d: e: 0: n: Frietee-Palast: ortmund: rückstraße 39/41: son 3047 u. 4900: — s führende Haus: am Blatel— Einlaß 7 Uhr..: zertanfang 7,25 Uhr: stellung 7,40 Uhr.: im 16.—31. Oktober 1922:: s grandiöse Juiums-Programm: jjähriges Bestehen: Odeon-Varietees.: inz.(Sensationel).; lebende Schaukel=: d. der gelehrige u.: ikalische Pony vor: ihrt vom Dresseur: Pfilippi.: sch, Old, der Mann: der Maske. Der: nemonalste Balance=: kt der Gegenwart.: Collingtons 3: nsationelleReck=Flug: Combination. 3 sei Watson's, die: tisch Rollschuhläufer.: bei Franks, genannt: deutsche Charlie: aplin. Die originelle: entrie Stepp=Tänzer.: bei Fassims mit: en 10 Foxterieren: sänom. Dressur=Akt. 3 uge& Gibson in: en Billard Sketsch.: is Girardet, der? hsische Komiker im ack mit neuen Vor=? trägen. Original Geza 3 Varady=Truppe.: garisches Gesang u.; Tanz Ensemble, 3 prolongiert. ie Einbrecher von: ewYork, Pantomine: der Alex Piccad 3 (7 Personen): B. Karten sind im: orverkauf an der Ta=: skasse von 10—1 Uhr: d ab 4 Uhr zu haben.: lefon 3047 und 4900: 90000000RC 8 he für einige Stunden Morgens saubere Putzfrau oder Mädchen i gutem Lohn. erfrogen in der Geschsl. Möd. Sinnet sutem Hause zum 1. Nov. veimieten. Wo, sagt Geschä tsstelle. 5066 sela re ansgekämmte, kauft Iriseur Strack Hüsingstr. 16. Maschinenfette Huffette Lederfette Autofette Maschinenöle Motorenöle Centrifugenöle Kakozoddte kntböte Fußbodenöle Lack n. Oelfarben Carbolineum liefern Engros und Detail Chemische Werke H. Giesberg Schwerte 9. ihr Leben r bluten— n nicht verKindeskind. ∆ 5 igen, deren 4 Helden ein 8 4 B. Westhofener Zeitung Opierbecker Zeitung Langscheder Zeitung den Kreis Börde. Belzwickeder Zeitung für den Kreis Hörde. Oerbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Velkszeitung Schwerter Velksblatt Amtliches Kreisblatt Erstes und ätteltes Tagesorgan des Die„Schwerter Zeitung“ erscheint werktäglich. n Hauptgeschäftsstelle, Druck und Berlog: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwertexuhr. Cel.62. Postscheck: Dortmuno 2822 Verantwortliche Schriftleitung: Karl Nichter: imn Schwerte. Regelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter. u Lustiges Allerlei. Kinderzeitung: Unser Blatt. n Unterhaltungs- u. Nomanbeilage. u Spiel, Sport und Curnen. u Ledensbild. Kunst u. Wissen. n Gartenratschläge. Nr. 244 Zum Geleit. Flieh, was gemein! Schändliches sei dir zuwider, Hasse, was ehrlos und nieder. Deutscher, sei rein! F. W. Fuchs. Neueste politische Nachrichten. Lloyd George hielt in Manchester die mit großer Spannung erwartete Rede, in der er ausführte, daß er nicht beabsichtige, sein Amt niederzulegen. Die Blätter melden aus Malaga, daß mehrere Kriegsschiffe mit Unterstützung eines starken Flugzeuggeschwaders die Stadt Alhucemas beschießen, um die Landung der in drei Transporten herangeführten Truppen zu decken. Als Tagungsort für die Friedenskonferenz für den Orient soll Lausanne in Frage kommen. Die Türken scheinen einem solchen Vorschlag nicht abgeneigt zu sein. * Nach einer Meldung der Chicago Tribune aus Athen wird das griechische Kabinett beim Eintreffen des Premierministers Zaimis sofort zurücktreten. Zaimis werde beauftragt werden, das neue Kabinett zu bilden. * Nach Newyork Herald steht fest, daß Frankreich gegenüber den Washingtoner Abmachungen über eine Einschränkung der Rüstungen zur See Vorbehalte machen werde, die deren Wirkung in Bezug auf Frankreich so gut wie aufheben. Im Departement Creuse wurde der Abgeordnete Viviani mit großer Mehrheit zum Senator gewählt. * Franklin Bouillon ist an Bord des Kreuzers Metz von Mudania in Boulogne eingetroffen. Er wird am Abend in Paris erwartet. Die konserativen Führer Englands erklärten sich, um einen Wahlsieg der Arbeiterpartei zu verhindern, für Lloyd George. Die Wahlen dürften nunmehr im November stattfinden. Vermischte Kunde. Der Winterfahrplan bringt u. a. einen neuen Durchgangszug von Skandinnavien nach der Schweiz über Saßnitz bezw. Warnemünde, Rostock, Magdeburg, Kassel, Frankfurt, Basel. Isadora Duncan, die bekannte Barfußtänzerin, die mit ihrem neuen Gatten, dem russischen Dichter Jessenin in Newyork ankam, erhielt keine Erlaubnis zum Dableiben, da das Ehepaar als bolschewistische Agenten angesehen wird. Preußen und die süddeutschen Staaten sind beim Reichsfinanzministerium vorstellig geworden, für den Hausbrand die Kohlensteuer zurückzuvergüten. * Berlin, 16. Oktober. Der Kabaretthumorist Hugo Kaiser hatte in Erfahrung gebracht, daß Einbrecher seine Wohnung während seines Auftretens zu plündern beabsichtigten. Um diesen Plan zu verhindern, legte er vor seiner Tür einen Selbstschuß an. Auf dem Heimwege schien sich Kaiser nicht mehr an diese Vorsichtsmaßnahme erinnert zu haben. Als er seine Wohnungstür öffnete, ging der für die Einbrecher bestimmte Selbstschuß los. Die Kugel ging ihm in den Mund und von dort durch das Gehirn zum Kopf hinaus. Bewußtlos, wurde er in das Krankenhaus geschafft. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Dienstag, 17. Oktober 1922 55. lagung des Wohnlungsausschüsser besneichstagel. Diesteigerung der Baukosten v. Januar 21 bis Juli 22 entgegen den Vorkriegspreisen(1913= 1) JANUAR 21 AUGUIT 21 DEZEMBER 21 FEBRUAD 22 T. U. Berlin, 13. Oktober. Es wird die Beschlagnahme von Doppelwohnungen, Aufteilung großer Wohnungen, Ausbau von Dachgeschossen, Einhau von Wohnungen in öffentliche und private Gebäude gefordert. Im Jahre 1923 sollen wenigstens 100000 Wohnungen neu gebaut werden. Den Hauptgegenstand der darauf folgenden Diskussion bildete das Problem der Finanzierung des Wohnungsbaues. Die neue Reichstagssehsron. Hoffentlich wird die Tagung des deutschen Reichstages, die heute ihren Anfang nehmen soll, nicht eine Session mit Hindernissen. Die inneren Hemmnisse können wir verhindern, und das liegt auch in unserem größten Interesse, die Beseitigung der äußeren Schwierigkei ten ist abhängig von dem guten Willen der Ententestaaten, bei denen sich von Tag zu Tag die Stimmen mehren, daß es wie bisher nicht weitergehen könne. Die Sommersession des Reichstages wurde noch Mitte Juli vertagt. Sie stand noch unter dem Einfluß der schweren Tat der Ermordung des Ministers des Auswärtigen, Rathenau, und der Ententeforderungen wegen der Finanzkontrolle. Angesichts dieser Umstände wurde die Umbildung des Reichsministeri ums beraten, die für notwendig erkannt, aber bis zur Herbstsession vertagt wurde. Ob die Umbildung die nach der Wiedervereinigung der beiden sozialdemokratischen Parteien eher schwerer als leichter geworden ist, sofort oder erst später in Angriff genommen werden soll, wird sich bald herausstellen müssen. Wenn als Hauptziel im Innern erträgliche Verhältnisse für die Lebensmittelversorgung angestrebt, werden: müssen, so ist es doch nicht ohne die Besserung der Mark herbeizuführen, und diese Aufgabe liegt auf dem Gebiete der auswärtigen Politik. Wenn die Reparationskommission sich Mühe gibt, und die englische Regierung etwas drängt, so kann die neue Finanzkonferenz, die für Brüssel in Aussicht genommen ist, in längstens sechs Wochen zusammentreten. Dort soll die Schuldentilgung und die definitive Lösung des Reparationsprob= lems ber###en werden. Der Reichstag hat gewiß allen Grund, über die deutsche Finanzlage zu verhandeln, das Reich, die Staaten, die Städte leiden in gleicher Weise, aber die Debatten können nur thoretischen Wert haben, solange die neue Konferenz nicht eine für uns erfüllbare Lösung gefunden hat. Der Reichstag wird Gelegenheit nehmen müssen, das ganze Gebiet der Teuerung mit ihren Ursachen und Wirkungen noch schärfer als bisher zu beleuchten. An die Devisenspekulation ist man auch zu spät herangetreten, dies Treiben und die Freiheit des Handels sind längst * D i e u n e r s c h w i n g l i c h e n t e u r e n N e u b a u t e n. Dem städtischen Wohnungsausschuß München wurde mitgeteilt, daß die Bezugsfertigherstellung einer aus drei Räumen bestehenden Wohnung jetzt einen Gesamtaufwand von nicht weniger als 3 Millionen A erfordert. nicht mehr gleichbedeutend gewesen. Die Betätigung der Landwirtschaft muß in sichere Bahnen gelenkt, und die Verschiebung ihrer Produkte nach dem Auslande im allgemeinen Interesse verhütet werden. An sozialpolitischen und anderen inneren Gesetzentwürfen liegt eine ganze Reihe vor. Ein gutes Werk soll niemals gehindert werden, aber es muß sich in gewissem Sinne den obwaltenden Verhältnissen anpassen. Die Arbeiterschaft hat sich in seiner Zusammensetzung geändert. Mit Befriedigung wird der Reichstag konstatieren können, daß sich der Arbeitswille in allen Kreisen gehoben hat. Wir können also hoffen, daß das Wort der Verfassung wahr wird, daß die Arbeitskraft das höchste Gut der deutschen Nation wird. Nachspiel zum Blut=Sonntag. Gegen diejenigen, die die kommunistische Aktion inszeniert haben, wird Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs, Anstiftung zum Landfriedensbruch und Aufforderung zu strafbaren Handlungen eingeleitet werden. Die Polizei ist entschlossen, die Versammlungsfreiheit gegen die kommunistischen Vergewaltigungsversuche, unter denen bereits sämtliche Parteien gelitten haben, mit allen Mitteln zu schützen, wie sie das in ihrer Warnung angekündigt hat. Berlin, 17. Okt. Der Vorsitzende der Deutschnationalen Volkspartei Exzellenz Hergt gedenkt unverzüglich im Reichstag eine Interpellation einzubringen, die auf Absetzung des Polizeipräsidenten Richter abzielt. Außerdem will die Deutschnationale Volkspartei aus Anlaß der Sonntagsvorgänge einen Ausbau des Schutzgesetzes dahin verlangen, daß§ 12, der die Sprengung von Versammlungen unter Zuchthausstrafe stellen sollte, auf die Forderung der Sozialisten hin aber wieder gestrichen wurde, wiederhergestellt wird. 3 Tote und 60 Schwerberletzte. Berlin, 17. Okt. Die Zahl der Toten hat sich auf 3 erhöht. Die Zahl der Verletzten steht noch nicht fest. Mehr als 60 sind zum Teil außerordentlich schwer und mehrere Hundert leicht verletzt. Das Polizeipräsidium teilt mit, daß die Nachricht über den Tod eines bei dem heutigen Zusammenstoß schwerverletzten Unterwachtmeisters der Schutzpolizei nicht den Tatsachen entspreche. Der Beamte sei aber schwerverletzt und nicht außer Lebensgefahr. Kommunistische Protestbersammlung in Berlin. TU. Berlin, 17. Okt. In Kliems Festsälen erstattete gestern abend in einer kommunistischen Protestversammlung vor dicht gedrängten Arbeitermassen der Avg. Geschke ein verhältnismäßig ruhiges Referat über die Vorgänge am Zirkus Busch. Dabei versuchte er, den Nachweis zu führen, daß der Bund für Freiheit und Ordnung eine neue Auflage der Orgesch sei, die mit ähnlichem Programm und unter gleichen Methoden, wie die italienischen Fascisten arbeiten. Mit größtem Nachdruck warnte er seine Parteifreunde vor Angriffen auf die Sipo und behauptete, daß der getötete Arbeiter nicht von der Sipo, sondern von den Bundesleuten erstochen worden sei. Er habe selbst gehört, daß sich die Sipo höchst unwillig über den ihr aufgezwungenen Dienst geäußert habe. die wahl des Reichspräsidenten. TU. Berlin, 17. Okt. Gestern vormittag empfing der Reichskanzler die Führer der Koalitionsparteien unter Hinzuziehung der Führer der Deutschen Volkspartei zu einer Besprechung über den Zeitpunkt der Reichspräsidentenwahl. Dr. Stresemann legte in längeren Ausführungen nochmals die Bedenken seiner Partei gegen die Vornahme der Wahl an dem vorgesehenen Zeitpunkt dar. Die Vertreter der übrigen Parteien schlossen sich diesen Bedenken an. Der Vertreter der Sozialdemokraten lehnte es im Namen seiner Fraktion ab, einen Vorschlag, der auf eine Verschiebung der Wahl und damit einer Verlängerung der vorläufigen Stellung des Reichspräsidenten hinauslaufe, zuzustimmen. Seine Partei stehe nach wie vor auf dem Standpunkte, daß die Wahl zu dem vorgesehenen Zeitpunkte vorgenommen werden solle. Nur ein verfassungsänderndes Gesetz, das die vorläufige Stellung des Reichspräsidenten in einen verfassungsmäßigen Zustand umwandle, könne die Lage ändern. Ob seine Fraktion diesen Weg beschreiten werde, lasse er dahingestellt. Die Fraktionsführer der anderen Parteien erklärten darauf, daß sie über die Verschiebung der Wahl durch ein verfassunggebendes Gesetz mit ihren Fraktionen Rücksprache nehmen wollten. Die Verhandlungen wurden darauf auf übermorgen vertagt. Kaiser und Papst. Aus den Erinnerungen Wilhelme II. In seinen Erinnerungen„Ereignisse und Gestalten“ spricht Wilhelm II. u. a. auch sehr ausführlich über sein Verhältnis zur Kirche, insbesondere zur päpstlichen Kurie und zu den deutschen Kirchenfürsten. In besonders guten Beziehungen will der Kaiser mit den Kardinälen Kopp, Hartmann, Schulte, Faulhaber und Bertram gestanden haben. Sie alle bezeichnet er als Zierde des deutschen Epislopates, dessen Patriotismus für Kaiser und Reich im Kriege zum Ausdruck gekommen sei. Darin glaubt der Kaiser einen Beweis erblicken zu können, daß es ihm gelungen sei, die Nebel des Kulturkampfes zu zerstreuen und auch den katholischen Untertanen die Freude am Reiche zu ermöglichen. Sehr ausführlich äußert sich der Kaiser über sein„freundschaftliches Vertrauensverhältnis“ zu dem Papst Leo XIII. Bei seinem ersten Besuch im Vatikan habe er sich herzlich gefreut, daß der Papst mit Anerkennung und Dank die Stellung hervorhob, die die katholische Religion und ihre Anhänger in Deutschland einnehmen, und daran die Versicherung schloß, er werde an seiner Stelle dazu beitragen, daß die deutschen Katholiken keinem anderen Deutschen an Vaterlandsliebe und Treue nachstehen sollten. Bei dem dritten und letzten Besuch— kurz vor dem Tode Leos XIII.— habe der damals 98jährige Papst die Grundsätze, mit denenr regiere, ausdrücklich gebilligt, und seine Freude darüber ausgedrückt, daß der Kaiser seine Herrschaft auf der Grundlage des festen Christentums ausgebaut habe. Als interessante Tatsache verzeichnet Wilhelm II. in seinen Erinnerungen, daß der Papst ihm bei diesem Anlaß erklärte, Deutschland müsse das„Schwert der katholischen Kirche" werden. Er habe entgegnet, daß das alte Römische Reich deut scher Nation doch nicht mehr bestehe, daß die Voraussetzungen andere geworden wären. Aber der Papst sei bei seiner Ansicht geblieben. Der Kaiser schildert dann, daß ihm der Papst bei dieser Gelegenheit noch einmal seinen warmen Dank dafür ausgesprochen have, daß er unablässig um das Wohl auch seiner katholischen Untertanen bemüht sei. Er habe, so sagte der Papst das von so vielen Seiten gehört, daß er Wert dar auf lege, ihm persönlich zu sagen, wie dankbar sowohl er wie die deutschen Katholiken für diese Fürsorge seien. Er könne ihm versichern, daß meine katholischen Untertanen in guten und bösen Tagen in absoluter Treue zu mir stehen würden. Sie würden sich in jeder Lage als unbedingt treu erweisen. Stadt und Land 1757 1849 1905 Schwerte, 17. Oktober. Erinnerungen. Der Chemiker Rene de Reaumur gestorben. Der franz. Tonkünstler Francois Chopin gestorben. Friede zwischen Japan und Rußland. Herbstgedanken. daher das Kartoffelkraut nach Art der Gründüngung ein. Das ist das beste Verwertungsverfahren. Verbrennt man das Kraut, so wird der so wichtige Stickstoff zerstört, und der Verlust beträgt nach obiger Analyse und nach dem jetzigen Preise gegen 1000 Mark! ** Der Vertaufspreis für die Milch wurde für die Stadt Schwerte auf 39 c für ein Liter herab. gesetzt. ** Der neue Milchpreis. Dazu können wir mitteilen: Am vergangenen Dienstag fand auf Anregung der westfälischen Industriestädte eine Konserenz im Stadthause zu Dortmund statt, bei welcher das Oberpäsidium vertreten war, sowie Abgesandte der Industriegemeinden und Molkerei betriebe. Nach eingehender Aussprache wurde folgender Beschluß gefaßt:„Wir sind grundsätzlich bereit, einen neuen Milchpreisausschuß für die Provinz Westfalen unter dem Vorsitze des Geschäftsführers der Provinzialpreisprüfungsstelle Herrn Dr. Neugebauer zu bilden. Dieser Ausschuß soll das Recht haben, den Milchpreis endgültig sestzusetzen. Dem Beschluß müssen sich Erzeuger Molkereien und Verbraucher fügen. Kommt ein Beschluß oder eine Verständigung nicht zustande, dann entscheidet der Vorsitzende der Westfälischen Provinzialpreisprüfungsstelle hier. Regierungsrat Schnorbusch. Der Milchpreisausschuß besteht aus je zwei Vertretern der Erzeuger, der Molkereien, der Städte und der Verbraucher. Auch der anwesende Oberpräsident erklärte sich mit diesem Beschluß einverstanden und wünschte, daß die am gleichen weil man fast durchweg schmutziges, ausgetrocknetes Ovst zu kausen bekommt, und gewöhnlich wird auch noch unreifes, madiges Fallobst für diese wirkliche Delitatesse verwendet. Das ist natürlich grundfalsch. Auch eignen sich nicht alle Ostsorten zu gutem Dörrobst, am wenigsten die gar zu saftreichen Sorten. Man halte also Auslese und benutze eine praktische, saubere Methode. In Böhmen legt man z. B. das Obst, das außer Kirschen und Pflaumen erst geschält wird, auf Horden aus Weidengeflecht, stellt viele derselben übereinander, so daß keine Fliegen usw. dazu gelangen können, und trocknet so das Obst an Sonne und Luft erst etwas ab. Danach schiebt man die Horden in einen nur mäßig heißen Backosen. Noch besser eignen sich die besonderen Dörrapparate, die mit dem Herdfeuer verbunden werden können und den Hitzegrad zu regulieren gestatten, was bei der Verschiedenheit des Obstes sehr wichtig ist. Für den Haushalt genügt das Dörren auf Blechen in Bratöfen oder über der Grude, nur darf die Hitze niemals zu groß sein. Die kalten Winde sind erwacht, Sie heulen und toben Tag und Nacht Und schaffen an allen Enden, Das Schöne umzuwenden. Tage in Hamm versammelten Milcherzeuger und Das frische Grün am Baum verwelkt. Der Wald das Herbstkleid jetzt erhält; Dahin des Gartens Blumenduft, Der Herbst steigt aus der Gruft. Verrauscht ist nun des Sommerspracht, Wo oft das Herz gescherzt, gelacht; Die Vöglein sind verschwunden all, Der Herbst zieht durch das stille Tal. ** Hurra et git Errappel stief! Der Gärtner Refäuter(Wickede) erntete eine Industriekartoffel die nicht weniger als 2 Pfund, 400 Gramm wog. ** Die Kartoffelernte nimmt flotten Verlauf. Die Kartoffeln sind nicht nur in großer Menge vorhanden, sondern die einzelnen Früchte sind auch durchweg gut entwickelt. Leider zeigen sie, besonders auf Feldern und in Gärten mit tiefer Lage, kleine braune Flecken, die den Beginn des durch den Regen bedingten Faulens anzeigen. Die Ernte bedarf deshalb vor der Einkellerung eines genauen Auslesens, da die Gefahr des Nachfaulens naturgemäß groß ist. Hoffentlich hält für einige Zeit das trockene Wetter an, ohne daß wir nachts unter starkem Frost zu leiden haben. ** Der Nutzen des Kartoffelkrautes. Allerorten auf dem Lande draußen werden jetzt Kartoffeln ausgemacht, und man sieht da und dort ein Kartoffelfeuer. Es mag etwas Poesic dabei sein, wenn der Bauer oder Kleingärtner auf seinem Felde ein Feuerchen macht, sich einige Erdäpfel röstet, und nun vergnüglich mit seinen Kindern zuschaut, wie der Rauch von dannen zieht. Viele meinen, es müsse jedes Kartoffelkraut verbrannt werden, denn was sollte man sonst damit anfangen! Das ist ein großer Irrtum, denn das Krant enthält beträchtliche Mengen jetzt sehr teurer Düngesalze. Und zwar enthält ein Hektar Kartoffelkraut 20,5 Kilo Stickstoff, 4 Kilo Phosphorsäure, 12,6 Kilo Kali und 21 Kilo Kalk im Durchschnitt, was ungefähr dem Gehalt von 80 bis 100 Zentnern Stalldünger gleichkommt! Man grabe Molkereibesitzer, sowie der bisherige Milchpreis. ausschuß dem vorstehenden Beschluß ihre Zustimmung geben möchten. Dies ist leider nicht geschehen, vielmehr wurde beschlossen, daß der einseitig zusammengesetzte Milchpreisausschuß bestehen bleiben soll, und die von ihm festgesetzten Milchpreise von 30 M ab Stall und 6 ∆ Molkereigebühr zu zahlen sind!— Inzwischen haben fast sämtliche Landräte und Oberbürgermeister nach Anhörung der Preisprüfungsstellen oder paritätischer Ausschüsse über einen angemessenen Milchpreis Bericht erstattet. Das Ergebnis aus den 56 Stadt= und Landkreisen ist folgendes: 8 wichtige Erzeugerkreise halten unter Zustimmung der Landräte den alten Preis von 19 H ab Stall und 4 M Molkereispanne für ausreichend; auch andere Städte und Kreise halten den alten Preis für hoch genug, jedoch bitten sie aus Furcht vor einer Milchsperre um eine weitere Erhöhung, jedoch nicht auf 30 M. 22 Städte und Kreise schlagen 20—25 A pro Liter vor und nur 3 ans Rheinland grenzende Kreise machen den Vorschlag von 30 A ab Stall. Nach forgfäl tiger Prüfung aller Vorgänge hat der Oberpräsident für die Provinz Westfalen ab 15. Oktober den Milchpreis von 25 c ab Stall und 5 c Molkereispanne für angemessen und ausreichend erklärt. Landwirte, die ohne Inanspruchnahme der Molkerei die Milch unmittelbar an den Verbraucher verkaufen, sind berechtigt, 30 A ab Stall zu nehmen. Die hohen Preise im besetzten Rheinlande können und dürfen für Westfalen nicht maßgebend sein. ** Dörrobst! Wir haben dieses Jahr fast allerorten einen ungemein reichen Obstsegen zu verzeichnen. Die Verwertung braucht durchaus nicht in der allgemein bekannten Form des Einkochens zu geschehen, vielmehr sollte man sich auch der trefflichen Konservierungsmethode des Dörtens zuwenden! Dörrobst schmeckt ausgezeichnet, und wer will, kann auch aus der Herstellung guten Dörrobstes, besonders wenn er über eigene Ernten verfügt, eine ganz vorzügliche Erwerbsquelle gewinnen. Bedarf jst immer vorhanden, nur lehnt man gar zu gern deutsches Dörrobst ab, ** T a g u n g d e r W e s t f ä l i s c h e n F r a u e n h i l f e i n Schwerte. Vom 11. bis 13. d. Mts. fand in unserer Stadt die Tagung der Westfälischen Frauenhilfe statt, zu der sich 30 auswärtige Mitglieder der Frauenhilfe eingefunden hatten. Außer diesen Gästen, die sämtlich in Freiquartieren untergebracht waren, nahmen eine Anzahl Frauen unserer Gemeinde an den Vorträgen und Veranstaltungen der Tagung teil. Eröffnet wurde diese am Mittwoch Nachmittag im Ev. Gemeindehaus. Dort hielt Pastor Israel aus Münster einen Vortrag über das neue Reichsjugendwohlfahrtsgesetz und die Aufgaben, die sich aus diesem Gesetz für die Arbeit der Frauenhilfe ergeben. Er legte darin seinen Zuhörerinnen die Wichtigkeit dieses Arbeitszweiges und die Ausnützung aller Möglichkeiten, die das neue Gesetz für die Mitarbeit der evangelischen Frau gewährt, eindringlich aus Herz. Der Vormittag des folgenden Tages war ausgefüllt durch einen tiefgründigen Vortrag von Pastor Müller aus Schwefe über das Thema:„Die religiöse Gedankenwelt der gebildeten Frau und ihre Heranziehung zur Mitarbeit innerhalb der Kirche.“ Er weis durch eine eingehende Analyse der weiblichen Psyche, ihrer Anlage und ihrer Erziehung nach, daß die gebildete Frau im allgemeinen der Religion und dem Christentum noch freundlich gegenübersteht, daß es ihr aber an Verständnis für die wesentliche Eigenart des biblisch=reformatorischen Christentums und darum auch an Verständnis für die Bedeutung der Kirche als Heilsgemeinschaft fehlt. Immerhin biete diese frendliche, wenn auch innerlich gebrochene Stellung dem Christentum gegenüber einen Anknüpfungspunkt, um die gebildete Frau für den praktischen Dienst innerhalb der Kirche, besonders in der Form sozialer Arbeit, zu gewinnen. Darüber hinaus aber bleibe es das Wichtigste, ihr Herz für das biblische Christentum zu erobern und ihr dessen Unvergänglichkeit und Einzigkeit gegenüber allen anderen Weltanschauungen und Religionen zu Bewußtsein zu bringen. Ist die gebildete Frau erst innerlich wieder für das biblische Christentum gewonnen, so wird sie auch freudig mit Hand anlegen zum Bau des Reiches Gottes auf Erden. Am Nachmittag dieses Tages wurde ein gemeinsamer Ausflug durch den Schwerter Wald zur Gastwirtschaft Berkhoff am Tunnel unternommen. Dort hielten verschiedene führende Persönlichkeiten der Westfälischen Frauenhilfe, die Vorsitzende Gräfin Plettenberg=Heeren, die Sekretärin Frl. Meinberg aus Soest, Frl. v. Bamberg aus Bochum und Pastor Johnneswerth aus Soest, kürzere Ansprachen an die versammelten Frauen über Wert und Bedeutung. Segen und Gewinn der Frauenhilfsarbeit. Am Freitag Vormittag endlich sprach Pastor Petersmann aus Aplerbeck über das Thema:„Die Proletarierfrau und ihre Heranziehung zur Mitarbeit in der Kirche.“ Er führte aus, wie die Proletarierfrau durch harte Arbeit, durch einseitiges Verlangen nach Anteil am Kulturgenuß, durch das Gefühl der Rechtlosigkeit und eines vermeintlichen Enterbtseins und durch des daraus erwachsene Mißtrauen gegen die bürgerlichen Kreise nach und nach der Kirche fremdet und an Ewigkeitsgut arm geworden sei nicht ohne Schuld der christlichen Unwelt. Um ihr zu helfen, bedarf es der Sanftmut, der herzlichen Freundschaft, der tätigen Hilfeleistung in Fällen der Not, der verstehenden, nachgehenden Liebe und endlich des vertrauensvollen Hineinziehens in die christliche Dienstgemeinschaft. Das Wichtigste bleibt freilich auch hier persönlicher Christenglaube, der allein Ziel und Kraft aller Mitarbeit in der Kirche sein kann.— An sämtliche Vorträge der Tagung schloß sich eine lebhafte und angeregte Aussprache an, die im einzelnen noch viel wertvolle Darbietungen und Meinungsäußerungen brachte. Mögen die Teilnehmerinnen von auswärts mit den Anregungen eine freundliche Erinnerung an unsere Stadt mitgenommen haben und möge, was die Hauptsache ist, der Samen, der hier ausgestreut wurde, überall in der Westfälischen Frauenhilfe lebendige Frucht bringen, zum Besten unserer Gemeinden und unseres Volkes! ** Evangelisation. In einer Zeit, wie die unsere sie ist, in der allerlei Not die Menschen bedrückt und die Enttäuschung über fehlgeschlagene Hoffnungen Millionen als schwere Last empfinden, in einer solchen Zeit gewinnen die Dinge wieder Wert, die man nicht zählen und wiegen kann. die Dinge des inwendigen Lebens und die Dinge, die über das Irdische hinausgehen. Auf solche Werte will die Evangelisation hinweisen. Sie will nahe legen, daß der Mensch nicht vom Brot allein lebt und daß es Dinge gibt, die noch viel wichtiger sind als die Preise und die Lohnfragen, als die ganze hobe und niedere Politik. Zeigen will sie, wie man auch in der Not der Gegenwart ein frohes Herz haben kann, und wie man stark und frei wird aller Not gegenüber. Erfahrungsgemäß haben in der Gegenwart solche Veranstaltungen eine gewaltige Wirkung gehabt. Wir sind gewiß, daß auch in unserer Stadt die am kommenden Sonntag beginnende Evangelisation in der großen Kirche eine reichliche Beteiligung finden wird. Lasse sich keiner den Segen derselbe entgehen. ** Kathol. Jünglingsverein. Einen Familien= abend, der in jeder Hinsicht als wohlgelungen zu bezeichnen ist, hatte die kathol. Jünglings=Soda lität am Sonntag abend im Saale des Vereinshauses veranstaltet. Ein wirkungsvoller Vorspruch, der auf die edlen Ziele und Bestrebungen des Vereins hinwies, Vorträge der Gesangabteilung des Vereins, gemeinschaftliche Gesänge, theatral. Aufführungen etc. bildeten das Programm der Feier, in deren Mittelpunkt eine Ansprache des Herrn Kaplan Schleep, des Vorsitzenden des Vereins, stand. Die Veranstaltung, die sich eines ungemein zahlreichen Besuches erfreute, dürfte dem Verein zahlreiche neue Mitglieder gewonnen haben. ** Unglück in der Ostenstraße. Gestern fuhr das Geschirr des Kartoffelhändler Bährensmann mit etwa 70 Zentnern Kartoffeln schwerbeladen in etwas schnellem Tempo in die Ostenstraße ein. Ein Auto sam dem Fuhrwerk entgegen. Plötzliches Ausweichen war nicht mehr möglich und so fuhr das Geschirr in das große Schaufenster des Konfektionshauses Ernst Müller. Bei den teuren Glaspreisen ist der Schaden natürlich ganz enorm. Die abgebrochene Wagendeichsel ist noch ein Schaden für sich. Zum Glück kam aber kein Mensch zu Verletzungen.— Ob man raten dürfte: Eile, aber mit Weile? 59 Art laßt nicht von Art. Roman von H. Hill. (Nachdruck verboten.) Sollte irgend etwas in der zwischen ihm und den beiden Besuchern geführten Unterhaltung den Anstoß zu ihrem plötzlichen Entschlusse gegeben haben? Er suchte sich alle Einzelheiten dieser Unterhaltung ins Gedächtnis zurückzurufen, aber er konnte zu keinem befriedigenden Ergebnis gelangen. Meist war es ja der Senator gewesen, der das Wort geführt hatte, und es hatte sich in dem Gespräche eigentlich um nichts anderes gehandelt, als um die Feststellung, ob die Erzählung des jungen Grafen von Doktor Odemars fluchtähnlicher Abreise auf Wahrheit beruhte oder nicht. Bei alledem war nichts gesprochen worden, was ihm die Reiseidee der Komtesse erklärlich machte. Er konnte also nur annehmen, daß sie diese Idee schon vorher gefaßt hatte für den Fall, daß sie auch den Doktor in der Hauptstadt vermuten dücse. Warum aber sollte sie das getan und welchen Zweck sollte sie damit verfolgt haben? Sie war doch nicht in der Lage, ihm irgendeinen Dienst zu leisten. Und sie gehörte sicherlich nicht zu jener Gattung verliebter Frauen, die einem davongelaufenen Liebhaber nachrennen, um ihn unter allen Umständen zurückzuholen. Auch hätte ihre Fahrt doch nur dann einen Sinn gehabt, wenn sie überzeugt gewesen wäre, die wahren Beweggründe für Odemars Flucht zu kennen. Nur dann würde ihr Stolz ihr gestattet haben, ihr nachzureisen. Es waren lauter Ungerißheiten und Unklarheiten, in denen der Verstand des Fre. ,. vergeheng nach einem greifbaren Anhalt suchte, und das ganze gebnis seines Nachdenkens bestand darin, daß setzt mehr denn je geneigt war den Besiich hei der suengen schaffenheit der Dinge aufzuklären. Leider können wir nicht viel tun, um solche Aufklärung herbeizuführen. Wir müssen abwarten, ob Edith es für gut findet, uns nach ihrer Rückkehr mitzuteilen, ob sie irgendwelche besonderen Absichten verfolgte, und dürfen uns bis dahin über ihre Motive nicht allzusehr den Kopf zerbrechen. Wo ist der Herr Senator? Weil ich doch einmal hier bin, möchte ich nicht gern wieder fortgehen, ohne ihn begrüßt zu haben.“ Mein Onkel ist mit dem Major Brandenfels im Billardzimmer— unter dem Vorwande, sich von ihm in den Feinheiten dieses Spiels unterweisen zu lassen, in Wahrheit aber wohl aus einem anderen Grunde.“ „Und diesen anderen Grund— darf man ihn erfahren?“ „Oh, es ist ja am Ende nur eine Vermutung. Aber das Benehmen des Majors ist in den letzten Tagen ein so sonderbares gewesen, und sein Verhältnis zu dem jungen Grafen erscheint in einem so eigentümlichen Lichte, daß ich es durchaus begreiflich finden würde, wenn mein Onkel den lebhaften Wunsch hätte, etwas von den Geheimnissen zu ergründen, die sich möglicherweise hinter alledem verbergen.“ Sie sind eine ausgezeichnete Beobachterin, Miß Trimmer, ich bin fest überzeugt, daß Sie mit Ihrer Vermutung st haben. Wie wäre er, wenn wir miteinander in das das ganze Ergebnis seines Nachdenkens bestand darin, daß er jegl mehl denn se genrigt war, den Besach dei der jungen Gräfin Steinkirch lediglich für einen Vorwand zu halten, der ganz andere und bedeutsamere Absichten verschleiern sollte. „Sehr interessant,“ wiederholte er nach deren Länge ihm selber wohl kaum zum Bewußtsein gekommen war,„Aber nicht eben geeignet, uns über die wahre Beund recht haben. Wie wäre es, wenn wir Billardzimmer gingen und dem Unterricht ein weng zuschauten?“ „Es würde wahrscheinlich sehr zweamaßig sein, wenn Sie hingingen. Mich aber haben Sie dabei doch wohl nicht durchaus notig?“ „Ich würde im Gegenteil das allergrößte Gewicht auf Ihre Begleitung legen. Denn ich könnte meine Absicht ohne Ihre freundliche Hilfe wahrscheinlich gar nicht erreichen.“ „Ah, Sie scherzen, Herr Baron! Oder Sie wollen sich ein wenig über mich lustig machen.“ „Gewiß nicht. Und ich gebe Ihnen die Versicherung, daß ich gerade in diesem Augenblick ganz und gar nicht scherzhaft gestimmt bin. Mein Gesicht und wohl auch meine Worte mögen ja zuweilen den Anschein erwecken, als ob ich die Dinge sehr leicht nähme, und zumeist ist es geradezu mein Wunsch, diesen Eindruck hervorzurufen. Von Ihnen aber möchte ich doch nicht gern falsch beurteilt werden, und darum sage ich Ihnen, daß ich es unternommen habe, einen sehr dornigen Pfad zu gehen, und daß ich sehr dankbar bin für jede Unterstützung, die ich auf diesem Wege finde. Gerade die Ihrige würde mir von unschätzbarem Werte sein, und darum wage ich, auf Sie zu rechnen.“ „Sie wissen, daß ich um des guten Zweckes willen, den Sie verfolgen, mit Freuden zu allem bereit bin. Aber Sie müssen mir schon etwas deutlicher erklären, was Sie von mir erwarten.“ „Ich möchte Sie bitten, den Major Brandenfels scharf zu beobachten, während ich mit dem Senator spreche. Ich möchte den Anschein erwecken, als ob ich an dem Major nicht das mindeste Interesse nähme, in Wahrheit aber liegt mir außerordentlich viel daran, festzustellen, wie er die kleine Ueberraschung aufnimmt, die ich für ihn in Bereitschaft habe, vorausgesetzt, daß es wirklich eine Ueberraschung für ihn ist. Ihre scharfen Augen sollen das eben ergründen, und ich bin gewiß, daß sie es besser können, als die irgendeines anderen Menschen. „Ich werde Ihr Vertrauen zu rechtfertigen suchen,“ eris nicht Ihre Absicht ist, grausam gegen den armen### zu sein. Ich würde es nicht gern sehen, daß ihm ngendein Leid widerführe. Denn er ist ein sehr sympathischer, liebenswürdiger Mensch, und ich glaube, daß er für seinen mißratenen Neffen eher alles andere als zärtliche Gefühle hegt. „Gewiß, er ist seine sehr sympathische Perjönlichkeit, und ich beabsichtige durchaus nicht, ihm zu nahe zu treten,“ erwiderte der Freiherr in seiner ruhig verbindlichen Art, in der Stille seines Herzens aber machte er allerdings den kleinen Vorbehalt: „Es müßte denn sein, daß er es nicht besser verdient.“ Sie machten sich auf den Weg nach dem Billardzimmer, wo sie in der Tat die beiden ganz in ihr Spiel vertieft fanden. (Fortsetzung folgt.) ** Im Silb. ten die im Se# Hermann Hol geb. Dietrich, das jeiern. Den zak Jubelpaar von wir die unserige sich das jetzige S ** 33 soziald Eingehen.(2) J en letzten Bezir terbezirks Leipzie 133 Parteizeitung ** Für die Damen) kommt Das Zigarettent Preise für Stral unter 400 Gr. 2 für Hohlmundsti gewicht mit soso ** Lichtendor ger. Bei demn 47.—9. Oktober in (Vineta“=Lick #und den 4. Preis tette, der Verein den ersten Preis PPreis im Ehrenp im Hauptehrenpr Verein erhielt mit 514 Punkter Köhr, dem L Verghofen er preis. Wellinghofen, kinder heim spohner des Am Weise verdient g Lehrern in dan die Schulkinderi Kücklemberg, Hac ausen, Auf de Ensig von Haus iberall um eine des oder um an per gebeten. Kein hen Gemüse ode Indere Sachen zu War der Garten für die Waisenki sen. Jubelnd w on der Schuljug wurden sie von sangen, und mit rasch, von de den Lehrern,# erzlichster Dank 8 Aplerbeck u und ihre irche.“ Er urch harte iach Anteil der RechtInterbtseins rauen gegen der Kirche eworden sei Inwelt. Um t, der herzleistung in achgehenden len Hineinschaft. Das persönlicher Kraft aller An sämtliche lebhafte und nzelnen noch inungsäußeterinnen von freundliche immen haben Samen, der Westfälischen n, zum BeVolkes! , wie die unie Menschen fehlgeschlageLast empfinie Dinge wiewiegen kann. nd die Dinge, 1. Auf solche n hinweisen. sch nicht vom gibt, die noch reise und die niedere Polin der Not der ann, und wie gegenüber. Erenwart solche irtung gehabt. rer Stadt die de Evangelisachliche Beteiliter den Segen nen Familien= hlgelungen zu inglings=Sodae des Vereinsller Vorspruch, ungen des Verjabteilung des theatral. Aufamm der Feier, he des Herrn in des Vereins, eines ungemein fte dem Verein en haben. Gestern fuhr Bährensmann i schwerbeladen Ostenstraße ein. gen. Plötzliches ich und so fuhr enster des Koni den teuren lich ganz enorm. noch ein Schakein Mensch zu irfte: Eise, aber rden, und abe, einen intbar bin Gerade sein, und illen, den in. Aber was Sie scharf zu sche. Ich em Major aber liegt die kleine chaft habe, ür ihn ist. ind ich bin es anderen uchen,“ ernung hatte ffe ich, oaß nen Major irgendein er, liebensnißratenen ichkeit, und reten,“ erArt, in der den kleinen verdient." ardzimmer, viel vertieft *e Im Silbersranz Am a#strigen Tuge konnten die im Sen#ngsweg wohnenden Eheieute Hermann Horuensahl und Iran. Theresir geb. Dietrich, das schöne Fest der silbernen Hochzeit jeiern. Den zahlreichen G uckwmischen, die dem Jubelpaar von allen Seiten zugingen, schließen wir die unserigen nachträglich noch gern an; mönc sich das jetzige Silber dereinst in Geid verwandeln. *“ 33 sozialdemokratische Zeitungen vor dem Eingehen.(?) In der am Sonntag stattgefundenen letzten Bezirks=Generalversammlung des Unterbezirks Leipzig der SPD. wurde mitgeteilt, daß 33 Parteizeitungen eingehen müßten. ** Für die Zigarettenrauchenden Herren(und Damen) kommt schon wieder eine Trauerkunde. Das Zigarettentartell beschloß eine Erhöhung der Preise für Strang=Zigaretten auf 6 A, für solche unter 400 Gr. Tabakgewicht auf 4 K. desgleichen für Hohlmundstück=Zigaretten bis 700 Gr. Tabakgewicht mit sosortiger Wirkung. ** Lichtendorf, 17. Okt. Siegreiche Sänger. Bei dem nationalen Gesang=Wettstreit vom 1.—9. Oktober in Aplerbeck errang der Verein [Vineta"=Lichtendorf zwei zweite Ehrenpreise ##und den 4. Preis im Wettsingen der Doppelquarstette, der Verein„Liederkranz"=Lichtendorf hden ersten Preis im Klassensingen, den ersten Preis im Ehrenpreissingen sowie den ersten Preis im Hauptehrenpreissingen der 3. Klasse. Derselbe VVerein erhielt auch den ersten Dirigentenpreinit 514 Punkten. Das macht Herrn Lehrer Köhr, dem Liederkranzleiter alle Ehre. Berghofen erhielt den zweiten Dirigentenpreis. Wellinghofen, 16. Okt. Um das Hörder Kinderheim(Waisenhaus) haben sich die Besohner des Amtes Wellinghofen in rührender Weise verdient gemacht. Von ihren hilfsbereiten Lehrern in dankenswerter Weise angeregt, sind die Schulkinder in Wellinghofen, Wichlinghofen. Kücklemberg, Hacheney, Benninghofen, Brünningausen, Auf dem Höchsten, in der Holtbrügge nsig von Haus zu Haus gegangen und haben iberall um eine Spende von den Früchten des Feloder um andere Gaben für die Waisenkinper gebeten. Kein Kind ruhte, bis es ein Bündelhen Gemüse oder ein Körbchen mit Obst oder Indere Sachen zur Sammelstelle getragen hatte. ar der Garten des Bergmanns noch so klein, für die Waisenkinder war doch etwas mitgewachsen. Jubelnd wurden die gesammelten Schätze von der Schuljugend nach Hörde gefahren, jubelnd urden sie von jung uad alt im Kinderheim empsangen, und mit Behagen werden sie, leider nut zu rasch, von der großen Kinderschar verspeist. Den Lehrern, Kindern und Spendern gebührt herzlichster Dank. Auch durch die Geldbeträge haben sich Sammler und Geber um die Anstalt bestens verdient gemacht. Möge in den Wellinghofer Schulen und Gemeinden das Wort lebendig bleiben: Wohlzutun und mitzuteilen vergeßt nicht, denn solche Opfer gefallen Gott wohl.— den Provinzen. Dortmund, 16. Dkt. Ermittelte und gesaßte Raubmörder. Die Burschen, welche die 59 Jahre alte Witwe Wolff. in der Münster Straße am Donnerstag vor acht Tagen nachmittags im genannten Geschäft ermordeten, sind ermittelt und dingfest gemacht worden. Er sind die 18 Jahre alten Arbeiter Heinrich Sander, Brunnenstraße 55, und Georg Gillot, Mallinckrodtstr. 7. Sie sind der Tai überführt und haben, wie wir hören, die Tat in vollem Umfange eingestanden. Dortmund, 16. Okt. Für 300000 A Sofaplüsche gestohlen wurden in der vergangenen Nacht aus dem Lager des Kaufmanns Heesen, Leuthardstraße 8. Die Diebe haben die Holzverkleidung des zerbrochenen Schaufensters gelöst, und sind durch die Oeffnung geschlüpft. Auffallend ist, daß der das Lager bewachende Hund nicht anschlug. Einer der Diebe muß sich an der zerbrochenen Schaufensterscheibe verletzt haben. Auf die Wiederbeschaffung des gestohlenen Gutes hat der Bestohlene eine Belohnung von 30000 M ausgesetzt. Dortmund, 16. Okt. Unglück beim Aufspringen auf einen fahrenden Zug. Auf dem Bahnsteig 2 des hiesigen Hauptbahnhofs wurde dem Arebiter Josef Jadkowski, in Witten wohnend, der linke Unterschenkel abgefahren. Jadkowsti wollte in einem in der Fahrt befindlichen Zug einsteigen. Er glitt aus und kam zu Fall. Er mußte dem Krankenhause zugeführt werden. Hagen, 16. Okt. Ihr vierzigjähriges Dienstjubiläum feierte am gestrigen Sonntag Elisabeth Wiesenhöfer in der Familie des Geheimrats Dr. Mayweg, bei der sie vor ihrem sechzehnten Lebensjahre an bis heute, anfangs als Kinderfräulein, später als Haushälterin ununterbrochen in seltener Pflichttreue tätig war, was Herrschaft und Jubilarin gleichmäßig ehrt. Waldbroel, 16. Okt. Bei der Eisernen Hochzeit gestorben. Die 95 und 84, Jahre alten Eheleute Wilhelm Käsberg hatten ihre Verwandten und Freunde eingeladen, um das Fest der Cisernen Hochzeit zu begehen. Während der Feier erlitt der Jubilar einen Schlaganfall, der seinen Tod herbeiführte. Soest, 17. Okt. Wanderkino. Die Kreise Arnsberg, Hamm Lippstadt und Soest haben gemeinschaftlich mit der Regierung in Arnsberg ein Wanderkino für die Jugendpflege angeschafft. Der Apparat wird im Landratsamt zu Soest aufbewahrt und von dort aus verliehen. Die technische Handhabung der Vorführung ist der Lichtbildstelle des Regierungsbezirks Arnsberg übertragen, die ebenfalls ihren Sitz im Landratsamt zu Soest hat. Werl, 17. Okt. Einige Heiterkeit erregte eine Frau im Schöffengericht durch ihre echte Weibertreue. Um ihren Mann nicht von der Arbeit zurückzuhalten und ihren Buben nicht dem Unterrichte zu entziehen, erschien sie, mit einer Vollmacht ihres Mannes versehen, um ihn mit heiterem Antlitze auf der Anklagebank zu vertreten, und es war nicht einmal so einfach, sie von der Unmöglichkeit eines solchen Verfahrens zu überzeugen. Der Richter entließ die Frau ohne Strafe für Mann und Sohn mit dem Rate, sie beide zum neu angesetzten Termin mitzubringen. andernfalls ein Haftbefehl erlassen werde, auch „wegen so einer Kleinigkeit". Lehte Drahtmeldungen. Ein preußischer Vorschlag zur Behebung der Ernährungsnot. TU. Berlin, 17. Okt. Die preußische Regierung hat nach Mitteilungen von zuständigen Stellen heim Reichsrat beantragt, die für notwendig erkannte Erhöhung des Preises für das Umla gegetreide an die Landwirte in Form vo. Chilisalpeter auszuzahlen. Das Reich soll den für diese Aktion nötigen Stickstoffdünger vom Ausland beziehen, wo er in Form steht. Nach dem Vorschlag werde schon die 1923er Ernte um 3 bis Millionen Tonnen Getreide erhöht werden. Die Amtseinführung Dr. Eimous. TU. Leipzig, 17. Okt. Im Reichsgericht fand in Gegenwart des Reichspräsidenten und des Reichsiustizministers die feierliche Einführung des neu ernannten Präsidenten des Reichsgericht: Reichsminister a. D. Simon statt. Der Reichspräsident hielt eine Ansprache, in der er dem bisherigen Reichsgerichtspräsidenten Worte des Dankes und der Anerkennung aussprach und Dr. Simons für seine Amtsführung Glückwünsche darlegte. Hierauf sprach Reichsjustizminister Dr. Radbruch und drückte die Hoffnung aus, daß in dieser schweren Zeit die Führung des neuen Reichspräsidenten unserem Rechtsstande und unserem Vaterlande zum Segen gereichen werde. Dr. Simon erwiderte in längerer Rede, er sei gewiß, daß das Reichsgesicht die Aufgaben der neuen Zeit erfolgreich in Angriff nehmen kann. Ablieferung der Handelsslotte. TU. Berlin, 17. Okt. Die Geschäfte des Reichskommissars für die Abliefrung der zur Erfüllung des Friedensvertrages enteigneten Handelsschiffe sind mit dem 30. September 1922 beendet. Ommmummummemtmmmrmmmm Handel und Hörse M ni Berliner Börsen Kurse 16. Oklober 1922. vom Barmer Bank=Verein, Schwerte 5% Deutsche Reichsanleihe Barmer Bank=Verein Deutsche Bank.. Diskonto Dresdner Band Hamb.=Amer.=Pau. Baroper Walzwers Bochumer Guß... Bösperde Walzwerk Daimler Moloren Deutsche Kaliwerke Deutsch=Luxemburg: Dynamit Elbers Fardw. Essenel Steinkodlen Geisenkirch Bergw Harpener Bergw Hoesch Humbold! Masch Mannesmann Oberschles. Eisenb.=Bed Orenstein& Koppel Phönix Bergbau Reisholz Pap Rhein. Stahlwerke Rombacher Schucker! Siegen=Solingen Ver. Di. Nickelwerke Wesis. Draht-Ind. Eisen. Langendreer Auslands=Wechselkurse der Berliner (Devisenkurse) Man zahlte deutsche Mark für am 14 10. am 16 10. 100 belgische Franken 19524,40 19975.— 100 dänische Kronen 54668,25 57228,35 1 englisches Pfund 12040.05 12759.— 100 französische Franken 20625,75 21747 75 100 holländische Gulden 105531.7 111860.0 100 italienische Lire.. 11614,50 12034,90 100 polnische Mark— 27,20 100,schwedische Kronen 72590,65 76903.75 100 schweizerische Franken 50312,85 53133,50 100 lschechische Kronen 9261,60 9637,90 259 960 580 462 1000 1125 1900 4675 1850 650 3900 4700 2010 2100 4000 4950 7275 4800 900 3525 2100 2900 5700 750 4950 2600 2750 490 2725 799 1030 Ein Dollar 2728,41 2876.40 Vobach-Schnitte sind erhältlich im Verlage dieser Vobach-Schnitte sind erhältlich im Verlage dieser Zeitung. Jackenkleid D; die Zeiten werden ernster, die Teuerung immer größer und unbeirrt, gleichsam als Ruhevol, schafft unsere Modeindustrie weiter, um immer neue Anregungen aufzunehmen und weiter zu geben. Wohl leben wir dadurch in einem beständigen Wechsel, aber dieser Wechsel zeigt sich so, daß jene, die Neuanschaffungen nicht machen können oder nicht machen wollen, die Mode selbst doch mitmechen können. Oder ist das Kittelkleid mit der abstechenden Biusentaille; ichtt die gegebene Vorlage zur Moderntsierung eines nicht mehr brauchberen Wollkleides? Es ist dies eine Moderichtung, die wir eigentlich schon länger besitzen; neu erscheint die Farbenstellung und die Form der Liermel. Wer in puncto Farbe modern tem will, muß unbedingt dunkelblauen Wollstoff mit rotem Leder (japanisch Rot) zusammenstellen, wenn es sich um ein durchgehendes Wollkleid handelt, während die helle Laille auf beigefarbigem Grund rot bestickt sein kann. Man verbindet hierdurch die kleidsame, abstechende Bluse mit dem Vorzug des ganzen Kleides. Noch regiert die lange Taille, der bis zur Taille aufsteigende Blusenrock ist also niemals elegant. Doch zunächst interessiert uns die(orm der Jacke. Die Forderung nach nur lang oder nur kurz ist natürlich unmöglich. Die kurze Jacke, die stets Sackform zeigt, bleibt das Vorrecht der Jugend. Die Weite dieser Sackform richtet sich danach, ob di: Jacke mit oder ohne Gürtel getragen wird. In letzterem Falle zeigt sie eine größere Weite. Doch selbst die jüngste Jugend wird in diesen Jacken den Uebergang zum Wintermantel sehen. Die Jacke der reiferen Frau ist länger geworden als sie im Sommer war, und erreicht nun Knielänge. Da sich die Jacke, wie bereits erwähnt, gern dem durchgehenden Kleid als Ergänzung zugesellt, wird sich zum Muster auch der dreiviertellange Mantel wieder einbürgern. Er ist überaus praktisch für jene, die sich keine Auswahl leisten können. Wer die Kostümjacke auch zu anderen Kleidern tragen will, wird sie in Form und Material dementsprechend wählen. Als Material kommen dann Tuch, Velours und alle Ripsstoffe in Frage, während Gabardine und Kammgarn ausgesprochene, leichtere Kostümstoffe sind. Die Form wählt man in diesem Falle ohne Gürtel, also halbanliegend, eine Form, die sich fast jeder Moderichtung anzupassen imstande ist. Der Schoß dieser Jacke erscheint eiwas weniger weit als im vergangenen Jahr, und wenn der Schoß mit Faltenteilen gearbeitet ist, fällt er gerade aus. Dieser Forderung nach Schlankheit entspricht auch die tief gegürtete Jacke. And bekont wird sie durch den schlanken Schalkragen oder die glatten Vorderteile mit dem anschließenden Stehkragen, sowie den wieder enger werdenden Aermel. P. Graz Abd. 1. Besuchsanzug. Rieid mit langer Taile und dochschleßender Jacke. Hierzu Vobach=Schnitt zum Kleid A 8150. Größe 1I ode II1 für M. 30.—, zur Jacke B9051. Größe IIokI11, für M. 24.— ncbst M. 6.— für Porto und Versand erhältlich. Abd. 2. Kittelkleid mit Soutachebesag. Hierzu PovachSchnitt A 8.52, Größe lI oder 1I1. für M. 30.— nebst M. 6.— für Vorto und Versand, sowie Aufdügelmuster 257·891 fütr N. 20.— nedst M. 3.— für Porte und Versand erhältlich. Abd. 3 und 4. Anzug. Kleid mit runder Passenbiende, Jacke n.mit seittichen Faltenteilen. Hierzu Botach=s unt zumk le: 4.9056Gröre l over 11, jiür 26 30.—, zur acke B ubs. Pröße l od. II. für N. 24.— nedst je M. 6— für Porto und Versand erhättlich. Abd. 1. Abb. 2. abe. ans. 4 255 Dobachs Modenalben, Frauenzeitschriften und Schnittmuster empfiehlt und besorgt die Buchhandlung Carl Braus in Schwerte. Gestern nachmittag 6¼ Uhr entschlief sanst und gottergeben meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester und Tante dic Ehefrau Theodor Stein Emilie geb. Lotz im Alter von 29 Jahren. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte und Schleusingen(in Thür), den 16. Oktober 1922. *: Die Beerdigung findet am Freitag, # den 20 Oktober 1922 nachmittags 4½ Uhr vom evangl Krankenhause aus stattBekanntmachung. Der Weit der Sachbezüge der Versicherten Personen der Stadt Schwerte wird gemäß§ 160 Absatz 2 der Reichsversicherungsordnung vom 16. Oktober 1922 wie folgt festgesetzt: Verusgruppen: der Landwirtschaft beschältigte Versicherte Morgenkaffee Frühstück Mittagessen Nachmittagskaffee Abendessen Freie Wohnung einschl. Heizung und Beleuchuung Summa täglich Summa monatlich Summa jährlich männl 4,50 4,50 36.— 97.— 9.— 90.— 2700.— 32400,— In der Inoustrie im Handel, Gewerbe Handwerk usw. be1 Lehrlinge, Lehrmädchen aller Berufe und Dienstmädchen 70.— 2100,— 25200.— 100.— 3000.— 80.— 2400,— 36000,—/28800.— 2400,— 28800.— Oeffentliche Versteigerung einer EIDT 1 Für Verheiratete mit eigenem Hausstand gelten mit Ausnahme des (Satzes für freie Wohnung die gleichen Sätze. Der Wert der freien Wohnung wird für Verheiratete von Fall zu Fall festgesetzt. Diese Festsetzung gilt auch für die dem Angestelltenversicherungsgesetz Hausbesthzläg. unterworfenen Berufsgruppen gemäß S 2 Absatz 2 des AngestelltenversicheFreitag, dem 20. d. Mits, nachm. 5 Uhrseaungtgesehzes. gleigz, 4.s., Machmaig rhesblicher Mechre oder werde ich die am Südwall Hausnummer 4 in Schwerte] In besonderen Fällen birtor deim Nachweis erhebtichee eehr oder velegeng.„„.„ g G3 Minderwerte eine andere Festsetzung vorbehalten Flur 32 Nr. 164) der Gematung Schwerte an Cr besonderen Fillen dlebt beim Nachweis erheblicher Mehr; oder baren Geboten wird der Zuschlag im Termine erteilt. 922 T. B Nr. 845 si. und vom 12. August 1922 T. B. Nr. 1795 1 Josef Kölling Mgzi, beeid. und öffentlich angestellter Auktionator für den Landkreis Hörde Schwerte, Markt 3. Lichtsiele„Zur Reichskrone“. 99 Nur 3 Tage! Nur 3 Tage! werden hierdurch hinfätig..„..sen daß Li. kähere Bemert. Es wird besonders darauf hingewiesen, oaß die höhele Bewerlung der Naturalbezüge, welche zum Gehalt und Lohn gehören, höhere Beiträge für die Angestelltenversicherung, Kranken=, Invaliden= und Hinterbliebenenversicherung zur Folge hat Schweite, den 12. Oktober 1922 (Beschluß vom 12 10. 1922 Nr. 8)(Beschluß des Beschluß=Ausschusses des Der Magistrat: Versicherungsamtes Schwerte vom Rohrmann 13 Oktober 1922 Nr. 3) Das Versicherungsamt: Zu Tageb. Nr. 2270 fI. Der Vorstzende: Rohrmann. Dienstag-Mittwoch-Donnerstag Die Fortsetzung des großen Abenteuerfilm Die Vamphre von New-Vort Die Huronen 3. Teil In den Katakomben von Rew-Vork Abenteuerfilm in 6 Akten Auch wer die ersten beiden Teile nicht gesehen hat, kann sich in den Film zurecht finden, weil erst eine kurze Wiederholung der ersten beiden Teile efolgt Das Mädel von Picadillh! 1. Teil: Die Brettel-Ladh! Eine Homödie in 2 Teilen. Heule gelangt der erste Teil zur Vorführung mil Lya Mara in der Hauptrolle. S 13 F. W. NIPPUS VOedtenst. Fernrul 468 Erzeugnisse erster Firmen. Verkauf nur an Wiederverkäufer zu Fabrikpreisen Religiöse vorträge durch herrn, Alths.=Insp. hoffmann aus Bärmen in der großen evangel. Kirche zu Schwerte. Jeden Abend 8 Uhr. ge Sonntag, 22.“Oktober vorm.(Hauptgottesdienst): Der Ernst der gegenwärtigen Stunde Sonntag, 22. Oktober, abends: Der Wert der irdischen und der himmlischen Heimat Montag, 23. Oktober: Geheime Schulden Dienstag, 24. Oktober: Grobe und feine Götzen Mittwoch, 25. Oktober: Die Nol unserer Frauenwelt in der Gegenwart (Für Frauen und Jungfrauen) Donnerstag, 26. Oktober: Los von der Sklaverei der Sünde (Für Männer und Jünglinge) Freitag, 27. Oktober: Mehr Sonne in unsre Häuser (Für die Familie) Sonntag, 29. Oktober: Zwei verschiedene Wege, auf welchem bist Du? Montag, 30. Oktober: Gibt es ein Endgericht? Dienstag, 31. Oktober: Im Schatten der anlichristlichen Herrschaft Mittwoch, 1. November: Ein Blick in die neue Welt Bibelstunden in der kleinen evangel. Kirche Jeden Nachmittag 5 Uhr. Sonntag, 22. Oktober: Was ist wahrer Glaube? Montag, 23. Oklober: Wie entsteht wahrer Glaube? Dienstag. 24. Oktober: Der Glaube und das Wort Gottes Miltwoch, 25. Oklober: Der Gehorsam des Glaubens Donnerstag, 26. Oktober: Der Glaube im Feuer der Trübsal Freitag. 27. Oktober: Der Glaube und das Opfer Sonntag, 29. Oktober: Der Glaube und das Gebet Montag, 30 Oklober: Der Glaube und unser Nächster Dienslag, 31. Oktober: Der Glaube und unsre Hoffnung Mittwoch, 1. November: Das Ende des Glaubens Jedermann ist willkommen Das Dresbyterium. W erhältlich bei Otto Marx Nachf., Schwerte „Flohschreck“(921 Ehrendipiom preisgekrönt ötet Menschen-, Hunde-, Hühner-, Tauben- und Erdflöhe, Tauben and Vogelmilben, Geflügelungeziefer und Blattläuse, Ameisen, Schwaben, Kakerluken, Schweine., Ziegen, und Pferdeläuse sowie Wanzen.„ Medizinal-Deogerte Wilh Im Heppe. Ostenstr. 3 40. Na siehst du, sagl' ich es nicht immer? Man findet lheut so leicht kein Zimmer! Deln Rennen, Laufen, Schimpfen, Schwitzen, Daß wird dir alles nicht viel nützen. 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Ihre sonst so beherrschte Stimme bebte ein wenig, als sie Hans Lechner vorstellte. Aber sie sah es gleich: trotz ihrer Weltkenntnis hatte sie sich in ihm getäuscht. Er benahm sich eigentlich tadellos. Den goldenen Armreif brachte er, den sie in seiner Werkstätte liegen gelassen hatte. Sonst wollte er nichts. Kein Ton dieser tiefen, weichen Stimme, kein Strahl aus seinen Augen verriet, daß dieser Mann verstanden hatte, was zwischen dem Grasen und Frau Mara spielte. Während sie plauderte, lachte, Komödie spielte, alle die kleinen Mätzchen probierte, die sie so gut verstand, saß Haus Lechner ruhig da. Unausgesetzt hafteten seine tiefen, grauen Augen auf ihrem seinen Gesicht, vor dem jetzt die Mäske wieder lag, welche er hinweggeküßt hatte. (Schluß folgt.) 53 Schach. KS E B8 * S BTE 8 2 # S 2 Bearbeitet von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 376. Von A. J. Fink in San Franzisko. In einem amerikanischen Problemturnier preisgekrönt. Schwarz: 8 Steine. ah d* g h Weiß: 10 Steine. Weiß zieht an und setzt mit dem 2. Zuge matt. 47) 080—11 3 492—50S 7 21e—• #93 9—93 32X1-I. „" G P X L E S ##d S(80 9—) 470—3P 3 zeX8P Partie Nr. 379. Aus einem unlängst zu Berlin ausgefochtenen Viermeisterwettkampf. Damenbauer gegen Königsbauer. Weiß: E. Cohn.— Schwarz: J. Mieses. Offenbar muß Weiß, um seinen Bd4 zu schützen, auf f5 mit der Dame nehmen und damit die Damen zum Tausch stellen. Schwarz rüstet sich deshalb bereits auf das bevorstehende Endspiel und bringt den König zur Mitte. 29. De6Xf5+ Dg5Xf5 30. L.d3Xf5 T47-e7 31. Kgl—12 h7—h6 32. 44—45 Sb6—c8 Endlich strebt der so lange untätige Springer eine neue Wirksamkeit an. 33. a2—34 Um zu verhindern, daß die weiße Bauernkette durch Se8—46 und 57—b5 aufgebrochen wird. 33.. Sc8—d6 34. L15—86 a7—46 35. a4—a5 b7—b5 36. a5Xb6 Te7-b7 37. Lcl—a3 T08-c8 Falls Tb7Xb6, so 38. La3 Xc5 Tb6Xb3 39. Tdl—el (droht 40. LcöXd6+I) Tb3 —b8 40. Tel—e6 und erobert eine Figur. 38. Tdl—el Tb7Xb6 39. Tel—eß a6—25 Hier könnte Tb6Xb3 ganz gut geschehen, da damit der Las angegriffen ist. 40. La3—cl a5—24 41. Lcl—-f4 Tc8-08 42. b3Xa4 T56—b243. K12—63 Sd6Xc4 44. L14—c7 T48—a8 45. 65—d6 Sc4—b6 46. 24—25 Sb6—05 47. L86—e4 Sdöxc7 48. d6Xc7 Ta8-c8 49. Te6—b6 T52—b4 50. Tb6—b7 Ein interessantes und lehrreiches Endspiel. Wenn jetzt ThIXb7, so 51. Leixb7 Tc8Xc7 52. a5—46 nebst 53. a6—a7 usw. 50.. K18—67 51. a5—a6 Tb4—a4 52. a6—27 Aufgegeben. Weiß: Schwarz: 1. e2—e4 47—05 2. e4X05 Sg8—16 3. d2—44 Weiß kann auch mit 3. L/1 —b5+ Lc8—d7 4. Lb5—04 auf Behauptung des Bauern spielen. Auch 3. c2—c4 c7 —c6 4. d2—44 c6Xd5 5. 04 —c5 wird zur Erwägung empfohlen. 3. S/6X05 4. 62—04 Sd5—b6 Besser stand der Springer jedenfalls auf 16. 5. Sgl—13 Le8—g4 6. Lfl—e2 e7—e6 7. Lel—es Sb8—c6 8. Sbl—c3 L18—b4 9. Dal—bs D08-e7 10. a2—33 Lb4Xc3+ 11. Db3Xc3 0—0 12. 0—0 Ta8—48 13. TfI—el Dies erweist sich als ein verlorener Zug. 13. Ta1 —01 sollte geschehen. 13. Lg4X/3 14. LezXs3 Weiß hat nun das bessere Spiel; es ist aber nicht leicht, Vorteil aus ihm zu ziehen. 14.... De7—16 15. Tal—d1 T08—47 16. Tdl—43 T18—08 17. Tel—d1 Df6—66 Schwarz beabsichtigt nun Ausgezeichnet gespielt! Weiß erhält zwei Bauern für die Qualität. 27.. Df6Xg5 28. DelXeß+ K98—18 Humor. Moderne Mädchen. Ella:„Mein Bräutigam ist ein ganz herzloser Mensch.“ Bella:„So, was hat er dir denn getan?“ Ella:„Ich habe einen viel günstigeren Autrag bekommen. und er will mich nicht freigeben!“ bes 1 S 00 Joug 89 * 9%901AS AS SSBSENRGE S # 2 0 10 8 5 5 — * Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. General-Anzeiger für den Kreis Haupt-Annoncenblatt. Es essse zehrte Gesicht, das totenähnlich bleich in den Kissen Und zum ersten Male zitterte sie um das teure Leben. Stets war sie von ihrer Mutter aufs zärtlichste umhegt worden, die immer bereit gewesen war, Berus Fehler zu entschuidigen und zu rechtfertigen.„ Eine große Angst wallte in dem jungen Madchen die Mutter lag gar so still, kein Zeichen verriet, daß sie Vera konnte sich nicht beherrschen. Sie verlor alle Ueberlegung. Mit krampfhaftem Druck umfaßte sie die nken. du, Mama?“ fragte sie mit stockendem chlug sofort die Augen auf. Zärtlich sah an.„Ich glaubte dich auf der Eisbahn,“ te auch hin, aber Gundula meinte, es sei ich dir Gesellschaft leiste. Wie fühlst du en?“ wenn du bei mir bist, Vera. Ich habe so chön geträumt. Wir gaben ein großes wenn sie zum ersten Male wieder ihr Spiegelbild sah. Sie hatte ihre Schönheit wie einen köstlichen Schatz gehütet, und der war nun dahin, unwiderbringlich verloren. Wie würde Eugenie es tragen? Gundula sah blaß und leidend aus. Ein aufreibender Zwischenfall quälte sie. Hätte sie Baron Stefany nicht doch etwas freundschaftlicher, herzlicher Nie in ihrem Leben war sie so trübe gestimmt gewesen wie jetzt. Ungewollt kamen ihr oft die Tränen, sie hätte immer weinen mögen.. ig Geben Eine leise Freude darüber, daß sie Eugenies Leben Zoll um Zoll dem Tode abgerungen, lenkte sie tröstlich Des Eengente dei valen Vemussein war, musbe g. egeigel Nun aber kam die Zeit der Genesung, wo doppelte sagte sie lese. geboten war. Vor der kleinsten Aufregung]„Ich woll mußte die Stiefmutter sorgsam behütet werden. Ein besser, wenn kleiner Anlaß konnte das Bewußtsein von neuem dich, Mamach trüben, und dann war dauerndes geistiges Siechtum„Oh, gut nnabwendbar,— hate der Arz Hech=porigmmen, daß Fest—., sin Gundula sich hier ausweinte. Sie war nun gewarnt.]„Das he iin-verbrachten Nacht, sprach Eugenie nach Mo, natürich gebi naten zum ersten Male wieder mit klarer Ueberlegung Er hatte schon durch Gundula von der Wendung die undeutli zur Besserung erfahren und hätte nun eigentlich sehr Davon wor aber nichzs zu beneren. Er hate 9 naggäsgenl von ihr aber wurde dies jetzt zum ersten Male biter Hezgzeg,g freundliche Worte gesprochen und Grübelnd lag Engense mit wei Gzeszsherzanzseg sichigen. gehalten, daß ihre Genesung mit Jubel begrüßt wurde. besser bekomm sönlichteit,g ser gan eine, mit der man vielleicht kaum au ziese, Und wie sie nachsann, kam es ihr langsam zum rechnun, Bewußtsein, daß sie während der langen Krankheit außer der fremden Pflegerin immer nur Gundula hier Die eigene Tochter war ferngeblieben, ihrem Vergnügen nachgegangen, und das Stiefkind hatte in aufopfernder Weise für sie gesorgt. Eugenies Gedächtnis hatte sehr gelitten. konnte sich auf das, was den Anlaß zu ihrer Kranthen gegeben, nicht besinnen, soviel sie auch grubelte. Und als sie Gundula danach fragte, wurde ihr eine ausweichende Antwort zuteil. Der Arzt hatte dem jungen Maochen vervoten, den Namen Chatelaine vor der Kranken zu nengezgg„ Eie war noch nicht gekräftigt genug, um die volle Wahrheit unbeschadet ertragen zu können. Eugenie erholte sich auch nur langsam. Niemand sah die Tränen, die sie heimlich weinte. Nur Gundula ahnte, was in ihrer Stiefmutter vorging, und war darauf bedacht, ihre Not zu lindern. An einem der nächsten Nachmittage bat sie Vera, bei der Mama zu bleiben und recht lieb und aufmerksam Vera hatte zwar absolut keine Anlagen zur Krankenpflegerin, aber sie wagte auch nicht zu widersprechen und nahm geräuschlos den Platz am Bett der Mutter ein. Nachdenklich betrachtete sie das eingesunkene, abgesam verlebt, Kind?“ fragte Eugenie, die durchHände auf der Bettdecke unruhig bewegend. y bin viel Schlittschuh gelaufen, das ist mir mmen als der Gesellschaftstrubel,“ entgegnete aber Gundula hat wochenlang das Haus mit Schritt verlassen; sie hat dich aufopfernd gesie hat ein gutes Herz. Früher glaubte ich, all biese zur Schau getragene Uneigennützigkeit sei Beg. Aber da befand ich mich in einer Tauschung. Gunduia ist anders als wir. Sie hat im tiefsten Innern das Verlangen, anderen wohlzutun; sie ist reich und unabhängig, und könnte mit Frau von Ransow in der Welt herumreisen und herrlich und in Freuden leben, und statt dessen hat sie mich, die ihr nie Gutes erwiesen, aufopfernd gepflegt. Ich wäre außerstande, es ihr nachzutun.“ Jurd## Etwas wie Empörung ging durch Beras Sinn. Sie hatte ihrer Mutter langst mit Groll gedacht, wenn sie allein war. Unter Klaras Einfluß war sie ein gutes Kind gewesen, ihre heftigen, wenig sympathischen Eigenschaften wurden unterdrückt, und das, was gut in ihr, gehegt und zur Vervollkommnung angeregt. Seitdem aber die eigene Mutter sie verwöhnt, in ihren Fehlern bestärkt und sie zur Oberflächlichkeit und egoistischen Selbstherrlichkeit herangebildet hatte, war sie eine andere geworden. Nur die Sucht, bewundert zu werden, andere zu überstrahlen, hatte ihren Sinn geleitet. Herzlos, von eitlen Wünschen erfüllt, hatte sie dahingelebt bis zu dem Tage, wo jener Schwindler ein so vernichtendes Urteil über sie geDa war sie in sich gegangen, hatte sich zu der Erkenntnis durchgerungen, daß sie nichts weniger als liebenswert sei, daß Gundula himmelhoch über ihr stehe. (Fortsetzung folgt.) —— □ a 0 — 5 S# n * #hr.. * S S 5 SES 95 0 *. S S#gg „aETg E# *E 5 am S HeSE I„ FFFSEF Tan „Das Ideal und die Alltäglichkeit. Von A. Hottner=Grefe. (Nachdruck verboten.) Ueber der Welt lag schwer und drückend die Mittagshitze. Kein Lufthauch kam von den wogenden Kornfeldern, die Blumen standen mit hängenden Köpfen am Rain: kein Vogel sang. Nur die blauglänzenden gen schossen wie lebendig gewordene Edelsteine durch die reglose Luft, und ganz von fern, vom Dorfe her, klang dumpf und gleichmäßig das Geräusch der Tages9585 In dem Zimmer des Holzbildhauers Hans Techner saß die schöne Frau, welche seit wenigen Wochen in dem einzigen Gasthof des nächsten Ortes wohnte. Sie hatte ihr langes, dunkelblondes Haar gelöst. Die Sonnenstrahlen fuhren darüber hin, malten goldene Lichter hinein und woben einen flimmernden Heiligenschein um das schmale, feine Gesicht, aus dem die Augen so glückshungrig sahen. Ganz still saß die Frau, wie im Banne des tiefen Schweigens, der schweren Hitze oder der ernsten Männeraugen, deren Blicke immer wieder an ihr hingen, um dann zurückzulehren zu der Büste aus Holz, welche vor dem Arbeitenden stand. Das scharfe Schnitzmesser fuhr emsig hin über die reizvollen Linien des Kopfes, über die schwere Haarwelle, die sich um das Gesicht bauschte. Manchesmal rastete die fleißige Hand für eine kurze Minute. Dann saß auch Hans Lechner still. Nur seine Augen begannen zu reden.— Frau Mara ließ die breiten Lider sinken. Sie verstand diese stumme Sprache. Wie oft hatten schon die Männer ihrer eigensten Kreise so zu ihr geredet. Nur daß über dem flüchtigen Flirt des galanten Salons ein feiner Schleier der Alltäglichkeit lag. Hier aber, in der Stille und dem Gleichmaß einer großen. Natur, war aus dem koketten Spiel, in dem sie Meisterin war, eine Leidenschaft emporgewachsen, welche sie in ihren Bann zog, ohne daß sie selbst sich so recht klar darüber wurde. Zuerst war es die Langweile der eintönigen Tage gewesen, welche sie, die Lebenskünstlerin, zu dem ernsten, schweren Manne führte, der hier so einsam lebte und kaum ahnte, daß in ihm das starke Feuer echter Künstlerschaft schlief. Sie erkannte bald mit dem geschulten Blick der Großstädterin, daß Hans Lechner weit mehr war, als er selbst glaubte. Und mit dem sicheren Instinkt der Weltdame ahnte sie die ungeheuere, ungebrochene Kraft dieser Männernatur. Es war ein Spiel für sie, diese Kraft zu wecken. Aber jetzt graute ihr beinahe davor.... Die Hand, welche das Schnitzmesser hielt, sank herab; der Kopf des Mannes hob sich. Ganz blaß war dieses stille Gesicht voll von Intelligenz und gesammelter „Ich kann nicht mehrr“ sagte Haus Lechner laut in die lastende Stille hinein. Frau Mara wußte genau, was diese Worte bedeuteten. Wie eine heiße Woge flutete es über sie hinweg. Ganz fern lag ihre bunte, schillernde Welt, die große Welt des Scheins. Sie versank in der Schwüle und Stille dieser Mittagsstunde. Und anstatt ihrer wurde noch einmal in dem Herzen dieser schönen Frau die Jugend lebendig, die Jugend, der sie nie ein volles Recht gegönnt, die sie betrogen, als sie, eine Siebzehnjährige, die kleine Hand in die des reichen, alternden Mannes gelegt hatte. Als er nach Jahren starb, war ihr Herz kühl und alt... Heute, zum ersten Male, schlug es in starken Schlägen. Fast dankbar sah Mara von Hochheim den blassen Mann an. Tann siel ihr Mick auf dre, Bäier, Pgah lich fein und zart hob lich ihr eigenes Kobild„# in die Sonnenwelien des Mittags „Sie sind ein echter Künstler,“ sagte die Frau. Es klang fast andächtig. 4 zgn aue Dieses Das Wort traf ihn, peitschie ihn auf. eine Wort, das alles in sich barg, was er von jeher ersehnt, erträumt, erhofft. Und daß diese Frau dieses Wort sprach, das überwältigte ihn beinahe. Sie sah seine ungeheure Erregung und wurde mitgerissen davon. Noch eine kurze Sekunde zögerte sie. Tann hob sie, wie sehnend, die schlanken Arme ihm entgegen. Und er riß sie an sich mit einem Aufjauchzen, als löse sich jetzt alle Qual der Welt in Seligteit.... Als Frau Mara gegen Abend durch die belder dem Dorfe zuschritt, lag in ihren Augen eine träumtheit, welche man sonst nie schlanke, elegante Herr, der wartend vor dem kleinen Gasthof auf und ab ging, bemerkte diesen neuen Glanz sofort. Und mit einem klugen Nicken dachte er,„ er nicht länger hätte zögern dürfen mit seinem Besuch. Er war gut informiert durch den geschickten Polizeibeamten, der in einer Verkleidung in seinem Auftrage der schönen Frau gefolgt war, hierher in die Einsamleit. Ganz genau wußte er Bescheid, und Zetzt überzeugte er sich selbst davon: Es war hohr Hrr, daß er gekoumen..,. Stunde spät Als die beiden sich— eine Stu. spater— al dem gedeckten Tischchen auf der Veranou veim Abendimbiß gegenübersaßen, war der Glanz in Frau Maras Augen erloschen. Sie hatte sich Auch äußerlich war sie eine vollständig andere. in Ainstiche Potzesegante nach letzter Mode geordnet. Das hochengans Hauskleid ließ den schönen Hals und die Unterarme frei; feiner Schmuck glänzte diskret auf, die rieselnde Schleppe ließ die Gestalt noch höher erscheinen. „Sie sehen prächtig aus, Frau Mara,“ sagte Graf Walberg bewundernd——„die Ruhe scheint Ihnen“ wirklich gut getan zu haben. Eine Kaprice war's ja von Ihnen, diese Weltflucht! Aber eine so schöne Frau Sielt uud eben plaudert in den Kreisen ihrer vornehmen Wen „Mara,“ sagte er endlich—„und nun erzählen Sie! Was haben Sie eigentlich hier getrieben den ganzen Tag lang, um die Langweile totzuschlagen? Ein leichtes Rot färbte ihre Stirn. Aber sie an wortete, schon wieder vollstandig im Banne ihrer Welt mich ganz gut unterhalten. Habe Namen. Ein Lächeln bene eie haunr uin Genie gue d. ue Saln. selber? Ein bißchen verbauert? Was? Naturbursche? das! Hatte manche vergnügte Stunde mit kleinen DorfAugen sich wicder ann perfliegt der Zauber—. len Worte verjagten ihn. Mara von Hochheim kehrte Achr uer vee zais haue aal Gunt Ralter, Lang zur Seutimentaltät in ihm, aber ganz entzieer Er wudite es geou, Irg; ,., zin Herauskommen aus ihnen bedeutete: fu. ehu ern Pr.w. gi, gran bedrückten materiellen Verhältnissen; für di Freu ein par in Tauscyhandel. Aber weshalb sollte man nicht