uige e Aus dom Reiche der Mdde. Heimotdlötter. u Lofüges Amtel. Nr. 280 Mittwoch, 29. November 1922 55. Jahrgang Wirder dus Kährrecken! Zum Geleit. Vieles kann ein Volk entbehren, Wenn dazu die Not es zwingt, Doch dem Feinde muß es wehren, Der es um die Sprache bringt. In ihr wurzelt unser Leben Und erhält durch sie Bestand: Wer sich ihrer hat begeben, Der verlor sein Vaterland. Neueste politische Nachrichten. Legationsrat von der Schulenburg ist zum Reichsgesandten für Persien ernannt worden. * Zur Gewährung von staatlichen Arbeitgeber darlehen für den Bau von Beamtenund Lehrerwohnungen sollen nach einem Entwurf, der dem Staatsrat zugegangen ist, neuerdings 700 Millionen Mark bewilligt werden. Für jede neue Wohnung werden 300000 A vorgeschossen. In einer weiteren Note an die Reparationskommission wird der polnische Vorwurf zurückgewiesen, daß Deutschland darauf ausgehe, die polnische Minderheit in Westoberschlesien zu vernichten. * Einer Versammlung der Smeats=Leute, welche heute in Bonn stattfindet, wird größere Bedeutung beigelegt. Poincaree hielt in Bouligny eine seiner, üblichen Enthüllungsreden; er warnte seine Landsleute vor Uneinigkeit in der Zeit schwerstei auswärtiger Probleme. * Die russische Abordnung in Laufanne verlangte sofortige Zulassung zu den Verhandlungen der Konferenz. Die Ergebnisfe der Konferenz waren bisher negativ; man spricht vor Vertagung. * Die Muselmanen Inbiene sandten an die türkische Abordnung in Lausanne eine Vertrauenskundgebung für Kemal Pascha und eine Absage an den geflohenen Kalifen. Wohnungs- und Mietsfragen. Sitzung des Preuß. Landtages am 28. November Gemeinsam beraten werden die großen Anfragen der Demokraten über die Zuschläge zur Grundmiete und der Deutschnationalen über die Aenderung der bestehenden Wohn= und Mietsvorschriften. Abg. Dr. Höpker=Aschoff(Dem.): Die in einer Verfügung der preußischen Ausführungsverordnung zum Reichsmietengesetz bestehenden Höchstsätze für Zuschläge zur Grundmiete sind völlig unzutreffend. Der Hausbesitzer kommt dabei nicht auf seine Kosten. Die Erhöhung ist vor allem für Sätze für Zinssteigerung und für laufende Instandsetzungen geboten. Der Zuschlag für Zinssteigerung muß mindestens auf 75 Prozent, der Zuschlag für laufende Instandsetzungen auf 1000 Proz. erhöht werden. Nachdem die Wohnungsbauabgabe im nächsten Jahre auf das 15fache der Grundmiete gestiegen sein wird, wird alles in allem mit einer Erhöhung der Grundmiete auf das 50fache zu rechnen sein. Nur durch eine entsprechende Steigerung der Höchstsätze werden die Häuser und die Wohnungen in gutem Zustande erhalten. Abg. Dallmer(Deutschnatl.) sucht ebenfalls darzutun, daß die erwähnten Höchstsätze in keiner Weise den gewaltigen Opfern entsprechen die der Hausbesitzer zu bringen hat und daß bei der Fortdauer dieser Zustände die Häuser verfallen müßten oder in die Hände des Auslandes übergehen. Das Ministerium hätte größere Vorzeigen und shon früher eingveisen müssen. Aus Paris kommen wieder Alarmnachrichten von einer französisch=englischen Orient=Einigung auf Kosten Deutschlands. Für England überwiege das indische Interesse gegenüber den Reparations=Interesse. In Berlin soll man daher schor von neuem über die drohende Verschärfung der Rheinbesetzung und Einbeziehung des Ruhrreviers beunruhigt sei. Das jetzige besetzte Gebiet solle noch durchgreifender abgegrenzt werden. Nach einer Meldung der Agentur Radio soll folgendes beabsichtigt sein: 1. Vollkommenere Beschlagnahmung der Rheinlande. Insbesondere sollten alle deutschen Beamten durch französische ersetzt werden. 2. Besetzung von zwei Drittel des Ruhrgebiets einschließlich Essen und Bochum, damit Frankreich sich die Kohlenlieferungen sichern könnte und auch den Koks, den seine Industrie gebrauche, erhalten könnte. Wegen der Besetzung wurden bestimmte Maßnahmen ins Auge gefaßt. Man würde durch diese die direkten Interessen der deutschen Großindustriellen schwer treffen. Finanzminister Delasteyrie erstattete Bericht über die Kosten, die dadurch Frankreich entständen. Die beschlossenen Maßnahmen werden dem Ministerrat vorgelegt werden. Sie sollen in Anwendung gebracht werden, sobald die Stunde hierfür gekommen ist. Indastrie und Reparationsanleitze. Ein angebliches Garantieangebot. Das Pariser Journal hatte aufsehenerregende Mitteilungen über ein Gespräch gemacht, das der Abg. Stresemann mit Barthou während seiner Anwesenheit in Berlin gehabt hatte.. In der Mitteilung wird allerdings nicht verraten, was Stresemann eigentlich gesagt haben soll, wohl aber wird angedeutet, daß es sich in dem Gespräch um gewisse Vorschläge gehandelt habe, die die deutsche Industrie den Alliierten zur Lösung der Reparationsfrage machen wollte, sobald sie praktisch Volkswohlfahrtsminister Hirtsiefer weist zunächst den Vorwurf zurück, das Ministerium habe es an der nötigen Initiative fehlen lassen. Die im Juni 1922 beschlossenen Sätze seien heute nicht mehr zutreffend. Ich habe, so fährt der Minister fort, entsprechend den gestiegenen Preisen die Regierungspräsidenten ermächtigt, für die laufenden Instandsetzungen 100 Prozent, für die großen bis zu 150 Proz. zuzulassen. Heute noch wird den Regierungspräsidenten diese Neuregelung mitgeteilt. Ich habe angeordnet, daß eine allgemeine Heraufsetzung der Sätze dahin stattfindet: Für die Zinssteigerung wird zugelassen bis zu 40 Prozent. Die Gemeinden, die mit 40 Prozent nicht auskommen können, müssen das Recht erhalten, die Zinsen umzulegen. Für Instandsetzungen sind zugelassen 200 Prozent, wo die Aufwandsverordnung nicht angewandt wird, bie zu 300 Proz., für große Instandsetzungsarbeiten nach wie vor 150 Proz., für die Verwaltungskosten bis zu 200 Proz. Der Minister hebt hervor, daß man den Zwang möglichst vermeiden und tunlichst den Kommunen das Recht lassen solle, selbst die Dinge zu regeln. Abg. Henning(D. V. P.) sieht keinen Ausweg, wie man aus der ganzen Misere herauskommen kann. Er beantragt, die Frage im Ausschuß weiter zu behandeln. Abg. Meyer=Solingen(Soz.): Daß wir heute keine Valutamieten haben, kann man der preußischen Hilfsmietenpolitik verdanken, bei den Verkauf von Häusern an das Ausland handelt es sich bei 98 Proz. um Spekulationshäuser. Die freie Wirtschaft würde die Spekulation noch bedeutend verschlimmern. Selbstverständlich muß der Hausbesitzer das bekommen, was er braucht. Aber die Rechte der Mieter müssen gewahrt die Macht in der Hand hätte. Als Stresemann mit Barthon verhandelte, seien ihm sicher die Vorschläge, die den Franzosen gemacht worden seien, nicht unbekannt gewesen. Billigt Strefemann sie? fragt das Journal. Ist die deutsche Großindustrie geneigt, die große Auslandsanleihe zu garantieren, die allein den französischer Reparationsbedürfnissen gerecht werden kann? Ist sie geneigt, eine erste Auslandsanleihe von 20 Milliarden für Reparationen zu garantieren, wovon in gewissen Unterredungen mit bekannten Industriellen die Rede war, und steht sie immer noch auf dem Standpunkt, daß diese 20 Milliarden nur eine erste Zahlung darstellen würden, die durch eine zweite von mindestens gleicher Höhe zu vervollständigen wäre? Der Abg. Stresemann hat inzwischen bereits zu den Mitteilungen des Journal Stellung genommen. Einem Zeitungsberichterstatter gegenüber gab er zu, daß die Unterredung mit Barthou tatsächlich stattgefunden hat, doch sei der Inhalt falsch wiedergegeben Die Unterredung habe übrigens unter vier Augen stattgefunden. Stresemann erklärt dann ausdrücklich: „Von einer Anleihe mit Garantie der Industrie ist in den Besprechungen zwischen Barthou und anderen nicht die Rede gewesen. Wenn also der Korrespondent des Journal hervorhebt, daß in Unterredungen mit gewissen bekannten Industriellen die Ausgabe einer ersten Auslandsanleihe von 20 Milliarden für Reparationen besprochen wurde, so kann sich das nicht auf die Unterredung mit mir beziehen, sondern vielleicht auf andere Unterredungen, die sich meiner Kenntnis entziehen.“ Durch diese Erklärung Stresemanns wird die Angelegenheit auch noch nicht völlig geklärt, insbesondere nicht hinsichtlich der Kernfrage, ob tatsächlich von deutschen Industriellen eine Garantie für eine Reparationsanleihe in Erwägung gezogen worden ist * Abg. Kilian(Komm.) ist mit der Erklärung des Ministers nicht einverstanden und erklärt, wir werden die Mieter zum Kampf gegen diese neue Schöpfung und ihre Urheber aufrufen. Abg. Breit scheid(Z.) vertritt dem gegenüber die Notwendigkeit, dem notleidenden Hausbesitz zu helfen. Allerdings darf man gegenwärtig an eine völlige Aufhebung der Zwangswirtschaft nicht herangehen; umsomehr sei das Reichsmietengesetz voll inhaltlich auszuführen. Damit schließt die Aussprache. Um Max Hierauf begründet Abg. Frau Wolfstein (Komm.) den Antrag ihrer Fraktion, daß der Strafvollzug gegen Max Hölz wegen schwerer Nervenzerrüttung sofort unterbrochen werde. Er sei schon sechsmal in den Hungerstreik getreten, Man behandle ihn wie einen gemeinen Verbrecher, während Hochverräter wie Jagow in der Festung ein Herrenleben führen. Geheimrat Schumann weist darauf hin, daß der Strafvollzug in der Hand der Reichsjustkzverwaltung liege. Das Befinden des Hölz habe sich gebessert. Der Antrag wird gegen die Kommunisten abgelehnt.— Einstimmig angenommen wird der deutschnationale Antrag auf Verlegung eines Gesetzentwurfes über die Regelung des Verfahrens beim Volksbegehr und Volksentscheid. Eine Reihe kommunistischer großer Anfragen über das Verbot kommunistischer Zeitungen wird vor dem Abg. Kilian begründet. Der Antrag auf Besprechung wird nicht genügend unterstützt. Damit ist der Gegenstand erledigt. Mittwoch 12 Uhr: Ostjudeneinwanderung. Kleinrentnerfürsorge. Verpflichtung der Gemeinden. Ein im Reichsarbeitsministerium ausgearbeiteter Referentenentwurf für ein Kleinrentnerfürsorgegesetz geht davon aus, daß sachliche und mittelbare Hilfeleistungen, zur Bekämpfung der Notstandes vielfach weit geeigneter und wirksamer sind als reine Geldzuwendungen, die wirklich ausreichend zu bemessen die allgemeine finanzielle Notlage verbietet. Nach den Richtlinien für die Verwendung der Reichszuschüsse zur Unterstützung notleidender Kleinrentner im Jahre 1922 kommen als solche Fürsorgemaßnahmen vornehmlich in Betracht: Vermögensverwaltung Darlehn, Abschluß von Rentenverträgen, bestmögliche Verwendung des Hausrats und tunlichst billige Beschaffung von Lebensmitteln, Kleidern Heizstoffen usw., Unterbringung in Heimen und Unterstützung solcher Heime, die bedürftige oder kranke Kleinrentner aufnehmen. Im Sinne dieser Richtlinien will der Entwurf eine Verpflichtung der Gemeinden oder Gemeindeverbände zur Fürsorgegewährung reichsgesetzlich begründen und zugleich zwecks nachhaltigerer Heranziehung der zur Unterhaltung der Kleinrentner gesetzlich Vepflichteten ein Verwaltungsbeschlußverfahren einführen. Die Richtlinien sollen, wie es ähnlich im Reichsversorgungsgesetz geschehen ist, von der Reichsregierung mit Zustimmung des Reichsrats und der Reichstagsausschüsse für soziale Angelegenheiten und für den Haushalt erlassen werden. Das Verwaltungsbeschlußverfahren dient der Verfolgung des familienrechtlichen Unterhaltanspruchs des Kleinrentners gegen den Verpflichteten. Die Behörde, die über die Gewährung der Fürsorge entscheidet, kann nach Anhörung der Beteiligten einen(mit Gründen zu verssehenden) Verwaltungsbeschluß erlassen, in dem über die Höhe der gesetzlichen Unterhaltspflicht einer Person gegenüber einem Kleinrentner erkannt wird, und kann den Beschluß für den Kleinrentner im Verwaltungswege vollstrecken. Von den Aufwendungen der Länder, Gemeindeverbände und Gemeinden für die Fürsorge erstattet das Reich im Rahmen der ihm durch den Reichshaushalt zur Verfügung gestellten Mittel die Hälfte. dem, der sein Vaterland liebt. Ueberfall auf einen Lehrer während des Unterrichts. Leider mehren sich in letzter Zeit die Fälle von Einmischung Unberufener in den inneren Schulbetrieb. Vor einigen Monaten reichte die Bunzlauer Ortsgruppe der Sozialisten bei der Schulleitung eine Beschwerde gegen den Lehrer Schliebitz ein, weil dieser das Lied„Deutschland Deutschland über alles“ hatte singen lassen. Die Angelegenheit beschäftigte in einer Dauersitzung den Elternbeirat. Obwohl eine ganze Anzahl von Lehrern sich bis um die Mitternachtsstunde abmühte, unter Hinweis auf den Inhalt und die Zeit der Entstehung des beanstandeten Liedes und aus der politischen Stellung und den Lebensschicksalen des Dichters das Irrige der gegnerischen Anschauung nachzuweisen, war alle Mühe vergebens. Die genannte Ortsgruppe erhob ferner vor einigen Wochen mündlich durch ihren Vorsitzenden Hartmann und auch schriftlich Beschwerde gegen den Lehrer Voigt, weil dieser im Unterricht, wie ihm der Lehrplan vorschrieb, die Schillersche Ballade„Der Graf von Habsburg" behandelt hatte und dieses Gedicht nach Ansicht der Beschwerdeführer„eine Verherrlichung des monarchistischen Gedankens“ darstelle. Auch hier bemühte sich Rektor Maroske, dem Beschwerdeführer die vollkommene Haltlosigkeit der Beschwerde klar zu machen. Dabei ist zu bemerken, daß sämtliche Lehrer, die Gegenstand der Angriffe und Beschwerden waren, als Demokraten voll auf dem Boden der gegenwärtigen Verfassung und Staatsform stehen. Nachdem nun Reichspräsident Ebert das Lied „Deutschland, Deutschland über alles“ mit### 5 einer Grundlage seiner Rede bei der Verfassungsfeier gemacht und es zur Nationalhymne erklärt hatte, glaubte man in der Lehrerschaft vor weitiren derartigen Dingen bewahrt zu sein. Nun aber hat sich trotz allem Voraufgegangenem, und obwohl der Reichspräsident, der„Deutschland, Deutschland über alles" zur Nationalhymne erklärt hat, der Parteigenosse dieser Quertreiber ist. nach einem Berichte im Bunzlauer„Stadtbl.“ folgendes zugetragen: Gestern vormittag gab in der Mädchenbürgerschule von 11—12 Uhr der Lehrer Lehnick in der Klasse 1a Gesangunterricht und ließ u. a. die jetzige deutsche Nationalhymne„Deutschland. Deutschland über alles“ singen. Da öffnete sich plötzlich um ½12 Uhr die Tür, und der Arbeiter Müssigbrodt stürzte mit den Worten:„Was, du #as, Deutschland, Deutschland über alles läßt du singen? Ich hau dir ein paar in die Fresse“, auf den Lehrer zu. Herr Lehnick, der die Geige in der Hand hatte, konnte sich nur mit Mühe des Angreifers erwehren, und es entspann sich ein regelrechter Kampf zwischen beiden, wobei Müssigbrodt rief:„Du Hund, ich ermurks dich!" Durch das Geschrei der Kinder, die fluchtartig die Aula verließen, wurde das Haus alarmiert, und eine Anzahl Lehrer eilte aus den anderen Klassen her bei. Gegen den Lehrer Laube ging Müssigbrodt ebenfalls tätlich vor. Er versetzte ihm einen Zaustschlag an den Hals, daß der Kragen platzte. Die Lehrer Schneider, Ossig und Hoffmann schafften den wüsten Eindringling aus der Aula und aus dem Hause, wobei er sich tätlich und wörtlich auch gegen diese verging. Die Schulleitung hal gegen den Rohling Strafanzeige erstattet. Neue Postgebührenerhöhung am 15. Dezember. Die fortschreitende Geldentwertung verschlechtert die Haushaltlage der Reichspost von Tag zu Tag. Es erweist sich als nötig, schon wieder einer Gebührenerhöhung zu schreiten, die, wenr möglich, zum 15. Dezemoer in Kraft treten soll. In die Tagesordnung der am 28. Nov. beginnenden neuen Verhandlung mit dem Verkehrsbeirn soll deshalb auch diese Frage ausgenomnen werden. Dem Verkehrsbeirat werden die von der Post verwaltung beabsichtigten Sparmaßnahmen unterbreitet werden. Bei den Postscheck= und Tele grammgebühren wird es sich im allgemeinen wieder um eine Erhöhung von 100 Proz. handeln. Bei den Fernsprechgebüren int vorgesehen die lassung der Grundgebühr auf der bisheriger Höhe, eine Vedoppelung der Gesprächs= und Nebengebühren und die Erhöhung der Ferngebühren bis zum Zweieinhalbfachen. Der Hochberratsprozeß in Athen. Zum Tode verurteilt und hingerichtet. Athen, 28. Nov. In dem Hochverratsprozeß wurden Gunaris, Sorotos, Protopatadakis, Theotokis, Baltazzis und General Hadjanestis zum Tode. Admiral Qudas und General Stratigos zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt. Athen, 28. Nov. Die im Hochverratsprozeß verurteilten Personen wurden sämtlich hingerichtet. das er nach London entführte, nachdem beide den Vater des Rädchens bestohlen hatten. Als dem Paare in London das Geld ausging, zwang der Mann seine Geliebte auf die Straße zu gehen und nährte sich längere Zeit von dem Sündengeld, das sie verdiente. Der Richter stellte fest, daß dies das gemeinste Verbrechen sei, das ein Mann begehen könne und er erklärte, er werde ein Urteil verhängen, daß nicht nur einem solchen Verbrechen entspreche, sondern daß auch abschreckend wirken solle. Das englische Parlament hatte vor ein paar Jahren durch ein Gesetz die Gerichte ermächtigt, gegen Zuhälter die Prügelstrafe zu verhängen. Von diesem Rechte machte der Richter Gebrauch. Das Mädchen stand ebenfalls vor Gericht, wurde aber freigesprochen, weil es sich herausstellte, daß es vollständig unter dem Banne Liuns Verkührers stand.. und Land. Schwerte, 29. Nav. Erinnerungen. 1318 Der Meistersinger Heinrich von Meißen (Frauenlob) gest. 1780 Kaiserin Maria Theresia gest. Joseph II. besteigt den Thron. Interessante Einblicke in das geistige Leben der Gegenwart bieten die Betriebstatistiken unserer öffentlichen Büchereien. Einer solchen Betriebsstatistik der Bücherei einer westfälischen Mittelstadt(Witten) für das Jahr 1920/21 seien folgende Angaben entnommen: Es wurde die Stadtbücherei u. a. von folgenden Lesergruppen benutzt— die erste Zahl gibt die Anzahl der Benutzer der Bücherei die zweite die Anzahl der von ihnen gelesenen Bücher an: Verheiratete Frauen 241(2654); berufstätige Frauen 66(1498); berufslose junge Mädchen 104 (1902); berufstätige junge Mädchen 31(585). Diese Zahlen sind ohne weiteres verständlich, da ja dauernde Berufstätigkeit eben nicht so viel Muße zum Lesen lassen kann. Interessant sind dann auch besonders die Unterschiede bei gelernten und ungelernten Arbeitern: Gelernte Arbeiter 207(5002); ungelernte Arbeiter 49(1905); jugendliche ungelernte Arbeiter 11(282). Ein Ergebnis, das doch wohl nicht rein zufällig sein kann und das doch sehr zu denken geben sollte! Gelesen wurde ganz vorwiegend Unterhaltungsliteratur(27 954 Bände). In sehr weitem Abstande folgen belehrende Bücher, unter diesen wiederum naturwissenschaftliche und ähnliche Werke einen bemerkenswerten Vorrang haben. Während Erd= und Völkerkunde mit 297 und Naturkunde mit 250 Bänden auftraten, wurden von Biographien, Erinnerungen, Briefwechseln, Reden usw. nur 189, Geschichte und Kulturgeschichte 177, Literaturgeschichte 129 und Philosophie, Religion und Pädagogik 170 Bände ausgelieben. Auch diese Reihenfolge dürfte kaum rein zufällig zu erklären sein, sondern vielmehr gerade in dem Vorherrschen der Naturwissenschaft der größeren Zuwendung der Menschen der GegenDas tut gut. Ein junger Engländer namens Dugdale, der in London als Berufstänzer auftrat, ist kürzlich zu 21 Monaten Zwangsarbeit und als erster zu 15 Schlägen mit der gefürchteten neunschwänzigen Katze verurteilt worden. Der junge Mann hatte in Nottingham in einer Tanzschule die Bekanntschaft eines 17jährigen Mädchens gemacht, wart von mehr Gedenklichen zum vorwiegend Praktischen entsprechen. ** Die geschichtliche Entwicklung der Volksschule. Darüber machte Rektor van Eckeris in Dortmund in einem Vortrag folgende Mitteilungen: Die Volksschule hat eine 1100jährige Geschichte. Ihr Weg war ein Leidensweg von der alten Parochial= oder Kirchenschule zur Zeit Karls des Großen an, bis heute zur hochentwickelten Volksschule, die wiederum am Anfang einer neuen Entwicklung steht. Die später entstandenen Stadt= oder Bürgerschulen, auch Schreibschulen genannt, bedienten sich der lateinischen Sprache, wodurch sie allmählich von selbst zu höheren Schulen wurden. Da wurde Luther dann der Bahnbrecher, der die Macht der geistlichen und weltlichen Machthaber und den Stumpssinn der Massen brach. Durch die Uebersetzung der Bibel sam die deutsche Sprache, die damals sehr vernachlässigt wurde, wieder zu Ehren und für die chule entstanden neue Ausdehnungs= und Entwicklungsmöglichkeiten. Auf dem Lande ging diese Entwicklung einen langsameren Schritt als in den Städten, weil es an einem tüchtigen Lehrerstande fehlte. Der Küster wurde gleichzeitig Dorfschulmeister und zog vielfach mit seinen Schülern, da es an Schulhäusern fehlte, von einem Bauernhofe zum andern, wo er dann an dem betreffenden Tage gleichzeitig beköstigt wurde(Wandertisch). Als Friedrich II. dann in Berlin das 1 Lehrerseminar gründete und die Volksschule zur Staatseinrichtung erklärte, wurden die Verhältnisse allmählich besser, bis sich die Schule in unseren Tagen schließlich zu großer Blütc entfaltete. ** Die Kartoffelvorräte im Keller müssen jetzt häufiger nachgesehen werden. Bei der milden Temperatur ist die Neigung zur Fäulnis größer als sonst, und wenn die Kartoffeln nicht trocken in den Keller gekommen sind, beginnen sie leicht krank zu werden. Die faulenden Knollen müssen daher aussortiert und der Rest gesäubert werden. Wenn die Fenster geöffnet werden, ist sorgfältig auf einen Witterungsumschlag zu achten. ** Auf Kartoffeln und Obst bezieht sich die zum 1. Dezember d. Is. eintretende Erhöhung der Gütertarife nicht, hierfür bleiben die bisherigen Sätze weiter in Kraft. Zur Schonung des Expreßguttarifs wird ferner das Mindestgewicht von 10 auf 5 Kg. herabgesetzt. Im übrigen ist mit Rücksicht auf die starken Tariferhöhungen der letzten Monate in einem Unterausschuß der ständigen Tarifkommission eine Aenderung der Güterklassifikation beraten worden, die die Verbilligung der Frachten für eine Anzahl von Gütern, insbesonders für Lebensmittel, und die Ermäßigung der Stück= und Eilgutfrachten bezweckt Kirchenkonzert. Noch einmal weisen wir auf das am Donnerstag abend in der großen Kirche stattfindende Holtschneider=Kirchenkonzert hin. Die Vortragsfolge ist zu 60 A in den hiesigen Buchhandlungen zu haben, für Mitglieder der Vortragsvereinigung zu 15 M unter Vorzeigung der Mitgliedskarte nur in der Buchhandlung Saatmann. Bei der Güte der Darbietungen ist ein Besuch dieses erstklassigen Konzertes jedermann dringend zu empfehlen. ** Zeitungs= und Bücher=Sterben. Schwer liegt auf Deutschland die wirtschaftliche Last. Ein dumpfer Druck hemmt den geistigen Aufschwung. Hunderte von Zeitungen und Zeitschriften, diese unentbehrlichen Quelladern des Zeitgeistes, mußten versiegen. Und so manches schöne und wertvolle Buch bleibt vergriffen oder kann überhaupt nicht erscheinen. Wenn das Deutschtum allen Gewalten zum Trotz sich durchringen soll, dann muß es all seine geistigen Kräfte sammeln zu zielbewußter Arbeit. Sind wir auch waffenlos durch den Schandfrieden, die Waffen des Geistes können und müssen scharf erhalten bleiben Zu diesen Waffen gehören die Bücher in erster Reihe. Sie weisen dem deutschen Geist die Richtung, und es ist darum ein besonderer Trost, daß das deutsche Volk, das immer schon ein treuer Freund der Bücher gewesen ist, seiner Neigung auch heute noch treu geblieben ist. Ein Buch, das den allgemeinen Beifall auf sich vereinigt ist der Neue Brockhaus! In seinen vier Bänden umspannt er die ganze Welt. Der Zeiten Ungunst hat dem Erscheinen des für jeden Gebildeten unentbehrlichen Werkes kein Hindernis in den Weg zu wälzen vermocht. Schon liegt die Hälfte vor, die ersten zwei Bände, und der dritte Band ist, wie wir hören, bereits im Druck und wird in den ersten Monaten des neuen Jahres in der gleichen vorzüglichen Ausstattung erscheinen können. Sobald er vorliegt, werden wir nicht verfehlen, unseren Lesern möglichst eingehend darüber zu berichten. ** Alkvholverbot für Jugendliche. Bekannt lich wird seit längerer Zeit die Möglichkeit eines Alkoholgesetzes erwogen. Wie die„Rhein.=Westf. Ztg.“ hört, sind die Vorarbeiten soweit gediehen, daß demnächst dem Reichstag ein solcher Entwurf zugehen kann. Er sieht vor allem vor, daß an Jugendliche unter 18 Jahren Alkohol- nicht aus. geschenkt werden darf. ** Ein großer UUnterschied. Vater:„Weißt du auch, Karlchen, daß es mir selbst weh tut, wenn ich dich züchtigen muß?“„Ja—aa— aber nicht an derselben Stelle!" Was kommt in die Strafliste der Politzei? Die Vorschriften für die Eintragung von Strafen in die Listen der Polizei hat jetzt der Minister des Innern den neueren Bestimmungen des Reiches über das Strafregister angepaßt. Verurteilungen, die nicht in das Strafregister kommen. sind auch vom Polizeilistenführer wie solche zu behandeln, die der Auskunftsbeschränkung unterliegen Es sind dies Verurteilungen wegen Uebertretungen zu Verweis oder zu Geldstrafe ohne Rücksicht auf die Höhe, sowie Bevurteilungen wegen Vergehen zu Verweis oder zu Geldstrafe bis zu 150 cl. Eingetragen werden aber Fälle, in denen die Verurteilung geeignet ist, bei Aburteilung einer späteren Straftat die Anwendung einer besonderen Strafdrohung wegen Rückfalls zu begründen. Als auskunftsberechtigte Behörden kommen in Preußen hauptsächlich in Betracht die Gerichte, Staats= und Amtsanwälte, die Ministerien, Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten, Landräte, Orts= und Landespolizeibehörden, die Gemeindevorstände in den Städten mit staatlicher Polizei, die Land= und Ortsarmenverbände u. a. ** Todesanzeigen bitten wir um der schnelleren Bekanntgabe willen niemals am nächsten Tage, sondern noch am Tage des Todesfalls aufgeben zu wollen, vielleicht zunächst telephonisch. Wir können dann den Platz dafür resewvieren. Die endgültigen Manuskripte müssen weiterhin spätestens um 8 Uhr mörgens in unseren Händen sein, wenn die Anzeige bereits Mittags erscheinen soll. Verzögerungen gerade bei Todesnachrichten sind doch sehr mißlich. Des halb bitten wir ebenso dringend, wie höflich, obige natwendigen Bedingungen beachten zu wollen. Vielleicht verlohnt es sich, diese Bekanntgabe auszuschneiden und an einem gesicherten Platz im Schreibtisch aufzubewahren für etwa plötzlich eintretende Sterbefälle. * Zither=Konzert. Der hiesige unter Leitung des Herrn Schorr stehende Zitherverein gibt am kommenden Sonntag, 3. Dezember, nachm. 4 Uhr in den neuhergerichteten Räumen des Etablissements„Im Reiche des Wassers“ ein schönes Zitherkonzert. Der rührige Verein hat schon manche gute Darbietung zu Gehör gebracht und wird so auch diesmal allen Freunden des gemütvollen Zitherst##els genußreiche Stunden vermitteln. Alles wcitere gebt noch aus der späteren Anzeige in dem Inseratenteil unserer Zeitung hervor. ** Dunkle und helle Biere. Vielfach hegt man die Ansicht, daß dunkle Biere kräftiger schmecken, „voller munden“ und wie die bierologischen Ausdrücke sonst noch lauten, als die hellen Biere. Das ist ein Irrtum, denn der Gehalt und Geschmack eines Bieres hängt nicht von seiner Farbe ab. Man gebe jemand, dessen Augen verbunden sind, dunkle und helle Bierc zu kosten, und man wird sehen, daß der Betreffende keinen sicheren Unter* Art laßt nicht von Att. Roman von H. Hill. 911(Nachdruck verboten.) Noch einmal stieg jenes Angstgefühl in ihr auf, das ihr vorhin den sehnlichen Wunsch nahegelegt hatte, zu entfliehen, aber noch einmal zwang sie es nieder und kehrte in das Zimmer zurück, ohne sich um die Späher zu kümmern. Sie legte den Schlüssel auf den Tisch und wartete auf das Wiedererscheinen der Hausdame, die denn auch, fast auf die Sekunde pünktlich, nach Ablauf der bedungenen Viertelstunde eintrat. Mit demselben hohnischen Tacheln und in demselven unverschämten Ton fragte sie, ob die„gnädige Komtesse“ jetzt beruhigt sei. Edith verschmähte es, ihr anders als durch ein leichtes Kopfneigen zu antworten, und die andere zog sich ohne weitere Bemertung zurück. Wieder aber entfernten sich ihre Schritte nicht in der Richtung nach oben, sondern nach der Kellertreppe hin, in welcher Richtung sie doch wahrlich nichts zu suchen hatte. Dort unten pflegte sich, wie Edith bereits festgestellt hatte, der Kammerdiener Weigelt aufzuhalten, und sie konnte aus allem, was sie an diesem Abend erlebt, nur deh Schluß ziehen, daß sehr nahe Beziehungen zwischen ihm und diesem fatalen Fraulein Johannsen bestetzen mußten. 90 Da es um die Stunde war, wo man iyr ihre Avendmahlzeit zu servieren pflegte, wollte sie in ihr Schlafzimmer hinaufgehen, um sich die Hände zu waschen. Sie befand sich in so verzweifelter Stimmung wie kaum je zuvor seit dem Augenblick ihres Eintritts in dieses Haus. Denn sie konnte den Eindruck nicht loswerden, daß sich hinter der scheinbaren Oberfläche der Dinge, die wahrlich an und für sich schon schrecklich genug war, noch irgendwelche düsteren Geheimnisse verbargen, die sie nicht ergründen konnte, von denen sie aber instinktiv fühlte, daß sie für sie schweres Unheil beEhe sie die Tür des sogenannten Wartezimmers hinter ueb schloß, stand sie ein paar Sekunden lang lauschend still. Aber von oben her drang kein Laut zu ihr herab. Dieselbe Totenstille, von der sie schon so oft geängstigt worden war, erfüllte auch heute das ganze Haus. Da kam ihr plötzlich wie eine Eingebung das impulsive Verlangen, selbst hinaufzugehen und sich durch den Augenschein zu überzeu#en, ob man ihr die Wahrheit gesagt hatte, als mani gec und immer wieder von dem unveränderten Zustand des Schwerkranken sprach. Und diesmal zögerte sie nicht, dem Verlangen nachzugeben. Statt sich nach ihrem Schlafzimmer zu wenden, stieg sie noch eine Treppe höher, bis in das zweite Stockwerk hinauf und näherte sich dem Zimmer, darin sie den Verletzten wußte. Zu ihrer Ueberraschung nahm sie wahr, daß die Tür nicht geschlossen, sondern nur angelehnt war. Auf den Fußspitzen schlich sie sich heran, um durch einen leisen Druck der Hand den Spalt so weit zu vergrößern, daß ihr der Einblick in das kleine Gemach möglich wurde. Im nächsten Moment aber prallte sie in höchstem Entsetzen zurück. Denn das Zimmer war leer, und das Bett, auf dem sie einen Sterbenden zu sehen erwartet, war unberührt. 29. Kapitel. Auf den Zehen, wie sie heraufgestiegen war, begab sich Edith nach sekundenlangem Zaudern wieder in den ersten Stock hinab, wo ihr Schlafzimmer lag. Daß sie das Opfer irgendeines schändlichen Betruges geworden war, unterlag für sie jetzt, nachdem sie das Krankenbett leer gefunden, keinem Zweifel mehr. Aber noch war sie nicht imstande, die Absicht derer zu durchschauen, die das frevelhafte Spiel mit ihr getrieben. " Daran, daß man den Kranken aus irgendwelchen Gründen in ein anderes Zimmer geschafft habe, glaubte sie nicht. Das hätte sich kaum ohne einiges Geräusch bewerkstelligen lassen, und die Totenstille, die während all dieser Tage hier oben geherrscht hatte, sprach dagegen. Wenn aber diese einzige beruhigende Erklärung ausgeschaltet wurde, so blieb keine andere Möglichkeit als die, daß von vornherein alles nur Gaukelspiel und schmachvolle Komödie gewesen war. Der Unglücksfall mit all seinen Folgen war eitel Trug gewesen, und nicht einen Schwerkranken hatte sie vor sich gehabt, sondern einen geschickten Schauspieler, der sie mit Hilfe etlicher verbrecherischer Helfershelfer schnöde hintergangen. Den Zweck der raffinierten Intrige freilich vermochte sie noch immer nicht zu erkennen. Denn dieser Mensch hätte wahnsinnig sein müssen, um zu erwarten, daß er auf diesem Wege sein Ziel erreichen würde. Sie konnte sich wohl einem Sterbenden antrauen lassen, um den geliebten Mann zu retten— nimmermehr aber, nicht einmal um diesen Preis, konnte sie in Wirklichkeit jenem Menschen angehören, den sie als einen Auswürfling verachtete, wie keinen zweiten auf der Welt. Des jungen Grafen sicherer und baldiger Tod war eine issetzung des ganzen schimpflichen Handels mußte Edith hinlänglich kennen, um zu unerläßliche Vorau gewesen, und er mußte Edith hinlänglich kennen, wissen, daß sie sich unter keinen Umstanden seinen Wünschen fügen würde, wenn diese Voraussetzung hinfällig wurde. Ueberzeugt, daß sie von Lug und Trug umgeben sei, sah Edith keine andere Möglichkeit, den Dingen auf den Grund zu kommen, als den Versuch, sich ihren Widersachern gegenüber der gleichen Waffe zu bedienen. Es widersprach ihrer innersten Natur, für die lautere Wahrhaftigkeit immer als das vornehniste Gesetz des Handelns gegolten hatte, aber sie befand sich in einer Zwangslage, die ihr keine Wahl ließ. Jedenfalls wäre es ein sehr verkehrter Weg gewesen, wenn sie jetzt den Schlüssel verlangt hätte, um das Haus zu verlassen. Denn sie gab sich keiner Täuschung darüber hin, daß man diesmal die Erfüllung dieses Verlangens glatt verweigern würde. Vorhin hatte man ihr den Schlussel wohl nur deshalb ausgehändigt, weil man als sicher voraussetzte, daß sie ihn nicht dazu benutzen würde, sich zu entfernen. Und sie zweifelte nicht mehr, daß man sie gewaltsam zurückgehalten haben würde, wenn sie es trotzdem versucht hätte. Es war also jedenfalls besser, die Täuschung wenigstens so lange durchzuführen, bis die anderen ihre Karten aufgedeckt hatten, und bis sie imstande war, das ganze Spiel zu durchschauen. Dann, dessen war sie gewiß, würde sich auch ein Mittel finden, dies Spiel zuschanden zu machen. Nachdem sie sich zehn Minuten lang in ihrem Schlafgemach aufgehalten, ging die Komtesse wieder in das Wartezimmer hinab, wo alsbald auch der Kammerdiener Weigelt erschsen, um ihr die gewöhnliche Abendmahlzeit zu servieren. (Fortsetzung folgt.) schied hinsichtlich der Farbe wird machen können. In Wirklichkeit wird helles und dunkles Bier auf ganz gleiche Art gebraut, das dunkle ist nur noch gefärbt mit Hilfe von sog. Farbmalz. Dies ist einfaches Malz, das vor der Herstellung des Sudes leicht angeröstet wurde. Das Dunkelfärben mancher Biere hat einen. Grund, der heutzutage eigentlich gar nicht mehr stichhaltig ist. Als die Brauereien anfingen, Bier zu erportieren, kam es oft vor, daß die hellen Biere auf den weiten Reisen mangels geeigneter Kühlanlagen trüb wurden. Um nun diesem Mangel abzuhelfen, verfiel man auf den Ausweg, das trübe Aussehen durch eine dunkle Färbung— damals mit gebranntem Zucker, sog. Biercouleur— zu verdecken. Keineswegs muß ein Münchener oder anderes bayerisches Bier dunkel aussehen. Wie bekannt, werden jetzt die Exportbiere meistens hell geliefert, jedenfalls ein Beweis, daß man gelernt hat, das Entstehen einer Trübung zu vermeiden. Das Färben der Biere ist übrigens jetzt verboten. Dunkle Biere müssen daher so eingebraut werden, und zwar durch teilweise längeres Rösten des Malzes, daß sie selbst die dunkle Färbung bekommen. Pferdefleischvergiftungen sollen in unserer Stadt vorgekommen sein, wie uns ein„Eingesandt", das wir heute zum Abdruck bringen, besagt. Wie eine amtliche Bekanntmachung kundt gibt, sind für Westhofen und Annen neue Trichinenbeschauer bestätigt worden. Somit ist wenigstens beim Genußevon Schweinefleisch genaue Voruntersuchung eine Gewähr dafür, daß keine Erkrankungen vorkommen können. ** Latein—Esperanto. Dr. A. Steche, Leipzig, schreibt im„Germana Esperantisto“ 1922, Nr. 6: Das alte Latein erscheint heute, wo man das neuzeitlich umgeformte Latein im Esperanto besitzt, für die Schule als überholt. Sein Erlernen ist heute ein nicht zu rechtfertigender Luxus und eine ungeheure Zeit= und Kraftverschwendung. Denn Esperanto braucht nur einen winzigen Bruchteil der für das alte Latein aufzuwendenden Lernzeit und Mühe; dabei leistet es erzieherisch mindestens dasselbe. Um die Unhaltbarkeit des jetzigen Zustandes einzusehen, braucht man sich nur einmal den umgekehrten Fall vorzustellen: Esperanto wäre als fremde Grund= und Modellsprache seit langem in allen Schulen eingeführt, und plötzlich käme jemand und ver##ngte seinen Ersatz durch die altrömische Sprache des Recnanwalts Cicero. Jener würde sicherlich für verrückt erklärt werden! Westhofen. Als Trichinenbeschauer für Westhofen wurde der Friseur Aug. Schlüter amtlich bestätigt. Aus den Provinzen. Neheim. Einen drolligen Schildbürger= streich soll sich auf dem diesjährigen Allerheiligenmarkt in Soest ein biederer Neheimer Geschäftsmann geleistet haben. Er verkaufte dort sein Rößlein, das ihm nicht mehr so recht gefiel, für 25000 Mark und ging dann auf die Suche, einen neuen Gaul zu erstehen. Schließlich fand er ein Tier, das ihm zusagle, zahlte 35000 Mark dafür und zog wohlgemut mit ihm nach Hause, wunderte sich allerdings sehr, als der Gaul in Neheim merkwürdigerweise schnell den Pferdestall fand. Andern Tags beim Einspannen rief dem Manne ein Nachbar zu:„Ik meine, diu härrest di en nigget Pärd käupen wollt, dat is doch noch et olle.“ Verdutzt sah sich der Eigentümer jetzt endlich seinen Gaul genauer an und mußte dann feststellen, daß er tatsächlich seinen alten Gaul wiedergekauft hatte, nur mit dem Unterschied, daß er in Soest schnell glalt geschoren und glänzend gestriegelt worden war, allerdings für 10000 Mark. Wer den Schaden hat, braucht bekanntlich für den Spolt nicht zu sorgen. Essen. Die Einwohnerzahl. Die Einwohnerschaft der Stadt Essen hat sich in dem letzten Jahre um 7355 Personen vermehrt und damit im Oktober d. J. die Zahl von 475 772 erreicht. Dortmund. Verschwundene Schuluhr. Aus einem Schulgebäude an der Schulgasse wurde die im Flur des Gebäudes aufgestellte elektrische Schuluhr gestohlen. Ein weiterer Diebstahl erfolgte in der Nacht, wobei die Klassenräume gewaltsam geöffnet wurden. Gestohlen wurden zwei Wandbilder, ein Wandspiegel und ein Bilderglas. Münster. Das undichte Gasrohr. Die Feuerwehr wurde abends zu einem Hause auf der Königstraße gerufen. Dort war in einem Zimmer eine Gasexplosion entstanden, als der Bewohner durch den Gasgeruch aufmerksam gemacht, das undicht gewordene Gasrohr mit einem Streichholz ableuchtete. Es entstand eine ziemlich große Flamme, die die Gefahr eines Brandes mit sich brachte. Diese wurde von der Feuerwehr beseitigt. Elberfeld. Gehälter einer Privat= schule. In einer hiesigen privaten Töchterschule kündigte das gesamte Lehrpersonal wegen unzureichender Bezehlung. Die Lehrer erbielter bis zum 1. Ottober monatlich 1360 Al!! Das Gehalt sollte nach langen Verhandlungen auf 5500 KK erhöht werden!!! Koblenz. Milch— aus Wasser. Vom Schöffengerichte wurden der Landwirt J. Saal und dessen Ehefrau aus Gubenheim wegen Milchfälschung zu je 1 Monat Gefängnis und 10 000 in Geldstrafe, der Landwirt H. Rünz aus Gubenheim zu 4 Wochen Haft verurteilt. Drahtmeldungen. Todesstrafe für Schieber. ünchen, 29. Nov. Die Fraklion der Bayerischen Mittelpartei brachte im Landlag einen Antrag ein, der von der Staatsregierung alsbald geeignete Maßnahmen fordert, um Molkereiprodukte und Fleisch für die Bevölkerung Bayerns und wichtige andere Teile des Reiches in ausreichender Menge zu erhalten und einer Verminderung ihrer Menge durch Verschiebung ins Ausland mit schärfsten Milleln, einschließlich der Einziehung des ganzen Vermögens und der Verhängung der Todesstrafe entgegenzutreten. Ein neuer braunschweigischer Minister. TU. Braunschweig, 29. Nov. Der braunschweigische Landtag nahm gestern seine Sitzung wieder auf. Als erster Punkt stand die Neuwahl eines vierten Ministers auf der Tagesordnung. Als solcher wurde der Reichstagsabg. und Redakteur der hiesigen sozialdemokratischen Zeitung, Ewald Vogiherr, gewählt. Erhöhung der Personentarife. TU. Berlin, 29. Nov. Mit Wirkung vom 1. Januar 1923 ab werden die Fahrpreise für den allgemeinen Verkehr nach folgenden Einzelsätzen berechne!: Für das Kilometer IV. Klasse 4 Mk., II. Klasse 12 Mk., 1 Klasse 24 Mk. Die Fahrpreise bis 100 Mark werden auf volle Mark, aufgerundet. Eingesandt. (Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmte die Redaktion nur die preßgesetzliche Verantwortung.) Massenvergiftungen durch gehacktes Pferdefleisch seit Samstag. Wir fordern im Interesse der Allgemeinheit in Schwerte eine so hohe Persönlichkeit ist, daß man sich scheut, seine Handlungsweise an die Oeffentlichkeit zu bringen? Wäre es nicht richtie wenn demselben auf Grund der Untersuchungen das Handwerk gelegt würde? Es handelt sich bei diesen Vergiftungsfällen um ärmere Familien. Hoffentlich wird der Staatsanwalt in dieser Angelegenheit das Nötige besorgen. Mehrere Abonnenten. Nachschrift der Schriftleitung: Wir geben obiges Eingesandt mit allem Vorbehalt wieder und haben Namen, Wohnung und dergl. gestrichen, um nicht die persönlichen Angriffe, die das Eingesandt enthält, mit zu veröffentlichen. Erst wirkliche polizeiliche Untersuchungen können hier näheres ergeben. Bedauerlich wäre es allerdings, wenn Erkrankungen vorliegen und nichts geschähe, um solche für die Zukunft zu verhüten. Da unsere Zeitung allen Lesern als Publikations= organ zur Verfügung stehen soll, sehen wir uns verpflichtet, auch obiges Eingesandt in verfeinerter und abgeschwächter Form zu veröffentlichen. Uns war bisher von den erwähnten Vorgängen seltenerweise noch nichts bekannt geworden. Ebenso war keine Anzeige bei der Polizei erfolgt. Episliinnninninseinntitteuntsr Miminntstiirmiien tstatinn uc Handel und Börse gnuß desselben am gleichen Abend traten Krankheitserscheinungen ein. Mehrere Betroffene soller im evang. Krantenhaus darniederliegen. Wir fragen nun, ob der betreffende Pferdemetzger hier Mssensan iis Schwerter Wochenmarkt. „Sist fast gar nichts mehr los auf dem Mett“, so ertönten die Stimmen. Und man kaufte das Wenige und zahlte für: Aepfel 18 M und 20 K. Wirsing 15 M das Pfd., Steckrüben 6 M das Pfd., Heringe Stück 30 M. Schellfisch 120 Ml das Pfd., Rotbarsch 180 M. Kabeljau 180 M. Jolarkurs am 28. 11.—8703.00 M. Schwere Zeiten durchleben wir gegenwärtig. Da sehnt sich besonders die vielgeplagte Hausfrau nach einem wahren, verläßlichen Freunde, der einen Teil der Lasten von ihren chultern nimmt. Sie bli ckt. umher— aber vergebens! Alles ist Ersatz Aber da fällt ihr Blick auf einen, der bescheiden sitzt und wartet. Er sitzt auf einer Dose und wie sein Vetter aus dem Märchen die Schätze des Brunnens bewacht, so hütet dieser Froschkönig die Qualität. Er ist die Bürgschaft für die stets gleiche Güte der Erdal=Schuhpasta, welche die Pflege und das Putzen der Schuhe so leicht und billig macht. Vobach-Schni sind erhältlich im Verlage dieser Zeitung. —.— obach-Schnitte sind erhältlich im Verlage dieser suppen und Tiere für den Weihnachtstisch Gelch kleines Menschenkind wünscht sich nicht zu Weihnachten ein neues Spielzeug, und welche Mutter findet XOdiesen Wunsch nicht berechtigt? Aber welch weiter Weg ist oft vom Wollen zum Können! Wie viele Eltern sind noch in der Lage, für ihre Kinder neue Spielsachen zu kaufen, da das Allernotwendigste oft die ganzen Einkünfte verschlingt! Man sagt:„Guter Rat ist teuer“, unser Rat in dieser Angelegenheit ist wirklich billig. Und er besteht darin, die niedlichen, von den Kindern so heißbegehrten Stofftiere selbst anzufertigen. Als Material werden oft nur kleine Stoffreste benötigt, die man je nach Verwendung auch noch einfärben kann. Der Teddybär muß nun einmal braun oder weiß sein, und der Teckel oder der Hase würden sich gegen eine blaue Haut wehren. In der Tiergesellschaft, zu der Frau Ente im höchsten Sonntagsstaat einherstolziert, sehen wir auch eine Stehaufpuppe, mit der sich der Teddybär zu amüsieren scheint. Geschickte Hände können auch eine Stehaufpuppe selbst arbeiten, die es in den verschiedensten Darstellungen gibt. Wir haben hier noch Abb. 6 Adb. 6. Kittelanzug nebst Mütze mit behäkelten Ränderr. Hierzu Bobach=Schnitt R1065 für eine mit Kopf 52 oder 72 cm große Puppe für M. 60.— zuzüglich der Portokosten erhältlich. Abb. 10. Stehaufpuppe, die auch aus Stoff bergestellt werden kann. Schnitt nicht erhältlich. A5b. 8 Abb. 7. Angekleidete Ente mit beweglichen Gliederst (etwa 26 cm hoch), Hierzu Votach=Schnit R 7176 füe N. 60.— zuzüglich der Portokosten erhältlich. Abb. 11. Junger Hund aus Stoff(25 cm hoch). Hierzu Bovach=Schnitt R 184 für M. 20.— zuzüglich der Portokosten erhältlich. Kul. Abb. 8. Kleiner Teddybär (eiwa 28 cm hoch) aus Pisch mir beweglichen Glieder n. Hierzu Vobach=Schnitt R8.55 für M. 20.— zuzüigl. der Vortokosten erhältlich. Abb. 12. Stoffhase auf Heizrädern(10 cm laug). Hierzn, Bobach=Schnitt R: 159 für M. 00.— zuzüglich der Vortokosten erhältlich. Abb. 9. Ball aus dunten Bischresten. Ciezu KosachSchnit K 713 für einen im Turchueser 8 oder 21 cm groten Bal für M.=3.— zuzügl.: d. Voriokosten erhältt. Abb. 13. Fahrbarer Teckel aus Plisch(15 cm hoc). Hierzu, Bebach= Schulit R 7151 für M. 60.— zuzüglich der Portokesten erhältlich. werden können. Schwiersgkeiten gibt es selost fir da sedemn a Stosfarten verwendet ausführliche Korke, sich zuleicht seibt herselel. Ja, es gibt sogar Mitter, die mit vel Geschick Puppen aus Sioy Abb. 1 Abb. 1. Spielhose für einen kleinen Puppenknaben. Hierzu Botach=Schnit K7OZ4 für eine m. Koni 22 od. 23em große Puppe. Abb. 2. Puppenmädchen mit Kimonokleid. Hierzu LobachSchnitt R:055 für eine mit Kopf 22 od. 32 em große Puppe. Abd. 5 Abb. 3. Kleid mit kurzer Taille und Zierstichen. Hierzu VobachSchnit R7056 für eige mit Kopf 22 od. 32 cm große Puppe. Abb. 4. Kleid mit Faltenrock. Hierzu Vobach=Schnlt Kr057 für eine mit Kopf 22 oder 32 cm große Puppe. Abd. 4 Adb. 5. Spitzenkleid mit Bolantrock. Hie Schnitt R7o5s für eine mit Kopf 22 oder 32 cm Jeder dieser Vobach=Schnitte ist zum Preise von M.20.— zuzügl. der Portokosten erhältlich. enthalten. Graz. OO wicnen- P### Ln OOoSE DDD E Tio sere# 6 0 losiner-OiObngn N#. Me ben46 FroneeDobachs Modenalben, Frauenzeitschriften und Schnittmuster empfiehlt und besorgt die Buchhandlung Carl Braus in Schwerte. 1 — — Der Friseur August Schlüter zu Bestbofen ist durch die Ortspolizeirigr, mit meiner Genehmigung als Trichinenschauer für die Gemeinde Westhofen, ausschl der Ortsteile Buchholz und Wanne bestellt worden. Hörde, den 23. Nov. 1922. Der Landrat. gez Hausmann. Bekanntmachung. riseur August Schlüter zu Westbefen ist behörde Bekanntmachung. Der Bergmann August Sticht zu Annen ist dulch die Ortspolizeibehörde mi meiner Genehmigung als Trichinenschauer für den ausgeschiedenen Trichinen schauer Sprave bestellt worden. Hörde, den 23. Nov. 1922. Der Landrat. Heute morgen 3½3 Uhr entschlief nach schwerer Krankheit unser lieber, guter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Curs- und Sallspiel-Verein Ichwerte. M. d. D. T. Keiterinunn Bekanntmachung. Die Terrain=Bau= und Industrie=Gesellschaft zu Wellinghofen hat die Genehmigung zut Ansiedlung auf dem außerhalb der im Zusammenhang gebauten Ortschaft in der politischen Gemeinde Wellinghofen belegenen Grundstäck Flur 1 Parzelle 32 der Katastergemeinde Benninghofen zur Errichtung von vorhandenen 1 Wohnhaus mit 1 Wohnung beantragt. Gemäß§ 16 des Gesetzes vom 25. August 1876 10. August 1904 bringe ich diesen Anktag mil dem Bemerken zur össentlichen Kenntnis, daß dagegen von den Eigenlümern, Rutzungs= und Gebrauchsberechtigten und Pächtern der denachbarten Grundstücke inner halb einer Ausschlußfrist*) von 21 Tagen bei dem von dem Verbandsausschuß des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk beaufteaglen Amtmann zu Wellinghofen Einspruch erhoben werden kann Wellinghofen, den 25. November 1922. der Gemeindevorsteher: Dresing. *) Vermerk: Innerhalb dieser Frist müssen auch etwaige Einsprüche des Gemeindevorstands einer zu einem Amtsbezirk oder Landbürgermeisterei gehörigen Gemeinde an den Amtmann bezw. Bürgermeister gelangt sein. Vorsteher sonstiger Gemeinden haben innerhalb dieser Frist ihre etwaigen Einsprüche an den Verbandsausschuß einzureichen. im Alter von 19 Jahren In liefer Trauer: Familie Friedr. Reckermann. Schwerte u. Recklinghausen, den 27. Nopbr 1922. Die Beerdigung findel am Donnerstag. dem 30. November, nachm. 3 Uhr vom Sterbehause, Dortmunderweg aus stalt. sam 4 WD Riechen=Konzer! des Dortmunder Madrigal=Chores= unter Leilung des Musikdir. Holtschneider und des Pianisten G. Bunk Donnerstag, den 30. November pünktlich 8 Uhr abends in der Großen Kirche Vortragsfolgen, die zum Eintritt berechligen 60.— Mk. Mitglieder der Vortragsvereinigung erhalten die Vortragsfolge bei Vorzeigung der Mitgliedskarte in der Buchhandlung von A. Saatmann& Sohn zum ermäßigten Preis von 15,— Mk. Abendkasse nur Vollpreise. Lichstziele zur Reichstrone Mittwoch Donnerstag: Das erstklassige Großstadt=Programm eins der gurchiiose! oder Carzans neue Mission. Amerikanischer Sensationsschlager in 6 Abt., je 6 Akten.— Heute gelangt der erste Teil zur Vorführung. In der Hauptrolle der bekannte Sensationsschauspieler Eimo Lincoln. er große Fern Andra Film: des Lebens u. der Liebe Wellen der größte Zirkusfilm der je gezeigt wurde, mit ndia Fern And.= in der Hauptrolle. Lustspiel=Einlage. F. W NIPPUS Erzeugnisse ereter Firmen. Verkauf nur an Wiederverkäufer zu Fabrikpreisen. für Geisecke sofort gesucht. Schwerter Zeilung. Am Montag, den 27. Nov 1922, 10 Uhr. verschied sanft nach langem, großer Geduld ertragenem Leiden, mein Honnimamkinnim = abends gegen schwerem, mit innigstgeliebter Mann, unser herzensguter, treusorgender Valer, Schwieger=; sohn, Bruder, Schwager. Onkel. Nesse und Vetter der Telegraphenassisten! RRlerrich, Elnmann Leilnahme im 55. Lebensjahre. Dies zeigen an, mit der Bitte um stille die trauernden Hinterbliebenen Wilhelmine Tillmann geb. Borgmann u. Kinders Sleinderg B.37, Ergste, Schwerle, Holzen, Hagen, 91 Witten, 28. November 1922. Die Beerdigung findet am Freitag, den 1. Dezemberk 1922, nachm. 3¼ Uhr, vom Trauerhause Steinberg B. 37.5 aus statt. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Mitteilung erhalstenshaben, so diene diese als solche. A WER SIGH UN, IUn Ses bih! UND O 4? EinterWiEnerVher! Mit Wirkung vom 1. Dezember 1922 ist uns der Allein=Vertrieb der Landabsatzmengen der Zeche Gewerkschaft„Caroline“, übertragen worden Um alle eoll. Schwierigkeiten zu vermeiden, bitten wir die verehrliche Kundschaft, sich im Bedarfsfalle rechtzeitig mit uns in Verdindung zu setzen. Richard Kretz& Co., 6. m. b. H. Hamm(Westf.), Teleson 1468 und 745. Ad 1. Dezbr. Büro Jechenplatz, Teleson Amt Unna Nr. 60. Zur Teilnahme an der Beerdigung des verstor beuen Turners Otto Reckermann treten die Mitglieder Tonnerstag, d. 30. de Mis., nachm. 2½ Uhr im Vereinslokal Klempt an. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand Die Glaser- und An streicherarbeiten für die Rohrschmiede der Hauptwerkstätte Schwerte sollen in össent lichem Veroing vergeben werden. Die Ausschreibung um saßt im wesentlichen 310 qm 4/4 Verglasung 310 am Fensteraustrich Angebote sind verschlossen, postfrei und mit der Auf schrift:„Angebot Glaserund Anstreicherarbeiten Rohrschmiede" bis zum Eröffnungstermin, Donnerstag, den 7. De zember, vorm. 11 Uhr an die unterzeichnete Eisen bahnbanabteilung einzu reichen. Verdingsunterlagen gen im Dienstgebaude der Bauabteilung 1 Hasen eleverweg zur Einsicht auf. Berdingshefte sind, soweit d Vorrat reicht, zum Preise von 20,— Mi. von hier zu beziehen. Schwerte, d. 24. Nov. 1922. Deutsche Reichsbahn Bauabteilung 1 Die Eisen- u. Schlosserarbeiten für d. Feustervergitterung des Hauptlagerhauses des Eisenbahnwertes Schwerte(rd. 225 gm Feustersläche: soslen im ösieutlichem Verding vergeben werden. Angebote sind verschlossen, postfrei und mit der Aufschrift:„Angebot Fenster vergitterung Hauptlagerhaus“ bis zum Eröff nungstermin, Donnerstag, den 7. Dezember 1922, vorm. 11 Uhr einzureichen. Verdingsunterlagen liegen im Dienstgebäude, Hasencleverweg zur Einsicht auf. Am Verdingshefte sind, soweit d. Vorrat reicht, zum Preise von 30.— Mt von hier zu beziehen. Schwerte, d. 20. Nov. 1922. Deutsche Reichsbahn Bauabteilung 1. Klavier oder Flügel zu kaufen geucht. 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Es gibt immer wir unsere Schull zahlen, dann sind setzen hinzu, wir n die Franzosen ihr So einsach ist die einer solchen Zahl keine Wertsteigernt schweren Konflicte