Welthofener Zeitung Aplerbecker Zeitung Langscheder Zeitung den Kreis Börde. botzwicheder Zeitung für den Kreis Hörde. Verdunden mit: Schwerter Sestiek unl baufer„ihe Schwerter Volkszeitung Schwerter Beltsbiatt Autliches wreisbtatt Erktes und ältestes Cagesorgen des Kreiles. Die„Schwerter Zeitung" erscheint Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Carl Braus. Celegr. Adr. Braus, Schwerteruhr. Cei.62. Postscheck: Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Nichter: Schwerter Hausfran und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatdlätter. u Lustiges Allertel. Kinderzeitung: Unser Blatt. n Untorhaltungs- u. Romandeilage. n Spiel, Sport und Curnen. Ledensbild. Kunst u. Wissen. n Gartenratschläge. 55. Mittwoch, 8. November 1922 die Zwecke der Reichsbank nicht mehr in Betracht Zum Geleit. „Schwer ist der Völker Schlaf, wenn eingeschlafen Fern im Gebirg der Adler ihrer Taten, Wenn in den Staub ihr Banner Feinde traten. Wie verderblich die Pläne der Erfassung des Reichsbankgoldes sind, gebt schon daraus hervor, daß die finanziellen Vorschläge der schärfften Richtung innertalb der Reparationskommission in höchst merkwürdiger Weise den auf Erfassung des Reichsbankgoldes gerichteten sozialistischen Forderungen ähneln. Schon aus diesem Grunde sollte eigentlich Klarheit über die Stellungnahme zu diesen Plänen herrschen. Auch rein sachliche Erwägungen führen zu einer Ablehnung. Der Zweck der Reichsbant ist zur Zeit in der Hauptsache der Träger des Reichskredites zu sein. Dazu ist unangetastete Verfügungsgewalt über den Goldschatz erste Voraussetzung, da allein darauf der Kredit beruht, den die Reichsbank im Gegensatz zum Reich genießt. Die Kreditwürdigkeit ist schon durch das bloße Vorhandensein des Goldschatzes gegeben, sie vermindert sich bezw. verschwindet entsprechend einer Wegnabme bezw. Verpfändung. Die Verflechtungen zwischen der Kreditwürdigkeit der Reichsbank und des Reiches sowie dem inneren Wert der Mark brauchen nicht weiter dargelegt werden. Nun stellt zwar der Goldschatz der Reichsbank, am inneren Wert der Mart bemessen, eine außerordentlich hohe Summe dar; diese schmilzt jedoch sofort zusammen, wenn die Regelung des Zahlungsverkehrs mit dem Auslande in Frage kommt, da für diesen Zweck der Betrag kaum einige Monate ausreichen würde. Wenn nun aber nach Ablauf der kurzen Zeit, für die eine Stützung der Mark möglich wäre, der letzte Realhintergrund der Mark völlig in Wegfall gekommen ist, dann wäre die Mark überhaupt nichts mehr wert. Die direkte oder indirekte Inangriffnahme des Goldschatzes der Reichsbank würde also nicht eine Stabilisierung der Mark herbeiführen, sondern sie nach einer verhältnismäßig turzen Uebergangszeit zur völligen Wertlosigkeit verurteilen. Welch geringen Wert derartige Stützungsaktionen haben, hat der letzte Sommer gezeigt, in dem die Reichsbank einem dringenden Wunsch der Regierung entsprechend mit fast 250 Goldmillionen den Devisenmarkt zu stabilisieren versuchte mit dem„Erfolg“, daß der Dollar jetzt über 6000 steht. Ein Volk, mit einer langen und stolzen Vergangenheit, das sich unter den schwierigsten Verhältnissen zu einem einheitlichen großen Staatswesen emporgearbeitet hatte, das auf allen Weltmärkten die Konkurrenz siegreich aufnahm, dessen Bildungsanstalten von den Angehörigen aller Kulturvölker mit Vorliebe aufgesucht wurden, liegt gefesselt am Boden. Ein Riese, dessen Lebenskraft und Intelligenz in freier Bewegung die Weit kennen lernte, gebunden. Wird dieser Riese die Kraft finden, wird er alle Muskeln anspan nen, seine Fesseln zu sprengen? Das ist die große Frage der 60 Millionen Deutscher, die blasse Furcht der Feinde. Der Riese wird die Krast finden, weil er sie finden muß; es handelt sich um das Leben von Millionen, um das Schicksal kommender Generationen. Noch halb betäubt von dem schweren Fall, geschwächt durch großen Blutverlust, eingeengt durch die Fesselung, so liegt der Riese vor uns, aber er atmet, er lebt. Und Regierung und Parteien stehen noch immer ratlos da, das ganze Volk vermag die richtige Stellung dieser Sachlage gegenüber nicht zu finden. Die Parteien, die Klassen, die verschiedenen Schichten des deutschen Volkes stehen noch viel zu sehr unter dem Eindruck der Stellung, die sie in der großen Zeit des deutschen Volkes eingenommen haben; sie vermögen die große, gemeinsame Aufgabe der Gegenwart noch nicht voll zu erfassen. Die Riese blutgeschwächt, gefesselt, atmet, aber ihm fehlt kräftige Nahrung, ein fester Lebenswille. Und da Millionen Menschenleben auf dem Spiele stehen, das Schicksal kommender Generationen entschieden wird, kann und darf es nur eine Aufgabe Aller geben, dem gefesselten Riesen Nahrung zuzuführen und den Lebenswillen zu wecken. Wo ist die Partei, die das voll erfaßt hat? Wo sind die Klassen und Schichten, die gewillt sind, alles dieser großen Aufgabe gegenüber zurückzustellen? Deutschnationale Partei— Deutsche Volkspartei Zentrum— Demokratische Partei— Sozialdemokratische Partei— was bedeuten alle diese Namen der großen Aufgabe gegenüber: dem deutschen Volke die nötige Nahrung zuzuführen und den einheitlichen Lebenswillen zu wecken. In allen Parteien gab es Einzelne, welche die Aufgabe der Stunde begriffen haben; es sind noch zu wenige, sie finden noch nicht den nötigen Widerhall innerhalb ihrer Parteien, die noch zu sehr von ihrer Stellung in der ehemaligen Glanzzeit des deutschen Volkes befangen sind. Diese Schleier gilt es zu zerreißen, damit die Parteien die ganze, zum Himel schreiende Not des deutschen Volkes erkennen und sich zusammenfinden zur höchsten Leistung Aller und der Erweckung eines gemeinsamen, alles überwältigenden Lebenswillens. Und erst die„Klassen“ des deutschen Volkes! * Wann werden endlich die Männer der harten Ar beit auftreten und den Führern, die jetzt, in dieser Zeit, sozialistische und kommunistische Ideen in den Vordergrund stellen, sagen, daß jetzt wahrlich keine Zeit ist, derartige Ideen zum Austrag zu bringen, jetzt, wo es um die Lebensnotwendigkeit des ganzen deutschen Volkesgeht. Alles, was dem einheitlichen Zusammenarbeiten Aller im Wege steht, muß zurückgestellt werden, alles muß sich dem Gebot der Stunde unterordnen: höchste Leistung Aller und äußerste Entwicklung des Lebenswillens und Lebenswollens. Was ist das für ein Volk, um das es sich handelt? Ohne jede Ueberhebung darf gesagt werden deutsche Gelehrte, deutsche Kaufleute, deutsche An gestellte und Arbeiter waren in der ganzen Welt anerkannt. Das Zusammenarbeiten von tüchtiger deutscher Unternehmerschaft und hochqualisizierten Arbeitern hat Maschinen und Waren hervorgeDie Denkschrift der Reichsregierung für den Reparationsausschuß soll auf diesen einen ungünstigen Eindruck gemacht haben. und Können, das besitzen wir noch, es gilt nur, daß alles wieder zu erwecken, zum einheitlichen Schaffen zusammenzubringen und in aller Herzen den festen Glauben an die Zukunft leuchten zu lassen. Neben den Klassengegensätzen und dem Streit der Parteien, die keinen Raum mehr haben sollten, angesichts der Größe der Not und der Auswirkung der Verantwortung auf Generationen hinaus, sind es Wuchertum und Schießerei, die dem Willen zur Höchstleistung Aller hindernd im Wege stehen. Wer kann vom ganzen Volk höchste Leistung und sparsamste Lebenshaltung verlangen, wenn ein Teil mühelos praßt und schhemmt? Nicht die Menge des von diesem kleinen Teil des Volkes, diesen Schmarotern am Volksganzen, verbrauchten Gutes macht es aus; sie mag nicht so groß sein im Verhältnis zum Gesamtverbrauch; aber die geistige Verbeerung derartigen Schmarotzertums ist ungeheuerlich. Höchste Leistung, sparsame Lebensweise Aller, aber auch wirklich Aller, das ist zwingende Voraussetzung zur Herjenes Zusammenarbeitens Aller und zur Höchstleistung, n seiner Lage bedarf. edes Schmarotzertums in jeder Geist die Forderung an die Regierung. zum Schutze der Republik auf der Regierungen aten zum Schutze des schlechte Beispiele verderSitten und das vorhandene Schmarotzererst von kleinen Kreisen begonnen, erstreckt seine Verästelung immer tiefer in den ganzen Volkskörper. Soll das deutsche Volk vom allzu Materiellen wieder abgelenkt und geführt werden zu jener geistigen Umstellung, die Voraussetzung jedes Zusammenarbeitens und der so nötigen Höchstleistung Aller ist, dann: Krieg dem Sshmarotzertum mit den schärfsten Mitteln, die es überhaupt gibt! Ein längers Versagen der Regierung müßte geradezu verhängnisvoll wirken. Gefesselt, geschwächt liegt der Riese, deutsches Volk, noch da. Unser aller Schicksal hängt davor ab, ihm seine alte Stärke wiederzugeben. Der Landmann und der Stadtbewohner. Unternehmer, Angestellte und Arbeiter, das Beamtentum, Aller, Aller Existenz. Aller Zukunft hängt davon ab. Unsere Kinder und unsere Al ten, sie sollen unser Gewissen schärfen und uns unsere ungeheuere Verantwortung zum Bewußtsein bringen. Alle Stände, alle Klassen und Schichten des deutschen Volkes müssen mit ihren Forderungen zurückstehen, alle müssen verzichten auf besonderen Gewinn und mit dem zufrieden sein. was gerade zur Weiterführung ihrer Geschäfte Die Verhandlungen über die Ruhrbergbergbaulöhne werden schon in dieser Woche eingeleitet. Die Reichsindexziffer für die Lebensmittelkosten stieg im Oktober auf 20066 gegen 13390 im September, die Steigerung beträgt also 65,7 Prozent. Der bayerische Landtag tritt am 8. November zur Wahl des Ministerpräsidenten zusammen. In Polen fanden am Sonntag die Parla mentswahlen statt. Die Russen verlangten in Rom Genugtuung für die Verletzung der Immunität russischer Diensträume durch Faszisten. beiführung der äußersten Anspannung derer das deutsche Volk Ausmerzung stalt, da Nicht besondere Gesetze sichern die steile Höhe, stehen, sondern ganzen Volke ben gute tum Die Vertreter Angoras überreichten in Konstantinopel eine Note, worin sie die weitere interalliierte militärische Besetzung der Stadt für unnötig und unmöglich erklären. Ihr Verlangen, die Verwaltung Konstantinopels ihnen zu überlassen, wurde abgelehnt. Der Sultan will nach Indien auswandern. Eine zweite, vom Vertreter der Angoraregierung den Alliierten überreichte Note erklärt, daß die Kriegsschiffe aller Nationalitäten um die Ermächtigung einkommen müssen, die Meerengen zu durchfahren, und daß sie die Flagge der Regierung grüßen müssen. Eine andere Note fordert die Inbetriebnahme der Eisenbahnen durch den Staat. Mit währungstechnischen Mitteln kann der Mark nicht geholsen werden, wenn nicht die wirtschaftliche Bilanz Deutschlands ins Gleichgewicht gebracht, d. h. wenn nicht der Verbrauch der Erzeugung angepaßt wird. Der Begriff„Verbrauch“ ist hier möglichst weit zu fassen; es fallen unter ihn nicht nur die Ausgaben für die eigentliche Lebenshaltung, sondern auch die Aufwendungen für Reparationszwecke, überflüssigen Beamtenapparat. unrationelle Reichsbetriebe, Leistungsrückgang in der Industrie usw. Den über die Erzeugung hinausgehenden Mehrverbrauch hat man bisher dadurch ausgeglichen, daß man die in Goldmark gesparten Kapitalien in Papiermark zurückzahlte: daß die Lebenshaltung weitester Kreise der Bevöl terung(vor allem des Mittelstandes ganz erhedlich herabgesetzt wurde; daß die in der gewerblichen Betätigung erzielten Gewinne bis aufs äußerste beschnitten wurden usw. Da weitere: Eingriffe nicht mehr möglich sind, andere Quellen aber auch nicht zur Verfügung stehen, muß jetzt mit der Anpassung des Verbrauchs an die Erzeugung endgültig ernst gemacht werden. Die auf Erfassung des Goldschatzes der Reichsbank gerichteten Forderungen sind, nichts weiter als der Ausdruck der Angst vor dem Eintreten des Augenblicks, in dem die Wahrheit gesagt werden muß, daß auch diejenigen jetzt Opfer bringen müssen, die bisher von der Expropriierung anderer gelebt haben. Wird Mut ausgebracht, dann wird sich sehr bald zeigen, daß nicht der Währungsverfall die Ursache unseres Elends ist; die Stabilisierung der Mark wird so fort dann ohne währungstechnischen Eingriff kommen, wenn Deutschlands Verbrauch und Erzeugung sich ausgleichen werden. Die Verhandlungen der Reichsregierung mit dem Wiederherstellungsausschuß werden heute fortgesetzt. Zum Protest gegen die Verordnung des Oberpräsidenten Niederschlesiens, die den Branntweinausschank von 9Uhr abends bis 8 Uhr morgens verbietet, beschlossen sämtliche Wirtevereinigungen in Breslau und der Provinz, vom 15. November ab alle Gastwirtschaften mit Einschluß der Kaffeehäuser und Hotelrestaurants zu schließen und das Personal zu entlassen. In Lübeck erlebte ein Schieber aus Sachsen eine böse Ueberraschung, als er zur Polizei gebracht werden sollte. Da gerade ein Zug der kommunistischen Jugend die Straße passierte, riß sich der Schieber los und rannte in die Demonstration hinein, um sich dort zu verbergen. Die Kommunisten verprügelten ihn aber und übergaben ihn dann wieder der Polizei. Trotz dringender Warnungen aller Sachverständigen werden die Bemühungen fortgesetzt, zur Stützung der Mark den Goldschatz der Reichsbank entweder in Anspruch zu nehmen oder ihn als Grundlage für die Ausgabe wertbeständiger Goldschatzanweisungen zu verwenden. Iin Prinzip sind die beiden Pläne identisch. Während durch die unmittelbare Inanspruchnahme des Goldschatzes die Reichsbank das Eigentum an ihm verliert, wird durch die Verpfändung die Verfügung über das Gold derartig eingeengt, daß es in der Praxis für Als die erfolgreichsten. Rudervereine in diesem Jahr hat der Deutsche Ruderverband der Reihe nach festgestellt: Germania=Köln, Kasteller Ruder=Gesellschaft, Klub für Wassersport=Köln Dresdener Ruderverein und Alamannia=Hamburg. Weiterberatung mit dem Wiederherstellungsausschuß. TU. Berlin, 7. Nov Nach unseren Erkundigungen sind die gestern abend verbreiteten Gerüchte, daß die Antwort des Wiederherstellungsausschus ses einen Verhandlungsabbruch darstelle, nicht zu treffend. Die Antwort des Wiederherstellungsausschusses gibt durchaus der Weiterberalung auch der Grundfragen der Martsestigung Raum, und es ist nicht anzunehmen, daß der Wiederberstellungsausschuß vor Ende der Woche abreist. Die Abreise am Wochenende wird dem Plan durchaus entsprechen, den der Wiederherstellungsausschuß schon bei seiner Ankunft in Aussicht genommen hat. Die Herren hatten von Anfang an das Ende dieser Woche al: Schluß zu ihrem Aufenthalt in Berlin angesehen. Die heutige Verhandlung, die sich auf Einzelfragen in Bezug auf Kohlenlieferung erstreckte, sowie die morgige Verhandlung des Wiederherstellungsausschusses über Holzlieferungen werden sachlich verlaufen, sodaß der Wiederherstellungsausschuß Donnerstag mit der Reichsregierung dann weiterverhandeln wird, um die endgültige Stellungnahme bezüglich der Festigung der Mark und der schwebenden Schuld zu vereinbaren. die deutsche Wirtschaft, das deutsche Volk und das Reich vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Das sei zwar in erster Linie eine Auf gabe der Außenpolitik, erfordere aber andererseits auch alle erdenklichen Anstrengungen im Innern, und nur das Volk, das seine eigenen Kräfte regelt und ausnutzt. habe Anspruch auf die Achtung und die Hilfe des Auslande Aus Stadt und Land. 392 Schwerte, 8. November. Erinnerungen. Der Götzendienst wird im ganzen römischen Reich verboten. Schweizerbund auf dem Rütli. Der englische Dichter John Milton gest. General von Seydlitz gestorben. gegeben. Jeder heise mit an seinem Platze, ehe er zu spät ist. Es gehr auch hier um unsere Jugend Und unsere Jugend ist unsere Zukunft! Die neuc Bilderschau Schwerte bemült sich, den Naturfilm, den Märchenfilm und den geographischen Film darzubieten, wie der Be obachter bisher feststellen konnte. In dieser Woche soll darin fortgefahren und der Jugend neben einem drolligen, interessanten naturkundlichen Film der erste geschichtliche Film, der zugleich auf anerkannt höchster künstlerischer Stufe steht dargevoten werden:„Die Jngendgeschichte des alten Fritz", ein Teil aus dem geschichtlichen Groß=Film„Friedericus Rer.“ 1907 Rapitulation von Verdun. Der franz. Dramatiker Victorien Sardou gestorben. Vor 15 Jahren wird zum ersten Male eine Photographie von Paris nach London durch den Bild=Telegraphen. System Arthur Korn, übertragen. der Achtstundentag. Gewerkschaften und Arbeitsminister. Die vier Spitzenverbände der Gewerkschaften sandten eine Vertretung zum Reichsarbeitsminister, um ihm ihre Stellungnahme zur Frage der Arbeitszeit und ihrer gesetzlichen Regelung darzulegen. Die Gewerkschaftsvertreter betonten, daß sie durch eine einseitige Behandlung der ganzen Frage auf seiten der Unternehmer zur Klarstellung ihres Standpunktes genötigt seien. Sie verwahrten sich mit allem Nachdruck gegen die Annahme, als sei die Steigerung der Produktion lediglich eine Frage der Arbeitszeit. Sie werde vielmehr bedingt durch die verschiedensten Faktoren. Insbesondere müßten die Unternehmer selbst durch die Art ihrer Wirtschaftspolitik mehr als bisher produktionsfördernd wirken. Die heutige Politik der Kartelle und Trusts verbindere tatsächlich die volle Ausnutzung der Produktivkraft und schädige die Lebenshaltung des deutschen Volkes. Die Gewerkschaften seien der Ueberzeugung, daß es zur Steigerung der Produktivität keine: Abweichens vom Grundsatz des Achtstundentages bedürse. Auf diesem Boden seien die Gewerkschaften durchaus bereit, bei gleichzeitiger Anwendung aller anderen produktionssteigernden Maßnahmen ihre Mitwirkung zu einer möglichst er giebigen Ausnutzung der Arbeitszeit zu geben und zu ihrer Anpassung an die durch Zeit und Umstände bedingten besonderen Bedürfnisse der Gesamtwirtschaft. Die Gewerkschaften wünsthen, daß die schwebende Arbeitszeitgesetzgebung dem Rechnung trage dadurch, daß sie sich grundsätzlich auf den Boden des Achtstundentages stelle, gewisse Ausnahmen für Notfälle vorsehe, aber im übrigen es den Tarifverträgen überlasse, den Besonderheiten der wirtschaftlichen Lage im Interesse des Gesamtwohls Genüge zu tun. In diesem Zusammenhang erschien den Gewerkschaften eine möglichst gleichzeitige Vorlegung und Beratung der Arbeitszeitgesetze mit dem Tarifgesetz, dem Arbeitsgerichtsgesetz und der Schlichtungsordnung notwendig. Der Reichsarbeitsminister begrüßte diese Aussprache und betonte, daß die Reichsregierung entschlossen sei, die sozialpolitischen Belange der Arbeitnehmer auf dem Gebiete der Arbeitszeit zu wahren. Ebenso ernst sei aber die Verpflichtung der Regierung, alles zu tun, um Die B Je mehr sich die wirtschaftliche Lage Deutschlands verschlechtert, desto mehr leiden darunter die Kulturgüter. An ihnen pflegt der Mensch am ehesten zu sparen, da man sie gern als„Luxus“, also entbehrlich ansicht. Es ist aber dringend notwendig, daß neben Schund und Hohlheit wahrhaft Gediegenes im Lichtspielhaus geboten wird besonders der Jugend. Es gilt, sie hinzugewöhnen, vielleicht schon umzugewöhnen, vom Häßlichen zum Schönen, vom Schlechten zum Besten. Das Elternhaus muß achthaben auf das, was auch in unserer Stadt auf diesem Gebiete geschicht. Darum tut es jetzt not, so oft und so nachhaltig wie möglich auf die ungeheure Bedeutung des wissenschaftlichen Films, vor allem für die Jugenderziehung, hinzuweisen. Unendlich viel Dinge, deren Kenntnis unserer Jugend zu vermitteln wertvoll ist, sind fast nur durch den Film darzustellen. Alle Bewegungsvorgänge in der tur, die selten oder abgelegen sind, geheime Lebensäußerungen der Tierwelt, mikroskopisch kleine Lebewesen in Bewegung, Leben und Treiben in fernen Ländern u. v. a. ist durch kein anderes Anschauungsmaterial so gut zu zeigen; weil der Film allen anderen überlegen ist durch die Bewegung. Aber der Film ist mehr noch als bloßes Anschauungsmaterial, sein Wert ist mit der Stoffvermittlung nicht erschöpft. Richtig ausgewertet ist er auch Erzieher zu Geschmack und Urteil. Und als solcher muß und wird er in der Zukunft die wichtigste Rolle spielen. Hier wird die Jugend erzogen, dichterische Kunstwerke von Unkunst zu unterscheiden, zu beurteilen, wodurch ein Kunstwerk wertvoll ist, zu lernen, die Kunst zu lieben. Der Film ist ein noch viel wichtigeres Kulturgut als das Theater, ja sogar als Lektüre. Tausende von Menschen gehen täglich ins Kino, die nie ein Theater besuchen, selten ein Buch lesen. Sie alle sind hilflos dem preisgegeben, was ihnen im Kino geboten wird, Kunst und Unkunst in bestem Gemisch. Also soll es Aufgabe der neueingerichteten Bilderschau Schwerte sein, auch dieser Frage ihr Augenmerk zuzuwenden, die Jugend zu Urteil und Geschmack auch dem Film gegenüber zu erziehen. Das beste Mittel zu dieser Erziehung ist der Lehrfilm. Das ist seine Aufgabe für die Zukunft. Darum seien alle Eltern eindringlichst darauf hingewiesen. Wenn der Lehrfilin der Jugend nicht geboten wird, sind eure Kinder später dem Kino kritiklos preis** Vor trüben Tagen. Um die Zeit, da die Herbstnebel aufsteigen und länger werdende Abende zu ruhigem Besinnen locken, wird selten der Mensch sich ganz auch ernsten Gedankens ent ziehen wollen. Wir rechnen: Nur 2 Monate nur Wochen noch sind es, die uns von einem neuen Jahre trennen, das unerforschlich als großes Fragczeichen vor uns liegt. Wir wissen, es wird. kommen und wie alles Irdische auch wieder vergehen, wir wissen aber nicht, was es uns bringen oder nehmen wird, ob wir Gesundheit und Leben in ihm behalten oder verlieren. Und doch ist gerade diese Zeit uns kostbar, wie keine. Aus kal. ten Tagen leuchtet es warm hervor, warm und sonnig glänzt es wie in fernsten Kindeszeiten: Das Weihnachtsfest. An der Schwelle zweier Jahre, zwischen Vergehen und Neugeburt, uns Deutschen ist es das liebste, das sinnigste Fest, weil es uns so recht ein häusliches, ein Familien= sest ist. Im Schauen auf diese kommende Zeit wird unser Auge wieder klar und hell, die Sonne, am winterlichen Himmel spärlicher scheinend, ist dafür in unseren Herzen aufgegangen. Liebe und Hoffnung nennen wir's, was uns durchströmt, Liebe zu den Unseren und Hoffnung, ihnen unsere Fürsorge rastlos widmen zu können. ** Unser Heizmaterial ist während der letzten zwei Monate so riesig in die Höhe hinsichtlich seines Preises gegangen, daß alle diejenigen, die nicht früher eingekauft haben oder einkaufen konnten, nur mit Angst und Schrecken an den kommenden Winter denken werden. Wie kann man nun an Heizmaterial sparen? In erster Linie dadurch, daß man seine Wohnräume nicht höher er wärmt, als dies zur Erhaltung der Gesundheit erforderlich ist. Die Erfahrung hat gelehrt, daß ein gesunder Mensch sich am wohlsten in einem Zimmer fühlt, das eine Temperatur von 15 Grad R. aufweist. Man heize daher seinen Wohnraum nie wärmer als 15 Grad in der Mitte des Raumes. Dies gilt ganz besonders auch für Kinderstuben, denn das Blut der Kinder produziert schneller und lebhafter Wärme. Aeltere und schwächliche Personen haben bis zu 18 Grad R. heizen zu lassen, nie aber mehr, wenn sie nicht darunter leiden sollen. Frösteln sie dennoch, so haben sie sich dichter zu kleiden, eine wollene Decke über Füße und Knie zu legen, oder sich zu bewegen, einen Gang ins Freie zu machen. Frösteln sie auch dann noch, so sind sie krank und gehören ins Bett. ** Spekulationen. Es ist ein merkwürdiger Zug der Menschheit, daß man möglichst ohne Arbeit und schnell reich werden möchte. Will man auch nicht gerade seinen Beruf an den Nagel hängen und fürderhin den Rentier spielen, so möchte man doch wenigstens in sehr guten Verhältnissen leben. Mancher ist schon froh, wenn er durch einen Glückfall seiner Sorge los und ledig wird. Auf alle diese mancherlei Wünsche“„spekuliert" nun der eine, indem er den andern zum„Spekulieren“ natürlich ganz anderer Art, ermuntert und verlockt. Oder doch, indem er ihm Gelegenheit dazu bietet, ohne ihn erst zu„animieren.“ So z. B. der Staal in seiner Staatslotterie. Jedes Lotteriespiel ist unmoralisch, weil man Geld gewinnen kann, ohne eine gleichwertige Gegenleistung zu bieten, weil das, was für uns ein Gewinn bedeutet, für Hunderte und Tausende einen Verlust bedeutet, der den Spieler bekanntlich zumeist selbst trifft. Die Welt jagt nun mal nach Glück und Geld. Mit dieser Art Spetulationen mags noch gehen, da die Verluste nur klein sind und sich verschmerzen lassen. Anders ist es mit großen Spekulationen an der Börse, wie zuletzt dem Devisen=Taumel, der übrigens jetzt einer Spekulation in Handels=, Industrie= und Schiffs=Unternehmungen merklich gewichen ist. Nicht nur der kleine, unkundige Mann fällt darauf hinein, sondern auch der gebildete Mann, der doch zu denken und zu urteilen gelernt hat. Die Verlockungen sind eben zu groß. Zum Glück nimmt das Gesetz die „Laien auf dem Spekulationsmarkt" kräftig in Schutz. Wer nämlich nicht in Börsenregister eingetragen ist, kann bei allen Spekulanten, falls er verliert, die Zahlung verweigern, sobald es sich um ein Geschäft handelt, das nach den an der Börse üblichen Bedingungen abgeschlossen wurde auch dann, wenn ursprünglich die wirkliche Lieferung der gekauften Waren oder Wertpapiere beabrsichtigt war, wenn also nicht bloß ausgemacht war, daß nur die Kursdifferenz gezahlt werden soll. Das sollte sich jeder merken, der zum Spekulieren verleitet wurde, namentlich von sog. Animier=Bankiers. Gewöhnlich sind aber Verluste durch Vorausbezahlungen schon entstanden. Am besten ist es also: man spekuliert überhaupt nicht. ** Die Feststellung von Kriegsschäden. Die Feststellung von Kriegsschäden regelt„ein besonderes Gesetz. Der Reichsminister des Innern hat dazu eine Verordnung zur Ausführung erlassen. Bei der Feststellung von Bauschäden ist von dem Neubauwerte des Gebäudes unter Berücksichtigung der Friedenspreise auszugehen. Dabei ist der entsprechende Abzug nach Alter und Abnutzung zu machen. Auch ist der Wert der verwendbaren Baureste nach Berücksichtigung der Abbruchkosten abzuziehen. Zugeschlagen wird der Unterschied zwischen den Preisen zur Zeit des Wiederaufbauc und den Kosten vor dem Kriege. Bei einem Wiederaufbau kann bis zur Hälfte der Mehrkosten infolge von baupolizeilichen Vorschriften oder sonstigen aus Gründen der Gesundheitspflege oder Sittlichkeit gestellten Anforderungen gewährt werden. Die Art der Schadenermittlung bestimmt die Landeszentralbehörde. Eine Ueberschreitung des Umfanges wird nicht berücksichtigt. ** Leipziger Technische Messe. Nach eingehenden Verhandlungen ist nunmehr der Vertrag über das Erbbaurecht auf dem Ausstellungsgelände der Leipziger Technischen Messe und der Baumesse von der Stadt Leipzig als Eigentümerin und der Technischen Abteilung des Meßamts G. m. b. H. als Erbbauberechtigter endgültig zustande gekommen. Damit ist dem Meßamt ein Gelände von 224970 Quadratmetern Ausstellungsfläche zu dinglichem Rechte übergeben worden und der weiteren Entwicklung der Technischen Messe größte Erweiterungsmöglichkeit geboten. Es schweben bereits Verhandlungen mit einer Anzahl großer Industrie=Konzerne und Verbände über die Errichtung neuer Ausstellungsbauten. ** Die Eisenbahnabteile für die alliierten Truppen. Die interalliierte Kommission verlangt, daß die für die Besatzungstruppen in den Zügen freizuhaltenden Abteile nicht nur als solche bezeichnet, sondern unbesetzt und gereinigt auf den Uebergangsstationen des besetzten Gebietes ankommen. Es ist daher notwendig, die betreffenden Abteile schon auf geeigneten Vor stationen des unbesetzten Gebietes zu reinigen und zu räumen. Da erfahrungsgemäß auch * Art läßt nicht von Art. #, Roman von H. Hill. 101 ### Roman von H. H (Nachdruck verboten.) Er war während der wenigen Tage, die seit seiner nächtlichen Abreise von Dom. estrichen waren, bleich und hager geworden, und mon sah es ihm unschwer an von nächtlichen Abreise von Donnersberg verstrichen waren, bleich nnd hiiger geirorbri., und man sah es ihm Ulschwer un, von einer wie starken inneren Unruhe er verzehrt wurde. Der Freiherr antwortete ihm nicht sogleich, und erst, als er die Schwelle seines Arbeitszimmers überschritten hatte, erwiderte er: „Ich bin gekommen, weil ich ein paar ernste Worte mit Ihnen zu reden habe.— Aber Sie haben wirklich hier an meinem alten Schreibtisch gearbeitet?“ unterbrach er sich, indem er auf die beschriebenen Blätter deutete, die das grüne Tuch bedeckten.„Ich glaube, es ist das erstemal, daß dies ehrwürdige Möbel etwas so Unerhörtes erlebt hat.—“ „Ob sich etwas ereignet hat, wollen Sie wissen? O ja! Etwas, das gewisse unabweisbare Folgen nach sich ziehen muß. Die Folge nämlich, daß ich im Begriff bin, auf die Polizei zu gehen und Sie als den mutmaßlichen Mörder meines Onkels verhaften zu lassen, falls Sie mir nicht heute dessere und erschöpfendere Auskünfte geben können, als Sie es bisher getan haben.“ Der Schriftsteller war in großer Bestürzung um einen Schritt zurückgewichen. Aber er faßte sich schnell, richtete sich hoch auf, und sagte voll ruhiger Würde: „Das ist wahrhaftig ein sehr überraschender Frontwechsel, Herr Baron!“ Von Reckenburg zuckte die Achseln. „Eine eigentümliche Verkettung von Geschehnissen hat ihn veranlaßt. Und Sie wissen ja: Umstände verändern die Sache. Ich kann Ihnen zu meinem Bedauern nun mal keine andere Wahl lassen, als die, entweder rückhaltlos zu sprechen, oder sich auf Ihre Einsperrung gesaßt zu machen. Da Sie über einstweilen noch mein sehr geschätzter Gast sind, ersuche ich Sie, Platz zu nehmen und sich's nach Belieben bequem zu machen, während Sie hören, was ich Ihnen zu erzählen habe.“. 24. Kapitel. Es fiel dem Baron nicht leicht, die rechten Worte zu finden. Denn er war mit sich selbst keineswegs ganz im reinen darüber, wie er sich diesem Manne gegenüber zu verhalten habe, dem er sein Geheimnis herauszulocken wünschte, und dem er aus keinem anderen Grunde, als aus diesem, auf seiner für ihn noch immer völlig rätselhaften Flucht aus freien Stücken ein sicheres Obdach in seinem eigenen Hause geboten hatte. Denn er war keineswegs ein so schlechter und unzuverlässiger Aufpasser gewesen, wie der Gendarmeriewachtmeister es hatte glauben müssen. Nicht für einen einzigen Moment hatte er in seiner Wachsamkeit nachgelassen, und der Beobachtete hatte es ihm nicht einmal schwer gemacht, ihn im Auge zu behalten. Die Wände im Gasthof zum„Goldenen Löwen“ waren ziemlich dünn, und Doktor Odemar hatte beim Einpacken seiner Effekten nicht die Vorsicht gewahrt, die ihm durch die Umstände eigentlich hätte aufgenötigt werden sollen. Außerdem hatte er sich bei dem letzten Diner, das er in Gesellschaft des Freiherrn eingenommen, ein paar Worte entschlüpfen lassen, die darauf hindeuteten, daß er mit einer baldigen Veränderung seines Aufenthalts rechne. Und die Folge war gewesen, daß von Reckenburg in der fraglichen Nacht gar nicht aus den Kleidern gekommen war, sondern in einem Lehnstuhl der Dinge gewartet hatte, die möglicherweise kommen würden. Als er nach Mitternacht, zu einer Zeit, wo alles im Hause nach ländlichem Brauch bereits im tiefsten Schlaf lag, ein verdächtiges Geräusch auf der Treppe gehört hatte, war er leise hinausgeschlichen und hatte sich mit der Gewandtheit und Behutsamkeit eines erfahrenen Berufsdetektivs an die Fersen des Flüchtlings geheftet, in dem er auf den ersten Blick den jungen Schriftsteller erkannt hatte. Ohne daß der andere etwas von der Verfolgung ahnte, hatte er seine Spur bis zur Eisenbahnstation festgehalten und war im allerletzten Augenblick, als die Räder des Zuges sich bereits in Bewegung zu setzen begannen, zu ihm ins Abteil gesprungen. Doktor Odemars Ueberraschung bei seinem Anblick war natürlich eine gewaltige gewesen, und der Freiherr hatte nicht den geringsten Versuch gemacht, ihn über den wahren Charakter dieses unvermuteten Wiedersehens zu täuschen. enen hatte er ihm ins Gesicht gesagt, daß nach seiner UeberOffen hatte er ihm ins Gesicht gesagt, daß.„. zeugung irgendein Zusammenhang bestehen musse zwischen seiner Person und eim u—, 16120— u„ verübten und dem auf Schloß Donnersberg Verbrechen. Und nicht nur nach seiner eigenen ueberzeugung, sondern auch nach der Ansicht der Kriminalpolizei, die ihn infolgedessen Tag und Nacht habe überwachen lassen, um sich über seine Beziehungen wie über sein ganzes Tun und. Lassen Klarheit zu verschaffen. Doktor Odemar hatte ihn angehört, um dann mit Bitterkeit und einem kleinen Unterklang von Mißachtung zu sagen: „Und nun haben Sie mit meisterhafter Geschicklichkeit den Handlanger der Kriminalpolizei gemacht, um den verdächtigen Flüchtling den Händen der sogenannten irdischen Gerechtigkeit zu überliefern— nicht wahr?“ Der Ton der Frage wäre wohl danach angetan gewesen, den Freiherrn empfindlich zu verletzen, aber es war ihm trotzdem nicht eingefallen, den Beleidigten zu spielen. „Im Gegenteil,“ hatte er sehr ruhig erwidert,„ich have von dem Augenblick an, wo ich sicher war, daß Sie sich mit Fluchtgedanken trügen, alles getan, was in meinen Kräften stand, um Ihnen ein Entkommen aus dem Gasthofe zu ermöglichen. Sie würden zwanzig Schritte vor dem Hause angehalten worden sein, wenn ich nicht den guten Wachtmeister Roth, der dort allnächtlich auf der Lauer stand, veranlaßt hätte, sich heute ins Bett zu legen. Aber wir wollen uns nicht mißverstehen. Ich habe es nicht aus bloßer Freundschaft für Sie getan, sondern weil es durchaus nicht in meinen Plan gepaßt hätte, wenn Sie gerade jetzt festgenommen worden wären. Ich glaube nämlich bis jetzt nicht, daß selbst der Mörder meines Oheims gewesen sind, und ich fürchte, die Aufspürung dieses Mörders wurde durch Ihre Verhaftung nur unnötig erschwert werden. Noch viel weniger aber wünsche ich, Sie aus dem Gesicht zu verlieren; denn nichts wird meine Ueberzeugung erschüttern, daß Sie wichtige Auskünfte geben könnten, wenn Sie es nur wollten.“— (Fortsetzung folgt.) eine nur kurze W Zugbegleitbeamten gedrobten überaus strafen betroffen zu bei verschiedenen des unbesetzt meinen Venutz Bei den durchgeben B. die Räumung so die geringen Aufe genden Mülheimer reichen. Reisende, Strafen, indem ih men der Abteile w ** Eg ist errei Gold für das Reich erfolgt in der Wo zum Preise von 20 10 000 M für ein Goldmünzen werde ** Dünnbier. mund teilt uns mit Behauptungen in d die von der Kund von vollproze werden, zu erfüller vor dem Biergenn ** Das Werfer teuer zu stehen ko scheibe in Trümme 1500 A zu berapt mag den Eltern Schutzbefohlenen die Unsitte des S üble Folgen haber ** Neue Bedir handel. Vom Rei das ganze Reichsg für die Zulassung herausgegeben u rechtigten Beschwe geben. Danach handlungen wahl des Lesesto bildnerische nung zu tragen; und Druckschrifte Sitte verstoßen, den. Wird in der Volksbildung dingungen wirkl möglich sein, die mählich zu behebwieder die„Stellu Bedeutung für d der Gegenwart Bücher und S kaufen. * Jubiläum. rich, Heinrich u Ergste und Schu 30= und 35jährig bahnverwaltung Ereignis verdien derer Beachtung gleich seine silbe ** Dreimarkreits über 10 2 bracht worden behalten; die W bekommen. ** Neues vo werte werden er durch die Gebü garnicht mehrc So hat die Re marken zu 5# dem Entwurf v hergestellt. Die 15. an garnicht brauchen.— D und Nachnahm langsam wieder anweisungen al Deutschland so auf eingeschr Wertbriefen um nach Schweden. weisungen, P dem Auslang 1 Ausnahmen al nahmen auf aus Deatschlai 30000 M erhö ** Unfugf Deutschland Schreiben folg lischer und de und sende es wünschend. 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H. zustände geGelände von igsfläche zu und der weiMesse größte Es schweben Inzahl großer über die Erdie alliierten ssion verlangt, in den Zügen als solche begereinigt esetzten Gebieendig, die beigneten Vor bietes zu reinigsgemäß auch lick war rr hatte wahren läuschen. r Ueberzwischen verübten zeugung, die ihn sen, um un und it Bitter= n sagen: hkeit den dächtigen #echtigkeit gewesen, hm trotz„ich habe e sich mit 1 Kräften sthofe zu em Hause n Wachtand, verir wollen r Freundin meinen enommen daß Sie ich fürchte, erhaftung iger aber inn nichts tige Auseine nur turze Wiederbesetzung der Abteile die Zugbegleitbeamten in Gefahr bringt, von den angedrohten überaus hohen Geld= und Freiheitsstrafen betroffen zu werden, so müssen die Abteile bei verschiedenen Zügen bereits innerhalb des unbesetzten Gebietes der allge meinen Venutzung entzogen werde Bei den durchgehenden Zügen über Essen muß z. B. die Räumung schon in Essen Hbf. erfolgen, da die geringen Aufenthaltszeiten auf den nachsol genden Mülheimer Bahnhöfen hierzu nicht au reichen. Reisende, schützt das Zugpersonal vor Strafen, indem ihr der Aufforderung zum Ränmen der Abteile willig Folge leistet! ** Es ist erreicht. 1000:1. Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und Post erfolgt in der Woche vom 6. bis 13. November zum Preise von 20·000 0 für ein 20=A=Stück und 10 000 M für ein 10=M=Stück. Für ausländische Goldmünzen werden entsprechende Preise gezahlt. ** Dünubier. Die Stiftsbrauerei Hörde=Dort mund teilt uns mit, daß sie entgegen allen anderen Behauptungen in der Lage ist, sämtliche Ansprüche, die von der Kundschaft hinsichtlich der Lieferung von vollprozentigem Bier gestellt werden, zu erfüllen. So braucht sich also niemand vor dem Biergenuß graulen machen zu lassen. ** Das Werfen mit Steinen kann heute recht teuer zu stehen kommen. Wenn nut eine Fensterscheibe in Trümmer geht, so sind 1000 K bis 1500 A zu berappen. Ein solcher Fall in Hamm mag den Eltern Veranlassung geben, ihren Schutzbefohlenen nachdrücklichst einzuschärfen, daß die Unsitte des Segelns mit den Steinen gar üble Folgen haben kann. ** Neue Bedingungen für den Bahnhofsbuch handel. Vom Reichsverkehrsministerium sind für das ganze Reichsgebiet glütige neue Bedingungen für die Zulassung der Bahnhofsbuchhandlungen herausgegeben worden, die den vielfachen berechtigten Beschwerden auf diesem Geviet Folge geben. Danach sind die Bahnhofsbuchhandlungen verpflichtet, bei der Auswahl des Lesestoffs kulturellen und volksbildnerischen Gesichtspunkten Rechnung zu tragen; Schund= und Schmutzliteratur und Druckschriften, die gegen Anstand und gute Sitte verstoßen, dürfen nicht verkauft werI den. Wird in der Praxis unter Heranziehung der Volksbildungsorganisation mit diesen Bedingungen wirklich Ernst gemacht, so wird möglich sein, die viel beklagten Mißstände allmählich zu beheben und dem Bahnhofsbuchhandel wieder die Stellung zu geben, die ihm nach seiner Bedeutung für das geistige und kulturelle Leben der Gegenwart gebührt. Jeder helfe mit, gute Bücher und Schriften zu verbreiten und zu kaufen.„ ** Jubiläum. Die 4 Bruder Adolf, Tietrich, Heinrich und Hermann Tillmann aus Ergste und Schwerte konnten auf eine 25= bezw. 30= und 35jährige Tätigkeit bei der hiesigen Eisenbahnverwaltung zurückblicken. Das gewiß seltene Ereignis verdient gerade in heutiger Zeit besonderer Beachtung. Heinrich Tillmann feierte zu gleich seine silberne Hochzeit. ** Dreimark=Stück aus Aluminium sind bereits über 10 Millionen in den„Verkehr“ gestellt sich nämlich so: Bisher ist das Schreiben bereits durch 55 Hände gegangen. Von jeder Hand wären also 9 Schreiben losgelassen gewesen. Das ergäbe eine Summe von Schreiben, gleich 9 in der 54. Potenz also 330141.... Schreiben, eine 52 stellige Zahl, die genaue Summe zu berechnen, reicht leider lein Menschenteben aus) rund 3304,1 Lktillionen Briefe. Man berechne nun das Porto, sodann die Höhe des hierzu erforderlichen Papier stoßes an Briesen und Umschlägen(der Chim vorasso erscheint dagegen als Mantwurfshügel, ferner die Arbeit#wogegen selbst unsere wahn sinnigen Stiavenleistungen an den Feindbund ein Kinderspiel wären) und berechne nun für das Ganze die Anzahl von Sonndurchmessern der Goldtugel, die dieser Spaß bisher gekostet hätte, wenn jeder glückliche Empfänger dieses Schrei bens nach Wunsch des Herrn Ameritaners ver fahren hätte. Da die Vereinigten Staaten unse rem Feindbund angehören, der gegenüber Deutsch land stets Forderungen in astronomischen Zahlen zu stellen gewohnt ist, so darf auch dieses Un terfangen nicht wweiter wundernehmen. Immer hin aber scheint es nach Maßgabe der tatsächlichen Vorkommnisse, daß die Zahl der hier mit spielenden Dummen in Deutschland recht groß ist und daß sich an diesem Riesenunfug der Ket tenschreiberei allzu viele beteiligen, die heute Zeit und Geld viel besser verwenden könnten, als zu solch spleeniger Albernheit. Das möge doch zum Ausdruck gebracht werden und zur Warnung dienen. * Westhofen, 8. Nov. Am Montag den 6. Nov. 1922 feierten die Eheleute Carl Buse und Frau Lina geb. Weihberg Westhofen, Hochstr. 20, das Fest der silbernen Hochzeit. Als treue Leser unserer Zeitung grüßen wir das Jubelpaar noch nachträglich und schließen uns den zahlreich eingegangenen Glückwünschen bestens an. Silber schmückt jetzt Eueren Herd, Euer Haupt der Ehrenkranz. Wandert freudig, heilbescheert, Segensvoll zum Goldesglanz. den Provinzen. bracht worden— aber sie werden überall zurück. behalten; die Wenigsten haben sie jemals zu sehen bekommen. ** Neues von der Post. Neue Briefmarken werte werden erst in der Regel fertig, wenn sie durch die Gebührenerhöhung überholt sind, und garnicht mehr oder nur wenig gebraucht werden. So hat die Reichsdruckerei jetzt einfarbige Freimarken zu 5 c orange und zu 8 Molivgrün nach dem Entwurf von Szesztokat mit dem Posthorn hergestellt. Die Marken zu 5 A wird man vom 15. an garnicht mehr, die zu 8 c nur weng gebrauchen.— Der Postanweisungs=, Postauftragsund Nachnahmedienst mit dem Ausland kommt langsam wieder auf. Wiederzugelassen sind Postanweisungen aus Schweden und Spanien nach Deutschland sowie Postaufträge und Nachnahme auf eingeschriebenen Briefsendungen, ferner Wertbriefen und Wertkästchen aus Deutschland nach Schweden.— Der Meistbetrag der Postanweisungen, Postauftrage und Nachnahmen aus dem Auslang nach Deutschland sowie mit einigen Ausnahmen auch der Meistbetrag der Nachnahmen auf Postpaketen und Postfrachtstücken aus Deatschland" nach dem Ausland ist auf 30000 M erhöht worden. ** Unfug für Dumme. Augenblicklich kreist in Deutschland in unzähligen Exemplaren ein Schreiben folgenden Inhaltes, abgefaßt in englischer und deutscher Sprache:„Schreibe dies ab und sende es an neun Personen, ihnen Glück wünschend. Das Schreiben ist von einem ameri kanischen Offizier in Lauf gesetzt und soll dreimal durch die Welt gehen. Unterbreche nicht die Kette des Umlaufes, denn wer es tut, wird großes schweres Unglück erfahren. Schreibe dies inner halb 24 Stunden ab, darnach berechne 9 Tage und Dir wird ein großes Glück kommen. Laßt uns alle froh durch das Jahr 1922 gehen.“ Rein theoretisch muß eigentlich jeder Mensch in Deutschland dieses Schreiben in vielen Millionen Auflagen erleben, vorausgesetzt, daß dem Wunsche des amerikanischen Offiziers— sei es aus Furcht vor dem andernfalls zu erwartenden„schweren Unglück“ oder in der Hoffnung des am neunten Tage nach Erledigung des Auftrages zu erwartenden „großen Glücks“— entsprochen wird. Die Sache Hagen, 6. Nov. 36. Millionen A für den Weiterbau des Gymnasiums. Nach einer beim Provinzialschulkollegium in Münster und Berlin eingegangenen Mitteilung sind für den Weiterbau des staatlichen DürerGymnasiums weitere 33 Millionen A bereitgestellt worden. Kamen, 6. Nov. Der Bürgermeister Dr. Wiesner wurde als Polizei=Präsident nach Erfurt berufen. Ob Herr Bürgermeister Dr. Wiesner der Berufung folgt und die Wahl annimmt, hängt von den Verhandlungen und Erkundungen ab, die der Gewählte heute im Staatsministerium in Berlin führt. Möhnetalsperre, 6. Nov. Angler aus Neheim zogen vorgestern nachmittag an der Sperrmauer die Leiche eines jungen Mädchens aus dem Wasser. Ueber die Personalien konnte nichts festgestellt werden. Die Unglückliche trug Holzschuhe, scheint also wohl in einem der umliegenden Dörfer beheimate zu sein. Velmede, 6. Nov. In Arnstadt bei Jena wurde am Sonntag der Student Karl Strauß von hier in einem Restaurant von dem Kaufmann Pom mern erschossen. Strauß hatte in Gesellschaft seiner Freunde vaterländische Lieder gesungen. Pommern soll sich das Absingen solcher Lieder verbeter haben. In dem darauf folgenden Wort wechsel schaß Pommern den Strauß nieder. Strauß ist in diesem Jahre der zweite Student, der in Arnstadt im Verlaufe eines politischen Streits getötct wurde. Paderborn, 6. Nov. In die Heimat zurück. Der Ehrenbürger der Stadt Paderborn, Wirkl. Echeimrat Exz. Dr. Kirchhoff, ist nach 40jähriger Tätigkeit im Eisenbahnministerium zu Berlin in seine Vaterstadt zurückgekehrt, in der der 77jährige seinen Lebensabend verbringen will. Horn, 6. Nov. Ein Irrtum. Eine Schauspielerin, die bei den Filmaufnahmen zur Her mannsschlacht mitgewirkt hatte, stürzte sich nachts in der Meinung, ein betrunkener Hotelgast, der sich an ihrer Tür zu schaffen machte, sei ein Ein brecher, aus dem Fenster. Zum Glück kam sie mit teichten Verletzungen davon. Bielefeld, 6. Nov. Im Dammerzustange. Eine junge Dame aus Düsseldorf, die einen hiesigen Arzt konsultierte, fiel diesem durch ihr eigenartiges Verhalten auf. Es stellte sich heraus, daß die junge Dame im Dämmerzustande das Elternhaus verlassen hatte und nun planlos um herirrte. Nach Feststellung ihrer Personalien sorgte man für ihre Rückbeförderung. Bei seinen Raubüberfällen und schweren Ein brüchen hatte er immer eine mehrköpfige Bande zur Seite so, auch bei seiner letzten Straftat in Berlin, wo er am 30. Juni v. J. mit sechs Mann aus dem Bahnhof Warschauer Straße den Eisenbahnbeamten Walter Dittmann und den Voten Otto Friedrich überfiel, ihnen 118000 M Lohn gelder raubte und dann mit einem bereitstehenden Automobil davon fuhr. In der letzten Zeit tauchte er plötzlich in der Gegend des Zentralviehhofs auf, wo er in einem Lokal in der Rigaer Straße den Bankhalter machte und unter den Fleischergesellen vom Viehhof regen Zuspruch hatte. In der Nacht zum Sonntag schritt die Kriminalpoli zei zu seiner Festnahme. Als wenige Minuten vor 1 Uhr mehrere Beamten in der grünen Uniform das Lotal betraten, wollte Opitz das Lokal durch einen Hinterausgang verlassen, vor dem mehrere Kriminalbeamte warteten. Sofort zog er aus bei den Seitentaschen bereitgehaltene entsicherte Pi stolen, um mit beiden Händen zu schießen. Aber auch die Beamten hatte die Waffen schußfertig in der Hand, und noch ebe Opitz losdrücken konnte, brach er von mehreren Kugeln getroffen zu Boden. Es besteht der dringende Verdacht, daß Opitz auch der Anführer der Automobilräuderbande gewesen ist, die das Postamt zu Hegermühle ausplünderte. Ein Schildbürgerstreich. Unter dieser Spitzmarke schreibt die„Deutsche Allgem. Ztg. Die englische Kohle bei der Reichsbahn. Die Reichseisenbahn hat bekanntlich englische Kohlen in großen Mengen gekauft, um die Auf rechterhaltung des Betriebes sicherzustellen. Mit diesem Geschäft hat man einen Beamten betraut, der nur leider von Kohle und Feuerungstechnik absolut nichts verstcht. Aehnliches soll schon öfters vorgekommen sein, und wenn wir uns recht erinnern, hat der Reichstag deshalb eine Entschließung gefaßt, die die Ministerien verpflichtet, bei Entschlußsassung in technischen Dingen Technikern die Entscheidung zu überlassen. Doch dem haben offenbar irgendwelcde Bedenken entgegengestanden. Jedenfalls hat die„zuständige". Stelle in größtem Umsang beste englische— Gaskohle gekauft, d. b. eine Kohle, die zwar für Gasanstalten außerordentlich erwünscht ist, aber für Lokomotiven wie die Faust auf's Auge paßt. Denn Lokomotiven sind keine Retorten; sie jagen wohl oder übel die außerordentlich wertvollen vergasenden Teile der Kohle in Form von dickem schwarzem Qualm zum Schornstein heraus. Folge: Jetzt werden Ingenicure im Reich her. umgeschickt, um den Lokomotivführern Unterricht zu geben, wie sie mit diesem höchst teuren Brennmaterial, das es kaum möglich macht, den richtigen Dampfdruck zu halten, einigermaßen zurechtkommen.(Auf den Gedanken, die Gaskohlen Tonne für Tonne gegen deutsche Flammkohle bei den Gasanstalten einzutauschen, ist man, wohl noch nicht gekommen? Wir sehen einer„Aufklärung“ mit Spannung entgegen. Tehie Lrahtmtienug1.n übernommen. Die Minister des Sultans haben ab gedankt, da man ihnen mit einem Hochverratsprozeß drohte. Der neue kemalistische Gouverneur erklärte, daß die Türken die Besetzung der Alliier ten zwar anerkennen, sie aber für unnötig und unmöglich hielten, da die Verwaltung Konstantinopels nunmehr von der Regierung von Angora durchgeführt werde. In Konstantinopel hat ein bewaffneter Zusam menstoß zwischen britischen Militärtruppen und kürtischen Demonstranten stattgesunden. Die Türken haben leichte Verluste dabei erlitten. In der Nacht sollen türkische Banden in das europäische Viertel von Pera eingedrungen sein, die gegen die Fremden demonstrierten. Die Lage in Konstantinopel erscheint ernst. Paris, 8. November. Der Korrespondent der „Daily Mail“ in Kalkutta meldet, bei den 70 Millionen Mohamedanern in Indien herrsche große Entrüstung wegen des Beschlusses der türkischen Nationalversammlung, das Sultanat abzuschaffen und den Kalisen künftighin zu ernennen. Die indischen Muhamedaner bestreiten den Angoratrüten dieses Recht. Dazu sollten die hervorragendsten Muhamedaner aus allen Ländern berufen werden. Diktatur in Konstantinopel. TU. Paris, 8. Nov. Der jetzige kemalistische Gouverneur von Konstantinopel hat den alliierten Kommissionen eine neue Note seiner Regierung überreicht, in der diese erklärt, daß die Kriegsschiffe aller Nationen ohne ihre Erlaubnis die Dardanellen nicht durchfahren dürften. Alle Schiffe wären verpflichtet, der neuen türkischen Regierung den internationalen Flaggengruß zu entbieten. Eine weitere Note fordert die Uebernahme der Eisenbahnen auf die nationale Regierung. Ergebnislose Tarifberhandlungen der Deutschen Buchdrucker. Nachdem die Verhandlungen im Tarisausschuß der deutschen Buchdrucker gestern ergebnislos per laufen waren, trat heute ein vom Reichsarbeitsminister eingesetzter Schlichtungsausschuß zusam men. Nach dem Schiedsspruch sollen die Löhne im Buchdruckgewerbe für die Zeit vom 5. bis 18. November um 55 v. H., für die Zeit vom 19. November bis zum 1. Dezember um 70 v. H. gegenüber den Oktoberlöhnen erhöht werden. Dieser Schieds spruch, der im Spitzenlohn eine Erhöhung um 2648,25 M bezw. um 3370,50 c bedeutet, wurde von den Arbeitgebervertretern nach eingebender Bera tung einstimmig abgelehnt, weil sämtliche aus dem ganzen Reich anwesenden Tarifkreisvertreter bei der gegenwärtigen katastrophalen wirtschaftlichen Lage des deutschen Buchdruck= und Zeitungsgewerbes eine derartige Mehrbelastung des Gewerbes nicht verantworten konnten. Die neuen Teuerungszuschläge genehmigt. Berlin, 8. Nov. Der Ueberwachungsausshuß des Reichstages genehmigte einstimmig die von der Regierung vorgesehenen Erhöhungen der Beamtenbezüge. Danach wird vom 1. November ab zu dem Grundgehalt, den Diäten, dem Ortszuschlag und den Kinderzuschlägen ein Teuerungszuschlag von 49 v. H. so schnell wie möglich ausgezahlt. Hinzu kommt ein Frauenzuschlag von modas Ende eines Schwerverbrechers. Berlin, 8. Nov. Willy Opitz, der zuletzt vor drei Monaten durch seine aufsehenerregende Flucht aus dem Gefängnis in Tegel von sich reden machte, ist gestern im Kampfe mit Kriminalbe amten durch mehrere Schüsse schwer verletzt wor den, daß er diesen erlegen ist. Opitz hatte nicht weniger als vier(Manschenleben auf dem Gewissen. Wenn er bei seinen vielen Straftaten irgendwo erkannt und festgenommen werden sollte, so griff er ohne weiteres zur Pistole und schoß alles nieder, was ihm in den Weg kam. Nicht weniger als viermal ist er ausgebrochen. London, 8. November. Am Sonnabend war der letzte Termin für die Nominierung der Parlamentskandidaten. Es sind im ganzen 3395 Kandidaten aufgestellt, darunter 466 Konservative, 414 Arbeiter, 325 Unabhängige Liberale und 190 Na tionalliverale. Bei 66 Kandidaten ist kein Gegenkandidat aufgestellt worden, so daß sie damit schon als gewählt gelten. Davon sind 42 Konservative, 5 Liberale und 5 Nationalliberale, 4 Arbeiterparteiler und 10 irische Unionisten. Unter den Gewählten befindet sich Lloyd George. Lloyd George hielt am Sonnabend in London eine Rede, in der er auf die Gefahren der Reaktion hinwies, die durch eine rein konservative Regierung eintreten würde. Im Wörterbuch ständen die Worte Reaktion und Revolution nicht weit voneinander und zuerst komme Reaktion. Bonar Laws Absicht, stillzusitzen und eine negative Haltung einzunehmen, kritisierte er sehr scharf. Auf einer Secreise hänge die Ruhe nicht vom Schiff, sondern von der Sec ab. Lloyd George erklärte weiter, indem er die Bemerkung Bonar Lams über ihn aufgriff, daß er im Kriege die Rolle des Tam bours gespielt: und geholfen habe, den Kampfgeist der Nation aufrecht zu erhalten, er schäme sich dieser Rolle nicht. Wenn Deutschland 1918 den Tambour gehabt hätte, der durch seinen Wirbel die erschöpften Herzen Deutschlands wieder belebt hätte und ihnen im Kampf neuen Geist hätte einflößen können, dann wäre es Deutschland anders ergangen. Deutschland habe viele Kämpfer, aber keinen Tambour besessen. Neue Verwicklungen in Konstantinopel. Die Verhältnisse in Konstantinopel haben sich durch die Absetzung des Sultans durchaus nicht geklärt, im Gegenteil, es sind durch den Schritt der Angoraregierung die ernstesten Verwicklungen zu erwarten. Der Sultan selbst weigert sich, abzu danken und er legte dabei eine große Entschlossenheit an den Tag, woraus man schließt, daß er von England bestimmte Zusicherungen erhalten hat. Man hält es für möglich, daß er Konstantinopel verlassen wird, um sich nach Indien zu begeben. Die Regierungsgewalt kat vorlaufig Rifet Pascha natlich 1000 Jl. Besprechungen mit den Berlin, 8. Novemver. In der Reichskanzlei hat heute im Laufe des Tages eine Besprechung des Reichskanzlers mit den Führern der Parteien stettgesunden. Vertreten waren die Koalitions. parteien, die Deutsche und die bayerische Volkspartei. In einer Sonderbesprechung hat auch der Reichskanzler die Führer der Deutschnationalen Volkspartei über den Verlauf der Verhandlungen unterrichtet. Die Besprechungen trugen nur in formatorischen Charakter. Eine Stellungnahme vonseiten der Parteien ist nicht erfolgt. Die Christlichen Gewerkschaften und der 9. Rodember. TU. Berlin, 8. Nov. Im Gegensatz zu den Freien und Sozialistische Gewerkschaften wenden sich die Christlichen Gewerkschaften wie im Vorjahre auch diesmal dargegen, daß der 9. November als Feiertag begangen wird. In einem Aufruf an das Ortskartell der Christlichen Gewerkschaften heißt es: Für die Arbeiter der Christlichen Gewerkschaften ist der 9. November kein Feiertag. Entgegen der Auffassung der Freien Gewerkschaften sind wir der Ansicht, daß es für ernstdenkende Arbeiter wichtigeres zu tun gibt, als Feiertage zu suchen, zumal sie diese wirtschaftlich außerordent lich ernste Zeit zur Ansrannung aller Kräfte mahnt. Für alle christlich=nationalen Arbeiter gilt es darum, den 9. November nicht als Feiertag, sondern als. Arbeitetgg anzusehen. Auch Löttwpitz in Mänchen. T: U. München, 6. Nov. Die„Münchener Post“ meldet heute, daß nicht nur Kapitän Ehrhard, sondern auch General Lüttwitz sich in München aufhält. Das Blatt bringt seine Anwesenheit im Zusammenhang mit rechtsputschistischen Plänen. Großfener. TU. Haarburg, 8. Nov. Durch ein Großjener wurde gestern die große Nudelfabrik von Hajiedt in Buxtehude eingeäschert. Viel Material und Mehlvorräte in den Trockenräumen wurde vernichtet Der Schaden beträgt mehrere Millionen K. Ursache wird Kurzschluß angenommen. Der Invalide Auguft Bremer zu Kirchhörde ist anstelle des zurückgetreienen Trichinenschauer Karl Klußmann durch die Ortspolizeibehörde mit einer Genehmigung als Trichinenschauer für den Schaubezirk V und VI der Gemeinde Kirchhörde bestellt worden. Hörde, den 2. Nov. 1922. 5348 Der Landrat. Lichtspiele „Zur Reichskrone“ Ab Freitag: Der Film, von dem man spricht Prima Statt besonderer Anzeige! Gestern Abend entschlief nach langem, schwerem Leiden, sanft und gottergeben unser lieber Bruder. Schwager und Onkel Postassistent a. . e i e p n t e n: srehr zur Benuhung. Wandhofen Nr. 11. Samstag abend wurde von einer hiesigen Frau in der Hagenerstraße eine alte Brieftasche, abermit wertvollem Inhalt verloren. „Dem ehrlichen Finder wird bei Rückgabe O Das schonste und Preiswerteste Frein(gales Euck Herr Irlkorcchschin.. hohe Belohnungs Hovellen in Gelb zugesichert. Näheres in d. [Geschst. d. Ztg. 5337 gent. Tillmann im Alter von 62 Jahren. Die trauernden=Hinterbliebenen. Schwerle, den 7. November 1922. Die Beerdigung findet statt am Freitag, dem 10. November, nachmittags um 2 Uhr vom Marienhospital aus. Aüperenl Nur moderne Neuheiten Farben Gele Lacke In la. Qualität e I Statt Karten! Für die uns erwiesene Aufmerksamkeit anläßlich unserer silbernen Hochzeit sprechen wir Allen hiermit unsern herzlichsten Dank aus Heinrich Tillmann und Frau Wilhelmine geb. Selve. Schwerte, im November 1922 (Kürsleißige Drauen!: Chiesa, Bubengeschichten 6 Hände in schönem Geschenk###arton 1300.— Mark Reizende Erzählungen aus der = Jugenözeit eines Schweizers 200.— Mark Merimée, Novellen de bigng, IiRovellen Eine Anzahl der besten z. T. unveröffentlichten Novellen Merimées, z. ersten Mal in deutscher Uebertragung 400.—mr. Soldatengeschichten aus d. Zeit : N a p o l e o n s I, d i e a u c h j e d e s a l t e deutschefHeldenherz begeistern werden 400.— Mark Buchhandlung Carl Braus, Schwerte Technikum Lemgo Das große Lehrbuch der Wäsche. Die beste Anleitg. z. Herstellg. d. Wäsche, 1000 Abb. und 265 Schnitte. Das Buch der Hausschnel(Lippe) Höhere technische Lehranstal! Staatskommissar. derel. wertvoll für Lernende, Cehrende und im Schneidern jeufette Geübte. 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Franken der durch den ungeheuren Sturz der deutschen Mark verursacht wurde, die belgischen Geschäftsleute veranlaßt, in den letzten Tagen große Angstankäufe in Dollar vorzunehmen. C19 M Auslands-Wechselkurse der Berliner Börse (Devisenkurse) Originalkannen Originalfässer od. im Anbruch f. Malermstr. u. Private Wilh.Heppe Chemikaliengroßhandlung Telefon 465 Friedrichstr. und Ostenstr. Man zahlte deutsche Mark: fü: am 7, 11. 1 belgische Franken 1 dänische Kronen.. 1286,77 1 englisches Pfund..28428.75 1 französische Franken 438.90 1 holländische Gulden 2493,75 21 italienische Lire... 269,32 21 polnische Mark.....— I 1 schwedische Kronen. 1715,70 I 1 schweizerischeFranken 1185,03 (11 tschechische Kronen. 206,48 am 8. 11. 508,72 1655,85 37406,20 558.60 3291,75 B 349,13 1%— (2204,47 (1551,11 à 274.31 Ein Dollar 6403,93 8428.87 Scprir 654 Aus dem Kinderzeitung daltungs-u.2 Sport und Kunst u. 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