Nr. 94. Bierteljährlich in der Geschäftsstelle u. an allen Postanstalten 1,20 M., bei täglicher Zustellung in Bielefeld 1,40 M., durch Briefträger 1,62 M. 31. Anzeigengebühr fürdie einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Erscheint sechsmal wöchentlich. Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. Sieleteld Dienstag, 23. April 1907. — Sistorischer Kalender. 23. April: Bischof Adalbert von Prag ermordet, 997.— William Shakespeare, geb. 1564, gest. 1616.— Cervantes Saavedra, spanischer Dichter, gest. 1616.— Moritz v. Nassau, Prinz von Oranien, gest. 1625.— König Albert von Sachsen, geb. 1828.— General Wrangel schlägt die Dänen und befreit Schleswig, 1848.— Wolfgang Menzel, Literaturhistoriker, gest. 1878.— Ed SchmidtWeißensels, Schriftsteller, gest. 1893. Also sprach Raumann. -k- Die jüngst im Reichstage gehaltene Jungfernrede des Abgeordneten D. Naumann wird von den Zeitungen fortgesetzt eisrig kommentiert und von den linksstehenden als parlamentarisches Ereignis behandelt. Naumann ist ein geistreicher Mann, dabei ein Meister der Sprache und es ist nicht zu leugnen, daß auch seine jüngste Rede nach Höhe der Gesichtspurkte, nach Anlage und Form weit hinausragt über das Mittelmaß dessen, was man sonst in den Parlamenten zu hören gewöhnt ist. Vertieft man sich aber in den Inhalt und prüft denselben in nüchterner Weise auf seinen rialen Gehalt, auf seine praktische Verwendbarkeit, so zerrinnen alle die schönen Gedankenreihen wie Wasser in der flachen Hand— alles ganz unvollziehbare Begriffe.— Herr Naumann will in der Industrie ein konstitutionelles Verhättnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer herbeigeführt wissen, er wünscht aus Industrie=Untertanen, Industrie Bürger zu machen. Der Gedanke an sich ist nicht neu. Stöcker hat ihn schon vorher einmal ausgesprochen bei Gelegenheit des letzten großen Kohlenarbeiterstreikes und zwar unter gleicher Beziehung. Kaiser und Könige, so meinte Stöcker damalt, hätten sich eine Konstitution gefallen lassen müssen, darum sollte es auch für die Herren der Industrie nicht zu schwer sein, eine solche anzuerkennen.— Leider haben beide Herren ganz übersehen, daß Staat und Industrie zwei wesensungleiche Dinge sind und gerade nach der in Betracht kommenden Stite gar nicht in Vergleich gestellt werden können. Es braucht da nur auf den einen sundamentalen Unterschied hingewiesen zu werden, daß es sich bei industriellen Werken um die Anlage von Privateigentum handelt, dessen Unantastbarkeit in jedem Kulturstaate gesetzlich garantiert ist, an dem auch keine der in Verwaltung oder Betriebe beschäftigten Personen Anteilsrechte gewinnt, da deren körperlichen und geistigen Leistungen in der Form von Lohn oder Gehalt beglichen werden; daß es sich dagegen bei einem Staatswesen nicht um ein Privat= eigentum des Monarchen handelt, sondern, soweit hier materielle Werte in Frage kommen, um solche, die Eigentum der Allgemeinheit sind, zu denen die einzelnen Staatsbürger mehr oder weniger beigesteuert haben, über deren Verwaltung und Verweitung die All gemeinheit auch wohl ein Recht hat, mitzureden. Hier entbehrt das konstitutionelle Verhältnis nicht der Begründung, dort ist es ebenso unbegründet wie ungerecht. Denn es ist ganz klar, daß die Einrichtung eines konstitutionellen Regimentes in der Industrie einen Eingriff in die Eigentumsrechte des Besitzers zur Folge haben würde. Haben sich die Herrscher in der Verwaltung des Staates der Konstitution gebeugt, so werden sie sich in der Verwaitung ihres Privatbesitzes eine solche Beschränkung evensowenig gefallen lassen, wie jeder Industrielle. Ein Bedenken ist Herrn Naumann bei der Schwärmerei für sein Industrie Bürger tum aber doch wohl gekommen: Die Gefährdung des autoritären Prinzips. Jadessen sch eller wie es gekommen, ist es ihm wieder verflogen. Man höre:„es gibt ja auch nicht demokratisch angelegte Arbeiter Organisationen“ erge: Die Autorität wird gewahrt. diese Beweisführung kurz ist wird niemand bestreiten, daß sie klor und überzeugend ist, niemand behaupten.: Herr Naumann hat aber noch ein starkes Moment für sein soziales Ziel ins Feld zu führen: Der Arbeiter wird wieder ein ordnungsliebendes positives Element im Staate werden, denn, so ruft der Redner fragend aus, wer sind im Staate die gefährlichen Menschen, die welche hoffen können, oder die, welche nichts zu hoffen haben?— Wir halten die Frage für gänzlich deplaziert. Gibt es denn in der ganzen Welt ein Land, wo es dem Arbeiter besser geht, wo er mehr zu hoffen hat, als im deutschen Vaterland? Ist allerdings der Gegenstand der Hoffnung Neumann'sches Industriebürgertum, somöchten wir die Frage dahin beantworten, daß die Sozialdemokratir aufhört dem Staate gefährlich zu sein, wenn dieser sich ihr selbst opfert und die Tore des Zukunftsparadieses sich zu öffgen beginnen. Nun möchten wir aber auch einmal eine Frage an Herrn Naumann richten bezw. die seinige etwas variieren: Welcher vernünstige Mensch wird noch erarbeiteten oder ererbten Kapstalbesitz industriellen Unternehmungen zuführen oder eine Neugründung wachen, der das Seine zu erhalten hofft, der sein Brod in Frieden zu essen hoffen kann, oder der nichts zu hoffen hat?— Nochmals die Reform der höheren Mädchenschulen. Für die bestehenden neun bezw. zehnklassigen höheren Mädchenschulen soll die vom Kultukminister in Aussicht gestellte Resorm eine weitere Ausgestaltung des grammatikalischen, naturwissenschaftlichen und mathematischen Unterrichtes bringen. Zur weiteren Fortbildung der Schülerinnen erhalten diese Schulen einen Aufbau in Gestalt eines Lyzeums, das die Märchen für den Beruf als künftige Hausfrauen und Erzieherinnen vorbereiten und in dem neben Pädasogik Haushaltungslehre, Gesundheits= und Wohlfahrtspflege, Bürger= und Volkswitt schaftskunde betrieben werden soll. Diesem Lyzeum angegliedert wird das Seminar zur Ausbildung für den höheren Lehrerinnenberuf. Die an neunklassige höhere Mädchenschulen angeschlossenen Seminare erhalten einen vierjährigen Kursus und zwar 3 Jahre für die theoretische Vorbildung mit einer wissenschaftlichen Abschlußprüfung, ein Jahr für die praktische Einführung in die Lehrtätigkeit mit dem Abschlisse einer rein pädagogisch=praktischen Lehramtsprüfung. Bei den an zehnklassige Mädchenschulen erster Ordnung angeschiefs nen Seminaren wird der Abschluß nach drei Jahren möglich sein und zwar findit nach zwei Jahren eine Abschlußprüfung in einigen und eine Versetzungsprüfung in anderen Fächern statt, damit das dritte Jahr von zu umfangreichen Wiederholungen für die Abschluß und Lehramtsprüfung entlastet wird Für diejenigen Mädchen nun, welche eine Vorbildung für die Universität austreben, werden besondere Fortbildungs=Astalten, sogen.„Studienanstalten" geschaffen. Dieselben schließen sich an die oberste Klasse der neunklassigen höheren Mädchenschulen an, die Real= und Gymnafialanstalten unter der Voraussetzung einer ein oder zweijährigen Einführung in das Lateinische. Ihr Lehrgang wird ein vierjähriger sein. Das ist in kurzen Umrissen der Plan der künftigen Reform, wie er vom Kullusminister im Adgeordnetenhause dar gelegt wurde. Politische Nachrichten. Aus dem deutschen Reiche. Berlin, 22. April. Der Kaiser und die Kaiserin trafen nachmittags zu einem kurzen Besech des großherzoglichen Paares in Darmstadt ein. Die Kaiserin kehite nachmittags nach Homburg zurück, der Kaiser reiste abends nach Wiesbaden. Das Befinden des Hofwarschalls der Kaiserin, Freiherr v. Mirbach, hat sich bedeuterd gebessert, so daß er seine Reise von Jerusalem nach Beirut sortsetzen konnte. Die Frühjahrsparade der Berliner Garnison findet am Sonnabend 1. Juni, vormittags 9 Uhr, auf dem Tempelhofer Felde statt. Die Parade über die Potsdamer Truppen ist am 31. Mai auf 10 Uhr vormittags festgesetzt. Außer dem Baumwoll Industriellen Kommerzienrat Otto werden sich dem Kolon'aldirektor Dernburg auf seiner Afrikareise aus Württemberg noch anschließen: Naturforscher Professor Fraaß und Bankier Konsul Schwarz. Beim Rechnungshofe des Deutschen Reiches besteht, dem„B. T.“ zufolge, die Absicht, demnächst den Geh. Rechnungsreviser Lampp zur Rechnungsprüfung nach dem Schutzgebiete Ostafrikas zu entsenden. Der Genannte war bereits 1905 und 1906 mit der gleichen Aufgabe in Südwestaftika betraut. Der Seniorenkonvent des Reichstages trat heute noch einmal zusammen, um angesichts der Geschäftslage eventuell neue Vereinbarungen zu triffen. Man sah indes von rzeiteren Beschlüssen ab und hiel: daran fest, auf jeden Fall vor Pfingstea fertig zu werden. Der dem Reichstage deranächst zugehende neue Ergänzungsetat enthält u. a. Teuerungszulagen für die Beamten und 15 Millionen als erste Rate für die Erweiterung des Nordostseekanals. Beim Abgeordnetenhause sind eingegangen: 1) Denkschrift betreffend die Einsetzung von Wisserstraßenbeiräten für die staatliche Wesserdauverwaltung; 2) Denkschrift betreffend Aenderung des Entwurfs vom 29. Dezember 1899 für die Verbesserung der Vorflut und der Schiffzvuhäntnisse der unteren Havel (Gesetz vom 4. August 1904) Nach einer Meldung des„Hann E“ steht itz fest, daß sich die Tagung des Landtages bis über Pfingsten hinaus ausdehren wird. Das Berggesetz soll unter allen Umständen erledigt werden. Seine zweite und dritte Lesung werde erst nach Pfingsten erfolgen. Der österreichische Minister des Aeußern Frhr. v. Aehrenthal, der am 1. Mai in Berlin eintrifft, um vom Kaiser Wilhelm ewpfangen zu werden, wird noch im Laufe des April eine Begegnung mit dem italienischen Minister des Aeußern Tittoni haben. Der bedingte Strafausschub wird sortdauernd in höherm Maße bewilligt. Abgesehen von Mecklenburg Strelitz und den beiden Fürstentümern Reuß, die den bedingten Strafausschub nicht eingeführt haben, ist in Deutschland im Johre 1906 in 19026 Fällen Strafausschub bewilligt morden, während dies im Jahre 1905 in 16 389, 1904 in 14783 1908 in 18 779 und 1900 in 7177 Fallen geschehen war. Von den Fällen des verfloss nen Jahres kamen allein 11166 auf Pleußen, ferner 3635 auf Bayern und 1243 auf Sachsen Die Hoffaung, der polnische Schulstreik werde nach den Osterferien garz erlöschen, hat sich nicht erfüllt. Nach omtlichen Ermittelungen streiken noch im Regierungsbezirk Danzig 2282 Kinder in 83 Schulen und im Regierungsbezirk Marienwerder 588 Kinder in 50 Schulen. Das sind, nach der„Voss. Zig.“, noch 31 v. der Gesamtzahl der Schulkinder, die ursprünglich in W stpreußen in den Streik eingetreten waren.— In Karthaus verurteilte der Kreisausschoß als Disziplinargericht 14 Gemeindeschöffen, die trotz thres Diensleides ihre Kinder am Schulstreik teilnehmen lassen, teils zu Geldstrafen von 15 bis 60 Mark, teils zur Amtsentsetzung. Der verstorbene Fürst von Putbus, Fürst Wilhelm Malte, war am 16. April 1838 Neapel geboren; er gehörte, ein Sohn des Reichsgrafen Hermann Friedrich von Wylich und Lottum, nur noch in weiblicher Linie zu dem alten rügenschen Grasen= bezw. Fürstengeschlecht, das im Mittelalter die Insel beherrscht hatte. Seit 1860 im Besitz des nunmehrigen Familienfideikommisses, war er zugleich Erblandmarschall im Fürstentum Rügen und der Lande Barth und bis 1888 preußischer Obersttruchseß und gehörte der Armee als einer ihrer ältesten Offiziere a la suite, seit 1904 als General der Kavallerie, an. Im aktiven Dienst hatte er von 1856—59 dem 12. HusarenRegiment angehört und die Feldzüge von 1866 und 1870 als Vertreter des Johanniterordens bezw. als Delegierter des Militärinspekteurs der freiwilligen Krankenpflege mitgemacht. Seit 1863 war er erbliches Mitglied des Hirrenhauses. Kaiser Wilhelm l. und seinem großen Kanzler, die z. B. in den sechziger Jahren wiederholt seine Jagdgäste waren, stand er besonders nahe. Seine wunder vollen Besitzungen in Rügen, das Putbuser Schloß, das„Jagdschloß" bei Birz usw. sind allen Besuchern der Insel wohlbekannt. Aus dem. Rom, 21. April. Der Papst empfing heute im Saale des Konfinoriums die hier weilenden Kölner Pilger unter Führung des Kardinals Fischer. Dieser verlas eine Huldigungsadresse, für welche der Papst in italienischer Sprache darkte. Der Papst erteilte dann den Pilgern und ihren Familien den Segen, worauf die Pilger in deutscher Sprache eine Hymne und dann das Tedeum sangen. Rußland. Die Duma lehnte den dringlichen Antrag der Rechten, über die Frage der politischen Verbrechen zu beraten, mit 245 gegen 128 Stimmen der Rechten ab. In Lodz wurde auf dem Wege von der Stadt zum staatlichen Alkoholdepot ein Wagen, in dem sich ein Steuererheber mit 4925 Rubeln und zwei Wächter befanden und der von vier Soldaten begleitet wurde, von 20 Bewaffneten angegriffen, die eine Bowbe schleuderten. Die Bombe explodierte mit surchtbarem Knall. Gleichzeitig eröffneten die Angreifer das Feuer aus Browningpistolen. Ein Soldat wurde getötet, die übrigen schwer verwundet. Die Wächter und der Kutscher wurden leicht verletzt, ebenso die Pferde. Die Täter entflohen, nachdem sie das Geld geraubt hatten.— Auf dem Ausweichgleis bei Moschkowo ist eine Wagenladung Manufakturwaren im Werte von 40000 Rubeln gestohlen worden. Der Diebstahl wurde mit Hilfe des diensthabenden Beamten ausgeführt, der verhaftet worden ist.— In Tambow wurde der Seminardirektor Simon auf dem Nachhausewege von der Kirche durch einen Revolverschuß schwer verwundet. Der Täter entkam.— In Warschau verurteilte das Kriegsgericht acht Personen zum Tode Sofia, 21. April. Beim Minister des Aerßern Stauctow sand gestern zu Ehren des Herzogs und der Herzogin Johann Albrecht zu Mecklenburg ein Diner statt, dem auch Fürst Ferdirand beiwohnte. Athen, 22. April. Die Auswanderungsbewegung aus Bulgarien nimmt in derartigem Maße zu, daß sie der griechischen Regierung zu Besorgrissen Anlaß gibt. Sie beavsichtigt, eine Arleihe aufzunehmen, um in Thessalien Land an die Flüchtlinge, deren Zahl schon 11000 übersteigt, verteilen zu können Madrid, 22. April. Nach den amtlichen Wahlergebnissen sind bis jetzt gewählt: 180 Konservative, 50 Lberale, 30 Republikauer, 8 Kathelken bezw. Karlisten und 2 Unabhängige. Es fehlen noch 184 Wahle gebnisse. Tanger 22 April. Am heutigen Moniag wird die marokkanische Staatsbank eröffaet. Die Polizei beginnt wahrscheinlich in der nächsten Woche zu funktionieren. Kolonialpost. (Afrikanische Baumwoll= Kompacuit.) Der nätärlichen Entwickelung des Baumvollkaues in den Kolonien fol#end, erstercket sich jetzt die Vorasbeiten bes Lolozia.=Wirtschaftlichen Komitees einssseitt auf die Fortführung der Baumwollschulen und Versuchsplantagen, auf Hebung der Engeborenenkultun und auf die Pionierarbeit im Innern der Kolonien anderersetts auf die Vorbereitung der Gründung von Erwer#sgesellschaften. Dir Plan einer großen „Afrikanischen Baumwoll Kompaznie“(Erwerbsgesellschaft) ist auf die Anregung des Kosonialdirekte:s Deruburg zurückzuführen und hat bereits in der vom Reichsaml des Inneru zum 6. März d. Ju. einberufenen Virsammlung der Texük= Jadustriellen lebduft= Zustimiung gefunden. Zur Vorbereitung des„A. B.=K.“ stehl dem Kokonial=Wirt Komitee, Berlin, Unter den Linden 43, seine aus den Vertreiern der Textilund kolonialen Sachverständigen zusommengesetzte Baumwollbau= Kommission und seine von landeskundigen BaumwollExperten geleiteten Organisationen an Ort und Stelle in den Kolonien zur Verfügung. Grundkapital der Gesellschaft soll 10 Millionen Mürk betragen. Vorläufige Zeichrungen von etwa einer Viertelmillion Mark lietzen bereits beiw Komiter vor. Wegen Biteklizung wendet sich das Komitee an die weitesten Volksschichten, vor allem an die deuische Industrie und den deutschen Handel. Gegenstand des Unternehmens der„A. 8.= K.“ ist: Erschließung und Erweiterung von Baumwoll Produktionsgebieten in DeutschAscika durch: 1. Landwirtschaftliche Unternehmungen: Erwerb und Verwertung von Baumwolland, Betrieb eigener Beumwoll=Psantagen oder Beteiligung an solchen. Förderung des Baumwollkaues von Kleinbauern und Eingeborenen. 2. Indu striette Unternehmungen: Betrieb von eigenen Baumwoll=Entkernereien und Pressen, von Oelfabriken zur Verwertung der Nebenprodukte und von Transport=Unternehmungen und Beteiligung an solchen Unternehmungen. 3. Handels=Unternehmungen: Aufkauf und Verkauf von Beumwelle, Kreditgewährung, Erntebevorschussung uns dergleichen. Als Betätigungsfeld der kommen vorläufig in Betracht: In Deutsch=Ostafrika die an den Verkehr angeschlossenen Küstengebiete Saadari, Kilwa und Lindi, die Interessengebiete der Dar=esSalaam Morogoro= und der Tanga=MomboEisenbahn und das durch die englische Uganda Eisenbahn erschlossene deutsche Gebiet am Vikforiasee; in Togo: das Interessengebiet der Togo Jenenlandbahn; in Kamerun: das Interessengebiet des schiffbaren Benue. Für die weitere Entwickelung des Unternehmene ist die Schoffung leistangssähiger und billiger Trapsportmittel durch das Reich Vorbedingung. Die Konkurrenzfähigkeit von Siapelartikeln wie Baumwolle auf dem Weltmarkte ist bei einer Kalkulation mit dem Transport auf den Köpfen der Eingeborenen (durchschnittlich 1 Mk. pro Tonnenkilometer) gegenüber dem Eisenbahntransport(auf afrikanischen Bahnen durchschnittlich 30 Pf;. pro Tonnenkilometer) so gut wie ausgeschlossen. Jedes Kilometer Eisenbahn und Straßenbau also ermöglicht es der Kompagnie, ihren Tätigkeitsbereich nach den großen für Baumwollbau geeigneten Gebieten im Innern der Kolonien vorzuschieben. Die kosoniale Baumwellkultur hat zum ersten Male in einem ganz besonders wichtigen Einzelfall der deutschen Industrie und dem deutschen Handel zum Bewußtsein gebracht, wie es unter Umständen für die Sicherung unserer heimischen Volkswirtschaft notwrendig werden kann, auf die natürlichen Hilfkasellen unsere: Kolonien zurückzugzreifen. Zum ersten Male hat sich ein großer Teil der deutschen Jodustrie und des deutschen Handels zu einem einheitlichen Vorgehen zusammengeschlessen, das die Nutzbarmachung unserer kolonialen Hilfsquellen bezweckt. Die von allen politischen und wirtschaftlichen Richtungen auerkannte sostale und handelspolitische Bedeutung der deutschen kolonialen Baumwollfeage sichert dem Unternshmen das Interesse der gesanten deutschen Volker. Aus den Psls Deuischer Reichstag. 35. Sitzung vom 22 Apzil 1907. 1 Uhr. Der Reichatag beschäftigte sich heute mit dem Justizetat. Auf verschiedene ausgesprochene antwortete Staatssekretär Nieberding. Er versprach Abzilfe der Uebelstände, die sich in folge der Konkurrenzklausel herausgestellt hätten, und kündigte für den Herbst eine Vorlage über den Wechselprotest an; er verhieß eine wohlwollende Haltung gezenüber dem Problem der Haftung des Tierhalters und begründete die ablehnende Haltung der Regierungen in Sachen dis Zwangsvergleiches außerhalb des Konkurses mit den ablehnenden Voten der beteiligten Kreise; nur die Berliner Handelskammer hätte sich dafür ausgesprochen; alle anderen sachverständigen Korporationen dagegen. Abg. Müller= Meiningen (frs. Vp.) bemerkte, das Volk fordere liberale Reformen, es beginne ungeduldig und schwierig zu werden. Stadtteil hier niedergelassen hat. In einem Baume neben der Seltersbude an demn Gebäude, welcher früher von der Polizeiverwaltung beuutz: wurde, brobachtet man seit gestern morgen dieses Pirchen, eifrig bei dem Aufdau ihres Nestes. (Die Sterblichkeit) in deutschen Orten mit 40 003 und mehr Einwohnern,(14. Woche, vom 31. März bis 6. Spril 1907): Name der Orte Ein= S 55.58 bve. A 8358 S Bielcheld Kassel Koblenz Dortmund Wilmersdorf Hagen.. Hamm 35 Abgeorduetenb####s. 19. Sitzung vom 22. April. Das Abgeordnetenhaus erledigte den Rest des Tecitetz, und trat dann in die Beratung des Ansiedlungskommission ein. S#8„Bomhoff(ul.) gab ein vortrefliches Veserus. Graf Praschma(Zentr.) erkannte zwar an, daß es sich hier um ein kulturelles Werk handle, verwarf aber das ganze Ansiedlungswerk. Germanisierung sei gleich Protestantisierung. Der Pole Dr. v Skarzynski erklärte: aus unsern Gebeinen wird uns ein Rächer erstehen. Landwirtschaftsminister von Arnim erklärte, die preußische Polenpolitik mache niemand Freude, aber die Polen drängten die Regierung dazu. Nach Abgg. v. Oldenburg(kons.) und Slatzel(nl.) begründete Abg. v. Kardorff den freikonservativen Antrag, der dem Bedauern darüber Ausdruck gibt, daß die verheißene Regierungsvorlage ausgeblieben sei, und für die Fortführung der Ostmarkenpolitik ein paar Grundrichtungen anzugeben versuchte. Nächste Sitzung Dienstag. Tagesordnung: Fortsetzung der Etalberatung. und Rechtsprechung. Bielefeld, 19. April.(Schwurgericht.) Vorsitzender: Herr Oberlandesgerichtsrat Richter Vertreter der Staatsanwaltschaft: Herr Staatsanwalt Dr. Dommes. Verteidiger: die Herren Faßbender und Semmler. Vor den Geschworenen hatten sich heute der Schlessergeselle Johann Darkow und Eisendreher Heinrich Hinnendahl von hier wegen Sittlichkeitsverbrechens und Straßmnraubes zu verantworten. Die Verhandlung wurde hinter verschlossenen Türen geführt. Auf Grund des Wahrspruches der Geschworenen wurden die Angeklagten freigesprochen. 74567 11.2 144552 14,0 55914 1 158 185459 16,3 73985 7,7 80993 19,8 . 40665 21,7 Hildesheim 48356 20,4 Mülheim a. Rhein.. 52632 14,8 Münster...... 85106 18,3 Osnabrück 62115 17,6 Remscheid 66314 14,1 Sielefeld steht von 110 deutschen Otten mit 40000 und mehr Einwohnern hinsichtlich der niedrigsten Ziffer der Sterbefälle an vierter Stelle. (Für die Kaisermanöver,) die in den Tagen vom 9. bis 11. September d. I. zwischen dem 7,(westfälischen) und 10. (hannoverschen) Armeekorps voraussichtlich an der mittleren Weser und dem Teutoburger Walde stattfinden, werden, einer Meldung der„Mil. pol. Korrespondenz“ zufolge, alle Infanterie Bataillone durch Einziehung von Reservisten auf 800 Mann gebracht werden. Diese Einziehung der Reservisten, die u. a. schon bei den Kaisermanövern im Taunus(1905) und in Schlesien (1906) stattfand, hat sich im ollzemeinen als sehr vorteilhaft für die kriegsmäßige Ausbildung erwiesen. Damit aber die Mannschaften den an sie herantretenden Strapazen gewachsen sind und im Bewußtsein ihrer Leistungsfähigkeit freudig die Anstrengungen auf sich nehmen, werden die Reserven so zeitig eingezogen, daß sie durch allenäßliche Schulung für das Manöver verbereitet werden können. (Herr Wasserbauinspektor Kozlowski,) bisher in Aurich, ist der Königlichen Kanalbaudirektion Hannover zur Beschäftigung in ihrem Geschäftsbereiche überwiesen und von dieser dem Kanalbauamt in Minden zugeteilt worden. Herr Kozlowski ist geborener Bielefelder. (Ein Luftbatlon) wurde am Sonntag Lokales und Bielefeld, 23. April. (Bevölkerungs-Bewegung.)(Die Einwohnerzahl beteug Ende Febcuar 1907 73369. Zugezogen sind. im März 813. Geboren wurden im März 195. Summa 74377 Einwohner. Verzogen sind in März 1068. Sterbefälle waren im März 64 zu verzeichnen. Fetglich ist der Stand der Bevölkerung Eade März 1907 73245. e-(Ein Krähennest im Zentrum der Stadt.) Eine Seitenheit dürfte es gewiß sein, daß eine Gesellschaftskrähe deren Woynstliten man ausschließlich nur in den Wäldern findet, sich in einem lebhaften Die 16 Erzählung von Heinrich Smidt. (Nachdruck verboten.) Der junge Student wanderte von einer Hand zur anderen, und die stämmigen Burschen wußten sich so geschickt dabei zu benehmen, daß die Häscher in ihrem Verstecke nicht imstande waren, zu sehen, was sich vor ihren sichtlichen Augen begab. Dann aber griffen sie wieder zur Hacke und Spaten und schaff en so eifeig, daß sie fast vergaßen, sich zur Mittagskost hinzusetzen, die von den Mägden in großen Trachten herbeigetragen wurde. Die Sonne sank allmählich dem westlichen Horizonte zu, als Piter Bolt sich nach der Außenseite des Deiches begab, um nach seinem Schützling zu sehen, der ihm völlig ausgeruht entgegenkam. „Halte dich ruhig und erzähle mir, wie du in diese Lage gekommen bis. Ich kann nicht glauben, daß du ein Deichfrevler seist, und habe dir nur deswegen eine heifende Hand gereicht!“ „Dank, Herr! Ihr habt keinem Ungeholfen!“ entgegnete der junge Mann.„Euern Beistand werde ich nie vergessen!“ „So erzähle mir mit aller Aufrichtigkeit, wie es zuging, und weshalb du hierher in die Marsch gekommen bist!“ sagte der Bauer. nachmittag 2 Uhr in beträchtlicher Höhe in Wiedenbrück und um 2½ Uhe in Porta beobachtet, von wo er sich in der Richtung auf Stadthagen weiterbewegte. Mittels Fern rohr sah man zwei Personen in der Gondel. (Stadttheater.)„Der Zigeunerbaron“, Text von J. Schnitzer, Musik von Johann Strauß, hat schon lange Jahre seine Zugkraft bewährt, so auch Sonntag hier in Bielefeld. Man begegnet dem alten Bekannten gern einmal wieder, ist doch der Tex! im ganzen ziemlich einwandfrei und die Musik— ja die ist eben von Joh. Strauß (dem Sohne des Walzerkönigs Joh. Strauß).— Die Titelrolle war bei Herrn Lenz bestens aufgehoben, der in Frl. Ziegler(Soffi, Zigeunermädchen) eine treffliche Partnerin hatte. Fräulein Roecke stattete die alte Zigeunerin Czipra prächtig aus. Herr Walth.=Schäffer hatte in der komischen Rolle des reichen Schweinezüchters Kälmän Zsupän die Lacher auf seiner Seite. Frl. Rechnitz war als Arsena, Zsupd s Tochter, ganz auf der Höhe. Den Königl. Kommissar Carnero gab Herr Felden mit vollem Erfolge. Herr Laaß war als Graf Homonay eine prächtige Figur. Als Spielleiter verdient Herr Lenz und als Dirigent Herr Hantschack der mehrmals einen schweren Stand hatte, rückhaltlose Anerkennung. (Aus dem Theaterbureau) wird uns geschrieben:„Die Jüdin“, Erstaufführung am K Donnerstag, den 25. April, mit Frl. Alfhild Hamberg von der Königl. Oper zu Stockholm als Gast. Die groß: Oper„Die Jüdin“ darf mit Recht als das bedeutendste Werk Halévys betrachtet werden und hat seine sämtlichen Schöpfungen überdauert.„Die Jüdin“ bietet aufregende und interessante Situationen, wie selten eine andere Oper. Das an spannenden Szenen überreiche Textbuch Seeibes harmoviert in glücklicher Weise mit der iffektvollen pikanten Musik Halévys. Weihevoll und edel gehalten ist das jüdische Tischgebet, begeistert klingt die Arie Eleazars, leiden. schaftlich flihend das Duett Eudozias und Rechas. Die beiden Finale treten in wahrhaft großartiger Färbung hervor. Erschütternd ist das litzte Finale. Die Jüdin eszielt bei ihrem Erscheinen einen mehr als gewöhnlichen, einen nachhaltigen Erfolg und machte Halévy, ein Schüler Cherubinis, mit einem Schlage zum berühmten Komponisten. Auf die hiesige Aufführung„Die Jüdin“ darf man umso mehr gespannt sein, als die Direktion für die Titelrolle eine vorzügliche Darstellerin, die jugendliche, hochaufstrebende dramatische Sängerin Fräul. Alfhild Hamberg von der Königl. Oper zu Stockholm gewonnen hat. m.(Der vorsätzlichen Brandstiftung verdächtig) ist die Diensimagd P., im Dienst bei der Fuma B. u. B. hier. m.(Diebstahl.) Der Näherin Klara Kelle wurde ein Regenschirm im Werte von 8 Mark entwendet. m(Hersenloser zweir#beriger Karren.) Am 7. d. M. morgend gegen 6 Uhr ist von mehreren jungen Burschen eln auf dem Süsterpiatz aufgestellt gewesener zweirädriger Karren nach einer anderen Straße verschleppk worden. Der Besitzer des Karrens konnte bisher nicht ermittelt werden. Der Eigentümer des Karrens kann diesen bei ver hiefigen Kriminalpolizei in Empfang nehmen. m.(Hotterie.) Dem Vorstand der Akt.=Gesellsch. Flora in Köln ist die Erlaubnis erteilt, bei Gelegenheit der in der Zeit vom Mai bis Oktober d. J. in den Parkanlagen der Gesellschaft stattfindenden Kunst= und Kunst gewerbe= Ausstellung eine Verlosung von Kunstwerken 2c. zu veranstalten. m(Aufgegriffen) wurden drei aus einer Antstalt entwichene Fürsorgezöglinge. 8 Schildesche, 20. April.(Standesamtliches) Ja der Zit vom 1. bis 15. d. Mis. wurden beim hiesigen Standesamte 18 Geburten und 13 Sterbefälle angemeldet; von den Lebendgeborenen waren 10 männlichen und 8 weiblichen Geschlechts. 4 Aufgebotsanträge wucden gestellt und 6 Eheschließungen fanden statt. a Schildesche, 22. Apzil.(Wegebauten.) Zi dim Ausbau der hiesigen Bismarckstraße sind vom Herrn Lazdeshauptmann ein drittel der Baukosten aus dem Nachtragsdotationsfonds bewilligt. Für die Wezebauten des Weges Vilsendorf=Laar und des Theeser Amtswezes koanten im Vorjahre aus dem genganten Foads keine Mittel gewährt werden. Die Anträge werden für die diesjährige Verteilung des Fords nochwals erneuert. Der Chausstebau Vilsendorf=Laar sieht seiner Vollendung entgegen. Der Theeser Amtsweg soll baldigst ausgebaut und die Arbeiten vergeben werden. Aus den Kreise Herford. Herford, 22. Apris.(Bulkeukörtermine) sind wie folgt an gesetz: 1. Sonnabend, den 11. Mai 1907, vormittags 7¼ Uhr am Bahr hof Bieren, 9 Uhr ans dem Marksplatze in Eanigloh, 11¼ Uhr am Bahnhof Löhne, 2½ Uhr in der Ulinburger Allee; 2. Montag, den 13. Mai 1907, vormittags 9 Uhr am Bahnhof Oettinzhausen, 11 Uhr, am Harptbehahof Enger, 2½ Uhr am Bahnhof Sperge; 3. Dieustag, den 14. Mei 1907, vorDer junge Mann befolzte dies Gebot und schloß:„So mußte ich meine Lust büßen, die offene See und den großen Strom noch einmal vor meiner Abreise in das Binnenland zu sehen. Wer weiß, was noch geschieht, denn hier ist kein Entrinnen, und jenseits des Schutzwalles lanern die Häscher!" Der Bauer hatte den jungen Mann während der Erzählung genau betrachtet und sagte dunn vor sich hin:„Hier ist kein Lug und Trug! Das ist Wahrheit! Ichwill ihm glauben!“ Darauf richtete er noch einen festen Blick auf den jungen Mann, den dieser unbefangen aushielt, und sagte dann:„Da hast mir noch nicht gesagt, wie du heißest, und von weher ku gebürtig bist. Wo ist deine Heimat, und wer sind deine Eltern?“ „Ich heiße Hermann Heinsohn, und mein Vater ist der Kornhändler Masthlas Heinsohn aus Wischhafen. Ihr müßt meinen Vater kennen, Herr, denn er ist in allen Teilen der Marsch wohlbekannt und bei den Herrenleuten gern gesehen!" „Dein Vater ist ein Ehrenmann!“ sagte der Bauer.„Ich habe manchen guten Handel mit ihm gemacht, und wenn dies in der letzten Zeit sektener geschehen ist, hat bas eine Ursache, die ihm nicht zur Last fällt. Du bist jitzt gestärkt, mein Junge, und kannst wieder zum Spaten greisen. Du mußt es tun, damit deine Späher dich vor Augen haben. Geh du zu den übrigen und sage, daß der Großknecht zu mir kommen soll. Sei getrost, mein Junge. Ich leihe dir meine Hilfe um deines rechtschaffenen Vaters willen. Kann ich mir auch nicht helfen, so vermag ich doch andern beizustehen. Geh, mein Junge!“ Herwann Heinsohn ging zu den Krechten und Tagelöhnern, und bald darauf erschien der Großknecht vor seinem Herrn mit den Worten:„Weiß schon, was Er will! Der Barsche muß fort!" „Das muß er! Ge ist eines Fraven Mannes Sohn und selbst ein redliches Biut. über wie fangen wir das an? Nach binnenwärts bringen wir ihn richt unbemerkt durch!“ „Nin, Herr! Die Keil: halten die Augen weit offen! Dort ist die einzige Rettung!“ Der Knecht deutete bei dtesen Worten auf die Elhe. Der Bauer sah ihn croß an:„Wie meinst du das?“ „Ich meine— aber es ist besser, ich sage es Ihm nicht. Er kann dann mit vollem Rechte sagen, wenn man Izn fragt, Er wisse es nicht. Gehe Er zu den Leuter und nehme er meinen Platz ein. Bald kommt die Flut...“ Der Krecht deutete nochmals auf den Strom. Der Bauer schüttelte ihm die Hand und ging. Jan Giese aber schritt den schmalen, abschüssigen Pfad entlang, der zwischen dem Fuße des Deiches und dem Strome von der Ebbe bloßgelegt wurde und näherte sich einer Stelle, die mit dichtem Röhricht bewachsen war. Schnell war er in dieses eingedrungen. Eine Schar wilder Enten fluterte mit lautem G.schnatter in den dämmernden Abend hinein. An dem entgegengesetzten Ende schob sich, umhüllt von der einbrechenden Dunkelheit, ein leichter Kahn aus dem Röhricht und schwamm längs dem Deiche der Stelle zu, wo der Bauer Pter Volt mit seinen Leuten beim Schimmer der brennenden Fickeln das schwere Tagewerk foctsetzte (Fortsetzung folgt. mittags 9 Uhr bei Siederdissen in Die dem Lübderbruche zu dem Horst(Kleinbah steht den Bullenbest Orte sie ihre Bulle führen l. ssen wollen. alte Ballen werden: geschlossen 4 Hersord, 23.9 Verein) hält Son im Vereinslokal ein ab. Tagesordnung:! Verschiedenes. Zahlcei erwünscht. R Herford, 23. schatzanweisunge mit den Preußischen C Karse von 99 Pro gelangen, können koste Bank gezeichnet werde § Herford, 23 irdische Fernspre über den Bau einer sprechleitung in Herst P.stamt aus. Herford, 23. Preußische Lotte ziehung der Preußische in der Zeit vom 6. A Die Erneuerung hat geschehen, was niemal Herford, 22. April markte) kosteten Mo 115—125 Pfg., Eier 20—25 Pfg., Sprof Schwarzwurzeln 25— bis 5 Pfg., Aepfel 20 8 Pfg., Kartoffeln Radieschen 10—20 P 3,50—4 50 Mk., 1 Pfg., Apselfinen 5—1 20—30 Pg., Sted Sillerie 10—20 Pfg. Pig, 1 Kopf Salat 1 kohl 20—50 Pfg., Weißkohl 10—25 Pfe stlat und Kresse ha# Rüben 5—6 Stück 1 I Löhne, 22. A; liche Amtsgericht den Antrag auf Ein wöchentlichen Sprecht sachen vorläufig abgele Wirten an Gerichtsstel den Eiagesessenen no wöllicst fruh bei# wogn der Zug, der Oyzharsen eioläuft, dietet. Ja äbrigen aber hann, wenn ei rerhm gestellt ist,## oder ein sonfiiger Akt richtsbarkett nuc außr entzegen oder aufgen ###ch darauf birgewiese lichen Sachen, mit lassengen, auch die bei asen zuständig sind. II Klenburg, meiner Bubanstre indem dem Müller P Garten stehenden Sp. stöcke and s##fige 3 der Nacht abgebroch wurden. Zweifellos Ueber die Täterschaft X Löhne, 22 nische Revision Gewichte) findet i Mennighüffen in der bis 7. Juli v. J. teibenden kum nu: Maße und prüsen zu lassen, u# Strafe und Beschlagn: Stücke zu schö#en. ∆ Enger, 20. Sp In der hier gestern V##rsammlung der### Wrtr! Es wurden gewählt mann Engelhardt, zu Agent E. Hrubrock, z med. w3. Müller, Zigarren=Fabrikant A. Stellvertreter Gastvir Schuiftführer Kaufman zum Kassierer Sch Brehme, zum Mäterialte meister H. Kosterma Stellvertreter H. Geä auch die Statuten festg Bünde, 22. Apri Gestern wurde der vom zum Nuchfolger für P pannte Pusioe Biert hausen durch den He Höpler in sein neues nange! Nach erfolgt: mit Frl. Alfhild zu Stockholm als Jüdin" darf mit Berk Haléoys beSchöpfungen it aufregende und elten eine andere Szenen überreiche glücklicher Weise Musik Halévys. das jüdische TischEleazars, leiden. ozias und Rechas. hrhaft großartiger das litzte Finale. heinen einen mehr tigen Erfolg und ubinis, mit einem onisten. Auf die darf man umso Direktion für die Uerin, die jugendSängerin Fräul. I. Oper zu Stocken Branddie Diensimagd B. u. B. hier. Klara im Werte von eträberiger mocgens gegen ungen Burschen stellt gewesener einer anderen Der Besitzer nicht ermittelt Karrens kann sinalpolizei in Vorstand der In ist die Ereit der in der d. J. in den stattfindenden isstellung eine 2c. zu verden drei aus rsorgezözlinge. (Standes vom 1. bis sigen Standes3 Sterbefälle borenen waren sen Geschlechts. gestillt und 6 it.(Wegeder hiesigen errn La#desLaukosten aus bewilligt. Für ilsendorf= Laar koanten im Foads keine nträge werden des Fords# tebau Vilsenung entgegen. baldigst auszeben werden. seid. (Bulkengt an gesetz: 1907, vorlieren, 9 Uhr h, 11¼ Uhr in der Ulenen 13. Mai am Bahnhof Hauptbehahof hof Sperge; 1907, vortesen Worten ih ihn besser, ich dann mit n Ion fragt, u den Leuten ein. Bald s auf den hm die Hand schritt den intlang, der es und dem gelegt wurde e mit dichtem eingedrungen. te mit lautem Abend hinein. e schos sich, Dunkelheit, köhricht und r Stelle zu, einen Leuten Fickeln das und folgts mittags 9 Uhr bei Wirt H. Höhner zu Siederdissen in Diebrock, 11½ Uhr auf dem Lübderbruche zu Hirsord, 3½ Uhr auf dem Horst(Kleinbahnhof) bei Blotho. steht den Bullenbesitzern frei, au welchem Orte sie ihre Bullen zur Ankörung vorführen l. ssen wollen. Noch nicht 12 Monate alte Ballen werden von der Ankörung ausgeschlossen C Hersord, 23. April.(Der Krieger Verein) hält Sonntag abend 7½ Uhr im Vereinslokal eine Generalversammlung ab. Tagesordnung: Mitteilungen, Vorträge, Verschiedenes. Zahlreicher Besuch ist dringend erwünscht. R Herford, 23. Apeil.(Die Reichs schatzanweisungen,) welche Sonntag mit den Preußischen Staatsanweisungen zum Kurse von 99 Prozent zur Subskription gelangen, können kostenfrei bei der Herforder gezeichnet werden. Herford, 23. April.(Unterirdische Fernsprechlinie.) Der Plan über den Bau einer unterirdischen Fernsprechleitung in Herford liegt beim hiesigen P.stamt aus. § Herford, 23. April.(Königlich Preußische Lotterie.) Die 5. Hauptziehung der Preußischen Klassenlotterie findet in der Zeit vom 6. Mai bis 4. Juni statt. Die Erneuerung hat bis zum 2. Mai zu geschehen, was niemand versäumen möze. Herford, 22. Aprik.(Auf dem Wochen markte) kosteten Montag: 1 Psd. Butter 115—125 Pfg., Eier 45—50 Pfg., Spinat 20—25 Pfg., Sprossenkohl 10—15 Pfg., Schwarzwurzeln 25—30 Pfg., Wurzeln 4 bis 5 Pfg., Aepfel 20—25 Pfg., Zwiebeln 8 Pfg., Kartoffeln 3—4 Pfg., 1 Bund Radieschen 10—20 Pfg., Zentner Kartoffeln 3,50—4 50 Mk., 1 Stück Zitrone 5—10 Pfg., Apselsinen 5—10 Pfg., Gurken Stück 20—30 Pg., Steckeüben 5—10 Pfg., Sellerie 10—20 Pfg., Meerrettig 20—25 Pig, 1 Kopf Salat 10—13 Pfg., Blumen kohl 20—50 Pfg., Rotkohl 25—30 Pfg., Weißkohl 10—25 Pfg., Feldsalat, Schnittsolat und Kresse handvoll 10 Pfg., reie Rüben 5—6 Stück 10 Pfg. II Löhne, 22. April.(Das König liche Amtsgericht Oeynhausen) hat den Antrag auf Einlegung eines zweiten wöchentlichen Sprechtages in Geundbuchsachen vorläufig abgelehnt. Um ein längeres Wirten an Gerichtsstelle zu vermeiden, kann den Eiagesessenen nar empfohlen werden, wölichst fruh bei G.richt zu erscheisen, wogn der Zag, der gezen ½9 Uhr in Oyzhassen eioläuft, dis beste Gelegenheit dietet. Ja äbrigen Fällen, insbesondere aber Lann, wenn ein bezüglicher Intrag rerhmr gestellt ist, wirs eine Auflassso# oder ein sonftiger Akt der freiwilligen Gerichtsbarkett nuch außerhatt des Sprechtages entzegen= oder aufgenommen; ferner wird r##ch darauf hir gewiesen, daß für die sämt lichen Sachen, mit Arsnah#e der Auf lassengen, auch die beiden Notare in Olyn ausen zuständig sind. II Klenburg, 22. Spril.(Ein ge meiner Bubanstreich) wur de hier vrrübt, indem dem Müller Pühmeyr die in seinem Warren stehenden Spalierobsibäume, Rosenstöcke and soaflige Ziersträucher im Durkel der Nacht abgebrochen und abgeschnitten wurden. Zweifellos liegt ein Racheakt vor. Ueber die Täterschaft ist nichts bekannt. X Löhne, 22 Aptik.(Eine tech nische Revision der Maße und Gewichte) findet im Amtsbezirk Gohseldin der Zeit vom 25. Juni bis 7. Juli v. J. statt. Den Gewerbetreibenden kum nür empfohlen werden, ihre Maße und Genichte vorher aschamtlich prüsen zu lassen, um sich dadurch gegen Strafe und Beschlagnahme der beanstandeten Stücke zu ∆ Enger, 20. Spil.(Versammlung) der hier gestern abend abgehaltenen B#rsammlung der hier neu gegrüubeten Sanitätzkolonze wurde folgendeß verhandest wurden gewählt als Vorsitzender Engelhardt, zu dessen Stelloostester E. Hrubrock, zum Kolonnenarz! Kr. mes. 13. Müller, zum Kolonnenführer Zigarren=Fabrikant A. Gewing, zu dessen Stellvertreter Gastvirt A. Beckmann, zum Schiftsährer Kaufagan Wilh Holzämper, zam Kassierer Schneidermeister Ruvolf Brehme, zum Mäterialtenverwalter Klempgeree##. Kostermault jun., zu dessen Struvertreter H. Gräse jun. Er wurden auch die Statuten festgesetzt. Bünde, 29. April.(Einführung.) Gestern wurde der vom Körigl. Konsistorium zum Nuchfolger für Pastor Mühlenweg erbannte Pasior Viering aus Rehme bei hausen durch den Herrn Superintendenten Höpter in sein neues Ami als 2. Pfarrer evangelischen Gemeinde eingefähek. Nach erfolgter Eirführung hielt der neu: Pfarrer seine Antrittspredigt. Das Gotteshaus war außerordentlich stark besucht. Der Klrchenchor trug durch den Gesang zweier Motetten viel zur Verschönerung der eindrucktvollen Feier bei. An dieselbe schloß sich ein Festessen im Hotel „Deutscher Kaiser."(B. Tagebl.) Bünde, 22. April.(Tot ausge funden.) Vorgestern nachmittag gegen 3 Uhr wurde laut„B. T“ auf dem alten Kirchhof die Leiche einer Frau aufgefunden, die dem Anschein nach schon einige Stunden dort gelegen haben mußte. Der Tod scheint durch Herzschlag erfolgt zu sein. X. Baldorf. 22. Aoril.(Evangelischer Lehrerverein.) Nächste Sitzung am Mittwoch, den 24. d. M., nahm. 5 Uhr, auf der Horst. Tazesordnung: 1) Römer 12 Herr Lehrer Schreiber in E.; 2) Das Schweigen des Lehrers im Unterricht. Hirr Lehrer Barkram in B. * Schwarzenmoor, 22. April.(Selbst mord.) Am Sonnabend ist im Stukenberge zu Schwarzeumoor ein Mann erhängt aufgefunden, der nach einem bei ihm auf gefundenen Militärpaß Wilhelm Rest heißt und am 8. August 1880 in Nzuenhain, Obertaunuskreis, geboren ist. (Dree Wörter för den Buren.) Dree Wörter gifft dat, de rech veel bedüd't Un de speelen'ar grot: Rull Bi dem Buren, un bet be ol noch so veel Lad Un sitt bit an de Ohren in Wull! För de Buerslid steißt de Tokunft bebrövt, De nich an düsse„dree Wörter“ glöpt. Go''a Mosh, det is dal irste Wort, Un nümme bedröpt un verzagt, De Moth hölpt öwer den Arger fort, Wenn dit uns un dat nich behagt! enn den Moth du verlüst un die bebert 4. Shde Bir' Denn büs i nir un gewinnst du ol mir. God Wedder, dat is das tweste Wort, Denn Kuaalenmehl un Probeern Un Thomasschlack hölpt alleen nich fort, God Wedder geiht öwer Sludesen! Du magst din Goot un din Land noch so ptegen, inn de Himmel nich will, denn gifft dat keen Segen. Ne gode Huussen i#'t brüdde Wort, Dat is doch dat Beste im Lewen. Wer de nich het, de kummt ek nich fort, De kannt gien dat Buern opgewen! Wo de Huusfeu nich höspt un het de Arn's in de mau, Da nützt ol keen Sünnschien, iten Regen an Dau. damit bis zum letzten Termin zu warten. Schließlich sprach der Vortragende noch über die Bedeutung und die Anlage von Tiefställen, welche sich besonders da empfiehlt, wo es sich um Auszucht von Jungvieh handelt. Minden, 23. April.(Zwei neue Aussichtspunkte) mit einem herrlichem Ausblick sind in der Wolfsschlucht und der Habichlswand geschaffen. Minden, 23. Apeil.(Zwangsinnung.) Für den Bezirk der Stadt Minden ist der Antrag auf Bildung einer Zwangsinnung für das Schuhmachergewerbe gestellt. Zum Kommissar zur Ermittelung der Mehrheit der beteiligten Handwerker ist erster Bürgermeister Dr. Johansen ernannt. Hausberge, 21. April.(Amtmann Coesfeld f.) Herr Amtmaan Coesfeld, der bis gegen 6 Uhr im Kaiserhof sich aufgehalten hatte, kehrte nach hier gegen 7 Uhr zurück und schlug den unteren Weg, der an Dempewolss Mühle vorbeiführt, ein. Etwa 50 Schritte war er hinter der Mühle, als er, wie der„M Ztg.“ von hier geschrieben wird, plötzlich vom Schlage getraffin, zu Boben Ktürzte. Die Pissaenten auf der Chaussee eilten sofort herbei und ein Herr machte sofort Wiederbelebungs versuche, die aber ohne Ersolg blieben. Drum blick' in de Tokunft mit godem Roth, God W dder, dat kümmt jo von baben, Un mit de Huusfeu hei't ok wull keen Noth, De mehrsten, de mutt man jo laben! Un de noch keen hett, die nehm sik bald gen, De Deerus, de töllt jo doch ol recht girn freen. Aus den Kreisen Minden und Lübbece Minden, 22. April.(Vortrag.) In der letzten Generatveriammtung des Lendwirtschaftlichen Kreisvereins hiel Herr Land. rat Dr. Cornelsen einen Vortrag über die Anlage von Düngerstätten Laut M.=L Ksbl“ füherte der Herr Vortragenbe etwa folgendes aus: Die Düngerstätte hat den Zreck, den Dünger so lange gut zu erhalten, bis er Berwendung finden kann. Un Vuluste zu vermeiden, muß der Dür ger kähi lszern, mäßig feucht gehalten werden und fist aufgeschichtet sein; ferner ist es ein unbevingtes Erfordernis, die Düngerstätte so anzulegen, haß keine Jauche verloren geht und Togmasser nicht zuflußen kann. Es empfles sib, dis Dür gerstätte mit einer Jauchegrube in Ver#indung zu setzer, welche die sich auf der Düe gerstätt: sammelnde über flüffige Jauche aufnimmt. Sowohl die Größe der Düagerstätte als auch der Jauchegrube richtt sich nach dem zurchschatttlich vor handenen Bestande an Großvieh. Die Jauchegrebe muß so groß sein, doß sie die sich in den Wintermonaten ansammelnde Jauchs auf zunehmen vermag. Bei der Weyl des Platzes ist auf die Lage zum Viehstalle und auf das Abfahren des Düugers von der Dürgerstätt; zum Felde Röcksicht zu nehmen. Aborte dürfen nicht an die Düngerstätte angeschlessen werden. Der Preis für den Bau einer Düngerstätte richtet sich nach der Größe der selben und nuch der Art der Aueführung; jedoch macht sich die Anlage in jedem Falle recht bald bezahlt, da der Verlust an einem Stück Großvieh bei der leider vielfach noch üblichen widersinnigen Dür gerb=handlung mirdestens 20 Mi. für das Jahr beträgt. Es liegt also im eigensten Interisse aller in dieser B ziehung noch rückständigen Land wirte, möglichst beld mit dem Bau vorschrifts mäßiger Düngerstätten vorzugehen und nicht Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Gütersloh, 20. April.(Evangelischer Bürgervererein.) Die vor einigen Wochen angeregt: Gründung eines evan gelischen Bürgervereins ist in ihren Vor bereitungen bereits soweit gediehen, daß die konstituierende Bersammlung, zu der allSvangelische aus Stadt und Lutio eingeladen wirden sollen, in nächster Zeit abgehalten werden kann. In dem Statutentwurf wird laut„N. G. Zig“ als Zoeck und Ziel des Vereins angegeben: 1. Das evwgetische Bewußtsein unter den Glaubensgenossen zu stärken. 2. Durch Zusammerschluß aller evangel. Kreise eine Annäherung der verschiedensten Kreise zu ermöglichen und zu fördern, um gemeinsam nationale Gefinnung, Vaterlandsliebe und Königstreue zu pflegen. 3. Durch volkttümliche Vorträge, Schriften und Besprechungen über religiöse, natsonale und öetliche Angelegenheiten, über Tages fragen wietschaftlicher und wissenschaftlicher Art, dauernd bildend und ausklärend zu wirken. 4. Durch Familienabende, gemeinsame Feier patriotischer Feste, enge Beziehungen zwischen den Mitgliedern des Vereins herzustellen und zu ethalten. 5. Die sozialen Gegensäße zu mildern und ein fteundliches Verhältnis zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern nach Kräften zu fördern. 8. Durch Belehrung den Mitgliedun G.legenheit zu geben, sich über soziale Einrichtungen unserer Zeit zu unterrichten. Parteipolitik darf im Verein nicht getrieben werden. Avenwedde bei Gütersloh, 21. Apcil. (Ein bedauerlicher Unglücksfalt.) Das dreijährige Söhnchen eines hiesigen Kötters kam mit seiner rechten Hand dem Messer einer Schneidemaschine zu nahe: Es verletzte sich derart, daß seine Uaberführung ins Elisabeth=Hospital in Güterskoh erfolgen muße. Hier wurde dem Bedauernswerten die Hand amputiert, da an eine Echaltung leider nicht mehr zu denken war. Wiedenbrück, 20. April.(Die Anmeldungen) für den am 25. d. Mts. in Wiedenbrück stattfindenden Zuchtviehmarkt sind nurmehr abgeschlossen. Der Katalog weist 77 Stück Rirdvieh und 29 Schweine auf. Es sei indessen ausdrücklich darauf tisgewiesen, daß auch der Auftrieb von solchen Tieren, die nicht vorher für den Katalog angemeidet sind, gestattet ist. Gleichzeitig wird bemerkt, daß ein Teil des aufgetriebenen Biehs öftntlich verstigert wird. Aus dem Reg.=Bez. Münster und Arusberg. Gescher, 19. Aprtl.(Fleischpreise.) Nachrem auf dem Maikt für die schlachtreisen Schweine der Preis auf 30 Mark gekommen, werden jetzt nur noch 28 Muk für den Zentner levend Gewicht geboten. Gleichwohl hält sich der Preis in den Läden auf der Höhe von 75—80 Pfg. pco Pfand. Wie verlautet, wollen einige Lindwirte, wie an arderen Orten, dazu übergehen, selbstgeschlachtete Schweine direkt an das Publikum zu verkaufen. Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Bückeburg, 21. upril.(Am Hauptfesttage der silbernen Hochzeits#feier) sind nach einer Schätzung der„Sch.= L L. Big.“ wahrscheinlich an 40 000 sicherlich weit über 30000 Merischen in Buckeburg anwesend gewesen. Es sind 20000 Röckjahrkarten nach Böckeburg aus gegeden und auf dem Bahnbofe Bückeburg selbst sind am Abend 5000 Fahrscheine für einfache Reise(zur Räckkehr nach den verschledenen Stationen) verkauft. Zu diesen 25.000 gesellen sich sicherlich auch nach tausenden zählende Personen, die ohne die Bahn zu benutzen, gekommen sied. Düsseldorf, 21. April.(Der Kronprinz) hat zur Feier der Eröffgung der Nationalen Kunst= Ausstellung, deren Proteklor er ist, sein Escheinen zugesagt. Die Ausstellung wird am 11. Mai eröffnet. Vermischtes. Hamburg, 22. April.(Hann. Cour.) Der größte Teil der ausständigen Schauerleute hat heute früh die Arbeit im Hafen wieder aufgenommen. Wie nachträglich bekannt wird, hat der Hafenbetriebsverein sämtliche ausständigen Schauerleute, welche die Eingeburg eines Jabreskontrektes ablehnten, nur als Hilfsarbeiter angestellt. Dresden, 21. April. Heute wurde der Lustund Raudmörder Schilling aus Chemnitz hingerichtet. Ec hat ein schriftliches Bekenntnis seiner Schuld hinterlassen. Köthen, 21. April. Eine Schreckensszene im Zirkus hat sich dieser Tage hier abgespielt. Es hatte sich im Zirkus Klapproth ein Hengst losgerissen, und der Direktor wollte ihn anlegen, da sich von den Angestellten niemand dem Tier zu nähern wagte Dieses packte den Direktor mit den Zähnen an der Brust, warf ihn zu Boden, zeufleischte ihm Brust und Arme und fügte ihm auch mehrere Brüche des linken Armes zu. Zu Hilfe eilende Personen waren der Wut des Pferdes gegenüber machtlos. Erst als zwei große Doggen gegen dieses losgelassen wurden und sich in ihm verbissen, konnte der Direktor aus seiner schlimmen Lage befreit werden. Von den Hunden übel zugerichtet, rannte der Hengst in den Stall, wo er über die anderen Pferde herfiel. Da sich niemand in den Stall wagte, riß man einen Tiil des Daches ab, warf dem rasinden Tier von oben eine Schlinge um den Hals und bändigte es auf diese Weise. Der schwerverletzte Direktor wurde nach Halle in die Klinik übergeführt. Köln, 22. April. Der Zechenbesitzer Matthias Stinnes ist gestorben. Petersburg, 21. April. Bei der Ueberfahrt von einem Ufer der Newa zum aadern ist gestern in später Abendstunde infolge Zusammenstoßer mit Eisschollen der alte Dampfer „Archangelsk“ mitten im Fluß gekentert und schnill gesunken. An Bord befanden sich 60 Personen, meist Arbeiter, von denen nur 15 gerettet worden sind. Paris, 22. April. Die ausständigen Bäcker haben die Einrichtung von Suppenanstalten auf kommunkstischer Grundlage in Aussicht genommen und beschlossen, die Agitation für Einstellung der Arbeit mit vermehrter Energie weiter zu betreiben. 2000 Kaffeekellner haben sich sormell verflichtst, die Arbeit erst dann wieder aufzunehmen, wenn das Syndikat der Arbeitgeber mit dem der Arbeitnehmer einen Kollektivarbeitsvertrag vereinhatt habe. Kalkutta, 19. Epil. Ja der mit dim 13. d. M. abgekauferen Woche sind in Indien 70000 Pirsonen der Beulenpest erlegen. In der neueren Zeit ist die Beulenpest im Jahre 1896 von Hong kong einzeschlepp: norden, und man berechuet, daß in diesen zehn Jahren in Juhien mirdestens 7000000 Menschen verselben eiligen sind. Im Johre 1904 beteug die Sterbeziffee knopp eine Million und im Johre 1905 wurde diese Bffir noch überssritten. 1.00814, 21. April. In Ilu Iin find aesellen, Duser einer Feuertbrurst zum OpferUebersicht der Betgsetelt ung see 28. Uprl 1907. Fr. Böselmarn## hier. Niedrigster Therxoretkans i. d. Nacht+ 3 Thermomeserfngt um 10 Uhr vorg.+ 10 1/8° C. Süd West. Hian I bedeckt. Reste Berlin, den 23. April. Das zwischen den Vereinigten Staaten und dem deutschen Reich vereinbarte neue provisorische Handels abkommen, daß gestern dem wirtschaftlichen Ausschuß zur Beratung vorlag, ist nach 7 stündiger Beratung zur Annahme gelangt. Das Abkommen wird dem Reichstag baldmöglichst zugehen. — Der demnächst dem Reichstage zugehende neue Ergänzungsetat wird u. a. die Teuerungszulagen für die Beamten bringen und 15 Millionen als 1. Rate für die Erweiterung des Nordostsee=Kanals sordern. Lodz, 23. April. An der Ecke der Benediktinerstraße stürzten sich auf den Maler Protessor Greinert drei unbekannte Männer. Zwei ergriffen seine Hände, der dritte durch zwei Revolverschüsse nieder. Einer der Mörder wurde dingfest gemacht und von der erregten Menge vor die Stadt gefahren, wo mehrere Schüsse gegen ihn abgegeben wurden, denen er auf dem Wege nach dem Krankenerlag. Er soll von einem Unberannten zu dem Morde gedungen worden sein. 0 0 0 0 Deutsche Reiens-Schatzanweisungen Preussische-Stauts Denathcnwere„ rückzahlbar am 1. Juli 1912. Zeichnungen auf die obigen, am 25. April d. Is. zum Kurse von 99% zur Subscription gelangenden Werte nimmt entgegen und vermittelt kostenfrei Die Rheinisch-Westfälische Disconto-Gesellschaft Bielefeld A.-G. K. Barkey Möbelfabrik und Dekorationsgeschäft Bielefeld. Sehenswerte Ausstellung von künstlerisch einfach und vornehm ausgestatteten Wohnräumen, Kp; Kp; in solidester Ausführung. K# Fein sortiertes Lager in Dekerauthen und Toppichen Bielefelder Stadt-Theater. Dienstag, den 23. April 1907, Anfang 7½ Uhr. Faust u. Margarete. Mittwoch, 24. April 1907, Anfang 7½ Uhr. Zum letzten Male: Die Fledermaus. Donnerstag„Die Jüdin mit Frl. Alfhild Hamberg von der Kgl. Oper zu Stockholm als Gast. (Pausleinen Modern erbaute Naturheil-Anstalt I. Ranges für physikalisch-diätetische Heilweise: Mustergültige medizinische Einrichtungen. 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Die Einlagen sind als mündelsicher anerkannt. * F9c werden entgegen genommen: im Geschäftslokal: neues Rathaus, im Erdgeschoß— Eingang durch den Torbogen zum Rathaus, 3. Tür links, An den Wochentagen von 8½—1 Uhr mittags, „„„ 8—6 Uhr nachmittags. An den Sonntagen von 11½—12½ Uhr mittags. Außerdem jederzeit bei den I. Bürgerweg 32 durch Herrn Apoth.=Besitzer Dr. Ißleib. II. Herforderstr. 82 durch Herrn Apoth.=Bes. L. Müller ne Die Verzinsung der Spareinlagen, die am 1. Kassentage eines Monats eingezahlt werden, beginnt mit dem 1. des Einlegemonats. Die Verwaltung der Stadtsparkasse. Toerner. erstklassig, direk von d. Fabrik ar Private u. Händler v. Mk. 65 an schiche, Luftschläuche von Mk. 2.80 an Leparaturen Fabrikat, promp und billigst. datalog gratis und franko Duisburger Fahrradfabrik „Schwabe“ Akt.-Ges Oulsburg-Wanhelmerort. Gegründet 1896. anioßt mich, gern u. kostenelten Lungen- und mitzuteilen. nud dehr. sezt Bedrer, ###h en anzoches, billiges und Beihsbei Saurrobult von gertutgen Leiden S Sriühe Posthörnchen=, Wachs=, Spell=, Perl=, Reisperl=, Hinrichs=Riesenkrupbohnen, sowie sämtliche Sorten Stangenbohnen empfiehlt billigst Heinrich Nolting, Samen handlung, Haford, Rennstraße. Flechten= oder Asthmakranke, auch solche, die nirgende Heilung fanden, verlangen Prospekte und beglaubigte Atteste gzratis. C. W. Relle, AltonaBahrenfeld(Elbe). p. P. Diele Jahre litt ich an einer nassen Wanderflechte, versuchte vieles, aber alles umsonst, bis ich 1904 in der Zettung von Ihrer Rino=Salbe lns. Ich kaufte mir 2 Dosen à Mi. u. die Flechte ist seitdem verschwunden. Ich sage Ihnen meinen besten Tunt so spät, weil ich erst wissen wollte, ob der Erfolg ein dauernder ist, nas ich jetzt nach 2 Jahren wohl anne##en darf Em. Marx. O#rlit, den 14./2. 06. Diese Rino=Salbe ist auch in Dosen 2 Mk. 2.— in den meisten Apothelen zu haben, aber nur echt in Oriainalpackung weiß=grün=rot und mit Fieme Rich. Schubert& Co, Weindöhla. ##lschungen weise man zurück. Kardätschen (Pferdebürsten) sowie alle Arten Bürsten, Besen, Pinsel, Quaste empfiehlt H. Halle, Herford, Bürstenmacher. Brüderstr. 86. Di ruchheilanstalt, Hannover, Wiesenstr. 60(für Unterleibsbrüche=, Wasser= und Krampfaderbrüche ohne Operation) Prospekt frei. Sprechstunden wie bisher. Dr. Wellermann, Arzt. * empfiehlt in reichhaltigster Auswahl zu billigsten Preisen Ciockllaus Nachl. Herford, Gehrenberg 20. Schönste 1906er Iial. Legehähser m. feuerroten Schlotterkämmen à 260 M. Bei 20 Stük franko Truthühner zur Brut à 6.50 bis 7.50 Mk. Garantie für leb. Ankunft Bezirkstierärz * Untersuchung. Preisliste über Geflügel aller Art umsonst. Geflügelhof zum Strauss, Suchen 1. Baden. Verantwo tlich für gen renaktionellen Teil Hermann range, für den Reklame= und Juseraten=Ten R. 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