∆ Regelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter. u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung: Unser Blatt. n Unterhaltungs- u. Romanbeilage. u Spiel, Sport und Curnen. m Lebensbild. Kunst u. Wissen. u Gartenratschläge. Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Velkszeitung Schwerter Volksblatt Desthofener Zeitung Aolerbecher Zeitung Langschecer Zeitung Amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde. Holzwickeder Zeitung Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises.— Generglanzeiger für den Kreis Die„Schwerter Jeitung“ erscheint werktäglich. a Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlog: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel.62. Postscheck: Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Nichter:—.— — in Schwerte. Nr. 289 Samstag, 9. Dezember 1922 55. Zum Geleit. Sei willkommen, Tag des Herrn, Friedensengel, Morgenstern, Labequell im Wüstensand, Glockenlaut vom Heimatland, Nachgeschmack vom Paradies, Draus die Sünde mich verstieß, Vorgefühl der Himmelsrast Nach der Erde Müh' und Last. Gerok. Neueste politische Nachrichten. Im Haushaltausschuß des Reichstages beleuchtete Reichsfinanzminister Dr. Hermes die verhängnisvolle Entwertung der deutschen Finanzen und die rasende Geldentwertung. Der Reichsverband der Rheinländer veranstaltete im Sitzungssaale des Reichstages eine große eindrucksvolle Kundgebung gegen die französischen Drohungen. Der Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften hat in Köln eine scharfe Entschließung gegen die Rheinlandbedrohung angenommen. * Die französischen Kreise sind durchaus pessimistisch bezüglich der Möglichkeit eines Einvernehmens in London. * Die Beratungen des Reichskabinetts über die bevorstehenden Antworten an die Entente zur Sühnenote und zur Note wegen der Umwandelung der Militärkontrolle, sowie über die neuen deutschen Reparationsvorschläge sind in das entscheidende Stadium getreten. Die endgültigen Beschlüsse sollen nun bekanntgegeben werden. Nach einer Meldung des„Vorwärts“ will das Reich die Forderungen der Sühnenote, auch die finanziellen, erfüllen. * Der frühere Reichskanzler Dr. Wirth folgt anfangs nächsten Jahres einer Einladung zu einer Vortragsreise nach Amerika. Von den Alliierten sind in Lausanne neue Vorschläge zur Entmilitarisierung der Meerengen gemacht worden. * Die deutsche Regierung beabsichtigt, einen Reparationsvorschlag zu machen, der auf einer Anleihegarantie der deutschen Industrie beruht. * Die Londoner offiziellen Besprechungen beginnen am Sonntag früh. Amerikaner von politischer Bedeutung erheben warnend ihre Stimme, in London den französischen Plänen nicht nachzugeben Die Brüsseler Konferenz tritt wahrscheinlich am 4. Januar zusammen. Rheinländer gewinnen zu können, vergeblich ist. Die Worte des Reichskanzlers Cuno, daß wir nicht auf das besetzte deutsche Gebiet im Westen verzichten werden, haben bei den dortigen Bewohnern ein lebhaftes Echo hervorgerufen. * Der Reichstag hat seine Beratungen wieder aufgenommen die neue Belastung in der Annahme der erhöhten Verkehrstarise gebracht haben. Leider steht dem noch keine Aussicht auf Ermäßigung der Lebensmittel gegenüber. Der Ernährungsminister Dr. Luther, bisheriger Oberbürgermeister von Essen, hat den besten Willen, kann aber für einen Abbau der bald unerschwinglichen Preise noch keine Versprechungen machen. * Die 4 Ministerpräsidenten der Entente, die in der Reparationsfrage mitzusprechen haben, diejenigen von England, Frankreich, Italien und Belgien, wollen sich in diesen Tagen in London über die Prinzipien der von Deutschland erbetenen Zahlungsstundung besprechen. Natürlich, wenn etwas daraus wird. Denn das muß man bei jeder in Aussicht stehenden Entente=Konferenz hinzusetzen. War es doch auch London, wo im August die letzte Konferenz in die Luft flog. * Die Ordnung der Dinge auf der Balkanhalbinsel und in Kleinasien, welche die Interessenten auf der Konferenz von Lausanne verhältnismäßig schnell zu erreichen hofften, läßt auf sich warten, zumal alich im Namen der Bolschewisten=Republik Moskau deren Minister des Auswärtigen, Tschitscherin, an den Verhandlungen über die Orientwirren teilnimmt. Die. alte Frage: Wem soll Konstantinopel gehören? ist noch dieselbe, die sie vor 50 und 100, ja vor 200 Jahren war. die letzte Woche. Es liegt etwas in der Luft, ein politisches zember=Gewitter, aber zur Stunde weiß niemand gewiß, ob und mit welcher Gewalt es einschlagen wird. Auch die feinfühlige Börse hat in dieser Woche versagt, sie hat in Paris und London vergeblich auf den Tisch geklopft. Der Dollar geht im Kreise herum und die Mark liegt am Boden. Das Wetterleuchten war ziemlich stark und deutete auf große Spannung hin. Es zuckte von Paris nach Bayern hin. Aus der an sich ja unerfreulichen Belästigung französischer Offiziere in Passan und Ingolstadt machte Poincare, ein schweres Staatsverbrechen. Nicht nur Bayern ist durch diese Vorkommnisse lebhaft eregt worden, auch am Rhein haben die Agitationen und Drohungen aus Paris energische Protestbewegungen hervorgerufen. Sie haben don Franzosen gezeigt, daß ihre Erwartung, die Die Gier nach der Ruhr. Paris, 9. Dez. Die französische Regierung enthüllt nunmehr ihre Pläne für die Londoner Konferenz, nachdem London dringend gewünscht hatte, daß diese Pläne noch vor dem Beginn der Besprechungen bekannt gegeben werden möchten. Der Hauptprogrammpunkt, den Poincare in London vertritt, ist die Besetzung des Ruhrgebie ts. Heute Absendungderdeutschen Antwortnote. TU. Berlin, 9. Dez. Das Reichskabinett hat gestern Nachmittag über die endgültige Formulierung der deutschen Antwortnote an die Botschafterkonferenz über die Frage der Zwischenfälle von Ingolstadt, Passau und Stettin, und zur Umwandlung der interalliierten Militärkommissionen in ein Garantiekommitee Beschluß gefaßt. Die Noten werden heute nach Paris übermittelt und am Sonntag überreicht werden. Der Wortlaut der beiden Noten wird demgemäß am Montag erst der Oeffentlichkeit bekannt gegeben werden können. In der heutigen Sitzung des auswärtigen Ausschusses würden, wie es heißt, die Deutschnationalen aus prinzipiellen Gründen sich gegen die Fassung der Antwortnote aussprechen und die Sozialdemokraten würden die Note beanstanden, weil sie der Meinung seien, daß Bayern sich selbst entschuldigen müsse. Stdetererrrn.t.f 7.1. Anleihegarantiederdeutschen Industrie? Die Regierung Cuno will in Uebereinstimmung mit der programmatischen Ankündigung des Reichskanzlers, daß er auch eine Auseinandersetzung mit Frankreich suche, neue Reparationsvorschläge auf Grund einer von der Industrie zu garantierenden Anleihe überreichen. Wie hierzu aus Industriekreisen erklärt wird, ist die Idee einer Anleihe von 20 Milliarden Goldmark unter Garantie der Industrie kein Vorschlag der deutschen Industrie. Sie geht vielehr auf einen Gedanken des amerikanischen Senators Mac Cormick zurück. Wie die letzten, so stand auch die vorgestrige Stadtverordnetensitzung, an welcher 22 Stadtverordnete, vom Magistrat die Herren Bürgermeister Rohrmann und Stadtrat Melchheier, weiterhin von der Verwaltung die Herren Schlachthausdirektor Dieckerhoff und Stadtbauführer Wohlfahrt teilnahmen, durchweg im Zeichen von Nachbewilligungen und Erhöhungen, welche durch eine gesunkene Kaufkraft des Geldes bedingt sind. Die 22 Punkte umfassende Tagesordnung nebst einem am Schluß der unter Leitung des Herrn Jöckel stattgefundenen Sitzung vom Magistrat eingebrachten Dringlichkeitsantrage und einer Anzahl Anfragen fand in 2½ Stunden ihre Erledigung. Punkt 1. Vertrag mit den Erben Braus. Es handelt sich um den Umbau des den Erben Braus gehörenden Hauses Ecke Bahnhof= und Sedanstraße und die dadurch erforderliche Abtretung des vor der Fluchtlinie der genannten beiden Straßen liegenden Geländestreifens, sowie um die Einfriedigung des Restgrundstückes. Der Vertrag wurde genehmigt. Punkt 2. Beleuchtung der Ostbergerstraße. Infolge der Anlage der Eisenbahnhauptwerkstätte im Grüntal und der zahlreichen Wohnhäuser daselbst ist die Beleuchtung der Ostbergerstraße zwischen Gymnasium und der Unterführung an der Arnsberger Strecke eine Notwendigkeit geworden. Der Magistratsantrag, welcher der Eisenbahnverwaltung, welche die Beleuchtung vornehmen wird, einen jährlichen Zuschuß von 5000 cl gewährt, wurde angenommen. Punkt 3. Erhöhung des Gaspreises gab Anlaß zu einer längeren Aussprache. Stadtbauführer Wohlfarth begründete die Vorlage, nach welcher der Gaspreis vom 1. November auf 90 A pro Kubikmeter(bisher 34 0) infolge der gesteigerten Kohlenpreise, Löhne usw erhöht werden muß. Stadtv. Otten fand die Erhöhung reichlich, erhielt aber auf seine weitere Anfrage, ob damit voraussichtlich der Höhepunkt des Gaspreises erreicht sei, vom Magistratstische eine verneinende Antwort. Stadtv. Scharfe bemängelte die Qualität des Gases in verschiedenen Stadtteilen, das Gas brenne trübe und flackernd. Stadtv. Wilkes wünschte sparsameren Betrieb und zog zur Vergleichung der Bewertung und Inansatzbringung der Nebenkosten die Stellungnahme des Herrn Bürgermeisters Rohrmann zur Brotpreisbildung heran. Bürgermeister Rohrmann erläuterte seinen diesbezüglichen Standpunkt und wies darauf hin, daß er die Bäckerinnung nur gebeten habe, in eine Prüfung über die Möglichkeit billigerer Brotpreise einzutreten. Stadtv. Gorholt fragte an, wann die neue Benzolanlage am Gaswerk fertig sei, damit deren Reingewinn den Gaspreis mildern könne. Stadtbauführer Wohlfarth erwiderte, daß der Dampfkessel trotz dringlichster Anmahnungen noch nicht geliefert sei, aber noch im laufender Monat eintreffen würde. Sodann mußte die Vorlage wohl oder übel angenommen werden; die Tage sind nicht fern oder vielleicht schon da, wo der Preis auf über 100 A hinaufschwellt. Punkt 4. Vergütung für eine Hilfskraft. Für den Kassierer Reinhardt beim städtischen Gas= und Wasserwerk mußte während seines Urlaubs eine Hilfskraft eingestellt werden. Die dadurch entstandene Ausgabe in Höhe von 5000 il wurde, nachdem die Stadtv. Bühning, Gorholt, Möhle, Otten, Scharfe und Wilkes zu dieser Angelegenheit das Wort genommen hatten, mit Stimmenmehrheit bewilligt. Punkt 5. Grundbuchsache. Gegen die an dem Straßenbahnführer W. Grünewald, Hagenerstraße beantragte Entlassung einer seines Grundstückes aus der städtischen wurden Bedenken nicht Parzelle Mithaft Punkt 6. Schlachthofgebühren. Dieselben betragen seit dem 13. November für jedes Pfund ausgeschlachtetes Fleisch 4 c, sowie 1 M Untersuchungsgebühr. Für die im Außenbezirk geschlachteten Schweine werden an Gebühren erhoben: Bis 50 Pfund Schlachtgewicht 200 c, von 51 bis 100 Pfd. 400 c, über 100 Pfund 600 4l. Weitere Erhöhung steht bevor. Die Vorlage wurde angenommen. Stadtv. Scharfe führte bei diesem Punkte aus, daß die Betriebskosten des Schlachthauses geringer wären, wenn die kreisseitig getätigten Schlachtungen im hiesigen Schlachthause ausgeführt würden, anstatt in Hörde. Stadtv. Wilkes und Schulte bestritten dieses ebenso lebhaft. Schlachthausdirektor Dieckerhoff, um seine Ansicht befragt, neigte gleichfalls gegenteiliger Ansicht zu, da die voraussichtlichen Mehrkräfte, sowie der Mehrverbrauch an Licht und Wasser die Einnahmen aufwögen, das Schlachthaus in Hörde habe seit längerer Zeit höhere Gebühren, wie Schwerte. Punkt 7 bis 18. Nachbewilligungen und Eröhungen. Debattelos wurden folgende Preise nach den Vorschlägen des Magistrats festgesetzt: 1. Für Armenpfleglinge in den beiden hiesigen Krankenhäusern sind vom 1. 10. 22 an täglich zu zahlen: für Erwachsene 270 el(biser 135 4), für Kinder bis 12 Jahren 165 c(80(), für Säuglinge 45 c(25 c“). 2. Die Pflegesätze im städtischen Armenhause betragen vom gleichen Zeitpunkt für Erwachsene 100 cK(50 c), für Kinder bis 12 Jahren 80 K (45 4). Die Pflegesätze für Gefangene und Obdachlose belaufen sich vom 1. 11. 22 auf 30 c für Morgenkassee. 60 c für Mittagessen und 40 4 für Abendörot 4. Für die Reinigung des neuen Rathauses werden vom 1. 11. 22 pro Monat 1500 c und ein Teuerungszuschlag in gleicher Höhe gezahlt. 5. Die Entschädigung für die Reinigung der Volksschulen einschl. der Schule zu Schwerterheide wurde vom 1. 12. 22 an auf 300 A pro Monat und Klasse festgesetzt. 6. Die Entschädigung für Reinigung einiger Räume des alten Rathauses wurde auf 900 4 erhöht. 7. Für den Westfälischen Städtetag wurden 750 K, für den Verein für Naturdenkmalpflege und Heimatschutz im Industriebezirk 450 K, für den Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge 5000 cl bewilligt. 8. Die Bezüge des städtischen Desinfektors Raulf wurden vom 1. 11. 22 von 1250 auf 3000 K monatlich erhöht. 9. Die an die Stadt zu zahlenden Anerkennungsgebühren wurden auf den 20fachen Betrag erhöht. Angenommen wurde hierzu ein Antrag Otten, daß der Magistrat auf Ansuchen Ermäßigung des Satzes eintreten lassen kann, wenn Bedürftigkeit vorliegt. Punkt 19. Zuschuß an Gemeinde Holzen. Auf Grund des§ 53 des Kommunalen Abgaben=Gesetzes beanspruchte die Gemeinde für die 290 Schulkinder, deren Väter in Schwerte beschäftigt sind, einen Zuschuß von 51700 cl. welcher einstimmig bewilligt wurde. Stadtv. Otten fragte an, wie weit die Erhebungen der Stadt Schwerte in gleicher Angelegenheit betreffs andere Gemeinden, in denen Schwerter Familienväter beschäftigt seien, gediehen seien. Bürgermeister Rohrmann entgegnete, daß fünf Gemeinden(Iserlohn, Sölde, Fröndenberg, Hörde und Dortmund) in Frage kämen und die einleitenden Schritte getan seien. Punkt 20. Wahlen. Zu Mitgliedern des Beirats der städtischen Fürsorgestelle für Kriegshinterbliebene und Kriegsbeschädigte wurden geBürgerweister Kohrmann, Vorsitzen der, Dipl.=Ing. Schluck und Kaufmann Honsalek als Vertreter der Arbeitgeber, Packer W. Möhle und Walzer H. Fördes als Vertreter der Arbeitnehmer, Dreher H. Legendecker und Bauunternehmer W. Scherff jr. als Vertreter der Kriegsbeschädigten, Witwe Fieseler und Witwe Rahlenbeck als Vertreter der Kriegshinterbliebenen, Sanitätsrat Dr. Emme rich, Stadtv. Bühning, Frau Morgen roth und Fräulein Ludwig. Als Stellvertreter wurden in gleicher Folge gewählt: Stadirat Melchheier, Walzwerkschef O. Korn, Möbelhändler Fr. Eichmann jr., Maschinist Anton Gruß, Schlosser W. Remmert, Drahtzieher W. Hedtfeld, Kaufmann Bernhard Kre mer, Witwe Berz. Witwe Richter, Stadtv. Gund, Studienrat Feldhügel! Fram K. Bremshey, Frau Wilh. Gördes. Punkt 21. Anstellung eines Beamten. Das Kollegium erklärte sich damit einverstanden, daß der seit 15 Jahren im Dienst der Stadt auf dem Gaswerk beschäftigte. August Tillmann als Bürbassistent angestellt wird. Die Freigabe der Stelle durch die Flüchtlingsfürsorge zu gunsten des genannten Bewerbers ist erfolgt. Der alsdann eingebrachte Dringlichkeitsantrag des Magistrats, von 1. Januar 1923 die Erhöhung des Schulgeldes am hiesigen Realgymnasium und Lyzeum nach den Sätzen der staatlichen höheren Lehranstalten mit der Bestimmung zu genehmigen, daß auswärtige Schüler und Schülerinnen 25 Prozent mehr zahlen, wurde nach kurzer Debatte angenommen. Es folgten Mitteilungen und Anfragen. Stadtv. Scharfe teilte unter Aufrollung der Vorgänge mit, daß die Behauptung, das Wirtschaftsamt des Kreises habe Mehl zu Wucherpreisen weiterverkauft, unzutreffend und deshalb Strafantrag wegen Verleumdung gestellt sei. Stadtv. Möhle begründete den Antrag Möhle=Wilkes, nach welchem Jugendliche beiderlei Geschlechtes im Alter von 17 bis.25 Jahren mit 1 bis 2 Prozent ihres Jahreseinkommens zur Wohnungsbauabgabe herangezogen werden sollen. Bürgermeister Rohrmann wies darauf hin, daß den Städten leider die Finanzhoheit getige Anfragen und Anträge vorher rechtzeitig schriftlich einzureichen, damit das Kollegium vor Beginn der Sitzung über die Dringlichkeit beschließen könne. In der sich anschließenden geheimen Sitzung wurde ein Gesuch um Niederschlagung eines Betrages in Höhe von 11916 M nach dem Antrage des Magistrats erledigt. ** 97. Aus Stadt und Land. Schwerte, 9. Dezember. Erinnerungen. 1608 Der engl. Dichter John Milion geb. 1641 Der Maler A. van Dyck gest. 10. Dez.: 1402 Luther verbrennt die Bannbulle in Wittenberg. 1870 Der norddeutsche Reichstag nimmt die Vorlage an, wonach der Norddeutsche Bund den Namen„Deutsches Reich“ führen soll. Erste Leichenverbrennung in Deutschland (in Gotha). Der Dichter Ludwig Anzengruber gest.! Der Chemiker Alfred Nobel, Stifter der Novelpreise gest. 1878 Anregung dem ReichsVerfolgung übermittelt nommen sei, daß aber die städtebund zur weiteren werden würde. Stadtv. Kemmerling hat, dem Reichsstädtebund auch die von ihm ausführlich geschilderten Unebenheiten des Reichsmietengesetzes zur weileren Veranlassung zu unterbreiten. Stadtv. Möhle brachte Wünsche wegen des zu schnellen Autofahrens in der Altstadt sowie 1 Zum zweiten Advent. Die Weihnachtsklänge kommen näher. „Das ew'ge Licht geht da herein Gibt der Welt einen neuen Schein. Es leucht wohl mitten in der Nacht Und uns zu Lichteskindern macht.“ Der zweite Adventssonntag ist in diesem Jahre in den evangelischen Kirchen als Pressesonntag proklamiert. In den Predigten soll daran gedacht werden, daß neben dem gesprochenen Wort auch das gedruckte und durch die Presse verbreitete ebenso kräftig wirken und im Volke das Licht der Weihnachtsbotschaft verbreiten kann und damit den Heilsnamen kundgibt, der allein die Herzen der Menschen mit Kraft und Freude füllen und dann auch durch die ersaßten Menschen heilsbringend weiterwirken kann zum Besten des Volksganzen. Ohne Zweifel bedarf das Evangelium auch des Mittels der Presse als der modernen Kanzel, die weitere Kreise und noch größere Massen erreichen kann, als die Kirche allein. Unsere Leser wissen, daß wir auch mit dem Dienst unserer Zeitung zielbewußt der Stadt Bestes und dem Licht der Welt Eingang zu verschaffen suchen. Unsere Zeitung schämt sich des Evangeliums von Christo nicht, sondern kündet es ihren Lesern als Gotteskraft, selig zu machen alle, die daran glauben. Ausnahmetarif für Christbäume. Die Reichsbahn führt einen vom 7. bis 31. Dez. 1922 gültigen Ansnahmetarif für Christ=(Weihnachts=) Bäume ein, durch den die Fracht zu den Sätzen und Bestimmungen der Klasse E statt C berechnet wird. Dies entspricht einem Frachtnachla von rund 30 Proz. ** Künftige Lehrer im Gewerbe. Stellenlose Schulamtsbewerver werden mitunter in Betrieben der Industrie, des Handels und des Gewerbes beschäftigt. Den Arbeitgebern sind nun mehrfach daraus Schwierigkeiten entstanden, daß diese Schulamtsbewerber ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist ihre Stellen verlassen, wenn ihnen eine Stelle im Schuldienst übertragen wird. Es liegt aber im Interesse aller Schulamtsbewerber, daß die vereinbarte Kündigungsfrist eingehalten wird. Sonst werden die Arbeitgeber nicht mehr geneigt sein, Schulamtsbewerber einzustellen. Der Minister für Volksbildung hat deshalb sein Bereich angewiesen, in kaufmännischen oder gewerblichen Betrieben beschäftigten Schulamtsbewerbern nach Möglichkeit so zeitig für den Schuldienst einzuberufen, daß sie die Kündigungsfrist einhalten können. Um dies zu erleichtern, wird empfohlen, daß die Schulamtsbewerber den Regierungen bei Annahme einer derartigen Beschäftigung anzeigen, welche Kündigungsfrist sie vereinbart haben. ** Liebe zur Heimat wecken und pflegen will der Heimatabend des Bibelkreises der Schüler höherer Lehranstalten am kommenden Mittwoch, 13. 12., abends 7¾ Uhr im evangel. Gemeindehaus. Heimatdichtung und Heimatlieder werden geboten, in denen unsere Lieder und Tonmeister zu sagen versuchten was ihnen die Heimat gewesen ist Mag unsere Heimat auch bessere Tage gesehen haben, als heute, deshalb ist sie uns nicht weniger lieb geworden. Im Gegenteil, die Last, die auf ihr liegt, soll sie uns nur um so lieber machen. Die Mutter hat ja ihr krankes Kind am liebsten. Im Mittelpunkt des Abends steht ein Vortrag des Herrn Pfarrer Prein, der sich um die geschichtliche Erforschung unserer hiesigen Gegend große Verdienste erworben hat. Die Kämpfe unserer Ve wegen Erleichterungen im Beerdigungswesen vor. Bürgermeister Rohrmann teilte die Maßnahmen mit, welche die Verwaltung dieserhalb in Aussicht genommen hat. Stadtv. Wilkes wünschte nähere Mitteilungen über Beamtenbesoldung und Spargesetz, Ersparnisse im städtischen Telegraphendienst und Beurlaubung einer größeren Anzahl städtischer Angestellten zur Verwaltungsschule in Dortmund. Bürgermeister Rohrmann gab unter Hinweis auf die vom Magistrat, Finanzkommission u. Stadtverordnetenkollegium in diesen und anderen Fragen gesaßten Beschlüsse ausgiebige Auskunft. Stadtv. Keuler brachte die Besetzung der Wohnungen des Eisenbahnbauvereins im Sere ningsweg in ihren Auswirkungen zur Sprache. Nachdem die Stadtv. Kemmerling und Scharfe zu dieser Frage gesprochen hatten, gaben Bürgermeister Rohrmann und Stadtrat Melchheier die einschlägigen Bestimmungen des dieserhalb mit der Eisenbahnverwaltung geschlossenen Vertrages bekannt. Stadtv. Otten betonte gegenüber den vielen, zeitraubenden Aufragen die Notwendigkeit, derar** Winterwetter. Trocken und kalt ist es geworden. Die Stürme der letzten Nächte haben den Regen hinausgepeitscht, der so lange unsere Stadt verdüstert und die Straßen in Schlammwege verwandelt hatte. Es hat sich abgeregnet. Jetzt werden die roten Nasen zum Vorschein kommen und die Ohrenschützer. Unsere Buben werden die Pelzkappen über die Haare ziehen und die warmen Handschuhe an die klappernden Finger. Vollflockig stellte sich heute morgen auch der Schnee dann ein und: Es weihnachtet sehr! Für die Kinder setzen heute die Weihnachtsvorstellungen bereits ein und die Ferienstimmung macht sich schon recht bemerkbar. Schlitten und Schlittschuhe, kommt hervor. Der Winter ist da. Es ist doch was dran, an der Fröhlichen, Fligen Weihnachtszeit. ** An den beiden letzten Sonntagen vor Weihnachten, also nur am 17. und am 24. Dezember werden in Schwerte die Läden offen gehalten und zwar nachm. von 12—6 Uhr, vormittags ist der Verkauf an den genannten Tagen von 9 Uhr gestattet. Vorfahren mit den Römern unter Drusus und rus sind sein engeres Forschungsgebiet. Damals standen die Römer am Rhein, wie jetzt die Franzosen. Es ist also ein zeitgemäßes Thema, wenn Herr Pfr. Prein hier sprechen wird über„Ruhrund Lippegegend im Schreckensjahr 8 v. Chr. unter dem Druck der Römerschaft". Wir werden manchen interessanten Einblick in Nöte und Lasten unserer Vorväter vor 1900 Jahren tun, die uns an unsere ernste Gegenwart erinnern. Wir hoffen, daß die Veranstaltung des Bibelkreises hier einen fruchtbaren Boden finden und helfen wird, Liebe zur Heimat bei uns zu stärken. Programme zu 30 c sind in unserer Buchhandlung zu haben. ** Nach Helgoland und durch das reizvolle alte Städtebild von Bremen werden die Beschauer des Jugendfilms: Claus Störtebecker, der Hamburger Fischerknabe geführt. Die stürmischen Wogen tragen den Knaben an jene Stätten der deutschen Nordsee, von Finkenwärder(Elbemündung) aus. Wir haben den schönen, fünfaktigen packenden Film an uns vorüberziehen lassen und geben das Urteil ab, daß es sich bei der heutigen Bilderschauvorführung(um 4 Uhr) um einelebenso eindrucksvolle, wie dem Jugendgemüt angepaßte Lichtbildgabe handelt, ganz abgesehen von den beiden anderen Natur= und Winterfilmen und der Humordar= bietung mit Musik, die die An lzeige noch bekanntgibt. Eine ausführliche Erklärung der Bilder wird ja ebenfalls geboten. ** Was soll werden aus unserem Volk, ohne die Kräfte der heilenden und rettenden Liebe Die Kollektenerträge unserer Gottesdienste, sagt das evangelichse Gemeindeblatt, enthalten eine schwere Anklage. In 3 Gottesdiensten kamen am vergangenen Sonntag ein 1037,50 M, das macht ganze 50§ Friedenswert. Der Klingelbeutel brachte in 3 Gottesdiensten gar nur 280,45 M. das macht 15 8 Friedenswert. Wundern wir uns noch, daß die christlichen Liebenswerke zusammenbrechen? ** Schwierigkeiten des evangel. Sonntagsblattes. Als im September dieses Jahres die Halzegebühr für das laufende Vierteljahr festgesetzt wurde auf 42 K. konnte nicht mit einer so enormen Steigerung der Papier= und Druckpreise gerechnet werden, wie sie mittlerweile eingetreten ist. Damit die Herstellungskosten des Blattes wenigstens einigermaßen gedeckt werden, sieht sich die Druckerei genötigt, 20 K pro Blatt nachzufordern. Die Leser möchten diesen Betrag ihrem Bezirkspfarrer einhändigen. ** Noch ein Posten zu dem Konto der Zeitungs= und Papiernot. Der„Deutsche“ meldet anläßlich einer Reichswoche für Schundbekämpfung, daß rund 70 Proz. des zur Herstellung von Büchern notwendigen Papiers zum Druck von Schundliteratur verwandt wird! Nicht weniger als 40000 Kolporteure und 6000 Kolportagebuchhandlungen sorgen dafür, daß die weitesten Schichten mit dieser„geistigen“ Nahrung versorgt werden. Tausende notleidender geistiger Arbeiter, die unserem Volke etwas zu geben hätten, wissen nicht, wo sie ihre Arbeiten verwerten sollen, wir stehen nahe vor der trüben Aussicht, daß unsere Jugend nichts mehr von den großen Geistesschätzen unserer besten Schriftsteller lesen wird, weil sie sich nicht mehr die Ausgaben leisten kann! Und da lacht sich das Geschmeiß der Sudelköche ins Fäustchen und spritzt tagtäglich sein Gift auf die Saat, die gewissenhafte Erzieher in Schule und Haus, in Presse und Verein zu pflegen sich mühen. Sollte es denn gar keine Leute mehr geben, die es wagen, trotz des unausbleiblichen Wehgeschreis dieser Schmarotzer und wirtschaftlicher„Bedenken“, die immer herhalten müssen, wenn es einmal zuzupacken gilt, einmal ernstlich durchzugreifen und diesen Zuständen ein Ende zu machen. Man sollte meinen, da gäbe er keine Parteischenklappen, wenn es um Gedeih und Verderben unserer Jugend und unserer Presse geht! ** Ueber Bellachini's Zauberkunst lesen wir im Gießener Anzeiger: Bellachini, der bekannteste Mann auf dem Gebiet der Kunst„Geschwindigkeit ist keine Hexerei“, hat gestern abend seine Antrittsvisite in unserer Stadt gemacht. Bis auf den letzten Platz war der große Saal des Katholischen Vereinshauses gefüllt. Köstliche Stunden der Unterhaltung waren es, die er seinen Besuchern bot. Mit verblüffender Virtuosität und in geschickter Steigerung wußte er immer neue Seiten seines Könnens herauszukehren und die Bewunderung des Publikums aufs Höchste zu treiben. Bellachini will vor allem unterhalten, durch seine Kunst gute Zerstreuung von des Alltags Last und Mühen bieten. Man mag zu den Einzelheiten seines Betätigungsfeldes kritisch stehen, wird aber zugeben müssen, daß man sich bei ihm ausgezeichnet amüsiert und keinerlei Ermüdung verspürt. Das Publitum, das er in die beste Laune versetzte, dankte ihm durch häufigen starken Beifall. Je schwieriger die Kartoffelversorgung sich durch das Steigen der Preise und durch die Transportlage auf den Reichsbahnen gestaltet, umso erschwerender trirt die Abneigung der westdeutschen Bevölkerung gegen die weißfleischige Kartoffel und ihre ausschließliche Bevorzugung der gelbfleischigen„Industrie“ in die Erscheinung. Diese Geschmackrichtung der westdeutschen Bevölkerung ist geeignet, ihre Versorgung mit Winterkartoffeln zu gefährden und auch den Kartoffelverkehr im allgemeinen aufs Ernstete zu stören und beim Art läßt nicht von Art. Roman von H. Hill. (Nachdruck verboten.) 100 Denn es gab darin nicht nur eine Menge der nerschiedenartigsten Kleidungsstücke, sondern auch einen großen Toilettentisch mit Schminknäpfchen, Puderdosen, Farbstiften und einer ganzen Anzahl von Perücken und falschen Bärten. Mit Hilfe dieses reichhaltigen Arsenals hatte sich der blonde Weigelt ohne große Mühe und mit verhältnismäßig wenig Zeitaufwand in den dunkelhaarigen Doktor Pittius verwandeln können, ohne daß selbst Ediths scharfes Auge die aufgeschminkte Maske durchschaute, und mit Hilfe dieser Theaterrequisiten fiel es ihm auch jetzt nicht schwer, sich ein exotisches Aussehen zu geben— so ungefähr, wie man sich einen Vollblut=Mexikaner oder Brasilianer vorstellen mag. Dazu legte er einen sehr eleganten Reiseanzug an von etwas exzentrischem Geschmack, wie ihn diese Herrschaften lieben. Und als er einen letzten Blick in den Spiegel warf, hatte er alle Ursache, sich selber ein Kompliment über die Geschicklichkeit zu machen, mit der er in erstaunlich kurzer Zeit die Metamorphose vollzogen hatte. Trotzdem mußte seiner Helfershelferin droben das Warten zu lange gewährt haben, denn plötzlich stand sie auf der Schwelle. „Nun?“ fragte sie.„Bist du fertig?“ „Wie du siehst. Habe ich mich nicht in einen vollkommenen Gentleman verwandelt? Bist du mit mir zuMit einem flüchtigen Blick nur streifte sie über ihn hinweg. „Ich würde dich auf den ersten Blick unter Hunderten „Nein— sicherlich nicht.— Aber die Komtesse? Ist sie noch immer ohnmächtig, daß du sie allein lassen konntest?“ „Ja, bis jetzt hat sie sich nicht gerührt. Und ich habe sie selbstverständlich eingeschlossen.“ Der Diener musterte sie mit einem argwöhnischen Blick. „Sage mir die Wahrheit!“ forderte er.„Du hast sie doch nicht etwa——?“ Sie lachte kurg auf.,(6,„.in Gaar asträmmt. „Sei unbesorgt! Ich habe ihr kein Haut getrummt. Ich werde mich hüten, mich mit dergleichen zu befassen. Vor dem Zuchthaus fürchtet man sich ja nicht mehr allzusehr, wenn man es einmal kennen gelernt hat. Aber, um mit dem Scharfrichter Bekanntschaft zu machen, habe ich einstweilen mein Leben doch noch zu lieb. Was da getan werden muß, ist deine Sache. Und du wirst ja hoffentlich selber wissen, was du deiner und meiner Sicherheit schuldig bist.“ Er nickte wohl zustimmend, aber er vermied es, sie anzusehen. Und er wollte sich eben schweigend zum Gehen wenden, als sie ihn noch einmal aufhielt. „Wo ist— du weißt schon, was ich meine. Ich erwartete, ihn auf der Treppe zu finden. Aber es ist gut, daß du ihn gleich beiseite geschafft hast.“ „Es war ein schweres Stück Arbeit,“ erwiderte Weigelt, während es seinen Körper schüttelte.„Nicht um alle Schätze möchte ich das noch einmal machen.“ „Du weißt bestimmt, daß er tot ist?“ Der andere bejahte stumm. Die Art, wie er sich schwer auf eine Stuhllehne stützte, ließ erkennen, daß ihn diese Erörterungen angriffen. „Schwächling!“ sagte die Hausdame vor sich hin, laut nur und wie zu sich selbst, aber doch immerhin deutlich genug, daß er es verstehen konnte. Da raffte er sich gewaltsam zusammen. „Ich würde dich auf den ersten Blick unter Hunderten]„Die Hauptsache ist, daß wir das Geld haben,“ diedererte.. sagte sie ewas geringschäzgz,„Aber es ist er in verändertem, zande g. e Grige ngpe, dahinl. os damit auch ich mich um er vermutlich die„Brieftasche des Ermordeten verwahrte. uobeaname Gomilangraaungan.= ud. al u.a, leser über „Und du hast auch ganz sicher alles? Du hast nichts übersehen von dem, was er bei sich trug?“ „Nichts. Wenigstens nicht, soweit es sich um Banknoten und um Wertpapiere handelte, die sich ohne Gefahr zu barem Geld machen lassen. Auf den größeren Teil der Summe freilich müssen wir schweren Herzens verzichten. Denn die hatte er sich in Form eines Schecks aushändigen lassen. Und den dürfen wir natürlich nicht zu verwerten suchen, wenn wir uns nicht wie rechte Tölpel selbst ans Messer liefern wollen.“ „Schlimm genug. Aber ich sehe ein, daß sich nichts dagegen tun läßt. Und nun laß mich allein!" Als er hinaus war, starrte sie sekundenlang mit finsterem Blick auf die Tür, durch die er verschwunden war. „Ich weiß, daß er ihr nichts antun wird,“ murmelte sie in sich hinein.„Sie dauert ihn, weil er in sie verliebt ist. Aber es ist gut, daß ich auch noch da bin.“ Ehe sie daran ging, sich in das bereitliegende vornehme Reisekostüm zu kleiden, nahm sie eine andere, seltsam anmutende Verrichtung vor. Aus einer Ecke brachte sie zwei große, anscheinend vollständig gefüllte Blechkannen zum Vorschein, denen, als sie die Deckel abhob, ein intensiver, Petroleumgeruch entströmte, und mit dem Inhalt dieser Kannen benetzte sie in allen Zimmern des untersten Stockwerks die vorhandenen Möbel, Vorhänge und sonstigen Einrichtungsstücke in so reichlichem Maße, daß sie bei der Berührung mit einem Feuerbrand notwendig in hellen Flammen auflodern mußten. Dann erst ließ auch sie sich vor dem Toilettentisch nieder und verwanbelte sich mit einem Geschick, das nicht geringer war als das ihres Komplicen, binnen kürzester Frist in eine sehr vornehm aussehende Dame der großen Welt. Weigelt war der erste, der eine Viertelstunde später die Stätte des Verbrechens verließ. Nach Verlauf von ungefähr zehn Minuten folgte ihm, der getroffenen Abrede gemäß, seine Mitschuldige, um ihn an einem vorher vereinbarten Platze wieder zu treffen., Limsichen Iten 6.. w. Sie hatte, ehe sie dem unheimiichen alten Hause für immer den Rücken kehrte, alles getan, was sie zu ihrer Sicherheit für erforderlich hielt. Mangel an Abtransportmöglichkeiten das Verfüttern oder gar Verbrennen guter weißer Speisekartoffeln zu begünstigen. „* Westhofen. Kirchenkonzert. Auf das am morgigen Sonntag nachm. 5 Uhr beginnende Kirchenkonzert sei nochmals empfehlend hingewiesen. Die Namen der mitwirtenden Solisten Frau Ihlefeld(Sopran) Musitdirektor Knoch(Orgel) Konzertmeister Meißner(Cello) und W. Holsiepe (Bariton) bürgen dafür, daß das Konzert hervorragenden Kunstgenuß bedeutet, zumal auch der rührige Kirchenchor mit vier prächtigen Kompositionen auswarten wird. Das uns vorliegende gewählte Programm läßt die Großen im Reiche klassischer Kirchenmusik sprechen und gibt die Gewähr für eine Weihestunde, die uns in dieser schweren Zeit nur doppelt willkommen sein kann. Aplerbeck. Viel Arbeit der Polizei. Zur Anzeige gelangten: Die Witwe Sch. wegen wucherischer Ausbeutung ihrer Kostgänger. Die Frau verlangte für das nackte Zimmer monatlich 12 800 0 Miete, ein Bäckermeister wegen wucherischen Backlohnes, die Händlerin St. wegen Wuchers mit Brot, eine Frauensperson aus Berghofen wegen Gewerbsunzucht und Diebstahls, 3 hiesige Arbeiter wegen Eisen= und Metalldiebstahls zum Nachteil der Aplerbecker Hütte; 3 andere Arbeiter wegen Metall= und Werkzeugdiebstähle zum Nachteil der Firma Glässing und Schollwer; 5 Fuhr. werksbesitzer und Radfahrer, die nach eingetretener Dunkelheit ohne Licht fuhren und dadurch den Straßenverkehr gefährdeten, 10 Personen wegen nächtlicher Ruhestörung und groben Unfugs; Wirte wegen Uebertretung der Polizeistunde, Personen wegen unbefugten Waffenbesitzes. Aplerbeck. Gefährliche Hosteldiebe. Bei dem Hotelier W. von hier erschienen vor einigen Tagen 2 besser gekleidete Herren, um dort zu nächtigen. Nach kurzer Zeit verließen beide jedoch unter einem Vorwande wieder das Hotel. Als ihr Ausbleiben auffiel und man daraufhin das Zimmer nachsah, mußte man die Entdeckung machen, daß das gesamte Bettzeug von 2 Betten gestohlen war. Die Diebe haben ihre Beute wahrscheinlich einfach durchs Fenster geworfen und sie von da. aus nachher weiter verschleppt. Aplerbeck. Motordiebe ermittelt. Die letztgemeldeten Einbruchsdiebstähle auf der Apler= becker Hütte, wobei den Dieben ein Gleichstrommotor sowic wertvolle Metalle in die Hände fielen, konnten nunmehr aufgedeckt werden. Als Täter bezw. Hehler kommen 6 Personen in Frage, als Hauptschuldige die Brüder T. aus Hörde. Wetter=Aussichten für mehrere Tage im voraus. 10. Dez. Wollen, teils Sonne, milde. 11. Dez. Wolken, vielfach Nebel, geringe Wärmeänderung. 12. Dez. vielfach Niederschläge, Wolken, milde. 13. Dez. wenig verändert. 14. Dez. kaum verändert. Lehle Brühlieldungen. Starke Schneefälle in Süd- und Mitteldeutschland. TU. Berlin, 9. Dez. Der starke Schneefall, der am gestrigen Abend einsetzte und bis in die Mor genstunden anhielt, hat überall erhebliche Störungen im Fernsprechverkehr zur Folge gehabt, besonders mitgenommen wurden die Fernleitungen in Süd= und Mitteldeutschland. Vollständig unterbrochen war der Verkehr mit Paris, Brüssel, Wien. Karlsruhe, München, Nürnberg, Frankfurt(Main) Erfurt, Bremen und Liegnitz. Eine neue französische TU. Ludwigshafen, 9. Dez. Gestern nachmit tag gegen 5 Uhr wurde der Beamte der hiesigen Geschäftsstelle der Reichsvermögensverwaltung Emil Hartmann, in der Wohnung des französischen Sergeanten und Regimentsschneiders Mulz von diesem durch einen Bauchschuß lebensgefährlich verletzt Näheres über die Ursache ist noch nicht bekannt. des Streiks in Ludwigshafen und TU. Ludwigshafen, 9. Dez. Der Verlauf der letzten Verhandlungen mit den Streikenden zeigt. daß die Streikstimmung im Abflauen begriffen ist. so daß die unternommene Vermittlungsaktion der Gewerkschaft viel Aussicht auf Erfolg hat. In einer Versammlung der allgemeinen Arbeiterunion erklärte ein Redner den Streik für verfehlt, weil er ungenügend vorbereitet und finanziert sei. In einer Versammlung der Streikenden in Speyer sprach ein russischer Kommunist und sagte, der wilde Betriebsrätekongreß in Berlin sei eine große Enttäuschung gewesen. Ein Kommunist aus Speyer erklärte, die Not unter den Arbeitern sei zu groß und ein Erfolg sei nicht zu erwarten. Man müsse daher den Streik sofort abbrahen. 5 Curnen.spott J. Gottesdienste am Sonntag, 10. Dezember. Große Kirche. 9,30 Uhr: Pastor Wischnath“ 11 Uhr: Kindergottesdienst. Kleine Kirche. 10 Uhr: Pastor Ohlig. 5 Uhr: Pastor Wischnath. Evanngel. Krankenhaus. 9 Uhr: Pastor Westhofen. 10 Uhr: Pastor Klinker. 11,15 Uhr: Kindergottesdienst. 5 Uhr: Kirchenkonzert. Montag abend 7,40 Uhr: kursus. Mittwoch abend 8 Uhr: Bibelbesprechung in der alten Schule. Evangel. Stadtmission, Kuhstraße 7. Sonntag nachm. 4 Uhr: Bibelstunde. Mittwoch abends 8,30 Uhr: Gebetsstunde. Pfarrkirche. 6 Uhr: Stille hl. Messe, Vikar Schleep. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt, (Monatskommunion der Jünglinge und der schulpflichtigen Kommunikantenknaben). 8¾4 Uhr: Schulmesse mit Predigt, Vikar Winter 10 Uhr: Hochamt mit Predigt, Vikar Kollekte für den Bonisatius= und Franziskus Xaverius=Verein. 2½ Uhr: Andacht. 5 Uhr: Jünglings=Sodalität. Fußball. Am vorigen Sonntag machte Dauerregen in Südwestfalen fast alle angesetzten Spiele zunichte. Hagen 1860 trug in Castrop gegen den dortigen Sportverein(Kreisliga Hellweg) ein Freundschaftsspiel aus. 2:6 lautete das Ergebnis. Das Gauspiel in Siegen war wegen Ueberschwemmung des Platzes abgesagt.— Sonstige Ergebnisse: BV. 01 Düsseldorf— Düsseldorfer 99 2: 2, GermaniaElberfeld Turnv.=Düsseldorf o: 7, Kölner BC. Mülheim SV. 2: 0, Vorussia=Gladbach— Sp. Sp.=Elberfeld 4: 1. Essen 99— Bochum 48 1: 2, Buer=Erle— Ess. Turnerbd. 1: 2, MBV.=Linden Dortniund 08 1: 0, PfB.=Dortmund— Gelsentirchen 07 0: 0.(Der alte Dortmunder Verein scheint sich jetzt etwas mehr empor zu spielen). Union=Gelsenkirchen— Dortmund 95 8: 1, BV.= Altenessen— Alemania=Dortmund 3: 2, Preußen Duisburg— Duisburg 08 2: 3, Duisburg 48 PfB.=Ruhrort 0: 3, Spielverein Duisburg Union Hamborn 4: 0. Der Hamburger Sportverein ließ sich von Vieroria=Hamburg 4:1 schlagen. Dasselbe geschah der Spielvereinigung Fürth durch den Nürnberger Fußball=Verein, und zwar mit 0: 1.— Italien gegen Schweiz 2: 2, erst nach der Pause konnten die Schweizer den Ausgleich erzielen. Vorschau. Die Reisterschaftsspiele ruhen fast überall im Gau. Eppenhausen bekommt zum Freundschaftsspiel Besuch von VfB.=Bielefeld. Auf dem Schützenhof hier erwartet Unions 1. die 2. Mannschaft des Sportvereins=Iserlohn zum Freundschaftsspiel. Das Treffen kann schön und ritterlich guten Sport bieten. Beginn 3 Uhr. Vorher und zwar um 2 Uhr werden sich Unions 2. und die Leichtathleten=Mannschaft von BfB.=Dortmund gegenüber stehen. Die 3. Stammannschaft von Union fährt zum Rückspiel nach Iserlohn(gegen die 4. vom Sportverein). Hinter dem Lyzeum hier finden einige Jugendspiele statt und zwar um 11 Uhr 1 b 03— 1 b des und SyV. Gevelsberg(Gauliga=Verein). Weiter spielen dort die 2b Mannschaften dieser Vereine. Die sa=Mannschaften und die 2a=Mannschaften begegnen sich in Gevelsberg. Abfahrt 10,37 Uhr. In der C=Klasse des Bezirks Iserlohn stehen noch einige Spiele an, doch fehlt uns die genaue Terminliste. Handball. In letzter Stunde wird bekannt, daß das geplante Handball=Werbespiel Hagen 1860— Schwerte 06 in Hagen wegen der schlechten Bodenverhältnisse ausfällt.„ Die wichtige Atbletiktagung des Kreises Sauerland am morgigen Vormittag 11 Uhr im Cafe Resa in Hagen erfordert die Aufmerksamkeit aller Vereine, auch derjenigen, die der Leichtathletik bisher weniger Beachtung schenkten. Neben der Leichtathletik stehen auch Sommerspiele, Jugendrilege, Pressewesen usw. auf der Tagesordnung, Stoff genug und in seiner Bedeutung so groß, daß kein Vereinsvorstand, der es ernst mit seiner Aufgabe nimmt, den Besuch und das Mitraten und staten versäumen wird. Turnen. Deutscher Turnersieg in Finnland. Martin Gebhardt von der Frankfurter Eintracht belegte in Helsingfors im Neunkampf einer scharfen Turnerwettstreits den 1. Platz! * Der Schwerter Turnverein(M. D. T.) hält mogend abend 7 Uhr im Vereinslokal seine Jahreshauptversammlung ab. Tagesordnung dortselbst. Der Radfahrverein Germania veranstaltet am heutigen Samstag, den 9. Dez. abends 8½ Uhr in seinem Vereinslokal Schotte eine gesellige Feier für seine Mitglieder, Freunde und Gönner und ladet bestens dazu ein. Bekanntmachung. Der Fabrikarbeiter Ernst Utsch aus Westhofen ist tigen Tage Tranfsucht u. unter vorläufiger Vormundschaft gestelt. Schwerte, den 1. Dezember 1922. Der mit seinen 200 verwaissen, verlassenen, verwahrlosten Kindern billet herzlich um Weihnachtsgaben allerlei Art Unsere armen Jungen und Mädchen, die aus so großer Not kommen, haben gewißlich das erste Recht auf Weihnachtseube..... gn„ 4 4. 4.5 Und in die Welt auch noch so hube, Vergeßt nicht Ihr Freunde, vergeßt nicht Liebe! Unser Postscheckkonio: Evang. kirchl. hungsverein der Provinz Westfalen in Schweicheln Nr. 14127 Hannover. Schweicheln bei Herford. Im Kamen der Kinder: Pastor Büchsel. das Hellweger Erziehungshaus Kotzett, die sa bekanntlich für alle Aunstalten besonders schwer ist, die bewährte Treue zu halten und sie mit 139 Mesliagen, ermen, verwassen und geschrbereg, eine weihnochtesttenge Opherdicke, den 4. Dezember 1922. Das Kuratorium: Strathmann, Pfr. greifen Sie nicht fehl, wenn Sie als die besten Weihnachtsgaben ihren Kindern oder Enkelkindern, ihren Neffen und auch Richten Geisecke. 7¼ Uhr: Stille hl. Messe mit Prediat, Pfarrer Schnurbus. 5 Uhr: Kirchenbauverein, Westhofen. 9¼ Uhr: Hochamt mit Predigt Pfr. Schnurbus. Holzen. 9¼ Uhr: Hochamt mit Predigt, Vikar Schlep. Stadttheater Dortmund. Sonntag. 10. Dez. 11½1 Uhr. 3. Morgenfeier. Preise 5. Chefredakteur Dr. Bernhard Diebold, Frankfurt a. M.„Das Gespenstische und ErotiBekanntmachung. Für den städt. Schlachthof ist ab Montag, den 11. Dezember eine neue Gebührenordnung festgesetzt, welche im neuen Rathaus, Zimmer 20 und im Büro des Schlachthofes zur Einsicht offen liegt. Der Magistrat. Mitnvoch. 13. Dez. 3½—5¾ Uhr. Das neugierige Sternlein.— 7½ bis 10 Uhr. Tosca. Donnerstag, 14. Dez. 7½ 10¼ Uhr. Hasemanns Töchter. Freitag, 15. Dez. 7 10¼ Uhr. Das Käthchen von Heilbronn. Orientzum Tagespreise zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter A. 1317 an A, Crisand Annoncen=Expedition Dortmund Borustraße 11. die jeder weid. gerechte Jäger, Wildforscher u:d Gebrauchshundefreurd geleier haben muß, ist die mo atlich dreimal erscheinen deillustrierte und Jegd“. Irjeder Nummer bringtsie Beiträge exster Mitarbeiter. Wer als gereir Ganzer sein willu. d wem die Hege des Wildstandes am Herzen Regi soll kostenlos u. vortofrei eire Prodenummer vom Verlag„Hege urd Jasd“ Dillinger a. D. vrrlar genSe#tice Wie wir Uhre Rück gratverkrümmung ohne Berufsstorung bessern u. ev. heilen, zeigt unser Buch mit 50 Abbildungen. Zu beziehen geg. 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Dezbr. abends 8 Uhr — Saalöffnung 7 Uhr.—.355 Gastspiel des weltbekannten Altmeisters August Bellachini Deutschlands. bedeutendster Universal- und Zauberkünstler. Zum ersten Male hier! Das neucste Jauf dem Gebiete des wahren Spiritismus und Hellsehens. Es gibt ein Fort2 leben nach dem Tode und ein Verhehr mit der Geisterweit! Tischrücken, Geisterschrift! Neue Beweise Bellachinis wunderbare Experimente auf dem Gebiete der indischen und modernon Zauberkunst Staunen und Lachen ohne Ende! ## Preise der Plätze einschliesslich Steuer: nummerierter Flatz bik. 100.— uanummerierter Platz Mk. 70.— 2 Karten im Vorverkauf Zigarrenhandlung Winkeimann. Der Saal ist angenehm geheizt. KERGRRGER E. ebbelecrrnandlung Schwerte a. d. Ruhr Bahrhofstraße 26. Moderne Vorträto und in vollendeter Ausführung Sonntags gebtingt! So Alianhiangngn l IIttex Mochonosgtach. Helle, sonnige 4=Zimmerwohnung mit Küche und Rubehör, elektr. Licht und Gas, 2. 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Zumal für das an keiner Wasserstraße gelegene Bochum, seinen Handel zumal seine Kohlenzufuhr, war neben der Schis barmachung der Ruhr die Anlage der ersten Kunststraße der erste Schritt zur Einfügun in den breiteren Handelsverkehr. Dieser tige Schritt vollzog sich um 1790 mit d lnge der Chausseen von Bochum nach(Crengeldanz) und nach Steele Bie in war die idyllische Abgeschlossenheit##i: Orte und der Frieden in der Natur rings um Bochum so groß, daß an der Ruhr noch ungestört Biber ihre Baue aufführten, wie denn 1790 deren zwei auf dem Hause Witten gefangen wurden. Die beiden Männer, denen die Grafschaft Mart die schönen neuen Straßen verdankte, waren der Vorsitzende der Regierung der Grafschaft Mark, Kammerdi#ekto: Freiherr vom Stein, und der Minister von Heinitz; letzterer bereiste 1787 selbst die Wegestrecke und bestimmte den Bau der Straße, die von Essen über Steele, Bochum, Crengeldanz nach Hörde, Unna, Soest, sowie über Hagen nach dem Sauerlande führen sollte. Es waren Stücke der sich bei Hagen kreuzenden großen Fahrstraßen von der Nordsee(über Wesel, Essen, Bochum, Witten, Breckerfeld, Meinerzhagen durch das Sauerland nach Siegen, Wetzlar, Frankfurt) zum Main und vom Rheine(Köln, Düsseldorf, Elberfeld, Hagen, Unna, Soest) zur Weser, die nun kunstmäßig ausgebaut wurden. Bezeichnend ist, daß die freie Reichsstadt Tortmund„aus kurzsichtiger Besorgnis gefährdeter Territorialrehte die Ablehnung der Wegelinie von dieser Stadt erzwang"; man betrachtete auch an anderen Orten die neuen Kunststraßen in Wenfalen als ein vom eigenen Orte möglichst fernzuhaltendes Urbel, das im Kriege Durchmärsche und Einquartierungen bringe, im Frieden aber den Verdienst verkümmere, wel en Vorspanne. Ausb serunrung des Gefährts, längerer Ausenthalt der Reisenden bei den alten schlechten Wegen brachten. Am 20. April 1787 eröffnete die märkische Regierungsabteilung zu Hamm dem Kriegsund Steuerrat von Bernuth,„daß sie, um der genissen Ausführung der bisher in Vorschlag gekommenen, zur Beförderung des commercii und des allgemeinen Nahrungsstandes höchst nötigen Chaussierung der Landstraßen und Hauptkommunikations.rese in hi sige: Provinz nunmehro näher zu treten, dem Landbaumeister Pistor den Befehl erteilt habe, mit Zuziehung einiger geschickter Landmessers die zur Erreichung des obgedachten Endzweckes von ihr vorgeschlagenen Wege zu vermessen und zu veranschlagen. Da nun hierbei Leute zum Kettenziehen, zu genauer Anweisung der Wege und Grenzen, sowie vereidete Taxatoren erforderlich seien, sollten die Stadtbehörden sofort angewiesen werden, dem Landbaumeister solche Beihülfe zu stellen.“ Auf die bezügliche Anneisung stellte die Stadt Bochum am 4. Mai 1787 dem Landbaumeister den Stadtrat de Boy und den Ratsdiener Reichard zur Verfügung. Am 23. Juli 1787 traf dann der Sateusenmeister und Feldmesser Alves von Herdecke in Bochum ein, um im Auftrage Pistors die Chaussee von Bochum über Lünen nach Hamm zu vermessen. Zur Fortsetzung des Wegebaues wurde 1789 eine vierprozentige Anleihe bei den vermögenderen Privatleuten der Mark von der Regierung zu Hamm ausgeschrieben. Infolgedessen forderte der Magistrat zu Bochum am 28. März die dortigen„vermögenden Particuliers“ zu Zeichnungen auf;„die Nützlichmiigggugeiugigunugunuigunuguiginguunugit Nu büst du möd, min lütte heinz. Nu büst du möd, min lütte Heinz, Un makst de Ogen to; Legg an dat Hart din Köpping mi, Ick bring di sacht to Roh. Kum liggst du in din lüttes Nest, Kum hest du dine N. Sleist du noch ens de Ogen up Un lachst mi sleprig to. Un lising, halw as in'n Krom, Bedst du denn still vör di, Zin letztes Denken dat hürt Gott, Zin letzte Blick hürt mi. A. Kriesche. Mnnmim imnmmbmmmmmmm. keit des Chausseebaues“, bemerkt er,„und die Vorteile, so besonders denen an der Route gelegenen Oertern zuwachsen, brauchten wohl nicht weiter angepriesen zu werden, weil der bisherige wenige Verkehr mit Auswärtigen hauptsächlich den bösen Wegen mit zuzuschreiben sei“. Die Zeichnung hatte aber in Bochum einen kläglichen Erfolg;„um andere aufzumuntern", zeichnete Bürgermeister Jacobi 50 Thaler, Stadtkämmerer Ecker 25 Tha er; weiter aber zeichnete niemand, wie ganz beschämt der Magistrat der Regierung meldete. Am 13 Oktober 1789 konnte übrigens Bergassessor Grolman dem Kriegsrat von Bernuth in Hamm melden, daß die Wittener Chaussee von Bochum bis an Hiltrops Haus fertiggestellt sei; von da ab konnte alles Fuhrwerk gegen Erlegung des festgesetzten Wegegeldes auf dieser Strecke verkehren. 1791 erst wurde das Stück jener Chaussee vor dem Butenbergstore bis zum Schlagbaum an der Lohbergsstraße hergerichtet. 1191 wurde dann der Bau der Kunststraße von Bochum nach Steele in Angriff genommen. Freiherr vom Stein zu Wetter, der den Vorsitz der preußischen Wege=Kommission führte, ersuchte am 1. Mai 1791„einen edlen Magistrat zu Bochum, da es zur Steinabfuhr auf dieser Wegestrecke erforderlich sei, daß von der Stadt Bochum 40 Steinhaufen angefahren nürden, diese Quantität unter die dortigen Stadteinwohner zu verteilen und mit dem Bergasses or Grolman und dem Wegein peltor Wittich Rücksprache zu nehmen, von welchen Brüchen und in welchen Nummern diese Steinruten anzufahren seien". Der edle Freiherr hatte sich aber verrechnet, wenn er einer solchen Forderung gegenüber bei den Bochumern Entgegenkoumen zu finden gehifft hatte. Der ebenso spießbürgerliche kleine, wie hochfahrende Sinn der Bochumer bäumte sich angesichts eines solchen Ansinnens auf, zumal dies die kleinstädtische Bequemlichkeit und das Behagen störte; man hätte lieber bei den für die Stadt so wichtigen Wegebauten den wohlwollenden Zuschauer gespelt. Niemand hierselbst, erwidert nach Darpe der Magistrat von Dochum am 7. Mal 1791 vem Herrn vom Stein, will zu dieser Abfuhr sich gütlich verstehen, weil in Bochum nur etwa 6 Ackerpferde vorhanden sind, und die Eingesessenen hierselbst der Meinung sind, daß von den Eingesessenen des platten Landes sothane Anfuhre der Steine ohne Zuthun der Stadt Bochum geschehen müsse, um so mehr, da diese ihre Zahlung dafür erhalten und bisher auch diese Anfuhre ganz willig dafür verrichtet haben“; unter diesen Umständen bittet Magistratus,„die Stadt von der angesonnenen Anfuhr gänzlich zu dispensieren und solche von den Bauern bewirken zu lassen; die Honoratioren, welche die meisten Ländereien besitzen, würden zur freiwilligen Anfuhr sich nicht bequemen, möchten vielmehr sehr alarmiert sein, wenn der Magistrat dazu Anweisung an sie ergehen ließe“. Ebenso bezeichnend, selbst im Stile, für die Festigkeit, wie für die Tatkraft des nachmaligen Staatsmannes vom Stein ist die Antnort, die er dem Magistrat zugehen ließ; sie hat folgenden Wortlaut: „Da die Städte der Grafschaft Mark der Anfuhr des Steine=Bedarss für die in ihrer Stadt=Feldmark zu bauenden Wege schuldig erkannt worden und diese Anfuhren auch von mehreren derselben geleistet werden, so kann ich die Stadt Bochum nicht von dieser Verbindlichkeit befreyen, welche Befreyung nur denen bereits beschwerten: Eingesessenen des platten Landes zur Last fallen würde. Hai die Stadt keine Pferde, so muß sie sich bemühen, durch eine Zulage zu dem gesetzmäßigen Fuhrlohn die Eingesessenen des Landes willig zu machen, und wird diese Zulage durch einen Aufschlag auf die Gründe in der Stadt=Feldmark ausgebracht. Ist das Eigentum derselben in denen Händen der Honoratioren, so ist dieses sehr gut, weil alsdann die Last den Reicheren und nicht den Aermeren trifft. Ich muß einen wohllöblichen Magistrat betreffs der zur Anfuhr selbst ersorderlichen Anstalten ersuchen, diese sogleich zu treffen und, wie es geschehen, mich binnen 8 agen zu benachrichtigen. Wetter, den 13. Mai 1791. Königlich Preußische Wege=Commission v. Stein. Unter Mitteilung dieses Schreibens berief der Magistrat auf den 20. Mai„die Honoratioren und die übrigen Eingesessenen aufs Rathaus, damit sie anmeldeten, welche Ländereien sie in der Stadt=Feldmark unterhielten. und sich erklärten, ob sie die Steine selbst anfahren oder den zu vereinbarenden höheren Fuhrlohn lefahlen wlten“.„Denen Honotatioribus s llte der R tidiener Rei a.d diese Benachrichtigung ver iegelt einreichen, die Bürgerschaft aber sollte durch die Rottmeister benachrichtigt werden". Dieser Beschluß ist so recht bezei hnend für das vornehmtuende Spießbürgertum, das auch in deutschen Städten damals bei Beginn der stanzösischen Revolution von den übrigen Bürgern sich eben'o abheben zu dürfen vermeinte, wie der Adel vom Bürgertum im Staate und in den Ständ versammlungen In schneidendem Gege saz zu solcher Anfassung stand die in edelstem Sinne demotratische Denkweise des Freiherrn vom Stein, wir sie aus obigem Schreiben spricht. Die auf dem Rathause erschienenen Bürger ersuchten, klagend über Steins Härte, schließlich den Acise=Instetto: Schröder, gegen eine Zulage von 2 Thalern für jeden Steinhausen die verlangte Absuhr der Steine vom Distelberger Steinbruche nach der Wegestrecke 1—14 vor dem Bungardstore durch Bauernfuhren bewirken zu lassen. Zur Deckung der gerine 2 ** „ S 8 * 3 52 87. ** 8 S 18 2 ***** E. 5 HE *—** S a S EF, = Z 81 8 S a SEgg S in 88 5 S B · 3 *• E S 5 S. E *# EWE # Sgg S 9E S# 0TE * S.5 10 8 E Gke E S E gen, so erwachsenden Kosten(100 Thaler) kurde vom Magistrat, alldieweil„es an einem ordentlichen Catastro fehlte“, eine große Aufnahme des Landbesitzes in der städtischen Felzmark vorgenommen. Damit ging wieder die Zeit hin. Bergassessor Grolman mahnte die Stadtväter wiederholt und bemerkte am 16. September 1791, die Stadt Unna habe 1790 hundert und jetzt wieder 80 Haufen Steine zum Chausseebau bei Unna angefahren. Es wurde Oktober, und der Magistrat von Bochum hatte noch nicht die mindesten Anstalten zur Anfuhr gemacht. Durch diese Zögerung drohte gar das zwischen dem Könige von Preußen und der Fürst=Aebtissin von Essen bezüglich der Chaussee von Bochum nach Essen getroffene Abkommen, worin eine bestimmte Zeit für Herstellung der Strecke festgesetzt war, hinjällig zu werden, so daß die Regierung zu am 6. Oktober 1791 sich genötigt sah, die Stadt Bochum mit Exeiution zu bedrohen. Das half denn. Erst im Jahre 1794, wo die Steinstraße von Bochum nach Steele abgenommen wurde, hatte der verdienstvolle Minister von Heinitz, der 1793 auch die topographische Vermessung der Grasschaft Mark hatte vornehmen lassen, die Genugtuung, die beiden großen, auf seine Anregung hin ausgebauten Kunststraßenzüge vollendet zu sehen, wodurch auch das kleine Bochum, das seit 1793 noch 27 wüste Hausplätze zählte, deren Eigentümer entweder unbekannt oder zur Wiederbebauung unvermögend waren, in einen lebhaften und weiteren Verkehr gezogen wurde. Verdient waren die Ehren, die man dem Minister erwies, als er, nachdem 1795 das„Chaussee=Reglement für die Grasschaft Mark" erlassen war, 1797 selbst herüberkam, die neuen Straßen zu besittigen. Auch Bochum veranstaltete ihm einen„festlichen Einzug“. Zum Hauptabsatzgebiete der märkischen Steinkohlen, den Hammerwerken im Bergischen, Siegenschen und im Sauerlande, war nin im Großen Zugang geschaffen: nebenher suistete für den noch vorwiegenden Kleinvertrieb der Kohlen die Figur des Kohlentreiber: mit seinen 3—4, je mit 21 bis 3 Zentnern Kohlen beladenen, mageren Gäulen ihr seitheriges Dasein vorerst weiter. Erst 1801 gegte man in der durch die neuen Wege ganz beslückten Mark in einem Blatte den Bau weiterer Steinstraßen an; aber es brach die französische Leit herein, ehe die nächste Steinstraße, die nach Iserlohn, gebaut wurde(1807). Sonn blieb er noch bei den alten, entsetzlichen Wegen mit ihren tiefen Löchern. Höchstens woren Steine regel o: in den Weg geworfen oder Kunppeldämme hergesteilt. Kammerpräsident Vincke ging daher 1805 zur Fröffnung des märtischen Landtages lieber die 4 ¾/ Meiten von Münster nach Hamm zu Fuße, statt unter Bruch von Achsen und Rädern wiederkolt sich mit dem Wagen umwerfen zu lassen. Westfälischer Sagenkranz. Das eiserne Halsband. Auf dem Rathause zu Münster wird den Sunnlunigen, weiche dahin kommen, heute noch ein eisernes Halsband gezeigt, welches seit dem 17. Jahrhundert dort aufbewahrt wird. Damit hat es folgende Bewandtnis: Un die Mitte des 17. Jahrhunderts, als man der schon gegen dreißig Jahre währenden Krieges endlich müde geworden war und die Abgesandten der Parteien sich allmählich in Munger versammelten, um über einen guupflihen Flieden zu verhandeln, war Lam beri von Oer, der Kommandant von Münster, mit einem anderen Adligen, dem Ritter Gerhard von Heren, in tödliche Feindschaft geraten, obgleich sie vordem die allerbesten Freunde gewesen waren. Heren war ein gewalttätiger Mensch, der mie eine Unbill vergaß, die ihm angetan worden war, und stets auf eine Gelegenheit wartele, um dieselbe vergelten zu können. Was ihm Lambert angetan hatte, das weiß man nicht mehr, aber er hatte einen grimmigen Haß auf den ehemaligen Freund geworfen und lauerte ihm mehr als einmal auf, um ihn zu erwischen und seine Rache an ihm auszuüben. Endlich gelang es, als Lambert einmal zur Kirche ritt. Heren lag im Gebüsch, als der andere durch den Wald kam, siel hinterrücke über ihn her, riß ihn vom Pferde und warf ihr nieder. Dann legte er ihm ein eisernes Halsband um und sprang davon. Lambert achtete zunächst wenig darauf, zeigte es, als er nach Hause kam, noch seiner Frau und scherzte darüber, denn er meinte, daß er das allerdings unbequeme Ding alsbald wieder loswerden würde. Dankte er doch dem Himmel, daß ihn sein Freund nicht gleich ganz und gar totgeschlagen hatte. Er sollte aber bald inne werden, daß die an ihm verübte Rache weit schlimmer war, als er dachte. Als seine Frau ihn von dem unbequemen Halsband befreien wollte, ergab sich, daß an demselben weder ein Schloß, noch sonst eine Fuge zu finden war, und als Lambert etwas gewaltsam helfen wollte, fing es an, empfindlich zu stechen, und bei näherer Untersuchung fand sich, daß es inwendig mit lauter kleineu Stacheln besetzt war, die bei jeder heftigeren Bewegung in die Haut eindrangen. Nun wurde Lambert von Oer doch ängstlich, denn das Halsband ließ ihm Tag und Nacht keine Ruhe. Hielt er den Kopf ganz steif, so war es allenfalls erträglich, sobald er sich aber bewegte, so peinigten ihn die Stacheln aufs empfindlichste. Er ging in Münster von einem Schmied zum anderen; alle betrachteten die sonderbare Arbeit und konnten nicht begreifen, wie das Band hatte umgelegt werden können, da weder Schloß noch Fuge daran zu sehen war; keiner aber wollte es unternehmen, daran herumzuarbeiten, denn sie sürchteten, den Herrn am Leben zu schädigen. Endlich kam Lambert zu einem Meister auf der Höxterstraße, dessen Name die Sage aufbewahrt hat, er hieß Thiele Schwoll. Der betrachtete das Halsband von allen Seiten und kam zu dem Schluß:„Herr, das ist Nürnberger Kunstarbeit. Das Schloß kann niemand öffnen, denn es ist mit Hilfe der schwarzen Kunst angefertigt und kann Tuch nur mit deren Hilfe um den Hals gelegt sein. Schließt Eure Rechnung mit dem Himmel, denn das Halsband wird Euch nicht nur viele Schmerzen bereiten, sondern auch immer enger werden und Euch schließlich erwürgen. Wer Euch das angelegt hat, der hat keine andere Absicht gehabt, als Euch des jammervollsten Todes sterben zu lassen.“ Man kann sich denken, welch entsetzlichen Eindruck diese Worte auf den armen Herrn von Oer machte. Er stand eine lange Weile totenbleich, aber endlich faßte er sich doch und fragte mit einer Ruhe, die verwundern konnte:„Ist das wahr, Meister?" Der Schmied antwortete ernst:„Herr, das ist so wahr, wie ich an unsern Herrgott und an seinen eingeborenen Sohn Jesum Christum glaube. Ich habe solche und ähnliche Kunstwerke in Nürnberg mehr als einmal gesehen. Die sectigt nur ein einziger Meister, von dem man allgemein sagt, daß er ein Bündnis mit dem Bösen abgeschlossen habe. „So müßte ich also nach Nürnberg reisen?“ fragte der Ritter kleinlaut. „Das würde Euch nichts helfen, Herr; denn jener Meiner ist verbunden, demjenigen, welchem er eins seiner Kunstwerke verkauft, nicht entgegen zu treten. Er dürfte also auch dieses Schloß nicht ohne Erlaubnis dessen öffnen, der es Euch umgelegt hat.“ „So wäre ich also unrettbar einem schimpflichen Tode verfallen?" Der Schmied zuckte die Achseln und sagte: „Ein Mittel gibt es wohl noch.“ „Und welches?“ fragte Lambert schnell; nennt es und es soll angewendet werden.“ „Daß es ein mutiger Mann versucht, das Halsband im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes zu sprengen.“ Der Ritter sah den Meister forschend an sagte dann langsam:„Und würdet Ihr dieser mutige Mann sein, Meister Schwoll?“ Dieser antwortete ernst:„Herr, das ist eine gefährliche Sache, denn es handelt sich dabei ebenfalls um das Leben oder augenblicklichen Tod.“ Lange blickte der Ritter vor sich hin, dann aber raffte er sich auf und sprach nachdrücklich:„Wenn es doch gestorben sein soll, so ziehe ich den augenblicklichen Tod einem elenden, jammervollen Absterben ver. Versucht es, Meister!“ „Herr,“ sagte der Schmied,„so Ihr es ernstlich wollt, so will ich es in Gottes Namen versuchen. Aber Ihr müßt es mic schriftlich geben, daß es Euer freier Wille ist, damit ich jeder Rechenschaft darüber enthoben werde.“ „Das soll geschehen, Meister. Ich werde morgen wiederrommen, denn ich muß zuvor mein Haus bestellen.“ Das geschay denn auch. Am andern Tage kehrte Lambert von Oer in die Schmiede zurück, um sich dem Versuche des Schmiedes zu unterwersen, und brachte die Schrift mik, welche den Schmied von jeder Verantwortung freisprach. Nachdem dann beide gebetet hatlen, legte der Ritter mutig seinen Hals auf den Amboß, und der Schmied nahm seinen gewaltigen Hammer und schlug dreimal auf das Halsband, indem er sprach:„Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes!“ Da sprang das Halsband auf, und Herr von Oer war gerettet und irng nicht den geringsten Schaden davon. Die heilige Vehme und das Maifest. Das alte,„up ruer Aere“, d. h. im Freien tagende Volksgericht, die heilige Vehme, hatte, wie Darpe in seiner Geschichte der Stadt Bochum ausführt, eine besondere Beziehung zum Maifest. Am 1. Mai feierte der heidnische Deutsche des Frühlings Wiederkehr. Die Göttin Frigg, Wodans Weib, so faßte die deutsche Sage diese Wiederkehr auf. findet endlich, nach langem Suchen in der langen, trüben Winterzeit, ihren in ferne Lande gezogenen Gemahl glügklich wieder; der Frühling vere'nist beide wieder in seliger Liebe; am 1. Mai beging man daber die alljährliche Neuvermählung beider; zwölf Tage dauerte dieses Frühlngsfest, das man in der christlichen Zeit auf Pfingsten,„das liebliche Fest“, und seine dreitägige Feier zu übertragen suchte, dessen Erinnerung aber in den„Brutlöften" oder dem „Lauf der Freya“, der bei den Hochzeitsseiern noch später stattfand, sich erhielt, ja dessen Feier selbst mit dem Schwinden der hednischen Sage noch fortlebte. Bis in die neueste Zeit beging man den 1. Mai als kirchlichen Feiertag, als Fest der Apostel Philippus und Jakobus. Dieser altheidnische Fesitag wurzelte so tief im Volke, daß, als dieser Festtag mit achtzehn anderen abgeschafft wurde, das Volk, obschon die Geistlichlelt keinen Festgottesdienst hielt, doch noch mehrere Jahre in Festkleidern an diesem Tage in der Kirche erschien; der Bischof mußte Reiter über Land streifen lassen, jeden, der an dem Tage sei r.e, aufzugreifen, um seiner Verordnung Achtung zu verschaffen. Am 1. Mai erhielt sich insbesondere ein Stück der altheidnischen Frühlingsopfer in der Maibaumieler. Man schmückte Haus und Weg mit feischen Maien. Die Jugend des Ortes holte am Vorabende des 1. Mai aus dem Gemeindewalde einen in frischem Grün pranzenden Baum, meist eine junge Buche, deren hel grüne saftige Blätter dann die schönste Pracht unter allen Bäumen entfalteten; man brachte den jungen Sohn des Waldes im Triumphe herein, wie einen trotz seines Sträubens glücklich Erhaschlen, als Wodan g'eichsam, din glücklich gesundenen, welcher Freyas Glück erneuert, als— des ho den Frühsings Bild. Die jubelnde Schar der Mädchen empfing den„heiligen“ Baum, man pfanzte ihn auf, wo das Volk sich zu versammeln pflegte und schmückte ihn mit Blumen und Bändern, ebenso wie man am Vorabende des Mittwinterfestes(Weihnachten) noch jetzt den Tannenbaum errichtet und mit buntem Fltter ziert. Dann solgte das mehrtägige Maizest, an dem in hellem Lenzesjubel die Juzend um„dat hillige Holt“, um die Malbuche, ihre Reigentänze aufführte, die mit Ballspie en auf dem grünen Anger wechselten. In den verschiedenen Gegenden Westfalens lebte diese Sitte das Mittelalter hindurch fort, und noch in neuerer Zeit schwangen sich. nachdem man die Maibuche errichtet, Buben und Mädel im Tanze auf der Wiese, während aus den Zweigen einer alten Linde d’e Spiellente muntere Weisen ertönen ließen, so z. B. in Horstmar. In Rheine. wo das Einhoten des Maibaumes untergehansen war, neaten sich die Mädchen bei den Pfingstspielen und suchten einander den Blumenkranz um den Hals zu werfen,„um die Gesangene als Pfingstblume in die Stadt zu führen.“ Der Männer Schar aber teat zum Maifeste, wie zu Mittsommer und in Herbste, zu den sogenannten ungebotenen Dingen(pla#ita communia) zusammen: so tagte am Maiseste zus gleich das Volksgericht. In Mengede tagte das Vehmgericht unter dem Maibaum. Je fester in Bochum das Voltsgericht sich eingewurzelt und je lebensfräftiger es sich gerade dort mit dem freien Volkslum im Vehmgerichte erhielt, um so säher hielt man dort sest an dem alten Maifeste. Dieses hat sich in der feierlichen Einholung des Maibaumes und dem folgenden Tauze bis heute erhalten, Stinme Sier ung: 58555 S55 KSSs SSSSNSS S8 5588E S 5.55 S5 SS am S SSEE eige S9SERS SSSgS SaSs 2 SSSSES K"SUNS• Sa R 8 855 e ss SSS TAGGMESS SSpF, ∆ en gue S82 388 SESS SS• 125N D SESS 55550 • CoSSE % e ∆ S SS“ Fäfess s G5S B5SESS . S DSSS S 55.— S SEng S SES FSSSEE -S%pgg SOT. S 95855 * SS S 195 S 8 TESS * "— 925 — 7 8 S: 5 8 5 95 3 25 5 5 2 9 95 9 SSDEg ### ESSSTR 85 SSeg „55E S POEE &am Süs 85 S S S 5 35•9• 9: SShr Ssss. ## R#g: „ S 83 S E ###5 .— DE: WE 9 888 S ESSRS S. 975 5 2 S# S S.5 SSFSg Sag 7 75 S. E 65 5 5 8 8 S □ 5 2 S 88 0 a 5 0 S S 8 2* 25 SSBBESS ne. 299(Zweites slah) Beilage zur„Schwerter Zeitung“, Sametag, 3.Dezenber 192: ## ngngengpgngengegrureg Dag urd Lie eigentlichen die siteiten dtuu: Ichwerirt stobents=Klunge. O Nun ist sie schon vergangen, die erste Adventswoche. Im weiten Meer der großen Völker toben die Wogen und spritzen keisenden Gischt über die Gestade. Daheim ist es die Sorge, die uns nicht so recht zur Ruhe kommen lassen will. Da möchte man in den Heimatklängen dieser Zeit ein nal an ein seltsam poctisches Wort erinnern, das so traulich hineinklingt in Häuser und Familien, an das Wörtchen: Dämmerstündchen. Unsere hastende, treivende Zeit hat leider vielerorts die Dämmerstündchen aus dem häuslichen Kreise verscheucht. Es gibt zu viel zu tun und zu sorgen, so sagt man. Sind's nicht häusliche Beschäftigungen im Uebermaß, dann sind „Repräsentationspflichten“, die ja auch die Revolution nicht abschaffen konnte, Vorbereitungen Visiten, Geschäfte in der Stadt oder sonst etwas, kurz, man hat angehlich teine Zeit, um ein Halbstündchen die Arbeit ruhen zu lassen; sich in eine mollige Ecke zu setzen und den Tag scheiden zu sehen, zu empfinden, wie es dunkler und dunkler wird, weil die liebe Sonne von dannen zieht. Wieviele beseeligende und andererseits auch sorgenvolle Gedanken könnte man in so einem Dämmerstündchen verarbeiten! Und ist man nicht einsam in seinem Daheim, sind frohe Kinder um die Mutter herum, was könnte sie in dieser so stimmungsvollen Zeit nicht alles in die jugendlichen Herzen pflanzen, das haften bleibt für's ganze lange Leben! Darum, ihr Mütter, laßt den Zauber eines Dämmerstündchens eurem Familientreise nicht verloren gehen! Unendlich tiefer Segen liegt in der Bildung des Gemüts, und wahrlich an Gemüt fehlt's uns modernen Menschen recht sehr! Freilich nicht ganz, besonders in jetziger Zeit nicht, in der die Adventsglocken läuten. Es ist Abend. Aln Rande der Stadt ist es dunkel und ruhig. Die Bäume an der Straße sind schwarz, und der Himmel ist leer. Da klingen Weihnachtslieder. Langsam, oft stolpernd, doch gläubig. Kinderhände mühen sich um die richtigen Tasten eines Klaviers. Sie irren oft. Die Melvdie wird brüchig, doch Kindersinn glaubt an sie. Eine kleine Stimme geht dann plötzlih mit der Klaviermelodie und wird in Höhen spärlich dünn. Doch es liegt eine feine Zuversicht in der kleinen Stimme. Es ist einem, als müsse die Zeit dieses Haus neidisch umschleichen. Ein Windstoß verwischt die Melodien. Man drückt den breiten Hut fester und gehr weiter. Es ist doch noch Glaube im Land. Die Kinder sagen es allem Jammer des Tages zum Trotz: Das liebe Christkind kommt! In tindlicher Rede liegt ein tiefer, herzerfrischender Sinn. Sie sagen und singen in schlichten, schönen Volksweisen vom Friedekind Gottes, das immer noch, entgegen allem häßlichen Streiten, Mißtrauen, Zerstören, seine beglückende Weisheit verkünden kann und will,— das„Friede auf Erden!“ Friede im Herzen. zur Das sind die eigentlichen, die tieften Advents. gedanken, die sich nach Bethlehem aufmachen, um dort von neuem das Wunder einer ewigen Liebe zu erleben. Das bringt den erhabenen Schimmer über diese ganze vorweihnachtliche Zeit. Man gedenkt früherer Jahre, wo im Hause und im Volke hanz andere Vorweihnachtsstimmung war. Da konnte man den ganzen Zauber des fröhlichen, seligen Schenkens im voraus empfinden, konnte in heimlicher Geschäftigleit allerlei Lieblingswünsche der Erfüllung nahebringen, und dann kamen in so manchem Bürgerhause die Tage des Backens.. Ach, wie vieles lann man sich längst nicht mehr teisten! Es wird in sehr zahlreichen Familien ein sehr dürftiges Weihnachten geben: vielfach wird sogar der allbeliebte Christbaum fehlen, denn auch der ist in die neueste Teuerungs=Springflut geraten. Und trotz aller Not wird auch diesmal ein warmer Hauch ven der heiligen Weisheit gehen. seliger denn Nehmen ist. Man wird an's selber zusammennehmen muß, devergessen, denen es noch um viele Grade he Eigensucht unseLage lamn in Addemtewohen dot minthas aleinige und leute Wort behalten. Das Miteinander will sich in der Nähe von Weihnachten mit FüreinLiebe verlangt sein gures Recht, mit einer innersten Wucht und Freudigkeit, wie wohl sonst nie im ganzen Jahre. Soll man ihm wehren? Ach— wir wollen dankbar sein, daß so etwas noch möglich ist! 1 ehr m nich lecht Seelenkräften zum herzlichen ander ausgestalten. Ein Geist der allen Die Menschheit, und nicht letzt deutsche. WPA empfehlen wir insonderheit die in unserer Zeilung inserierenden Firmen. Wir bitten, die Anzeigen daraufhin freundlichst und eingehend zu beachlen und die betreffenden Firmensbeim Einkauf zu berücksichtigen. Verlag der„Schwerter Zeitung“. Wiohen zn Sechchte dei Jul. Die Zigarre als Luxusgegenstand. In einem Berliner humoristischen Kalender des Jahres 1856 finden wir unter dem vermutlich einem Pessencouplet entlehnten Titel:„Ach, was soll, was muß der Mensch?“ ein neckisches Frageund Antwortspiel, das zu melancholischen Betrachtungen anregt, wenn wir es lesen und unsere trübe Gegenwart mit den damaligen harmlosen Zeitläufen vergleichen. Eine der Fragen lautet:„Soll er dampfen Pescadillos— Imperiales amarillos — Diese wirklich exquisite?— Oder dämmern die Gewächser— dreimal um den Leib für'n Sechser — Aus der Sabberrequisite?“— und die Antwort ist:„Die Wahrheit liegt in der Mitte! Also Uppmann zu 35 Talern!" Woraus, neben allerhand Unverständlichem, zu entnehmen ist, daß man damals in Berlin anscheinend drei echte Zigarren„mit Leibbinde" zum Preise eines Sechsergroschenstückes erhalten konnte und dann offenbar als ein ganz raffnierter Lebemann galt. Und die Gedanken wandern um einige Jahrzehnte weniger weit zurück zu der väterlichen Zigarrenkiste, deren Inhalt sechs Reichspfennige pro Stück kostete und, in der Erinnerung wenigstens, se gut, wenn nicht besser schmeckte als die Zigarren von heute, die in ihrem Preise nach sacht, aber beharrlich, in die Kategorie der Luxusgegenstände hinaufgekleitert sind. Die phänomenale Preiserhöhung, von denen nun auch das schnödeste Feld=, Wald= und Wiesenkraut befallen worden ist, wird die abgesagten Feinde des Nikotins kühl dis ans Herz lassen. Wie aber haben die Kettenraucher diese Unglücksbotschaft ausgenommen? Sie, die bisher gewohnt waren, früh morgens braucht ihren Advent, braucht die große Hoffnung, daß auch die Helfende uncigennützige Liebe eine wahrhaft bauende Macht sein kann und will! Alle den und Zweiselnden mögen sich einen inneren geben, daß sie dennoch zur Adventsfreude kommen, die dann überleite zur stillen, heiligen Weihnacht, von der dann wieder neue Licht= und Lebenestrahlen ausgehen möchten auch ins Volksleben hinein! Es treibt der Wind im Winterwalde die Nebelherde wie ein Hirt, Und manche Tanne ahnt, wie balde, sie fromm und lichterheilig wird: und lausch hinaus. Den dunklen Wegen streckt sie die Zweige hin— bereit, und wehrt dem Wind und wächst entgegen der einen Nacht der Herrlichkeit. Da sinkt die Uhr, die Kinder zittern; im grünen Ofen kracht ein Scheit und stürzt in lichten Lohgewittern.— und draußen wächst im Flockenflittern die Weihnachtszeit zur Ewigkeit Tierschutz im Winter. Dem Hofhund eine schützende Hütte, Dem Vieh einen zugfreien Stall, „Streut Futter!" des Vögeleins Bitte Bei Schnee,„sonst verhungern wir all'!" Dem Pferde stets schärfet die Eisen, Laßt's unbedeckt draußen nicht stehn, Sollt ferner ihm Wohltat erweisen: „Kein kaltes Gebiß!“ ist sein Fleh'n. Der Tierschutzverein. utastr beim Aufstehen schon den Rest der letzten Zigarre des vorigen Tages zwischen die Zähne zu klemmen? Um der Leidenschaft des Kettenrauchens zu frönen, muß man gegenwärtig von Rechtswegen Millionär sein. Wie fern liegt doch der Kampf um das Tabakmonopol, der einst die Gemüter in so hitzige Wallungen versetzte. Damals fiel das bberühmte Wort von dem„Pfeichen des armen Mannes“, das man ihm nicht verkümmern dürfe. Für unsere Zigarre, für das„Zigarrchen des neuen Armen", ist noch kein lyrisch veranlagter Verteidiger aufgestanden. Man mag über das Zigarrenrauchen vom ästhetischen Standpunkt denken wie man will, man mag den Tabatgeruch verabscheuen— leugnen läßt sich nicht, daß geschäftliche Auseinandersetzungen leichter vonstatten gehen, wenn beide Parteien zuvor einen„Glimmstengel“ in Brand gesetzt haben. Insofern wohnt der Zigarre eine heilsame Wirkung inne. Pavst Pius IX., der von 1846 bis 1878 auf dem Stuhle Petri saß, und als Graf Mastai=Feretti ein eleganter Reiteroffizier gewesen war, bevor er die Weihen nahm, entbehrte ungern die geliebte Zigarre während der Audienzen, die er erteilte. Eines Tages fragte er einen Besucher, der seine Zeit über Gobühr in Anspruch nahm, schließlich, um selbst zu seiner Zigarre zu kommen: ob er nicht rauchen wolle? Der Besucher erwiderte:„Rauchen. Eure Heiligkeit, ist das einzige Laster, das ich znicht habe.“ Worauf Pius IX. unwirsch versetzt haben soll: „Wenn rauchen ein Laster wäre, würden Siegewiß rauchen!“ In der Periode des Kampfes zwischen Königtum und Papsttum in Italien tauchte der Gedanke auf, dem Papst eine Zuflucht in Deutschland anzubieten. Bismarck, selbst ein vassionierter Raucher, der„eine Zigarre an der anderen anzündete, bis er zur Pfeise überging, fand den Gedanken, des Erwägens wert und meinte, für den konsessionellen Frieden, möchte es vorteilhaft sein, nenn man den Papst„vor Augen hätte als einen gut wie die anderen ißt und tri wohl gar auch seine Zigart „Wo man raucht, da ka böse Menschen haben keine Zi Witzbold gemeint. Falls die ten, alten Herrn, der inlt, eine Prise nimmt, re raucht.“ inust du ruhig harren, garren“, so hat ein Zigarren, wie man so anmutig auszudrücken beliebt,„die steigende Preistendenz beibehalten“, ist zu befürchten, daß es bald fast nur noch böse Menschen geben wird in deutschen Landen. Um einen Kasten mit feuchten Sand hoch oven dem Katbeder drängt sich eine muntere Knabenschar— Sertaner mit glühenden Wangen und blitzenden Augent Unter ihren gesthickten Händen entsteht nach dem Anschauungsbild an der Wand ein liebliches Schwarzwaldtal. Ueber die breite Talsohle schlängelt sich ein Bächlein aus Silberpasier, ein zweites Silberwässerchen sprudelt den Talhang hinab; Fritz baut die Brücke, Sdans liesert die Kuhherde, Heinz hat gar eine Sägemühle mit selbstgefertigten Brettern mitgebracht. Hand und Auge und Geist, alles ist zugleich in Tätigkeit. Aus dem Spiel aber wachsen Begriffe empor, formen sich Vorstellungen, und war das Auge hat entstehen sehen, was die Hand gebildet hat, das haftet im Gedächtnis— fester als Namenpaukerei es je zu verantern vermag; denn Verkunterricht ist kein Spielunterricht! Mit dieser stets wachsenden Ueberzeugung geht man durch die reizvolle Ausstellung erdtundlicher bse unt ute stelle für den Naturwissenschaftlichen Unterricht unter Nitwirkung der Ortsgruppe Berlin des Verbandes deutscher Schulgeographen zustandegebracht hat. In Sand, Gips, Holz, Plastilina und Pappe haben die Schüler versucht, den Formenreichtum der Erdoberfläche festzuhalten. Das eigene Schulhaus und die Negerhütten Afrikas, der heimatliche Marktplatz und die Moschee des Orients, der nahe Spreewald und die ferne Oase, der oft durchwanderte Grunewald und das herrliche Rheintal, das Ziel der nächsten großen Wanderung, dies und vieles andere zeugt von heißem Bemühen, das an sich tote Kartenbild lebendig werden zu lassen. Die Mehrzahl der Aussteller sine höhere Lehranstalten, und es ist erstaunlich, wir sterk der Gedanke des Weriunterrichts bis in die oberen Kiassen unserer höheren Schulen hinen Wirzel geschlagen hat. Man wird künftig vorsichtiger sein müssen mit dem nicht seiten gehörten Vorwurf, daß die höhere Schule sich neuzeitlichen#adagogischen Bestrebungen gegenüber zu speche verhalte. Daß auch der gesunde Selbsterhallungstrief unserer Schulen zum Werkunterricht Führt. das zeigen treffliche, von Schülerhand gezeichnete Pandtarten und Wandbilder. Man grei#t zur Selbsthilfe, denn mit 100—300 Mark(:) aus dem jährlichen Lehrmitteletat einer Vollanstalt kornen keine Neuanschaffungen bestritten werden. Zu bedauern ist angesichts dieser Ausstellung wieder, daß noch heute die meisten unserer höheren Lehranstalten die Erdkunde, diese volkswirtschaftlich so bedeutsame Gegenwartswissenschaft, von den oberen Klassen ausschließen. 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