, die das Bahnhotel bedrohten. Bielefelder Stadt-Theater. Freitag, den 26. April 1907, (Zum letzten Male.) Der Bettelstudent Sonnabend, den 27. April 1907, (Zum letzten Male.) = Zu kleinen Preisen.= Die lustige Witwe. Sonntag, den 28. April 1907, Letztes Gastspiel der dramatischen Sängerin Frl. Alfhild Hamberg Tannhäuser und v#Der Sängerkrieg auf Wartburg. Elisabeth... Frl. Alfhild Hamberg als Gast. Montag, den 29 April 1907, Benefiz für die Opernsoubrette Frl. Clotilde Rechnitz und für die Coloratursängerin Frl. Berte Schelper. Dielusigen Veiber v. Vinsor. Fahrräder, vond. Fobrik ar Private u. Händler v. Mk. 65 an Sschicle du be Lustschläuche von Mk. 2.80 an Aep und billigst. Natalog gratis und franko Duisburger Fahrradfabrik „Schwalbe“ Akt.-Ges Dulsburg-Wanhelmerort. Gegründet 1896. Peraturen Fabrikat. promp Bieleteld. Konzert (Paul Gerhardt-Feier) in der Altstädter Kirche am Sonntag, den 28. April, abends 8 Uhr, unter gütiger Mitwirkung der Herren Kammervirtuos K. Piening aus Meiningen(Cello) und Oratoriensänger E. Walther aus Barmen(Bariton). Chorleitung u. Orgel: Herr Organist P. Teichflscher, hier. Der Reinertrag ist zum Besten der neuen Orgel bestimmt. PROGRAMM: I. Vokaler Teil. Ausschliesslich Dichtungen P. Gerhardt’s in Tonsätzen(Lieder für Bariton und 4-, 5- und 8-stimmige Chöre) von Fr. Mergner, J. S. Bach, J. Eccard, M. Vulpius und M. Julbius. II. Instrumentaler Teil. a) Cello-Soli von P. Locatelli, J. S. Bach, J. Haydn und W. A. Mozart; b) Orgelkompositionen von J. S. Bach. Einlasskarten à 75 Pfg.(Altarraum und Emporen) und à 50 Pfg.(Schiff) und ausführliche Programme à 10 Pfg. im Vorverkauf in den Buchhandlungen der Herren Fischer, Pfeffer und Selle und bei den Mitgliedern, am Konzerttage von 7 Uhr ab im evangel. Vereinshause(Altstädter Kirchplatz) parterre, rechts. Der Wohlgeschmack des Kakao's wie aller Milchspeisen wird erhöht durch Karl Menkel, Bielefeld, Obernthorwall 4 b. Infertigung sämtl. feiner Herren=Garderoben Tager in Tuchen, Budskins 2c. E hemnurhen Suche auf sofort für mein Tapisseriegeschäft, ein junges Mädchen, aus guter Familie. AugusteSchmidt, Nachf., Obernstr. 1. Ere- Arbeiter werden sofort gesucht. Zu melden Bauplatz unter Gr. Kurfürstenstraße. Wochenmarkts preise rom 26 Aptil vorm. 10 Uhr. Stück Blumento#l pr. 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April dieses Jahres ab von jedem Erbbegräbnis, wenn auf demselben auch nur ein Grab belegt ist, die Gebühr für die Beaufsichtigung so erhoben wird, wie wenn alle Stellen belegt wären, nämlich 1 Mark jährlich von jedem Grabe. Bielefeld, den 22. April 1907. IIa. 2456. Der Magistrat. Die Ausführung von Dachdeckerarbeiten für verschiedene Gebäude soll in 2 Losen vergeben werden. Verdingungsunterlagen sind bei unserer Kanzlei II für 0,25 Mk. zu beziehen, ebendaselbst sind schriftliche verschlossene Angebote mit der Aufschrift:„Angebot auf Ausführung von Dachdeckerarbeiten für verschiedene Gebäude" bis zum Eröffnungstermin am Freitag, den 3. Mai 1907, vormittags 9 Uhr einzureichen. Bielefeld, den 25. April 1907. v Das Stadtbauamt. Verschiedene Konstruktionen. Ueberall anzubringen. Bestes und bekanntestes Norddeutsches Fabrikat. Hager& Schweikher, Bielefeld, Obernthorwall 7. Fernsprecher 204. Erstes Tapeten- u. 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April: La in Spanien, 711 mord, 1799.— licher Ausmarsch a zum Streifzug nach erklärung Oest — Besetzung vo 1864.— Heinri Geschichttschreiber, besetzen Trikka bei Penteptgad der großen Ma Budde, General, gest. 1906. die Sozial tischen Kampfe geauch vor dem schrickt, hat die mit anerkennensw ausgesprochen, son demokratischer Me Das offentste klnntnis, daß der demokratisches Kan Umstanden gedote Zeit bereits das organ, die„Volks Eclaß des russischen pin an die Gouvern tung der Ordnung „Der Mann i de!" Das ist d# Aufreizung zum M sozialdemokratischen wurde vor einiger Muchelmord eine wartung Ausdruck „russische Volk“ Verdrech erlinie" übergeben werde, kratischen Begriffen daß mit Bomben, gearbeitet werde so Mit erschrickend Tatsache, daß der demokratisches Kam aus dem politischer fürzlich in der Sch Jahren Zuchthaus Teijmna Leontiew, Inerlaken einen dem früheren russi ähnlich sah, meuch schoß, hervor, indem erklarte:„Ich ge meines Herzens de listen an. Wir kai die Autokratie, abe liche Republik, sor auf soztallstischer G führung diese greifen wir a weil sie die einzige unserm Kawpfe zu ihrer Schlußrede sagte sie ganz effen land, sondern auch selbst in der Schwei vernichtet wer sielt hieraus zugleie Berkommenheit die Soztaldemokratie 6 näten Gedanken uu. gegen die destehende Ein weileres Bei dem Sohne des fr