Regelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter. u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung. Unser Blatt nUnterhaltungs- u. Romanbeilage u Spiel, Sport und Curnen. u Lebensbild. Kunst u. Wissen. u Gartenratschläge. Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Oelkszeitung Schwerter Velksblatt Westhofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung Helzwickeder Zeitung Amtliches Kreisblau für den Kreis Börde. Erstes und ättestes Tagesorgan des Kreises.— Generglanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwerter Jeitung" erscheint werktäglich. u Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel.62. Postscheck Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Richter:——— —.—, zin Schworte. Nr. 283 Samstag, 2. Dezember 1922 55. Zum Geleit. In Sturm und Ungewittern, In Zagen und in Zittern Treib's, wie du willst, mit mir. Nur laß mich nicht verfallen, Herr Gott, und gib uns allen Heimatgewisse Fahrt zu dir! Gustav Schüler. Neueste politische Nachrichten. Die amerikanischen Truppen bleiben vorläufig am Rhein und zwar hauptsächlich wegen der Rhein= und Ruhrgelüste der Franzosen. * Clemenceau verläßt am 12. Dezember Amerika, er findet dort kaum noch Beachtung. * Trotz der angedrohten Zwangsmaßregeln des Staates haben in den braunschweigischen Städten etwa 50 Prozent der evangelischen Kinder am Bußtag die Schulen nicht besucht. Auch auf dem Lande wiesen die Schulklassen zahlreiche Lücken auf. Der Parteitag der KPD. findet am 28. Januar in Leipzig statt. * In Godesberg fand eine von allen Parteien einberufene Versammlung gegen die französischer Absichten auf das Rheinland und das Ruhrrevier statt. Die rheinische Zentrumspartei veranstaltet am 9. und 10. Dezember eine ähnliche Kundgebung in Darmstadt, in der u. a. Reichskanzler a D. Wirth sprechen wird. An demselben Tage demonstriert der Verein zur Wahrung der wirtschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen in Essen. * Eine Londoner Nachrichtenagentur meldet, daß die große Eisenbahnbrücke in der Nähe von Adrianopel aufgeriffen wurde und der Orientexpreßzug entgleist ist. Ob das Unglück lokale türkische Erhebungen an der thrazischen Grenze zur Folge haben wird, steht noch nicht fest. Mit Rücksicht auf die kommende Winterzeit wird das französische Ostsee=Geschwader in den nächsten Tagen zurückgezogen werden. Kunde. Aus Kopenhagen wird gemeldet, daß Exkönie Konstantin in Verhandlungen steht, um ein großes Gut in Dänemark zu erwerben und sich dort anzusiedeln. * Die Internationale Liga für Frieden und Freiheit hielt in Paris eine Versammlung für einen neuen Frieden ab. Unter den Reden wird besonders die von Fräulein Jannasch(Frankfurt a. M.) hervorgehoben. In Wien hat ein 32jähriger Börsenspekulant seinem Auftraggeber, einem Wiener Hoteldirektor, 180 Millionen Kronen unterschlagen. Der Geschädigte hat ihn nun in München ausfindig gemacht und verhaften lassen. * Diebe, die auf der Kirchturmspitze einer Hamburger Kirche die Blitzableitungsanlage abzumontieren suchten, wurden in Haft genommen. Nach Mitteilungen der Sowjetregierung beträgt die Einwohnerzahl Moskaus, ohne die Kinder unter fünfzehn Jahren und ohne die Soldaten der Roten Armee, zurzeit 1800000 Personen. In Newyork erscheinen 13 jüdische Zeitungen, davon 3 alltäglich. * Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schriftbrüchiger trat im letzten Berichtsjahr 18 mal in Tätigkeit. Gerettet wurden 158 Personen durch Rettungsboote und 17 durch Raketen=Ausarate. die letzte Woche. Der Sonnenschein der Hoffnung auf eine Beilegung des Reparationsstreites, der mit dem Amtsantritt des neuen Reichsministeriums Cuno am politischen Himmel erschienen war, hat in dieser Woche leider nicht in seiner vollen Stärke angehalten. Es sind von Paris aus neue Wolken aufgezogen. Das kräftige Vertrauensvotum welches dem Kanzler im Reichstage dargebracht worden ist, scheint Poincaree veranlassen zu wollen, seine brutale Macht zu zeigen, um die Verständigungsaktion der deutschen Reichsregierung lahmzulegen. Triftigen Grund dafür hat er nicht, denn Deutschland ist bereit, sein Möglichstes zu tun, und selbst der Vertrag von Versailles sagt, daß wir an die Reparationszahlungen gebunden sind, soweit es unsere Leistungsfähigkeit gestattet. Poincare glaubt Oberwasser zu haben, um seine Pläne auf die Besetzung des Ruhrgebiets zu verwirklichen. * Die hochfliegenden Pariser Projekte lassen sich zum Glück nicht von heute auf morgen verwirklichen, denn bis zum Schluß des Jahres haben wir bereits die kleine Zahlungsstundung, die auf der Vereinbarung mit Belgien beruht. Ob England zu allen Handlungen Poincares ja sagen wird, bleibt doch abzuwarten, und wenn auch Italien sich heute einverstanden zeigt, so wird es für seine Zustimmung gewiß keine niedrige Rechnung stellen. Dr. Cuno hat in seiner Reichstagsrede gesagt, daß er nichts vom Rheinlande preisgeben werde. Das wird ein Leitmotiv für die deutsche Zukunft sein, von dem wir uns durch Poincare nicht abdrängen lassen werden. * Das Reichsdefizit für das laufende Jahr beträgt über 800 Millionen Mark, eine Ziffer, die zu Taten der Sparsamkeit zwingt, mögen sie auch nicht jedem passen. Das Regierungsprogramm Dr. Cunos besteht darin, den Versuch zu machen, Ordnung zu schaffen. Daß nicht gleich in der ersten Woche einschneidende Wandlungen ins Werk gesetzt werden können, ist wohl selbstverständlich, aber viel Zeit zu versäumen gibt es nicht. Wir stehen längst nicht mehr am Ufer des großen Sumpfes der Finanz=Misere, sondern sind schon ein ganzes Stück hineingerutscht. In der Orient=Konferenz von Lausanne über die türkischen Angelegenheiten glaubt Poincare einen unbestrittenen Erfolg davongetragen zu haben, aber der Ausgang der Dinge ist noch keineswegs klar. Das Schachergeschäft um die reichen Petroleumlager von Mossul in Mesopotamien hat nicht nur England, Amerika, Frankreich und Italien herbeigelockt, sondern auch die Türken, die ja eigentlich die nächsten sind, melden sich und reklamieren diese wertvollen Bodenschätze für sich. Heute gilt in der Politik das zweifelhafte französische Wort:„Packe dich, damit ich mich setzen kann!" Eine längere Aussprache schloß sich an den sozialdemokratischen Antrag an, der eine Sozialisierung der Apotheken verlangt. Schon der Ausschuß hatte diesen AnM# trag abgelehnt. Das Plenum machte das wiederum. Nach Besprechung einer Reihe von Verkehrsangelegenheiten, darunter eines Antrages auf Berücksichtigung und Erleichterung der Wirtschaftslage in Ostpeußen sowie eines weiteren Antrages auf größere Einschränkung des Hausierergewerbes vertagte sich das Haus auf Sonnabend 11 Uhr: Verbot der„Roten Fahne", Auslieferung von Italienern, kleine Vorlagen. Schluß gegen 5 Uhr. Einige Abonnementspreise anderer Zeigen: Oberbürgermeister Dr. Luther Ernahrungskunister. Essen, 2. Dez. Der Essener Oberbürgermeister Dr. Luther ist an. Stelle des zurückgetretenen Dr. Müller=Bonn zum Reichsernährungsminister auserfehen. Wie verlautet, hat Dr. Luther den ihm angetragenen Ministerposten angenommen. * Zustimmung der Essener Stadtberordneten. Essen, 2. Dez. Die Stadtverordnetenversammlung hat in später Abendstunde dem Ersuchen des Reichskanzlers Dr. Cuno auf Berufung des Oberbürgermeisters Dr. Luther zum Reichsernährungsminister zugestimmt. Ehrhardt ber aftet. München, 2. Dez. Die Verhaftung Kapitänleutnants Ehrhardt ist gestern unter eigenartigen Umständen erfolgt. Die Verhaftung ist auf die letzten Presseäußerungen über Putschvorbereitungen in Bayern zurückzuführen. Hauptsächlich hat Ehrhardt auf einem Schloß am Tegernsee verkehrt. Er trat unter dem Namen Eichmann auf. Hier verkehrte auch Lüttwitz unter dem Namen Lorenz. * TU. Berlin, 2. Dez. Ehrhardt ist im Leipziger Untersuchungsgefängnis unter ganz besonderen Sicherungsmaßnahmen untergebracht worden. Die Leipziger Polizei hat einen besonderen Wachtdienst vor der Zelle und der Umgebung des Gefängnisses eingeführt. Nach einer Mitteilung aus Wiener amtlichen Kreisen hat Kapitänleutnant Ehrhardt niemals in Wien Aufenthalt genommen. Dagegen soll er wiederholt in Salzburg und Tirol gewesen sein. Der Jungdeutsche Orden bleibt berboten. Sitzung des Preuß. Landtages aml. 12. 1922 Man erledigte in der Freitagssitzung erst eine Reihe kleiner Gegenstände und schloß dann die Besprechung über die deutschnationalen Anträge wegen Auflösung des Jungdeutschen Ordens und die kommunistischen Anfragen und Anträge wegen konterrevolutionärer Organisationen und Kundgebungen ab. Der deutschnationale Antrag auf Aufhebung des Verbotes des jungdeutschen Ordens wird abgelehnt. Ebenso der kommunistische Urantrag über monarchistische Kundgebungen. Darauf folgten wieder kleine Vorlagen und besprach das Haus Bergwerksfragen, insbesondere die Frage der Stillegung von Zechen, Anträge auf Einbringung eines Gesetzentwurfes, der die Stillegung von der Zustimmung der Bergbehörden abhängig macht, werden gegen die Stimmen der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei angenommen. Die neuen Druckpapierpreise noch höher. Berlin, 2. Dez. Nach langen Verhandlungen ist der Druckpapierpreis für Dezember vom Reichswirtschaftsministerium nicht nur auf 400 Mk., wie wir erst annahmen, sondern sogar auf 445 Mk. pro Kilogramm festgesetzt. Dieser Preis kann vielleicht noch durch die Rückvergütung seilens der Jellund Holzstoffabrikalion um etwa 40 Mk. je Kilo auf 405 Mk herabgesetzt werden. Die Zahlungsbedingungen sollen zukünflig dahin geändert werden, daß das Papier 7 Tage nach der Absendung zu bezahlen ist. Die Zeitungsverleger erklärten diesen Preis für unerträglich. Eine Zeitungseinzelnummer kostet demnach 25 Mk. für die„Schwerter Zeitung", das Dezemberabonnement wollen wir auf 600 Mk. belassen für diesen Monat bei freier Zustellung ins Haus. Bei Abholung in unserer Geschäfisstelle kostet die„Schwerter Zeitung“ für Dezember 560 Mk. Deutsche in Persien. GrOF UO.S Die seit Ende des Krieges von der Persischen Regierung unter fremdem Einfluß aufgestellte schwarze Liste, wonach eine große Anzahl deutscher und fremder Staatsangehöriger binnen 10 Jahren den persischen Boden nicht betreten dürfen, ist von der Kaiserlich=Persischen Regierung vollständig aufgehoben worden. Ein Gesetz gegen Schmutz und Schund in Wort und Bild. Der allgemeine Niedergang unseres Volkes hat sich in den letzten Jahren, ganz besonders in der Verschlechterung des Zeitschriftenmarktes, gezeigt. Eine wahre Hochflut von Schund und Schmutz in Wort und Bild ist über uns hereingebrochen und bedroht namentlich die halberwachsene Jugend in ihrer geistigen und sittlichen Entwicklung. Ein Gesetz dagegen gibt es noch nicht. Die heute geltenden Bestimmungen, sowohl im Straf= wie im Verwaltungsrecht, reichen nicht aus.„So verfehlt es wäre, soche Reinigungsarbeit lediglich der Polizei zu überlassen, so wenig ist doch der starke Arm der Staatsgewalt zu entbehren in der Bekämpfung der schlimmsten Auswüchse. Es muß daher mit allem Nachdruck gefordert werden, daß Reichstag und Reichsregierung, eingedenk ihrer schweren Verantwortung, wenigstens zum Schutze der Jugend durchgreifende, gesetzliche Maßnahmen treffen, zu denen sie nicht nur die Reichsverfassung (Art. 118. 2.) ermächtigt, sondern auch wiederholte Beschlüsse der Nationalversammlung und des Reichstages verpflichten. Leider besteht nach den letzten Reichstagsverhandlungen, kurz vor Östern d. J., z. Zt. keine Hoffnung auf Wiederaufnahme einer diesbezüglichen, gesetzgeberischen Tätigkeit. Darum gilt es jetzt alle geistigen und sittlichen Kräfte mobil zu machen, um die verantwortlichen Stellen im Reiche durch eine große Volksbewegung zu ihrer Pflicht gegen unsere Jugend zu zwingen. Wahrlich, es ist die höchste Zeit, solch ein Schutzgesetz für unsere entsetzlich gefährdete Jugend zu erkämpfen. Hier hat jeder einzelne Volksgenosse mit die Verantwortung. In diesem Sinne hat auch der Deutsche Sittlichkeitsbund vom Weißen Kreuz(Geschäftsstelle Nowawes, Bez. Potsdam) einen Aufruf erlassen an seine mehr als 10000 Mitglieder, Männer und junge Männer aus allen Schichten unseres Volkes, die in 700 Ortsgruppen an der Arbeit sind. In den drei Jahrzehnten seines Wirkens hat dieser Bund wachsenden Einfluß auf unser Volksleben gewonnen, besonders durch seine persönlichen Einwirkungen auf die einzelnen Gefährdeten, vor allem durch Seelsorge und Hinweis auf die Kräfte der Rettung und Reinheit, die in der Gemeinschaft mit Christus=Jesus erfahren werden. Aus Stadt und Land. Schwerte, 2. Dezemver. Erinnerungen. Dez. 1547: Jerd. Cortez, der Eroberer Merikos, gest. 1804 Kaiserkrönung Napoleons Drei=Kaiser=Schlacht bei Austerlitz. Dez. 1854: Der Dichter Johann Peter Eckermann gest. 1857: Der Bildhauer Christian Daniel Rausch gest. Zum ersten Advent. Durch viele Tiefen muß die Seele baun, In ganzer Kraft, mit klanglos hartem mern, HämIn viele Fernen muß sie fröhlich schaun, Aus Leidgewölk und sorgenschwerem Däm mern. Durch viele Nächte muß sie still sich mühn. Will sie der Sonne vollsten Tag erringen; In viele Fernen muß sie glühn und sprühn Und endlich doch das volle Heil erzwingen. Adventszeit ist erwartungsfrohe. Hoffnungs zeit. Die Kinder lehren uns das an den per gänglichen Dingen, die ihr Auge schaut. Wit suchen und verlangen nach Ewigkeitswerten, nar Bleibendem. Erst dann sind wir beglückt, wenn wir das besitzen. Und deshalb kam Christus und drachte Ewigkeitsworte und Ewigkeitslicht und das ist Advent,— wenn wir solches Kommen er„ mehr erlahen arhirten erhalten. Es wbarken, jer neehr, erleren, erolltt. sieht ja so aus, als ob der Mensch nur nach Geld hasche. Aber jeder weiß es doch: Wir brauchen mehr, wir brauchen nicht Götzen, sondern Gott Seine Offenbarung in Christus ist das Advents geheimnis, das Adventsglück. 4 ** Die Weihnachtsgaben der Reichsregierung haben die herrschende Stimmung nicht zum Besseren ändern können. Drei Pfund Zucker sollen es sein, davon eins als eigentliche Weinachtsspende zum Kuchenbacken, aber der Preis wird höher sein, als er den Hausfrauen notwendig erscheinen will. Und wer über den Zuckerpreis wegkommt, der hat dann mit dem noch viel höheren Mehlpreis und den Unkosten für die übrigen Zutaten zu rechnen. Der alte Kinderreim lautel: „Wer will guten Kuchen backen, der muß haben 7 Sachen; Eier und Salz, Butter und Schmalz, Milch und Mehl, Saffran macht den Kuchen gel (gelb). Wer hat aber diese 7 Sachen immer in genügender Menge? ** Weihnachtsbitte. In den nächsten Tagen werden die Helferinnen des Kindergottesdienstes an den Türen anklopfen und um eine Gabe für die Weihnachtsfeier des Kindergottesdienstes bitten. Die Gemeindeglieder werden gebeten, durch bereitwillige Gaben mitzuhelfen, daß unsere Weihnachtsfeier auch in solche Kinderherzen helle Freude bringe, die zu Hause wenig Festfreude haben. ** Einheitliche Feiertagsruhe. Die Dienstbefreiung der Beamten ist in einzelnen Orten von verschiedenen Behörden nicht gleichmäßig geregelt worden, obgleich dieselben Gründe vorlagen. Ein Schreiben des Reichsministers des Innern an die obersten Reichsbehörden erklärt es weder für möglich noch notwendig, dafür einheitliche Grundsätze aufzustellen. Wohl durchführbar wäre es aber, daß an demselben Orte die Behörden des Reichs, der Länder und Gemeinden nach Möglichkeit ein1 heitlich verfahren und sich hierüber bei Zeit verständigen. Ob ein kirchlicher Feiertag zugleich gesetzlicher ist, bestimmt das Landesrecht. Dienstfrei ist grundsätzlich nur an gesetzlichen Feierta. gen. An nicht gesetzlichen Feiertagen ist den Beamten Gelegenheit zur Befriedigung der religiösen Bedürfnisse zu geben. Für weitere Dienstbefreiungen ist auf Anordnung der Landesbehörden und örtliches Herkommen Rücksicht zu nehmen. Möglichst einheitlich soll auch der Bezinn und das Ende der täglichen Arbeitszeit sestgesetzt werden. Der Haus und Grundbesivzerverein Schwerte hält morgen. Sonntag vorm. 11 Uhr bei Klempt eine Mitgliederversammlung mit, wich. tiger Tagesordnung ab. Da wird tein Hausbe. sitzer fehlen dürfen. Die Preisprüsungsstelle entfaltet in letzter Zeit eine außerordentlich rege Tätigkeit. In der gestrigen Sitzung, unter dem Vorsivz des Herrn Bürgermeister Rohrmann wurde zunächst der neue Brotpreis, der bekanntlich eine ganz gewaltige Steigerung erfahren hat, einer eingehenden Betrachtung unterzogen. Von verschiedensten Seiten wurde mit allem Nachdruck auf die große Verteuerung des Brotes hingewiesen, die dadurch entstehe, daß die Mehlverteilung in Hörde stattfinde. Der Kreis verechne an Unkosten ca. 1000 A pro Sack, für Schwerte kommen monatlich ca. 800 Sack in Frage. Die Stadt Schwerte erhielt früher für die Verteilung pro Sack 50§ Da sich die hiesige Bäcker=Innung bereit erklärt, die Verteilung kostenlos vorzunehmen, soll die Angelegenheit weiter verfolgt werden. Gegen verschiedene auswärtige Händler, die sich auf dem hiesigen Wochenmarkt Preisüberschreitungen haben zu schulden kommen lassen, wurde ein Verfahren eingeleitet, desgleichen gegen einen Landwirt aus Geisecke, der nach hier Kartoffeln geliefert und diese mit 750 J pro Ztr. berechnet hatte, trotzdem von dem landw. Kreisverein ein Richtpreis von 650 M festgesetzt war. Weiter wurden danr die voraussichtlichen Preise für Markenzuk ker— jedenfalls ein sehr hoher— und die Preise für Stroh in den Kreis der Verhandlungen gezogen. Hinsichtlich der letzteren wurde mitgeteilt daß das hiesige Pachteinigungsamt einen Strohpreis von 4500( pro Ztr. der Festsetzung von Landpächten zu grunde gelegt habe. Mit großem Befremden nahm die Preisprüfungsstelle hiervon * Noberstunden für Wohlfahrt#p##e##. verschiedenen Industriebezirken wird berichtet, daß sich die Arbeiterschaft zur Leistung von Ueber. stunden für Zwecke der Wohlfahrtspflege verpflichtet hat. So haben die Organisationen des deutschen Gewerkschaftsbundes im Kreise Wiedenbrück beschlossen, dem Bezirk von Gütersloh folgend, durch den Ertrag von zwei Ueberstunden die Kurkosten für unbemittelte Eltern kranker oder unterernährter Kinder zu verbil ligen. Der neugegründete örtliche Wohlfahrts ausschuß der christlichen Arbeiterschaft von Vonn fordert seine Mitglieder auf, wöchentlich eine Ueberstunde zu leisten und ihren Ertrag restlos der Wohlsahrtspflege, namentlich der Winterversorgung der Aermsten, zuzuwenden. In Herdorf a. Sieg faßte eine von den christlichen Gewerkschaften einberufene Versammlung den Beschluß, daß die Arbeiter 2 Ueberstunden für die Ortsarmen leisten und die übrige Bürgerschaft den gleichen Betrag wie die Arbeiterschaft zur Verfügung stellen solle. Aehnliches läßt sich gewiß auch hier durchführen, um dringendster Not zu begegnen. ** Bis zu 10.000 cl Belohnung auch für Privatpersonen. Die Entdecker von Schäden an Jahrgleisen oder Fahrzeugen der Reichsbahn erhalten eine Geldprämie, wenn dadurch die Sicherheit dels Betriebes gefährdet war. Für deren Gewährung hat der Rechsverkehrominister neue Richtlinien aufgestellt. Beamte und Arbeiter des Betriebdienstes erhalten je nach der Art füchert, der Ontwurf vollständig finanziert ist und auch die ordnungsmäßige Instandhaltung der Arbeiten gewährleistet ist. Nach den Verhandlungen mit Geldgebern werden die nötigen Darlehen gewährt, wenn eine Tilgung von mindestens 2 Proz. vereinbart und die Auszahlung des Darlehns erst verlangt wird, nachdem die öffentlichen Mittel verwendet sind. ** Das Konzert des M.=G. V. Cäcilia, Schwerte im Freischützsaal wird wieder alle Freunde edlen Männergesanges herbeilocken, die am morgenden Sonntag nachm. 4 Uhr der Einladung des Anzeigenteils Folge leisten. Als Tenorsolist ist Willi Baade, als Baritonist Hans Kathol gedes Schadens 50 bis 500 M. Diese Prämien könKenntnis, umsomehr als die Staatsregierung noch in allerletzter Zeit die Preisprüfungsstellen um ihre Mitwirkung bei der Bekämpfung des Wuchers mit Stroh ersucht hatte. Ist ein Preis von 4500 M gerechtfertigt? Dann wurde eir eingehender Bericht erstattet über die Verhandlungen einer Unterkommission der Preisprüfungsstelle mit den hiesigen Lebensmittelhändlern bezügl. Festsetzung von Preisen für Lebensmittel. Mit lebhafter Genugtuung wurde konstatiert, daß die hiesigen Geschäftsleute das größt'e Entgegenkommen bewiesen haben und sich mit ganz geringen Aufschlägen auf ihre Einkaufspreise begnügen, bei Margarine z. B. beträgt der Verdienst nur 12½ Proz. Die Verkaufspreise werden von jetzt ab wöchentlich in gemeinsamer Sitzung und im Wege freier Vereinbarung ermittelt und haben jedes mal für eine Woche Gültigkeit. Auch für Textilien, Schuhund Haushaltswaren sollen gleiche Kommisfionen in nächster Woche in Wirksamkeit treten. Jedenfalls werden durch diese Einrichtungen die Interessen von Verbrauchern und Händlern in wirksamster Weise wahrgenommen. ** Warnung. Es kommt in letzter Zeit oft vor, daß Laternen der öffentlichen lung unbefugterweise angezündet, gelöscht oder beschädigt werden. Vielfach sind Kinder die Täter. Es handelt sich in solchen Fällen um eine strafbare Schädigung der Allgemeinheit. Die Polizei ist beauftragt, im Falle der Ermittlung die Täler rücksichtslos zur Anzeige zu bringen. Es wird darauf hingewiesen, daß die Eltern für die Handlungsweise ihrer Kinder hastbar sind und für alle Folgen aufzukommen haben. Soweit Erwachsene in Frage kommen, ist es traurig, daß ein solcher Hinweis nölig ist. Diese solllen wissen, wie sie sich fremdem Eigentum gegenüber zu verhalten haben. nen auch Beamten und Arbeitern der Werkstätten gewährt werden, wenn das Auffinden infolge besonderer Aufmerksamkeit erfolgt ist. Außerordentliche Prämien können die Reichtbahndirektionen bis zu 10000 A zubilligen, wenn eine unmittelbar drohende Betriebsgefahr durch entschlossenes und zweckmäßiges Handeln von Eisenbahnbediensteten oder Privatpersonen rechtzeitig abgewendet oder wesentlich berabgemindert wird. Im einzelnen Fall kann die Anertennung noch darüber hinausgehen. Entsprechende Prämien und Belohnungen werden für entschlossenes und zweckmäßiges Handeln bei der Entdeckung und Unterdrückung von Wald= und anderen Bränden gewährt, die beim Betriebe der Bahn entstanden sind, ebenso bei der Rettung von Personen aus der Gefahr des Ueberfahrenwerdens oder aus anderen Gefahren. ** Ueber die Vergiftungen an Pferdefleisch, die sich am Samstag in unserer Stadt ereigneten wird uns von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß es sich um Fleisch handelt, welches über Witten aus Twistringen(Hannover) bezogen ist. Das eingeführte Fleisch trug den Stempel der behördlichen Untersuchung und unterlag somit hier keiner Nachschau mehr. Aus diesem Fleisch ist nun Wurst hergestellt, nach deren Genuß einige Personen erkrankt sind, die sich jedoch jetzt wieder auf dem Wege der Besserung befinden. Der Rest des noch vorhandenen Fleisches ist beschlagnahmt und unterliegt gegenwärtig der hakteriologischen Untersuchung. Zur Beruhigung der Bürgeschaft sei noch mitgeteilt, daß der betr. Metzger sich bereit erklärt, alles von auswärts bezogene Fleisch— — in dieser Woche sind wieder 18 Pferde in geschlachtetem Zustande eingeführt— hier zur Nachuntersuchung vorzulegen, trotzdem er dazu nicht verpflichtet ist. ** Staatsbürgschaft für Bovenverbesserungen. Für Anleihen zu Bodenverbesserungen übernehmen Reich und Staat die Bürgschaft für Verzinsung und Tilgung nach einem besonderen Gesetz. Es sind jetzt dazu nähere Bestimmungen getroffen worden. Die Träger von Meliorationsunternehmungen müssen sich die Geldmittel selbst beschaffen. Für die Bürgschaft wird vorausgesetzt, daß die Organisation die Durchführung der Arbeiten wonnen. Der bewährte Dirigent Franz Hanemann wird die Chöre persönlich leiten. Unter diesen heven wir hervor: Neumanns„Feuerrei ter“, Zöllners„Todesritt" und Schuberts„Sancrus".: Freunde der Cäcilia: Auf zum Freischütz! ** Das Uebernachten im Wartesaal. Nach§ 17 der Eisenbahn=Vertehrsordnung ist die ReichsGahn verpflichtet, Warteräume in Uebergangst und Endbahnhöfen nachts nur dann offen zu halten wenn zwischen der Ankunft des letzten und der Abfahrt des ersten Zuges weniger als vier Stunden liegen. Der Reichsverkehrsminister hat jedoch jetzt, wie die„Reichszentrale für deutsche Verkehrswerbung“ erfährt, eine Prüsung angeordnet, ob nicht eine weitere Öffenhaltung solcher Warteräume im Interesse der Reisenden geboten erscheint, denn die gesteigerten Fahr= und Uebernachtungspreise forderten bei der fortschreitenden Verarmung die größte Rücksichtnahme der Reichsbahn. Die Reichsbahn=Direktionen sind angewiesen worden, die Notwendigkeit eines Nachtbetriebes in den Warteräumen zu prüfen; es soll jedoch dafür gesorgt werden, daß diese Wohltat nur Reisenden zugute kommt; neben einer scharfen Fahrkartenkontrolle soll namentlich das Verbot des Alkoholausschanks oder die völlige Stilllegung des Schankbetriebes bisher beobachtete Mißstände verhindern. ** Durch Einbruch wurden einem hiesigen Werke zwei Rotgußhähne mit Seitengewinden im Gewicht von 6 Kg. entwendet. ** L e h r e r a l s B e i s i t z e r d e s M i e t e i n i g u n g s= amtes. Die Annahme des Amtes als Beisitzer des Mieteinigungsamtes wird von Beamten sehr oft aus dienstlichen Gründen abgelehnt. Der Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung ersucht jetzt sein Bereich, den Beamten und Lehrern die Ausübung des Amts als Beisitzer in geeigneter Weise zu ermöglichen, soweit es ohne Beeinträchtigung der Aufgaben des Amtes geschehen kann. ** Der Schwerter Turnverein(M. D. T.) hält seine Jahreshauptversammlung nicht schon morgen, am 3. Dez., sondern erst am nächsten Sonntag, den 10. d. Mts. Näheres wird noch bekanntgegeben. ** Raub. Einem von auswärts kommenden Milchhändler wurden heute früh in der Dunkelheit in der Gemeinde Lichtendorf von einem Manne 60000 4, die für gelieferte Milch gezahlt werden sollten, aus dem Wagenkasten geraubt. ** Die Gebühren für Hebammen haben eine bedeutende Erhöhung erfahren; die Verfügung ist im Amtsblatt Stück 47 veröffentlicht. ** Zur Viehzählung. Am 2. Dezember findet wieder eine Viehzählung bei uns statt. Bis zum Kriege geschah dies aller 5 Jahre, bis 1883 nur aller 10 Jahre, jedoch erwies sich diese Spanne Zeit zu lang für den beabsichtigten Zweck. Bei uns werden Pferde, Rinder, Schafe, Schweine, Ziegen, Maultiere, Esel, Federvieh und Bienenstöcke gezählt, oft auch Kaninchen und Hunde, in anderen Ländern aber, wo es noch andere Tiere gibt, nimmt man auch diese dazu, so z. B. in Norwegen Renntiere, in Argentinien Strauße usw. Die Angaben über den Viehbesitz sind als Amtsgeheimnis zu wahren; sie werden nur zu statisti94) Art läßt nicht vonl Kli. Fr. Roman von H. Hill. (Nachdruck verboten.) „Sie sind allzu klug gewesen, meine Gnädigste,“ sagte er, nachdem er sie lange angesehen hatte.„Und Sie haben uns damit vortrefflich in die Hände gearbeitet. Hoffentlich sind Sie ja in diesem Augenblick eingedenk, daß niemand etwas von Ihrem Hiersein weiß, und daß Ihre Angehörigen Sie nicht finden würden, auch wenn sie Himmel und Erde zu diesem Zweck in Bewegung setzten.“ Und dann, indem er das höhnische„Sie“ ausgab und wieder zu der gewohnten, vertraulicheren Anrede zurückkehrte, fügte er hinzu: „Selbst wenn du das Unglück hättest, hier dein Leben zu verlieren, würden deine Mutter und dein Großvater um die Genugtuung kommen, den Ruhm deiner Tugenden auf die Nachwelt zu bringen, denn sie würden nie erfahren, wo sich deine letzte Ruhestätte— wie es so poetisch in den Romanen heißt— befindet.“ „Rechnen Sie nicht zu fest darauf," erwiderte die Komtesse, die noch immer ihre Haltung bewahrte.„Wer bürgt Ihnen dafür, daß ich meiner Familie nicht doch eine Mitteilung über meinen gegenwärtigen Aufenthalt habe zukommen lassen?“ „Wer mir dafür bürgt?“ lachte er.„Meine eigenen Augen als ein paar Minuten. Denn sobald Weigelt wieder da ist, muß die Sache ins reine gebracht werden— so oder so.“ Edith stand unbeweglich und würdigte ihn keiner Antwort mehr. Aber sie war gewillt, ihre Ehre und ihr Leben zu verteidigen bis auf den letzten Blutstropfen. 30. Kapitel. und Ohren. Noch an diesem Morgen bin ich auf Schloß Donnersberg gewesen und habe mich davon überzeugt, daß sie dort in voller Unkenntnis darüber waren. Tein überschlauer Vetter von Reckenburg hat sich, wenn ich nicht irre, „ ausgemacht, dich zu suchen. Aber ein von mir gewähltes Versleck aufzuspüren, ist er denn doch nicht schlau genug. Du bist also zum letzten Male vor die Entscheldung gestellt, und ich rate dir dringend, dich nach der vernünftigen Seile hin zu en'schließen. Denn die Folgen könnten schlimmer sein, 4* als du dir's träunten läßt. Aber ich bedauere, dir nur sehr wenig Zeit zur Ueberlegung lassen zu können— nicht mehr Während er vor dem Gebäude der Polizeidirektion auf die Rückkehr des Freiherrn von Reckenburg wartete, war Doktor Odemar eine Beute verzweifelter Sorgen und tieftrauriger Gedanken. Die von dem Regierungsassessor unternommenen Schritte hatten ihn nicht mit Vertrauen auf einen Erfolg erfüllen können. Er sah nicht, wie man mit alledem die Gefahr abzuwenden vermöchte, von der er nach den Enthüllungen des Majors Brandenfels die Komtesse bedroht wußte, und das Bewußtsein seiner eigenen Ohnmacht drückte ihn schwer danieder. Da plötzlich fühlte er sich wie von einem elektrischen Schlage durchzuckt, und seine Augen öffneten sich weit. Es war kein Zweifel: der Insasse der Autodroschke, die soeben, durch die Lebhaftigkeit des Verkehrs dazu genötigt, in ziemlich mäßigem Tempo an ihm vorübergefahren war, konnte kein anderer gewesen sein als der junge Graf Donnersberg. Dies widerwärtige Gesicht mit dem charakteristischen Muttermal und dem boshaften Ausdruck würde er ja unter tausenden auf den ersten Blick erkannt haben, und eine Täuschung war gänzlich ausgeschlossen. In demselben Moment, wo er diese Gewißheit gewonnen hatte, war auch sein Entschluß schon gefaßt. Er mußte diesen Menschen verfolgen und durfte ihn um keinen Preis wieder aus den Augen verlieren. Sein eigener Chauffeur war eben von dem Fahrersitz herabgeklettert und machte sich an der Maschine zu schaffen. Doktor Odemar neigte sich zum Wagenfenster hinaus und rief ihm in hastigen, sich fast überstürzenden Worten zu: „Sehen Sie das gelblackierte Auto dort? Sie müssen auf der Stelle hinterherfähren und müssen ihm folgen, gleichviel wohin es gesteuert wird. Und Sie müssen zugleich achtgeben, daß weder der Chauffeur noch der Insasse etwas von der Verfolgung bemerkt. Wenn Sie bis zu dem Augenblick, wo der Fahrgast aussteigt, die Spur des Wagens nicht verloren haben, zahle ich Ihnen hundert Mark.“ Das war eine Verheißung, die den Chauffeur nicht lange zaudern ließ, und die ihn mit einem wahryaft hingebenden Eifer beseelte. Er fragte nicht lange, ob der Herr, der ihn engagiert und ihm befohlen hatte, hier zu warten, mit den veränderten Dispositionen einverstanden sein würde. Er fragte überhaupt nichts, sondern schwang sich mit der Behendigkeit eines Gymnastikers auf seinen Sitz und setzte sein Gefährt in Bewegung. Die gelblackierte Autodroschke war glücklicherweise noch nicht außer Sehweite, und innerhalb weniger Sekunden hatte er sich ihr so weit genähert, daß er sie, immer in gleichem Abstande hinterher fahrend, bequem im Auge behalten konnte. Die beiden Fahrzeuge durchmaßen auf solche Art zunächst einige der belebten Hauptstraßen, um dann die Richtung nach der Nordvorstadt einzuschlagen, die in ihrer ersten Hälfte von der, anständigen Arbeiterschaft, an der Peripherie aber von allerlei bedenklichem, lichtscheuem Gesindel bevölkert war. Hier wurden die Straßen immer schmutziger, die Häuser immer kahler und häßlicher. Es gab da Gassen und Winkel, denen man es ohne weiteres ansah, daß sie vortrefflich geeignet sein mußten, dem Laster und dem Verbrechen als Zufluchtsstätte zu dienen, und während er mit gespannter Aufmerksamkeit durch das Wagenfenster spähte, erschauerte Doktor Odemar bei der Vorstellung, daß man die Komtesse in dies wüste Viertel verschleppt haben könnte. Die Verfolgung mochte ungefähr zwanzig Minuten gewährt haben, als der Chauffeur seinen Wagen an die Bordschwelle lenkte und haltmachte. Mit einem Satz war der junge Schriftsteller auf dem Pflaster. Mit ausgestreckter Hand deutete der Fahrer nach vorn. „Da hält die andere Droschke. Der Herr, der ausgestiegen ist, hat sich in die Querstraße hineinbegeben. Wenn Sie ihn erwischen wollen, müssen Sie sich wohl beeilen.“ Ohne Besinnen drückte ihm Doktor Odemar den bereitgehaltenen Hundertmarkschein in die Hand. Auf die hinterher gerufene Frage des Chauffeurs aber, ob er hier warten solle, antwortete er ohne Ueberlegung mit einem Nein. (Fortsetzung folgt.) m Zwecken benutzt, nicht zu gebnisse der Zählung diene uung wissenschaftlicher und en, z. B. der Hebung der herung der Volksernährt hngeren Umfanges gab es des dreißigjährigen Kri gen. Erst seit der Erricht mistischen Büros im Jahre zige Viehzählungen mit U rgattungen vorgenommen Erhebungs=Methode sehr shodisch richtige Viehzählt gien und ist für alle L en. ** Holzverkauf an Eindei erweise seitens des Mag m. 10 Uhr im Stadtwal „ Freischütz. Näheres in schung. ** Für alle Vereine, die hgen in unserer Zeitung hattung wünschen gilt sel ißliche Bedingung, daß u sügliche Wünsche rech rden, wobei Programm u egt sein müssen. Hallo, die Feuerweh Im sein, der heute nach der Jugendvorstellung söhlichkeit schaffen soll ne m:„Was deutsche uf!“ Evangelischer Mäni Sonntag findet nachm hale des Gemeindehause Fneralversammlung des hem. Arbeiter= und Büre r über die Erhöhung de tig Beschluß gesaßt, we scheinen ist deshalb### Westhofen. Auf hrisel. Vereins junger! bnntag im Weibergsche l erinnernd hingewie hr abends. Westhofen. Ein Ei rgangenen Nacht in ei fücke verübt. Die Spu im Bahnhof verfolgen. # verschwunden. Holzen. Das Herl ###elvereins 07(M. D ndet am morgenden S w. Mölders Saal stat orführung, Theater u kird am Vormittag ei pten. Das ist schön r Erwachsene Zutrit seunde eingeladen, bei ieder. schwerter Die vergangene Wi hlagen von der erns köhlichen Adventszeit. in auf Weihnachten Ind in diesen Tagen I das Schöne und N kann in unsere Stad kannten Läden zur A necht Rupprecht selb inen Verdruß. Er #ich auf Weinachten eure Zeit steigert a öhliche und selige Glück und Zufrieden ##rausendguldenkraut. wohl sein und frühz Nachfrage ist unter nicht auf langes Ue diesem Jahre selbst #nachtsbedarf in der denn das Paletport ##als das Weihnachts ventssonntage falle ist Heiligabend. M pfüllen. Wo die Kleinst werden sollen, kani aufgefrischt oder! gefertigt werden. Die früher ob wird durch die h nicht die Festtafel wird ein Hase de werden jedoch auf rerzichten müssen. der Feiertage der warme Stube be kleinsten Ge Geld. Eine Sche 9 150 M zu haben #tostet 500 cl,e 120 M. der kle Brotkapsel 3500 Es ist eben wenn eine Ste nadel 75 J kos die„Kleinigkeit Geschenk der r In einer Zeit, Zwecken benutzt, nicht zu Steuerzwecken. Die enisse der Zählung dienen lediglich der Förwissenschaftlicher und gemeinnütziger Auf. en, z. B. der Hebung der Viehzucht zwecks rung der Volksernährung. Viehzählungen hngeren Umfanges gab es vereinzelt schon des dreißigjährigen Krieges, z. B. in Thügen. Erst seit der Errichtung des Preußischen istischen Büros im Jahre 1810 wurden regelzige Viehzählungen mit Unterscheidung a reatungen vorgenomznen, margengg, bis 1807 Erhebungs=Methode sehr mangelmist. Die hadisch rihztige Biehsählung eepigegzgg### gien und ist für alle Länder vorbile#n#. rweise seitene der Arogftrestang, Treistgungt 10 Uhr im Stadtwalde siun. Ensral Näheres in der heutigen ** Für alle Vereine, die über ihre Veranstalgen in unserer Zeitung Hinweise und Vericht hattung wünschen gilt selbstverständlich unsäßliche Bedingung, daß unserer Redaktion dies sügliche Wünsche rechtzeitig mitgeteil rden, wobei Programm und Eintrittskarte voregt sein müssen. ** Hallo, die Feuerwehr, das soll der Im sein, der m sein, der heute nachm. 4 Uhr als Beigabe der Jugendvorstellung der Vilderscharg söhlichkeit schaffen soll neben dem schönen Leh „Was deutsche Technik Wunder *: Evangelischer Männerverein. Am morgl. sonntag findet nachmittags 6 Uhr im m hale des Gemeindehauses eine außerordentliche talversammlung des evang. Männervereins gem. Arbeiter= und Bürgerverein) statt, in welr über die Erhöhung des Jahresbeitrages en gesaßt werden soll. Vollzähliges scheinen ist deshalb dringend erwünscht. 10 M. die billigste Schreibseder 4,0.f, der ligste Bleistift 20 M tein Cohinoor kostet 480 MK), und ein Schulschreibheft, das früher für 10 zu haben war, 110 cA kosten, erfordern diese nützlichen Geschenke von den Eltern große Summen. Aber, aber: Wer will die Rätsel der Zeit mit seiner Vernunft durchleuchten? Punkt, an dem der Verstand stille steht. Der Dichter Geibel sagt:„Studiere nur und raste nie, di tommst nicht weit mit deinen Schlüssen. Das is. das Ende der Philosophie, zu wissen, glauben müssen.“ Wohl dem, der glauben n: Wohl dem, der in seinem Leid, in seiner No. in der Allmacht Gottes einen festen Ankergrund für Trost und Hoffnung kennt! Wahre Religion kann durch keine Sorge erdrückt werden. Die Adventssonntage bringen den Gläubigen die geschichte in die Erinnerung.„Wie soll ich empfangen und wie begegn' ich dir Paul Gerhard. Die Hand Gottes ruht schwer auf unserm Volke und auf jedem Einzelnen. sind nicht besiegt in dem großen Weltfriege und doch unterlegen. Wie gewaltig ist die# Gottes in diesen beiden Tatsachen! Schuld hat sich uns offenbart in den letzten vier Jahren! Und doch wissen wir, daß niemand größere Liebe hat, als unser Vater im Himmmel. Darum wollen wir flüchten vor Gottes Zorn ar Gottes Herz, und wollen die Tore weit öffnen zum festlichen Einzug des Herrn der Herrlichkeit! Hosianna! Friedensfürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, Das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, Und dein Reich allein besteht. Aus den Provinzen Westhofen. Auf den Familienabend des #risel. Vereins junger Männer, am morgenden bnntag im Weibergschen Saale wird noch einkl erinnernd hingewiesen. Beginn pünktlich 7 obe.„ Hruch wucke in der rgangenen Nacht in einem Hause an ücke verübt. Die Spur der Diebe ließ sich bis m Bahnhof verfolgen. Dann blieb alles spurverschwunden. 8.— Holzen. Das Herostfest oes Turn= und vielvereins 07(M. D. T. und Westd. ndet am morgenden Sonntag nachm. 4 Uhr w. Mölders Saal statt durch Konzert, Turnerbrführung, Theater und Vall. Den„ sird am Vormittag eine Sondervorführu gebten. Das ist schön so. Abends haben dann Ar Erwachsene Zutritt und sind alle Tur seunde eingeladen, besonders die passiven Mitlieder. Schwerter Wochennachklänge. Die vergangene Woche hat die Brücke gelagen von der ernsten Totenfestsrunde zu der köhlichen Adventszeit. Es geht mit eiligen In auf Weihnachten zu. Die Augen der Jugend Ind in diesen Tagen doppelt scharf, sie entdeI das Schöne und Neue, das der Weihnachtssann in unsere Stadt geschafft und in den bekannten Läden zur Ausstellung gebracht hat. Dei Knecht Rupprecht selbst hat dieses Jahr wohl auch seinen Verdruß. Er will alle die Tausende, lich auf Weinachten freuen, beglücken, aber gröhliche und selige Weihnachtszeit ist auch lück und Zufriedenheit sind mehr wert, als e Tausendguldenkraut. Etwas praktisch wird man wohl sein und frühzeitig kaufen müssen, denn die Klüche ar ne un., al. Gs 6 in ct au launges hederiog,zich, zatz aller an diesem Jahre Aus dem Hönnetale. An den rechten Mann gekommen. Zwei Spitzbuben hatten sich auf einen Bauernhof des Hönnetales eingeschlichen, um zu stedlen. Der Besitzer Hatreg Diebe rechtzeitig bemerkt, und holte vir A barn herbei, die das Haus umstellten. Die Diebe wurden festgenommen und erhielten glatt eine wohlverdiente Tracht Prügel. Hagen. Im Gefängnis erhängt. Eine Fraueneperion hat sich imn neuen Verschiggr po. nis an der Fleyerstr. in ihrer Zelle erhangl. Der Beschließer hörte auf seinem Kontrollgange in der Zelle ein qualvolles Stöhnen. Er öffnete und sand die Strafgefangene, die noch 2 Jahre Gefängnis zu verbüßen hatte, erhängt vor. Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg. Barmen. Für die Unterstützung der Kleinrentner bewilligten die Stadtverord neten 2163000 Mark. Westerholt. Eine große Diebstahls geschichte macht hier viel von sich reden. Es handelt sich um widerrechthiche Wegnahme von Bauholz im Werte von über einer halben Million Mark, an der 7 Einwohner von hier, zumeist Handwerksmeister, beteiligt sind. Mehrere Vei haftungen sind schon vorgenommen worden. Barmen. Schließung des Stadttheaters Elberfeld=Barmen. Gleich der Stadt Elberfeld ist auch hier in der gestrigen Stadtverordnetensitzung der Verwaltungsantrag auf Schließung des Theaters am 1. Mai 1923 angenommen worden. Wandersport. Sauerl. Gebirgsverein, Abt. Schwerte: Son##* D e z e m b e r 1 9 2 2 N a c h m i t t a g s w a n e e Biligst nach bennen GArgreng, Abmarsch: 2½ Uhr vom alten Rathans, Truckstraße. Liederbücher mitbringen. Die deutsche Sportbehörde und ihre Unterorganiationen arbeiten iür. berig, Vereig an freulicherweise auf lange Sicht. vorvorigen Samstaz und Sopzue,ggggg um technische Ausschuß der DSV. in neben der Erledigung einer Reihe anderer Dinge auch das Leichtathletikprogramm für das den bestimmt: Frühjsahrwaldläufe ans. 25, Deutsche Walbläufe 8. April, große—.#e Mai, Verbandsmeisterschaften 29. Juli. 2 sche Meisterschaften 17.—19. August, Gehermeisterschaft über 50 Klm. 7. Ottober, Westdeutschland—Hotland 5. Aug., Ländertamp#t Deutschland—Schweiz 2. Sept. Außerdem ist die Veteiligung an den Liompischen Spieleg in Goöte borg von 1.—8. Juli vorgesehen. a e ballspiel soll in allen Verbänden mehr als viont Verbandsmeister für Herren und Tamen fest stehen.— Die Deutsche Vereinsmeisterschaft wurde dem Sportverein Stuttgarter Kickers für zuerkannt, der damit diesmal in den Besitz „Ewigen Wanderpreises“, gelangte. Die elde Sote untahe ui. Bsgesenete Soctforung aus ben. Stond, uozen. Der fri, aus, Sperverfen und Steinyope., gegg. here Kronprinzen=Wanderpreis(Verteibiger: Schwe ter Sportvereinigung von 1906, Schwerte) wird fortan unter dem Namen Großer Strinterpreis ausgetragen und Ipar durch den Sportklub 08 Münster.— Ein altgmeiner Werbetag soll am 19. August stattfinden. Auch, der Verbands=Achletik=Ausschuß des Westdeutschen Spielverbandes hat sich bereits mit dem Programm für das nächste Jahr befaßt. legte zu den obigen Veranstaltungen als amtliche Veranstaltungen des Pegetgrtegen Gaumeisterschaften, 39 Juli Besdenische Juli Gaumeisterscha 29. Juli Meisterschaften(wie oben). Runmehr beginnt die Arbeit für die cdneren Crgane. Dor, Vou Pezeutzer varm Sühretialtene beruft fhr ben zur gen greig 8e. 11½ Uhr eine Achletiktagung fül een Klenn (Bezirke Siegen, Lenne, Betzdorf, Westernoch Sitzeg, Loial Hrzerigg serner eine gle.che Lagung für den 10. Dez. vorm. (egese Bagen, Vserlohn, Arnsberg). Als Tagesordnung für beide Tagungen gilt 1. Anwesenheit, 2. Bestrechung des Hltchrich. rieen Achleikbprogramme,. Sagnahgn u. i. Siiter chagch.3 Sugendfragen. 9161e. Tum. B. Pressewesen Reseren: Hemer==#nette, schiedene. Ti. unteren N###tinstanzen und d'e Kres=Sommestielarsschüsse müssen je 1 Vertr. ursenden meiter is die Frilnahme an d. Tagungen durch die Vire n.=Vertreter aller n Veriut uu Vrncherug, und mit gigh Sterttugung. Lie Fi. B.auf die Eisenbahnverkehremöglichkeiten so gelegt. daß alle Verein an der betr. Tagung tei.nehmen können. Wegen des Gan=Auswahlspiels an morgigen Tage in Siegen sind die ämtlichen Gau= und Kreis=Klassen spielfrei. Der sache auf die Vereine Bohn=Eisgergzueilen, lle en die 6 bezw. 5 Spiele 2 ein=Fiegen, die 6 bezw. 5 Spie. sind Spieler von Gevelsberg(4). Eppenhaufen (4), Hagen 1860(2) und Jahn=Hagen(1 vorgeBezirks=8=Klasse gibt es das wichtige Treffen Holzen— Union=Schwerte(Meisterschaftsspiel). Mehrjährige Rivalen srehen sich gegenüber; eine einigermaßen zuverlässige Vorau sage ist nicht möglich, da die Form der Parteien in den bisherigen Spielen nicht gleichmäßig wo; Beginnzeit 2 Uhr, Platz Holzen.— In ber liste der Bezirks=C=Klasse finden wir für morgen Nachrodt— Langenholthausen, Breite dringsen. Turn= und Spielverein 07 Holzen feiert nach dem obigen Meisterschaftsspiel ab 4 Uhr im Lokale Mölders sein Herbstfest. Die Juge und die erst vor 2 Monaten in's Leben gerufene Mädchenabteilung werden mitwirken Für die Jugendabteilung und die Knabenabteilung sini Ulebungen am Barren vorgesehen, während Mädchenabteilung Freiübungen zeigt. Schwimmen. Deutsche Schwimmer hatten im Auslande neue Luber, Eitner und Sommer gewannen in Schweden eine 3 mal 50 Pruse, Rücken= und Freistil=Stgimmen i# Min. 30/4 Sek. gegen Schweden. seine ausländischen Mitbewerber über 100, 20 und 400 Meter=(Brustschwimmen), Luber gewann die beiden Sprungwettbewerbe, während Eitner hinter den berühmten Schweden Trolle und Arne Borg den 3. Platz belegte. Die Schwer=Athletiker werden auf Betreiben und 4. Februar in Frankfurt a. M. einen interabhalten, der sich mit dem Anschluß der Mittelmächte an den internattonalen Verband befassen soll. Das bedeutet, der bisherigen Haßpolitik der Franzosen Sport durch die Neutralen energisch ein En macht werden soll. Eehie Beahtmeirung.... Der Streik in der Badischen Anilinfabrik. Der eum in dir Gnsischin umnsabri. TU. Frankfurt, 2. Dezember. Die Streikbewegung scheint weitere Kleise zu ziehen. Die Freien Gewerkschaften machen den Versuch, den Streit auf die ganzgengrgigreig u dehnen und den allgemeinen Generaisteen zu nter den beutigen Verhtusen, proklamieren. Die französische vesatzungsbe. becerieuneu, eine Bied, bat den deuschen Tebörden migesell, selbitverstäindtich, vod u..—6b, haß r Lebergrisse des Streiks auf Heimatstadt eingekauft wvird.)„ I.hg unter beinen Amsänden und kam erst auf zweimaliges Ersuchen in der ud uep e., gusiden Grangele Schiff betrete und die geren. eanzosen in die Pinasse kommen sollten. 3. Dez. Wolken, teils Sonne, strichweis schlag, ziemlich kalt. 4. Dez. vielfach Niederschlag, ziemlich kalt. Dez. wenig verändert. 6. Dez. veränderlich, ziemlich milde. nachtsbedarf in der#mm wird denn das Paletporto kann leicht mehr ausmachen, als das Weihnachtsgeschenk kostet. Alle vier Ad ventssonntage fallen in den Dezember, der letzte ist Heiligabend. Mag er viele stille Wünsche Wo die Kleinsten durch Spielsachen erfreut werden sollen, kann das Alte vom vorigen Jahre aufgefrischt oder Neues auch durch eigene Hand gefertigt werden. Die früher obligate Weihnachtsgans # wird durch die hohen Preise dieses nicht die Festtafel bereichern. Wenn's hoch kommt, #wird ein Hase den Festtagsbraten abgeben. Viele werden jedoch auf Braten, Kuchen und Leckereien rerzichten müssen. Sie werden froh sein, während A#der Feiertage den Osen heizen und sich warme Stube bereiten zu können. Schon die kleinsten Geschenke, erfordern eine Masse Geld. Eine Scheuerbürste ist heute kanm unter 150 A zu haben, das kleinste Netz zum Einholen kostet 500 4l, eine Zahnbürste(mit Hokzgriff! 120 M, der kleinste Handkorb 600 und eine Brotkapsel 3500 M. Es ist eben alles wahnsinnig teuer geworden wenn eine Stecknabel heute 35 und eine Nähnadel 75 J kostet! Ein Paar Schnürsenkel kosten die„Kleinigkeit von 75 A; das ist bestenfalls ein Geschenk der reiferen Jugend für die Ektern In einer Zeit, in der der billigste Radiergumm holbe hat den deutschen Behörden n oaß sie Uebergriffe des Etreiks auf lebenswichtige Betriebe unter neinen Umständen dulden werden. Maurenbrecher unter Anklage TU. Berlin, 2. Dezdr. Vor, der 9. Straskammer des Landgerichts halle sich de Hauptschrifkleiter der„Deutschen Max Maurenbrecher wegen Augezzgggglg. Klassenhaß zu verantworlen. D#.######## stützt sich auf einen Artikel der„Deutschen Zeitung" vom 7 Juli 1922 belitelt,„Die jüdische Fälschung" Der Arlikel beschäftigt sich mit den Veröffentlichungen Eisners unler Bezugnahme auf den Fechenbachprozeß und bezeichnet diese Handlungsweise Eisners als Gipfel der jüdischen Gesamtschuld am deutschen Volk. Zum Schluß wird Aufhebung der slaatsbürgerlichen Gemeinschaft zwischer, Dezt; schen und Juden verlangt. Das kündigte nach einstündiger Beratung einen Freispruch. Geltsame TU. Kamburg, 2. Dezbr. Am 30. Oktober halle Kapitän Lübke und die Mannschaft des Stinnesdampfers„Elbe=Slinnes während eines furchtbaren Sturmes, unter aufopfernden Anstrengungen und eigener Lebensgesahr auf hoher See die 32 Besatzung des französischen Dreimasters„St. Jacques“ gerektet. Als der Stinnesdampfer in den nächsten Hafen einlief, erschien der ie Pinasse kommen soll. Gottesdieuste am Sonntag, 3. Dezemper. Große Kirche: 9,30 Uhr: Pastor Nell. 11 Kleine Kirche, 10 Uhr: Pastor woch abends 8.30 Uhr: Gebetsstunde. waren irgendwelche Nachrichten leider nicht zu eüchkten. Stadttheater Dortmund. Sonntag, 3. Dez., 7½—10 Uhr. Neu einstudiert. „Cavailerie rusticana“. Oper in 1 Aufzug von Mascagni. Hierauf: Neu einstudiert.„Der Bajazzo". Drama in 2 Akten mit einem Prolog. Weihnachten steht vor der Tür. Allen Hausfrauen lann man mit Maggis Erzeugnisseg (Maggi's Würze, Maggi's Suppen, Kggis Fleischbrühwürfeln) Freude bereiten. Durch ihre vielseitige Verwandbarkeit helfen sie das teu Fleisch, Kohlen und Gas sparen; außerdem leichtern sie die Kocharbeit. Weihnachtswünsche Nun rüsren wir zum Weihnachtsfeste, Da wünscht ein jeder sich das Beste. ####eine Mann So will der Hans, der neine Munn, Ein Schaufelpferd, das— wiehern kann, Und Liesel träumt schon wochenlang Von einer Puppe mit Gesang... Den Vater schaudert's und er denkt: Wenn mir nicht einer'n Dollar schenkt, Dann weiß der Deubel, wie ich alles Einkaufen soll bei meinem Dalles! Bedrückt horcht er die Gattin aus: „Was wünschst denn Du Dir, liebe Maus? „Ach“ tröstet sie,„es ist nicht viel— Schenk mir ein paar Paker Pe rs giru Praktisches Weihnachtsgeschenk! MAadr Suppenartikel: MAGGI Wärze in Flaschen, MAGGI“ Suppen in Würfeln, MAGGIS, Fleischbrühwürfel. Nan achte genau auf den Nemen Statt besondere Anzeige 24 Infolge Herzschlages verstarb heule nachmitlag 4 Uhr unsere liebe Mutter, Großzmutter und Argroßmutter, die ww. Karie wiöder im Alter von 75 Jahren. Die trauernden hinterbliebenen. Schwerke, 30. November 1922. Die Beerdigung findet Sonnlag, nachmittags 3½ Uhr vom Sterbehause, Dortmunderweg 18 aus statt. In alter bewährter Güte! geeignet für alle Arten von Wäsche. in örleinalgackung! Alleinie Herweler: NENKUL amp; CIA, BULSRLNORT, auch der ellbewährten„NANKO“(Menkals Wasch- und Sleich- Soda, 1 Alemige Herwcler: RüRKUt# uim, Fagssez Seten:Segc =Verrauf. 9 EAm Montag, dem 4. Dezember 1922, vormiltags 10 Uhr anfangend soll im Stadtwalde Schwerle an die Eingesessenen des Stadtbezirks Schwerte nachstehendes Brennholz zum Verkauf ausgesetzt werden. 1.3100 Rummern Buchenscheitholz 2. 40 Rummern Buchen-Reisigholz 2. Klasse Jusammenkunft am„Freischütz“. Ausweis ist mitzubringen. Schwerte, den 1. Dezbr. 1923. 5622 der Magistrat. Bekanntmachung. Zum 1. Januar 1923 soll die Eisenbahnkantine mit Wohnung, bestebend aus 4 Zimmern, in dem neuerrichteten„Ausbesserungswerk in Schwerte verpachtet werden. Neben festen Angeboten sind Anjebote nach Prozenten der Koheinnahmen(Umsatz) erforderlich. Außer des Pachtzins ist ein besonderer Mietzins für die Wohnung zu zahlen. Bedingungen sind auf Station Schwerte einzulsehen und vom Vorstand unseres Präsidialbüros hier lgegen Zahlung von 30.— Mk. in bar zu beziehen. Angebote, sind bis zum Oeffnungstermin, der am 14. Dezemher 1922, vormittags 11 Uhr im Zimmer 82 unseres Verwaltungsgebäudes hier stattfindet, an uns einzureichen. Persönliche Vorstellung nur auf Aufforderung Elberfeld, im Novb. 1922 Reichsbahndirektion. : M.= G.= V.„Cäclia“ Schwerte 55, gegründet 1869 Chorleiter: Musitdirektor Franz Hanemann d. J. : Sonntag, S. Dez. 1922, nachm. 2½ Uhr Beerdigung d. Kameriden H. op den Winkel. Zahlreiche Beteiligung erbitte: Der Vorstand. 81 WeihnschlsGescheinn *## sind Pelze Raum von 60 gm an mit oder ohne Licht u. Kraftanschluß für Lager u. kleine Fabrikation gegen gute Miete gesucht in Schwerte oder Umgebung. 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Tagesordnung wird um zahlreiches Erscheinen geb. Der Vorstand. Racheagsto. preiswert zu verkaufen. MNäheres in der Geschst. 36-=== zum Schlachten kauft Burgwirtschaft Berneteln-, Copal-, Emaille- etc. Sele Erzeugnisse erstor Raffinerien IIISSIetc. Orlginalkannen Originalfässer od. Im Anbruch f. Malermstr. u. Private Wilh. Heppe Chemikaliengroßhandlung lefon 465 Friedrichstr. und Ostenstr. 5620 Mitwirkende:„„Maxitan) 2 (Willi Baade(Tenor), Hans Katyol(Bariton).“2 „Chöre von Neumann, Zöllner, Schubert u. s. w.'2 ZEintritt 30.— Mk., ausschl. Steuer. Die passiven: X.Mitglieder werden hierzu freundlichst eingeladen.#2 T einsumttkenhau? mit Anfang nächsten Jahres freiwerdender 4. Zimmerwohnung in Westhofen, Holzen usw. gegen sofortige Kasse zu kaufen gesucht. Angebote unter Nr. 3562 an die Geschäftsstelle dieses Battes. Intelligenter Junge findet Aufnahme bei der Schwerter Zeitung. Lichtspiele „Zur Reichstrone“ Nur 3 Tage! Samstag— Sonntag Der. große Harry Piel —. Film Das verschwundene Haus Sensations= und Abenteuerdrama in 7 langen Akten mit Harry Piel in der Hauptrolle. Fr. venghaus Aplerbeckermart Honntag, den 1o. Dezember: Tanz. Kränzchen. Gebrauchte Bettstelle mit Woll=Auflagematratze zu verkaufen. Bismarkstr. 15 parterre Zreise* greifen Sie nicht sehl, wenn Sie als die besten Weihnachtsgaben 1 ihren Kindern oder Enkelkindern, ihren Neffen und auch Richten Das große Ossi Osswalda=Lustspiel 10•d:e:0 n barietee-Palast Dortmund Brückstraße 39/41 Allen denen, welche an j##den kenn Oberweper's MRedizinel=„„ Boger, Leming, Iur Rechgshonit. Keezet se aer 5a= Greme bei mu empieslen. WurISev.4 se Derba-G: Zu haben in alle Ar und Parfümerien. theien Trog.) Treibriemen Amor am Steuer 5 lustige Akte mit Ossi Osswalda in der Hauptrolle. Tränen werden gelacht. Montags fallen die Vorstellungen aus. S sowie sämtliche anderen technischen Bedarfsarlikel, wie Oele, Fette, Benzin, Benzol, Putzwolle, Dichlungen, Ringe, Gummiwaren, ff. 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Konzert=: Anfang 7,30 Uhr.: Artistische Darbie=: tungen 7.45 Uhr,: Vom 1.—15.Bezb. 22: Das neue sensationelle Dezember= Programm. 10 Erstklassige 10: : Welt=Attraktionen : Oskar Coppeés, Hols ländisches Gesang und : Tanz Ensemble, 7 Per=; s sonen(Die Orange=: 5 Blumen) : La Paquita, die Lichts fee in der Silbergrotte,: #Vier Troubadours,: s d. fidelen Straßensänger, s • Mand Cutterston; * Compagnie, Meißner; : Porzellan=Kunst,: : Ernst v. Gizyoki, der: s brillante Cello=Virtuose: : Zwei Stuarts, phäs nomenale Turner am : Reck=Barren : Margot Muthelly,: * Verwandlungstänzerin,: Ku— Ka— Di, der: goldene Mephisto, : Willy Robert, der s aktuelle Humorist, : Ströbel& Mertens,: s Bambus Luft=Sensation: =Zeitschrift, die jeder werd gerechte Jäger. Wildforcher u:d Gebrand,shunde. freurd geleser haben muß ist die mo atlich dreimal erscheine de ikustriert„Hegund Jagd“. Irjeder Rummer beingtsie Beiträge erste: Mitarbeiter. 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Samstag nachmittag um 3 Uhr gegen Vorzeigung der Monats=Quittung abgebolt werden von: 1. Olto Bonner, Theodorstraße 20, 2. Hugo Eichmann. Hüsingheide 14, 3. Klaus Dellmann, Hagenerstraße 56 Die folgenden Einsender können sich für die Lösung der anderen Rätsel(Besuchskartenrätsel: Oberlandesgerichtsrat. Zusammenstellrätsel: Viele Hunde sind des Hasen Tod) einen Buchpreis abholen: L. u. R Perkuhn, Helmut Giott, Josef Paul, Otto Schäfer, Marianne Kühnholz, Heinrich Carle, Gisela Kölling. Hans Mühlenhoff, Ludwig Schneider, Eugen Klosterhoff, Alfred Portoff und Gerda Porloff, Walter Broer. Wilhelm Heimann, Ilse Feidhügel, Hanna Berghoff, Franz Kreidt, Margarete Fabig, Lina Taubensee, Hermann Kasselmann, Waller Schöpping. Elsbelh Milberg, Erwin Koch. Herbert Born, Walter Beckmann, Else Schulle, Westhofen. Walter Tillmann, Hans Leicht, Heinz Wiemer, Anneliese Duesberg. Diese Bücherpreise sind am Dienstag nachm. pünktlich 3 Uhr gegen Vorzeigung der Dezember=Quittung in Empfang zu nehmen beim Rätselonkel. Das neue Preisräisel soll wieder leicht sein, damit viele Kinder raten können. Es ist das nachfolgende Wechselrätsel: n— Wechsel-Rätsel. Mit H wirst Du's nicht gern empfinden, Mit L kann's helle Flammen zünden, Mit S dagegen vieles klären, Mit D des Hauses Ruhe stören. A Anser Brürk* Bilderreiche Jugendzeitschrift für die Schwerter Kinderwelt Nr. 40 Kindan=halage vor„Schmanter Feitung! Gegensatz- Rätsel. lösen— hungern— Zwerg— schwer— niemals— trocken. Von den Wörtern ist je ein Gegensatz zu suchen. Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter nennen von oben nach unten gelesen eine große Stadt. Die Lösungen der ilsel müssen dis Mittwoch, nachmittags 4 Uhr abgegeden sein. * e'ci# Vor= und Juname und die Jusicherung durch die Eltern. Genaue Ainschrist, Ter= ung Juliat= und Eir Gasicheinig Luru, die Eltern, daß die Lösung selbständig erfolgt ist. Schule und Klasse, Wohnung und Hausnummer aufschreiden. Abschied von Doktors„Fritz“ Skizze von Johanna Weiskirch. Zum letzten Male wurde er aus seinem schönen, äußerst rein gehaltenen Stalle, in dem über der Raufe auf einem Messing= schild der Name„Fritz“ stand, in den Hof geführt. Der alte treue Knecht und Kutscher Jakob, der ihn schon so manches Jahr hindurch im Sommer in die Doktor=Chaise, ug in Winter in den Doktor=Schlitten gespannt hatte, hielt ihn am Jagel. In seinem harten Gesicht zuckte es bedenklich. Die ohnehin schon nahe zusammengewachsenen buschigen Augenbrauen schoben sich beinahe übereinander, und die wulstigen Lippen des Mundes zitterten und bebten wie bei einem kleinen Kinde, das anfangen will zu weinen. Jeder Unbeteiligte hätte beim Anblick des im Sonntagsstaat dastehenden Mannes unwillkürlich, lächelt, aber die ihn und das Pferd umgebenden Personen dachten nI### Die ganze Doktorfamilie, bestehend aus dem Arzt, seiner Frau und seinen beiden, etwa acht und zehn Jahre zählenden Söhnen, war im Hofe versammelt, und die mehr oder weniger mit Tränen gefüllten Augen aller hingen in tiefstem Schmerze an dem alten, lieben Fritz. von dem es galt, Abschied zu nehmen. Hand in Hand traten der Doktor und seine blonde Frau noch einmal an das Pferd heran, ihm schmeichelnd und liebkosend über den schlanken Hals zu streichen. Die junge Herrin lehnte ihren Kopf noch einmal an seine Flanke, was ihr das Tier mit leisem dankte. Es mochten wohl allerlei Gedanken und Erinnerungen in der blonden Doktorsfrau wachwerden, wie der Fritz sie und Bahnstation gefahren hatte, von wo sie ihre Hochzeitsreise traten. Wie hatte der Fritz übermütig den mit einem Myrtensträußchen geschmückten Kopf geschüttelt und dabei ungeduldig den Boden mit den Hufen gestampft, als wüßte er ganz genau, das es dem jungen Paare viel zu lange dauerte, bis es für sich allein war. Und nach einigen Tagen hatte es sie wieder abgeholt, da die bescheidene Kasse der jungen Doktorsleute nicht zu einer weiten 160 * 810 60 6 S s 5 * 9 9 5 #□ B 1 * S 2 S S 5 9.2 8 0 — % 0 6 .5 *•8 # E * * 8 S E hause vom Priester den Segen zum heiligen Ehestande in Empfang zu nehmen. Freunde und Nachbarn begleiteten das Brautvaar, ließen zu Ehren des Tages Freudenschüsse knallen und zogen jauchzend am Horkenstein lo:bei durch die prächtige Wald chsucht, die zur Ruhrfähre„Am Sade“ führt. Tort angekommen, lief der Fährmann auf sich warten. Das verdroß den ungeduldigen Bräutigam. Vermessen und übermütig drückte er dem Gaul die Sporen in die Weichen und zwang ihn, seinen Weg durch die rauschend: und brau ende Ruhr zu nehmen. Allein die Kräfte des Rosses ertahmen unter der Dorpel ast im Kaupfe mit dem nassen und tückischen Element. un Roß und Reiter wurden im Angesicht der nach Hilf: schreienden Begltiter ein Opfer der mächtig strömenden Ruhr. Nach langem: Suchen find man die Leichen des Lindener Brautvaares— innig umschlungen — und bettete sie vereint zur ewigen Ruhe. Am rechten Ruhrufer in de: Nähe der Fähre „Am S.ade“ errschteten Liebe und Verwandischaft den so jäh aus dm Leben Geschiedenen ein Kreuz mit einer Sandsteinplatte. Beim Bahnbau Tatlhausen—Hattingen 1872 ist das Dentmal aus Urbäter Tagen leider vernichtet worden. Gustad Woiff— ein ater Tahlhauser Bürger seligen Angedenkens— will auf der Tasei des Denkmals nech die verwitter:e Inschrift gesehen haben: „Hir van erdrunken .... Pork undt.. Burkmester Die Sage von dem schaurigen Ende des Brautpaares von Linden dessen Glück und Liebe„Am Stade“ in der tückischen Ruhr so plötzlich geendet, lebte noch bis in die jüngste Zeit im Munde des Volkes fort und wurde an den langen Winterabenden am häuslichen Herd gern erzählt und gehört... Rektor K. Eine segensreiche Verordnung. Im Jahre 1631 erließ der König von Preußen eine Verfügung, wonach in alen Landen des Königs jedes junge mindesten sechs Obsbäume und sechs Eichen an einem parfenden Erte ph anzen se,gzgg bevor dies gescheben oder scher in gigrrer gestellt wärr, kein Paar von den P####getraut werden solle: Diese Verordnung wurde am 31. Jannar 1719 wieder eingeschäßt: die Pfarrer sollten shsort nach Empfang der Verordnungg nauen Nachweis einsenden über die seit 1691 getrauten Paare und die Benmten sollten berich en, wie der Verfügung nachgelebt sei: gegen Säumige sollte eine Geldbuße verhängt werden. Der König hoffte durch diese Naßnabme der durch Abholzung und Entwaldung seit dem dreißigjährigen Kriege in schredenerlegender Weise hervorgetretenen Verödung de: Landes zu steuern und den Sinn für Obstbaumzuch und schöne alte Eichen wieder zu heben. Wenn wir bei den Geböften jetzt einen kleinen Obstgarten und einen Kran; alter Eichen erblicken, so entstammt die Ernenerung des Sinnes folche Anpflanzungen wohl der pceußischen Erziehung die jene Verjügung bezwekte. Letzterr wurde am 9. April 1721 aufgehoben. nachdem bereits 1719 gestaltet war, mit zwei Groschen je für einen zu pflanzenden Baum sich abzulaufen. Man nahm jetzt wohl an, deß der Sinn für Anpflanzungen sich sortan ohne Zwang betätigen werde. Plattdütsche Loinkens. En sienen Posten. Eenes Tages hadde de Weert Witthüser an de Ruhrfähre vörnebmen Beseik. En, gg## ten. fienen Hären met Frau un kamen rin un satten sick int Aechterssween. Et was de Börgermester van Dingenerten. Witthüser mok en Elesanten'nix un freig in siene Art ohne Zierat un Schnörkel: olle Junge, wo wokt Du denn hen? Sall ct nob Blankenstäin?“ Dem Härn Börgermener paßte dat nich. „Wie kommen Sie mir vor?“ freig be un käik öwer de Brillengläser:„wissen Sie nicht, wer ich bin?“ „Nät wat!“ meint Wi thüser dröige. „Nun, dann werde ich es Ihnen sagen: Ich bin der Bürgermeister von Dingeskirchen!“ „Börgexmester, van Dingeskerten?“ fröggt nu de vlle Wirtouser un striekt sic vat DubbelAnn:„Börgermeiter, bzu, Ahuge oen Jo. Wie hunge ab8 holl men faste. So wat findet sick nich alle Dage.“ Domet torkelte he noh de Teke un leit de Pullen qnieken. De kleinen Brödtes. Bästermester Heemten waß gewohnt sienen Laden morgens nich vör achte oppen te masen, un wann würklick mol eener vör de Tiet kam, de moch wier ümtrecken un wachten, bis dat et dem Mester gesältig waß. Eenen Morgens kömmt do ok von Rekel van em Jungen üm en Uhr op siewen un bumst an de Tür. Heemken is all wackerig un frögt:„We is do?“ D 354# „Jupp Kleikamp; ick wull Broidkes halen!“ „Wann Du Bröldkes halen woß, dann komm üm achte wier: üm Dine twee Bröidkes mak ick de Ladendür nich los. Du Schlats van em Jungen.“ Un wat giewt de Schlüngel tor Antwort? „Is ok nich nöidig. Mester. Siet so godd un schmietet mie de Broidtes dür t Schlüettellock. Klein genang sin se dotau!“ W. Oschmann. Eil Verreinen Aosnn, den In der Frühe. Willst den Herrgott du begreifen, Seine Güte, seine Macht, Mußt du durch die Wälder streifen, Wenn der junge Tag erwacht. Mußt du von den Bergeshöhen Weithin schauen in das Land, In die tiefen Täler sehen Mit der Liebsten Hand in Hand. Zieht umkränzt von Burgen, Sagen, Unter dir der breite Strom, Hörst du dann die Lerche schlagen Ueher dir am Himmelsdom. Stimmst du mit der Säng'rin droben Gerne ein in den Gesang: Großec Gott, wir wollen loben, Preisen dich das Leben lang. Hünnebeck. „Gute" Ratschläge für Theaterbesucher In lanniger Weise glossiert ein witziger Theaterbesncher den Mangel an Benehmen. der sich bei einem großen Teil des die Theater besuchenden Publikums leuerlbar macht. Der neuartige Kuigge, der of#enbar ein rechter Schalk ist, empfiehlt all.n Theaterfreunden dringend nachsehrne Ge#et; ur Befelgung: 1. Rechtzeitiges Er cheinen is töricht. Die günstig:s Jet dich einzusüre, ist die Ourertüre vder auch der ganze erste Akt. 2. Bevor du Platz ummst, dur twander: den Mittelgang und begrüße deine Bekannten. 3. Falls dein Platz ein rechter Eckolatz ist, durchwandere die Sitzreihen von links. Die Freude der Aufstehenden und das Entzücken der Hintermänner jei dir Lohn genug. 4. Schlage das Sitzbrett geräuschvoll nieder: die beste Gelegenheit hierzu is eine Pianissimoselle des Orchesters. 5. Singe oder pfeise deine Lieblingsmelodien mit. deine Umgebunf wird dir dankbat sein. 6. Lasse dich durch taltloses Singen oder Sprechen vin der Bühne nicht in deiner Unterhaltung stören. 7. Verlaß deinen Sin auch während einer kurzen Pause. Du hast doch den Herrn Meyer seit 5 Uhr nachmittags nicht mehr gesehen. 8. Seir mutig ist es, in der Dunkelheit versetzentlich eine unrichtige Sitzreihe zum Aufstehen zu zwingen. 19. Hinweise auf mangelnte Erziehung Unlisldung. Takt= und Rücksichtslosigkeit bean werte mit den ent prechenden Grobbei en oder mit Ohrseigen. Was gehen dich die Leute an? Wem das nicht paßt, der bleide zu Hause. Ein Erlaß gegen den Aberglauben. Unter dem 18 Juli 1669 erging ein Erlaß des Kurfürsten Friedrich Wilhelm gegen den Aberglauben, der ron den Amtsleuten in den Kirchen verlesen und streng durchgeführt werden sollte. Dieser Erlaf, der auf gewisse Volkssitten.=Bräuche und=Anschauungen der damaligen Leit intere sante Lichter wir.r vat folgenden Wortlant: „Demnach Wir in Erjahrung commen daß an etlichen Orten un eeer Grafschaft ron der Mark viele abergläubische und böse Dinge anoch, im Schwange gehen: als das auf Mit; thäi Abend ins Wasser gelegt; auf Tag der Söllvogel ausgetrieben: gewisse kranke Leute durch Anblasen von Erbschmieden gebeutet: Schweinsbaare ins Feuer geleget am Neujahrslage die Bäume gebunden; Johanniskrant und Donnerlauch am Johannistag an die Wände gesteket; Geister verwiesen, Ostersener angezünde: und dabei allerl.i Gesänge mit Misbrauch des Namens Gottes gesungen, auch viel Muttwille getrieben; bei Einlegung d.s Flach es ins Wasser zugleich Vrod. Butter und Schmalz und dergleichen eingebunden und mit eingelegt; Johannis Kränze oder Kronen angesündet: Opfer gebeten: die Vehseichen gebüget: Erbbrunnen gegen gewisse Krankheiten gebrauchtt; auf Mailag das Vieh gequicket und die Quckruthen an die Thüren und Hecke des Hofes ausgestecket: auf drei Feiertage gesegnet; das Haar gegen gewisse Krankheiten abreichn tien und mit Feuer verbrannt: Iiem bei Leichen dar Reefstroh verbrannt und das Todlengeoott zuletzt an einen hohlen Baum gebracht werdewie auch auf gewisse Tage das Vogelschleßen gehalten und andere unterschiedlich: recht heidnische Dinge verübet werden, die von Uns bereits guten Theils mehrma's ernstlich verbolen worden seynd. Und Wir dann solche und dergleichen abergläubische Sachen gar abgestellet, darüber festgehalten und die Verbrecher zur gebührenden Strafe gezeg.n wissen wollen: ergehet Unsec gnzdigster und zugleich ernster Befehl hiermit an euch, in Un erem ench anvertrautem Am.e die unfehlbare Versehung zu thun, daß obenerwähnte und dergleichen böse Dinge hinführo ganz un erlassen und von den Unterthanen gar nicht mehr verübet werden.“ Interessante Kleinigkeiten. Der Landschreiber zum Broich in Unna hatte 1710 zur Anlage einer Seifensiederei in Unna ein Monopol für die Grafschaft Mark erhalten; auf dessen Klage, daß noch fremde Seisen umgingen, wurde sämtlichen Untertanen der Grafschaft Mark am 18. Juli 1711 nochmals bei Strafe von 50 ! Goldgulden und Einziehung der Ware aubefohlen, mit keiner fremden Seife zu handeln, sondern sich der zu Unna gemachten, welche in Beschaffenheit und Größe der holländischen gleich sei, zu bedienen.“ „Da die gefährlichen Zeitläuften eine extraordinari Devotion und Andacht erforderten", befahl der König von Preußen am 4. November 1709, daß beim Gottesdienste das Beten kniend verrichtet werden solle. * Die von den Inden in Cleve=Mark zu nehmenden und zu fordernden Zinsen rurden 1713 und 1714 auf 10 Prozent ger setzt, 1719 aber auf 8 Prozent ermäßigt. Geleit und Schutz hatten die Juden in CleveMark jährlich 600 Rthlr. Tribut und bei Heirat eines jeden von ihnen oder von ihren Hausgenossen einen Goldgulden an Tribut abzuliefern: letztere Gelder kamen aber bis 1720 gar nicht ein, sodaß von da ab Heiratslisten von Cleve aus eingefordert wurden. „ Daß die Lustbarkeitssteuer nicht letwa eine Erfindung neuen Datums ist, geht daraus hervor. daß schon 1720 in der Grafschaft Mark allen Spiellenten und Musikanlen in den Städten eine Abgabe an die Accisekasse auserlegt wurde für jedes Mal, wo auf Hochheiten, Kindtausen, Ehrenmahlen, Gelagen und zum Tanz ausspielten. Es stellte sich damals bei einer Anfrage der Regierung heraus, daß in Bochum nur zwei Spiellente, nämlich der lutherische Organist Siebelberg und der katholische Organist Heur. Sieffen sich befanden, welche„bei Auswartung“ nur Baß und Violine gebrauchten, jedoch für außerordentliche Fälle,„wenn es verlangt würde", noch Viole, Fagott, Posaune, Hautbois, Trempete und Flöte besaßen. 1734 ergingen Verfügungen über die Art, wie es bei Trauerfällen in Preußen mit der Trauer gehalten werden solle:: Die Wappen des Verstorbenen vor dem Hause aufzuhängen, wurde der unnützen Kosten wegen verboten. Eltern sollten nur über mehr als zwölsjährige Kinder trauern und zwar drei Monate lang. Kinder über ihre rechten Eltern und Großeltern sechs Monate lang, über Stiefeltern und Muhmen nur dreißig Tags die Witwe um ihren Mann ein Jahr, der Ehenann um seine Frau.fechtng#### Schniegereltern sollten nur ein yalbes Hahttechte Geschrister, ferner oct# Sckögerinnen nur drei##er en werden. 6 65 8 9 * S ## 6 6 6# 0 S ogaSS OgSESUEE G SPEFEFE55 gSRELS #* Pebu EÄuS P S 9.2 5 8 84 55 ∆ 580 8 GS 85 * □5 SguFEE S#SEE # S%SEES # SP#r#.SE5 &a- SHgEEE 2g *.. 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