n-Verein Prozent ozent. reinsvorsteher. abends 9 Uhr. eine Besprechung Erlangung einer lle Interessenten iftragte. Sameneschäft sohen Alters des evtl. auch zu 1087. in, Herford. lefelder Theater. 1 1 8. M ä r z 1 9 0 7, ung 8 Uhr. ung für die Pensionsnossenschaft Deutscher nangehöriger. enstreich. n 19. März 1907, g 7½ Uhr. ersten Male.—— Novität! tliche König. komödie in 4 Alten idwig Fulda. n 20. März 1907, aufführung: lberg. Paul Heyse. auf allen Plätzen ben Preisen. rima becker aathafer mpfiehlt ser-Jost, Brake i. W. Nr. 66. Bierteljährlich ## der Geschäftsstelle u. an allen Postanstalten 1.20 M., bei täglicher 8r5=Agne in Bielefeld 40 m., durch Briefträger 1,62 M. Postzeitungsliste Nr. 5381. Bielefeld Dienstag, 19. März 1907. 31. Jahrgang Anzeigengebühr fürdie einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 P f., Reklamen 40 Pf. Erscheint sechsmal wöchentlich. Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. stellt sich jetzt bei unseren Postabonnenten ein, um die Abonnementsgelder für das neue Quartal einzusammeln und da möchten wir unseren Leseren die alte Bitte ans Herz legen, trotz der Frühjahrs= und Sommerarbeiten das Blatt weiter zu halten. Ob Krieg ob Friedenszeit, der Soldat führt seine Fahne bei sich! Für jeden Konser: vativen aber muß unser Parteiblatt die Fahne sein, nach der er steht und um welche er sich schart. Kann denn der denkende Land wirt im Sommer das Parteiblatt entbehren? Nein und abermals nein! Wenn er einigermaßen mitsprechen will, so muß er es halten! Im Reichstag fließt der Rede Strom, Landtagswahlen stehen bevor, auf der ganzen Linie entbrennt der Kampf, da ist das Parteiblatt doppelt nötig um Führer im Kampf zu sein. Aber nicht nur selbst lesen soll man das Parteiblatt, man soll auch Freunde werben für unser Blatt, für unsere Partei! Wir sendern an jede uns aufgegebene Adresse bis Schluß des Monats gern Probenummern und bitten ausgiebigen Gebrauch hiervon zu machen. Die Geschäftsstelle. Sistorischer Kalender. 19. März: Hermann von Salza, Hochmeister des deutschen Ritterordens, gest. 1239.— Die Elbbrücke von Dresden wird durch die Franzosen gesprengt, 1818.— David Livingstone, Afrikareisender, geb. 1813.— Beginn der Revolution in Baden, 1848.— Ferdinand Schmidt(Dranmor), Dichter, in Bern gest. 1888. Die geistliche Schulaufsicht stand am Sounabend auf der Tagesordnung des Abgeordnetenhauses. Die Linke, einschließlich der Freikonservativen, hatte sich zu ei#em Antrage gegen sie zusammengetan. Dieser Antrag hatte aber offenbar einen demonstrativen Zweck und richtete sich mehr gegen die Konservativen als gegen die R gierung; er wurde nach sehr lebhafter Dir kussion schließlich von einer aus den Konservativen und dem Zentrum sich bildenden Mehrheit abgelehnt. Damit war aber nicht gesagt, daß die Sache selbst erledigt sein sollte. Minister Dr. v. Studt hatte schon am Freitag erklärt, daß die Angelegenheit keines wegs ad Kalendas Graecas, d. h. auf urabsehbare Zeit verlagt werden solle, sondern nur, daß jetzt, wo das Schulunterhaltungsgesetz zur Ausführung zu bringen sei, man nicht plötzlich denselben Beamten noch weitere Aufgaben zumuten könne, weil das eine große Unsicherheit in alle Verhältnisse hineintragen würde. Sobald das Schulgesetz durchgeführt sei, werde zu der Schulaussicht Stellung genommen werden. Auf diese Erklärung wies am Sonnabend der Ministerial= direktor Dr. Schwarzkopff mit Nachdruck hin, und Minister Dr. v. Studt wiederholte sie am Schlusse seiner Antwoit an den Freiherrn v. Zedlitz und in einer persönlichen Bemerkung noch zweimal. Als Fiaktionsredner der Konservativen erklärte der Abgeordnete Heckenroth: Ich resämiere mich dahin, daß bezüglich der Kreisschulinspektion für uns kein Anlaß vorliegt, von dem bisherigen Verfahren, welches eine Rücksichtnahme auf die lokalen Bedürfnisse nach hauptamtlicher Fachaussicht gewährleistet, abzuweichen. Bezüglich der Ortsschulinspektion muß abgewartet werden, wie in der Proxis die neugeordneten Schulvorstände sich gestalten werden. Es müßte vor allem grundsätzlich eine Regelung der in der Verfassung der Kirche zugesprochenen Leitung dis Relizionkunterrichts durch ein besonderes Gesetz gefordert werden. Hiervon abgesehen, bliebe aber immer für uns das eine große Bedenken bestehen, daß durch generelle Einführung der sogenannten Fachausschrift das Vorheirschen der Religion in der Volksschule, das sich jetzt in dir Durchdringurg des ganzen Unterrichts durch den religiösen Geist vollzieht und seine sicherste Garantie in der Ortsschulaussicht hat, in Frage gestellt werden könnte.“ Der konservative Abgeordnete v. Heydebrand und v. d. Lasa sagte: „Wir Konservativen wollen auch Fortschritte auf dem Gebiet der Schule, wir müßten ja blind sein gegen die Interessen der Kinder, unseres besten Schatzes, wenn wir gegen Fortschritte wären. Aber ein gesunder Fortschritt ist nur unter Wahrung des geschichtlichen und des christlichen Lebens unseres Volkes möglich.(Lebhafter Beifall rechts.) Weil wir meinen, daß der Antrag in seinen ersten Anfängen dazu dienen muß, das Christentum und die Religion und die Kirche in ihrem Einfluß zurückzudrängen, ist es uns unmöglich, in diesem Augenblick für den Antrag zu stimmen.“(Lebh. Beifall richts.) Wir unsererseits halten gleichfalls unbedingt daran fest, daß das Christentum und die Kirche in ihrem Eir fluß auf die Schule nicht zurückgedrängt werden dürfen. Das schließt aber eine Prüfung der Frage der geistlichen Schulaufsicht nicht aus. Die Volksschullehrer sind nahezu einstimmig der Ansicht, daß das gegenwärtige Verhältnis auf die Dauer nicht aufrecht zu erhalten sei, und diese ihre Stellungnahme zu der wichtigen Frage mit ihren unausbleiblichen Konsequenzen erscheint uns als ein Faktor, der nicht unde: achtet bleiben kann. Man gebe uns daher, wenn man die alte Form der Schul aufsicht nicht mehr will, eine neue an; wenn wir dann finden, daß sie den Einfluß der Kirche auf die Schule nicht zurückorängt, sondern, beiden Seiten gerecht werdend, erhält und bessert, dann werden wir mit aller Freudigkeit für sie eintreten können. Zur geplanten Börsenreform entnehmen wir der führenden konservativen Zeitung, der„Kreuz=Ztz.“, folgende Aus führungen: Börsengesetz von 1896 ist unter Mitwirkung der Nationalliberalen zu stande gekommen, seine Verbesserung als eine spezifisch liberale Forderung hinzustellen, ist darum nicht bloß taktisch, sondern auch sachlich nicht angebracht. Wenn die Mehrheitsparteien des vorigen Reichstages es nicht eilig hatten, eine solche Verbesserung vorzunehmen, so erklärt sich das einmal daraus, daß die Kommissionsbeschlüsse vom Mai 1904 unter dem Drucke der Regierung eine Bestimmung aufgenommen hatten, über deren Wirkung man sich nicht leicht ein Urteil bilden kann und die zu den ernstesten Bidenken Anlaß gab, nämlich den§ 67a, der das Börsenregister wenigstens zur Hälfte preisgibt. Zu einer Beschleunizung der Novelle lag aber auch deshalb kein Geund vor, weil man immer noch hoffen konnte, daß die Börse ihren an die acht Jahre aufrecht erhalteren Widerstand gegen das Terminregister endlich einmal aufzeben werde. Einig war man ja dar über, daß die Bistimmungen des§ 66 ff., die vielfach zu Schwindeleien benutzt worden waren und auch sonst den Affiktenhandel auf eine unsichere Basis gestellt hatten, geändert oder beseitigt werden mußten. Hier liegt undestritten ein Irrtum der Gesetzgeber, ein zu weit gehender Schutz der Unerfahrenen vor. Während der langjährigen Beratungen über die Börsenreform hatte sich die Kenntnis des Börsengeschäftes so verbreitet, daß die Unerfahrenen selten geworden waren, ja die Adepten wurden allmählich klüger als die Meister und benutzten nun ihrerseits den Schutz des neuen Gesetzes zu Mißbräuchen, wie jine es unter dem alten Gesetze getan hatten. Die vor der Erqzetekommission und in der Prisse bekannt gewordenen Machenschaften der Spielvermittler waren aber noch unvergessen, und so regte sich außer den Geschädigten niemand darüber auf, daß itzt der Spieß umgedreht worden war. Doch niemand wünscht, daß Verfehlungen gegen Treu und Glauben sich auf ein staatliches Gesetz berufen können, und wenn in irgend einer Form das Börsenregister wirksam gemacht werden kann, so wird sich im Reichstage wohl niemand von den übrigen Kommissionsbeschlüssen aus dem Jahre 1904 entfernen wollen. Durch das Börsenregister ist anerkannt worden, daß der Terminhandel in Effekten für Banklers und Großkapitalisten volkswirtschaftlich gerechtfertigt und nicht als „Spiel"(im Sinne der Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches) anzusehen ist. Und bis heute hat noch niemand bewiesen, daß der börsenmäßige Terminhandel auch ein wirtschaftliches Bedürfnis der nicht am Effektengeschäft berufsmäßig Beteiligten ist. Was bewiesen wird, ist nur, daß ein börsenmäßiger Terminhandel im großen nur unter zahlreicher Beteiligung auch kleiner Spekulanten blühen kann, und darum geht das Bestreben der Interessenten dahin, zum mindesten jeden Börsenbesucher und jeden in das Handelsregister eingetragenen Kaufmann dem in das Börsenregister eingetragenen Bankier und Großkapitalisten gleichzustellen, seine Termingeschäfte klagbar zu machen. Damit wäre die Zahl der für das Termingeschäft Legitimierten schon ganz bedeutend erweitert, denn in das Handelsregister sind Hunderttausende von Börsenkunden eingetragen, und diese Erweiterung der für das Termingeschäft zu gewiunenden Kundschaft ist der Hauptzweck der gegen das Börsengesetz von 1896 gerichteten Agitation. Wenn sie erreicht werden kann, scheint die Bankwelt sogar nicht abgeneigt zu sein, sich in das Börsenregister eintragen zu lassen. Die Frage ist, ob die Reichstagsmehrheit sich um diesen Preis zu einer Konzession verstehen soll, wie sie die Kommission schon beschlossen hatte. Eine Parteifrage ist das nicht, eher eine volkswirtschaftliche Doktorfrage; es handelt sich hier um ein ganz allgemeines öffentliches Interesse. Alle anderen Wünsche der Börse sind von untergeordneter Bedeutung. Nachrichten. Aus dem deutschen Reiche. Berlin, 18. März. In einer kirchlichen Feier in der Schloßkapelle vollzog der Kaiser heute vormittag die Einführung des Prinzen Eitel Friedrich als Herrenmeister der Ballei Brandenburg des Johanniterordens und den Ritterschlag an 19 Ehrenrittern, unter denen sich als erster der Prinz Heinrich der Niederlande besand. Abends war im Schloß eine Festtafel. Zur Börsengesetznovelle wird offiziös geschrieben, daß der Rahmen der Reform in bevorstehender Novelle weiter sein wird, als der der früheren Vorlage, daß aber in dieser Novelle das Verbot des Terminhandels in Getreide und Mühlenfabrikaten in keiner Weise berührt, also voll aufrecht erhalten werden soll. Insoweit werde also auch der Resolution entsprochen werden, die der Deutsche Landwirtschaftsrat gefaßt hat. Ebenso würde dieser Resolution nach der Richtung Rechnung getragen werden, daß in der geplanten Novelle zum Börsengesetze für die Erreichung der gesetzgeberischen Ziele gesorgt werden wird, die mit der Einführung des Börsenregisters verfolgt werden. Wohl aber werde es Gegenstand ernster Erwägungen sein, ob dafür die jetzige Form des Börsenregisters beizubehalten sei oder nicht. Graf Kanitz hat mit Unterstützung der konservativen Fraktion im Abgeordnetenhause folgende Interpellation eingebracht:„Was gedenkt die Königliche Staatsregierung zu tun, um den Unzuträglichkeiten zu begegnen, welche sich aus den andauernden Steigerungen der Kohlenpreise ergeben?— Ist die Königliche Staatsregierung geneigt, in eine erneute Prüsung der Frage einzutreten, ob die ermäßigten Eisenbahntarife für den Export von Steinkohlen und Koks nach dem Ausland beizubehalten sind?“ Wie der„B. L.=A.“ hört, sind auch mit der sächsischen Regierung Verhandlungen wegen der geplanten Erhebung von Schifffahrtsabgaben gepflogen worden. Gegen die Mitglieder der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion ist wegen Abhaltung einer politischen Versammlung im Fraktionszimmer des Reichstagsgebäudes ohne vorherige polizeiliche Anmeldung ein Strafverfahren eingeleitet worden. Die Exterritorilität des Reichstagsgebäudes kommt in diesem Falle nach Ausicht der Bekörden nicht in Frage. Breslau, 17. März. Im oberschlesischen Industriebezirk, besonders im Land= und Stadtkreise Beuthen, wo die Genickstarre am meisten wütete, hinterließ diese unheimliche Krankheit schreckliche Folgen. Eine größere Anzahl der daran Erkrankten, die am Liben geblieben sind, hat Gehör und Sprache eingebüßt. In der evangelischen Prrochie Beuthen sind allein jetzt 200 Taubstumme. Aus dem Auslande. Budapest, 18. März. Die Ausgleichsverhandlungen der ungarischen und österreichischen Minister haben eine gewisse Annäherung ergeben. Heute wurde die Frage der Verzehrungssteuer, morgen wird die Konversion des ungarischen Anteils an der gemeinsamen Staatsschuld sowie die Eisenbahntarifvorlage verhandelt werden. Paris, 17. März. Der Justizminister weigert sich, einen Ausschuß zu ernennen, der die bei Monsignore Montagnini beschlagnahmten Papiere prüfen soll, wie es die Sozialisten verlangen. Der Justizminister wünscht, daß, so lange der Prozeß schwebt, keinerlei Veröffentlichungen über die Dokumente erfolgen. Der frühere Finanzminister Rouvier, welchen Jaures in den Dokumenten als kompromittiert hinstellt, erklärte einem Redakteur der„Petite Republique“, daß in den Dokumenten nichts enthalten sei, was ihn kompromittieren könne. Konstantinopel 16. März. Der deutsche Botschafter Fryr. Marschall v. Bieberstein hat heute als Doyen des diplomatischen Korps der Pforte eine Kollektivnote überreichen lassen, in der die Neubearbeitung der türkischen Handelsgesetzgebung gewünscht wird, über deren Unzulänglichkeit— das Handelsgesetzbuch ist fast 60 Jahre alt— der europäische Handel sich seit langer Zeit beklagt. Petersburg, 18. März. Die Zeitung „Ruß“ meldet: Die Parteien der Rechten bereiten Vorlagen vor, um die Linke zu provozieren und die Entfernung der Revolutionäre aus der Duma oder die Auflösung der Duma herbeizuführen. Die Volkssozialisten beschlossen infolge des Deckeneinsturzes im Sitzungssaale der Duma, unmittelbar nach der Regierungserklärung der Regierung ihr Mißtrauen auszusprechen, da im Grunde nur Nachlässigkeit des Regimes eine solche Katastrophe herbeiführen konnte.— Die nächste Sitzung der Reichsduma wird morgen vormittag 11 Uhr im Saale der Adelsversammlung abgehalten, in dem gewöhnlich der Reichsrat tagt. Persien. Die russische Regierung hat Kosaken nach Persien gesandt, die zur Verstärkung der Konsulatswachen dienen sollen.— Der Schah hat den Großvezier entlassen. Madrid 17. März. Wie den Blättern aus Ceuta gemeldet wird, hat eine unter dem Befehl des Kaid Hessani stehende Truppenabteilung gestern El Baliente und seine Leute angegeiffen, wurde aber nach mehrstündigem Kampfe in die Fluch, eschlagen.— König Eduard von England wird hier anfang April zum Besuch des Königs von Spanien erwartet. Kirche, Schule und Mission. (Altkatholische Kirche in Oesterreich.) Soeben ist die kirchenamtliche Stattstik über die Veränderung der Seelenzahl erschienen. Danach hat die altkatholische Kirche Oesterreichs sich im Jahre 1906 um 937 Seelen vermehrt, und zwar überwog die Zahl der Geburten die der Todesfälle um 255, die Zahl der Beitritte die der Austritte um 682. Die Zahl der Beitritte seit 1899 beträgt 10 796, die Gesamtseelenjetzt annähernd 25000 Seelen gegen rund 13600 im Jahre 1899. Parteibewegung. (Aus der konservativen Partei.) Der Gesamtvorstand der konservativen Partei (Fäufziger=Ausschuß) hat in seiner Sitzung am 15. d. M. beschlossen, einen Organisations=Ausschuß einzusetzen, der sich demnächst konstituieren und seine Tätigkeit beginnen wird. Ferner ist vom Gesamtvorstande beschlessen worden, voch in diesem Jahre einen Delegiertentag einzuberufen und für Anfang des Jahres 1908 die Einberufung eines allgemeinen Parteitages zu veranlassen. Kolonialpost. (Südwestafrika.) Ein Telegramm aus Windbul meldet: An Krankheiten gestorben Reiter Gustao Heppner, am 7. März d. J. im Lazarett Keetwanshoop an Typhus; Reiter Hermann Salzbrunn, in der Krankensammelstelle Ramansdrift an Typhus und Malaria. (Deutsch Ostafrika) Einer der bedeutendsten T xtilindustriellen Württembergs, Kommerzienrat Otto, der den Kolonial= direktor Dernburg auf dessen Ostafrikareise begleiten wird, hat sich südlich vom Vikiociasee ein Gebiet von 20000 Hektar für Baumwollpflanzungen gesichert. Aus den Deutscher Reichstag. 23. Sitzung vom 18 März 1907. 1 Uhr. Im Riichstage gelangte am Montag der Gesetzentwurf, betr. die Vornahme einer Berufsund Betriebs zählung im Jahre 1907, mit der auf Antrag des Abg. Will(kons.) angenommenen Ergänzung, daß in den Fragebogen auch die Frage nach der Religion aufzunehmen sei. in dritter Beratung zur definitiven Annahme. Darauf trat das Haus in die zweite Beratung des Etatsnotgesetzts ein. Beim Postetat ersuchte Staatssekretär Kraetke das Haus, im Gegensatze zu dem von der Kommission gesaßten Beschlusse, die Forderung für die Erwerbung eines Grundstückes in der Französischen Straße zu Berlin zu genehmigen. Nach einer Erwiderung des Abg. Singer (Soz.) wurde die Fassung der Kommission angenommen, die Forderung, für die nur die Konservativin eintraten, also gestrichen. Es folgte die Beratung über die einmaligen Beihilfen an Unterbeamte(30 resp. 50 Mark). Abg. Dr. Wiemer(fes. Bpt.) bemerkte als Berichterstatter, daß die von der Regierung beabsichtigten Beihilfen ihrer Niedrigkeit wegen auf die Kommission mehr den Eindruck eines Trinkgeldes gemacht habe. Deshalb habe sie sich auf eine Resolution geeinigt, nach der wesentlich höhere Beibilfen(100 Mairk für die Urterbeamten sowie 150 Mark für alle übrigen Beamten mit höchstens 4200 Mark Gehalt) in den Etat bei der dritten Lesung einzustellen seien. Abg. Speck(Ztr.) befürwortete einen Antrag des Zentrums, den von der Kommision gestrichenen Titel für Beihilsen dem Uretat wieder einzufügen mit der Maßzabe, daß die Beihilfen für Unterbeamte 100 Mark, für mittlere Beamte, soweit ihr Gehalt 3000 Mark nicht übersteigt, 150 Mark betragen sollen. Staatssekcetär v. Stengel erklärte, die VerDas Jahr 1807 in der preußischen Geschichte. Eine Säkular Erinnerung von J. P. Nachdruck verboten.] Der König Friedrich Wilhelm III von Preußen war eifrig bemüht, seinem Lande den Frieden zu erhalten und hatte bisher alles vermieden, was sein Land in den Strudel der europäischen Kriege hätte hin. einziehen können: allein auf die Dauer war es nicht möglich, da Napoleon ihm eire Kränkung nach der andern zufügte. So hatte Nopoleon ihn genöligt, mehrere preußische Gebiete an Frankreich abzutreten und dafür das den Englänbern entrissene Hannover in Besitz zu nihmen. Als er jedoch kurze Zeit darnach dieses den Engländern wieder anbot, glaubte Friedrich Wilhelm sich nicht läuger mehr von dem übermütigen Kaiser verhöhnen lassen zu dürfen und entschloß sich, wenn auch mit schwerem Herzen, zum Kriege gegen Napoleon. Sobald dieser die Kriegserklärung Preußens erhalten hatte, rückte er mit mehr als 200000 Mann gegen die Pässe des Thäringer Waldes. Preußen stand ganz allein, da Oesterreich an dem Kawpfe nicht teilnehmen wollte, und die Russen noch sern waren. An der Spitze bündeten Regierungen seien durcheus überzeugt von der Notlage der Unterbeamten, sie hätten jedoch auf ihre anfänglich selbst gefaßte Absicht der Gewährung höherer Beihilfen noch verzichten müssen, wegen der Unklarheit der Finanzentwicklung, namentlich in bezug auf die neuen Steuern und Zölle. Der Antrag des Zeutrums würde nicht 18—15, sondern 20 Millionen Maik er sordern. Wenn sich das Haus auf den Wunsch möglichst baldiger und möglichst ausgiebiger Unterstützung der Beamten beschränken wurde, so würden wohl auch die Verbündeten Regierungen ihre Bedenken zurückstellen. Eine Bestimmung, wie sie der Antrag Gröber bringe, sei jedoch für die Regierunz unannehmbar. Der Reichskanzler sei jedoch fest entschlossen, die Frage einer ausgiebigen Gehaltsaufbesserung sowie die Regulierung des Wohnungsgeldzuschusses für 1908 in die Hand zu nehmen. Die Abg. Beck=Heidelberg(natl.) und v. Richthofen(kons.) geben die Freude ihrer Parteien über das Entgegenkommen der Regierung Ausdruck. Abg. Singer(Soz) erklärte sic nunmehr gegen den Antrag Gröber(Heiterkeit). Schließlich wurden auch die entsprechenden Anträge des Zentrums und der Freisinnigen zugunsten der Kommissions=Resolution zurückzezogen. Die Resolution der Budgetkommission wurde noch vom Abg. Voigt Hall(wirtsch. Vag) energisch befür. wortet. Nach weiteren Reden der Abgg. Kopsch (frs. Vpt. und Werner(Dtsch Reformp.) wurde der Kommissionsantrag unter Heiterkeit und Beifall einstimmig angenommen. Dienstag, 1 Uhr: Fortsetzung. Abgeordnetenhaus. 36. Sitzung vom 17. März. Das Abzeordnetenhaus sitzte am Montag die allgemeine Besprechung des Kulturetats feit. Erster Redner war Abg. Frhr. von Zedlitz (slons), der sich nach dem Inhalt des angekündigten neuen Lehrerbesoldungsgesetzes erkundigte. Ministerialdircktor Schwartzkopff konnte genaue Auskunst noch nicht geben, teilte aber mit, der Entwurf werde die R.ktorenfrage nicht be rühren. Abg. Metzenthin(kons.) rechtfertigte die am Sonnabend vom Abg. Dr. Friedberg bemängelte Zusammensetzung der Konsistorien. Abg. Cassel(fis. Bp.) focrerte, im Zeichen der konservativ liberalen Paarung müss: dem Liberalismus auch im Landtage entgegen gekommen werden. Kultutminister Dr. v. Studt: Ich werde dim Vorredner nicht auf das Gebiet der hohen Poltlik folgen. Bei den Angriffen auf mich handelt es sich diesmal nicht um einen Husarenritt, sondern um ein Husarer fieber. Die Sonrabencrede des Freiherrn v. Zedlitz wurde von seinen eigenen Freunden mit eisiger Kälte ausgenommen.(Sehr richtig! rechts.) In der Frage der Entlastung meines Ressorts habe ich Material gesammelt. Die Frage wird in nicht zu ferner Zeit gelöst werden. Ministerialdirektor Schwartzkopff begründete die Nichtbestätigung des Dr. Penzig als Mitglied der Schuldeputation zu Charlottendurg; Dr. P. habe sich durch eine schroffe und unziemliche Agitation gegen den Religionsunterricht an Volkkschulen hervorgetan. Abg Dr. Heisig(Zentr.) redete den Vorzügen der geistlichen Schulaussicht das Wort. Abg Ernst(frs. Vgg.) sorderte ganze Arbeit bei der Lihrerbesoldung. Abg. Dr. Friedberg(natl) forderte gleiche Berücksichtigung der beiden zvangelisch=theologischen Rchtungen bei der Besitzurg von Universitätsprofessuren Kultusminister Dr. Studt erwiderte, er sei dem von jeher gerecht geworden. Hingegen wünschte Abg. v. Oldenburg(kons.) das Ueberragen der Positiven an allen Universitäten. Dienstag 11 Uhr: Fortstzurg. uns Provinzieles. 19. März *(Der hiesige VerschönerungsVerein) teitt an die Bürgerschaft mit der Bitte heran. den Verein als Mitglied beizutreten. Die Mittel des Verschönerungs Vereins reichen nicht hin, um alle berechtigten Wänsche erfüllen zu können. Niue Promenaden= und Waldwege sollen angelegt und vorhandene verbessert werden. Ins besondere bieten sich dem Verein in den entfernteren Teilen des früheren Olderdisser= schen Hofes, auf welche derselbe bisher seine Tätigkeit nicht erstrecken konnte, jitzt große und schöne Aufgaben.— Sobald die Witte rung es erlaubt, sell zunächst der Kihleberg, der einen unvergleichlich schönen und weiten des preußischen Heeres stand der alte 72. jährige Herzog Ferdinand von Braunschweig, der noch immer für einen Feldherrn ersten Ranges galt. Prinz Ludwig Ferdinand von Preußen, ein Better des Königs, brach mit einem kleinen Heere gegen Saalfeld auf, um Napoleon im Vorrücken aufzuhalten, fand aber in der Schlacht bei Jina und Auerstädt am 14. Oktober 1806, in welcher die preußischen Heere trotz aller Tapferkeit völlig befiegt und zersprengt wurden. Schmachvoller aber als die erlittenen Niederlagen war für Preußen das, was nun folgte. Ganze Hausen des befiegten Heeres ließen sich von den Franzosen gefangen nehmen oder lösten sich auf und zogen nach Hause, als gäbe es kein Vaterland mehr zu verteidigen. Die altersschwachen Befehls haber, statt durch den äußersten Widerstand Zeit zur Heranziehung der Russen zu gewinnen, zogen es vor und meinten, dem Könige am besten zu dienen, wenn sie den Feind durch schleunige Uebergabe zu ver söhnen suchten. Ohne einen Schuß zu tun, überlieferte sich eine Festung nach der andern. Schou am eisten Tage nach der Schlacht ergab sich E furt, und bald folzten in rascher Aufeinanderfolge die Festungen Spandau, Stettin, Küstrin und Magdeburg, das Haupt Rundblick gewährt, von der Stadtseite her bequem zugänglich gemacht werden. Auch die Anlage guter und sicherer SchneesportBahnen ist in Aussicht genommen. In der Stadt wird der Verein auch fortan bestrebt sein, durch Beihilfen zur Ausmalung alter schöner Giebelhäuser und durch Preise für hübsche Herrichtung und Unterhaltung der Vorgärten und Valkone unsern Straßen ein freundliches Aussehen zu geben. Der Verschönerungs=Verein hat sich auch die Aufgabe gestellt, durch Hebung des Fremdenverkehrs die wirtschaftlichen Interessen der Bürgerscheft zu sördern und hat zu diesem Zvecke das össentliche Verkehrsbureau ins Leben gerufen; dusselbe kann seine zahlreichen Aufgaben aber nur erfüllen, wenn ihm reiche Mittel zur Verfügung stehen. Wie man aus Vorstehendem ersteht, gipfelt die Tätigkeit des Vireins darin, einen Einfluß auf den Fremderstrom zu Gunsten unserer Stadt zu gewinnen.— Es ist ja selbstverständlich, daß nur solche Orte bezw. Gegenden rachhaltigen Ersolg von wodernen Verkehrsbestrebungen erwarten können, die auch wirklich etwas bieten. Die Natur hat uns reich bedacht, die Schönheiten müssen aber zugänglich gemacht werden; daran mit zu helfen, sollte niemand ablehnen. Anmildungen zum Einteitt in den Verschönerungs Verein, de: von seinen Mitgliedern eiven Mindestjahresbeitrag von nur 3 Mark erhebt, werden im Verkehrsbureau, Zimmerstraße 19, entgegengenommen. (Eisenbahn=Aussichtswagen) nach amerikanischem Muster werden in kommen den Sommer auf zahlreichen Linien der preußischen Staatseisenbahn verkehren. Nachdem bereits vor einiger Zeit solche Wagen in Schlefien eingestellt wurden, sollen sie auch im Rheinlande zur Einstellung gelangen. Ja Betracht kommen solche Linien, die durch reizvolle Gegenden führen. Bemerkenswert ist, daß auch die 4. Wagenklass: derartige Aussichtswagen erhält. (Religionswissenschaftlicher Kursus.) Wie in anderen Städten unserer Provioz geschehen ist, soll auch hier ein Kreis von religionswissenschaftlichen Vorträzen gehalten werden. Dazu sind Männer gewonnen, deren Namen dafür bürgen, daß sie über die schwebenden Fragen der Gegenwart wohl Licht verbreiten können. Der eiste religionswissenschaftliche Kirsus findet hier in der Österwoche statt, und es werden zunächst reden: Mittwoch, den 3. April, Poofessor Dr. Hoppe Hamburg über: „Gott, Welt, Mensch“, Donnerstag, den 4. April, Pfarrer Dr. theol. Grünberg=Straßburg i. E. über:„Das Uebel in der Welt und die göttliche Gerechtigkeit", Freitag, den 5 April, Prof. D. Stange=Geeifswald über:„Die Grundwahrheiten des Christentums“. Die Vorträge sind im Eoangel. Vereinshause an der Altstädter Kirche und fallen in die Zeit von 9½ 12½ Uhr morgens, unterbrochen durch eine Frühstückspause. Jedem Teilnehmer werden die Leitsätze überreicht, um die freie Aussprache zu erleichtern, die pünktlich 4½ Uhr nachmittags beginnt. Doch können auf Sunsch am 2 und 3 Tage die Vorttäge und Diskussion in eine andere Zeit verlegt werden. Ja der Zvischenzeit soll den auswärtigen Teilnehmern Gelegenheit geboten werden, Sehenswürdigkeiten unserer Stadt und Um gegend in Augenschein zu nehmen. Aumel dungen für die Teilnahm; nimmt Rektor Beckmann in Bielefeld dis zum 27. März entgegen. Es ist erwünscht, daß bei der Anmeldung 3 Ml. portofrei als Beitrag für die Kosten eingesandt werden. Alsdaan erfolgt die Zusendung der Eintrittskarte, die zu allen Vorlesungen berechtigt. Tageskirten à 1,50 Ml. sind nur an der Kass: zu haben. Din auswärtigen Teilnehmern wird Feeiquartier rachgewiesen. Die Gebildeten aller Stände, auch die Damen, sind zur Teilnahme an diesen Kursus eingeladen. (Aus dem Theaterbureau) wird uns geschrieben: Auf die heutige Erstaufführung der prächtigen, überaus erfolgreichen Novität von Ludwig Fulda„Der heimliche König“ wird nochmals aufmerksam gemacht. Das historische Schauspsel„Kolberg“ von Paul Heyse, das auch häufig auf dem Spielplan des Kgl. Schauspielhauses in Birlin erscheint, gehl Mittwoch zum ersten Male in Szene. Für Schülerbillets sind für diesen Abend ausnahmsweise halbe Preise angesetzt. Donnerstag wird„Der heimliche König" wiederholt. Als letzte Klassikervorstellung der Saison wird Sonnaband Geillparzers„Des Meeres und der Liebe Wellen“(H ro und Lander) gegeben und am Sonntag schließt die Saison mit dem prächtigen Lustspiel„Herr und Frau Doktor“. N(Der IV. Kammermusikabend) des Rasensberger Streichquartetts(Herren Konzertmeister Barkhausen, Schulz, Pradel und Harbaum) bekam diesmal wieder eine klavieristische Färbung durch die Mitwirkung unserer geschätz en heimischen Pianistin, Frau Marie Hermanns=Stibbe. Drei sich diametral gegenüberstehende Pole:„Mozart, Brahms, Dvorak“ wies das gestrige Programm auf. Mozart's Streichquartett(Nr. 6) in Cdur, das für damalige Zeiten so harmonisch interessante Novitäten brachte, daß man es füglich als eine Präambulum zu der romantischen Musikperiode betrachten kann, leitete den Abend ein. In chronologischer Folge kem dann Brahms, dann Dvorak zu Wort. In der Brahms'ichen Violin=Sonate op. 100, als auch in dem Klavierquartett von Dvorak op. 87 hatte, wie oben schon gesagt, Frau Hermanns den Klavierpart übernommen. Mit großer Sicherheit, dem jeweiligen Charakter der Emter sich äußerst verschiedenen Stücke gerecht werdend, führte sie die fast durchweg an die Technik großt Anforderungen stellenden Klavierpartien ganz meisterhaft aus. Leider versagte der Ibachflügel ganz und gar. Er besitzt weder den vornehmen Mollton für Brahms, noch die glanzvolle und doch weiche Helle, die der slavischen Musik eines Dvorak dienlich ist. Sehnlichst herbei gewünscht hätte man sich enen Bechstein, oder einen Steinwea. In einem allerdiags unerreicht sind die Ibackflügel: In der Riklame! Es ging viel Mark und Kraft, Wärme und Liebe von den Fingern der Frau Hermanns=Stibbe aus. Ihr seiner Anschlag und ihr synpatbisches Spiel wäre des besten Instruments würdig gewesen. Die Herren des Quarttes bewiesen sich als berufene Kammermusiker und gaben sowohl in dem äußerst schweren Zusammenspiel, als auch in dem sudjektivischen Gebrauche der einzelnen Stimmen Proben von feinsinnigstem Musizieren ab, das besonders auch das Spiel des Herrn Konzertmeisters Borkhausen in der Brahms'schen Violinsonate auszeichnete. m(Gestohlen) wurden in der Nacht zum 17. d. Mts. aus einer Seltersbud: des Fabrikanten Kr. an der Gütersloher straße 1 Kiste Zigarrm, 2 Flaschen Selters und 1 Glas im Gesamtwerte von 4 Mark; dem Berichterstatter C., Siegfriedstraße 1, am 13. d. Mts., abends, ein (brauntiger) im Wrte von etwa 300 Mark; in der Zeit vom 11. bis 16. d. Mis. dem Arbeiter H., Hakenort 3, aus dessen unverschlossenem Hofe eine zum Trocknen aufgehängt gewesene Tuchhose im Werte von 6 Maik; am 18 d. Mis., abends, dem Klempnergesellen Joh. Be., Friedrichstr. 43, aus seinem verschlessenen Koffer 1 Portemonnale mit 90 Mt. Inhalt. Als Täter wird der Schleifer Otto B. aus Hagen, welcher mit Br. ein Zimmer teilte und seit dem fragl. Tage flüchtig ist, verdächtigt. m.(Eingeliefert) wurden 1 Person wegen Sittlichkeitsverbrechen, 2 Bettler und 4 Oddachlose. m.(Gefunden) 1 goldener Tranring, 1 Pferdedecke. bollwerk des Landes. Schon 14 Tage nach der Schlacht hielt Napoleon feierlichen Ein zug in Berlin, bei welcher Gelegenheit die feigen Bürger ihm voll Angs Vive 1’Empereur(Es lebe der Kaiser!) entgegenriefen. Während seines Aufenthaltes sog er Berlin tüchtig aus und nahm nicht bloß alles Geld aus den Kassen an sich, sondern überhaupt alles, was ihm gefiel. So ließ er die Viktoria mit dem Biergespann von dem Brandenburger Tore nehmen und nach Paris schicken, und auch der kostdare Degen Friedrichs des Großen wanderte nebst unzähligen anderen Kostbarkeiten von Berlin nach Paris. Doch zeigte sich in jener Zeit auch voch Vaterlandsliebe, Mut und Teeue. Der General Blücher hatte sich mit etwa 25.000 Mann, als er sich von der Oder abgeschnitten sah, nach Mecklenburg und von da nach Lübeck durchgeschlagen, sah sich aber endlich genötigt, nach tapferer Gegenwehr sich der Uebermacht zu ergeben,„weil ihm Brot und Munition fehlte“. Von den Feitungen zeigten sich besonders Kolberg und Graudenz des preußischen Namens würdig. In Kolberg zwang ein einfacher Handwerker, der 70jährige Nettelbeck, mit dem Degen in der Hand den Kommandanten, die Feste zu halten, bis der Oberst Gaeisenau kam, der sich im Verein mit den Freischaren des Majors Schill tapfer verteidigte. Ja Graudenz kommandierte der alte Coub'ête. Als die Frarzosen diesen zur Uebergabe aufforderten und höhnisch binzufügten, es gebe ji keinen König von Preußen mehr, antwortete er:„Nun gut, so bin ich König von Graudenz!“ Und weder Kolberg noch Graudenz wurden von den Frarzosen genommen. Hart und schwer war besonders das Schicksal der preußischen Königsfamilie selbst. In den Schlössern zu Berlin und Potsdam hauste der stolze Sieger, der aus den eroberten preußischen Provinzen bis zur Oder hin vier französische Departemente bildete. Dem Könige und der Königin wollte das Herz schier brechen vor Gram, als sie alles um sich her so schmählich zusammenstürzen sahen. Bei dem weiteren Vordringen Napoleons nach Osten hatte sich die Königin Luise mit ihren Prinzen gezwungen gesehen, im fernen Königsberg Sicherheit zu suchen. Aber auch hier war sie vor den heranrückenden Feinden bald nicht mehr sicher. Die Königin lag gerade schwer krank am Nuvensieber darnieder, eine Weiterreise schien unmöglich. Dennoch erklärte sie:„Ich will m.(Zugelauser Haushund. m.(Berloren) 1 m.(Eingefange Mts. eine braune Do Aus den Nr 8 Herford, 19. güter.) Wir nehm dieser Stelle noch au abend 6 Uhr nach Sieker, Mindenerstraß sammlung hinzuweisen, über die Bildung kleit firden wird, insbeson Reserenten die Fraze „Ist es einem Arbeit #amilienhaus zu bewo Wichtigkeit der recht ze es sihr erwünscht, w namentliche solche, welt umgehen sich ein Eig an der Versammlung Die Neustädter Feloma gewählt, weil dort de verhältnismäßig noch aber auch, weil sich do Gelände befiodet, welch Anfiedelung kleinerer L 8 Hersord 19 B keit.) Allem Anscheire nächsten Jahre die Be in den Feldmarken, Die Geundstückpreise Straßen gehen infolg herauf; sehr zu bedaus den Feldmarken noch Wegenetzt fehlt, hierdu# für die Chaussiefronten Hinterland dahingegen als Ackerland zu vert allein für den Besitze Allgemeirheit virschloss 8 Hirford, 17. M vaterländischer M Einladung des Vorst vaterländischen Männert ordentlichen Generalve nachmittag 6 Uhr nac Vereinshause waren et folgt. Als erster Pun war:„Janere Bereins sehen. Der stellvertrete Hauptlehrer a D. W Mitteilung, daß dere Pastor Meyir sein Am Vereins niedergelegt 5 ausschickte, daß die G Herrn zur Amtkniederle wohl zur Genüge bekar Bersammlung mit, da schlossen habe, von der Vorsitzenden vor der Nachdem die Busamml heit sich den Beschlu wurde von Herrn Lehr zur Geschäftsordnung g gaß die heutige Versar nahme des Vorschlages beschlleßen könne, da bezüglich der Generalve artigen Punkt nicht v ausgedehnte Debatte#ft daß beschlossen wurde, eine neue Generalversat den Punkt„Vorstands In sehr peckenden Wo dem Vorsitzenden auf 5 vaterländischen Männe dabei besonders hervorh politischen Vereine sei soll: es aber immer ge gilt,„gegen die Soz Herr Vorsitzende berie eingehender Weise über lung des Minden Rave bandstage, welcher vor getagt habe. Danach Verein als der größte Mitglieder und Herso: im Verhältnis zu der der Vereine eine sehr nächst wird Herr K Bielefeld über die Del in Freiberg berichten. vorgesehene Vortrag Lehrer Köhle durch worauf aus dem sehr von Freissn über nach Südwest" vorgele lieber in die Hände Menschen fallen.“ Tro und des fürcht riichsen gestöbers floh die ungl über die Kurische Nihr äußersten Stadt des Nacht unterwegs verbr einer elenden Hütte, durch die zerbrochenen das Bett wehle. m.(Zugelauser) ein schwarzgelber m.(Verloren) 1 goldene Damenuhr. m.(Eingefangen) wurde am 13. d. Mts. eine braune Dogge. Aus den Kreise Herford. 8 Herford, 19. März.(Rentengüter.) Wir nehmen Veranlassung an dieser Stelle noch auf die für Mittwoch abend 6 Uhr nach dem Gastwitt Herrn Sieker, Mindenerstraße, anberaumte Versammlung hinzuweisen, wo eine Besprechung über die Bildung kleiner Rentengüter statt finden wird, insbesondere wird von dem Reserenten die Frage behandelt werden: „Ist es einem Arbeiter möglich, ein Ein#amilienhaus zu bewohnen?"— Bei der Wichtigkeit der recht zeitgemäßen Frage wäre D es sihr erwünscht, wenn sich recht viele, namentliche solche, welche mit dem Gedanken umgehen sich ein Eigentum zu begründen, an der Versammlung beteiligen möchten. Die Neustädter Feldmark ist mit Vorbedacht gewählt, weil dort der Grund und Boden verhältnismäßig noch nicht zu teuer, dann aber auch, weil sich dort noch ausreichendes Gelände befiodet, welches sich vorzüglich zur Anfiedelung kleinerer Liute eignet. 8 Hersord 19 März.(Bautätigkeit.) Allem Anscheire nach wird hier im nächsten Jahre die Vautätigkeit, namentlich in den Feldmarken, eine recht rege sein. Die Geundstückpreise an den ausgebauten Straßen gehen infolgedessen immer mihr herauf; sehr zu bedauern ist es, daß es in den Feldmarken noch an einem geordneten Wegenetzt fehlt, hierdurch werden die Preise für die Chaussiefronten unnatürlich hoch, das Hinterland dahingegen ist und bleibt nur als Ackerland zu verwerten und so nicht allein für den Besitzer, sondern auch der Allgemeirheit virschlossen. 8 Hirford, 17. März.(Christlichvaterländischer Männerverein.) Der Einladung des Vorstandes des christlichvaterländischen Männervereins zu einer außerordentlichen Generalversammlung zu heute nachmittag 6 Uhr nach dem Evangelischen Vereinshause waren etwa 50 Mitglieder gefolgt. Als erster Punkt der Tagesordnung war:„Janere Vereinsangelegenheit" vorgesehen. Der stellvertretende Vorsitzende, Herr Hauptlehrer a D. Wittenberg, machte die Mitteilung, daß der erste Vorsitzende Herr Pastor Meyir sein Amt als Vorsitzender des Vereins niedergelegt habe; nachdem er vorausschickte, daß die Gründe, welche diesen Herrn zur Amtkniederlegung veranlaßt haben, wohl zur Genüge bekannt seien, teilte er der Versammlung mit, daß der Vorstand beschlossen habe, von der Neuwahl eines ersten Vorsitzenden vor der Hand absehen zu wollen. Nachdem die Busammlung in ihrer Mehrheit sich den Beschluß zu eigen gemacht, wurde von Herrn Lehrer Riehl ein Antrag zur Geschäfteordnung gestillt, der dahin ging, gaß die heutige Versammlung über die Arnahme des Vorschlages des Vorstandes nicht beschlleßen könne, da die Bekanntmaghung bezüglich der Generalversammlung einen derartigen Punkt nicht vorgesehen habe. Die ausgedehnte Debatte führte schließlich dahin, daß beschlossen wurde, der Vorstand beruft eine neue Generalversammlung ein, wo über den Punkt„Vorstandswahl“ beraten wird. In sehr peckenden Worten wurde noch von dem Vorsitzenden auf die Ziele der christlichvaterländischen Männervereine hingewiesen, dabei besonders hervorhebend, daß diese keine politischen Vereine seien, klar und deutlich soll: es aber immer gesagt werden, daß es gilt,„gegen die Sozialdemokratie". Der Herr Vorsitzende berichtete dann noch in eingehender Weise über die Bezirksversamm lung des Minden Ravensberger Bezieks Verbandstage, welcher vor 8 Tagen in Löhne getagt habe. Danach zählt der Bielefelder □ Verein als der größte des Verbandes 300 Mitglieder und Hersord etwa 260(leider im Verhältnis zu den edlen Bestrebungen der Vereine eine sehr geringe Zahl). Demnächst wird Herr Kaufmann Bölenkamp Bielefeld über die Delezierten Versammlung in Freiberg berichten. Der unter Punkt 2 vorgesehene Vortrag wurde von Herrn Lehrer Köhle durch Besprechung erledigt, worauf aus dem sehr ansprechenden Buch von Freissn über„Pter Mors Fahrt nach Südwest" vorgelesen wurde. Der Inlieber in die Hände Gottes als dieses Menschen fallen.“ Trotz der hefligsten Kälte und des fürcht rlichten Sturmes und Schneegestöbers floh die unglückliche Königsfamilie über die Kurische Nihrung nach Memel, der äußersten Stadt des Reiches. Die erste Nacht unterwegs verbrachte die Körigin in einer elenden Hütte, wo ihr der Schnce durch die zerbrochenen Fensterscheiben auf uund Beit wchte. halt des Buches und Vortragsweise fanden den ungekeilten Beifall der Versammlung, es wurde auch gleich gebeten, bei der rächsten Versammlung die Fortsetzung zu hören. ∆ Hersord, 19. März.(Stadtverordneten=Ausschuß.) Die nächste Sitzung fiadet Donnerstag nachmittags 5½ Uhr statt. G Herford, 19. März.(Haltestelle Rennthor.) Wim daran gelegen ist, daß am Rennthor eine Haltestelle eingerichtet wird, möge sich heute abend 9 Uhr bei Frau Witwe Beinkmann einfinden, wo eine Interessenten=Besprechung stattfindet. (C Herford, 19. März.(Allgemeine Witwenkasse.) Das Vermögen der Kasse beträgt nah dem Bericht der letzten nur schwach besuchten General=Versammlung 8435 65 Mk. gegen 8729 29 Ml. des Vorjahres. Der Hilfsfonds enthält 935,65 Ml. Die Kasse umfaßt 201 wirkliche, und 40 zehlende Ehrenmitglieder. Ugterstützt wurden im 1. Haltjihr 62 und im 2. Halbjahr 65 Witwen. Herford, 18 März.(Aufdem Wochenmark te) kosteten Montag: 1 Pfd. Butter 110—120 Pfg., Eier 50—60 Pfg., Rosenkohl 20—25 Pfg., Schwarzwurzeln 20—30 Pfg., weiße Rüben 5 Pfg., Werzeln 4—5 Pfg., Zviedeln 7—8 Pfg., Kartoffeln 3 bis 5 Pfg., Aepfel 15—25 Pfg., 1 Stück Zitronen 5—8 Pfg., Apselfinen 4—10 Pfg., Steckrüben 8—10 Pfg., Sellerie 10—00 Pfg., Meerreitig 20—30 Pig., 1 Kopf Blumenkohl 20—50 Pfg., Wirfing 10—30 Pfg., Weißkohl 10—25 Pfg., Rotkohl 15 bis 30 Pfg., Eidivien 20—30 Pfg., Kopfsalat 15 Pig., Braunkohl 7—8 Stück 10 Pfa rote Beete 5—7 Stück 10 Pfg., 1 Zentner Kartoffeln 3—4 Mark. m Herford, 19. März.(Evangel. Vereinshaus) Die gestrige Generalversammlung des„Edangel. Vereins“ war leidlich besucht, jedoch nicht so stark, daß sie fü: säntliche Pinkte der reichen Tagesordnung Beschlußfähigkeit gehabt hätte. Es muß deshalb eine zweite Generalversamm: lung statfinden; für dieselbe ist der 15. Apcil in Aussicht genommen.— Diejenigen Verhandlungsgegerstände, für welche die Versammlung beschluffähig war, wurden erledigt. Der Veroaltuagsbericht des Vorstandes konnte ein sehr erfreuliches Bild der Entwicklung des Hauses geben. Seit Fertigstellung der großen Umbauten ist nicht nur kein Stillstand in dem Ewporblühen des Hauses eisgetreten, sondern eine besonders starke Aufwärttbewegung. Der Besuch ist weiter erhedlich gestiegen, insbesondere auch der des jetzt aufs Beste eingerichteten Hospizes. Ein Beweis, daß die Bergrößerung einem wirklichen Bedürfnis entsprach, und daß die Sache des V reins eine wichtige und segensreiche ist.— Zinszahlung konnte auch diesmal bewilligt werden; doch wollen Mitglieder, welche nicht darauf angewiesen sind, zugunsten der gemeinnützigen Zwecke des Vereins noch einmal darauf verzichten.— Die ausscheidenden Vorstandemitglieder wurden sämtlich wiedergewählt. § Hersord, 17. März.(Unfälle.) Eire köse Fahrt machte Sonntag abend der Kolon Stork aus Siele. Das Pferd scheute, warf den Wagen auf die Seite und zerriß die Stränge, in rasender Jard der Stadt zu lausend. An der Renntorbröcke kam es endlich zu Fill.— Eine schwere Gesichtsverletzung trug am Sonntag ein Postsote am Fahrstuhl der Gepäckbeförderung davon, so daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Schwenningdorf, 18 März.(Schule.) Anstelle des am 1. Aptil d. J. in den Regierungsbezirk Arnsberg versetzten Lehrer Hearmann wird der Schulamtsbewerber Heinrich Holl- aus Minden nach hier versetzt. I Stift Quernheim, 18 März(Der Verein für Geflügelzucht und Tierschutz) in Stift Ouerpheim beabsichtigt am 9. und 10. November cr. eine Geflügel aus stellung zu veranstalten und damit eine Verlosung von lebenden G.flügel und Wertgeger ständen zu verbinden. II Mennighüsfen, 18. März.(Eine vakante Leyrerstelle) an der Volksschule Dielingen wurde dem Lehrer Niedermeyer hie selbst zum 1. Aptil cr. übertragen. ** Bünde 19. März.(Meisterprüfung.) Der Schornsteinfeger Josef Grote, Bünde, hat vor dem Püsungsausschuß der Handwerkskammer Bielefeld unter dem Borsitz des Herrn Geh. Baurats Rächling die Meistaprüfung im Schornsteinfegergewerbe abgelegt und bestanden. Der Genannte hat daduich seive technische Befähigung gemäß Ja der R.=G. O.(Gesetz vom 7. Januar 1907) nachgewiesen und die Berechtigung zur Führung des Meistertitels in Verdindung mit dem Schorrsteinsegerbandwerk erworben. Dono, 18. März.(Hochstapler.) Dir berüchtigte„Hauptmann von Köpenik“ findet immer noch Nuchahmer; dafür liefert ein Vorkommnis hierselbst einen neuen schlagenden Beweis. Taucht da laut„Bünd. G.=A.“ vorige Woche ein„waschechter“ Schornsteinseger aus, der im„höheren" Auftrage in verschiedenen Häusern das Reirizen der Schornsteine ausführt und nach getaner Arbeit die Reinigungsgebühren einstreicht. Nebenbei eignet er sich auch noch eine vielleicht ihm im Wege härgende Wurst an und verduftet. Natärlich handelt es sich um einen Schwindler, der durch diesen neuen Tric sich einige gute Einnahmen ergaunert hat. Bis jitzt ist es noch nicht gelungen, den salschen Schornsteinfeger abzufassen. Aus den Kreisen Minden und Läbtere. Minden, 19. März.(Schüleraufnahmen.) Ja der Mittelschule findet die Anmeldung von neuen Schülern am 23. d. M. im Zimmer der 7. Mädchenklasse, in der Bürgerschule II Montag, den 25. d. M. statt. Minden, 19. März.(Dividende.) Ja der gestern abgehaltenen Sitzung des Aussichtsrates der Mindener Schleppschiffahrts=Gesellschaft wurde laut „M. L Kreikbl.“ beschlossen, der am Montag, den 8. April. statfiadenden Gegeralversammlung die Verteilung einer Dividende von 7 Prozent wie im Vorjahre in Vorschlag zu bringen. Minden, 19. März.(Versetzt.) Durch Verfüzung des Kriegsministeriums ist Heer Baurat Knoch, Muitär=Bauinspeltor in Minden, unter Aufhebung der Bersetzung zur Intendantur des XV. Armeekorps, vom 1. April d. I ab als technischer Hilfsarbeiter zur Intendantur des XI. Armeekorp# versetzt. Minden, 19. März.(Militärisches.) Das Hannoversche Pionier Bataillon Nr. 10 rückt laut„M L. Kreisbl.“ vom 5 bis 12. Juni d. I zum Trrpzenubungsplatz Munster aus. Oeynhausen, 15. März.(Auszeichnung.) Dem Letter der hiefigen evangeltschen Bürgerschule, Rektor Büttner, ist der Kionenorden 4. Klesse verliehen worden. Die Auszeichnung warde ihm gestern in Gegenwart der Schüler der beiden ersten Klassen und im Beisein des Schulvorstandes, des Lehrerkollegiums und des Königlichen Kreisschulinspektors, Schulrats Kindermann, durch den Körigl. Rezierungsund Schulrat De. Gregorovius seinlich unter Ueberbringung der herzlichsten Gückwürsche der Königl. Regierung überreicht. Hartum 16. März.(Der Kaiser als Pate.) Der Kaiser hat laut Bieles. G A.“ zu dem siebenten Sohne des beriitenen Genbaimerie Wachtmeisters Raude hierselbst die Patenstelle angenommen. Südhemmern, 16 März.(Das Kreiskriegerverbandsfest) der Kriegervereine des Kreises Minden findet lout Bielef. G.=A.“ am 2. Juni d. I in der hiefigen Gemeinde statt Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Güters oh, 18 März.(Direktor Dr. Lunzner,) der la gjährige verdienst volle Leeter des hiesigen Gymasiims, ist laut„Wesif. Zig.“ nach schwerem Liiden heute worgen heimgegangen. Er war im Jahre 1842 geboren und studierte in Berlin und Bonn Philologie. Am 7. Ottober 1870 trat er als Oberlehrer beim hi sigen Eymnasium ein und wurde Ostern 1887 vom Kuratorium zum Direktor gewählt. Meyr als 36 Jahre hat er mit seinen reichen Gaben in großer Treue am Gynnasium gewirkt. A.s charakterfeste für alles Höhe und Eole begeisterte und begeisternde Persönlichkeit war es ihm vergönnt, 20 Jahre die Anstalt zu leiten, und Gett hat seine Arbeit reich gesegnet. Etwa 500 Schüler haben urter seiner Leitung die Reiß p üsung bestanden. Sein Name ist mit der Geschichte der Anstalt eng verwachsen und wird unvergessen bleiden. Gütersloh, 16. März.(Ein sehr günstiges Resultat) hat unsere stättische Sparkasse im abgelaufenen Geschaftsjahre erzielt. Der Reingewian beträgt nach der G. Ztg.“ fast 71000 Mark; mit den Zinsen des Reservetonds beträgt der Jahres überschuß etoa 98000 Mark, von welchim die Hälfte für städusche Zvecke aufg wendet werden kann. Wenn nicht einige ungünstige Umstände hinzugekommen wären, z. B. Ab schreibungen auf Staatepapiere usw dain hätte der Jahreküverschuß 100000 Mark erreicht. Die Grubenkatastrophe im Saarrevier. Unter großer Beteiligung fand am Montag in Klein Rosseln im Beisein sämtlicher Behörden die Beisetzung der im Schachte Vulllemin der Grube Klein=Russeln verunglückten Bergleute statt. Bischof Benzler war dazu aus Metz eingetroffen. Die Leichenrede hielt Bischos Korum aus Trier.— Wie die Direktion des Bergwerks bekannt gibt, kann kein Lebender in der Grube mehr vorhanden sein. Man weiß bestimmt, daß es eine ausschließliche Schlagwetterexplosion war, ohne jede Beteiligung von Kohlenstaub, was auch die amtliche Befahrung festgestellt hat. Ueber die Ursache der Explosion sind die Uotersuchungen noch nicht abgeschlossen. Selbst der Entstehungsherd ist noch nicht mit Bestimmtheit zu ermitteln, jedenfalls nicht, beror die Aufräumungsarbeiten vollendet sind und der letzte Tote geborgen ist. Große Berheerungen sind nicht entstanden, abgesehen von einigen Bruchstellen, die zum größten Teile wieder aufgebaut sind. Die Wetterführung hat keine wesentliche Veränderung erlitten. Schlagwetter waren auf den in Frage kommenden Punkten noch nicht beobachtet worden. Vermischtes. Berlin, 18. März. Der Streik der Ziehleute umfaßt heute noch über 1000 Mann. Gegen 800 Möbelträgir und Hilfsarbeiter sind noch in den Betrieben tätig. Berlin, 18. März. Die Aussperrung der Holzarbeiter soll von nächster Woche ab event auf das ganze Reich ausgedehnt weiden. Die Arbeitgeber haden für heute eine Versammlung einberufen, in der über die neu zu treffenden verschärften Maßregel Beschluß gefaßt werden soll. Berlin, 18. März. Die Gräber der Märzgefallenen in Friedrichshain bildeten am Sonntag das Ziel von Zehntausenden von Besuchern aus den Arbeitervierteln, die hier die schon am Sonntag zahlreich niedergelegten Kränze in Augenschein nahmen. Es waren nur wenige Beamte zur Aufrechterholtung der Oednung arwesend. Berlin, 18 März. Ein Pistolenduell soll am Sonntag feüh in Charlottenburg zwischen einem Schriftsteller Sch und einem Eisenbahnbeamten stattgefunden haben. Der erstere soll durch einen Schuß in die Schulter kampfunfähig gemacht worden sein. Hamburg, 18. März. Die Gesamtzahl der durch die Zurücksendung auf ungefähr 1400 Mann verminderten englischen arbeitswilligen Schauerleute ist durch das Eintreffen von 210 A. beitern, die mit einem englischen Dampfer hier angekommen sind, wieder vergrößert. London, 18. März. Heitige Stürme, wolkenbruchartiger Regen und außerordentlich hohe Flut richteten an der Nordwestküste Englands sehr großen Schaden an, besonders in Aberystwith, Newbrighten, Blackpool und Lancaster. Mehrere Wracks treiben umher. Menschenleben sind wenig verloren gegangen. Lancaster und Umgegend siad überschwemmt Genua, 17. März. Heute sird hier auf der alten Mole 15000 Ballen Baumwolle verbrannt Der Schaden wird auf eine Million geschätzt. Die Ursache des Brandes ist unbekannt. Tsingtau, 17. März. Hier gerieten die Asiit c und Moc Bair=Petroleumschuppen, in denen etwa 40000 Kisten Petroleum lagerten, in Brand. Dank der Tätigkeit der freiwilligen Feuerwehr und der Garnison war gestern um 6 Uhr abends der Mac Bain Schuppen anscheinend gerettet. Briefkasten Reichstagswähler in Hollinde. Der gegen seine Wahl erhobene Protest hindert den Gewählten nicht an der Ausüdung seines Mandats, und auch die Ungültigkeitserklärung der Wahl durch die Wahlprüfungskommission hat nicht diese Wirkung. Maßgebend ist allein die Entscheidung des Plenums. Für die Erledigung der Wahlproteste ist keine bestimmte Frist gesetzt, und so kann es geschehen, daß der aus einer tatsachlich urgültigen Wahl hervorgegangene Abgeordnete mehrere Sessionen hindurch, ja währerd der ganzen Legislaturpersode im Besitze seines Mandats und aller damit verbundenen Rechte verbleibt. der Wt: Bielefeld, 19 März 1907. Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Wm Ber Niedrigster Thermometerskand i. d. Nacht-- 3 0C. Thermoineterstanb um 10 Uhr vorm.+ 6 0C. Barometer 744 cm Wind West. Himmel: bedeckt. Reueste Nachrichten Berlin, 19. März. Der vielgenannte Divisions=Pfarrer Bachstein der 15. Division in Minden ist zum 1. April mit Pension in den Ruhestand versetzt worden. — Der Entwurf eines ReichsApothekengesetzes ist gestern dem Reichstag zugegangen. Berlin, 19. März. Die Massenaussperrung in der deutschen Holzindustrie wird nach einem gestern gefaßten Beschluß der Delegierten des Hauptverbandes des Arbeitgeber= Schutzverbandes für das deutsche Holzgewerbe am 1. April durchgeführt werden. Zu diesem Zweck sollen außer in Berlin zunächst die Aussperrung aller organisierten Holzarbeiter erfolgen in Dresden, Leipzig, Guben, Oldenburg, Barmen und Halle a. S. Saarbrücken, 19. Mä z. Auf dem Matildenschacht fin gestern vormittag 10 Uor die Leichen dreier Opfer der Grubenkatostrephe geborgen worden. Sie konnten nur zerstückelt zutage gesördert werden, da sie fest in das Eisengerüs des Förderstuhles eingeklimmt waren und der Förderstuhl zerschlagen werden mußte, um die Leichenteile frei zu machen. (Schluß folgt.) Nachruf. Aus langer, schwerer, mit grosser Geduld getragener Krankheit, erlöste Gott heute am 18. März unsern teuern Direktor Hortn-Prelesser Dr. Lansher In ihm verliert unser Gymnasium einen der Männer, die am längsten und fruchtbarsten an ihm arbeiteten. Ihm hat der Vollendete fast während seiner ganzen Amtsführung(mehr denn 19 Jahre als Direktor) sein hervorragend gediegenes Wissen und Können gewidmet. Die Verbindung von Evangelium und antiken Klassikern vertrat er mit voller Ueberzeugung, er durchdrang antike und moderne Bildungsschätze mit entschieden christlicher und deutscher Gesinnung. Uns Lehrern war er stets ermunterndes Vorbild und freundlicher Berater, den Schülern ein ernster und wohlwollender Lehrer und Erzieher. Wir werden unserm teuern Direktor, seinem vornehmen Charakter, seiner Pflichttreue und seinem reichgesegneten Wirken dauernd ein dankbares Andenken bewahren d. evang. G Gerung. Die sämtlichen Bauarbeiten u. Lieferungen zum Neubau einer Schule und eines Latrinengebäudes in der Gemeinde Schwarzeumoor sollen vergeben werden. Angebote sind bis 25. März 9. Is., vormittags 10 Uhr, im Amtsbureau einzureichen, woselbst auch die zur Verdingung gehörigen Unterlagen zur Einsicht ausliegen. Herford, den 15. März 1907. Der Amtmann: v. der Schulenburg. Landwirtschafts- und Reatschufe zu Herford. Beginn des Schuljahres am Dienstag, den 9. April, 8 Uhr, mit der Aufnahmeprüfung neuer Schüler. Das Abgangs zeugnis der Landwirtschaftsschule(einzige Fremdsprache: Französisch) u. der Realschule(Französisch u. Englisch) berechtigen zum einj.-freiw. Heeresdienst. Auskunft erteilt umsonst Die Direktion. Konfirmandenuhren Broschen, Ketten und Kolliers in grosser Auswahl empfiehlt Wanz-Hottmaun, Herford, Gehrenberg 20. Sestomt Eiie. Sesem. Keine Ausstattung, nur Qualität. Auhsenuden Cgagrengeschasfen 3½ bis 10 Pfg. per Stück. Vollwertiger Ersatz für die infolge der Cigarettensteuer erheblich verteuerten ausländischen Cigaretten. Nur echt mit Firma: Orientalische Tabak- u. Cigarettenfabrik„YENIDZE“ Inhaber: Hugo Zietz, Drosden. Grösste deutsche Fabrik für Handarbeit-Cigaretten. Ueber tausend Arbeiter. für die am Mittwoch, den 20. März 1907, nachmittags 5 Uhr stattfindende Anträge und Mitteilungen des Magistrats 3. 4. 10. 11. 12. 13. Gewissenhafte Bedienung. Sonntags geschlossen. Feste Preise. 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Zustimmung, daß der Vorschuß von 446 307,37 Mk. auf neue Rechnung übertragen wird, c) der Kleinkinderbewahranstalt. Zustimmung, daß der Ueberschuß von 610,20 Mk. dem Vermögen zuführt wird, d) der Krankenhauskasse. Nachbewilligung der Ueberschreitungen von 2755,80 Mk. urd Zustimmung, daß der Bestand von 1180,21 Mk. an die Kämmerei=Rechnung A abgeführt wird. e) der Einquartierungskasse. Zustimmung, daß der Bestand von 21 278,87 Mk. auf neue Rechnung übertragen wird, t) des Wilhelm=Augusta=Stifts. Zustimmung, daß der Vorschuß von 930,43 Mk. auf neue Rechnung übertragen wird. Festsetzung von Haushaltsplänen für das Rechnungsjahr 1907: a) der Kämmereirechnung B, b) der Straßenneubaurechnung, c) der Schulneubaurechnung. Bewilligung von 118600 Mk. aus Betriebsmitteln des Gaswerks für Erweiterung des Gasrohrnetzes und Erweiterung der Reinigungsanlage des Gaswerkes. 5. Nachbewilligung von 1000 Mk. auf Kämmerei=Rechnung 4 für 1906 Tit. XVI 3 für die Arbeiten der Einrichtung des Museums. 6. Abänderung der Fluchtlinien der Planstraße 330 zwischen Steinmetz= und Lutterstraße. 7. Desgl. des Hallerweges und der Lutterstraße. 8. Desgl. der Straße 365 zwischen Jöllenbeckerstraße und Schloßhofweg. 9. Desgl. der Straßen im Bebauungsplane zwischen Arndt=, West=, Jöllenbeckerstraße und der Johanniskirche. Zustimmung dazu, daß der alte Giebel von dem abgebrochenen Schröder'schen Hause, Niedernstraße, im Rathaushose wieder aufgebaut wird und Bewilligung der Kosten mit 3500 Mk. aus bei der S adtsparkasse belegten Geldern Bewilligung von 1649,22 Mk. auf Kämmerei=Rechnung B Tit. VI c 6 und 852,64 Mk. auf Kämmerei=Rechnung A Tit. VII D 5 für Wiederinstandsetzung kanalisierter Straßen. Nachbewilligung von 1107,32 Mk auf Rechnung A Tit. VII D6 für Bürgersteigbefestigungen, welche der Stadt zur Last fallen. Mitteilung der Abrechnung über Einrichtung v. Schwesterzimmern im städt. Krankenhause, des Erweiterungbaues des Gaswerkes und des Neubaues der Turnhalle und der Aborte bei der XII. Bürgerschule. Nachbewilligung der Mehrausgabe von 5451,99 Mk. für die Kanalisation im Schloßhofgebiet aus Kanalanleihemitteln. Nachbewilligung bei einzelnen Titeln der Gebäudeunterhaltung Kämmerei=Rechnung A Tit. VII B aus Ersparnissen bei anderen Titeln daselbst. Mitteilung der Abrechnung über Herstellung eines Laubenganges im alten Rathause und Bewilligung der Mehrkosten von 133.83 Mk. aus bei der Stadtsparkasse belegten Geldern. Desgl über den Erweiterungsbau der höheren Mädchenschule und Bewilligung der entstandenen Mehrkosten von 2256,34 Mk. aus bei der Stadtsparkasse belegten Geldern. Uebernahme von anteiligen Kosten des Kanals der Rolandstraße zwischen Siegfried= und Wittekindstraße auf Kanalbaurechnung und Erstattung an die Straßenneubaurechnung. Desgl. der Ravensbergerstraße zwischen Sadowastraße und Niedermühlenkamp, der Albrechtstraße zwischen Josef= und Kaiserstraße der Josefstraße sowie der Straße 496 zwischen Heinrichstraße und Straße 500(Buddestraße) auf Straßenneubaurechnung und Erstattung an die Kanalvaurechnung und an den Titel: Ausbau von Straßen für Rechnung von Unternehmern. Festsetzung der Kaution des Marktmeisters. Zustimmung zu der Abänderung der Nr. III des§ 2 des Ortsstatuts vom 3./9. Januar 1901 betr. die Anstellung der Gemeindebeamten. Zustimmung dazu, daß dem Ingenieur Schemel vom 1. April d. J. ab, außer dem bereits bewilligten Zuschusse von 1000 Mk. zur Unterhaltung der Handfertigkeitsschule, ein weiterer Zuschuß von 1000 Mk. aus Tit. XVIII. 6 der Kämmerei=Rechnung A gezahlt wird. Zustimmung zu einigen Abänderungen des Ortsstatuts betr. das Feuerlöschwesen der Stadt Bielefeld. Bewilligung von 2000 Mk. aus dem bei der Stadtsparkasse belegten Betrage für die Instandsetzung des städt. Theaterfundus. Genehmigung eines Vertrages mit dem Maurermeister Walkenhorst über den Verkauf von Bauplätzen an der Rolandstraße. Wahl von 4 Mitgliedern in den Verwaltungsausschuß für die städt. Auskunftsstelle. Wahl von 2 Mitgliedern der Armenverwaltung. Mitteilung, daß der Verwaltungssekretär Quosieg angestellt werden soll und Zustimmung zur Festsetzung seines Pensionsdienstalters auf den 15. Mai 1903. Neuwahl des II. Bürgermeisters. Zustimmung dazu, daß der Polizeikommissar Lehmann zum 1. Oktober 1907 mit der gesetzlichen Pension in den Ruhestand versetzt wird. Bielefeld, den 14. März 1907. Der Vorsitzende der Stadtverordneten=Versammlung. Lohmeyer. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. Dienstag, den 19. März 1907, Anfang 7½ Uhr. —— Zum ersten Male.—— Novität! Novität! heimliche König. Mittwoch, den 20. März 1907. Anfang 7½ Uhr. Erstaufführung: Lolberg. Historisches Schauspiel in 5 Akten von Paul Heyse. — Schülerbillets halbe Preise.— Opernsaisen: Es wird höfl. ersucht die bestellten Passepartouts= und Abonnementskarten abholen zu lassen. Neue Abonnementszeichnungen werden entgegengenommen. Mittwoch, den 20.März, abends 8 Uhr in der PaulusKirche mit Abendmahlsseier P. Kortmann.— Martinikirche abends 8½ Uhr Beichte und Feier des heiligen Abendsmahls P. Usener.— Reform. Kirche abends 8¼ Uhr P. Mund. Im Anschluß am Gottesdienst: Abendmahlsfeier. Blelefeider Stadt-Theater. Passonsgottesdienste Segnender Christus ca. 65 cm Mk. 12.50 „ 60„„ 9.„ 50„„ 6.„ 38„„ 3.75 21 2.75 2.25 la. Ausführung! P. Consbruch Bielefeld, Obernstr. 9. Porzellan, Glas und Luxuswaren. R A rich Knechte überhaupt landw. Personal, beschafft.. August Herdejost, Vermittlungsgeschäft, Bielefeld. Fahrräder, Private u. Händler v. Mt. 65 an Sscheie ke Keparaturen Fabrikat. promp und billigst. 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