DER 8 Vierteljährlich in der Geschäftsstelle u. an allen Postanstalten 1 M., bei täglicher Zustellung in Bielefeld 1,20 M., durch Briefträger 1,42 M. 1. Jahrgang Anzeigengebühr für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 12 Pf., für auswärts 15 Pf., Reklamen 25Pf. Erscheint sechsmal wöchentlich Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. Historischer Kalender. 2 Januar: Gregor VII. verbietet das Lesen der Bibel, 1080.— Christian Rauch Bildhauer, geb 1777— Lavater, zu Zürich gest. 1801.— Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen, gestorben; König Wilhelm I. besteigt den Thiov, 1861.— Mezières ergibt sich den Deutschen, 1870— Kapitulation von Port Arthur, 1905. Zum Jahreswechsel. o. o. Dir dies malige Jahreswechsl voll zieht sich in einer Zeit scharfer Parteilämpfe. Ein ruhiges Jahr, das eingehenden Vorbereitungen füc die erst 1908 zu erwarten den Reichstags wahlen Rium geben würde, hat das niue Jahr sein sollen; sein Beginn aber fällt schon mitten in eine unvermutete und unvorbereitete Wahlbewegung. Wird die deutsche Wählerschaft das Vertrauen recht fertigen, das in sie gesetzt worden ist, wird sie den App ll der Regierung damit beantworteten, daß sie Mann für Mann ihr Votum abgibt und einen anders zusammengesetzten Reichstog zustande bringt, daß sie insonderheit der Sozialdewokratie scharfe Niederlagen bereitet? Das ist die Frage, die das neue Jahr bald nach dem Beginn seiner Herrschaft entscheiden soll und die es, wie wir zuversichtlich heffen, in (ünstigem Sinne entscheiden wird Was das alte Jahr uns gebracht hat, das ist erst vor karzem in bedeutsamen Arsprochen auf dem kor servat vin Delegiertentge erbetert worden. Es war Erfreuliches und Unerfreuliches, wie ji das Menschen leben überhaupt sich niemals auf Bahnen bewegt, auf denen nur Freude zu finden ist. Aber wenn auch im Luufe eines Jahres sich marches Unersreuliche ereignet, wern em politischen Horizont sich manche schwere Wolk= zeigt, so ist doch der konservative Mann dir litzte, der sich dem Pessimismus hingibt oder gar den Koof hängen läst. popf hoch und vorwärts! Das ist die Losung der Konservativen und das soll sie be sonders in diesem neuen Jahre sein. Schwarzseherei lähmt die Tatkraft. Gesunder Optimismus, Vertrauen auf die gute Sache und die eigene Kraft schafft die Zvursicht und Begeisterung, die bei den Wahlen unerläßlich sind. Die Sozialdemo keaten, die wahrlich keine gute Sache vertreten, wissen das gar wohl. Sie lossn Schwarzseher. i und Kleirmu: in ihren Reihen nicht auskommen, sondern treiben konsigtenselbst gegen ihre Ueberzeugung Optimiemus. Und doch war das Jahr 1906 für die Sozialdemokratie in Jahr der Nuederlagen. Ganz abgesehen von den Mißersolgen bei den verschiedenen Ersetzwahlen, ist der sozi aldi mokratischen Partei in dem nun zu Eide geheden Jahre jede politisch: Aktion gründlich mißlungen. Was war das für ein Flarko mit dem durch die rote Internatiovale angeordneten Gavor=Sonntage! Wie zerschmettert waren die Nederlagen bei den Versuchen, Wahlrechtsdemonstrationen anzuzelteln! Sie kläglich war der Rückzug der sozialdemokratischen Parteileitung in der Angelegenheit des Massenstre k:! Wie groß war die Blamage der Gewerkschaften dabei! Wahrlich, die Sozialdemokratie hat keinen Aglaß, auf das alte Jahr wit Genugtuung und auf das neue Jihr mit Zuvirsickt zu blicken. Wie hat das Walten einer starken und unerschütterlichen Staatsgewalt am eigenen Leibe kennen gelernt. Sie hat trleben müssen, daß ihre Legende von dem „Krichen“, der Staatsmacht„in allen Fugen“ gründlich zerstört und ihre Heffnung auf die Herrschaft des Proletariat= in unabsehbare Ferne gerückt worden ist. Wenn jigzt die vielgeschnähte Bourgeoisie zu einem gemeinsamen kräftigen Schlage aus ##; dann ist es mit dem„unaufhaltsamen Engeszuge“ der roten Fahne zu Ende. Das Jahr 1906 hat dem deutschen Volke niue Steuern beschert. Das war rotwendig. Aber not wendig war es nicht, daß die Regierungsvorschläge beiseite geschoben ud völlig neue unausgereifte Ploj=kte an deren Stelle gesetzt wurden. Urpopulär ist jde Steuerauflage. Gutwillig nimmt kein Mensch, kein Erweibszweig eine Steuer auf sich. Damit muß sich die Regierung und müssen sich die Parteien alfirden. Daß aber die Reichserbschaftssteuer in der beschlossenen Form, daß der Fahrkartenstempel, daß die Erhöhung des Ortsportos zur Einführung gelangen konnten, ist zu berauern; zumal es nicht einmal gelungen ist, damit das Reich finanziell auf eigene Füße zu st llen. Wäre es nach der konservativen Partei gegangen, so würde die Reichsfinanzreform ein anderes und zweckmäßigeres Aussehen ge wonnen haben. Uaserem Kaiserhause hat das zu Ende gehende Jahr großen Schmerz, aber auch reiche Freude bereitet. Prinz Albrecht, der edle Regent des Herzogiums Braunschweig. ist unter innigem Beileid des ganzen Volkes zu Grabe getragen worden. Domit ist die Thronsolgefrage in diesem deutschen Bundes. staate aufs Neue entrollt und man kann nur wünschen, daß es gelingen wöchte, eine für unsere Nation ersprießliche Lösung zu finden. Eine hohe Freude für unser KaiserHans und für das ganzz deutsche-Volk uuh: die Geburt eines Sohnes des devtschen Kronprinzen. Möchte dem neuen Hohenzollernsproß zum Wohle unferes Vaterlasdes sichten. dem Deutschen Reiche. Berlin, 1. Januar. Der Präsident des Abgeordneten hauses hat nemens des Hauses dem Kaiser und kem Prie zin August Wilhelm aus Anlaß dessen Verlobung Glückwüasche dargebracht. Vom Kaiser ging folgende Antwort ein:„Ich danke vielwals für die steundlichn Gltckvünsche des Hauses der Abgeordneten zur Verlobung meines Sohnes, des Prinzen August Wilhelm von Preußen. Wilhelm R. Gestern vormittag nahmen das Kaiserpaar und die kaiserliche Fani ie im Neuen Palais das Abendwahl. Prirz August Wilhelm ist im Nuen Palais eingetroffen. Der Großherzog von Baden hat an die Jogend eine Ansprache gerichtet, in der er sie an die Ausbildung d's Geistes als eine nationale Pflicht erivnert. Wir werden ihren Wortlaut morgen mitteilen. Die Nordd. Allg. Zig.“ stellt fest, daß sich eist die Hälfte der im Felde stehenden Hottentotten ergeben hat. Die jährliche Konferenz der deutschen Eisenbahnverwaltungen hat am 20 Dezember in Berlin stattg sunden. E: sind in ihr die verschiedensten, auch im Lardeseisenbahnrat vorbera'enen Anträg: auf Penderungen des Lisonsahntarifs zur endgültigen Erleditung gebracht worden. Die bisher dinsichtlich des Sprach ehreraustausches zwischen Deutschlan? %„ aaseres Vaterlasdes lehreraustansches zwischen Deutschlan) und zur Freude seiner hohen Eitern und und Frarkreich gemachten E'satrungen werden, des ganzen Kaiserhauses eine in jeder Hinsicht glückliche Entwickelung beschieden sein. Weitere freudige Ereign sse im Kaiserhause waren die in schier jigendlicher Frische begangene Feier der Silberhochzeit des Kaiserpaares, die damit verbundene Eheschließung des Peinzen Ettel Friedrich und die jüngst erfolgte Verloburg des Prinzen August W lhelm. Was das reue Jihr bringen wird— wer mag das wissen? Zunächst wollen wir alle Kräfte anspannen, um die Reichttagswahlen fiegreich durchzusechten. Wohl fallen die Wahlen auf einen, nicht nur für die korservative Partei unvorteildaften Zeitpunkt. Wohl ist die konservative Partei und mit ihr wohl jede andere dürgerliche Partei, mit Ausnahme des Zentrums; mitten in ihren Oeganisattonsarbeiten Aberrascht und mangelhaf gerüftet. Aber diese Mängel müssen durch um so unermüdlichere Kleinarbeit und um so größere Anspannung der Kräfte wett gemacht werden. Und für die Zukunft missen wir aus dem Allen die heilsame Lehre ziehen daß es der größte Fehler einer politischen Partei ist, nicht jederzeit gerüstet zu sein. Diese Lehre nehmen wir in das neue Jahr mit hinüder und wollen wir uns fist einprägen, um sortan siets danach zu handeln Es ist nicht daran zu zweifeln, daß es uns Konservativin gelingen wird, aus dem aufgezwurgenen Wihlkawpfe mit Ehren hervorzugehen Die konservative Partei ist selbstverständlich auch diesmal bereit, im nationalen Interesse Opfer zu bringen; sie stellt jederzeit ihre Parteiinterissen hinter das Gemeinwohl zurück— oft vielleicht in nur zu weitem Eutgegenkommen. Aber gleichwohl und trotz mancher üblen Erfahrungen werden die Konservativen auch diesmal nach ihren alten Geundsätzen handeln, und jeder falls in ihrer Sorge um das Gemeinwohl und in ihrer Opferwilligkeit im nationalen Jateresse sich von keiner anderen Seite jemals übertreffen lassen. So möge denn das neue Jahr, in das einzutreten wir im Verteauen auf Golt den Herrn uns anschicken, für unser deutsches Vo.k und Vaterland und für unseren Kaiser und König und sein Haus ein gesegnetes sein! der„Nationalltb. Kor.“ zufolge, von der Unterrichtsverwaltung für so befriedigend erachtet, daß bereits der Gedarke erwogen ist, auch in gew ssen Grenzen einen partiellen, selbstverständlich zeitlich nicht weitgreisenden Austansch von höheren Lehranstalten vorzu: Am 8. Januar 1907 werden die Fraktionen in das Abgeordnetenhaus in folgender Stä ke eirz'ehen: Konservallve 142, Freikonservative 64 (gegen 63), Nationalliberale 76(gegen 74), die freifinnige Voksputei 25(zegen 24). die freifinnige Vereinigung 7(gegen 8), das Zentrum 95(gegen 94), die Polen 13; bei teiner der Prrieien 7 nänlich von Bodelschwingh, Dr. Hihn, Lattmann, Werner, Kille, Harssen, Bielsen. Eeledigt si# d vier Mandate(gegen 8 Ende voriger Tagung). Zahlreiche Anträge für das preußische Abgeordnetenhaus hat die nationalliberale Partei vorbereitet. Zur Beseitigung der Notlage der Unterbeamten sollen schleurigst Mittel bereit gestellt werden. Auch gegen die aus dem Arbeitermangel in der Landwirtschaft sich ergebenen Notstände werden Maßnahmen verlangt. Die Verhältnisse der nicht zum Richterstande gehörigen Staats beamten sollen einheitlich und den veränderten Zeitverhältnissen entsprechend geregelt werden. Die Handwerkskammern sollen höhere staatliche Beiträge erhalten. Gefordert wird feiner die allgemeine Eirführung der fachmännischen Schulaufsicht. Eine Anfrage betrifft den„Bremserlaß" über die Höhe der städtischen Lehrergehälter. Mit Rücksicht auf die Verteuerung des Personer vrkhrs wird eine Ermäßigung der Eisenbahnpersonentarise angeregt. Zur Wahlreform wird vorgeschlagen eine anderweite Feststellung der Wahlbezirke und der Zahl der in ihnen zu wählenden Abgeordneten und unter Beibehaltung eines erhöhten Wahlrechts bei höherer Steuerleistung ein erhöhres Wahlrecht auch bei höhirer Bildung und höherem Alter. Ferner soll den der 3. Akteilung angehörerden Wählern ein erweitertes Wahlrecht eingeräumt, die indirekte Wahl beseitigt und den Minderheiten eine Vertritung ermöglicht werden. — Das ist ein reichhaltiges Borquet! Die Ab. önderung des Wahlrechts ist wohl ein„jungliberale:“ Wunsch? Die Konservativen werden dafür nicht zu haben sein. urd Berichte ferverhin unter keinen Umständen mehr anzunehmen, mögen sie nun von Staatsbehörden oder Körperschaften kowmen. Derartige Sentungen sollen mit dem Hinweise darauf zurück zewiesen werden, daß die Amtssprache des betriffenden Bezirkes oder der betreffinden Gemeinde tschechisch sei. Paris, 1. Januar. Die Bürgermeister mehrerer Provinzstädte beschsossen, das kirchliche Glockengeläute zu untersagen, so lange nicht die Geistlichen den Forderungen des Tcennungsgesetzes von 1905 md der Noville zu ihm entsprochen haben. Rom, 1. Januar. Der„Osservatore Romano“ veröffentlicht die Sympathietelegramme und Schreiben, die von den Katholiken aus allen Teilen der Welt dem Papste gesandt werden, aus Anlaß der Sreignisse in Frankreich. Besonders viele Kundgebungen kommen aus den Vereinigten Staaten. Petersburg, 1. Jmnuar. Wie die „Nowoje Wremja“ berichtet, sind der Polizei in der vergangenen Woche bei Haussuchungen, die bei einer graßen Zahl von Mitgliedern Kampsorganisation rorgenommen wurden, wichtige Schriftstücke und eine Liste von Staatsbeamten in die Hände gefallen, die von dieser Oeganisation zum Tode verurteilt sind. Das Ergebnis hutten Haussuchungen in Moskau. Die Liste enthält 27 Namen. Wegen Vorbereitung der Wahlaufrufe der Kadetten wurde der ehemalige Abgeordnite Lomschakow vom hiesigen Stadthauptmann mit 1000 Rubeln bestraft. Warschau, 1. Jan Einer der„Helden“ des Progroms von Siedle: Gendarmerieoffizier Tarsimanko, der erwiesenermaßen bei Schhtern der einer jüdiscgen Lamilse mehrere handert Rabel *e und Jawelen geraubt und einer Frau den eren vorzunehmen. Kopf mit dem Säbel gespalten hat, zu fünfzehn Jahren Gefängnis verurtellt. Madrid, 1. Jan. Die Ratisikation der Akte von Algeciras ist gestern hier deponiert worden. an 30. Dez. Der Zustand des Schays hat sich wieder verschlimmert. Der Kronprinz unterzeichnete heute die Verfesseng Tokio, 30. Dezbr. Das Parlament wurde gestern vom Kaiser mit einer Thron= rede eröffnet, die auf die zunehmend herzlichen Beziehungen zu den Großmächten sowie auf die Notwendigkeit der Weiterentw ckelung der Landesverteidigung hinwies. Beide Häuser des Purlaments nahmen eine Antwott auf die Thronrede an und vertagten sich dann bis zum 21. Jaauar. Aus dem Aubläude. Prag, 29. Dez. Der tschechische Nationalrat hat beschlossen, eine Kundgebung an alle tschechischen Bezitke und Gemeinden zu erlassen, in welcher diese aufgefordert werden, in deutscher Sprache abgefaßte Zischriften, Dokumente, Ausweise Kirche, Schule und (Mädchenmord in China von F. Hartmann in Paderborn.) In Nr. 304 der„N. W. B Z'g.“ wird berichtet, daß Pfr. Wilhelm in Isingtau nach eingeyenden Forschungen entschieden bestreite, daß der Mäschenmord als Volksfitte in ganz Czira verbreitet wäre. Nun wäre es gwß kühr, zu behaupten, daß was in manchen Gegenden Czinas geschieht, auch in allen Gegenden des Riesenreiches vorkäme. er durch die Erklärung, daß man das Auffinven von Kinderleichen falsch itwa bezweifelt werden sollte, deß der Mädchenmord in China überhaupt vorkomme, so müßte diesem Zweifel entschieden widersprochen werden. Vor mir liegt ein großer chinesischer Maueranschlags=Bogen mit der Ueberschrift: Warnung vor Mädchenwo:d. Es sind 10 Geschichten in Wort und Bild, die zeigen sollen, wie Mädchenmord bestroft, dus verhindern desselben belohnt wird, z. B. stirbt eine Mutter bei der Geburt eines Kindes, das ihr zuruft:„Ich war dir als Knabe zugedacht, aber weil du vorher Mädchen gelötet hast, so mußt du jetzt mit mir sterben,“ Woher solche Maueranschläge, ohne die weitverbreitete Sitte des Mädchenmordes? Es sind auch viele Regierungsverfügungen da gegen erlassen, aber geholfen haben sie nicht. Im Jahre 1884 schrieb der chinesische Militärattacké in Paris, der Marquis Tschang Ki tong, in seinem Buche: Die Chinesen von ihnen selbst geschildert," die katholtschen Findelhäuser in Czina hätten die Lüge in die Welt gestzt, deß die Chinesen Mädchen aussetzten. Ih schrieb damals in Hongkong in einem Bericht über das Berliner Findelhaus, wenn Tschang Kitong Recht hätte, dann wären wir in gleicher Verdammnis, wie die katholischen Findelhäuser, machte freilich darauf auf merksam, daß Tschang Ki tong u ter den Gürden, welche die Unbegründetheit des Mädchenmordes beweisen sollten, auch den eigentümlichen anführte: die Chinesen errichteten sellst Findelhäuser, also hätten es die Europäer nicht nötig. Mein Bericht wurde von allen Hongkonger Zeilungen abgedruckt und jederfalls von vielen gelesen, die genau Bescheid wußten, wie es sich mit der Sache verhielt; aber es hat sich niemand gefunden, der ein Wort für Tschang Kitong einlegte, dagegen viele, auch heidnische Chinesen, die unser Findelhaus unterstützten. Der verstorbene Baseler Missionar Piton hat in einer besonderen Schrift V'infanticide en Chine diese Sache gründlich behandelt, und wer einen lebenden Ziugen befragen will, der persönliche Erfahrungen in dieser Sache hat wie wohl wenige, der kann sich an Missionar Lechler wenden, welcher über 50 Jahre in China wur und nan in Kornwestheim(Württemberg) lebt. Parteibewegung. Hamm, 29. Dez.(In der heutigen Versammlung der Vertrauensmänner der konservativen Partei,) welche in Unna(Hotel Niemeyr) stattfand und an welcher auch die Vertreter des Bundes der Landwirte teilnahmen, wurde einstimmig beschlossen, an dem Wahldündnis mit den Nationalliberalen festzuhalten und sofort im ersten Wahlgange kräftig für den bisherigen Abgrordneten Westermann einzutreten. Die Versammlung war überaus zahlreich besucht. (Absolutismus.) Die„Köln. Vztg.“ und sozialistische Blätter wiederholen in den verschiedensten Wndungen die Agitatiorsphrase vom Kampse gegen den Absolutismus. Es handelt sich hier um ein Schlagwort ohne jeden talsächlichen Gehalt, mit dem man auf den Wähler nur dann Eindruck zu machen vermag, wenn man ihn über das Wesen des verfassungsmäßigen Libens im Deutschen Reiche im Dankela läß:. In Wahrheit ist im Bundesstaate Deutschland bei der Verteilung der Gewalten, wie die Verfassung sie vorsieht, für eine B.tätigung des Absolutismus kein Raum gelassen; ebenso wenig Raum allerdings für die Einrichtung einer parlamentarischen Fraktionsderrschaft. Nicht aus Anschauungen, die dem„fürstlichen Absoluttsmus vergangener Jahrhunderte" angehörten, ergab sich der eirst mmige Beschluß des Bundesrats über die Notwendigkeit der Auflösung des Reichstages, sondern aus der patriotischen Ueberzeugung, daß Fragen der Waffenehre und des nationalen Ansehens nicht zum Spielball von ParteiInteressen werden dürfen. (Das polnische Zentralkomitee) veröffentlicht seinen Wahlaufruf und macht bekannt, daß es eigene Kandidaten aufstellen will in 15 Wahlkreisen der Provinz Posen, 13 Wahlkreisen in Westpreußen, im Wahlkreise Bülow Luuenburg in Pomnern, in Oderode Nedenburg in Ospreußen, in Katto witz, Beuthen, Tarnowitz, Pleß. Oppeln, Gleitwitz, Ratibor, Kosel und Rosenberg in Oberschlesien. Ja Westsalen wird die Nominierung der Kandidaten dem dortigen Wahlkomitee überlassen. (Aus Minden Ravensberg.) Aus Herford wird folgendes gemeldet: Eine Versammlung der Bertrauensmänner der freisinnigen Volkspartei beschloß, im Wihlkreise Herfo Halle schon im ersten Wahlgange den von der nationalliberalen Pa tei aufzustellenden Kirdidaten zu unterstützen. Roman von A. Andersen. 1)(Nachdruck verboten.) Erstes Kapitel. Sie hatten Anfang Mai geheiratet und die übliche Hochzeitsreise gemacht: durch den Gotthard nach den oberitalienischen Seen, nach Mailand und Venedig— dann über den Brenner zurück nach München. Jetzt führte der Schnellzug sie rheinabwärts, der Heimat zu. Sie waren beide reisemüde und froh, allein im Coupé zu sein. Ihm war es eben geglückt, in einer Ecke beguem ausgestrickt einzuschlafen, aber die junge Frau ihm gegen über fuhr immer wieder unruhig in die Höhe Sie war noch sehr jung, nicht eigentlich schön, aber sehr reizvoll mit ihren weichen Bewegungen und den feinen Farben und Linien. Augen und Haare hatten denselben lichten, goldbraunen Ton. Dunklere Wiwpern und tiefrote Lippen gaben dem jungen Gesicht einen eigenen Ausdruck von Temperament und Lebensfülle. Sie strich das lockere Haar ungeduldig beiden Händen glatt und sah dann wieder zum Fenster hinaus. Der Bahndamm Industrie, Haudel und Verkehr (Nächste Abfahrten der Schnell= und Postdampfer des Norddeutschen Lloyd von Bremen.) Von Bremen nach NewYork: D. Rhein 5. Januar 07. D. Kronprinz Wilhelm 8. Imuar. D Yorck 12. Jaruar. D. Kaiser Wilhelm der Große 15. Januar. D. Neckar 19. Januar. D. Cassel 26. Januar. D. Kaiser Wilhelm II. 29. Januar. D. Main 2. Februar. D. Friedrich der Große 9. Februar. D. Kronprinz Wilhelm 12 Februar. D. Rhein 16. Februar. D. Hannover 23. Februar. D. Kaiser Wilhelm II. 26. Februar. D. Beeslau 2. März D. Kronprinz Wilhelm 12. März.— Von Bremen nach Baltimore: D Breslau 3. Januar 07. D. Hannover 10. Januar. D. Frankfurt 17. Januar. D Oldenburg 24 Januar. D. Gera 81. Januar. D. Chemnitz 7. Fedruar. D. Brandenburg 14. Februar. D. Köln 21. Februar. D. Breilau 2. März.— Von Bremen nach Galveston: D. Frankfurt 17. Januar 07. D. Köln 21. Februar. D. Frankfurt 14. März. D. Hannover 4. April. D. Köln 25. April.— Von Bremen nach Brasilien: Nach Bahia, Rio de Janeiro und Santos: D. Halle 5. Januar. D. Erlangen 2. Februar. Nach Pernambuco, Rio de Janeito und Santos: D. Crefeld 16. Februar. D. Aachen 16. März.— Von Bremen nach Montevideo und Buenos Aires: D. Stuttgart 12. Januar 07. D. Norderney 26. Januar. D. Darmstadt 9 Februar. D. Helgoland 23. Februar. D Karlsruhe 9. März. D. Borkum 23 März.— Von BremenHamburg nach Ostasien: D. Prinzeß Alice 8. Januar 07(von Hamburg). D. Prinz Ludwig 16. Januar(von Bremen). D. Zieten 31. Januar (von Hamburg). D. Prinz= Regent Luitpold 13. Februar(von Bremen). D. Prinz Eitel Friedrich 28. Februar(von Hamburg). D. Seydlitz 13. März(von Bremen). D. Prinz Heinrich 28. März (von Hamburg).— Von Bremen nach Australien: D. Bülow 23. Januar 07. D. Yorck 20. Februar. D. Kleist 20. März. D. Goeben 17. Speil. D. Bülcw 15. Mai. Lokales und Provinzielles Bielefeld, 2. Januar. (Herr Oberlehrer Dr. Miyer zu Capellen) an der hiefigen Oberrealschule hat den Titel Professor erhalten. us dem Theaterbureau) wird uns geschrieben: Gustav Kadelburg, der glückliche, erfolggekrönte Verfasser des „Husarenfieber“ hat nach der hiesizen Erstaufführung dieses huno vollen, liebenswürdigen Lastspiels der Direktion unseres Stadttheaters in einem anerkennenden, schmeichelhaften Shreiben seinen Dank und ine Freude für die wohlgelungene durchaus mustergültige Aufführung seines Werkes an unserer Bühne ausge sprochen. (Der Bericht) über die Aufführung des Schwanks„Pension Schöller“ im Stadttheater kann erst morgen gebracht werden. (Die Wirkungen der Personentarif=Reform) Die im„Reichsanzeiger“ am 7. Dezemder 1906 veröffintlichten Grandzüge für die neue Personentarifreform haben in der Presse eine sehr verschiedenartige und zum Teil auch unrichtige Beur. teilung ersatren, so daß es zweckwäßig erzog sich hier dicht am Rhein entlang Auf dim breiten graugelben Wasser füorte ein qualmender Schlepper eine Reihe von Kohlensch ffen stromaufwärts. Kahl und dürr streckten sich die Weinberge am andeten Ufer an den Felsen hin. Wie winzig erschten ihr der Bergricken drüben, wie schmal und farb'os das Wesse! Und sie war doch als Rhein länderin und Kid der alten Rheinstadt Köln im Glauben an die großaitige Schöcheit dieser Landschaft groß geworden. Nich denklich blickte sie hinaus, und es kam ihr zum erstenmal der Gedanke, daß auch für die Natur der Maßstab rur in uns selber lie,t, und daß sie sich zu ändern scheint, wenn wir selbst anders geworden sind. Es mackte sie fast ängstlich, daß ihr die gesohrle Gegend heute so freud, so kleinlich und reizlos erschien. Sie lehrt: den Kepf zurück in die Polster. Durch das halbgeöffaete Fenster kam ein Laftzug und kühlte ihr die Stirn. Wie reich war sie doch an Erinnerungen und Bildern aus dem sonnigen Süden! Wenn sie die Augen schleß, wie eben jetzt, sah sie ganz klar und farben prächtig alles, was ihr dort so lieb geworden war— besonders jene Villengärten am See mit den tausend Blüten und„Rosen, nichts als Rosen". Dort war es doch am schönsten scheint, auf die Wirkungen der neuen Personentarisresorm nochmals hinzuweisen. Eine Preisermäßigung gegenüber din jtzt bestehenden Tarisen werden zunächst alle Reisenden der ersten bis dritten Klasse genießen, die jetzt auf einfache Fahrkarten zu normalen Preisen fahren. Die Anzahl dieser Reisenden ist keine unbedeutende. Nach neuer n Ermittlungen haben ungefähr 30 Prozent aller Reisenden auf den preußischhissischen Staatsbahnen einfache Fahrkarten benutzt, woraus sich auch der mit Aufhebung der Rückfohrkarten verbundene erhebliche Ausfall von 15½ Mllionen Mark erklärt. Ferner fahren billiger alle Reisende, die D Züge benotzn auf Entfernungen dis zu 75 Kilometer, die Reisenden auf zusammen stellbare Fahrscheinhefte dritter Klasse und die meisten Prsonen, die Rückfahrkarten zweiter und dritter Klasse benutzen, für Reisen auf solchen Gebieten, in denen zur Zeit auch für die Rückfahrkarten kilometrische Zuschläge erhoben werden. Die Reisenden, die Gepick aufgeben, fahren meist billiger als jtzt bei Benotzung von Vereinsfahrscheinen, die Freigepäck auch jetzt nicht gewähren. In innerpreußischen Verkehr wird kas Gepäck besonders auf weite Eatfernungen und bei den höheren Gewichtsstufen vielfach billiger gefahren werden als jetzt. Auf den Strecken der Bahnen, die kein Freigepäck gewähren, ist die vorgeschlagene G päckfracht fast durchweg billiger als jtzt und dies kommt auch zur Erscheinung bei vielen Reisen von preußischen nach Stationen süddeutscher Bahnen. Kein U terschied in den Preisen ergibt sich für die Reisenden der vierten Klasse, sowie für die Reesenden mit Rückjahrkarten der zweiten und britten Kless:, die nur Personenzüge und zuschlaglfreie Schnellzüge und die DZüge bei Eufernungen über 75 Klometer berutzen, endlich für alle Reisen, bei denen die unverändert beizubehaltenden Ausnahm= tarife Anwendung finden. Es verteuern sich abgesehen von der Gepäckfracht, nur die Hi= und Rückjahrt erster Klasse, für die jtzt Rückfahrkarten benutzt werden, die und Rückreisen in zweiter und dritter Klasse, wo zur Zeit zuschlagt freie Schnellzüge benutzt werden können, für die künstig ein Zischlag erhoben werden soll, im Rundreiseverkehr die Reisen erster und auf preußtsch=hessischen uhd oldenburgischen Stricken auch die der zweiten Klasse. Es ist einleuchtend, daß die durch die Reform mitbedingte Berteuerung der Personentarife im wesentlichen davon abhängt, inwieweit die Schnellzüge mit Zuschlägen belastet werden. Bestimmt werden zu Zuschlägen herangezogen werden die DZüge und die dem Durchgangsverkeh: dienenden Schrellzüze, wobei die letzteren sehr wahrscheinlich mit der Z it sämtlich in DZiee umgewandelt werden. Die den Lokalverkehr vermittelnden Schnellzüge, die man im Gegensatz zu den anderen Schnellzügen künftig Eilzüge nennen wird, bleiben digegen von Zuschlägen frei. Auf zabe der Handelskammern wird es sein, dafir zu sorgen, daß kurch Einlegung einer ausreichenden Zahl solcher Eilzüge einer Verteuerung des Lokalverkehrs vorgebeugt wird. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, siad von der Handelskammer zu Bielefeld bereits derartige Schritte in Aussicht genommen. (Neustädter Gemeinde.) Im Jahre 1906 wurden 403(376) Kinder getauft, 202 Knaben, 201 Mädchen; 148 Paare (144) wurden getraut; 93 Personen beer dict; konfirwiert wurden 246(265). 131 Knaber, 115 Mädchen. Die Zall der Kommunikaaten betrug 3059(3339). Die Seelenzahl bit ägt cr. 16500— In Marienstift wurden 37 sieche Frauen in 12777 Pflegetagen verpflegt Im Lutberstift betrug die Zihl der Pfl glinge 253, die der Pflegetage 34051.— In den beiden Volksküchen wurden zusammen 68148(56629) L ter guten Essius verabreicht.— Den Kindergottesdienst besuchten durchschnittlich 1350 Kinder.— In der Garnisongemeinde wurden 6(6) Kinder getauft, 5(2) Paare getraut, 1(2) Kinder kenfirmiert. Die Zahl der Kommunikanten bitrug 924(895). Die eingeklammerten Zihlen beziehen sich auf das Vorjahr. (Ausstellung von Wiener Schüler= zeichnungen.) In Oesterreich wird dem Zeichenunterricht auf den höheren Schulen mehr Bedeutung beigelegt und mehe Kraft und Zeit gewidmet als in Preußen. Während hier der Zeichenunterricht in der Quinta beginnt und für ihn nur zwei Stunden wöchentlich zur Verfügung stehen, beginnt er an den köheren Lehranstalten Oesterreichs schon in der Sexia und werden ihm in den vier Unterklossen wögentlich vier und in den Oberklassen drei Stunden gewidmet. Dem entsprechen denn auch die Leistungen. Dies wird jedem Besucher der zur Zeit in der Aula unsers Gymnasiums aufzestellten Sammlung von Wiener Saülerzeichnungen sogleich in die Augen fallen. Eif Realschulen und 7 Cymnasien haben dazu beigetragen. Die Ausstellung umsaßt über 1000 Zeichnungen und bedeckt 145 Quadratmeter Wandfläche. Nur 5 Städte Deutschlands haben den Vorzug, mit dieser Ausstellung beschickt zu werden. Sie war bereits in Berlin und Magdeburg. Herrn Gymnasialzeichenlehrer Reineck; ist es zu verdanken, daß sie von dort jitzt nach Bielefeld gekommen und hier bis zum 7. Januar täglich in den Sturden von 11 bis 1 Uhr dem Publikum gröffnet ist. Alsdann wird die Sammlung noch nach Lübick und nach Hamburg gesandt werden. In die Aula eintretend, haben wir zuerst die Arbeiten der Realschulen vor ues, die durch ihre sorgsältige, auf die Heranbildung der Schüler zu einem feinen Kunstgeschmack hinw isende Ausführung überraschen. Das deutet auf bervorragend tüchtige Lehrktäfte hin und in der Tat ist dafür an den österreichischen Schulen Sorge getragen. Die Zeichenlehrer rangieren dort gliichwäßig mit den wissenscheftlichen Lehrern, erlangen auch den Prof ssorentitel und der hervorragende Zeicherlehrer Joses Langl in Wien bekleidet sogar das Amt eir es Regierungsschulrats. Bemerkt sei bei dieser Gelegenheit, deß der Zeichenunterricht an den höheren Schulen Oesterreichs in solcher Weise gewertet wird, daß er Gegenstand der Versetzungs= und Reifeprüfungen ist. In der Zeichensammlung der Realschule des sechsten Bezirks fieden wir besonders schöne Stillleben. Der zehnte Bezirk hat einen vollstägdigen Lehrgang ausgestellt, der durch eine vortreffliche Tichnik und ebenfalls durch herrliche St. Ueben imponiert. Hier leitete Schulrat Langl den Unterricht. Der 3 Bezirk hat überraschend schöne Köpfe ausgestellt und die Franz Josef=Realschule sehr gute Schülerprivatarbeiten. Sollen wir von der Ausstellung der Gymnasien einiges hervorhervorhiben, so möchten wir besonders auf die vom 6 Bezirk ausgestellten Stilleben und auf den vom 12. Bezirk ausgestellten Lehrgang mit sehr guten Leistungen aufmerksam machen. Wir können dem Bielefelder Publikum den Besuch diesee Ausstellung nur auf das dringendste em pfehlen, zumal sie wohl geeignet ist, den Kunstgeschmack von ollerhand modernen Verirrungen in die rechte Bahn zurückzulenken. Durch den Zeichenunterricht, dessen Bedeutung bei urs noch lai ge nicht genug erkannt ist, wird der Sinn für wahre Kunst, für das ästhetisch Schöne, bei den Schülern geweckt. Das zeigt dese Ausstellung und man gewinit den Eindruck, daß die Wiener Schüler mit viel Lust und Liebe und mit großim Fleiß arbeiten. Gellershagen, 31 Dezbr.(Entendieb stahl.) Au vergangenen Sonnaberd nachmittag wurden dem Mühlenbesitzer Hellweg am Schloßhofe aus dem sonen. Schloßhosteiche zwei Enten gestohlen. Die Täter wurden rechtzeitig bemerkt und als sie die Flucht ergr ffu, ließen sie in der Eile die Enten, welche sie unterm Rocke verbargen in Stich. Einer der Täter wurde erwischt und vom Herrn Gendarmerie= gewesen, am schönsten und flillsten. In den Kirchen und Galerien, vor all den Kurstwerken hatte sie immer gesühlt, daß ihr Gatte so viel klüger war und so viel älter als sie. Aber von den Bumen urd Farben draußen verstand sie mehr als er; und dann war es ihr auch am klarsten und sdbsten zum Bewußisein gekommen, daß er sie lieb hatte, wenn sie miteinander durch jere heim. lichen, dustenden Gärten wanderten. Daß sie ihn liebte, fühlte sie immer und immer, manchmal in jauchzendem Glück, öfter in unruhvoller, fast schmerzhafter Sehrsucht. Aber es war schön gewisen, alles schön, die ruhigen und die sihnsachtsreichen Stunden, sie fühlte er jtz!, als es zu Ende ging. Und auch für den Mann war diese Hochzeits reise ein neues und reiches Stück Leben geworden, ein Ausruhen, ein Kräftesammeln, ein stöhliches Geben und Nehmen. Immer wieder hatte die junge Frau sich heimlich gefreut, daß er an ihrer Seite zuerst den Süden sah, und daß kein Erinnern an seine erste Ehe und an sein totes Weib ihren hier den Pfad krevzen und einen Schatten auf ihren Weg werfen konrte. Aber jetzt kehrten sie heim. in sein altes Leben, sein altes Haus, und es war der jungen Frau zumute, als ob sie nun um ihr Glück kämpfen und es gegen eine sremde Macht verteidigen und hochhalten müßte. Sie sah ihren Galten an. Der große, flafke Mann hatte etwas Gutes, Kindliches, Weiches, wie er jetzt so ruhig atmend schlief. Der Vollbart war dicht und blond, das Haupthaar schon gelichtet und an den Schläfen geau getönt Er war Meck enburger von Gburt, der Sohn eines Landmannes, und hatte ein gut Teil von der zähen Widerstandsfähigkeit und gesur den Kraft seines Volkes mitd kommen. Vielleicht war es gerade seine starke körperliche und geistige Gesundheit und die Ruhe sei es Temperamentes, die ihm ein überlegeres Interisse an allem Kranken und Schwachen gab und ihn veraulaßt hatte, sich in dem erwählten ä ztlichen Beruf dem Spez'alsach der Psychiatrie zuzuwenden. Er war jetzt schon seit Jahren Professor an der Universität Bonn und leitete dort eine in der ganzen Welt bekannte Heilar stalt. Andernach— Remagen— Rosandseck— der Zug hielt n'rgends an und eilte an den eleganten Villen und wohlgepflegten Gärten vorbei. Auf den Bahnkösen drängten sich die Touristen und allerlei Ausflügler im Sonntagnachmittags staat. (Fortsetzung folgt.) Wachtmeister Wirtz aus Schildesche fest genommen, während seine beiden Kumpane entkamen. Herr Hellweg ist wieder im Besitz der Enten. Aus den Kreisen Ninden und Lübbece. Minden, 2 Januar.(Die außerordentliche Blehzählung) am 1. Dezember hat in Minden=Ravensberg bemerkenswerte Ergeboisse gezeitigt. Es ist gegen den 1. Dezember 1904 ein sehr großes Mehr von Schweinen(92228 Stück) zu verzeichnen und auch die Zahl des Rindviehs ist um 11480 Stück gestiegen. Die Gesamtzahl des Rindviehs beläuft sich auf 110022 Stück gegen 98542 am 1. Dezember 1904, die der Schweine auf 330529 Stäck gegen 238311 vor 2 Jahren. Minden, 2. Jmnuar.(Die Arbeitgeber=Verbände) für das Maler=, Glaser= und Lockierergewerbe in Bielefeld, Hersord und Bad Oeynhausen veranstalten eine Versammlung am Sonntag, 6. Jan., im großen Saale des Vereinshauses zu Herford. Der Zwick dieser Versammlung soll sein, einen engeren Zusammenschluß aller Arbeitgeber dieser und verwandter Gewerbe herbeizu führen. Zu dieser Versammlung sollen sämt liche Malermeister aus Minden=Ravensberg, Lipp= Detmold, Schaumburg Lippe und benachbarter Bezirke, aber auch insbesondere alle Arbeitgeber verwandter Berufe und zwar der Möbel= und Maschinenfabriken besonders eingeladen werden. Lübbecke, 31. Dezbr.(Dem Herrn Rechtsanwalt und Notar Bahre) ist nach dem„M.=L. Krsbl.“ der Charakter als Justizrat verliehen worden. Hollwinkel, 31. Dezbr.(Auszeich nung.) Die Kaiserin und Königin hat der Kindergärtnerin Karoline Harles für 40 jährige treue Dienste in der Horstschen Familie das goldene Kreuz nebst eigerhändig vollzogenem Diplom verliehen. (Kreisblatt.) Aus den Kreise Herford. # Herford, 31. Dezbr.(Vereinsgrundung.) Seit Jahren schon fand man es in hiefigen konservativen Kreisen als einen Uebelstand, daß hier zwar mancher Verein (xistierte, jedoch nicht ein konservativer, man sand die Gründung eines solchen von Jahr zu Jahr immer mihe als ein Bedürfnis, zumal das Beispiel der Nachbarvereine Bielef lo und Bü de zeigte, wie sehr durch dieselben das konservative Bewußtsein, die Zusammengehörigkeit beeit flaßt und gestärkt wird, ganz besonders in Wahlzeiten, in denen solch ein Mittelpunkt für Stadt und Land geradezu notwendig ist.— am 27. d. Mts. eine Anzahl Herren zusan mengetreten und haben einen konservativen Verein gegründet auch sofort Statuten beschlessen und einen Vorstand gewählt. Es ist in Aussiht genommen, an jedem Freitog avend eine gewöhnliche Zusammenkunft, einmal im Monat eine Hauptversammlung, womözlich mit Bortrag und Dstesion außerdem die erforderliche Generalversammlung, alles im Eoanzelischen Vereinshause. Da eine Anzahl der eingeladenen Herren leider nicht zugegen war und es vorausgesetzt wird, daß j der konseru eing Pann biesiger Gegend die Neue Westsätische Volkszeitung liest, so seien jene Herren hierdurch davon benachrichtigt und gebeten, die Versammlungen des neuen Vereins, namentlich auch diejenige des nächsten Freitags, mit ihrem Besuche er sceuen zu wollen. Gerade vor der Wahl ist ein mözlichst zahlreicher Besuch besonders wünschenswert und nötig. Herford, 31. Dez.(Der erratische Block), der bekanntlich für das Jahndenkmal bestimmt ist, sellte gestern vom Schildkamp nach dem in Aussicht genommenen Standplatz in der Nähe des Schützenhoses überführt werden. Die garze vorige Woche hatte man dazu gebraucht, den gewaltigen Findling, bessen Gewicht auf 400 Zentner geschätzt wird, auf zwei Stämme zu winden, die unter Ausnutzung der Schneebahn, zum Teansport des Kolosses dienen sollten. Vier Gespanne Pferde waren jedoch nicht imstande, die schwere Last nur einen Finger breit weiter zu führen, obschon auch Winden und andere erhebliche Hilssmittel zur Anwendung gelangten. Nach stundenlangen Anstrenguggen wurde laut„H. Ke.“ die mühevolle Arbeit abgebrochen, um heute wieder aufgenommen zu werden. loser Zustimmung soll der Schulgemeinde eine jährliche Staatsbeihllfe von 40 Mk. — vorläufiz auf die Dauer von 5 Jahren — vom 1. Aptil d. Ik. ab widerruflich bewilligt werden. Versmold, 28. Dezbr.(Standesbeamter.) Der Oberpräsident hat den Amtssekretär Steinbeck zum brtien Stellvertieter des Standesbeamten für den hiesigen Standesantsbezick auf Widerruf bestellt. (Hal Kestt) Aus den Kreisen Münster und Arusberg. Münster, 30. Dezemb.(Der Westfälische Provinzialausschuß) bewilligte in seiner letzten Sitzung für die durch die Roburitexplosion Geschäbigten in Witten Annen 35,000 Mk.; der Landwirtschaftskammer wurden zur Beteiligung an der Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Düsseldorf im Jahre 1907 10000 Mk. bewilligt. Lüdenscheid, 30. Dez.(30000 Einwohner) Nachdem nunmehr die Stadt Lüdenscheid eine Einwohnerschaft von über 30000 erhalten hat, dürfte ihr Ausscheiden aus dem Kreisverbande Altena bald bevorstehen. Wie verlautet, wird der nächste Kreistag sich mit der Angelegenheit befassen. Arnsberg, 30. Dez.(Ganz kolossale Schneemassen) sind hier im Sauerlande niedergegangen, wie man es hier seit dem Winter 1894/95 nicht mehr gekannt hat. Der Schnie liegt durchweg 1½ Meter hoch, in den Bergen hat er überall eine Höhe von über 3 Metern erreicht, dabei fällt bei einer grimmigen Kälte der Schnee roch in dichten Focken. Ganze Orlschaften sind von der Außenwelt gänzlich abgeschnitten. Die Eisenbahnen können nur dadurch den Verkehr aufrecht erhalten, daß ständig Arbeiterkolonnen damit beschäftigt sind, die Strecken vom Schnee zu säubern. Die heftige Kälte hat es zuwege gebracht, daß sämtliche Ta'spe ren im Sauerlande sich mit einer fußdicken Eisdecke überzogen haben. Auch die Flußläufe frieren zu, sodaß schon viele Weike mit Wasserkraft st.U liegen müssen, wovon in erster Linie die Hammerwerke in den Tätein betroffen werden.(Rh. W.=Zig.“) S Oelde, 1. Januar.(Kirchliches.) In der evangeltichen Parochie OeldeNeubeckum=Beckum sind im Jahre 1906 getauft 85 Kinder, 47 Knaben, 38 Mädchen, darunter kein uneheliches; konfirmiert 23 Kinder, 12 Kaaden, 11 Mädchen; getraut 14 Paare; beerdigt 30 Personen, darunter 21 Kinder; Abend madlsgäste waren 856, 417 männlichen 439 weiblichen Geschlechts. e- Unna 28 Dezbr.(Lehrerversammlung.) Heute fand hier im evangilischen Vereirshause eine Versammlung evangelischer Lehrer und Schu'freunde statt, zu der sich urgefähr 100 Personen eingefur den hatten. Herr Rektor Hindrichs= Barmen hiet die einleitende Ansprache. D inn behandelte Herr Rektor SchmellLingerfeld das Tzema:„Welche Aufgabe erwachsen d.r(virgelischen Schule in der gegenwärtigen Zeit“. An den Vortrag schloß sich eine längere Aussprache. Den Schlußvorttag hielt Herr Missionsinspektor Haußleiter über das Schulwesen der rheinischen Mission. Man beschloß von itzt ab östers und häufig zu einer auf entschieden biblischer Grundlage stehenden Korferenz zusammenzu treten und monatliche Versammlungen ein zurichten, in welchen religiöse und pädagogische Fragen behar d lt werden sollen. Eine Haup'versanmlung soll j des Joh: in den Tagen nach Wihnachten stattfinder. Es ist erfreu ich, daß sich nun auch hier die positiven Elemente unter der Lehrerschaft regen und ihr Panier offin entfalten. aus der Kasse d.s L'ppischen Kriegerbundes 10 Mk., aus der von Barby Goldene HochzeitsStiftung 27 Mk, von der Fürstlichen Rentkammer wurden 5 Kameraden Badeerleichterungen in den Fürstlichen Bädern in Salz ufl n und Meinberg gewährt Peinz Leopold von Lippe in Meinberg sandte dem Bundesvorstande als Weihnachtsgabe 200 Mi, die der„von Barky Goldene Hochzeits=Stistung“ zugeführt worden ist. Zi der vom Deutschen Kriegerbunde angeregten Kaiser Wilhelm und Kaiserin Auguste Viktoria Spende zur silbernen Hochzeit des Kaiserpaares haben die Kame raden des L'pp schen Keiegerbundes 1563.60 Mark beigesteuert. Aas den Lreise Hale. Bockhorst, 27. Dez(Die hiesigen Schulvertretungen) sollen nach dem Hall. Krsbl.“ nochmals über die Erhöhung des Grundgehalts der ersten Lehrerstelle auf 1100 Mk. vom 1. April d. Is. ab gehört werden. Für den Fall bedingungs Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Detmold, 31. Dez.(Das Kriegervereinswesen im Fürstentum.) Dem 8 Jahresbericht des Lppischen Kriegerbundes über das Geschäftsjahr 1905 entnehmen wir folgende Mitteilungen: Die Stärk= des Bundes war am 1. Januar 1905: 7 Ehrenmitglieder, 20 Eir zelmitglieder des Bundes und 114 Vereine mit 8553 Mitgliedern, darunter 65 Ehrenbezw. beitrags freie, im ganzen also 8580 Mitglieder. Feldzu Steilnehmer hierunter 937. Im Jahre 1905 hat der Bund einen Zuwachs von 266 Kameraden zu vnzeichnen. Aus Anlaß des 25jährigen Bestehers wurde durch den Graf=Regenten den Kriegervereinen Lüdenhausen, Leopoldhöhe und Eschenbruch ein Fahnenband verliehen. Der Krieger verein Senne erhielt die Genetmigung zur Fihrung einer Fahre. Im Bereiche des Lppischen Kriegerbundes besteht nur noch eine Sanitätskolonne in Lage. Unterstützungen wurden im Jahre 1905 verteilt: aus den Kossen des Deutschen Kriegerbundes an 49 Kameraden zusammen 820 Mk., an 30 Kameraden=Witwen zusammen 305 Mk., Aufruf! Um Weihnachten 1905 rief der Hilfsausschuß die Deutschen aller Parteien und Bekenntnisse auf, die Not, in welche unsere Stammesgenossen in Rußland durch die revolutionären Ereignisse geraten waren, lindern zu helfen. Ueber 300 Z veigvereine in allen Teilen des Reiches halsen uns bei diesem Werk, und über 800000 Mk. waren das Ergeknis unserer Sammlungen. Diese Summe war aber kaum ausreichend, der dringendsten Not der Verfolgten und Flücktigen zu steuern, und sie verschwindet gegenüber dem gewaltigen, 100 Millionen weit übersteigenden Schaden, den die Deutschen in Rußland erlitten haben. Wir haben keine Mittel mehr zur Linderung der stetig wachsenden Not, die eine Folge der anarchistischen Zustände und der wirtschaftlichen Krisis ist. Hier kann nur mit neuen Mitteln in planmäßiger Verwendung geholsen werden. In den von Hungersnot getroffenen übervölkerten Wolgakolonien sind viele Tausend unserer Volksgenessen zur Abwanderung gezwungen, aber es fehlen die Mittel zur Reise und zur Gründung einer neuen Existenz. Diesen Deutschen, die ihre sächsische und schwäbische Mundart bis auf den heutigen Tag bewahrt haben, muß geholfen werden, wenn möglich, ins alte Baterland zurückzukehren. Auch aus Polen, wo mehrere hundert. tausend Deutsche, Land und Industriearbeiter, in ihrer wirtschaftlichen und notio nalen Ex'stenz bedroht sind, hit eine Rück wandetung rach Deutschland begonnen. Wir können ihnen bei uns in Lindwirtschaft und Jadasteie reue Lebensbedingungen scheffen. Ja den Ostseeprovinzen, wo die meisten Menschenleben geopfert und die größten Schäden entstanden sind, haben die Deutschen rach den ersten überraschenden Schlägen sich auf sich selbst besonnen und die große Frage, ob Akwandern oder Ausharren, dahin ent schieden, daß sie entschlessen sind, die deut schen Kulturstätten, welche ihre Vorfahren in Jahrhunderten geschaffen haben, nicht mutlos den anarchistischen Banden preiszugeben, vielmehr bis auf den letzten Mann kämpfend auszuharren. Die materiellen Lasten, welche den Deutschen in Rußland durch die Ereignisse auferlegt worden sind, werden roch dasurch vermehrt, daß gerade jetzt eine neue, große Mittel erfordernde Aufgabe an sie herangetreten ist: Die Neuerrichtung der in früheren Johren aufgehobenen deutschen Schulev. Es sind deren allein in den baltischen Provinzen fast hundert aus privaten Mitteln begründet worden. Die deuschen Arbeiter und Handwerker in den baltischen Stäcten, unter denen sich Tarsende von Reichsangehöligen befinden, können die Schullasten nicht aufbringen, und die Unterstützung, welche die schwergeschädigten besitzer den Kreise in Stadt und Lund in opferfreudigster Weise auch jetzt noch gewähren, reicht für die großen Ansprüche nicht aus. So erkennen wir es denn als eine heilige nationale Pflcht, unsern Stammesbrädern im russischen Reiche auch fernerhin mit werklätiger Hilfe zur Seite zu stehen. Wir bitten daher alle Deutschen, ohne Rücksicht auf Partei und Bekenntuis, uns erneut zur Vollführung unseres Unerstötzungswerkes zu helfen und dadurch viele Tausend unserer deutschen Volksgenessen vor dem nationalen und wirtschaftlichen U tergang zu bewahren. Geldsendungen(Einzel= und Sammelgaben) werden an die Hauptsammelstelle, die Kal Seehandlungshauptkass: zu Berlin, Mark. grafenstraße 46a, mit der Bezeichnung:„Für die notleidenden Deutschen R.ßlands“ erbeten. Berlin, im November 1906 d. pr. A. Alfred Seiser Geschäftsführer des und. Verb. Dr. König, Geh. Oberpostrat, M. d. pr. A. von Loebell, Generalmajer z. D. Lückhoff, Direktor, M. d. pr. A. Ferd. Neubürger, Schriftsteller. Dr. Herm. Paasche, Geh. Reg=Rat, Prof., Vizepräsident des Reichstages. M. d. pr. A. Th. H. PanRaschdau, Kaiserl. Gesandter z D. C. Freiherr von Reibvitz. Dr. Rewoldt, Justizrat M. d. pr. A. Pros. Dr. Samassa. Dr. Theodor Schiemann, Univ.=Prof. Reinhart Schmidt, M d R., M. d. pr. A. Bictor Schoultz, Geschäftsführer des Deutschen Ostmarkenvereins. Adolf Stein. Strosser, Major a D, M d. pr. A. Dr. von Veh, Rechtsanwalt, Vorsitzender. Franz Wagner, Justizrat. Hamburg, 29. Dez Bis jetzt hat noch keiner der hier eingetroffenen Kapitäne und Offiziere der Hamburg= Amerika=Linie die Uebernahme der geforderten Verpflichtung verweigert; es ergab sich infolgedessen auch nicht die Notwendigkeit, für die Hamburg=Amerika Linie, Agend eine Emlassung vorzunehmen. Es wird jetzt nur noch eine mündliche Verpflichtung gefordert, aber auch damit seien die Kapitäne und Offiziere sehr unzufrieden. Esenbahnunglück Ottersberg hat, wie die„Hamb. Nachrichten“ melden, für den hiesigen Handelsverkehr, namentlich für die Banken große geschäftliche Störungen zur Folge, da von den Hamburger Banken und Bankiers eine große Anzahl von Wertpapieren, Siea aur„imersaulierung nach Paris, London, Grüfftl urd untweipen bestimmt waren, mit der Post des, gezungläckten Zuges expediert worden san. Der Wert der vernichteten Papiere wird an der Börse schätzungsweise auf 15 bis 20 angegeben. Da nach amtMitteilungen wohl sämtliche Effekten vernichtet sind, wird über sie eine Sperrfrist verhängt werden, nach deren Ablauf die Papiere durch neue ersetzt werden, sodaß ein direkter Schaden, der übrigens durch Versicherungen gedickt ist, nicht entsteht. Dez. Auf Wilhelmshöhe erreicht der Schnee die Höhe von 1 Miter. Washington, 31. Dez. Auf den 3 Meilen von hier gelegenen Eisenbahnstation Terracotta der Baltimore=Ohio Eisenbahn erfolgte am 30. Dezember ein Zusammenstoß zwischen einem Personen= und einem Güterzug. Die Zahl der Toten beträgt 38, die der Verletzten 50. (Berichtigung.) Nicht in Hildesheim sondern in Hillesheim(E.fel) ist ein Wol gesehen worden. Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 1. Januar 1907. Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww, in Niedrigst. Thermometerstand in der Nacht+ 2 CC. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 6* Barometer 744 cm. Wind: Süd=West. Himmel: bedeckt. Neueste Nachrichten. Der Arbeiterausschuß: von Alten, Generalleulnant z. D. Dr. ArendtN. d. R. M. d. pr. A. Behre, Direklorvon Bornhaupt. Dr. Eickhoff, Prof, M. d. R., M. d. pr. A. Pros. Dr. Faßbender##erlin 2 Jm. G.stern morgen nahm das Herrscherpaar bald nach seiner Ankunft im königlichen Schloss: die Neujahrsglückwünsche des kaiserlichen Hauses und des Hofstaates entgezen. U ter Vorantritt der Hofchargen und der Herren des großen Vortrittes begaben sich gegen 10 Uhr das Herrscher paar und die Fürstlichkeiten in feierlichem Zuge zur Schloßkapelle, gesolgt von den Damen und Herren der Umgebung und des Gefolges. Bei dem Eintritt des Hofes setzte der kaiserliche Do nchor ein. Der Kuser in Admiralsunisorm mit dem Bande des Schwarzen Adlerordens und der Kitte des Hauserdens führte die Kaiserin. Das Herrsherpaar nahm vor dem Altar Platz. Nach dem Gemeindegesang und der Liturgie predigte Odethosprediger Dr. Dryander. Unter den Klängen des Wihelmus von N.ssauen begab sich der Hof in feierlichem Zuze zum weißen Stal. Während im Lustgarten die Lubbatterie des 1. Feldart Ueriereziments Salut schoß, begann die Gratulatior scou: rach den Klängen der Musik. Der Keiser und die Kase in reichten dem Reichskanzler die Hand, der Kaiser auch den Herren von Manteuffel und Kröcher. Nachdem empfing d.r Kaiser die Botschafter und Minister, endlich die kommandirenden Generae und Admirale. Gegen 1 Uhr begab sich der Kaiser nach dem Zeughause, wo eine große Menschenmenge den Kaiser begrüßte. Der Kuser, der rach allen Seiten dankte, begab sich in die Ruhmeshalle, ro die Paroleausgabe slettfand. Die Parole lautete Königsberg=Berlin. D.r Kasser nahm hierauf militärische Meldungen entgegen, nahm den Pirademarsch der Kompagnie und der Lübbatterie ab und keh te gegen 2 Uhr nach dem königlichen Sch osse zurück, wiederum vom Publikum lebhaft begrußt. Am Abend fand beim Kaiserpaar im königl. Schless: Familier= tafel statt. Danach begab sich das Hirrscherpaar und die kaiserliche Familie nach dem Kögiglichen Schauspielhaus, wo auf allerhöchstem Befehl Theatre paré angesagt war. Gegeben wurde Wallensteins Lager und die Pccosomini. Mit dem gestrigen Tage ist die Ueberfiedelung des kaiserlichen Hoflagers von Neurn Polatz nach Verlin erfolgt. An die Stadt-Theater. Mittwoch, den 2. Januar 1907, Anfang 7½ Uhr. —— Zum 2. Male:—— Der wilde Rentlingen. Donnerstag, den 3. Januar er., Anfang 7½ Uhr: Zum dritten Male: Husarenfieber. Die Reise in's Schlaraffenland kommt Sonnabend nachmittags 3½ Uhr zur Aufführung. Zum 7. Male! Zahlungen der zweiten Abonnementsrate werden von heute ab bis Mitte Januar im Theaterbureau(von 10—1 Uhr und von 4½ bis 7 Uhr) erbeten. Eine Einholung der Beträge findet nicht statt. Fatente. Verbands-Patentbureau Brust Fillale Bielefeld, Klosterplatz Telefon 610. Prima Referenzen. 4 eigene Geschälle. Johannisberg Bielefeld (Schützen-Gesellschaft) 10 Donnerstag, den 3. Januar, abends 8 Uhr Einmaliges grosses Extra-Konzert der gesammten Kapelle des Königl. Ersten Garde-Regiments zu Fuss(Potsdam) unter persönlicher Leitung des Herrn Musik-Dir. Möller. Vorverkauf 60 Pfennig Kassenpreis 75 Pfennig. 11 Vorverkaufskarten sind zu haben ie den Geschätten Wind, Reithäger, Niemeyer, Fiedler, Oestreich und auf dem Johannisberg bis Donnerstag mittag 2 Uhr. Vorläufige Anzeige. Freitag, den 18. Januar 1907, abends 8 Uhr im Eintrachtsaale Vortrags-Abend von Frau Helene Wagner. Bisccnts-Gesehschaft-Lielelein K.-u. in Bielefeld (früher Westfälische Bank) Volleingezahltes Aktienkapltal Mk. 65 700000, Reserven A. 12000000 empfichlt sich zur Seit dem 24. ds. Mts, von Werther aus ein kurzhaarig, gelblch=weißer Kund mit Halsband und Namensschild entlaufen. Mitteilung darüber erbittet Col.Wilh. Nolte No. 48 Oberjöllenbeck. Pausleinen Mtr. Mk. 0.50 bei hugo Ziehm Bebr. Kahter, Papierhandlung Obernstrasse 24. aller Art, Vermitllung von Bankgeschäften altel Eröffnung von laufenden Rechnungen, Diskontierung von Wechseln, Aufbewahrung u. Verwaltung von Wertpapieren Einlösung von Coupons, verlosten u. gekündigten Wertpapieren, * Checkeverkehr. Zinsvergütung auf Geldeinlagen je nach Kündigungsfrist bis zu 4%. Die Verzinsung erfolgt vom Tage der Einzahlung bis zum Tage der Abhebung. Vermietung von Schrankfächern in diebes- u. feuersicherer Stahlkammer unter eigenem Verschluss der Aieter. Hn E.*** An- und Verkauf von Wertpapierensirnt Husten Auftraggeber des Buchdruckgewerbes! Am 1. Januar 1907 tritt für das ganze Deutsche Reich ein zwischen den Buchdruckerei=Besitzern und=Gehilfen vereinbarter neuer Lohntarif in Kraft. Dieser sieht, entsprechend der auf Grund amtlichen statistischen Materials nachgewiesenen Verteuerung aller Lebensbedürfnisse, eine Erhöhung der Löhne um mehr als 10 Prozent, gegenüber weit höheren Forderungen der Gehilfen, vor. Diese Lohnerhöhung und die während der letzten Jahre eingetretene starke Steigerung der sonstigen Erzeugungskosten macht bei der andauernd zurückgegangen Ertragsfähigkeit des Buchdruckgewerbes eine entsprechende Erhöhung der Druckpreise zur unabweisbaren Notwendigkeit. Die unterzeichneten Buchdruckereien haben daher in Uebereinstimmung mit den Buchdruckerei=Besitzern des ganzen deutschen Reiches beschlossen, zur Ausgleichung dieser ihnen erwachsenden Mehrausgaben vom 1. Januar 1907 ab eine Erhöhung der Drucksachenpreise um etwa 10 Prozent eintreten zu lassen. Die BuchdruckereiBesitzer haben die Lohnerhöhung nicht zuletzt im Interesse der durch einen setwaigen Lohnkampf mitgeschädigten Allgemeinheit gewährt. Sie stehen in der Frage der Preiserhöhung einmütig zusammen und haben sich insbesondere in bindender Form verpflichtet, dieselbe nicht durch gegenseitiges Unterbieten unmöglich zu machen. Indem wir den geehrten Auftraggebern hiervon Kenntnis geben, bitten wir Sie, Ihren bisherigen Druckereien auch ferner Ihre Aufträge zuzuweisen. Bielefeld: Aug. Adams, Heinrich Becher, W. Bertelsmann, C. Brockmann, Ernst David Nachfl., Wilhelm Eick, F. Eilers, Fritz Eilers jun., E. Gundlach Akt.=Ges., Jeziorsky& Koch, Gebr. Kahter, J. D. Küster Nachfl. A. von der Mühlen, A.& W. Opitz. Julius Opitz, Peiniger, Otto Richter, Ernst Siedhoff, Temming& Sander, Velhagen& Klasing, Carl Wiermann. Borgholzbausen: Aug. Brato. gel. Brackwede: Dr. W. Breitenbach. Bünde i W.: Gebr. Rahning. Büren: P. N. Eßer Wwe. Gütersloh: Ludwig Flöttmann, Schmäling& Ohlbrock. Halle i. W: C. W. Eisner, Meyer& Beckmann, Hersord: Gebrüder Heidemann, A. Landwehrmann& Co. Hörter: C. D. Flotho, Wilh. Todt& Co. Lübbecke: Fr. Werneburg. Minden i W.: Wilhelm Köhler. Paderborn: Bonifaciusdruckerei G. m. b. H., Theodor Hense, R. Heydeck, Junfermannsche Buchdruck., Paderborn: Bernhard Kleine, Ferdinand Schoeningh, L. Sprückmann, Th Khiele. Rhaden: F. Kosynowsky Wwe. Rietberg: J. Löwenstein, W Vahle. Versmold: Heinrich Kolbe, W. Krüger. Bletho; Thorein& Sitte. Die während des Weihnachtsgeschäftes in grosser Anzahl entstandenen.-..-.-- Nusvelkauf. - Reste passend für Röcke, Blusen, Kinderkleider etc. verkaufe ich, um vor der Inventur damit zu räumen am... (Brust-Caramellen) von E. Ubermann sind das einzig beste diätet. Genussmittel bei Husten und Heiserkeit Zu haben in Beuteln à 10 und 20 Pfg. bei Verkauf nur gegen Barzahlung in der I. Etage. Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonnabend den 2. bis 5 Januar Friedr. Riemeier in vier Serien billigst aus: Serie I II III IV. das Meter jetzt Mk. 0.80 1.00 1.50 2.00 Jahnplatz 3. aun esche eengen. Güsenstr. 2 III. . Baddever. * an in- und ausländischen Börsen zu den günstigsten Bedingungen. Am Freitag, den 4. Januar 1907, vormittags 11 Uhr thans Dimmer 9I. 01 Gertentiiches Verkenr's-Burcau Zimmerstraße 191. 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Januar: Cicer Kurfürst Joachim II 1571.— Johannes schreiber, geb. 1752.— und Physiolog, geb. 17 wird in den Vereinigten für aufgehoben erklärt, Bapaume, 1871 Wegen 1 unaufschiebbaren kann mit den Vierteljahres estens am Son werden. hal die 9 am 13. Deze Was hat das Zen Der„Reichsbote“ an Das Zentrum ver Bestimmung ins Die etats, daß bis zum Regierung Vorsorge Gesamtstärke der Schut vor 2500 herabzumind Ozne jede Rücksch in Südafreka, ehne d wie der Bedarf sich die Rezierung sich ver minderung der Teuppi Zahl in bestimmter Ze Mit anderen Worten: sollte das Zentru kraten, Polen Parlaments Krie nen. Das rische Operatione Was wollte dem gierung? Die Regierung hat Hostentolten kämt Verzweiflungslampf;: villr Kraft durchführ erklärt, daß zu dem Bewochung 16000 kommt, die Sicherung unbotwäßige Ooambostät dazu nötig sind, kann a tärtsche Oberbeseh nicht eine Kommission Erzberger, Roeren,# Spehn hat in seiner 13. Dezember gesagt,: Stelle von Soldaten lassen. Es wäre aber Unnsinn 3000 Männe das Land und den 8 haben und an ihre Neulinge zu setzen, di viel Kosten verursache wollte Dr. Spohn daß vom 1. Juni 1907 ab teuppe“ erhalten sollten Die Regierung 5 sobald die Krie gslage e sofrrt würde verminde vieward ein Interesse Mann mihr wie nötig Diese Tatsachen, presse vergessen macher gegen einander, und m durch die Ergebung d# Beurtellung der Lage nicht im mindesten geän Das Zentrum 5 spielen wollen, d lösung des Reich handelte sich garni Verminderung der Tiu; Beendigung des Kriegen nicht, sondern nur um die Höhe der für die le Südweßafrika nötigen fällige Parlamen simmen vom grünen Nation dim Rate der an Ott und Stelle die