ter g. ich die Kosten h ssch in lasse. ben bei 1. lopädischen Schuhen diete amt Dortmund tadder npfichlt Markt's saft ic enkurse 1923. Verein, Schwerle ..." 112 " 7 0 0 0 0 " 26000 " 17000 17000 47500 " 2 7 5 0 0 40000 " 8 4 0 0 0 26000 " 2 5 0 0 0 " 7 8 0 0 0 99000 32500 37000 " 8 4 5 0 0 90500 40000 165000 45000 85000 36000 " 7 6 0 0 0 64000 48250 77000 72000 42500 59950 23000 42000 15000 21000 er Berliner Börse rse) kark m 26. 1. 346.62 1588,50 3228.— 486,27 9197, 107,22 74,50 3184.50 1314.18 643,38 am 29. 1. 1845.37 6294.22 155116,25 2054,85 13047.30 1566,07 97.50 8802,93 6184,50 952,61 Beilagen: Schwerter Hausfrou und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimotblätter u Lustiges Allertel. Kinderzeitung: Unser Blatt. n Unterhaltungs-u. Romanbeilage. n Spiel, Sport und Curneu. n Lebensb#d. Kunsi u. Wissen.n Gartenratschläge. Oerdunden mit: Schwerter Cageblatt und Kazeigen Schwerter Oelkszeitung Schwerter Velksbiatt Beltheiener Zeiamg Avlerdecker Zeitung Zeitung für den Kreis Börte. betzwicheten Zettung Geurolanzeiger für den Kreis Hörde. D#„Schwater Hatung“ aschenes verktäglich.n Druck und Berlog: Carl Braus. Celegr. Adr. Braus, Schwerterudr. Postschear- Dortmund 2639 Verantwortliche Schriftleitunge de Sche u chmet Nr. 26 Mittwoch, 31. Januar 1923 56. Jahrgang 99.80 33166,87 Zum Hebt das Herz' Hebt die Hand! Erd' und Himmel soll'n ihn hören, Unsern hohen Schwur der Ehren, Unsern Schwur fürs Vaterland. Neueste politische Nachrichten. Die Hearst Presse veröffentlicht einen Appell des Senator Vorah, in dem dieser erklärt, es sei Amerikas Pflicht, in die Ruhrtrise aktiv einzugreifen. Es gehe um die Zerstorung einer ganzen Nation. * Mitgliedern der hollündischen Kammer und der holländischen Handels= und Finanzwelt hielt der schweizerische Bundespräsident bei einem Empsang eine Rede, in der er u. a. erklärte, die Lage in Mitteleuropa sei als wie im Kriege. Jede dortige polinische und wirtschafttiche Gemeinschaft zwischen den Völkern würde mit Vernichtung bedroht. Man ist in Lausanne der Ansicht, daß die Türten den Friedensvertrag, der am Mittwoch der türkischen Avordnung überreicht werden soll, zu. rückweisen werde. Ismed Pascha hat bereits mitgeteilt, daß er wohl Donnerstag endgültig abreisen werde. Nach einer Havasmeldung aus Lausanne soll Poincare Mustapha Kemal den Rat gegeben haben, den Friedensvertragsentwurf zu unterzeichnen. * In allen Stein= und Braunkohlengebieten Deutschlands außerhalb des Ruhrgebietes haben Konferenzen stattgefunden, in denen überall die Geneigtheit zutage trat, Ueberschichten verfahren, um einen etwa eintretenden Ausfall in Ruhrsteinkohlen auszugleichen. Vermischte Nachrichten. Der Anteil der Frauen im zahnärztlichen Beruf ist in Deutschland jetzt so groß, daß auf 9 männliche 5 weibliche Zahnärzte kommen. Die stolzeste Mutter der Welt" nennt sich eine Frau Jane Morrig in Jakson Country in Kentucky. Sie feierte jüngst ihren 87. Geburtstag, umgeben von allen ihren 15 Kindern, 128 Enkeln. 526 Urenkeln und 49 Ururenkeln, zusammen 518 Abkömmlingen. Dazu kam noch eine große Zahl Schwiegersöhneund Schwiegertöchter, sowie Eltern und Geschwister von diesen, sodaß ein„Familien= is sad er tectonat tersioumt tret. Der Beschluß des Bergarbeiter-Verbandes. Bochum, 30. Jan. Der Bergarbeiterverband hielt eine Revierkonferenz für den Ruhrbezirk ab, an der über 200 Delegierte und Verbandsfunktio näre teilnahmen. Außerdem waren der Afabund, der Metallarbeiterverband und der Verband der Maschinisten und Heizer anwesend. Nach einem mit stürmischem Beifall ausgenommenen Referat des Verbandsvorsitzenden Husemann über die ge genwärtige Lage ergab die Debatte, in dem alle Bezirke des Ruhrgebietes zu Worte kamen, vollständige Einmütigkeit über die Abwehr der fran zösischen Gewaltpolitik, wie sie von den Hand= und Kopfarbeitern gemeinsam zu führen ist. Ohne Verzicht auf seine grundsätzliche Stellungnahme zum sozialen Kampf wird der Bergarbeiterverband den Abwehrkampf gegen französische Gewalt geschlossen:führen. Drohungen werden sie einmütig geegnüberstehen. Entschlossenen Widerstand werden die Vergarbeiter einem gewaltsamen Vorgehen gegen ihre Organisation, ihre Führer oder Ar beitsgenossen entgegensetzen. Ganz besonders lehnen sie den Versuch einer neuen Währung ab, de die Erfahrung im Saargebiet zeigt, daß diese Methode nach einer kurzen scheinbaren Besserung um so sicherer dadurch zu einer Verelendung des Ruhr gebietes und des ganzen deutschen Volkes führen muß. Essen, 31. Jan. Die Köln. Ztg. meldet: Die Franzosen scheinen von gestern an verschärfte Maßnahmen ergreisen zu wollen. Der Höchst kommandierende, General Degoutte, verhängte in einer neuen Verordnung, den verschärften Bela gerungszustand über das ganze von Franzosen und Belgiern besenzte Ruhrgebiet. Der Verkehr ist von 10 Uhr abends bis 6 Uhr morgens auf den Straßen verboten, mit Ausnahmen, die der Ortskommandant zu genehmigen hat. Diese Verordnung ist zur Stunde noch nicht veröffentlicht; das soll durch den Polizeipräsidenten geschehen. Die Be satzungsbehörde begründet den verschärften Bela gerungszustand mit den fostematischen Hindernis# sen, die der Ingenieur= und Kontrollkommission durch die Reichsbeamten in den Weg gelegt werden. Gegen jeden Sabotagealt bei Post. Telegraph und Eisenbahn wird nach der Verordnung mit ! W a f f e n g e w a l t v o r g e g a n g e n w e r d e n. A l l e V e r sammlungen ohne besondere Genehmigung sind verboten. Verboten sind auch alle Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren und Flugblätter, die die Sicherheit der Besatzungsbehörden gefährden. Dasselbe gilt für Theater, Kino. Schauspiele usw. Als Strafe sind vorgesehen 5 Jahre Gefängnis oder 10 Millionen Mark oder beide Strafen zusam men, soweit das französische Gesetz nicht härtere Strafen vorsieht. Auf Besehl aus Paris. Paris, 31. Jan. Eine Havasdepesche aus Düsseldorf besagt: Infolge des„offenen oder passiven Widerstandes“ der deutschen Beamten beschlossen die Alliierten. im gesamten besetzten Gebiet, alle hohen Beamten, die in ihrer bisherigen Haltung beharren, zu verhaften und auszuweisen. Die Anwendung dieser neuen Maßregel beginnt so fort. Jahn und das Schicksal der Essener Gewerkschaftsführer. Essen, 31. Jan. Gestern 12 Uhr Mittag ist der Reichsbahndirektionspräsident Jahn und sein erster Vertreter Oberbaurae Pusch von den Franzosen verhaftet und unter militärischer Bedeckung mittels Auto abgeführt worden; wohin ist vorläufig unbekannt. Essen, 31. Jan. Die gestern verhafteten Gewerkschaftsführer der Beamten und Angestellten des Post- und Telegraxhenpersonals sind ins unbesetzte Gebiet abgeschoben worden. Sie wurden auf freier Landstraße ausgesetzt. Der Amtmann(Bürgermeister Steinmeyer) aus Lütgen=Dortmund ist verhaftet worden. Der Belagerungszustand der Presse. Essen, 31. Jan. Bei einer Vorladung der Essener Presse wurde diesen in einem mündlichen fehl durch den französischen Vertreter ebenfalls Strafmaßnahmen angedroht, wenn sie sich in ihrer Schreibweise nicht ändere. Die Vertreter der deutschen Presse verwahrten sich gegen jede Beschränkung der Pressefreiheit, soweit sie nicht durch deutsche Gesetze eingeschränkt sei. Darauf erklärte der französische Vertreter, die Presse dürfe aber nicht vergessen, daß sie unter Belagrungszustande stehe. Herne, 30. Jan. Die„Herner Zeitung“ wurde von der Besatzungsbehörde ab morgen auf vier Tage verboten. Verschärfter Belogerungszustand in Dortmund. Dortmund, 31. Jan. Der verschärfte Belage rungszustand ist durch den kommandierenden fran zösischen General Degoutte für Dortmund von Mittwoch, den 31. Januar. mit Wirtung von 5 Uhr nachmittags an verhängt. Nach§ 2 der Verord I nung isi der Verkehr auf der Straße von 10 Uhr abends bis 6 Uhr morgens untersagt. Das gilt nicht den Aerzten. Geistlichen, Hebammen und Feuerwehrleuten. Politische Versammlungen sind bis auf weiteres verboten. Aus dem Bett heraus. Vorhalle, 31. Jan. Mit dem Bajonett wurden gestern die Beamten des Bahnhofes Vorhalle durch die Franzosen von ihren Posten entfernt. Hattingen, 31. Jan. Hier wurde gestern morgen durch die Franzosen der Landrat Frie drich aus dem Bett geholt. Nur notdürftig beklei det, wurde er im Automobil fortgeschafft, wohin ist nicht bekannt. Landrat Hansmenn auf unbestimmte Zeit berreist. Außer der Verhaftung des Postdirektors Tschauder sollte in Hörde auch die des Landrats Haus mann erfolgen. Herr Landrat Hausmann war jedoch rechtzeitig auf unbestimmte Zeit verreist,(2) sodaß die Franzosen, welche ihn ebenfalls aus dem Bett nach unbestimmtem Ziel abführen wollten unverrichteter Sache abziehen mußten. Berlin, 31. Jan. Nach einer bis in die spären Nachtstunden andauernden Sitzung des Reichskabinetts hat der Reichsverkehrsminister folgenden Erlaß an die westlichen Eisenbahndirettionen herausgegeben: Für das Verhalten des Eisenbahn###sonals anläßlich der Ruhrbesetzung sind folgende Weisungen maßgebend: 1. haben Transporte von im besetzten sowie im neubesetztem Gebiet geschlagenem Holz nach Franireich oder Belgien zu unterbleiven, auch in de englischen Zone; 2. französische und belgische Truppentrans porte und Nachschübe für das neuvesetzte Geviet dürfen weder im altbesetzten Gebiet noch im neubesetzten Gebiet gefahren werden. Ausnahmen dafür sind: a) Transporte auf den Strecken, auf die die Besatzungsbehörden nach dem Rheinlandabkommen Anspruch haben; v) Verpflegungszüge auch für das neubesetzte Gebiet, um Requisitionen zu vermeiden, Militärtransporte jeder Art auf den in der englischen Zone liegenden Strecken; 3. Zusammenarbeit mit Franzosen und B.l giern auf deutschen Strecken ist den Eisenbahnbeamten kuntersagt; das bezieht sich auch auf das Verhalten des Personals mit den im deutschen Gebiet verbleibenden Truppen. Ferner ist untersagt, den Betrieb der von den Franzosen und Belgiern militarisierten Strecken zu übernehmen, der Telephon= und Telegraphenverkehr an solchen Strecken ist zu unterlassen. Einrichtung von Gemeinschaftspersonal ist nicht statthaft; 4. wenn fremde Personenzüge auf Strecken sich befinden, die von stationiertem deutschen Personal besetzt sind, so sind diese Züge mit allen Mit teln anzuhalten, ihre Weiterbeförderung ist zu verhindern; 5. im übrigen muß Grundsatz bleiben, den Betrieb so lange wie möglich in deutscher Hand zu halten. Militärische Strecken sind zu beobach ten und bei der Räumung sofort in deutschen Betrieb wieder zu übernehmen. Außerdem ist folgende Anweisung ergangen: Gegenüber etwaigen Requisitionen des Eisenbahnpersonals durch fremde Militärbehörden aus Anlaß des rechtswidrigen Einfalls in das Ruhr gebiet wird sämtlichen Beamten und Arbeitern der Reichsbahn hiermit ausdrücklich verboten, anderen Befehlen als von den zuständigen deutschen Stellen Folge zu leisten. * Grußberbot des Ministers Sebering. Berlin, 31. Jan. Der preußische Minister des Innern, Severing, hat an den Oberpräsidenten in Münster folgenden Erlaß gerichtet: „In Anbetracht des völkerrechtswidrigen Vorgebens der Franzosen und Velgier gegen die Bevölkerung und die Beamten des neu besetzten Gebiets wird sämtlichen Beamten der Polizei mit Einschluß der Landjägerei verboten, die Offiziere und die Gaotnen der trenben une ue gtchen. Austa, zuln Featschen (Ruhrhilfe). Westfalen! Die Reichs= und Staatsregierung rust das deutsche Volk zur Hilfeleistung für die Ruhrbevölkerung auf. Auch die Provinz Westfalen, als Nächstbeteiligte, ist freudig bereit, an dem Hilfswerk mitzuwirken. Das Ruhrgeviet ist mitten im Frieden unter Bruch des Völlerechts von den Franzosen und Belgiern, die mit den modernsten Kriegswaffen ausgerüstet sind, besetzt worden. Ein Teil der Provinz Westfalen gleicht einem großen Kriegslager. Arbeitsfreudige, friedliche und waffenlose Menschen, die ihrem Tagewerk nachgehen, werden von den bis an die Zähne bewaffneten Franzosen und Belgiern bedroht. Macht, Gewalt und Rechtsbruch beherrschen heute das Gebiet der Berg= und Hüttenwerke. Unsere Landsleute an der Ruhr verteidigen dort den deutschen Gedanken, die deutsche Freiheit und die deutsche Einheit; sie kämpfen für die geistige und wirtschaftliche Lebensmöglichkeit des deutschen Volkes. Nun gilt es, die Bevölkerung dort bei diesem schweren Kampfe, bei dem für uns alles auf dem Spiel steht, zu unterstützen durch die Tat! Schon hat die Landwirtschaft in dankenswerter Weise ihre Standesgenossen zu diesem Liebeswerk aufgerufen. Die anderen Stände müssen und werden diesem Beispiel freudig folgen. Geld und Lebensmittel müssen gespendet und unterernährte Kinder in Pflege genommen werden. Geldspenden aus Westfalen nehmen entgegen samtliche Spartassen, Spar= und Darlehnskassen, Privatbanken, Zeitungen und die Landesbank der Provinz Westfalen in Münster für das deutsche Volksopfer(Ruhrhilfe). Die landwirtschaftliche Bevölkerung bitten wir um Lebensmittel; für diese wird die Landwirkschaftskammer im Einvernehmen mit den Behörden, Vereinen und Genossenschaften das Erforder liche veranlassen. Nähere Anweisung erfolgt noch. Die unterernährten Kinder bedürfen besserer Pflege. Wer Kinder aufnehmen kann und will, der melde dies sofort seiner Heimatbehörde. Plan= mäßiges Zusammenwirken wird die Nor mildern und den Widerstand der Ruhrbevölkerung stärken. Wilde Sammlungen sind verboten! Die Ver teilung aller Spenden erfolgt durch einerk besonderen Vertrauensausschuß. Wir bitten nicht um ein Almosen, sondern um ein fühlvares Opfer! Opfersinn und Heimatliebe der Westfalen darf und wird nicht versagen! Münster, 27. Januar 1923. Gronowski. Overpräsident. Dieckmann, Landeshauptmann. Ein Reichsnotgesetz. Wie wir erfahren, bereitet die Regierung ein Reichsnotgesen vor. Dieses soll alle Maßnahmen wirtschaftlicher Natur enthalten, die von seiten der Regierung aus ihrem Widerstand gegen die Ruhrinvasion als notwendig erachtet werden. Das Gesetz soll den Charakter eines Mantelgesetzes haben und soll am Mittwoch schon im Reichswirtschaftsrat besprochen werden. 1610 18636 Aus Stadt und Land. Schwerte, 31. Januar. Erinnerungen. Der englische Seefahrer Hudson entdeckt nach ihm venannte Hudson=Bai. Der Dichter Friedr. Rückert gestr. Beginn des Wassenstillstandes 31 zischen Deutschland und Frankreich. die dischen Das Taschentuch. Wir machen gerne Studien, meine Frau und ich, und die Voltsseele, die heute so leicht entslammbare, wandelvolle, bildete das dankarste Objekt dabei. Neulich fuhren wir Straßenbahn(bitte: es war nicht der Monatserste!) und in der Eintönigkeit der Fahrt verfielen wir auf den Gedanken, wieder einmal Studien zu treiben. Also: meine Frau läßt wie unabsichtlich ihr Taschentuch fallen und gespannt warten wir der Dinge, die da kommen sollen. An der nächsten Haltestelle steigt ein Schüler ein. Die rote Mütze auf dem Ohr, balanciert er an uns vorüber, sieht das Spitzentüchlein am Boden, stützt und— geht weiter, nachdem er einen Blick aus die wahrscheinliche Besitzerin geworfen „„4„ Dann kommt ein Backfisch: Lackschühchen, Seidenstrümpfe, Lederhut. Er flüstert im Vorübergeben:„Sie haben Ihr Taschentuch verloren"; weil aber meine Gattin schnell gefaßt tut, als ob sie nicht verstanden, geht das Fräulein weiter, man bückt sich doch heutzutage nicht einer älteren Dame wegen! Erst nach einer Weile öffnet sich wieder die Tür. Ein altes Mütterchen betritt den Wagen. Sie hat ein Körbchen am Arme, und silberweiß schimmert ihr Scheitel. Vornüber geneigt tastet sie sich weiter, von jedem scharfem Ruck des Wagens unsanft zur Seite geschleudert. Da erblickt sie das Seidentüchlein am Boden, und das alte zitternde Weiblein, daß sich in dem schleudernden Kasten kaum auf den Füßen zu halten vermag, bückt sich und hat, ehe ich zuspringen kann, das Tuch ausgehoben und meiner Frau gereicht... * ** Zur Stillegung der Hörder Kreisbahnen. Den energischen Bemühungen der beteiligten Gemeinden und des Kreises Hörde ist es gelungen, die beabsihtigte Stillegung der gesamten Hörder Kreislahnen zu verhüten. Dem Vernehmen nach ist zwischen den Beteiligten eine Vereinbarung getrossen worden, daß die Strecke SchwerteWesthofen, die schon seit längerer Zeit stillgelegt ist und infolge der parallel laufenden Staatseisenbahn leine große wirtschaftliche Be Schreibkunst: Schriftleiter Richter, im Lyecum und Einführung in die Buchführung. Kaufmann Jahlhaus. Dieser Lehrgang ist wunschgemäß von Donnerstag auf Mittwoch verlegt und findet ir der Bismarcschule, nicht im Lyecum ntt. ** Für die Station Schwerte kommen folgende Züge ao 1. Fedruar in Wegsall: 1 P. S c h w e r t e a b 6. 2 8 m o r g e n s- n a c h B e s t w i g, 2. E. Scywerte ab 7,07 morgens nach Unna=Socst, 3 P. Schwerte ab 12,36 mittags nach Arnsberg, 4. P. Schwerte ab 1,32 mittags nach Hagen, Schwerte ab 9.52 abends nach Nachen, 6. E. Schwerte ab 11,20 abends nach Köln, 7. P. Schwerte an 3,58 nachm. von Arnsberg. Die Bilderschau Schwerte wird, solange es irgend möglich ist, der Jugend gute Darbietungen trotz der hohen Unkosten auch fernerhin bringen. Wir teilen das mit, um den vielen Nachfragen vorzubeugen, die seit der Vorführung des überaus schönen Bethelfilms in dieser Sache bereits an uns gerichtet wurden. Die nächste Darbietung wird voraussichtlich am Samstag sein, mit der Vorführung von Friedrich von Schillers„Jung würde das Leben aussehen, wenn uns nicht die Nachrichten aus aller Welt den Blick weiteten unsere Interessen nach unzähligen Richtungen hinlenten würden. Die Zeitung belebt in uns jeden Tag die Lust am Leben und den Sinn für das Leben; sie steigert unsere Wißbegierde, sie erweitert unseren Horizont. Sie macht es dem gewöhnlichen Bürger möglich, seinen Finger an den Puls der Weltereignisse zu legen und seinen AnAnteil zu nehmen an all den Dingen, die das Lebei erst lebenswert machen. Es gibt kein Gebiet unseres Taseins. von de die Zeitung nicht spricht, und für alle Lievhavereien, alle Interessen des Menschen findet sich in der Tageszeitung ein Fleckchen. So ist uns die Zeitung heute lebensnotwendig geworden, wie das tägliche Brot und das tägliche Licht!" Unser Zucker für 1923. Die Zuckererzeutung des lausenden Betriebsjahres schätzt man als ausreichend für den inländischen Bedarf. Von einer Ausfuhr ist natürlich keine Rede. Die Erzeugung wird noch den Ermittelungen des Vereins Aus den Provinzen. Hagen. Eine nette Famili. Die Chefrau des Arbeiters August Krügeloh hatte gegen ihren Mann die Scheidungsklage eingereicht. Als in der Vorwoche ein Sühnetermin stattfand, zu dem Kr. aus dem Gefängnis vorgeführt wurde, venntzte er die Gelegenheit und entschlüpfte dem Wachtmeister. Heute morgen nun sollte die Ehefrau des Kr. wegen Diebstahls usw. dem Untersuchungsrichter durch einen Schuppolizeiveamten vorgeführt werden. Kr., der seiner Frau unauffällig gefolgt war, stürzte sich im Gerichtsgebände plötzlich auf seine Frau, verabfolgte ihr, bevor der Polizeibeamte es verhindern tonnte, ein paar schallende Ohrseigen und flüchtele wieder. Hagen. Ein tragisches Geschick traf eine hiesige Familie, die durch den Tod des Mannes in tiefe Trauer versetzt'war. Bei der Beerdigung am Samstag nachmittag ereigneten sich einige höchst bedauerliche Vorsälle, die eine Verzögerung der Leichenseier im Hause und auf dem rau von Orlean für die Jugend bearbeitet. Familie wohl Schillers Werke besitzt, wäre es der Deutschen Zuckerindustrie auf 2 Millionen Friedhof hervorriefen. Zunächst gerieten durch slackerndes Kerzenlicht in einem unbewachten in sicbden Acteilungen Dexseizentner oder 1i4 Przent nahr als in lackerndes Kerzenlicht in einen Da manche Schwerter Vorjahr geschätzt. Der Verbrauchszuckerwert soll Augenblick Haare und Kleidung der sie wise, was deutscher Dichterzei), Zanuar bis Rovember 1822 betrug der EinfuhZeiten bervorzebracht baot, S doy, überschuß an Juser gulex Grt 114 Wpillignen Dor, gut, der Jugend den Inhalt der„Jungfrau Orleans" nahe zu bringen(auch in Reklams=Ausgaben einzeln bei Braus zu haben). Selbstverständlich wird aber bei der Filmvorführung die nötige Erklärung auch nicht fehlen. Immerhin ist es wichtig, nicht nur die Handlung zu zeigen, sondern auch des großen deutschen Dichters gewaltige Sprache vorher schon zu unserer Jugend reden zu lassen, damit sie wisse, was deutscher Dichtergeist vergangener delt sich bei der Bilderschau Schwerte doch auch vor allem um geistige Jugendpflege, die unser heranwachsendes Geschlecht ebenso gern, wie nötig hat. Bringen wir sie diesen hohen Zielen näher. ** Furt mit den französischen Bühnenwerken Der Verband deutscher Bühnenschriftsteller und Bühnenkünstler beschloß, seine französischen Mitglieder für die Dauer der Ruhrbesetzung auszuschließen. Dieser Beschluß hat zur Folge daß französische Bühnenwerke auf deutschen Bühnen innerhalb dieser Frist nicht gespielt werden dürfen. ** Die zeitungslose, die schreckliche Zeit. Während bei uns so mancher infolge der notwendigen Erhöhung der Zeitungspreise sich mit dem Gedanten trägt, sein„Leib= und Magenblatt“ abzuschafsen, empfindet der Engländer schon die durch die Feiertage hervorgerufene zweitägige Dauer der zeitungslosen Zeit als unerträglich. Sehr anschaulich schildert ein Leser in einem Londoner Blatte, wie sehr der gewohnte Gast, der stets Neuigkeiten und Unterhaltung bringt, vermißt 13.35 Millionen gegen 11,67 Millionen im Vorvon jahr betragen. Das Ergebnis bleibt aber noch sehr erheblich hinter dem Vorkriegszustand zurück, bei der Rübenfläche um 16,63 Prozent, bei der Verarbeitung um 31,7 Prozent, bei der Zuckererzeugung um 33,8 oder 7,6 Millionen Doppelzentner. Vor dem Kriege wurden 11¼ Millionen Doppelzentner im Werte von 266 Millionen Goldmark ausgeführt. Im letzten Jahre mußten sogar erhebliche Mengen eingeführt werden. Vom überschuß an Zucker aller Art 1½ Millionen Doppelzentner im Wert von mehr als 5 Millionen Papiermark. Das Abrufen zu den Zügen wird eingestellt. In vielen Bezirken der deutschen Reichsbahn wird in den Warteräumen nicht mehr abgerufen, und diese Neuerung hat fast überall zu einer schnellein Brand, sodaß die Feuerwehr gernsen werden mußte. Nachdem die Gefahr beseitigt war und der Sarg auf den Leichenwagen gesetzt werden sollte, brach das Hinterrad des Wagens, sodaß erst ein anderer Totenwagen geholt werden mußte. Auf dem Friedhof angekommen, stellte sich der Beisetzung des Toten ein neues Hindernis in den Weg. Trotz der eingetretenen Verzögerung der Beerdigung, hervorgerufen durch die ersten beiden Zwischenfälle, hatte der Totengräber das Grab noch nicht sertig. Münster. Mehrere französische Deserteure von der Besatzungsarmee im Ruhrgebiet trasen am Donnerstag hier ein. Die Leute, zumeist Elsässer, die früher im deutschen Heere gedient hatten, trugen zum Teil noch die Militärhosen. Sie waren vor einem Monat als Reservisten wieder eingezogen worden, und erklärten, diese Neuerung hat fast überau zu einer schnelte,##nrr, ung„#. ren Abfertigung an den Sperren geführt, da die oaß sie den französischen Drill satt hätten. Reisenden nun nicht mehr stoßweise auf den Bahnsteig stürmen, außerdem wurde dadurch eine PerGelsenkirchen. dem geschlossenen Ein treuer Hürer. An Tor einer Zeche in der Nachbarnalersparnis erzielt. Aus diesen Gründen hat schaft hielk das Auto einer französischen Kommisder Reichsverkehrsminister verfügt, daß das Abrufen allgemein eingestellt wird, die mechanischen oder elektrischen Abruf=Einrichtungen sollen jedoch vorläufig beibehalten werden **„Im Reiche des Wassers.“ Infolge des Andranges zu dem am Donnerstag abend 7½ Uhr stattfindenden sensationellen Ensemyle=Gastspiel mit Otto Berngräbers Mysterium der Liebe„Die ersten Menschen“ wird das Publikum im eigener. Interesse gebeten, sich rechtzeitig mit Eintrittskarten zu versehen, da nur diese eine Aufführung Der Besuck deurung hat, abgebaut und verkauft wird. Aus wird.„Am ersten Feiertag abends“, schreibt er hier in Schwerte stattfinden kann. * schon unruhig und diese Unruhe stei= i von Versonen unter 16 Jahren ist sollen die übrigen noch im Betrieb„wurde ich schon euruzig, und viese unruhe steidem Grläs sollen die übrigen nachz im Vetrie,,. Benatr; miase uas bechfs. verindlichen Strecken des Kreises Hörde derart be= gerte sich am Vienstag. Was mag wehl den ganzuschußt werden, daß der Verkehr noch bis aufi zen Sonntag und Montag über passiert sein? fragte ich mich. 48 Stunden keine Nachricht aus der großen Welt! Wie soll man das aushalten! weiteres aufrecht erhalten werden kann. Was ein Brief wirtlich kostet. Die Kosten, von unserm Blatt über alles unterrichtet zu werden, daß erst sein Fehlen uns die ganze Größe dieses Verlustes vor Buchhan= Augen führt. Das Entbehren der Zeitung war einfachen] für mich, wie für so viele andere, eine schwere satz, die ein gewöhnlicher Geschäftsbetrieb unter den Wir sind, ja daran gewöhnt, heutigen Umständen verursacht, werden nach genauen Ermittlungen in Leipzig für den 17. Januar im„Börsenblatt für den deutschen Buchhandel" angegeben. Das Papier eines Briefes ist mit 9 Mark zu berechnen, Schneiden mit 5 Mark, das stenographische Diktat von 6 Minuten mit 45 d, das Maschinenschreiben druck, Prüfung Ich würde gerne eine beträchtliche Summe gezahlt haben, wenn ich nur das kleinste, schlicht gedruckte Extrablatt gehabt hätte, um zu der Briefumsaltag mir aufbrauf Keuhtlsenn, wie öde, stgeld mit 50 M. Danach kostet; Welt ohne Zeitunge von 15 Minuten mit 55,30 M. der Farbbandver= wissen, was los ist Da kam mir so recht zum BeBriefumschlag mit Aufdruck wußtsein, wie öde. langweilig und sinnlos eine Zeitungen für den modernen Menschen aussehen muß? Was bedeutet die Zeitung nicht in unserm Leben? Sie ist uns nicht nur Freund kosten berechnet.] und Gefährte, sondern auch vor allem Berater, ** Volkshochschule. Heute Mitticoch beginnen Helsershelfer in so vielen Nöten und die reichste folgende Lehrgänge: Volkstümlihe Rede= und Quelle der Bildung Wie düster, eng und leer brauch mit 3 cll, 7,50 M, das Postgeld mit 50 M. Danach koste also ein einfacher Brief 174,80 A. Eine Postkarte wird nach denselben, heute schon wieder überholten Sätzen mit 70/40 ui Kosten berechnet. von Personen unter i0 Führen ist nicht erwünscht (Siehe auch heutiges Inserat und den einführenden Artikel in letzter Montagsnummer.) Villigst. Hühnerdiebe erwischt. Einen guten Fang machten der Fabrikangestellte Fritz Schumacher und der Wirt Schäfer am UferBeiden gelang es, je einen schönen Edelmarder zu fangen. Die Raubtiere hatten große Verwüstungen unter Geflügelbeständen einiger Besitzer angerichtet. Für die wertvollen Felle bekam jeder der glücklichen Fänger weit über 150000( ausbezahlt. Dem Verwalter Bendler von Haus Villigst gelang das seltene Werk, ein Hermelin in die Falle zu locken. Dessen Fell hat ebenfalls einen hohen Wert. Villigst. Das Beitelunwesen nimmt hier einen Gefahr drohenden Umfang an. Es gibt Tage, wo bis zu 15 Handwerksburschen die Häuser „abkloppen". Es ist zu empfehlen, die Häuser abzuschließen. sion und wollte durch den Toreingang vor das Verwaltungsgebäude fahren. Der Portier, ein im Dienste ergrauter ehemaliger Feldwebel, frug nach dem Begehren des Autolenkers.„Hereinfahren!“ war die Antwort.„Ich bitte um einen Ausweis!“ sagte der alte Feldwebel.„Wenn Sie keinen Ausweis haben, kommen Sie hier nicht herein“, fügte der Alte hinzu und zog sich langsam in sein„Portier“ zurück. Das Auto machte Kehrt und fuhr fort!... Aachen. Todesurteile im Prozeß Graff. Im Prozeß Grafs wurde vom belgischen Kriegsgericht gegen die angeklagten Deul.schen folgendes Urteil gefällt: Reinhard, Riebke, Klein und Grabert wurden zum Tode verurteilt. Termöhlen erhielt 20 Jahre, Döhmland 15 Jahre Zwangsarbeit, Klaus und Nowack 3 Jahre Gesängnis, Witwe Heckmann 5 Jahre Zuchthaus. Vandenbergh wurde freigesprochen, Gutmacher erhielt in Abwesenheit ebenfalls drei Jahre Gefängnis. Den Verurteilten wurden zwei Tage Frist zur Einleitung der Berufung gewährt. Der hiesige Polizeipräsident Freiherr von Korff erhielt den Ausweisungsbefehl. Er wurde bereits von fünf Belgiern aus dem Polizeipräsidium geholt und im Auto fortgeschafft, wohin ist unbekannt. Warenderf. 240 Hengste in Sicherheit gebracht. Um das Landgestüt, dessen Hengstbestand einen ungeheuren Wert darstellt, vor einem etwaigen Zugriff der Franzosen und Belgier zu bewahren, wurden die 240 Hengste abtransportiert, und zwar je zur Hälfte zum Munsterlager in Hannover und nach Pommern. Lieselotte. 36 Roman von Fritz Gautzer. (Nachbruck verbolen.) „O, ich bin froh, bester Vater.“ Sie gab sich alle Mühe, ein heiteres Lächeln zu zeigen. Aber es gelung ihr nicht. Fast eri erschien ihr liebes Gesicht, das Kmn bebte leise, und um den Mund zeichnete ein müysam unterbrücktes Weinen wehe Linien. Herr von Kerkow streichelte ihre Wange und sah sie mitleidsvoll an. „Du bist niht froh, Kind, deine Züge verraten ein tieses Leid. Soll ich dir sagen, was dich sehr tranrig macht: „Nein, nein, Vater!“ schrie sie angstvoll und warf sich laut aufschluchzend an seine Vro Rein, nein!; murmelte sie unter er hatte u9 H.inz ihrem Weinen fortwährend. Kerkow strich leise über ihren blonden Scheitel. nichts Faliches geahnt. Jetzt wußte er, daß sein von Dürtugen siebe. Er sagte ihr das nicht, aber er redete tröstend auf sie ein: „Mein armer Liebling, das Leben führt oft dornige Plade zu düsteren Tälern, in die kein Lichtstrahl fällt. Aber man sindet auch in Finsternissen einen Ausweg, wenn man sich selbst treu bleibt.— Verzage nicht— nimm deine Bürde mutig auf dieh, schreite getrost, und fest durch das duntle Land, so wirst du überwinden und eine Sonnenhöhe finden. Denn auch viel Sonnenhöhen hat das Leben! Woul gibt es unter ihnen eine besonders hohe und schöne. Aber wenn es dem Mensten versagt ist, ihren Ginsel zu erreichen, so muß man sich mit tapferem Herzen begrügen. Nur nicht bitter sein, Kind.= Sie weinte leise an seinem Halse. O ja, sie war nahe daran gewesen, zu verzureiseln und zu verbittern. Nun, da sie die mitfühlenden, tröntenden Worte aus dem Munde eines lieben Menschen vernahm, schmolz alle Bitterkeit und machte einer tiesen, großen, aber ruhigen Wehmut Platz. Sie wollte sich begntigen.— „Und du wirst wieder nach Lindeneck gehen, nicht wahr, Kind?" fragte Kerlom, als ste ruhiger geworden war. dalm einen jahrellngen Verkehr nicht jo brusk abbrechen. Man könnte schließlich den wahren Grund erraten. Willst du auch andere in deine Seele schauen lassen?" „Neiu, nie, Vater!“. Sie richtete sich auf. Ein stolzer Blick leuchtete aus ihren Augen, in denen noch große helle Tropsen standen.„Ich will fest und hart werden. Nur gönne mir Zeit. Jetzt kann ich Heinz nicht sehen. Laß erst die Hochzeit vorüber sein, eher ist es mir nicht möglich, ihm ruhig vor die Augen zu treten.“ „Aber das wird nicht gehen.“ „O, es muß gehen, Vater. Gib mir Zeit zum Ueberwinden, und ich will deme tapfere Tochter sein.“ Kerkow bestürmte sie nicht mehr. Er sah, wie sie litt, und bedauerte sie in innerster Seele.—— Am nächsten Tage ritt er nach Lindeneck. Er hatte eine längere Unterredung mit Heinz, in deren Verlauf er ihm erklärte, Lieselette hätte die Torheit ihres Begehens eingesehen. Sie habe sich bereit gesunden, es beim alten zu lassen. Nur das„Sie“ solle bestehen bleiben. Gleichzeitig bat er Heinz, einen etwa beabsichtigten Besuch noch aufschieben zu wollen, da Lieselotte an einer„krankhaft nervösen Urberreizung“ leide, die zu Besorgien Au g.. 905 Li. Beit alls mise in ei 4. Mit dem Wunsche, vaß dir Zeit alles wieder in die alten Wege leiten möge, verabschiedete er sich. Auf dem Heimwege mußte er bitter lächeln. Seit wann bezeihnete man denn die Liebe als eine„krankhaft=nervöse Ueberreizung"?... Keinz verstand Lieselotte nach diesem Besuche Herrn von Kerkoms noch wenggr. als vorher. Jedensalls mied er Driebuisch vorläusig und grübelte in stillen Stuncen über dis Ende seiner Ingendsrenndschaft. Vis auch das Grübeln langsam hinabfank und von der goldnen Zufunft verdrängt wurde. Von ihrer Nähe rannie es in allen Winkeln und Ecken des alten Lindenecker Herrenhases. Schon vor Wochen hatte eine ganze Schar Handwerür iaren Einzug i seine Räume gehalten. Ueberall roch es nach Kalkstaub, frischem Mörtel und Oelfarbe. Höchst ungemütlich sah alles aus. Tante Malve sand den Sehmutz und die Unordnung gräßlich und wunderte sich, daß Heinz die lieben, gemätlichen Zimmer einer so dnich grenenden Nenovierung unterziehen ließ. Es war doch alles jo hubsch und nete! Wozu mußten in jedes Zimmer neue Seidertapeten und Parke tböden? Die ganze Geschichte kostete ja ein Heilengeld, Und nun erst die konbaren Möbel, Gobelins und Tepriche, von denen Herz gelegentlich zu ihr sprach, ihr auch wohl Muner zeigte und Kreise nannte. Du meine Güte, dies: fabelhaften Preise! Sie leden#eten ja in ihrer Höhe den Reingewinn vieler Jahre, den Ludeneck ahmarf. Nun freilich! Hein; war verli###t und wollte seiner jungen Frau ein möglichst prächtiges Heim bieten. Aber der Luxus zing doch ein bischen zu weik. g 6.17 Als Tante Malve einmal wagte, Heinz bescheidentlich darauf aufmerksam zu machen, war es ihm nicht recht. Er brauste ordentlich auf und sagte stolz:„Für Sydonie ist mir nichts zu kostbar, ich möchte ein Märchenschloß für sie bauen.“ Tante Malve sagte von dem Tage an nichts mehr. Nur im stillen rechnete sie lange Zahlenreihen zusammen und— erschrak vor der Summe.— Das Korn war reif und harrte des Schuitters. Drüben in Driebusch dengelten sie die Sensen. In Lindeneck hörte man nichts von diesem trauten Klang, der solch träumerisch auheimelndes Gefühl wachrust, wenn man ihm aus der Ferne, hinter gelben, dustenden Kornbreiten ruhend, lauscht. Der lose Sommerwind trägt's durch die flimmernde Luft wie ein Märchenerzählen. Man starrt in den mattblauen, unendlich hoch erscheinenden Sommerhimmel und sinnt und träumt... Und durch die wogenden Fruchtfelder streift mit leisem geheimnisvollen Rauschen die Roggenmuhme und segnet die reisen, körnerschweren Aehren.... Und fern, ganz fern, wie Märchenerzählen, das träumerische Sensendengeln In Lindeueck vernahm man es nicht. Die Seusen trauerten vergessen im Geräteschuppen nied mußten ruhig zusehen, wie sich eine immer dicker werdende Staubschicht auf ihre einst blank unn verrosieten Leiber legte und wie die Spinnen ihre zwischen ihnen zogen, um ihnen die Rumpelkammerphysiognorie zu verleihen. Aber auf dem Hofe machte sich ein greitrot ungestrichenes, vielarmiges Ungeheuer breit und ließ seine scharfen, ncinzenden Messer kokett in der Sonne blizen, als woltte es auer Welt zurnsen: Seht ihr, das bin ich, die neue M##menne (Fortsetzung folgt.) 00 nnm Deutsche Worte für unsere Zeit. Völker, laßt das Murren, Klagen Ueber Götzendienerei, Wollt ihr einen Götzen schlagen, Schlagt den Müßiggang entzwei! Nur die Arbeit kann erretten, Nur die Arbeit sprengt die Ketten, Arbeit macht die Völker frei! einrich del. Was verkürzt mir die Zeit? Tätigkeit! Was macht sie unerträglich lang? Müßiggang! Was bringt in Schulden? Harren und Dulden! Was macht Gewinnen? Nicht lange besinnen! Was bringt zu Ehren? Sich wehren! Goethe. Arnschen Volkes entn 2 91 nio L##rbricher angesehen werden. frühere Reschetängte: am 7. Jannar in mnet Rede zu Köln sche Reich— und zwar für eine besetzten und unbesetzten Teile-- das alte Losungswort von Schleswig=Holstein aus vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zitiert: ewig ungeteilt.“ Die Gefahr, daß unser Reich wirtschaftli# und damit auch politisch auseinandergerissen wird, ist er vorden. Solange i Abwehr und Selbstbehauptung den Plänen unerbittliche Gegner Widerstand leisten, solange wir uns nicht im Denken, Empfinden und Wollen auseinanderbringen lassen, solange wird das deutsche Volk„ungeteilt" bleiben. E Völker werden durch Not und Prüfungen zerschlagen, tüchtige Völker aber nur um so fester zusammengeschweißt. Gewalt und Vernunft. In der Geschichte der Menschheit ist es sehr häufig, daß die neue Wahrheit zu strahlen beginnt, wenn in der Welt besonders tiese Dunkelheit herrscht. England hat sich zur Ertenntnis durchgerungen, daß die gemeinsame Krankheit aller Weltvölker ihren Herd in Mitteleuropa hat henhiebe die Krankheitskeime nicht tötet. Die g. Einsicht scheint sich in Amerika auszubreiten, wo die Regie goffen erklärt hat, sie werde sich französischen Gewalttaten am Rhein gegenüber nicht als Frankreichs Verbündete, sondern als weltpolitische Interessentin anderen Ländern sind die Sehenden und läufig noch in der Minderheit; m genug, um alle Ansprüche durchzusetzen, od um den französischen Gewaltpolitikern die zulündigen. Das deutsche Volk macht am eigenen Erfahrung: Selbstentäußerung, Demut und betätigen. In Wissenden vorch entweder stark aber zu schwach, Gefolgschaft aufLeibe eine schwere Nachgiebigkeit Die Moskauer Zum Reichsparteitag der K. A. P. D. In der zweiten Hälfte dieses Monats findet in Leipzig der Reichsparteitag der Kommunisten statt. Dies Ereignis kündigte sich mit bemerkenswerten Vorzeichen an. In„ Roten Fahne“ setzte Ruth Fischer ausein der Kommunistischen Partei nicht so weiter gehen könne, wie bisher. Es muß gründlich aufgeräumt werden mit „revisionistischen“ Richtung. Ruth Fischer rechnet gründli ab mit jenen Parteigenossen, die innerlich immer noch eine gewisse Anhänglichteit an die U. S. P. oder gax, die Mehrheitssozialdemokratie bewahrt haben und de## für lutionäre Aktionen sich nicht sonderlich begeister Dorn im Auge sind ihr besonders diejenigen kommnnistischen Gewerkschaftsbeamten, die den Sinn ihrer Tätigkeit in der Zersplitterung und Schwächung der Freien schaften erblicken, als im Zusammenarbeiten mit den anderen zur Vertetung der Arbeiterintgrezigz Ton und Haltung des Artikels gcht mit aller Kriur., u it der man in Moskau wieder einmal unzufrieden i der passiven Haltung des deutschen Kommunismus und die deutsche Partei aufstacheln will, bei den schweren Erschutterun gen, die unserem Wirtschaftsleben bevorstehen, das ihrige zur Lorbereitung des Chaos und der Weltrevolntion zu tun. Um vun Fall durch keinerlei he ““ Elemente in den eigenen Reihen behindert zu werden onneute Pehatt u. Ve.# warte ztar alle Be soll das Scherbengericht abgehalten werden übera dächtigen und in revolutionärem u Geertschaften eine Verständigung üder Abwehrmaßnahmen gegen die Krise herbeizuführen. Die Konsumkrise. Verkonsumieren nirenmeits an heileertigen(Lunns=) Waren heute noch viel zu viel- weit mehr jedenfalls als nblick auf unsere gesuntene P drängte wirtschaftliche Lage verbrauchen dürfsten—, so zeigt sich andererseits im Konium gorade aller lebenswichtigen Mittel bereit= dentlich ein erhellicher Rückgang, der auch dem unaufhaltsam lische Reichsam berechnete, daß unser Fleischkonsum in den ersten dreiviertel Jahren des hinter uns liegenden Wir schaftsjahres von 5 906382 Doppelzentnern auf 2864 157 Doppelzentner gegenüber dem Verbrauch in demselben Zeitraum des Jahre 1913 zurückgegangen ist, d. h. eine Minderung des Konsums um 48,5 Prozent verzeichnet werden muß, die sich auch deutlich in der weit gchenden Einschränkung weiter Kreise der Bevölkerung besonders in den Städten bemerkbar gemacht hat. Die schönen und oft überreiche Auslagen und der zeitweilig sich bemerkbar machende Andrang in den Fleischereien können den Sachkenner hierüber längst nicht mehr hinWischen. Die Lebenshaltung der deutschen Bevölkerung wird allein in Fleischgenuß, sondern auch in zahlreichen anderen zur Erhaltung der Gesundheit und der Arbeitskraft unbedingt wichtige Mitteln dauernd eingeschrankt. Diese Tatsache verdeutlicht recht wohl die erhevliche Minderung der Einfuhr von ausländischen Le mitteln. So hatten wir 1913 im Monatsdurchschnitt eine Einfuhr von Lebens= und Futtermitteln in Höhe von 856851 Tonnen, im Vorjahr dagegen nur 419442 Tonnen. zu verzeichnen, was einen Prozeut bedzgerzieuerung man selbst die durch Versailles erfolgte räumliche Vernemrun Deutschlands in Rechnung, so darf man doch nicht vergessen, daß die Bevölkerung durch Rückwanderer, Flüchtlinge und—„Neueinge= wanderte“ innerbalb unserer jetzigen Grenzen sehr zugenommen hat und gerade die abgctretenen Landstriche(Posen und Westpreußen) Ueberschußgebiete waren, deren Verlust also eine erhöhte Einfuhr bedingt haben müßte. Bemerkenswert ist, daß selbst an Brotgetreide rotz der im Vorjahr ungünstigen Ernte die Einfuhr ganz erheblich en ist inne Unzuverlässigen. T un ieren niemandem, am wenigsten denen, welche die Macht haben und diese Macht henutzen, um sich einen formalen Rechtstitel zu erkämpfen. Widerstand gegen unberechtigte Forderungen und Vergewaitigungen ist nicht von miritrischer Wehrhaftigkeit abhäugig. An die Möglichkeit eines bewaffneten Auftreten utschlands gegen seine Peiniger glaubt die Pariser Politiker, welche Frankiralistigen Angrifs Deutschlands schützen zu Die vielen Deutschen, welche durch Unterz der früheren Feinde erobern zu können hrem Ideal einen schlechten Dienst erwiesen. wird nicht dadurch gefördert, daß man zu schweigt. Die nächsten Wochen werden aller Voraussicht nach schwerer sein als irgendwelche innerhalb der leuten 50 Monate. Der Tag in nicht mehr sern, an welchem die Hetzer und Unruhestifter im Innern in den niemand reich gegen ei müsse würfigkeit das glaubten, hab selbst it Ungerechtigkeiten dächtigen und in revolutionätem,.a Lager bister nur der die scheinbare Ruhe im kommnnistische Aiger rirhe. nur Man wird den Diskussionen und Beschlüssen des Leipziger Parteitages ernste Aufmerksamkeit schenken und besonders ien, Die von ber gg lange die Moslauer Arbeiter in den Staats= und Wirtschaftsorganismus nicht zu Länder verlangen, daß sie, besonders in jenen Ind gebieten, wo Lohnlämpfe und Wirtschaftskrisen bevorsehen, auf ausländische Agenten und Hetzer ein scharfes A und unerwünschte Persönlichkeiten ohne viel Federlesens über die Grenze abschieben. Auf der anderen Seita muß gugs uer sucht werden, um die Arbeiter über unsere politische (Weizen: Monatsdurchschnitt 1913 212 163 To., Sehr stark ist auch der Rückgang in der Einfuhr Monatsdurchschnitt: 32 208, 1922; 17 251), Milch, ): 13 112, 1922: 3200), Schmalz(1913: 11177, 83548, 1922: 8160), Hülsenfrüchte(1913: ) u n d R e i s( 1 9 1 5: 3 9 8 0 0, 1 9 2 2: 1 7 9 6 2). R e c h t durchaus ungesunde wirtschaftliche Lage ist (1913: Durchschnitt 29341, 1922: 17 mit einen der Hauptgründe für die noch imm die die abnormen Preise bis zu einem gewisse eingeführten Mengen Fleisches, Speck und 7069 To.) sind zu geringfügig, um einen auch mit Rücksicht auf die Währungsverhältn,. ihrungsmittel in Betracht zurückgeg 1922 128052 To. von Fischen 191 Butter, Käse(19 1922: 7282), Obs 17666, 1922: 39 kennzeichnend für serner d in monatlichen nr men So haben wir unsere wichtigsten Lebensbedürfnisse unter dem Druck der schier unerträglichen Teuerung immer mehr einschränten müssen und sind nach und nach an jenem Minimum angelangt, das unsere Existenz noch ebe vor kurzem immer noch: es ist genug Geld im Publikum, man kauft gut und— zu jedem Preise, so wird nunmehr der Händler allmählich des wahren wirtschaftlichen Zustandes und der steigenden Verarmung unseres Volkes gewahr und muß zu seinem Schrocken bemerken, daß die Kaufkraft in immer schneln Tempo abnimmt. Wir können einfach das Wettklettern mit den Preisen nicht mehr mitmachen. Einigen wenigen gelingt es wohl noch. Die weitaus größere Menge umerer muß resigniert unten bleiben, verzichten: und mit stillem Seufzer den Schmachtriemen noch ein Lach und wieder eines enger schnüren. Wie lange noch?.. Tu 11 Die Frau in der Von Beda Prilipp. Der Eintritt der Frau ins politische Leben als Folgeerscheinung des. Weltkriegs beginnt sich auszuwirten. No bei den großen internationalen Frauenzusammenkünften, deren wir seit Kriegsende schon mehrere erlebten, maßgehnd vor all lichen Arbeiten wieder aufzunehmen, in denen man sich e nationalere Grenzen hinweg eins wußte. Abe ihm heraus richten sie nun fragende Augen in die frie Welt und wägen, weher es wohl lomme, daß ein unblut ger, aber nicht minder schwere Opfer fordernder Krieg die Völker noch immer nicht zur Ruhe kommen läßt. Aus solchen Motiven ist ein Konareß wie der der„Imerameonalen Frauenliga er in unmittelbaren abzuwarten, aber gierten aus den ang öffentliche Meinung vorliegenden Berichte s auf die Vereiheit“ einberufen worden; ob ssen sich auswirken wird, bleibt aasweise durch die große Zahl der Deledern weiterhin einwirken aus die Nach den— allerdings lückenhaften— der Tatsache, daß unter den innischen Friedensdiliaten Deutschland am schwersten leidet, nicht verschlossen zu haben, und zum ersten Male erfuhr ein internationales im besonders über die Zunahme der Geschlechtskrankheiten, sprach. war das Verdienst der Vorsitzenden Jane Addam-, un on Wr werflichkeit und Unhaltbarkeit des Gewaltfriedens an Hand des Ver lonien sprachen und darauf hingewiesen, wie der der Sieger gegen die Besiegten, der für diese Friedensdiktate maßebend gewesen, dem Ideal des Völserbundes und Wilsons Punkten ins Gesicht schlüge. Es sind Dinge, die wir längst zum Ueberdruß wissen, von denen vor einem internationalen Forum aber Telegierten, Dr. Alice Salomon, und hält aus ihren Deutschen wieder e Für welche deutsche Jugend spricht Dr. Salomon? War; so ehrlich, darzulegen, daß nur ein kleiner, verschwärmte gleichbedeutend ist mit der Verelendung westezzgg uegn schichten— daß ihnen heut nicht einmal die e# m hr offensteht, seit Amerita der Auswanderung seine Tore schließt und ihnen verwehrt, das allerletzte ihrer Existenzlraft für den Aufbau eines neuen Lebons einzusetzen? Der„stoische Idealisunserer Jugend geht in Wahrheit andere Wege, und sein Entsagen gilt nicht den Zukunftswerken raft. Sie würden daher ihr Streben in dem von Alic Salomor gebrauchten Bilde nur verzerrt erblicken und ihr Recht, für sie zu sprechen, nimmermehr zuerkennen. „Produktive Von Wilhelm von Schweinitz. Das Deutsche Offizierblatt vom 25. 10. 22 brachte einen lehrreichen Aussatz von Hauptmann Hoth über die Luftrüstungen Frankreichs und Englands und ihre machtpolitische dem ich Nachstehendes entnehme:„England“ sitzt zur Zeit auf den britischen Inseln 12½ Squaoton= u 300 Flugzeugen, von denen nur die Hälfte im Dienst ist. Gustistreitlasen aderdcit, Ventogch, 998 Juliekre=Zaheae, geiggt Luftstreitkraft einsetzen, die noch in diesem Jahre 11o Es quadrillen mit über 1000 Flugzeugen betragen wird.“ . Die Tatsache, daß die Franzosen den Engländers, dermgßen in der Luft überlegen sind, erklärt manches in der engrischen Politik, was sonst unverständlich bleibt. Während Gr.=Britannien vom Flugzeug dem europäischen Festland einverleibt worden ist, hat es i Amerika zusammen das europäische Gleichgewicht zugunsten Frankreichs zerstört. Infolge der französischen Lustüberlegenheit haben die Engländer es,„dulden mussen, daß Frankreich die von uns erpreßten teil Englands für den Ausbau der eigenen und der polnischen Wehrmacht verausgabte. Der Koloß des französischex, Aslitgleuuns steht indessen auf tönernen Füßen. Die Finanzen schwer krank, und aus Deutschland ist nichts mehr von Belang herauszupressen. Darüber gibt man sich in Paris keiner Selbst hin, hat sich aber zu einer va banque-Politik entschlossen. Die der zeitige militärische Ueberlegenheit soll dazu ausgenutzt werden nunmehr das durch Rheinland und Ruhrgebiet zu erweiternde sische Wirtschaftsgebiet für alle Zukunft zu sichern, indem man Deutschland vollständig ruiniert und in seine Bestandteile auflöst. Die Sanrung der Finanzen soll dann nachgeholt werden. Ihre günstige Lage schränkt jedoch ganz erheblich ein Selbst Poincaré erlaubt ger Frankreichs onne weileres hat er ihnen zwar noch keine der Form. So nur war der a Ruhrgeviet und die Ersetzung d tiven Pfänder zu verste ist Frantreich ja bekanntlich rühmte penetration azikicht ließ es die Welt auch di Ruhebedürmisses erörtern; nur der Franzose rein wirtschaftliche Ziele i## Licht. Scheinbar auch in Meinung über den wahren hätte, hätte sie doch wohl die Tunisierungsptäne Frar wir die Quiitung erhalten. nich Zugest wiwegungsfreiheit der Franzosen t, die angelsächsischen Gläubiopf zu stoßen. In der Sache dnisse gemacht, wohl aber in eizicht auf den Einmarsch ins durch die Positik der produkZemäntelung von Annerionen Man braucht nur an die bern. Ader, wie schon öfters, der aussitzen. Infolge des geno# politische Fragen ut aner, als verfolge er agemeinheit hinters menn die offentliche Avolstik klar gesehen edenheit gegen n. Nun haben Die Besorgnis, den Feind nur ja nicht zu reizen, mag allerdings, wie schon oft, bei unserem Zuwarten ihre ververhängnisvolle Rolle gespielt haben. Wenn wir die ptper Lastag, deur sche wo wir die Nächllbeteiligten sind, wer senm er eenn tun. Dr uns der Hinarbeir auf einen blutigen Konflikt mit h z u v e r d ä c h t i g e n, s e i n e n w i r u n s d u r c h e n e r g i s c h e Rochtsverwahrung nicht aus. Es läßt sich sogar muhelos####erir uns durch sie um den echten und rechten deu bemühen. Das vergewaltigte Deutschland befindet sich heute angesichts der neuen unerhörten Uebergriffe vor tieser donn je im Befreiungskriege gegen Vei dessen schließlicher— von uns gewiß nicht gewollter blutiger Austra, nur dadurch zu verhindern ist, daß Frankreich sich auf der Grundlage von Recht und Billigkeit schließlich doch noch mit uns einigt. Wir sind mithin dessenungeachtet darum bemüht, die Bahn zu dem natürlichen, freundnachbarlichen Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich frei zu machen. Das wir für diese Haltung beim Angelsachsentum Verständnis und einen Rückhalt finden, ist durchaus möglich, es wird uns aber nur helfen, wenn wir ihm daß wir gewillt sind, uns selbst zu helfen. Große Erwartungen werden wir nach dem Pariser Fiasko und dem selbstherilichen Handeln Frankreichs allerdings auch ronzen noch nicht knüpfen dürfen. Der Weg zur Revision ist nur in Etappen zurückn die Reparationsfrage punkt auf ihm behandelt und rechtschaffen gelöst werden. Andernfalls wirh sich zeigen, daß es Widerstandsmöglichkeiten gibt, gegen die auch militärische Machtmittel auf die Dauer nichts ansrichten können. 4 Tehle Brühinieidungen. Rücktritt der sächsischen Regierung. ZU Dresden, 31. Jan. Der Landtag hat in seiner heutigen Sitzung den kommunistischen Antrag, dem Minister des Innern Lipinski das Vertrauen zu entziehen, mit 54 Stimmen der Bürgerlichen und Kommunisten gegen 39 Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Nach Verkündung des Resultates verlas Ministerpräsident Buck eine Erklärung, daß er im Einverständnis mit seinen Ministerkollegen das ihm vom Landtag übertragene Amt als Ministerpräsisent in die Hand des Landtages zurücklege Rußland auf Kriegsfuß an der Westgrenze. London, 31. Jan. Die Zeitungen veröffentlichen eine über Schweden aus Moskau stammende Meldung, wonach die Chefs der Armee Geheimbefehl erhalten hätten, die Truppen auf Kriegsfuß zu stellen. Nach einem bestimmten Plan sollten die Armeeführer mit den Einheiten an der Westgrenze Aufstellung nehmen. 100 Beamte im albesetzten Gebiet ausgewiesen. TU. Koblenz, 31. Jan. Im ganzen sind bis jetzt über 100 Beamte allein aus dem altbesetzten Gebiet mit Familie ausgewiesen worden. Daß zu den Familien sehr viel kleine Kinder gehören, ist eine Tatsache, die in den Augen der Besatzung anscheinend keine sonderliche Beachtung verdient.— Der Eisenbahnverkehr Aachen=Köln ist vollkommen eingestellt. Parteitag der Kommunisten. Leipzig. Sonntag mittag wurde im Volkshause der Parteitag der kommunistischen Partei Deutschlands mit einer Rede Klara Zetkins eröffnet. Die geschäftlichen Verhandlungen beginnen morgen. Eingesandt. (Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche Verantwortung. Es wäre für Herrn Henschel wohl richtiger gewesen, wenn er, bevor er die Schwerter Geschäftswelt in ungerechtfertigter Weise angreift, sich erst über die Lage auf dem Margarinemarkt genau orentiert hätte. Es ist etwas ganz anderes, vom Rednerpult aus einer Menschenmenge etwas zu erzählen, wobei es auf ein Schlagwort etwas mehr oder weniger nicht ankommt, als in einer Zeitung einen gehässigen Artikel zu veröffentlichen der gegen einen ehrbaren Stand gerichtet ist. Zunächst möchte ich dem Einsender Herrn Stadtverordneten Henschel empfehlen, ein so wichtiges Nahrungsmittel wie Margarine nicht mit Karrenschmiere zu vergleichen. Herr Henschel mag es als Stadtverordneter und vielleicht auch als einer mit einträglichen Nebenämtern versehener Herr nicht nötig haben Margarine zu essen, sicherlich sind aber in der Industriestadt Schwerte 99 Prozent der Bevölkerung auf den wichtigen Artikel angewiesen. Man findet es gerade nicht schön, wenn man einen so unentbehrlichen Artikel mit einem ekelerregenden vergleicht. Margarine ist in der Nachkriegszeit seit Aufhebung der Zwangswirtschaft und Blockade gegen Deutschland wieder in erstklassigen Qualitäten im Handel zu haben, außerdem sorgen unsere städtischen Nahrungsmittelchemiker durch scharfe Kontrolle dafür, daß keine anderen Rohstoffe, als wie sie für Margarine von der Regierung vorgeschrieben sind, verarbeitet werden, nämlich das über Holland eingeführte Margarinefett(Nierenfett) und mindestens 10 Prozent feinstes Salatöl. Auch läßt sich Margarine kaum ohne Frischmilch herstellen. Die beiden erstgenannten Rohstofse können von Fabrikanten nur mit Gulden eingekauft werden, weshalb der Margarinepreis wöchentlich zweimal von den Margarinefabriken festgelegt wird. Es ist Herrn Henschel wohl sicherlich nicht unbekannt geblieben, daß um die in Frage kommende Zeit, hervorgerufen durch den gewaltigen Sturz der Mark in Fettwaren usw. stark gehamstert wurde sodaß die Vorräte sehr schnell ausverkauft waren. Am 12. Januar kostete das Pfd. Margarine billigster Sorte von der Fabrik für den Händler, 1330 Mark, ab 16. Jan. 1794 M, ab 19. Januar 2590(K und seit dem 23. Januar 2790 K.— Im übrigen ist die Preisbildung von 1550—1700 A nicht am.13. ondern erst am Samstag den 20. Januar gewesen. Am 18. Januar konnte man in vielen Geschäften noch Margarine zu 1200 A bis 1300 A kaufen. Wenn Sie nun selbst zugeben, daß man am Tage Ihres Eingesandt noch Marrine mit 2200 A in den Ladengeschäften kaufen konnte, obwohl sämtliche Fabriken bereits 2790 A für das Pfd. sorderten, so können Sie sich doch wohl für die Folge die Worte für die Geschäftsleute wir Wucherer, Parasiten und Schieber ruhig sparen, denn für solche Artikel wird Ihnen wohl kein Leser der„Schwerter Zeitung" Dank wissen. Nach Feierabend. Auf die Kundgebung der Deutschen Friedens= gesellschaft, Arbeitsgemeinschaft südwestfälischer Ortsgruppen, an die Reichsregierung(Schwerter Zeitung Nr. 23) möchte ich folgendes erwidern: Die deutsche Regierung hat m. E. bisher alles getan, um dem von den Machthabern der Entente diktierten Gewaltfrieden gerecht zu werden. Wenn sie dabei versuchte, in ehrlichen Verhandlungen mit den Ententemächten die Schärfen und Härten des Friedensvertrages auszumerzen, dann war dieser Versuch, den Sie Sabotage nennen, nicht nur ihr gutes Recht, sondern auch ihre heilige Pflicht, besonders der arbeitenden Bevölkerung gegenüber. Auch ich arbeite für einen dauernden Völkersrieden, glaube aber nach den Erfahrungen, die wir nach dem Friedensschluß mit unseren westlichen Nachbaren gemacht haben,(Reparationen, Abrüstungskonferenz in Washington, Orientpolitik Frankreichs, Fiume, Saargebiet usw.), daß dieses Ziel nur dann erreicht werden kann, wenn der Imperialismus der Herren Poincare, Theunens, Musolini usw. aus der Welt verschwunden ist. Die Bestrebungen einen allgemeinen Völkerfrieden auf dem Rücken des deutschen Volkes aufzubauen, als Deutscher zu unterstützen, halte ich einem vollendeten Vaterlandsverrat gleich. Das Ideal einer Völkerversöhnung besitzt so lange keinen Wert, als die französischen Bajonette hier die friedliche Arbeit bedrohen und als Männer, wie die oben genannten, die Geschicke der Welt leiten. Also mag man zunächst einmal abwarten, ob die andern Völker Friedensarbeit leisten, in Deutschland ist genug, mehr als genug getan worden. Um auf Ihre Forderungen zurückzukommen: Zu Punkt 1. Bisher hat die Regierung immer wieder betont, daß es für sie eine moralische Pflicht sei, Nordsrankreich wieder aufzubauen. Auch ist wohl allgemein bekannt, daß die Regierung in ihrer Antwort auf die Ruhrgebietaktion der Franzosen feierlich erklärt hat, daß sie nur solange die Reperationszahlungen und Wiederaufarbeiten einstellen werde, als die Franzosen das Ruhrgebiet besetzt halten. Bekanntmachung. Durch Beschluß vom 4. Januar 1923 ist der Arbeiter ErnstUtsch zu Weslhofen i. W. wegen Trunksucht entmündigt worden, Schwerte, den 26 Januar 1923. Das Amtsgericht. nfolge Erhöhung des Wasserpreises durch I die Dortmunder Wasserwerksgesellschaft — wird sich der Wasserpreis pro Januar 1923 für die hiesigen Konsumenten auf durchschnittlich 160.— Mark das cbm. stellen. Die Endgültige Festsetzung für die Vierteljahrsrechnung erfolgl nach dem Durchschnitt der Monale Januar, Februar und März erst später. Schwerte, den 30 Jan. 1923. 344 Verw. des städt. Gas- und Wasserwerks. u Infolge frühzeitigen Einkaufs sind wir in der Lage, trotz der fortwährenden Preissteigerungen wirklich gute Waren noch sehr billig verkaufen zu können. Eine Probe unserer Leistungsfähigkeit ersehen Sie aus nachstehendem Angebot. Wir bieten an: Herren- Anzüge 35000 27000 22000 Herren 32000 Paletots 24500 Knaben-Anzüge von 4500.— an. .Peania, Bergen die Fadwase u1 1 Teilstrecke 80 ast, für 2 Teilstrecken 100 cf, 3 bis 4 Teilstr 120 cf, 5 bis 6 Teilstr. 150 c4, 7 und mehr Teilstrecken 170 cf. Die Preise für Zettkarlen erhöhen sich entsprechend, jedoch werden anstatt Monatskarten nur noch Haldmonatskarlen, jeweils vom 1.—15. oder 16 bis letzten des Monals gültig, ausgegeden Sonnlags= und Nachtzuschlag beträgt je 20.— ef. Hörder Kreisbahnen. Damenkleider 39000 22000 Costüme 27500 Kleiderröcke 10000 5200.— Alle andere Damen-, Herren- und Kinderkleidung zu bekannt billigen Preisen. Unsere Läger sind in allen Abteilungen reichhaltig und gut sortiert, sodass selbst der verwöhnteste Geschmack befriedigt wird. Machen Sie einen Versuch, Sie werden überrascht sein von den Vortellzo, die wir Ihnen beim Einkauf bieten. 348 Auf Wunsch Zahlungserleichterang. bel u. bünfektion vor kaufsgesellschaft m. b. H. Zu Punkt 2. Als Laie kann man nicht beurteilen, welche Momente die Regierung veranlassen können, ihre Vorschläge nicht zu veröffentlichen. Ich habe zu ihr das Vertrauen, daß sie nichts unversucht lassen wird, was dem Wohle unseres Volkes dient. Was dabei erreicht wird, wenn ein Laie sich um Regierungsgeschäfte kümmert, auch wenn er damit beauftragt wird, das hat Herr Helmut von Gerlach bewiesen, als er im Winter 1918—19 in Posen im Namen des deutschen Volkes mit den Polen verhandelte. Die aus Posen vertriebenen Deutschen können davon ein Liedlein singen. Zu Pult 3. Die Regierung hat oft genug ihren Verständigungswillen betont. Die Punkte 4 und 5 betrachte ich mit obigen Ausführungen als abgetan. Was uns heute not tut, ist, daß die Einheitsfront, die sich in Deutschland gegen die französische Eroberungspolitik gebildet hat, jene Einheitsfront, die sich nötigenfalls auch gegen den deutschen Imperalismus wenden würde, nicht gestört wird. Ein Friedensfreund. cmene ema Handel und Hörse = Dolkswirtschaft mmni Schwerter Wochenmarkt. Wie nicht anders zu erwarten war, wiesen die Preise auf dem heutigen Hauptwochenmarkt eine starke Steigerung auf. Der Obstmarkt war wenig beschickt und das wenige war nicht gerade einladend. Der Gemüsemark. bot genügend Auswahl in den verschiedenen Kohla ten, in Zwiebeln und Gemüsen. Der Fischmarkt war wenig besucht. Das Publikum muß sich erst an die neuen Preise gewöhnen, oder noch besser, den Celdbeutel darauf einstellen. Butter und Eier waren unsichtbar. Gegen 10 Uhr stellten wir folgende Preise nach der höchsten Seite hin fest: Kappus weiß Mk 100,— braun Mk 60,—, Wiesing Mk 60.—, Aepiel Mk 80,—, Zwiebeln Mnir 60.—, Steckrüben Mt 30.— Jollarkurs am 30. 1.= 39650,60 Mt. 1 Vortellhartes Angeset. Vorzellan, Glas und Kristau in großer Auswahl steis am Lager. Tafelservice für 6 und 12 Personen, Kaffee=, Kakao= und Teeservice von ersten Firmen. Mocca= und Sammellassen, Kristall=Römer, Jardinieren, Aufsätze, Vasen, Saftkaraffen uud Bowlen ekc. in schwerem Bleikristall. Karl Brühmann, Ostenstr. 20. Behördich Ompiohlen Mäuse und RattenTyphusbazillen Radikalste Vertilgungsmetbode. Garantiert durchschlaginder Ertolg. Unschädlich für Menschen und Haustlere. 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Jahrhunderts vors Stadttor und freuen uns an dem Treiben auf dem Wallgraben, wo Erwachsene und Kinder in Schlitten und auf Schlittschuhen sich vergnügt durcheinander tummeln. Ueber eine Wintersportkleidung verfügten die alten Holländer noch nicht; die Herren wiegen sich in faltenreichem Mantel, Pluderhosen und großen Stulpenstifeln auf dem Eise und balancieren den hohen spitzen Hut auf den Köpfen; die Damen sehen in ihren bauschigen Röcken sehr lustig aus. Aber sonst ist schon alles da, was heute beim Schlittschuhlauf erfreut. Da schlägt einer seine Bogen; dort fährt ein Paar mit verschränkten Armen; andere haben Ketten gebildet, und die Jungens balgen und schneeballen sich. Zwischen den eleganten Gefährten, in denen die Damen vermummt sitzen, fahren mit Pferden bespannte Bauernschlitten über das Eis, die hoch bepackt sind mit Der erste und bedeutendste unter diesen Ibyllikern der hölländischen Winterlandschaft war Hendrik Avercamp; mit ihm wetteifert noch im 16. Jahrhundert Lucas van Falkenborch, der 1586 das erste Schneetreiben darstellt. Die behagliche Gemütlichkeit der warm vermummten Menschen, die im lautlosen Flockenfall dahinis schreiten, ist vorzüglich wiedergegeben. Das fröhliche Gestöber des treibenden Schnees, in dem die weiß sich I) dende Welt so lustig dreinschaut, wird dann ein beliebtes ! Motiv anderer holländischer Meister des Winterbildes, und sie zeigen auch ein seines Auge für die besonderen Beleuchtungen der Winternatur, schildern das einsame Versinken des rotglühenden Sonnenballes, der sich in rosigen Lichtern auf dem Eise widerspiegelt, die gedämpfte Farbenmelodik des bewölkten Himmels. Der größte der Holländer, Rembrandt, hat nur ein Winterbild gemalt, jene entzückende kleine Kanallandschaft der Casseler Galerie aus dem Jahre 1646; aber in ihr lebt vielleicht in stärkstem Maße die den Menschen nunmehr gewonnene Lust und Freude an den frischen, kräftigen Reizen Winters. Sein Rivale auf dem Gebiet der Landschaftskunst, der große Jacob van Ruisdael, schlägt dann wieder die grandiösen Töne des älteren Breughels an und malt die Erhabenheit der Winternatur.„sen Jedenfalls zeigt uns die holländische 17. Jahrhunderts als das getreue Spiegelbild des damaligen Lebens, wie die Holländer den Winter entdeckten. Unbewußt sehen wir noch älle mit den Augen dieser Meister und müssen ihnen für diese Bereicherung unseres II äußeren und inneren Lebens dankbar sein. Er hatte genug. Folgenden originellen Entschuldigungszettel erhielt ein Gemeindeschullehrer:„Geehrter Herr Schwarz, verzeihen Sie, daß Hans gestern die Schule versäumte. Er war mit einem Kameraden durchgebrannt, aber Sie brauchen ihn nicht zu hauen, denn er hat sich mit dem andern Jungen gezankt, und der hat ihn verhauen, und dann haben sie nach einem Mann geworfen, und der hat beide verhauen, und dann haben sie sich an einen Wagen gehängt, und der Kutscher hat sie auch verhauen, und dann hat ihn zu Hause sein Vater tüchtig durchgeprügelt, und ich habe ihm ein paar ordentliche Ohrfeigen gegeben, weil er rech gegen mich war, weil ich's seinem Vater gesagt hatte. Also hauen Sie ihn diesmal nicht. Er meint, er wolle künftig) lieber in die Schule gehen!“ Kunst und Wissen. Regen und Grundwasser. Die Frage, inwieweit der Regen eine Vermehrung des Grundwassers hervorrufen kann, und überhaupt der geheimnisvollen Wasserkräfte, die sich unter dem Erdboden sammeln, wird in neuen Untersuchungen behandelt, über die Prof. Halbfaß in der„Naturwissenschaftlichen Wochenschrift", berichtet. Eine Vermehrung des Grundwassers durch Regen kann erst dann erfolgen, wenn die den Grundwasserspiegel überdeckende Bodenschicht vollkommen gesättigt ist, und auch dann gelangt nicht etwa das Wasser des eben gefallenen Regens in das Grundwasser, sondern ein Teil der schon vorher im Boden vorhandenen Feuchtigkeit. Verbieten die Temperaturverhältnisse eine Verdunstung des Regenwassers in der äußeren Bodenhaut nach unten, so wird durch den Regen indirekt eine Vermehrung des Grundwassers hervorgerufen, ohne daß nur ein Tropfen des Regens den Grundwasserspiegel selber erreicht. Das Wasserzurückhaltungsvermögen der meisten lehmigsandigen Böden kann mit etwa 300—350 Liter auf ein Kubikmeter angenommen werden. Da nun für Deutschland die mittlere jährliche Regenhöhe etwa 660 Millimeter beträgt, die Regenmengen sich also für ein Quadratkilometer Niederschlagsgebiet auf 660 Liter belausen, so ist eine Bodenschicht von 2 Meter Dicke durchschnittlich imstande, den gesamten jährlichen Niederschlag in Deutschland aufzunehmen und festzuhalten. Die Niederschläge eines Jahres können daher im allgemeinen erst nach Ablauf dieser Zeit und unter dem Druck der nachfolgenden Niederschläge tiefer als 2—3 Meter in den Boden eindringen. Es besteht daher unter normalen Verhältnissen nur ein indirekter Einfluß des Regens auf die Grundwassermenge. In Ausnahmefällen kann allerdings eine unmittelbare Verbindung des in den Boden eindringenden Regenwassers mit dem Grundwasser eintreten. Das geschieht, wenn bei plötzlichem Umschlag von Frost in Tauwetter die Temperatur um 6—8 Grad und mehr über den Gefrierpunkt steigt. Dann greift infolgedessen eine heftig in den Boden einziehende Dampfströmung Platz, die in wenigen Metern Tiefe mit der aufsteigenden Dampfströmung zusammentrifft und eine so lebhafte Kondensation hervorruft, daß das Grundwasser dadurch so kräftig vermehrt wird, wie sonst nur bei dem stärksten Gewitter und Tauerregen. Durch solche Dampfströmungen wird ein sog. Grundregen veranlaßt; der Schauplatz der Regenbildung wird gleichsam aus der freien in die unterirdische Atmosphäre verlegt. Diesem Grundregen kommt nach den neuesten Forschungen für den Wasserhaushalt des Bodens eine viel größere Bedeutung zu, als man bisher annahm. Es steht auch fest, daß ein beträchtlicher Teil des in den Boden eindringenden Regenwaffers in Dampfform wieder in die äußere Atmosphäre zurückkehrt, ohne überhaupt mit dem Grundwasser in Berührung gekommen zu sein. # A Allerlei. Das preisgekrönte Hähnekrähen. Der früher in Belgien als Volksbelustigung häusige grausame Hahnenkampf ist jetzt in den Bergwerksgegenden, so in Mons und Lüttich, durch einen Wettbewerb im Hähnekrähen ersetzt, der die Belgier ebenso leidenschaftlich erregt, wie früher das blutige Ringen. Gewöhnlich kräht der Hahn etwa 60mal in einer Stunde; doch kann man ihn durch eine bestimmte Ernährung mit Hirse, Bier und Wasser zu einer viel größeren Zahl von Rusen anspornen. Also trainierte Hähne krähen etwa 100mal in einer halben Stunde, und so lange dauert der Wettbewerb. 9 □ 8 Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General=Anzeiger für den Kreis Haupt=Annoncenblatt. Roman von A. Seifert. (20. Fortsetzung.) ie Eltern“, so lautete das Schreiben weiter, das Mertens von seiner Base erhielt, „wollen natürlich die„alte Jungfer“ gern los sein und setzen mir furchtbar zu. Und, weiß der Himmel, ich würde ihnen den Gefallen tun und Ja sagen, wenn der “ Mensch mir nicht direkt Furcht und Abscheu einflößte. Komm doch, bitte, hierher, suche Dich Harnisch auf unauffällige Weise zu nähern, beobachte und prüfe ihn. Findest Du, daß nichts an ihm auszusetzen ist, daß meine Antipathie auf einem Vorurteil beruht und hinfällig ist, so will ich mich ergeben und meinen alten Herrschaften den tun. Aber so auf guten Glauben hin reiche ich ihm nicht meine Hand. Ich bin Menschenkennerin, und ich behaupte, daß er sich anders gibt, als er ist. In seinem Wesen ist so viel Sprunghaftes, und niemals kann er mir in die Augen sehen. Es mag Dir phrasenhaft klingen, aber trotzdem behaupte ich: Der Mensch hat eine Schuld auf dem Gewissen. Du sienst, ich bedarf Deines Beistandes, laß mich nicht vergeblich bitten. Mit herzlichem Gruß Deine Base Liselotte Schöler.“ Mertens erinnerte sich dieser Verwandten als eines sehr lieben, herzigen Mädchens. Ihre Bitte kam ihm insosern gelegen, als er es für ratsam hielt, auf kurze Zeit von hier fortzugehen. Gewiß, er entschloß sich nur schwer dazu, sich selbst aus Almidas Nähe zu verbannen, aber es war ja auch in deren Interesse, daß er Franz Harnisch kennen lernte. Der Brief seiner Base rüttelte ihn ein wenig auf. Er war nahe daran gewesen, in Schwermut zu versinken. Er scbrieb Liselotte, daß er ihren Wunsch erfüllen und kommen werde, sobald es seine Zeit erlaube, das heißt, sobald er seinem Bureauvorsteher die nötigen Anweisungen werde gegeben haben. Viel hatte er gelitten, seitdem er Almida hoffnungslos liebte. Er suchte sie zu meiden. Er vernachlässigte seine alten Freunde. Er fürchtete, Almida sein Herz zu verblieb er ihr tagelang sern. Bis die Sehnsucht ihn dann doch wieder dorthin trieb, wo sie weilte, wo er ihre Nähe fühlle, sie auch sah und ihre weiche, süße Stimme hörte.„ Da stritten dann Wonne und weher Schmerz in ihm. Seine Trauer, sein ernstes, verschlossenes Wesen fiel allen auf. Doch keiner fand eine Erklärung dafür. Er lebte in guten, geordneten Verhältnissen. Er fand volle Befriedigung in seinem Beruf. er war gesund. Was fehlan? Richtg. Er mar wahll nur wunderkonnte ihm seclen: Richts. er un won i: gu### lich in seinem Junggesellentum geworden. Am beste (Nachdruck verboten.) en man ließ ihn gewähren, bis er von selber sich wieder zu gewohntem, freundschaftlichem Verkehr zurückfand. Jetzt aber mußte Doktor Mertens Almida aussuchen, mußte mit ihr sprechen, um ihr zu helfen, um einen Schurken zu entlarven. Wenn ihm das wenn durch ihn Almida zu ihrem Recht, in den Besitz des Vermögens gelangte, das ihr Pflegevater sicher ihr zugedacht hatte, das würde Mertens wie eine glückuiche Schicksalsfügung empfunden haben.——„ Almida hatte es in dieser Zeit nicht leicht. An jenem Tage, wo Frau Wengdorf, um ihren Mann zu ärgern, ausgegangen war, hatte sie sich eine starke Erkältung zugezogen, deren Folgen nicht weichen wollten. Erit steüte sich ein Schnupfenfieber ein, dann Steifheit der Glieder, und als dieses Leiden durch Bäder und Abreibungen einigermaßen behoben war, begann Frau Wengdorf über innerliche Schmerzen zu klagen, gand,ste dist„Ware„ichz; daß es sich um eine Geschwalft hanbelte, die zwar nicht bösartig war, aber doch beseitigt werden mußte. sollte durch Bestrahlung geschehen. Durch körperliches Unbehagen und Schmerzen war Frau Olga so mitgenommen, daß sie sich um die Ar gelegenheiten des Haushalts gar nicht mehr kümmern Uinmerklich gestaltete es sich so, daß das Personal sich mit allen Fragen an Almida wandte. Und da sie jeverzeit freundlich, ohne Ueberhebung mit jedem, der zu ihr kam, überlegte und verhandelte, auch keinen bevorzugte, zu ihr, sie gewannen das schöne, junge Mädchen lieb und ordneten sich ihr gern unter, weil sie gleichzeitig empfanden, daß Almida an Bildung weit über ihnen stand, daß sie aus vornehmen Kreisen, und nur durch ungünstige Ver hältnisse gezwungen war, ihr Brot in Abyängigkeit zu lind Almida, welche sich bisher herzlich wenig um Haushaltsangelegenheiten bekümmert hatte, nahm sich Zusammen und traf mit ihren Anordnungen immer das.. Ihre hausiraulichen Talente, die bis dahin brach gelegen, entfalteten sich jetzt im Umsehen zu überrasche os ,ach einigen Wochen war sie aesen eschge an u e. e. Roten Kreuz gepflegt. Aber sie war eine unausstehliche Kranke, schwer zu bewegen, sich den Anordnungen der Schwester zu fügen, mißtrauisch und voll vöser Launer g 4cu. bag urr a#S#Sß S SSSa 8 9 5 5 Von diesem Gesichtspunkt geht auch die aus, gnädige Frau, die nur Ihr Bestes will, Almida beobachtete die Schwester mit regem Interesse und fand, daß alles, was jene bestimmte, gut und richtig war. Das sprach sie auch Frau Wengdorf gegenüber offen aus. „Je genauer Sie die Dispositionen des Arztes befolgen, gnädige Frau, um so eher werden Sie wieder gesund sein,“ sagte Almida.„Die Hauptsache ist, daß das Uebel bald beseitigt wird und nicht zu einem chronischen ausariet. Pflegerin Ihr Ailerbestes!“ „Ach, Fräulein, ich habe so eine unheilvolle Ahnung. Mir fehlt doch eigentlich gar nichts Besonderes, tausend Menschen leiden an Geschwülsten, werden davon befreit und leben noch lange Jahre. Aber ich befinde mich in einem verhängnisvellen Alter, ist es möglich, daß ich die es geringfügigen Leidens wegen sterben muß?“ „Aber gnädige Frau!“ Almida erschrak unwillkürlich. Traußen tobte der Herbsisturm und riß die bunten Blätter von den Bäumen, ging der Regen seit Tagen strichweise nieder, und Frau Wengdorfs Aussehen hatte sich in der letzten Zeit merkwürdig verändert. Sie war schmal und bleich geworden. Von der Nasenwurzel bis zum Munde zogen sich zwei böse Falten und die Schläfen waren eingesunken. Aimida hatte Hubert von der Erkrankung seiner Mutter nichts mitgeteilt, um ihn nicht zu beunruhigen. Aus demselben Grunde mochten auch seine Eltern bisher darüber Stillschweigen bewahrt haben. Nun erschauerte sie unwillkürlich in der Vorahnung kommenden Unheils. War es nicht doch besser, sie schrieb ihm, wie es hier stand? Frau Wengdorf sagte: „Mein Tod würde nur eine sehr kleine Lücke hinterlassen, und ich selbst verliere nicht viel am Leben. An meinem Sohn hängt mein ganzes Herz. aber ich habe ihn so selten in meiner Nähe, und wenn er auf Besuch kommt, fehlt es nicht an kleinen Reibereien. Wir sind selten derselben Meinung. Ach, das ganze Leben ist doch eigentlich eine ärterst verdrießliche Sache! Mein Mann hat mich nur geheiratet, weil ich ein reiches Mädchen war. Er behält ja mein Geld, mich selbst wird er kaum vermissen. Mein Sohn wird mich beweinen und sich sehr bald trösten. Dann ist es, als wäre ich nie gewesen.“ „Und vergessen Sie die Wöchnerinnen, gnädige Frau, deren Kindchen Sie kleiden und so manche Wohltat erweisen? Ich halte die Leute nicht für so undankbar, daß Sie das alles gering achten.“ Frau Wengdorf schwieg, aber in ihrem Gesicht drückten sich Zweifel und leiser Spott aus. „Die Eltern zu besitzen ist für jeden das höchste Glück,“ fuhr Almida fort,„und jede Mutter hat die Pflicht, ihre Gesundheit nach Möglichkeit zu schonen, um sich, deren Verlust unersetzlich, ihrem Kinde zu erhalten.“ Und in Gedanken setzte sie hinzu:„Ich hoffte, Du würdest mir die Mutter ersetzen.“ Frau Wengdorf aber sagte:„Sie denken über alles tief und ehrlich nach, Fräulein. Ich glaube wohl, daß ich mein Leben lang sehr oberflächlich gewesen bin. Aber zum Gutmachen ist es ja wohl nie zu spät. Ich habe Sie liebgewonnen Ihres innigen Wesens wegen, und oft habe ich mir gedacht, daß das Mädchen, welches mein Sohn einmal heiratet, sein müßte, wie Sie. Schade, daß Sie arm sind und unseren Gesellschaftskreisen nicht augehören. Dreimal schade. Denn Hubert kann nur ein reiches Mädchen aus angesehenem Hause heiraten. Ich würde, wenn es sich um Huberts Glück handelte, gern ein Auge zudrücken. Aber mein Mann hat seine starren Grundsätze. Von denen geht er nicht ab. Danach muß unser Sohn sich richten. Aber ich möchte Sie um etwas bitten.“ Almida beugte sich, über und über rot, über die schmale, abgezehrte Hand von Huberts Mutter und küßte sie.„Ich weiß nicht, wie ich Ihnen danken soll, gnädige Frau, Sie machen mich so glücklich!“ „Um dieses heitere, zufriedene und dankbare Gemüt beneide ich Sie, Kind, und ich möchte Sie bitten, mich an diese Stunde zu erinnern, wenn ich wieder ungenießbar und abweisend gegen meinen Mann bin. Ich hatte mir ein abweisendes, gereiztes Wesen ihm gegenüber angewöhnt. Aber jetzt in meiner Schwäche, 1o ich viel Zeit zum Nachdenken habe, sehe ich ein, wie häßlich das war. Wenn ich wieder gesund werde, wlil ich gut sein. Helfen Sie mir dabei, Kind!“ „Ja, gnädige Frau, o, wie gern!“ Doktor Mertens unterbrach durch sein Eintreten diese Szene. Fast zugleich mit ihm kam die Pflegerin. Des Doktors Blicke folgten Almidas schlanker Gestalt. Wie ein Dürstender sah er ihr nach, als sie hinausging. Sie war viel zu erregt, um sich an einer gleichgültigen Unterhaltung beteiligen zu können. Draußen stürmte es wohl noch, aber es regnete nicht mehr. Almida brauchte frische Luft. Sie zog feste Lederstiesel an, warf ihren Wettermantel über die Schultern und eilte ins Freie. Mertens sah sie vom Fenster aus. Er hatte sich teilnahmvoll nach Olgas Befinden erkundigt. Doch seine Gedanken waren nicht bei seinen Worten. Unter einem Vorwande ging er hinaus und folgte Almida. Er holte sie bald ein. In strahlender Schönheit lugte ihr Gesicht unter dem grauen Capuchon, den sie über das Haar gezogen, hervor. Sie wirkte wie ein Märchen, nein, wie die strahlende, lachende Lebensfreude selbst. Und er hatte glauben können, daß sie ihm gehören werde! Er kam sich täppisch und lächerlich vor. Er unterdrückte seine Sehnsucht nach ihr, sein heißes Weh, und sprach ruhig und vernunftig mit ihr. Und überlegte unablässig, wie er ihr, die er so verschwiegen und über alle Maßen liebte, helfen, wie er für ihr Glück sorgen könne. Er fragte und Almida antwortete; sie sagte ihm, was sie wußte, und er hörte noch viel mehr heraus. „Franz hatte seine Eltern verloren und stand allein in der Welt da. Da war es doch das Natürlichste, daß Papa ihn in unser Haus nahm. Er wollte es allerdings nicht tun. Aber ich bat so lange, bis Papa mir den! Willen tat. Und ich freute mich damals riesig auf den! neuen Vetter. Aber es kam dann doch alles anders. Franz verstand sich nicht gut mit uns. Besonders zwischen Papa und ihm bestanden oft Meinungsverschiedenheiten. Eine Zeitlang wollte Franz mich glauben machen, daß ich ihm mehr wert sei, als eine Verwandte, aber ich konnte es ihm nicht glauben. Und als er einsah, daß er kein Glück mit seiner Verstellung bei mir hatte, da begann er mich zu hassen. Ich fing zuweilen einen seiner lauernden Blicke auf, die mir angstvolles Herzklopfen verursachten. Und ich habe mich darin ja nicht getäuscht. Es war ein Triumph für ihn, mich wie eine Bettlerin aus dem Hause weisen zu können. Er weiß nicht, Herr Doktor, daß ich mich hier, im Hause von Huberts Eltern befinde. Er darf es auch nicht erfahren.“ „Selbstverständlich nicht! Aber ich möchte Hubert aufsuchen und mir auch von ihm berichten lassen. Er hat ja wohl eine vertrauliche Unterredung mit Herrn Harnisch gehabt, von der Sie nichts wußten, mein Fräulein?" Almida nickte.„Hubert hat sa auch das Testament gesehen, das Papa in einem Geheimfach aufbewahrte. Sind auch Sie, Herr Doktor, der Meinung, daß Papa dieses Testament vernichtet und ein anderes geschrieben hat?“....„ „Ich will mich heute oarüver nicht außern, Frautein. Aber ich habe mir vorgenommen, dieser Sache auf den Grund zu gehen. Zunächst werde ich Hubert aussuchen, und dann Frau von Herbst. Was ich danach tun werde, weiß ich noch nicht. Sie dürfen über diese Angelegenheit zu keinem Menschen ein Wort verlieren, zu keinem, hören Sie wohl? Auch Mahnert, wenn er wieder hier vorsprechen sollte, darf nichts erfahren. Wollen Sie mir absolutes Schweigen geloben?“ „Aber gewiß, Herr Doktor, obgleich ich Ihre Nachforschungen und all Ihre Mühe für vergeblich halten muß!“ (Fortsetzung folgt.) 45 2* S 9— a E#— 6 S a 2 5 * 5 5 *5* 450 5 49 E C Denkspruch. Der Müßiggang macht unendlich viel müder und nervöser als die Arbeit und schwächt die Widkerstandskraft, auf der eigentlich alle Gesungheit beruht. 5 i11y. alte (Nachdruck verboten.) Wer jemals eine Treppe eines mittelalterlichen Bauwerkes und eine Stiege aus der Zeit des Rokokos hinabgeschritten ist, der wird, wenn er nur überhaupt empfindlich ist für die Sprache der Vergangenheit, von den verschiedenartigsten Empfindungen bestürmt worden sein. Bei der steil abfallenden gotischen Treppe mit ihren riesigen Quaderstufen haben wir modernen Menschen das Gefühl, als ob wir uns jeden Augenblick die Beine brechen müßten, und wir bewundern jene alten Recken, die hier sicher und ruhig, ohne zu schwindeln und ohne zu springen, hinabwandelten, so wie wir vor den Atemkräften Respekt bekommen, vermöge deren sie die steile Steigung mühelos überwanden, ja bei dem himmelanstrebenden Nyythmus dieser Stufen vielleicht noch ein Wohlgefühl hatten. Gehen wir die niedrigen, breiten Stufen einer schön geschwungenen, in leiser Senkung fast unmerklich herabfallenden Rokokotreppe hinunter, so beseelt uns ein anmutiges Gleiten und Schweben; in den Füßen zuckt es wie zum Tanz, und anstatt Schritt für Schritt hinunterzusetzen, möchten wir in einem Mennett herbeieilen, wie ja auch die Menschen des Rokokos die Treppen hinuntergetanzt und hinuntergeritten sind. Es spiegelt vielleicht kein anderes Architekturglied Lebensgefühl und Rhythmus einer Epoche so eindringlich wie die Treppe, und es ist eigentlich merkwürdig, daß die Kunstgeschichte bisher so wenig dieses stilpsychologische Mittel beachtet hat. Auf solche kunstgeschichtlichen Erzählungen alter Treppen zu lauschen, war so recht eine Aufgabe für einen umfassend gebildeten, ästhetisch geschulten und feinfühligen Kritiker, wie den vor zehn Jahren gestorbenen Wiener Kunstsorscher Josef Bayer, aus dessen Nachlaß kürzlich ein schöner Band „Baustudien und Baubilder“ erschien. Bayer gibt hier in seiner geschmackvollen, beseelenden Art, in der er seinem berühmten Kollegen auf dem Gebiet der Theaterkritik, Ludwig Speidel zu vergleichen ist, eine Ueberschau von der ältesten monnmentalen Bankunst bis zu den Architekturproblemen seiner Gegenwart und hat auch das„Treppenproblem“ in einer feinen Studie behandelt. In seiner„Italienischen Reise“ berichtet Goethe am 2. Oktober 1786 aus Venedig von seinem Besuch in der Carita und ist entzückt von der„schönsten Wendeltreppe der Welt, mit offener weiter Spindel, den steinernen Stufen in die Wand gemauert und so geschichtet, daß eine die andere trägt.“„Mau wird nicht müde,“ fährt er fort,„sie auf und ab zu steigen; wie schön sie geraten sei, kann man daraus abnehmen, daß sie Palladio selbst für wohlgeraten angibt.“ Daran anknüpfend schreibt Bayer:„Die Treppen aus verschiedenen Zeitaltern geben uns mancherlei zu denken. Man sollle glauben, es sei nicht viel Aufhebens davon zu machen, wie der Mensch von einem Stockwerk zum andern hinaufgelangt. Dem ist nicht so. Jede Kultur= und Kunstperivde bringt ihre Leute nach eigener Weise die Etagen hinau. An der Symbolik des Gesellschaftzustandes, die überhaupt in der Aufgabe der Architektur liegt, hat die Stiegenanlage ihren wesenlichen Anhalt. Der steile Spindeltreppenturm der Gotik ruft uns ein unaufhaltsames„Aufwärts“ zu und zeigt die ungestüme Jugendkraft, die Himmelsrichtung des gotischen Menschen, der mehr zu Ehren Gottes als zur Bequemlichkeit der Menschen baute. Die Treppenanlagen der französischen Frührenaissance sind schon weiträumiger und bequemer; das Presto des gotischen Aufstieges geht in ein beruhigteres ite über.„Mau muß sich dazu die belebende Staffage hinzudenken. An den Wendungen der wunderbaren Schneckenstiegen der Schlösser von Chambord, Blois, Chateaudun usw. begegneten einander die Hofkavaliere in geckenhaft modischer Tracht, mit spitzen Degen unter kurzen Mäntelchen, die Damen in tnatternden Gewändern, geschlitzten Bauschärmeln und zierlich knappen Halskrausen, am Treppenbug Blick und Wort rasch tauschend.“ Der eigentliche moderne Treppenbau im Sinne der Renaissance bildet sich langsam in Italien. Die florentinische Treppe, zwischen Wand und Säulen in einen Flügel des Arkadenhofes eingebaut, ordnet sich dem Bau durchaus unter und bewahrt den Charakter einer intimen Häuslichkeit. In Venedig entsteht dann die eigentliche Festtreppe, die die Szenerie für feierliche Aufstellungen, die mit ihren Doppelanlagen ein monumentates Gerüst für die große Repräsentation bietet. Ein wahrer TreppenEhrgeiz bemächtigt sich des Barocks, und hier entfaltet sich die volle Pracht der Stiegenanlage.„Jene imposanten Treppen mit ihren niedrigen und breiten, sanft ansteigenden Stufen, den geräumigen Podesten, dem feierlichen Antritt zu der Prachttür des Vorsaales waren das charakteristische Baumotiv für das Tempo des Höflingsschrittes, für die langsam gravitätische Bewegung, für den ganzen steif abgemessenen Perückenanstand des Zeitalters. Die Szenerie des prunkvollen Stiegenbaues mit den steinernen herkulischen Tierhütern unten, den großsprecherischen Wolken=Allegorien oben am Plafond bekommt erst Sinn und Bedeutung durch das in den architektonischen Rahmen hineingezeichnete Gesellschaftsbild.“ Intimer, graziöser und noch bequemer ist die Treppe des Rokoko, die sich in den Rhythmen eines leichten Mennetts wiegt und auf der man fast wie auf ebener Erde wandelt. So erzählen die alten Treppen von ihrer Geschichte; bei den modernen wird aber auch ein geschultes Ohr nur wenig heraushören. Wie die Holländer den Winter entdeckten. Den Winter selbst zu entdecken brauchte der Mensch natürlich nicht, denn sein Walten mit strengem Frost und früher Dunkelheit drängte sich dem Sohne der Vergangenheit, der keine Kohle und kein elektrisches Licht kannte, noch mehr auf als uns. Aber seine Schönheit galt es zu entdecken, den Glanz seiner schneeklaxen Festlichkeit und die Feinheit seiner Luftstimmungen; seine Freuden mußte man erst allmählich ausspüren. Die Entdecker des Winters in diesem Sinne sind für unsere europäische Kultur die alten Holländer geworden, und zwar war es die großartige Blütezeit der Malerei, die in unsterblichen Werken dieses Winter=Entdeckerglück festgehalten hat. In dem Lande der vielen Kanäle und Teiche trat das Eis dem alltäglichen Leben gleichsam besonders nahe, und der Holländer war schon aus praktischen Gründen früh darauf angewiesen, den Schlitten übers Eis zum Warentrausport zu benutzen und selbst auf Schlittschuhen über die spiegelglatte Fläche dahinzufliegen, weil das das beste Bejörderungsmittel war. So fühlte sich der Niederländer mehr zum Winter hingezogen, als andere Völker. Um ihn aber seine Schönheit verstehen zu lehren, dazu mußte ein ganz großer Maler auftreten, der den Winter als erster und gleich so wundervoll dargestellt hat, daß er bisher nicht übertroffen wurde. Es war dies Pieter Breughel d. A. Schon den bethlohemitischen Kindermord setzt er ganz realistisch in einen winterlichen Rahmen und bietet das naturgetreue Abbild eines tief eingeschneiten Dorfes zur Weihnachtszeit. Noch andere Winterlandschaften von ihm sind aus Kopien seiner Nachahmer bekannt; erhalten aber ist uns die großartige Schneelandschaft des Wiener Hofmuseums, die einer Folge der Jahreszeiten angehört. Das grandiose Pathos, das in den winterlich erstarrten Formen der Natur liegt, erfüllt dies Gemälde, dem auch stimmungsvolle Schilderungen der Jagd und des Schlitischuhlaufens nicht 4