e Scoprier Housstan und Muna. Aus dem Reiche der Heimatblätter n Lafügen Alertak. Kinderzeitung: Unser Blatt. n Unterbeitungs-u. Romanbeiloge n Spiet, Sport und Curan. u Ledensbild. ET Oerdunden mit: Schwerter Cagrblatt und Anzeiger Schwerter bellzettng Schwerter Colksbiatt Amtliches Vreisdiatt für den Kreis Börde. Bolzwunraer Zeitung und diteltes Canssergen des Kreies.— Geueralanzeiger für den #ct Weschoiener Zeitung Avierdeczer Zeitung Langscheder Zeitung Die„Schwerter Jeitung“ erscheint 2 Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Car! Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cei.62. Dostscheck.: Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Nichterz in Schwerte. Nr. Dienstag, 14. November 1922 55. Jahrgang Zum Geleit. „Gibt es Gründe zu einem Glauben an eine bessere Zukunft, an ein Ende des Zustandes der Sklaverei, worin wir leben, so ist es Pflicht, die Cemüter zu stählen und zu stärken, indem man kräftige und edle Grundsätze aufrecht erhält, auf diese Art dem Geist des Zeitalters, das heißt der Genußliebe, der Trägheit, der Unheiligkeit oder Gleichgültigkeit gegen Meinungen und Grundsätze entgegenwirkt. Frhr. vom Stein, März 1810. Neueste politische Nachrichten Die Verhandlungen über die Kabinettsumbildung sind in vollem Fluß. Die Lage ist noch undurchsichtig; verschiedene Kombinationen werden genannt, von denen die Absicht des Kanzlers, ein Iabinett des wirtschaftlichen Wiederaufbaus ohne ausschließliche Parteibindung zu bilden, als das bisher Positive erkennbar sein dürfte. Man spricht auch von einer Veränderung in der Leitung des Reichsfinanzministeriums. * Aus England kommen Meldungen, wonach“ dort das Verfehlte der bisherigen Reparationspolitik der Entente erkannt wird. * Die Orientkrise dauert an, innerpolitisch und weltpolitisch. Der Sultan weigert sich abzudanken— die Entente hat schwere Mühe, sich über die Lausanner Konferenz einig zu werden. In Verbindung mit dem Oberpräsidenten der Provinz Westfalen sind Bestrebungen im Gange, den Alkoholmißbrauch, der so ungeher viel Schaden angerichtet, in unserem Volke einzudämmen. Nunmehr hat auch der Provinzialrat der Provintz Westfalen? Polizeiverordnungen betreffend die Polizeistunde und den Betrieb der Gast= und Schankwirtschaften sowie den Verkehr mit geistigen Getränken zugestimmt. Oermischte Kundr. In Nürnberg bestehen 1533 Bierwirtschaften, 49 Weinwirtschaften, 20 Dielen und 82 Kaffee: (einschl. der Kafseeschenken). Die Kehrseite: Die ürsorgestelle für Alkoholkranke in Nürnberg wurde im Jahre 1917 noch in Anspruch genommen in nur 20 Fällen. Seit 1918 und 1919 begannen sozusagen die Leitungsröhren der Alkoholversorgung, die sich während des Krieges zwangsweise mehr und mehr entleert hatten, zunehmend sich wieder zu füllen. Dementsprechend die erschreckend aussteigende Staffel der Fälle der genannten Art in den Jahren 1918—1922: 76, 105, 220, 442, erstes Vierteljahr 1922 365(1). In der ersten Starkbierwoche mußten in Nürnberg 61 betrunkene Personen in polizeilichen Gewahrsam genommen. 73 Betrunkene wegen Vergehungen der verschiedensten Art, worunter 30 Fälle von Körperletzung und Rohheitsvergehen. zur Anzeige gebracht worden. Diese Feststellungen des Deutschen Vereins gegen den Alkoholismus über Nürnberg treffen— natürlich nach Maßgabe der verschiedenen Verhältnisse— auf alle deutschen Städte zu. * In den größeren Städten Russisch=Polen ist ein ebenio großer Mangel an Wohnungen zu verzeichnen wie hier in Deutschland, doch ffehlen dort vollständig irgendwelche gesetzliche oder behördliche Maßregeln zur Regelung der Wohnungsnot, wie sie bei uns in dem Wohnungsgesetz und den Mieteinigungsämtern vorhanden sind. In Polen sind deshalb die Wohnungen seit langer Zeit schon ein regelreches Spekulationsobjekt geworden. Es gibt sogar Gesellschaften, die alle irgendwie verfügbaren oder leer werdenden Wohnungen mieten und dann einzeln zu enorm hohen Preisen weiter vermieten oder sich hohe Belohnungen und Abstandssummen zahlen lassen. Diese Spekulanten=Gesellschaften machen ein glänzendes Geschäft. erurrung und Regierungsmapllähnenl. Von Stadtrat Josef Reinehr, Schwerte. Der vor uns liegende Winter wird für das deutsche Volk schlimmer als alle, die wir während der Kriegszeit erlebt haben. Jeder Beamte und Arbeiter weiß, daß er trotz Erhöhung der Gehälter und Löhne täglich ärmer wird. Lohn= oder Gehalt erhöhung bedeutet bei dem heutigen iystem nur Gehalt= oder Lohn abzug. Jetzt, wo der Winter vor der Türe steht, sieht jeder Arbeiter und Beamte klar, das ihn die Ar beit allein nicht retten kann, auch nicht Gehalt oder Lohnaufbesserung. Denn jetzt kam die Einkellerung von Kartofsein und Kohlen, und die kalte Jahreszeit bedingt warme Kleidung und ganze Schuhe für sich und seine Jamilie. Die Frage kam: Woher die Gelder nehmen, nur die realen Werte zu beschaffen? Kann der Beante und Arbeiter noch weitere Einschränkungen ertragen? Diese Frage muß in allen Kreisen nur mit einem glatten„Nein!“ beantwortet werden. Warum? Weil die Beamten und Arbeiter am Ende ihrer Leistungsfähigkeit angelangt sind. So ist der schaffenden Bevölkerung jede Möglichkeit genommen, alle die Werte zu beschaffen, die sie zum täglichen Leben unbedingt gebraucht. Die Regierung sieht das Elend der schaffenden Stände. Sie sieht, daß der Wucher das schaffende Volk bis aufs Blut ausplündert. Sie weiß, daß dann, wenn es so weiter geht, Hungerrevolten ausbrechen müssen— aber halt, sie hat ja auch etwas getan. Am 12. Oktober 1922 wurde nach Reichs=Gesetzblatt S. 795 eine Verordnung gegen die Spekulation in ausländischen Zahlungsmitteln erlassen, in einer Länge von 15 Paragraphen. Die Ausführungsbestimmungen dazu in noch 8 Paragraphen.§ 1 besagt, daß Zahlungen in ausländischen Zahlungsmitteln nicht gefordert, angeboten, ausbedungen, geleistet oder angenommen werden. Im Kleinhandel ist auch die Preisstellung in inländischen Zahlungsmitteln auf der Grundlage einer ausländischen Währung veroten. Entsprechende Vorschriften für sonstige Inlandgeschäfte bleiben vorbehalten. Auf Grund dieser Paragraphen wäre dem Volke ein Lichtblick gegeben worden. Die Preisprüffungsstellen hätten gegen die Geschäfte vorgehen können, die ihre Preise täglich— stündlich und sogar nach Minuten dem Stande des Dollars anpassen. Es wäre dann auch möglich gewesen, den Erzeuger, Grossisten, Schiebern und Wucherern energisch auf den Leib zu rücken, und der weiteren Bewucherung der Bevölkerung E.nhalt zu gebieten. Aber eine zeite Verordnung vom 27. Oktober 1922 hobt bereits diesen Paragraphen vom 12. Oktober wieder auf, auf Geschäfte bei Lieferung von im Ausland oder im Saalgebiet befindlichen, in ausländischen Zahlungsmitteln zu bezahlenden Waren. Das in die Praxis umgesetzt, bedeutet, daß die Bewucherung der Bevölkerung noch in schärferem Maße vorgenommen werden kann, als bisher. Um nun aber der Bevölkerung die nötige Ruhe und Sicherung zu geben, hat der Herr Minister Severing die Städte des Industriegebiets vom 8. bis zum 15. Oktober bereist und Maßnahmen getroffen, die der hungernden Bevölkerung nicht billige Kartoffeln und Brod liefern, sondern grüne Polizei und Reichswehr. Also dort, wo die Bevöllerung nicht mit Kartoffeln, Brod und warmer Kleid ing beliefert werden konnte, wegen der niedrigen Entlohnung der Beamten und Arheiter, hat die Regierung nun Polizei und Reichswehr hingestellt. Soll. dadurch die Verelendung der schaffenden Stände beseitigt werden? Das kann nur geschehen durch Zusammenschluß aller schaffenden Stände: der Beamten, Arbeiter, Handwerker und Gewerbetreibenden, die nun endgültig einmal gegen diejenigen Stellung nehmen, die die größten Vorteile aus der Verelendung der Massen haben. Also gegen die Syndikate und Trusts usw. Von diesen Stellen aus wird gesagt: Die Hebung der deutschen Volkswirtschaft kann nur dann geschaffen werden, wenn die Arbeiterschaft Abstand vom 8=Stundentag nimmt. Das bedeutet aber einen weiterer Schritt ins Elend. Hat die Arbeiterschaft Ursache, Abstand von diesen Errungenschaften der Revolution zu nehmen? Auch hier muß mit einem glatten„Nein“ geantwortet werden. Die Volkswirtschaft kann nur gehoben werden, wenn die Produktion noch zu heben ist. Und das ist möglich, aber nur durch einen Volkskörper, dem das voll zugeführt wird, was ihm zusteht in Gestalt von Lebensmitteln, warmer Kleidung usw. zu erträglichen Preisen. Wie groß ist denn die Menge der Lebensmittel, die der Beamte oder Arbeiter für seinen täglichen Verdienst bekommen kann? Da machen sich diejenigen keine Gedanken drüber, die täglich in allen Tonarten ihrem Wunsche Luft machen, nur die Erhöhung der Produktion könne uns retten. Würde die Arbeiter= und Beamtenschaft mal diejenigen auch vor den Karren der Produktion spannen, vieles würde dem Volke gegeben werden, was ihm jetzt mangelt. Wir kennen tatsächlich das Heilmittel, welches uns zu besseren Zeiten zurückführen kann, wir haben nur nötig, es anzuwenden, indem wir uns aufraffen zur inneren Aktion. Unendlich viel Kraft liegt heute in Deutschland brach. Wir brauchen sie nur in angewendete Energie umzuwandeln, dann marschieren wir wieder vorwärts. Ein Anfang. Innere Aktion. Zu dem Gutachten der ausländischen Sachverständigen in Berlin, die eine stärkere innere Aktion der Reichsregierung als notwendig für die Gesundung der deutschen Mark bezeichnen, gesellen sich jetzt auch Stimmen in solchen deutschen Zeitungen, die entschieden auf seiten des Reichskanzlers Wirth standen, die aber jetzt den Wunsch nicht unterdrücken können, die[Reichsregierung möge zu einer energischen Politik übergehen und sich nicht damit begnügen, der Entente zu zeigen, wie traurig die Verhältnisse in Deutschlardd geworden seien. Das Mitleid ist in London dürre gesät, in Paris kaum vorhanden. Daß die Entente uns neuen Kredit verschafft, ist schwer zu erhoffen, wir müssen uns das Vertrauen der Welt durch eigene Tatkraft wieder erobern. „Größere Sparsamkeit und erhöhte Arbeitsproduktion“, daß ist die alte Mahnung, die aus allen Gutachten und Erörterungen zurückklingt. Daß sie begründet ist, wissen wir, aber bis zu praktischen Schritten sind wir noch nicht gekommen. Wir führen theoretische Debatten, aber die große Tat steht noch aus. Wenn die Medizin auch nicht jedem behagen will, so kann und muß sie doch eingenommen werden. Nichts ist schwer, wenn man weiß, daß es hilft. Die Gutachten der Sachverständigen haben unverhüllt die Steigerung der Arbeitsproduktion in den Vordergrund gestellt. Das wird kein Deutscher als eine Aufhebung des Achtstundentages bezeichnen, aber er wird eine zeitweise Verlängerung der Tätigkeit— für etwa zwei Jahre— nicht als unmöglich bezeichnen. Je früher wir damit anfangen, um so eher kommen wir zu besseren Verhältnissen. Das Mißtrauen der Welt gegen uns rührt zum nicht geringen Teil daher, daß wir nach der Ueberzeugung des Auslandes als Kriegsverlierer nicht genug arbeiten und nicht sparsam genug wirtschaften. Mit Worten können wir dagegen nicht aufkommen, sondern nur durch Leistungen. Wer arbeitet, soll auch nach seinen Leistungen und nach den teuren Preisen bezahlt werden. Es soll keiner Not leiden, aber wie die Verhiltnisse heute liegen, muß es jeder Deutsche über sich gewinnen, von Luxus= und Venschwendungsausgaben abzusehen. Zigaretten und Bohnenkaffee, neueste Mode und Zeitvertreib braucht sich niemand abzugmöhnen, wer das Geld dazu hat. Aber es braucht nicht die Regel zu werden, und es soll niemand sagen, daß er Not leidet, weil er nicht alle diese Dinge mitnehmen kann. Wenn sich der größte Teil aller Deutschen in dieser vernünftigen Lebenshaltung einig ist, so werden wir schnell zur Sparsamkeit gelangen und wieder Achtung und Kredit in der ganzen Welt gewinnen. Reichstags=Sitzung vom 13 November. Der Reichstag trat am Montag nay 1#tägiger Pause wieder zusammen. Die erste Sitzung nahm aber nur kurze Zeit in Anspruh. Ein interessanter Antrag lag dem Hause vor. Er rührte vom Reichsminister des Innern her und fordert die Genehmigung zur Strafverfolgung der Abgg Höllein(Komm.), Remmele(Komm.), Fröhlich(Komm.), Koenen(Komm.), Dr. Moses (Soz.) und Zubeil(Soz.) wegen Verhinderung von Abgeordneten an der Ausübung ihres Mandats. Es handelt sich hier um die Vorgänge am Tage der Ermordung Rathenaus, als im Reichstagssitzungssaal vor Beainn der Sitzung sich einige Zwischenfälle ereigneten. Das Schreiben wurde dem Geschäftsordnungsausschuß überwiesen. Die Genehmigung zur Strafverfolgung des Abgeordneten Bazille(D. N.), der sich kürzlich im Reichstag mit dem sozialdemokratischen Minister Keil=Stutgart auseinandersetzte, wurde jedoch auf Wunsch der Beteiligten erteilt. Die sozialistische Interpellation über den Fechenbach=Prozeß in München wird, wie der Justizminister Dr. Radbruch mitteilt, in der nächsten Sitzung beantwortet werden. Einige Vorlagen, wie das deutsch=polnische Bergwerksabkommen und das Jugendgerichtsgesetz, sowie der fünfte Nachtrag zum Reichshaushalt wurden den zuständigen Ausschüssen überwiesen, der letzte Gesetzentwurf mit einer Entschließung Hergt(D. N.), die eine großzügige Familienfürsorge verlangt. Das Haus vertagt sich auf Dienstag und will an diesem Tage die Geschäftsordnung des Reichstagos beraten, ferner eine Zentrumsinterpellation über die Not der deutschen Wissenschaften. Der deutschnationale Abg. Schultz=Bromberg forderte, daß der Reichstag sich endlich über die Lage äußere. Der Präsident teilte mit, daß dies erst im Laufe der Woche geschehen werde. Der Antrag wurde gegen die Stimmen der Rechtsparteien abgelehnt.— Schluß 4 Uhr. der Glaube an deutschlands Kraft. In der gestrigen Frauenversammlung der politischen Arbeitsgemeinschaft der Frauen von Groß=Verlin sprach die Vorsitzende des Weltvundes für Frauenstimmrecht, Chapmann Latt, über Deutschlands Zukunft. Sie betonte u. a. die warme Sympathie für die notleidenden Bevölkerungsschichten Deutschlands, die ihr amerikanische Frauen noch kurz vor der Abreise aussprachen. Sie sprach auch von dem festen Glauben an Deutschlands Unverwüstlichkeit, den man, drüben habe. Wohl würden noch dunkle Zeiten kommen, aber untergehen, zusammenbrechen werde dieses Land der Arbeit nicht, an wenigsten, wenn es erst wieder gelernt habe, sich in Einigkeit zur Arbeit zusammenzufinden. Der eingefrorene Wahlfeldzug. England im Bett. Bonar Law, der an einer Erkältung leidet. ist von seinen Aerzten anbefohlen worden, die nächsten Tage im Bett zu verbleiben. folgedessen ist sein. Besuch in Manchester und Sheffield, der auf morgen festgesetzt worden war, aufgegeben worden. Auch Lloyd George und As. nith sird unpäßlich.— Der Unterrichtsminister Wood hat seinen ganzen Wahlfekdzug absagen müssen. — Nleues Kriegsgeschrei im nahen Orient. EE # 85 Grierabfe Sülfer der röftel Der Sultan dankt nicht ab. Paris, 14. Nov. Der Erste SSekretär des Sul tans erklärte ausdrücklich, daß Mohanned 6. dem Befehl der Regierung von Angora, abzudanken, nicht gehorchen werde, weil er sich als das peligiöse Haupt der 300 Millionen Mohammedaner betrachte. Die siegberauschte Nationalbersammlung. London, 14. Nov. Die Times meldet aus Konstantinopel, der Sultan befinde sich noch in der Stadt. Er werde durch britisches Militär bewacht. Ein gutunterrichteter Europäer, der aus Angora in Konstantinorel eingetroffen sei, vat erklärt, die Nationalversammlung werde durch die Extremisten beherrscht, die entschieden gegen den Waffenstillstand von Mudania auftraten, weil dadurch der siegreiche Vormarsch der tür tischen Heere aufgehalten worden sei. Die gemäßigten Allamente der Nationalversamnlung. darunter Ismed Pascha und Fethi Bej, übten keinen Einfluß mehr aus. Aus Stadt und Land. Schwerte, 14. November. Uhr 1716 85 1831 Erinnerungen. Der Philosoph Leibnitz gestorben. Der Dichter Jean Paul(Richter) gestorben. Der Philosoph Hegel gestorben. Herabsetzung der Polizeistunde in Westfalen. Scharfe Verordnungen det Dortmund, 14. Nov. Alkoholmißbrauchs hat der Oberpräsidenten. Bekämpfung des Oberpräsident von Westfalen für seinen Bereich zwei neue Polizei verordnungen erlassen, die die Festsetzung der Polizeistunde und ergl. vetreffen und am 15. d. M. in Kraft treten. Danach wird die Polizei stunde für alle Wirtschaften auf 11 Uhr, an Sonntagen auf 12 Uhr festgesetzt. Theater und Singspielvorstellungen müssen um 11 Uhr abends beendet sein. Für Lichtspielvorführungen, Vergnügungsparks usw. ist die Polizeistunde auf 10 Uhr festgesetzt. Bars, Bols, Likör= und andere Branntweinstuben, sowie Probierstuben und sollhe Schankwirtschaften, die überwiegend auf den Umsatz von Branntwein gerichtet find, haben ebenfalls um 11 Uhr zu schließen und bis 8 Uhr morgens zu ruhen. Das segenannte Austrinken nach Beginn der Polizeistunde ist also verboten. Ausnahmen von der Polizeisrunde dürfen nicht gemacht werden. Sobald eine rechtskräftige Bestrafung wegen Ueberschreitung der Polizeistunde erfolgt ist, hat eine Verkürzung der Polizeistunde einzutreten; außerdem können die Ortspolizeibehörden in gewissen Fällen den Betrieb untersagen, ohne daß es eines Konzessionsentziehungs=Verfahrens bedarf ** Veränderter Schulberinn. Vom morgigen 15. November bis zum 15. Februar beginnt infolge der dunklen Jahreszeil laut schulbehördlicher Anordnung der Unterricht in allen Schulanstalten um 8½ Uhr. Die neuen Postgebühren treten von morgen ab in Krast. Wir geven unseren Lesern heute in der Anlags den neuen Tarif bekanni. Er ist des Aufhebens wert— bis eine neue Erhöhungsoat. ** Die neuen Nebengebuhren der Post. Die neuen Nevengebühren der Post vom 15. November an sind, außer denen für Einschreiben und Nachnahme, noch nicht mitgeteilt. Sie betragen für jede postlagernde Sendung oder Zahlungsanwei sung 2 M. Nachfrage nach postlagernden Sendungen außerhalb der Schalterstunden 12, Patetlagergebühr 2, Abholungserklärungen 8, die gewöhnliche Abbolung jährlich 24, bei Prüfung der Empfangsberechtigung des Abholenden 72, Schließ fach 120 und 240, Zeitungsüberweisung 8, Unbestellbarkeitsmeldungen 12, Laufzettel 12, Nachlieserung von Zeitungen 6, Zeitungsbeilagen je 25 Gramm ½, Bahnhossbriefe Monat 360, Woche 120, Zustellung 6. Rückscheine 6, nachträglich 12, Rückgabe nicht abgegangener Sendungen für jede volle oder angebrochene Mark 20§, mindestens 10 A monatlich, Umtausch einer verdorbenen Marke, auch auf Postkarten, 20§. ** Die Lage der Eisenfertiswaren-Industrie im Bezirk hat sich durch die außerordentlichen Steigerungen der Erzeugungskosten, wie der Preise für Kohlen, Eisen und Fracht wesentlich verschlechlert. Von Woche zu Woche wird das Betriebskapital bei allen Werlen knapper. Der Eingang der Aufträge hat wesentlich nachgelassen, offensichtlich können weite Verbraucherkreise die heute geltenden Preise nicht mehr anlegen Auch die Ausfuhr ist merklich zurückgegangen. An einzelnen Stellen ist bereits Arbeitsverkürzung bezw.=strekkung eingetreten. ** Wo gibt es die ortlichen Sonderzuschlage? Die örtlichen Sonderzuschläge für Beamte, Soldaten, Wartegeldempfänger, Pensionäre und Witwen werden nach einer Verfügung des Reichsmi nisters der Finanzen gewährt in Hörde, Aplerbeck, Berghofen und Schüren im Kreise Hörde. Die Zuschläge betragen 10 Prozent des Grundgehalts. der Diäten, des Ortszuschlags und Kinderzuschlags, des Wartegeldes usw. Maßgebend ist der dienstliche Wohnsitz. Ein Rechtsanspruch auf sie besteht nicht Warum fehlt Schwerte? ** Winterfest des Spiel= und Spoutklubs „Union“ Schwerte. Die Pflege der Geselligkeit, verbunden mit ernst zu nehmenden, lebensbejabenden Darbietungen, das war die Losung dieses Festes. Konzert, Quartettgesang, ein ernstes und ein humoristisches Theaterstück und nicht zuletzt turnerische Vorführungen der Damenabtei lung(Keulenschwingen und gymnastisch=rhytmische Bewegungen mit Musikbegleitung) wechselten in bunter Folge. Dazwischen kam die Begrüßungsansprache des Vereinsvorsitzenden, Herrn Wilhelm Engelbardt, ein Dank im Namen der eingeladenen Gäste seitens des Herrn Otto Homel(wobei warme Worte für die Sportpioniertätigkeit des Duisburger Spielvereins, deren Lica=Reserve anwesend war, und seines hochverdienten Leiters, des Vorsitzenden des Deutschen Fußballbundes, Herrn Gottfricd Hinze, fielen) und ein dreifaches„hipp=hipp=hurah“ auf den deutschen Svort durch den Reisebegleiter der Duisburger Mannschaft. Das meiste Dargebotene verdiente die Note„gut“ am besten gefieler die Gesangsvorträge des freundlichst mitwirkenden Schwerter Doppelquartetts unter Leitung des Herrn W. Peters.— Zu bemängeln war die ungünstige Beleuchtung der Bühne während des Theaters und vielleicht auch in etwa die Tendenz des zweiten Theaterstücks. Gegen 10 Uhr war das offizielle Programm zu Ende. Die Jugend hatte dann noch Gelegenheit zu einem Tänzchen, während die Aelteren im Zuschauen und in der Aussprache mit Freunden und Bekannten Genüge fanden.— Der Saal, viele Jahre hindurch, eine Stätte der Geselligkeit und ernsten und fröhlichen Genusses für die Schwerter, prangte in neuer, moderner Ausmalung. Auch die Bühne hat ein neues Gewand bekommen. Nun ist beides wieder schön und anheimelnd, wie früher. Aber eine alte Feststellung wurde uns auch wieder deutlich: für viele Veranstaltungen zu klein! Vorgestern viel zu klein für die Menge der Vereinsangehörigen und Gäste, die gekommen waren, um dem schönen Winterfeste der„Union" beizuwohnen und ihr dadurch ihre Sympathie kundzutun. ** Wirtschaftsfragen. Auf den heute abend 8 im kath, Vereinshaushause stattfindenden ersten Vortrag der neu gegründeten Vortragsvereinigung im Verbande der kath. Vereine sei auch an dieser Stelle nochmals ganz besonders aufmerksam gemacht. Kaufmann Kraus aus Witten wird brennende Wirtschaftsfragen vom christlichen Standpunkt aus beleuchten. Das Thema wird allgemeinstes Interesse beanspruchen können, so daß ein allseitiger Besuch des Vortrages nur zu empfehlen ist. Was Hausbesitzer und Mieter wissen nüssen! Bei Todesfall eines Wohnungsinhabers besitzen nur diejenigen Familienangehörigen unveränderten Anspruch auf Fortsetzung des Mietverhältnisses, die bereits vorher die Wohnung mit geteilt haben. Neben dem„Reparaturstreik“ der Hausbesitzer sprechen diese oft in ihren Versamm. lungen von einem offenen Steuerstreik, um ihre radikalen Forderungen bei den Gemeinden durchzusetzen. Verschiedentlich wie z. B. in Nürnberg, ind sie auch bereits zur Tat geschritten, obwohl besonnene Hausbesitzer, z. B. Stadtrat Humar in München, energisch dagegen auftreten. Abgeehen davon, daß die Gemeinden ihre Forderungen durch Pfändung und Zwangshypotbeken eintreiben können, wird ein„Mieterstreik“, dieses Vorgehen wirkungslos machen, denn die Mieter können von den zurückgehaltenen Mieten den auf Gebühren und Abgaben entfallenden Teil unmit tebar an die Geineinden abführen. ** Neues vom Mieteinigungsamt. In einer seiner jüngsten Entscheidungen tritt das Reichsgericht der bisher verbreiteten Meinung von der Unabänderlichkeit der Entscheidungen der Mieteinigungsämter als durchaus irrig entgegen. Da es bekanntlity ein Rechtsmittel gegen solche Entscheidungen nicht gibt, ist es unbedingt erforderlich, daß stets, wenn der Sachverhalt dem Mieteinigungsamt salsch öder unvollständig vorgetragen ist und das Urteil bei Kenntnis der wirklichen Sachlage ausgefallen wäre auf Antrag eines der Beteiligten die Ent scheidung ausgehoben oder abgeändert werden kann.— Da im allgemeinen die Meinung herrscht, daß mit Abschluß des Zwangsmietvertrags die Befugnisse der Mieteinigungsämter erschöpft'sind, sei darauf hingewiesen, daß sämtliche zur Bekämpfung des Wohnungsmangels getroffenen Verfügungen auf dem Wege unmittelbaren polizeilichen Zwangs durchgeführt werden können. Insbesondere können vom Mieteinigungsamt festgesetzte Mietverträge, deren Erfüllung vom Vermieter werweigert wird, im Wege unmittelbarer Zwangseinweisung durchgeführt werden.— Die Gebübrenerhebung der Mieteinigungsämter macht Fortschritte. Den Dutzenden Gemeinden, die sie bereits einführten, schlossen sich weitere an. Gebührenordnungen für Wohnungsämter haben die meisten Großstädte bereits erlassen. Kostenberechung für Entscheidungen der Mieteinigungsämter. Bei der sich stets mehrenden Zahl der den Mieteinigungsämtern vorgelegten Streitfälle verdient ein Vorschlag des Dr. H. Beit(Mieteinigungsamt Hamburg) Bezwischen Schlichtungs= und Spruchausschuß unterscheiden. Die Fälle, die durch gütlichen gleich beigelegt werden, sollen nach wie vor gebührenfrei sein, während der unterliegende Teil die Kosten des Verfahrens :: Die Mutterberatung findet in Holsen bei ungünstiger Witterung nicht statt. ** Die evangelische Kreissynode Iserlohn hat auf ihrer gestrigen Lagung einstinmig. Entschließung gefaßt:„Die ernster Sorge auf die verheerenden Wirkungen, die der sich von neuem steigernde Alkoholgenuß auf das sittliche Leben unserer Gemeinden, insbesondere der Jugend, ausübt. Sie h#nl auch die diesen Alkoholverbrauch herbeigeführte dung von Nahrungsmitteln in der gegenwarligen Notlage unseres Volkes für unverantwortlich. Sie bittet die Presbyterien und Geistlichen und allGlieder unserer Gemeinden, die mit Ernst Christen sein wollen, darum ernstlich zu erwägen, wal sic amtlich und persönlich tun können und wollen, um der Gefahr zu begegnen. Sie bittet die Provinzialsynode und alle maßgebenden Instanzen. eindringlichst auf die gesetzgebenden Körperschaften einzuwirken, um durch gesetzliche Maßnahmen die Erzeugung, den Vertrieb und den alkoholischer Getränke möglichst einzuschränken.“ ** Freude dem Turn= und Ballspielverein Schwerte(D. T.) Seitens des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen in Berlin wurde dem obengenannten Verein das ldeutsche Turn= und Sportabzeichen in Bronze für die Mitglieder Ernst Heierhoff, Erich Bierhoff, Ernst Lewe und Walter Lategahn unter herzlichen Glückwünschen zugesandt. Die Verleihung dieser Austzeichnung ist die erste dieser Art in Schwerte. ** Der Weihnachtszucker. Der Reichsministe für Ernährung und Landwirtschaft hat wegen der Meinungsverschiedenheiten der Zuckerwirtschaftsstelle und des Beirats der Zuckerwirtschaftsstelle über den Zuckerpreis der nächsten Freigabe dahin entschieden, daß für eine Freigabe von 756 dz Mundtzucker und 315000 dz Weihnachtszucker, der der Bevölkerung im Dezember zugeführt wird, der Preis 12000 M pro Zentner betragen soll. Danach ist der zunächst in Aussicht genom mene Kopfsatz von 12 skg für Dezember annährend um die Hälfte erhöht. Für die verarbeitende In dustrie ist zunächst eine Freigabe won 250.000 dz vorgesehen. Für den im November dem Mund. verbrauch zugeführten Zucker gilt der bisherige Preis von 6000 M. ** Die sichersten Wertpapiere sind die Blätter, auf denen Humor und Satire ihre fröhlichen Werke dem lesenden Publikum unterbreiten. Un beirrt von Börse und Devisen dienen sie ihrem Herrn jederzeit zu Freude und Erheiterung und ihn nie. Einen Ehrenplatz uinter diesen Wertpapieren behaupten seit Jahren die Meggendorfer Blätter. In Wort und Bild, in Reim und Prosa, mit Scherz und Ironie, stets taktvoll und doch treffsicher behandeln sie die Ereignisse des Tages ebenso wie die immer wieder lustigen komischen Seiten des Erdenlebens an sich. Die Meggendorfer=Blätter sind deutsch gesinnt aber unpolitisch. Sie vermeiden es daher absolut irgend eine Parteigesinnung durch ihren Inhalt zu verletzen. Das Abonnement auf die Meggendorfer=Blätter kann jederzeit begonnen werden. Bestellungen nimmt die Buchhandlung Carl Braus entgegen. ** Für Millionen Barmer Diebesware in Hörde und Aplerbeck abgesetzt. Aus Barmen wird gemeldet:„Durch die biesige Kriminalabteilung wurden der Fabrikmeister Otto R. und der Riemenanschläger Julius F. festgenommen und denk Amtsgericht vorgeführt. R. hat seit etwa Jahresrist sortgesetzt seinem Arbeitgeber Schuhsohlen Art latzt nicht von Krt. ### Roman von H. Hill. (Nachdruck verboten.) „Erstens muß er sich verpflichten, mir das bewußte Papier— er weiß schon, um was es sich handelt— zum der Vernichtung auszuhändigen, sobald ich meinen Teil des Vertrages erfüllt habe. Und zweitens muß er mich davon entbinden, ihn wiederzusehen, ehe der Augenblick der Erfüllung gekommen ist. Geht er auf diese Bedingungen ein, so bin ich bereit, bis zur Erledigung der Angelegenheit hier in Hause zu bleiben— unter der Voraussetzung natürlich, daß mir ein angemessenes Unterkommen gewährt werden kann, und daß ich ganz unbelästigt bleibe. Die nötigen Vorkehrungen zu treffen, muß ich ganz und gar ihm überlassen. Aber Sie dürfen ihm sagen, daß ich den Wunsch habe, es möge alles so schnell als nur möglich vor sich gehen.“ Der Doktor verbeugte sich. „Ich werde Ihren Auftrag wörtlich ausrichten,“ erklärte er und verließ das Zimmer. Der falsche Graf mußte nicht viel Zeit gebraucht haben, um sich auf die ihm gemachten Vorschläge zu entscheiden. Denn es waren kaum zehn Minuten vergangen, als Edith den vermeintlichen Doktor Pittius schon wieder eintreten sah. „Der Graf läßt Ihnen sagen, daß er mit allem einverstanden ist. Um die Vorbereitungen brauchten Sie sich nicht zu kümmern. Das wenige, was da zu tun sei, könnte recht wohl durch seinen Kammerdiener erledigt werden. Daraus, daß der Doktor von dem Kranken noch immer als von dem„Grafen“ gesprochen hatte, zog die Komlesse den Schluß, daß ihr Peiniger den Arzt nicht in sein Vertrauen gezogen hatte. Sie fühlte sich dadurch erleichtert, obwohl sie sich anderseits sagen mußte, daß der abscheuliche Handel kaum würde zu Ende geführt werden können, ohne daß die maßgebenden Persönlichkeiten dieses Hauses in das Geheimnis eingeweiht würden. Aber es war jedenfalls gut, wenn ihre Hereinziehung in das Komplott solange als möglich hinwurde. Mußte doch ihre Situatign von dem Augenblick an, wo sie sich von lauter„Wissenden“ wußte, noch unerträglicher werden, als sie es jetzt schon war. Der Kammerdiener Weigelt war jedenfalls von vornherein ein Spießgeselle des Betrügers gewesen, und er würde schon um seines eigenen Interesses willen Schweigen zu be„Ich danke Ihnen, Herr Doktor,“ erwiderte sie in jener kühl zurückhaltenden, vielleicht etwas hochmütigen Art, wie sie allen zu begegnen pflegte, die ihr Vertrauen noch nicht vollständig gewonnen hatten.„Darf ich Ihre kostbare Zeit jetzt noch mit dem Ersuchen in Anspruch nehmen, mir eine Unterredung mit der Dame zu vermitteln, die mich hier irgendwo unterzubringen haben wird, solange— solange die Krankheit Ihres Patienten noch währt?" Der Herr Graf, der Ihren Wunsch vermutlich voraussah, hatte bereits ein Zimmer für Sie belegt. Wir können es Ihnen ohne Schwierigkeit zur Verfügung stellen, da das Haus gerade in diesem Augenblick nicht sehr stark belegt ist. Ja werde, ehe ich für heute fortgehe, die Hausdame veranlassen, sich Ihnen vorzustellen, und mit ihr können Sie ja dann alles weitere besprechen.“ „Sie selbst wohnen also gar nicht hier in Ihrer Klinik? „O nein, dazu habe ich eine viel zu ausgedehnte Praxis außer dem Hause. Aber ich benutze jeden freien Augenblick, um hierher zu kommen und mich über das Ergehen meiner Patienten zu unterrichten,.„ „Sie werden mir also die Hausdame schiaen. Barf ich mich nach ihrem Namen erkundigen?“ „Es ist ein Fräulein Johannsen, und ich bitte Sie, ihr rückhaltlos alle Ihre Wünsche mitzuteilen, die gewiß nach besten Kräften Berücksichtigung finden werden. Sie dürfen sich nicht daran stoßen, daß Fräulein Johannsen ein etwas autokratisches Auftreten hat. Für die Aufrechterhaltung der Ordnung in einer Klinik ist das durchaus notwendig. Und die Verantwortlichkeit, die auf den Schultern der Dame liegt, ist sehr groß."„„„ Mit einer avermaligen Verveugung zog er sich zurua, so eilig, wie seine ausgedehnte Praxis es ihm zur Pflicht zu machen schien. Edith aber machte sich allerlei unruhige Gedanken über die Gründe. eine derartige Charakkeristik der Hausdame zu geben— eine Aeußerung, die beinahe etwas von dem Klange einer Warnung gehabt hatte. Eine halbe Stunde verging, ohne daß sich zemand hatte bei ihr sehen lassen. Dann erschien Weigelt, um ihr eine einfache aber wohl zubereitete Mahlzeit zu servieren, währenddessen er mit der geräuschlosen Gewandtheit seines Berufes aufwartete. Er benahm sich so respektvoll und so korrekt, wie die Komtesse es nur immer erwarten konnte, und doch ging es jedesmal wie ein Erschauern über ihren Leib, wenn er neben sie trat, um ihr eine Schüssel anzubieten. Wußte sie doch jetzt, daß dieser Mensch der Vertraute seines schurkischen Herrn war, und daß die Vorbereitungen für die tiefste Erniedrigung ihres Lebens in seine Hände gelegt werden sollten, oder bereits gelegt waren. Worin diese Vorbereitungen zu bestehen hätten, ahnte sie allerdings nicht. Sie war in allen Dingen des praktischen Lebens, die außerhalb ihrer gewohnten Sphäre lagen, sehr wenig bewandert, und sie wußte darum auch nicht, welcher Formalitäten es für eine Nottrauung bedurfte, oder von wein dieselbe vollzogen werden mußte. Aber sie nahm an, daß es durch eine obrigkeitliche Persönlichkeit oder durch einen Geistlichen geschehen würde, da sie ähnliches in Romanen gelesen zu haben glaubte. Ein paarmal war sie nahe daran, eine oiesbezügliche Frage an den Kammerdiener zu richten. Aber ihr Stolz hielt sie schließlich davon ebenso gebieterisch zurück, wie die verschlossene Miene des Mannes, dessen Gesicht ihr niemals abstoßender und widerwärtiger vorgekommen war wie jetzt. Edith erinnerte dies Gesicht in ganz merkwürdiger Weise an irgendein anderes, das sie recht gut kennen mußte, ohne daß sie imstande gewesen wäre, darüber klar zu werden, wo es geschehen sein möge. Jedenfalls sehnte sie mit fieberhafter Ungeduld den Augenblick herbei, wo dies frevelhafte und schmachvolle Gaukelspiel zu Ende sein würde, und vielleicht würde sie ihren Entschluß, dies Ende hier im Hause abzuwarten, doch noch geändert haben, wenn sie geahnt hätte, auf eine wie harte Probe ihre Fähigkeit des Ertragens noch gestellt werden sollte.“ usschuß ütlichen Verwie vor geSpruchsachen s Verfahrens u Holzen bei Iserlohn hat umig folgende e sieht mit n Wirkungen, oholgenuß auf den, insbesonauch die durch ihrte Vergengegenwärtigen ntwortlich. Sie ichen und alle it Ernst Chrii erwägen, was en und wollen, bittet die Proden Instanzen. en Körperschafhe Maßnahmen den Verbrauch einzuschränken.“ Ballspielverein leutschen Reichs1 Berlin wurde as ldeutsche en in Bronze off. Erich BierLategahn unter dt. Die Verleierste dieser Art r Reichsminister ift hat wegen der Zuckerwirtschaftserwirtschaftsstelle Freigabe dahin jabe von 756000 Weihnachtszucker, ber zugeführt Zentner betragen Aussicht genomzember annährend verarbeitende Inbe won 250000 dz nber dem Mundgilt der bisherige e sind die Blätter, e ihre fröhlichen unterbreiten. Undienen sie ihrem Erheiterung und Ehrenplatz uinter i seit Jahren die r. In Wort und Scherz und Ironie, r behandeln sie die e die immer wieder Erdenlebens an r sind deutsch geneiden es daher abnung durch ihren onnement auf die ederzeit begonnen die Buchhandlung ner Diebesware in Aus Barmen wird Kriminalabteilung to R. und der Riegenommen und denr it seit etwa Jahresitgeber Schuhsohlen oben— eine einer Warind hätte bei eine einfache ährenddessen aufwartete. vie die Komes jedesmal eben sie trat, ch jetzt, daß rn war, und rigung ihres oder bereits tehen hätten, Dingen des nten Sphäre um auch nicht, edurfte, oder sie nahm an, durch einen Romanen gediesbezügliche der ihr Stolz sück, wie die ihr niemals var wie jetzt. ürdiger Weise mußte, ohne werden, wo ld den Augenhvolle Gaukelrde sie ihren doch noch geje harte Probe i Seite— und Oesen gestohlen und, diese an J. verkauft, der sie wiederum an Karl B. und Artur F. nach Dortmund. Erich T. nach Aplerbeck und an die Ehefrau Heinrich B. nach Hörde veräußerte. Für etwa ½½ Million i Ware konnte noch beschlagnahmt werden, während der Gesamtwert der gestohlenen Sachen über Millionen K# beträgt. **„Alter Fritz, steig ernieder...“ Am 9. November trug das. Denkmal Friedrichs des Großen in Berlin einen großen Kranz mit schwarz=weißer Schleise, auf der der Vers vermerkt war:„Alter Fritze, steig hernieder und regiere du uns wieder.“ Da der Kranz Aufsehen erregte und die Möglichkeit bestand, daß er zu Demonstrationen führte, wurde er polizeilich entfernt. * Westhofen, 14. Nov. Einbruch. Ein besonders frecher Einbruchsdiebstahl wurde in der vergatigenen Nacht beim Pfarrer Klinker verübt. Die Diebe sind mit einem Wagen vorgefahren. Da sie Spuren hinterlassen haben, werden sie bald gefaßt sein. Man denkt, die ganze Bande dingfest zu machen. Aplerbeck, 8. Nov. Diebstahl. Am Samstag mittag zwischen 12 und 1 Uhr wurde von dem Lastauto des Brennereibesitzers Nathe ein Paket im Werte von 18000 A entwendet. Es ist festgestellt worden, daß sich in der Nähe des Depots im Bickeseld ein junger Mann im Alter von 18 bis 24 Jahren auf das fahrende Auto schwang und wahrscheinlich als Täter in Frage kommt. Er trug eine braungelbe Mütze, Etwaige Angaben in dieser Sache erfittet die Kriminialpolizei. Wellinghofen, 8. Nov. Zur Nachahmung empfohlen. Das andauernde, ja erschreckende Steigen des Preises für die Milch bringt manche Bekümmernis unter die Käufer. Doch können wir mitteilen, daß eine Reihe von Milcherzeugern in zuvorkommender Weise ohne behördliche Mitwirkung den Milchpreis in mäßigen Grenzen halten, ja einige wollen den hohen Milchpreis nicht mitmachen. Das Vorgehen dieser Milcherzeuger ist mit Freuden zu begrüßen und findet hoffentlich Nachahmung. Das Wohlskahrtsamt ist bereit, Namen der Minderbemittelten anzugeben. Aus den Provinzen. Hagen, 8. Nov. Die Amerika=Anleihe. Von der 50=MillionenAnleihe der Stadt Hagen, die bekanntlich in Amerika untergebracht werden soll, sind nach dem„Westf. Tageblatt" bisher 2,5 Millionen Obligationen verkauft worden. Täglich werden von der Bank in New=York für 100 000 A Obligationen abgestoßen. Die Verkaufsorganisation in Amerika ist der Ueverzeugung, daß Ende dieses Monats Anleihewerte in größerem Umfange abgesetzt werden. Das Geld wird sofort in bar durch ein Hamburger Bankhaus überwiesen. Kamen, 11. Nov. Bürgermeister Dr. Wiesner hat die ihm angebotene Stellung als Polizeipräsident in Erfurt angenommen und wird diese bereits am nächsten Montag übernehmen. Diese staatliche Stelle wurde neu geschaffen. Ahlen, 10. Nov. Von der Kriminalpolizei verhaftet wurden am vorgestrigen Abend am hiesigen Bahnof drei junge Burschen aus unserer Stadt, die in der Nacht von Donnerstag auf Freitag voriger Woche in dem Kolonialwarengeschäft Ludwig Kirsch, Kühlstraße, einen Einbruchsdiebstahl verübten. Die gestohlenen Sachen im Gesamtwerte von zirka 500 000 A konnten dem Eigentümer restlos wieder zugestellt werden. Bochum, 8. Nov. Wo beet dat hier? Ein Wanderer kam, wie man aus Walsrode schreibt, durch ein stilles Dorf der Heide, das ihm unbekannt war. Er trat auf einen vor dem Hause beschäftigten Bauersmann zu und fragte ihn:„Wo heet dat hier? Und was bekam er zur Antwort? „Dat heet hier Goden Dag!“— Hoffentlich hat er sich die Lehre gemerkt. Herne, 14. Nov. Die Einwohnerzahl der Stadt Herne, die sich in der letzten Zeit über 70000 gehallen hal, ist, soweit die neueste Personenstandsaufnahme ein Bild gibt, auf rund 60000 zurückgegangen. Die Abnahme erklärt sich aus der starken Akwanderung nach Polen undFrankreich, an der nicht nur die Arbeiterschaft, sondern auch die Intelligenz beteiligt ist. Recklinghausen, 11. Nov. Zwischen den Puffern erdrückt. In der hiesigen Eisenbahnhauptwerkstätte geriet der Schreiner Lohmann zwischen die Puffer zweier Wagen. Er wurde totgedrückt. Münster, 6. Nov. Zwei Zuchthäusler während der Flucht verunglückt. Von vier vor einigen Tagen aus dem hiesigen Gefängnis entsprungen Zuchthäuslern wurden zwei zwischen Wanne und Schalle auf dem Bahnkörper schwer verletzt aufgefunden. Beide sind von einem Zuge überfahren und haben so schwere Verletzungen erlitten, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Einer von den beiden hatte noch 9 Jahre und der andere noch 12 Jahre Zuchthausstrafe zu verbüßen. Köln, 8. Nov. Im Zoologischen Garten brachte Sonntagmorgen eine Lüwin zwei Junge zur Welt. Nachmittags machte sich die junge Mutter über ihre Jungen her und fruß beide auf. Es war das erstemal, daß die Löwin Junge warf. Wesel, 14. Nov. Auf dem Schießplatz Friedrichsfeld explodierte ein Geschoßteil mit einem Knall, der in vier Kilometer Entfernung gehört wurde. Ein Arbeiter wurde in Stücke zerrissen und war sofort tot. Zwei Kinder des Verunglückten trugen erhebliche Verletzungen davon. Siegen, 14. Nov. Auf der Alfredhütte in Wissen wurde der 18jährige Hubert Weber aus Breitscheidt beim Löschen von Eisenschrott von niederfallenden Massen verschüttet. Man fand ihn erstickt. Rheda, 8. Nov. Selbümord. Wir berichteten vor einigen Tagen, daß auf dem hiesigen Bahnhof eine Frau versucht habe, sich von einem einfahrenden Güterzug überfahren zu lassen, und daß sie durch ihre Kinder und einen herbeigeeilten Mann an der Ausführung des Selbstmordes verhindert worden sei. Wie man hört, hat die Unglückliche sich nunmehr erhängt. Angst vor der Freilassung uhres Mannes, den die Frau seinerzeit vor Gericht durch ihre Aussagen schwer belastet hat, soll die Unglückliche in den Tod ge11665 bcben. Lehle Brühtmeirunger.. nl. TU. Berlin, 14. Nov. Die Sozialdemokraten haben beschlossen, gegenüber der geplanten Wiederbesetzung der zur Zeit freien Ministerposten Neutralität zu bewahren. Das Zentrum legt größten Wert darauf, die große Koalition zustande zu bringen und empfiehlt für den Fall, daß die Verhandlungen hierüber scheitern sollten, als besten Ausweg aus der augenblicklichen Lage Neuwahlen. Deutsche TU. Berlin, 11. Nov. Der Parteivorstand der Deutschen Volkspartei hat in seiner Sitzung beschlossen, der Fraktion der Deutschen Volkspartei zu empfehlen, die Vorschläge des Kanzlers icber die Ernennung zur Kabinettserweiterung geeigneter Persönlichkeiten abzulehnen. Unruhen im Rheinland. TU. Köln, 14. Nov. Im Kölner Stadtbezirk sind rund 30 Personen in Haft genommen worden. Bei den Demonstrationen handelt es sich meist um jugendliche, offenbar von kommunistischen Agitatoren aufgedetzte Elemente. Verletzt wurden im ganzen 8 Polizeibeamte. Festgenummen wurde auch ein Person, weil sie das Pferd einen Wachrmeisters mit dem Resser gestochen hatte. Im Gegensatz zu dem Verhalten der Düsseldorfer Besatzungsbehörde hat die britische Besatzungsbehörde der deutschen Polizei sofort ihre Hilfe zur Verhinderung weiterer Unruhen angeboten und angeordnet, daß die von dem kommunistischen Arbeiterkontrollausschuß für heute anberaumte; Versammlung nicht stattfinden darf. Die Kemmunistenrebolte in Düsseldorf. TU. Düssekdorf, 11. Nov. Trotz des Versammlungsverbotes des Regierungspräsidenten kam es in Düsseldorf zu weiteren. Demonstrationen. und Massenansammlungen der kommunistischen Elemente. Die Polizei löste die in Massen abgehaltenen Versammkungen auf, und die Menge zerstreute sich in einzelne Gruppen, wobei es zu ernsten Ausschreitungen kam. Dabei wurde auch die ickerei des Düsseldorfer Tageblattes, das politisch zur Zentrumspartei gehört, gestürmt. Arbeiter und Angestellte wurden aus den Betriebsräumen getrieben und die Betriebsanlagen zerstört, sodaß das Blatt nicht erscheinen kann. In anderen Stadtteilen wurden große Geschäfte ausgeplündert und Fensterscheiben zertrünmert. Der Regierungspräsident hat schärfste Maßnahmen angeordnet um für den Abend weitere Ausschreitungen zu verhindern. Die Straßenbahn fährt nicht. Verschiebung der Orientkonferenz. London, 14. Nov. Reuter meldet aus Paris, die Lausanner Konferenz ist nun doch auf Ersuchen der britischen Regierung bis zum 29. November verschoben worden. In manchen Kreisen wird befürchtet, daß die in Lausanne bereits eingetroffene temalistische Abordnung mit dieser Maßnahme nicht einverstanden sei und abreisen werde. (Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche Verantwortung.) Unter dieser Rubrik ging uns eine wertvolle Anregung zu, an die vermögenden Leute unserer Stadt(Atbeiter, reiche Leute usw.) gerichtet. Wir bedauern dies Eingesandt nicht aufnehmen zu lönnen, weil der Einsender seinen Namen nicht nannte, sondern das Schriftstück verschlossen übersandte. Das dürfen wir nicht veröffentlichen. Schade! Vielleicht kann der Einsender uns aber seinen Namen noch nahträglich nennen? Es bleibt Redantions=geheimnis. Daz ist doch selbstverständlich. So heben wir das Schriftstück nun noch etliche Tage auf. bis Nachricht sommt. Bleibt sie aus, müssen wirs dem Pavierkord anvertrauen, iras lesenaaert für alle wäre. Dieser Pavierkord frißt alle namenlosen Einsendungen. Jolarkars am 13. 11.—8104,00N. sind zu haben im Verlage dieser Zeitung Vobach= Schnitte sind zu haben im Verlage dieser Zeitung Des Kindes Wintermantel 7 dem frühen Herbst, der ja schon lange vor seiner Zeit eingekehrt war, wird wohl ein früher Winter folgen. Ob er lang oder kurz, streng oder milde sein wird, wissen wir nicht. Einige Wetterpropheten prophezeien ja allerdings nach einigen sehr kalten Wochen einen milden Winter. Doch wie dem auch sei, wir benötigen der Wintergarderobe, denn wir frösteln wohl alle etwas mehr. And besonders unsere Jugend bedarf des schützenden Mantels. Dabei muß er natürlich modern und schick sein. Form und Ausstattung bedingt das I II Material. Sehen wir uns also dieses etwas näher an. Wollstoffe, Velvet und Plüsch sind die drei Hauptarten, die in verschiedensten Variationen und in allen Farben erhältlich sind. Unter den glatten Wollstoffen nehmen die veloursartigen, wie Duvetine und ähnliches, den ersten Platz ein. Sie sind so weich und schmiegsam, dabei leicht und wärmend. und können durch jede Garnitur ergänzt werden. Neben Tressen und Säumchen kommt natürlich Pelz und Pelzimitation in erste Frage, und zwar steht Krimmer in Weiß oder Hellgrau obenan. Neben Kaninchen und langhaariger Ziege ist weißer Krimmer ein richtiger Kinderpelz. Anter den Plüschstoffen ist es vor allem der Teddybärstoff, in dem sich unsere Jüngsten am wohlsten fühlen. Soll ein Mantel verschiedenen Zwecken dienen, und das wird bei den meisten der Fall sein, dann ist es ratsam, keinen so schweren und keinen empfindlichen Stoff zu wählen, sondern einen gediegenen, kräftigen Wollstoff, den man für sehr kalte Tage durch ein gestricktes Anterziehjäckchen und den aufknöpfbaren Pelzkragen ergänzt. Man wird diesen Kragen dann mit Kappe und Muff übereinstimmend halten. Unter den Formen wird für die Kleinsten die capeartige mit den weit angeschnittenen Aermeln vorgezogen, in denen sie allerliebst aussehen. Für die Größeren treten der eingesetzte und der Schulterärmel in Erscheinung. Die Kragen zeigen sich in zwei Grundformen: dem verstellbaren und dem in Schalenden beftehenden Kragen, der lustig slatternd den Hals einhüllt. Neben den durchgehenden, also sackartigen Formen, liebt man auch die lange Taille, an die sich das Röckchen vorderrschend glatt, etwas gerundet zugeschnitten, anfügk. Uebergroße Schalkragen mit Tressen besetzt, wie man sie an einigen Modellen sehen kann, sind ausgefallene Formen, die vernünftige Mütter nicht wählen werden. Wenn wir auch den Standpunkt vertreten, daß bereits die Jugend dadurch zum guten Geschmack erzogen wird, daß man sie nur Gutes sehen läßt, so darf sie doch niemals soweit ausarten, daß sie zur Zierpuppe werden, die den Blick für das man eingesehen, daß selbst beim Kinde, wenigstens auf der Straße, die Farbenfreudigkeit zu weit gehen kann. Man bevorzugt wieder die dunkleren Farben, wie Braun und Grün, und die hellen in getönten Nuaneiernggeg.„ 8 1. Loser Mantel mit Schulterörmel neost Mütze und Gamasten für kleine Knaben. Hierzi: VobachSchnitt K 8231 für 1—2, 2—4 oder 4—6 Jahre für M. 38.— nebst W. 6.— für Porto v. Versand erhältlich. chenc. 4 92 85b. 22 255. 2. Mautel mit weiten, angeschnittenen Acrmein und vrtstellbetem Kiezen. 5nit1 11:4.3 für 3—10. st3g-12- 14hahtr i. M.218.—jeds N. 6.— für umto und Versand erhältlich. Abb. 3. Mantel mit weit angeschnittenen Neruteln und Schalenden. Hferzn B#118221 für 3—w. 10—12 oder 12—|4 Jahre für N. 38.— nedi M. 6.— für Porto und Versand erhältlich. I. Ran el wit lanzer Taille und versteübomm Kragen. Hlerzu BozachSchnttt 118212 für 6—8, 9—10 oder 10—12 Jahre füir M.38.— nedst 21.8.— für Porto und Versand erhältlich. Abd. 5. Mantel mit seitlichen Gürteltellen und versellgaten: Kragen. Dierzu 118228 si. 8—10, 10—12 oder 12—14 Jahre für Pi.39.— neds M. 6.— für Porto und Versand erhältlich. 0OO wnihnen- D#u Sie hr- OOog i ier Mo 6or 8 O0loöner-Clobner Dobachs Modenalben, Frauenzeitschriften und Schnittmuster empfiehlt und besorgt die Buchhandlung Carl Braus K Nach Golles Ralschlußsentschlief am Sonntag, den 12. Nov., abends 9 Uhr. nach längerer Leidenszeit mein lieber Mann, unser lieber Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, der Bäckermeisler 860 im Alter von 63 Jahren. Um stille Teilnahme bitten; die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, Soest, Brockhausen, Deilinghofen, den 13. Nov. 1922. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 16. ds. Mis., nachm. 3½ Uhr vom Trauerhause, Hagener Str. 36 aus statt. Von Beileidsbesuchen wolle man Abstand nehmen. Reee M se „aute Golt dem Allmächtigen hat es gefallen heute mittag 12¾ Uhr, unsere liebe, gute Mutter, Schwieger=. Großund Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin, Tante, Nichte und Kusine Otw. Rugust Rlaller Sophie geb. Kohlmann, im fast vollendeten 77. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, den 12 Nov. 1922. Beileidsbesuche dankend verbelen.— Die Beerdigung findet statt am Mittwoch nachm. 4 Uhr vom Sterbehause, Hagener Str. 83 aus.— Sollie jemand aus Versehen keine besondere Nachricht erhalten haben, so dienen diese als solche. S AS DIE STARKSTE III N. IE ce Statt besondierer Anzeige. Nach kurzer,Ischwerer Krankheit wurde heute! früh 7 Uhr meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Penheimine Lalcgahn #.„ geb. Horst durch einentsanften Tod erlöst. Im Namen der Hinterbliebenen Friedrich Lategahn. Schwerte, den 12. November 1922. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 15. d. Mts., nachm. 4 Uhr vom Sterbehause, Klusenweg Nr. 3, aus statt. 15 Lichtspiele Reichskrone 8* Bekanntmachung. In unser Genossenschaftsregister Nr. 13 ist bei der Einkaufs=Zentrale selbständiger Wirte, G. m. b. H. in Schwerte und Umgegend heute folgendes eingetrogen: Die Vertretungsbefugnis der Liquidatoren st erloschen. ∆ Schwerte##den 10. Nov. 1922. Das Amtsgericht. Bekannimachung. Das Tabakflurbuch der Gemeinde Schwerte für das Erntejahr 1922/23 liegt vom 16 d. Mts. ab drei Tage lang im hiesigen Rathause(im Steuerbüro, Zimmer 16) zur Einsichtnahmef öffentlich aus Schwerte, den 13. November 1922. Der Magistrat. Zur gest. Kenntnisnähme! Habe mich in Schwerte alsts Ruktionator niedergelassen. Mein Büro befindet sich Große Marktstr. 6, Fernruf 415. Bürozeit 8—1 und 3—6 Uhr. Otto Heinrich Scholz # An= u. Verkauf v. Grundstücken, Gütern, Land, Geschäften, Besitzungen aller Art. Haus## verwaltungen, Mietsberechnungen. Rat in # allen Angelegenheiten. Finanzierungen, Vermessungen, Versteigerungen usw. Durchaus zuverlässig! Reell! Streng diskret! S Sradfachen für vereine i Kliefekt schnellstens die Dachbraurrel eurt Braus. Dienslag— Miltwoch Donnerstag Der 3. und letzte Teil d. amerik. Abenteuersilm Tarzan J. Teil Tarzans Rache Sersation u. Abenteuerfilm in 6 Akten Die Schuldige Ein lief ergreisendes Droma nach dem Roman von Richard Boß in Unf Akten mit Esther Karena in der Hauptrolle Lustspiel-Einlage X. Vortragsbereinigung Zim Verbaud der kath. Vereine Schwerte. Mittwoch, d. 15. Nov., ibends 8 Uhr im gebeigten Saale d. katb. Vereinshauses 1. Vortragsabend Redner: Kaufmann Kraus Witten. 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Durch die Sturmflut im Jahre 1890 wurde zamentlich das Saaletal von einer schnesklichen Hochwasserlatastrophe heimgesucht, nicht nur der materielle Schaden ver groß, sondern auch eine große Anzahr von Menschen verlor das Leben. Den Fluten fielen auch die 800 Jahre ilte steinerne Saalebrücke bei Kösen und die hölzerne Jaalebrücke bei Rothenstein zum Opfer. Wohnhäuser varen in Cellnitz 5, in Jena 2, in Wenigenjena-Camsdor 10, in der Grafschaft Camburg 20, in Raschhausen bei Cornburg 10, in Kösen 6, in Lengenseld bei Kösen 20 döllig vernichtet und eingestürzt. Außerdem zahlreiche Nebengebäude, Ställe, Schuppen, Scheunen und Werkstätten. Sehr erheblich waren auch die Schädigungen, die die Flut durch Ferstörung und Fortführung von Mobiliar aller Art, von Kaufmannsgütern und Vortäten durch Eindringen des Wassers in Wertstätten, durch Unterspiltung der Wege und Dümme sowie durch Abspülung und Ueberschlammung von Feldern, Wiesen und Gärten verursacht hatte. Infolge der Beschädigungen an Eisenbahndämmen war eine Zeitlang der Vertehr auf der Saalebwim mit Ausnahme einiger Strecken unterbrochen. Endlich hat die Flut an Menscheuleben gefordert: in Cellnitz 4, in Jena 2, in Wenigenjena=Camsdorf 2. Eine hochbetagte Frau wurde im Bett vom Wasser überrascht. Zwei Handarbeiter starben infolge der ausgestandenen Schrecken. Das Hochwasser ist das größte und furchtvarste gewesen, das das 19. Jahrhundert Thüringen beschert hat. Es trat plötzlich auf und Tausende von Menschen mußten vor den schnell vordringenden Fluten Rüchten. Indessen war das Erdbeben im Jahre 1690 woch weit schrecklicher in seiner letzten Wirkung. Mehrere Erdstöße von Osten nach Westen erschütterten die Thüringer Lande. Sie traten so überraschend auf, daß viele glaubten, die Erde berste und wolle untergehen. Besonders in der Umgegend von Jena waren die Erdstöße am stürksten spärbar. Am Fuße des Hainberges, auf dessen Rücken sich das weithin das Elstertak beherrschende, aus der Sorbenzeit stanmmende fürstliche Residenzschloß Ofterstein erhebt, entstand infolge der Erschütterungen der Erdrinde ein ungeheurer Erdfalt, dessen Durchmesser(nach Angabe damaliger Chronisten) mit achtzig Fuß nach z#äteran Forschungen als viek zu klein angegeben ist. Anschluß an diesen gewastigen Erdtrichter entstanden in dessen unmittekbarer Nähr noch verschiedene kleinere, deren Spuren gleichfalls noch bis in die Gegenwart reichen. Zweifeklos haben unterirdische starke Gewässer das Erdreich unterwaschen und ausgehöhlt, und das Erdbeben hat alsdann die Erdschichten zusammenstürzen lassen. Graf Heinrich XXX. sandte hundert Jahre später einen Taucher in die Tiefe, der nach der einen Version schroffe, zackige Felswände, nach anderer mit Gestrüpp bewachsene Wände gesehen haben soll. Nach einer dritten Ueberlieferung sei er zahllosen„eine Mauer bildenden“ Fischen begegnet, die„Moos auf Kopf und Rücken getragen“ usw. Jedenfalls ist wissenschaftlich festgestellt, daß der ungeheure Erdtrichter sich sofort nach der Katastrophe bis zum Rande mit unterirdischem Wasser angefüllt hat, das allmählich zurückwich und als eine Art kleiner unterirdischer See lange Zeit erhalten blieb. Von der Gröse des Erdfalls kann man sich einen Begriff machen, wenn man bedenkt, daß der genannte Graf im Jahre 1780 den gesamten Brandschutt aus der auf wenige Häuser niedergebrannten Stadt Gera in den Erdtrichter werfen ließ, ohne daß die Höhlung merklich abgenommen hätte. Man erzählt, daß es„eine Million Fuder“ waren, die in den Schlund geschüttet wurden, was übertrieben sein mag, aber jedenfalls die ungeheure Masse ich Aet der Ueberlieferung bezeichnet. Dr. Sch. teiken muste. Bald##n der Mann eeise Frau unter Drohungen und Anwendung von Gewalt auf die Straße. Sie mußte die sie anfprechenden Männer in die Wohnung des Z schleppen, wo dieser einen heimkichen Schankbetrieb, der auf Nepp eingesteklt war, eingerichtet hatte. Für Summen von 100 Gulden auswärts bot er sogar seine eigene Frau seik. Waren die Gäste vom Alkohok übermannt, erleichterte er sie mit seinem Bruder um ihre gesamte Barschaft und warf sie dann auf die Straße. Als kürzlich das Paar zu Besorgungen nach Berlin kam, ließ die Frau ihren Peiniger verhaften. Bei seiner Vernehmung gestand er ohne weiteres die ihm zur Last gelegten Delikte ein. Zwaan wurde wegen Mädchenhandels, gewerbsmäßiger Kuppelei, Zuhälterei, Bedrohung und Körperverletzung der Staatsanwaktschaft zugeführt. Kein Achtstundentag für die Polizei. Vor einigen Tagen hielten die Schutzpolizeibeamten Berlins eine Versammlung ab, die mit der Annahme einer Entschließung endete, die den Achtstundentag für die Schuitzpokizei forderte. Der Scandpunkt des Ministeriums des Junern geht dahin, daß der Achtstundentag für die Polizeibeamten ganz indistutabel ist. Diese Ansicht des Ministeriums ist auch den Vertretern der Polizeibeamtenschaft unzweidentig mitgeteilt worden. Wieder eine Falschmünzerwerkstatt entdeckt. In der Bürgerstraße zu Britz bei Berlin entdeckte die Falschgeldabteikung der Reichsbank eine große Falschgeldwertstatt, die sich mit der Hersteklung falscher Fünstigmartscheine befaßte. Ihr Inhaber, der Monteur Richard Tückinger wurde verhaftet und große Mengen des Falschgeldes beschlagnachmnt..... 8 Ahung und 9eil. Der Schiedsspruch im Buchdruck= und Zeitungsgewerbe allgemein verbindlich. Der Reichsarbeitsminister hat am Dienstag über den von den Arbeitgebern abgelehnten Schiedsspruch im Buchdruck= und Zeitungsgewerbe verhandekt und diesen Schiedsspruch auf Autrag der Arbeitnehmer für verbindlich erklärt. Aus dem Reiche. + Betriebs= und Beamtenräte bei der Reichsbahn. Gegenüber unzutreffenden Mitteilungen wird halbamtlich festgestellt, daß die Zahl der Beamten= und Betriebsrätemitglieder bei der Reichseisenbahn mit ihren 18000 Dienststellen und mehr als 1 Million Beamten und Arbeitern rund 26000 Betriebsratsmitglieder und ebenso viele Beamtenratsmitglieder beträgt. Die Geschäfte dieser Vertretungen werden aber in der Hauptsache nur von den vöklig vom Dienst befreiten Beamten= und Betriebsratsmitgliedern besorgt. Dies sind zurzeit nur 226 Beamte und 351 Arbeiter. Die Zahl der vom Dienst befreiten Mitglieder ist im Laufe der Zeit immer mehr herabgemindert worden, und die Bemühungen in dieser Richtung werden fortgesetzt. Rußerdem werden die vom nach Rund um Verlin. + 4- Das angebliche Hochzeitsgeschenk des Kaisers. Der Generalbevollmächtigte des ehemaligen Kaisers, von Berg, bittet um die Verössentlichung folgender Berichtigung:„Der„Vorwärts“ bringt in seiner Morgenausgabe vom 31. Oktober die Nachricht, daß der Kaiser als Hochzeitsgeschenk für seine Gemahlin bei mehreren Berliner Juwelierfirmen einen kostbaren Schmuck in Auftrag gegeben habe, dessen Hauptstück, ein Britlantdiadem, von Fachleuten auf 800 Millionen Mark geschätzt worden sei. An diese Nachricht werden verschiedene Bemerkungen herabwerden fortgesetzt. Rußerdem werden die vom Dienst befreiten Betriebsratsmitglieder auch zum Teil mit Geschäften bei der Durchführung des Gedinges befaßt, eine Arbeit, die sonst von anderen Vertrauensleuten der Arbeiter wahrgenommen werden müßte. Die Bemühungen der Verkehrsverwaltung um den Abbau des Personals haben dazu geführt, daß im Laufe des Rechnungsjahres 1921 rund 40000 Personen entlassen wurden. Der vorgeschrittenste Ort im Deutschen Reiche scheint die kleine Stadt Warin in Mecklenburg zu sein. Dort hatte man jüngst die Aufgabe zu lösen, die auch anderwärts vielfach bestehen soll, nämlich neue Steuern zu schaffen. Dabei beschloß man u. a., dem„Rostocker Auzeiger“ zufolge, auch eine„Luxussteuer für Ruhegelegenheiten". Diese Luxussteuer setzt die Steuer für einen Klubsessek auf 500 M, für jedes zweite Sofa auf 200.6, für den sogenannten Großvaterstuhl auf 100 c und für jede andere Ruhegekegenheit mit Polsterung auf 50 c fest; sind zwei oder mehr Gegenstände vorhanden, so ist noch eine prozentuale Erhöhung der Steuersätze vorgesehen. sollte uns sehr mundern wenn diese neuartige Steuen nicht baldigst auch anderwärts im Reiche eingeführt würde. Ja, ja, seit der Revolution ist Mecklenburg durchaus nicht mehr das rückständige Ländchen, als das es vorher allgemein verschrien war. Starker Rückgang der Bienenzucht in Deutschland. Das Ergebnis der ersten Zählung der Vienenstöcke in Deutschland nach dem Kriege(aus dem Jahre 1921) liegt jetzt vor. Es ist, den„Leipz. N. Nachr.“ zufolge, daraus ersichtlich, daß die Zahl gegenüber der vor dem Kriege erheblich zurückgegangen ist. Gegenüber dem Jahre 1912, in dem die letzte Zählung vor dem Kriege stattfand, ergibt sich eine Verminderung um 15,34 Prozent. Der Rückist in allen Ländern ui + Stillezung eines Betriebes wegen Ausschreitungen der Arbeiter. Die bedeutende Nähmaschinen= und Fahrradfabrik vorm. Gebr. Kayser in Kaiserslautern hat wegen Nusschreitungen ihrer Arbeiter den Betrieb geschlossen und die Arbeiterschaft entlassen. Zwei deutsche Dampfer untergegangen? Die Hamburger Dampfer„Herman Sauber“(4000 Br.=R.=T.) und„Herbert Sauber“ ein sleinerer Damezer von etwa 1500 T.) mit Kohle von England nach Kamurg bestimmt, sind beide überfätlig. Bie jezi fehll von den Dampfern jede Nachricht. Es wird beiürchtet, das beide mit ihren je 29 Mann starten Besatzungen im Sturm untergegangen sind. 4- Erneute Devisenhausse.(Der Dollar über 8.100 Mark.) Der bisherige Gang der Reparationsverhandlungen findet ein Spiegelbild in der Gestaltung der Devisenkurse, die seit wenigen Tagen und insbesondere im Lause des Dienstagvormittags außsergewöhnlich rasch emporgeklettert sind. Der Dollar, der em Monlag noch amtlich 6425 notier! wurde, stieg im Laufe des Dieuslagvormitlags zunächst auf 8000, dann auf 8500, wührend darauf wieder ein Kurs von 8200 genannt wurde. Das englische Pfund ging nach 72500 mit 85000 um, nachdem bereits ein Stand vom 87000 erreicht war. Die übrigen ausländischen Zahlungs; mittel stiegen genau in demselben Tempo. Bemerienswer## ist dabei, daß die Umsätze durchaus in engen Grenzen blieben, das Geschiift also ruhige Formen hatte.— Effektenverkehr ruht an der Börse vollkommen. Bei dem Banken gingen für die Börse am Mittwoch indes wieder außerordentlich viel Kauforders ein, während überhaupe im Verkehr von Bureau zu Bureau die Stimmung für Effekten als fest betrachtet werden muß. Insbesondere gilt dies für ausländische Werte, von denen zum Beispien Zolltürken gegenüber den Schlußkursen vom Montag vom 7850 um annähernd 1000 Punlte erhöht waren. Bevorzugt wurden ferner Montanwerke, die zu sehr festen Kursen umgingen und eine Reihe weiterer Spezialpapiere. Aus aller Welt. Wieder Goldmünzen in Rußland. Zum ersten Male nach langen Jahren werden in Rußland wieder Goldmünzen geprägt werden. Durch ein Dekret des Nates den Volkskommissare wurde dem Volkskommissariat für Finanzen vorgeschrieben, goldene Tscherwonzy(10 Goldrubelz im Gewicht von 1 Solotnik 7,24 Tolicas gleich ungefäln 448 Graum vu bricgen, Ligan.g, Wennsthlvenien) + Schwere Grubenexpioson in Prnnststonnteng Ein Telegramm aus Pittsburg in Pennsylvanien meldet, daß eine Explosion in den Gruben von Reilly eingetreten ist. 140 Arbeiler sind in einem Gange eingeschlossen. Von ihnen wurden bisher 85 Arbeiter tot geborgen, 25 wurden lebend gerettet, die übrigen werden noch vermißt An diese Nachricht werden verschiedene Bemerkungen herab= gang is. in auen Lan##en und Provinzen ungefähr derselbe; setzender Art geknüpft, auch Betrachtungen über die Ab- eine kleine Vermehrung ist nur in der Previnz Schleswigfindungsfrage und ein etwa vorliegendes Vergehen gegen: Holstein eingetreten. Schuld ist wahrscheinlich die Zuckernot. das Kapitalfluchtgesetz.— Ich stelle fest, daß das Hechzeits. Ein Heppetin fur utmerika.„In Friedrichshafen GLor! geschenk Seiner Majestät für seine Gemahlin weder aus einem Diadem noch aus anderem wertvollen Schmuck besteht, so daß also ein solcher weder neu angefertigt noch umgearbeitet ist. Nachfragen bei den in Betracht kommenden Juwelieren haben ergeben, daß die Schmuckgegenstände, auf die der Vorwärtsartikel scheinbar anspielt, für Privat= personen bestimmt sind, die in keinerlei Beziehungen zu Seiner Majestät und zu Haus Doorn stehen. An der ganzen Nachricht des„Vorwärts“ ist hiernach kein wahres Sr + Empfang einer Abordnung der Verdrängten beim Reichspräsidenten. Der Presseausschuß für den kongreß der Verdrängten teilt mit: Die Abordnung des Kongresses wird bei dem Herrn Reichspräsidenten anläßlich des Empfangs am Mittwochvormittag durch Geheimrat v. Tilly(Deutscher Ostbund) eingeführt werden. Außer dem deutschen Ostbund sind vertreten: Bund der Auslandsdeutschen, Hilfsbund für die Elsaß=Lothringer im Reich, Reichsverband der Kolonialdeutschen, Vereinigte Verbände Heimattreuer Oberschlesier, sowie der Verein„Wiederaufbau im Ausland“, Hamburg. Herr Nußbaum(Elsaß=Loth= einger) wird die von dem Kongreß beschlossenen Gesamtresolutionen vortragen und erläutern. Als Warnung für deutsche Mädchen kann das Schicksal einer jungen, schönen Berlinerin dienen, die im verflossenen Januar gelegentlich einer Geburtstagsfeier einen sehr nobel auftretenden Holländer namens Wilhelm Zwann kennen lernte. Er überhäufte das Mädchen mit Geschenken und erzielte dadurch, daß die Bekanntschaft zurr Uche führte. Dann wanderte Zwaan mit seiner jungen Frau nach Holland aus, wo er angeblich eine Villa besaß. Die Vills entpuppte sich indes als ein möbliertes Zimmer, vis Ehepaar mit dem stellungslosen Bruder des Z. Inaerngl. Ein Zeppelin für umerita. In Friedrichshafen wurde, der„Verl. Mp.“ zufolge, der Zeppelin=Lufttreuzer, der als Reparationsluftschiff der amerikanischen Marine zugeteilt worden ist, auf Kiel gelegt. Es ist beabsichtigt, das Schiff nuch seiner Fertigstellung zuerst nach Spanien zu steuern, wo an der Küste eine Zwischenlandung vorgenommen wird, um die Brennstoffvorräte zu ergänzen. Von dort soll dann der Ozean überflogen und der Zeppelin entweder auf dem Landwege oder an der Küste entlang nach einem nordamerikanischen Hafen übergeführt werden. Der Luftkreuzer hat einen Rauminhalt von 70000 Kubilmetern. Mau hofft, ihn bis zum August nächsten Jahres flugfertig zu haben. + Noch eine Tirpitzansprache in München. Großadmiral von Tirpitz, der sich zurzeit bekanntlich in München aufhält, hielt in der Münchener Marineoffiziervereinigung eine Ansprache, worin er sagte, die zwei großen Enttäuschungen seines Lebens seien gewesen, daß er die von ihm geschaffene Flotte im Kriege nicht habe führen dürsen, und daß der Krieg verloren gegangen sei, weil das deutsche Volk die See nicht verstanden habe. Die früheren Marineoffiziere hätten die Aufgabe, das Verständuis für die See im deutschen Volke wieder zu wecken und zu vertiefen. Tirpitz versicherte, daß die Flotte niemals der Kriegsgrund gewesen sei. Die Ansprache soll stürmischen Beifall gefunden haben. + Schließung von Bäckereien in München. In infolge der steigenden Weizenmehlpreise und der noch ungelösten Frage des Wiederbeschaffungspreises das Betriebskapital nicht mehr ausreicht. Auperdem ist infolge der schlechten Anlieferung von Brotmehl die Aufrechterha#### der Bratversorgung gefährdet. ltung Aus dem Gerichtssaal. Ein billiges Aalessen. Das Schöffengericht Berlin=Lichten; berg verhandelte dieser Tage gegen den Kaufmann Hinrichsen, dem Untreue zur Last gelegt wurde. Er war bis zum Jahre 1921 als Leiter der Fischhalle des Magistrats in Lichtenberg tätig und hatte die ordnungsmäßige Veztgilzug der von der Stadt angekauften Seefische an die seuhändler und die Bevölkerung zu überwachen. Dabei soll er sich verschiedentlich Unregelmäßigkeiten haben zuschulden In der Gerichtsverhandlung bekundeten Zeugen, daß Hinrichsen einmal ein Fischessen auf städtische Kosten veranstaltet habe, bei dem 24 Pfund Räucheraal und der nötige„Stoff“ vertilgt worden seien. An ihm hätten mehrere Beamte und der Stadtverordnete Günther teilgenommen. Weiter wurde behauptet, daß Hinrichsen sich aus den städtischen Vorräten stets die besten und feitesten Aale herausgesucht und allwöchentlich seinen Schwiegervater große Posten Fische und Oelsardinen, außerdem Kohlen und Kistenholz verschafft habe. Aus den weiteren Zeugenaussagen ging yervor, daß der Angeklagte Vertretern auswärtiger Lieferanten größere Posten Fische ins Hotel gesandt und dafür Butter, Speck und andere Lebensmittel erhalten habe. Das Gericht verurteilte Hinrichsen zu einem Jahre Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust.— Rechtsanwalt Bahn legte gegen das Urteil sofort Berusung ein unter der Begründung, daß die Anschuldigungen gegen den Angeklag en aus ein kommunistisches Komplolt zurüazuführen seien. Vermischtes. Das Jubiläum der russischen Kälte. Jedem dürste es bekannt sein, daß in Rußland die größte Kälte im Winter zu herrschen pflegt. Hier sinkt das Thermometer oft unter 30 Grad, und die Kälte ist so bitter, daß namentlich im Winter, etwa im Januar und Februar nur der sich der freien Luft auszusetzen vermag, der alle Körperteile, in dicke Pelze gehüllt hat. Es ist nun noch gar nicht so lange her, als auch das ehemalige Zarenreich diese nordische Temperatur nicht kannte. Der strenge russische Winter trat erst im Jahre 1812 auf. Damals sank das Thermometer bis auf 18 Grad und erreichte zeitweise die Höhe von 27 Grad. Etwa zehn Jahre hindurch kam allwinterlich diese Kälte wieder, und seit 1822 kennt man in Rußland immer nur den regelmäßigen Winter mit Kältetemperaturen meistens unter 30 Grad. Die Wissenschaft hat sich selbstverständlich mit diesem Naturvorgang beschäftigt und führt die Kälte in Rußland auf die Ectaltung der Temperatur in Europa überhaupt zurück. Bis zum Jahre 1812 hatte Rußland nur Winter und Frosttage erlebt, die etwa mit unseren strengsten Wintertagen zu vergleichen waren, das heißt, eine Kälte von durchschnittlich zehn bis sechzehn Grad im Winter aufweisen. Dr. Sch. Die größte Höhle Deutschlands. Nach eingehenden Untersuchungen und Messungen, die vom rheinisch=westfälischen Höhlenforschungsverein herausgegeben werden, haben wir in der Kluterhöhle bei Milspe an der Eisenbahnlinie Hagen—Elberfeld die größte Höhle Deutschlands zu sehen. Sind doch von Dr. Koep und Zoelter unterirdische Gänge in ihr bis zu 3,5 Kilometer gefunden worden. Der Hügel, unter dem die Höhle liegt, besteht aus sogenannten Honseler Schichten. Die Höhle selbst ist von Grauackenschiefer ausgelleidet, der durch Korallenbänke unterbrochen wird. Tropfstein ist selten, eine schöne Stalagmitensäule von 83 Metern ist vernichtet worden. Die Höhle ist seit langem bekannt. So diente sie in früheren Jahrhunderten während der Kriegszeiten als Zufluchtsort für Flüchtlinge aus der Umgebung. Besonders geeignet war„sie dazu durch zahlreiche Nebenstellen und kleine Bäche, die sich in sie ergossen. 9. ges. gesch. ist der beste Kindernährzwieback, dem Kleinsten in die Flasche zu geben. Lager und Vertretung für Schwerte und Umgebung: LEU DENNIGEN Wilhelmstraße 24- Fernruf 478 Dampfbäckerei-Conditorei-Café Die sneuen= Pöstgebühre Die wesentlichsten Gebühren, die vom 1922 an im Post=, Postscheck= und T „ber 10.. h217. 10 15. November 1922 an im Post=, Postsch.- und Telegrammgerkehr und vom 1. Dezember 1oun ozir. 1. Januar 13/23 in im Fernsprechverkehr innerhalb Deutschlands gelten, sind nach amtlicher Mitteilung folgende: A) Briefe, Postkarten usw. Für Postkarten im Ortsverkehr 3 M., für Postkarten im Fernverkehr 6 M. Briefe im Ortsverkehr bis 20 g 4 M über 20—100 g 8 über 100—250 F 12 für Drucksachen bis 2 über 50—100 g 6 M., über bis 500 g 16 M., über 500 sichtskarten, auf deren Vo Höflichkeitsformeln mit höchstens o Worten niedergeschrieben sind, 2 M.; für Geschäftspapiere und Mischsendungen bis 250 g 12 M., über 250—500 g 16 M., über 500 g bis 1 kg 20 M.; für Warenproben bis 250 g 12 M., über 250—500 g 16 M. Für unzureichend freigemachte Sendungen dieser Arten wird das Doppelte des Fehlbetrags, mindestens aber ein Betrag von 50 Psg. nacherhoben; für Päckchen bis 1 kg 24 M. 3) Pakete. Nahzone Fernzone „ für Briefe im Fernverkehr 0 12 M. bis 20 g über 20—100 g über 100—250 5g 2M., über 2 100—250 K 1: g bis 1 kg 20 orderseite Grüße 274 M W. Für Wertsendungen(Wertbriefe und Wertpakete) u. Gebühr für eine gleichartige eingeschriebene Sendung nd die Versicherungsgebühr, diese beträgt für je Sendung 10 M. Für 6 M., 10„ 16„ 20„ 24 30 40 * die Ans 1 1000 M. 6 M., mindestens bei einer Postanweisungen bis 50 M. über 50„ 200„ 200„ 500„ 500" 1000„ 1000„ 2000„ „ 2000„ 5000„ „ 5000„10000„—0 (Der Meistbeirag ist von 5000 M. auf 10000 M. erhöht.) Die Einschreibgebühr ist auf 8 M., die Vorzeigegebühr für Nachnahmen und Postaufträge auf 6 M. festgesetzt. D) Eilbestellungen. Für die Eilbestellung sind bei Vorauszahlung zu entrichten„„ g„ B„ für eine Briessendung jar ein Puret nach dem Ortsbestellbezirk 15 M., 30 nach dem Landbestellbezirk 45„ 60„ E) Jahlkarten. Für bar eingezahlte Zahlkarten bis 50 M. einschl. 3 M., über 50 bis 200 M. einschl. 5 M., über 200 bis 500 M. einschl. 8 M., über 500 bis 1000 M. einschl. 10 M., über 1000 bis 2000 M. einschl. 12 M., über 2000 bis 5000 M. einschl. 15 M., über 5000 bis 20 000 M. einschl. 20 M., für je weitere 10000 M. oder einen Teil dieser Summe mehr 10 M. Für bargeldlos beglichene Zahlkarten dieselbe Gebühr, höchstens jedoch 50 Mark für eine Zahlkarte, für Kassenschecks, die bargeldlos beglichen werden, 1 vom Tausend des Schectbetrages, für Barauszahlungen rit Postscheck 5 vom Tausend des Scheckbetrages. F) Telegrammgebühren. ** Im Telegrammverkehr sind die wichtigsien Gebühren für Fernielegramme Grundgebühr 20 M. und außerdem für jedes Wort 10„ „ Ortstelegramme Grundgebühr 10„ und außerdem jedes Wort„ 5„ Zustellung bei ungenügender Anschrift 16„ Rund nur Berlin: Vom Kongreß der Verdrängten. Vertrerer des Kongreises der Verdrängten(und der Auslandsdeutschen) wie der Vereine Deutscher“Ostbund, Hilfsbund der Elsas Lothringer im Reiche; Reichsverband der Kolonialdeutschen, Vereinigte Verbände heimaltreuer Oberschlesier, Verein Wiederansbau im Auslande(Hamburg), wurden Mittwoch vormittags vom Reiclspräsidenten empfangen. Name der Verbände trug nach einer kurzen Begrüfung Geheim rat v. Tilly vom Deutschen Ostpund im Namen d.s Kon gresses dessen Gesamtentschließung vor. Hierauf antwortete der Präsident, er habe der Not der Verdrängten stets seine regste Teilnahme zugewandt. Bei der Reichsregierung bestände ebenso wie bei ihm volles Verständnis und der beste Wille, den Verdrängten nach Möglichkeit zu helfen. Es sei kein Zweifel, daß von allen Kriegoopfern die Verdrängten mit am härlesten getrossen seien. Leider setze die bekannte Notlage des Reiches der Hilfstätigkeit eine harte Grenze. Die Gesamtentschlieftng werde er dem Reichskanzler und den zuständigen Ministern übermitteln und sie zum Gegenstand einer Besprechung mit diesen Herren machen. Nach dem Reichspräsidenten ergriff der Reichstagspräsident Loebe das Wort und gab einen kurzen Ueberblick über die noch bevorstehenden gesetzgeberischen Masnahmen im Reichstage.— Weiterhin fand dann die sitzung statt. Es wurde eine Gesamtentschließung angenommen, in der es u. a. heißt:„Die bisherige Entschädigungsgesetzgebung hat den verdrängten Deutschen keinen auch nur einigermaßen hinreichenden Ersatz für die erlittenen Verluste geboten. Die Entschädigungsgesetzgebung muß der Notlage der durch den Krieg und seine Folgen am schwersten geschädigten Verdrängten, und damit zugleich zielbewußt und weitsichtig auch den Interessen der gesamtdeutschen Volkswirtschaft in erheblich höherem M bisher und in beschleunigter Weise Rechnung 1 weit der Entwurf des Reichtentlastungsgesetzes in Frage steht, wird mit allem Nachdruck erklärt, das den Verdrängten ein Rechtsanspruch auf volle Entschädigung zusteht. Weiter betont die Entschließung, daß sowohl die neuen Gesetze als auch die bereits erlassenen Gewaltschädengesetze in keiner Weise der eingetretenen Geldentwertung Rechnung tragen, und ein Wiederaufbau daher unmöglich sei. Die Entschließung lehnt daher unzulängliche Entschädigungen nachdrücklichst ab und erhebt zusammenfassend hinsichtlich aller Entschädigungsgesetze die Forderung: 1. Die Entschädigungen müssen grundsätzlich steuerfrei bleiben: an Stelle des schwerfälligen ordentlichen Entschädigungsverfahrens muß grundsätzlich der freie Verwaltungsbergleich unter Mitwirkung der Interessenvertretungen treten: 3. die Auszahlung der Entschädigungen muß, beschleunigt werden; 4. es dürfen die zugesprochenen Beträge nicht in Zahlungsmitteln gewährt werden, deren Verwertung die Geschädigten wieder um einen erheblichen Teil ihrer ohnelein unzureichenden Entschädigung bringt. Die derzeit gewährten Zahlungsmittel sind größtenteils unverwertbar. Neue Freude für die Berliner. Nach Anzeige des Magistrats wird der Preis des Markenbrotes vom Montag ab 112 Mark betragen, während die Markenschrippe auf 4 Mark steigt.— Gleichzeitig wird angekündigt, daß vom 10. November ab der Preis für eine einfache Straßenbahnfahrt von 20 Mark auf 30 Mark steigt.— Weiter bewilligte man den Herren Müllkutschern, obwohl deren Leistungen gegenüber der Vorkriegszeit um nahezu 50 Prozent zurückgegangen sind, Wochenlöhne von 10320 M. Da die nötigen Mittel hierzu die Mieter aufbringen müssen, so wird man deren Taschen noch weiter ausräumen müssen, um die der Müllfürsten zu füllen. Verhältnisse und, die Gefährdung der Existenz der Veltsebe 5. Dezember zu schließen und dem gesamten Personat# 5. November den Dienst zu lündigen, falls nicht dir Dresdener +- Zum I noch gemeldet, Sauber“ am Ein Rettung Von der 29 Ma Dampfer Dieser erbert rettet und nach 05 Aus dem Reiche. . Die Inlandsgebühren für Briessendungen, Wertsendungen, Postanweisungen und Palete gelten auch nach dem Saargebiet(jedoch Päckchen nicht zugelassen) sowie nach dem Gebiet der Freien Stadt Danzig und dem Memelgebiet. Die Inlandsgebühren für Briessendungen gelten ferner nach Luxemburg und Oesterreich(Pückchen nach beiden Ländern nicht zugelassen). G) Die Auslandsgebühren betragen vom 15. November 1922 ab: für Postkarten sjedoch nach Ungarn und Tschechostowate# 18„ für Briese bis 20 g 40„ für je weitere 20 g 20„ (Meistgewicht 2 kg) 4 jedoch nach Ungarn und Tschechoslowarei bis 20 g„ jede weiteren 20 g„ 40„ für Drucksachen sur je 90g. 8„ 11) Die Fernsprechgebühren betragen ab 1. Dezember für ein Ortsgespräch von einer Teilnehmerstelle aus 3.50 Für die Benutzung der Fernleitungen ist vom 1. Dezember 1922 an zu zahlen für ein Gespräch von nicht mehr als 3 Minuten Dauer bei einer Entfernung bis 5 km einschließlich 3.50„ von mehr als 5 bis 15 km einschließlich.. 10.50„ „„„ 15„ 25„„ 17.50„ „„„ 25„ 50„„ 28.— „„ 50„ 100„„ 42.—„ über 106 um für jede angesangenen weiteren 100 km 21.—„ * m e h r. + Der Kampf um den Schiedsspruch im Bergbau. Von gutunterrichteter Seite des Bergbaus wird der Un.“ mitgeteilt: Die Ende vorigen Monats gefällten Schiedssprüche sahen bekanntlich für die Bergarbeiter eine Lohnerhöhung um durchschnittlich rund 50 Prozent vor. Vom allgemeinen Standpunkte aus erfreulich war in diesen Schiedssprüchen neben der Empfehlung einer Kollektiv= prämie für Mehrleistung die Tatsache, daß die Lohnerhöhungen zum ersten Male zugunsten der älteren verheirateten Arbeiter disferenziert wurden. Nicht nur in der bürgerlichen, sondern auch in der sozialistischen Presse werden immer lautere Klagen darüber erhoben, daß die jüngeren Vergleute im Gegensatz zu den älteren Verheirateten Löhne verdienen, die erheblich über das Maß der Steigerung der Lebenshaltung hinausgehen. Trotzdem die vernünftigen Gewerkschaftsführer das durchaus einsehen, war es bisher unmöglich, in freien Vereinbarungen mit den Gewerkschaften zu einer Differenzierung der Lohnerhöhung zu kommen. Dieser Versuch ist dann in den eingangs erwähnten Schiedssprüchen erfreulicherweise gemacht worden. Nunmehr haben die Bergarbeiterverbände die Schiedssprüche abgelehnt, und zwar einmal mit Rücksicht auf die ihrer Ansicht nach zu geringe Lohnerhöhung und sodann wegen der in den Schiedssprüchen vorgenommenen Differenzierungen. Der Schluß liegt nahe, daß die Gewerkschaften nicht den Mut aufbringen, sich ihren jüngeren, meist radaulustigen Mitgliedern gegenüber durchzusetzen. Vom Reichsarbeitsministerium muß, erwartet werden, das es nunmehr die gefällten Schiedssprüche für verbindlich ertlärt. Nur unter dieser Voraussetzung haben sich die Arbeitgeber bereit erklärt, in Ansehung der im November bereits eingetretenen Verteuerung der Lebenshaltung und entsprechend dem Vorgehen anderer Industrien mit den Gewerkschaften über einen am 16. d. M. in Kraft tretenden Zuschlag zu den Schiedsgerichtslöhnen zu verhandeln. Wie wir erfahren, finden diese Verhandlungen am Freitag dieser Woche im Reichsarbeitsministerium statt. Selbstverständlich kann auch diesmal eine Lohnerhöhung nur gewährt werden, wenn ein voller Ausgleich in einer entsprechenden Erhöhung der Kohlenpreise erfolgt. BeMnertennier 7e meeeerehntererl ihrer „„u dar. Cinfs nung# Bezirkes Nachricht, auf deren Feldern noch etwa 30000 Zentner Kartosseln und 80000 Zentner Zuckerrüben ungeerntet und dem Einfrieren preisgegeben sich befanden. Den eingesetzten Nothelfern gelang es bisher, einen wesentlichen Teil der Ernte zu bergen. In Bayern wurden 450 Notheiser eingesetzt, die bisher rund 100000 Jentner Kartoffeln einbringen und der Volksernährung erhalten konnten. + Die gefährdete Brotversorgung in München. Die Gefährdung der Brotversorgung hat in München so ernste Formen angenommen, das aus Mangel an Brotmehl bereits am Mittwoch mehrere Bäckereien nicht mehr imstande waren, Markenbrot herzustellen. + Brotversorgung im Reiseverkehr. Zur Milderung der durch Aufhebung der Reisebrotmarken entstandenen Härten ist jetzt, wie der Amtliche Preusiische Pressedienst mitteilt, wieder die Ausstellung von Lebensmittelabmeldescheinen im Reiseverkehr bei Reisen von länger als vierwöchiger Dauer zugelassen. Volkswirtschaftliches. + Industrie und Markstabilisierung. Präsidium und Vorstand des Reichsverbandes der deutschen Industrie hielten am Mittwoch eine Sitzung ab. Im Verlaufe der Aussprache wurde von verschiedenen Seiten auch auf die immer wieder auftauchende Behauptung hingewiesen, die Industrie sei grundsätzlich Gegnerin einer Stabilisierung der deutschen Währung. Demgegenüber wurde einstimmig betont, daß die Industrie wie die gesamte deutsche Wirtschaft das größte Interesse daran haben, so schuell als möglich von den Schwankungen der Währung loszukommen zu einem festen Wertmesser zu gelangen. Umstritten seien nur Zeitpunkt und Voraussetzungen für ein lisierung der Mark. Uebereinstimmung bestand a auch darüber, daß undurchdachte und mangelhaft formulierte Maßnahmen wie die Devisennotverordnung und deren Ausführungsbestimmungen, die Stützung unserer Währung, wie die Entwicklung des Devisenkurses gezeigt hat, nicht nur nicht gefördert, sondern schwer geschädigt haben. Aus aller Welt. + Ende des Scemannsstreiks in Marseille. Aus Marseille wird gemeldet, daß die Angehörigen der Handelsmarine die Wiederaufnahme der Arbeit beschlossen haben. Damit ist der langwierige französische Marinestreik beendigt.„ Auch der Frank beginnt seiteinigen Tagen zusinken. Er ahmt also das Beispiel der deutschen Mark nach. Linn Mittwoch lautete die offizielle Notierung des Psundes auf 71,81 Frank und des Tollars auf 16,06 Frank. Diese Notierungen stellen bisher unerreichte Höchstziffern dar, die die e Meinung sehr beunruhigen. Vielnicht bringen sie die französischen Rachepolitiker zur öffentliche französisch leicht brit Vernunft. Aus dem Gerichtssaal. Verweigerte Hilfeleistung strafbar. Vor dem Friedensricht in Posen hatte sich der praktische Arzt Dr. Franz Lusiewicz wegen Verweigerung ärztlicher Hilfe zu verantrten. Die Ehefra.„micheline Jaros lag auf den Tod, und und Er= Kwiez Heelihr kas worten. Die Ehefrau Micheline Jaros lag ihr Mann eilte deshalo abends um 10 Uhr zu Dr. Lukastmit der Bitte, doch umgehend zu der Kranken zu kommen. Der Angeklagte erklärte ihm jedoch, daß er zunächst die Zahlung von 6000 A verlangen müsse, und als Jaros bemerkte, er habe eine so große Summe nicht bei sich, besitze aber daheim d Betrag, ging der Angeklagte nicht daraus ein, sondern zu Muse. Die.„ in der gleichen merkenswert. ist, das die Arbeitnehmerverbände bei in Ableynung ihres Schledsspruchs zu der Einführung der Kollektivprämien nichts geäußert haben. Man darf auf die Entwicklung dieser Frage sehr gespannt sein, nachdem sich neben den Blättern christlicher Richtung auch der „Vorwärts“ in eingehenden Artikeln mit dieser Frage befaßt hat, und zu einer Befürwortung des Kollektivprämiensystems gekommen ist. + Die Schlieszung der Dresdener Hotels beschlassen. Der Verein der Hotelbesitzer von Dresden und Umgebung hat einstimmig beschlessen, die Dresdener Hotelunternehunngen mit Rücksicht auf den Tiefstand der wirtschaftlichen zu Hause. Die Krante verstarb darauf noch in d Nacht. Das Gericht verurteilte Dr. Lukastewicz zu einer Geldstrafe von 25000 M und den Gerichtskosten, Vermischtes. Wie eine große Erfindung begrüßt wurde. Am 11. Mär; waren es 43 Jahre, da der Ersinder Edison seinen Phonographen zum ersten Male nach Europa brachte. Er stellte ihn hier zunächst der Pariser Akademie der Wissenschaften vor. Er ließ vor den Gelehrten seinen Phonographen spielen und setzte sie in Erstaunen. Sie fanden für diese eigenartige Musik, die eine feine Nadek von einer Stanniolwalze hatte, keine Erklärung, blickten sich lange an, betrachteten den kleinen Kasten von allen Seiten, beängten die Schläuche, die sie in die Ohren stecken mußten, und samen dann zu dem Schluß, daß es ein ganz frecher Schwindel sei. Sie waren übereinstimmend der Ansicht, daß die Stimmen, die innen in die Ohren tönten, von Bauchrednern herstammten. Die weisen Herren der Akademie waren nicht zu überzeugen, und beschämt stand Edison dabei und machte ob dieses Gutachtens ein langes Gesicht. Soviel er auch versuchte, die Herren zu überzeugen, daß seine Erfindung große Bedeutung habe, sie blieben bei ihrem Gutachten und Edison mußte sein Heil wo anders versuchen. Es gelang ihm, seinen nach und nach zu vervollkommnen. Er wurde in aller Welt bekannt. Und als später die Gelehrren der Periser Akademie von ihrem Irrtum hörten, den sie noch ertebten, denn die Erfindung setzte sich schuell durch, da waren sie wenig erbaut von ihrer Wissenschaft. Der Phonograph, dessen Anfänge jedem in Deutschland bekannt sein werden. wurde immer mehr vervollständigt, und schließlich konnten die Ohrhörer gans fortfallen. # 17 Die znelten= Pöstgebühren. geieie wesentüchsten Gebihren, die vom 1b. Noteulber an im Post=, Postsched= und Telegramm; verkehr und vom 1. Dezember 1922 bzw. 1. Januar an im Fernsprechverkehr innerhalb Deutschlands gelten, sind nach amtlicher Mitteilung folgende: : A) Briefe, Postkarten usw. Für Postkarten im Ortsverkehr 3 M., für Postkarten im Fernverkehr 6 M., für Briefe im Ortsverkehr bis 20 g 4 M., über 20—100 g 8 M., über 100—250 g 12 M.; für Drucksachen bis: über 50—100 g 6 M., über bis 500 g 16 M., über 500 sichtskarten, auf deren Vorderseite Grüße oder ähnliche Höflichkeitsformeln mit höchstens 5 Worten niedergeschrieben Briefe im Fernverkehr bis 20 g 12 M., r 20—100 g 16 M., über 100—250 g 20 M.; 2 M., über 25—50g 3 M., 100—250 g 12 M., über 250 bis 1 kg 20 M.; für Ansind. 9 M. für ftspapiere und Mischsen über 250—500 g über Geschä dungen bis 250 g 12 M., ure.„ 500 g bis 1 kg 20 M.; für Warenproben bis 250 g 42 M., über 250—500 g 16 M. Für unzureichend freigemachte Sendungen dieser Arten wird das Doppelte des Fehlbetrags, mindestens aber ein Betrag von 50 Pfg. nacherhoben; für Päckchen bis 1 kg B) Pakete. Nahzone Fernzone Zeitungspakete bis 5 kg 30 M., Fernzone 60 M. C) Wertsendungen. Für Wertsendungen(Wertbriefe und Wertpakete) die Gebühr für eine gleichartige eingeschriebene Sendung und die Versicherungsgebahr. 10 G Für M Meistbetrag ist von 5000 M. auf 10000 M. erhöht.) Die Einschreibgebühr ist auf 8 M., die Vorzeigegebühr für Nachnahmen und Postaufträge auf 6 M. festgesetzt. D) Eilbestellungen. Für die Eilbestellung sind bei Vorauszahlung zu entrichten„„„„ B fur eine Briefsendung für ein Puket nach dem Ortsbestellbezirk 15 M., 30 M., nach dem Landbestellbezirk 45„ 60„ Ründ=um Berkine. Vom Kongreß der Verdrängten. Vertreter des Kongresses der Verdrängten-(und der Auslandsdeutschen) wie der Vereine Deutscher“Ostbund. Hilfsbund der ElsaßLothringer im Reiche, Reichsverband der Kolonialdeutschen, Vereinigte Verbände heimattreuer Oberschlesier, Verein Wiederaufbau im Ausland. Hamburg), wurden Mittw vormittags vom Reichepräsidenten empfangen. Namens der Verbände trug nach einer kurzen Begrüßung Geheimrat v. Tilly vom Deutschen Ostbund im Namen des Kon gresses dessen Gesamtentschließung vor. Hierauf antwortete der Präsident, er habe der Rot der Verdrängten sstets seine regste Teilnahme zugewandt. Bei der Reichsregierung bestände ebenso wie bei ihm volles Verständnis und der beste Wille, den Verdrängten nach Möglichkeit zu helfen. Es sei kein Zweifel, das von allen Kriegsopfern die Verdrängten mit am härtesten getroffen seien. Leider setze die bekannte Notlage des Reiches der Hilfstätigkeit eine harte Grenze. Die Gesamtentschließung werde er dem Reichskanzler und- den zuständigen Ministern übermitteln und sie zum Gegenstand einer Besprechung mit diesen Herren machen. Nach dem Reichspräsidenten ergriff der Reichstagspräsident Loebe das Wort und gab einen kurzen Ueberblick über die noch bevorstehenden gesetzgeberischen Maßnahmen im Reichstage.— Weiterhin fand dann die Schlußsitzung statt. Es wurde eine Gesamtentschliefung angenommen, in der es u. a. heißt:„Die bisherige Entschädi gungsgesetzgebung hat den verdrängten. Deutschen keinen auch nur einigermassen hinreichenden Ersatz für die erlittenen Verluste geboten. Die Entschädigungsgesetzgebung muß der Notlage der durch den Krieg und seine Folgen am schwersten geschädigten Verdrängten, und damit zugleich zielbewußt und weilsichtig auch den Interessen der gesamtdeutschen Volkswirtschaft in erheblich höherem Mase al bisher und in beschleunigter Weise Rechnung tragen. Soweit der Entwurf des Reichsentlastungsgesetzes in Frage steht, wird mit allem Nachdruck erklärt, daß den Verdrängten ein Rechtsanspruch auf volle Entschädigung zusteht. Weiter betont die Entschliefung, daß sowohl die neuen Gesetze als auch die bereits erlassenen Gewaltschädengesetze in keiner Weise der eingetretenen Geldentwertung Rechnung tragen, und ein Wiederaufbau daher unmöglich sei. Die Entschließung lehnt daher unzulängliche Entschädigungen nachdrücklichst ab und erhebt zusammenfassend hinsichtlich aller Entschädigungsgesetze die Forderung: 1. Die Entschädigungen müssen grundsätzlich steuerfrei bleiben; 2. an Stelle des schwerfälligen ordentlichen Entschädigungsverfahrens muß grundsützlich der freie Verwaltungsvergleich unter Mitwirkung der Interessenvertretungen treten: 3. die Auszahlung der Entschädigungen muß, beschleunigt werden; 4. es dürfen die zugesprochenen Beträge nicht in Zahlungsmitteln gewährt werden, deren Verwertung die Geschädigten wieder um einen erheblichen Teil ihrer ohnehin unzureichenden Entschädigung bringt. Die derzeit gewährten Zahlungsmittel sind größtenteils unverwertbar. Neue Freude für die Berliner. Nach Anzeige des Magistrats wird der Preis des Markenbrotes vom Montag ab 112 Mark betragen, während die Markenschrippe auf 4 Mark steigt.— Gleichzeitig wird angekündigt, daß vom 10. November ab der Preis für eine einfache Straßenbahnfahrt von 20 Mark auf 30 Mark steigt.— Weiter bewilligte man den Herren Müllkutschern, obwohl deren Leistungen gegenüber der Vorkriegszeit um nahezu 50 Prozent zurückgegangen sind, Wochenlöhne von 10320 M. Da die nötigen Mittel hierzu die Mieter aufbringen müssen, so wird man deren Taschen noch weiter ausräumen müssen, um die der Müllfürsten zu füllen. Verhältnisse und die Gefährdung der Existenz der Betriebe am 15. Dezember zu schließen und dem gesamten Personat am 15. November den Dienst zu lündigen, falls nicht die Dresdener Benerbungssteuer herabgesetzt wird. + Zum Untergang zweier deutscher Dampfer wird noch gemeldet, dan der vermistte Dampfer Henann 30. Ottober von Neweastle abgefahren Ist. Ein Rellungsboot dieses Dampfers wurde angetrieben. Von der 29 Mann betragenden Besatzung fehlt jede Spur. Wenige Tage später, am 1. November ist der zweite Dampfer„Herbert Sauber“ von Neweastle abgefuhr Dieser Dampfer ist nach einer Meldung aus Grimsby bei der Doggerbank untergegangen. Der Schiffskoch wurde gerettet und nach Grimsby gebracht. Nach seiner Aussage sind die übrigen 24 Mann der Besatzung ertrunken. + Einsetzen der Technischen Rothilfe zum Einbringen der Kartoffelernte. Die Eigenart der Witterung der angenblicklichen Jahreszeit sowie das gänzliche Frhien von anderweitigen Arbeitskräften hat die Landeseegierung in Hessen und Bayern veranlaßt, die Technische Nothilfe zum Einbringen der durch frühen Frost gefährdeten Kartosselernte aufzubieten. In Hessen wurden rund 380 Nothelfer auf 31 Gütern eingesetzt. Ueber die Bedeutung dieses Einsatzes geben die Mitteilungen von acht Gütern des Bezirkes Nachricht, auf(deren Feldern noch ctwa 30.000 Zentner Kartoffeln und 80000 Zentner Zuckerrüben ungeerntet und dem Einfrieren preisgegeben sich befanden. Deu eingesetzten Nothelfern gelang es bisher, einen wesentlichen Teil der Ernte zu bergen. In Bayern wurden 450 Nothelfer eingesetzt, die bisher rund 100000 Zentner Kartoffeln einbringen und der Volksernährung erhalten konnten. + Die gefährdete Brotversorgung in München. Die Gefährdung der Brolversorgung hat in München so ruissenr angenommen das aus Wangel nu P K E) Zahlkarten. Für bar eingezahlte Zahlkarten bis 50 M. * 9 über 200 M. einschl. Aus dem Neich * % einschl. 3 M., über 50 bis 200 M. einschl. 5 M., uder 200 bis 500 M. einschl. 8 M., über 500 bis 1000 10 M., über 1000 bis 2000 M. einschl. 12 M., über 2000 bis 5000 M. einschl. 15 M., über 5000 bis 20000 M. einschl. 20 M., für je weitere 10000 M. oder einen Teil dieser Summe mehr 10 M. Für bargeldlos beglichene Zahlkarten dieselbe Gebühr, höchstens jedoch 50 Mark für eine Zahlkarte, für Kassenschecks, die bargeldlos beglichen werden, 1 vom Tausend des Scheckbetrages, für Barauszahlungen mit Postscheck 5 vom Tausend des Scheckbetrages. #c F) Telegrammgebühren. Telegrammverkehr sind die bühren für Fernielegramme Grundgebühr und außerdem für jedes Wort „ Ortstelegramme Grundgebühr und außerdem jedes Wort Zustellung bei ungenügender Auschrift wichtigsten Ge20 M. 10„ 10„ 5„ Zustellung... ngenügender Anschrift 16„ . Die Inlandsgebuhren für Briessendungen, Wertsendungen, Postanweisungen und Palete gelten auch nach dem Saargebiet(jedoch Päckchen nicht zugelassen) sowie nach dem Gebiet der Freien Stadt Danzig und dem Memelgebiet. Die Inlandsgebühren für Briessendungen gelten ferner nach Luxemburg und Oesterreich(Päckchen nach beiden Ländern nicht zugelassen). G) Die Auslandsgebühren beiragen vom 15. November 1922 ab: für Postkarten jedoch nach Ungarn und Tschechoslowakei für Briefe bis 20 g für je weitere 20 g (Meistgewicht 2 kg) jedoch nach Ungarn und Tschechoslowarei bis 20 g jede weiteren 20 g für Drucksachen für je 50g 1i) Die Fernsprechgebühren betragen ab 1. Dezember für ein Orlsgesprüch Teilnehmerstelle aus Für die Venutzung der Fernleitungen ist vom 1. Dezember 1922 an zu zahlen für ein Gespräch von nicht mehr als 3 Minuten Dauer bei einer Entfernung bis 5 km einschließlich 3.50 von mehr als 5 bis 15 km einschließlich.. 10 50 „„„ 15„ 25„„ 17.50 „„„ 25„ 50„„ 28 „„ 50„ 100„„ 42.— über 108 km für jede angesangenen weiteren 100 km 21.— " mehr. 24 18 40 20 * * * 30 20 8 von einer 3.50 M. + Der Kampf um den Schiedsspruch im Bergbau. Von gutunterrichteter Seite des Bergbaus wird der„Tel.= Un.“ mitgeteilt: Die Ende vorigen Monats gefällten Schiedssprüche sahen bekanntlich für die Bergarbeiter eine Lohnerhöhung um durchschnittlich rund 50 Prozent vor. Vom allgemeinen Standpunkte aus erfreulich war in diesen Schiedssprüchen neben der Empfehlung einer Kollektiv= prämie für Mehrleistung die Tatsache, daß die Lohnerhöhungen zum ersten Male zugunsten der älteren verheirateten Arbeiter disserenziert wurden. Nicht nur in der bürgerlichen, sondern alich in der sozialistischen Presse werden immer lautere Klagen darüber erhoben, daß die jüngeren Vergleute im Gegensatz zu den älteren Verheirateten Löhne verdienen, die erheblich über das Maß der Steigerung der Lebenshaltung hinausgehen. Trotzdem die vernünftigen Gewerkschaftsführer das durchaus einsehen, war es bisher unmöglich, in freien Vereinbarungen mit den Gewerkschaften zu einer. Differenzierung der Lohnerhöhung zu kommen. Dieser Versuch ist dann in den eingangs erwähnten Schiedssprüchen erfreulicherweise gemacht worden. Ninmehr haben die Bergarbeiterverbünde die Schiedssprüche abgelehnt, und zwar einmal mit Rücksicht auf die ihrer Ansicht nach, zu geringe Lohnerhöhung und sodann wegen der in den Schiedssprüchen vorgenommenen Differenzierungen. Der Schluß liegt nahe, daß die Gewerkschaften nicht den Mut aufbringen, sich ihren jüngeren, meist radaulustigen Mitgliedern gegenüber durchzusetzen. Vom Reichsarbeitsministerium muß erwartet werden, das es nunmehr die gefällten Schiedssprüche für verbindlich erklärt. Nur unter dieser Voraussetzung haben sich die Arbeitgeber bereit erklärt, in Ansehung der im November bereits eingetretenen Verteuerung der Lebenshaltung und entsprechend dem Vorgehen anderer Industrien mit den Gewerkschaften über einen am 16. d. M. in Kraft tretenden Zuschlag zu den Schiedsgerichtslöhnen zu verhandeln. Wie wir erfahren, finden diese Verhandlungen am Freilag dieser Woche im Reichsarbeitsministerium statt. Selbstverständlich fann auch diesmal eine Lohnerhöhung nur gewährt werden, wenn ein voller Ausgleich in einer entsprechenden Erhöhung der Kohlenpreise erfolgt. Bemerkenswert ist, daß die Arbeitnehmerverbände bei ihrer Ablehnung ihres Schiedsspruchs zu der Einführung der Kollektivprämien nichts geäufert haben. Man darf auf Entwicklung dieser Frage sehr gespannt sein, nachdem neben den Blättern christlicher Richtung auch der „Vorwärts“ in eingehenden Artikeln mit dieser Frage befaßt hat, und zu einer Befürwortung des Kollektivprämien= systems gekommen ist. + Die Schliefzung der Dresdener Hotels beschlossen. Der Verein der Hotelbesitzer von Dresden und Umgebung hat einstimmig beschlessen, die Dresdener Hotelunternehmungen mit Rücksicht auf den Tiefstand der wirtschaftlichen VorMK Angeneinneen,R Anungser mehl- bereits an Mittwoch mehrere Bäckereien nicht mehr imstande waren, Markenbrot herzustellen. + Brotversorgung im Reiseverkehr. Zur Milderung der durch Ausyebung der Reisebrotmarken entstandenen Hürlen ist jetzt, wie der Amtliche Prenrische Fressedienst mitteilt, wieder die Ausstellung von Lebensmittelabmeldescheinen im Reiseverkehr bei Reisen von länger als vierwöchiger Dauer zugelasen. + Industrie und Markstabilisierung. Präsidium und Vorstand des Reichsverbandes der deutschen Industrie hielten am Mittwoch eine Sitzung ab. Im Verlaufe der Aussprache wurde von verschiedenen Seiten auch auf die immer wieder auftauchende Behauptung hingewiesen, die Industrie sei grundsätzlich Gegnerin einer Stabilisierung der deutschen Währung. Demgegenüber wurde einstimmig betont, daß die Industrie wie die gesamte deutsche Wirtschaft das größte Interesse daran haben, so schnell als möglich von den Schwankungen der Währung loszukommen und zu einem festen Wertmesser zu gelangen. Umstritten seien nur Zeitpunkt und Voraussetzungen für eine dauernde Stabilisierung der Mark. Uebereinstimmung bestand aber auch darüber, daß undurchdachte und mangelhaft formulierte Maßnahmen wie die Devisennotverordnung und deren Ausführungsbestimmungen, die Stützung unserer Währung, wie die Entwicklung des Devisenkurses gezeigt hat, nicht nur nicht gefördert, sondern schwer geschädigt haben. Aus aller Welt. + Ende des Seemannsstreiks in Marseille. Aus Marseille wird gemeldet, daß die Angehörigen der Handelsmarine die Wiederaufnahme der Arbeit beschlossen habens Damit ist der langwierige französische Marinestreiß beendigt. -Auch der Frank beginnt seit einigen Tagen zusinken. Er ahmt also das Beispiel der deutschen Mark nach. Linn Mittwoch lautete die offizielle Notierung des Psundes auß 71,81 Frank und des Tollars auf 16,06 Frank. Diese Notierungen stellen bisher unerreichte Höchstziffern dar, die die öffentliche französische Meinung sehr beunruhigen. Vielleicht bringen sie die französischen Rachepolitiker zur Vernunst.— die sich 9 * Aus dem Gerichtssaal... Verweigerte Hilfeleistung strafbar. Vor dem Friedensgericht in Posen hatte sich der praktische Arzt Dr. Franz Lukasiewicz wegen Verweigerung ärztlicher Hilfe zu verantworten. Die Ehefrau Micheline Jaros lag auf den Tod, und ihr Mann eilte deshalb abends um 10 Uhr zu Dr. Lukasiewicz mit der Bitte, doch umgehend zu der Kranken zu kommen. Der Angeklagte erklärte ihm jedoch, daß er zunächst die Zahlung von 6000 A verlangen müsse, und als Jaros bemerkte, er habe eine so große Summe nicht bei sich, besitze aber daheim diesen Betrag, ging der Angeklagte nicht darauf ein, sondern blieb zu Hause. Die Kranke verstarb darauf noch in der gleichen Nacht. Das Gericht verurteilte Dr. Lukasiewicz zu einer Geldstrafe von 25000 a und den Gerichtskosten, Vermischtes. Wie eine große Erfindung begrüßt wurde. Am 11. März waren es 43 Jahre, da der Ersinder Edison seinen Phonographen zum ersten Male nach Europa brachte. Er stellte ihn hier zunächst der Pariser Akademie der Wissenschaften vor. Er ließ vor den Gelehrten seinen Phonographen spielen und- setzte; sie in Erstaunen. Sie sanden für diese eigenartige Musik, die eine feine Nadek von einer Stanniolwalze hatte, keine Erklärung, blickten sich lange an, betrachteten den kleinen Kasten von allen Seiten, beängten die Schläuche, die sie in die Ohren stecken mußten, und kamen dann zu dem Schluß, daß es ein ganz frecher Schwindel sei. Sie waren übereinstimmend der Ansicht, daß die Stimmen, die innen in die Ohren tönten, von Bauchrednern herstammten. Die weisen Herren der Akademie, waren nicht zu überzeugen, und beschämt stand Edison dabei und machte ob dieses Gutachtens ein lauges Gesicht. Soviel er auch versuchte, die Herren zu überzeugen, daß seine Erfindung große Bedeutung habe, sie blieben bei ihrem Gutachten und Edison mußte sein Heil wo anders versuchen. Es gelang ihm, seinen Apparat nach und nach zu vervollkommnen. Er wurde in aller Welt bekannt. Und als später die Gelehrten der Paeiser# Akademie von ihrem Irrtum hörten, den sie noch eriebten, denn die Erfindung setzte sich schnell durch, da waren sie wenig erbaut von ihrer Wissenschaft. Der Phonogt dessen Anfänge jedem in Deutschland bekannt sein werden. wurde immer mehr vervollständigt, und schließlich ionnon die Ohrhörer gans fortfallen. A