K* Regelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatdlätter. u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung. Unser Blatt u Unterhaltungs- u. Romanbeilage. u Spiel, Sport und Turnen. a Lebensbild. Kunst u. Wissen.u Gartenratschläge. Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Dolkszeitung Schwerter Delksbiatt Amtliches Kreisdlatt tür den Kreis Hörde. Welthofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung und ättestes Cagesorgan des Kreiles.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwerter Jeitung“ werktäglich. n Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlog: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus. Schwerteruhr. Cel.62. Postscheck Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Nichter: in Nr. 43 Dienstag, 20. Februar 1923 56. Jahrgang Zum Geleit. chmerz ist der große Lehrer der Men* Weser veschr! schen. Unter seinem Hauche M Ane falten sich die SeeEhner=Eschenb.:h. Neueste politische Nachrichten. Le Trvequer ist von seiner Londoner Reise mit leeren Händen nach Paris zurückgekehrt. Der englische Arbeitervertreter nowden hielt im Unterhause eine scharfe Anklagegen Frankreich. Dersten, 19. Fehr. Belgische Truppen habe Sonntagmorgen die Lippebrücke bei Dorsten über schritten und haben mir starten Kräften in sterhausen und Hervest Torsten hnhöf. senzt. Infolge der Besetzung von Hervest=Dorsten ist nunmehr auch die Eisenbahnstrecke Haltern=Wesel aus dem Durchgangsverkehr ausgeschieden. HOLLAN83% 1563 Pg g, Sadchn gerei Bisher sind 15 französische Eisenbahner wegen Desertion von Spahis verhaftet worden. * Der Verfassungsausschuß des bayerischen Landtages beschäftigte sich mit dem Antrag der Koalitionsparteien(Bayer. Volkspartei, Bayer. Mittelpartei und Bauernbund), welcher verlangt, daß § 92 der bayerischen Verfassung dahin ab geändert wird, daß nicht zweidrittel der gesetzlichen Mitgliederzahl des Landtages eine Aen derung beschließen müssen, sondern daß zunächst zwei Drittel der gesetzlichen Mitgliederzahl an wesend sind und wenigstens zwei Drittel der Anwesenden zustimmen. In der Abstimmung wurde der Antrag mit 14 Stimmen gegen 11 men der Demokraten und der Sozialdemokrater bei Stimmenthaltung des Bauernbundes angenommen. * Der bayerische Ministerpräsident wird sich am Sonntagabend zu einer Besprechung über die schwebenden Fragen mit dem Reichskanzler und den einzelnen Reichsministern nach Berlin begeben. * Die sozialistische Fraktion des Reichstages hat am Freitag mit den Beratungen über das sozialische Wirtschaftsprogramm begonnen. Die tungen sind im Laufe des Sonnabund fordtgesetz: worden. * Zuzeit tagt in Berlin der Bundesausschuß des NDGB., der sich in der Hauptsache mit dem Verhalten der Gewerkschaften in der Ruhrfrage beschäftigt. Die Beratungen werden wahrscheinlich bis Sonntag dauern. Der amerikanische Senat hat die Konsolidierung der englischen Schuld bei den einigten Staaten mit 78 gegen 13 Stimmen angenommen. * Die Londoner Korespondenten Pariser Blätter zeichnen Lord Cecil als Nachfolger für den von seinem Posten als Vertreter Englands im Völkerbund zurücktrerenden Lord Balfour. Vermischte Einer Forderung der Zeit entsprechend fand im Bnd WoC e Ciniteuy BpcHh Gebe RSS O Goch Zanteg Büderich glürhse? Sbemen schidf Börken oggeden Schermberk Pettendt Dorst 8 Jeldenne 5 Kirchtegen P Bottr Sterwad " Rutr Stpeien Fbro 0 ee r D S. Ober Oten O Essen Agische Truppen destache Rese.. Unsere Leser sehen aus der obigen Karte, daß die das Industriegebiet berührende nördliche Eisenbahnlinie Wesel— Dorsten nunmehr auch besetzt ist. Es geyt jetzt der Verkehr nach Holland nur über Münster—Gronau=Enschede. heutsche Reich nach dem dil schon geleistet und verloren? Berliner Staatstheater eine Aufführung des Wilhelm Tell statt. In den Logen bemerkte man den Reichspräsidenten Ebert, den Reichskanzler Cuno, den Reichstagspräsidenten Löbe, sowie Regierungen von Reich und Preußen. Nach der Szene des Rütli=Schwures wurden die Darsteller lebhaft herausgerufen und es kam zu einer spontanen nationalen Kundge. bung aus der Mitte des Publikums, an die sich das Lied„Deutschland, Deutschland“ über alles anschloß. * Als Folge eines Artikels von Erich Lilienthal im Hauptorgan des norwegischen Pressevereins über die Notlage der deutschen Inva liden haben die norwegischen Journalisten eine Sammlung zum Besten ihrer notleidenden deutschen Kollegen eingeleitet. 46 Milliarden an Leistungen(Staatseigentum, Handelsflotte, Saargruben, Eisenbahnmaterial, Kabel, liquidiertes deutsches Eigentum, Kohle, Farbstoff, Vieh, Barzahlung, abgetretene Forderungen der Kriegsverbündeten und vieles andere mehr). 10,5 Milliarden Gold an inneren Ausgeiben und Verlusten(militärische und industrielle Abrüstung usw.) zusammen 56,5 Milliarden Gold. Rechnet man dazu den Wert Elsaß=Lothringens und der deutschen Kolonien, so gelangt man zu über 100 Milliarden Gold, die Deutschland als Staat bis zum 30. September 1922 schon geleistet und verloren hat. Dazu kommen noch die ungeheuren Verluste und Schädigungen der deutschen Volkswirtschaft. In Papiermark umgerechnet, bei einem Dollarstand von 20000 e machen allein die 56.5 Mil liarden Gold die Summe von 282 500 Milliarden oder 282½ Billionen Mark aus. Der Ausgang der Ruhrbesetzung wird auch über die weitere Entwicklung der Sozialpolitik entscheiden. So macht z. B. im Korrespondenzblatt des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes der Gewerkschaftssekretär Knoll auf den Zusamenhang zwischen Sozialpolitik und Ruhreinmarsch aufmerksam, er sagt: „Eine leistungsfähige Sozialpolitik ist nur möglich auf dem Boden einer gesunden Wir schaftspolitik. Nun hat aber die bisherige Reparationspolitik der Entente in immer steigendem Maße zerstörend auf das deutsche Wirtschaftsleben eingewiekt. Alle Anstrengungen der Träger des deutschen Wirtschaftslebens wieder in die Höhe zu kommen, sind immer wieder durch die Sanktionspolitik der Entente niedergedrückt worden. Durch die Besetzung des Ruhrgebietes hofft Frankreich, endlich sein bis heute nicht aufgegebenes Kriegsziel, die wirtschaftliche und politische Zerstörung Deutschlands? insbesondere die Zertrümmerung seines Wirtschaftslebens, zu erreichen. Dann müssen unbarmherzig auch die sozialpolitischen Errungenschaften der deutschen Gewerkschaften, in erster Linie der Achtstundentag, zusammenbrechen. Die Wirkungen der bisherigen Reparationspolitik auf die Sozialpolitik offenbaren sich setzt schon von Tag zu Tag immer deutlicher. Die Quellen, aus denen die deutsche Sozialpolitik bisher gespeist wurde, versiegen und vertrocknen nach und nach. Die deutsche Krantenversicherung ist in höchster Gefahr. Schon wissen sich die Krankenkassen keinen Rai mehr, wie sie— trotz höchstgesteigerter Leistungen der Versicherten— ihre Aufgaben erfüllen sollen. Die Leistungen der übrigen Zweige der Sozialversiherung schrumpfen mehr und mehr ein. Was wird, wenn auch die spärlichen Unterstützungen, die die Arbeitslosen bisher erhalten, noch unzulänglicher werden oder sogar gänzlich eingestellt werden müssen! Wie sollen es die Gewerkschaften verhindern, daß sich unter solchen Umständen erst vereinzelte, dann Hunderte undschließlich Tausende von Arbeitslo= sen dem Unternehmertum um jeden Preis zur Arbeit fanbieten, nur um das nackte Leben fristen zu können? Und wie können und sollen die Gewerkschaften unter sol hen Umständen die Gewerkschaften den Achtstundentag noch weiterhin verteidigen? Diese Fragen müssen sich heute nicht nur die deutschen Arbeiter, sondern die Arbeiter der ganzen Welt vorlegen". Widerstandkraft der hiesigen Bevölkerung noch immer ungebrochen sei und erklärte, daß die preußische Regierung alles tue, was in ihren Kräfter stehe, um die Bevölkerung in ihrem schweren Kampf zu unterstützen. Severing wendet sich bei dieser Gelegenheit gegen eine über ihn ausgestreute Verleumdung, die von allen Anwesenden auf das Entschiedenste zurückgewiesen wird. Der Minister fuhr von hier nach Solingen, wo er in einer öffentlichen Versammlung gesprochen hat. Unmenschliche Behandlung. TII. Castrop, 20. Febr. Hier sind der verhaftete Bahnhofsinspektor Frigger, vom Bahnhofe Dortmund Scarnhorst, sowie andere Personen in das Sprivzenhaus, das baufällig und ohne Heizung ist, eingesperrt. Trotz der herrschenden Kälte haben sie nicht einmal Essen erhalten. Versuche, die Franzosen zu einer Aenderung dieser unmenschlichen Behandlung zu bewegen, haben nichts gefruchtet. Geiseln der Stadt Gelsenkirchen. Gelsentirchen, 19. Febr. Auch während des gestrigen Sonntags gingen die Versuche weiter, die hundert Millionen Strafe beizutreiben. Der stellvertretende Oberbürgermeister Arndt hatte für konntag nachmittag eine außerordentliche Stadtverordnetensitzung einberufen. Der Oberkommandierende hat ihm erklärt, daß er bisher 70 Millionen Mark zusammenbekommen habe. 50 Millionen davon ist städtisches Notgeld, das die Stadt gesammelt hat und das schon seit Jahren außer Kurs gesetzt ist. Außerdem haben die Franzosen Scheckbücher der st. die Reichsbank= und Postscheckkonten mit 21 Millionen Mark beschlagnahmt. Die Franzosen haben den Vorsitzenden des Arheitgeberverbandes von Gelsenkirchen und den Direktor der Guteboffnungshütte, Herrn Becker, sowie den bekannten Inhaber der großen Schrotund Eisenhandlung. Stern. Herne, als Geiseln verhaftet bis zur restlosen Eintreibung der hundert Millionen. Die Verhafteten sind nach Recklinghausen abtransportiert. Vortrag b. Gerlachs berboten. Bremen, 19. Febr. Die Welt am Montag berichtet: Eine Versammlung, in der v. Gerlach über unsere Stellung zu Frankreich sprechen wollte, wurde vom Bremer Polizeipräsidenten verboten wegen befürchteter Störungen vor und in der Versammlung. Am Sonntag vormittag fand vor dem Versammlungslotal eine Massendemonstration von Arbeitern statt, die mit schwarzrotgoldenen Fahnen anrückten und gegen das Verbot protestierten. Deutsch sein. TII. Dortmund, 20. Fevr. Trotz aller französischen und belgischen Verbote ist ein deutscher Minister nach dem anderen ins Ruhrgebiet gefahren, um dort die Fühlung mit der Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Am Samstag weilte hier der preußische. Minister des Innern, Severing, der vor Vertretern der Industrie, der Gewerkschaften und de rBehörden zu einer wichtigen Frage der Besetzung Stellung genommen hatte. Der Minister gab seiner Genugtnung darüber Ausdruck, daß die Ein Begriff, der seit der Revolution verschwunden, der als überlebt und rückständig ad aktas gelegt war. An dessen Stelle: International! Und nun: Der 11. Januar, der Beweis dafür, daß Staat Macht bedeutet, daß die Gewalt den Ausschlag in der Staatsgemeinde, gibt. Es gibt keine Verständigung um die Interessen zweier Völker zu befriedigen. Die Macht und der Selbsterhaltungstrieb beherrschen die Welt. Man soll aus der Geschichte lernen. Darum: der 11. Januar##der Tag des Einbruches der Franzosen in ein wehrloses Land, um Nichtigkeiten willen, rüttelte uns wach und ließ uns erkennen: Hier lebt ein Volk, das stark sein, einen Faktor bedeuten kann, wenn es einig ist, wenn es seiner Stärke sich bewußt wird. Die Einheitsfront entstand. Deutschland stand auf, vom ärmsten und einfachsten Mann bis zum reichsten, alles erkannte: Ich bin ein Deutscher und will nichts anderes sein. Von unten heraus, vom Volke ist dieses Bewußtsein gekommen und steht darum auf desto festerem Fundamente. Das Wort Bismarcks: Wir Deutsche fürchten Gott, sonst nichts in der Welt, ist von neuem in der Seele des deutschen Volkes lebendig geworden. Ein entschlossenes 15 0 Rein gegen alle französischen Anmaßungen und Vergewaltigungen wurde den wetschen Einbrechern und Marodeuren entgegengerufen, aller Partei hader wurde vergessen, das ganze einige deutsche Volk trat hinter die Regierung des Widerstandes und der nationalen Selbstbesinnung. Und Frankreich mußte mit Schrecken den Fehler in seiner Rechnung erkennen. Es baute auf den sozialen Riß, auf den Kampf zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber und sand die Einheitsfront. Frankreich mußte erkennen, daß Deutschland sich zum Herrn der Situation gemacht hatte durch seine Entschlossenheit, durch den festen, unbeugsamen Willen. Frankreich mußte erkennen, daß es sich ins eigene Fleisch geschnitten hat, seine eigene Volkswirtschaft zerstöre, wenn es seine Politik des Rechtsbruches und der Gewalt fortsetzt. Es ist nicht zu leugnen: Das deutsche Volk kämpft vielleicht den schwersten Kampf, den es je zu bestehen gehabt hat. Es befindet sich in einer Not, die wohl einzig in der Weltgeschichte dasteht. Noch nie hat man ein wehrloses Volk mir Tankgeschwadern und Maschinengewehren, aber auch mit den Waffen des Hungers und der Bonkottierung überfallen. Aber das darf uns alles nicht hin dern, geduldig und mutvoll diese schwerste Zeit zu überwinden, es bleibt uns trotz allem eine Wafse, die uns keine Macht der Welt rauben kann: das Bewußtsein unserer eigenen Stärke, die fest per wurzelt ist in unserer Einigkeit und unserem na tionalen Zusammenhalt Wenn wir diese Waffe um inneren Haders willen aufgeben, nun so ha. ben wir aufgehört, ein Volk und ein Staat zu sein und werden dann nur ein Spielball für den Chauvinismus anderer. Und deswegen: Stärkt die nationale Front, stärkt den Widerstand und den Glauben der kämp. fenden Brüder am Rhein und Ruhr an die Heimat durch Einmütigkeit, Selbstvertrauen und Ent. schlossenheit. Laßt ihn nicht ermüden, den entschlossenen Widerstand, verstärkt ihn durch Worte und Taten und unterstützt die Regierung in ihrem verantwortungsvollen und schweren Kampfe gegen einen übermütigen Feind Seid euch bewußt, daß es um Sein oder Nichtsein geht, daß nur ein Weg zum Lichte führt, wenn er auch noch so dunkle Täler geht, der Weg des Nationalbewußtseins, der nationalen Kraft und des nationalen Friedens. (Aus einer Rede des R.=Abg. Hergt in Erfurt). kreuzte. Auf dieser Konserenz, zu der bekanntlich auch der damalige deutsche Reichstanzler Wirth mil Begleitern eingeladen worden war. handelte es sich um die Wiederhersteltung der wirtschaftli chen Weltstabilität, und davon wollte der Intrigant an der Spipze Frankreichs nichts wissen, weil er besorgte, daß für uns irgend welche Milderun gen der Reparationslasten eintreten können. Und diese Weltstabilität ist das Ziel, nach dem England als Kaufmannsstaat noch heute strebt und streben muß, das ist von allen Parlamentsrednern, auch von den franzosenfreundlichsten, betont worden. Frankreich ist vorwiegend ein Staat des politischen Chaupinismus, und es liegt auch außerhalb seiner Art, zu englischen Anscharungen überzugehen. Darum kann man sich in London die Lippen wund reden, es wird nichts helfen. Nicht durch Liebenswürdigkeiten wird Paris versönlicher gestimmt werden, sondern durch böse Erfahrungen am eig. nen Leibe. Es ist nichts als eine Phrase, wenn in Paris gesagt wird, von dem Gelingen der Ruhrattion hänge das Wohlbefinden von Europa ab. Es hängt davon nichte weiter ab, als das Wohlvefinden Poincares, das heißt, sein Verbleiben an der Spitze der Regierung. Geht die Sache an der Ruhr schief, dann ist es mit seiner Ministerherrlichkeit vorbei u. diesen Sturz aus der glänzenden Höhe in das Duntel des Privattebens erträgt seine hochgespannte Eitelkeit nicht. Asquith, der Vorgänger Llond Georges als englischer Ministerpräsident, hat jetzt der europäischen Diplomatie im allgemeinen und derjenigen der Entente im besonderen gründlich die Wahrheit gesagt, indem er von ihrer Unfähigkeit sprach, vier Jahre nach Friedensschluß die Reparationsfrage zu lösen. Bei Frankreich handelt es sich betannt lich mehr um bösen Willen, als um Unfähigkeit, und was England betrifft, so ist der Ausdruck der Energielosigkeit richtiger. Aber sei dem, wie ihm wolle, Tatsache ist und bleibt, die Reparationsfrage ist 1923 noch ungelöst, obwohl schon 1919 der Friede unterzeichnet wurde. Und unter den Wir. ren, welche diese vier Jahre ausfüllten, ist die Entente an der Schwindsucht verblichen. sofortige Einleitung eines Strafverfahrens bei den zuständigen Stellen zu veranlassen, und wenn Tatsachen vorliegen, die die Unzuverlässigkeit des Händlers. erweisen, auf Grund der Verordnung vom 23. Oktover 1915 rücksichtslos mit Entziehung der Handelserlaubnis vorzugehen. Ein französischer Theatersieg in Essen. Ein französisches Sprichwort sagt bekanntlich. Wenn der Franzose. lacht, ist er besiegt. Man lraucht nur diesen Satz umzukehren, um ein vor zügliches Rezept für französische Siege zu erhai ten: Wenn der Franzose ausgelacht wird, dann ist er Sieger! Hierauf hat die französische Heeresleitung im Ruhrgeviet ihre Strategie aufgevaut. und der Erfolg ist nicht ausgevlieben. In der Tat ist es den Franzosen am Donnerstag gelun gen, sich unsterblich lächerlich zu machen, und General Degoutte wird nicht verfehlen, diesen „Sieg“ in seinem Heeresbericht zu buchen. Der Gegner, gegen den sich diesmal der französische Großangriff richtete, war der gefährlichste Armbrustschütze Wilhelm Tell, der am Mittwoch im Essener Theater eine Gastrolle gegeben hatte. Bei dieser Tellaufführung war es zu großen Kundgebungen gekommen. Das Publikum sprach beim Rütlischwur stehend die Schwurworte nach und sang das Deutschlandlied. Um künftig solchen Greueln vorzubeugen, traf die französische Heeresleitung alsvald alle geeigneten Maßnahmen. Seit mittag durchfuhren Panzerautos die Straßen der Stadt. Mit einem lächerlich großen Truppenaufgebot wurde in den Mittagsstunden das Rathaus umzingelt und besetzt. Gegen 4 Uhr fuhren die Panzerautos zum Platz am Theater. Eine große Anzahl französischer Soldaten drang in das In1 nere des Theaters, und etwa 100 Mann quartierten sich in dessen Räumen ein. Vor dem Gebäude wurde ein Doppelposten aufgestellt. „Wenn die englischen Truppen vom Rhein zurückgezogen werden, so bedeutet diese Tatsache das Ende der Entente!" Das ist die stärkste Wendung. die der englische Premierminister Bonar Law im Parlament zu London gebraucht hat, um Frank. reich zur Mäßigung in seiner Ruhrpolitik zu bewegen. Sehr energisch klingen diese Worte nicht und richtig sind sie auch nicht einmal, denn die Entente hat es nicht nötig, erst zu sterben, sie ist schon tot. Ob sie in aller Form gekündigt ist, oder sich von selbst aufgelöst hat, ist am Ende gleichgültig. Fest steht, daß die Differenzen zwischen England und Frankreich so groß und unüberbrückbar sind, daß von einem herzlichen Einvernehmen zwischen beiden Regierungen keine Rede mehr sein kann, so sehr es auch die franzosenfreundlichen britischen Politiler wünschen. Die Pariser Zei tungen haben auch seinerzeit gar kein Hehl daraus gemacht, daß die Entente nur noch eine Acußerlichkeit darstelle. Sie schlugen einen wärmeren Ton an, wenn England sich fügte, aber durch dieses Sich=Fügen sind die grundsätzlichen Gegensätze nicht aus der Welt geschafft worden. Das sieht man heute. Der Todestag der Entente ist der Frühlingstag von 1922, an welchem Poincare die Pläne Llond Georges bezüglich der Konferenz von Genua durch10 Der Präsident des Landespolizeiamtes richtete an sämtliche Polizeiverwaltungen Preußens folgende Aufforderung: Der Präsident des Landespolizeiamtes steilt mit Befremden fest, daß, obwohl seinerzeit das Steigen des Dollarkurses seine sofortige Rückwirlung auf fast alle Warenpreise gesunden hat, die nunmehr in der letzten Woche erfolgte Senkung des Dollarkurses um mehr als 50. v H. in den Warenpreisen fast nirgends zum Ausdruck gekommen ist. Im Gegenteil stellen sich gerade jetzt die Preise einer ganzen Reihe von Inlandsprodukten höher als die Waren, die entweder aus dem Auslande eingeführt sind oder einen überwiegenden Bestandteil ausländischer Rohstoffe enthalten. Diese Tatsachen werden dem Präsidenten des Landespolizeiamtes unausgesetzt in zahlreichen mündlichen und schriftlichen Vorstellungen aus allen Kreisen der Bevölkerung und in vielen amtlichen lichen Berichten mit erschöpfendem Beweismaterial vorgetragen. Diese massenhaft einlaufenden Beschwerden legen auch Zeugnis von der überaus starken Mißstimmung ab, die in weitesten Kreisen der Bevölkerung anläßlich dieser Uebelstände herrscht. Die Polizeiverwaltungen werden erneut und unter Bezugnahme auf alle bisher ergangenen Verfügungen des Landespolizeiamts dringlichst angewiesen, diesen Mißständen nachzugehen und überall da, wo die Annahme von wucherischen Preisforderungen gerechtfertigt erscheint, sofort Ermittlungen anzustellen und gegebenenfalls die Schwerte, 20. Februar. Erinnerungen. 1790 Kaiser Franz Joseph 2. gestorben. 1810 Andreas Hofer wird in Mantua erschossen. 1861 Der franz. Lustspiel=Dichter Eugene Seribe gestorben. 1908 Der Maler, Paul Thumann gestorben. * Der feindliche Einfall und die Schulen. Der Minister für Volksbildung, Kunst und Wissenschaft hatte seinerzeit angeordnet, daß auch die Schule sich an der allgemeinen Kundgebung gegen den Einbruch der Franzosen betätigen solle. Wir sind schreibt die BMZ., der Ueberzeugung, daß es damit nicht sein Bewenden haben dürfe, sondern, daß angesichts der schweren feindlichen Bedrohung der gesamte Schulunterricht auf die Zeitereignisse eingestellt werden muß. Nichts geringeres haben die Frauzosen im Sinn, als unser Volk zu dauernder Sklaverei zu verurteilen. Um die Teilnahme der Schüler lebendig zu erhalten, gehört, daß sie über den Gang des Kampfes fortlaufend Auskunft erhalten. Täglich sollen sie daran erinnert werden, daß der Feind im Lande steht, der am Mark des Volkes zehrt. Mit Liebe soll sie gedenken derer, die um des Vaterlandes willen Not erdulden. Der Re ligionsunterricht soll mehr als bisher das religiöse Gefühl pflegen. Im deutschen Sprachunterricht ist besonders den Dichtern das Wort zu erteilen, die uns zur Treue gegen das Vaterland ermahnen. Arndts Worte und Schillers Wilhelm Tell sollen gelesen werden. Der Rechenunterricht mag dazu benutzt werden, für die vielen feindlichen Räubereien die Kostenrechnung äufzustellen; die surchtbare Teuerung, unter der unser Volk leidet, fällt ebenfalls auf das Konto der Franzosen. Es ist ganz natürlich, daß im Gesangunterricht der Volksstimmung entsprechende Lieder angestimmt werden. Der Geschichtsunterricht würde etwas versäumen, wenn er jetzt an der Hand offenkundiger Tatsachen nicht den Nachweis erbrächte, daß das, war sich an Ruhr und Rhein abspielte, nur die Fortsetzung früherer französischer Raubzüge ist. Die Traditionen Ludwigs XIV. und Napolcons I. leven wieder auf in der Poincareschen„Sanktionspolitik“. Wird in diesem Sinne der Schulunterricht erteilt, so wächst ein Geschlecht heran, das ein volles Verständnis für die Not der Zeit hat und dem Feinde gegenüber eine würdige Haltung bekundet. **„Wenn die Tage langen, kommt der Winter gegangen.“ Diese alte Bauernregel scheint man in diesem Jahre in Anwendung bringen zu können. Außer einer kurzen Schneeperiode sind wir heuer bei verhältnismäßig gelinder Witterung, bis jetzt noch gut durch den Winter gekommen. Der nun niederrieselnde feine Schnee hat jetzt die Landschaft in ein winterliches Kleid gehüllt. Wenn eine erträgliche Portion Schnee zur rechten Zeit auch von jung und alt gerne gesehen wird so könnten wir dieselbe jetzt, Ende Februar, wo es in Gärten, an Bäumen und Sträuchern bereits zu knospen anfängt, auch ebenso gern entbehren. Hoffentlich bleibt die immer höher steigende Sonne recht bald Sieger über diesen Angriff des Winters. ** Zum 450. Geburtstag des Kopernikus. Am 19. Februar 1473 wurde dem Großhändler Niklas Koppernigk in Thorn ein Sohn geboren, der bestimmt war, die bisherige, noch von Ptolemäus herrührende Weltanschauung vollständig umzustoßen. Ptolemäus bezeichnete die Erde als den Mittelpunkt der Welt, Kopernikus aber bewies mit mathematischer Schärfe, daß die Sonne der Mittelpunkt der Welt sei, um den sich die Erde und die übrigen Planeten drehen. Diese seine Lehre hatte er bereits 1530 vollendet, aber erst kurz vor seinem Tode veröffentlicht. Er widmete das Werk dem Papste Paul 3., weshalb die katholischen Gelehrten geteilter Ansicht über die neue Lehre waren, während Luther und Melanchthon sich energisch gegen sie aussprachen. Galileo Galilei war ein trefflicher Verteidiger der kopernikanischen Lehre und verhalf ihr nach schweren Kämpfen mit der Inquisition zum Siege. Kopernikus betätigte sich in vielseitiger Weise. Er ging schon mit 18 Jahren zur Universität nach Krakau, um die Rechte zu studieren, 1500 hielt er in Rom astron. Vorträge, 1501 studierte er in Paris Medizin. Seit 1516 wohnte er auf dem Schloß zu Allenstein, um die Ländereien des Domstifts zu verwalten, 1522 bis 1529 war er Deputierter im Landtag und wirkte als solcher hervorragend bei der Regulierung des zerrütteten Münzwesens mit, war aber auch als Arzt tätig. Daß er auch Wasserleitungen in Preußen angelegt habe, ist eine Sage. Er starb im Mai 1543 und liegt in der Domkirche zu Frauenburg begraben. ** Kein Lohnabzug für die letzte Februarwoche. Mit Rücksicht auf die Steigerung der Löhne und die Erhöhung der Lebenshaltungskosten ist be der in diesen Tagen vorgenommenen Neuregelung des Lohnabzuges, die an sich erst am 1. März in Kraft tritt, vorgesehen worden, daß im Monat Februar für die letzten sechs vollen Arbeitstage ein Steuerabzug unterbleiben soll. Als volle Arbeitstage gelten die Tage, an denen der Arbeitnehmer während der nach dem Tarifvertrag oder den sonstigen Abmachungen bestimmten Zeitdauer arbeitet. Ist hiernach nichts anderes bestimmt, so bleib: der Arbeitslohn, der auf 48 Arbeitsstunden entfällt, Lieselotte. Roman von Fritz Gantzer. (Nachdruck verboten.) Und nach einer kurzen Weile wahnsiunig schnelles Sturmläuten. Der Knecht brüllt sein„Feuer!“ in die Knechtekammer. Halbangekleidet stürzt einer nach dem andern heraus, ratlos rennen alle durcheinander. „Weckt den Inspektor!“ schreit der eine. „Nein, den Herrn zuerst!“ ein anderer. „Die Brennerei brennt!“ brüllt ein dritter. Und die feurige Lohe slammt immer höher auf, wildlualiert's im Gebälk des Dachstuhls. In allgemeiner Kopflosigkeit denkt keiner daran, das wütende Element zu bekämpfen. Bis endlich Zeisewitz auf den Hof stürzt und mit weithin schallender Stimme die Knechte kommandiert. Wirres Haar im Gesicht, ohne Kopfbedeckung, erscheint jetzt auch Heinz. Das Furchtbare hat eine fahle Blässe in sein Gesicht gebannt... Er sieht nur die Lohe, die gräßliche Lohe, die wieder eine seiner Hoffnungen vernichtet. Eine seiner besten und sichers.e. Und noch immer steht man dem Element machtlos gegenüber. Denn die Feuerspritze, die die Knechte in fliegender Eile aus einem Schuppen hervorgezogen haben, erweist sich als gebrauchsunfähig. Das hineingefüllte Wasser rinnt durch Fugen und Löcher zur Erde. Endlich poltert die Dorsspritze heran. Nach einer Viertelstunde kommt die Driebuscher. Gleich hinter ihr Herr von Kerkow... Er sucht Heinz... „Wie ist das möglich, Herr von Düringen?“ „Ein Racheakt wahrscheinlich, ich weiß es nicht, ich.... ich....“. Er starrt vor sich hin und zuckt die Schultern. „Nun, die Sache ist zwar böse, aber Sie sind ja versichert.“ Heinz seufzt und sagt tonlos:„Leider nicht. Der Versicherungsantrag wurde erst vor einigen Tagen von mir gestellt, ich erwartete den Agenten morgen.“ „Aber wie konnten Sie damit zögern?“ Herr von Kerkow fragen Sie nicht. Ich bin unsälng zu denken. Dieser neue Schlag ist entsetztich.“ Er wandte sich last schroff ab und half beim Wassertragen, nur um etwas zu tun, das ihn gewaltsam losriß von der Wucht der auf ihn einstürmenden Gedanken... Nach einer Stunde arbeiteten fünf Spritzen. Aber auch die vereinte Anstrengung vermochte nichts mehr zu retten. Als Heinz im grauen, blassen Frühlicht des jungen Tages mit rauchgeschwärztem Gesicht, beschmutzten, einen brandigen Tunst verbreitenden Kleivern, mit schleppenden, müden Schritten wie ein gebengter und um Jahre gealterter Mann ins Herrenhaus ging, war die Brennerei ein qualmender Trümmerhausen. Nur die Umfassungsmauern standen noch. Sie umschlossen vernichtete Maschinen und wirr übereinandergestürzte kohlende, glimmende Balken, ein wildes Chaos Am Nachmittage machte man einen entsetzlichen Fund. Man entdeckte beim Ablöschen der Trümmer unter zwei übereinander liegenden Balken eine verkohlte Leiche. Der Brandstifter hatte wohl zu spät an seine Rettung gedacht und war ein Opfer seiner Freveltat geworden.. Marinka saß in der Küche, als man davon erzählte. Sie schrie auf und stürzte in wahnsinniger Angst zur Brandstätte. Man wies ihr den unkenntlichen Körper. Sie wußte nun alles. Mit gellendem Aufschrei sank sie neben dem Toten zur Erde. Sie raufte sich ihr blauschwarzes, dichtes Haar und heckte stundenlang zu den Füßen der Leiche. Zuerst wortlos. Schließlich führte sie wirre Reden und starrte=mit irren Blicken ins Leere. Als man sie gewaltsam wegführen wollte, sträubte sie sich und lachte schrill... „Marinka wird sich nicht gehen, nein, nie gehen! O, armes Marinka! Ha! Glückliches Marinka muß sich Hochzeit machen!"... Sie sang mit leiriger, monotoner Stimme ein paar Zeilen eines polnischen Liedes und lachte wieder. Am nächsten Tage brachte man die Unglückliche in eine Irrenanstalt.— Sydonie zeigte nach dem Brande zum ersten Male etwas wie Mitgefühl und versuchte Heinz zu trösten. Aber schon nach wenigen Tagen fand sie das Grübeln, das sorgenvolle gedrückte Wesen des Gatten übertrieben und überließ ihn der Einsamleit seines Zimmers. Und dort hockte neben dem grübelnden und rechnenden Manne die graue Frau Sorze. Sie ließ ihn nicht mehr los und begleitete ihn überall hin. Sogar an sein Bett trat sie und raubte ihm manche Stunde des köstlichen über alles hinweghelfenden Schlafes. Nach dem neuen, harten Schicksalsschlage war ein Mißmut über ihn gekommen, eine entsetzliche Hofsnungslosigkeit, daß es je besser werden könnte. Nach allem war die Notwendigkeit der Aufnahme einer Hypothek schließlich das Ergebnis alles Grübelns und Rechnens. Es ging nicht anders. Die Ersparnisse, die der alte Herr von Düringen gemacht hatte, waren so gut wie verbraucht. Die Zinsen des nicht bedeutenden Familienvermögens, welches in einem industriellen Unternehmen angelegt und noch auf eine ganze Reihe von Jahren hinaus unkündbar war, würden gerade zur Deckung der Hypothekenzinsen und zur Bestreitung der Kosten des Haushaltes genügen. Die Mißernte zog unumgängliche Ausgaben nach sich, größere Reparaturen an den Wirtschaftsgebänden standen bevor. Und sollte die Brennerei ein Trümmerhausen bleiben? Nein, schon dem Schicksal zum Trotz beschloß er, an den Wiederaufbau zu gehen. Also Geld und wieder Geld! Er suchte es durch ein Inserat und fand nach kurzer Zeit in einem Herrn Melchior Rosenstock zu Berlin den bereiten Helser. Aber die Sorgen blieben trotzdem. Ja, es deuchte Heinz oft, als ob sie noch bei weithärterem und nagender geworden wären. Trostlos grau erschien ihm seine ganze Zukunft, unabwendbar ein schließliches Zusammenbrechen seiner Existenz und seiner Kraft. Seine Seele war müde. Er sehnte sich nach einem Menschen, dem er so ganz rück haltlos sein Herz hätte ausschütten können, nach einem, der mit ihm fühlte und mit ihm trug, mit ihm schaffte und für ihn lebte. Und da dachte er seit langer, langer Zeit wieder zum ersten Male an Lieselotte. (Fortsetzung folgt.) „Hast Du schon zum Deutschen Voltsobser gegeben? Zögere nicht!“ vom Steuerabzug frei. Daher findet grundsätlich ein Steuerabzug von dem Arbeitslohn der für am 22., 23., 24.; 26., 27. und 28. Februar 1923 geleistete Arbeit bezahlt wird, nicht statt. Erfolgt die Lohnzahlung nach Lohnwochen, so ist der Steuerabzug von dem Arbeitslohn nicht vorzunehmen, der auf die letzte im Monat Februar 1923 beginnenden Lohnwoche entfällt. Bei monatlicher Entlohnung bleibt ein Viertel des nächsten zur Auszahlung gelangenden Monatslohnes, bei vierteljährlicher Entlohnung ein Zwölftel des nächsten zur Auszahlung gelangenden Monatslohnes, bei vierteljährlicher Entlohnung ein Zwölftel des nächsten zur Auszahlung gelangenden Vierteljahrslohnes vom Steuerabzug frei. as Nähere ist demnächst von den Finanzämtern zu erfahren. Außerdem sind vom 1. März 1923 ab die beim Steuerabzug zu berücksichtigenden Ermäßigungen gegenüber den jetzt geltenden Sätzen vervierfacht worden. ** Großzmutter muß den Koffer öffnen! Die Ausstattung für die Mädchen und Knaben, die iin nächsten Monat die Schule verlassen und die Unterweisung für den Lebenslauf gewinnen solle kostet, auch wenn sie noch so einsach bemessen ist, ein ganzes Stück Geld, das nicht immer flüssig zu machen ist. Da muß die Mutter schon zu und Schere greifen, um aus alten Stücken neue zu schaffen. Nur gut, wenn in Schränken und Kommoden immer etwas zu finden ist, was umgearbeitet werden kann, aber in den Kriegs= und Nachkriegsjahren ist schon so vielerlei benötigt worden, daß die Vorräte nachgerade auch knapp geworden sind. Da geht dann ein Brief an die Großmutter mit der Bitte, doch noch einmal im alten Koffer nachzuschauen, ob sich dort, wo so mancherlei aufbewahrt wurde, nicht noch etwas auffindet. Jeder Kädchenko weiß, die Großmutter hat in diesem fer aus ihrer Jugendzeit, einem schier unerschöpflichen Behälter, seit Jahrzehnten ununterbrochen gespart, und wenn es Ueberraschungen galt, steis hat das alte Möbelstück aus seinem Innern ausgeholfen. ** Im Silberkranz. Die Eheleute Wiegemeister Bruno Weder in Ergste 61 feierten gestern das schöne Fest der silvernen Hochzeit. Unter den Glückwünschen soll auch der unfrige nicht fehlen. Ihr erstrahlt im Silberglanz, Nach vergangenen Segenszeiten! Unter Freuden, unter Leiden, Reife Euch der goldne Kranz. ** Von Herzkrämpfen befallen wurde gestern abend im Triehwagen 6,37 nach Hagen eine Dame aus Westhofen. Der Vorgang erregte erst ziemliches Aufsehen bei den Mitreisenden, aber hilfsbereite Hände griffen zu und da die Schmerzen bald nachließen, auch ein freundliches Lächeln die Erkrankte bald wieder gesund zeigte, gab der Vorgang nur noch den allezeit nötigen Gesprekchsstoff zur Abkürzung der Fahrt. * Geheimrat Fleitmanns letzte Fahrt Unter überaus zahlreicher Beteiligung führender Persönlichkeiten des Handels und der Industrie Westsalens und der Nachbargehiete, in Anwesenheit der Direktion, des Betriebsausschusses und einer Anzahl älterer Beamten des Nickelwerkes, von Bürgern unserer Stadt, sowie der Fahnenabordnung des hiesigen Garde= und Landwehrvereins, zu dessen Gründern der Verewigte gehörte, fand gestern nachmittag im Krematorium zu Hagen=Delstern die Einäscherung des Geheimen Kommerzienrates Richard Fleitmann, Ehrenbürger von Schwerte, statt. Magistrat und Stadtverordnetenkollegium waren gleich alls vertreten. Der Raum war durch eine große Anzahl prächtiger Kränze, welche Liebe und Anerkennung dem verdienten Toten als letztes Liebeszeichen gespendet hatten, stimmungsvoll geschmückt. Das Nickelwerk selbst wurde dem Ernst der Stunde durch eine Arbeitspause von fünf Minuten während der Beisetzungsstunde gerecht und dann ging der Betrieb in Würdigung der Tatsache, daß nur intenfive Arbeit uns retten kann, im Sinne und Geist des Verblichenen weiter. Die Trauerfeier im Krematorium wurde durch Orgelspiel des Chorals„Mitten wir im Leben sind von dem Tod umfangen“ eingelettet. Nach Verlefung eines Psalmwortes gab Herr Pastor Herbers unter Zugrundelegung des Schriftwortes aus Matthäus 25:„Ei du srommer und getreuer Knecht, du bist über weniges getreu gewesen, ich will dich über viel setzen, gehe ein zu deines Herrn Freude“ ein Lebensbild des Verstorbenen, dessen Leben nur Mühe und Arbeit und darum köstlich war, der seinen Zeitgenossen ein leuchtendes Vorbild nimmermüder Pflichtersüllung und Treue im Kleinen war, der als kernige Westfalennatur trotz der Schwere der Zeit an Deutschlands Zukunft glaubte und für sie wirkte, der unter zuweilen rauher Schale ein auch für fremdes Leid fühlendes Herz besaß und unbeittt den einmal als richtig erkannten Weg ging, unbekümmert des Erfolges oder Mißerfolges. Unter den stimmungsvollen Trauerklängen„Es ist bestimmt in Gottes Rat“ senkte sich dann der Sarg. Die irdische Hülle des Heimgegangenen wurde ihrer Bestimmung entgegengeführt; sein Lebenswerk und Name aber werden weiterleben weit über die engere Heimat hinaus. Er ruhe in Frieden: ** Liegewagenplätze. Vom 22. Februar d. J. ab sind bei. Benutzung der Schlafwagen 1. und 2. Klasse zu lösen, a) für die Benutzung eines Bettplatzes 2. Kl. 1 Fahrfarte 1. Klasse und eine Betttarte 1. Klasse mit dem festen Fahrpreiszuschlag. Außerdem ist die Vormerkgebühr für die 1. Klasse zu entrichten. b) für die Benutzung eines Bettplatzes 1. Klasse: 2 Fahrkarten 1. Klasse, 2 Betttarten 1. Klasse mit den jesten Fahrpreiszuschlägen Außerdem ist die doppelte Vormerkgebühr für die 1. Klasse zu entrichten. Bei Benutzung der Liegewagen 3. Klasse tritt eine Aenderung nicht ein. Die kürzlich ergangene Anordnung, daß Bettplätze 1. Klasse nicht mehr gestellt würden, ist zurückgzogen worden. ** Eine Ausstellung für deutsche Kunst lockt zur Zeit wieder eine Menge Beschauer an das Kunstausstellungfenster Braus im Hause der Firma Herz, Ecke Hüsing= und Mährstraße. Einc sast zu überreiche Fülle bieret sich dem Auge dar. Noy besser würde das Ganze im Ueberblicke wirken, wenn nicht quer über die Scheibe Postkarten ausgestellt wären. Freilich will man auch solche Kleinkunst zeigen und die Karten und Gedichtchen sind z. T. wunderhübsch. Aber ihre Fülle ist zu : g r o ß u n d w i r k t d a r u m e t w a s s t ö r e n d. H i e r g i l t das Wort:„Weniger wäre mehr!"— Von den 1 größeren Gemälden ist das Bild:„Am deut schen Rhein" befonders; wirkungsvoll. Es macht das Herz fest in gegenwärtiger Zeit. Bilder zur Konfirmation zeigen sich ebenfalls und vieles, vieles andere. Wir verraten nicht alles, sondern wir raten:„Komm und sieh!" Die Metzyer Innung stiftete für die Notleidenden der Stadt Schwerte 100 000 M. Ferner die Kolonialwaren=Einkaufsgenossenschaft„Phönix" Aplerbeck 50000 M. ** Eid in Steuersachen. Ueber den Eid in Steuersachen hat der Reichsfinanzhof zwei bemerkenswerte Urteile gefällt, die jetzt vom Reichsfinanzministerium seinem Bereiche mitgeteilt werden. Der Steuerpflichtige hat kein Recht zur eidesstattlichen Versicherung. Diesen Grundsatz hatte der Hof schon früher aufgestellt. In Betracht kommi nur die Auferlegung durch das Finanzamt oder durch, die Rechtsmittelbehörde. Wenn die Behörde der eidesstattlichen Versicherung mißtraute, sie deshalb nicht abnehmen durfte und andere Beweismittel nicht vorhanden sind, kann der Eid nicht abgenommen werden. Die Annahme einer eidesstattlichen Erklärung in der Berufungsinstanz wird jedoch nach der anderen Entscheidung nicht schon dadurch gehindert, daß der Beschwerdeführer ein Interesse am Ausgang der Berufung hat. Pilligst. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich in der Familic des Schlossermeisters Gustav Nagel hierselbst. Das vierjährige Söhnchen Walter geriet mit der linken Hand in das Zahnrad einer Pendel=Waschmaschine, wobei ihm der Daumen so stark gequetscht wurde, daß der sofort zu Hilfe gezogene Arzt das vordere Glied amputieren mußte. Villigst. Großen Schaden erlitt der Gutsbesitzer Fritz Schr. Eines seiner Mutterschweine machte den Wurf von elf Ferteln. Am Sonntag sah man, daß 10 der kleinen Tiere erfroren waren und das elfte kurze Zeit darauf auch einging. Der Schaden beträgt etwa eine Million Mark. Berghofen. Hohe Strafe. Der Rentner Rovert Regert in Berghofen, Hörderstraße 21, wurde wegen vorsätzlicher GrunderwerbssteuerHinterziehung vom Finanzamt Hörde mit 12000 Mark bezw. für je 50 Mark 1 Tag Haft bestraft. Außerdem sind ihm sämtliche Kosten des Verfahrens auferlegtworden. Der Errzraler ole=Grrhmatter. Beiträge und Erinnerungen an die„gute alte Zeit“ von Schwerte und Umgebung. Aus Schwertes Vergangenheit. Von Professor Paul Feldhügel, Schwerte Der Schwerter Chronist Hofrat Bährens will (vor 100 Jahren! die alte Ritterburg noch in ihrer Aullösung gekannt haben. Nach ihm stand sie hinter dem Hause des Bürgers Westhoff unmittelbar an der Straße, welche dieses Haus vom lutherischen Kirchhof trennt. Das Gebäude war drei Stock hoch, massiv gebaut und hatte einen, über gedachte Straße gewölbten Bogeneingang nach dem Kirchhofe zu gehabt. In der Franzosenzeit wird hier ein Rittergut Schwerte erwähnt. Nach einer in einem ktenstäck aus jener Zeit erhaltenen Skizze muß es da gelegen haben, wo sich jetzt das Haus des verstorbenen Sanitätsrates Dr. Tütel erhebt; denn auf der einen Seite war es vom Uffelmannschen Hause bearenzt, auf der anderen vom reformierten Kicchhose. Vermutlich hat es sich bis zur Brückstraße erstreckt. Ein Grabstein mit Wappen und Namen des Edlen von Schwerte ist 1804 auf dem lutherischen Friedhofe zwei Fuß unter der Erde(6 Fuß lang. 3 breit, 1 dick, aufgesunden. Bährens!s befahl, den Stein aufzunehmen und zu reinigen, um anderen Tages die merkwürdige Inschrift niederzuschreiben, aber am anderen Tag war dieser wichtige Stein verschwunden, und Bährens meint, ein damaliger Kirchenmeister M, ein notorischer Ruheftörer, hätte durch seine Komplizen diesen Stein nächtlicherweise wegschaffen und zeistören lassen, denn es hätte sich keine Spur von demselben wiedergesunden. Im 18 Jahrhundert gehörte das Haus Schwerie, wie ich in einem Einwohner= verzeichnis gesehen habe, der Familie Voß!5: Die reformierte Kirche, bei der ja einst das Rittergut Schwerte lag, ist bekanntlich ursprünglich das Städtische Weinhaus gewesen, bis zum Dreißigjährigen Kriege, wo es in Trümmer sank, um 1656 als Reformierte Kirche seierlich aufzuerstehen Ich glaube daher folgende zwei Urkunden, die ich im Dortmunder Archivl33 gesunden habe, auf das Haus Schweite beziehen zu dürfen: 1. 1554 Mai 8: Vinzenz Voß von Schwarzenburg und seine Frau Jacob(?) verkaufen an ihren Vetter und Schwager Heinrich Voß zu Aplerbeck ihren bezeichneten Hof in Schwerte („allernegst achter der Statt Weinhaus, unse Water und Erffgerechtigkeit der Ruir(d h. Ruhr] und des Strangs. eine Wiese an der Elsebecke mnegst der Jungsern vom Geoelsberger Kampe', 10 Scheffelsaat Land„an der Hoeldthregen(2], * Scheffelsaat Land zwischen den Ruren, einen Garten vor der Brückenpforte, 3 Scheffelsaat Landes Huisink, die Hälfte des Drüvelgutes, eine Hofgerechtigkeit in der Reichsmark, vier schwere Mark jährliche Rente aus der kurfürstlichen Rentei zu Hölde. Besiegelt ist die Urkunde vom Schwerter Richter Joh Moldergaß, als Zeuge erscheint u. a. der Frohne(Gerichtsdiener) Gördt Dülmede und Herr Bernhardus Floy.(Dienstag nach Sonntag Exaudi) 2 1559 September 25: Heinrich Voß in Aplerbeck verkauft an seinen Vetter Gördt Voß (der auch 1554 als Zeuge erscheint!) zu Schwerte und dessen Frau Catharina 12½ rheinische Goldgulden Jahrrente aus 2 bezeichneten Häusern zu Schwerte(bynnen Swierte gelegen allerneigst des Stat wynhuis und des selig Stangennolschen buise), vorbehaltlich des Rückkaufes mit 150 theinischen Gulden(Montag nach Mauritius=Tag). Die Hosesrechte(Hobesrecht) hat von Steinen““ „nicht antreffen können“, und in einem Bericht vom Jahre 1799, den der Magistrat der Stadt Schwerte an den Herrn Kriegs= und Steuerrat von Bernuth einreichte, heißt es, es seien„duich die im 17. seculo der Stadt Schwerte betroffenen harten Brandunglücke sehr viele Nachrichten verloren gegangen“ und Rive“ schreibt 1824:„In den vorgelegten Materialien haben sich keine besonderen, diesen Oberhof betreffenden Hofesrechte gesunden" Trotzdem sind wir in der Lage, auf Grund einiger im hiesigen Archio aufgesundener Behandigungsbriefe und Hosesprotokolle ein ziemlich klares Bild zu entwerfen. Das alte Westsalen bestand aus einzelnen Hösen;“ mehrere Höse, die aneinander grenzten. machten eine Bauerschaft aus, welche in der Regel den Namen des ältesten und vornehmsten Hofes führte. Die Bewohner der Bauerschaft, d h die Ho'besitzer, die ursprünglich vom ältesten Hof ausgegangenen Kinder, Enkel oder Hausgenossen, kamen zu Anfang oder Ende des Sommers auf dem Haupthofe zusammen, um ihre Angelegenheiten zu ordnen und Streitigkeiten zu schlichten. Sie brachten Eßwaren mit. zündeten einen Baumstemm an und zechten beim Feuer(Bauernmahl) Hier wurden Todesfälle angezeigt, Ehen geschlossen u. dal Galt es,„Irrungen“ beizulegen, so trat der Vater, das Haupt des ältesten Hofes, in die Mitte, und machte dem Zwist ooder dem Vergehen ein Ende durch gütliches Zureden oder durch einen mit Zustimmung der Anwesenden gesundenen oder verkündigten Rechtsspruch Solche Zusammenkünfte hießen Sprachen, Bauern sprachen oder Bauerngerichte, und der Hof, auf dem sie stattfanden, hieß Richthof oder Oberhof. Eine Anzahl bäuerlicher Besitzungen, unter einem Oberhof vereinigt, bildeten eine geschlossene Vereinigung, die den Namen ihres Oberhofes trug.“ Im Unterschied zum Hof nannte man die übrigen Höse Unterhöse oder gemeine Höse" Der Oberhof hatte von jeher vor den freien Höfen verschiedene Vorrechte und dies um so mehr dort, wo der Oberhof neben sich ein Dort hatte, das ihm gehörte Dies dürste auch für Schwerte stimmen, da ja die Herren von Schwerte, d h. die Besitzer des Obe=hofes Schwerte, nach v. Steinen““ hier noch 1226 ein Dorf besessen haben. Nicht durch Gewalttätigkeiten hatten die Oberhöse diese Vorrechte erlangt. Die Natur, das Herkommen und die allgemeine Zustimmung haben sie ihnen schon in den ältesten Zeiten gegeben. Beide zusammen, die Oberhöfe und die Unterhöfe, bildeten die Bauer= und Hofgemeinde. Die Besitzer der Höse mußten sich zum Besitze eines solchen Gutes und der damit verknüpften Rechte dadurch„qualifizieren“, daß sie sich dem Besitzer des Oberhofes und dem Hofe(so heißt in den Urkunden vorzugsweise der ganze Hofesverband) „huldig und hörig“ machten Dies geschah durch das Gelübde der Treue, das mit einem Eid bekräftigt werden mußte In einem Brief des Schwerter Richters Matthias Becker, in dem dieser über den Hof Schwerte berichtet(20. Juni 1632), findet sich die bemerkenswerte Angabe: „Da auch einer oder ander in den Hoff eintritt, muß derselbe nach atter observandtz“ und Hovesrechte im beywesen sembtlicher Hovesleuthe, welche precise sub poena aurei floreni alle gerichte zugegen sein müßen, zu Gott und seinem Heiligen Evangelio einen biblichten Ridt schweren, zuvorderst Ihrer Churfürstlichen Durchlaucht ond dem gantzen Hove respective gethreut(h ond holdt zu sein, auch nichts von den Hovesgüttern zu revalieniren, zu versetzen und zu verkauffen, es geschehe den mit Ew. Churfürstl. Durchlaucht exoress consent und Bewilligung, ond damtt solches desto fleißiger in obacht genohmen werden möge, ist ein zeittlicher Renthmeister zu Hoerde dazu zum Inspectoren des Hoffes angesetzet.“ Bei der Neuübertragung der„Dickhove“ an die Stadt Schwerte(12 April 1696) mußten die beiden Bürgermeister sich verpflichten„Höchstgemalt meiner gnädigsten Herrschaft und dem Hof Schwerte in gebühr trew und hold zu seyn ond dieser Hove halber nach Hoffesrecht folge zu leisten, dieselbe ohne gebührenden Consens nichtes zu verkaufen, zu versetzen, zu zersplittern, noch in andere Hände zu bringen, sondern alles in gutem stand beyeinander zu wahren, und im fall ichtwas (etwas) davon verkommen wäre, wieder beyzubringen*. Bei der Aufnahme waren die gewohnheitsmäßigen Abgaben zu entrichten(„praestanda pracstiren*) Der Eigentümer des Oberhofes, bezw sein Stellvertreter, der mit gewählten Hofesgeschworenen das Hofgericht bildete, nahmen den Hofesleuten, die sich zur Aufnahme in den Hofes verband gemeldet hatten, im Namen des Hofes das Gelübde der Treue ab und gab ihnen dagegen das Versprechen, sie bei dem Genuß ihrer Rechte nach Kräften zu schirmen und zu unterstützen" Von dem Besitzer des Oberhoses gingen auch die Verleihungen oder Behandigungen aus, deren mehrere für den Hof Schwerte erhalten sind: 1. 1505 bezeugen der Hofesrichter Rötger to Berge und die„Hoveslövelinge“ Hans,thor Needen, Johann Amalunck und Hans Räsche, daß Johann Zetan mit seinem Sohne Johann in den Hof Schwerte ausgenommen sei 2 1507 wird die Stadt Schwerte vom Herzog Johann von Kleve mit dem Gut zum Dieke geheißen, belehnt“". 3. 1578 werden Albert Prael und Christian von Reinen mit der„Dickhuve“ belehnt!" 4. 1633 werden B. J. Stangefeldt und Albert Prael mil der Dickhuve belehnt!" 5 1682 sind die ins Reich Westhosen gehörigen Güter, der Leuninghauser und Sengers Hof zu Holthausen(Holzen) durch Absterben der darauf belehnt gewesenen Besitzer Hermann von Deging und Frau Witwe Dr. Becker erledigt; an ihrer Stelle haben sich„qualisiziert“ Hermann von Deging zu Dortmund und die Witwe des sel Rektors Rumpaeus zu Unna. Die Belehnung soll erfolgen auf dem Hof Lenninghausen(Mittwoch, 30. Sept)“ 6 1696, 12. April. Nach dem Absterben der Schwerter Bürger Albert Prael und Johann Stangefoll belehnt im Namen des Kurfürsten von Brandenburg Johann Wilhelm Ernst, Rentmeister der Aemter Unna, Camen, Schwerte und Westhofen, die Schwerter Bürger Heinrich Kirchhoff und Albert Prael mit der zum Hofe Schwerte gehörigen Dickhuve 7. 1764 belehnt Dr. Peter König, Oberbergvogt in der Grasschaft Mark und Richter des Amtes und Hofes Schweite, den Johann Friedrich Rasche mit dem Lehmkuhl=Hove.“ S. 1717 Nach Absterben d.s Joh. Speinck, Ratsverwandten+ 17. Fevi), der zu Nutz und Behuf der Stadt Schwerl und der Armen daselbst mit dem Steingut zu Overberge behandigt gestanden, wird wieder behandigt Johann Peter Rasche. Der Bürgermeister Dr. Potgießer und Provisor Peter Rasche haben die Gewinngelder samt den Kanzleigebühren(cum juribus cancellarlae) an die Abrei Werden entrichtet!“ 9. 1724 wird Johann Friedrich Habich behandigt" 10. 1730 fand nach vorhergegangener Bekanntmacung und„gebührlicher Einläutung der Glocken“ am 17. Oktober ein Hofgericht statt. Dabei wurde Joh Friedr. Rasche ausgefordert, bei Strafe von 5 Goldgulden bis zum 23 praestanda zu praestiren, da sein Vater gestorben sei und sein Bruder seit über 20 Jahren in Englund abwesend sei. Am 28. November legte er den Hofeseid ab 11. 1730, Nov 10. Da der Schwerter Richter Simeon Josef König, Oberbergvogt in der Grafschaft Mark, am1 Juli gestorben war, belehnt der Gerichtsschreiber Geselschar den Balihasar Friedrich Rump von Unna mit dem Senger=Hof zu Holthausen 12 1791 Ratsmann Wiegmann mit der„Dickhuve belehnt. 13.1801 belehnt der Richter Grote, Hosesrichter des Hoses Schwerte=Halingen im Namen des Königs Friedrich Wilhelms II1. die Deputierten des Magistrats der Stadt Schwerte, den Kämmerer Diederich Doerth und Ratmann Friedrich Haver mit der zum Reichshofe(!) ehmen gchhiigen sogen echtllingtane“ (Fortsetzung folgt). Neheim. Schwerer Aurounfall. schen Arnsberg und Nebeim fuhr das Aulomo. einer Dortmunder Firma gegen einen Baum, m bei sämtliche Insassen herausgeschleudert wu Die Tochter des Hotelbesitzers Severing von hier, erlitt dabei einen Schäderbruch, an dessen Folgen sie bald nachher starb. Die übrigen Insassen erlitten' leichte Verletzungen. Duisburg. Schwerer Berriebsunfall. Auf der Kupferhütte fuhr eine Locomotive gegen ein eisernes Tor, dieses stürzte um und begrub drei Arbeiter unter sich. Alle drei wurden getötet. Sodingen. Verbrannt. Hier goß die Ehefrau eines Lokomotivführers beim Feueranzünden Petroleum ins Feuer., Die Petroleumkanne erplodierte. Die Frau wurde von den Flammen erfaßt und erlitt am ganzen Körper schreckliche Brandwunden, an deren Folgen sie nach einigen Stunden starb. Es mögen doch alle Hausfrauen aus diesem traurigen Vorfall eine erniste Lehre ziehen. ssene sonnag der Atter bei der A delsentirc 191. erfel sprechunhalten des Lehle Brühimeldungen. Auch Gröner im Einbruchsgebiet. TU. Berlin, 20. Febr. Der Reichsverkehrsminister Dr. Gröner hat in El gen über die Lage und das wei Personals mir den Spitene Eisenbahnperionals und P bruchsgebieres abe#n kanntlich der Sitz d. West, bei der die Zäder verkehrs im Ruhrgebier der auch Vertreter der Rei sind. Der Reichsvertehr sonal den Dank der A# und es zu weiterem Verbarren angespornt. Schutzverein für und Gewerbe e. V. Schwerte(Ruhr). Straßenr aus in Strannraud der Franosen hat seit eingesetzt, Jeder mir einer Handtas mapre versehene Fußgänger wurde no der Inhalt der Tasche auf Geld rogere Gerbverruge wurden gerau zoien sind betanntlich sei: Samstag früh Arbeit. 100 Millionen Papiermark in en zusammenzurauben, da ihnen die Stadtverwaltung die Zahlung einer Buße von 100 Millionen Mart abgelehnt hat. Als die nach vielen Zehntausenden zählende Menschenmenge, die dem von den Franzosen er schossenen Schupobeamten Hutmayer das Geleit ganen, den Heimweg angetreten hatten, warfen französische Flieger, d#i# sch in sehr geringer Höhe hielten, Fllo##latter# Räumung der englischen Zoue. London, 20. Febr.„Daily Expreß“ meldet aus Düsseldorf: Die britischen Truppen werden sich heute aus einem kleinen Abschnitt des westlichen Teiles der Kölner Zone zurückziehen. Paris, 19. Febr. Nay einer Meldung der Information aus Köln ist General Papot heute vormittag dort eingetroffen, um mit dem englischen Oberbefehlshaber, General Godlen, über die Eisenbahnfrage zu verhandeln. Der türkische Vormarsch. , P a r i s, 2 0. F e b r. N a c h e i n e r H a v a s m e l d u n g aus Smorna hat Mustafa Kemal Pascha bei der Eröfinung eines Winschanskongresses eine Rede gehalten, in der er sagte: Wir sind nicht Feinde des auswärtigen Kapitals. Wir erklären, daß wir bereit sind, ihnen die notwendigen Garantien zuzugestehen, aber sie müssen sich unseren Gesetzen anpassen. Wir sind nach Lausanne gegangen und haben den siegreichen Vormarsch unseres Heeres aufgehalten, als die Alliierten erklärten, sie erkennen unser gutes Recht an. Lange Verhandlungen wurden geführt, aber die Alliierten haben unsere berechtigten Forderungen nicht anerkannt. gereer- Sucoligvouohersbugtig. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 69 der Kreisordnung für die Provinz Westtalen vom 31. VII. 1886 die auf demn Kemar h.: nir folgenden Worten geendet:R in S#anfen! Marschieren wir voran, um unsere Unabhängigkeit zu erlangen. Schweres Eisenbahnengück in Frankreich. Laris, 20. Kehr. Der Schnellzug Paris= lanen sieß am Bahnhof von Port a Binson auf eines Güterzuges, der umrangiert ### sollte. Da der Schnellzug mit einer Geindigtent von 30—100 Kil. fuhr, war der Zusammenitoß so stark, daß der Güterzug und ein Wagen des Schne#lzuges zermalmt wurden. 13 Tote und 30 Verwund###, hauptsächlich Soldaten aus den elfässischen Garnisonen, wurden geborgen. Hoesch.. Hrmboldt Masch. Mannesmann O enstein& Koppel. 75000 30000 60 00 33100 Bergbau 57500 Reisholz Pap. Rhein. Stahlwerke Rombacher Schucker!. Siegen=Solingen 7354 49000 24000 39000 14750 Ver. Di Nickelwerke. 3 000 . 18900 . 3.200 Draht=Ind Wests Eisen, Langendreer 9 Handel und auslands=Wechselkurse der Berliner Börse (Deoisenkurse) Berliner Börsenkurse vom 19. Febiuar 1923. mitgeteilt vom Barmer Bank=Verein, Schwerte 5% Deutsche Reichsanleihe— Barmer Bank=Verein— Deutsche Bank 28000 Diskonlo. 14600 Dresdener Bank 10000 Osnabrücker Bank 7000 Hamb.=Amer.=Pak. 46500 Allgem Elektr.=Ges. 19000 Baroper Walzwerk 44000 Bochumer Guß. 58900 Bösperde Walzwerk 25000 Daimler Moioren 14910 Deutsche Kaliwerke 60000 Deutsch=Luxemburg 64000 Dynami 26750 Elberf. Farbw. 33600 Essener Steinkohle 51750 Gelsenkirch. Bergw. 62000 Harpener Bergw. 120000 Hasper Eisen 60000 die kein Deutscher je vergessen darf! Die Leistungen und verluf'e des deutschen Staates ohne die der deutschen volks##irtschaft auf Grund des versailler Vertrages betragen d. 30. September 1922: 56,5 Milliarden Goldmark— 282 500 Milliarden oder 282½ Billionen Papiermark bei einem Hollarstande von 20 000 mr. Kreistage des Kreises Mittwunch, den 201. Johr, abenne Versammlung mit wichtiger Tagesordnung in der Wirtschaft## des Herin Karl Wilkes, Bahnhofstr. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. — Hörde vom 14. Februar 1923 gefaßten BeUhr##schlösse nuchstehend bekannt gemacht einer Gebührenordnung für den Hörde wurde einstimmig bezu S 18 Bezirk de achtrag der Vergnügungssteuerordnung im Stadt Schwerte 921 Landkreis # schlossen. „ 2. Der Erlaß einer Zuwachssteuerordnung I wurde gegen 7 Stiminen beschlossen, 3. Der Erlaß eines Nachtrages zur Kreishundesteuerordnung, 4. Die Uebernahme eines Siammkapitals von 3 Millionen Mark für die Westsäl. HeimKartnäckige Kopfschmppen werden durch Anwendung von Javol zuverlässig beseitigl, das lästige Kopfjucken verschwindet schnell. Javol macht das Haar duftig, voll, locker, seidenweich und erhält es gesund. Javol, das Kräuterhaarwasser: und Javol= Kopfwaschpulver sind in Apotheken, Orogerien, Parftimerien und bei Friseuren zu haben. Wieder da! lätte G. m. April 1932.1 einstimmig besch H. in ssen. Münster wurden Auf Grund der Verfügung des Herrn Mi=] 5. Mit der Auflassung von Grundstücken u. nisters bes Innern und des Herrn Finanz= ministers vom 5. September 192 und auch unter Berücksichtigung de eingetretenen enlwertung haben die städlischen Vertrelungen am 18. Januar 1623 beschlasten. für gnügungssteuerpflichtigen Veranstaltungen in Dielen, Bars und Kabareits das 20 jache und für Veranstaltungen in Konzertkaffees und ähnlichen Stätten das 10 fache der bisherigen Sätze an Vergnügungssteuern zu erheben Dieser Nachtrag zu§ 18 der Vergnügungssteuerordnung vom 25. November 1921 und 28. April 1922 tritt nach erfolgter Veckündigung in Kraft. Schwerte, den 18. Januar 1923 der Magistrat: gez. Rohrmann, Melchheier. ∆ war der icken en Kreistag eines unverzinslichen Amisbeamten wurde Genehmigl. Arnsberg, den 26. Januar 1923. Namens des Bezirksausschusses, Abteilung I Der Vorsitzende I. B: gez. Schmauks. (L. S.) B. A f. C. III. 14/23. 1 Der Oberpräsident der Provinz Westfalen hat zur vorstehend genehmigten Nachtragsordnung unter'm 2 Fedruar 1923.— Nr. 314 VI— seine Zustimmung erteilt. Vorstehende Nachtragsordnung wird hiermit veröffentlicht Schwerte, den 17. Februar 1923. der Magistrat: Rohrmann. den Eisendohnsisk einverstanden, 6. Die Bewilligung Derlehns an einen abgelehnt. 7. Für die Ruhrspende wurden 25 Millionenl. Mark bereit gestellt, 8. Die Wahl von Beisitzern für das Miets einigungsamt sowie des Kleingartenschiedsgerichts wurde nach den Vorschlägen angenommen, 9. Der Erlaß eines Nachtrages zur Kreisjagdsteuerordnung, 10. Die Errichlung und Besetzung von 4 Sekretärstellen. 11. Die Aenderung des§ 10 und 16 der Satzungen der Hufbeschlaglehrschmiede Dortmund—Hörde, 12. Der Erlaß eines Nachtrages zur Kreisschankkonzessions=Steuerordnung, 13. Die Uebernahme der selbstschuldnerischen Bürgschaft für eine Anleihe von 40 Millionen Mark für das Westf. VerbandsElektrizitätswerk Dortmund, 14. Der Eintritt des Kreises in die Gesellschaft „Vereinigung der Straßenbauverwaltungen Westfalens“,. Aufbringung des Darlehns und Erwerb von Aktien. 15 Die Uebernahme einer weileren Bürgschaft für eine Anleihe von 100 Millionen Mark für die Dortmunder Wasserwerksgesellschaft wurden einstimmig beschlossen. Hörde, den 15. Februar 1923 Der vorsitzende des Kreisausschusses gez. Hansmann, Landrat. Carl Braus. 9 2 des alltäglich-n Bedarfes für Private und Behörden können Nur 2 Tage! Das große Filmwerk Phoniom! nach dem gleichnamigen Roman der Berliner Illustrierten von Gerhardt Hauptmann. eingedeckt werden wenn dieselben sofor in Auftrag kommen. d: Als zweites Bild der große Förtsetzungs film Ein Kind der freien Liebe mit Biekot Mayer, i em unverwüftli Komiker, in der Haupt tolle. Sterbekasse Selbsthülfe Schwerte u. Umgegend Heute verschied unser Mitglied Elisabeth Kaiser. Schwerte, 19 Febr. 1923. Zu diesem Sterbefal sind 70 Mk Umlage an die Obleute zu —— zahlen.— Mittwoch, den 21. ds. 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