hh WKXHR A „— Regelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfreu und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatdlätter. u Lustiges Alberlei. Kinderzeitung: Unser Blatt. u Uuterhaltungs- u. Romarbeilage. 2 Spiel, Sport und Curnen. u Ledensbild. Kunst u. Wissen. n Gortenretschläge. Verdungen mit: Schwerter Cagebiat und Anzeiger Schwerter Heiszeitung Schwerter belhsblatt Amtüiches Galbian tur und Stoster Kogesongen des Weschstener Zeitung Artert#cter Zeitung Langschete Zeitung #beis börde. betzurde#er Zeitung für den Kreis Hörde. De„Shwerter Zetungf rschent verktäglich. n Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlog: Carl Braus. Celegr. Adr. Braus, Schwerteruhr. Cel.62. Doftscheck: Dortmund 2852 Verantwortliche Schrittleitung: dn ücher Wihn — Nr. 301 Samstag, 23. Dezember 1922 Die heutige Rummer umfaßt 10 Seiten. u Zum Geleit. Heilige Nacht, mit tausend Kerzen Steigst du feierlich herauf, Oh, so geh in unsern Herzen, Stern des Lebens, geh uns auf! Schau, im Himmel und auf Erden Glänzt der Liebe Rosenschein Friede solls noch einmal werden Und die Liebe König sein! Robert Prutz. Koommrr Neueste politische Nachrichten. Die Botschafterkonferenz nahm in einer an die Reichsregierung gerichteten Note über die Angelegenheit Stettin, Passau und Ingolstadt die von der deutschen Regierung vorgebrachten Entschuldigungen grundsätzlich an, verlangt aber, daß die Entschuldigungen in einem genau formulierten Text in den Zeitungen veröffentlicht werden soll. Nachforschungen werden lediglich inbezug auf die lokalen Sanktionen erhoben. * Clemenceau ist von seiner Amerikareise nach Paris zurückgekehrt; er hat sich drüben Deutschands Dank verdient.(?) * Die Spitzenverbände der Gewerkschaften haben beim Reichsfinanzministerium nochmals Schritte unternommen wegen nachträglicher Erhöhung der Dezemberlöhne der Staatsarbeiter. Das Reichsarbeitsministerium hat vorgeschlagen, die bestehende Sätze für Erwerblose um ungefähr 100 A pro Tag zu erhöhen. * Die Kommunisten erklären nunmehr, daß ihr wilder Streik in Ludwigshafen zusammengebrochen sei. Er hat Unsummen Arbeiter=Gelder gekostet. * Bonar Law ist an einer Erkältung erkrankt, die ihn vollständig der Stimme beraubt hat und ihn ans Zimmer fesselt. * Die beharrlichen Einwände Ismed Paschas in der Meerengenfrage gehen auf amerikanische Unterstützung zurück. * In Lausanne wurde im Unterausschuß für die Minderheiten in verschiedenen Punkten eine Uebereinstimmung erzielt. Zum Schluß kam es infolge gegenseitiger Vorwürfe der Türken u. Griehen zu einem lebhaften Zwischenfall, so daß die Sitzung abgebrochen werden mußte. * Eine Reihe bekannter Persönlichkeiten in Neuhork haben ein umfassendes Hilfswerk für Deutschland eingeleitet, das vornehmlich den Kindern, der akademischen Jugend und dem Mitelstande zugute kommen soll. Man erstrebt einen dauernden Gabenstrom aus den Vereinigten Staaten. Der bayrische Handelsminister von Meinel ist auf persönliche Einladung des Reichsfinanzinisters Dr. Hermes zur Teilnahme an den Besprechungen über die Reparationsfragen nach Berlin abgereist. Die Schreckensherrschaft der Faszisten in Turin dauert an. * Aus ganz Südengland und den mittleren Grafschaften wurde heftiges Sturmwetter mit Schneefall gemeldet, auch im Kanal herrschte e nbn v n en, Sossse :* — 1 r Heil'ge Nacht senkt sich hernieder Auf den stillen Erdenkreis. Flocken hüllen ein Dich wieder Traulich in ein schimmernd Weiß. Engel gleiten Dich zur Erden. Christkind, mit dem Weihnachtsbaum, Daß die Kleinen glücklich werden— Dich jetzt seh'n im süßen Traum. Reichlich willst du uns beschenken, Wenn wir für Dich offen sind Gibst uns, daß wir Dein gedenken, Die Krippe mit dem Jesuskind. Kehrst darauf durch dichte Flocken Wieder in dein Reich zurück.— Morgen künden Weihnachtsglocken: Friede allen, Freud' und Glück. # Die Woche vor dem Fest. Das deutsche Volk hat sich in den Tagen vor dem Fest der Erwartung hingeben können, daß der Weihnachtsmann ihm eine besondere Bescherung aufbauen und eine Senkung der Preise für die letzten Festeinkäufe bringen werde. Der Sturz des Dollarkurses ließ das Beste erwarten. aber leider blieb es nicht dabei und die Ungewißheit setzte von neuem ein. Der Dollar und die Politik haben keine Beständigkeit gewonnen, und erst im neuen Jahre kann sich entscheiden, welche Zukunft uns erblühen wird. * Seitdem die Ministerpräsidenten der Entente die Konferenz von London resultatlos verlassen haben, hat sich nichts in den Verhältugsen geändert, die eine Lösung der Reparationsfrage vorbereiten wollten, wir sind über die mannigfachen Gerüchte nicht hinausgekommen. Poincare hat aus Paris wiederholt erklärt, daß Frankreich für jedes Entgegenkommen an Deutschland Kompensationen haben müsse, daß für ein Moratorium genügende Pfänder nicht zu entbehren seien. Daß es keine weiteren militärischen Maßnahmen anwenden will, bringt die Dinge nicht vorwärts, denn die Hindernisse bei vor wirtschafslichen Sausitigm wicht uber geringer. Die englische Regierung hat sich zu diesen Einzelheiten noch nicht geäußert, sie ist nicht über allgemeine Wendungen hinausgekommen. * Eine unzweidentige und entscheidende Aussprache wird dem französischen Kabinettschef nicht erspart bleiben, darauf dringen auch die Amerikaner. Wenngleich Präsident Harding in Washington sein großes Interesse für die endgültige Regelung der Weltwirtschaft betont, so warnt er Europa doch vor Illusionen. Und ihm schließt sich der Großbankier Morgan an. Die Pariser Zeitungen sind von diesen amerikanischen Einmischungen nicht erhaut, sie sind wohl nicht ohne Sroge, daß in Newyork und in Washington eines Tages doch der Geduldsfaden reißen könnte. * Der Reichstag hat sich bis Mitte Januar vertagt, ohne zu größeren Debatten gekommen zu sein, die ja von der Reparationsentscheidung abhängig waren. Aber das unfreiwillige Rasten in der Reichshauptstadt bedeutet kein Rosten. Die Besprechung im Reichskanzlerpalcis zum Ausbau der deutschen Vorschläge nach Paris haben ihren Fortgang genommen, und es dürfte ein Uebereinkommen erzielt werden. 55. Jahrgang Die Woche ist nicht zu Ende gegangen, ohne, daß eine neue Bluttat Europa in Aufregung versetzt hätte. Die Ermordung des polnischen Staatspräsidenten Narutowicz hat ein grelles Licht auf die inneren Verhältnisse der Republik Polen geworfen, in der der Zwiespalt der Parteien mit der wirtschaftlichen und finanziellen Zerrüttung wetteifert. Ein zweites politisches Attentat hat in der bulgarischen Hauptstadt Sofia gegen ein Mitglied der Regierung stattgefunden, doch ist hierbei niemand verletzt worden. * Die Abhaltung einer Welt=Abrüstungs= konferenz ist im amerikanischen Senat zu Washington von dem Senator King gefordert worden. Der Antrag hängt mit den Behauptungen zusammen, daß Frankreich mit den Einschränkungen der Rüstungen zur See, die vor einigen Jahren auf der damaligen Konferenz in Washington beschlossen wurde, keinerlei Anfang gemacht hat. Kommt die Hilfe aus England. In französischer Aufmachung. Die Reise des englischen Schatzkanzlers nach Washington sieht man mit großer Spannung entgegen. Von den Vorschlägen, die er der amerikanischen Regierung zur Regelung der Schuldenfrage machen will, wird zum guten Teil die Haltung Hardings in der Reparationsfrage abhängen. Stanley Baldwin wird am 3. Januar in Washington eintreffen und alsbald vom Präsidenten Harding empfangen werden. Der Londoner Berichterstatter des„Petit Journal“ glaubt zu wissen, daß er hierbei folgende Vorschläge machen wird: Großbritannien ist gewillt, die deutschen Bonds der Serie C anzunehmen, was Frankreich entsprechend erleichtern wird. Indessen wird jedenfalls die Bedingung gestellt, daß Frankreich in keiner Form in die Angelegenheit eingreift, daß es irgendwie einen Teil des deutschen Territoriums weder besetzt noch zu besetzen drohe, daß es einem langfristigen Moratorium für die Reparationen zustimmt und die endgültige Festsetzung der deutschen Schuld auf eine vernünftige Summe annimmt. Gegen diese Konzessionen wird England in den Vereinigten Staaten gewisse Bedingungen für sich selbst erlangen. Es hofft, einen Zinsfuß von 2 bis 3 Prozent für seine Schulden zu erhalten. Diese Schulden sollen in 40 Jahreszahlungen zwischen je 25 und 35 Millionen Pfund Sterling rückzahlbar sein.“ Diese Mitteilung wird man natürlich mit großer Vorsicht aufnehmen müssen. Der englische Schatzkanzler wird kaum den Berichterstatter zu seinem Vertrauten machen. Man darf eher annehmen, daß es sich bei dieser Meldung um einen französischen Wink mit dem Zaunpfahl handelt. Die Not der freien Berufe. Berlin, 23. Dez. Die Zentrumsfraktion des Reichstages ersucht die Regierung, der dringenden Notlage der freien Berufe, wie Rechtsanwälte, Aerzte, Redakteure usw. dadurch entgegenzuwirken, daß Angehörige dieser Berufe, soweit sie aus Mangel an Arbeit oder unzureichenden Ertrages zum Unterhalt ihrer Familie nicht imstande sind, in geeignete Verwaltungsstellen anstelle der beschäftigten Aushilfskräfte überführt werden. Die außerordentliche Steigerung des Eisenbahngütertarifes hat laut„Vossischer Zeitung" den Berliner Magistrat zu einer Eingabe an das Reichsernährungsministerium veranlaßt, in der auf die geradezu katastrophale Auswirkung der Tarifpolitik der Eisenbahn auf die Preisgestaltung der Lebensmittel hingewiesen wird. So beträgt z. B. die Fracht für ein Pfund Räucherfische von Stolp in Pommern bis Berlin nach dem Januartarif 74,60 c, für einen Waggon italienischen Gewiie Smo#a N. 22 einen t. dir Stadt und Schwerte, 23. Dezember. Erinnerungen. Dezember 1809 König Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise ziehen nach dreijährigem Fernsein wieder in Berlin ein. 24. Dez. 1524 Vasco da Gama gestorben. 1866 Vereinigung Schleswig=Holsteins mit Preußen. 25. Dez. 800 Kaisertrönung Karls des Großen durch Papst Leo III. 1745 Friede zu Dresden, Ende des 2. Schlesischen Krieges. 26. Dez. 1805 Friede zu Preßburg. 1896 Der Physiolog Duvois=Raymond gest. * Der bierte Adbent. Drei Tage weihnachtlichen Feierns liegen vor uns. Weihnachten klingt diesmal stark hinein in den vierten Advent, der noch vom kommenden Heil kündet. In dunkelster Jahreszeit strahlen am Heiligen Abend und in den Abendstunden der Fei ertage die glanzvollen schlichten Kerzen an der im mergrünen Tanne deutschen Waldes. Von ihrem Dunkel hebt sich der Glanz doppelt leuchtend ab. Welch liebliches Sinnbild gerade für unsere sorgen= und sündenerfüllte Zeit mit ihren dunklen Schatten und schwarzen Flecken. Der Glanz der Kerzen kündet den Glanz der ewigen Liebe, die den Dunkelheiten der Seele machtvoll siegend entgegenflammt. Licht am Tannenbaume In der dunklen Nacht, Lehre Herzen lenken, Lehre uns bedenken, Daß uns Licht gebracht Christi vom Himmelsraume, Der uns selig macht. Wieviel dunkle Stellen gibt es doch in der Welt, im eigenen Hause, im eigenen Leben, in eigener Brust. Nur eine Macht kann diese Dunkelheiten lichten: Es ist der Herr Christ, unser Gott, Der will uns führ'n aus aller Not, Er will unser Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein. * Das hervorragendste Weihnachtslied, das wohl bei keiner Weihnachtsfeier in Haus und Kirche fehlt und in diesen Tagen wieder millionenfach ertönen wird, das feierliche„Stille Nacht, heilige Nacht", ist erst am 24. Dezember des Jahres 1818 von Joseph Mohr gedichtet und am gleichen Tage nach einem Volkslied aus dem Zillertal von Fr. Gruber komponiert worden. Die Melodie„Morgen kommt der Weihnachtsmann“ ist eine schon Mozart bekannt gewesene Volksweise, während der Text von Hoffmann v. Fallersleben stammt. Unbekannt ist der Verfasser des schon über 100 Jahre alten freudigen Kinderliedes„Morgen, Kinder, wird's was geben": die Melodie stammt von Gottlieb Hering. „Alle Jahre wieder“ hat Wilhelm Hey gedichtet und Ernst Anschütz in Musik gesetzt. Die Melodie zu„Ihr Kinderlein kommet" rührt von Abraham Peter Schulz her und ist schon über hundert Jahre alt, erst später gab ihm Christ. v. Schmidt den bekannten Text. „O Tannenbaum, o Tannenbaum“ ist ein Volkslied nach einer um's Jahr 1799 entstandenen Volksweise. „O du fröhliche, o du selige“ wurde einer um 1805 bekannt gewordenen sizilianischen Volksweise nachgebildet; den Text dazu dichtete 1816 Joh. Daniel Falk, wie wir bereits in der Kinderbeilage der vorigen Woche eingehend erzählten. „Prohliche Weihnacht, überall tonet“ ist ein englisches geistliches Volkslied, dessen Dichter un betannt geblieben ist. Das froh bewegte„Freu dich Erd' und Him melszelt“ ist eine altböhmische Weihnachtsmelodie, „Es ist ein Reis entsprungen“, eine altdeutsche Melodic, die schon vor vierhundert Jahren gesungen wurde,„Herbei. o ihr Gläubigen“, eine portugiesische Kirchen=Melodic aus dem 17. Jahr hundert. Als uralt muß die bekannte sanfte und doch froh bewegte böhmische Weise„Kommet ihr Hirten, ihr Männer und Frau'n" bezeichnet werden. Das herrliche Lied„Lobt Gott, ihr Christen allzugleich“ ist sehr wahrscheinlich eine ursprüngliche weltliche Tanzweise, die vor 1560 von Nik. Hermann zu seinem geistlichen Tert verwendet wurde. Lied und Melodie zu dem mächtigen„Vom Himmel hoch, da komm ich her“ wird Dr. Martin Luther zugeschrieben. * Grüne oder weiße Weihnachten? Viele sprichwörtliche Redensarten aller Völker lassen erkennen, daß das Wetter um Weihnachten herum sehr verschieden ist, aber nur dann als günstig bezeichnet wird, wenn die Weihnachtstage klar und kalt und weiß sind, d. h. wenn sie Schnee mitbringen. Weiße Weihnachten! Man kann sich das Fest kaum anders vorstellen, als in Eis und Schnee. Beides ist ein Zubehör, das man als selbstverständlich betrachtet, es gehört zum Fest an sich. Der Landwirt aber fordert die weiße Weihnachten mehr im Sinne von zeitigem Winter. Er weiß aus Erfahrung, daß grüne Weihnachten nur zu oft weiße Ostern im Gefolge haben, daß es also einen späten und langen Winter gibt, der seiner wohleingeteilten Arbeit, am Ende gar einer guten Ernte hinderlich ist. Das geht aus unendlich zahlreichen uralten Wetterregeln hervor, muß also wohl stimmen. ** Vorsicht mit dem Weihnachtsbaum! 1. Der Baum soll einen festen und schweren Fuß haben, damit er nicht umfallen kann. 2. Unterlagen aus Teppichen, Tüchern und Papier sind zu vermeiden. 3. Der Baum soll frei im Zimmer stehen, von Gardinen und Türvorhängen soweit entfernt, daß Zugluft sie den Kerzen nicht nahe bringen kann. Diese sind haltbar zu befestigen. 4. Papierschmuck ist möglichst zu vermeiden, jedenfalls darf er nicht in der Nähe einer Kerze oder dicht darüber angebracht werden. 5. Die sogenannten„Wunderkerzen“ sind nicht ungefährlich. 6. Das Anzünden der Kerzen geschehe in der Reihenfolge von oben nach unten, sonst bringt man seine Kleidung und sich selbst in Gefahr. 7. Den trocken und damit besonders feuergefährlich gewordenen Baum zünde man lieber nicht wieder an. 8. Das Löschen der Kerzen geschehe vor dem völligen Niederbrennen. Man lösche die unteren Kerzen zuerst. ** 100000 erfreuliche Weihnachtsgeschenke und mehr auf einen Schlag erhält der glückliche Beschenkte von dem klugen Geber, wenn ihm dieser ein Jahresabonnement auf die MeggendorferBlätter unter den Weihnachtsbaum legt. Jede Nummer dieser Wochenschrift bietet dem Leser ungezählte Möglichkeiten sich zu freuen, zu zerstreuen, zu erheitern und jede Stunde des Jahres, die damit zu einer fröhlichen wird, ist ein Geschenk, das in unserer ernsten Zeit stets wertvoll und willkommen ist. Die Meggendorfer=Blätter bieten wöchentlich eine erlesene Zusammenstellung künstlerischer Bilder und Karikaturen in teils farbiger Ausführung, sowie Geschichten, Humoresken, Gedichte lyrischer, satirischer und aktueller Art, Witze Aneidoten und Glossen. Ihr Inhalt stempelt sie zum Familienwitzblatt, das in tatsächlicher Hinsicht nie Grenzen des guten Geschmacks überschreitet und sich politisch von jeder Parteistellung fernhält. Das Abonnement auf die Meggendorfer=Blätter kann jederzeit begennen werden. Bestellungen nimmt die Buchhandlung Carl Braus entgegen. ** Ortskrankenkasse. In der gestrigen Ausschußsitzung der hiesigen Ortskrankenkasse, die im Lokale des Herrn Schotte tagte, wurde nach längerer eingehender Aussprache dem Antrage des Vorstandes, den veränderten Verhältnissen Rechnung tragend, den Grundlohn in der höchsten Klasse von 500 auf 1500 Mark zu erhöhen, zugestimmt. Für eine Erhöhung auf 1800 Mark stimm ten nur zwei. Vertreier. Auf Grund dieses Beschlusses erhöht sich der Beitrag in dieser Klasse auf 105 Mark pro Tag und das tägliche Krankengeld einschl. Familien= und Kinderbeihilfe auf 1125 Mark.— Die Kassenmitglieder werden dringend ersucht, ihre Ummeldung baldmöglichst zu bewirken. Freie Wohnungen. Im städtischen Neubau an der Liethstraße werden im Monat Januar 1923 im Erdgeschoß 2 Wohnungen mit je 4 Zimmern, im Obergeschoß 2 Wohnungen mit je 4 Zimmern und im Dachgeschoß 4 Wohnungen mit je 2 Zimmern besetzt. Eingesessene des Stadtbezirks Schwerte, welche eine Wohnung in diesem Neubau wünschen, werden gebeten, ihre Meldungen unter Angabe der zu zahlenden Miete bis zum 2. Januar 1923 an das städtische Wohnungsamt zu richten. Diejenigen Eingesessenen, welche bereits ihre Wünsche für eine Wohnung in diesem Neubau beim Wohnungsamt vorgebracht haben, wollen jetzt noch angeben, welche Miete sie für eine Wohnung zahlen wollen. ** Polizeistunde für die Feiertage. Nach einem Erlaß des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen ist die Polizeiverordnung, betreffend die Festsetzung der Polizeistunde, dahin auszulegen, daß die für die Sonntage auf 12 Uhr festgesetzte Polizeistunde auch auf alle gesetzlichen Feiertagé Anwendung zu finden hat, also auch auf die Weihnachtsfeiertage und den Neujahrstag. ** In den Bäckereien und Konditoreien darf am 24. Dez. und am 31. Dez. d. Is. 8 Stunden gearbeitet werden, aber nicht nach 4 Uhr nachm. ** Die städtische Bücherei bleibt bis einschl. 5. Januar 1923 leider geschlossen. ** Die Ausgabe der Milchkarten findet laut Bekanntmachung in heutiger Nummer nach Weihnachten statt. Man beachte Tage, Straßen und Bedingungen für die Verabfolgung der Karten. ** Stiftung. Die Angestellten und Arbeiter der Firma„Gutehoffnungshütte“ hierselbst stifteten für die Weihnachtsbescherung der bedürftigen Kriegerwaisen den Betrag von 5.550 K. ** Festnahme. Heute nacht wurden 3 verdächtige Personen festgenommen, die Metall im beträchtlichen Wert bei sich hatten, welches wahrscheinlich in Hennen oder Umgegend gestohlen wurde und nach Hagen gebracht werden sollte. ** Einbruch. Bei dem Schneidermeister Schulte, Hüsingstraße, wurde vergangene Nacht ein Einbruch verübt und wurden reichlich Stoffe gestohlen. Der Wert derselben liegt noch nicht fest. ** Diebstahl. Bei dem Wirt Emde, Ostbergerstraße, wurden in der Nacht zum Freitag 1 Faß Kognak, Eier, Butter und Fleisch, im beträchtlichen Wert gestohlen. ** Festgenommen wurden 2 Arbeiter wegen Diebstahl von Kupferdraht aus der Kraftleitung eines hiesigen Werkes.— Ein Arbeiter wegen Trunkenheit und Belästigung der Insassen eines Krankenhauses, in welches er widerrechtlich eingedrungen war. ** Guter Weihnachts= und Silvestersalat wird hergestellt aus Kartoffeln, die vorher in Dampf gekocht worden sind. Sie werden in ein Drahtnetz über dem kochenden Wasser gar gedämpft. Heringsmilch mischt man mit einer Tasse Kuhmilch und den ganzen Salat mit zerschnittenen etwas säuerlichen Zwiebeln und mit gebrühten Rindsmaulstückchen. Wandhofen. Der Schlosser Wilhelm Muller bestand vor dem Prüfungsausschuß der Handwerts. kammer zu Dortmund seine Gesellenprüfung mit dem Prädikat„gut“. * Aplerbeck. 2 fette Schweine gestohlen. wurden in der Nacht bei dem Wirt Herdickerhoff auf der Berghoferstraße. Die Diebe erbrachen die Tür des Schweinestalles und schlachteten zwei je 3 Zentner schwere Schweine ab, die dann mitgenommen wurden. Die Tiere hatten einen Wert von über 450000 M. Aplerbeck. Eingebrochen wurde am Abend des 17. Dezember bei dem Kaufmann Simon hierselbst, dem für über 200000 A Waren sowie ein Fahrrad gestohlen wurden. Aplerbeck. Diebeabgefaßt. Auf der Aplerbecker Hütte wurden 2 Arbeiter beim Diebstahl von Eisenträgern durch eine Polizeipatrouille ab. gefaßt.— Auf frischer Tat wurde ebenfalls ertappt ein Arbeiter aus Sölde, der seit längerer Zeit mittels eines Nachschlüssels einem hiesigen Bäckermeister aus dessen Wagen Brot entwendete. Hengsen. Für 100000 M Wäsche gestohlen wurde dem Bergmann W. R. vom unverschlossenen Trockenboden. Sölde. Ein Schadenfeuer beschädigte den Dachstuhl der Backstube des Bäckermeisters Sch. in Sölde. Durch Unvorsichtigkeit war ein Teereimer, der in der Nähe eines offenen Feuers stand, umgefallen wodurch der Inhalt vom Feuer erfaßt, das sich schnell ausbreitete. Sölde. Das Opfer eines dreisten Diebstahls wurde der Wirt Mark aus Sölde. Derselbe hatte eine Geschäftstour gemacht und hielt mit seinem Fuhrwerk für einen Augenblick vor einem Hause in der Lichtendorfstraße in Sölde, um dort eine Besorgung zu machen. Diesen Moment benutzte ein Dieb um dem M. ein 50 Ltr.= Faß voll Branntwein vom Wagen zu stehlen und damit unerkannt zu verschwinden. Höchsten. Das Stehlen von Weihnachtsbäumen ist hier an der Tagesordnung, ja man benutzt sogar Fuhrwerk dazu. Den Forst= und Landjägerbeamten soll es gelungen sein, mehrere Diebe zu ermitteln und zur Anzeige zu bringen. Das sind die glücklichen Leute, Die das Gute nehmen vom Leute. Die vergessen haben die Plage Vom gestern vergangenen Tage, An seinen Segen nur denken Und ihr Hoffen auf morgen lenken. Mit diesen prächtigen Feriche=Worten schauen wir zurück auf die letzte Wehe. die Woche vor dem Weihnachtsfest, die so blutig einsetzte mit dem Präsidentenmord in Warschau und die neue Hoffnungen aufleben ließ durch die naherückende Hilfe Amerikas, die den Tollar sin#ken d. h. die beursche Mark steigen ließ. Wenn Alle wollten, nur alle Deutschen wollten, könnte sie noch hoher steigen. Aber dann müßten unzählige los werden vom Mammonsstrick, und der ist so fest, wie eine Kette mit eisernen Ringen. Sie zu sprengen, bedarf es übernatürlicher Kraft, nämlich göttlicher Kraft und die will nicht jeder, die erbittet nicht jeder, weil das für ihn eine grunderneuernde Entscheidung bedeuten würde. Und nun ist Weihnachten ganz nahe. Das merkt man an der Steigerung des Geschäftsverkehrs, um deswillen vor dem Fest sogar die gesetzliche Sonntagsruhe aufgehoben wird. Ich mußte in diesem Zusammenhang dar: an denken, wie bei Fritz Reuter, der Sohn des alten Handelsmannes im Rahnstädter Reformverein sagte:„Hab' ich doch immer gesagt, dieser Christus ist ein großer Mann gewesen. Was hat er nicht gebracht in die Welt für'n Geschäft zu Weihnachten“! Was hier wie eine Lästerung klingt, ist das Lieselotte. 6" Roman von Fritz Gantzer. (Nachdruck verboten.) Heinz haschte nach der Hand seiner Begleiterin und fragte: „So hast du Sehnsucht nach mir, kleine Lieselotte, wenn ich fern von dir bin?“ Aber sie entriß ihm ihre Hand, eilte voraus und rief: „Dummes Zeug, Heinz! Komm her, hier ist mein Frühbeet mit den ersten Tazetten und Hyazinthen. Sie stand schon vor dem Blumenbeet auf dem großen Rasenplatz und erläuterte Heinz, als er neben sie getreten war, wie sie die Knollen im Herbst selbst gepslanzt und gegen die iterkälte sorglich gedeckt habe.„Noch acht Tage solch Wetter, wie wir es heute haben, dann blüht alles,“ sagte sie zum Schluß. „Also auch Gärtnerin?“ fragte Heinz und kniete neben dem Beet nieder. „Alles, was. du willst: Wirtschaftsmamsell, genaue Kennerin der Ackerwirtschaft, Spezialität: Rübenkultur, Obstbau, Blumenpflege, mit einem Worte alles das, was nötig ist, wenn man ein rechtes Landkind sein will. Und nun komm endlich nach dem Hof zu den vielgenannten Külen.“ Sie gingen quer über den Rasenplatz, schritten um das Schloß und betraten den sauber gehaltenen, gropen Wirtschafts141. Vor einem Drahtgehege blieb Lieselotte stehen und wies Heinz mit vielem Stolze die darin in der warmen Sonne lustig hin= und hereilenden Küken. Sie zählte sie und sagte nach der Zahl vierzehn beruhigt:„Es sind noch alle. Wir haben nämlich Ratten, Heinz, weißt du, und da bin ich immer in Sorge, daß das Ungezieser ein paar der kleinen, reizenden Dinger würgt. Im vorigen Jahr kamen uns sechs Stück weg. Ist das nicht gammerbar?“ Heinz verstand nicht, wie man von jungen Hühnern so viel Wesens machen könne, und lächelte belustigt. Lieselotte war empört. „Na ja, ich hätte vorher bedenken sollen, daß einem Leutuant Külen außerhalb des Gesichtsfeldes und der Interessensphäre liegen,“ sagte sie gereizt,„ich war schön dumm, daß ich dir die kleinen Dinger zeigte.—— Kommst du noch mit hinein?“ „Das sieht wenig nach Einladung aus, liebes Kind. Ich glaube auch, wir blieben heute in einem Streite, darum wird es besser sein, ich gehe.“ „Wie du willst,“ sagte sie ganz gleichgültig und sah an ihm vorüber.„Jedenfalls werde ich dich nicht lange quälen, daß du bleiben möchtest. Also: Ja oder nein?“ „Nein!“ antwortete Heinz eigensinnig.„Vielleicht komme ich morgen noch einmal herüber, übermorgen geht mein Urlaub schon zu Ende. Adien, Lieselotte!“ Sie bat nicht, daß er vor Ablauf seines Urlaubs noch einmal kommen möchte, streckte ihm nur die Hand hin und sagte ganz kurz und kühl:„Adien, Heinz!“ * Er ging den Weg, den er mit Lieselotte gemeinsam gekommen war, zurück und bedachte dabei, daß sie in ihrem ganzen Wesen die alte geblieben sei. Trotz allen impulsiven Empfindens, aller Weichherzigkeit immer gleich kurz angebunden, sobald sie sich verletzt glaubte. Ja, die Bezeichnung„Kratzbürste" war treffend. Und als er an der Stelle vorüberging, wo sie beide die Veilchen gepflückt hatten, mußte er lächeln über ihre Spröde und zeitweilig hervorbrechende Schroffheit. Und in Gedanken nannte er sie wieder„Kratzbürste“, nur daß er jetzt der Bezeichnung das Wörtchen„liebe“ vorsetzte. Die„liebe Kratzbürste“ war unterdessen längst im Hause verschwunden. Sie ging gleich nach der Küche und begann auf dem Küchentische damit, Vasen und Schalen, die sie aus den Zimmern sich halte holen lassen, mit Veilchen zu füllen. Die auf Schloß Driebusch alt und grau gewordene Mamsell Rose Holtz— man nannte sie kurzweg„die Holtzen“, wenn man in ihrer Abwesenheit von ihr sprach, während sie im übrigen streng auf die Titulatur„Mamsell“ hielt— stand am Herde und lachte. „Du meine Güte, die vielen Veilchen! Wo sollen die denn alle ein Ende nehmen,“ gab sie ihrer Verwunderung Ausdruck, nachdem sie dem Beginne Lieselottens eine ganze Weile schweigend zugeschaut hatte.„Es ist überhaupt ein Unsinn, das alles abzureitzen, Fräulein Lieselotte.“ „Mit nichten, Rose, das ganze Haus soll nach Frühling busten, in jedes Zimmerkommt ein Strauß,“ sagte Lieselotte, währen? sie geschäftig und glücklich ordnete. Die Holtzen brummte etwas von„Zeitvertrödeln“ und„lieber etwas Besseres tun“ und schien von der Tätigkeit des jungen Mochens nicht sehr erbaut zu sein.„Uebrigens hatte ich Hilfe beim Pflücken, sonst wären's nicht so viel geworden, bemerkte Lieselotte, als sie zwei Vasen gefüllt hatte und nach einer Schale griff. „Hilse?“ fragte die Mamsell erstannt. „Der Herr Leutuant von Düringen waren so gütig, mir seine geschätzte Unterstützung zur Verfügung zu stellen,“ sagte Lieselotte mit einer Verbeugung zur Mamsell hinüber und mit einem leisen Anflug von Spott im Ton; denn sie war noch ärgerlich, daß er über ihre Küken nicht in einen hellen Jubel ausgebrochen war. „Ach so, der Heinz von Lindeneck drüben?" fragte die Holgen. „Der Heinz! Rose, das ist nicht mehr„der Heinz“, das ist jetzt der Herr Leutnant! Ich sage dir, der weiß kaum noch wie ein Pflug aussieht, und guckt die Landwirtschaft und alles was damit zusammenhängt, nur noch über die Achsel an. Landwirtschaft! Puh, dies Ungetüm, diese plebejische Beschäftigung Wie kann man nur so vernagelt sein und sich dafür interessieren Ich sage dir, Rose, das schöne Lindeneck kommt einmal elendig lich unter den Hammer; denn der Herr Leutnant hat sich gan, in seinen Offizier vergafft. Na ja, der Neid muß es ihm lassen schmuck sieht er aus. Du hättest ihn nur sehen sollen in seinen propperen Wassenrock! Wie zum Soldaten geboren, schlank und gerade wie eine Tanne, ganz Ossizier, vom Scheitel bis zu Sohle. Ich habe mich über ihn gefreut, wirklich gefreut. Abe: auch geärgert. Denn das mit dem Naserümpfen über die Landwirtschaft ist ja, um auf die Akazien zu klettern.“ Sie hielt ganz erregt inne und sah, wie Zustimmung heischend, zu der Mamsell hinüber, die mit in die Seite gestemmten Armen vor dem Herde stand. „Manchmal kommt das ganz anders, Fräulein Lieselotte“, sagte sie gewichtig und bedächtig, die Miene einer Seherin zur Schau tragend.„Er ist nun man eben erst in den bunten Rock reingefrochen und denkt, andere Leute sind gar nichts mehr. Die erste Hitze geht vorüber, und schließlich wird er noch mal große Sehnsucht nach seinem Lindeneck kricgen.(Fortsetzung folgt.) in Wahrheit ein so ungewöhnlicher Gedanke? Ist nicht vielen das Weihnachtsfest hauptsächlich eine Gelegenheit, viel Geld zu verdienen? Es ist wohl schön, daß man sich beschenkt, nur soll man nicht vergessen, was dies Schenken für einen tiefen Sinn hat. Alle die Gaben, die liebende Hände unter den Weihnachtsbaum legen oder in die Fremde senden, sollen ein schwaches Abbild davon sein, daß Gott uns in seiner Liebe die Gabe aller Gaben geschenkt hat, seinen eingeborenen Sohn, und mit ihm Vergebung unserer Sünden, Leben und Seligkeit! Und das müssen wir erfahren. Theodor Storm sprach den Spruch: „Wenn der Pöbel aller Sorte Tanzet um die goldnen Kälber, Denke dran, du hast in Wahrheit Nur dich selber.“ alle werden diesmal Weihnachten als Erlöste feiern können. Und doch: Weihnachtszeit Gnadenzeit, Heller Jubel weit und breit: Christus ist geboren! Uns zum Heil erkoren! Sorgenlast und Sündenschmerz Weichen Ihm. Froh ist das Herz Denen die verloren! Wie schön ist dies selige Vertrauen zur Allmacht, zum Reichtum des Christkinds. Man kann sich daran nicht satt sehen. Selig, o selig, ein Kind noch zu sein, so eines der kleinsten, das ganz verklärt unter dem Christbaum steht!—„Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit klingt ein Lied mir wunderbar.“ Nur noch einmal ins Angesicht der lieben Mutter blicken, ihre Stimme hören, ihren Kuß fühlen dürfen, den sie am Weihnachtsabend, als sie uns zu Bett brachte und wir wonneselig einschliefen, auf unsere Stirn drückte! Unser eigen Elternhaus ist verödet, sie schlasen unter dem Rasen, mit denen wir dort einst das Christfest feierten, und nun möchten wir so gerne noch einmal Kind sein. würdig. In der Jugend kann man nicht schnell genug aus den Kinderschuhen schlüpfen und groß werden, aber im späteren Lebensalter blickt man mit Sehnsucht ins Kinderparadies zurück— o wie liegt so weit, was mein einst war! Und doch auch wir Alten dürfen und sollen Kinder sein am Weihnachtsabend, selige Gotteskinder. Nicht nur im Sinn der Schöpfung Gott hat uns ja alle geschaffen, sorgt, ernährt und kleidet uns— sondern im Sinn der Erlösung. im Sinne der Auswahl. Seine Liebe ruft uns ja gerade in der Weihnachtszeit die Einladung ins Herz: Werde mein gliebtes Kind durch den Glauben, laß dich von Mir, dem Vater der Ewigkeit, ans Herz drücken, öffne deine Scele dem Kindschaftsgeist, der dich umgestaltet aus einem irdischgesinnten Weltmenschen zu einem Gottesmenschen, in dessen Herzen die Ewigkeit lebt. Gäbe es ein größeres Weihnachtsgeschenk als das? Tat es dir nicht so oft wohl, wenn die Stimme deiner alten Mutter noch in späteren Jahren dich„Kind" nannte?„Junge, sei nicht so traurig, Kind, sag mir all deinen Kummer“ und sie tröstete dich, wie einen seine Mutter tröstet. Wie du nun zu der seligen Gewißheit der Gotteskindschaft kommst, darüber sollst du unter dem Christbaum einmal nachdenken und vielleicht kannst du dich auch mit jemand darüber aussprechen: Wie werden wir wahre Gotteskinder, die ein Anrecht haben aufs himmlische Vaterhaus? Dazu will das Kindlein in der Krippe, der Mann am Kreuz, der eröhte König auf dem Thron der Ewigkeiten helfen. Er, der erstgeborene Bruder, lädt alle ein: Kommet her zu Mir, Ich zeige euch den Weg zumVater, kommet alle! Da tut sich eine große Tür auf in ein helles Weihnachts zimmer, hinter uns Dunkel, vor uns Licht, und es gilt nun bewußtermaßen den großen Schritt wagen aus der Sünde, dem alten Wesen, das Gott haßt, in ein neues Wesen des Gehorsams und der Liebe zu Gott. Das Licht von oben zeigt uns bei diesem Uebergang so deutlich, was nicht hineinpaßt in den Weihnachtsglanz, der uns entgegenstrahlt und was wir lassen müssen. Ein Gotteskind, ein Weihnachtsmensch werden, das hängt „von einer klaren Entscheidung ab, bei der unser Wille ganz dabei sein muß.„Weil Du mich, meln Gott, in Christo so geliebt hast, will ich dein eigen sein. Auf ewig entsag ich der Sünde!" Diesen Schritt der Entscheidung kann man nur im Glauben tun, der im Herzen erwacht, wenn ich betend an der Krippe knie und dem holdseligen Christkind ins Auge schaue. Dann flammt die Liebe zu diesem Heiland im Herzen auf und man vertraut sich der großen Gottesgnade an wie ein Kind dem Mutterarm. Ja, faß es heute: du bist ein Kind Gottes durch den, der in der Krippe für dich ruht am Kreuz für dich starb und dem du dich nun für Zeit und Ewigkeit anvertraust. Wie herrlich, wenn Er dir gerade am Weihnachtsabend die Gabe der Vergebung aller Sünden, das Geschenk des Gottesfriedens versiegeln kann! Seliger Stand zu wissen: der Vater hat mich lieb. Er sorgt für alles, Er leitet. Er behütet mich und die Meinen, mit allen Sorgen darf ich zu Ihm kommen und Er hat mir ein wundervolles Vaterhaus droben im Licht bereitet. Ein Kind gewesen sein ist wenig, Das teilt der Bettler mit dem König. Ein Kind zu werden, das ist viel. Nur wenige erspähn dies Ziel. Ein Kind geworden sein ist selig Und macht der Herz im Grunde fröhlich. Ein Kind zu bleiben das ist mehr Und gibt fürs ew'ge Heil Gewähr. Im Glanz der Kerzen. Weithin hallt durch Winkers Schweigen Weihnachtsglocken Feierklang Und aus frohem Kinderreigen Tönen Jubel und Gesang, Vielverheißend blinkt von fern Auf die Welt der Wethnachtsstern, Der, erhebend alle Heczen, Wiederstrahlt im Glanz der Kerzen! Frohe Mädchen, munkre Knaben Sind in's Märchenland versetzt, Heuer sind des Christkinds Gaben Ganz besonders hoch geschätzt, Püppchen sein und Schaukelpferd Haben kapitalen Wert Doch die Kleinen zu erfreuen Wird man keine Kosten scheuen. Und das Ehristkind lenkt die Schritte Heut auch in des Aermsten Haus, Und an dich stellt es die Bitte: Wenn du kannst, so hilf ihm aus. Durch die schwere Not der Zeit Klingt der Ruf: Sei hilfsbereit, Um der Aermsten Leid zu lindern, Und die Not herab zu mindern! Opfermut soll uns erheben, Keiner sei solch Egoist Zu bestreiten, daß das Geben Sel'ger denn das Nehmen ist. Hast du selbst auch deine Last, Teil das wen'ge, das du hast Und du stehst mit frohem Selbst beglückt, im Glanz der Kerzen. Freude soll uns neu beleben, Und des Vaterlandes Noi Opfermutig zu beheben Sei uns heiliges Gebot Ist nicht schon ein Retter nah? Strahlt nicht von Amerika Uns ein Weihnachtsstern herüber? Hoffend sehen wir hinüber! Gerne haben wir's gelesen, Doch dem Zweifler ists nicht klar, Ob's der Weihnachtsstern gewesen, Oder ob's ein Irrlicht war. War es nur ein Zufallsspiel, Daß der Dollar plötzlich fiel Soll'n beim Glanz der Weihnachtskerzen Brennen noch die allen Schmerzen? Nein, wir wollen bessres hoffen Einmal muß es doch geschehn. Einmal muß, was uns betroffen, All das Leid, zu Ende gehn! Vielverheißend strahlt von fern Uns auch heut der Weihnachtsstern Als ein holder Trosibereiter! Frohe Weihnacht wünscht Ernst Heiler. Turnen und Sport. An den Feiertagen sind Gesellschaftsspiele zur Pflege freundschaftlich=sportlichen Verkehrs und zu Propagandazwecken üblich. Schwerte 06 hatte Verbindung mit dem 1. Nürnberger FC. angknüpft, um deren 1. Jugend nach hier zu verpflichten, doch versagte der Verbands=Jugendausschuß die Genehmigung. Als Ersatz wird nun den stortliebhabern ein Gesellschaftsspiel Schwerte 06 Liga— Union Schwerte 1. am 25. Dezember nachm. 2 Uhr auf dem„Sportplatz hinter der Töchterschule geboten. Vorher spielen 06 Knaben— V. Bielefeld 1. Knaben. Am 24. Dezember wird nachm. 2,30 Uhr ein Gesellschaftsspiel Schwerte 06 Jahn=Altenhagen 1. geboten, am 26. Dezember sind dort ab 12,30 Uhr SSV. 06 2a Igd. und 06 1a Igd. im Kampf gegen die gleichen Jugendmannschaften des BV. 1912 Gelsenkirchen. Anschließend soll noch die 4. Mannschaft von 06— die des TuS. Gevelsberg spielen. Einen guten Gegner hat der Sport=Club Ergste 1. für den 1. Weihnachtstag zu sich gebeten: Die Liga=Reserve von Gelsenkirchen 07 zum Propaganda=Spiel 2,30 Uhr. Die Gäste tragen am 2. Weihnachtstage ein Spiel gegen Hennen 1. aus. Ergste geht am 2. Weihnachtstag zu Freundschaftsspielen gegen Jahn nach Schwelm. Die Kohlenpreisfrage. TUI. Berlin, 23. Dez. Neben Vertretungen der Eisenindustrie haben sich auch andere industrielle Verbände an die Reichsregierung mit der dringenden Bitte gewandt, dafür Sorge tragen zu wollen, daß von Lohnerhöhungen im Bergbau mit Wirkung ab 1. Januar 1923 abgesehen wird, da die damit verbundene Kohlenpreiserhöhung für das gesamte Wirtschaftsleben unertragbar sein würde. Wie die TU. erklärt, haben die Vergarbeiter fixierte Forderungen noch nicht überreicht. Die bergbaulichen Arbeitgeberverbände erachten die Hinausschiebung der Lohnerhöhung auch für notwendig, sind aber bereit, vor dem! Januar in Verhandlungen über eine Lohnerhöhung einzutreten. TU. Hamborn, 23. Dez. Vom Kamin der neuen Fabrikanlage der August Thyssen=Hütte ist die Platinspitze des Blitzableiters gestohlen worden. Die Spitze hat heute einen Wert von 2¼ Millionen A. Lchle Brühtmeidungen. Offizielle Verhandlungen zwischen London, Washington, Berlin, Paris. TU. Paris, 23. Dez. Aus Newyork wird gemeldet: Newyork=Tribüne und Newyork=Herald berichten, in Privatdepeschen aus Washington, daß ein Plan zur Lösung des Reparationsproblems sich in Arbeit befindet. Der Newyork=Tribune zufolge hätte dieser Plan. der auf eine Unterstützung Europas hinzielt, bereits eine so konkrete Form angenommen, daß man seine baldige Veröffentlichung erwarten könne. Die Verhandlungen zwischen London, Washington und Berlin sollen auf offiziellem Wege vor sich gegangen sein. am Sonntag, 24. Große Kirche 9,30 Uhr: Pastor Ohlig 4 Uhr: Weihnachtsseier des Kindergottesdienstes Kleine Kirche. 10 Uhr: Pastor Florin 5 Uhr: Pastor Ohlig. 1. Weihnachtstag: Große Kirche. 7 Uhr: Pastor Nell(Chriftmette). 9,30 Uhr: Pastor Nell(Kirchenchor) 5 Uhr: Pastor Wischnath(lit. Feier unter Mitwirkung eines Kinderchors). Kleine Kirche. 9,30 Uhr: Beichte. 10 Uhr. Pastor Wischnath. Abendmahl. 2 Weihnachtstag: Große Kirche. 9,.30 Uhr: Pastor,„ Flgrin. Kleine Kirche. 10 Uhr: Evangel. Krankenhaus. 9 Westhofen. Sonntag, 4. Advent. 10 Uhr Patter Wlinker.„ 1. Weihnachtstag. 9.30 Uhr: Beichte. 10 Uhr: Gottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchors Pastor Klinker. Hl. Abendmahl 2. Weihnachtstag 10 Uhr: Pastor SchulzeEvangel. Stadtmission, Kuhstraße 7. Sonntag 4 Uhr: Bibelstunde. 2 Weihnachtstag 4 Uhr: Weihnachtsseier. Mittwoch abends 8,86 Uhr: Gebetsstunde. Sonntag, 24. Dezember. 4. Adventssonntag. Kathol. Pfarrkirche. 6 Uhr: Stille Messe, Pfarrer Schnurbus. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt. Monatskommunion der Jungfrauen und der schulpflichtigen Kommunilantinnen. 8¾ Uhr: Schulmesse mit Predigt, Vikar Winter. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vikar Winter. 2½ Uhr: Rosenkranzandacht. 5 Uhr: Andacht für die Jungfrauen in der Krankenhauskapelle. Geisecke. 7¼ Uhr: Stille hl. Messe mit Predigt, Vikar Schleep. Westhofcn. 9¼ Uhr: Hochamt mit Predigt, Vilar Schleep. olzen. 9¼ Uhr: Hochamt mit Predigt, Pfarer Schatches. Montas, 25. Dezember. Hochheil. Weihnachtsfest. Kathol. Pfarrkirche. 5 Uhr: Christnacht. Levitenamt mit Predigt. Weibnachtskommunion des Josephsvereins und Cäcilien=Vereins, Pfr. Schnurbus. 6¼ Uhr: Stille hl. Messe. 7½ Uhr: Stille hl. Messe,, Vitar Winter. 8¾ Uhr: Schulmesse. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt und Segen. Kollekte für die Bischöflichen Lehranstalten. 2½ Uhr: Andacht, nach derselben Gelegenheit zum Beichten bis 7 Uhr abends. 5 Uhr: Weihnachtsandacht in der Krankenhauskapelle. Westhofen. 7¼ Uhr: Stille hl. Messe, Vikar Schleep. Kollekte für die Bischöfl. Lehranstalten. 7¾ Uhr: Hochamt mit Predigt, Vikar Schleep. Holzen. 9¼ Uhr: Hochamt mit Predigt, Vikar Schleep. Kollekte für die Bischöfl. Lehranstalten. Geisecke. 9¼ Uhr: Hochamt mit Predigt, Pfr. Schnurbus. Dienstag, 26. Dezember. St. Stephanus. Kathol. Pfarrkirche. 6 Uhr: Stille heil. Messe, Pfarrer Schnurbus. 7½ Uhr: Frühmesse Weihnachtskommunion des Arbeitervereins St. Stephanus. 8¾ Uhr: Schulmesse, Vikar Schleep. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt, Vikar Schleep. Kollekte für die Bischöfl. Lehranstalten. 2½ Uhr: Andacht. 5 Uhr: Andacht für den Arbeiter=Verein St. Stephanus in der Krankenhauskapelle. Geisecke. 7¼ Uhr: Stille hl. Messe mit Predigt, Vikar Winter. Westhofen. 9¼ Uhr: Hochamt mit Predigt, Vikar Winter. Kolzen. 9¼ Uhr: Hochamt mit Predigt, Pfarrer Schnurbus. Weiter=Austichten für medrere Tagg im vorucd 24. Dez. Wollen, milde. 25. Dez. Wolken, vielfach naßkalt, teils trübe. 26. Dez. wenig verändert. 27. Dez. veränderlich, milde, stürmisch oder stark Brthe Bewithater Hortound. Montag, 25. Dez. 6,30—10,15 Uhr. Tannhäuser. Dienstag, 26. Dez. 7—10,30 Uhr. Der Zigennerbaron. Operette in 3 Akten von Joh. Strauß. zur Sitzung der Stadtverordneten am Mittwoch, dem 27. nochmitlags 5 Uhr, in Stadtergigggg des neuen Nathauses Tagesorduung: Oefsentliche Sitzung. 1. Erhöhung der Gebühren für den städtischen Schlachthof. 2. Aufnahme eines Darlehns für Wohljahrtssrecke usw. 3. Aufnahme eines Darlehns fur die städtische Gasanstalt. 4. Bescherung der Kriegerwaisen. 5. Zuwendungen an Wohlfahrtsvereine. 6. Erhöhung der Entschädigung für die Fürsorgeschwester. 7. Bewilligung eines Betrages für 4 Fürsorgeanstalten(Arbeiter= und Arbeiterinnenkolonien). 8. Neuwahl für die mit Ablauf des Jahres 1922 ausscheidenden Mitglieder des Wohlfahrtsamtes. 9. Erhöhung der Unfallversicherung für die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr beim Allgemeinen Deutschen Versicherungsverein a. G. in Stuttgart. 10. Erhöhung der Versicherungssummen bezal. der Feuerversicherung der städtischen Gebäude. 11. Rückerstattung der gewährten Beihilfen aus dem Nachlaß eines Kleinkapitalrentners. 12. Stillegung der Hörder Kreisbahnen. 13. Mitteilungen. Schwerte, den 19. Dezember 1922. Die Ausgabe der neuen Milchkarten für die vollmilch=versorgungsberechtigten Personen von Januar einschl. März n. Is. erfolgt im neuen Rathause, Zimmer Nr. 5, in folgender Weise: Am Donnerstag, den 28. Dezember 1922, vormittags 8 bis 12 Uhr, für die Bewohner der Bahnhof=, Damm=, industrie=, Fleitmann=, Feldstraße, des Fleitmannplatzes, der Gas=, Hohenzollernstraße, des Holzenerweges und Klusenweges, der Regenbogenstraße sowie der Kreuz=, Nickel=, Post= und Rihardstraße, des Rosenweges, der Sedan= und Theodorstraße; Am Donnerstag, den 28. Dezember 1922, nachmittags von 3 bis 6 Uhr, für die Bewohner der Bergischenstraße, des Dortmunderweges, der Haselack=, Hörderstraße, des Kirschbaumweges, der Königstraße und des Königplatzes, der Körner=, Kuh=, Märkischenstraße, des Senningsweges, der Schiller= und Wittekindstraße; 22 Am Freitag, den 29. Dezember 1922, vormittags von 8 bis 12 Uhr, für die Bewohner der Brück=, Friedrich=, Hermann=, Hüsing=, Jäger=, Kampstraße, der Kampcasse, der Klepping= und Mittelstraße, des Neumarktes, des Nordwalles, der Nord=, Osten=, Ostberger=, Schützen= und Wallstraße; Am Freitag, den 29. Dezember 1922, nachmittags von 3 bis 6 Uhr, für die Bewohner der Beckestraße, des Beckenkamps, der Bismarck=, Bruch=, Wilhelm=, Moltke=, Zietbenstraße und der Liethgasse; Am Sonnabens, den 30. Dezember 1922, vormittags von 8 bis 12 Uhr, für die Bewohner der Hagener=, Hl. Geist=, Hellpothstraße. In den Höfen, der Iserlohnerstraße, Am Kirchhose, der Kötterbachstraße, des Marktes, der großen und kleinen Marktstraße, der Mähr=, Mühlen=, Ruhrstraße, des Südwalles, der Schul-, Teich=, Westenstraße, des Westenortes, des Westwalles und für die Bewohner der Schwerterheide und der neuen Straßen an der Eisenbahnhauptwerkstätte. Es wird dringend ersucht, während der festgesetzten Zeiten die Milchkarten pünktlich abzuholen. Nach den vorstehend angegebenen Terminen werden Milchkärten auf Zimmer 5 nicht mehr verabfolgt. Familienstammbuch oder sonstige Urkunden über milchversorsungsberechtigte Kinder sind vorzulegen, ebenso die mit Ende dieses Monats ablaufenden Milchkarten für Personen über 65 Jahre. Besitzer von milchgebenden Ziegen haben keinen Anspruch auf Milchkarten. Schwerte, den 22. Dezember 1922. er Magistrat. W : Ka unsere Leser und Freunde!: Zu dem bevorstehenden Neujahr bitten wir Familien=Anzeigen insbesondere die Bekanntgabe von Verlobungen, Vermählungen usw. wie auch alle anderen Familienereignisse rechtzeitig unserem Blatte zur Veröffentlichung zu übergeben. Bei der Zusammensetzung des Leserkreises der „Schwerter Zeitung“ ist er sicher, daß seine Bekanntgabe alle jene erreicht, an die er sich wenden möchte. Darauf mache man auch Bekannte aufmerksam. " Verlobungen zu Neujahr T lasse man uus zur geschmackvollen Anoronung schon einige Tage vorher zugehen.— Mittwoch, 27. Dez. 7—10,30 Uhr. Der RosenkavaVerlag ö#:„Schwerter Zeitung“. Dollarkurs am 22.12.= 6758,05Mi.S * 4##2. Ur Die Beerdigung des am am Donnerstag verstordenen Invaniden Heinrsch findet am Sonntag, den 24. Dezember nicht um 3“. Uhr. sondern schon um 2¼ Uhr nachm. vom Tteuerhause Kompfltaße 19 aus sast Im 183 — Für die vielen Beweise aufrichtiger Tellnahme Hinscheiden unseres teurer Entschlofenen wir allen unseren innigsten Dank aus amandns Osstermann Kamisse Uwe. adolf Aönig ##echwette, den 23 Dezemher 1929. K Statt Karten ie Verlobung unserer Maria mit Herrn Adolf Schmidt Stuttgatt geben wir hier mit bekannt Neinr Oberhansharou Freu Anna geb. Neuhaus h te(Ruhr) Weihnachten 1922. Maria Oberhansberg Adolf Schmidt Teilhaber der Firme Wahl& Sehmidt Verlobte Stuttgar Stal Katten Hermine Gide Heinrich Behrmann Verloble Schwerse Rheinen Weihnachten 1922 Uuguste Charlotte Ta Cour Grust Grwin Chiering Verodte Ihre Verlobung zeigen hiermit ergebenst an Martha Stenner Watther Höher Ergsse Deilinghusen Weihnachlen 1922 Guter Verdienst durch Verkauf v. Schürzen, Untertaillen, und an Private. Laden nicht nötig 30 50 Tans MI erfordert. Offerten Schließlach 22, Dresden 24. Rückporto erbeten Junges Mlädchen 26 Jahre, mit allen Hausarbeisen ver###aut snch Steilung zum 1 ob. 15 Jon. Ofl. unter Nr 8980 an ds: Geschn diese Zeilung Weber OIskar Rehfeld Verlobte amm sthofen Weihnachten 1922. Fe2r. — ina Kramer Otto N Neeichte Westhofen„ Schwerte-Ruh einnachten 1922. Anni Hussmann Hellmann Verlobte Schwerte 28 Dezember 192 der Lelienomittelbranche sucht zum 1. Jannar 192 eptl sträter passenden Mit kungskreis. Zeugnisse und Referenzen stehen zur Verung Zuschriften werden unter Nr. 6855 an die Geschäfisst. d Bl. erbeten Eregiam Hiidrorans Pflag. seit Jahrzehnten für alle Bodenarten glänzend bewährt Konduerenzlos in Qualität und Rebeitsleistung! Verkaufsbüro für Westdeutschland: Kühnholz& Co., Landwirtschaftliche Maschinen und Motore Schweete, Hüsingplotz 2 Jzeneuf 60. M.-G.-V.„Sängerbund“ Schwerte Chorleiter: Hesr Lohrer Hefendebl. 2 Am 2. Weihnachtstege, nachmitlags 4 Uhr: 4 WINTER-KONZERT im gutgeheizten Saale des„Freischütz“ Es gelangen Chöre von Sturm, Sonnet, Hefend-hl, Orth, Wildt, Engelsberg und Attenhofer zur Aufführung. Solisten: 3 P#I. Liesel Breul(Sopran), Herr Heinr. Ries(Tenor)* Nach dem Konzert findet Ball statt. 2 Fr. Benghaus9040 Theater=Verein„Humor“s Mital d. Theaterverbandes v Schwerte u. Umgeg. 2 Avierbeckermark Am 2 Feiertag Kränzchen Möbl. 2 Am 2. Weihnachtsfeiertag, dem 26. Dezember, „im Lokale Milberg(Westsälischer Hof) „ Theater=Abend 5 mit anschließendem Tanz. ** Zur Aufjährung gesangt das dreiaktige Volksstück* Zimmer* Am Pnnnen vor# 2#c“m Geang u. Tanz O.. 2 Anfang 4 Uhr Lassenöffnung 3½ Uhr 2 Karten im Vorverkauf sind# haben im Lokale Milberg und bei den#Pitgliedern. * Angenehme Stunden versprechens ladet ergebenst ein 2 Der Festausschuß. Der Vorstand. miit Morgenkafsee soforl 2 zu miesen gesuchl] Offerlen unter K. 1500 in die Geschäftsstelle dieser Jeitung. Brnder u. 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In seiner Jugend hatte wohl auch in seinem Herzen die Flamme der Liebe gelodert, da er aber arm und ohne schützenden Beistand mutterseelenallein im Leben stand, war er unbeholfen und von jener ängstlichen Schüchternheit gewesen, die armen redlichen Menschen fast immer anhaftet, und deshalb hatte er nie gewagt, seinen Gefühlen Worte zu leihen. So war er alt geworden, hatte Amt und Würden sich erkämpft, war nun ein Mann, der sein gutes Auskommen besaß, und hatte bisher wirklich noch nie Zeit und Gelegenheit gefunden, sich ernstlich zu verlieben. Er hatte sich im Laufe der Jahre auch bereits derart an sein Junggesellenleben gewöhnt, daß er nach einer Aenderung seiner Verhältnisse gar kein großes Verlangen trug, und nur wenn die Festtage kamen, war es ihm manchmal unbehaglich; besonders aber nahm dies Unbehagen zu, wenn das Weihnachtsfest in Sicht kam, dann befiel ihn oft ein heimliches Grauen vor seinem einsamen Dasein, und er hatte dann so recht das Bedürfnis, all das Schwere, das ihn bedrückte, sich vom Herzen herunterzusprechen. * Seit dem 1. Oktober wohnte er bei einer jungen Witwe. Und diese, eine ruhige, bescheidene Frau, machte ihm das Heim so gemütlich, daß er sich oftmals im geheimen sagen mußte: mehr Annehmlichkeiten, wie dir hier geboten werden, kann dir selbst eine glückliche Ehe auch nicht bieten, und dabei hast du noch immer das Gefühl der goldenen Freiheit. Und wirklich, die gute Frau Müller tat alles, was Pensionär zu Gefallen tun konnte; sie hatte eine kleine Rente, die für sie und ihren Jungen ausreichend war, und somit brauchte sie aus dem Vermieten kein Geschäft zu machen, sondern sie betrachtete ihren Pensionär als zur Familie gehörig, und dies gerade war es, was den schüchternen, stillen Mann so wohltuend berührte, so daß er sich vornahm, hier überhaupt nicht mehr fortzuziehen. Da— Anfang Dezember war es— geschah etwas Unerwartetes. Ein Onkel der Frau Müller starb und hinterließ ihr sein Vermögen, stellte aber dabei die Bedingung, daß sie ihren Wohnsitz in der Residenz aufgeben und in das Provinzstädtchen übersiedeln müsse, um dort die Bekanntschaft eines seiner Neffen zu machen, den sie dann später heiraten sollte. Doktor Herrmann dies erfuhr, glaubte er, der Schlag müsse ihn treffen. Alles andere hätte er erwartet, nur nicht, daß er aus dieser gemütlichen Häuslichkeit vertrieben werden solle. Zwar hatte Frau Müller sich noch nicht endgültig erklärt, ob sie die Erbschaft antreten wolle, aber schon der Gedanke beunruhigte ihn, daß sie fortgehen könnte und er dann wieder allein dastände. Zum ersten Male kam eine grenzenlose Oede über ihn, die ihm sein trostloses, verfehltes Dasein so recht klar vor Augen führte,— nun hatte er sich endlich mal froh und wohl gefühlt, und nun sollte das wieder vorbei sein,— und das würde nun fort und fort so gehen, bis sein Haar weiß und sein Körper siech war,— nie eine Stätte, von der er sagen konnte, sie sei sein Heim— entsetzlich war das! Und so kamen langsam die Weihnachtstage heran. Noch immer hatte Frau Müller sich zu keiner Entscheidung ausschwingen können, und noch immer lebte Doktor Herrmann in Hangen und Bangen und trug sich mit den sonderbarsten Gedanken herum, zu einem Entschluß aber kam er nicht. Wie immer, so kamnen auch diesmal zu Weihnachten wieder die trüben Stimmungen über den stillen Mann. Er sah, wie sich um ihn herum tausend geschäftige Hände regten, um Freude und Glück zu verbreiten, er sah, wie auf den Straßen ganze Wälder von Christbäumen verhandelt wurden, und er dachte an all die freudeglänzenden Gesichter, die sich um all diese Tausende von Christbäumen scharen würden, sobald sie im hellen Kerzenglanz erstrahlen,— und da wurde es ihm weh und weich ums Herz, denn er dachte an seine eigene freudelose Jugend, die nie derartig heilige Schauer aus seiner Kinderbrust hervorgezaubert hatte, einsam, verlassen, herumgestoßen, so war er stets behandelt worden, und so würde es ihm nun auch ergehen, bis man ihn unter den grünen Rasen betten würde. Da pochte es leise an seine Tür. Erstaunt sah er auf. Frau Müller stand im Rahmen der Tür.„Ach, Verzeihung, ich störte wohl?“ begann sie zögernd. Er stand sofort auf, raffte alle seine Energie zusammen und entgegnete lächelnd:„O nein, liebe Frau Müller, durchaus nicht.“ „Ich habe nämlich eine Bitte, Herr Doktor,“ sagte sie, ein wenig errötend. Auch er wurde befangen und erwiderte unsicher: „Was wünschen Sie denn?“ „Ich möchte bitten, daß Sie mir den Christbaum im Ständer befestigen, Herr Doktor,“ kam es ganz beängstigt heraus,„der Tischler nebenan ist nicht zu Hause, der Portier auch nicht, und mein Willi möchte so gern den Baum gleich ausschmücken.“ „Aber gewiß,“ sagte er erleichtert,„recht gern will ich das!“ und ging mit hinüber in die anderen Räume seiner Wirtin. Fünf Minuten später stand der Baum kerzengrade im Ständer, und Doktor Herrmann, Frau Müller und Willi standen dabei und sahen vergnügt auf das gelungene Werk. „Na, jetzt nur tapfer an die Arbeit!“ rief der Doktor dem kleinen Kerl zu,„zeig' einmal, ob du auch Geschmack hast!“ Im Nu war Willi dabei, den Baum mit bunten Ketten, Nüssen, Aepfeln und Zuckerwerk zu behängen, da er aber nur ein kleiner Knabe war und seine Arme #. ot öhe 4 Wemscher Sei uns gegrüßt, o Weibnachtsfest, Das in des Jahres trübsten Tagen Auf neuen Frühling hoffen läßt, Das freundlich zu uns spricht:„Vergeßt, * Was dang ließ eure Herzen schlagen!“ 65 Die Finsternis ist aufgehellt, * Und lieblich wieder schallt die Runde, * Die einst den Hirten auf dem Feld, Heilbringend der verzagten Welt, Erklungen ist aus Engelsmunde. In all den Tageslärm und Streit, Darin die Freude ging verloren, ] In all die Trübsal unsrer Zeit Tönt wieder etwas, das erfreut, Es heißt:„Der Heiland ist geboren!“ 8 Längst schon vorüber ist das Blühn, Von Schnee bedeckt die Fluren liegen; * Ein Baum allein behielt sein Grün, * Der kommt, wenn Sternlein oben glühn, *] Dom Bergwald still herabgestiegen. * Es kommt der'Tannenbaum herein * Ins Haus und wird besteckt mit Lichtern, # Behängt mit Gaben groß und klein. Wie spiegelt sich sein heller Schein In holder Rinder Angesichtern! 5 Alun in dem Frohsein stör' uns nichts! Was wir aus Engelsmund vernommen, * So tröstend uns zum Herzen spricht's: * O. Jest des Friedens und des Lichts, * 0, Jest der Jreude sei willkommen!####### IES nicht allzu weit reichten, so mußte der Doktor helfend beispringen, denn die Mama hatte anderes zu tun. Lustig und schnell ging die Arbeit vonstatten. Und so kam es denn, daß der schüchterne Mann ganz und gar vergaß, daß er in der Wohnung seiner Wirtin war, und stundenlang mit dem klleinen Kerl an dem Baum herumhantierte. Frau Müller hatte von der anderen Stube aus erstaunt zugesehen, wie der Toktor von Minute zu Minute redseliger und lustiger wurde und mit dem kleinen Kerl seinen Spaß trieb; sie war ganz sprachlos darüber, denn so hatte sie ihren Mieter ja nie gesehen, und wie sie ihn so heimlich betrachtete, fand sie, daß er wirklich ein ganz stattlicher Mann sei, der, wenn er ein wenig mehr auf sein Aeußeres acht geben würde, noch recht gut Eindruck auf ein Frauenherz machen könnte. „Nun, Frau Müller, wie gefällt Ihnen unser Werk?“ Lächelnd stand er vor ihr und sah sie fest an. Sie errötete, faßte sich aber gleich wieder und antwortete lächelnd:„Prächtig, ich bin Ihnen sehr dankbar, Herr Doktor!“ „Sie mir? Nein, ich bin Ihnen dankbar, daß Sie mich gerufen haben, denn mir hat diese Arbeit eine mindestens ebenso große Freude bereitet, als Ihrem Willi!“ Glückstrahlend sah er sie an.„Ich habe dabei vergessen, daß ich bald ein alter Mann bin.“ Jetzt lächelte sie schelmisch „Sie ein alter Mann? Ach nein, Herr Doktor, damit hat es noch eine ganze Weile Zeit!“ Der Ton, in dem sie das sagte, ließ ihn aufmerken; es lag etwas so Liebes, Teilnehmendes in diesem Ton, daß er sie erstaunt fragend ansah. Auch sie merkte, daß ihr Herz mehr gesagt hatte, als es hätte sagen sollen, deshalb wurde sie verlegen, senkte den Blick und schwieg. Zum Glück kam Willi in diesem Augenblick hinzugesprungen und machte der Pause ein Ende, indem er jubelnd rief:„Nun muß aber der Onkel Doktor auch zur Bescherung kommen, nicht wahr, Muttchen?" „Wenn der Herr Doktor uns die Ehre erweisen will,“ sagte Frau Müller und sah den Mieter bittend an. „Aber selbstverständlich!“ rief dieser schnell,„ich muß es doch sehen, wenn unser Baum brennt! Gewiß komme ich! Na, und was soll ich dir denn schenken, Junge?“ „Ein großes Pferd!“ platzte Willi heraus. „Aber Willi!“ rief leicht zürnend die Mutter. „Du sollst ein Pferd haben, mein Kerlchen, und wenn ich es selber hertragen sollte!““ Im Nu war Willi auf dem Schoß der Des Onkes Loktors und umhalste ihn so stürmisch, v: iesem jeß die Luft ausging. „* * Am andern Tage, als der schüchterne Mann an die Worte seiner schmucken, kleinen Wirtin dachte, nalnn er den Sviegel zur Hand und hielt eine genaue Musterung ab, und da fand er denn, daß er wirklich noch gar nicht so alt sei, wie er sich immer eingebildet hatte, nur machte er plötzlich die Entdeckung, daß sein Bart und Kopfhaar riesig verwahrlost sei, und daß seine Kleidung sehr start einer Modernisierung bedürfe. Am Heiligen Abend um sechs Uhr wurde bei Frau Müller der Baum angezündet. Willi lief im Nebenzimmer ungeduldig hin und her und fragte alle Augenblicke, ob er noch nicht herein dürfe, aber die Mutter vertröstete ihn von einer Minute zur anderen, weil sie noch auf den Doktor wartete. Endlich aber, als es bereits halb sieben war und der Herr Doktor noch immer nicht kam, konnte sie die Ungeduld ihres wilden Knaben nicht mehe zügeln und l.#3 ihn hereinstürmen. Mit großen strahlenden Augen kam der kleine Kerl näher, bestaunte den hellbrennenden Christbaum, und bestaunte all die bunten aufgebauten Spielsachen, endlich aber kam er ganz kleinlaut zur Mama heran und fragte, halb schon fast weinend:„Hat mir denn der Onkel Doktor kein Pferd geschenkt?“ Frau Müller zuckte die Schultern und sagte in einem Ton, aus dem das Bedauern ganz deutlich herausklang: „Herr Doktor ist ja schon seit heute vormittag fortgegangen, er wird wohl vergessen haben, was er dir versprochen hat.“ Aber Willi schüttelte das Köpfchen:„O nein, das hat er gewiß nicht vergessen!“ Und kaum war dies Wort heraus, da wurde die Flurtür geöffnet und der so sehnsüchtig Erwartete erschien in Begleitung eines Dienstmannes, der das bewußte Schaukelpferd brachte. Jetzt kannte Willis Freude keine Grenzen mehr. Mit einem kühnen Satz sprang er auf den Rücken des Holzschimmels und setzte ihn voller Jubel in schaukelnde Bewegung. Dann trat Doktor Herrmann langsam näher in das vom Christbaum erhellte Zimmer und sah lächelnd auf das liebliche festliche Bild, das sich ihm darbot. Frau Müller aber, als sie ihren Mieter ansah, war einfach sprachlos vor Erstaunen. „Nun, gefalle ich Ihnen so nicht auch besser, liebe Frau Müller?“ fragte er lächelnd und sah seine neumodisch gekleidete Gestalt in dem Spiegelbild wohlgefällig an. „Glänzend sehen Sie aus, Herr Doktor, wie um zehn Jahre verjüngt!“ mußte sie bestätigen, wurde aber über und über rot, als er sie lächelnd daraufhin ansah. „Ja,“ nickte er,„ih habe eingesehen, daß dies Leben, wie ich es bisher führte, jetzt endlich aufhören muß, ich will wieder Mensch unter Menschen sein, und ehe es zu spät ist, will ich mir noch eine Frucht pflücken vom Baume des Glücks. Ich will mir eine Frau nehmen, denn ich weiß jetzt, was mir fehlt— das glückliche Familienleben hat mir so lange gefehlt! Deshalb bin ich solch ein Sonderling geworden. Das alles hat nun ein Ende— und nun, meine liebe Frau Müller, sagen Sie mir mal ganz offen und ehrlich heraus: Wollen Sie meine Frau werden?“ Er war selber erstaunt, woher er den Mut genommen hatte, das alles so schön zu sagen. Frau Müller aber sagte noch immer nichts dazu. Daß so etwas kommen würde, das hatte sie wohl geahnt, nun es aber da war, nun fühlte sie sich doch überrumpelt, und fand nicht gleich die rechten Worte zur Antwort darauf. Jetzt aber ließ er sie fast gar nicht erst zum Nachdenken kommen. Lächelnd holte er ein kleines Paketchen F aus der Tasche, dem er zwei goldene Ringe entnahm F Und kurz entschlossen steckte er ihr den einen Ring an F den Finger.„So, jetzt gibt es kein Zurück mehr!“ rief er jubelnd und zag die glückselig errötende kleine Frau in seine Arme. In diesem Augenblick stürmte Willi heran.„Onkel, Onkel Doktor,“ rief er,— schwieg aber sofort, als er die beiden in der Umarmung so dastehen sah. Aber Doktor Herrmann reichte ihm lächelnd die Hand hin: „Komm her, mein Jungchen, aus dem Onkel ist nun ein Papa geworden!“ So standen die drei glücklichen Menschen unter dem brennenden Christbaum, und echte frohe Weihnachtsstimmung kehrte bei ihnen ein. Der Weihnachtsbaum im Flugzeug. Weihnachten kann ja jetzt auch in der Luft gefeiert werden, und diese Möglichkeit ließen sich 1921 die Passagiere des täglichen Luftdienstes zwischen London und Paris am Weihnachtstage nicht entgehen. Für die festliche Veranstaltung waren auf den beiden Flugzeugen, die von Paris nach London und von London nach Paris fliegen, bereits vorher die Vorbereitungen getroffen. Zur Erhöhung der Feier wurden zum erstenmal„fliegende Kellner" beschäftigt, die in Kellnertracht die Menüs servierten, die von ersten Hotels geliefert wurden. Auf dem Flugzeuge, das von London nach Paris flog, befand sich auch ein richtiger Weihnachtsbaum, der elektrisch beleuchtet war und in dem Salon des Flugzeuges aufgestellt wurde. Unter seinem freundlichen Schimmer überreichten sich die Passagiere Geschenke und ließen sich dann zu einem gemütlichen Essen nieder, bei dem die wichtigsten englischen Weihnachtsgerichte, der Truthahn und Plumpudding, nicht fehlen durften. Bei der Weihnachtsfeier auf dem anderen Flugzeuge fehlte allerdings der Weihnachtsbaum, dafür war der Tisch von einem Oberkellner des Savoy=Hotels währeno der Fahrt künstlerisch gedeckt worden, und ein erlesenes Menn erfreute die fliegenden Weihnachtsgäste. Weihnachtshumor. Charakteristisch. M.:„Was ist Klein eigentlich für ein Mensch?“. B.:„Na, weißt du, der gehört zu denen, die ihre Weihnachtsgeschenke immer schon acht Tage vor dem Feste austeilen, damit die anderen Zeit haben, für Gegengeschenke zu sorgen.“ Die Ueberraschung. Herr Schwarz zu seiner Gattin: „Nein, Emilie, ich werde dir nicht sagen, was ich dir zu Weihnachten schenke! Daß ihr Frauen doch nie warten könnt! Laß mir doch die Freude, dich zu überraschen!“ Frau Schwarz:„Ach, Otto, bitte, sag mir's doch ruhig! Menn du nachber Wort hültst, hin ich üb rroscht genuats— Von M. Rogge. Was uns auch nahm der Taumel wilder Zeit, Was in des Alltags Not wir fast vergessen,— In diesen Tagen wird das Herz uns weit Und ganz erfüllt von dem, was wir Was wir ersehnten, was wir hingegeben, Was wir vertan und was man uns geraubt. Im Tannenduft wir noch einmal durchleben Das Kinderglück, das noch an Wunder glaubt. Du armer Narr, der spöttisch darob lacht.— Wieviel blieb noch zu harren und zu hossen?— Sperrst du dieh auch,— in dieser stillen Nacht Steh'n allen Menschen weit die Himmel offen. Schaust nicht auch du der Sterne feine Bahnen Und spürst den Zauber ewiger Wunder nicht?— So du nicht glaubst, fühlst dennoch du ein Ahnen Von höh'rem Geist, als der aus jenen spricht, Die sich die Welt entgöttert und entweiht, Die selbst den Himmel drohten zu entzünden, In Schutt zu stürzen, was von Ewigkeit Zu Ewigkeit des Schöpfers Ruhm soll künden. Ihr Toren, schweigt in diesen heit'gen Nächten, 905 Sozialistische Kindermärchen. Auch eine Weihnachtsbetrachtung. Langsam naht auch in diesem trüben Jahre der Sorge und Not das liebe Weiynachtsfest. Glücklich die Kinder, die noch nicht die Schwere dieser Zeit empfinden, die noch mit allen Wundern offenen Augen in die geheimnisvolle Schönheit der Cyristzeit schauen. Es sind dies nicht nur die Kinder jener„bevorzugten“ Klasse, die„sich alles kaufen“ können, nicht nur die„glücklichen“ Sprößlinge sogen. neuer Reicher,— nein, im Gegenteil, es sind jene Kleinen, denen Vater und Mutter, wo immer es nur angeht, wenigstens ein einzig Lichtlein der Weihnachtsfreude anzuzünden sich bemühen. Eine der wichtigsten Aufgaben sollte heutzutage für das sorgende Mutterherz sein, die zarten empfänglichen Seelchen ihrer Kindlein fern zu halten von all dem Harten, Häßlichen und Schmutzigen, das heute allüberall emporbrandet und uns schier zu verschlingen droht. Und doch gibt es Kreise, in denen man glaubt, gar nicht früh genug solche wundergläubigen Kinderherzen mit dem fressenden Gift der Politik, gar der Parteipolitik, verseuchen zu müssen. Nicht früh genug kann, wenn es nach ihnen geht, das Proletarierkind lernen, daß es einen„Klassenkampf“ gibt, daß Kapital und Arbeiterschaft angeblich unüberbrückbare Gegensätze bedeuten, daß die„Reichen“ die„Armen“ ausbeuten, sich an ihrem Elend„mästen". Der systematischen Verhetzung zum Klassenkampf in Jugendverbänden mehr oder minder radikaler Ark folgt jetzt die Verhetzung der Kinderseele in jenem ersten, allerempfänglichsten Stadium, die den unentwegten Parteileuten anscheinend ganz besonders sicheren Erfolg verspricht. So finden wir denn auf dem deutschen Weihnachtsbüchermarkt sozialistische Kindermärchen, deren Inhalt vom Standpunkt jener, die nur zersetzen, nicht aufbauen, die nur vergisten, nicht heilen wollen, kaum etwas zu wünschen üorig lassen. Hier wird in geschickter und ansprechender Form das fressende Gift des Klassenkampfes und der Parleiunterschiede dem Kinde eingeträufelt. Hier wird es„aufgestärt“ über sein„jämmerliches asein“, im Gegensatz zu dem jener,— nun eben jener, die„sich alles kaufen“ können. Die Schilderungen der sozialistischen Märchenerzählerin sind bemerkenswert plastisch und darum doppelt verurteilenswert, werden sie doch gewißlich dazu beitragen, inmitten dieser unglücksetigen Unzufriedenheit und der wachsenden Verelendung weiler Volkskreise schon im unreifen und für Gutes wie Schlechtes gleich aufnahmefähigen Kinderhirnchen den uns alle in unheilvollem Maße zermürbenden und zerreißenden Gedanken des Klassenkampfes wach werden zu lassen. Arme Kinder, denen man an Stelle ewiger Wunderdinge und überirdischer Schönheiten, die Not und die Sorge des Alltags einimpft, die man neidisch, habgierig und begehrlich macht in jenem glücklichen Alter, dem die Wunder des Himmels noch nicht verschlossen und die Herrlichkeiten der Erde noch nicht fern sind, das— o, seliges Wort— noch an Märchen glaubt. Und in eben diesem Glauben liegt die furchtbare Gefahr, gegen die sich Eltern wie Lehrer gar nicht tatkräftigt genug wenden können. Es geht um das Feinste und Höchste, was wir besitzen,— es geht um die Seelen unserer Kinder! V. Deutschlands Leistungen. Die Leistungen aus der laufenden Produktion(Kohlen, Koks, Farbstoffe, chemische Erzeugnisse, Vieh, Wiederaufbaulieserungen) betrugen bis 1. Mai 1922 653 Millionen Goldmark. An Barzahlungen wurden bis zur selben Zeit 36 Millionen bezahlt, sodaß die Gesamtsumme von Deutschlands Sachleistungen bis 1. Mai 1922 etwa 37,3 Milliarden Goldmark betrug. Hält man dagegen die französische Kriegsententschädigung von 1871 in Höhe von 4 Milliarden Goldmark, so müßte jeder gerecht und billig Denkende in der ganzen Welt sagen, daß Deutschland bereits genügend Kriegsentschädigung bezahlt hat. 2 „In der Zeit vom 1. Mai bis 31. Juli 1922 wurde weiter geleistet: 1. Barzahlungen 1½ Milliarden Goldmark, 2. Sachleistungen 1,2 Milliarden Goldmark. Rechnet man dazu also die cuf 900 Millionen Goldmark geschätzten Werte an Reichs= und Staatseigentum in dem entrissenen Teile Oberschlesiens, so erhält man eine Gesamtsermnme von hahezu 41 Milliarden Goldmark. Damit ist aber noch neg alles ausgeführt, was geleistet wurde. In der Zeit vom Wieenstillstand bis zum 31. 7. 22 entstanden aus der Erfüllung des Friehensvertrages noch folgende Ausgaben: Zahlungen aus dem Ausgneichsverfahren, Besatzungskosten, Ausgaben für Interalliierte Kommssionen, Restitutionen, Auslieferung und Unbrauchbarmachung von Kriegsgerät, Entschädigung der Auslandsdeutschen, Fürsorge für die Hinterbliebenen und Sicherheitsleistungen an das Garantiekomitee. Alle diese Leistungen betragen zusammen 36,3 Milliarden Papiermark. Wir sind durch den Versailler Vertrag verarmt, wir haben Uebermenschliches geleistet, und dennoch hören die Erpressungen der Entente nicht auf. Die Rheinlandbesetzung geht weiter, die interalliierten Kommissionen leben auf Kosten Deutschlands in dem armen Lande und das Volk verelendet immer mehr. Die deutsche Produktion geht zurück, Deutschlands wirtschaftliche Kraft erlahmt und ein völliger Zusammenbruch droht. Eine Rettung aus diesem Chaos wird nur möglich sein, wenn eine vernunftige Regelung der Reparationsverpflichtungen erfolgt, damit der deutsche Etat endlich einmal sauiert werden kann. Dazu ist aber auch nötig, daß der Markkurs gefestigt wird, damit die deutsche Wirtschaft und das deutsche Budget nicht in der Luft schweben. Man wird im Innern an eine Intensivierung der Produktion durch Mehrarbeit und Qualitätsleistung gehen und so auch von innen heraus an der Gesundung Deutschlands mitarbeiten. Die Erkenntnis draußen, daß es so nicht weiter geht und die produktiv schaffenden Kräfte im Lande selbst müssen Deutschland wieder aufhelfen. Ein neues französisches Propagandaunternehmen im besetzten Gebiet. Je mehr die Franzosen sich davon überzeugen müssen, daß ihre offenen und verhüllten Annexionsversuche an dem unerschütterlichen Deutschtum der rheinischen Bevölkerung scheitern, legen sie sich offenbar aus einer nervösen Verzweiflung heraus propagandistisch ins Zeug und gehen mit immer neuen Propagandaunternehmen voran, ohne sich durch den Mißerfolg der bisherigen irgendwie abschrecken zu lassen. So kündet dieser Tage das„Echo du Rhin“, das bekannte Organ der französischen Besatzungstruppen, das Erscheinen eines neuen französischen Propagandablattes an. Danach wird der gegenwärtig in Paris im kleinen Rahmen erscheinende „L'Alsacien et Loraine“ demnächst eine große Monatsschrift für nationale Betätigung(action nationale) unter dem Titel „Revue du Rhin et de la Moselle" umgewandelt werden. Die neue Revue wird sich mit allen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen beschästigen, die nicht nur Elsaß=Lothringen, sondern auch— und das ist das für uns Deutsche Beuchtenswerteste an der Neugründung— das Saargebiet und das Rheinland betreffen. Ueber den schon durch diese Ankündigung hinreichend gekennzeichneten Charakter des neuen Propagandaunternehmens geben auch folgende Namen seiner künftigen Mitarbeiter zweifelsfreien Aufschluß: Maurice Barrés, Christian Pfester, Georges Blondel, Laskine, Dariac, Ferry, Wetterlé, Weiller, General Bourgois, General Hirschhauer, Admiral Degouy. Alle hier genannten Namen sind in der französischen Rheinlandpolitik wiederholt hervorgetreten. Besonders Barrés darf als der eigentliche Vater der Rheinpolitik gelten und der großzügige Dariacsche Plan, zur endgültigen Erwerbung des Rheinlandes, der noch dieser Tage wieder in der Frankfurter Zeitung besprochen wurde, dürfte weitesten Kreisen in Erinnerung sein. Die mit Rücksicht auf England abgegebenen wiederholten Erklärungen der französischen Regierung, daß man keinerlei Annexionen im Rheinland beabsichtige, werden durch die Tatsachen in ausreichender Weise widerlegt. zen“ genannt!) kostet etwa 260—300 Mark. Der chtsmann, der alte Herr in Bart und Kappe, zieht Darum zündet ein Lichtlein der himmlischen bissingl gn—um, eiger Kindlein willen, schon seit langem gar kummervolle Mienen und wird, mit heißung auch Von Otto Riebicke. Unendliche Not zerfrißt unsere Herzen, zermürbt unsere Körper. Wir wissen nicht mehr aus und ein; graue Wintertage hängen ihre Schatten über uns. Die Hand, die heute schafft, weiß nicht, ob sie morgen noch die Kraft hat, den Hammer zu heben; der Kopf, der heute denkt, weiß nicht, ob er morgen noch Gedanken tragen kann. Wir zweifeln am Werk unseres Lebens. Was ist es? Ein Fronen und Abmühen, ein Quälen um die Notwendigkeiten des Daseins, ein Mittel nur, uns zu kleiden und zu nähren. Wir senken den Kopf zu Böden, krümmen den Rücken unter der Last des Tages und möchten verzagen. Noch nie sind wir in die Weihnachtszeit mit einem so bekümmerten Herzen eingetreten, wie diesmal. Wieviele Familien wird es doch geben, in denen kein Tannenbaum das Dunkel der Heiligen Nacht durchstrahlt, in denen die Kinder nicht teilhaben können an der Freude des Festes, die nach so schönem alten Brauch für sie durch Geschenke ausgedrückt wurde! Wie so manches Elternherz wird sich vor dem leeren Gabentische zusammenkrampfen müssen in der Erinnerung an die selige, Freude der eigenen Kindheit und in dem Schmerze, die Erwarlungen der Kinder auch nicht im Geringsten erfüllen zu können. Bittere Not, Kummer und Sorgen, Verzweiflung und Tränen— das ist für die Mehrzahl aller Deutschen das Weihnachtsfest dieses Jahres. Wir wollen uns nicht darüber hinwegtäuschen, nicht mit Worten beschönigen, was sich nicht mehr beschönigen läßt. Versailles hat uns alles genommen. Mit jenem Unfriedensvertrag, in dem die Wurzel aller Not und aller Bitterkeit ruht, mit diesem Dokumente des Hasses, von dem wir kaum glauben mögen, daß es Menschen erdenken konnten, hat man ungezählten Millionen das Licht der Freude ausgestoßen, den Glauben genommen, daß das Leben ein Geschenk Gottes ist und nicht nur da ist, damit wir uns abrackern und abmühen, sondern auch, damit wir im Frohsinn handeln und Freude gewinnen an den Werken, die wir schaffen, damit wir auch Feierstunden der Besinnlichkeit und Beschaulichkeit haben. Wir stehen jetzt da, wo die Paragraphen des Friedensvertrages zum Leben werden, wo die Zentnerlast jedes dort niedergeschriebenen Wortes, jedes Buchstabens in Wirkung tritt. Es gibt niemand im deutschen Lande, dem dieses Ungeheuer nicht an der Kehle sangt, der nicht die niederschmetternde Last der Forderungen schon auf seinen Schultern fühlt, angefangen von den Kindern bis hinauf zu den letzten Greisen, angefangen von den Bettlern bis hinauf zu den Reichsten der Reichen. Alle liegen wir am Boden, sind wir Sklaven jener Männer die vorgaben, dem Frieden auf Erden zu dienen und die Gott mit diesem Worte der Engelverkündigung höhnten. Was sollen wir tun?, M f. 6.64. Es gibt nur einen Weg, nur ein Mittel: sestineinander verschlungen sich gegen den Fundamentbau des Friedensvertrages stemmen, der Deutschlands Schuld am Kriege heißt! Mit der Schuldfrage steht öder fällt der Block von Versailles; das Schuldbekenntnis, das man uns aufzwingt, ist die Ursache unserer Not. Deutschland hat den Krieg nicht gewollt. Sollte dieser Ruf in der Stimme von 60 Millionen nicht das Weltgewissen doch noch wecken? Sollte er nicht wiederhallen in den Herzen der Völker und Nationen jenseits unserer Grenzen, in denen Recht und Unrecht noch nicht zu einem Begriffe geworden sind? Die Wahrheit muß, die Wahrheit wird siegen! Wenn wir so handeln, einmütig, als ein Volk, das nicht untergehen will, wenn wir uns endlich, über Parteien und soziale Klüfte hinweg, wenigstens hierfür die Hand reichen, dann kann dieses Weihnachtsfest das dunkelste gewesen sein, dann wird Versailles stürzen— dann können wir bald wieder, wie einst in glücklichen Zeiten, aus der Freude unseres Herzens singen: *..... 4 du fröhliche, o du selige Gnadenbringende Weihnachtszeit! Nur eine Kerze! Von Th. Eulert. In vielen, ach so vielen deutschen Häusern wird es zum Heiligen Christabend heuer dunkel bleiben. Die Preise für Weihnachtsbäume, die lieben altvertrauten Festboten freundlicher Kinderzeit, sind mit all den anderen„Gegenständen des täglichen Bedarfes“ in jene schier unerreichbaren Höhen geklettert, auf denen allein noch König Dollar regiert. Ganz winzige Fichtlein kosten in den Großstädten gar schon 200 bis 300 armselige Papiermark und die prächtigen schönen Edeltannen mit dem köstlich festen blauschwarzen und silbernen Nadelkleid sind längst nicht unter mindestens einem„braunen Lappen" zu erstehen. Dazu komen noch die hohen Preise für den einfachsten Baumschmuck und nicht zuletzt für die Lichte. Ein Päckchen mit 15 dünnen bunten Wachsstäbchen(„Weihseinem, den Kindern wohl bekannten sonst Geschenke angefüllten Schlitten vermutlich in diesem Jahre nur an recht wenigen Häusern vorgefahren kommen. Auch die Weihnachtsgans, der klassische Vogel des Kapitols mit der prächtig dicken Leber und der köstlichen schmalzverheißenden Fettschicht, ist für den Durchschnitt des Bürgertums unerschwinglich geworden, kostet das— Gramm doch bereits 15—16 Mark, und seine 10—12 Pfündchen muß so ein delikater Festbraten— eine„gute Gabe Gottes“, die in früheren Zeiten bekanntlich mit einer„goldenen Gabel“ gegessen wurde— doch wiegen. Sonst fängt man lieber garnicht erst an! Ach ja— den Humor wollen wir nicht verlieren, liebe Frcunde; er leuchtet uns noch, wenn rings=um das Dunkel der Zeit uns schier zu verschlingen droht. Er ist denn auch wahrhaft eine göttliche Gabe und darum wollen wir ihn hegen und pflegen und dankbar sein, wenn er hin und wieder auch in unserem trüben Alltagsleben seinen traulichen Schimmer verbreitet. Sonderlich um die liebe Weihnachtszeit wollen wir„Großen“ keine mürrischen Gesichter zeigen— wenn es nur irgend möglich ist— schon der Kinder wegen. Die müssen jubeln und lachen. Sie kann es ja um so viel leichter als wir, die glückliche Jugend, die Wunder sieht und Wunder glaubt, wo uns der giaue Vorhang der alltäglichen Sorge das Paradies der Freude immer dichter verhängt. Zur letzten Kriegsweihnacht, als noch die Granaten und Minen sich in die zerrissene schmerzzerquälte Erde bissen und riesige Todestrichter aufwühlten, als noch aus Schlamm und Blut der Schützengräben ernster Männergesang das ewige Weinnachtsslied von der stillen, heiligen Nacht hinüber in die ferne hungernde, frierende, opfernde und so unendlich glöubig harrende Heimat trug, da wurde vorgeschlagen, in jeder Familie zur Christnacht nur je ein Lichtlein anzuzünden. Ein winziges flammenreines goldfunkelndes Lichtchen schwang sich da auf einen kleinen immergrünen Zweig, große Kinderangen schauten in den tranten Schimmer, und die dünnen Stratien fielen golden in die Herzen und erweckten darin einen Widerschein von lauter Liebe und Schönheit, die kein noch so prunkvoller mannehoher Tanuenbaum in alber Kerzenpracht je zu entslammen vermocht hatte. Das Licht der stillen innerlichen Freude, das Licht des heiligen licsen Glaubens— das laßt uns auch diesmal anzünden, liebe Freunde. Laßt es leise flimmern, wenn der Heilige Abend über die sorgenschwere Erde mit all ihrer Unrast, ihrem Unfrieden und ihrer Bitterkeit hereinbricht, und laßt es eure Kinder erzählen die alten wundersamen Geschichten. die wie feiner Silberglocken Klang durch die Jahrhunderte der deutschen Weihnacht gehen. Das Licht aber— das eine, bescheidene Licht— ist die Liebe, die unter armseliges zerrissenes Leben auch in dieser Zeit noch verschönt. Nicht ganz finster soll es um uns sein in der heiligen Nacht. Droben die ewigen Sierne grüßen uns in ihrem göttlichen Schweigen. Aus dem stillen Kämmerlein unstres aber leuchtet der seine Schimmer neuer Hoffnung und 1 Ver * Sesunn* 5 bo S 3 2 0 F* % S og.9n —S. 5 g 95 5 SS S S• 8 S PTOnEE ##g. S E. H**2 a S.— 2 5 gn S.Sgngn B—BSSE 25n # S TEEP ASepRE S7-ESES 0— PSE * 2. S SSaE S#— S. eig*• 5 —. ∆ S S—* 3 S### * S.5 5SE Gel S T * S S8 0 Stg2abg 9S 9935 — S S. —Sgs 5 73 # Tror Unterhaltungs=Beilage zur„Schwerter Zeitung“. Doccooneerereren Das Wunder der deutschen Wensnacht. Ein Weihnachtsmärhen aus unseren Tagen. Von Willi Lindner. Fred Cromweil war geborener Newyorker und Ameli ane: duch ind durch. Er trug die großlarerren Anzüge sieks nich der neuesten Mode u. d ließ de S agyfeffe unle: der Nase nie kalt werden. Auf seine Zugehörigkeit zur Re ublik der Vereinigten Staaten war er ungemenn siv z. Wie jeder echte Amerikaner lebte er vom Handel und nebenbei von der engeimpf en Enbildung, al: Mitglied des auserrähltelen Saie auf Ersen berechtigt zu sein, alles wa; niht amerikanisch war, mißach erd über d: Schulter anzusehen. Ele) Ta e: er uhr er durch de Zeitung, daß ma: in d m n Euwya gecge#nen Länddei Deuch and mitin dair Dollarscheinen en bleue. Wunde; erle en lönne. Da steckte Fied Er.mweil lu ger and eine Hundertdolr=Noe de Besen asste und schwamm übe: den große: Teich. Er gn; in Hamburg an Land 1nd„uhr mir dem D=Zug Hamburg= Kön Ins In urrerebie.. Der Jug jagte durch die Nacht. Fred Cromwel: stand am Alteilfenster und bikte verwundert in de Dunselheit. Vor seinen Augen wuhsen groteske Lichtsäulen auf. Ueber riei en Hallen zünzellen Flammengarben zum H'mmel hnauf. Hohe Schlote rag en wie Obe isken in die Nacht und sprühten Feuerrezen. Taul ndsach glotzten blendende Lampenanten auf. Ein Meer von Farben, Glusen, b utroten Licht. fse## en brandete um den breu enden Zug. Fred Cromwell hätte verblüfft sein müssen über dees gigantische nächtliche Feuerpiel. Aber da ein echter Amerikaner sich nicht verblüffen lasten darf, so begnügte er sich zunächst enmal damit, die Dinge seltsam zu finden, und im geheimsten Winkel seines sto zen 9 nee=Herzens das Ländchen Deutschland ein Lund zu nennen. Mtten im Industre., ebiet verließ er den Zug. Die Nacht war dem Morgen gewichen. Auf den S.raßen der fremden Stadt, die wie ein Königreich aus den Nebeln der Dämmerung auswuchs wogten Min chensträme. Gecäftsraläste effteien ihre schaterhanzenen Fen eraugen und grüßten die bianke Winterlonne. Der Amerilaner g ruhte nun doch erstannt zu sein. Verwunder en Blise; starrt; er in das emlige Gerr ebe de: Tages, ger ei in den drängenden Strom der hastenden Menschen, schob sich mit ihnen durch mehrere Straßen fort und stannte immer mehr über die werktägige Geschäftigkeit, die ihn in immer neuen Wellen lebhaft umstülte. Als er sich endlich in den sicheren Hafen eines Hotels gerettet hatte, war sein liesstes Gefühl Erschüt erung und Beis ämung. Bald aber segte de nüch erne Ruhe seines Stammes über die erste weichere Wallung leines Gemütes und er begann mit dem er letenen Geschmack eines Weltmannes zu speisen. Er ließ sich vom Besten das Beste brucen, und als er nach reichlicher Sättigung eine Hollarndle zur Bezleichung seiner Zeche hinreichte, machte der bedienende Geist vor ihm eine tiese Verheugung. Fred Cromwell schüt ete dazu den Kopf und lächelte. Als ihm der Schwarzbefrackte dann aber auf die Dollarnote einen ganzen Berg von seltsamen, settfleckigen Geldlappen herausgab, dreimal danke sagte und dazu noch eine extra tiefe Verbeugung machte, da gestand sich der AmeMit dieler Vesriedigung im Herzen und der Shagpselfe im Munde schlenderte er zurük in die S#adt, um dem blauen Wunder etwas entgegen zu gehen. Als er trotz eifrigen Srähens aber keine Spur davon entdellte, sondern wider Willen erneut in die hastende Flut de: Menschenstromes hineinger'sssen wurde, sprang er zulezt mißmutig in eine Autooroshke und ließ sich in wilden Kreuz= und Querfahrten durch alle Stadtteile fahren. Und nährend er, einzedrückt in die Polster de. Wagens, dahin uhr, blickte er tief hinein zu da: Herz der deutschen Arbeit. Ueberall glühlen die Esen, dröhnten die Hämmer, 1 als lei ihnen ein roßes, überirdisches Gt#widerlahren. Ber auch trugen Tannenhäune unter fen herm oder waren dure eine andere Ar: ven geheimnisvoller Weil se tam ler ärt. Fred er undigte sich bei einem Schupomann wa wohi de: Geund zu der mer## w.irdi#en Stimmun; sei. „Hei iger Aled ist Skupomann ins hatte sucht im Blick. Heiliger Abend! Fred Cromwell dach. In Newyork ging er leute“, sagte der de lächelnde Sehnich nicht viel dabei Abend vor den lie Gebet zur Weihnacht 1922. Von Willi Lindner. Die Tage dunkel, die Stunden die Nächte vom Leid verhangen. Turch Teutschland ist die Sorgenfrau mit hartem Schrit gegangen. Sie hat an jede Tür gepocht,* hat jedes Herz beladen, sich jeden Willen un erjocht— Not weint auf ihren Pfaden. Nun kommst du wieder, heilge Nacht, und stellst in unser Tunkel der reinsten Liebe Wundermacht, der gerzen Lichtge unsel. Zu bringst ernent ven Got'es Thron die Lotschaft uns vom Frieden, den einst des Vaters ewiger Sohn der Menschheit hat beschieden. O heilge Nacht, du helles Licht in unsern dunkten Tagen, gib, daß der blinde Haß zerbricht, den binde Meuschen tragen. N'mm du durch reiner Liebe Glut de zeindschift von der erde. auf daß die Renseheit endlich gut und wahr: We hnatzt werde: Wehnachtseste in den Kub, langweilte## dort im Kreise einige: Fteunde und schli. dann iu den leten Feering hinein. Wie es denn wohl n Deutschland sein wirde? Als de: Abend sank. und alle Glocken lan en, der iez Fed C omwell das Hotel und manderle salennär.s durch die Strasen. Sti#l und vera##n a en sie; hart schlugei die Trtie de: Polize patrouillen auf den Alshalt. Duniel eir floß um die Winket und Gilen. Aber###e#ies Leuchten fiel aus den Fenstern der Woln äufer, ein silbriger Glang knisserte hinte: festichen Gardinen. Geweije en Auses starrie de: Amerikaner hinein in die Brände de: Licht:. Da sah er Taunenkäume im Strahleng'anz der weißen Kerzen, schimmernd im Samuck schnseigen Bebau;s, wie Wunder wirtend in die heilige Nacht. Und vor den brenenden Lichterbäuinen sah er Kinder stehen, gläubigen Stauneis voll auschaund zu der Pracht, ganz hinzegeben der zar en Wehe dieser stillen unde. Und nähren) er noch stand und starrte, klag in den Sang der Glocken, feierlich aus hundert Häuermündern quellend, wie Enseshar enten die alte Weihnachtswei'e: O du fröhliche, o du silige, gnadendr n eid? Fred Cromuel! ein am heimlich we leuche#en die Kerzen We hnachtszeit! ing durch die Straßen. ein Deb. Und überat in die Nacht, überat# Sn Sn SScrraerscrre qualmten die Schlote, rasselten die Seitsche ben, sauch e: die Masch neu und sangen die Sirenen. Und überall ballten sich Menschenmassen zu Hauf, wuchsen Arme- und Hände ine ninder zu einem Ring, der eine ganze Volkeschicht in Gemeinschaft umspannte. Da gesand sich Fred Cromnell, daß er vom Eindruk des Gesere en überwältigt sei. Kleinmüti kehrte er in sein Hotel zurück und hatte von seinem stoleen Amerikanerium nichts weiter an sich als eine große Müdigkeit. Die shlief er sich in einem blütenweißen Hotelrette gründlich vom Leibe. Als er am nächsten Tage um die Mittagstundé auf die Straße trat, lag eine Feierlichseit in der Luft, die ihn, den nüchternen Ameri'aner leanten michte. Die Menstei hatschwangen und jangen d'e Glocken, überat jube ten Wehnachtsweisen christfestlich himmelan. Da rergaß Fred Cromwell, weshalb er eigentlih nah Deusch'and gekommen wan Te in seinem Herzen blühte das Wunder eines erschütternden Erlebens: Teuliche Weihnacht! Er sah vorbe: an den schwarzen Giganten de: Elsen und zeten ürme, wo noch vor S unden die Arbeit ihr ehernes Lied gebrüllt und de Mensch eit gefrondet hatte— er sah hinneg über die Zeichen des wuchtende Crierbs u. d tei hinein in die gläubige Inbruns enes Veles, über das angeblich da=„Wetgericht" den S ab gebrochen. Bewunderung für dees Volk Kieg in ihm au. Aus allen Winkeln seiner Seele stoh de: Hochmut seiner Stammes in die Nacht. Und als der Wind ihm aus dem ärmstenl Vierte der Stadt, den dunklen Galsei der Not und Sorge, die hehrste deutsche We hnachtswesse zutrug: Stille Nacht, heilige Nacht da zog er in Andaht den Hut und stand ergriffen und verwirrt. Er schwamm zurück über den großen Teich nach Nordamerika. Das erwartete blaue Wunder er.ebte er nicht. Aber das Wunder der drutsche: Weihnacht blühte fort iu sei # EES 6. 5 E 9 85 63 E 5 6 8— 2 6 5 6 S 6 65 5 □ 8 S 8 E 5 Weihnachtserleben. dr.unen. Und ihr Glan: will in d'e Weiten rinnen. Bectte: und wir, die vor Toren stehen, Sehnend nich dem Vaum des Lebens rähen, Toren, die im Sehnen und im Schauen Glauben scch en Eden zu erbauen— Füh e nicht, daß wissend=reiche Augen Rich: für Paradie esnunder tangen, Daß nur Se####en, die voll leuscher Reine, Oßsenbaren sich die Wunderhaine.... Heil'ger Abend, und nun füllt mein Zimmer Ker eiglan; und Weihnachtsmärchenschimmer, Und ein Segen strömt so reich an Güten, We ein Tut aus Paradiesesblüten. Meine Siee bangt in süßem Zittern, We die Maienwelt vor Lenzgewittern. Meine Scle steht den Stürmen offen, Te; im Innern frühlingblitzgetrofen. Weihnachtsbaum, o heiliger Baum des Lebens, Deine Wunder strahlten nicht vergebens, Was den Wünschen blieb so lang verhangen, Tätig ist es in mir aufgegangen, Meine Seee blüht in reichen Ktänzen, Leblich wie des Sommers Abendglänzen, Und wohin s'e auch din Blick mag senden, Grüßen sie der Gärten goldne Spenden. Sie', kein Traum saßt Edens Wunderweben, Denn nur ein lelendiges Erleben. digleit gekan. Mit frohen Augen stand er, kein Herz son den Glanz und den Duft ein, daß es voll Sonne und Heimatseligleit ward. Rund heium drehte er sich, er beschrieb einen Kreis, mit seinen Händen, als wolle er alle Nähen und Fernen greifen und halten. ! E r s t a n d i n m i t t e n d e s S e g e n s, u m i h n baue sich die Fülle der Ernte und Heimat auf, um ihn, den Bauern und Herrn. Er wurde wieder eins mit der deutschen Er#e, der er so lange fern gewesen. Und un kam die Erde wieder zu ihm mit all ihren Gnaden und Güten, Lust und Nöten. — Er breitele die Arme, als müsse er sie umsassen wie eine Mutter ihr Kind, das sie verloren und wiedergefunden!— Ein überseliges Lächeln glitt über sein Gesicht. Schauer tiessten Glückes überrieselten ihn. Das Wunder vollzog sich: Bauer und Erde fanden sich in einer Welle!— Da stieß den Träumer eine Hand an: He! Ein Unbekannter rüttelts ihn an. Schüttelte den Kopf, und schon blieben auch die Nächsten stehen... Und da sanken die Wunder wieder in Brunnen#####e. aus Nebeln und Fernen hoben sich Straßenpflastee und Häuserzeilen, rich###en sich ein und standen.— Der Bauer rieb sich die Augen.——— Die Umstehenden sächellen klugwissend und ver###en sich. Und der Träumer raffte sich zusammen und belann sich und ward gebahr, dag er der Auslandsdeutsche Fritz Kraft war, vor nenigen Tagen aus der Fremde zurückgekehrt und morgen der Heimat zurückgegeben ward. Da ging er seine Straße weiter. Aber er schritt leichter und wohlgemuter denn vorher, die Wonnen und der Glanz des Traumes Flühten noch in ihm. Sie blühten wie heimliche Wunder, sie brannten wie ein nährendes Feuer, das alle Kräfte in ihm rege hielt. So ward er stark und frei für Tage und Monde, für die Lasten, die seiner harrten und für die Arbeit, die die deutsche Erde von ihm erwartete. Heimat. Eine Stizze von Wilh. Lennemann. Der Bauernsohn Fritz Kraft kehrte aus Rot und Fremde wieder in die deutsche Heimat zurück, voll Scheu und Bangen w.e ein Kind, das lange dem Valerhause fern gewesen. Jahre ang war er draußen gewesen und hatte das Glück gesucht und es nicht geunden. Nun war er über Holland zurückgelehrt, hatte die R,einlande durchwandert und stand nun im heiligen Köln. Und sah nun nit großen und erstannten Angen in Tag and Leben. Der Lärm und das Gewoge aten ihm weh. Die fremden Uniformen schmerzten ihn. Er sand sich nicht zurecht wischen bunten Bildern, die an ihm vorzeifluteten. Teutschland, du armen, schwerte räbtes, erschüttertes und berrogenes Deutschland! Es würgte etwas in ihm, er trug eine Last, die er nicht abschütten kennte. Und er war doch frei und ledig, und kein Hematdor# so nah!— He'mat, dullei#es Wor:! Du Zaussrquell alle: heimlichen Wennen und seligen Guaden!— Versonnen ging er durch d.e Straßen. Er war in en stillere; Stadtviertel gekommen. Da tnarcte en Waren schwer und langsam iene Straßendiegung. Er war hoch und schre: mit Wr zogltög#en beladen.— Feitz Kraft schaute darauf, und es lachte in ihm. Das war eine Pracht! Solche Kerle hatl? e: vor dem Kriege ang geernte:. Und mir enem Mise durchfuhr inn ein freudiger Schrekk.— Heimat! Vaterhau:! Fer e. Land der roten Erke! Der Bauer wurde in ihm lebendig!——— Mitten auf dem Bürgersteige bled er sieren. Der Wagen mit den Kappuslöhsen schwenkte in ein Hostor e'n, aber die Wunder, die er mitgebracht, blühlen und wucherten in reicher Pracht in iym: Die Gärten und Felder seiner Heimat!— Er sah nicht Srasenplatter und Häuser. zeilen, er sah W.ese, Acker und Wald, Bach, Kale und Strohdah. und alle; überspan: vom t#esen, klaren Blau eines sonnigen Herösttages. Er lächelte in sich hinein, er hob die hände. als müsse er d.e He malerde segnen, keren Wunder sich um ihn ansgebaut. Er über'ah die Aeaer, er wog ihren Gebinn ab gegen die Nöte des Winters und zickte teriedigt. Die Erde hatte ihre SchulNotgeld und Heimatpflege. Seitens der Stadthauttkasse in Soest sind dre: verschiedene Notgeldierten in Nominalen von 10, 20 und 50 Mark neuerdings zur Ausgabe geangt. Die erste Serie(A) bringt drei Bilder aus dem Nequambuch mit bezeichnenden Sprüchen, das nunmehr nach jahle anger Bearteitung durch den Stadtarchira: Dr. Schmösel in erstmaliger Uebersetzung erscheinen wird. Damit ist in unserer 1o schweren Zeit feisens Beru ener ein wichtige: kuliurhistorischer Schritt getan. Diese Not#e dreihe stellt eine Glanzleistung sowohl des Künstlers Siele sowie der ausführenden Frma Crüwell=Dortmund dar. Die zweite Serie(B) zeigt den Katzenturm, der Turm verjüngt sich hier nach unen, das ehemalige Jakobitor und ein leider mißlungenes Fehdebild, denn im 15. Jahrhundert gabs weder den Barockturm der Petrilirche noch die Doppeltürme auf Maria zur Wieen. abgesenen daven, daß die Wehrtürme ne#t über den Stadlmauertranz hinausragten, de hler in künstlerischer Freiheit in gleicher Höhe mit den Zinnen die er dargestellt sind. Auch d’eser Serie sind sennzeichnende Sprüche, S#ester Literatur entnommen, beigesetzt. Die dritte und letzte Serie(C) endlich gibt uns Seest im Bilde. Branns und Hoserbergs allbelanne Stadtansicht führ: uns ke: 10 Mar. Schein dieser Edition vor Auen. Der 20 Mark=Schein ist mit Meißners (Thesaurns) interessanter Stadtansicht und den Originalaufschriften geschmückt, beide hatei Originale der Susar#ns#en=Sammlung der Vers. zugrunde sek en. Der 50 Mark=Schein gibt ein Gewäide H'loch's=Ostönnen aus unerer Zeit wieder. Unglücklich ist daher hier Ferdinand Freiligrath's so schöner Spruch mit Hinzulegung der Jahreszahl 1829 geählt, diese hätte hier in Fortfall kommen müssen. De Hauptleiten der Scheine zeigen alleitig die doppeste Wertzahl, wohl mit der Absicht, daß auch der Wert der Scheine gesalte. sogleich ersichtlich ist und den senkrechte: S#adtschlüssel und Umlaufs= usw. Au schr f.en. Die drei Scheine einer Serie sind Gecharben. die drei Serien von einenander in der Farbe abweichend. Bei einer serlanen Neuauslage des Scester Notgeldes wird man an deesen kleinen Korrekturen nicht vorübergehen. Alles in allem aber ist das neue Soester Notaeld als durchaus mustergültig anzusprechen und auh in numie matischer Beziehung töllig einwandfrei. Sicher wird es in keiner Heimatsammlung deutschen Notgeldes sehlen. Möge es aber auch seinem eigentlichen Zueck, den Kleingeld= und Wechle mangel in un èrer Stadt zu beheben, dienen. .(W. P. im Soester Kreisblatt.) De Wihnachtsgeschicht ut de plotldütsche Vibel. Im Jahre 1596 wurde in Hamburg von David Volder eine plattdeutsche Bibel gedruckt, aus der die bekannte plattdeutsche Zeitschrift„De Eekbom“, folgende„Wihnachtsgeschicht" aus dem 2. Kapitel des Evangelium Lukas abdruckt: bezaff sick överst tho der tydt, dat ein gebodt von dem keyler Augusto utgynk, dat de ganze werlt geschattet wörde. Unde dyse schattinge was de allererste, unde tdt geschah tho der tydt, do Kyrenius landtpleze: in Syr#en was, uide jedermann gynck hen. dat he lick schatten lethe, ein yder in iyne Stadt. Do malede sick ock Joseph up uth Galiläa, uth der stedt Nazareth in dat Jödische landt, na der stadt David, de dar hech Bethlehem. Darumme dat he van dem huese unde gelechte David was, up dat he sick schatten lethe mit Maria syner vortrünenden fruwen, de dar wwanger was. Unde alse se darsülpst weren, quam de tydt, dat se teien scholde. Unde se teide eren ersten sön, unde wandt en in windeten unde lede en in eine krübbe. Wente se yadden süß neen ruem in der herberge. Unde dar weren heerden in dersülven hegende up dem reide, by den hutten, de hödeden des nach'es ere heerde. Unde süe, de engel des HERRN tradt tho en, unde de klarheit des HORRN lüchtede um se unde se früchteden sick feer. Unde de engel sprack tho## früchtet huw nicht, leet, ick vorlündige yuw groté sröuwde, de allem volcke weddervaren wert. Wente yuw ys, hüden de Heylandt gebaren, de is Christus de HERR in der stadt David. Unde dat hebbt thom teten. E werden dat kindt vinden in windesen gewunden unde in einer trübben liggende. Unde allo balde was by dem engel de veleheit der hemmeschen heerscharen, de laveden Godt unde sprelen: ere seh Gade in der höchte unde frede up erden unde den minschen ein Wolgevall. Unde do de engel van en tho hemmel voren, spreken de heerden undereinander; Lathet uns nu hen gahn na Bethlehem, unde dat geschichte seen, dat dar gescheen ys, dat uns de HERE kundt gedahn heift. Unde se quemen hligen unde vünden beyde, Marla unde Joseph, dartho dat kindt in der krübben liggende. Do se ydt överst ge##een hadden, breedeten se dat wordt uth, dat tho en van dyssem kinde gesecht was, unde dar ydt vör quam, vorwunderten sick der rede, de en de heerden gesecht badden. Maria överst behelt alle dysse wordt unde bewoech se in eren herten. Unde de heerden kecden wedderumme, proseden unde lareden Godt umme allent, dar le gehört unde geseen haddeu. also denn tho en gesecht was. Drei Fiersage. Drei Dage Wihnachtl o jemine! Dre: Dage! wat sall dat giäwen? Er weckt mi dat„O du fröhliche“ Fröihmorgens üm halwer liäwen. De Päiter, de Kasper, de Ditz un de Klos, De Willm un wu süß se heitet, De makt en Getuts un malt en Geblos', Se trummelt, je trötet, se fleitet. Das qulelet un dat quorrt, dat schrummt un dat schrammt. O Här, mine armen Ohren! Eck glöiwe, so hewwet sick allesamt Tom Schawernack mi verschworen. Leiw Christkindlen, n'ämm mit't nich liewel; gewiß Hew eck för di Verehrung, Doch 3(schrief: drei) Dage Chrisidag is, Mi ducht, ne— nette Bescherung. Lei Christkind, er well nich Appel noch Nuctt, Doch wost du an mi denken. Deu dridden Fierdag— si so guott, Leiw Chrisikind— den könnst du mi schenken. 9 6 5 05 8 Si ∆ 25 55 G. 6m; 6 G 8 S 88 Ee 15 SEE * 94 8 5 5 □ 5 5 S 861. 20 55 5 S 5 5 5 055 e S 2 5 5 G. S 55 8 S 5 9# S 865 55 2 SEi * 0 S#g 65 9 575 a S. 100 9 55 53 S 6 * 0 S 56 EEE TOE 5 5 am S S 7 6.5 2 EE S. 5