Regelmäßige Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatdlätter. u Lustiges Aertel. Kinderzeitung: Unser Biatt. n Uuterbeitungs- u. Romanbeilage.## Spiel, Sport und Curnen. n Ledensbäd. Kunst u. Wissen. n Gartonratschlüge. brhmin ult Obpeter Sagetlet Smettiches weisbion i reis Bürde. beizwichsden Zeitung Conoralameiger für den Kreis Hörde. Dha„Odwerder Zeitung eschein: etAuceimdgeschtttastete. Druck und Verlag: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel. 62. Postscheck: Dortmund 2852 Verautwortsiche Schrittleitung: Pari Aichter Nr. 275 Donnerstag, 23. November 1922 55. Jahrgang Zum Wem es nicht ein Genuß ist, einer Minderheit anzugehören, welche die Wahrheit verficht und für die Wahrheit leidet, der verdient nie zu siegen. Lagarde. K Neueste politische Nachrichten. Im Reichsfinanzministerium begannen die Verhandlungen mit den Spitzenorganisationen über die Neuregelung der Staatsarbeiterlöhne. * Die Deutschsozialen haben das Ergebnis der Wahl in Oberschlesien bei der Landeswahlleitung und durch diese beim Reichswahlleiter in Berlin angefochten, weil sie sich bei der Ausübung ihrer Wahltätigkeit durch behördliche Maßnahmen verhindert fühlten, und zwar durch das Verbot je einer Versammlung in Oppeln und Hindenburg, die Vernichtung von Wahlzetteln, durch Beschlagnahme von Plakaten uund durch Propaganda anderer politischer Parteien vor den Wahllokalen. * Zum Regierungspräsident in Koblenz wurde Oberpräsidialrat Dr. Brandt ernannt. * Der Westfälische Provinziallandtag ist zum 5. Dezbr. einberufen. * Bei den Kommunalwahlen in Hessen nahmen die bürgerlichen Parteien den Sozialdemokraten eine Anzahl Sitze; allerdings verloren auch die Demokraten. Die Orientkonferenz wurde in Lausanne durch den Schweizerischen Bundespräsidenten eröffnet. Clemenceau ist am Samstag in Amerika angekommen, um dort durch seine Reden die antideutsche Stimmung zu verschärfen. Er wurde von Wilson lebhaft begrüßt. * Aus dem Silbergewölbe des Schlosses Sondershausen wurden ungefähr drei Zentner Silber im Werte von 15 Millionen gestohlen. Die Täter sind noch nicht ermittelt. Erste Sitzung des neuen Kabinetts. Der Reichspräsident hat Dienstag abend Geheimrat Dr. Cuno nunmehr zum Reichskanzler ernannt. Erst am Freitag will Reichskanzler Cuno sein Kabinett dem Reichstag vorstellen. Die Ministerliste ist die folgende geworden: Reichsminister des Aeußern: von Rosenberg, bisher Gesandter in Kopenhagen; Reichsminister des Innern: Dr. Oeser, M. d. R.(Dem.); Reichsjustizminister: Dr. Heinze, M. d. R. Vizekanzler(D. V.); Reichswirtschaftsminister: Becker=Hessen, M. d. R.; Reichsarbeitsminister: Dr. Brauns, M. d. R.(Z.); Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft: Dr. Müller=Bonn; Reichsfinanzminister: Dr. Hermes; Reichsschatzminister: Dr. Albert, Staatssekretär z. D.; Reichswehrminister: Dr. Geßler; Reichsverkehrsminister: Groener; Reichspostminister: Stingl, Staatssekretär der Abteil. München des Reichspostministeriums. Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium Dr. Brandt(Dem.). Es verlautet, daß die Verhandlungen wieder ausgenommen wurden, da die Besetzung der Ministerien des Aeußern und des Innern wieder zweifelhaft geworden sind. * Nach einer gemeinsamen Tagung des alten und neuen Reichskabinetts, in deren Verlauf Dr. Wirth die Geschäfte dem neuen Kanzler Cuno übergab, trat das neue Kabinett zu einer Sitzung zusammen, in der das Regierungsprogramm beraten wurde. Die Abgabe der Regierungserklärung und Vorstellung des neuen Ministeriums wurde auf Freitag nachmittag 2 Uhr verschoben Der bisherige Chef der Reichskanzlei, Staatssekretär Dr. Haemmer, und der bisherige Chef der Reichspressestelle, Ministerialdirektor Oskar Müller, haben ihr Rücktrittsgesuch eingereicht, das vom Kanzler Cuno angenommen wurde. Zum Nachfolger Haemmers wurde der frühere bayerische Handelsminister Dr. Hamm ernannt.(Dem.) Zur Lösung der schwebenden Wohnungsfragen. von Dir. E. Abigt=Wiesbaden. Die Wohnungsfrage ist heute sowohl eine solche des Baumaterials, der Arbeitskräfte und ganz besonders eine solche der Finanzierung. Wirtschaftlich sam Ruin stehend, ist erstes Erfordernis, daß Wirtschaftsheimstätten gebaut werden, welche uns zu Selbstversorgern und immer mehr in der Ernährung vom Auslande unabhängig machen. Allein in Preußen fehlen nach Feststellung der Regierung 900000 Wohnungen, sowie in ganz Deutschland zurzeit wohl die doppelte Anzahl. Die gewaltige Teuerung auf dem Baumaterailienmarkt in Verbindung mit dem bekannten Wucher, den auch der Staat als Holzlieferant unterstützt und mitmacht, angesichts der Kohlennot und Teuerung muß in erster Linie mit Kohle sparenden Baumaterialien gearbeitet werden. Hierfür ist die„Heimkultur“ schon seit 1912 eingetreten und hat den Stampfbau als Lehmund Kalksandstampsbau sowie unter Verwendung von Schkacken, Asche und sonstigem Material neu erweckt und auch eine 40 Proz. und mehr holzsparende Holzzementbauweise empfohlen. Die umständlichen und schwierigen Formen des alten Stampfbaues zwischen Verschalungen, mit der bei Unkenntnis und ungeschulten Arbeitskräften Mißerfolge unausbleiblich sind, hat man durch das Heimkultur=Quaderbausystem ersetzt und hierfür eine besondere Presse mit höchster Druckleistung konstruieren lassen und zum Patent eingegeben, mit deren Hilfe Bausteine und Platten, insbesondere auch Boden= und Wandplatten, sowie Dachsteine höchster Druckfestigkeit sich herstellen lassen. Die Maschine soll im Serienbau in Massen hergestellt werden, und wird insbesondere auch den Baugenossenschaften und=gesellschaften sowie Arbeitsgemeinschaften für Selbsthilfebau allgemein zur Verfügung stehen, vielleicht auch von Gemeinden und Kreisverwaltungen angeschafft werden. Heute fehlen über 100000 gelernte Bauarbeiter. Dieser Mangel ist auszugleichen durch die neuen Bausysteme, die nur Baufachleute als Vorarbeiter und Meister bzw. zur Beaussichtigung der Arbeiten benötigen, im übrigen aber die Beschäftigng aller arbeitslosen Kräfte, auch der Frauen, zulassen. Von diesen Gesichtspunkten getragen sind die Pläne, die sich in der Praxis im kleinen glänzend bewährt haben. Während man zur gleichen Zeit Heimstätten für 100000 K errichtete, haben daneben die Selbsthilfegenossenschaften und Arbeitsgemeinschaften für 40=— 45000 K.(heute natürlich teurer) schlüsselfertig gebaut, allerdings unter Verwendung der sparsamen Massivbauweisen, die sich selbstverständlich auch mit dem Leichtbau in verschiedener Form, insbesondere auch mit dem Holzzementbau, kombinieren lassen. Für die Frage der Finanzierung haben sich die Baukostenzuschüsse für die Dauer als haltlos erwiesen. Wenn man bisher auch durch die Wohnungsabgabe die Zuschußsummen der Jahre 1920 und 1921 zu decken suchte und so auf eine Steigerung der Mieten in allen Häusern hinauskam, insgesamt aber kaum 100000 neue Wohnungen damit schaffen konnte, so ist erwiesen; daß dieses System unhaltbar ist. Unser deutsches Volk kann in seiner wirtschaftlichen Notlage nicht auf 30 bis 40 Jahre hinaus die Verzinsung und Tilgung des unretierlichen Aufwandes für rund 2 Millionen neue Wohnungen übernehmen. Das System der Schaffung zinslosen Geldes für den Wohnungsbau, in Verbindung mit den die Baukosten gewaltig herabmindernden Bausystemen und der Heranziehung der Siedler selbst zur Verbilligung des Bauens durch Einstellen ihrer Arbeitskraft bildet die einzige Rettung. Hierfür muß die Allgemeinheit gewonnen werden, die ja durch die bodenreformerischen Vorschläge der Heimstätten=Darlehnskassenscheine mit diesen Gedanken einigermaßen bekannt geworden ist. Denselben hatte zuerst die„Heimkultur“ 1916/17 mit ihrem Vorschlag der Schaffung zins„loser Rentenbanknoten an Stelle der Rentenbriefe, die man in Preußen lange kennt, angeregt. Aus diesen kurzen Darlegungen läßt sich schließen, welche Vorteile aus der Verbindung dieser Möglichkeiten dem deutschen Volke erwachsen. Eine derart umfassend gedachte Vantätigkeit muß das gesamte Wirtschaftsleben neu befruchten. Handwerk, Industrie sowie das Heer der Arbeitslosen wird voll beschäftigt. Dabei bleibt das gesamte Geld im Inland und kann nicht weiter auf die Entwertung der deutschen Mark drücken. Für diese Gedankengänge die Allgemeinheit des Volkes und seine Führer zu gewinnen, ist ganz gewiß nicht schwer. Hier ist ein Weg zu neuem Aufstieg unseres Volkes gezeigt, der zwar harte Arbeit erfordert, aber praktisch durchführbar ist. einsthaft erklärt wird, weitgehende Sparsamkeit üben, um den Reichshaushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Die Kompliziertheit des Wirtschaftslebens hat sich mithin verstärkt, es kann nicht nur mehr addiert werden, es ist vielmehr auch der Umfang der Nachfrage zu berücksichtigen, die bisher vielfach oder sogar vorwiegend als selbstverständlich betrachtet wurde. Am wichtigsten wird sich Angebot und Nachfrage für die Industrie gestalten. Es ist nicht anzunehmen, daß in allen Branchen so weiter gewirtschaft werden kann. Die Veringerung der geschäftlichen Arbeitszeit oder eine stellenweise Arbeitslosigkeit werden also als Möglichkeiten in den Vordergrund treten. Das wären unliebsame Erscheinungen, mit deren Eintreten schon länger für den Verlauf, des Winters gerechnet wurde, aber doch nur infolge der Teuerung, nicht durch eine Geldkrisis innerhalb der Industrie selbst. Das sind die Dinge, die heute wohl zu beachten sind, und die nicht mit einem Achselzucken abgetan werden können. Das knappe und teure Geld. Mancher Leser wird seinen Augen nicht trauen, wenn er die Ueberschrift liest. Es werden so massenhaft Papierscheine gedruckt, die Mark ist so tief entwertet, wie kann da das Geld knapp und teuer sein? Aber es ist doch so. Die Folgen der anormalen Verhältnisse, der Teuerung, des geringen Vertrauens, daß Deutschland genießt, machen sich im Inlande mit gebieterischer Gewalt geltend. Der Anspruch an die Zahlungsmittel der Reichsbank ist so groß, daß, wie schon mitgeteilt, der Wechselzinsfuß auf 10 und der Lombardzinsfuß auf 11 Prozent erhöht worden ist.(Lombardanleihen nennt man bekanntlich die Hergabe von barem Geld gegen Hinterlegung von Wertpapieren.) Die Spekulationsbörse hat sich dadurch noch nicht sehr beeinflussen lassen, aber es kann ein bitterböses Erwachen aus dem Taumel folgen, wenn am Ultimo abgerechnet werden muß. Auch schon vorher, wenn ein unerwarteter Zwischenfall eintritt, der die Konjunktur über den Haufen wirft. Wir leben ja unter unbegrenzten Möglichkeiten. Ein derartiger Zinsfuß bei der Reichsbank ist ein sehr feltener, ganz vereinzelter Fall, der selbst bei der heutigen Lage Deutschlands seinen Eindruck auf das Ausland und Inland dauernd nicht verfehlen kann. Die Rückwirkung der Geldverteuerung auf die minder kapitalstarken Kreise von Industrie, Handel und Gewerbe, namentlich die Detaillisten, und auch auf manche Kreise der Landwirtschaft, wird nicht ausgeschaltet werden können. Die sehr teuer gewordenen Waren, Materialien, Rohstoffe, Düngemittel auf dem Lande, erfordern gesteigerte Baraufwendungen, und wo nicht genügend Geld aus früheren Zeiten flüssig gehalten, sondern fest angelegt worden ist, wird die Beschaffung von Zahlungsmitteln bei solchen hohen Zinssätzen schwer ins Gewicht fallen. Es wird sich zeigen müssen, ob diese Zinsbelastung ohne weiteres auf die Produktionskosten oder Verkaufspreise ausgeschlagen werden kann, denn die Zahlungsunfähigkeit des Publikums wird von der Lage nicht unberührt bleiben. Dabei will das Reich, wie nun Eröffnungsstündchen. Sitzung des Preuß Landtages am 21. November Im preußischen Landtag gab es am Dienstag nach längerer V####agung eine kurze Eröffnungssitzung. Man unterhielt sich ruhig und sachlich über die Belastung der Stektiner Schiffahrt mit Schiffahrtsabgaben, die einc Sonderbelastung bedeute. Von allen Rednern wurde anerkannt, daß Stettin geholfen werden müsse. Nach Ueberweitung des Antrage der Teutschen Volkspartei, in dem dos resentlichste zusammengefaßt war für die Himestion gegenüber Stettin, zur Ausschußberatung sprach man noch über die Frhillung und Unterstützung des Goethehauses in Frankfurt. Kultusminister Dr. Boehlitz sagte Hilfe zu, sobald die Notwendigkeit nachgewiesen sei. Auch mit dem Reiche werde man sich wegen Beteiligung an der Beihilfe ins Benehmen setzen. Der Antrag ging an den Hauptausschuß. Nach kaum zweistündiger Beratung machte man bereits Schluß. Am Donnerstag werden gleichfalls kleine Anfragen beraten werden. Schluß 5 Uhr. Der berödete Reichstag. TU. Berlin, 23. Nov. Der Reichstag zeigte das Bild fast vollkommener Verödung. Die Wandelgänge waren leer. An Fraktionen ist nur das Zentrum und die Deutsche Volkspartei um 12 und 12½ Uhr zu Sitzungen zusammen getreten. Ergebnisse von diesen Sitzungen liegen nicht vor. Verbot der Schüler-Vereine und der politischen Jugendbereine. Der preußische Kultusminister Boelitz gibt jetzt einen Erlaß an die höheren Lehranstalten heraus, in dem die Grundsätze für das Verbot der Schülervereine aufgestellt werden. Danach ist Parteipolitik von den Schulen fernzuhalten und es werden ausdrücklich verboten alle Vereine, die sich nach ihrer Satzung oder nach ihrer Betätigung entgegen den geltenden Staatsformen richten, ebenso diejenigen, die Glieder der deutschen Volksgemeinschaft, ihrer Abkunft, ihres Glaubens und ihres Bekenntnisses wegen bekämpfen. Weiter sind verboten der Deutsch=Nationale Jugendbund, der Bund der Aufrechten, der Deutsch=Völkische Schutz= und Tputzhund und der Verband Nationalgesinnter Soldaten. Ferner werden beanstandet der Verein des Deutschen Jugendbundes Bismarck, der Reichsbund ehemaliger Kadetten, der Bund der Kaisertreuen, der Bund der Kommunistischen Jugend. Verboten sind ferner alle Vereine, die zum unbedingten Gehorsam gegen irgend einen Führer verpflichten oder die ihre Existenz, Verfassung und ihren Zweck vor der Regierung geheimhalten. Sämtliche an die politischen Parteien angegliederten Verbände, so die Jugendgruppen der Deutschen Volkspartei, der Demokraten, der Sozialistischen Jugendver bände, Arbeiterjugend und Sozialistische Proletarier=Jugend. die Jugendbünde der wirtschaft lichen Parteien und der Deutsch=Soziale Jugendbund sind ebenfalls zu beanstanden. Produktionsförderung und Arbeitszeit. TU. Berlin, 23. Nov. Nach eingehender Beratung und in Uebereinstimnung mit dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund, der Afa und dem Deutschen Beamtenbund hat die sozialdemokratische Reichstagsfraktion zur Frage der Produktionsförderung und des Achtstundentages einen Beschluß gefaßt, in dem die Stabilisierung der Mark als dringlichste und erste Aufgabe der deutschen Politik bezeichnet wird, um die heutige Notlage zu beheben. Die Verlängerung der gesetzlichen achtstündigen Arbeitszeit wirh mit aller Entschiedenheit abgelehnt. Ueberstunden sollen kollektiven Vereinbarungen mit den Gewerkschaften vorbehalten werden. Aus Stadt und Schwerte, 23. November. Erinnerungen. 1848 Revolution in Rom, Flucht des Papstes. 1854 Gründung des Kriegshafens Wilhelmshaven. 1970 Bayern erklärt seinen Beitritt zum Deut schen Reich. Die Grippe. Nach verschiedenen Meldungen ist die Grippe in Deutschland in der letzten Zeit wieder in stär. kerer Verbreitung ausgetreten. Auch in Dortmund sind letzthin Grippe=Erkrankungen in gehaufter Zahl beobachtet, die im Gegensatz zu den Epidemien der früheren Jahre zurzeit in der Mohrzahl einen verhältnismäßig leichten Verlauf nehmen. Immerhin scheint es vom gesundheit lichen Standpunkte aus dringend geboten, daß fol gende Regeln zum Schutz vor Grippe=Erkrankung allgemein beherzigt werden: 1. Die Grippe ist äußerst ansteckend; sie wird vor allem übertragen durch unmittelbare Berührung, durch Anhusten und Niesen; deshalb hat jeder Grippekranke die Pflicht, beim Husten oder Niesen ein Taschentuch oder wenigstens die Hand vor den Mund zu halten, damit Ansteckungen möglichst vermieden werden. 2. Vermeide, soviel du kannst, die Nähe von bustenden Personen zu Epidemiezeiten. 3. Vermeide nach Möglichkeit den Aufenthalt in geschlossenen Räumen, wo sich viele Menschen auf halten. 4. Bei den ersten Krankheitserscheinungen wie Fieder, Husten, Schnupfen, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, lege dich sofort ins Bett und sorge für ärztliche Hilfe. 5. Schüler und Schülerinnen, die zu GrippeEpidemiezeiten die leichtesten Anzeichen von Grippe oder Bronchialkatarrh bieten, sollen unter allen Umständen vom Schulbesuch ferngehalten werden. 6. Jeder tut gut, zu Zeiten einer schweren Grippe=Epidemie mehrmals täglich mit einer leichtdesinfizierenden Lösung(z. B. von Wasser stoffsuperoryd, einen Teclöffel auf ein Glas Wasset, oder von essigsaurer Tonerdelösung 20 Tropfen auf ein Glas Wasser) energisch zu gurgeln und den Mund zu spülen, sowie vor dem Einnehmen der Mahlzeiten die Hände gründlich zu waschen. 7. Von Wichtigkeit ist es, die Wäsche der Grippekranken, insbesondere die Taschentücher, gründlich zu desinfizieren. Am einfachsten geschieht dies durch Auskochen oder zweistündiges Stehenlassen in fünfprozentiger Kresolseifenlösung. Da die Grippe auch in unserer Gegend, besonders in Westhofen und unter den Kindern ihren Einzug gehalten hat, drängt es uns, die obige Maßnahmetasel zu veröffentlichen. Man möge sie sorgfältig beachten. * ** Der gestrige Bußtag ist dem Ernst des Tages entsprechend verlaufen. Startk besuchte Gottesdienste mit packenden Predigten hinterließen ernste Spuren. Wo Buße ist, wird Heil folgen. Einige Volkskreise stimmten dem nicht bei. Siehaben am Buß= und Bettag nichts zu tun, demnach werden sie es abweisen, wenn wir sagen: Wer nicht in sich gehen und Hilfe haben will, hält Gottes Hand zurück! Solange wird die Hilfe fern bleiben und das Leid muß gemeinsam weiter getragen werden. * Der öffentliche Hervenvortrag am gestrigen Vormittag 11 Uhr in der Reichskrone(Kinosaal) war von still lauschenden Männern, Schülern und Jungmannen aller Stände auf's beste besucht. Brennende ernste Fragen der erwachenden Jugend wurden vom Arzt und vom Volksfreund ebenso schlicht als klar besprochen und machten sichtlich tiefen Eindruck. Man merkte, wie dankbar alle für das Gebotene waren und spürte, daß ernste heilige Entschlüsse gefaßt wurden und somit innere Erlebnisse, dem Tag entsprechend, zustande kamen. Veröffentlichen können wir das Gesagte naturgemäß hier nicht. Anwesende maßgebende Väter und Stadtväter aber äußerten: Schade, daß nicht Tausende hören konnten. Solche erfassende, belehrende Vortragsarbeit an der deut schen Volksjugend wird in Schwerte dankvar begrüßt und muß bestimmt öfter betätigt werden. Es würde Heil wirken.— Dieses einfache Zeugnis geben wir ohne Zusatz hier weiter. ** Die Bemühungen für die Schwerter Jugend, ihr mit Zielstrebigkeit nur Bestes zu bieten, um sie wvon Ungutem abzuhalten und Herz und Gemüt für Edles empfänglich zu erhalten, ist für Samstag nachm. wieder gelungen, da es der Bilderschau Schwerte möglich, wurde, einen Großfilm für Jugendliche nach Schwerte zu tbekommen:„Diepunischen Kriege,(2644 bis 201 v. Chr.) mit Hannibals Zug über die Alpen(218 v. Ch.), Hasdrubals Siege, endlich Karthogos Untergang und Roms Triumph(202 v. Chr.) durch Scipio. Ins 3. Jahrhundert vor Chr. führt uns der Großfilm in acht Begebenheiten des Ringens Karthoges gegen Rom um die Herrschaft der alten Welt. Die geschichtlichen Tatsachen werden in ganz hervorragender Weise zur Darstellung gebracht. Wir können den zweistündigen Lehrfilm hier nicht genau beschreiben, sondern möchten nur den Inhalt der acht Abteilungen in kurzen Stichworten andeuten: 1. Teil: 1. Ausbruch des feuerspeienden den Berges„Aetna“ auf Sizilien, mit seinen furchtbaren Folgen(264 v. Chr.)(Die Umgebung hat noch 200 andere Krater. Letzter Ausbruch 1889.) 2. Geflüchtete Römer landen an der Küfte Karthagos, Sklavenmarkt in Karthago. Menschenopfer des heidnischen Götterkultus (Molochsdienst). 3. Hannibals Zug über die Alpen.— Hasdrubals triumphierendes Leben in Karthago,(2. punischer Krieg.)— Auftreten des verbündeten Massinissa, Fürsten von Numidien. 4. Belagerung von Syrakus. Erfindung der Sonnenblendspiegel zur Vernichtung der gesamten römischen Flotte auf hoher See.— 2. Teil: 5. Bündnis Karthagos mit dem König von Syrta. (Grenzland Karthagos in Afrika.) Numidien wird besiegt. Scipio wird römischer Feldherr. Spionage in Karthago. 6. Belagerung Karthagos durch Scipio, Eroberung von Syrtas Heerlager. Kampf gegen Scipio. 7. Belagerung Syrtas. Sieg der Römer. Treubruch Numidiens gegen Rom. 8. Im römischen Feldlager. Scipio der Sioger.— Karthagos Untergang. Rom triumphiert.(202 v. Chr.) Ende des 2. punischen Krieges.— Schlußfilm. Um den Kindern die unzweifelhaft einzigarten Vorgänge der römischen Geschichte im Kampf gegen die Macht Karthogos leichter verständlich zu machen zieht sich durch den großen Lehrmilm eine kindliche Begebenheit: Ein römisches Töchterchen, beim Ausbruch des Actna überlebend geblieben, durch Sklaven gerettet, wird die Heldin der Geschichte. Sie durchlebt von Kind auf alles und zieht schließlich am Schluß als Heldin in Rom mit (1. 4 Wir fügen kein Wort mehr hinzu. Es ergie. sich ja aus allem Gesagten bereits klar, daß das gewählte Lichtspiel auf's höchste lehrreich ist und deshalb erziehenden, geschichtlichen Anschauungs= unterricht bietet, wie er diesen gewaltigen Vorgängen des Altertums würdig ist und unserer lernbegierigen Jugend vermittelt werdenz muß. Daß auch Humorspiele nicht fehlen am Samstag ist nach der bisherigen Schwerter BilderschäuEinrichtung wohl allen Eltern selbstverständlich, die ihren Kindern die Freuden der eingerichteten Samstag=Vorführungen gönnen. ** Ein zweiter deutscher Luxuszug: Berlin— London. Ein neuer Luxuszug Berlin—Hoek van Holland zum Anschluß an den Dampfer nach Harwich und London wird Anfang Dezember eingerichtet. Statt 9.00 vm. braucht man erst 12.32 nachm. von der Friedrichstraße abzufahren, um ebenso früh nach London zu kommen. Die Reise wird also auf 22 Stunden verkürzt. Man fährt von Hannover 4.17, Osnabrück 5.58 und ist in Hoek 10.03, in London 9.30 vm. Zurück fährt man von London 8.30nm., von Hoek 6.08 vm., an Osnabrück 11.29, Hannover 1.25, Friedrichsstr. 5.21 nachm. Die Züge haben Anschluß aus dem Osten ab Riga 11.20 nm., Kowno 1.40 nm., Königsberg 9.02 um. Zurück kommt man nach Königsberg 7.38 vm., Kowno 6.35 um., Riga 7.30 vm., auch nach Posen 12.56 nachts, Warschau 9.15 vm. Die Züge führen nur 1. Klasse mit Salon= und Speisewagen und laufen dreimal in der Woche, von Berlin am Montag, Mittwoch und Freitag zum erstenmal am 4. Dezember, svon Hoek am Samstag, Dienstag und Donnerstag zum erstenmal am 2. Dezember. Zu den Luxuszugfahrkarten kommt ein besonderer Mitropa=Zuschlag, so daß der Zug nur für die wenigsten Inländer in Betracht kommen dürfte. Es ist dies der zweite deutsche Luxuszug, der an Stelle des Londoner Anschlusses aus Calais an den ehemaligen Norderpreß tritt. Der andere Luxuszug geht von Saßnitz und Warnemünde nach Basel. ** Haaß=Berkow=Spiele. Die Aula der Oberrealschule in Dortmund konnte die Schar der Zuhörer kaum fassen, die sich zum ersten Spiel eingefunden halten. Und zwar brachte der Abend zunächst das altdeutsche„Paradeisspiel“ aus dem 14. Jahrhundert. Klar und schlicht zog die Geschichte des Sündenfalls an uns vorüber. Mit den einfachsten Milteln ward der rechte Ausdruck in Wort und Gewandung gesunden. Viel stärker ergriff uns aber der darauffolgende„Totenkanz“, in dem jeder Mensch in seinem kleinen Gesichtskreis charakterisiert ist. Mit viel Liebe hatte sich jeder der einzelnen Spieler in den Stoff hineingelebt, ihnen allen voran„der Tod“, der kommt um zu ernten, was im Menschen, in der Sonne des Lebens reifte. Wort, Musik und Tanz einten sich zur reinen Harmonie. Aus Schwerte hatten sich auch zahlreiche Zuschauer eingefunden. ** Maßregeln gegen Güterauhäufungen. Zur Beseitigung von Güteranhäufungen im Bahnverkehr hat der Reichsverkehrsminister die Eisenbahn=Verkehrsordnung dahin geändert, daß die Eisenbahn dann berechtigt ist, die Beladefristen und die lagerzinsfreie Zeit abzukürzen, das Wagenstandgeld und das Lagergeld sowie die Gebühr für die Abbestellung von Wagen zu erhöhen. Es können auch die erkeichternden Bestimmungen über die Berechnungen des Wagenstandgeldes außer Kraft gesetzt werden. ** Auch das Laufen wird teuer, denn wer sich. die Stiefel besohlen lassen muß, der kann tüchtig in die Tasche greifen. So sagt uns die heutige Bekanntmachung der Schuhmacher=Innung Schwerte. Eine Kuhhaut ist eben jetzt ein Wertobjekt geworden, unbezahlbar. Dazu muß der Schuhmacher selbst auch leben. Da kommt einem das Scherzrätsel von anno dazumal in den Sinn, welches lautett: Wenn's heute regnet, wird's Leder billig; Wenn's morgen regnet, wird's Land billig; Wenn's abermals regnet, wird's Bier billig. oganat Wck shp gjbg ann uusa uuben Spuzcz S. csch u„uu „uch“ uun : Lunias ** Vortrags=Vereinigung. Die von der Vortrags=Vereinigung als November:Veranstaltung vorgesehenen Haas=Berkow=Spiele mußten leider ausfallen. Vielleicht— und hoffentlich— gelingt es, die Truppe für den nächsten Winter nach hier zu verpflichten. Infolge des Ausfalls der für diesen Monat vorgesehenen Veranstaltung geschiebt eine kleine Verschiebung der Vorträge. Am 30. November findet das für den April in Aussicht genommene Konzert des Holtschneider Madrigal=Chores Dortmund und des Pianisten Bunk statt. Der Madrigal=Chor singt zum ersten Mal in unserer Stadt; dagegen ist uns Gerard Bunk aus verschiedenen musikalischen Darbietungen bereits so bekannt, daß es keines besonderen Hinweises auf die Vorzüglichkeit des Konzertes nicht mehr bedarf. Näheres über Ort und Zeit wird im Anzeigenteil dieser Zeitung noch bekannt gegeben. ** Abtragung von Hypotheken in Gold. Die Handelskammer schreibt uns: Der Haus= und Grundbesitz ist in letzter Zeit durch ein Gerücht beunruhigt worden, daß die ehemals in Gold aufgenommenen Hypotheken nach leiner in Vorbe reitung befindlichen Gesetzesvorlage auch mit Gold abgetragen merden müßten. Diese Gerüchte haben sich nach einer der Handelskammer zugegangenen Mitteilung, als völlig haltlos erwiesen. (Wäre aber doch evtl. ganz in der Ordnung, denn wer soll denn den hohen Verlust dann tragen? Hat der Hypothekenbesitzer Schuld am Sinken Geldwertes? ** Eine wüste Schlägerei entstand gestern abend nach 9 Uhr vor dem Bahnhofsplatz, in der Nähe des Restaurant Miltenberg durch Leute, die mit dem Bußtag nicht das richtige anzufangen wüßten. Eine immer größer werdende interessierte Menschenmenge sammelte sich, bis schließlich von den. Tatkräftigsten trotz der nassen Abendküble„in Handärmeln“ gearbeitet wurde. Nach ½10 Uhr hatten die Kämpfe ausgetobt. Freund und Feind trennten sich und auch die Schlachtenbummler traten unter lebhaften Gesprächen den Heimweg an. Ein widerliches Schauspiel war Ende. ** Die Leiche des am Wasserwerk Hengsen ertrunkenen 60jährigen H. Pampus ist noch immer nicht gefunden, obwohl das Unglück durch Arbeiten an der Notbrücke bereits am Samstag geschehen ist. ** Der bekannte und in den Familien so beliebte Neukirchener Abreißkalender für 1923 kostet jetzt 48(. Wo hohe Frachtkosten hinzukommen, muß der Buchhändler sogar 50 A fordern. Welchen Umfang die Steigerung der Papierpreise, Rohmaterialien und Löhne angenommen hat, ist aus der Tagespresse genügsam bekannt. Der obenge32 Art laßt nicht von Art. Roman von H. Hill. (Nachdruck verboten.) „Ich— ich muß es ablehnen, Ihnen darauf zu antworten,“ stammelte er.„Und ich bitte Sie inständig, mich nicht zu bedrängen. Wenn die Erklärung, die Sie von mir verlangen, irgend etwas dazu beitragen könnte, die Gefahr zu beseitigen, in der sich die Komtesse möglicherweise befindet, so würde ich gewiß nicht zögern, sie zu geben. Aber ich schwöre Ihnen, daß ihr nicht geholfen sein würde mit dem, was ich vielleicht zu sagen vermöchte.“ Es war ein Klang von Aufrichtigkeit in seiner zitternden Stimme, der selbst den heiligen Zorn des jungen Schriftstellers zu entwaffnen schien. Mit einem halblauten Ausruf der Verachtung ließ er ihn los, und der alte Mann taumelte dis zu dem Sofa, auf das er ganz gebrochen niederfiel. Für den Augenblick kümmerte sich niemand mehr um ihn. Von Reckenburg zog den Senator beiseite und flüsterte ihm zu: „Ich muß notwendig auf der Stelle fort, und es ist unerläßlich, daß der Doktor mich begleitet. Wollen Sie die Freundlichkeit haben, hierzubleiben und diese alte Ruine da überwachen? Ich werde zurückkehren, sobald es mir möglich ist.“ Vanderzee stimmte zu, und der Regierungsassessor wandte sich an Doktor Odemar: 4„ „Kommen Sie!“ sagte er in fast befehlendem Tone. „Wir haben keinen Augenblick zu verlieren.“ Der Schriftsteller leistete der Aufforderung Folge, ohne zu fragen. Sie eilten, die Treppe hinab, und von Reckenburg. winkte die erste Autodroschke heran, die ihnen in den Weg kam. Mit einer Handbewegung bedeutete er seinen Begleiter einzusteigen und kehrte sich dann dem Chauffeur zu, um ihm seine Weisungen zu erteilen. 27. Kapitel. „Sie wollen mich auf das Polizeipräsidium bringen Sie wollen mich auf das Polizeipräsidium bringen— nicht wahr?" fragte Doktor Odemar, als der andere nehen ihm Platz genommen hatte, und ais oas Auro sich zu rascher in Bewegung setzte. Aber von Reckenburg schüttelte den Kopf. „Alles zu seiner Zeit,“ erwiderte er.„Mit der Mordgeschichte können wir uns jetzt nicht befassen, es wäre denn, daß ein Zusammenhang mit der gegenwärtigen Verwirrung uns dazu zwänge. Jetzt handelt es sich einzig darum, den Aufenthalt meiner Cousine ausfindig zu machen, bevor es zu spät ist. Und ich bilde mir ein, daß dieser Wunsch auch Ihnen jetzt zu allermeist am Herzen liegt.“ „Ich liebe die Komtesse, und sie liebt mich,“ war die schlichte Antwort des Doktors.„Ich würde ohne Bedenken mein Leben dahingeben, um sie zu retten.“ „So habe ich mir's gedacht, und darum habe ich Sie veranlaßt, mich zu begleiten. Ich wünschte freilich, daß Sie mir Ihre Opferwilligkeit zunächst durch ein freimütiges Bekenntnis dessen bewiesen, was Sie wissen. Es könnte doch möglicherweise gerade in der gegenwärtigen Situation von allergrößtem Nutzen sein.“.. K 1 „Nein,“ erwiderte der andere nach kurzem Beventen. „Nichts von dem, was ich zu sagen weiß, würde uns helfen, sie aufzufinden. Wenn ich davon nicht so fest überzeugt wäre, würde ich sprechen, unbekümmert um die Folgen. Aber Sie dürfen mir schon glauben, daß wir uns nach dem, was Sie mein Bekenntnis nennen, noch genau auf dem nämlichen Fleck befinden würden.“ Von Reckenburg schwieg und versank in tiefes Nachdenken. So wie er die Dinge jetzt sah, begann ihm die Erkenntnis aufzudämmern, daß der tödliche Haß des jungen Grasen gegen den Mann an seiner Seite von Anfang an nichts anderes gewesen war als rasende Eifersucht. Auf diesem Wege aber gelangte er zu noch tieferen Einsichten. Das ominöse„Brieffragment, das in den Plänen des jungen Grafen eine so große Rolle spielte, hatte wohl von vornherein ganz anderen Zwecken dienen sollen als dem, den jungen Schriftsteller als den Mörder zu verdächtigen. Es hatte wohl viel eher ein Zwangsmittel sein sollen, das Edith den Wünschen des gefährlichen und strupellosen Intriganten gefügig machen sollte. Mit der Drohung, diesen Brief gegen den von ihr geliebten Mann zu verwenden, konnte er sie, die sich sonst mit tiefster Verachtung von ihm abgewendet haben wurde, recht wohl in seine Gewair gebracht haben, Wenn es sich aber so verhielt, mußte der Schurke den Mordplan bereits gefaßt und mit all seinen Konsequenzen überlegt haben, als er den alten Grafen auf irgendeine Weise dahin brachte, jenen Absagebrief zu schreiben. Das Bruchstück, das man neben der Leiche gefunden, war absichtlich dahin gelegt worden, mit der Bestimmung, in die Hände der Polizei zu fallen. Damit aber entschwand zugleich jeder Zweifel, daß der junge Graf an dem Verbrechen beteiligt gewesen Wenn er es nicht selbst ausgeführt hatte— und seine ärztlich konstatierte sinnlose Trunkenheit sprach ja allerdings gegen diese Annahme— so mußte er einen Komplicen gehabt haben, der sich ihm als Werkzeug zur Verfügung gestellt hatte, und nach Lage der Dinge konnte dieser Komplice kaum ein anderer gewesen sein als der Kammerdiener Weigelt. Aber die Frage nach dem Mörder des Grafen Donnersberg war im gegenwärtigen Moment wirklich nicht die wichtigere. Die Sorge um Edith stand im Vordergrunde, und der Regierungsassessor war wieder mit all seinen Gedanken bei ihrem Schicksal, als die Autodroschke, seinem Befehl gemäß, vor dem Hause hielt, in dem sich die Kanzlei des Justizrats Herford befand. Es war sechs Uhr geworden, und sie konnten kaum erwarten, den Justizrat noch selbst in seinem Bureau zu finden. Aber vielleicht war doch noch einer von dem Kanzleipersonal anwesend, wie von Reckenburg meinte. Und in der Tat hatte seine Hoffnung ihn nicht getäuscht. Sie wurden von dem alten Bureauvorsteher empfangen, den der Freiherr schon seit vielen Jahren kannte, und während Doktor Odemar sich im Hintergrund hielt, erkundigte sich von Reckenburg mit gut gespielter Unbefangenheit, ob sein Vetter, der Graf Donnersberg, vielleicht im Laufe des Nachmittags hier Die Antwort lautete bejahend. Der Graf war wirklich dagewesen, hatte lüngere Zeit mit dem Justizrat konferiert und sich erst vor ungefähr einer halben Stunde entfernt.„ „Ah, wie unangenehm, daß ich zu spät gekommen, meinte der Freiherr.„Ihnen, alter Freund, kann ich ja auch ganz offen sagen, weshalb ich es bedauere, meinen Vetter versehlt zu haben. Er ist ein Junger Wrgxgrzgtung folats. leichtfertie: 1275444—4 umun nannte Preis entspricht dem Vierundsechzigfachen des Friedenspreises, während z. B. Papier im September etwa 400 mal soviel kostet, wie vor dem Kriege. Der Verlag läßt sich von dem Gedanken leiten, den Preis, so niedrig als nur irgend möglich zu halten, damit auch der Minderbemittelte den Kalender noch zu kaufen vermag. Darum fordert er nicht den Tagespreis, der mindestens 100cA betragen müßte, sondern er begnügt sich mit dem notwendigsten Aufschlag. Der Kalender kann bei C. Braus bezogen werden. Rus den Provinzen. Barmen," Auffälliges Verschwinden eines jungen Mannes. Am Montag nachmittag gegen 5 Uhr hat sich der 16jährige Sohn Ernst Gottfried des Pfarrers Risch aus seiner elterlichen Wohnung entfernt, um einen Gang in die Stadt zu machen. Von diesem Gang ist er nicht zurückgekehrt, und seitdem fehlt von ihm jede Spur. Ein Grund, der dafür sprechen: könnte, daß er sich verborgen halten will, ist nicht bekannt. Es kann daher nur angenommen werden, daß an ihm ein Verbrechen verübt oder daß er Werbern in die Hände gefallen ist. Bochum. Abwanderung. In sverschiedenen Bezirken des Ruhrreviers macht sich die Abwanderung gelernter polnischer Bergarbeiter nach Nordfrankreich wieder in verstärktem Maße bemerkbar, so daß einzelne Zechen einen merklichen Abgang an Hauern zu verzeichnen haben. Es ist zu befürchten, daß die in letzter Zeit in Erscheinung getretene Kohlenmehrförderung, die auch zum Teil auf die seit Juli steigende Belegschaftsvermehrung zurückzuführen ist, auf Grund der Abwanderung dieser Kräfte für die Folge zwangsläufig eine gewisse Einbuße erleidet, da es erfahrungsgemäß den Betrieben schwer möglich ist, den Hauerausfall im Verhältnis zum Abgang zahlenmäßig zu ergänzen. Herne, Große Eisenbahndiebstähle. Die Polizei drachte sechs junge Burschen im Alter von 16—22 Jahren hinter Schloß und Riegel, die auf dem Güterbahnhof Herne=Horsthausen in letzter Zeit sorgesetzt Güterwagen erbrochen und beraubt hatten. Recklinghausen. Furchbare Kesselexplosion. Am 17. Nov., vorm. 9 Uhr, ist auf der Schachtanlage Schlägel und Eisen bei Recklingbausen ein Dampfkessel erplodiert, wobei 3 Arbeiter getötet und vier mehr oder weniger schwer verletzt worden sind. Recklinghausen, 12. Nov. Versuchter Gaitenmord. Der Bergmann Hermann Sindermann aus Hochlermark versuchte, seine Frau in den Rhein=Herne=Kanal zu werfen. Es gelang der-Frau jedoch, sich an der Steinböschung festzuhalten. Leute, die auf ihre Hilferufe hinzueilten, retteten sie. Der Täter wurde verhaftet. Duisburg. Wildwest bei Duisburg. Am 16. Nov., abends 8 Uhr, wurde auf der Bergisch=Märtischen Bahn bei Hochfeld ein von Duieburg=Hochfeld=Nord nach dem Eisenwerk Kraft fahrender Rangierzug von etwa 50 Mann überfallen und beraubt. Das begleitende Rangierpersonal wurde bei der Abwehr mit Steinen beworfen und war machtlos. Die Täter warfen Eisenteile die Böschung hinunter und entkamen damit. Das Rangierpersonal weigert sich, ohne polizeilichen Schutz die Bedienungsarbeit auszuführen. Aachen, 8. Nov. Ein wegen Preistreiberei empfindlich vorbestrafter Kaufmann wurde von der Strafkammer wegen schwerer Urkundenfälschung und verbotener Ausfuhr zu 1½ Jahren Gefängnis und 500 000 cA Geldstrafe verurteilt. Derselbe hatte fortgesetzt Ausfuhrerlaubnisse gesälscht, sowie verbotswidrig für 2 Millionen A ausgeführt. Die zwei Millionen A Waren wurden für dem Staat verfallen Lehle Brahime. gen. Braunschweig am Bußtag. Braunschweig, 23. Nov. Der Braunschweigische Unterrichtsminister Steinbrecher hatte eine Bestrafung aller Lehrer und Schüler angeordnet, die am Bußtag dem Schulunterrichte fernbleiben würden. Daraus hat das Reichsministerium des Innern an das Branschweigische Ministerium ein Schreiben gerichtet, in dem es davor warnt, gegen Lehrer und Schüler vorzugehen, die in Erfüllung ihrer Gewissenspflicht der Schule fernbleiben. T. U. Brannschweig, 23. Noo. Am Bußtag und schon Dienstag nachm. kam es in Braunschweig zu Tumulten. Wie die Braunschweigische Tageszeitung meldet, zogen große Trupps durch die Straßen. In der 6. Abendstunde wurde dann das Schaufenster eines Geschäfts geplündert Bedrohlich war die Lage auf dem Hagemarkt, wo die Schupo zum Teil mit blanker Waffe gegen die Menge vorgehen mußte. Ein Beamter der Schutzpolizei, sowie mehrere Zivilisten erlitten schwere Verletzungen. Die Polizeidirektion hat eine Bekanntmachung erlassen, nach der alle Versammlungen unter freiem Himmek verboten sind. Fortsetzung folgt. T. U. Paris, 23. Nov. Nach dem Temps wird die Reparationskommission nunmehr nach Bildung des Ministeriums Cuno die Frage erörtern, ob der neue Reichskanzler die Vorschläge seines Vorgängers aufrecht erhalte. Geschehe dies, so werde die Reparationskommission unverzüglich die begonnenen Verhandlungen über die der deutschen Regierung zu erteilende Antwort auf die beiden letzten Noten wieder aufschnech. Eingesandt. (Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche Verantwortung.) Auf den nicht von uns selbst verfaßten und nicht von uns gedeckten Artikel: „Zur Beamtenpolitik des Reiches“ den wir am Dienstag mit voller Quellenangabe veröffentlichten und um Rückäußerungen baten, ging nachstehende Erwiderung ein Da nach unferer Erfahrung gerade die Artikel„Eingesandt“ am auffallendsten sind und sicher gelesen werden, setzen wir den eingesandten Artikel hierher. Fernex ging noch eine anonyme Postkarte ein, die sich gegen den Artikel Luft macht und gegen uns persönlich ausfällig wird, weil der Absender unsere Quellenangabe für den Artikel nicht beachtet hatte. Anonyme Zuschriften veröffentlichen wir nicht. Dagegen bleiben alle Namensnennungen selbstverständlich Redaktionsgeheimnis. Zur Beamtenpolitik des Reichs nimmt der „Rhein.=Westf. Wirtschaftsdienst" durch Uebersendung von Flugschriften an die Presse Stellung und bringt darin Behauptungen vor, die einer näheren Untersuchung nicht Stand zu halten vermögen. Wollte der„Wirtschaftsdienst“ den Beweis für die Behauptung, daß die Beamteneinkommen heute die im gewerblichen Laben gezahlten Einkommen der Privatangestellten ähnlicher Kategorien übersteigen, antreten, so müßte er die neuesten Lohn= und Gehaltsbezüge dieser Angestellten bekannt geben, genau so, wie dies auch mit den Beamteneinkommen geschehen ist. Daß er dies nicht getan hat, ist ebenso durchsichtig, wie seine Tendenz, zunächst die Beamteneinkommen in der Oeffentlichkeit als zu hoch zu kritisieren. Sie verfolgt letzten Endes den Zweck, bei den eigenen Angestellten(in Industrie, Handel und Gewerbe), die stets den Beamten im Einkommen vorauscilen, einen Abbau der Bezüge herbeizuführen, nachdem den Beamten der Schmachtriemen noch fester angezogen worden ist. Oder glaubt ein denkender Mensch, der die Papiermark in Friedenswerte uumzurechnen versteht und die sprunghaft steigende Teuerung am eigenen Leibe spürt, daß die Durchschnittsbezüge der Beamten für mehr als zur Deckung der Ausgaben für die notwendigsten Lebensbedürfnisse ausreichen? Ich möchte darauf hinweisen, daß wir von diesem„Wirtschaftsdienst", sofern sein erster Versuch gelang, künftig öfters dergleichen Tendenz buldigende Abbhandlungen in der Presse finden werden. Dem Rhein.= Westf. Wirtschaftsdienst möchten die Beamten aber zurufen:„wirke du erst auf die unsinnige Preisgestaltung der dringendsten Lebensbedürfnisse ein.“ Wir glauben nicht fehlzugehen in unserer Vermutung, daß da ein Einfluß auf diese Zustände möglich ist. Der umgekehrte Vorschlag, Vobach=Schnitte sind zu haben im Verlage dieser Zeitung Der Atöde erst die Einkommen abzubauen, um dann#### einer Preissenkung folgen zu können, ist deshalb undurchführbar, weil die Beamten nicht erst verhungern können und wollen, ehe die Abwärtsbewegung auf dem Lebensmittel= und Warenmarkt erfolgt ist. Nun zu den auch vom„Wirtschaftsdienst" aufgewärmten ollen Kamellen, daß in den Staatsbetrieben bedeutend mehr Beamte und Hilfskräfte als 1913 vorhanden sind. Weiß der Verfasser der Flugschrift nicht, daß die Umgestaltung des Steuerfinanzwesens, die Kriegsbeschädigtenfürsorge und dergl. mehr zur Einführung neuer Behörden führen mußte, die nach dem Umfang der Arbeit, einen größeren Beamtenapparat benötigen? Die über das Bedürfnis hinausgehende Bcamtenzahl entstand erst, nachdem zahlreiche Beamte aus den abgetretenen Gebieten in das jetzt kleiner gewordene Vaterland zurückgeflutet waren. Soweit hier und da ein Verkehrsrückgang beobachtet worden ist, hatten die hetr. Behörden bereits ohne die Ratschläge des Rhein.=Wesrf. Wirtschaftsdienstes mit dem Abbau des Beamtenüberflusses begonnen. Daß die ganze Umstellung erst nach und nach erfolgen konnte, leuchtet Jedem ein, der sich die Wirkung dieser Maßnahme auf den Arbeitsmarkt klarzumachen versteht. Dem Perfasser der Flugschrift möge gesagt sein, daß die Beamtenschaft längst erkannt hatte, daß eine Gesundung des Vaterlandes nur dann eintreten kann, wenn Jeder an seinem Platze seine ganze Kraft in den Dienst des allgemeinen Volkswohles stellt und daß sie auch nach dieser Erkenntnis pflichtmäßig handelt. Möge der Rhein.=Westf. Wirtschaftsdienst" durch Einwirkung auf den Abbau der Preise, Bekämpfung des Schieber= und Wuchertums durch die Tat und durch Einschränkung der eigenen Lebenshaltung mit guten Beispielen vorangehen, dann werden die Beamten es ihm danken und der erste Schritt zum Wiederaufbau des Vaterlandes Dollarkurs am 21. 11.=6159,00 M. Stadttheater Dortmund. Freitag, 24. Nov. 7½—10 Uhr. V. 10. Preise 1. Sonnabend, 25. Nov. 7½—10½ Uhr. D. 11. Preise 2.„Und Pippa tanzt.“ Sonntag, 26. Nov. 11½—1 Uhr. Preise 4. 2. Morgenfeier.„Das Postamt“. 7½—11 Uhr. Alußer Vormiete. Preise 1.„Tannhäuser“. Wetter=Aussichten füg mehrere Tage im, voraus. 24. Nov. Veränderlich, tühl, strichweis Niederschlag. 25. Nov. Wolken, Wind, normal temperiert. nitte 9b a im Verlage dieser Zeitung 9 Abb. 1. Flotter Herbst= und Wintermantel mit weit eingeseßten Vermeln undverstellbarem Kragen. Hierzu Bodach=Schnit 1818 für 12—14 Jahre fü: M. 38.—. für 14.—16 Jahre für M. 48.— nebit M. 6.— für Porte und Versand erhältlich. Abd. 2. Mautel mit verstellbarem Kragen und Raglanärmeln. Mit oder ohne Gürtel zu tragen. Hierzu Bobach=Schnitt 1 8166 für 12—14 Jahre für M. 38.—. für 14--16 Jahre jüc M. 48.— nepstN. 6.— für Porto und Versand erhältlich. Backfisch=Moden (Die Mode des Bacfisches, des heranwachsenden, jungen 2 Mädchens, geht dieselben Wege wie die der Erwachsenen. Umgekehrt wäre es ja richtiger. Die Mode der Erwachsenen geht noch die Wege der Backfisch=Mode, denn ihr ist das Lose und Hängende eigen. Die lange, ja allzu lange Taille tritt langsam den Rückweg an. Der Gürtel wird teilweise etwas breiter, er muß also naturnotwendig etwas mehr anliegen und schiebt sich dadurch unwillkürlich in die Nähe der natürlichen Taillenlinie. Da aber die Taillenteile noch nicht kürzer werden, legen sie sich ringsum lose über den Gürtel, eine Modelinie, die für die kindlichen Figuren überaus kleidsam sein kann. Der Rock, der immer noch eine sehr mäßige Weite zeigt, fällt schlank aus, ob er eingereiht ist oder in Falten gelegt. Seibstverständlich verlangt die„angebende“ Dame den modernen, weiten Aermel, obgleich er für einen zu schlanken Backfisch nicht immer kleidsam ist. Und wenn er nicht genügend wärmt, läßt er sich durch einen Druckknopf anliegend gestalten, so daß die innere Hälfte anliegt. Zum herzförmigen Ausschnitt geseckt sich der verstellbare Kragen, während der ovale Halsausschnitt kragenlos bleibt. Um die lose Form abwechslungsreicher und nach Bedarf auch eleganter zu gestalten, stattet man Kleider aus glatten Stoffen mit einer leichten Seidenstickerei, die hauptsächlich in losen Spannstichen besteht, oder mit der bekannten Perlstepperei aus. Geschulter Geschmack wählt hier die Stikterei Ton in Ton oder nur wenig abstechend. Nicht vergessen dürfen wir, daß die Röcke der Backfische wie die der Erwachsenen etwas länger werden. bedentet es doch einen kleinen Fortschrit. Und der Länge des Rockes entspricht beim Backfisch auch die seines Mantels. Er ist vorherrschend lose und fällt schlank aus, ob er gerundet oder gerade zugeschnitten, mit oder ohne Gürtel getragen wird. Selbstschneidernde Mütter werden gut tun, den Mantel des Töchterchens mit einem schmalen Stoffgürtel zu arbeiten; denn wenn die junge„Dame“ ihn heute ohne Gürtelträgt, dann ist es morgen sicher schicker, ihn mit, Hürtelzu tragen, wen die Freundig es auch so kut., gaztef gereize Herbst mit seinen empfindlich kühlen Tagen gestattet, bereits den Herbstmantel mit Pelz zu garnieren. Für viele, vielleicht für die meisten wird der Herbstmantel auch gleich den Wintermantel ergeben; es ist dies auch leicht möglich, wenn wir darunter eine der beliebten Jumper und Stridjacken tragen, die heute wohl jeder Backfisch sein eigen nennt. Will man nicht den ganzen Kragen mit Pelz besetzen, dann gibt schon ein Pelzröllchen das winterliche Aussehen. Neben dem immer noch beliebten, weil überaus praktischen verstelldaren Kragen erfreut sich der anschließende Stehkragen großer Beliebtheit, auch bei der Jugend, weil er sehr kleidsam sein kann. P. Gratz. □ scr 1 95 90 Abb. 3. Kleid mit leichter Seidenstickerei und benichem Gürtel., Dieran, VotachSchnit 11 816 für 12=14 Jähre für9 für 14—16 Jahie fut N. 48.— nebi. M. 6.— für Porto und Versand sowie Aufoügelmuster 25761 H1 für 2M. 30.—snebit ab 3.— für Porto und Versand erhältlich. * Schlupfkleid mit breiter und welen Nermein. Dierzu LiodachSchnitt k181 57 für 12.14 Jahre für M.1s=, füt 14—16 Jahre für M. 48.— nedst 6.— für Votto und Versand sowie Aufdügelmuster 257601 für 2 M. 3.— für Porto und Versand erdültlich. vobachs Modenalben, Frauenzeitschriften und Schnittmuster empfiehlt und besorgt die Buchhandlung Carl Braus in Schwerte. Roenettsu gesucht. Angebote unter M 120 an die Geschäftsstelle. Gut erhaltener Fimaler ofen zu yerkkalufen. Rosen, Schulstraße Nr. 3. Kartoffel#schalen kauft Geld gesüneen Gegen Erstattung der Unkosten zu melden bei Lewandowski Beckestraße 50 Höchste Waschkraft Größte Ergiebigkeit HENKH&ap GE. DOSSELDORF. Metallbetten Stahlmatratzen, Kinderb direkt an Private, Katal. 26 J frei 8897 Ein neuer Erfolg im Segelflug. Zu den deutschen Erfolgen des Segelfluges in der Rhön gesellt sich nun eine neue Leistung. Auf dem Flugplatz Fuhlsbüttel flog der Flugzeugführer Förster mit einem von A. Hesemann (Pinneberg) gebauten Segelflugzeug„Senator“ Der Flugplatz, der etwa 20 Meter über dem Meere liegt, hat keinen Aufwind, trotzdem aber gelang es Förster über dem ebenen Gelände bei Windstärke 3, im Mittel 7 Sekundenmeter, Strecken von 50—150 Meter in Höhen von 4—6 Meter rückzulegen. * Die grundsätzliche Bedeutung der Flüge Försters liegt einmal in der Tatsache, daß der„Flugplatz Fuhlsbüttel im Gegensatz zu der Rhön und dem englischen Segehlugplatze, weder Aufwind hat, zum anderen, weil auch die Ausnutzung von auftreibenden Ausstrahlungen— Dünen usw.— nicht möglich ist. Es scheint sich daher bei der Konstruktion Hensemanns um eine neuartige zu handeln, die zu großen Hoffnungen berechtigt, und über die wir hoffen, unsern Lesern demnächst mehr berichten zu können. Herbsttagung des Deutschen Fußballbundes. Gera, 19. Nov. Die Herbsttagung des deutschen Fußballbundes beschäftigte sich u. a. mit den seit Monaten schwebenden Fragen bezüglich der Vergebung der deutschen Meisterschaft für 1921/22. Die Frage wurde äußerst sachlich behandelt, wie überhaupt die Tagung recht ruhig verlief. Der Hamburger Sportverein verzichtete auf den Meistertitel, so daß der Meistertitel für die abgelaufene Spielzeit nicht vergeben wird. Für künftige Fälle wurde eine Aenderung insofern vorgenommen, als nur die Meister der Landesverbände, nicht die Titelverteidiger in dem Endspiel spielberechtigt sind. In der internationalen Frage wurde die erfreuliche Mitteilung gemacht, daß am 1. Januar ein Länderkampf mit Italien stattfinden wird. Die deutsche Mannschaft wird wie folgt aufgestellt: Stuhlfaut, Müller, Kugler, Schmidt, Kalb, Riegel, Wunderlich, Franz, Seiderer, Träg, Sutor. Auch mit Schweden schweben Verhandlungen wegen eines Länderspiels, das vielleicht im März stattfinden dürfte. Die Wahlen ergaben fast durchweg die alten Leute. 1. Vorsitzender Hintze, Duisburg, 2. Vorsitzender Linnemann, Berlin, geschäftsführender Vorsitzender Blaschke, Kiel, Beisitzer Dr. Wagener, Danzig, geschäftsführender Vorsitzender des Spielausschusses Keyl, Ansbach. Prof. Hefner, Karlsruhe, der 12 Jahre lang zum Bundesvorstande gehört, wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Fußball. Von den Ergebnissen vom Sonntag tragen wir noch die bemerkenswertesten nach: Hamburger Sportverein gegen Sparta=Prag 2:3. Slawia=Prag gegen Spielvgg.=Fürth 4:2. Die beiden Prager Meisterschaften gewannen also gegen ihre deutschen Gegner. Diesmal verlor allerdings der Hamburger Sportverein nur ganz knapp.— Preußen Duisburg gegen Spielverein Duisburg 1:1(1), Weideriches SV. gegen Duisburg 08 1:1, Victoria=Köln gegen KBC.=Köln 2:5, Rleydt gegen FC. Düren 4:2, Turn Düsseldorf gegen Sp.u. Sp. Elberfeld 5:3, Fortuna Düsseldorf gegen Elf Neheim 2:1, Turnerbund=Essen gegen Düsseldorf 99 3:2, VfB. Dortmund gegen Arminia=Warten 0:2.— Am 1. Januar 1923 wird ein Länderspiel Italien gegen Deutschland stattfinden. Die deutsche Mannschaft dazu ist bereits aufgestellt Nürnberger und Fürther Kämpen, ferner Wunderlich=Frankfurt als Linksaußen. Fußball=Länderspiel Holland—Schweiz. Bern, 19. Nov. Beim Fußball=Länderspiel Holland—Schweiz siegte die Schweiz mit 5: 0. Trexe Nachtaf Versteigerung. Am Samstag, den 25. November, vorm. 10 Uhr, werde ich für Herrn Hermann Weßling, Lichtendorf, Overbergerstraße 49½ folgende Gegenstände; 2 Glas= und 1 Kleiderschrank, 2 Kommoden, 2 Tische, 9 Stühle, 1 fast neue Nähmaschine, 1 Wasser= und eine Topfbank mit Töpfen, 4 Kochtöpfe, 1 Ofen, 3 gute Betten, 3 Bettstellen 2 mit, 1 ohne Matratze, Messer, Gabeln, Löffel, 1 Kaffeemühle, 4 Nickeltöpfe, 1 Fleischfaß, 1 Gemüsefaß,3 Steintöpfe, 1 Waschmaschine, 1 Wirtschaftswaage, 1 Schubkarre, 1 Leiterwagen, 1 Pfanne, 2 Kannen, 1 Bügeleisen, Löffelbrett mit Löffel, 1 Salz= und 1 M. aß, Oele, Petroleumkanne, 1 Taschenuhr, 1 Revolver, 1 Sense mit Baum, Nachtkonsole, 1 Fleischmaschine, 1 Spiegel, 3 Körbe usw. öffentlich meistbietend gegen Bar verkaufen: Die Sachen sind gebraucht, sehr gut erhalten und 1 Stunde vorher zu besichtigen. Heinrich Neuhoff, Ruktionator, Sölde, Schwerterstraße 93. Schuhmacher=Zwangs-Innung Schwerte. Mindestpreise ab 20. November 1922: Statt Karten! Ihre vermählung geben bekannt: Fritz Herhaus Käthe Herhaus geb. Scheidt Schwerte, den 23. November 1922. Bekanntmachung. Gemäß den Bestimmungen des Gesetzes über die Handelskammern vom 24. Februar 1870 19. August 1897 und der vom Minister für Handel und Gewerbe unterm 13. Dezember 1920 genehmigten Wahlsatzung liegen die Listen der Wahlberechtigten der Wahlgruppen I.(Wahlbezirk, Ganzer Handelskammerbezirk) II. (Wahlbezirke, Dortmund Stadt und Land und Hörde Stadt und Land) III.(Wahlbezirk, Ganzer Handels kammerbezirk) IV(Wahlbezirk, Ganzer Handelskammerbezirk(Wahlbezirk, Dortmund Stadt und Land) VI.(Wahlbezirk, Ganzer Handelskammerbezirk) für die demnächst vorzunehmenden Ergänzungswahlen der Mitglieder der Handelskammer zu Dortmund eine Woche lang und zwar vom 23. November bis 30. November 1922 einschließlich auf der Geschäftsstelle der Handelskammer zu Dortmund, Am Spitthoff 4, während der Dienststunden von 8 bis 12½ Uhr vormittags und 3 bis 7 Uhr nachmittags(Sonnabends von 8 bis 1½ Uhr vormittags) auf. Für die Wahlbezirke Stadt und Landkreis Hörde(Gruppe V) und Stadt= und Landkreis Hamm(Gruppe II und V) finden diesmal keine Wahlen statt. Einwenduugen gegen die Wahllisten sind innerhalb einer Woche nach beendeter Auslegung bei der Handelskammer vorzubringen. Dortmund, den 23. November 1922. Die Handelskammer. Der Geschäftsführer. Dr. Martin. Auf Grund des§ 80 Abs. 1 der Gewerbeordnung für das Deutsche Reich bestimme ich: unter d und e statt 4 Mk. zu setzen 8 Mk. 3.6 Die Apotheker sind berechligt, auf den nach Nr. 1 l—III der allgemeinen Bestimmungen berechneten Verkaufspreis eines Arzneimiltels oder einer Arznei— also ausgenommen die nach Nr. 2 der Bestimmungen zu berechnenden abgabeferlig bezogenen # Arzneimittel oder Arzneien— einen Teuerungszuschlag von 15 v. H. zu erheben 4. Nr. 3 meiner Bekanntmachung v. 31. August 3 1922(Teichanzeiger Nr. 197) und Abs 2 meiner Bekanntmachung vom 28. September 1922(Reichsanzeiger Nr. 221 werden außer Kraft gesetzt. Diese Bestimmungen treien am 12. Oktober 1922 in Kraft. Berlin, 11 Oktober 1922. Der Preußische Minister für A. 2. 3. 4. 7. 8. 9. 1. Die in Nr. 2 der allgemeinen Bestimmungen der Arzneitaxe 1922(10. Ausgabe) festgesetzte Staffelung der Zuschläge auf den Einkaufspreis wird durch die folgende ersetzt: bis zu 60 Mk. ein Zuschlag von 100 v. H. von mehr als 60 Mk. bis zu 80 Mk. ein Juschlag von 60 Mk., von mehr als 80 bis zu 120 Mk. ein Zuschlag von 75 v. H., von mehr als 120 bis 150 Mk. ein Zuschlag von 90 Mk, von mehr als 150 Mk. ein Zuschlag von 60 v. H. 2. In Nr. 23 der allgemeinen Bestimmungen sind die folgenden Aenderungen vorzunehmen: unler a stalt 8 und 12 Mk. zu setzen 16 und 24 Mk., unter b statt 12 Mk. zu setzen 24 Mh., unter c statt 16 Mk. zu setzen 32 Mk., Zu Mitgliedern und Ersatzmännern der Gesellenausschüsse der Handwerbskammer zu Arnsberg und Dortmund sind für die Je vom 1. April 1922 bis dahin 1927 gewählt worden: 83.6 I. Handwerkskammern zu Arnsberg. a) Zu Mitgliedern: 1. Maler= und Anstreicher Joseph Werth zu Balve, Schreiner Hermann Rehfeld zu Nieder marsberg, 3. Schreiner Emil Schulz, zu Lüdenscheid, 4. Dachdecker Lorenz Becker zu Letmathe, 5. Anstreicher Paul Resch in Altena, 6. Schuhmacher Joseph Lammert in Attendorn 7. Schreiner Peter Hupertz in Kirchenveische 8. Polsterer und Dekorateur Waldemar Ehrhard in Siegen, 9. Metzger Titus Reck in Eiserfeldt; b) Ersatzmänner 1. Schuhmacher Franz Hellmich zu Neheim, 2. Stellmacher Franz Hengesbach zu Serkenrode, 3 Bäcker August Grüger zu Menden, Iserlohnerstraße 2, 4. Anstreicher Otto Keil zu Letmalhe, 5. Anstreicher Otto Schöllhammer zu Altena. Neltestraße 64 b, 6. Bäcker Joseph Nies zu Listerscheid, Kreis Olpe, 7. Schreiner Johann„Sieringer“ zu Allen hundem, 8. Schuhmacher Otto Heider zu Buschhütten 9. Schreiner Emil Schuhmacher in Gosenbach, Kreis Siegen. ; I I. H a n d w e r k s k a m m e r D o r t m u n d a) als Mitglieder: 1. Schneider Michael Sauer zu Dortmund I. Kampstraße 118, Maurerpolier Karl Schulze Hamm, Nassaustraße 43, Schreiner Heinrich Schmidt zu Soest, Niederbergheimerstraße 54, Tischler Heimrich Rehage zu Lippstadt, Grünerweg 44, 5. Fleischer Wilhelm Schmitz zu Herdecke, 6. Maler und Anstreicher Paul Aderholz zu Hagen, Altenhagenerstraße 59, Friseur Ernst Sauer jr. zu Gevelsberg, Bäcker Wilhelm Bockholt zu Witten, Ruhrstraße, Fleischer Joseph Kleine zu Bochum, Kortenpfad 2, 10. Maler Hermann Bormann zu Gelsenkirchen, Dessauerstraße 34, 11. Schneider Wilhelm Baumann zu Wattenscheid, 12. Maler Bernhard Auel zu Herne, Düngelstraße 11. b) Ersatzmänner: 1. Bäcker Wilhelm Bitterlich zu Dortmund, Hobestraße 4, 2. Schneider Heinrich Maiburg zu Hamm, Brüderstraße 39. 3. Maler Wilhelm Teiner zu Soest, Osthofen, Wollburgerstraße 30. 4. Mauree Heinrich Schwering zu Lippstadt, Babarossastraße 74, 95. Schneider Ludwig Blume zu Haspe, Kölnerstraße 24, 6.5Schuhmacher Theodor Peters zu Hörde, Jahnstraße, 7 Stellmacher Heinrich Battefeld zu Nächstebreck, Wittenerstraße, 8. Bäcker und Konditor Bernhard Scharf EWitten, Breitestraße 47, 9.5Schneider Hermann Vössing jr. zu Bochum, Klemensstraße 10, Buchdrucker Eberhard Spiecker zu Wattenscheid, Vorstadtstraße 16, Bäcker Johann Grosseltenbaum zu Waltenscheid, Sommerdell, Bäcker August Noack zu Herne, Schamrockstraße 119. Arnsberg, 29. Oktober 1922. Der Regierungspräsident. Herren=Sohlen u.=Absätze 3300 Mk. Damen=Sohlen u.=Absätze 2500 Mk. Knaben=Sohlen u.=Absätze 3000 Mk. 36—39 Kindersohlen je nach Es muß nochmals darauf hingewiesen werden, daß sich die Preise nur gegen Barzahlung verstehen, andernfalls wir den jeweiligen Tagespreis in Anrechnung bringen. F. W. Kippus, Ostenstraße 26 (Jur Helle) Fernruf 468. Schokoladen und Zuckerwaren en gros. Erzeugnisse erster Firmen. Verkauf nur an Wiederverkäufer zu Fabrikpreisen. 2ord Aart Velöhllung zahle ich demjenigen, der mir ein paar leere oder möblierte Zimmer überläßt. Zu erfragen in der Geschäftsstelle dieses Blattes. 10. 11. 12. Waberartald liefert schnellsten. Druckereit. Brans Kaufen und verkaufen jedes Quanium „„„„ Schilling& Co., Schwerte Schrolthandlung Tel. 381. Beckestr 5. BC Wi vermindere ich die Kosten## VU 1Of, Schuhreparaturene Nur dadurch, daß ich„schwarse Schlen“ verwenden lasse. Dieselben sind zu haben bei H. Hltsegrad, Schuhmachermeister — Banningrweg 26.— Spezialltät: Anfertigung von orthopädischen Schuhen für Kriegsbeschädigte. Zugelassen vom Versorgungsamt Dortmund. W Kaufmann sucht an bestehendem Unternehmen tätige Teilhaberschaft mit 3—500000 Mk. Offerten unter Nr. 5508 an die Geschst. d. Ztg. 9 9588 S#ssn 8 1E 9 9 8 5 5 S## S S1 8 S S 5 S * E ∆ 85 S 8.— 5 5 S 8 05 8 2 # K S 9 * 6 9 8 5 5 * 2 3 8 85 m 8 . 8 G8 D# S: 8: 5# 6 61 10 8 S c C S 8 5 J 0 0 S S S 8 5 S 0 22 0 — F##S: * S es 82 325 O Se S S G355 2 Säües 85 S S □0 0 : S S SSRSgg n Sog P S S SSOTSSRSGERSSS S:: B.Ss. 8 58 S S Saag 0 * 1 9 2. 3 8— SggE 9 SS2 Feibg R5 55 K% 6 0 „ Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General=Anzeiger für den Kreis Hörde. Haupt-Annoncenblatt. •• Roman von A. Seifert. (4. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) *s war Tag für Tag dasselbe, für alle, die es ernst mit ihrer Arbeit, ihrem Streben nahmen, eine liebgewordene Gewohnheit, ein Greuel für die Säumigen und Träumer.“ Hubert war geschäftliche Pünktlichkeit und Regsamkeit gewissermaßen in Fleisch und Blut übergegangen. Ein Leben ohne Arbeit wäre eine Last für ihn gewesen. Er ließ sich dem Chef melden und wurde sogleich vorgelassen. M„ Egumt, Jin 6aud binstrest. Als er dem alteren Freunde die Hano hinstreckte, konnte er einen Ausruf des Erschreckens nicht unterdrücken. „Wie siehst Du aus, Papa! Bist Du krank?“ Herr Harnisch strich mit der weißen kräftigen Hand über die zerarbeitete Stirn. „Ich konnte keinen Schlaf finden, Hubert, ich war so aufgeregt, und da bin ich gar nicht zu Bette gegangen. Mein Herzleiden machte mir schwer zu schaffen. Aber das bin ich gewohnt, es geht vorüber. Ablenkung, Arbeit ist für mich die beste Medizin!" „Nein, nein, Papa! Du siehst furchtbar elend aus und darfst in dieser Verfassung nicht arbeiten! Erlaubst Du, darfst in dieser Verfassung nicht arbeiten!..#hetter, n geiet daß ich Deinem Arzt telephoniere? Er wird um diese seine Heirat—“ 9* Hause seir und daun zuerst zu Dir kommen“ wie schnell hatte sich seine Seligkeit in Sorge und banges Bedrücktsein verwandelt! Er konnte es noch nicht fassen, es war wie ein dunkler, böser Traum. Inzwischen las Harnisch mit klopfenden Pulsen die wenigen inhaltschweren, Enttäuschung und Besturzung verbreitenden Worte: „Verlobung unmöglich. Erwarte Dich heute abend. Wünsche, daß Du Dich unbedingt fügst Dein Vater.“ Mit gespannter Miene beobachtete Hubert das bleiche, gramvolle Gesicht des älteren Mannes.„Kannst Du das begreifen, Papa? Hast Du eine Erklärung für dieses Verhalten?“ Langsam nickte Herr Harnisch. Seine Augen lagen so auffallend tief in den Höhlen. Er starrte düster vor sich hin.„Ich verstehe nicht nur, ich finde die Handlungsweise Deines Vaters in Anbetracht seiner Sinnesart sogar begreiflich und erklärlich....“....74 „Das sagst Du, Papa, wo Almida Dein hochstes Kleinod, die Zierde Deines Hauses ist?“ „Almida ist ein herrliches Geschöpf, und der Mann, welcher sie zur Frau bekommt, zieht das große Los durch Zeit noch zu Hause sein und dann zuerst zu Dir kommen. „Isch brauche keinen Doktor, mein lieber Junge. Sprechen wir überhaupt nicht mehr von mir! Wie stehts, hast Du Nachricht von Hause?“ Hubert zögerte mit der Antwort. Durfte er Almidas Vater, welcher den Eindruck eines Todkranken machte, das Telegramm, das ihn selbst aufs äußerste erregte, zu lesen geben? „Mir scheint, Du siehst nichts weniger als glücklich aus,“ führ der Kaufherr, da die Antwort ausblieb, fort, „enthalte mir nichts vor, Hubert, ich bitte Dich! Wie auch Dein Vater sich äußert, ich muß es erfahren! Hörst Du? Es kann mich nur beruhigen, wenn ich weiß, wie Dein Vater Deine Verlobung auffaßt... Aber was frage ich denn, ich sehe es Dir ja an, daß Du enttäuscht und niedergeschlagen bist! So quäle mich doch nicht unnötig! Ich habe ein Recht, zu erjahren, ob Euch Kämpfe bevorsteben!“„„ 4 tigt Hi9. 9ut. „Es scheint so, lieber Vater. Mich trisfr viese Antwort von Hause ganz unerwartet Aber Du, Du scheinst auf Aehnliches vorbereitet zu sein.“ lingern nur und zögernd gab er Herrn Harnisch die Degesche, doch er sah ein, daß er sie demselben nicht vorenthalten durfte. Und er war ja auch gekommen, um mit dem ätteren Freunde zu beraten Wie war doch im Umsehen alles so anders gekommen, „Und trotzdem? Aber so sprich doch deutlicher. Du solterst wich!... 136 Es 4 Eine Weile noch starrte Harnisch finster vor sich hin. Dann hob er mit einer müden Bewegung den Kopf.„Ich bin Dir eine Erklärung schuldig, Hubert, und ich ich hätte mich früher entschlossen, sie Dir zu geben. Aber leider, so energisch und schnell handelnd ich als Geschäftsmann bin, so ratlos und säumig kann ich im Privatleben sein. Besonders in dieser einen Sache, um die es sich handelt“. 6 Beklommen stand Hubert da. Ihm war, als sinke sein wundersames Glück in eine unergründliche Tiefe, als entgleite ihm langsam, was er so jest und sicher zu halten staubtr...„„ Is. A 2ich „Vielleicht ist es am veren. Du siellst Almida nicht wieder,“ sagte Herr Harnisch.„Ihr seid beide noch jung, Ihr könnt einander vergessen und ein neues Glück suchen und finden.., J. M.. Da fuhr Hubert auf und schuttelte die Veriunkenkeit von sich ab„Nichts soll mich von Almida trennen! Sie wird mein Weib auch gegen den Willen meines Vaters.“ „Wir werden sehen, Hubert! Geh' einstweilen voran! Meinetwegen magst Du Almida begrüßen, wenn sie Dich schon empfängt, seid ein letztes Mal glücklich zusammen!“ „Ein letztes Mal vor meiner Abreise, Papa! Denn, daß ich meinem Vater den Willen tue, ist wohl geraten“ E D ers u Bs Seg * P U E S STEUE S FS s bs. .ETg S. S 58.. O S#n 2 25*8 # E B Jen S 50.2 5 G 2 5 2 5 E 8 5 P.* 0• Er ging, von den widerstreitendsten Empfindungen Nur eins stand fest und klar in ihm: daß seine Liebe zu Almida niemals wanken könne, welcher Art auch die Enthüllungen sein mochten, die seiner warteten. Almida befand sich schon im Garten, als Hubert die Villa betrat.„., I. J.- Ihu hesräßte sei Frau von Herbst vemerkte, als sie ihn begrußte, seine Verstörtheit recht wohl und fragte teilnahmsvoll: „Haben Sie keine befriedigenden Nachrichten von Hause. Herr Wengdorf? Hat der Herr Papa keinen Nachurlaub bewilligt?“. M.... Ane.4. Er verneinte, indem seine Blicke die Geliebte suchten. „Unser Herzblatt befindet sich schon auf ihrem Lieblingsplatz und erwartet Sie dort, Herr Wengdorf." Sie legte die weiße, wohlgepflegte Hand auf seinen Arm und sah ihm mütterlich in die Augen: „Heute dürfen Sie nicht traurig sein, Herr Wengdorf, dazu ist keine Ursache, auch wenn Sie Befehl zu sofortiger Heimkehr erhalten haben! Nach diesem Tage kommen noch viel schöne glückvolle andere Tage. Drum Kopf hoch, und dem Bräutchen ein srohes, glückliches Gesicht gezeigt!“ Die letzten Worte trafen Hubert. Er riß sich zusammen. Ja, die Dame hatte recht! Almida durfte seine Bedrücktheit nicht bemerken. Die kurze Stunde des Beisammenseins, die ihnen noch blieb, sollte durch nichts von außen Kommendes beeinträchtigt werden. Dankbar küßte er Almidas mütterlicher Freundin die Hand. Dann eilte er hinaus. Almida winkte ihm schon von weitem mit ihrem weißen Tüchlein ein Willkommen. Sie slog ihm entgegen, strahlend schön und wonnig wie ein Lenzmorgen. Sie hielten sich umfangen. Sie küßten sich. Konnte es je anders werden? Gab es eine Möglichkeit, daß sie getrennt wurden?„ 6.. 6—2 Mahe Tief, im seligsten Rausch, atmiete Huberr ihre Nahr. Nein, es gab nichts für sie beide, was sich zwischen sie drängen konnte! Es gab nichts! Und alle Sorgen waren vergessen. Sie plauderten und I scherzten, sie schmiegten sich aneinander. Die Wirklichkeit wai doch noch tausendmal schöner als der schönste Traum. Nun flog die Zeit, und der Zeiger der Uyr stand ganz gewiß nicht still. Bis Almida sich endlich erglühend mit sanster Gewalt aus Huberts Armen befreite. „Al. Du kamst, Liebster, bemerkte ich eine Falte auf Deiner Stirn. Du hattest doch heute, an unserem glücklichsten Tage, nicht etwa Unannehmlichkeiten?“ Ehe Hubert antworten konnte, ertönte aus kurzer, i Entjernung die Stimme des Herrn Harnisch: „Almida, Hubert! Wo steckt Ihr, Kinder?" „Hier, Papa, auf meinem Lieblingsplatz!“ rief Almida 1 f r ö h l i c h,„ m ü s s e n w i r k o m m e n?" a, bitte, ich muß Hubert sogleich sprechen!". „Die Depesche!“ jubelte Almida,„sicher ist die Depesche für Dich eingetrossen, Hubert!" 1 Er sah zu Boden. Die Falte zeigte sich wieder auf : seiner Stirn. Versunken war das Glück und drohend streckte sich ihm die Faust des Schicksals entgegen. Aber es sollte ihn bereit finden. Unwilltürlich richtete ! er sich höher auf. Er strich mit bebender Hand über ihr duftiges, schimmerndes Haar. „Höre mich an, Liebling, sagte er,„es ist, wie Du vermutest, ich bin aufgeregt und bedrückt! Die Depesche meines Vaters erhielt ich schon am Morgen. Mein Vater verlangt meine umgehende Rückkehr nach Hamburg, und ich will mich, dem Rate Deines Vaters folgend, in seine Laune fügen... Wir müssen uns noch heute trennen. und wir werden vielleicht kämpfen müssen um unsere Liebe. Wirst Du mir Treue bewahren, Almida? Darf ich darauf bauen, daß Du meiner harrst, bis ich komme, um Dich heimzuholen, als mein geliebtes Weib?“ Sie sah ihn aus großen erstaunten Augen, die ein wenig schelmisch blinzelten, an.„Ich bin Dein, Hubert, II für Zeit und Ewigkeit! Aber wie kommst Du darauf, II von Kämpfen zu sprechen? Bin ich Deinem Vater nicht vornehm genug für seinen Sohn? Hat er vielleicht eine indische Prinzessin mit märchenhaften Reichtümern für Dich in Vereitschaft?.. Hrudenosien Ganf 3c Hubert bewegte ernst den ausbrucksvollen Kopf. weiß es nicht, Almida. Ich weiß nur, daß es vergeblich wäre, an seinen Beschlüssen zu rütteln, und darum fürchte ich dieselben. Allerdings habe ich sein geistiges Erbe angetreten. Auch meinen Willen kann nichts ändern. Soweit es geschäftliche Dinge angeht, mag er über mich verfügen. Wo es sich jedoch um mein Herz handelt, da räume ich ihm keine Rechte ein! Er darf nicht verlangen, daß ich mein Glück seinem Egoismus opfere! Du, Almida, wirst mein Weib, und keine andere! Dich liebe ich mehr als mein Leben, ohne Dich kann ich nicht mehr sein.“ Sie wurde von dem schweren Ernst, der aus seinen Worten sprach, angesteckt. Doch sogleich teilte wieder ein schelmisches, zuversichtliches Lächeln ihre Lippen.„Ich wußte noch gar nicht, daß Du zu Uebertreibungen neigst, Liebster. Hu, Du malst ja viel zu schwarz und düster. Sprich Dich mit Deinem alten Herrn gründlich aus, und alles wird gut werden! Deine beschleunigte Heimkehr wird irgendwelchen Geschäftsinteressen gelten. In einigen Tagen bist Du wieder hier und dann feiern wir unsere Verlobung durch ein schönes, frohes Fest.“ „Der Himmel gebe, daß Du recht hast, Geliebte, „Zeig zir doch die Depesche Deines Vaters, bat sie unter seinen Küssen, die immer glühender und leidenschaftlicher wurden. „Die liegt in meiner Wohnung,“ wich Hubert aus, „aber nun, Herzlieb, muß ich zu Papa gehen, sonst wird er ungeduldigr.. 6 Em „Ja, komm! Ich gehe naturlich mir; die paul Stunden, welche Dir noch bleiben, gehören mir!" „Ich komme ja bald wieder hierher, Lieb. Dein Papa hat ausdrücklich gesagt, daß er mich allein zu sprechen wünscht. Es handelt sich da sicher nur um geschäftliche Mitteilungen. Also beurlaube mich für kurze Zeit, bitte!" V. „Gut, dann will ich Dir wenigstens bis zum Hause das Geleit geben. Dagegen wirst Du ja nichts einzuwenden haben!“ gp 4 chan H.u, meine Einstuel. „Du mein süßes, holdes Maochen, Du meine Einzige!“ Tändelnd schritten sie dahin. Almida war weit entsernt, an ein ernstes Hindernis zu glauben. Sie baute in aller Stille ihre Zukunftsschlösser. Ihre schönen Augen leuchteten im seligsten Glück. Herr Harnisch sah das Paar kommen, und er gewahrte das sonnige Lächeln seines Kindes und den gequälten Ausdruck in Huberts Zügen. Schnell trat der alte Herr tieser in das Zimmer zurück. Almida sollte sein bleiches, verstörtes Gesicht nicht seben. Ihm war ja auch sterbenselend. Er mußte sich setzen, weil ein Schwindelanfall ihn erfaßte. „Großer Gott,“ murmelte er,„erbarme Dich, laß mich nicht eher sterben, als bis ich meine Saumseligkeit nachgeholt, bis ich die Zukunft meines Kindes sichergestellt habe.“ *. So fand ihn Hubert, der erschreckt ein Glas mit Wein füllte und es Herrn Harnisch reichte, der es in einem Zuge leerte.(se M.1 „Das hat gut getan. und nun jasse Mut, mein lieber Hubert! Was ich Dir zu sagen habe, ist ungewöhnlicher Art und wird Dich hart treffen. Aber ich bin Dir Wahrheit schuldig und nicht länger soll sie Dir vorenthalten bleiben.“ 913 Weder Herr Harnisch noch Hubert ahnten, oaß diese Szene einen Zeugen hatte, welcher sich hinter einer Poriere verbarg. M4eit bemers Franz hatte am Morgen Huverts Verstortheil bemerkt und dann beobachtet, daß auch sein Oheim traurig und schmerzbewegt dreinschaute. Seine Neugierde war geweckt. Er arbeitete nur scheinbar. In Wirklichkeit lauschte er auf jedes Geräusch im Privatkontor. Dann schlich er von seinem Platz und machte sich in der Nähe des ersten Prokuristen zu schaffen. Er hatte sich in seiner Voraussetzung nicht getäuscht. (Fortsetzung folgt.) * S5S 9* 0 a. g 8 S S 8 Sor 5 65 8 * 0 E 8 55 S 5 S 5 55 8 S 45 Denkspruch. Wen die Götter lieben, den führen sie zur Stelle, wo man sein bedart. Gocthe. Schiller in seiner Häuslichkeit. (Nachdruck verboten.) Schillers äußeres Leben, die Zufälligkeiten seiner alltäglichen Gewohnheiten und Neigungen, der ganze äußere Rahmen seiner Persönlichkeit ist viel weniger mit dem Bilde seines Wesens verknüpft als etwa bei Goethe. Wir sind gewohnt, uns Schiller als den idealen Geist vorzustellen, der in Aetherregionen überirdischer Begeisterung schwebte, der den Bedürfnissen des Leihes, den Dingen des Haushaltens und Wirtschaftens unen### sern stand, unter dessen Füßen im wesenlosen Scheine die Welt des Realen und Praktischen lag. Doch schon die Veröffentlichung seiner„Geschäftsbriefe", die Goedecke herausgas, belehkte eines anderen und zeigte, wie gewandt und vorsorglich Schiller seinen Vorteil wahrzunehmen wußte, und ebenso ist auch in seinem ganzen Leben eine gewisse Aufmerksamkeit den ihn umgebenden Dingen, den leiblichen Genüssen gegenüber zu verspüren, deren Kenntnis dem ziemlich blassen und nuirdischen Idealbilde, das man allgemein von Schiller hat, erst Lebenswärme und eine gewisse farbige Sinnlichkeit verleiht. Darum ist es besonders dankenswert, daß in der Hochflut der Schillerliteratur, die in den letzten Jahren veröffentlicht wurde, auch dieses wichtige Moment, das uns den Menschen Schiller nahebringt, berücksichtigt wurde; besonders werden in einem Buche von Ernst Müller„Schiller, Intimes aus seinem Leben“ die auf seine Arbeitsweise, seine Nahrung, seine Kleidung, seine Wohnung bezüglichen Stellen übersichtlich zusammengestellt. Auch hier fällt das planvolle, energische und eigenwillig gewaltige Formen der eigenen Natur auf, das Schillers Persönlichkeit ihren heroischen Zug verieiht. V Wohl fehlte ihm die allseitige Lebensharmonie Goethes, der seine ganze Wohnung zu einem Spiegelbild und nur I men seines Wesens umschuf und selbst in dieser Zeit eines höchsten Tiefstandes der Wohnungskunst eine immerhin imponierende Einheit in sein Mobiliar und seine Einrichtung brachte. Doch ist es ebenso falsch, aus dem dürftigen Eindruck, den auf uns heute das Schillerhaus in Weimar macht, allgemeine Betrachtungen über des Dichters Dornenweg und sein Emporringen aus armseliger Enge anzustellen, vielmehr fühlte sich der Dichter in seinem Häuschen ganz behaglich, behaglicher als Goethe, den es immer wieder aus der nordischen Nebelwelt des Weimarer Winters nach Italiens Helligkeiten zog. Er war selbst um seine Möbelstücke und Sachen recht besorgt und schrieb noch im August 1804 an seine Frau:„Die Kinderstube ist jetzt recht komfortabel, und auch das Schlafzimmer daran. Zu dem harten Sofa lasse ich aus Pferdehaarnissen, die ich noch vorrätig hatte, eine neue gute Matratze machen, zwei eichene Kommoden und zwei neue eichene Tische hineinsetzen, die anderen schlecht konditionierten Tische vor Buchenholz werden neu furniert und gebeizt. Ein recht schönes Nachttischchen von Mahagoni steht schon für Dich bereit, und auch noch ein kleines Teetischchen mit einem lackierten Blech. Die Sofa= und Stuhlklappen aus den guten Zimmern lasse ich waschen, wie auch die Vorhänge aus diesen vorderen Stuben, die ich nun für mich nehmen werde.“ Vor allem aber durch gewisse eigenwillige und besondere Einzelheiten sucht er sich eine ganz Stimmung hervorzurufen und den Eindruck des UnwirkI lichen und Besonderen hervorzubringen. So hatte er in III seinem Zimmer karmoisinrote Vorhänge angebracht, die II ihm im Kerzenscheine der Nacht ein heimliches, glühende Leben vorzauberten und deren gesteigerte tiefe und volle Färbung seine Phantasie belebte. Es war ja überhaupt sein Leben so eingerichtet, daß die Nacht die eigennahe Zeit seines Schaffens und seines wahren Lebens war. VI Bis in den Nachmittag hinein schlief er, dann ging er wohl einmal spazieren oder schrieb Briefe.„Die#####n##e,“ so erzählt sein Sohn Karl,„brachten wir, wenn nicht s] Freunde zugegen waren, auf des Vaters Arbeitszimmer zu, während er aß; da er selten zu Mittag wegen des späten Aufstehens aß, verband er das Mittags= und Abendessen gewöhnlich.“ Dafür saß der Dichter dann bis über die Mitternacht hinaus an seinem Schreibtisch; später zwangen ihn seine krampfhaften Anfälle, die bei Tage häufiger auftraten, die nächtlichen Ruhepausen noch häufiger zu Hilfe zu nehmen. Doch lag ihm die Vorliebe für das Nachtarbeiten tief im Blute, wie jene Mannheimer Geschichte beweist, da er die Fensterläden zuschloß, Kerzen anzündete und sich so zu seinem Dichten eine künstliche Nacht herrichtete. Eine solch künstliche Stimnlanz waren auch die faulen Aepfel, deren süßlicher Geruch ihn erregte und seine Fähigkeiten steigerte. Auf Goethe, dessen Arbeitsweise ja in allem der Schillers entgegengesetzt, war, wirkte die Luft von Schillers Arbeitseimmer wie####und brachte ihn einer Ohnmacht nahe. Auch von Tabakspfeise und Schuupftabaksdosé trennte sich Schiller beim Arbeiten nicht, überhaupt war er ein starker Raucher und Schnupfer, und wir haben uns den Dichter des„Telt“ mit einem steten Schnupftabaksfleck unter der Nase vorzustellen. Zur Erzeugung dichterischer Stimmungen diente ihm völlige Einsamkeit, wie er sie in seinem Jenaer Gartenhaus, im Ethersburger Schloß oder in Tiefurt fand; auch leise Musik im Nebenzimmer, die seine Visionen mit Klängen und Rhythmen belebte. Irgendwelche Spirituosen trank er nie bei seiner Arbeit. Aber sonst war er kein Feind eines guten Glases Wein und seine Bestellungen bei dem Weinhändler Zapf in Jena, sowie die Eintragungen seiner nicht unbedeutenden Weinvorräte in seinem Kalender sind noch erhalten. Nach einer Haushaltungsnotiz von 1802 brauchte er jährlich für Zucker, Kaffee und Tee etwa 60 Taler, für Wein dagegen etwa 160 Taler, nämlich e à 24 Taler. Auch in seiner Kleidung war er einer gewissen Eleganz und Gewähltheit nicht abgeneigt; in der Uniform als Regimentschirurg sah er freilich höcht unglüchtlich#nd komisch aus, auch später zwang die Not des Leg#####„ manchmal zu schlechter Kleidung, wie er denn in e##en stets in einem dürftigen granen Rock ging. Doch weisen seine Kalenderaufzeichnungen später immerhin einen kleinen Luxus auf. So schätzte er selbst den auf 75 Taler. An Hosen hatte er: 3 schwarzseidene, 1 Paar schwarze Tuchhosen, 2 Paar manchesterne, 1 Paar grüne, 5 Paar Nanking, 2 Paar schwarze Zeughoser, und 1 Paar lederne Hosen, dann besaß er 20 Westen, 10 mouc, unter denen auch ein Schlafrock und ein Pudermgutel nicht fehlten, 3 Hüte, 3 Rützen und einen Chape####sHut; für seine Hände hatte er einen Muff und 4 schuhe. An Wäsche zeichnete seine Schwägerin Karoline auf:„2 Paar weißseidene und 5 Paar buntseidene Strümpfe, 33 bunte und 14 weiße Schnupftücher, 3 Hemden, 3 ganze und 4 halbe Halstücher, 8 gewöhnliche und 8 steife Halsbinden.“ E 4588 Chinesische„Rechtspflege“. Die Justiz im heiligen Reiche der Mitte erscheint in den weisen Gesetzen und Vorschriften gerechter und geordneter, als sie in Wirklichkeit ist. Ein französischer Beobachter, der Oberstleutnant Verraux, teilt in„Le Tour du Monde interessante Einzelheiten mit, die er während der Voxerunruyen und inte nationalen Besetzung des Landes von 1900/01 und die über den Gang der chinesischen Rechtsordnung allerlei Neues enthalten. Der Mandbrin it der vberszgzeon epigegte, seines Distrikts, er hält seine Sitzungen an Tage ab und spricht frei oder verurteilt, straft oder aber in Wirklichkeit ist nicht er es, der die Entscheidungen herbe führk, sondern einer seinen Untergebenen, der Dieser ist im Grunde die wichtigste Person; er präft die Fälle, hat sein Ohr überall, er gibt dem Mandarin sein Urteil ab. Darum muß er auch vor allem unbestechlich und unbeeinflußt sein; in weiser Voraussicht dessen besimmt das