— S Goge*g RPEn 85.8355 S 2°Sag. S S 9SESS 388 R STEAPS BSSWS . S: S7: 8 S: San S 5mgE. 5 580 SS S: „SGBRS ngn . 9# S 9 S ESFTN S HESS: #0 8 958 8 S Sgns. *% 9 7 0.— S C a S S8SSE S SRSSTE 7—"—— EESSSSDS; 8— 9010 S 980.57 5 ## Ser. # S 9 8 # S 5 aS S E S a S#gn 888.9 SBe. 0 S GSE 9. 95 B SSSPSSS # S SON 2 S 9— 0 S##SEEE 7 SS0nS! S S L o S T: =P#n! GFDGCDET S Su:Sunc: * d. der elleicht Hause. er, die eine Arm mulein, Ein ill den mmeln 1. In und er und ers zu. d. von #ld hat Schicklesem lieferte Regelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Heimatdlätter. u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung Unser Blatt. n UinterSport und Lurmm. 2 Sactemnalto. Kunst u. Wissen. n Cartenratschläge. Verdunden mitt Schworter Cageblatt und Raneiger Sehmender Tei-einng Soo Commbelant Schwerter Volksbrtt □ Weithelener Zeitung Zeitumg Langscheder Zeitung Lmttöches Uretobtatt für den Anes werte.##zwicheter Zeitung Seuusclangeiger### den Kreis Hörde. Die„Schwerter Jeitung“ erscheint verkläglich. n Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Car! Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel. 62. Postscheck: Dortmund 2852 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Nichterz k Swerte. Msssssssmmssss Montag, 23. Oktober 1922 55. Jahrgang Zum Immer, wenn der sittliche Tiefstand eines Volkes die Talsohle erreicht hat, werden die„Mütter" als gute Geister beschworen, um wenigstens das kommende Geschlecht wieder aufwärts zu führen und damit ein besseres Zeitalter herbeizuführen. S Neueste politische Nachrichten. Beim Reichspräsidenten waren Freitag nachmittag das Amsterdamer Orchester, die niederländischen Gesandten der Reichs= und Staatsregierungen u. a. m. zum Tee. * Die Zusammenkunft der amerikanischen [Diplomaten mit dem Chef der Staatsabteilung für die westeuropäischen Angelegenheiten in Washingotn Casteloe hat gestern vormittag begonnen. * Der frühere Minister des Aeußern der österreichisch=ungar. Monarchie, Gdaf Stephan Burian, ist gestern im Alter von 61 Jahren gestorben. * Lloyd George und seine Einpeitscher wollen wie jetzt auch Westminister Gazette berichtet, eine Zentrumsprartei bilden. Lloyd Gesorge bereite sich auf einen Aufruf an das Volkvor. * Der französische Senat nahm einen Vorschlag an, den 1. Januar, den Jahrestag des [Waffenstillstandes, als Siegestag zu seiern. * Poincaree erhielt eine Mitteilung Curzons, in der dieser den 13. 11. als den Tag des Zusammentritts der Orientfriedenskonferenz vorschlägt; sie soll in Lausanne stattfinden. * Nach den letzten Meldungen vollzieht sich die äumung Thraziens durch die griechischen kruppen ohne Zwischenfall. Das Ortskartell Barmen des Deutschen eamtenbundes erhob in einer Versammung Einspruch gegen die von der Reichsregierung beabsichtigte Neuregelung der Beoldung, da diese den Wünschen und Erwartungen der Beamtenschaft nicht entspreche und die Nängel der bisherigen Besoldungsordnung in verschärftem Maße aufweise. Die Versammlung erklärte sich besonders gegen die Staffelung der rauenzulage und den beabsichtigten Fortall der bisherigen Wirtschaftsbeiilfe für das Industriegebiet. * Die Stadtverordnetenversammlung Breslau hat bestern in geheimer Sitzung beschlossen, Gerart Hauptmann aus Anlaß seines 60. Gevurtstages das Ehrenbürgerrecht der EStadt Breslau zu verleihen. * Auch die Angestellten von Anwälten sund Notaren werden jetzt infolge der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse massenhaft entlassen. Die Entlassenen suchen nun zumeist eine Beschäfkigung bei den Justizbehörden nach. Der Justizminister hat verfügt, daß für solche Anbestellte nur eine Uebernahme in den Kanzleidienst stattfinden könne, nicht aber in ein Beamtenverhhältnis. Auch sollen nur besonders brauchbare Kräfte berücksichtigt werden. * Nach eener der letzten Regelungen der Beamtenbehälter erhielt der Bürgermeister Dr. Quehl der Stadt Beneckenstein(Harz) ein Jahlesgehalt von 64 925 J. während der Schuldie der derselben Stadt 67 400 Al bezog.— Wir haden nichts gegen das Gehalt des Schuldieners, es Ist heute notwendig, um leben zu können; aber Fann soll man auch die verantwortungsvolle ArStadtoberhauptes demgemäß bewerten. Der neue Kurs in Englan.. Der Sturz Llohd Georges. ul urückget kam Wie ein Blitz aus heiterem Himmel aus London die Kunde von dem Rücktritt Lloyd Georges. Zwar sprach man schon seit Tagen und Wochen von einer neuen Lloyd=George=Krise, aber an solche Krisen war man schon so gewöhnt, daß man erwarten konnte, der alte Fuchs würde sich auch diesmal wieder aus der Schlinge ziehen. Mindestens glaubte man, das Kabinett werde erst die Neuwahlen abwarten. Wenn sich Lloyd George jetzt doch anders entschlossen hat, so mag den letzten Anstoß dazu der Ausgang einer Ersatzwahl in New Port gegeben haben, bei den ganz unerwarteterweise der konservative Kandidat über seine Gegner aus der liberalen und der Arbeiterpartei siegte. Man durfte in dem Ausgange dieser Wahl eine Bestätigung dafür sehen, daß die koalitionsfeindliche Richtung in der konservativen Partei nicht nur unter den Führern, sondern auch im Volke die Mehrheit hinter sich hat. Im klassischen Lande des Parlamentarismus ist man aber für solche Wetterzeichen sehr feinfühlig. Mit Lloyd George verschwindet der letzte führende Staatsmann von seinem Posten, der schon während des Weltkrieges und seitdem ununterbrochen die englische Politik geführt hat. Herr Poincaree wird darin einen Erfolg seiner Politik sehen, und wird es vielleicht als sein persönliches Verdienst in Anspruch nehmen, daß er seinen Gegner zur Strecke gebracht hat. Lloyd George ist über seine Orientpolitik gestürzt, in der er sich der französischen nicht gewachsen zeigte. Aber wenn auch Poincaree mit dem Sturze Lloyd Georges sehr zufrieden sein wird, so haben doch auch wir keinen Anlaß, dem englischen Ministerpräsidenten eine Träne nachzuweinen. Gewiß müssen wir damit rechnen, daß ein Kabinett Bonar Law oder irgendeine andere konservative Regierung bemüht sein wird, wieder freundschaftliche Beziehungen zu Frankreich und eine Stärkung der Entente herbeizuführen. Aber schlimmer kann es dann auch nicht kommen, als es bisher war. Denn die ewigen Streitigkeiten zwischen England und Frankreich wurden doch schließlich immer wieder auf unsere Kosten beigelegt. Und mehr als ein paar schöne Worte haben wir von Lloyd George nie zu erwarten gehabt. Man darf vor allem eins nie vergessen: Jede englische Regierung wird stets englische Politik treiben. Auch ein konservatives Kabinett kann und wird daher nicht weiter mit Frankreich gehen, als dies die englischen Interessen erfordern. Einem Vorteil haben wir in jedem Falle von dem neuen englischen Kur. zu erwarten: größere Ehrlichkeit auch uns gegenüber. Es war letzten Endes die Unzuverlässige#, die völlige Charakterlosigkeit Lloyd Georges, die ihn zu Fall gebracht hat. Mag es der Engländer immerhin auch lieben, all sein Tun und Handeln mit einem moralischen Mantelchen zu umgeben, so verlangt er doch von seinem führenden Staatsmann eine gewisse Zielsicherheit und Geradlinigkeit, und der ewig schaukelnde und in allen Farben schillernde Lloyd George war daher wenig nach seinem Geschmack.“ Noch weniger aber vielleicht, daß Lloyd George seine persönliche Farblosigkeit auch dem Privatleben aufzudrücken suchte. Man nahm wohl während des Krieges als Ausnahmezustand die Verwischung der Parteigrenzen hin, nicht aber als eine Dauereinrichtung, denn das widerspricht dem historischen Sinn des Engländers. Boxar Laso. Der neue Leiter der englischen Regierung hat schon eine große politische Vergangenheit hinter sich. Er ist im Jahre 1858 in dem kanadischen Staate Neu=Braunschweig geboren und hat dort auch seine Bildung erhalten, ist aber der Sohn schottischer Eltern und hat auch in Schottland seine erfolgreiche geschäftliche Laufbahn begonnen und abgeschlossen. Er ist seines Zeichens Eisenhändler und hatte ähnlich wie vor ihm Joseph Chamberlain bereits ein ansehnliches Vermögen erworben, als er sich der Politik zuwandte und einen Parlamentssitz errang. Im Unterhause tat er sich bald so sehr hervor durch völlige Beherrschung der geschäftlichen Fragen, geistige Regsamkeit und Schlagfertigkeit, daß er schon zwei Jahre später, im Jahre 1902, parlamentarischer Sekretär des Handelsamtes wurde. Als Balfour im Jahre 1911 die Führung der Konservativen Partei niederlegte, wurde Bonar Law an seine Stelle gewählt. Die Stunde seiner Macht kam aber erst, als Lloyd George im Dezember 1916 sein Koalitionskabinett bildete und ihn als Leiter des Unterhauses zu seinem politischen Waffengefährten erhob. Die beiden Männer sind von da an unzertrennlich gewesen, obwohl oder vieleicht gerade weil sie nach Art und Charakter völlige Gegensätze sind. Während Lloyd George stets beweglich und fast immer ein Improvisator ist, stellt Bonar Law die verkörperte Ruhe und Regelmäßigkeit dar. Nie stockt er in der Rede, nie braucht er nach Zetteln und Notizen zu suchen, denn er hat alle Zahlen fest im Kopfe. Seine Redeweise ist einfach, anspruchslos, gerade auf das Ziel gerichtet, aber eben darum meist von überzeugender Wirtung. Während Lloyd George ein unverwüstlicher Optimist ist, macht Bonar Law mit seinen tiefliegenden Augen und seinem buschigen Schnauzbart, der die Lippen tief bedeckt, einen melancholischen Eindruck. Er wird zweifellos kein Blender sein, wie es Lloyd George so oft gewesen ist, aber das englische Volk wird immer genau wissen, woran es bei ihm ist, und sich auf seine Worte verlassen können. Als er im März des vorigen Jahres aus Gesundheitsrücksichten sein Amt niederlegen mußte, war die Koalition im Grunde schon zerstört, denn Bonar Law war allein imstande gewesen, das unruhige Temperament und die liberalen Neigungen des Ersten Ministers mit dem konservativen Charakter der Regierungsmehrheit zu verschmelzen. Lloyd Gcorge hat damals, als er der Unterhause den Rücktritt Bonar Law ankündigte, wie ein Kind geweint. Heute hat er es Bonar Law zu danken, daß die Konservativen die Koalition aufgekündigt und seiner eignen Regierungstätigkeit ein Ende bereitet haben. Trotzdem darf man nicht annehmen, daß Bonar Law Lloyd George aus persönlichen Gründen gestürzt hätte. Er mußte wählen zwischen der Einheit der Konservativen Partei und einer Fortdauer der Regierung Lloyd Georges. Er wählte das erstere, weil ihm auch diesmal wie stets die Sache über den Personen stand. Paris, 22. Okt.„Chicago Tribune“ meldet aus London: Das neue Kabinett Bonar Law werde wohl ausschließlich aus Konservativen gebildet werden, nur mit der Ausnahme, daß Lord Grey zum Außenminister ernannt wird. Die gegenwärtigen konservativen Minister sind entschlossen, dem neuen Kabinett nicht mehr anzugehören. Ganz Frankreich jubelt. Paris, 22. Oktober. Die französische nationalistische Presse begrüßt den Rücktritt Lloyd Georges mit lautem Jubel; man verhehlt sich keineswegs, daß es Lloyd Georges erste Sorge immer gewesen ist, den Interessen seinee Landes zu dienen. Einige Blätter erklären, daß den Forderungen der Türkei und Deutschlands durch diese Krise neue Nahrung zugeführt werde. Paris, 22. Oktober. Der„Matin“ schreibt in einem Leitartikel über den Sturz Lloyd Georges: „Guten Abend, Herr Lloyd George, eine lange Nacht, Herr Lloyd George. Frankreich wünscht Ihnen eine sehr lange Nacht. Auf Nimmerwiedersehen, Herr Lloyd George!" Poincaree ist fast am Ziel. Er sieht es nun, da der temperamentvolle, aber verstandeskühle große Antagonist von der Kommandobrücke trat, in lockender Nähe. Aus den schwelenden Trümmerr des deutschen Zusammenbruchs sieht er ein reicheres Frankreich, unumschränkte Herrin des Kontinents, erstehen. Die Welt geht dabei, alle wissen es außer ihm, aus den Fugen. Vor einem Jahre schon schrieb der französische Geschichtsforscher Renauld:„Sie, Herr Poincaree, dürfen sich rühmen, der erste Totengräber Europas zu sein.“ Lloyd George ist gegangen. Frankreich hat freies Feld. Der Dollar steht auf vier Tausend. Poincaree tanzt!— * Die neue englische Ministerliste. TU. London, 23. Nov. Die Blätter veröffentlichen folgende voraussichtliche Ministerliste: Präsidium Bonar Law, Lordkanzler Salisbury, Auswärtiges Curzon, Handelsministerium Lord Derby, Schatzkanzler Baldwin. Von besonderem Interesse ist, daßsowohl Derby als Curzon sich zur Mitarbeit im Kabinett Bonar Law bereit erklärt haben. Derby ist bekanntlich der Vorkämpfer für das englisch=französische Bündnis. Nach einer anderen Version wird Derby das auswärtige Ministerium übernehmen, während Lord Curzon als Lordkanzler eintreten werde. Programm der neuen englischen Regierung. TU. Paris, 23. Okt. Aus London wird gemeldet: Nach dem Evening Standard läßt sich das Programm der neuen Regierung in folgende Punkte zusammenfassen: Geringe Teilnahme an festländischen Angelegenheiten. Freundschaft und Bündnis mit Frankreich als Grundlage der Kontinentalpolitik. Weniger Unternehmungen in fernen Ländern, namentlich im Orient. Entwicklung der überseeischen Märkte, besonders der Dominien. Rückkehr zur alten Ueberlieferung der Regierungsbildung und Parteipolitik. Ersparnisse und Unterstützung gewisser Ministerien. Wiederherstellung der parlamentarischen Kontrolle über die Ausgaben, Herabsetzung der Steuern und besonders der Biersteuer.— Hinter diesem Programm machen wir Fragezeichen.(D. R.) Brüssel— unsere Rettung? Die neue Finanzkonferenz in Brüssel, die für Ende November oder Anfang Dezember in Aussicht genommen ist, wirft ihre Schatten voraus. Es liegen auch von dieser Seite her verschiedene Auffassungen vor. Pessimisten sagen, die Mark ist nicht mehr zu retten, und sie brechen damit auch den Stab über Deutschlands Zukunft. Aber Engländer und Amerikaner, und selbst Abgeordnete in der französischen Deputiertenkammer haben. freilich unter lebhaftem Widerspruch Andersgesinnter, betont, daß Deutschland durch seine Arbeit wieder hoch kommen könne, wenn es nicht durch die übergroße Last seiner Reparationsschulden erdrückt werde. Es ist doch sehr bemerkenswert, daß sich in Paris der radikale Abgeordnete Favre in diesem Sinne aussprach und trotz heftigen Lärmens seine Rede hatte zu Ende führen können. Das wichtigste Argument, das die Chauvinisten vorbrachten, war Deutschland würde, wenn es gesiegt hätte, Frankreich auch keine Kriegsentschädigungen erlassen haben. Das ist eine Behauptung, über die zu debattieren nutzlos ist. Jedenfalls weist die Geschichte Deutschlands seit 1864 keinen Fall von Unmenschlichkeit gegenüber einem besiegten Zeinde auf. Die fünf Milliarden Franken 1871 für Erankreich wa ren ja wohl keine Bagatelle, aber sie waren nicht einmal eine Härte, sonst wären sie nicht in so kurzer Zeit bezahlt worden. Mögen die Meinungen über den Erfolg der neuen finanziellen Arbeiten zum Teil auseinander. gehen, so besteht doch darin Einigkeit, daß ein weiterer Aufschub nicht stattfinden kann, wenn ein allgemeiner Wirrwarr verhütet werden soll, indem nur die rücksichtslosen Börsenjobver im Trüben fischen können. Es ist hinzuzusetzen, daß nur ganze Arbeit nützen kann, alle halben Maßnahmen würden das schleichende Leiden, das Mißtrauen gegen alle, nur verstärken. Die englische Anregung, uns ein fünfjähriges Moratorium zu gewähren, ist vom Standpunkt ihres Urhevers Bradbury gut gemeint, aber sie führt in der Form des Ausführung nicht zum Ziel. Die Atempause von fünf Jahren ist gut, aber zum Schluß derselben dürfen nicht Stöße von unbezahlten Wechseln auf uns warten, denn sonst ist alles wieder beim Alten! Die Franzosen wehren sich gegen ein Morato rium, wie vorauszusehen war, und werden bei ihrem großen Defizit nicht auf Zahlungen verzich ten, sie haben ja schon erklärt, daß sie bei der heutigen Lage von ihren Kriegsschulden an Amerika weder Kapital, noch Zinsen abtragen können. Es bleibt also nichts anderes übrig, als in die Anregung des Mr. Bradbury den Plan des amerikanischen Bankmagnaten Morgan einzubauen, die deutschen Reparationslasten so herabzumindern, daß wir eine Anleihe für die fünf Jahresbeträge erhalten, die zu Zahlungen an die Entente und zur Stabilisierung der Mark verwendet werden kann und über die wir allein mit Amerika abzurechnen haben. Dann haben wir wirklich eine Erholung, können aus unserer Arbeit herausholen, soviel nur möglich ist, und bekommen durch die Wertsteigerung der Mark im Innern billigere Lebensmittel. Kleine firbeit im Keichstage. Sitzung vom 21. Oktober 1922. Der Reichstag erledigte am Sonnabend in sachlicher Arbeit eine reiche Tagesordnung. Er hatte dabei das Unglück, beschlußunfähig zu sein. Deutschnationale Anfragen auf Aufhebung der Anzeigensteuer für Zeitungen und Zeitschriften, auf Herabsetzung der Kohlensteuer von 40 auf 30 Proz. und auf Freistellung der Hausbrandkohle und Rückverggütung der bisher für den Hausbrand gezahlten Steuern wurden dem Steuerausschuß überwiesen. Wirkungsvolle Worte fand der Zentrumsabgeordnete Lauscher gegen die Ueberflutung Deutschlands mit valuta starken Ausländern, die an der Arbeit sind, Deutschland völlig auszukaufen, und die für billiges Geld durch ganz Deutschland reisen, während der deutsche Bürger sich kaum noch die kleinste Reise gestatten kann. Dr. Lauscher forderte einen Valutazuschlag zu den Eisenbahntarifen. Sein Antrag wurde einstimmig angenommen. Das Haus war sich auch darin einig, daß die Einrichtungen der Wohlfahrtspflege trotz unserer Finanznot besondere Förderung bedürfen. Beim Lohnpfändungsgesetz ergab sich die Beschlußunfähigkeit des Reichstages. Man beraumte jedoch sofort eine neue Sitzung an, in der die Gebühren für Zeugen und Sachverständige und die Diäten für Reichstagsabgeordnete erhöht wurden. Zum Versicherungsgesetz für Angestellte gab der Arbeitsminister Dr. Braun einen Blick in die Ausschußverhandlungen. Er hob hervor, daß Invalidenversicherung und Angestelltenversicherung nun gleichgestellt sind. Die Zulage für alle Rentenempfänger ist auf 9000 M festgesetzt worden. Der Ausschuß hatte jede Versicherungsgrenze abgelehnt. Der Minister verlangte ihre Wiedereinführung, denn, der imstande sei, sich und seine Familie selbst zu versichern, den solle man von der Versicherungspflicht befreien. Die Regierungsvorlage sah 500000 A als Höchstgrenze für die Zugehörigkeit zur Versicherung vor. Die Aussprache brachte nur eine Wiederholung der Ausschußverhandlungen. Der Kampf geht um die Frage, ob eine Versicherungsgrenze nach oben festgesetzt werden soll oder nicht, und wie die Beiträge auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer verteilt werden sollen. Entscheidungen wurden von dem schlecht besetzten Haus noch nicht getroffen. Am Montag wird die Aussprache fortgeführt. im Landtag. preußischen Landtag gab es bei Wochenschluß noch eine kleine Nachlese über die Vorgänge am Zirkus Busch. Dabei begrüßte der Vertreter der Zweimänner=Partei, die die Vereinigung mit den Sozialisten nicht mitgemacht haben, der Abgeordnete Liebknecht, daß die Aktion der Kommunisten am Sonntag den Charatter des Bundes für Freiheit und Ordnung deutlich gemacht habe. Von den Deutschnationalen legte der Abgeordnete Wallraf Verwahrung dagegen ein, daß man bereits schon wieder seine Partei für den Komplott gegen den Reichskanzler verantwortlich mache. Der Sozialdemokrat Heylmann replizierte mit der Ertärung, daß ja beim Rathenaumord diese Annahme sich auch bestätigt habe. Der deutschnationale Redner forderte aufs neue, niemand zu verurteilen, ehe der Anklage ü berführt sei. Nach einem Schlußwort des Komlunisten Katz kam man schließlich zur Abstimmung über den kommunistischen Antrag auf sofortige Amtsentsetzung des Polizeipräsidenten Richter, Haftentlassung der bei den Vorgängen beteiligten Arbeiter und Arbeiterinnen, sofortige Schaffung einer bewaffneten Ortswehr aus freigewerkschaftlich organisierten Arbeitern. Es erhoben sich nur die Kommunisten. Der Teil des Antrages, der Auflösung und sofortige Entwaffnung des Bundes für Freiheit und Ordnung und aller übrigen konterrevolutionären Organisationen verlangt, fand auch die Zustimmung der Sozialdemokraten und der Demokraten, was freilich an seinem Schicksal nichts änderte. Namentlich die funf Teile des kommunistischen Antrages wurden ehgelehnt. Nach ausspracheloser Ausschußüberweisung eines Zentrumsantrages auf Kreditgewährung an die Gemeinden zur Bezahlung des Umlagegetreides und zur Beschaffung von Nahrungsmitteln unterhielt sich das Haus über die Not der Presse, die am Donnerstag abend bereits den Hauptausschuß eingehend beschäftigt hatte. Wie in dieser, so entwarfen auch in der Vollsitzung die Abgeordneten Bartels(Soz.), Becker (D. N.), Buchorn(D. V. P.), Nuschke(Dem.) und Dr. Schwiering(Z.) ein treffendes Bild von der Notlage der Zeitungen und Zeitschriften Man nahm die vom Ausschuß sorgsam vorbereiteten Vorschläge schleunigst an, um dann noch in einer Aussprache zu der großen Anfrage der Deutschen Volkspartei über den Ankauf deutschen Hausbesitzes an Ausländer und über die dem deutschen Boden besonders in den Grenzmarken drohenden Gefahren einzutreten. Der Fall Stubenrauch, der den Sozialdemokraten und Deutschnationalen Anlaß zu einer Interpellation gegeben hatte, wurde wider Erwarvon der Tagesordnung abgesetzt und wird Dienstag zur Beratung ten voraussichtlich erst am Oommen. Montag 12 Uhr: Rheinlandpetition. Schluß 4,45 Uhr. das geplante Ruentat auf den Reichskanzler. Berlin, 22. Okt. Wie wir von unterrichteter Seite über den Mordplan gegen den Reichskanzler Dr. Wirth erfahren, sind dem Kanzler in der letzten Zeit außerordentlich viel Drohbriefe zugegangen, in denen ihm das gleiche Schicksal wie dem ermordeten Außenminister Rathenau angedroht wurde. Die Fülle der Briefe nahm in den letzten Tagen einen derartie großen Umfang an, daß sich die Kriminalpolizei in den letzten Tagen mit dem ganzen Material beschäftigte. Es wurde festgestellt, daß tatsächlich mit einem Anschlag auf den Reichskanzler zu rechnen sei. Ueberall wurden deshalb polizeiliche Briefkontrollen verhängt. Hierbei wurde in Leipzig ein Brief eines unreifen Burschen namens Scholz an einen Bekannten abgefangen, in dem Scholz dem Bekannten mitteilt, daß er den Reichskanzler erschießen werde. Dieser Brief und der Verdacht, daß ein Anschlag unmittelbar bevorstehe, hat dazu gefürht, daß der Schutz des Reichskanzlers außerordentlich verstärkt wurde. Die Reichstagswache erhielt Verstärkung und auch zahlreiche Kriminalpolizeibeamte hielten sich in der Nähe auf. Die Untersuchung in dieser Angelegenheit nimmt ihren Fortgang. Die Gerüchte, die von einem bevorstehenden Militärputsch sprechen, entbehren jeder Begründung. daß bei Vergünstigungen nur die Verlage Anspruch haben, welche die für die Redakteure und Mitarbeiter, sowie für technisches und kaufmännisches Personal abgeschlossenen Tarife erfüllen. In der Abstimmung wurde der durch den Antrag Hauschild ergänzte Antrag Schwiering angenommen. Nach diesen Aenderungen sollen die Staatsmittel auch Fachzeitschriften zur Verfügung gestellt werden. Die Tarifierung des Zeitungsdruckpapiers soll aus den Klassen B nach D zu halben Sätzen der ermäßigten Stückgutklasse erfolgen. Für die ersten 300000 M. „ weitere 200000„ „„ 250000„ „„ 50000„ „„ 5000 0„ „„ 500000„ Reform der Einkommensteuer. Bis 300000 M Einkommen 10 Proz. Steuer. Dem Reichstage ist eine Novelle zum Einkommensteuergesetz in der Form eines Initiativantrages des Abgeordneten Müller=Franken und seiner Fraktion zugegangen. Der Einkommensteuertarif soll danach folgendermaßen festgesetzt werden: des steuerbaren Einkommens 10 vom „„ 15„ „„ 20„ „„„ 25„ „„„ 30„ „„„ 3„ Weiter in Staffeln von je 50000 K mit Steuersätzen von 40, 45, 50, 55 und 60 v. H. Bei der Lohnsteuer soll nach dem Antrage in Zukunft der Abzug betragen: Für den Steuerpflichtigen und seine Ehefrau monatlich 160.— M. Für jedes Kind monatlich 320.— M. Für die Werbungskosten monatlich 450.— M. Der neue Tarif soll bei der Veranlagung für das Kalenderjahr 1922 Anwendung finden; die Neuregelung der Abzüge bei der Lohnsteuer soll aach dem Entwurf am 1. November in Kra#t treten. Maßnahmen zur Verhütung des Jusammenbruchs der deutschen presse Berlin, 22. Oktober. Der Hauptausschuß des preußischen Landtages beriet über den Antrag Pork(Ztr.), dem Landtag einen Vorschlag zu unterbreiten, durch den die Presse Preußens vor dem ihr drohenden Zusammenbruch bewahrt wird besonders soll geprüft werden, ob dieser Zusammenbruch nicht durch Maßnahmen verhütet werden kann, wie sie in Baden erlassen worden sind. Zu diesem Antrag ist ein weiterer Antrag Schwering(Ztr.) eingegangen, der Ausschuß soll beschließen: 1. sofortige Bereitstellung von Staatsmitteln, aus denen den Zeitungen Kredit gewährt wird, um das Druckpapier zu bezahlen. 2. Herstellung von Papierholzmengen seitens der Staatsforsten zu angemessenen Preisen. 3. auf die Reichsregierung dahin zu wirken, durch das Staasministerium den Papierpreis amtlich festzusetzen. 4. Erleichterung bei den Lasten zu gewähren. 5. Tarifierung des Zeitungspapiers aus Klasse B. nach D. 6. Diese Erleichterungen auch der Fachpresse zu gemähren. Ein gemeinsamer Antrag der bürgerlichen Parteien und der Sozialdemokraten fordert, daß auf die durch das Reich oder die Länder erlassenen besonderen Gesetze der Pressebegünstigung nur solche Verlage Anspruch haben, die den zwischen den Organisationen der Verleger und Redakteure abgeschlossenen Tarif für die Redakteure und Mitarbeiter erfüllten. Abgeordneter Hauschild(Soz.) beantragt eine Aenderung der Maßnahme des Antrages dahin, 1842 1903 Stadt und Schwerte, 23. Oktober. Erinnerungen. Der Orientalist und Theolog Wilh. Gesenins. gest. Der Lustspieldichter Gustav v. Moser gest ** Frühnebel. Hand in Hand mit der raschen Wärmeabnahme, wie sie der zweiten Hälfte des Oktober eigentümlich ist, geht jetzt auch die Bildung der Herbstfrühnebel. Auf feuchten, in Niederungen gelegenen Wiesen gehört starke Nebelbildung in den Morgenstunden gegenwärtig zu den gewohnheitsmäßigen Erscheinungen. Aber auch bis in die Straßen der Städte dringt der Nebel vor. Die Ursache ist meistens darin zu suchen, daß der während der Nachtstunden stark abgekühlte Boden auf den natürlichen Feuchtigkeitsgehalt der Luft verdichtend wirkt, wodurch sich diese Feuchtigkeit dampfartig zusammenballt. Bei späterem Durchdringen des Sonnenlichtes und seiner Wärme verdunsten diese Nebelansammlungen wieder.— Die nebelhaltige Luft ist der Gesundheit wenig zuträglich und versucht bei allen, die leicht zu Katharren der Atmungsorgane neigen, leicht Husten und Erkältung. Durch warme, gut verschlossene Kleidung, Vermeidung vielen Sprechens im Freien und durch Nasenatmung kann man jedoch dieser Gefahr bis zu einem gewissen Grade entgegenwirken. ** Für geleistete Arbeit in jetziger Zeit die Rechnungen nicht zu bezahlen, ist eine große Rücksichtslosigkeit gegen alle, die Rohstoffe stets bar bezahlen und Löhne sofort ausgleichen müssen. Auch unsere Inseratenredaktion kann ein Lied von solcher Gleichgültigkeit singen. Ebenso die Drukkerei. Es gibt hier Vereine und Private, die zur Zeit noch Rechnungen vom März her nicht beglichen haben. Wir bitten daher nunmehr ebenso Arr laßt nicht von Art. ** Roman von H. Hill. 65(Nachdruck verboten.) Aber es hätte der Mahnung zur Eile für Mademoiselle Leblanche nicht erst bedurft. Die Aussicht auf einen längeren Aufenthalt in der Stadt wog das leichte Bedauern über den so rasch unterbrochenen Flirt mit dem hübschen Wachtmeister hundertfach auf, und sie hatte kaum noch einen Blick für ihn gehabt, ehe sie sich umwandte, um fast im Laufschritt zum Schlosse zurückzukehren. Mit einem hörbaren Seufzer schaute ihr der gute Wachtmeister nach. Die Vereitelung einer schönen Hoffnung ging ihm ersichtlich sehr nahe. Aber er war doch gleich wieder ganz und gar bei der Sache, als der Freiherr sagte: „Ich hörte, daß Sie im Gasthofe nach mir gefragt haben. Dieser Wunsch, mich zu sehen, läßt mich hoffen, daß ich nicht länger auf Ihrer schwarzen Liste stehe. Der Wachtmeister lächelte etwas verlegen, aber auch einer nach seinem eigenen Empfinden so hoch über ihm stehenden Persönlichkeit gegenüber verleugnete er die natürliche Aufrichtigkeit seines Wesens nicht. „Ich bin nicht nachträglich, Herr Baron, und ich weiß auch, was sich für einen Mann in meiner bescheidenen Stellung geziemt. Aber ich kann nicht leugnen, daß es mich ein wenig aus der Fassung brachte, als ich hören mußte, daß Sie die Flucht dieses Doktor Odemar zugelassen hatten. Hätte ich mich nicht so fest darauf verlassen, daß nichts Derartiges passieren könnte, solange Sie im Gasthofe waren und den Mann überwachten, so würde ich das Haus selbstverständlich nicht für eine Minute aus den Augen gelassen haben.“ „Sehr wohl. Und was hat der Herr Polizeirat dazu gesagt“: „Wie? Sie wissen, daß ich in der Stadt gewesen bin, um mit ihm zu sprechen?“ „Wenn es mir darauf ankäme, Ihnen zu imponieren, würde ich antworten: Ich weiß alles. Aber in Wahrheit ist es damit nicht so weit her. Ich weiß von Ihrem Rapport bei dem Polizeirat nur durch einen Brief, den ich heute von ihm erhielt.“ „Nun, dann wissen Sie ja wahrscheinlich auch schon, daß er es nicht so ernst nahm, wie ich erwartet hatte. Der Herr Polizeirat gehört ja nicht zu den Vorgesetzten, die sich gegen einen Untergebenen über ihre Gedanken des langen und breiten auszusprechen lieben; aber ich hatte den Eindruck, daß er sicher ist, seine Hand auf den Doktor Odemar legen zu können, sobald es ihm zweckmäßig scheint.“ Der Freiherr nickte. „Es mag wohl so sein.— Haben Sie sonst irgendwelche Neuigkeiten aus der Stadt mitgebracht?“ „Nichts von Belang, Herr Baron! Es müßte denn sein, daß ich die Komtesse Donnersberg bei meiner Abfahrt auf dem Bahnhofe sah.“ Und er wiederholte ausführlich, was er soeben bereits der Mademoiselle Leblanche erzählt hatte, mit dem Hinzufügen, daß er die Komtesse wahrscheinlich angeredet und sie gefragt hätte, ob sie ihm irgendeine Bestellung an ihre Angehörigen mitzugeben hätte, wenn es ihm nicht die Kürze der Zeit wegen der unmittelbar bevorstehenden Abfahrt seines Zuges unmoglich gemacht hätte. Von Reckenburg sagte nichts dazu, aber nachdem sich der Wachtmeister verabschiedet hatte, sichtlich erfreut über das wiederhergestellte gute Einvernehmen zwischen ihm und dem Freiherrn, unterwarf er die letzten Erlebnisse einer sehr gründlichen Prüfung. Auf den ersten Blick mußte es ja den Anschein gewinnen, als ob durch das Telegramm der Komtesse an ihre Zofe alle Besorgnisse hinsichtlich ihrer Sicherheit zerstreut worden wären. Aber Kurt von Reckenburg war nicht gewöhnt, sich an den Eindrücken genügen zu lassen, die die Dinge auf den ersten Blick hin hervorbrachten. Und je glatter ein Gewässer an der Oberfläche schien, desto mehr war er geneigt, dem zu mißtrauen, was sich unter dieser glatten Oberfläche barg. Was ihn besonders bedenklich machte, war die Aeußerung der Kammerjungfer, daß es allen Gewohnheiten der jungen Gräfin widersprach, sich auf solche Weise mit ihr direkt in Verbindung zu setzen. Wenn das nicht verdächtig war, so gab es doch jedenfalls zu denken. Und dann: warum hatte sich Edith noch zehn Minuten nach der Ankunft ihres mit dem Gebaren einer Wartenden auf dem Bahnsteig auf gehalten? Wenn sie ihre Freundin vorher vön ihrer bevor stehenden Ankunft benachrichtigt hatte, so war es in einem so musterhaft geleiteten Hauswesen, wie in dem der Steinkirchs außer allem Zweifel, daß der Wagen, der sie vom Bahnhofe abholen sollte, auf die Minute pünktlich zur Stelle gewesen wäre. Und wenn sie es nicht getan hatte, gab es für sie keine einleuchtende Veranlassung, sich zwecklos auf dem Bahnho aufzuhalten, der gewiß der allerletzte Ort ist, an dem ein junges Mädchen zu seinem Vergnügen verweilt. Sie mußte dort also einen anderen Zweck verfolgt haben. Und wenn darin auch noch nichts eigentlich Beunruhigendes lag, so würde der Freiherr doch sehr viel darum gegeben haben, wenn er sich über diesen Zweck hätte Klarheit verschaffen können. Aber es war nichts zu machen, und er mußte sich wohl oder übel in Geduld fassen, wie schwer es ihn auch trotz seiner zur Schau getragenen Trägheit und Gemächlichkeit ankam. Für den ganzen Rest des Tages quälte ihn eine Unruhe, die ihn sehnlichst einen rascheren Lauf der Stunden wünschen ließ. Und der nächste Morgen sollte ihm den Beweis liefern, daß diese Unruhe nicht ohne eine sehr berechtigte Ursache gewesen war. Er hatte eben sein Frühstück beendet und seine erste Zigarette angezündet, als er zu seinem grenzenlosen Erstaunen keine andere als Mademoiselle Leblanche auf das Haus zukommen sah, dieselbe Mademoiselle Leblanche, die vor kaum vierundzwanzig Stunden von ihrer jungen Herrin in die Hauptstadt verufen worden war. Was konnte das zu bedeuten haben? Hatte die Komtesse ihren Befehl widerrufen, oder ihre Absichten geändert? War sie vielleicht inzwischen nach Hause zurückgekehrt? Der Freiherr brauchte nicht mehr als eine halbe Minute, um unten vor dem Hause zu sein. Seine erste Vermutung, daß die kleine Französin auf der Suche nach dem Gendarmeriewachtmeister sei, erfuhr eine schnelle Berichtigung, denn sie kam bei seinem Anblick so rasch auf ihn zu, daß er nicht zweifeln konnte, sie sei die Ueberbringerin einer für ihn selbst bestimmten Botschaft. (Fortsetzung folgt.) herzlich wie dringend, etwaige Rückstände an unserer Kasse auszugleichen und unseren Kassenboten, welche die Rechnungen zu wiederbolten malen in diesen Tagen wieder vorzeigen werden, nicht abzuweisen. Es ist schlechterdings nicht mehr möglich in jetziger Zeit, weitere Stundung zu gewähren. ** Evangelisation. In der großen Kirche haben nun die sehr wirkungsvollen ernsten, geistig und geistlich fördernden Vorträge des Missionsinspektor Hoffmann eingesetzt. Sein Vortrag im Hauptgottesdienst:„Der Ernst der gegenwärtigen Stunde" war überaus lehrreich und packend, biblische Weltpolitik mit weitschauendem Blick über das Weltgeschehen.— Wir empfehlen dringend den Besuch der weiteren Vorträge täglich abends 8 Uhr in der großen und der Bibelstunden nachm 5 Uhr in der kleinen Kirche. ** Nach dem Entwurf des neuen Reichswahl gesetzes zerfällt die Provinz Westfalen in die Wahlkreise Münster, Minden, Arnsberg=West und Arnsberg=Ost. ** Der Preis für Naturbutter stieg auf 570 bis 615 4 pro Pfund(Bremer Markt= und Versandtbericht.) Die Ware wurde dennoch ausverkauft. ** Der Kartoffelpreis. Bezüglich der Kartoffelpreise geht dem Iserlohner Kreisanzeiger folgende beachtenswerte Aufklärung zu: Nach einer zwischen Erzeuger und Verbraucher getroffenen Vereinbarung gilt für die in der Provinz Westfalen erzeugten Kartoffeln als Erzeugerpreis der Berliner Marktnotierungspreis. Dieser betrug nach einer im Deutschen Reichs= und Staatsanzeiger vom 11. 10. 1922 enthaltenen Nachricht am 10. 10. 1922 für weiße Kartoffeln 368 bis 380 J, für rote 368 bis 380 K, für gelb=fleischige 400 bis 420 A je Zentner. Die Fracht Berlin—Schwerte kostet zurzeit etwa 25 c je Zentner. Zu diesen Preisen dürften noch die Zufuhrkosten und die Kosten für den Trans port in den Keller gerechnet werden. Ueberschreitungen können als Wucher behandelt werden. ** Das große Los. Wer hat die Nummer 258 764 der Preußisch=Süddeutschen Klassenlotterie? Der kann sich freuen, denn auf diese Nummer ist das große Los mit einer Million# gezogen worden. ** Wann darf gekündigt werden? Der Wohnungsausschuß des Reichstags beschäftigte sich heute mit dem Entwurf eines Gesetzes über Mieterschutz und Mieteinigungsämter und zahlreichen dazu vorliegenden Anträgen. Zunächst wandte sich die Aussprache der Frage der Voraussetzung der Aufhebung des Mietverhältnisses zu. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch steht das Recht zur Aufhebung des Mietverhältnisses dem Vermieter zu, wenn der Mieter mit zwei Mietsraten im Rückstand ist. Auf diesem Standpunkt steht auch die Vorlage der Regierung. Demgegenüber wurde von bürgerlicher Seite betont, daß bisher der Vermieter das Recht habe, diese gesetzlichen Bestimmungen durch Vertrag auszuschließen, dieses Recht ihm aber in Zukunft genommen werden soll. Da müsse man auch angesichts der ungeheueren La sten, die der Hausbesitz zu tragen habe, diese Frist verkürzen, es sei für einen Vermieter unerträglich, bei vierteljährlicher Miete ein halbes Jahr zu warten, bis er auf Aufhebung klagen könne. Auf der anderen Seite wandten sich die Redner der Linken dagegen, daß schon nach Rückstand von 14 Tagen bei wöchentlicher Miet zahlung auf Aufhebung geklagt werden könnte. Ein solches Recht dürfe erst dann bestehen, wenn die Miete eines Vierteljahrs oder mindestens von zwei Monaten rückständig sei. In der Abstimmung wurden die Bestimmungen angenommen. daß mindestens zwei Monate Miet zins rückständig sein müssen, um auf Aufhebung klagen zu können, und daß bei Rückstand einer Vierteljahrsmiete hierfür mindestens noch ein Rerter Monat verstrichen sein muß. Dann vertagte sich der Ausschuß. ** e F u h r p r e i s e r h ö h u n g. D i e V e r e i n i g u n g d e r Fuhrwerksbesitzer hielt gestern im Hotel Kaiserhof eine sehr gut besuchte Versammlung ab. Nach Aufnahme einiger neuer Mitglieder fand eine lebhafte Aussprache über die längst nicht mehr zeitgemäßen Fuhrpreise stutt. Mit Rücksicht darauf,2 daß die Haferpreise seit dem 1. ds. Mts. au das etwa 3fache gestiegen sind— der heutige Haferpreis entspricht etwa dem 1500fachen des Friedenspreises— wurden die in dem Anzeigenteil der heutigen Nummer bekanntgegebenen Fuhrpreise als das alleräußerste. errechnet, wenn das Fuhr werksgewerbe seine. Existenzfähigkeit erhalten will. ** Der Abschied des Pfennigs. Der wirtschafts. politische Ausschuß des Reichswirtschaftsrates ha sich auf Grund einer Eingabe dafür ausgesprochen daß im staatlichen Geldverkehr Beträge bis zu 50 Z nicht mehr abgerechnet und Beträge über 50§ auf volle Mark nach oben abgeründet werden, wo bei die Erwartung ausgesprochen wurde, daß diPrivatwirtschaft diesem Vorgehen folgen werde. ** Die erste Marke zu 100 A. Eine Briefmarke zu 100 A hat die Reichsdruckerei jetzt hergestellt. Sie zeigt das große breite Zahlenmuster wie die Marken zu 5 und 10 M. Die Zeichnung hat den größten Beifall unter allen neueren deutsche Briefmarken gefunden. Die Marke ist braunviolett auf rahmfarbenem Papier gedruckt. Das Pa pier zeigt noch das alte Rautenwasserzeichen. ** Krankheitsstatistik. In der 38. Jahreswochevom 17. bis 23. September sind im Kreise Hörde (Stadt und Land) folgende Fälle von über tragbaren Krankheiten amtlich gemeldet worden: Erkrankungen an Diphtherie 2(Annen), Kindbettfieber 1(Kleinholthausen), Ruhr 1(Annen), Scharlach 4(3 Schwerte, 1. Annen); Todesfälle durch Kindbettfieber 1(Kleinholthausen), Tuberkulose 1 (Schwerte). Geisecke=Lichtendorf, 21. Okt. Der Eval Volksverein veranstaltet am Sonntag, 29. Oktober 1922, nachmittags 4 Uhr eine Reformationsfeier im Eichmann'schen Saal. Herr Pfarrer Terberger hat einen Vortrag zugesagt über das Verhältnis der katholischen zur evangelischen Kirche in den letzten 10 Jahren.„Auch sonst sind eine Reihe von Vorbereitungen getroffen, die Feier recht inhaltreich zu gestalten. Aarnen W..,•“ Aus den Provinzen. Hörde, 21. Okt. Festgenommen wurde in einem hiesigen Hotel ein 21jähriger Kaufmann aus Brandenburg, der seinen Eltern einen Geldbetrag in Höhe von 400000 Aunterschla. gen hatte und damit geflüchtet war. Hörde, 23. Okt. Ein großer Einbruchsdiebstahl auf dem Mühlenberg. In der Nacht zum 20. d. Mts. wurde dem Direktor Dr. Lange durch Einbruch in seine Villa am Mühlenberg sehr schwerer Sachschaden zugefügt. Personen, welche zweckdienliche Angaben, die zur Ermittelung der Täter führen, machen können, werden gebeten, dieses der Kriminalpolizei Hörde mitzuteilen. Die Angaben werden streng vertraulich behandelt. Der Geschädigte zahlt für die Ergeifung der Täter eine Belohnung von 10000 Mark. Dortmund, 23. Okt. Jugendführertagung. Am 15. Oktober tagte in Dortmund eine Konferenz der Jugendleiter des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter Deutschlands. Zweck der Konferenz war, zu der gegenwärtigen wirtschaftlichen und geistigen Not unseres Volkes Stellung zu nehmen und an deren Beseitigung zu arbeiten. Vor allem wurde zum Ausdruck gebracht, daß es richtiger sei, anstatt über die Sitten= und Respekt losigkeit der heutigen Jugend zu schimpfen, um die Jugend, für die Jugend und mit der Jugend ehr lich zu arbeiten. Entscheidend für die Jugend sei, ob sie gut geführt oder verführt würde. Es wurden Entschließungen gegen die Schund= und Schmutzliteratur gefaßt und für die Erwirkung eines angemessenen Jahresurlaubs für die Jugend in der Schwerindustrie. Iserlohn, 21. Okt. Einer abgefeimten Schwindlerin fiel gestern nachmittag am Schalterraum der hiesigen Sparkasse ein junges Mädchen in die Hände. Sie erbat sich von dem Mädchen, das einen größeren Geldbetrag einzuzahlen hatte, ihr doch einen Betrag von 8000 c in größeren Scheinen einzuwechseln, da sie nur kleinere Scheine habe, wozu das Mädchen sich bereit erklärte. Als diese das Geld zu zählen sich anschickte, bemerkte die Frauensperson, dies sei nicht nötig, da sie das Geld eben erhalten habe, zudem fehle ihr die Zeit, da sie mit dem Zuge wegmüsse, worauf sie verschwand. Als das Geld nachgezählt wurde, belief sich der Betrag nur auf 4000 M. Werne, 13. Okt. Von der Hochzeit ins Wasser, auch Jugendnot. Eine 18 jährige Maid, die am letzten Freitag einen: um ebensoviele Lenze älteren Bergmann die Hano zum Lebensbunde gereicht hatte, suchte nach der bis zum Samstag morgen ausgedehnten Hochzeitsfeier, während der ihr angetraute Gatte mehrere Klubfreunde nach Lütgendortmund begleitete, den hiesigen Parkteich auf in der Absicht dort ihren Kummer durch Selbstmord zu begra ben. Sie hatte gegen ihren Willen auf Drängen ihrer Eltern geheiratet, obschon sie große Ab neigung gegen ihren jetzigen Mann hatte. Bei dem Versuche, sich das Leben zu nehmen, bekam sie plötzlich auch einen Abscheu gegen das naßkalte Element und rief um Hilfe, die denn auch no rechtzeitig eintraf. Einen ihr hingehaltenen Krückstock ergriff sie freudig und ließ sich ans Land ziehen. Buer, 12. Okt. Vor dem Jugendgerich! fanden Verhandlungen statt, die wieder mit erschütternder Deutlichkeit dartaten, welch ver hängnisvolle Rolle heute die unehrlichen Lumpenhändler spielen, die Jugendliche zu Diebstählen verleiten und ihnen für ein Spottgeld die zum Teil recht wertvolle Diebesbeute abnehmen. Wohl an die 30 Schuljungen und junge Burschen, die unter dem Einfluß dieser Leute gehandelt haben. hatten sich zu verantworten, und an den sorgenvollen Mienen der Eltern, durchweg brave, unbescholtene Leute, konnte man ermessen, wieviel Kummer jene Hehler und Verführer über so manche Familie bringen. Die Händlerin Fran Klug hatte die Schuljungens veranlaßt, vom Dache eines Hauses der Zeche Nordstern die bleiernen Fenstereinfassungen zu stehlen und ihr zu bringen. Das Blei hatte einen Werte von 1250 A Das Urteil lautete auf 10000 A Geldstrafe. Die Schulknaben wurden mit je einer Woche Gefängnis bestraft, wobei ihnen eine Bewährungsfrist von 3 Jahren eingeräumt wurde. Ein vaies daulferhes Geschnen be TU. London, 23. Okt. Ein Teil des Segelfluges des Franzosen Manegrolle, in Illfordhill, der den Retord Henzens in der Bahn um 12 Minuten schlug, wurde bei bereits angebrochener Dunkelheit ausgeführt, und beim Abstieg mußte die Landungsstelle beleuchtet werden. Von dem von Manegrolle benutzten Apparat liegen noch keine Einzelheiten vor. * Der traditionelle Städtekampf im Kunstturnen Hamburg. Leipzig, Berlin findet am 23. November, am Bußtag, im Berliner Skala=Theater statt, das über 3000 Zuschauern Raum gewährt. Die deutsche Ski=Meisterschaft 1923 wird am 4. Februar bei Braunlage zur Durchführung kommen. Für die Sprungläufe ist bei Wurmberg mit 400000 M Kostenaufwand eine Hügelanlage hergestellt worden. Der Schwimmsportklub„Hellas“, in Magdeburg hat für den 12. November eine Einladung nach Anisterdam angenommen und wird mit acht Mann zu den internationalen Wettkämpfen antreten. Es werden Einzel= und Staffelrennen sowie ein Wasserballspiel ausgetragen. Der Bund Deutscher Radfahrer hat seine Mitgliedschaft bei der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rad= und Motorrad=Sportverbände gekündigt. Fußball. Ein, vom Wetter begünstigter Spieltag. Trotzdem gab es die üblichen Ueberraschungen. In der Gauliga ließ sich Hagen 1860 von Jahn=Sicgen mit 0: 4 nach Hause schicken. Der hohe Sieg der Siegerländer scheint auf das Konto des famosen Siegener Mittelstürmer Hohmann zu setzen sein. Gevelsberg schlug Neheim erwartungsgemäß 2: 1, Weidenau desgleichen Wetter 4: 1. Aus der Kreis=Liga werden gemeldet: Sportunion Hagen— Eilpe 0: 3, Lüdenscheid 61 — Vorhalle 1: 1. Der ältere Ligaverein Sportunion mußte also vor dem Neuling Eilpe die Segel streichen, während in dem anderen Spiel sich der Neuling Vorhalle als durchaus gleichwertig erwies. Ein Gesellschaftsspiel Eppenhausen— Barmen 72 endete 0: 2. Das Meisterschaftstreffen der B=Klasse: Uni on=Schwerte— Hohenlimburg=Oege trug alle Merkmale des Punktekampfes. Man begann völlig zerfahren. Oege erzielte kurz nach Beginn ein schön getretenes Tor und drängte TTEIH dees erte 60 Fn kenn. stark. Union, das heute kein gutes Spiel lieferte,## konnte sich bis zum Schluß der 1. Halbzeit nicht freimachen und mußte noch verdient einen verwandelten Elfmeter hinnehmen. Nach Wiederbeginn legten die Hiesigen los, holten rasch ein Tor auf und deckten Oege in seine Hälfte zurück. Durch schnelle Vorstöße brachten die Gäste auch das* Schwerter Tor in Gefahr und stellten das Ergebnis auf 1:3. Der Schiedsrichter war seiner Aufgabe leider nicht gewachsen. Trotzdem hätten sich die Zuschauer sportlicher verhalten müssen. 5 Minuten vor Schluß brach der Unparteiische das Spiel nach mehrfacher Verwarnung von Spielern wegen störender Zurnfe der Zuschauer ab. Vom vorigen Sonntag ist noch das Ergebnis Westhofen 1— Holzen 1 0: 4 nachzutragen. Die Holzener Mannschaft war die bessere und gewann verdient. Weitere Ergebnisse: Jahn=Hagen 4.— S. S. V. 06 4. 3: 3(06 mit 10 Leuten, zuletzt mit 81); S. S. V. 06 2.— Gemeinde Hagen?. Gemeinde nicht angetreten! S. S. V. 06 Alte Herren Dortmund# 95 Alte Herren 3: 4, ein sehr faires, sportliches Spiel befreundeter alter Sportvorlämpfer! S. S. V. 06 1b J.— Lüd. Höh la J. 1: 3; UnionSchwerte 2.— Holzen 2. 2:1. Die Jugendmannschaften von Victoria Barmen, mußten leider in letzter Stunde wegen angesetzter Diplomspiele absagen. Wehringhausen 3a Jugend— S. S. V. 06 1. Knaben 0: 0. Ostholland— Westdeutschland 0: 3. Das Ländertreffen in Enschede ergab einen glatten Sieg der westdeutschen Elf, aus der PohlKöln, Binder=Köln und Klaus=Oebler=Bielefeld hervorragten. Durch den gestrigen Erfolg zogen die Westdeutschen im Gesamtergebnis der bisherigen 12 Entscheidung gleich, denn Ostholland und Westdeutschland gewannen je 5 Spiele, während 2 Spiele unentschieden endeten. Leichtathletik. In der amerikanischen Stadt Syrakuse gab es kürzlich eine eigenartige Sensation: einen Wettkampf zwischen Läufer und Pferd. Der vorzügliche Kurzstreckenläufer Allen Woodring hatte gewettet, er könne jedes Rennpserd in einem Lauf über 75 Yards(67,5 Meter) schlagen. Woodring gewann die Wette vermöge seines fabelhaften Starts, der * ihm anfangs 5 Meter Vorsprung sicherte. Im Ziel war der vierbeinige Renner„Yankee Lad" um Handbreite geschlagen. Zeit 7,2 Sek. Münster, 17. Okt. Schönes Sammelergebnis. Die Konditorenvereinigung von Münster und Umgegend sammelte anläßlich eines Nachmittagsausfluges für die Kriegerwaisen den ansehnlichen Betrag von 1200 M. Werne(Bez. Münster), 12. Okt. Verschüt et. In der letzten Nacht kam im Kesselhaus der Schachtanlage der Zeche Werne der ledige Tage arbeiter Heinrich Fillis aus Wulferdingen dadurch zu Tode, daß er in einem Kohlenbunker, durch nachstürzende Kohlen verschüttet wurde. Borgeln, 14. Okt. In dem Soestbache tot aufgefunden wurde der auf der Einecker=Vöde wohnende Ackerer W. Knappkötter. Ohne allen Zweifel ist der alte Mann in d: Dunkelheit von der Straße abgeirrt und in den jungen recht tiefen Bach gefallen. Bocholt, 23. Okt. Eine teure Karussell fahrt. Eine Dame legte während der Kirmestage bei einer Fahrt auf dem Karussell ihre Handtasche mit 3500 M und mehreren wichtigen Schlüsseln auf einen leeren Sitz. Durch die Rototion wurde die Tasche in das Publikum hinausgeschleudert. Und als man das Karussell zum Stehen brachte, war natürlich von der Tasche und ihrem estbaren Inhalt nichts mehr zu sehen. Neuwied, 20. Okt. Kriegsanleihe=An käufe durch die Sparkassen. Die Sparkasse der Kreises Neuwied benbsichtigt. Kriegsanleihe an zukaufen. Die Anleihevesitzer sollen sich verpflich ten, ihre Anleihebeträge sieben Jahre der Kreis sparkasse unkündbar zu überlassen. Die Kriegsan= leihe wird zum Preise von 100 A übernomme und mit 6 Prozent verzinst werden. Der Kreis will sich auf diese Weise Mittel verschaffen um wichtige Unternehmungen, wie Elektrizitätsversorgung, Wohnungsbauten usw. unterstützen und ausführen zu können. Eehie brühimeldungen. Die„Sozialdemokraten drohen mit„Rücktritt. TU. Berlin, 23. Okt. Die Berl. Morgenpost# schreibt: Der Reichskanzler hat für Montag die Führer der Parteien zu sich berufen, um mit ihnen den Währungszusammenbruch und die damit zu. sammenhängende ungeheure Teuerungswelle zu beraten. Vorher halten die Fraktionen im Reichstag Beratungen ab. Die Lage ist nahezu verzweifelt. In führenden sozialdemokratischen Kreisen wird versichert, wenn nicht sehr bald für dieir Stützung der Währung wie gegen den vierfachen Preis für Umlagegetreide etwas geschehe, würde die Partei die Mitverantwortung der Teilnahme an der Regierung nicht länger tragen Der Geburtstag der Kaiserin. TU. Berhin, 23. Okt. Zum Geburtstag der Kaiserin Auguste Viktoria wurden gestern im Antiken Tempel im Park von Sanssouci zahlreiche Kränze, u. a. von der früheren Kronprinzessin niedergelegt. Auch Prinzessin Hermine von Schönaich=Karolath hat einen Keinz niedergelegt. In Doorn erfolgte das standesamtliche Aufgebot# zur neuen Eite des ebem, Kaiserz. Stadttheater Dortmund. Mittwoch, 25. Okt., 7 bis nach 10 Uhr. 1. Kammerspielabend. Preise 2. Der Totentanz. (1. Teil.) Ein Drama in 2 Teilen von August Strindberg, Deutsch von Goebel. Vorverkauf Sonntag. Donnerstag, 25. Okt., 7½—10¼ Uhr.„A. 7% Preise 1. 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Wissen.n Garte Nr. 250 Zum Im deutschen Vaterl. und Trinksitte jährlich zum Selbstmord, 11 300 wandern ins Irrenhaus wahnsinn zugrunde, 420 gen in die Obhut der fallen der Armenpflege setze— dies alles in ei kohol K Lloyd George I seinem Rücktritt in Leei und Friedenspolitik rech Konservativen den Kam In einer Versammlu liberalen Rates Präsidenten gewählt. unionistische Zu fen werden wird, um rer der Uinionisten zu finden. volkswirt schuß des Reichstages anträge zur Getreidenn Eine in Berlin ein! deutschnational de in Grund des Gesetzes zu verboten worden. Gegen die wegen d. Zirkus Busch verl nunmehr der Untersuch erlassen; die Angeschul suchungsgefängnis eing Die Reichstagsfrakt wird eine große Anfrat teile des Volks Landesverratsprozeß g gas und Lempfe. Die Blätter in A Schilderungen von de verlassenden thrazischen Vermisa Während der bisher über Petersbur Alteisen ausgeführ Deutschland. Zum Landrat d sozialdemokratische Al gervorsteher und Land aus Osnabrück er Den Preis von 10 Daily Mail für den gesetzt hatten, wurde rolle mit einer Flugz Minuten gewonnen; sche Höchstleistun schlagen. Das Kaukasus wie das Deutsche Reic Bei dem Segelflug stellte Olley auf eine eine Flugdauer von 4 für einen Klug mit##