Regelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatdlätter. u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung: Unser Blatt. n Unterhaltungs- u. Nomanbeilage. u Spiel, Sport und Curnen. n Ledensbild. Kunst u. Wissen.n Gartenratschläge. Verbunden mit: Schwerter Cageblatt und Schwerter Vollkszeitung Schwerter Volksblatt Weschofener Zettung Avierbechker Zeitung Langscheder Zeitung Amtliches Kreisblett für den Kreis Hörde. holzwickeder Zeitung Erftes und ältestes Cagesorgan des Kreiles.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwerter Jeitung“ erscheint verktäglich. n Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus. Schwerteruhr. Cel.62. Postscheck. Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Richterz e. iu Schwerte. Nr. 254 Samstag, 28. Oktober 1922 55. Jahrgang Zum Geleit. Nimm die Stunden wohl in acht! Wirke Gutes; denn die Nacht, Da man nicht mehr wirken kann, Kommt und rückt oft schnell heran. . Sttst politische Nachrichten. Die Besprechungen des Kanzlers mit den Parteiführern kamen zu einem positiven Ergebnisse; es wurden zwei Kommissionen gebildet, eine für Abänderung der Ausführungsbestimmungen der Devisenordnung, eine andere für allgemeine wirtschaftliche und politische Probleme. In der ersteren kam man schon zu einer Einigung; in der zweiten steht eine solche in Aussicht. Verkamgf Fraurrrichs gegenoit benischeondustrir. Spitzenorganisationen der Staatsarbeiter leiteten eine rungsaktion ein. Beamten und neue TeueReuter meldet aus Konstantinopel, der nationalistische Vertreter Hamid Bey habe den Banken mitgeteilt, daß die Zahlungen, die auf Rechnung der Konstantinopeler Regierung gemacht sind, von der Angora=Regierung nicht anerkannt würden. * Die französischen Truppen find in Adrianopel eingetroffen, die Engländer haben Muradli und Gallipoli besetzt. 1190 Carnegie, den Rockefeller, Haryman, VanEine Deutsche Kredit=Sicherungs] de-bilt und Gould in Amerika. Darüber hinaus de bröedhr en Uhrte. Die auf Vernichtung der deutschen Industrie abzielenden Absichten Frankreichs ergeben sich deutlich aus einem Geheimbericht, den der französische Abgeordnete de Dariac nach einer Reise in das Rheinland erstattet hat. Es heißt darin unter anderem: „Die Schwerindustrie der Ruhr, die ganz in den Händen einiger Persönlichkeiten konzentriert ist, ist also berufen, eine entscheidende Rolle in den Ereignissen zu spielen, die sich in Zukunft in Deutschland entwickeln werden. Auf diesem Gebiete kommt den Stinnes, Thyssen, den Krupp, Haniel, Klöckner, den Funke, Mannesmann und drei oder vier anderen für DeutschEine„Deutsche Areoll=Sichelungs A. G.“ ist in Berlin von namhaften Industriellen und Juristen gegründet worden. Sie bezweckt die Gewährung von Krediten oder kreditweiser Rohstoff=Beschaffung an Industrielle und Importeure durch Ausführung und Kontrolle von Kredit=Versicherungs=Maßnahmen. Das Kapital beträgt 20 Millionen A. * Nach dem Haushaltplan für das letzte Vierteljahr, den die Budgetkommission des Moskauer Sowjets aufgestellt hat, beziffern sich die Einnahmen Rußlands in diesen drei Monaten auf 360 Trillionen Rubel, die Ausgaben auf 760 Trillionen Somit verbleibt ein astronomisch anmutendes Defizit von 400 Trillionen. 1 Trillion ist Million mal Million(= 1 Billion) mal Million. Geschrieben eine 1 mit 18 Nullen! Zur Hebung des Flachsbaues in Deutschland ist mit dem Sitz in Ullersdorf eine „Flachsveredelungs A. G.“ gegründet worden die zunächst über 1 Million i Kapital verfügt. Die Gesellschaft wird insbesondere eine Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft erstreben. S Die letzte Woche. Die kurze Pruse, die der Reichstag in seinen Arbeiten hat eintreten lassen, nachdem er die Verlängerung der Amtsdauer des Reichspräsidenten Ebert bis zum Sommer 1925, die Abänderung der Getreideumlagepreise, die Erhöhung der Besoldungen beschlossen und zu gleicher Zeit mit dem preußischen Landtage gegen das Okkupationstreiben im Rheinlande protestiert hatte, wird hoffentlich genügen, um alle Politiker zu überzeugen, daß wir nicht jetzt noch im Reichsregiment eine große Krisis brauchen können, die hemmt, statt zu fördern. Wir haben Schwierigkeiten genug. * Die Stundung der sogenannten Aussleichszahlung, welche die Entente uns bewilligt hat, will nichts bedeuten. Von den eigentlichen Reparationszahlungen können wir in bar nichts mehr entrichten, und auch die Möglichkeit der Sachlieferungen ist bei dem heutigen Markkurse bedroht. 150 Millionen Franken Waren bedeuten über 600000 Milliarden Papiermark. Und die 150 Millionen Franken Fabrikate stellen den der vitr un Gould in Amerita. Daruber hinaus entfalten sic eine den amerikanischen Milliardären unbekannte politische Tätigkeit. Unter dem Gesichtspunkte der Reparation gaben sie bereits Angebote, sich für die Zahlung der alliierten Forderungen dem deutschen Staate zu substituieren, zum wenigsten für die ersten Zahlungen, aber zu Bedingungen, die für unannehmbar gehalten werden.“ Es wird dann weiter ausgeführt, daß auch bei der weiterschreitenden Entwertung der Papiermark die Industrieunternehmungen ihren Goldwert behalten; und dann fährt der Bericht fort: „Wir haben tatsählich den größten Teil des Ruhrbeckens besetzt, auf welchem die Hochöfen errichtet sind, ebenso wie die Häfen der Ruhr und des Rheines, durch welche die Hochöfen mit Erzen gespeist werden. Auf diese Weise teilen wir die Eisenindustrie Deutschlands in zwei Teile. Wir können, sobald wir wollen, von ihrer Kohle und ihren Erzen, von ihrem Roheisen und Stahl jene verwandten und ergänzenden Betriebe trennen, die im nichtbesetzten Deutschland nur deren Produkte weiterverarbeiten. Wir können die Industrie der Potentaten von Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort gründlich desorganisieren.“ Deutlicher, als es hier geschehen ist, können in der Tat die französischen Raub= und Zerstörungabsichten kaum ausgesprochen werden. Die Regierung wird gut tun, diesen Plänen ihre ernsteste Aufmerksamkeit zuzuwenden. * Der überlegene deutsche Film. Eine Pariser Zeitung beschäftigt sich mit dem gefahrdrohenden Wettbewerb, den der deutsche Film dem französischen bereitet. Von allen Seiten, so schreibt jenes Blatt, hört man besorgte Patrioten ausrusen, daß es die höchste Zeit ist, den französischen Film in die Höhe zu bringen. Aber mit Worten und Gesten ist es nicht getan. sondern man muß nach dem Beispiele des Auslandes verfahren, wo weniger geredet und mehr gearbeitet wird. Wörtlich heißt es dann:„Sobald die deutsche Konkurrenz wahrnehmbar zu werden begann, erhob sich aus allen Ecken Frankreichs ein Aufschrei der Empörung, des Hasses und des Neides(weshalb soll man nicht die Wahrheit sagen?) gegen unsere Feinde von gestern und unsere Konkurrenten von heute. Alle Welt erbebt und zeigt mit zitternder Hand nach dem anderen Ufer des Rheins:„Dort ist die Gefahr!" Inzwischen arbeiten die Deutschen ruhig weiter, an Kapitalien fehlt es ihnen nicht und sie nehmen allmählich in der Welt des Kinos einen Platz ein, der von Rechswegen den Franzosen gebührt.(Frankreich gebührt eben überall in der Welt„von Rechtswegen“ der erste Platz!)„Was ese echen gegen Berlin zu ballen... Wir sollten uns nicht gegen Deutschland mit vor Zorn klappernden Zähnen wenden und nicht gegen Deutschlandd unsere behaarten Fäuste ausstrecken, um irgend jemand zu erdrosseln. Die Deutsyhen haben damit gar nichts zu tun und wir sollten sie in Frieden lassen. Ihre Arbeit verdient weder unsere Drohungen noch unsere Verachtung. Unsere Fäuste müssen sich vor Zorn ballen gegen diejenigen, die bei uns die Mittel haben und nicht helfen wollen die die Kapitalien haben und für ihr Geld zittern.“ Da Pariser Blatt geht gewiß etwas zu weit, wenn es weiter behauptet:„Die Deutschen haben alles. Das Vertrauen der Kapitalisten und die Unterstützung der amtlichen Stellen.“ Aber es schließt mit den Worten:„Deutschland macht uns Konkurrenz und versucht, uns zu verdrängen. Verübeln wir es ihm nicht, denn wir haben selbst die Schuld daran! Unsere Drohungen wollen wir lieber aufsparen gegen die rechten Feinde der Entwicklung der französischen Kinematographie: das geizige und unwissende Kapital und die gleichgültigen Behörden“.... Die deutsche Filmindustrie kann sich diese Ausführungen gewiß gern gefallen lassen. Die internationalen Finanzkonferenz, von der vielleicht die ersten Ansätze zu einer möglichen Besserung zu erwarten gewesen wären, ist dadurch wieder in unbestimmte Ferne gerückt. So ist Frankreich zu seinem Zerstörungswerk an Deutschland und Europa weitere Freiheit gegeben worden. Was für uns daraus zu erwarten ist, das wissen wir. Die neuen Pläne Barthous in der Reparationskommission zeigen es uns. Sie würden, wenn sie zur Ausführung kommen, uns rettungslos in Versklavung, Elend und Not führen. Ein Volk, dem solches bevorsteht, müßte wie ein Mann festgeschlossen zusammenstehen, seine letzten Kräfte zu einer einheitlichen Leistung zusammenfassen, um wenigstens das Schlimmste zu überstehen. Wir Deutschen hingegen zerfleischen uns immer noch blindwütig selbst. Ueberall im deutschen Volke sehen wir sich bitter bekämpfende Parteien und Gruppen. Den eigenen Volksgenossen befehdet der andere auf das erbittertste, seinen schlimmsten Feind glaubt der Republikaner in dem Monarchisten, der„Reaktionär“ in dem „Revolutionär“, der Sozialist in dem„Bourgeois: der Proletarier in dem Kapitalisten, der Arbeiter in dem Unternehmer, der Städter in dem Bauern, die Privatwirtschaft in dem Stuerfiskus zu sehen. Draußen an den Grenzen aber lauert der Feind gierig auf den Augenblick, an dem er uns alle, Bourgeois wie Proletarier, Fabrikant wie Arbeiter, den Monarchisten wie den Kapitalisten vernichten kann. Dieser Feind ist unser aller Feind. Sein Werk der Verfailler Vertrag, it die ürfabe aleruneng# er über Deutschland und die Welt gebracht hat, trifft uns alle ohne Ausnahme. Das gleiche Schicksal drob#r allen Kassen des Pelte# Ließer gemeitsamen Gefahr gilt 3 zu begegnen in gemeitzsamen= Abmeer. Sieie Führer dir Potker sind sich vereitscder Schicksalvormeinscheit aller Volkskreise Deutschland bewußt geworden. Viele aber stehen noch abseits, rufen gar zu inneren Kämpfen auf, zu Wirtschaftskämpfen, zum politischen Streit, ja sogar zu Blut= und Gewalttaten. Das ganze Volk aber muß zusammenstehen in dem kommenden schweren Kampf gegen Hunger und Elend. Nur dann, wenn diese jüngst vom Reichskanzler ausgegebene Parole in die Tat umgesetzt wird, wenn alle aus der Kenntnis der Schicksalsgemeinschaft des ganzen Volkes zur wahren Volksgemeinschaft kommen werden, dann wird Deutschland die Kraft haben, sich dem Schweren, das uns naht, entgegenstemmen zu können. Dann aber wird es auch das Schlimmste überstehen können. achten Teil der jährlich zu liefernden Waren dar. Um die Sachlieferungen zu bewerkstelligen und um billigere Lebensmittel zu bekommen, brauchen wir dasselbe, nämlich besseres Geld. * Aus Paris heißt es noch immer, wir müßten Garantien für eine längere Goldstun dunggewähren. Aber diese Garantien müssen auch im Bereich der Möglichkeit liegen. Wenn sie etwa in deutschem Ruhrgebiet erblickt werden sollen, so würden sie unseren Kredit und damit das Zustandekommen der notwendigen großen Anleihe bedrohen. Daher können heute die Garantien nur auf dem Gebiete der inneren Möglichkeit liegen. Ein Budget der Sparsamkeit und eine Organisation der Arbeitsvermehrung ist es, was wir zu bieten haben. * Trotz des englischen Regierungswechsels reden Londoner Staatsmänner, wie Lord Curzon und andere, einer Verständigung“in der Reparationskommis: sion dringend das Wort. Es bedarf nur noch eines Zufalles, um einen Stein im europäischen. Wirtschaftsgebäude zum Fall zu bringen. der den ganzen Bau nach sich reißen wird. Wir werden sehen, ob Frankreich die Beschleunigung dieses Zufalls gestatten wird. Darin liegt auch der Prüfstein für die Zukunft der englisch=französishen Beziehungen. volksgemeinschaft. Ein ernster, strenger Winter steht uns bevor. Düster drohend ballen sich unheilschwarze Wolken am Horizont. Schon melden sich die ersten Sturmstöße. Auf mehr als das Tausendfache seines Friedenskurses ist der Dollar gestiegen, die Preise klettern ihm nach. Die Einkommen aller Voktskreise, die vom Ertrage ehrlicher Arbeit leben bleiben immer weiter hinter ihnen zurück. Und keine Aussicht auf Besserung ist zu erspähen. Im Gegenteil: In England ist Lloyd George, der bereits angefangen hatte, die Ungeheuerlichkeit des Versailler Vertrages zu erkennen, von den franzosenfreundlicheren Konservativen gestürzt worden. 1787 Stadt und Land. Schwerte, 28. November. Erinnerungen. Der Märchendschter J. K. Aug. Musäus gestorben. 20. Oktober: 1268„Konradin von Schwaben, der letzte. Hohenstauf, enthauptet. 1685 Der Große Kurfürst fordert die Hugenotten auf, in sein Land zu kommen. Sonntagsworte. Der Mangel an Licht macht sich in den Tagen des Winters unangenehm bemerkbar, ebenso der Mangel an Wärme. Man sucht an Heizung und Licht zu sparen, wo man kann, und muß sich manche Annehmlichkeit früherer Jahre in dieser Beziehung versagen. Aber wehe uns erst dann, wenn Kältr und Dunkelheit unser Seelenleben ean: Früsteln, unser Herz in Dunkelheiten bringen. Wo ist dann Hilfe? Da denken wir an das sieghafte Wort des Fürsten des Lichts, an Christus, der sich nennt:„Das Licht der Welt!“ Und in der Tat, so seltsam es klingen mag, wer sich mit, Christusworten beschäftigt und die Lichtstrahlon aus dem Leben Jésu auf sich wirken läßt, fühlt sein Herz mit lichtem Glanz durchflutet. Es mag sein, daß dann auch Dunkles aufgedeckt, Schmutziges entfernt werden muß aus unserem Leben, aber sind wir zu solcher befreienden Tat frisch bereit, dann wissen wir, watz er eißt, im Lichte zu wandeln und Liebesfeuer znnen zu fühlen. Laßt uns das erfassen und ahren. Dann wird uns der Sonntag zum nnentag, zum Tag glanzerfüllter Freude. ** D r e i F e i e r t a g e s t e h e n b e v o r: F ü r d i e .. Bevölterung das Reformatisf=st am 31. Oktober, für die kath. Mitbür* Allerheiligen am 1. November, llerseelen am 2. November. Wir werden t drei Feste noch in besonderen Artikeln einhender gedenken. ** Etwas wärmer war es heute morgen, dazu deckter Himmel und mit Frostschnee bedeckte de. Straßen und Dächer, Wiesen und Felder glänzten hellweiß. Os es zu einem ausgiebige1 Schneefall kommt? ** Neues vom Wunder der Schneeflocke. Dem lehrten Wilson A. Bratley ist es gelungen, in iem Vierteljahrhundert eine Sammlung Mikrototographien von mehr als zweitausend verschienen Schneekristallen herzustellen. Sie offenban eine unerschöpfliche Fülle der herrlichsten Foren, aber keine einzige ist der anderen gleich. Um wunderbarer aber ist es, daß sie doch alle d##e kechtseck"=Form haben, von der auch nicht eine hzige abweicht. Innerhalb dieser regelmäßigen hrm gleichen die Flöckchen bald Blumen, baild dern, bald winzig=wunderbargestalteten Säulen, ild Sternen und Diamanten. Immer sind sie In berückender Schönheit. Wer genotigt ist, etwa kunstgewerblichen oder industriellen Zwecken ändig neue figürliche Kompositionen zu eisinnen. nn Bentley's Photographien prächtig verwerin und zeichnerisch ausnutzen. Der Gestaltungs= ichtum der Natur ist schier unerschöpflich, aber ich unübertrefflich.— Wenn jetzt hier der Schnee chter fällt, lohnt es sich wahrlich, Flocken auf ne Schiefertafel zu fangen und, wenn möglich, ergrößert zu bewundern, möglichst ncht im waren Raum, um den Kunstgenuß länger zu genieen und Goethes Wort zu bedenken: Das schönste lück des denkenden Menschen ist es, duis Erforschche erforscht zu haben und dann das Unerforschche zu verehren. Menschen, die Gor: suchen und 1 schauen begehren, sie können dann Gott ahnen nd ihn aus seinen Werken erraten. ** Morgen Handwerkertag im Freischütz. Noch inmal erinnern wir daran. Vorm. ½10 Uhr: beschäftliche Tagung. Nachm. 3 Uhr: Oeffentliche ersammlung. Anschließend: Festlicher Teil. Siehe auch Anzeige). ** Schulpersonalien. Zu Konrektoren bezw ur Konrektorin wurden seitens der Regierung in rnsberg die hiesigen Lehrpersonen Roberi obs(Sedanschule), Hermann Kockelke(Markthule), Heinrich Otten(Bismarckschule), Joseph dömberg und Sophie Ludwig(katholische Volkshulen) ernannt. ** Preisprüfungsstelle. Unter dem Vorsitz es Herrn Bürgermeister Rohrmann hielt estern die Preisprüfungsstelle im Rathause eine Sitzung ab, die sich in der Hauptsache mit der Preisgestaltung im Kleinhandel bezw. mit den zuschlägen zum Einkausspreise beschäftigte Be* chlüsse wurden noch nicht gefaßt, da die Ansichten er einzelnen Regierungsstellen bezw. die Rechtprechung sich verschiedentlich in scharfem Gegenatz gegenüber stehen. Allgemein wurde jedoch der Insicht Ausdruck gegeben, daß die maßgebenden Stellen mehr als bisher die Preispolitik der Verbände und Syndikate überwachen ind hier fester zugreifen müßten, um das Uebel in der Wurzel zu fassen; den Kleinhandel könne i den allerwenigsten Fällen eine Schuld an der etzigen Preissteigerung treffen. Ueber die Karsoffel=Preisgestaltung machte Herr Gutsbesitzer Kühl=Sölde, der Vorsitzende des landw. Kreisbereins, auf Veranlassung des Herrn Bürgermeiters längere Ausführungen. Danach hält er zersönlich für hiesige verlesene Speisekartoffeln, inter Berücksichtigung der außerordentlich hohen Preise für Saatkartoffeln, einen Preis von 600 dis 700 4 pro Zentner für angemessen; er will nuch dafür eintreten, daß ein Richtpreis in dieser Höhe für den gesamten Kreis festgesetzt wird. In der nächsten Sitzung, die in kurzer Zeit stattindet, sollen auch die neuen Mitglieder der Prüjungsstelle— 4 Erzeuger und 4 Verbraucher eingeführt und verpflihtet werden. ** Durch Alt=Nürnberg, der Stadt des Mitselalters, der Stadt der Meistersänger und des goldenen Handwerks, soll die Jugend Schwertes heute nachmittag geführt werden und dann„In den Urwald des dunklen Erdteils“ mit seinen seltsamen Pflanzen und mit den Tieren der Wildais. Die„Bilderschau Schwerte“(Reichskrone) ## vill dies der Jugend, fortgesetzter Anregung folgend, heute vermitteln. Sachkundige Worte der Lehre und Erklärung sollen den Nachmittag zu Veinem belehrenden uns unterhaltenden für die zugleich gesalten. Beginn 4 Uhr. ** Dem Kreiskinderheim in Schwerte wurde eine schöne Schenkung von der Filiale der soziald. artei gemacht. Die Kinder des Heims erhielten den Ueberschuß des für ein Fest gesammelten und nicht verbrauchten Geldes. Die Summe von ungefähr 1000 d wurde mit dem Wunsche übergeben, An Wurst angelegt zu werden. Gewiß auch eine ankenswerte Art eines Geschenkes! ** Der neue Brotpreis tritt für Schwerte eute, Samstag, in Kraft. Ein 6=Pfund=Brot #ostet 186 cl, 3 Pfund 69 c. Das Mehl 29 A pro Pfund. Kasseler=Brot und Stuten sind etwas seurer, Schwarzbrot etwas billiger. ** Ueber die Brotqualität wird in großstädtischen Zeitungen jetzt öfters geklagt, eine Tatsache, die aus Mittel= und Kleinstädten bisher erfreulicherweise nur selten zu verzeichnen ist. Es scheint daher, als ob die Mehlkontrolle bei dem Massenbedarf der großen Städte auf Schwierigkeiten stößt. Auf die Möglichkeit von schlechterem Mehl in diesem Herbste ist allerdings schon früher von Fachleuten hingewiesen worden, und zwar wurde das Vorkommen von minderwertigem Mehl damit begründet, daß das Korn zum Teil naß eingebracht werden mußte und daher die Gefahr bestand, daß es muffig wurde. Und bei der geringen Ernte mußte wohl darauf verzichtet werden, dieses minderwertige Mehl auszumerzen. Unter diesen Umständen scheint eine Streckung durch gute Kartoffeln durchaus kein Nachteil zu sein. * Bestandene Prüfungen. Die Schlosserlehr linge Arthur und Alfred Filthaut, wohnhaft Ostenstraße 18 bestanden vor dem Prüfungsausschuß in Dortmund ihre Gesellenprüfung mit „gut". Arthur lernte bei der Firma Eilentrop& Co., in Schwerte, Alfred. bei Emil Klostermann, Westhofen. Es lebe das edle Schlösserhandwerk! * Enorme Preissteigerung für Druckfarbe. In wie unerhörtem Maße die Zeitungsdruckereien unter dem Druck der in die Höhe schnellenden Preise stehen, zeigt das Beispiel, daß 100 Kilo gute Druckfarbe, die man im Mai noch für 14000 M kaufte, jetzt 220000 A kosten. Das bedeutet eine Steigerung in vier Monaten um das l5fache. Die Preissteigerung für Druckpapier “ i s t b e k a n n t l i c h n o c h b e t r ä c h t l i c h e r. Reisekosten bei Heilbehandlung. Im Reichsversorgungsblatt Nr. 43 wird eine Verfügung bekannt gegeben, wonach die Erstattung der Reisekosten bei Heilbehandlungen nicht mehr nach den Leitsätzen für die Versorgungsheilbehandlung erfolgt, sondern nach den Ausführungsbestimmungen zum§ 82 des Verfahrungsgesetzes. Das bedeutet, daß bei Reisen nicht mehr ein Verpflegungsgeld in Höhe von 12 4, sondern die Tagegelder für Beamte und zwar bis zur Höhe von zur Zeit 144 K und bei Reisen in besonders teure Orte bis 200 K gezahlt werden. **„Mehr Sonne in unsre Häuser.“ In der gutbesetzten großen Kirche fand gestern der letzte Evangelisationsvortrag der Woche statt, denn heute Samstag soll kein Vortrag hier sein. Erst morgen, Sonntag nachm. und Abend wird der Evangelist wieder fortfahren, seine feindurchgedachten Ansprachen darzubieten. Er spricht morgen nachm. über:„Glaube und Gebet“, abends 8 Uhr über die ernste Gewissensfrage:„Zweierlei Wege, auf welchem bist du?“ Seine gestrigen Worte über deutsches Familienleben find aller Beherzigung wert, er führte etwa folgendes aus: 453 Im ersten Buch der Chronika im 26 Kapitel steht die Geschichte der Familie Obed Esloms Eine von Gott wunderbar gesegnete Familie. 62. Söhne, und Enkel aus dem Hause Obed Esoms konnte der König David in sehr wichtige Aemter einsetzen, alle waren treue, erprobte, tüchtige Leute. Woher kam dieser Segen im Hause Obed Esloms? Der Stamm hatte einen Hausaltar, die Bundeslade im Hause gehabt und Gott hatte ihn deshalb gesegnet. Unter de Sonne von Oben waren seine Söhne herangewachsen und das geworden, wozu sie der König und der Staat gebrauchen konnte. Ein Volk kann einen äußeren Zusammenbruch erleben, nahe an den wirtschaftlichen Ruin kommen und sich doch wieder erholen, solange seine Grundvesten in der Familie unerschüttert bleiven. Hier ist der Jungbrunnen aller Kräfte für ein Volk. Fließen die Quellen aus dem Familienleben trübe, dann seht es bedenklich mit der Zukunft eines Volkes. Das deutsche Volk konnte alle schweren Erschütterungen die es in seiner Geschichte erfahren hat überstehen, weil die Familien=bande in ihm besonders fest geknüpft waren. Aber diese haben, wie so vieles in der Gegenwart eine bedenkliche Lockerung erfahren. Davon reden die vielen Ehescheidungen. 50000 Ehescheidungen und mehr kann auch ein Volk, wie das Deutsche auf die Dauer nicht ertragen. Woher kommt die Zerüttung in so vielen Familien? Gewiß sind die früheren, in der Lüste Saus und Braus und im Leichtsinn vollzogenen Heiraten eine Ursache, Aber der tiefere Grund ist der, daß die Sonne von oben die allein Licht und Leben, Liebe und Wärme in unsre Familien hineinträgt in so viele Häuser nicht mehr scheint. Wo gibt es noch einen Hausaltar in dieser Gemeinde? Wenn das Vertrauen zu Gott fehlt, scheidet auch das Vertrauen untereinander und zueinander. Wenn man in der Familie das Glück nicht mehr findet, sucht man es außer dem Haus. Wirtshaussucht, Vereins= und Vergnügungssucht sind die Feinde eines gesunden, behaglichen Familienlebens, vor allem auch der Geiz und die Sucht nach der Irdischen. Es ist gut wenn wir Arbeit haben, aber die Arbeit soll uns nicht zu Sklaven machen. Wir müssen Zeit haben für unsere Familie. Eine Gefahr für die Familie st es wenn die gottgeordneten Bahnen verlassen werden. Das geschieht wenn an die Stelle der gehorsamen Kinder, gehorsame, vor den Kindern in Furchtlebende Eltern treten. Alle Nebel im Familienleben aber müssen weichen, wenn Jesus und sein Evangelium wieder an die erste Stelle treten. Dann scheint die Sonne hell und warm auch in dunkler Zeit in unsere Herzen und Häuser. O. daß sich alle Fenster in dieser Gemeinde der Lebenssonne und ihren Strahlen öffnen möchten. ** Die westfälischen Bibelkreise für Schüler höherer Lehranstalten(B.=K.) halten heute Samstag und morgen. Sonntag, in Hagen ihre Landestagung ab. Es werden Schüler aus allen Teilen unserer Provinz zusammenkommen. ** Eisenpreissteigerung um 2500 Mark die Tonne. Entsprechend dem Beschluß des gemeinschaftlichen Richtpreisausschusses des Deutschen Stahlbundes wurden die Eisenpreise auf Grund der seit dem 10. Oktober eingetretenen Markverschlechterung und der dadurch sich ergebenden Verteuerung der Auslandserze jetzt neu geregelt. Die Ausrechnung dieser Verteuerung ergibt eine Steigerung der Stabeisenpreise um 2500 M gleich 3,18 Proz. des zurzeit geltenden Preises. ** Wohnungsbauabgabe und Jugendliche. Wir lesen in einem„Eingesandt“ einer benachbarten Zeitung: Der Staat erhebt augenblicklich fast 25 Prozent der Friedensmiete, die Stadt von dem staatlichen Anteil 300 Prozent als Wohnungsbauabgabe. In der letzten Stadtverordnetensitzung lag ein Antrag vor, diese Abgabe auf 1100 Prozent zu erhöhen, weil die Mittel fehlen, Neubauten zu beginnen und die begonnenen zu vollenden. Wenn dem Wohnungselend abgeholfen werden soll, werden wir um die Erhöhung der Abgabe nicht herum kommen und tausenden von Familien entsteht eine neue schwere Aufgabe. Ich möchte mir einen Vorschlag erlauben, der die Kosten auch auf Schultern wälzt, die bis jetzt verschont waren. Ungezählte selbständige junge Leute, männlichen und weiblichen Geschlechtes, deren Einkommen dem Verheirateter kaum nachsteht, und die viel Geld verplempern, werden zur Wohnungsbauabgabe nicht herangezogen, weil sie möbliert oder bei den Eltern wohnen. Für diese jungen Leute aber wird durch den Neubau von Wohnungen vorgesorgt, wenn sie einmal zum Heiraten kommen. Die Abgabe dient also dazu, diesen jungen Leuten die Zukunft zu erleichtern. Warum werden sie also nicht zur Abgabe herangezogen, sondern nur die Inhaber von Wohnungen, denen die Sorge um die Familie genug zu schaffen macht. Den jungen Leuten würde eine Abgabe von einigen hundert Mark im Jahre wenig Entbehrung bedeuten, für Stadt und Staat aber ergäbe sich eine hübsche Mehreinnahme. Es wäre also berechtigt, jeden jungen Mann und jedes junge Müdchen mit eigenem Erwerb auch zur Wohnungsbauabgabe heranzuziehen. Vielleickt tird der Gedanke geprüft, wenn im Stadtrat die Erhöhung auf 1100 Prozent erneut zur Beratung kommt. ** Zur Frage des Mietspreises von möblierten Wohnungen besagt die Zuschrift eines Hausfrauen=Vereins. Es bleiben die Preise wandelbar, d. h. sie steigen und fallen mit den Preisen unserer ganzen Lebenshaltung. Zurzeit sind als angemessene Bezahlung angesehen worden: I. 1 Zimmer in gutem Hause elegant eingerichtet. 800 M; II. 1 Zimmer in gutem Hause, einfacher eingerichtet 500 M; III. 1 sehr einfaches Zimmer(Mansarde) 300 M. Selbstverständlich sind in diesen Mietspreisen Licht, Heizung, Wäsche, Bedienung und deren Materialverbrauch nicht eingerechnet, ebensowenig Morgenkaffee oder sonstige Verpflegung. Auch für jede Beschädigung der Möbel, die den Rahmen der allgemeinen Abnutzung übersteigt, muß Ersatz geleistet werden. Eine Durchschnittsberechnung für Zimmer I, II und IIl ist wie folgt: I. Miete.. 5.... 800 Mk. Morgenkaffee ohne Bror 180„ Bedienung 450„ Materialverbrauch...... 60 1490 Mk. II. Miete... 780 Morgenkaffee 100„ Bedienung 375„ Materialverbrauch..... 40„ “esOpfer des Leichssinns. Ein in Dortmund=Brackel wohnender Friseur sprang Sonntag vormittag aus dem von Schwerte auf Bahnsteig 1 des Hauptbahnhofes eintreffenden Personenzuges noch währen'd dier Fahrt ab, kam hierbei zu Fall sund geriets zwischen Trittbreit und Bahnsteig. Er zogtsich erhevliche Kopfverletzungen zu, die seine sofortige Ueberführung mittels Krankenwagens nach dem Luisenhospital notwendig machten. Beamte der Bahnhofswache leisteten dem Verunglückten die erste Hilfe. ** Westhofen, 28. Okt. Vortrag. Herr Missions=Inspektor Hoffmann, der in diesen Tagen in der großen Kirche in Schwerte religiöse Vorträge hält, hat freundlichst zugesagt, auch in der hiesigen Gemeinde zu sprechen. Er wird seinen ersten Vortrag heute abend um 8 Uhr in der Kirche halten über die Frage: Sodom oder Zoar? und wird morgen früh in der Predigt im Haupigottesdienst das Thema behandeln:„Der Glaube eine Großmacht in der Welt.“ Die Gemeindeglieder werden zum Besuch herzlich eingeladen. Es wird noch bemerkt, daß die Kirche geheizt ist. ** Westhofen, 28. Okt. Elternbeiratswahl. Als vor einer Reihe von Monaten die Elternbeiratswahlen stattfanden, versäumten es die Eltern der Kinder hiesiger Volksschule, rechtzeitig einen Wahlvorschlag einzureichen. Auf eine Eingabe an die Regierung soll den Eltern noch einmal Gelegenheit gegeben werden, einen Elternbeirat zu wählen. Wie man hört, sind jetzt 2 Wahlvorschläge eingereicht worden. Mit einer regeren Beteiligung der Eltern kann daher bei der morgen, am Sonntag, 29. Oktober, stattfindenden Elternbeiratswahl gerechnet werden. Die Wahl ist in der alten Schule von 12—5 Uhr nachmit tags. ** Westhofen, 28. Okt. Schulpersonalie. Herr Lehrer Wilhelm Große=Weischede von hier wurde zum Konrektor der hiesigen evangelischen Volksschule ernannt. 1095 Mt. III. Miete 300 MlMorgenkaffee 180„ Bedienung 300„ Materialverbrauch....... 20— 800 Mt. Für Licht und Heizung lassen sich Durchschnittspreise nicht gut angeben, weil der Verbrauch durchaus verschieden ist und die Preise für Gas und elektrisches Licht fast jeden Monat wechseln. Bei den heutigen Preisen, wo der vollständige Bezug eines Bettes unter 6000 c nicht zu kaufen ist kann man von den Vermietern nicht verlangen, daß sie ihre Bestände, die bis an ihr Lebensende aushalten müssen, weil sie voraussichtlich zu einer Neuanschaffung nicht mehr in der Lage sein werden, den weit mehr begüterten Junggesellen zur Verfügung stellen sollen. Vielmehr ist dringend zu empfehlen, daß die Leistungsfähigen und die wirtschaftlich Stärkeren die Schwächeren, die ja nahe am Abgrund stehen, entlasten. Was spielt denn eine Wohnungsmiete von 800—1400 a für eine Rolle einem Monatsgehalt von 17000—30000 K gegenüber! Im Frieden galt als Ausgabe für die Wohnungsmiete ¼ des Einkommens als Grenze des Erlaubten und die ist hiermit doch nicht annährend erreicht. Obige Ausführungen schließen nun aber nicht aus, daß wohlhabende Leute ihre überflüssigen Zimmer an Minderbemittelte gegen ein geringes Entgelt oder ganz umsonst abgeben. Wochennachklänge. Die vergangene Woche war eine kalte Woche. Ein prächtig=schöner Sonntag löste den ersten Schneefall vom Samstag ab und es wurde gewandert und gefußballt, wie selten. Die Herbstpracht draußen wurde genossen, bis im Dämmerlicht man mit Math. Claudius sagen konnte: „Der Wald steht schwarz und schweiget Und aus den Wiesen steiget Der weiße Nebel wunderbar.“ Heimatliebe ist etwas Schönes. Schau auf die Berge und die Fluren, Schau auf des Flusses Silberband, Blicke mit gehobenem Herzen Auf dein schönes Heimatland! Und behalte es lieb, besonders wenn es Not leidet, wie jetzt durch den Feind von außen und die Sünde von innen. Wie können wir doch alle lernen von der Treue der Brüder um und am Rhein über deren Not und Treue im Reichstag in letzter Woche so ergreifend verhandelt wurde. Wohl frißt an uns allen der Wurm der Teuerung und wir schätzen alle Maßnahmen gegen dieselbe, die bei den Verhandlungen über die Devisenspekulation getroffen wurden. Denn es fällt uns allen auch im Heimatstädtchen nicht leicht, verzichten zu lernen auf das Stückchen Lebensfreude. Dem einen ist es ein Stückchen Schokolade, dem andern ein rauchbarer Glimmstengel— und das und so vieles, vieles andere soll man sich jetzt verkneifen müssen? Gar nichts mehr hat man vom Leben, seufzt bitter und gallig der Pessimist, der Optimist aber tröstet sich in hoffenden Leichtsinn hinein: Ach was, das muß noch„dran hängen!" Ob er der Klügere, der größere Lebenskünstler ist, weil er, wenn auch mit teurem Geld, die Bitterkeit des Verzichtenmüssens eintauscht gegen einen Augenblicksgenuß, der ihm wieder ein Schrittchen weiterhilft und ihn mutig macht zum Ankämpfen gegen diese schwere Zeit?„Menschen sind wir alle“, hat der österreichische Dichter mit verstehendem Lächeln gesagt, und versöhnendes Ausgleichen und individuelles Anpassen der Menschen untereinander und an die Verhältnisse haben wir heute nötiger als jemals. Gewiß ist es wahr und niemand hat es bestritten, daß von solchen allgemeinen Redensarten die Lebensmittel nicht billiger und die Schuhsohlen nicht dicker werden, aber wenn man sieht und hört und liest, wie Erbitterung, Verbitterung in die Halme schießt, weil wir mit jedem Tag ärmer werden und das„Entbehren sollst du!" die Gesetzestafel geworden ist, dann ist es Pflicht, immer wieder darauf hinzuweisen, daß die große Koalition der Notkommen muß. Der Trost: Anderen geht's noch viel schlechter, ist miserabel; aber besser ein schlechter Trost als gar keiner. Und wer gerecht bleibt und klarsichtig für sein eigenes und seiner Mitmenschen, Schicksal und Gehabe, der findet immer— auch heute noch— ein Plus für sich heraus, das ihn dankbar macht oder zum mindesten weniger knurrig gegen sein Geschick und ihm das Stückchen Lebensfreude erhält, das er braucht und das er oft genug in anderen Werten finden wird als in denen, die durch Mund und Magen gehen. Ein verständiges Buch kann dir da z. B. ein guter Lehrer sein und ein unterhaltendes ein an nehmer Gesellschafter. Soll dir ein Buch aber Im Freunde werden, dann muß es eine Seele aben. Du liebst mehr aufregende Unterhaltungsmane, die dich von einer Sensation zur andern In einer Spannung in die andere treiven: Freund, hör' einen guten Rat! Das ist nicht ut für deine Seele. Du bist den ganzen(ieben gangen Tag beruflich tätig in Anstrentung und Inspannung, und da willst du deine Seele auch den Mußestunden noch nicht zur Ruhe kommen issen, da willst du sie auch nach Feiernbend noch # fortgesetzter Spannung erhalten? Nein, ra shußt du dir geistige Erholung gönnen, da mußt Iu ein Buch zur Hand nehmen, das mit besinnlichen Bedanken deine Seelenspannung löst, dich von Sannigfachen Zweifeln und trüben Gedanken, die Zir am Tage aufgestoßen, befreit, ein Buch, das bich wahrhaft aufatmen läßt. Auch die edle Frau Musika kann zur LebensFreude werden, obwohl da alle Vorsicht geboten erscheint, denn die„Tasten= und Pedalseuche" kann such Erhebliches dazu beitragen, die unmusikalischen Leute um einen stillen Feierabend zu brinhen. Wir sind überreich mit allerhand Musika gegegnet, und so lange diese Kunst still ausgeübt frird, ist sie nur zu preisen. Aber nicht dann. wenn das ergreifende„Petrus schließt den Himnel zu“ die Herzen und Zimmerwände erschüttert, #der wenn die kleine Lizzi ihr„Puppchen, du bist nein Augenstern!“ mit unentwegter Hingabe an statt Fis einem in die Ohren augensternt, bis ie eines Abends, bis zur„Konzertreife" durch Klaviert, auch vor einer breiteren Oeffentlichkeit die Menschheit in die Folterkammer der Töne einführt, so daß man resignierend feststellt: Mit Recht erscheint uns das Klavier, Wenn schön poliert, als Zimmerzier: Ob's außerdem Genuß verschafft, Bleibt hin und wieder zweifelhaft. Aber wer schließlich nach all dem meint, man Ktönnte gar keine Freude an allerhand kleiner MuVsika finden, der ist erst recht auf dem Holzweg. Nur Ablüht sie oft viel frischer, ehrlicher und herrlicher Lirgendwo am Weg als im eitelkeitsgeschwängerten konzerttempel. So hab' ich denn als„Zaungast“ am Abend mancher Musik gelauscht, die in all ihrer Schlichtheit und Kunstlosigkeit manchmal mehr an die Seele kratzt, als das schönste„Salonstück" im Thellerleuchteten Saal. Und nun am Ende der Woche eine neue Hiobs#botschaft: Wieder wird das Brot teurer und natürlich auch das Brötchen! habe dereinst in seliger Zeit Alltäglich zehn Brödchen gegessen, Wie liegt das ferne, wie liegt das weit, Heut“ schiene mir sowas vermessen. Auf diesen Brödchen als herrliche Zier Oft prangte westfälischer„Skinken“ Den sehe ich heute, o. glaubt es mir, Im Fenster des Ladens nur winken. Das war in der Zeit, als im Laden das Ei Fünf Pfennige höchstens gekostet, Da war noch nicht meine Wurst ,messerei“ Aus Beschäftigungsmangel verrostet. Da wurde noch nicht an jeglichem Brett Ein Fahnenplakat angeschlagen, Und dennoch liebten die Deutschen, wie nett, Das Vaterland mehr als den Magen. Da wurde wie heut nicht ergiert und errafft, Und dennoch lebten die Leute, Da wurd'„konferenzt" nicht— da wurde geschafft, Wie ein Märchen klingt uns das heute. Wo bist du hin. o. glückselige Zeit, Schmerz faßt mich, ein ganz ungeheurer, Da hat's im Oktober niemals geschneit, So schnell ward kein Brödchen da teurer! Aber die Zeit ist vorbei und die Not der Stunde ist da. Letzten Endes hilft uns da auch der gute Humor nicht drüber und wir können nicht anders, als zum Schluß der Wochenbetrachtung mahnen: Erkenne in der Stunde der Not, Daß du nichts bist, du Menschlein der Erde Und daß es besser nur werde, 0 Mensch, nur durch Hilfe von Gott. —„.„ Aus den Provinzen. Dortmund, 27. Otk. Ein Diebstahl in der Mittagsstunde. Am 23. d. Mts. gegen 11 Uhr vormittags wurde in einem Hause an der Limburgerstraße ein Einsteigediebstahl verübt, dabei wurden Sachen von hohem Werte entwendet, u. a. ein Pelzmantel, zwei Anzüge, ein Paletot, ein Paar neue Herrenstiefel, zwei silberne Zigarrendosen u. a. Als Täter kommen eine größere Mannsperson und eine etwas kleinere Praueneperson in Brage. Der begefsogrng##n die Ergreifung der Täter eine Belohnu. von 5000 A ausgesetzt. Hagen, 27. Okt. Alter schützt vor Torheit nicht! Ein Händler von auswärts kam nach Hagen, um Geschäfte abzuwickeln. Mit einer wohlgespickten Brieftasche unternahm er einen Frühschoppen, der sich zum Dämmerschop pen ausdehnte. In einem Kaffee in Bahnhofs nähe gesellten sich eine Frauensperson und zwei junge Leute zu ihm, die kräftig halfen, klein zu machen.. Er muß dabei wohl des Guten zu viel genossen haben, denn er fand sich heute morgen in der Bahnhofswache wieder. Die Brieftasche mit 25.000 M, Bargeld, ein Scheck übe 000 M sämtliche Ausweispapiere. Uhr mit Kettelusw, waren ihm abgeknöpft. Nur die bessere Hälfte des Biederen wird das Rätsel zu lösen in der Lage sein, vor dem er jetzt noch steht. Hagen, 27. Oktober. Zwei schwere Jungens wurden gestern dingfest gemacht. Sie fielen im Bahnhof dadurch auf, daß sie ein schwere Last Roggen bei sich führten, den sie zu veräußern suchten. Die Kriminalpolizei stellte fest, trotzdem sie zunächst falsche Namen angaben daß beide steckbrieflich gesucht wurden. Es handlet sich um Burschen von 19 und 24 Jahren, die schwere Diebstähle in Bayern usw. ausführten, bei denen sie reiche Beute machten. Soest, 27. Okt. Selbstmord. Die Ehefrau T., welche nervenleidend war, hat sich erhängt. Trotzdem der Vorfall noch rechtzeitig bemerkt wurde und auch ärztliche Hilfe sofort zur Stelle war, ist sie gegen Mitternacht am selben Tage verstorben. 80 Ein voller Saal und an der weißen Wand: ein modernes Bild von solchen, die auf den Brettern der Zirkus=Bühne spielen und auf den Brettern des Lebens, hinter den Kulissen, die Tragödien der Liebe durchkosten müssen, vielleicht ganz anders, als, der talentlose Zuschauer. Es ist nur gut daß derärtige Tragödien selten sind in ihrer Schwere, wenn auch fast jeder Tag uns wieder neue Romane erleben läßt.— Hagenbecks Raus tier=Gkoßfilm:„Allein im Urwald“, rankt sich in spannender Aufmachung um eine Flucht= u. Sehnsuchtsgeschichte, um ein zerstörtes Glück, bis sich nach unendlichen Gefahren und interessantesten Erlebnissen im afrikanischen Urwalde alles in schönster Harmonie löst. Man hatte den Eindruck, daß die Reichskrone=Lichtspiele diesmal ernstlich getrachtet haben, vom Schund los in höhere Bahnen des Lichtspiels zu kommen. Wie wir hören, sollen ab Dienstag nach dieser Richtung hin noch weitere Schritte aufwärts und vorwärts getan werden. Die Montags=Nummer der Zeitung wird darüber näheres bringen. Unser Schwerter Lichtspielhaus muß zur echten Volksbildungsstätte gehoben werden. Lehle Beuhtmeirung!n. Die Lohnberhandlungen mit den Eisenbahnern abgebrochen. Berlin, 28. Okt. Heute nacht sind die Verhandlungen im Reichsfinanzministerium zwischen dem Reich und den Eisenbahnbeamten und den Staatsarbeitern ergebnisloss abgebrochen worden. Graf Lerchenfeld tritt zurück. München, 28. Okt. Wie man von gut unterrichteter Seite erfährt, dürfte der Rücktritt des baverischen Ministerpräsidenten Grafen Lerchenfeld unmittelbar bevorstehen. Es haben die heut bei dem Parteitag der Bayerischen Volkspartei geführten Verhandlungen zu keinem günstigen Ergebnis geführt. Einken des Franken. London, 28. Okt. Bradbury verlangt dauernde Uebersiedelung der Reparationskommission nach Berlin. Frankreich war dagegen. Er beharrte dabei, daß Kontrollmaßnahmen ohne freiwillige Zustimmung Deutschlands wertlos seien, und daß nur die schleunige Zustimmung Frankreichs zu einem vollen Moratorium einen Oesterreich abn lichen Zusammenbruch der deutschen Währung vor Weihnachten verhindern kann. Man erwartet in London die Fortdauer des Sinkens des französischen Franken. Fußball. Vorschau für morgen. Gauliga: Eppenhausen— Gevelsberg Nebeim— 1860(Schiedsr. Reinecke=Werdohl), Sieg. Sp. V.— Jahn=Sieg.(Oventrop=Eppenhausen Wir erwarten Eppenhausen und 1860 als Sieger Der Ausgang des Spiels in Siegen ist ungewiß. Kreisliga: Schwerte 06— Jahn=Hagen Schiedsr. Schmieding=Iserlohn), Arnsberg f. K.=Menden(Schiedsr. Duisberg=Schwerte 06), Eilpe— Sp. V.=Iserlohn(Vorberg=Vorhalle). Turngem.=Hagen— Lüdenscheid 612(Scharren berg=Vorhallen, Union=Haspe Lüdenscheid). Die ganze Kreistiga ist nach den bisherigen Ergebnissen ziemlich gleichwertig. Lüd. 61 hat den schwächsten Gegner und wird gewinnen, alle anderen Spiele sind offen.(Zum Spiel von 06 siehe Sondervorschau) Kreis=A=Klasse: Letmathe nia=Neheim(Schiedsr. Knöse=Oege), LichtenplatGevelsberg— Bruchhausen(Ulbrich=Hagen 60), Bestwig— Eckesey(Thiele=Arnsberg), Meschede Wennemen(Burbach=Arnsberg).— Letmathe Eckesey und Meschede sollten vor Erfolgen stehen. Lichtenplatz und Bruchhausen sind, ebenbürtige Gegner. Bezitks=B=Klasse: Holzen— Oese, Oestrich— Westhofen, Wermingsen— Hennen, Balve— Fröndenberg. Erst nach weiteren Spielsonntagen wird man das Kräfteverhältnis genügend kennen.(Zum Spiel von Holzen siehe Sondervorschau Die C-Klasse ist spielfrei. Der Sportplatz hinter der Töchterschule wird morgen das Ziel einer stattlichen Zahl von Sporifreunden sein. Ein Spiel von Bedeutung ist in der Kreisliga angesetzt. * Schwerte 06— Jahn=Hagen. Seit Jahren sind die beiden Vereine harte Spiel gegner in ihrer Klasse. Es gewann Jahn im voauf der sich sein Wappen mit einem Stein befand, Goethes goldene Spindel uhr mit hellblauem Emiaillerand. Schlüsselaufzug und Ziffernblatt mit römischen Zahlen, die in einem goldeen Emaillering liegen, weiter eine Schnupftabaksdose mit marmorähnlichem Stein, mit Gold einge4591. Von den Totern. Kt Handel und Börse volkswirtschaft rigen Jahre beide Spiele gegen 06 und zeigte in seinen diesjährigen Treffen wieder hohes Können; trotzdem ist der Kampf für die Grünweißen nicht aussichtslos. Es sollte uns nicht wundern. wenn morgen wiederum 1 Punkt oder 2 auf die Aktivseite von 06 käme. Die Leitung liegt bei Schmieding=Iserlohn, eine noch junge Kraft, in guter Hand. Spielbeginn 3½ Uhr. Um 1 Uhr spielen Schwerte 06 3.— Sportunion=Hagen 3. 06 1b— PfB. 97=Dortmund 11 Uhr steht an S# 60. 1 b, 2½ Uhr SSV. 06 2a— Hammer SpV. 2a, 5 Uhr SSV. 06 3a— Jahn=Hagen 3a. Die 25Igd. von 06 fährt vorm. 8,35 Uhr nach Hagen, um der gleichen Jugendmannschaft von JahnHagen ein Spiel zu liefern. * Der neue Holzener Platz bekommt morgen das erste Meisterschaftsspiel. Turn= und SpV. 07=Holzen— Turn= und SpV. ] Hohenlimburg=Oege steht dort um 2½ Uhr an. ! Kann Holzen den bisherigen Siegeszug der fl aken Oeger Elf unterbrechen? Wir glauben ja, denn die längere Spielerfahrung in der B=Klasse ist erwas wert. Vor dem Hauptspiel wollen die ersten Jugendmannschaften der beiden Der Kräfte messen. Um 4 Uhr schließt sich ein Spiel der zweiten Stammannsahlten Holzen und Westhofen an. Ein gemütliches Beisammensein soll nach den Spielen der Pflege sportlicher Kameradschaft dienen. Auslands-Wechselkurse der Berliner Börs (Devisenkurse) Won achh: beutich, Pggrg;, osan u. 10. 1 belgische Franken.##280,99 264,33 1 dänische Kronen.. 890,26 K 1 englisches Pfund. 19750,50 ½18553,50 1 französische Franken 306.23 274,31 1 holländische Gulden, 1735,65#1620,93 1 italienische Lire... 170,57 157,60 voinische Wor. 1186.50 A1137.15 1 schwedische Kronen 1 schweizerischeFragken 805.48, 3 1 tschechische Kronen. 139,89298,127,60 Ein Dollar. 4448.85 4139,62 Gottesdienste am Sonntag ,29. Oktober. ir„, 9 Uhr: Beichte. 9,30 Uhr: Turnen. Die älteste Pflegestätte des Turnwesens in Schwerte bietet der„Schwerter Turnverein.“(D. T.). Der rührige Verein gibt bekannt, daß er sein altes Verinslokal„Im Reiche des erlohner Straße, wieder bezogen hat und dei Turnsrunden der Männer= und Zöglingsabteilungen dort wieder regelmäßig abhalten werden. Die Turnzeiten werden noch bekannt sch. S 00 : Unentbehrlich für jede Dame s welche sich ihre Kleider selbst anfertigen will, ist das Universal-Schnittmuster=Album Fir und fertig für Alle s Preis 40 Mk. 5 Jede Dame nach kurzer Anweisung ihre eigene Schneiderin. Alleinverkauf für Schwerte und 1,gggeit s Westfälische Bekleidungs-Industrie Fr. 4, 8 Schwerte=Ruhr, Hagenerstr. o. sseessee Papier-und PapierwarenGroßhandlung Fornbruch& Co., G.m.b. H., Schwerte(Ruhr) Markt## Sämtliche Papiere und Papienwaren für alle Geschäftszweige. Italienische Ministerkrise. mit angrenzendem Zimmer oder 2 Zimmer möbliert, gegen hohe Vergütung zu mieten gesucht. Offerten unter Nr. 5149 an die Geschäftsstelle ds. Bl. Rom, 28. Okt. Weil die fascistische Partei ein Ultimatum mit der Forderung nach; sofortiger Umbildung des Kabinetts und der Berufung von wenigstens 5 fascistischen Ministern stellte, hat das Kabinett Facta demissioniert. Es wurde ein Ministerrat zusammenbrufen, auf dem beschlossen wurde, dem König die Gesamt demission des Kabinetts zu übermitteln. Verbot der„Roten Jahne“. TU. Berlin, 28. Okt. Der Polizeipräsident verbot die„Rote Fahne“ gemäß§ 21 des Schutzgesetzes auf 14 Tage. Der Grund des Verbotes ist ein von der Roten Fahne heute veröffentlichter Auf ruf an die Eisenbahner, in dem es heißt:„Der Hundsfott General Gröner will Euch verhungern lassen!“ Eine für heute abend anberaumte Eisen bahnerversammlung, zu der in dem Aufruf fordert war, wurde gleichfalls auf Grund des Schutzgesetzes verboten. Gemeiner Einbruch im Weimarer Soethmuseum. Weimar, 27. Okt. Donnerstag nachmittag, als ein ziemlich starker Verkehr im Goethe=National= museum herrschte, erbrachen unbekannte Dieve eine Glasvitrine in einem der Museumsräume des Goetbehauses und stahlen aus ihr Goethe=Reliquien, so die Trauringe Goethes, ein Herren= und ein Damenring aus Gold, einen großen silbernen Siegelring mit goldener Platte, e Kirche. 3 Uhr: Beichll. Ger Uht! Pastor Wischnath(Abendmayl). 11 Uhr: Kindergottesdienst. 8 Uhr: Eoangelisation= Kleine Kirche 104 Uhr: Pastor Nell. 5 9 Uhr: Kath Pfarrkirche. 6 Uhr: Stille hl. Messe, Vikar Schleep. 7½ Uhr: Frühmesse mit Pfarrer Schrgchmarzug. 91, ühr?“ Posen. Predigt, Pfr. Schi. 2 /7 Uhr. eirsen. Desie Pag; r: Sile u. Reseimut Preöig, 9##egr Miner“-Hochamt mit Predei, Lichtendors. 7 Uhr: Frühmesse. 10 Uhr: Hochamt mit Preri#####72,30 Uhr, Andacht mir Segen: Evangel. Stadtmission, Kuystraße 7 Bibelstunde und Gebeisstunde fallen der Eoangelisation wegen aus. Donnerstag abends 8 Uhr: Gemischter Chor. Bei trockenen und nassen hat sich Obermeyer's Medizinal= 0 hervorrugend bewährt. So schreibt Dr med. M. in St. Zur NachbePhandlung is Herbe-Creme besond. empfehlen Zu aben in allen Apotheken, Dr. gerien und Parfüm. Wetter=Aussichten für mehrere Tage im vorau 29. Ott. Wolken, Niederschläge, kühl. v. Ort. Veränderlich, kühl. Stadttheater Dortmund. 29. Okt., 7—10¾ Uhr. Außer Vormiete. Preise 1. Tannhäuser und der Sä gerkrieg auf der Wartburg. Ladseugennetn Ahorn, Esche, Buche preiswert eingetroffen. CaeTeraus, Senwer., Bekanntmachung. Am 1. November d. J. krilt eine Erhöhung der Frachtsätze des Tarifs der DortmunderKleindahn in Kraft. Auskunst erleilt die unterzeichnete Verwaltung. Dorlmund, den 27. Oklober 1922. Die Betriebsleitung der Dortmunder Kleinbahn. Städtische Hafenberwaltung. Rheinen Statt Karten Milly Becker Heinrich Heimsoth Verlobte Berghofen Am Sonntag, dem 29. Oktober kudel am„Freischstz“ bei Schwerte der Kreishandwerkertag statt. Beginn ½10 Uhr morgens. Tages=Ordnung: 1. Geschäftsbericht. 6. Beratung des Haushalt2. Kassenbericht...„planes. Bericht der Kassen=s7. Festsetzung der Beiträge. revisore.. 8. Wahlen zum Vorstande. 4. Entlastung d.Vorstandes 9. Bestimmung des nächsten Anträge an den Kreis= Tagungortes. handwerkertag. 10. Verschiedenes. Nachm. 3 Uhr: Lessent gg,s,„Tagung. Redner: Korthaus=Berlin, Mitgnieo des Reichstages und des Reichswirtschaftsrates, über: „Zeit= und Streitfragen des Handwerks.“ Abends 6 Uhr: Festlicher Teil mit Musik, Reigen us.w. Ausweise sind bei den Innungen zu haben. 28. Oktober 1922 * Hotel=Caffee=Restaurant :„Zum Bahnhof *(vormals„Kaiserhof".) W 5 * Sonntag ab 6 Uhr 2 : Unterhaltungsmusik: im Restaurant und im neu hergerichteten Weinzimmer * * Kalte und warme Küche * Münchner u. Pilsner Biere * Weine: Liköre= Cafee 1 Samstag- Sonntag- Montag! Uue 3 Cage! Der große Raubtierfilm 11 in sieben Bildern mit Karl de Vogt in der Hauptrolle Anita 30! Eine Liebestragödie aus der Theaterwelt mit Bernhardt Goetzke, Hanni Weise und Willi Kaiser in den Hauptrollen. Bilderschan Schperte. Reichskrone Samstag, den 28. Oktober, nachm. 4 Uhr: Lehr- und Jugenddorstellung: „In der Welt der Raubtiere“. Allein im Arwald. Dazu: * ben Lichtspiele„Zumalien Ralhaus“ Ktltlltllllll.lll Nur 2 Tage Nur 2 Tage! Samstag und Sonnlag Der Prachtspielplan Die Liebesabenteuer der schonen Ebeiine oder Die Mordsmühle von Ebanschill Abenteuerdrama mit Lee Parry in der Hauptrolle Unter der roten Maske 3. Teil: Sieg um Sieg Der dritte Teil des großen amerikanischen Detektiv= u. Abenteuerfilm in 6 Akten. Lustspiel in drei Akten. Aufnach Schwerte! Sonntag, den 29. Oktober 1922 Kirmes=Nachfeier auf dem Wilhelmsplatz aufgestellt sind Luftschaukel, Karussels, großer Flieger, Schießbuden sowie andere Geschäfte. K Für gute Speisen und Getränke sorgt bestens Bilhelm Gremme. F. WNIPPUS Nutze dein Herdfeuer! Erbsensuppe durchgerührt Dezu„Schmeinefleisch serviert. 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Es tader freundt. ein Josef Schramm. Cepfl. Biere, ff. Likore und WeinWagenfette.. Maschinenferre Sehief“ Lebersette Autofette Maschinenöle Motorenöle Centrifugenöle Fahrradöle Autoöle Fußbodenöle Lack u. Oelfarben Carbolineum liefern Engros und Detail Chemische Werke H. Giesberg Schwerte Ostenstraße 19. erhälllich! bei Otto Marx Nachf., Schwerte. # C cee Herren(Damen) erhalt. Millag= und Abendtlih Ootanstr 18 ou Felod) sche 466 8e0 #c 1 e 8n 80 # Karrn! Frresgpene ersier Frnen, Vettunf uur an Wiederverkäufer zu Fabrikpreisen. : Tuchlager Westfäl. Bekleidungs-Industrie : f. Maßanfertigung f. Herren- u. Damengarderoben : Fracht= und Portoerhöhung! „ C * □ bitte bestellen Zie noch heute Ihre(2) Soennecken Ersahkalender 25/8 Pieferung prompt und billigt. 88 * C Buchhandlung Carl Braus. Guterhaltenes ehatselongur zu verkaufen. Kampgasse 1. 3 Eigene Maßwerkstatt im Hause mit nur S guten Arbeitskräften : Führe auchfertige Rnzüge zu billigsten Tagespreisen Rsthma kann geheilt werden. 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Nach Jahr und Tag hatte er seinem Hunger so viel abgezwackt, daß er es einem Verleger in Druck geben konnte. Und die Stunde, da er dann das erste Büchlein in Händen hielt, war übergoldet von Glanz und Seligkeit. Aber die Kritik zersauste sein„Lied von der Sehnsucht" und hatte nur Hohn und Spott dafür, und seine Freunde sahen mit ehrlichem Mitleiden auf ihn. „Er war doch sonst ein ganz verständiger Mensch?“ Ja, wirklich, er verstand die Welt nicht mehr, aber ihre Keulenschläge warfen ihn zu Boden, und da sein Herz nicht mehr stark genug war, den Jammer zu zwingen, quoll es in Bitternis und wehem Schmerz über. And er ertrank darin, als gehöre auch das neben dem Hunger zu seinem Beruse. Da ward er vor Gott gerufen, der hielt Gericht über der Menschen Leben. Ein Steinkopfer stand vor dem Dichter. „Was hast du getan, das dem Menschen hülfe?“ fragte ihn Gott. „Herr. ich habe Steine geklopft von früh „Nichts weiter, das der Mühe wert wäre!" sagte, kaum hörbar und vollkommen ze schlagen, der Dichter.— Und stand und wartete auf den Donnerton seiner Vernichtung. „Und dies hier?“ fragte ihn Gott mit gütiger Stimme. Der Dichter aber fühlte schon die Güte nicht mehr. Schüchtern sah er auf und sah seine Gesänge der Sehnsucht in Gottes erhobener Hand. Einen Blick nur tat er darauf, da warf ihn die Veizweislung in die Knie. morgens bis spät abends! „Du hast getan, was du vermochtest und hast in Treuen gearbeitet!“ Und em Engel führte den Steinklopfer zu den Pforten des Paradieses. Da faßte der Dichter Mut. Seine Bücher waren doch am Ende etwas mehr wert, denn eine Straße im Steinschotter. Und er wagte Gott anzuschauen. „Und was hast du getan, das eines Menschenlebens wert wäre?“ fragte ihn der Herr. Und der Dichter dachte an diejenigen seiner Bücher, die den Beifall der Mitwelt gefunden hatten. „Ich habe eine zweibändige Biographie über den großen Dramatiker Goldmund geschrieben!“ „Das ist nichts nütz!“ sagte Gott.„der Mann tut Buße schon seit hundert Jahren, er hatte das Vermögen, das in ihm gelegt ward, prostitniert des Beisalls und des Mammens wegen. Und ihr habt das nicht erkannt!" Der Dichter ward ganz kleinlaut und sah zu Boden.—„Ich habe auch einige Novellenbände versaßt!" „Ich weiß,“ fuhr Gott fork,„Männlein und Weiblein plätschern desgntgl# .bst 3s hm herbst. Astern blühen schon im Garten, färb! sich der wilde Wein, Reif liegt morgens auf den Fluren, Balde w.rd es Winter sein. Kutze Zeit ist ers vergangen, Grad', als ob es gestern wär', Da noch Primeln, Anemonen, Rosen prangten blütenschwer. So ist's auch im Menschenselen, Mählich firbt sich weiß das Haar, Und der Mensch fragt, wo geblieben All die Zeit, da jung er war. Welten auch die Blumen alle, Senkt den Leib man in die Gruft, Alle Blumen blühen wieder, Wenn sie weckt die Lenzesluft. Und zum Jenseits steigt die Seeie, Ueberalt, wo ein Vergehn Soigt anch. der die Welt geschaffen, Fül ein Wiederauferstehn. Hünnebeck. „Mein arm töricht Herz! jammerte er. Und er hörte nicht, wie zur Rechten Gottes Türen aufsprangen und Fittiche rauschten. Da rührte ihn Gott an:„Siehe, deine Sehnsucht hat zu mir geschrien aus der Tiefe deiner armen und glanzlosen Kammer bis hierher. Und sie war mir wie ein tausendfältig Gebei aller Unterdrückten und Armen und war wie ein Sturm, der meinen Vorn verwehte und in ein Mitleiden und eine Liebe wandelte! Und nun stehe auf, die Himmel grüßen dich?“ Und da sah der Dichter in die blauen Lichtmassen der offenen Paradiese, und tausend und tausend Engel standen da. Und Gott winkte mit den Brauen seiner Augen.— Da hub ein Singen an von den tausend und tausend Engeln, das klang und rauschte wie Frühlingssturm in Buchenkronen, wie Orgelklang in weiten Domen und wie das Rauschen wildbrandender Seen. Und ein Fichlocken jauchzte mit hellem Jubelton darein wie der Schrei eines ziehenden Wandervogels in dunkler Herbstnacht, und ward stark und stärker und ward zuletzt zu einem gewaltigen Hymnus, der die Weiten des, Himmels füllte und über den Dichter zusammenschlug mit brausendem, klingendem Wogenschwail. Sein Lied der Sehnsucht war, was die tausend und tausend Engel sangen.— Schauernd zwischen Schmerz und Lust stand der Dichter da, sein Herz blutete und quoll in heißen Tränen über, und er wußte kein Wörtlein zu sagen. Da nahm ihn Gott selbst bei der Hand und führte ihn in die klingenden Himmel. Spinnstuben und Burschenschaften. Von Prof. Dr. H. Naumann.“) Man kraucht Europa nicht zu verlassen, um das primitive Gemeinschaftsleben. d. 5 das Leben der Träger einer noch individua#####muslosen Kultur lebendig kennen zu lernen. Auch bei uns bewahrt die bäuerliche Berö kerung noch in vieler Beziehung den pr mi i en Gemeinschaftsgeist, dessen Reste auch in den Oberschichten der Nation noch hundert ältig weiterleben, und sie ist deshalb das Hauptobjekt der Volkskunde. Aber überwältigend geht einem etwa im europäischen Osten, z. B. unter litau.schen Bauern, der Begriff der primitiven Gemeinichaft auf. Fahren die Bauern eines litauischen Dorfes nach dem nächsten Flecken zum Markt, so ziehen sie wie die Ameisen ihre Straße einer hinter dem anderen her. Und wie diese sind auch jene äußerlich für den Fremden nicht zu unterscheiden. Zu gleicher Bartform, gleicher Haartracht, g'eicher Kleidung gesellt sich auch ein g'eicher Gesichtstyp und ähnliche Gestatt wie eine gleiche Körperhaltung. Die kleinen Schlitten im Winter, die kleinen Wagen im Sommer, auf denen die litauischen Bauern sitzen, sind gleich. Dor sich haben sie alle die gleichen Pferdchen unter dem gleichen Geschirc, und hinter sich boben sie alle scheinbar die gleiche Frau, Eigend auf einem Bund Heu, den Ropf verhüllt, den Oberkörper in kurzem Schafs#elz, den Unterkörper in leuchtend bunten Rock aus seibstgewebter Leinwand. Mehl, Eier und Käse bringen sie alle in gleicher Weise, in gleichen Gefäßen und Körben zum Verkauf, um Sa'z und Gewürze in gleicher Weise dafür einzuhandeln. In Rudeln stehen sie an dem Markte herum, von einer Bewegung werden ie alle ergrissen, von den gleichen Absichten und Gedanken sind sie alle beseelt. Lacht einer, so lachen sie alle mit; schimpft einer, so tun sie alle das Gleiche. Aber deutlich prägt sich in ihren Gesichtern und Gesten aus, wie nur das Neue und Ungewöhnliche ihr Interesse lund ein reflexartiges Nachdenken erregt, alles andere ihnen völlig gleichgüntig bleibt. Ihr Denken vollzieht sich gleichzeitig und bewegt sich in ausge ahrenen, gemeinsamen und unpersönlichen Geleisen. Sie denken in Rudeln und sie handeln in Rudeln. In Rudeln drängen sie sich alle in dieselbe primitive Kneipe, stehen danin berum, esten und trinken alle das Gleiche. Und wie sie alle hintereinander zur gleichen Zeit auf dem Markt angekommen waren, so verschwinden sie auch alle hin ereinander wieder zur geichen Zeit, fahren im Gänsemarsch und an giescher Gangart heim, um daselbst in ihren gußen wie innen vollkommen gleichen Gehöften ihr prähistorisch=primilkees, gänzlh um ornes Leben weiterzuführen, das in derselben Wertschaftsform. derselben Sprache und Sprechweise, denselben Liedern, denselben Anschauungen, demselben Wissen, denselben Festen, Sitten und Gebräuchen mit einer bisins kleinsie genauen Uebereinstimmung besteht. W#er in diesem Gemeinschaftsleben liegen die Grundsagen ihrer Kultur, liegt die Stärke und die Sicherheit jedes ein enen, die ihm Kunaus die Stärke und die Sicherheiteiner eigenen Persönlichteit ersetzt— solange er der Gemersschaft verbunden ist. Isoliert man den einseneu, so zeigt sich ein unausgeprägtes Ichdowußtsein, sein Mangel an Selbstvertrauen, so ist er##erloren und verkümmert, während die Gemeinschaft ihrerseit: den Verlust nicht allzu schmerzlich empfindet, da sie ihn nicht *) Aus deflou soeben erschienenen Buche: Grundzüge der deutschen Volkskunde. 166 Verien bes Quelle 1.811 wieder ausg'eichen kann. In diese# Saden] der Kuitur in noch nieman#ner ensich wil; es Induvid####äten noch nicht gibt wie: nur ein Gemeinschafts#####ranen und ein Ge meinschaftsbe rußtsein giot. Der Gemensiat verleibt die'e: Umstand eine so ide unerschütterliche Stärte, die sich auf den seinzelnen Aberträgt, der erst im Be ein mit seine. meinschaft wird, was er ist, uind durch sie erst Boden unter den Füßen gewinnt. Heimweh ist das primitive Gesühl de: aus seiner Gemeinschaft gersssenen. Wie al gemen bekannt, liegen die nächsten Paralieten Für alle diese Züge bei solchen Tieren denn Gmmeinschaften leben, und eben im Tierreih, bei Ametten. Bienen, Affen und etwa an dem Leben und Treiben einer Biberko one. hat man daher ohne Scheu diese Parallelen zu suchen. Arbeit und Geselligkeit führt die Gemennschaft der Mädchen den„Rosengarten“, heute eit kirchlich organisierten Jungecnrerein zu ibren freilich mehr und mehr schwindenden Spinnstuben vom Stä berbst bis Lichtmes o##er Fastnacht zusammen, oder zu den Schwing= ebenden bei der Flacsbearbeilung o#der zu gemeinsamem Bohnen chnitzen Rüsstiee nmachen. Federnschleis#en, Spticken. Näh.n Strohflechten, Steitzenk öopeln 9.e: Jeich z chgg kung der Kirche und der Fonseuchnansal ure. Für die Volksdichtung, für Sage und Lied, waren diese Suben(„Nockenstuben") voni ungemeiner Wichiget. In vorgerü ter Sunie erscheinen die Burschen; besondere Feiern, wie zu Weihnachten oder zum Abschluß, die lange Nacht“, finden statt, und der sittliche Standpunkt ist dann oft unver ehens wieder der natürliche und unverhüllte, wie er zn den Gemeinschaftshäusern der Jugendverbände primitwer Völler herrscht. Auch gemeinsamts Tavakpfsücken oder Sandhoen der Frauen (Sandmenscher) zum 1. Mai zeitigt mt Tanz und Rausch oft orgiastische Bilder ster Kultur. Der primitire Trieb zur Bandenbildung führt die der Schule entwachsene männliche Jugend des Docfes zu„Burschenschaiten“ und Burschenverbänden zus ammen Wätrend die Organisation sonst nicht die Stärke niederer Gesellschaften ist, sind hier streuge Satzungen mit einener Beanten chat. plan näßige Interessenver: und Sitte die Regel. Oft; en Burschenschaften mit ihren#erlichen## natzmezeremoniell und der plaumäsitzen Beteitigung an den Festen und Fu als Träger und Bewahre: de allen Gebräuche, doch haben sie in der Nässe von Universttäts; städten heute häufig studentische Siren mit Farben, Bändern, Komment und Fuchsmajorat angenommen. Zuweilen haten jie ihre Zusammenkünfte noch in besonderen Männerhäusern ab, oder, wo solche nicht vorhanden sind, etwa im Gemeindebrennhaus. Die Burschenschaft erhebt gemeinschaftlichen Ansuruch auf die Mädchen des Dorfes, sie versteigert oder verkeuft dem Burschen die Erwählle seines Herzens für ein Jahr(Mailehen); sie maßt sich eine strenge Gerichtsbarkeit an sie ist oft das ausübende Organ und der Trä er der Voiksjustiz, wenn die Gemeinschaft einen gegen sie verstoßenden Uebeltäter einen ihr unangenehmen Sonder in o er Eisenbröd er verfolgt. Sie veranstallet also zum Beispiel in der Gegend zwischen Jiar und Inn jenes berüchtigte Haberfeldtreiben, das nächtsiche Rügegericht, bei dem die vermummte Schar, der Hafer herein ist über die Felder unter rituellem Schweigen an das Haus des Verurteilten zieht diesen unter Hölentärm und Katzenmusik herausfordert und ihm duch den Mund des Habermeisters sein Sündenregister in Knittelversen verkündet.„Tierjagen“.„Rapreln",„Scha wari“ sino wiiere, rheinländische. Namen solcer Gem inocjust'z und parodierter Gelichtsverhandlungen, für deren Formen zum Teil die alte Fehme a's Kulturgut von oben ihr Beispiel abgegeben daben mag. Ein Vermächtnis aus alter Zeit. In die häuslichen Verhältnisse des Scätmittelalters gewährt un da erhattene Te##ament eines Bochumer Bürgersohner, des Vikars Joh. Barentrappe, vom Jahre 1508 einen Einblick. Es mag uns hier zugleich als Probe der Sprache jener Zeit dienen. Varentrappe hinterläßt„twe bedde, viff schulderküssen, negen par flessener laken, dri par van dri bauen(Bahnen) und noch dri var van derderhaiden danen und noch dri par van twen bauen, en stüick gebleledes doickes van drüttien elen; l#s hhifen, einen scheimen fetell van eime emmer, einen messinges doerssag. eine Lanne eine bratpanne, ein tinnen handfat, ein iseren lepell, tien kufseren##ötte klein und groit, ein minkanne, dri quartsannen, twe winkannen, ider ran eime mengesten, dri quartkannen, twe rateikenne#en, dri schinkenseütellen der i. eine eime emgaenden voir(umgehenden Fuß), vier schaffscütellen toe var tinnen nepoken, vier meisschüttelle, i en seit(Bratspe) und ein bratiseren twe#engehille twe brantroiden, ein fürtange, ein gaffell und ein koenten, twe taifflaten und jes handwelen, ein hantdaick, viff schinelaken, ein tinnen saltfat, twe listen oop der liberien(Bibliothek), ein kontoir (Rolikommode), houlten scütelienlete.l, houlten teller und beken, ein düppen tot der millich, eine keirne(Butterkerne), bruwevette (Braufässer) und ander houtten vatte, dri beitvette, einen wan(Wanne, Kornschwinge), ein scepell, ein mistgasell und noch ein gasell und ander instrumente, die dair noit sint tor dem Korn; noch ein kiste, di steit op dem huse an dem kerkhaeve, ein mostertmoelen, twe seggen(Sägen), ein hantbille und ander timmergereitschaff, einen tabbert(langen Rock) und noch einen degelixtabbert, ein lange swarte hevke und noch eine degelirhevke, ein par haesen(Hosen), twe koe und dri kalver van to jaer und noch twe kalver van düsseme jaer, ein groit brevier, expositionem pfalterii und ein passionell.“ Der Erblasser vermacht lvon diesem seinem bewegii# seinen Verwandten, zwei Kinen mit Büchern der Kirche, eine dritte Truhe dem Gasthause, leiner Magd Bate ein Bett, etliches Linnen und 1 Malter Roggen, seinen benen Rok der Kirche zum Meßgewande usw. Aus alle blckt die schlichte Einfachheit des fast un udene, zinnerne und hölze ne Gefäße enthaltenden damaiigen Bochumer Bürzersguses hervor, das, wenn nicht seinen eigenen Graukessel, so doch seine eigenen Brau= und Bierfässer hatte und dessen Gerätschaften und Viehbestand auf landwirtschaftlichen Betrieb und Selbstherstellung des Nötignen hinweisen. Westsalischer Vogratrung. Der schwarze See und Bischofsfang. Da, wo jetzt zwischen Minden und Lübbecke das Moor ist, war vor Zeiten ein See, der schnarze See genannt. In den umliegenden Dorfschaften sind noch manche Erinnerungen daran übrig geblieben. So hat Fiermanns Ho; in Isenstädt den Namen davon, daß hier der Fährmann gewohnt hat, um nach dem schräg gegenüber i. genden Husum überzusetzen. IIn Husum ist noch ein Schephörster an der 1Stelle der Horst, d. h. des hohen Vorsprungs, bei dem die Schiffer dort angelegt haben. Das Dorf Hartum hat seinen Namen davon, daß die Schiffer dort eine unbequeme, seichte Stelle zu vermeiden hatten, und deswegen, wenn sie dahin kamen, einander zuriefen: „Hart um! Hart um!“ Bei Hahlen war auch eine Fähre, die nach Haddenhausen Und von diesem Holen(hahlen) ist das genannt. Der Landungsplatz bei Hahlen war da, wo jetzt Röseners Winkel ist. An diesem Sec zwischen Hartum und Südhemmern lag in jener Zeit eine Stadt, die Bischofsfang hieß. Nach einigen hieß sie so, weil ein Fischsang, den der Bisch=f, gigt an der fischreitbgen Stelle besaß, Veranlassung zum Annau des Städtchens gegeben haben soll. Andere aber leiten den Namen von dem Blutgerichte und Gefäugnisse her, das hier gewesen ist. Dieser Ort ist schon lange versunken. Und das ist geschehen, well Unrecht und Gewalt hier, schhrer und vieljältig geübt worden sind. Iwingyerten, die hier gewohnt haben, sollen zu grauen Hasen verzaubert sein und in unterirdischen Höhlen herumlaufen. Seltsame Brunnen. Bei Paderborn ist ein Brunnen, Metron genannt. Aus ihm fließen drei Bächlein; eines führt ein klares, helles, warmes Wasser, das andere ein trübes, weißes und kaltes von einem starken Geschmack, und das dritte ein günliches, klares und säuerliches Wasser. Wenn aus dem mittelsten Bächlein Vöger trinken, fangen sie an zu zittern und sterben. So quillt auch eine Meile von Paderborn, beim Dorfe Altenbeken, ein mächtiger Quell zutage, dr heißt Bullerborn oder Polderdrun nen. Mitten in sandiger Ebene, wo man keine Quelle vermuten sollte, kommt und verschwindet er dreimal des Tages, und bricht dann jedesmal so stark hervor, daß seine Flut drei Müblengänge treiben könnte, und verrinnt cann, wenn er die ganze Edene mit großen Geiöse überschwemmt, wieder im Sande. (Aus Uhimann=Bixterheide: Westfalens Sagenbuch.) Gehenneschen.*) Von Friedr. Wilh. Grimme. Heute will euch aber der Strunzerdäler mal weisen, daß er auch Hodaits keuern kann; denn dies Stückschen is so fein ase Seide, da wör Plartdaits viel zu gemein. ! Gehenneschen was Mutters Söhnchen, un krichte jümmer Milch un Staußen, un von der Plundermilch ments den Schmant; un in de Kirche droffte er nich gehen, denn von dem Hauchen auf den kalten Steinern konnte er leichte den Schnowwen kraigen; un wenn Nabers Michel ihm mal stotte, dann schannte die Mama:„Ei du Groberjahn, willste das wohl llaßen? du sast unser Gehenneschen noch nich mal anfaassen, du hast ja keene Hanschen an“ K. 1—6 0 Aus diesem Gehenneschen woorte auch mal ein Gehannes, un aus diesem Gehannes woorte ein Schneider, und er peck seine Chle untern Aarmen un stoch sein Streicheisern in de Tasche, daß ihn der Wind nicht fortweggen söll, un woll auf die Wanderschapp gehen. Die Mama fenk all acht Täge vorher an zu greinen, un Gehannes was auch Greinens=Moote; am letzten Awende holte die Mama Nabers Kucheisern, vorrte süßen Däig ein un schlagte ein Dutz Eier darein un bock so feine Kuchen, die schmallten eime auf der Tunge Am andern Morgen schnallte er die Küssentaike auf den Puckel, die stont inz steif von den Kuchen, wischede sich die Augen, un: „Nun ade, liebe Frau Mama! in siewen Jahr sin ich wiederum da“; un die Mama helt die Schürze für die Augen un raip ihm noch lange nach: !„Gedenke mein zu jeder Frist, bei jedem Kuchen, den du iss'st.“ Gleich unterm Dorf fell ihm ein:„ick well mir mal ein wenig resten,“ un laggte sich in de Schwurzebirnen un aß sich trummeldick. Als er sich müde gelegen hatte, genk er födder un sunk:„Komm ich der dün Dag nit, komm ich der mooren.“ Es woorte heiß, un der Pucken daat ihm drücken. Er dachte:„ich will ihn lichter machen, un daat drei Kuchen raußer kraigen un aß sie mit gutem Areteite. Er kam auf den Rinkendaal vor Stadt B##ailen un daar sich noch einmal ümmesehn nach dem Strunzerdal, das war so schöne, un er dachte an sein Heime un seine Mama darin, un er krichte wieder drei Kuchen raußer un aß sie vor lauter Bedrübnuß auf. Er genk födder un kam auf den Eßhöfer Wald; da stont er auf einmal vor drei Wegen zugleich, da was guter Rai daier. Er saß sich in den Heid un achelte wieder drei Kuchen: aber er wußte ümmer noch nit, wohin? Un er nahm die leßten drei Kuchen, bekeich sie lange un dachte an seine Mama zerheime un aß un greinte derbei, un krichte vor Greinen was in die unrechte Strosse, daß ihm die Augen übergeloffen seind, un er dachte:„Wann das so in de Frümede geht, so geh ich viel lieber zu Mama zerrügge; da seind mir doch die Wege bekennt, und da gibt es alle Däge frische Kuchen, un ich brauche mich nich darein zu sticken. Ich habe jitzund die Welt kennen gelehrt un kann genug dervon verzählen.“ Un er suchte das Rüggespur auf un funk glücklich wieder, un sprunk vor Plasier baumeshoge, un ase er raafer kam ins Strunzerdal un hörte das Drengeldesheerenläuten von zerheime, da tuckte ihm das Herze, un er suchte un greinte in einem Ohme. Da ihm Nabers Michel in die Maite:„Jömmer, Gehannes! so kümmest diu dann hiär? diu huppelst jo, ase wann diu Blösen an de Feesse Gehenneschen awer verstund kein Plattdaits mehr, das hatte er in der Frümede verlehrt, un er schutte amme Koppe un flisperde:„Man sieht doch gleich, daß der Groberjahn noch nich auf der Wanderschapp, gewesen is!“ ihm der Rügge. Michel aber rief ihm nach: „Wachte! ik brenge dyi wier Plattduitsk byi, wann ik dik mol wier ohne Hansken anpacke? Gehenneschen aber eilte zu Mama un fiel ihr ümmen Hals:„Mutter! di Kuchen seind all, un ich habe die Welt gesehen!“ Un die Mama weinte vor Freuden un rorrte gleich wieder frischen Deig ein. * Das Stück ahmt die Sprache derer nach, die hochdeutsch sprechen wollen und es nicht könnn S S.K—T—S S. S##. ### L.EZE S 5 5 U. SSS S S 6 5 g5 S#es" DSEEEGIS S 5 5 555 5 S 2. # S0: aE # 8% 6%S Ec S.3 S 18 Kn IIII #gE SSSSSESSGTB Die neuesten Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Kapitellsiumt. In der Barihonstzen Leutschist b/grchlezente schon wirksamen bindung der deutschen Kapitalausfuhr von neuem unte strichen. Die deutsche Regierung hal in ihrer Foter. Reparationskommission vom 28. Mai 1922 klärt, in Ergänzung des Kapitalfluchtgesetzes vom 24. De Naknahmnen dur Verkhu heim“(aramiekomite ins treien zu setzen. Ueber die Grundzüge des Gese wurfs, der bereits dem finanzpolitischen Ausschuß des Reichswirtschaftsrates zur Begutachtung vorgelegen hat, erfährt die„Tel.=Un.“ aus parlamentarischen Kreisen Unter Beibehaltung der schon bestehenden die jedoch lediglich darauf abzielen, Vorgänge, durch, welche bewegliches Kapital in das Auslaud, Gigfethzig grundKenntnis der Steuerbehörde zu bringer,. guchu, sätzlich für die Ausfuhr von Kapital die vorherige Eenym gung des Finanzamtes Voraussetzung sein. Nach§ 1 des Entwurfs dürsen Banken Austräge, wvie sie Gu, 7 et zu16. reichende Erklärung mit einem Geneknigungzngrmerk des für den Auftraggeber zuständigen Fina#umts verseh even ausgestellte hrit, daß ihr Gewerbebetrieb regelStung 9 far osche Zahlungen, die innerhalb des regelhebt, nur fur.„(en merhll des regelAls Richtlinien für die von den Handelskammern ausZahlungsmitteln vom 2. Jebruar 19=2 borg=Fentzegung der liche Ausnutzung nachgewiesen ist. Die Zuszwerung p o ge eepe Geldstrafen bis zu 2 Millionen Mark, Verznswerte, auf die sich die strafbare Handlung bezog, , a die sich die und Bepolmachtigte breitete religiöse Presse durch die Teuerung in große Schwierigkeiten geraten. Jur Beraiung: Retin; sinde am 14. November ein außerordenti Pressotag in Berlin statt. Ein Meßkelch im Werte von einer Minion Mark ist von Einbrechern aus der Tatrister des S1. Josefsé. Heim i der Pappelallee 81 zu Berlin gestohlen worden. Der Kelch ist 25 Zentimeter hoch und außen stark vergoldet. Aus dem Reiche. Scharfe Matznahmen gegen das studentische unwesen. Gegen das Alensur= und Duellunwesen unter den Studierenden der Universität Jena werden, nach einer Bekanntmachung der dortigen Polizeiverwaltung, die Polizeiorgane in Zukunft unnachsichtlich einschreiten. Auch die Gastwirte und Grund stückseigentümer, die ihre Rän lichkeiten zur Ausführung von Mensuren und Zweilämpfen zur Verfügung stellen, sol#en wegen Beihilfe bestraft werden. Ein schrecklichee Erwachen. Wenn einer auf die Reise geht, so kann er was erzählen. Das mag jetzt auch ein belannter Kölner Rechtscnwalt, und zwar wehmütig für sich hinsingen, der dieser Tage von Berlin telegra####, zurückgerusen wurde. Er, o'n Ehemann, hatte auf der Reise nach der Reichshauptstadt in Düsseldorf in einem Gasthof mit seiner Liebsten nächtlich Station gemacht und die holde Weiblichkeit als seine Frau ins Fremdenbuch ein getragen. Am anderen Norgen war er in aller Frühe schlief“. Wer schildert nun sein Erstaunen, als er in Berlin bereits ein Telegramm vorfand, mit dem Sofort zurück. Frau wegen Diebstahls verheghgtegnzige unechte Gattin hatte nach ihrem Erwachen in ihrem Koffer mitgehen heißen. Ter Tiebstahl wurde natürlich bald bemerkt und festgestellt, daß„Herr und Frau“ Rechtsanwalt# aus Köln in hatten. Die Kölner Polizei wurde durch die Düsseldorfer sofort verständigt mit dem Effekt, daß die sechte„Gattin des Rechtsgelehrten verhaftet wurde. Wie mag jah ihr gegenüber später der redegewandte Gemahl da herauszureden versucht haben? + Der Streik bei Krupp. Die Aufforderung zur Wiederaufnahme der Arbeit an die rund 4000 streitenden Arbeiter hat Erfolg gehibt. Meldungen gehen in ihl ein, im Laufe des Dienstag vormittags schon 1500. Die Wiederaufnahme de: Betriebes hängt davon ab, ob gelingen wird, alle jene Gruppen zusammenzubringen, ür den orduungsge Gießgrei II ist mit den bisher Aislionen Tonnen Auslandsgetreide einführen müssen, und zwar zum Preise von 500 Millionen Papiermark. Wenn sich ui. die wirtschaftliche Lage entscheidend ändert, werden wir hierzu nicht in der Lage sein, und wie Oesterreich, ins Ausland betteln gehen müssen. Die Landwirtschaft muß dahr die Mittel und Kredite erhalten, um dieser Aufgabe gerecht werden zu können. Die Ernährung der minderbemittelten Bevöllerung muß von den Schultern der Landwirtschaft, die dies bisher allein unter Aufbringung von etwa 100 Millionen Mark geleistet hat, auf die Schultern sämtlicher tragfähiger Stände abgewälzt werden. + Aenderung der Reichsbiersteuer. Sicherem Vernehmen nach werden seitens der Reichsregierung bedeutende Abänderungen der Reichsbiersteuer und der Getränkeverkehrssteuer geptant. Verschiedene Abgeordnete der Bayerischen Volkspartei haben daher an die Regierung eine Aufrage gerichtet, worin der Befürchtung Ausdruck gegeben wird, das aus diesem Anlaß ein großer Zweig der Volkswirtschaft, der für Bayern von ausschlaggebender Bedeutung sei, nämlich die bayerische Brauindustrie, noch weiter als bisher zentralisiert und unionisiert wird. Die Regierung wird gefragt, ob sie bereit sei, diesem Uebermaße schädlicher Unitarisierung mit allem Nachdruck entgegenzuwirken. Aus aller Welt. stätten der Gußstahl=Fabrik sind in vollem Betrieb. Ins: gesamt sind mehr als 90 Prozent der Gesamtbelegsa, + Gräßlicher Selbstmord. Auf eine fürchterliche Art hat sich in Quettingen ein von Schwermut befallener Mann ums Leben gebracht, und dabei noch drei Personen mit in den Tod gerissen. Der Mann hatte auf einem Weiveplatz in der Nähe seiner Wohnung eine Granate angezündet und setzte sich darauf. Ein Freund, seine Braut und seine Mutter stürzten hinzu und wollten die glimmende Zündschnur entfernen. Sie kamen jedoch zu spät. Mit einem fürchterlichen Knall explodierte die Granate und Eisenbahndiebe unschädlich gemacht. Der Untersuchungsstelle des Eisenbahnverkehrsamtes in Magdeburg gelang es, eine aus dreizehn Personen bestehende Bande, die seit längerer Zeit planmäßig Güterzüge beraubte, festzunehmen. Als Haupttäter und Anstifter sind zwei entlassene Eisenbahmarbeiter festgestellt worden. Eine, Zgeite Diebesbande wurde bei der Güterabfertigung unschurtch Im Dienst verunglückt. Auf Station Selbitz verunglückte fnach einer Meldung des„Hofer Anzeige der verheiratete 46 Jahre alte Schaffner Wilh. Fischer aus Hof a. d. Saale. Der Mann glitt, als er auf den anfahrenden Zug zur Einnahme seines Dienstplatzes aufspringen wollte, aus und kam unter die Räder, wodurch ihm das rechte Bein in der Nähe der Hüftgegend abgefahren wurde. Der Tod trat sofort ein. Der Verunglückte hinterläßt eine Witwe mit mehreren, zum Teil nöch unversorgten Kindern, setzen, Iuhaber, Vertreiter uuo Otrtrr porhehnen. Ware absichtlich und obve Die, Zeigsinanzzenwaltung ist sich völig bewukt, daß unterschseberzgzt, gusiansaguthaben der voltsuptrischsuterkalten, und zwischen der Absicht der Steuerhinterziehung. Die Reichssinanzverwaltung verkeunt Pvon bothy zug daß aber überall dort eingeschritten werde bleiben sollen, raß ürer areralt Aert ungt#en soll, wo die Absicht der Kapitalflucht besteht, oas heißt wo der Gegemvert einer ausgeführten Ware in der Absicht, ihn der deutschen Volkswirtschaft vorzuenthalten, zum Schaden der deutschen Wirtschaft ganz oder teilweise im Rändige Behhrde= Virtung untersagen, daß er Die P eend vorn Aussicht genommen, deren Höhe sich nach dem ert, gerphlung bezog. Den Vetroffenen soll die BeZuwiderhandt,#K. Den Erckenstur,(olI die BePescde. Poedaeer Audt- ur Aehechng uenr in der Regel möglich sein wird, den soll Rund um Berlin. Die Falgen der Verteuerung des Straßenbahn= verkehrs. Die Erhöhung des Berliner Straßenbahntarifs Mark hat der Straßenbahn mehr als ein Viertel der Fahrgäste entzogen. Unter diesen Umständen wird sich die Verwaltung der Berliner Straßenbahn demnächst mit Maßnahmen beschäftigen, die zur Anpassung an, Hen, Rich gang des Verkehrs getroffen werden müssen. Eirmutlich wird sich eine Einschränkung des Verkehrs als notwendig erweisen, so daß etwa 800 bis 1000 Angestellte entlassen + Endlich eine geringe Hilfe für die Presse in Sicht! Ter Steuerausschuß des Reichstages beschäftigte sich am Dienstag mit der Inseratensteuer. Die Deutschnationale beantragten Aufhebung der Anzeigensteuer und später im Laufe der Beratung Festsetzung der Steuer für Bggr#sten 500 000„ auf ½ Prozent, fur die nächsten auf 1 Prrzent, für die folgenden auf 1½ Prozent und uver 2000000 auf 2 Prozent. Ein mehrfach abgeänderter demokratischer Antrag wollte für die ersten 600000 J 1 Prozent echeren, für die weiteren 600000 1½ Prozent und für den Restbetrag 2 Prozent. Gegen einen weiteren deutschnationalen Antrag, die Anzeigen= und Umsatzsteuer für politische zeitungen aufzuheben, sprachen sich insbesondere die Vertreter der Sozialdemokratie und der Regierungsvertreter aus. Ein Unterausschuß wurde eingesetzt, der eine endgültige Regelung vorschlagen soll. Es ist zu erwarten, daß der Ausschuß allgemein einer Erleichterung für die Presse utin zpangelischer Pressetag für Pressenot. D. der Tagespresse ist bekanntlich auch die außerordentlich verGraf Burian F. In Wien ist dieser Tage der frühere österreichisch=ungarische Außenminister Graf Stefan Burian im Alter von 71 Jahren gestorben. Burian war wiederholt Minister, zuletzt kurz vor dem Zusammenbruch der DonauZugzusan venstoß. Bei Dorubanda in Rumsrien stießen zwei hintereinander fahrende Züge mit nehmern an der rumänischen Krönungsfeier zusammen. Nach den bisherigen Feststellungen wurden 30 Personen getötet und etwa 50 schwer verletzt. + Feuerüberfall auf eine kommunistische Versammlung in Bulgarien. Dieser Tage hat die kommunistische Partei in Küstendil eine große Versammlung abgehalten, welche abends mit einem gemeinsamen Essen geschlossen werden sollte. Um Mitternacht drangen plötzlich, Personen in den Saal und eröffneten ein heftiges Feuer auf die Kommunisten, welche mit Schüssen aus Revolvern erwiderten. Ehe die Behörde eingreifen tonnte, zählte man schon drei Tote und eine große Anzahl von Verletzten. Die Wache schritt ein und nahm 70 Personen in Haft. + Eisent ahnunglück bei Paris. In Norden von Paris, bei der Station St. Tenis, stießen zwei Eisenhahnzüge zusammen. Sieben Wagen wurden umgeworfen, bier Ton und 20 Verletzte sind bisher festgestellt. Volkswirtschaftliches. + Die Lage der deutschen Landwirtschaft. Der geschaftsführende Vorsitzende des Reichsausschusses der den schen Landwirtschaft, Eder von Braun im giglisgenpfigge am Dienstag Vertreter der, Praiigenpsigriche Gage: de gende Ausführungen über die augenblickliche Luge in der Landwirtschaft: Wir leben in einer Zeit steigenden Nervosität und der allgemeinen Unsicherye## des Wirtschaftsleben. Mit Recht macht man sich an den maßgebenden Stellen die größte Sorge, wie die Ernährung der Bevölkerung nach dem ungewöhnlich schlechten Ausfall. der Getreideernte durchgeführt werden kann. Begirung schaft ist der Anschauung, daß die von der Regierung geplanten Maßnahmen das Gegenteil von dem erreichen werden, was bezweckt ist. Obgleich die Getreideumlage bereits zu einem Mißerfolge zu führen droht, wird heute offen von der Einführung der Zwangswirtschaft grgezenr,eroe die scheochten, Er Herriggen der,Gafteg dem, man in weiten Das Hilfswerr der Landwirtschaft, vin. man in weiten Kreisen unberechtigterweise skeptisch gegenüber steht, bereits zu einer starken Intensivierung der Landwirtschaft geführt. 50 Prozent Stickstoff ist mehr verwandt worden, wie i. V. Ebenso ist der Verbrauch von Kali stark gestiegen. Nur Phosphate sind in viel geringerem Maße verwandt worden, weil sie in Deutschland zu einem erschwinglichen Preise nicht zu beschaffen waren. Wenn der Erfolg nicht den Erwartungen entsprach, so war hieran der außerordentlich ungünstige Sommer schuld. Kreditnot und Kapitalmangel machten sich zudem immer stärker geltend. Wenn die Landwirtschaft produktionsfähig bleiben will, so kann die C treideumlage zu den in Aussicht genommenen Preisen nicht getragen werden. Nur eine rein sachliche von der Parteipolitik unberührte Erörterung unserer Versorgungswirtschaft kann uns von Nutzen sein. Unsere wichtigste Aufgabe ist es, die Ernährung des nächsten Jahres sicherzustellen,##d der minderbemittelten Bevölkerung das Leben in diesem Winter zu ermöglichen. Wenn die Befürchtungen der Landwirtschaft eintreffen, so werden wir im kommenden Jahre zur Sicherung unserer Ernährung drei dem Gerichtssaal. + Her neue Prozeß vor dem Staatsgerichtshof. Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik trat am Dienstag Stagts oe ssentlillen Verhandlung zusammen. “ einer, Ape ve, ov die setzige Tagung der Begümtigung. “ der Lotpch, hern und Fischer nach verübter Lat die die bathen,„#anworten haben sich der Schriftsiteller od“ Hans Wilhelm Stein auf Burg Saaleck und der Austakt zur Tagung bildete die Verhaudtu,g. geoge, ammlung eitoen, be würde er eizeiner Veleidigung bewußt zu sein. daß Burg Saaleck auf fünf Meilen in Unkreise das einzige kundungen ihres Mannes im wesentlichen. Darauf schilderte die Verleidiger das Wort. Sie plädierten für beide Angeklagten auf Freisprechung. Nach 4¼ Uhr wurde die Verhandlung geeröige, salen Soge der Urteilsbegründung wird au oe Haß der Versuch unternmmen worden sei, der Erfolg Angaben von Dr. Stein seien in keiner Wise widersegzt.u und danach sei es sehr wahrscheinlich, daß er vollstandig un schuldig ist. Vermischtes. Der fruchtbare Aprikosenbaum. In dem Garten Manderstoon in Mailand befindet sich ein Aprilosenbaum von kleiner Höhe, aber großer Breite, der ein Auter von etwa 50 Jahren hat. Dieser Aprikosenbaum ist wohl der fruchtbarste seiner Art und eine Sehenswürdigkeit. Wie Mailänder Blätter berichten, sind in diesem Large,### 8810 Aprikosen von diesem Baum abgelesen„#u, alle noch 4800 Aprikosen sind auf ihm zu zahlen. Sie sollen abgenommen werden, wenn sie reif sind. K Kauft man immer noch vorteilhaft Bahnhofstraße 26 bei Wochenbeilage zur er In bell=Garkelt Ratgeber zur Garten- und Jeldbestellung M K Schwerter Zeitung Wie verschafft man sich Winterleger? (Nachdruck verboten.) Daß„Winterleger“, d. h. Hühner, die einen großen Teil ihrer Eier in den Wintermonaten produzieren, sich am besten bezahlt machen, eben weil Winkereier am teuersten sind, unterliegt wohl keinem Zweisel. Und gerade deshalb wird immer wieder die Frage gestellt: Welche Hühner sind die besten Winterleger? Da wird dann bald diese, bald jene Rasse empfohlen. Buchstäblich genommen gibt es überhaubt keine besondere winterlegende Rasse. Die Eigenschaft, recht viele Eler zu produzieren, und einen großen Teil derselben auch noch zu gewissen Jahreszeiten, ist nicht einer besonderen Rasse eigen, sondern liegt vielmehr zur Hauptsache nach in den äußeren Verhältnissen, in denen das Tier aufgezogen ist, begründet. Es sind hier namentlich drei Punkte, auf die es besonders ankommt: 1. Wahl der richtigen Rasse, 2. planmäßige Zucht, 3. gute Pflege. In der Regel werden die schweren und mittelschweren Rassen als beste Winterleger empfohlen. Wenn dieses auch in gewisser Hinsicht richtig ist, so muß doch betont werden, daß auch diese Rassen in sich selbst auch keine ausgeprägten Winterleger sind. Dazu spielen gar zu viele verschiedene Faktoren mit. Im allgemeinen aber kann gesagt werden, daß die schweren und mittelschweren Rassen mit kleinem Kamm eine gute Grundlage abgeben für die Herauszüchtung einer guten winterlegenden Rasse. In der Regel werden hierzu die mittelschweren Rassen vorzuziehen sein. In jeder Rasse aber befinden sich gute, mittelgute und schlechte Eierproduzenten. Und da ist es nun, wie bei jeder Zucht, Hauptbedingung, nur von den besten Tieren weiter zu züchten und die Nachzucht auszuwählen. So suche man immer produktivere Individuen hervorzubringen, was auch für die Legefähigkeit im Winter von großer Bedeutung ist. Aber auch der Zeitpunkt der Auszucht ist hiefür von großer Wichtigkeit. Wenn man von den jungen Tieren schon im Winter eine größere Eierzahl erwartet, so müssen sie bis zu der Zeit auch völlig ausgebildet und kräftig entwickelt sein. Darauf ist das Hauptaugenmerk zu richten; dies muß bei Ansetzung der Brut in Betracht gezogen werden. Da die größeren, schweren Rassen auch längere Zeit zu ihrer Entwicklung gebrauchen, so muß das Ausbrüten derselben auch entsprechend zeitig geschehen. Im allgemeinen darf man wohl sagen, daß die mittelschweren Rassen je nach ihrer Wachstumsfreudigkeit im März bzw. April erbrütet werden müssen, wenn sie mit Beginn der kälteren Jahreszeit völlig ausgewachsen sein sollen. Der wichtigste Punkt zur Erzielung guter Winterleger liegt aber in der Pflege. In der Regel hält man diese schon für gegeben, wenn man die Tiere gut mit entsprechendem Futter versieht. Selbstverständlich spielt das eine große Rolle; von ausschlaggebender Bedeutung aber ist die tägliche Sorge und Pflege, die der Züchter seinen Tieren zuteil werden lassen muß, wenn er sein Ziel erreichen will. Dazu rechnen wir vor allem, daß den Tieren stets Gelegenheit zur Aufnahme von frischem Grün bzw. andern saftigen Pflanzenteilen gegeben wird, daß im verabreichten Futter die animalischen Stoffe nicht fehlen, daß das Futter in der kalten Jahreszeit angewärmt und das Trinkwasser überschlagen verabreicht wird, daß die Aufenthaltsräume hell und luftig und so großebemessen sind, daß alle Tiere reichlich Platz finden, daß die Nachträume durch die Eigenwärme der Tiere so warm gehalten werden, daß aufgestelltes Wasser dort nicht gefriert, daß den Tieren ausreichend Gelegenheit geboten wird, sich durch Scharren und Bewegung die nötige Körperwärme zu verschaffen, daß sie sich durch ein aufgestelltes Staubbad von dem lästigen und schädlichen Ungeziefer befreien können, daß man die Pfleglinge liebevoll und freundlich behandelt. Wer alles dieses sorglich beachtet, wird auch das oben gesteckte Ziel erreichen, nämlich: verhältnismäßig zehlreiche Eier in der kalten Jahreszeit. Sch. Viehzucht. Futterrüben an Schweine. (Nachdruck verbaten.) Futterrüben können den Schweinen sehr wohl im rohen Zustande verfüttert werden. Als Mastfutter dürfte es jedoch zweckmäßig sein, die Rüben nur gekocht oder gedämpft zu verabreichen. Das Wasser, in dem die Rüben gekocht oder gedämpft wurden, muß mit verfüttert werden; bei den Kartosseln gießt man dasselbe bekanntlich weg. Die Verfütterung der Rüben muß allmählich vor sich gehen, d. h. es muß mit der Verabreichung kleiner Mengen zunächst begonnen werden. gs. Feldwirtschaft. Stickstog für die Wintersaaten! (Nachdruck verboken.) Wenn die Wintersaaten im Frühjahr schwach und unzufriedenstellend stehen, so liegt häufig die Ursache darin, daß die Pflänzchen im Herbst nicht die nötige Kraft und Größe erlangt haben. Bei allseitiger Anwendung von Kunstdünger kann diesem Uebelstand in der Regel entgangen werden. Es ist nicht genug, der Saat im Frühjahr dann Stickstoff zu geben, weit vorteilhafter ist es, schon im Herbst denselben anzuwenden, zumal in dieser Jahreszeit ja ein Verlust der Nährstoffe nicht zu befürchten ist. Besonders Weizen benötigt schon im ersten Wachstum größere Mengen Stickstoft.—6. drennen. Hat man große Flächen zu decken, so ist es sehr vorteilhaft, wenn man das Spargeskraut dachziegelförmig von Ost nach West legt, jedenfalls so, daß es dem Winde möglichst geringe Angriffsflächen bietet. Die Windseite ist allenfalls noch mit Stangen oder dergleichen zu beschweren. Im zeitigen Frühjahr ist das durch Schnee und Feuchtigkeit zusammengepreßte Kraut mit der Gabel zu lockern, damit Luft und Licht zum Boden dringen können. Schreiter. Zimmergärtnerei. Anerklärliches Klänkein von Zimmerpslanzen im Hause. (Nachdruck verboten.) Erfahrene Blumenfreundinnen bedauern, daß oft trotz aller ihrer sachkundigen Pflege die Pflanzen kränkeln. Ursache sind fast immer die nicht genügend dicht schließenden Fenster. Ein eisiger Zugwind trifft die Pflanzen hier und da, und der große Gegensatz zwischen warmer Zimmerluft und Gefrierluft da draußen will den Pflanzen, auch den derben, nicht zusagen. Die empfehlenswerten Doppelsenster mildern freilich diesen Uebelstand, weil zwischen den beiden Fenstern die Lust vorgewärmt wird; aber der Zug bleibt, und nicht minder zum Teil auch die Kältewirkung. Das Verstopfen der Fugen ist wirksam, aber erschwert das Lüften und die wünschenswerte langsame Erneuerung der Zimmerluft. Das einfachste und wirksamste Mittel ist Papier, das bekanntlich ein sehr schlechter Wärmeleiter ist. Man legt einige Bogen festes Packpapier auf das Fensterbrett derart, daß breite Ränder desselben gegen die Fenster hochgeschlagen werden können. Die durch die Fugen tretende kalte Luft trifft auf das hochgeschlagene Papier, wird abgelenkt und verteilt, und mit der warmen Zimmerluft gut vermengt, verliert sie alle schädliche Wirkung. Geflügelzucht. Ueber Krankheiten der Gänse hört man selten etwas, es sei denn, daß die Herden von Seuchen befallen wurden. Ungeziefer findet sich nur bei abgemagerten und nicht reinlich gehaltenen Tieren. Zuweilen tommen Vergiftungen vor infolge Genusses von Schierling, Hundspetersilie oder Bilsenkraut. Auf der freien Weide rühren die Gäuse diese Kräuter instinktmäßig nicht an, um so mehr hat aber der Züchter aufzupassen, daß er nicht unvorsichtigerweise solche Kräuter mit den Nesseln pflückt und sie dann zerschnitten den Tieren vorsetzt. Vergiftungen, welche ebenfalls mit dem Tode der Tiere endigen, können ferner herbeigeführt werden durch den Genuß vergifteten Wassers. Letzteres wird vergiftet durch Ausspülen und Auswaschen von Säcken, in welchen künstliche Dünger, Chilisalpeter, Superphosphat usw. geliefert wurde. Man lasse die Tiere also niemals zu solchen Teichen und Gewässern, in welchen derartige Säcke gereinigt werden. Sehr empfindlich ist der Schädel der Gaus. Ein ganz leichter, mit einem dünnen Stöckchen, einer Rute oder der Peitsche erteilter Schlag ist oft hinreichend, das Tier sofort zu töten. Manchmal stellen sich bei den Gänsen schlagartige, schwindelförmige Anfälle ein, die sich in einem beständigen Herumdrehen des Tieres äußern. Es ist dies die Folge eines zu starken Blutandranges nach dem Kopfe. Ein sicher wirkendes Mittel hiergegen ist der Aderlaß. Man öffnet mit einem scharfen Federmesser die deutlich erkennbare Ader unter der Zellenhaut, welche die Schwimmhäute umschließt, und die Krankheit wird sofort behoben sein. W. H. SMh Garkenbau. 1 Winterdecken. Viele unserer Kulturpflanzen brauchen zur besseren Ueberwinterung einer Schutzdecke. In der Regel schadet ihnen sonst der Barfrost, der Frost ohne schützende Schneedecke, und im Frühjahr besonders der schnelle Wechsel von Frost und Wärme, der ein Zusammenziehen bezw. Ausdehnen des Zellinhaltes bewirkt und dadurch die Zellen und Gefäße zersprengt. Zum Decken soll man ein Ruterial verwenden, das Licht und Luft nicht ganz abschließt. Der idealste Schutz ist Fichten= und Tannenreisig; auch Kieferreisig ist noch gut zu verwenden. Laub ist mit größter Vorsicht zu gebrauchen, weil es oft die Pflanzen zum Stocken bringt. Ein gutes Material ist auch das Spargelkraut, sofern es frei von Spargelrost ist; sonst in es sotort nach dem Abschneiden im Herbst###.Vem. Kleintierzucht. Fütterungsregein der Kleintierzucht. (Nachdruck verboten.) Alle Aufenthaltsräume, Futter= und Trinkgefäße sowie alle Gegenstände, die bei der Zucht benötigt werden, müssen recht häufig und zu regelmäßigen Zeiten sorgsam gereinigt und desinfiziert werden. Sobald die Spreu feucht und schmutzig wird, muß sie entfernt werden. Die einzelnen Ställe sind gründlich auszukehren, bevor man neue Streu hineingibt. Sorgfältige und peinliche Sauberkeit beugt in hohem Grade der Besudelung des Futters vor. Auch die einzelnen Futtergefäße müssen des österen gereinigt werden, um ein Eindringen von Schmutz in das Futter zu verhüten. Ebenso sind die Wassergefäße täglich mindestens einmal gründlich zu reinigen und auszuspülen. Das Trinkwasser muß in Gefäßen solcher Form vorgesetzt werden, in denen eine Verunreinigung seitens der Tiere ausgeschlossen ist. Niemals darf so viel Futter in die Spreu gegeben werden, daß es nicht in kurzer Zeit aufgezehrt wird oder über die nächste Mahlzeit hinaus liegen bleibt; denn sonst wird es keicht beschmutzt und für die Tiere ungenießbar. Vernachlässigungen diejer Art geben häufig zu Krankheiten Anlaß. Sp. Jagd. Jagd auf Krähen. Die Krähe ist tafelfähig geworden. Früher beachtete man den schwarzen Vogel wenig oder gar nicht, sprach wohl auch gar verächtlich von ihm und seiner Sippe. Sehr interessant gestaltet sich die Krähenjagd im wo gleichzeitig das erwachende Leben in Feld und Wald manchen Jäger für den Schnepfenstrich entschädigt. Es ist nun kein Kunststück, reiche Beute zu machen, wenn man am Spätnachmittage den richtigen Platz gewählt hat. In großen Scharen kommen sie zu ihrer gewohnten Einfallstelle und sind in diesem Augenblick fast wie benommen, während man ihnen doch sonst Klugheit und Geriebenheit andichtet. Auch während der Knallerei kommen, immer neue Schwärme, auch die beschossenen kehren oftmals zurück. Eine Befreiung von diesen schwarzen Gesellen ist für die Wildbahn durchaus notwendig; besonders die Saatkrähe ist dem eben gesetzten Junghäschen, der jungen Ente und andern Jungvögeln sehr auf der Spur und kann großen Schaden anrichten. Im Winter ist die Krähe nicht schwer zu überlisten, weil sie die Not in die Ortschaften treibt, während im Frühjahr nur selten ihre Rückkehr bemerkt wird, wenn sie es nicht gerade auf Junggeflügel abgesehen hat. Zum Abschuß kommt man dann nur am Horst. Jedenfalls bietet die Krähenjagd dem Jäger nicht nur hohe Befriedigung, sondern bringt ihm auch klingende Münze, da der augenblicklich sehr gesucht ist.— C. R. Bienenzucht. Schafft den Blenen eine trocene Binterstube! (Nachdruck verboten.) Stocknässe ist eins der größten Uebel bei der Ueberwinterung. In nassen Beuten kann kein Volk gut gedeinen. Darum beugt Stocknässe nach Möglichkeit vor. Merke dazu folgendes: 1. Alle Beuten, die zu nahe am seuchten Erdboden stehen, nässen. Ist bei Erbauung des Vienenhauses nach dieser Richtung gesehlt, so setze alle Veuten der unteren Ctage auf eine wärmende, trockene Schicht von Holzwolle oder Moos. 2. Besonderer Stocknässe sind alle nicht von Bienen besetzten Waben ausgesetzt. Entserne darum nach einer kühlen Herbstnacht alle nicht von Bienen belagerten Rahmen aus dem Winterraume! 3. Stark nässen alle Beuten, in denen die Bienen Luftmangel ausgesetzt sind. Darum lasse die Flugöffnungen den ganzen Winter— auch bei der strengsten Kälte— offen, nur geschützt durch praktische Schieber oder vorgesteckte Nägel gegen eindringende Mäuse! 4. Stark nässen alle Beuten, in denen sich Zugluft breit machen kann. Sie ist dei gefährlichste Feind der winterlichen Bienenruhe. Die in neuerer Zeit viel gepriesene Vorrichtung, Luftkanal geheißen, welche der, verbrauchten Luft einen Abgang nach rückwärts, in den Raum zwischen Fenster und Tür gewährt, hat sich nicht bewährt. Fort damit! Einziger Weg der Lufterneuerung muß das Flugloch bleiben! 5. Auch ungeeignetes Füllmaterial fördert die Stocknässe. Als solches gelten Heu und Stroh. Wir nehmen lieber Holzwolle oder gut getrocknetes Moos. 6. Um der starken Ausdünstung der vielen Bienen einigermaßen zu begegnen, können wir die Verschlußkeile unten am Fenster oder Drahtgitter entsernen und dafür Polster aus Holzwolle oder Moos einschieben, aber biendicht! Die Abdichtung zwischen Brut= und Honigraum geschieht zweckmäßig in der Weise, daß auf die Oeffnung, zusammengelegte Säcke oder Tücher, und auf diese dann das Füllmaterial gelegt werden. Alles Füllmaterial muß lose aufgelegt, darf niemals zusammengepreßt werden. 7. Ob die Fenster bleiben oder statt derselben Drahtgitter eingeschoben werden, ist gleichgültig. Nur muß bei Drahtrahmen ein ganz genau passendes Kissen aus Holzwolle oder Moos oder eine Filzdecke eingeschoben werden, damit keine Wärme durch das Gitter entweicht. Wat. Winke zur Aufbewahrung von Wintergemüse. (Nachdruck verboten.) Mehr denn je sind wir heute darauf angewiesen, unsere Lebensmittel zu vermehren, bzw. dafür zu sorgen, daß nichts Brauchbares umkommt und nichts Eßbares verdirbt. Solches bezieht sich auch ganz besonders auf unsere Herbst= und Wintergemüse und deren Aufbewahrung. Was von Gemüsen zur Einwinterung bestimmt wird, muß vor allen Dingen gut ausgereift, gesund und unverletzt sein. Alle beschadigten und nicht ganz ausgereiften Stücke soll man getrennt für den schnellen Gebrauch aufheben oder einkochen und konservieren. Am trockensten müssen die Zwiebelsorten lagern. Für diese empfieht es sich, sie in engmaschige Netze, die oben und unten Griffe haben, aufzubewahren. So aufgehängt, lüften sie durch, bleiven trocken und kommen, falls öfters das unterst zu oberst gehängt wird, nicht zum Faulen. Wo ein luftiger Hausboden zur Verfügung steht, mag man die Zwiebelfrüchte auf der Diele dünn ausbreiten und dei Frostwetter mit trockenen Säcken zudecken. Kohlarten lagert man am besten im Keiler nebeneinander, mit dem Strunk nach oben, auf besondere Brettergestelle. Gleiches gilt auch für Kohlrabiknollen. Hat man keine Bretter im Keller, mag man die Früchte auch in Sand betten, ebenso alle Wurzelfrüchte, Rüben u. dgl. Zu beachten ist bei dieser Einlagerung, daß der Keller eine reine, gute Luft hat, also durchaus geruchlos, weder muffig noch stockig riecht. Wände und Decke sind daher vorher gut abzukehren und vorteilhaft mit frischem Kalkanstrich zu versehen, wodurch jegliche schädliche Bildung von Schimmelpilzen unmöglich wird. Holzgestelle sind gleichfals vor der Benutzung grundlich zu reinigen. An sonnigen, trockenen Tagen ist ausreichend zu lüften, damit etwaiger Modergeruch ausgetrieben wird. Dumpsige Luft fördert die Fäulnis. Zur Cinlagerung in Sand benutze man guten, reinen Flußsand, der in der Sonne gut abgetrocknet ist. Wo der Keller zur Einwinterung nicht ausreicht, da muß im Freien eingelagert werden. Zu diesem Zweck benutzt man eine Erdgrube von reichlich ½ Meter Tiefe und 1—2 Meter im Geviert, je nach Bedarf. Von den Kohlarten schneidet man die Wurzeln ab und legt Kopf an Kopf, darüber eine Schicht Stroh und dann Erde; ebenso verfährt man man mit den Wurzelfrüchten, von denen das Kraut entfernt ist. Wenn angängig, ist die zur Ueberwinterung festgelegte Frucht häufig nachzusehen, damit faulige Stücke sojort entfernt werden können. Th. Ein Kaninchenstall für den Winker. Für Züchter, die ihre Tiere im Winter im Freien in ihrem Holzstall lassen müssen und sie nicht unter Dach und Fach bringen können, empsiehlt es sich, einen Stall herzustellen, wie ihn unsere Abbildung zeigt. In einem kräftigen Holzkasten baut man eine Art Gewölbe aus biegsamen starken Ruten und überdeckt das Gewölbe dann fest mit Stroh und schließt schließlich den Kasten mit einem überragenden Deckel ab. In solchem Stall können die Kaninchen den schärfsten Winter im Freien ohne Gefahr überdauern. We 5 . S -p. K