7 Schprir dausten# Ku Oepte un Aus dem Neiche der Heimatdlätter. n auberzeüh Zertealegz für den Kreis rd e Cologr. 2dr. Bre Dortmund 2829 Spon und Kunst u. Willen.=# ## den Nreie Nr. 39 Donnerstag, 15. Februar 1923 56. Jahrgang Zum Geleit. „Die ihr wohnt an Ems und Lippe, Ruhr und Diemel, Neth und Emmer, Alle seid ihr edler Sippe— Zäh, doch bildsam, herb’, doch ehrlich, Heut' noch ist bei euch wie nirgend Väter Brauch und Art zu finden.“ Weber: Dreizehnlinden. Neueste politische Nachrichten. oincare wird am Montag vor dem Ausschuß für Auswärtige Angelegenheiten erscheinen. * Die Regierung protestierte in einer Note gegen das Verbot der Ausfuhr metallurgischer Produkte. * Zum Referenten für die Ruhrangelegenheiten wurde der aus Düsseldorf ausgewiesene Bürgermeister Schmidt aus Düsseldorf kommissarisch ernannt. * In einer Ansprache mit der der Reichspräsident der Karlsruher Bevölkerung für ihre lebhaften Ovationen dankte, sagte er u. a.: Wir müssen gegen einen mit allen militärischen Machtmitteln ausgerüsteten Gegner den Kampf als ein : w e h r l o s V o l k f ü h r e n, e i n z i g u n d a l l e i n m i t d e n Waffen des Rechtes, des Geistes und des passiven Widerstandes. „ Die Verhaftung des Bürgermeisters der Stadt Vohwinkel Dr. Landberger erfolgte durch eine starke französische Truppenabteilung mit aufgepflanztem Bajonett. Der Verhaftete wurde im Auto nach Elberfeld abgeschoben und auf einer Landstraße außerhalb der Stadt absetzt. Die Beamten, Arbeiter und Kaufleute von Behwinkel sind als Protest gegen die Verhaftung in den Ausstand getreten. Der Regierungspräsident Dr. Haslinde hat in einem Schreiben an General DenvianesDüsseldorf gegen das brutale Vorgehen der Franzosen in Recklinghausen und besonders gegen das Verhalten des Generals Laignelot protestiert. * Der Wohnungsausschuß des Reichstages hat die Wohnungsbauabgabe endgültig auf das Dreißigfache der Friedensmiete festgesetzt. Davon soll ein Betrag von 40 A auf den Kopf der Bevölkerung in einen Ausgleichsfonds abgeführt werden. * Auch in der gestrigen Sitzung des sächsischen Landtages konnte kein neues Kabinctt gebildet werden. Die Verlängerung der Geltungsdauer des Vertrages des Rheinisch=Westfälischen Kohlensyndikats ist bis zum 30. Sept. beschlossen worden. vermischte Neuigkeiten. Das Münchener Landgericht verurteilte den Drogisten und ehemaligen Polizeipräsidenten der Münchener Räterepublik Hans Dosch wegen Diebstahls und Hehlerei zu 6½ Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Ene Sihung des kirewslage. eicht gegen die fand am gestrigen Mittwoch, den 14. Februar im Sitzungssaale des Rathauses zu Schwerte statt. Um 10,15 Uhr eröffnete Herr Landkat Hansmnann die von fast allen Vertretern besuchte Kreistagung mit einem Dank an die Stadt Schwerte für die Aufnahme der diesmaligen Versammlung. Dann wurden noch 4 beschleunigte Anträge auf die Tagesordnung gesetzt und die Wahl des Schriftführers und der Protokollprüfer vorgenommen. Vor Eintritt in die Tagesordnung verliest Herr Abg. Schlicho(Annen) spricht gegen die Vertagung um bei Annahme der Steuer gegen das Spekuiantentum eine Waffe zu haben. Der streis soll aus der Zuwachssteuer Nutzen ziehen Das Vortaufsrecht der Gemeinden muß gesichert werden. Die Vertagung wird abgelehnt. Die Steuer also in vorgeschlagener Form gegen die Stimmen der Rechten angenommen. Punkt 3. Agb. Küch eine ernste Protesterhebung gegen Agb. Küch eine ernste.e. den Einbruch der Franzosen ins Rryrgebiet im Namen der sozialdemokratischen Fraktion des Der östereichische Finanzminister und seine Mitarbeiter verhandeln in Brüssel, Amsterdam und London sowie in der Schweiz und in Skandinavien wegen der Mitwirkung der dortigen Banken bei der Begebung der ersten Rate der internationalen Völkerbundsanleihe für Oesterreich. * Ende Januar starb an Geisteskrankheit in einem Schanghaier Hospital der Finanzberater der Pekinger Regierung, Dr. Paul. Reinsch, der als amerikanischer Gesandter im Jahre 1917 die Haupttriebfeder für Chinas Kriegser klärung an Deutschland war. Kreistages. Die übrigen Parteien schlossen sich durch ihre Redner diesem Proteste einmütig an, nur Abg. Braun(Komm.) sprach in z. T. undeutlicher Form, gemißbilligt von den Vertretern der anderen Parteien dagegen. Gegen die 3 Stimmen der Kommunisten wird die SPD.=Resolution beifällig angenommen. Diese Entschließung lautet: „Die sozialdemokratische Fraktion des Kreistages, als Vertreterin des werktätigen Volkes des Landkreises Hörde, erhebt flammenden Protest gegen die aller Kultur hohnsprechende, nur auf krasseste Gewalt sich stützende Besetzung des Ruhrgebietes. Unter dem Deckmantel einer friedlichen Aktion überfällt die französische Republik unter Anwendung modernster Kriegsausrüstung eine Stätte rastloser Wiederaufarbeit. Zahllose brutale Gewaltakte bezeichnen den Weg. den der französische Inperialismus und Militarismus zur Erreichung seiner Ziele, nämlich die Zerschlagung der deutschen Republik und der deutschen Volkswirtschaft, zu gehen gewillt ist Als Sozialisten, die stets selbst unter den schwierigsten Verhältnissen für. Menschenwürde Menschenrecht, sowie freie Selbstbestimmung jedes einzelnen Volkes eingetreten sind, erheben wir unsere Stimme gegen den Wahnsinn beutegieriger Politiker, ein freies Volk mit Waffengewalt zur Arbeit zu zwingen. Wir erklären in schwerster Stunde unsern unlösbaren Zusammenhang mit unserm so schwer geprüften Vaterland. Keine noch so schmeichelnde Stimme wird uns wankend machen, in der Pflicht unserer Heimat, unseren Kindern gegenüber. Zugleich aber erwarten wir von den Regierungen des Reiches und der Länder restlose Unterstützung unseres schweren Kampfes. Es darf nicht sein, daß in dieser Zeit in der Millionen nicht einmal den notwendigsten Lebensunterhalt erhalten, Blutsauger aus dieser Not Kapital schlagen. Ebenso erwarten wir von den gesetzgebenden Körperschaften, daß auch sie sich des Ernstes der Stunde bewußt sind. Nur ein Volk, welches sich betreut fuhlt und das seine elementarsten Rechte gewahrt weiß, ist in der Lage den Kampf gegen jede Bedrückung erfolgreich aufzunehmen.“ Die Tagesordnung brachte als Punkt 1 den Erlaß einer Gebührenordnung. für den Landkreis Hörde. Nach Einfügung einer Goldwährungsklausel wird der vom Kreis vorgelegte. Entwurs einstimmig angenommen und demnächst veröffentlicht. Punkt'2. Der Erlaß einer Zuwachssteuerordnung für den Kreis soll auf Antrag des Abg. Kühl verlagt werden. Die Kreishundesteuer soll erhöht werden. Der abgeänderte Entwurf verlangt für den ersten Hund 5000 M der zweite kostet 7000 der dritte 10000+ jeden weiteren 20000 M. In diesen Betrag sollen sich Kreis und Gemeinde teilen. Die Debakte verlangt strenge Durchführung der Steuer. Abg. Reinehr beantragt auch eine erhöhte Lwingersteuer und besonders eine Steuer für Jagdhunde. Abg. Schlicho will Erhöhung auf 6000 M für den ersten Hund. Da auch Diebe Hunde halten und diese sogar stehlen helfen, andererseits auch wieder Hunde gestohlen weren ist der Hund nicht nur mehr Schutzwehr, sondern meist Luxus.(Heiterkeit.) Nach einer Schlußdebatte über die Zwingersteuer werden folgende Steuersätze angenommen: erster Hund zweiter Hund 8000 M dritter Hund 10000 M jeder weitere Hund 20000 M zu 50 Prozent geteilt für Kreis und Gemeinde. Punkt 1. Die Uebernahme eines Stammkapitals von 3 Millionen für die Westf. Heimstätte G. m. b. H. in Münster wird debattelos angenommen. Punkt 5 Der Auflassung einer Parzelle vor 14 Ar 36 gm. am Bahnhof Westhofen wird glatt zugestimmt. Punkt 6. Die Gemeinde Annen soll zur Errichtung eines Hausbaucs 200000 A aus der Wohnungsbauabgabe des Kreises erhalten. Bürgermeister Rohrmann und Abg. Lohmann(Westhofen) sprechen dagegen, um nicht einen Präzedenzfall zu schaffen. Die Vertreter der Linken wünschen die Zubilligung. Der Antrag wird bis zur vollen Klarung der Sachlage vertagt. Punkt 7. Es sollen 194000 cfl, der 15. Teil der Provinzialumlage, als Rheinlandspende gegeben werden... Landrat Halsmann beantragt, oiese Spende in eine Ruhrspende umzuwandeln. Bürgermeister Rohrmann stimmt zu mit der Bitte eine Summe von 25 Millionen als Ruhrspende zu bewilligen und bei der Verteilung auch die Grenzgebiete entsprechend zu berüchsichtigen. Abg. Menze wünscht diese Spenoe auch für den gesamten Kreis bewilligt, um die Lebensmittel daraus zu verbilligen. Abg. Kühl erklärt die Bereitwilligkeit der Landwirtschaft, nach Möglichkeit durch Spenden zu helfen. Landrat Hansmann bittet um diese Hilfe, auch um Wagenstellung zum Transport. Abg. Stöckmann wünscht, besonders den Bewohnern der besetzten Gebiete Hilfe zu gewähren. Landrat Hansmann gibt kund, das Waren aus Kreismitteln verbilligt werden sollen. Besonders Alten und Armen, Kriegsbeschädigten und Kranken wird geholfen. Dazu sollen die 25 Millionen dienen. Die Verteilung geschieht nach den Crundsätzen der Wohlfahrtsfürsorge. sicht din und münscht die Abg. Küch unterstreicht nes and wunscht die Wahl eines Kuratoriums zur Prüfung der gerechten Verteilung. Abg. Reinehr berichtet von Klagen in der Milchversorgung. Abg. Kühl verspricht auch hier zu tun, was waglich i.„ Abg. Pillmann spricht für ein Kuratorium, das sofort tätig sein muß, um Mittel flüssig zu machen und sofort tätig zu sein. Den Franzosen aber gehört keine Milch. Die Abstimmung ergibt volle Zustimmung zu dem Antrag, die 25 Millionen als Ruhrspende zu bewilligen. Aus jedem Amt sind bereits Vertreter vorhanden, um eine gerechte Verteilung zu schaffen und zu kontrollieren. Punkt 8. Die Wahl von Beisitzern für das Mietseinigungsamt und des Kleingartenschiedsgerichts soll erfolgen. Abg. Lohmann berichtet von Westhofen und wünscht Oberpostschaffner Heuer als Vertreter zugewählt, da die bestehenden Organisationen in Westhofen nicht gehört worden seien. Auch sonst liegen noch Aenderungsanträge vor. Auch der Haus= und Grundbesitzerverein in Aplerbeck war z. B. nicht gefragt worden. Aus Holzen gehen noch Vorschläge ein. Abg. Schlicho wünscht die vorliegenden Vorschlagslisten der Aemter als allein maßgebend anerkannt. Landrat Hansmann verlangt für immer nach Anhörung der Organisationen klare Vorschläge der Aemter. Die Wahlen werden nunmehr durch die Kreistagsvertreter erneut betätigt. Das dauerte geraume schöne Zeit. Für Westhofen werden zum Vorschlag des Gemeindevorstehers noch Oberpostschaffner a. D. Heuer und Fabrikmeister Dietrich Bauer hinzugewählt. Punkt 9. Die vom Kreis vorgeschlagene Erhöhung der Jagdsteuer wird debattelos angenommen. Punkt 10. Vier neue Sekretärstellen werden genehmigt. Arbeit dafür ist überreichlich vorhanden. Die Angestellten Willé, Steinweg. Grothe und Nunkesser kommen dafür in Frage. Punkt 11. In den Satzungen der Hufbeschlaglehrschmiede werden die§§ 10 und 16 lant Antrag geändert. Punkt 12. Ein Nachtrag zur Schankkonzessionssteuer wird debattelos angenommen. Es handelt sich um Beträge von 750—75000 4, je nach Umsatz.„ Punkt 13. 40 Millionen Mark für das KreisWasserwerk zu neuen Turbinen und Kesselanlagen werden bewilligt. Punkt 14. Die Beteiligung an einem Basaltsteinbruch wird auf Antrag von Burgsteinfurt vorgeschlagen. 2000 Aktien werden ausgenommen a 1400 A. Die Entnahme von Steinen sichert die Anlage gut. Punkt 15. Für eine Anleihe von 100 Millionen für das Wasserwerk Westhofen soll Bürgschaft geleistet werden. Bürgermeister Rohrmann betrachtet die Beteiligung am Wasserwerk als gute Kapitalsanlage. Die diesmalige Hochflut der Ruhr ist schadlos abgewendet. Abg. Schlicho begrüßt diese Feststellung als historischen Moment. Nach einer Pause von 5 Minuten wird auf Antrag des Abg. Schlicho der Antrag zu Punkt 6 Bewilligung von 200000 4) für einen Hausbau in Annen abgelehnt, um keinen Präzedenzfall zu schaffen. Abg. Lohmann fragt wegen des Abbaues der Straßenbahn Schwerte—Westhofen an, ob Abbau ohne Widerspruch möglich ist. Haben die Gemeinden Wandhofen und Westhofen kein Anrecht an die Schienen? Landr. Hansmann antwortet, der Minister habe den Siedlungspräsidenten ermächtigt, diese Straßenbahn und andere abzubauen. Um die noch lausenden Straßenbahnen aufrecht zu halten, etwa 10—12 Monate, wird das Material verkauft. So soll es Strecke für Strecke gehen. Abg. Lohmann teilt mit, daß die Gemeinden Wandhofen— Westhofen dagegen Einspruch erheben werden. Bürgermeister Rohrmann sagt zur Aufklä rung, daß die Gemeinden das Eigentumsrecht an den Gleisen haben müssen. Bei Provinzialstraßen hat dies der Kreis, nur in städtischen Straßen die betr. Stadt. Er schlägt vor, den Abbau der Schienen zu verzogern, um schließlich vielleicht noch Westhofen—Kavel auszubauen. Dann wäre eipe rentable Linie bis Düsseldorf vorhanden. Zur Zeit aber muß von den Uebeln das kleinste gewählt werden, die Oberbauten müssen fallen, um die noch bestehenden Strecken im Betrieb zu erhalten. Kurz nach 1¼ Uhr wird die öffentliche Sitzung des Kreistages geschlossen. Eine geheime Sitzung schließt sich an. Wie inn Arter Auch Ebert darf nicht ins besetzte TU. Offenburg, 15. Fehr. Wie wir erfahren, war am Sonntag ein Delegierter der interalliierten Rheinlandkommission in der Stadt Offenburg ##auf dem Rathause und erklärte dem Oberbürger meiste; die interalliierte Rheinlandkommission habe erfahren, daß verschiedene Mitglieder der Reichs= und Staatsbehörden die Absicht hätten, in das besetzte Gebiet zu kommen. Er habe den Auf#trag, dem Oberbürgermeister mirzuteilen, daß der Besuch dieser Herren veboten sei und daß die A#fanzösischen Truppen Befehl erhalten hätten, die#sen Besuch zu verhindern. Wenn dieser Besuch aber dennoch beabsichtigt sei, so habe der Oberbür germeister den Franzosen sofort Mitteilung zu machen. Weiter sei der Rheinlandkommission beAtanntgeworden, daß Reichspräsident Ebert in Karlsruhe erschienen sei. Der Delegierte forAderte von dem Oberbürgermeister, falls der Besuch des Reichspräsidenten beabsichtigt sei, der französischen Behörde Anzeige zu machen Der Zberbürgermeister lehnte das Ansinnen ab. HierBauf machte ihn der Delegierte für alle sich ergeben ##den Folgen verantwortlich. 100 Millionen Mark Strafe der Stadt Gelserkirchen. TU. Gelsenkirchen, 15. Febr. Von seiten der Besatzungsbehörde sind der Stadt Gelsenkirchen 100 Millionen Mk. Geldstrafe wegen der bisherigen Zwischenfälle auferlegt worden. Dazu sind bis jetzt der Kommandant der Schutzpolizei und 35 Polizeibeamte verhaftet worden. Ausweisung des von Der Geßlerhut. * Von den wegen Nichtgrüßens in Essen verhafteten Schupobeamten wurden zwei zu acht Tagen Gefängnis und 100000 M Geldstrafe verurteilt. Die Beitreibung von 80000 M hat in 48 Stunden zuerfolgen, widrigenfalls ein weiterer Monat im Gefängnis zu verbüßen ist. In gleicher Weise sind zvier Beamte in Mülheim verurteilt worden. 13 Schupobeamte sind im Keller des Gymnasiums Bredeney untergebracht, wo ihnen nur eine Matratze auf der bloßen Erde zur Verfügung steht. In Weitmar wurden vom Militärgericht der 40. Infanteriedivision 2 Schupobeamte zu 30 Tagen Gefängnis verurteilt. Böse Gerüchte. Berlin, 15. Febr. Zu den Gerüchten, wie sie auch von der„Frankfurter Zeitung" nach einem Kabetltelegramm aus Newyork berichtet wurden, daß enämlich die Franzosen die Absicht hätten, nach Abzug der englischen Truppen vom Rhein den Kriegszustand zu erklären, liegen hier an amtlicher Stelle noch keinerlei Nachrichten vor Auch über die aus London Berliner Abendblättern gedrabtete Meldung daß die englische Regierung, ohne die heutige Debatte im Unterhause abzuwarten, den englische Truppen am Rhein schon Befehl gegeben hätte ich abmarschbereit zu halten, ist an hiesigen unerrichteten Stellen nichts bekannt. Wiesbaden, 14. Febr. Der Bürgermeister Travers, der seit 1920 seit der Ausweisung Glaessings die Geschafte des Overvurgerneisters geführt hat ist heute früh ausgewiesen worden. Er wurde um 7 Uhr aus dem Bett gebolt und sofort ins unbesetzte Geviel transportiert. Ausgewiesen wurden ferner der Studiendirettor Hoefer, der Führer der Demokratischen Partei, Sberregierungsra Bölcker, und der Landrat Schlitt vom Landkreis Wiesbaden. Entwaffnung der Schupo in RecklingRecklinghausen, 14. Fedr. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr fuhren vor dem Gebäude der Schupo drei französische Automobile mit etwa 50 Soldalen vor und forderten die Herausgabe der Waffen Nach Verhandlungen mit dem Führer der Schupo, Gberleutnant Misgeld, nahmen die Franzosen die Karabiner mit der Munition weg. Diese Maßnahme ist ein ganz unglaublicher Uebergriff und für die öffentliche Sicherheit von weittragender Bedeutung. Auch Darmstadt soll besetzt werden. Verbot der Rhein.=Westf. Zeitung in Essen. Ein Befehl des Generals der 128. Division verbietet das Erscheinen der RWZ. bis zum 23. Februar. Da gleichzeitig zur Durchführung des Befehls in die Geschäftsräume eine Abteilung französischer Truppen gelegt ist, die den Druck der RWZ. verhindert, ist während der nächsten vierzehn Tage unmöglich gemacht, die RWZ. zu drucken Bonar Laws Anklagerede gegen Frantreich. TU. London, 14. Fedr. Die gestrige Sitzung des Unterhauses dauerte bis gegen 11 Uhr abends. Die Debatte wurde auf heute nachmittag vertagt. Bonar Law gab in seiner Rede eine ausführliche Darstellung der Londoner und der Pariser Konferenzen in denen die englischen Vorschläge von Frankreich abgelehnt wurden und Poincare seinerseits Vorschläge machte, die England nicht alzeptieren tonnte. Die Aktion der Franzosen kann nur den Erfolg haben, die Einigkeit der Parteier in Deutschland zu fördern. So wird der deutsche Sozailismus und die deutsche Gefahr noch verstärkt. Ueber die Aufrechterhaltung der englischen Besatzung am Rhein, sagre Bonar Law zum Schluß, daß die Trulpen zurifellos noch einige Monate am Rhein bleiben hurde: Soll:# sie on einer der beiden Par##eien anders gezwungen werden, so würde das ein Unglück sein, das zugleich das Ende der Entente bedeuten würde. In seinen letzten Worten gab Bonar Law der Hoffnung Ausdruck, das noch ein Ereignis eintreten könne, daß es England ermögliche, zu verhandeln TU. Paris, 15. Febr. Der Aerger der französischen öffentlichen Meinung über die gestrige Rede Bonar Laws entlädt sich in einem Leitartikel des„Temps“. Bonar Law, so schreibt das Blatt, male die Motive Frankreichs in den schwärzesten Farben und berufe sich auf die Erklärung bei der Pariser Konferenz, die ein außerhalb der Regierung stehender Franzose gegeben hat. Poincare habe auch niemals die Ruhrbesetzung zur Vorvedingung eines Abkommens mit England gemacht, er habe nur betont, daß ein neues Moratorium nicht ohne Ergreifung von Pfändern bewilligt werden könnte. Beschluß gefaßt habe, die englischen Truppen aus dem Rheinlande zurückzuziehen, daß dieser Beschluß zwar geheim gehalten werde, daß das Oberkommando der Besatzungstruppen aber bereits die entsprechenden Weisungen erhalten habe. Nach Mitteilungen aus derselben Quelle sei die französische Regierung von diesem Beschluß des englischen Kabinetts unterrichtet. Mrustapha Kemal in Sinhrnd. Englische Flottenverstärkungen. Smyrna, 14. Fber. Mustapha Kemal Pascha ist hier eingetroffen und wartet dort die Ankunft von Ismet Pascha ab, der heute um 1 Uhr mittags an Bord des Dampfers„Guldjemal“ eintreffen soll. Aus London wird gemeldet, daß auf die von den Oberkommissaren bei der Türkei wegen der jüngsten Ereignisse eingelegten Proteste eingegangen ist, die als entgegenkommend angesehen wird. Athen, 14. Febr. Wegen der unsicheren Lage im Nahen Osten sind die griechischen Schiffahrtsgesellschaften gewarnt worden, ihre Schiffe durch die Dardanellen laufen zu lassen. Infolgedessen gehen vorläufig keine Schiffe mehr nach Konstantinopel ab. London, 14. Febr. In Gibraltar sind, das Kriegsschiff„Coventry“ und eine zur adriatischen Fiolle gehorige Zerstörerflottille eingetroffen. Sie fahren nach dem östlichen Mittelmeer weiter. T1. Berlin, 14. „Echo de Paris Febr. Dder Berichterstatter in Düsseldorf erfuhr, daß demnächst auch Darmstadt besetzt Die Meldung ist allerdings noch worden. Sie steht im Zusammenhang mit dem Bewerden nird nicht bestäligt Aalutenhang mit dem Bestreben, die Zollinie an der eigentlichen Grenzlimie der 4 Brückenköpfe, sondern auf der Tangente zu diesen Brückenköpfen zu errichten, wodurch man eine Anzahl von Zollbeamten zu ersparen gedenkt. Die Ersatzfrage in der Reichswehr. TU. Berlin, 14. Febr. Im Haushaltsausschuß, des Reichstages teilte der Reichswehrminister mit. daß Süddeutschland eine fast übergroße Zahl von Offizieranwärtern für die Reichswehrstellen besitze, mit denen man fast das ganze Heer versorgen könnte Im Norden ist weniger Angebot. Bei den Mannschaften ist es umgekehrt. Es ist hier reichlicher Zugang aus der Landbevölkerung vorhanden. In den technischen Truppen und der Marine fehlt es an gelernten Arbeitern. Im ganzen fehlen im 100000 Mann=Heer etwa 4—5000 Mann Abzug der Die Voss. Z1g. schreibt: Seit einigen Tagen geht durch die englische und französische Presse ein ununterbrochenes Rätselraten, ob die Regierung Bonar Laws die englischen Besatzungstruppen vom Rhein zurückziehen werde oder nicht. Die Meldungen haben sich Tag für Tag einander widersprochen aber jedenfalls gewinnt man den Eindruck, daß die Beratungen im Schoß der englischen Regierung über die Zurückziehung der englischen Besatzungstruppen im Rheinlande in ein akutes Stadium getreten seien. Heute wird aus London berichtet, man behaupte dort an unterrichteten Stellen mit großer Bestimmtheit, daß die Regierung Bonar Laws innerhalb der nächsten 24 Stunden den englischen Besatzungstruppen in Köln Befehl zum Abmarsch und zum raschesten Abtransport nach der Heimat gehen werde. An hiesigen Berliner amtlichen Stellen ist, wie versichert wurde, von dieser Absicht der englischen Regierung nichts bekannt, dagegen hört man von den hier beglaubigten neutralen Diplomaten, daß die Londoner Meldung wahrscheinlich bald ihre Bestätigung erhalten werde. Man will in diesen Kreisen, die Beziehungen zu hervorragenden politischen Persönlichkeiten Englands haben, wissen, daß die Regierung Bonar Laws schon vor einigen Tagen den prinzipiellen Aus Stadt und Land. Schwerte, 16. Februar. Erinnerungen. 1871 Kapitulation der Festung Belfort. 1876 Der Jugendschriftsteller Gustav Nieritz gestorben. 1899 Der französische Präsident Felix Faure gestorben. * Sie haben keine Wohnung sie haben keine Möbel, sie haben keine Wäsche. Aber geheiratet muß sein. Andere tun es auch, und es wird schon gehen. Also, bei den Eltern zu. nächst mal mit unterkriechen! Oder bei Onkel und Tante ist auch noch Platz. Schließlich muß man irgendwo als Zwangseinmietung ausgenommen werden. Jawohl— und schon spricht das Standesamt. Die Trauung in der schönen Kirche ist sehr feierlich. Daheim stehen Blumen zum Emp. fang und allerlei nützliche Kleinigkeiten für die Wirtschaft. Die Leute, die das winzige Zimmer abtreten mußten, machen ausnahmsweise ein freundliches Gesicht. Sie bitten aber gleich nochmals um Schonung der Sachen,— und wegen der Küche und des Gases müßten sie dann noch einmal miteinander sprechen. Das junge Paar sagt zu allem Ja und schwimmt in Glück und Wonne. Am übernächsten Tage gibt's den ersten Krach mut den Wirtsleuten. Darauf eigentlich jeden Tag Krach. Bald etwas lauter, bald etwas gedämpfter. Das junge Paar findet es ungemütlich, abscheulich, greulich.„Hätt'st du doch!“„Nein, das lag nur an dir!“ Und so fort! Tränen, Aerger, Wutausbrüche, wo eitel gegenseitiges Lieben walten sollte. Scheidungsgedanken steigen düster grimmig auf. Bis man einsieht, es hilft alles nichts; man muß sich dreinfinden; man hat's ja nicht anders gewollt. Und vielleicht wird's dach mal besser. Der Traum vom wirklich eigenen Heim geht doch einmal in Erfüllung. Sie malen sich's immer wieder aus. Sie schaffen unermüdlich für diesen Glückstraum. An den täglichen Krach gewöhnt man sich. Frohe, flinke Hoffnungsfäden flattern darüber... Lielelotte. 19— Roman von Fritz Gantzer. (Nachdruck verboten.) Heinz schritt oft durch die hohen, hellen Räume und freute sich. Es ging wie neuer, frischer Mut auf ihn über, wenin er in der Brennerei weilte. Mit vielem Stolz strich er das Geld für die ersten verkauften Fässer Spiritus ein. Das war die erste Einnahme für ihn, seitdem er Lindeneck bewirtschaftete. Und sie bedeutete sast reinen Gewinn; denn vorläufig verarbeitete die Brennerei die auf den Feldern Lindenecks gewonnenen Kartofseln, soweit man sie entbehren konnte. Allerdings war man mit dem Ueberschuß des eigenen Gewinns schon nach wenigen Wochen fertig, da die Kartoffelernte infolge der Dürre, trotz des ausgiebigen Regens im August, keine glänzende gewesen war. Natürlich wollte man die Brennerei nicht stillliegen lassen. So mußten eben große Kartoffelmengen ausgekauft werden. Ueberhaupt mußte Heinz in diesem Herbst besonders tief in den Säckel greisen. Fast sämtliches Saatgetreide für die Herbstbestellung mußte gekauft werden, auch Haser und anderes Futterkorn waren nicht da. Und dann kam Ende Oktober der Rechnungsabschluß. Das war eine böse Geschichte, eine ganz böse Geschichte. Es erschien Heinz fast als eine Unmöglichkeit, daß die Ersparnisse, die sein Vater gemacht hatte, bis auf wenige tausend Mark zusammengeschmolzen sein sollten. Ein ganz anderes, sparsameres Wirtschaften mußte über den Berg helfen, so konnte das nicht weiter gehen. Als Heinz, mitzmutig und sorgenvoll gestimmt, die langen Zahlenreihen immer wieder von neuem aufrechnete, ohne zu einem anderen Ergebnis zu gelangen, ließ sich Zeisewitz melden. ist gut, daß Sie kommen,“ sagte Heinz bei seinem Eintritt,„ich sitze eben bei den Rechnungsbüchern. Wissen Sie, lieber Zeisewitz, das ist eine nichtsnutzige Sache mit diesen Zahlen. Wir müssen einen anderen Kurs steuern, sonst geraten wir auf Klippen. Vorläufig kann von Neuanschoffungen keine Rede sein, auch die von Ihnen in Anregung gebrachten Moorkulturen hürsen wir geirost auf süns, sechs Jährchen hinaus dem Wergesen anbeinachen. Heinz hatte sich bemüht, einen leichten, fast scherzenden Ton zu finden. Nun aber warf er den Federhalter doch unmutig auf den Schreibtisch, schob die Rechnungsbücher mit einem Ruck von sich und lehnte sich in seinen Sessel zurück. Er seufzte tief, und in seine Stirn gruben sich zwei böse, sorgenschwere Falten Zeisewitz räusperte sich und rückte auf seinem Stuhl hin und her. Er sah verlegen aus, hatte das Gefühl, als wenn er der Sündenbock wäre, der alles verschuldet, und sagte endlich: „Es waren schlechte Jahre, Herr von Düringen. Was soll man gegen Nässe und Dürre tun?" „Ich mache Ihnen durchaus keinen Vorwurf, Zeisewitz. Sie waren immer auf dem Posten.“ Der Juspektor lächelte erfreut, wehrte dann aber bescheidentlich jedes Lob ab. „Nun ja; man tut eben, was man kann. Und man sucht's so gut wie möglich zu machen. Freilich, manche Leute wissen alles besser.“ „Wie meinen Sie das?“ „Ach, der Inspektor in Driebusch, der Wiegandt, das ist so ein Besserwisser und daneben ein fürchterlicher Grobian. Er hat ganz veraltete, unmoderne Ansichten. Im Frühjahr traf ich mit ihm zusammen, damals, als ich wegen des Saatroggens fragte, und da hat er mir unter vielen anderen Grobheiten auch die gesagt, daß Sie ihm leid täten, weil Sie auf mich hineingesallen wären. Doppelt erfreut bin ich daher, daß Sie mit mir zufrieden sind.“ Heinz hatte einen langen verlorenen Blick durch das Fenster geworfen, als Zeisewitz von Wiegandt und Driebusch sprach. „Ja gewiß, ganz zufrieden, natürlich,“ sagte er nun zerstreut. Und der Juspektor in Driebusch?“ Er hatte ein Lächeln, das wie leiser Spott aussah.„Ja, der macht das immer so. In Driebusch liegt das„Besserwissen" überhaupt so ein bißchen in der Luft...“ Gleich darauf ärgerte er sich, daß er die letzte sarkastische Bemerkung gemacht hatte. Er lenkte hastig auf das alte Gesprächsthema über. „Also vorläufig keine neuen Maschinen, Zeisewitz.“ „Wir haben auch alle nötigen, Herr von Düringen. Freilich, daß es mit der Moorkultur noch gute Weile haben soll, tut mir leid. Ich verspreche mir einen ungeheuren Nutzen von diesem Unternehmen. Die vielen Morgen des jetzt brach daliegenden Wiesenbodens müßten auf alle Fälle ausgenutzt werden. Ich habe oberflächliche Berechnungen angestellt und bin zu dem Resultat gekommen, daß wir schon nach drei bis vier Jahren auf einen Reingewinn von 6000 Mark pro Jahr hoffen dürfen. Aber wenn es nicht geht...“ „Nein, es geht nicht!“ unterbrach ihn Heinz schroff.„Es geht mit dem besten Willen nicht, lieber Zeisewitz,“ fügte er nach einer Pause ruhiger hinzu. Zeisewitz neigte devot seinen Oberkörper, räusperte sich anhaltender und noch nachdrücklicher, als beim ersten Male und begann von neuem zu sprechen. „Mein Weg führte mich aus einem anderen Grunde zu Ihnen, Herr von Düringen. Gestern ging ich über die Kornböden und bemerkte viele schadhafte Stellen im Dach und verfaulte Sparren. Ich glaube, wir werden zum Frühjahr durchgreifende Reparaturen vornehmen müssen. Die Gebäude sind alt.“ Heinz sah ihn erschrocken an. „Auch das noch! Hätten Sie mich nicht früher darauf aufmerksam machen können!? Da bauen wir eine neue Brennerei, die ein Heidengeld gekostet hat, und haben schließlich genug auszuflicken, damit uns das Alte nicht über dem Kopf zusammenfällt. Nette Geschichte!“ „Ich bemerkte es auch nicht früher," entschuldigte sich Zeisewitz und zeigte ein unglückliches Gesicht, daß man ihn tadelte. Das sah so komisch aus, daß Heinz leise lächeln mußte. „Na ja, es wird so schlimm auch nicht sein. Ich hätte selbst schon alles einmal durchsehen sollen. Aber die paar neuen Balken und Dachsteine werden wir ja noch bezahlen können. Das bricht uns den Hals nicht.“ Er lachte gezwungen und erhob sich. Er sei wohl etwas zu ängstlich, sagte er sich, im nächsten Jahre würde es schon besser werden. Zeisewitz schien noch etwas auf dem Herzen zu haben, wenigstens saß er noch immer und spielte nervös mit seinem Berlocke. „Nun?“ fragte Heinz endlich. „Ich wollte mir nur noch erlauben, Herr von Düringen, Sie daran zu erinnern, daß die Versicherung der Brennerei der dringenden Erledigung bedarf. Man weiß nicht, was geschehen kann.“(Fortsetzung folgt.) ** Geh. Kommerzienrat Fleitmann, eneraldirektor der Nickelwerke ist, wie wir Uren, gestern nacht, wahrscheinlich durch chuld der Franzofen, die sein Auto in Hörde shiellen, in welchem er sich zu einer Ope#tion nach Dortmund begeben wollte, Ploczl###, estorben. ** Die neuen Matznahmen gegen Preiswucher. #uf Grund des neuen Ermächtigungsgesetzes wird n Reichsregierung in den nächsten Tagen die Ne erungen der Länder ermächtigen, gegen Preissucher mit allen gebotenen Mitteln vorzugehen. ie Länder werden hierbei Hand in Hand arbei#n und in erster Linie die Auftäufer und Engros##ndler schärfer als bisher kontrollieren. Den ##ndern wird das Recht erteilt werden, alle unzu##rlässigen Elemente in Gastwirtskreisen zu entErnen und durch verschärfte Maßnahmen der Wu##erpolizei die wucherischen Händler den Gerichten überliefern, die hauptsächlich auf Freiheitssrafen bei Wuchervergehen erkennen werden. Die Fsentliche Brandmarkung er Wucherer soll durch iulenanschläge erfolgen. Bei gemeiner Pleisseiberei und bei gemeingefährlichem Wucher wiro # Polizei auch einen Anschlag in und vor dem Beschäft anbringen, dessen Entfernung ebensalts #wer bestraft wird. Die Reichsregierung ist geHillt, rücksichtslos die augenblickliche Preispolitik bekämpfen und zwar in erster Linie an der #elle, beim Produzenten und beim ersten Aufufer Sie will ferner in größerem Stile EinAufsorganisationen errichten lassen, um den ver ###ernden Zwischenhandel möglichst auszuschlaten eine Zugrundelegung des Dollarstandes darf nur Waren erfolgen, die als Valutawaren gelten #h. die aus dem Auslande gekauft werden. Den Sehmärkten und Schlachthäusern soll besondere #merksamkeit gewidmet werden. Französische Spitzel? Gestern morgen wur#n auf dem Schwerter Bahnhof je eine männliche ##d eine weibliche Person, welche von Hagen kaUn, in Schutzhaft genommen, weil sie sich in ihn Gesprächen stark franzosenfreundlich zeigten, n Einfall in das Ruhrgebiet nur rechtfertigten # somit die Empörung der Mitreisenden und 5 Bahnpersonals hervorriefen Entrüstete Rufe lagt sie nieder! Vaterlandsverräter! Französche Agenten! und ähnliche machten sich geltend. r Zugführer verlangte deshalb die Verhaftung ## wehrte sich solange, den Zug weiter zu fahren die Spitzel entfernt waren. „Steuerbefreiung für die Ruhrhilfe.“ Die #nanzämter sind ermächtigt 1. Zuwendungen unLebenden an eine Hilfsorganisation aus Anß der Besetzung des Ruhrgebiets von der Erbhaftssteuer zu befreien, 2. bei der Einkommensteuer Körperschaftssteuer den Abzug von Beiträgen eine Hilfsorganisation der in Nr. 1 bezeichne#n Art vom Einkommen in voller Höhe zuzulas#n, 3. Arbeitslohn, der einer Hilfsorganisation r in Nr. 1 bezeichneten Art zur Verfügung ge##llt wird, vom Steuerabzug und von der Einkombensteuer zu befreien, 4. die Hilfsorganisationen, r in Nr. 1 bezeichneten Art von allen Steuern befreien, die auf Einkommen oder Vermöghen. *e Einen heiteren Vortragsabend veranstaltet der hiesige tathol. taufm. Verein„Hansa" am Mittwoch, den 7. März im Vereiushause (Specht) vor Stuhlreihen und hat hierfür den rühmlichst bekannten Vortragskünstler Pesch Mario aus Münster gewonnen. Wir werden auf die Veranstaltung, über die noch nähere Einzelheiten durch Anzeige mitgeteilt werden, noch zurückkommen, bemerken aber heute schon, daß der Ueberschuß des Abends einem wohltätigen Zweck dienen soll Eintrittskarten werden bereits in den nächsten Tagen zum Kauf angeboten. ** Ein großer Menschenauflauf entstand gestern abend nach 6 Uhr in der Hüsingstraße durch ein Vorkommnis, das nicht alle Tage passiert. Zwei junge Arbeiter eines hiesigen Baugeschäfts kamen in heiterer Stimmung mit einem Zweiräderwagen durch die Straße gefahren, verwechselten im Freudeneifer den Fahrdamm mit dem Fußsteig und fuhren sich so tapfer auf diesem fest, daß die Karre zielbewußt in die große Fensterscheibe des Hutgeschäftes Bernhard Feit eindrang, sich gründlich darin durchsetzte und dann reichlich viel Scherben hinterließ. Diese seltsame Besetzung des Schaufensters wird die Taschen der Schuldigen wohl wesentlich erleichtern und sonst noch manchen Aerger mit sich bringen. Ein teueres Vergnügen. Unter dieser Ueberschrift beschreibt uns ein Mitarbeiter das Vorkommnis folgendermaßen: Drei Männer, die trotz der hohen Ausschankpreise anscheinend reichlich tief ins Glas geschaut hatten, vassierten in den gestrigen Abendstunden mir einer größeren Ziehkarre die Hüsingstraße. Unweit des Feit'schen Hutgeschäftes verloren sie die Herrschaft über ihre Füße und auch über die Karre und rannten mit voller Gewalt in das große Schaufenster hinein, sodaß dieses vollständig zertrümmert wurde. Bei den gewaltig gestiegenen Glaspreisen dürfte ihnen das Vergnügen recht teuer zu stehen kommen. Der er der billigste ist und die Ausführung des Um zugs erhält. Dann soll es vorkommen, daß Beamte dem Spediteur vorschlagen, die Rechnung zu Gunsten des Beamten höher auszustellen. Die Beamten werden deshalb jetzt für alle Mehrkosten verantwortlich gemacht und unter Umständen auch disziplinarisch gegen sie vorgegangen. ** Krankheitsstatistik. In der 3. Jahreswoche vom 14. bis 20. Januar sind im Kreise Hörde (Stadt und Land) folgende Fälle von übertragbaren Krankheiten amtlich gemeldet worden: Erkrantungen an Diphtherie 2(Annen), Kindbettfieber 1(Schwerte), Scharlach 6(4 Hörde, Annen), Körnerkrankheit 1(Hörde); Todesfälle durch Tubertulose 1(Westhofen). „Billige“, Postkarten im Fernverkehr. Der Warenumsatz stockt, abgesehen von dem erkehr in Lebensmitteln, doch auch hier macht sich i den teuren Artikeln eine Senkung des Vernauchs bemerkbar. Ganz deutlich ist die Absatzbcung bei den industriellen Fabrilaten, die nicht bedingt zu den Tagesbedürfnissen gehören. Die kreise sind bei der heutigen Markentwertung sehr sch, und das Publikum kann längst nicht mehr Zit. Die Nachfrage der Ausländer ist sehr zurückgangen, und hat in verschiedenen Branchen ##nz aufgehört, da sie bei sich zu Hause oft billiger ##usen, als in Deutschland. Hand in Hand mit Desen Verhältnissen geht das Zusammenschrum#en der Warenläger in den Geschäften. Der Er#teinkauf kostet in der Regel mehr, als der Wanverkauf einbingt, und so lohnt die Neubeschafng nicht. ** Schützt die Palm=Kätzchen! Kaum sieht an an den Waldabhängen die Vorboten des nain Frühlings sich im Sohnenschein wiegen, da Hmmen auch schon bernichtende Menschenhände, and pflücken die reizenden Kätzchen ab. Trotzdem Hir jedes Jahr auf diese Unsitte hinweisen, kom#en doch wieder undankbare Menschen und zerhören die Frühlingspracht. Besonders sind es albwüchsige Burschen, die ganze Zweige von den Peidenbüschen abreißen. Wie häßlich sehen solche rzausten Sträucher aus. ** Aufschub für die Steuererklärung. Das Reichsfinanzministerium gibt bekannt:„Mit Rückschi auf den Gesetzentwurf über die Berücksichigung der Geldentwertung in den Steuergesetzen, r zurzeit im Stuerausschuß des Reichstagen seraten wird, und der einige Vorschriften enthält sie noch auf die Veranlagung zur VermögensNeuer Anwendung finden sollen, sind die Einkom. en= und Vermögenssteuererklärungsvordrucke im Algemeinen noch nicht zugestellt worden. Die #teuerpflichtigen werden vielmehr warten können, ds die Zustellung erfolgt ist. Soweit ausnahmsseise in einzelnen Finanzamtsbezirken die Steuer#klärungsvordrucke schon zugestellt sind, braucht Steuererklärung nicht eher abgegeben zu wergen, bis den Steuerpflichtigen ein Merkblatt zueht, das sie über die für die bevorstehende Vermlagung wichtigsten Aenderungen aufklärt.“ Reichsrat nahm am Montag abend zunächst die Verordnungen an, wodurch die Post=, Telegraphenund Fernsprechgebühren zum 1. März d. J. abermals erhöht werden. Der Reichsrat hat sich im wesentlichen an die Vorschläge des Verkehrsbeirats gehalten, wie sie kürzlich schon in der Presse veröffentlicht worden sind, d. h. die Gebühren sind im allgemeinen verdoppelt worden. Nur die Posttarte im Fernverkehr erfuhr insofern eine kleine Vergünstigung, als hier der Gebührensatz auf 40 M bemessen wurde. * Folgende Gebührenordnung wurde in der evangel. Gemeinde beschlossen: Der Totengräber erhält für Anfertigung eines Grabes bei Erwachsenen den 6fachen Betrag des Tarifstundenlohnes eines Erdarbeiters, bei Kindern den 3fachen Betrag, bei Sonntagsbeerdigungen 100 Prozent Aufschlag. An den drei hohen Festtagen finden keine Beerdigungen mehr statt. Erbgräber kosten pro Grab 10000 M, Verwesungsgräber für Erwachsene 4000 4, für Kinder 2000 A. Für Mitwirkung des Pfarrers bei Beerdigungen von Nichtgemeindegliedern wird eine besondere Gebühr von 1000 c erhoben. Solche Personen, die nicht zur evgl. Landeskirche gehören, zahlen die doppelten Gebühren für Gräber. Haustrauungen 3000 K, Benutzung der Kirchenorgel 1000 M. Hausandachten bei Beerdigungen 1000 cA, Grabgeläut: der jeweilige Preis der Kilowattstunde plus 100 Prozent, Auszüge aus den Kirchenbüchern 50 K. ** Schwerkriegsbeschädigte Rektoren. Bei d. Besetzung von Rektor= und Konrektorstellen an den Volksschulen sollen schwerkriegsbeschädigte Lehrer vor leicht= und nichtkriegsbeschädigten Lehrern bevorzugt werden, wenn sie nach Bewährung, Dienstalter usw. völlig gleiche Berücksichtigung verdienen, Voraussetzung ist ihre Fähigkeit die Obliegenheiten der Stellung zu erfüllen. ** Bilderschau Schwerte. Um Nachfragen vorzubeugen, wird darauf hingewiesen, daß in den bei den Jugendvorstellungen, sowohl am Freitag, als am Samstag nachm. der Film„Heimat in Not“ vollständig vorgeführt wird, ebenso der humoristische Film. Es sind diesmal deshalb zwei Nachmittage gewählt worden, um Ueberfüllungen vorzubeugen, wie sie in anderen Städten bei die sem Film vorgekommen sind. Durch die Hilfe der Ermahnung seiten; der Eltern ist die Vorführung am letzten Samstag von Störungen frei geblieben Ein Knabe, der vor Beginn sich nicht ganz verträglich zeigte, sollte verwiesen werden, bat aber dringend ihm dies nicht anzutun. Er durfte bleiben und alles war wieder gut. ** Eine Schlägerei im Wartesaal tobte vergangene Nacht auf dem hiesigen Bahnhofe. Als Bahnbeamte zu Hilfe kamen, um die Kämpfender zu trennen, floh die Schlägerkolonne und die zwei niedergeschlagenen Opfer des Kampfes blieber verletzt liegen. Somit konnten Ursache und Täter der üblen Balgerei nicht mehr festgestellt werden. Eine gute Aufsicht im Wartesaal 4. Klasse wäre vielleicht angebracht, um etwa Unschuldige zu schützen. ** Schiebungen mit Umzugskosten. Gegen Schiebungen mit Umzugstosten durch Beamte müssen sich einzelne Behörden zur Wehr setzen. Vor der Vergebung von Umzügen sind meist schriftliche Angebote von mindestens drei Spediteuren, darunter von einem ringfreien, vorgeschrieben. Es soll aber vorkommen, daß Angebote nicht unmittelbar von den Beamten eingefordert werden, sondern daß ein dem Beamten bekannter Spediteur die Angebote vermittelt. Der Zweck der MaßnahAus den Provinzen. Wattenscheid. Ein Liebespaar von einem Auto überfahren. In der Nähe des Schlachthofes wurde auf der Straße ein Liebespaar von einem Auto überfahren. Beide jungen Leute wurden schwer verletzt und muhten sofort ins Krankenhaus eingeliefert werden, wo der junge Mann, Peter Adamczak aus Westenfeld, inzwischen seinen Verletzungen erlegen ist. Das Mädchen, Johanna Sackers aus der Weststraße hier, liegt bedenklich darnieder. Recklinghausen. Wegen fortgesetzter Milchpantscherei hat das hiesige Schöffengericht die Frau des Landwirts Kuckelmann im benachlarten Berghausen zu 6 Wochen Gefängnis und 100000 Mark Geldstrafe verurteilt. Das Urteil wird in den hiesigen Tageszeitungen auf Kosten der Angeklagten veröffentlicht. Bei Zumessung der Strafe ist das Gericht von der Annahme ausgegangen, das solches Vorgehen angesichts der heutigen Milchknappheit und der hohen Milchpreise mit Rücksicht auf die Ernährung der Kinder nicht scharf genug verurteilt werden könne. Wanne. Für 8 Millionen aus dem Kinderheim gestohlen. Ein schändlicher Einbruchsdiebstahl ist im Kinderheim in Eickel von bisher nicht ermittelten Einbrechern verübt worden. Diese stahlen Kisten mit Büchsenmilch Zucker, Fette, Oel, Mehl usw. im Gesamtwerte von acht Millionen Mark. Bottrop. Raub= und Raubmordversuch. Der Gärtner und Invalide Ros wurde auf dem Heimwege von einem jungen Burschen überfallen, schwer mißhandelt und seiner Barschaft im Betrage von 33000( und einer Damenuhr mit Kette beraubt. Der Bursche schleppte den Ros an einen Wassergraben und steckte sein Opfer mit dem Kopf ins Wasser, nachdem er ihm noch wuchtige Schläge versetzt hatte, verließ er sein Opfer. Der Ueberfallene, der kaum mit dem Leben davon kommen wird, schleppte sich ins nächste Haus und ist dann ins Krankenhaus gebracht worden. Aus dem Reich. nisterpräsiden! Bratianu erklärte, daß die Regirung von dem beschrittenen Wege nicht abweichen werde, da die antisemitischen Ausschreitungen Rumänien im Auslande schädigten. Die Schuld an den bedauernswerten Hetzen hätten die Universttätsbehörden, welche nicht rechtzeitig eingeschritten Der Teuerung benannte Vorgang ist im Grunde genommen nichts anderes als die Folge der Geldentwertung. Geld ist eine Leistungs=Quittung; die Summen der täglichen Leistungen der Volkswirtschaft stellen die Summen des Geldes dar, das in der Wirtschaft im Umlaufe ist. Hinter diesem Gelde steht die Menge der erzeügten Ware das heißt, das Geld ist durch diese Werte gedeckt. Solange das der Fall war, hatten wir eine wertbeständige Mark. Diese Voraussetzung liegt aber jetzt nicht mehr vor, da die Schaffung des Geldes sich nicht mehr nach den objektiv wirtschaftlichen Ersordernissen richtet, sondern nach anderen Erwägungen. Den Jagdfreund erschoffen. Aus Bayreuth wird geschrieben: Der Bürgermeister Friedrich Geyer in Schlockenau bei Münchberg befand sich am 14. November vorigen Jahres auf der von ihm erpachteten Gemeindejagt seines Wohnortes. Gegen 10 Uhr kam der Gütler Johann Gahn aus Schlockenau an demAcker voriber, auf dem Geyer auf Hasen pürschte. Gayn ein alter Jagdfreund Geyers, ging auf letzteren zu, fragte ihn, ob er schon etwas geschossen habe, und sprach dann über seine Gewehrhaltung mit den Worten:„Fritz, so darfst du dein Gewehr nicht tragen.“ Er nahm dem Geyer den geladenen und gespannten Zwilling aus der Hand, zeigte ihm. wie die Waffe nach seiner Auffassung unter dem rechten Arm getragen werden müsse, und gab dann das Gewehr, das er so hielt, daß der Kolben unter Geyers Arm kam, während die Läufe gegen Gahn gerichtet waren, an den Jagdpächter zurück. In diesem Augenblicke ging ein Schuß los und die ganze, aus Schroten Nr. 1 bestehende Ladung des lin ken Laufes ging dem Gahn auf eine Entfernung von etwa 1 Meter in den linken Oberschenkel, der durch den Schuß ganz zerfetzt wurde. Gahn, ein Mann von 32 Jahren, verheiratet und Vater zweier Kinder, starb infolge der schweren Verletzung am nächsten Tage. Geyer behauptet, der unglückselige Schuß sei ohne sein Verschulden losgegangen. Vom Schöffengericht Stadtsteinach war Geyer wegen fahrlässiger Tötung zu 3000 M Geld strafe verurteilt worden. In der Berufungsverhandlung vor der Straskammer in Bayreuth wurde Gever zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Wichtigsten von ihnen sind die Auswirtungen des Versailler Dittates. Nehmen wir einmal die Lebensmittel. Das Versailler Diktat hat uns einen Verlust an landwirtschaftlicher Anbau fläche auferlegt, der bei Brotgetreide 16 Prozeni. bei der Kartoffel 8 Proz., bei Zuckerrüben 20 Prozent usw. beträgt; dagegen sind durch das Friedensdiktat„nur“ 10 Prozent der früheren Bewohner Deutschlands von uns losgelöst worden, wäh. rend andererseits infolge des Vertreibens Deutscher von ihren jetzt im Ausland gelegenen Wohnstätten in sehr vielen Fällen eine Rückwanderung stattgefunden hat. Die Bevölkerungsdichte je akm. isr auf 130 Einwohner gegen 120 in der Vorfriegszeit gestiegen; der Ernteertrag dagegen durchschnittlich um mindestens 35 Prozent hinter der früheren Produktion zurückgeblieben. Dadurck kam es, daß wir allein vom 1. Mai 1921 bis 1. Mai 1922 für rund 105 Milliarden I Lebensmittel aus dem Ausland einführen mußten. Außer den einmaligen Gebietsabtrennungen hat das Versailler Diktat uns auch noch laufende Leistungen auferlegt. Wenn man für eine Arbeitsstunde einen Durchschnittsertrag von 40—50 Goldpfennigen annimmt, so ergibt sich, daß für die im Jahre 1921 von uns ausgebrachten Geld= und Warente: stungen in Höhc von K 2,2 Milliarden Gold nicht weniger als 4,4 Milliarden Arbeitsstunden not wendig gewesen sind, so daß unter Zugrundelegung von 2400 Arbeitsstunden je Arbeiter und Jahr ungefähr 2 Millionen deutscher Arbeiter ein ganzes Jahr lang ihre volle Arbeitskraft für Reparationszwecke hergeben mußten. Finanztechnisch kommt diese zum Ausdruck einerseits in dem steigenden Geldmittelumlauf, andererseits in dem ständigen Fallen der Mark, das sich mit besonderer Schärfe zeigt, als die imperialistischen Pläne Frankreichs sich klar offenbarten. Wir sehen, daß die Hauptsache der Preissteigerungen in den außerordentlichem Rückgang der Erzeugung zu stuhen ist, dem entsprechende Verringerung der Nachfrage nicht zur Seite steht. Wenn wir keine auf den Rückgang der Erzeugung zurück gehende Geldentwertung, sondern eine wirkliche Teuerung hätten, dann müßte der innere Wert aller deutschen Waren über dem Goldmarkwert liegen. Das ist aber nicht der Fall, da sonft z. B der Ausverkauf Deutschlands durch die Ausländer nicht möglich wäre. Die Waren sind im Gegenleit in Deutschland billiger als im Ausland; eine Teuerung oder gar ein Wucher kann deshalb in der Allgemeinheit, in der sie behauptet werden, nicht vorhanden sein. Als Schlußfolgerung ergibt sich, daß Preissteigerungen solange unvermeidlich sind, wie der Rückgang der Erzeugung andauert. Dieser ist nur dadurch zu beseitigen, daß wir durch eine entsprechende Revision des Versailler Diktates wieder ir die Lage versetzt werden, unsere Erzeugung dem Bedarf entsprechend in den eigenen Grenzen vornehmen zu können. (Wir stellen obigen Artikel zur Diskussion! Nie 8tc1159) Weltrundschau. me wird dadurch natürlich vereitelt. Der vermittelnde Spediteur richtet sein Angebot so ein, daß Brand des Nationaltheaters in Sofia. Wie aus Sosia gemeldet wird, brach auf der Bühne des Nationaltheaters während der Probe zu einer Galavorstellung ein Feuer aus, das den Bühnenraum und das mit Bühnenrequisiten angrenzende Gebäude zum größten Teil einäscherte. Durch den unverzüglich in Tätigkeit tretenden allgemeinen Rettungsdienst konnte eine größere Panik verhütet werden. Nach den bisherigen Feststellungen sind zwei Personen getötet und 15 verletzt worden. Der Brand soll dadurch entstanden seln, daß ein Dekorationsstück in Flammen aufging. Schließung der Bukarester Universität. Durch Beschluß des rumänischen Ministerrats wurden die Bukarester Universität und alle Studentenheime für das ganze Jahr geschlossen. MiTehir brähtmietbungen. Wieder ein deutscher Eisenbahner erschossen. TU. Köln, 15. Fedr. Der Lokomotioputzer Franz Eligen vom Betriebsbezirh Jünkerath wurde gestern beim Ueberschreiten des Bahnkörpers, zu dessen beiden Seiten er Eigentum hat, in der Nähe des Bahnhofes Jünkeralh von einem französischen Posten ohne einen erkennbaren Grund erschossen. Eine Strafe! TU. Bochum, 15. Fedr. Iwischenfalles am 8. d. M., bei dem ein französischer Soldat verleßt wurde, ist der Stadt Bochum eine Geldbuße von Mk 200000 auferlegt worden. Die Verhaftung des Oberbürgermeisters von Essen. TU. Essen, 15. Fedr. Heute morgen gegen 7 Uhr ist Bürgermeister Dr. Schäfer, dei die Geschäfte des als Ernährungsminister in Berlin tätigen Oberbürgermeisters führt von den Franzosen verhaftet und nach Bredenei den Rohnth des Soumenbinenben Omgels gebracht worden. 70. Fortsetzung der Liste in Amerika befindlicher Gelder für in Deutschland gesuchte Erben. 1 Dollar hat zur Zeit einen Wert von ca. 40000 Ml. Unbefugter Nachbruck dieser Artikel, auch im einzelnen, ist streng verboten. Es ist uns ein Anliegen, unseren Lesern nach jeder Richtung hin bestens zu dienen. Wenn mög. lich, wollen wir jedem auch den ihm zukommenden irdischen Besitz verschaffen. Nun Regen seit mehreren Jahren(etwa seit Beginn des Krieges) in Amerika viele Gelder von dort verstorbenen eingewanderten Deutschen und ähnl., deren Erben oder Besitzer bis jegt in Deutschland noch nicht gefunden sind. Wir haben uns bemüht, die lange, ausgiebige. Liste der gesuchten Deutschen zu erlangen und wurde uns dieselbe nuninehr zur Verfügung gestellt. Darnach besitzen vielc tausende unter uns, die selbst oder als Erben gesucht werden, Geld, ohne eine Ahnung davon zu haben. Die Register enthalten über 3: 600 amtliche Erben=Gesuche! 28. 9262 Dollar, ca. 370 Millionen Mark hat ein Franz Bender hinterlassen, der im Februar 1922 in Amerika starb. Er war Bäcker von Beruf. Seine Mutter soll eine geborene Boedan oder Bokdan oder so ähnlich gewesen sein. Angeblich wurde er 1866 geboren. Wo ist noch nicht bekannt. Mit seinen Angehörigen hat er weder im Briefwechsel gestanden, noch in gutem Vernehmen, weil er, so heißt es, seine Geschwister beschuldigte, den Erbanteil am Nachlaß der Eltern an sich genommen zu haben. Die Erben sind, gänzlich unbekannt. Wer Bender oder Bokdan etc. heißt prüfe das Gesuch recht genau! 29. 2000 Dollar, ca. 80 Millionen Mark hat auf einer amerikanischen Bank vor ca. 20 Jahren ein gewisser Claus Wilckens hinterlegt. Seit dieser Zeit hat er sich nicht mehr um das Depot gekümmert, er ist auch nirgends aufzufinden. Da er aus Deutschland stammt werden nun hier die gänzlich unbekannten Erben gesucht. SRTEFKASTEN Anfragen aus unserem Leserkreise, denen deutliche Adresse U. Abonnementsquittung des laufen. den Monats beigefügt sein müssen und deren Beantwortung auf allgemeines Interesse Anspruch machen kann, werden sachgemäß und zuverlässig beantwortet. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Die erteilten Auskünfte sind unverbindlich. Wir haften weder für Verlust noch für Beschädigung uns übersandter Urkunden. Frau W. H. Daß die Hülsenfrüchte so teuer sind liegt— an der Valuta. Wir erzeugen bei weitem nicht den eigenen Bedarf. Bohnen kommen in großen Mengen aus Rumänien, Jugosla= vien, Kalifornien und Brasilien, Erbsen aus den Balkanstaaten und aus China, Linsen aus Aegypten, Indien und Brasilien. Th. M. Es gibt leider, eine ganze Menge Entente=Kommissionen in Deutschland. Aber sagen Sie mal: warum wollen Sie denn die„Adresse der Entente=Kommission“ eigentlich wissen? Paul E. Poincare ist am 20. August 1860 geboren, also bald 63 Jahre alt. Von Beruf ist er Rechtsanwalt. Paul P. Erwachsene Menschen haben etwa fünf Liter Blut im Körper. Fräulein L. S. Ihre„allzu feuchten“ Hände behandeln Sie am besten durch längeres Baden derselben früh und abends in heißem Wasser, in dem etwas Alaun gelöst wurde. Frau W. N. Erspartes Haushaltungsgeld gehört von Rechtswegen dem Ehemann. Abonnent H. O ja, die Kündigung einer Wohnung oder Stellung kann auch telegraphisch geschehen. 200 Dollar, ca. 12 Millior nen Mark hinterWir werden die Namen dieser bisher noch unbekannten„Reichen" allmählich zum Abdruck bringen und bitten, unsere Veröffentlichungen stets zu beachten und weiter zu empfehlen. ließ ein Farmer Joseph Liembeck oder Liembach, der angeblich aus Bayern stammt und vor 1885 auswanderte. Seine Erben sind unbekannt. Alle jenen, welche auf Grund, der nun folgenden Listen Ansprüche erheben können, wollen sich unter Beilegung von 20 KK für Antwortporte und Schreibgebühren an die Geschäftsstelle unserer Zeitung wenden, worauf wir weiteres veranlassen 31. 300 Dollar. ca. 12 Millionen Mark hinter. ließ ein Anton Goepfert, angeblich 1816 geboren. Er hatte 6 Brüder und 2 Schwestern. Alle diese bezw. ihre Abkömmlinge werden als Erben geBerliner Börsenku vom 14. Februar 1923. mitgeleilt vom Barmer Bank=Verein, 5% Deutsche Reichsanleihe rse Zur Beachtung! Liste Nr. 22 Zur Beachtung! Bereits 69 der gesuchten Amerika=Deutschen oder ihre Erben haben sich gemeldet und werden insgesamt weit über 7 Mill. A an sie zur Auszahlung gelangen! Wir bitten, unsere Veröffentlichungen sehr zu beachten und weiter zu empfehlen. Viele tausende, die selbst oder als Erben gesucht werden, besitzen Geld, ohne eine Ahnung davon zu haben. Die Register enthalten über 33000 amtliche Erbengesuche! Diejenigen unserer Leser, welche in der vorvergangenen Woche Anfragen über das ihnen zukommende Geld bei uns eingereicht haben, können ihre Antworten in unserer Geschäftsstelle in Empfang nehmen, da dieselben von der zuständigen Stelle bereits eingetroffen sind und zumeist nicht ungünstig lauten, sodaß weiterer Erfolg gesichert erscheint, wozu wir bestens gratulieren. Barmer Bank=Verein Deutsche Bank Diskonlo. Dresdener Bank Osnabrücker Bank Hamd.=Amer.=Pak. Allgem. Elektr.=Ges. Baroper Walzwerk (uß Bösperde Walzwerk Daimler Motoren Deutsche Kaltwerke Verlag und Schriftleitung der„Schwerter Zeitung". Deutsch=Luxemourg Dynamtt Elvers. Farbw. Essener Steinkohle Geisenkich. Bergw. Harpener Bergw. Hasper Eisen Hoesch Humbold! Masch. Mannesmann Schwerte 94 7075 18000 16500 8750 7500 50000 17800 50000 58000 29750 14000 55000 59500 26100 32000 56100 Orenstein& Koppel....... 31000 Phönix Bergbau 41000 Reisholz Pap...... 44060 Rhein. Stahlwerke...... 9 Rombacher 25000 S61ch9 11800 Siegen=Soungen Ver. Di. Nickelwerke.... 45060 Westf. Draht=Ind. 20000 auslands-Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Man zahlte deutsche Mark: 57000 1250•0 77000 80000 31500 62500 für belgischer Frank.. dänische Krone englisches Pfund. französischer Frank. holländischer Gulden italienische Lire 100 polnische Mark 1 schwedische Krone 1 schweizer Frank. 1 t s c h e c h t s c h e K r o n e am 13. 2. 1508.71 5236,87 129675.— 1708.21 10922,62 1326,65 69.— 7331,62 5211,93 822,93 cm 14 2. 1231,91 4389.— 109226,50 1406.47 9226,9 1117,20 6159,56 4389.— 703,23 Ein Dollar 27630,75 23441,25 Kichtspiele Reichskrone. Ab Freitag: Der Film Stetbenor=Penter! der 1. Ceil: zeit:„Heimat in Kot.“ Bilderschau Schwerte Reichskrone. Otto Straetmanns Lieschen Straetmanns geb. Bödecker Vermählte on? liefert täglich für zwei Kranke Wer: 2—3 Liter Ziegen= od Kuhmilch gegen hohe Vergütung. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Zeitung. Das neue Schwerte, den 15. Februar 1923. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Ableilung B Nr. 36 ist bei der Firma Stahlwerk Ergste, Aktien= gesellschaft in Ergste eingetragen, daß die Prokura des Kausmanns Walter Schlieper erloschen ist. Schwerte, den 12. Februar 1923. Amtsgericht. Porzellan, Glas und Kristall in großer Auswahl stets am Lager. Tafelservice für 6 und 12 Personen, Kaffee=, Kakao= und Teeservice von ersten Firmen. Mocca=und Sammellassen, Kristall=Römer, Jardinieren, Aussätze, Vasen, Saftkaraffen FTEZZS der Hiar. Schurile und des sowie der Gemrinden Gigfie u. Gennen Ausnahmsweise in dieser Woche zwei Vorführungen: Freitag nachmittag und Samstag nachm. Der Film der Zeit: oterbende Volker I. Teil: heimat in Not. Sieben Abteilungen. Für die Jugend bearbeitet. Schwimm-Verein Schwerte 06. M. d. ) D. S. Urdentuchen Zum Schluß: Eine lustige Affenges Zur Teilnahme an der Beerdigung des verstorbenen Mitglieds Fritz. treten die Mitglieder beim Wirt Georg Schorre am Freitag nachm. 2½ Uhr an. Der Vorstand Einlaß 3,15 Uhr. Beginn 4 Uhr. Nach Beginn kein Zutritt. Preise für diese Vorführungen: 50— Mk., 100— Mk., Balkon 200. Mk. SATHTE mit Fernsprechverzeichnis, Gewerbeverzeichnte und Industrie-Röreßbuch ist erschienen. Preis 1500 Mk. Einkommen und Selbständigkeit bietet strebsamen Herren in Stadt und Land, bedeutende Firma durch Uebernahme der Alleinvertretung ihrer hervorragenden, zeitgemäßen #artikel. Erforderl. Barkapital 100— 200000 M; unnötig Vorkenntnisse oder Lagerräume. Ausfübrl., Offerten unter J. P. 14857 ! an Rudolf Mosse, I Hannover. Suche für mein Putzund Korsettgeschäft ein Lebrlräul- in nicht unter 16 Jahren mit gut Schulzeugnissen. Selbiges findet auch Gelegenheit, sich im Atelier zu betätigen— Daselbst wird auch ein Lehrmädchen für das Atelier gesucht. S. 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