Regelmäßige Beilagen: Schwerter Hausfrau und Mutter. Aus dem Reiche der Mode. Heimatblätter. u Lustiges Allertei. Kinderzeitung: Unser Blatt. n Unterhaltungs-u. Romanbeilage.n Spiel, Sport und Curnen. u Lebensbild. Kunst u. Wissen. u Gartenratschläge. Oerbunden mit: Schwerter Cageblatt und Anzeiger Schwerter Volkszeitung Schwerter Vo#ksblatt Westhotener Zeitung Apierbecker Zeitung Langscheder Zeitung Amtliches kreisblatt für den Kreis Hörde. Holzwickeder Zeitung und ältestes Tagesorgan des Kreises.— Generalanzeiger für den Kreis Hörde. Die„Schwerter Zeitung" erscheint werktäglich. n Hauptgeschäftsstelle, Druck und Verlag: Carl Braus. Celegr. Adr.: Braus, Schwerteruhr. Cel.62. Postscheck: Dortmund 2852 Verontwortliche Schriftleitung: Karl Nichter: in Schwerte. Nr. 229 Freitag, 29. September 1922 55. Zum Geleit. Deutschland würde gegründet werden, indem wir gegen die jetzt gültigen Laster uns verneinend verhielten, indem wir zur Abwehr und Bekämpfung dieser Laster einen offenen Bund schlössen, welcher der strengsten Zucht nicht entbehren dürfte, in dem jedes einzelne Glied den kreuherzigsten Haß gegen seine eigenen Fehler und eine bescheidene, scheue, aber warme Liebe für alles hegte, was ihm echt zu sein schiene und sich als echt erprobte. Lagarde. Neueste politische Nachrichten. Ledebour und seine Anhänger teilen in einem Flugblatt mit, daß sie eine Partei konstituieren, um die USPD. aufrecht zu erhalten. Die Vorsitzenden der Partei sind Ledebour und Theodor Liebknecht. * Der„Telegraaf“ meldet, daß der durch das deutsch=holländische Abkommen zur Verfügung gestellte Geldkredit nahezu erschöpft ist. Aus Athen wird berichtet, daß die griechische Flotte zu den Revolutionären übergegangen ist und daß alle Mannschaften und Offiziere auf ihrer Seite seien. An der Spitze der Bewegung steht General Goratos. * Wie aus Konstantinopel berichtet wird, sind 10 Einheiten der englisch=atlantischen Flotte in Konstantinopel eingetroffen. Drei weitere Bataillone englischer Infanterie sind gestern aus Aldershot nach der Türkei abgegangen. Das englische Auswärtige Amt erhielt eine Note der russischen Regierung, in der Rußland um Zulassung Rußlands, Georgiens und der Ukraine zur Konferenz über den nahen Osten ersucht. * Wie der Frankfurter Zeitung aus Rom gemeldet wird, liegen dort Nachrichten über den Ausbruch eines Aufstandes in Albanien vor. Die albanischen Regierungstruppen seien bei Tirana geschlagen worden. Nach einer Mitteilung des Präsidenten der Völkerbundsversammlung besteht die Aussicht, daß die gegenwärtige Tagung bis zum nächsten Samstag ihre Arbeiten beenden wird. Die Redezeit sei nunmehr auf 10 Minuten festgesetzt worden. Die Konferenz von Venedig beginnt voraussichtlich am 16. Oktober. Die Reichstagswahlen in Oberschlesien finden am 18. November statt; damit verbunden sind die preußischen und die Provinziallandtagswahlen. Der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstages erhöhte den Einfuhrzoll für Tabak von 60 auf 75 K. Die Bergarbeiterverbände haben nach Ablehnung ihrer Forderungen auf Neuregelung der Löhne ab 1. Oktober die Vermittlung des Reichsarbeitsministers angerufen; die Unternehmerverbände wollen sich an einem Schiedsgericht nicht beteiligen. Die bisherigen Verhandlungen in Berlin= verliefen ergebnislos; die Lage wird als äußerst ernst angesehen. * Der Nachlaß des Königs Peter von Serbien konnte erst jetzt genau festgestellt werden. Dieser König hat es verstanden, ca. 20 Millionen Dinars zu hinterlassen. Der Brandherd am Balkan In Konstantinopel sind die Nationaltürken, ohne daß viel Aufhebens davon gemacht wurde, raschHerren der Lage geworden. Die türkische Regierung, die sich dem Friedensvertrag von Sevres unterworfen hat, ist damit zusammengebrochen und an ihre Stelle eine Regierung getreten,deren Ziel die Außerkraftsetzung des Friedensvertrages ist. Wie bei früheren Gelegenheiten erweist sich auch diesmal der Balkan als eine Gegend, in der die gefährlichen Zündstoffe angehäuft sind. Von dem Feuer, das in Kleinasien schon seit langer Zeit Flammen schlug und das den Boden dort von dem Kriege gereinigt hat, sind die Funken nach dem Balkan hinübergestoben und wie sie in Konstantinopel gezündet haben, so scheinen jetzt unter ihrer Wirkung sich weitere Brandherde zu bilden. Auch in Griechenland scheint die Regierung zusammenzubrechen. Nach einer Reutermeldung ist im griechischen Heer und in der Marine die Revolution ausgebrochen, und Saloniki und andere griechische Orte scheinen bereits in der Hand der Revolutionäre zu sein. Der Ausbruch dieser revolutionären Unruhen nimmt nicht Wunder. Die furchtbare Niederlage, die Griechenland in Kleinasien erlitten hat, mußte sich durch einen Rückschlag Griechenlands selbst geltend machen und es ist nur verwunderlich, daß der Umsturz nicht früher erfolgt ist. Es ist auf den ersten Blick zu erkennen, daß die Revolution in Griechenland die allgemeine Brandgefahr am Balkan außerordentlich vermehrt, wie auf der anderen Seite kein Zweifel daran sein kann, daß bei den Ereignissen in Griechenland Großmächte, die im Trüben fischen wollen ihre Hand im Spiele haben. Die Nachbarn Griechenlands sind schon seit einiger Zeit unruhig. Bulgarien, das ebenso wie die Türken unter dem Joch eines ungerechten Friedens aufs schwerste zu leiden hat, ist durch den türkischen Waffenerfolg bis in das Innerste aufgerüttelt worden. Jugoslavien und Rumänien, die ähnlich wie Griechenland Nutznießer des Weltkrieges geworden sind fühlen ihre Vorherrschaft am Balkan bedroht und wenn auch die Meldungen über Mobilmachungen in diesen Ländern widerrufen worden sind, so läßt sich doch auf keinen Fall verkennen, daß auch hier die Erregung eine gefährliche Hochspannung erreicht hat. Was das Spiel der Großmächte anlangt, so kann man den Willen Englands, kriegerische Verwickelungen am Balkan zu verhüten, als ehrlich aussprechen. Weniger sicher ist indessen die Haltung Frankreichs, das zweifellos ein Interesse daran hat, England auf dem kleinasiatischen Schauplatz und am Balkan die größten Schwierigkeiten zu machen. Deshalb ist es wohl auch mehr oder weniger sicher, daß der Ausbruch der Revolution in Griechenland auf seine geheime Anstiftung zurückgeht. Frankreich hat bisher die schärfste Partei gegen Griechenland ergriffen und den Nationaltürken Vorschub geleistet, weil es Rache an der Zurückberufung des Königs Konstantin und an der Vertreibung des französischen Parteigängers Venezelos nehmen wollte. Die Gelegenheit, die Rache zu genießen, scheint ihm jetzt offenbar besonders günstig und deshalb gehört Frankreich sicher mit zu den Brandstiftern, die dafür sorgen, daß das Feuer von Kleinasien aus weiter um sich greift. Die Vorgänge am Balkan können von größter Tragweite sein. Es wäre nicht das erste Mal, daß aus diesen dunklen Wetterwinkel ein Wetter losbrechen sollte, das seine Blitze überallhin zucken läßt. Der äußere Anschein darf uns darüber nicht hinwegtäuschen. Die gemeinschaftliche Note der Großmächte an Kemal Pascha ist eine diplomatische Handlung, die nichts weiter als eine Kulisse zu sein braucht. Die Tatsachen selbst widersprechen zum Teil jedenfalls der ruhigen Entwickelung, die Frankreich und England gemeinschaft lich am Balkan anzubahnen suchen. Wir sind bei den Ereignissen, die sich dort abspielen, zunächst nur unbeteiligte Zuschauer. Wir sehen aber aufe Neue die Wahrheit bestätigt, daß durch den brutalen Abschluß des Weltkrieges, durch die Vergewaltigung wehrloser Völker ein Zustand geschaffen worden ist, der von dem wirklichen Frieden himmelweit entfernt ist. Ueberall regen und drängen sich Kräfte gegen die Aufrechterhaltung des Zustandes, der durch die Verträge von Versailles und die anderen seinesgleichen geschaffen worden sind. Für uns heißt es unter diesen Umständen auf der Wacht sein. Denn wenn wir auch zunächst unbeteiligt sind, so gehören doch auch wir zu der Interessengemeinschaft derjenigen die auf eine Revision der Vergewaltigungsverträge hinarbeiten, und wie es scheint, ist der Kampf um eine solche Revision in einen neuen Entwickelungsabschnitt getreten. Frankreich kämpft auch am Balkan um die Aufrechterhaltung des Friedens von Versailles. Deshalb verdient das, was dort vorgeht, unsere allergrößte Beachtung. Preußischer Landtag. Sitzungsbericht vom 28. September. Der Preußische Landtag hielt auch am Donnerstag nur eine kleine Sitzung ab. Im Mittelpunkte der Aussprache stand das neue Tuberkulosengesetz, daß einen besonderen Anzeigenzwang für jeden Erkrankungsfall und bei Zuwiderhandlungen besondere Geldstrafen bis zu 1500 A vorsieht. In der Aussprache wurde allgemein hervorgehoben, daß das, was der Entwur bringe, bei weitem nicht befriedigen könne. Man verlangte großzügigere Maßnahmen einem so schlimmen Feinde der Völksgesundheit gegenüber, wie ihn die Tuberkulose darstelle. Freilich hat auch hier wie bei den meisten Problemen sozialpolitischer Natur das erste und das letzte Wort der Finanzminister. Immer wieder ist der finanzielle Tiefstand schuld daran, daß nicht alle Blütenträume reifen können. Der Minister für Volkswohlfahrt Hirtsiefer erkannte an, daß das neue Gesetz viel zu wünschen übrig lasse. Immerhin sei es als“ erster Schritt zur Anbahnung besserer volksgesundheitlicher Verhältnisse zu begrüßen. Da das Reich noch nicht durch eine allgemeine Regelung vorangegangen sei, so sei Preußen zu einem schnellen Eingreifen gezwungen gewesen. Der Entwurf wurde schließlich dem Bevölkerungsausschuß überwiesen. Die Novellen zum Gerichtskostengesetz und zur Gebührenordnung für Notare, Rechtsanwälte und Gerichtsvollzieher verwies das Haus ohne Aussprache zur nochmaligen Durchberatung an den Ausschuß zurück. Gleichfalls der Ausschußberatung überwiesen wird der gemeinsame Antrag, drei Milliarden zur Durchführung des diesjährigen Wohnungsbauprogramms zur Verfügung zu stellen. Zum Schluß nahm das Haus noch die Wahl von 8 Mitgliedern des Wahlprüfungsgerichtes vor. Arbeiter und Auf dem sozialdemokratischen Parteitag in Augsburg wurde ausgesprochen, daß es heute nicht an der Zeit sei, alle sozialistischen Probleme zur Verwirklichung zu bringen. Man müsse sich gedulden, da die Arbeiter in Deutschl and politisch völlig gleichberechtigt seien. Das trifft nicht allein die Tatsachen, sondern geht wohl noch darüber hinaus, wie schon die Entwicklung der Ereignisse beweist. Jedenfalls haben die Arbeiter in den Ententestaaten auch nicht entfernt den Einfluß auf die Regierung, wie in Deutschland, sie haben auch bisher sehr wenig getan, um ihn zu erringen. Der Erfolg der Aufrufe der deutschen Arbeiter an ihre Kameraden im Auslande konnte daher nur gering sein, et=ist nichts geschehen, um der Regelung der Reparationsangelegenheiten mildere Seiten abzugewinnen. In Frankreich ist verhältnismäßig der Einfluß der Arbeiterschaft am stärksten zurückgedrängt worden. 3 Die englischen Arbeiter haben sich selbstbewußter gezeigt, ohne aber bisher größere Resultate zu erringen. Sie haben sich immer wieder von Lloyd George bestimmen lassen. Jetzt, wo die Gefahr eines Konfliktes mit der Türkei und die Möglichkeit von neuen militärischen Einziehungen droht, wehren sich die britischen Gewerkschaften zum ersten Male kräftiger gegen die Regierungspolitik. Sie wollen nichts von einer allgemeinen Militärdienstpflicht wissen, und heute noch weniger von einem neuen Kriege, der England nötigen könnte, eine halbe Million Soldaten, wenn nicht noch mehr, auf die Beine zu bringen. Die deutschen Arbeiter werden mit der Haltung ihrer englischen Kameraden sehr einverstanden sein, nur werden sie nicht glauben dürfen, daß die Engländer jedem Krieg ablehnend gegenüberstehen. Wo es sich um nationale britische Weltmachtsinteressen handelt, wird man in Londonumschwenken. Aber die Gelegenheit wäre vielleicht ernstlich wahr zu nehmen um die ganze Arbeiterschaft des Auslandes nachdrücklich darauf hinzuweisen, daß es sich bei der bevorstehenden Lösung der Reparationsfrage ebenfalls um die Bekämpfung eines Gegners handelt, der nicht weniger gefährlich ist, als ein Krieg mit den Waffen, nämlich um die Arbeitslosikeit. Noch heute haben sich die englischen und französischen Arbeitermengen nicht von dem Vorurteil gegen Deutschland frei machen können, das sie während des Krieges in sich ausgenommen haben. Noch sind wir für viele, von ihnen die „Boches". Dieser Name und die Gesinnung, die mit ihm zusammenhängt, müssen fort, dann erst wird sich mancherlei bessern können. Die Arbeiter sind heute, wenn sie wollen, eine Weltmacht, die ungeheuer viel zur Versöhnung der Völker tun kann. Sie haben zunächst, was auch begreiflich ist, mehr an praktischen Vorteil, als an ideale Ziele gedacht. Aber es muß ihnen klar gemacht werden, daß sich nichts besser lohnt, als der Idealismus, weil er heute allein die harten politischen Gegensätze mildern kann, deren Fortfall das Gedeihen aller Völker bedeutet. Wäre diese Macht schon früher respektiert, der Weltkrieg wäre lokalisiert geblieben. Nicht der Zufall irgendwelcher ausländischer Konflikte bedeutet eine wirkliche Hilfe für Deutschland, sondern nur der wirkliche Versöhnungswille kann diese für uns bringen. der griechisch=türkische Krieg. König Konstantin gefangen. Paris, 29. Sept. Die Pariser Presse veröffentlicht ein bisher noch unbestätigtes Telegramm aus Athen, das besagt, daß die Anhänger des Königs Konstantin versuchten, sich den nationalistischen Elementen zu widersetzen, wobei es zu blutigen Straßenkämpfen kam. Einer der königstreuen Minister wurde bei den Unruhen getötet. Der König ist gefangen genommen worden. Die Bevölkerung verl#ngt stürmisch, daß er nicht abreisen darf, sondern einem Kriegsgericht übergeben wird, wo er sich verantworten soll über das Unglück, das seine Politik über Griechenland gebracht hat. Die Deutschen sind wieder mal schuld drau London, 29. Sept. Die Avdainkung Konstan= tins erfolgte um Mitternacht Die Straßen waren von dichten Menschenmengen uberflutet, die große Freudenkundgebungen vernnstalteten. Obgleich die Revolution bei ihrem Beginn wenigstens zum Teil nationalistischen Charakter hatte, drängt sich jetzt nach den hier vorliegenden Meldungen die republikanische Tendenz in den Vordergrund. In einem Athener Telegramm der „Times“ wird wieder einmal außer den Bolschewisten auch den Deutschen die Verantwortung für die Verschlimmerung der Lage zugeschoben. In politischer Hinsicht werden schwere Folgen befürchtet. Kronprinz Georg übernimmt den Thron. London, 29. Sept. Aus Athen wird gemeldet, daß infolge der Abdankung König Konstantins Kronprinz Georg die Krone übernommen hat. Er soll von den Revolutionären anerkannt worden sein. 8572 General Cenevack der ital. Oberbefehlshaber der italieischen Armee während des Weltrieges. England räumt die Tschanat=Zone. TU. Paris, 29. Sept. Nach einer Meldung der „Chicago Tribune“ aus Konstantinopel haben die britischen Behörden in Tschanak in einem Anschlag erklärt, daß, um die Einwohnerschaft nicht den Schrecken des Krieges auszusetzen, die ganze Zone geräumt werden soll. Der Vormarsch Remals soll aufgehalten werden. TU. London, 29. Sept. Das Auswärtige Amt gibt über die militärische Lage in der neutralen Zone folgendes bekannt: Die türkische Kavallerie rückt von ihrem Köj aus gegen die neutrale Zone in nordöstlicher Richtung auf Osmanli Teps vor, um anscheinend den dort vorgeschobenen britischen Posten zu entsetzen. Das britische Oberkommande hat Befehl gegeben, diesen Vormarsch der Kemalisten aufzuhalten. Der Papst an Kemal Pascha. Frankfurt a. M., 29. Sept. Die„Frankfurter Zeitung“ meldet aus Rom: Der Papst richtete ein Telegramm an Kemal Pascha, in dem er ihn bittet. auf das Militär und die Zivilbevölkerung einzuwirken, damit das Blutvergießen in Emyxna und im Hinterlande ein Ende nehme. Er wies den apostolischen Delegierten in Konstantinopel an, 500000 Lire zur Unterstützung der Griechen und Armenier ohne Unterschied der Religion auszugeben. 1273 1902 1903 Deutscher Zola gest. Lehrertag Aus Stadt und Land. Schwerte, 29. Sept. Erinnerungen. Rudolf von Habsburg wird Kaiser. Der franz. Romandichter Emilie Der Meteorologe Rud. Falb gest. ** 3. Westfälischer Beamten= und Der 3. Westfälische Beamten= und Lehrertag findet am 14., 15. und 16. Oktober in Hagen statt. Dem Verlauf der Tagung darf man mit Spannung entgegensehen, weil er Klarheit darüber bringen wird, ob die westfälische Beamten= und Lehrerschaft der radikalen Führerschaft Menne's folgen wird oder ob sie ihre Politik in der bisherigen ruhigen und besonnenen Art fortführen wird. Das Referat über die Krisis in der Beamtenbewegung wird der erste Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes, Lehrer Flügel=Berlin, selbst erstatten. Aber auch sonst sind die Verhandlungen hochbedeutsam. Das neue Beamtenrecht behandelt Geh. Admiralitätsrat Dr. Greß=Berlin und über Besoldungsfragen referiert Reichstagsabgeordneter Morath. Wichtige Vorträge bringt der 2. Tag, an dem Universitäts=Professor Dr. Stier=Somlo= Köln über„der deutsche Beamte, die weltpolitische und weltwirtschaftliche Lage Deutschlands“ und Landtagsabgeordneter Oberlandesgerichtrat Dr. Höpter=Aschoff über„Volk. Beamte, Staat“, sprechen werden. Am 3. Tag werden sich die Delegierten mit der wirtschaftlichen Selbsthilfe zu befassen haben. Oberregierungsrat Lehmann, M. d. R. W. R., Direktor Seiffert. Rentmeister Küsters Eisenbahn=Ingenieur Lindrum und Katastersekretär Fürgens werden an diesem Tage die Referate erstatten. Ueber die Tagung werden wir demnächst berichten. ** Die Herbstferien der Volksschulen in den Landgemeinden des Kreises Hörde und zu Schwerterheide sind auf eine Gesamtdauer von 14 Tagen und zwar so festgesetzt, daß der erste Ferientag auf Montag, 2. Oktober 1922 fällt und der Unterricht wieder am Montag, 16. Oktober 1922 beginnt. Von diesen Farien werden nicht berührt die Mittel= und Vulksschulen der Ortschaft Hombruch und die übrigen Schulen der Stadt Schwerte, für welche nach der Verfügung der Regierung in Arnsberg die Ferienordnung für Orte mit höheren Schulen oder Seminaren gilt. Ebenfalls wird für das laufende Schuljahr von diesen Ferien nicht berührt die katholische Schule in Wandhofen. ** Die Anmeldungsfrist für die öffentliche Brotversorgung wird bis einschließlich 4. Oktober 1922 verlängert. ** Eine wesentliche Erleichterung bei Reisen von Kriegsbeschädigten wird auf den deutschen Bahnhöfen überall durchgeführt werden. Danach dürfen Begleiter reisender Schwerbeschädigter die abgesperrten Teile der Bahnhöfe, auf die mündliche Eklärung hin, daß sie die Schwerbeschädigten zum Zuge begleiten wollen, um das Gepäck unterzubringen, den Bahnsteig ohne Bahnsteigkarte betreten. Die gleiche Bestimmung gilt auch für die Begleiter taubstummer Kinder, blinder oder gelähmter Personen, die von nun an den Bahnsteig ebenfalls unentgeltlich betreten können. ** Unsere Not. Wir brauchen unsere Leser wohl nicht lange darüber aufzuklären, daß auch unser Blatt durch die jedes vernünztige Maß übersteigenden Preisaufschläge in Gefahr steht, in den Wirbel hineingezogen zu wernen, der seit Kriegsende nun schon 4500 deutsche Zeitungen und Zeitschriften verschlungen hat. Die Gehälter sind um das 25fache gestiegen, die Papierpreise um das 500fache, und weitere Erhöhungen stehen in Aussicht. Dazu verlangen jetzt die Papierfabriken auch noch Vorausbezahlung für Bestellungen, welche sie erst nach Monaten auszuführen imstande sind. wird einem schwer, nicht bitter zu werden angesichts des Beutezuges, welchen die Papierfabriken jetzt wieder auf unsere Taschen unternommen haben, und dem man wehrlos ausgesetzt ist. So ist es gekommen, daß auch die„Schwerter Zeitung" vom Strom der Steigerungen erfaßt werden mußte. Wir müssen eine solche ständig vornehmen, wenn wir auf unsere Kosten kommen sollen. ** Die Mietszahlung nach dem neuen Reichsmietengesetz. Seitens des Haus= und Grundbesitzervereins wird uns mitgeteilt, daß nach dem neuen Reichsmietengesetz die monatliche Mietszinszahlung nicht erstmalig am 1. November zu zahlen sei, sondern, daß die Miete vielmehr schon zu Beginn des ersten Monats nach der gesetzlich vorgesehenen Mitteilung zu zahlen ist. Ist Letztere also schon bis zum 15. Juli erfolgt, so beginnt die Zahlungspflicht der neuen Mietssätze bereits mit dem 1. August. Bezüglich der vierteljährlichen Mietszinszahlung bleibt es bei den von uns gebrachten Mitteilungen. Hier beginnt die Zahlungspflicht ab 1. Oktober bezw. am 1. Januar. ** Allgemeine Ortskrankenkasse Schwerte. Heute, Freitag, abends 8 Uhr, findet eine Ausschußsitzung beim Gastwirt Schulte, Neues Rathaus, statt. Ebenso wird zu einer Vorstandssitzung eingeladen, die pünktlich um 7 Uhr beginnt. ** Feuerlärm durcheilte heute vormittag 11 Uhr unsere Stadt und rief die hilfsbereite Truppe der hiesigen Feuerwehr zu schneller Tätigkeit. Bald rückte der Mannschafts= und Gerätezug nach Overberge ab. Dem Gutsbesitzer Dettmer brannte die Scheune nieder. Das Feuer entstand, wie man annimmt, durch Heißlaufer einer Maschine. ** Fernsprechverkehr. Auf Anordnung der Oberpostdirektion in Dortmund wird das hiesige Postamt vom 1. Oktober ab in der Fernsprechvermit telungsstelle folgende Dienststunden abhalten: Winterhalbjahr Werktags 8 v.—9 n., Sonntags 8 v.—1 n. und 5 n.—7 nachm., Sommerbalbjahr Werktags 7 v.—9 v., Sonntags 8 v.—1 n., 5 n.—7 n. ** Einschränkung der Duppelbeschäftigung. Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrates beschloß bei der Beratung des Arbeitszeitgesetzes, daß ständig beschäftigte Arbeiter und Betriebsbeamte ständige gewerbliche Nebenfür die Töchter war jedoch nichts vorhanden, sie erhielten nur eine dürftige Aussteuer. Die eine Tochter starb und hinterließ einen Sohn, der nun an seinen Onkel, den Professor, mit dem Ersuchen herantrat, ihm ausgleichsweise mehrere tausend Mark zu zahlen. Er begründete seine Forderung damit, daß sein Großvater, der Beamte, für seine des Professors Ausbildung und Studien sehr viel mehr aufgewendet habe als für seine Mutter. Der arbeiten bei einem anderen Arbeitgeber insoweit nicht übernehmen dürfen, als die Arbeitszeiten zusammen die zulässigen Grenzen überschreiten. Der Schutz der Jugendlichen bis zu 18 Jahren wurde dahin erweitert, daß die Arbeitszeit nicht vor 6 Uhr beginnen und die Pausen von irgendwelchen Beschäftigungen frei gelassen werden sollen. Nachtarbeit der Jugendlichen, die für Stein= und Braunkohlengruben und ununterbrochene Betriebe vorgesehen war, wurde abgelehnt und damit aus dem Gesetzentwurf gestrichen. Arbeiterinnen, sollen vor und nach ihrer Niederkunft im ganzen zehn Wochen vorher und acht Wochen nachher nicht bechäftigt werden. Stillpausen müssen auch ohne Antrag gewährt werden während der Arbeitszeit, solange die Arbeiterin stillt. Frauenarbeit darf auch bei Aufbereitung der Kohle nicht geleistet werden, hingegen sollen Arbeiterinnen beim Verladen von Braunkohlenbriketts beschäftigt werden können. ** Verschiedene Fahrpreisermäßigungen auf deutschen Bahnen. Auf der Reichsbahn wird Fahrpreisermäßigung zunächst grundsätzlich für Kinder gewährt; Kinder vom vierten bis zum zehnten Jahre zahlen die Hälfte, jüngere Kinder sind frei, wenn sie keinen besonderen Platz beanspruchen. In den letzten Jahren ist nun wiederholt die Forderung aufgetaucht, die Freifahrt auf Kinder bis zum sechsten Jahre auszudehnen und Kinder bis zum vierzehnten Jahre halbe Fahrpreise zu gewähren. Eine solche Ausdehnung würde jedoch eine Aenderung der Eisenbahnverkehrsordnung bedingen, die wieder durch internationale Vereinbarungen in ihren Bestimmungen gebunden ist. Um jedoch Härten zu vermeiden, gewährt die Reichsbahn weitgehende Fahrpreisermäßigungen an Jugendwanderer. Sie genießen eine Ermäßigung von 50 Proz. in der dritten Klasse, wenn eine Gruppe von mindestens zehn Personen unter 20 Jahren unter sachverständiger Führung die Reise beim Abgangsbahnhof rechtzeitig ankündigt; die Teilnehmer müssen einem behördlich anerkannten Jugendpflegeverein angehören. ** Wichtig für Eltern! Den Eltern liegt bekanntlich die Pflicht der Unterhaltung und Erziehung ihrer Kinder ob, und diese Pflicht muß gleichmäßig ausgeübt werden. Ein in dieser Beziehung sehr interessanter Streit um die Rückforderung von Ausbildungskosten fand durch eine Entscheidung des Ober=Landesgerichts Celle eine Erledigung, die allgemeinste Beachtung verdient. Ein Beamter hatte einen Sohn und drei Töchter Ersteren ließ er studieren. Der Sohn brachte es später bis zum Professor mit gutem Einkommen, Großvater habe die Unterhaltspflicht nicht gleichmäßig auf seine vier Kinder verteilt, für die Töchter sei nicht die geringste Mitgift übrig geblieben, seine Mutter sei also benachteiligt worden und dadurch auch er selbst. Das Gericht teilte diese Ansicht vollkommen und setzte nur den geforderten Betrag um ein Drittel herab. Das Kegeln kommt in diesem Herbst so recht wieder zur Geltung. Wo eine Kegelbahn vorhanden ist, da finden sich auch Kegelbrüder, die sich dieselbe für einen bestimmten Abend in der Woche sichern. Das Kegeln ist gesund und verlangt auch eine Gewandtheit, die dem Körper gymnastischen Nutzen bringt. Was ein richtiger Kegelkünstler leistet, das kann in manchem Sport nicht so leicht nachgemacht werden. Der König aus der Mitte oder das Vordereck, das sind Bravourleistungen. Aber die„Alle Neune“ bleibt doch die populärste. Ob sich das Ausschieben von Hasen, Enten, Gänsen in diesem Herbst so leicht ermöglichen lassen wird ist wohl fraglich(?) Das Pfund Gans wird heute schon mit über hundert Mark bezahlt. Die Gänseliebhaber können also die„braunen Lappen“ bereit halten. ** Gute, aber teure Zigarren! In der Aufstellung eines Zigarettenfabrikanten für die kommenden Preise begegnen wir ein paar interessanten Zahlen. Die teuerste Zigarre deutschen Ursprungs kostet 650 cl! Das Stück, nicht etwa eine kleine Schachtel! Die bekannte große„Graf Bernstorff“, die ehedem für 75§ zu haben war, wird bald zu 3250 K(1) verkauft werden, die nach dem Grafen Brockdorff benannte zu 120 A. Freilich sind das alles Qualitätswaren, aber sie lassen einen Schluß auch für die„billigeren“ Sorten zu; es ist eben dafür gesorgt, daß die Raucher, wenn sie sich ihres geliebten Krautes nicht entwöhnen können, trübe Zukunftswolken ausdampfen werden! Arr laßt nicht von Art. Roman von H. Hill. 44 (Nachdruck verboten.) „Meine Halbschwester! Die Tochter meines Vaters!— Ausgezeichnet! Sollen wir diese Komödie etwa weiter spielen, auch wenn wir unter vier Augen sind? Du weißt doch noch besser als ich, wie es um diese Blutsverwandtschaft bestellt ist. Und wenn du auch das bewunderungswürdige Kunststück fertiggebracht hast, nicht nur den alten Grafen, sondern auch ein paar gerissene Rechtsanwälte daran glauben zu machen— zur Wahrheit ist dieser grandiose Schwindel damit doch glücklicherweise noch nicht geworden. Glücklicher„Mit der Uebernahme dieser Erbschaft bin ich nicht am eigentlichen Ziel meiner Wünsche. Ediths Besitz und die ungezählten Millionen ihres Großvaters sind mir mal lieber, als dies Leben auf einem Bulkan—, diese au einem Pulverfaß aufgebaute, verlogene Herrlichten, die mit jedem nächsten Augenblick in die Luft fliegen kann.— Allmählich war ein Schimmer von Farbe in die Wangen des Masors zurückgekehrt.....„„ Du Saunst 59. „Das sind tolle Hirngespinste,“ sagle er.„Du kannst diese unsinnigen. Hoffnungen nicht verwirklichen, ohne dich selbst Lüge und des Betruges zu bezichtigen und alles mutder—.. und des Betruges zu bezichtigen und alles mutwillig zu zerstören, was wir so muhsam aufgebaut haben. „Oh, das läßt sich alles machen. Wenn der geeignete Zeitpunkt gekommen ist, werden wir schon einen Ausweg finden. Ich verlasse mich darin, wie immer, ganz auf deinen erfinderischen Scharfsinn und auf deine Verschlagenheit, die dich ja bis jetzt noch niemals im Stiche gelassen hat. Du bist eben das Opfer eines Irrtums gewesen, wie er am Ende jedem passieren kann, und wenn du selbst diesen Irrtum aufklärst, wird kein Mensch daran denken, dich deshalb zur nun, so bin ich ja von vornherein vor jeder Verantwortlichkeit gesichert. Ich würde in den Augen der Welt nicht als Betrüger dastehen, sondern vielmehr als das bedauernswerte Opfer eines von anderen begangenen Irrtums. Es ist mir ja nicht eingefallen, mich aus eigenem Antrieb für einen Grafen Bredow=Donnersberg auszugeben, sondern mich einfach gefügt, als man mir sagte, daß ich einer sei. Daß mich deshalb kein Vorwurf treffen kann, liegt doch klar auf „und wann— wann sollte das alles vor sich gehen? Wann müßte ich anfangen, meinen Geist nach Vorwänden zu zermartern, die der Welt den Beweis liefern sollen, daß ich, wenn nicht, ein Betrüger, so doch zum mindesten ein „Bann das zu geschehen hat, kann ich dir setzt nicht sagen— aus dem einfachen Grunde, weil ich es selbst noch nicht weiß. Es hängt davon ab, wie sich Doktor auf die ihm gestellte Alternative hin verhält, und auch noch von mancherlei anderen Dingen. Du wirst schon rechtzeitig erfahren, wann es so weit ist— darauf kannst du dich verlassen. Und nun wollen wir uns getrosten Herzens zur Ruhe begeben. Du siehst wirklich ein bißchen sehr angegriffen aus und wirst den Schlaf wahrscheinlich noch nötiger haben Er nickte dem alten Herrn freundlich zu und verließ das Zimmer. Der Major aber dachte noch für eine lange Weile nicht daran, sein Lager aufzusuchen. Die Stirn in die Rechenschaft zu ziehen, um so weniger, als ja niemand einen Schaden davon haben würde, sondern als die Veränderung im Gegenteil verschiedenen Personen außerordentHand gestützt, saß er fast bis zum Morgengrauen regungslos in seinem Stuhl, und die kummervollen Linien auf seinem Gesicht offenbarten unzweideutig genug, wie schwer und herz beklemmend die Sorgen oder Befürchtungen waren, die ihn bewegten. lich erwünicht kommen müßte. Und was mich selbst anbetritft. 15. Kapitel. Der Freiherr von Reckenburg hatte nur wenig von seiner gewohnten Ruhe eingebüßt, da er als ein Ausgewiesener das Schloß verließ, in dem er zu Lebzeiten seines unglücklichen Oheims immer einer der liebsten und freudigst begrüßten Gäste gewesen war. Die schroffe Wendung der Dinge hatte ihn kaum sonderlich überrascht. Schon seit dem Morgen nach der Entdeckung des Verbrechens hatte Freiherr von Reckenburg nicht darüber im Zweifel sein können, daß dem neuen Herrn seine Anwesenheit höchst unerwünscht war, und daß alle seine an den Haaren herbeigezogenen Provokationen und Unverschämtheiten keinen anderen Zweck hatten als den, ihn zu freiwilliger Abreise zu bestimmen. Jetzt war er sich nicht recht klar darüber, ob er diesen endgültigen Bruch, der ihm die Tore des Donnersberger Herrenhauses voraussichtlich für immer verschloß, bedauern oder ob er ihn als eine willkommene Lösung der fast schon unhaltbar gewordenen Situation begrüßen sollte. Es gab mancherlei Gründe, die ihm ein längeres Verweilen auf dem Schlosse wünschenswert gemacht hätten; aber auf der anderen Seite konnte er sich nicht verhehlen, daß seinem nächsten und wichtigsten Zweck vielleicht noch besser gedient werden konnte, wenn er in dem Gasthof des Dorfes AufentDen einen Nutzen hatte die Veränderung sa jedenfalls, daß er fortan kommen und gehen konnte, wie es ihm gefiel, ohne bei jeden seiner Schritte von den Luchsaugen dieses Kammerdieners Weigelt überwacht zu werden, den er längst als Spion durchschaut hatte, und von dem er genau wußte, daß er dem Grafen über sein Tun und Lassen stets den genauesten Bericht erstattete. Außerdem aber war es unzweifelhaft von großer Bedeutung für ihn. nunmehr unter demselben Dache mit dem Manne zu leben, dessen frühere, Beziehungen zu dem Schloß mit dem Mordtage auf so rätselhafte Weise plog. lich ihr Ende erreicht hatten. Ohne den Wert der äußeren Anzeichen zu überschätzen und ohne sich von ihnen über die Maßen beeinflussen zu lassen, war der Freiherr doch zu dem bestimmten Schluß gekommen, daß Doktor Odemar in irgendeiner Weise auf das engste mit dem Geheimnis des unaufgeklärten Mordes verknüpft sein mußte. Seine Aufmerksamkeit war zuerst durch den nächtlichen Besuch des Majors an der Stätte des Verbrechens und durch seinen Eifer, das verräterische Löschblatt zu beseitigen, auf den jungen Schriftsteller gelenkt worden. ** Wehe d die andern! auf einem Ne Arbeitsgenoss steine zu ver Genossen ihn Wohnungs ** Erziehl rungspräsider nachahmungs stimmte, daß Rauchen abzi die Fortbildu keiten des Re Und zwar sol auf die gesu werden, mind teljahr in ei Eine unge Punkte ur Erleichterung für Fahrradkarten. Fahrradkarten können auch nach einer Station ausgegeben werden, die weiter als die Station liegt, die auf der Fahrradkarte angegeben ist, wenn durchgehende Fahrradkarten bis zu dieser nicht zu haben sind. Die Reisenden müssen dann Karten nach der zur Lösung geeigneten weitestgelegenen Stationen vorlegen. Die Entfernung zwischen Abgangs= und Zielstation darf aber nicht mehr als 100 Kilometer betragen. Diese Bestimmung wird nach einer neuen Anordnung sinngemäß auch angewandt, wenn Personnen für die Anfangsstrecke ihrer Reisen im Besitz einer Zeitkarte oder einer anderen Fahrkarte sind und aus diesem Grunde eine Fahrkarte bis zur Zielstation nicht lösen können.** Regeln für Gaskochen. Für rationelles Kochen sind folgende Regeln zu beachten: 1. Das Kochgefäß muß von der Flamme berührt werden, jedoch nur von dem farblosen Mantel, nicht vom grünen Kern. 2. Die Flamme muß durch Großoder Kleinstellen der Kochgefäßform angepaßt werden. Sie darf nicht über den Rand des Topfes herausschlagen. 3. Es muß genügend Zwischenraum zwischen Topf= und Herdplatte bleiben, damit Luft hinzutreten kann. 4. Beim Gaskochen sollen die Gefäße zugedeckt bei annähernd Siedetemperatur gehalten werden. Sprudelndes Kochen und Wasserdampfung erfordert nur unnötigen Wärmeaufwand. vom Magistre Stadtverordn telpunkte der stand neben für Arme, digte, Sozialder Versorgu es muß alse lage genannt diesbezügliche wwurden. T netenvorsteher leginum war tische die He Stadtrat Mi Schlachthofdir bauführer W Der Erhöl munalen Ele lionen auf 1 der auf die in Höhe von Bürgermeiste gründet und absehbarer Millionen be bei der hiesig getilgt zu de Mit der Fortschaffung die Opfer de Höhe von 55 verstanden. Gegen de an der Lieth sich nichts zu Höhe von 27 Der Forst den Stadtwa wurde nach Neheim, wel gutgeheißen, für eine Brennholz S Die beide höhung für gedrungen n von 10 K ar den, währen 1. Juli bis vom 1. Oktol Die Stal Henschel gal druck, daß e ses tunlichst Rohrmann ten zu wirke Der Uhr trag gemäß Die Ent nach dem und die Bestädtischen dem Minist Für die den mit Wi 875 M und schlag bewil Erhöht Polizeigesa 15 4 für 15 0 für Das M (Fortsetzung folgt.) 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Fahrradner Station ausgegedie Station liegt, die eben ist, wenn durchzu dieser nicht zu müssen dann Karten ieten weitestgelegenen Entfernung zwischen arf aber nicht mehr i. Diese Bestimmung dnung sinngemäß auch n für die Anfangstz einer Zeitkarte oder ind und aus diesem zur Zielstation nicht en. Für rationelles n zu beachten: 1. Das amme berührt werden, in Mantel, nicht vom ime muß durch Großchgefäßform angepaßt ber den Rand des is muß genügend Zwiind Herdplatte bleiben, in. 4. Beim Gaskochen bei annähernd Sieden. Sprudelndes Kochen ordert nur unnötigen ckung des Verst darüber im seine Anwesenan den Haaren ntheiten keinen iger Abreise zu ir darüber, ob des Donnersverschloß, bene Lösung der ißen sollte. Es Verweilen auf aber auf der n, daß seinem besser gedient Dorfes Aufentjedenfalls, daß es ihm gefiel, chsaugen dieses 1, den er längst r genau wußte, n stets den gear es unzweifelüberschätzen und flussen zu lassen, schluß gekommen, uf das engste mit s verknüpft sein durch den nächtdes Verbrechens ischblatt zu beseiworden. ** Wehe dem Arbeiter, welcher fleißiger ist als die andern! In einem Berliner Vororte streikten auf einem Neubau die Maurer, weil ein fleißiger Arbeitsgenosse sich erkühnte, am Tage 800 Mauersteine zu vermauern, während die Mehrheit der Genossen ihm nur 400 erlaubte. So wird. die Wohnungsnot beseitigt. ** Erziehung zum Nichtrauchen. Der Regierungspräsident von Schleswig ist auf eine sehr nachahmungswerte Idee gekommen, indem er bestimmte, daß die Lehrer, um die Menschheit vom Rauchen abzuhalten, die Jugendlichen, besonders die Fortbildungsschüler, auf die großen Schädlichkeiten des Rauchens aufmerksam machen sollten. Und zwar soll bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf die gesundheitlichen Nachteile hingewiesen werden, mindestens ist die„Materie“ jedes Vierteljahr in einem Vortrag zu behandeln, und im Rechenunterricht sind Aufgaben zu stellen, um den Jungens durch allerhand Zifferwerk eindringlich vor Augen und ins Gemüte zu fühlen, wieviel sie ersparen, wenn sie sich das Rauchen überhaupt gar nicht erst angewöhnen. ** Geisecke, 29. Sept. Der hiesige MännerGesang=Verein„Germania“, der über eine stattliche Sängerschar verfügt, feiert am kommenden Sonntag, 1. Oktober, nachmittags 4 Uhr sein diesjähriges Herbstfest, verbunden mit Einweihung der Gedenktafel für die gefallenen Sangesbrüder. Gesangliche Darbietungen, musikalischer Vorträge und theatralische Vorführungen, sowie Tanz, werden dem Publikum einige genußreiche Stunden bieten. Da der rührige Verein keine Mühen und Kosten gescheut hat, so ist ihm ein volles Haus zu wünschen. Stactrertrent. 2 Eine ungemein reichhaltige Tagesordnung 27 Punkte und dazu noch 3 Dringlichkeitsanträge vom Magistratstische— war es, welche gestern die Stadtverordneten zu erledigen hatten. Im Mittelpunkte der stellenweise lebhaften Aussprache stand neben der Kinobesteuerung die Fürsorge für Arme, Kriegshinterbliebene, Kriegsbeschädigte, Sozial= und Kleinkapitalrentner hinsichtlich der Versorgung mit Kohlen und Kartoffeln, und es muß als ein Zeichen der Würdigung der Notlage genannter Kreise bezeichnet werden, daß die diesbezüglichen Beschlüsse einstimmig gefaßt wwurden. Den Vorsitz führte der Stadtverordnetenvorsteher=Stellvertreter Otten; vom Kolleginum waren 19 erschienen. Am Magistratstische die Herren Bürgermeister Rohrmann und Stadtrat Melchheier; außerdem waren Herr Schlachthofdirektor Dieckerhoff und Herr Stadtbauführer Wohlfarth anwesend. Der Erhöhung des Aktienkapitals des Kommunalen Elektritizätswerkes„Mark“ von 52 Millionen auf 104 Millionen und der Uebernahme der auf die Stadt Schwerte entfallenden Aktien in Höhe von 1 650000 A wurde, nachdem Herr Bürgermeister Rohrmann die Vorlage kurz begründet und darauf hingewiesen hatte, daß in absehbarer Zeit die Erhöhung von 104 auf 208 Millionen bevorstehe, zugestimmt. Das Geld soll bei der hiesigen Sparkasse angeliehen, verzinst und getilgt zu den üblichen Sätzen werden. Mit der Bewilligung der Mehrkosten für die Fortschaffung des als städtischer Gedenkstein für die Opfer des Weltkrieges bestimmten Steines in Höhe von 5 500 A erklärte sich das Kollegium einverstanden. Gegen den Anschluß des städtischen Neubaus an der Liethstraße an die Kanäle daselbst fand sich nichts zu erinnern; die einmaligen Kosten in Höhe von 2700 c wurden bewilligt. Der Forsttulturplan und der Hauungsplan für den Stadtwald für das Wirtschaftsjahr 1922—23 wurde nach dem Voranschlage der Oberförsterei Neheim, welcher der Schwerter Wald untersteht gutgeheißen, nachdem der Magistrat ersuct war, für eine tunlichst reichliche Versorgung mit Brennholz Sorge zu tragen. Die beiden folgenden Punkte betrafen die Erhöhung für Gas und Wasser. Ersteres mußte notgedrungen mit Wirkung vom 1. September an von 10 c auf 27 A pro Kubikmeter erhöht werden, während das Wasser für das Vierteljahr vom 1. Juli bis 30. September 12 K pro Kubikmeter, vom 1. Oktober an 18 A pro Kubikmeter kostet. Die Stadtv. Kemmerling, Otten, Scharfe und Henschel gaben der bestimmten Erwartung Ausdruck, daß eine weitere Steigung des Wasserpreises tunlichst vermieden werde; Bürgermeister Rohrmann sagte zu, in diesem Sinne nach Kräften zu wirken. Der Uhrenableser Krämer wurde seinem Antrag gemäß in die Gehaltsgruppe 4 eingereiht. Die Entschädigung für Schulreinigung wurde nach dem Vorschlage der Stadt=Schuldeputation und die Vergütung für den Unterricht an der städtischen Berufsschule(Fortbildungsschule) nach dem Ministerialerlaß festgesetzt. Für die Reinigung des neuen Rathauses wurden mit Wirkung vom 1. September an monatlich 875 M und die gleiche Summe als Teuerungszuschlag bewilligt. Erhöht wurden weiterhin die Pflegesätze für Polizeigefangene und Obdachlose. Sie betragen 15 4 für Morgenkost, 20 c für Mittagessen und 15 A für Abendbrot. Das Marktstandgeld wurde auf den 30fachen Satz erhöht; die Jahresbeiträge der Stadt für den Sauerländischen Gebirgsverein wurden antragsgemäß auf 150 M, für den Westfälischen Wohnungsverein zu Münster auf 250 A und für den Verein Kinderheim„Cäcilienstift" in Bad Lippspringe auf 300 A erhöht. Mit dem Kinobesitzer Herrn Tondock haben zwecks Neufestsetzung der an die Stadt zu entrichtenden Abgabe Verhandlungen stattgefunden und zu dem Ergebnis geführt, daß Tondock sich verpflichtet, der Stadt für ein Jahr vom 15. September 1922 an die Summe von 200000 A ir monatlichen Raten zu zahlen. Ueber die Höhe des Betrages und die Zeitdauer des Vertrages entspann sich eine rege Aussprache, in welcher der Wert und Unwert des Kions, die Auswahl der Films, Handhabung der Filmzensur und Tätigkeit des Ueberwachungsausschusses, das Rauchen während der Vorführungen durch die Stadtv. Schulte, Möhle, Kemmerling, Brand, Otten, Frage, Fund, Keuler, Frl. Ludwig, Wilkes, Bühning, Scharfe und Herrn Stadtrat Melchheier eingehend zur Erörterung gelangten. Schließlich gelangte der Magistratsantrag zur Annahme. Für die Belieferung der Armen, der Sozialund Kleinkapitalrentner mit Kohlen und Kartoffeln wurden vorläufig 750000 d, für die Kriegshinterbliebenen und Kriegsbeschädigten aus gleichem Anlaß 600 000 d einstimmig bewilligt. Beide Summen sollen durch eine kurzfristige Anleihe gedeckt werden. Vom Magistratstische wurde hierbei anerkennend darauf hingewiesen, daß eine Anzahl hiesiger Landwirte auf städtisches Ersuchen Kohlen kostenlos von der Zeche geholt haben. Weiterhin wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß edle Menschenfreunde, die industriellen Werke usw. auch in diesem Winter Kohlen für allgemeine Wohlfahrtszwecke spenden möchten. Den städtischen Beamten und Angestellten sollen auf Antrag Vorschüsse für die Beschaffung von Kohlen und Kartoffeln mit der Maßgabe gewährt werden, daß die Beträge bis spätestens am 1. April 1923 zurückgezahlt sind. Dem Antrage des Scherenarbeiters Völker aus dem Holzenerwege, ihm ein zu verzinsendes und ratenweise zurückzahlendes Darlehn in Höhe von 25 800 M zu gewähren, damit seine Frau sich als Hebamme ausbilden lassen könne, wurde entsprochen. Die Pflegesätze in den beiden hiesigen Krankenhäusern mußten vom 1. Sept. für Erwachsene von 100 auf 135 c, für Kinder bis 12 Jahren von 62,50 A auf 80 K, für Säuglinge von 18.75 A auf 25 A erhöht werden. Die monatliche Entschädigung für die Fürsorgerin Frl. Wigginghaus wurde vom 12. Juli an um 500 A erhöht. Gegen die Aufnahme des polnischen Staatsangehörigen Alexander Linde im Klusenweg in den preußischen Staatsverband wurden Bedenken nicht erhoben. Als Vertreter für den Westfälischen Städtetag in Oeynhausen wurden die Stadtv. Bühning und Westermann gewählt. Der im Ministerialerlaß vom 16. März 1921 geforderten Anerkennung der Bedingungen für die Gewährung von Staatszuschüssen an das Lyzeum soll entsprochen werden. Die erledigte Stelle eines Assistenten an der Stadtkasse wurde dem Kassengehilfen Hemmer von hier übertragen. Von dem Dankschreiben der beiden Kirchengemeinden für Zuwendung eines einmaligen Betrages von je 50000 Mark an die Krankenhäuser wurde Kenntnis genommen. Die neulich beschlossene Gewerbestenerordnung hat, wie Herr Bürgermeister Rohrmann mitteilte die Genehmigung des Heirn Regierungspäsidenten gefunden. Infolge der gesteigerten Betriebskosten mußten für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1922 die Gebühren für gewerbliche Schlachtungen um eine Mark für das Pfund geschlachtetes Fleisch erhöht werden. Die Schulgeldsätze an den beiden städtischen höheren Lehranstalten wurden erhöht und betragen vom 1. Oktober an pro Jahr 1500 c für einheimische Schüler und Schülerinnen. Für Auswärtige erhöht sich dieser Betrag um 50 Proz Endlich wurden kleinere Anfragen des Stadtv. Wilkes wegen der Hundesteuer, des Stadtv. Kenter wegen des Unfuges nächtlichen Lärms in der Nachbarschaft des Wilhelmsplatzes und des Stadtv. Fund wegen der Benzolanlage auf dem Gaswerk vom Magistratstische aus beantwortet. Schluß der Sitzung gegen 8¼ Uhr. den Provinzen. Dortmund, 29. Sept. Ein schrecklicher nglücksfall ereignete sich am Mittwoch vormittag 10 Uhr auf der Station Kurl. Der Lokomotivführer K. Schmitz, Werderstr. 15 wohnhaft, kam beim Nachsehen seiner Maschine in die Nähe. einer Signalvorrichtung, an der in demselben Augenblick eine der verschiebbaren Scheiben nach unten ging, und zwar mit solcher Wucht, daß ihm der Kopf zertrümmert wurde. Der Tod trat sofort ein. Der Tod trat sofort ein. Der so plötzlich ums Leben Gekommene war 54 Jahre alt und hinterläßt Frau und 9 zum Teil unversorgte Kinder. Hemer, 27. Sept. Schandtaten. Der Polizeiverwaltung des Amtes Hemer werden Schandtaten auf dem evangelischen Friedhofe gemeldet liebe und Grottenschänder haben von den Grähern Bronzeketten, die zur Einfassung dienten, abgerissen und gestohlen. Vor Ankauf des gestohlenen Gutses wird gewarnt. Die Polizei wird alles aufbieten, um die Diebe, denen nicht einmal die Ruhestätte der Toten heilig ist, zu ermitteln. Hemer, 28. Sept. Die Frechheit der Spitzbuben wird immer größer. In der Sonntagnacht wurden nämlich die Platinspitzen der Blitzableiter=Anlage auf der evangelischen Volksschule in Westig gestohlen. Die Polizeiverwaltung des Amtes Hemer warnt vor Ankauf des Edelmetalls.— Vor einigen Nächten wurde der Vereinsschrank des M.=G.=V.„Eintracht"= Landhausen im Sanderschen Saale erbrochen und die Silbersachen von den wertvollen Preisen abgeschraubt. Elberfeld, 27. Sept. Wirtschaftliche Schwierigkeiten. Wie die„Bergisch=Märkische Zeitung“ meldet, haben sich im Bezirk die wirtschaftlichen Verhältnisse in den letzten Wochen stark verschlechtert. Verschiedene Barmer Firmen sind bereits zur Arbeitsstreckung oder Arbeitszeitverkürzung übergegangen, während andere sie angekündigt haben. Bochum, 29. Sept. Die erste Stadträtin In der Stadtverordnetensitzung am Donnerstag wird die erste Bochumer Stadträtin, Frau Cäcilie Barenberg, in ihr Amt als unbesoldetes Mitglied des Magistrats eingeführt werden. Remscheid, 29. Sept. Schwerer Unglücksfall. Der Schornsteinbauer Fröhlich aus Düsseldorf, der hier auf einem Stahlwerk einen Schornstein errichten wollte, stürzte aus einer Höhe von 26 Meter und fand dabei den Tod. Ein Teil des Mauerwerks hatte sich losgelöst und das Gerüst mit in die Tiefe gerissen. Herford, 29. Sept. Einem Hypnotiseur in die Hände gefallen? Ein ganz rätselhafter Vorfall hat sich lt.„Westf. Ztg.“ in den letzten Tagen in Herford zugetragen. Der Buchhalter K., der bei einer hiesigen Bank beschäftigt ist, erschien am Freitag nicht zum Dienst. Eine Nachrage bei seinen Eltern ergab, daß er verschwunden war. Auch am Samstag war er nicht aufzufinden. Dagegen traf ein Brief von ihm ein, worin er mitteilte, daß er verschleppt wäre, um in die Fremdenlegion eingereiht zu werden, aber am Samstag mit einem D=Zuge durch Herford käme K. meldete sich am Samstag gegen Abend unvermutet bei der hiesigen Kriminalpolizei. Er behauptet einem Hypnotiseur in die Hände gefallelln zu sein, der ihn am Donnerstagabend um 10½ Uhr nach Verlassen eines Restaurants angesprochen und bis zum Lübberbruch begleitet hat. Am Freitag morgen habe ihn der Fremde am Lübberbruch erwartet und angeredet. Von diesem Augenblick an fehle ihm jegliche Erinnerung über das Geschehene. Die Angaben des K., soweit sie der äußeren Hergang betreffen, sind nachgeprüft und haben sich als zutreffend herausgestellt. Es bleibt nur die Annahme übrig, daß der Fremde, der als ein großer Mann mit Vollbart beschrieben wird ein Hypontiseur ist, der Jagd macht auf unerfahrene Menschen, um sie ins besetzte Gebiet zu verschleppen. Duisburg, 27. Sept. Schweres Eisenbahnunglück. Auf einem hiesigen Werke gerieten auf einem hohen Schlackenberge zwei Eisenkahnwagen durch einen heftigen Windstoß ins Rollen. Sie sansten in ein Abladegleis hinein und prallten auf eine Lokomotive mit Güterwagen. Der Maschinist geriet so unglücklich zwischen die Trümmer, daß ihm beide Beine abgequetscht wurden und er den erlittenen Verletzungen schon bald nach dem Unfall erlag. Ein zweiter Mann wurde schwer verletzt; ein dritter konnte sich durch Abspringen retten. Duisburg, 27. Sept. Opfer, seines Leichtsinns. Ein holländischer Schiffer wollte auf der Ruhrbrücke auf einen fahrenden Straßenbahnwagen springen. Er kam zu Fall und es wurden ihm beide Beine abgefahren und eine Hand stark geguetscht. Man brachte den Unglücklichen in Krankenhaus, wo er gestorben ist. Gladbeck, 27. Sept. Tragisches Los. Der Kolonialwarenhändler H. aus Gladbeck=Brauc stieß seinem Sohne, der eben sein Studium als praktischer Arzt beendet, so unglücklich mit einer Gabel ins Auge, daß der Getroffene des Augenlichtes verlustig ging. Köln, 28. Sept. Bestrafter Wucherer Das Wuchergericht verurteilte den Althändler Geracht von hien, der für einen alten abgetragenen, aus Friedenszeiten stammenden Militärrock 350 ik gefordert hatte, wegen Preistreiberei zu einer Woche Gefängnis und 3000 A Geldstrafe. Emden, 28. Sept. Familientragödie. In einem Anfall von Raserei brachte der Gastwirt Seiffert seiner Frau schwere Verletzungen mit einem Rasiermesser bei. Sich selbst versuchte er durch einen Halsschnitt zu töten. Beide wurden noch lebend ins Krankenhaus gebracht. Altenkirchen, 27. Sept. Galgenhumor. Vom bitterem Sarkasmus zeugt folgende Anzeige im„Altenkirchener Kreisblatt":„Denjenigen, der mir mein Obst auf dem hinteren Berge gepflückt hat, bitte ich, sich bei mir noch zehn Pfund Zucker zum Einmachen unentgeltlich abzuholen. August Wetzel." Dülmen, 27. Sept. Beim Schweinediebstahl tödlich verletzt. Seinen Verletzungen erlegen ist im hiesigen Krankenhause ein junger Mann, der beim Stehlen und Fortschaffen eines schweines in Mitwick von dem Bestohlenen durch eine Kugel schwer verletzt worden war. Seine Begleiterin ist festgenommen worden. Salzuflen, 27. Sept. Zwei Kinder verbrannt. Auf der Landstraße nach der Loose, unweit des Gutes Steinbeck, brach in einem von zwei Familien bewohnten Kotten, während die Inhaber abwesend waren, auf bisher unaufgeklärte Weise Feuer aus. Zwei Herforder, die Herren Wolff und Wöller, die sich auf einer Radtour befanden, bemerkten die Flammen und erstickten sie, bevor der Brand weiteren Umfang annehmen konnte. Leider aber waren ihm in dem Schlafzimmer bereits zwei Kinder im Alter von vier und zwei Jahren zum Opfer gefallen. Lippstadt, 27. Sept. Ein schwerer Einbruchsdiebstahl wurde in der vergangenen Nacht in die Synagoge verübt. Die Einbrecher sind im oberen Stockwerk eingestiegen und haben sich in die unten gelegenen Räumlichkeiten hinabgelassen. Hier haben sie die Teppiche zusammengerollt, und sie mit den zerrissenen Gebetsmänteln eingepackt, jedoch nicht mitgenommen. Sodann erbrachen sie die Schränke am Altare, aus denen sie sämtliche Silbersachen im Werte von etwa 80000 A plünderten, darunter eine Gesetzestafel. Lette, 28. Sept. Folgenschwerer Irrtum. In der Nacht hörte der Knecht eines hiesigen Landwirts ein Geräusch. Er nahm an, daß es sich um Einbrecher handelte, griff zum Gewehr und brannte dem vermeintlichen Diebe eins drauf. Der Schuß traf, so daß die Person zusammenbrach. Der Knecht ging zur Untersuchung des Falles näher und fand das Dienstmädchen des Hauses in seinem Blute liegen. Die Kugel hatte tödlich getroffen. Wermingsen, 28. Sept. Tod durch Gasvergiftung. Hier hat sich ein Unglück zugetragen, über dessen Ursachen noch keine Klarheit herrscht. Der im Kriege an Malaria erkrankt gewesene Dreher Sch., ein ruhiger, ordentlicher Mann, wollte beim Nachhausekommen die Lampe anstecken, kam aber in dem Augenblick, als er an den Gashahn griff zu Fall und wurde von dem in Menge ausströmenden Gas getötet. Erst am Morgen wurde der Mann am Boden liegend tot aufgefunden. Driburg, 28. Sept. Sogar den Abort gestohlen. Vor einigen Tagen wurde der zur Alpenvereinshütte an der Hausheide gehörende Abort, ein massiver Holzbau, vollständig abgebrochen und gestohlen. 2 95 Lehle Brahtmeldungen. Die ersten deutschen Holzlieferungen. TU. Paris, 29. Sept. Schon vor dem Abschluß des Vertrages mit Hugo tinnes hatte Marquis de Lubersac den Abschluß von deutschen Holzlieferungen für den Wiederaufbau erreicht und zwar handelte es sich um 55000 Kubikmeter. Diese Verträge sind dann in das Hauptabkommen übernommen worden und von diesem Holz ist jetzt die erste Sendung in Nancy eingetrofsen. Das Eche de Paris rühmt die gute Qualität des Holzes und erblickt darin ein günstiges Vorzeichen für den Stinnes=Lubersacvertrag. Abschluß eines neuen deutsch=russischen Koufnlatvertrages. TU. Berlin, 29. Sept. In der nächsten Zeit werden die Verhandlungen zwischen Deutschland und Rußland über den Abschluß eines neuen Konsulatvertages beginnen. Von russischer Seite ist gewünscht worden, daß die Verhandlungen in Moskan geführt werden. Deutscherseits wird darauf Wert gelegt, auch in dem Konsulatvertrag ausdrücklich die Möglichkeit auszuschließen, daß von Seiten der zu errichtenden russischen Konsulat## kommunistische Parteipropaganda getrieben werde. Explosionskatastrophe in Italien. TU. Rom, 29. Sept. Vergangene Nacht explodierte, wahrscheinlich infolge Blitzschlages der Pulverturm in Terenzio. Einzelheiten fehlen noch. Die Katastrophe scheint aber sehr groß zu sein. Wie es heißt, sind 2 Dörfer zerstört. Zahlreiche Menschen sind der Katastrophe zum Opfer 86. Stadttheater Dortmund. Sonntag, 1. Oktober, 7—10¾ Uhr, außer Vormiete, Opernpreise 1. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Handlung in 3 Aufzügen von Richard Wagner. Vorverkauf Donnerstag. 90 4 55 Buntes „Alba, Allgemeine Le Unter der Firma bensversicherungsbank A. G.“ wurde unter Führung der Diskonto=Gesellschaft ein Versicherungs=Unternehmen mit 20 Mill. Mark gegründet. Die Bank bezweckt den Betrieb in neuartigen Formen, welche die Lebensversicherung den schwankenden Wert= und Wirtschaftsverhältnissen anpassen, auch die Verwaltung vereinfachen und verbilligen. K hurerummmmer Seich Sres Alleinige Hersteller: in alter bewährter Güte! Seignet für alle Arten von Wäsche. a cit., püsssibont, auch der allbewährten„NINKO“(Henkel’s Wasch und Bleich-Soca) Ein Storchen=Wunder wird aus dem Dorfe Rehme in Thüringen gemeldet. Dort hatten sich gegen 300 Störche niedergelassen; auf fast jedem Hause kann man eine Menge Störche sehen. Tagsüber besuchen sie die benachbarten Wiesen und kehren regelmäßig abends in's Dorf zurück. Nun wird Rehme wohl bald„Großstadt" werden! Weinet nicht an meinem Grabe, Gönnet mir die ew'ge Ruh, Denkt was ich gelitten habe Eh' ich schloß die Augen zu. Einen neuen meter Radfahren in Lausanne der 2 Minuten 39.2 S Weltrekord im 2 Kiloerzielte beim Radrennen Schweizer Rennfahrer Egg mit Sekunden und verbesserte damit Gott dem Allmächtigen hat es nach seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, 8 Tage vor Eheschließung ihrer beiden Söhne, durch den grausamen Tod infolge eines Gehirnschlages am Mittwoch nachm. 3 Uhr meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante den alten Weltrekord des 1,4 Sekunden. Franzosen Berthet um Frad In Westermand Die Reklame rungenschaft des Das Verfahren preßtem Luft zu schreiben. Der Eram Himmel ist die neueste engl. Fliegeroffiziers Savage. besteht darin, mit zusammengeRauchschwaden Worte in die eigentliche Schreibappa= und stößt einen fetrat ist am Flugzeug befestigt un## Druck aus. Das SchreiFlugzeug den ganzen vertikaler Richtung zuFlieger benötigt 2 Wochen Uebung zum Schreiben jedes Wortes, dessen Preis zur Zeit 50 Pfund beträgt. Kontigschweren Rauch unter ben erfolgt so, daß das Weg und zwar meist in rücklegen muß. Elisabeth geb. Dicke im Alter von 58 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Eichholz, den 27. September 1922. Die Beerdigung findet Sonntag, den 1. Oktober 1922, nachm. um 4 Uhr vom Eichholzstr. 27 aus statt. Sterbehause, Der ehrfach nach wurden In Stockholm fanden meh ferenzen statt, die sich mit Uebertragung elektrischerKraft von Norwegen Schweden und„Dänemark befassen. Es Kommissionen eingesetzt, welche den Plan nach der finnanziellen, administrativen und juristischen? Seite prüfen sollen. Für die Ueberführung elektrischen Kraft nach Dänemark wurde die Kilometer lange Strecke über den Sund zwischen Helsigör und Helsingborg vorgeschlagen, die eine bedeutend höhere Spannung ermöglicht als Unterwasserkabel. Lichtspiele„Zur 4 ** Außerordentliche GeneralVersammlung Sonntag, den 1. Oktober. abds. 8 Uhr bei Kordeck. U. a. Sterbegeld, Ausgabe der Kriegsdenkmünzen. Der Vorstand. Haus- und GrundbesitzerVerein, Schwerte. bleiben unsere Geschäfte am Montag, dem 2. Oktober Sonntag, den 1. Okt. 1922, vorm. 11 Uhr im Hotel zur Post(Quadbeck): D. hers, Nachf. Otto Marx, Nachf. M. Mosbach, Haushaltungsbozar Gebr. Stein Bernhand Stern L. Weinberg. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben. Vollzähliges Erscheinen erwartet Der Vorstand. 111 ein grmmemrmneerh. Handel und Börse Freitag bis Montag! das erstklassige Programm! Der vierteilige Abenteuerfilm: Die Geheimnisse von Berlin! 1. Teil PE Wagenfette Maschinenfette Huffette A nnmmn tier Berliner Börsen kurse vom 28. September 1922 mitgeleill vom Barmer Bank=Verein, Schwerse 5% Deutsche Reichsanleihe....... 77½ Barmer Bank=Verein.......... 216 Deusche Vank........ 433 Rlekonto Drschner hand..........00 Hamd.=Amer.=Pak. Allgem. Elektr.=Ges. Baroper Walzwerd Bochumer Guß.... 2575 Bösperde Walzwerk Daimler Moloren. 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Krast tritt, so sind von diesem Tage ab der Invaliden= und Hinterbliebenen=Versicherung auch wenn der Versicherungsfall infolge eines Betriebsunfalles eingetreten ist, unverkürzt neben denen der Unfallversicherung zu gewähren. Soweit bisher ein Antrag nicht gestellt war, ist ein solcher notwendig, Da diese Is. ab in die Bezüge für 100 belgische Franken 100 dänische Kronen.. 1 englisches Pfund.. 100 französische Franken 100 holländische Gulden 100 italienische Lire... 100 polnische Mark... 100 schwedische Kronen. am 27. 9. am 28. 9 11885,10 11785.25 34107,30 34465,90 7290 85 7415,70 12634,10 12559.25 64119,75 65518,00 7066,15 6991,25 — 19,30 43445,60 43845,10 Allgemeine Ortskrankenkasse Westhofen. Satzungsänderung. Ab 1. Oktober cr. tritt folgende Aenderung in Kraft: § 19 Abs. lI. Hiernach wird der Grundlohn folgt festgesetzt: Stufe Arbeitsverdienst bis 25,— M. 50.— „ 100,— „ 150,— „ 200.— „ 250.— „ 300,— „ 350,— „ 400,— „ 450,— über 450,— Grundlohn 24.— M. 48.—„ 96.—„ 144.—„ 192.—„ 240.—„ 288.—„ 6 7 8 9 10 Die bei der Kasse beteiligten Arbeitgeber werden sucht, die Ummeldung der Versicherten gemäß den erhöhten Grundlöhnen binnen drei Tagen vorzunehmen. Der Vorstand. Krämer, Vorsitzender. Schuhputz Nig-in mit Garantieblatt Eist reine Terpentinölware, ohne Ersatz. in ein sbicher norwepoig, Anspruch auf die Leistungen zu begrunden. Wenn bereits früher ein Antrag gestellt, die Rente aber nur mit dem die Unfallrente übersteigenden Betrage zur Zahlung angewiestn##ur, sen war. wird die Versicherungsanstalt auch ohne den Antrag den vollen Rentenbetrag vom 1. Juli d. Is. ab anweisen müssen. Wenn die Zahlung der Rente fruher auf Grund des § 1522 R. V. O. abgelehnt war, wird die Versicherungsanstalt in entsprechender Anwendung der Bestimmung des§ 1319 R. V. O. wenigstens berechtigt sein, — ohne einen, Gzuschräntungen voroesehen sind, ist au 100 schweizerische Franken 30961,25 30861,35 100 tschechische Kronen.. 4988,75 5 Da keinerlei Erngutantungen vorgesehen Farben für Oel- und Wasseranstrich Läcke Bernstein-, Copal-, Emaille- etc. Sefe Erzeugnisse erster Raffinerien InSeletc. f. Malermstr. u. Private Sse ühneraugen Hornhauf, Schwielen u. Warzen beseitigt schnell, sicher u schmarzk Pohlen! Fillionenfach bewghr Gagen KuLechvenit und düreleufer Nutelrriefu. Medizinal=Drogerie Wilh. Heppe, Ostenstr. 3 Originalkannen Originalfässer od. im Anbruch Ein Oolar..... 163293 166511 neben den Leistungen der Unfallversicherung nicht nur die eigentliche Rente, sondern auch die Renteuerhöhung zu zahlen, also in vollem Umfang doppelt zu leisten. Wilh. Heppe Ersa,er Schurkn aus weißem beutschen Alarniot sind beliebte Geschenkartikel und zieren jeden Schreibtisch Chemikaliengroßhandlung Telefon 465 Friedrichstr. und Ostenstr. Schwerte, den 26. September 1922. 3951 . D a s V e r s i c h e r u n g s a m t. Regelmäß Schwerter Hau Aus dem 2 Heimatblätter. Kinderzeitung:! haltungs-u. Ro Sport und Tu Kunst u. Wissen Nr. 230 Allen Dingen ist die Kunst. So über die angeneh Große und das: uns Frucht g erlebt wird und mitnehmen. Die Türkens neutralen Z haben den Auftre zuhalten. Die verfassur versammlun kenntnisvor Der Papi Milliarden Gerüchte, daß Preises für einer Regierung man rechnet mit genden Lösung. die Verlo riedrich vor Olga von Griech Pvincare ehemaligen gri Komanow, der ist. Die Verhand Reichsarbei Anpassung der L schrittene Teuer verlaufen. Sie Lage wird in di ernst angesehen. Wie die Blät wegen des Mor mann das Er und Oelschlinge liegen gegenwär hebung der Ank In Bad N General der de kriege von H legen. Das Einf und von Kali i Repräsentanten gestrichen worde Die schwe Gothenburg h Werke in He Dampfer vi Die ne Schiffe w rüstet. Im Stunde Brandt vom C deutsche Höchst! alte-Leistung Jahre 1920 ge mit seinem Kl Preidwert. 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